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  HYDRA Grundwasser- und Wärmemodelle SOFiSTiK 2016
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HYDRA

Grundwasser- und Wärmemodelle

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SOFiSTiK 2016

HYDRA Grundwasser- und Wärmemodelle

HYDRA Manual, Version 2016-0 Software Version SOFiSTiK 2016

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SOFiSTiK AG

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Titelseite

Projekt: MILANEO, Stuttgart | Bauherr: Bayerische Hausbau and ECE | Architekt: RKW Rhode Kellermann Wawrowsky | Tragwerksplanung für die Bayerische Hausbau: Boll und Partner | Foto: Dirk Münzner

Inhaltsverzeichnis | HYDRA

Inhaltsverzeichnis | HYDRA

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

i

1 Aufgabenbeschreibung

 

1-1

2 Theoretische Grundlagen

 

2-1

2.1 Mathematische Grundlagen und Begriffe

 

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2.2 Mathematische Behandlung

 

2-2

2.3 Elementformulierung

 

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2-2

2.4 Gesamtformulierung

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2-3

2.5 Instationäre Berechnungen

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2-3

2.6 Iterationen

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2-4

2.7 Grundbegriffe der Wärmeleitung

 

2-5

2.8 Grundgleichungen der Wärmeleitung

 

2-6

2.9 Randbedingungen der Wärmeleitung

2-6

2.10 Hydratation im Beton

 

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2-7

2.11 Grundbegriffe der Hydrologie

 

2-9

2.12 Grundgesetze der Hydrologie

 

2-10

2.13 Grundgleichungen der Hydrologie

 

2-11

2.14 Dupuit-Hypothese

 

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2.15 Rohrleitungen und Gerinne

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2-13

2.16 Randbedingungen der Hydrologie

 

2-14

2.17 Koordinatensystem .

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2.18 Elemente

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2.18.1 Rohrelement

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2.18.2 Linkelement

 

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2.18.3 Ebenes Element

 

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2.18.4 Axialsymmetrisches Element

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2.18.5 Räumliches Element .

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2.19 Randbedingungen

 

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2.19.1 Freispiegel

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2.19.2 Sickerflächen .

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2-19

2.19.3 Konvektions- und Strahlungsrandbedingungen

 

2-20

2.20 Prinzipieller Programmablauf

 

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2-20

Literaturverzeichnis

2-21

HYDRA | Inhaltsverzeichnis

HYDRA | Inhaltsverzeichnis

3 Eingabebeschreibung

 

3-1

3.1 Programmgrenzen

 

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3-1

3.2 Eingabesprache .

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3-1

3.3 SYST – Systemparameter

 

3-3

3.4 STEU – Steuerparameter der Berechnung

 

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3-5

3.5 STEP – Angaben zur instationären Berechnung

 

3-8

3.6 PLF – Angaben zum Ausgangszustand

 

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3-10

3.7 COPY – Modifikation von Ergebnissen

 

3-11

3.8 GRUP – Auswahl und Parameter von Gruppen

 

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3.9 KVAL – Materialwerte in Knoten

 

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3-14

3.10 HMAT – Materialwerte HYDRA

 

3-16

3.10.1 Hydraulische Parameter

 

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3-17

3.10.2 Wärmeleitung

 

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3-18

3.10.3 Hydratation von Beton

 

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3-20

3.11 LINK – Verbindungselemente

 

3-22

3.12 ROHR – Rohr- und Gerinneelement

 

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3-24

3.13 LF – Berechnungsfall

 

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3-25

3.14 RAND – Knoten oder linienhafte Randbedingung

 

3-26

3.14.1

Übergangswiderstand und

 

3-28

3.15 SURF – Flächen- oder volumenhafte Randbedingung

 

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3-30

3.16 FUNK – Zeitfunktion

 

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3-32

3.17 HIST – Zeitliche Verläufe des Potentials

 

3-34

3.18 COPY – Modifikationen von Knotenergebnissen

 

3-35

3.19 IMPO – Import von Ergebnissen

 

3-36

3.20 ECHO – Steuerung der Ausgabe

 

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3-37

4 Ausgabebeschreibung

 

4-1

4.1 Systemparameter

 

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4-1

4.2 Knoten

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4-1

4.3 Materialien

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4-1

4.4 Querschnitte

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4-2

4.5 Elemente

 

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4-3

4.6 Randbedingungen

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4.7 Statusinformationen

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4-4

4.8 Ergebnisse der Elemente

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4-5

4.9 Ergebnisse in den Knoten

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4-6

4.10 Bilanzen

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4-6

5 Grafische Ausgaben von Zeitfunktionen

 

5-1

5.1 SIZE – Größe und Maßstab der Darstellung

 

5-1

5.2 SCHR – Größe der Beschriftung

 

5-2

5.3 FUNK – Externe Funktion

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5.4 HIST – Zeitliche Verschiebungskurven

 

5-3

Aufgabenbeschreibung | HYDRA

Aufgabenbeschreibung | HYDRA

1

Aufgabenbeschreibung

Eine große Zahl von physikalischen Problemen lassen sich als Potentialproble- me beschreiben und gehorchen dann der Laplace’schen (ΔH = 0) oder der Pois- son’schen (ΔH = q) Differentialgleichung. Dazu gehören z.B. magnetische Feld- probleme, Wärmeleitungsprobleme und die Strömung des Grundwassers. HY- DRA ist auf die Berechnung der letzten zwei Problemkreise spezialisiert, kann aber auch andere Probleme dieser Art behandeln.

Grundlage eines Finite-Element-Verfahrens ist die Zerlegung der realen dreidi- mensionalen Struktur in eine endliche Anzahl von Elementen mit vereinfachten physikalischen Eigenschaften. Die Elemente sind untereinander in Knoten ver- bunden. Die Gesamtheit der einzelnen Elemente repräsentiert ein angenähertes Modell der wirklichen Natur.

Wärmeleitmodelle können die Temperaturverteilung eines stationären Zustands oder die Wärmeausbreitung in festen Körpern berechnen.

Grundwassermodelle sind verschiedene Verfahren zur Berechnung von Was- serständen und Strömungen in Grundwasserleitern. Die Anwendung dieser Mo- delle erfolgt in den Bereichen der Geologie, der Hydrologie, des Grundbaus und der Wasserwirtschaft.

Die Probleme der Grundwasserberechnungen können in verschiedene Unter- gruppen eingeteilt werden, über deren Bedeutung im Einzelfall sich der Inge- nieur im voraus Klarheit verschaffen sollte.

Ebene oder räumliche Probleme

Die reale Situation ist immer dreidimensional. Für die Berechnung können jedoch vereinfachte Modelle verwendet werden, die eine der Dimensionen eliminieren. Für einen langgestreckten Damm kann zum Beispiel eine Schei- be mit konstanter Dicke herausgeschnitten werden. Bei Aquiferen, deren Mächtigkeit im Vergleich zur Ausdehnung gering ist, kann ebenfalls mit der Dupuit’schen Hypothese ein vereinfachtes ebenes oder dreidimensionales Modell gebildet werden.

Lineare oder nichtlineare Fließmodelle

Nichtlineare Fließmodelle sind für Berechnungen im turbulenten Be- reich (Rohrleitungen), für praktische Grundwasserprobleme jedoch nicht so wichtig. Ein Sonderfall der nichtlinearen Probleme stellt der freie Grund-

HYDRA | Aufgabenbeschreibung

HYDRA | Aufgabenbeschreibung

wasserspiegel dar. Alle nichtlinearen Probleme müssen auf eine iterative mehrfache Lösung eines linearen Grundproblems zurückgeführt werden.

Freie oder gespannte Grundwasserspiegel und teilweise gesättigte Strömungen

Beim freien Grundwasserspiegel kann sich im Gegensatz zum gespann- ten eine drucklose Oberfläche ausbilden. Dadurch ist das durchströmte Gebiet vorab nicht bekannt. Die teilweise gesättigten Strömungen können näherungsweise durch eine druckabhängige Leitfähigkeit berücksichtigt werden.

Stationär oder Instationär

Alle Zustände, die sich zeitlich nicht verändern, sind stationär. Bei ei- ner instationären Berechnung muß für jeden Zeitschritt ein eigenes lineares oder nichtlineares Problem gelöst werden.

Theoretische Grundlagen | HYDRA

Theoretische Grundlagen | HYDRA

2 Theoretische Grundlagen

2.1 Mathematische Grundlagen und Begriffe

Eine skalare Größe U, die in jedem Punkt des Raums bestimmte (eindeutige) Werte (z.B. Temperatur, Potential, elektrische Spannung) einnimmt, heißt skala- res Feld .

Eine Größe u, die in jedem Punkt des Raums als Vektor definiert ist (z.B. Ver- schiebungen, Strömungsgeschwindigkeit) heißt Vektorfeld.

Durch partielle Ableitung eines skalaren Feldes U entsteht ein Vektorfeld:

= grdU = U =

∂U

∂

∂U

∂y

∂U

∂z

(2.1)

Ein konservatives Feld oder Potentialfeld ist ein Vektorfeld in dem das Kurven- integral udr zwischen zwei Punkten A und B von dem Integrationsweg unab- hängig ist. Ein konservatives Feld ist wirbelfrei d.h. das Umlaufintegral mit A=B ist Null. Befinden sich hingegen Quellen im System, so ist das Umlaufintegral gleich der Summe der Quellen (Wirbel).

In der Regel ist das Potential nur durch Vorgabe eines Referenzwertes in ei- nem wenn auch beliebigem Punkt eindeutig. Die Fundamentallösung (Green- sche Funktion) für den ebenen Fall ist der Logarithmus bzw. die Arcustangens- funktion, für den räumlichen Fall hingegen die 1/r Funktion. Im räumlichen Fall kann man das Referenzpotential sinnvollerweise im unendlichen problemlos zu Null setzen, für die Lösung mit dem Logarithmus muss jedoch irgendwo im end- lichen einen Referenzwert des Potentials vorgegeben werden. Damit ist eine eindeutige Lösung in 2D nicht immer möglich.

Durch Ableitung eines Vektorfeldes erhält man die Divergenz und die Rotation:

d = · = ∂

rot =

∂ z

  ∂ ∂ z

∂z

∂ y

∂ y

∂z

∂

∂

∂y

∂y

∂

 

+ ∂ y + ∂ z

∂y

∂z

(2.2)

(2.3)

HYDRA | Theoretische Grundlagen

HYDRA | Theoretische Grundlagen

Ein konservatives Feld nimmt den größten und kleinsten Potentialwert auf dem Rand an. (Maximumsprinzip)

2.2 Mathematische Behandlung

Mit Hilfe der Variationsrechnung ist es möglich, die Differentialgleichung des Potentialproblems in ein zugehöriges Funktional umzuwandeln. Die Minimierung des Funktionals ist der Lösung der DGL äquivalent. Im folgenden wird einheitlich H für das Potential verwendet. Bei Wärmeleitung ist dies gleich der Temperatur T. Die DGL

d(K · grd H) + S δH δt Q = 0

mit den Randbedingungen

H = H o on 1

T · n = q on 2

(2.4)

(2.5)

(2.6)

hat im stationären Fall das zugehörige Funktional:

= 1/2 · k j ·

δH δH

δ

· δ j · d+  1 (H

H o ) · k j ·

δH

N j · d1 +  2 H · q · d2 (2.7)

δ

Ein Prinzip der Finiten Elemente besteht darin, statt der exakten Lösung einen lokalen (elementweisen) Näherungsansatz in das Funktional einzusetzen. Die Minimierung ergibt dann eine Näherungslösung, die die DGL nur näherungs- weise, die Randbedingungen jedoch im allgemeinen exakt erfüllt. Die Nähe- rungslösung muß die Dirichletsche Randbedingung für das Potential bzw. die Temperatur

H =

ƒ (s)

(2.8)

auf den entsprechenden Rändern vorab erfüllen. Bei der Minimierung ergibt sich auf allen anderen Rändern automatisch die sogenannte natürliche Rand- bedingung.

T · n = 0

(2.9)

was einem undurchlässigen bzw. adiabaten Rand entspricht.

2.3 Elementformulierung

Die einfachsten Elemente, das Dreieckselement mit 3 Knoten bzw. der Tetraeder mit 4 Knoten, haben drei bzw. vier Freiheitsgrade, die einen linearen Näherungs- ansatz zulassen. Die Ableitungen dieses Ansatzes sind dann konstant über das

Theoretische Grundlagen | HYDRA

Theoretische Grundlagen | HYDRA

ganze Element.

Die vier- bzw achteckigen isoparametrischen Elemente haben eine etwas bes- sere Genauigkeit, insbesondere bei der Beschreibung von Sattelpunkten. Dar- über hinaus sind sie bei der Netzgenerierung oft von Vorteil, so dass sich der etwas höhere Rechenaufwand lohnt.

Mit einigen mathematischen Umformungen (vgl. Zienkiewicz, 1975) kann der Ausdruck für das Funktional als Matrixprodukt angeschrieben werden:

e

= H t

· B t

· K

· B · dV

· H

(2.10)

Dabei ist K der Durchlässigkeitstensor, und B eine Matrix, die von der Geome- trie des Elementes abhängt. Die Potentiale der Knoten H sind für die Integration konstant und können deshalb herausgezogen werden.

2.4 Gesamtformulierung

Das Gesamtfunktional ergibt sich durch einfache Addition aller Einzelfunktionale der Elemente und Ränder

= 1/2H T · A · H + H · Q

(2.11)

wobei A die Gesamtdurchlässigkeitsmatrix darstellt und Q der Vektor der exter- nen Mengen darstellt. Die Minimierung erfolgt, indem die Ableitung gleich Null gesetzt wird:

A · H +

Q = 0

(2.12)

Diese letzte Beziehung stellt nach der Einarbeitung der Potentialrandbedingun- gen ein lineares Gleichungssystem dar, das nach der Standardmethode von Gauss oder iterativ mit einem konjugierten Gradienten Verfahren gelöst werden kann. Ohne Potentialrandbedingung ist das Problem mehrdeutig.

2.5 Instationäre Berechnungen

Für den instationären Fall wird das Crank-Nicholson-Verfahren mit variablem Beiwert θ verwendet. Für die zeitliche Diskretisierung wird folgender Ansatz ge- macht:

δh/δt = 1/Δt (H H 1 )

(2.13)

Die Differentialgleichung bzw. das Funktional wird für den Zeitpunkt t+ θ · Δt angesetzt. Somit ergibt sich folgende Matrixgleichung:

(θ

·

A

+

1

Δt

· C)

· H

= (θ 1)

· A

+

1

Δt

·

C H 1

Q

(2.14)

HYDRA | Theoretische Grundlagen

HYDRA | Theoretische Grundlagen

oder direkt für die Inkremente:

1

θ · A + Δt · C · ΔH = A · H 1 Q

(2.15)

Dabei ist A die Durchlässigkeitsmatrix und C die Speichermatrix, die auf Ele- mentebene definiert ist durch:

C j = N SN j dV

(2.16)

mit dem Speicherkoeffizienten S. Bei Freispiegelproblemen muß die Matrix C um den Anteil des speichernutzbaren Hohlraums auf der freien Oberfläche er- weitert werden.

Bei instationären Problemen insbesondere bei Freispiegelproblemen ist darauf zu achten, dass die Zeitschritte im Vergleich zur Elementgröße weder zu groß noch zu klein werden. Für zu große Zeitschritte werden die Ergebnisse beim Crank-Nicholson Verfahren ungenau, bei zu kleinen Schritten treten, bedingt durch die Verletzung des diskreten Maximumprinzips, Schwingungen in den Lö- sungen auf, die physikalisch widersinnig sind. Dieser Effekt wird zwar durch die Verwendung von diagonalisierten Matrizen vermieden, jedoch sollte als Anhalts- punkt gelten, dass eine Störung innerhalb eines Zeitschritts sich etwa ein Ele- ment weit ausbreiten können sollte. HYDRA kann deshalb eine Zeitschrittgröße automatisch festlegen und verändern.

2.6

Iterationen

Die Lösung des Problems ist vollständig, wenn weder freie Ränder (Freispie- gel) noch nichtlineare Randbedingungen oder nichtlineares Fließen auftreten. In diesen Fällen muß iteriert werden.

Dieser Vorgang wird stückweise linearisiert, indem der anfangs linear und dann immer mehr verbesserte Strömungszustand zur Berechnung einer neu- en Durchlässigkeit oder Kapazität herangezogen wird.

(A

+

ΔA(H )) · H +1 Q +1

=

0

(2.17)

Dabei kann prinzipiell mit einer Tangentensteifigkeit oder mit einer konstanten Steifigkeit (Quasi-Newton) gearbeitet werden. Da die Lösung eines neuen Glei- chungssystems sehr aufwendig ist, kann obige Gleichung unter der Annahme, dass H von H +1 nur gering abweicht, auch umgeschrieben werden:

A · H +1 = Q +1 ΔA(H ) · H

(2.18)

In diesem Falle kann die gleiche Matrix A wiederholt zur Lösung in den verschie- denen Iterationsschritten herangezogen werden. Das zweite Verfahren konver-

Theoretische Grundlagen | HYDRA

Theoretische Grundlagen | HYDRA

giert mit mehr, aber schnelleren Iterationen und ist sinnvoll bei sehr großen Sys- temen mit nicht allzu stark ausgeprägten Nichtlinearitäten anzuwenden.

Die Quasi-Newton-Verfahren können durch den Einsatz mathematischer Metho- den (Criesfield, Broyden-Fletcher-Goldfarb-Shanno) jedoch ebenso effektiv wie ein Newton verfahren gemacht werden.

Bei instationären Problemen ergibt sich aus H und H 1 auch die Zeitableitung, die in den Iterationsprozess in geeigneter Form mit einzubeziehen ist.

2.7 Grundbegriffe der Wärmeleitung

Bei der Wärmeleitung ist das Potential H direkt durch die Temperatur T gegeben. Eine Wärmeleitung kann nur durch ein Temperaturgefälle zwischen den Knoten und ein sie verbindendes, die Wärme leitendes, Element entstehen.

Die Energiebilanz besagt, dass für jedes Gebiet die Summe der ein- und aus- tretenden Wärmemengen gleich der Summe der im Gebiet liegenden Wärme- quellen, Senken sowie der Änderung des Wärmeinhalts in diesem Gebiet ist.

d = q ρ · c p ·

δT

δt

(2.19)

v

= Vektor der Wärmestromdichte [W/m 2 ]

q

= Leistungsdichte der Quellen und Senken [W/m 3 ]

ρ = Dichte des betrachteten Stoffes [kg/m 3 ] c p = spezifische Wärmekapazität [Wsec/K·kg]

Anmerkungen:

1 kcal = 4186.8 Joule

1 Joule = 1.0 Wsec = 1.0 kgm 2 /sec 2

Die Fouriergleichung verknüpft das Temperaturgefälle grad T mit den sich ein- stellenden Wärmestromdichten. Es lautet nach Biot/Fourier

= K · grd T

(2.20)

wobei K den sogenannten Wärmeleitfähigkeitstensor darstellt

K

=

k  k y

k z

k y

k z

k yy k yz

k yz

k zz

(2.21)

Die Leitfähigkeit ist abhängig von der Richtung des gewählten Koordinatensys-

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tems. Es gibt jedoch drei zueinander orthogonale Richtungen derart, dass nur die Diagonalglieder des Durchlässigkeitstensors von Null verschieden sind. Für ein isotropes Medium ist außerdem

k = k yy = k zz = k

= 0

k y

= k z

= k yz

2.8 Grundgleichungen der Wärmeleitung

Setzt man die Fouriergleichung () in die Energiebilanz () ein und fasst ρ·c p zu einem Speicherkoeffizienten S zusammen, so erhält man die Wärmeleitungs- gleichung des Problems.

d(K · grd T) = q S · +

δT

δt

(2.22)

2.9 Randbedingungen der Wärmeleitung

Potentiale (Linien oder Flächen gleicher Temperatur)

T = T0

(2.23)

Stromlinien (Linien oder Flächen mit vorgeschriebenem Wärmefluss)

(2.24)

Diese Randbedingung Umfasst auch die natürliche Randbedingung. An allen Rändern, an denen keine Aussage gemacht wird, stellt sich die besondere Be- dingung des adiabaten Randes ein:

= 0

t

· n

=

0

(2.25)

Konvektive Randbedingung Die Wärmestromdichte auf der Oberfläche ist proportional zur Differenz der Oberflächentemperatur und der Umgebung- stemperatur.

= α · (T T)

(2.26)

Strahlungs-Randbedingung des schwarzen Körpers Die Wärmestromdich- te auf der Oberfläche ist proportional zur Differenz der vierten Potenzen der Oberflächentemperatur und der Umgebungstemperatur. (Boltzmann- Gesetz)

q =

ε · K

· (T 4 T 4

)

(2.27)

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2.10 Hydratation im Beton

Die Vorgänge beim Erhärten des Betons sind ausserordentlich komplex. Es ist jedoch möglich, mit wenigen Parametern den Ablauf empirisch zu beschreiben. Basis für alle Eigenschaften, sei es Festigkeit, Steifigkeit oder Wärmeentwick- lung ist der Hydratationsgrad α, der sich als das Verhältnis aus der bisher frei- gesetzen Wärmemenge zur insgesamt freisetzbaren Wärmemenge definiert:

α

=

Q(τ )

Q()

(2.28)

Sinnvollerweise verwendet man das wirksame Betonalters τ . Dafür sind meh- rere Definitionen gebräuchlich und implementiert. Die Variante nach Freiesleben ist experimentell am besten abgesichert und deshalb die Standardmethode:

STEU TEFF 1: erweiterte Definition nach Saul ( -10 < T < + 50 )

τ =

T + T reƒ

T reƒ s

20 +

dt ; T reƒ = 10 ; s = 1.0

(2.29)

STEU TEFF 2: Definition nach Freiesleben ( -10 < T < + 80 )

τ = ep A R 293

1

1

+ T dt

273

R

A

A

A

0

1

= 8.3143 [ J/(mol K) ] = A0 + A1 · Max (0, 20-T) = 33500 [ J/mol ] = 1470 [ J/mol ]

(2.30)

STEU TEFF 3: Definition nach Jonasson (kleine Modifikation für die Definiti- on nach Freiesleben)

τ = ep 5300

T + T reƒ

T reƒ 0.45

20 +

1

1

+ T dt

293

273

(2.31)

Für die Funktion die den Reifegrad in Abhängigkeit vom wirksamen Betonalter beschreibt, sind zahlreiche Vorschläge in der Fachliteratur veröffentlicht worden, häufig wird am sinnvollsten die Funktion nach Jonasson herausgestellt, die des- halb vorrangig implementiert wurde:

α

= ep b · n 1 + τ

τ

k

(2.32)

Beispielwerte für die Konstanten a,b und τ k kann man z.B. im Anhang A des Heft 512 des DAfStB finden, die beim Eingabesatz HMAT abgedruckt sind, in

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der Regel sind hier jedoch Versuche erforderlich!

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Theoretische Grundlagen | HYDRA Abbildung 2.1 Eine andere mögliche Funktion ist das SShrinkage-Core"Modell: α =

Abbildung 2.1

Eine andere mögliche Funktion ist das SShrinkage-Core"Modell:

α

=

· (τ τ k )

1

+ · (τ τ k )

τ > τ k

(2.33)

oder das dänische Modell nach Wesche inklusive einer Funktion für die Druck- festigkeit :

α

= ep

β =

cc (t)

ƒ

cc (28d)

ƒ

τ

k

τ

=

b

· ep(c · t 0.55 )

c = c 1

0

z

(2.34)

(2.35)

2.11 Grundbegriffe der Hydrologie

In der Hydraulik ist es üblich, die Energie in Meter Wassersäule (Standrohr- spiegelhöhe oder Potential) anzugeben. Die Energie h setzt sich dann aus vier Anteilen zusammen:

- geodätische Höhe (Lageenergie)

z

- Druckhöhe

p/γ

- Geschwindigkeitshöhe

v 2 /2g

- Strömungshöhe (Beschleunigungsenergie)

Integral

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Bei Grundwasserproblemen sind die auftretenden Geschwindigkeiten so gering, dass die letzten beiden Anteile vernachlässigt werden können. Für z kann auch jede andere Koordinate mit positivem oder negativem Vorzeichen verwendet werden.

Eine Bewegung des Grundwassers kann nur durch ein Standrohrspiegelgefälle zwischen den Knoten und ein sie verbindendes hydraulisch leitendes Element entstehen. Die Strömung erfolgt immer vom höheren zum niedrigeren Potential.

Wenn der Boden nicht nur Wasser sondern auch Luft enthält, so hat man ei- ne sogenannte Mehrphasenströmung, die von HYDRA nicht in der Form ge- koppelter Differentialgleichungen verarbeitet werden kann. Es gibt jedoch die Möglichkeit, mit negativen Porenwasserdrücken teilgesättigte Strömungen zu beschreiben. Die negativen Unterdrücke kann man sich als kapillare Steighö- he sehr gut verdeutlichen. Ein genügend feinkörniger Boden kann mit seinen kapillaren Wasser nach oben ziehen. Er hat somit im trockenen Zustand einen Unterdruck, der dieser maximalen Steighöhe entspricht.

Im Bereich des gesättigten Porenvolumens nimmt der Druck linear mit der Tiefe zu, so dass sich Druckhöhe und Lagehöhe gerade zu einem konstanten Wert addieren. Eine ganz wichtige Erkenntnis ist nun, dass in allen Punkten ober- halb des Kappilarsaums ein konstanter Unterdruck herrschen muss. Infolge des konstanten Unterdrucks ergibt sich folglich ein Gradient des Potentials von oben nach unten, der der geodätischen Höhe entspricht, also 1.0 beträgt.

2.12 Grundgesetze der Hydrologie

Die Theorie der Grundwasserbewegung wird durch zwei Gesetze beschrieben. Das Kontinuitätsgesetz besagt, dass für jedes Gebiet die Summe der ein- und austretenden Mengen gleich der Mächtigkeit der im Gebiet liegenden Quellen, Senken oder Speicher ist.

d  = q

∂m

t

(2.36)

v = Vektor der Strömungsgeschwindigkeit

q = Quellen oder Senken m = Masse des Grundwassers im Gebiet

Das Fließgesetz verknüpft das Standrohrspiegelgefälle i = grad H mit den sich einstellenden Strömungsgeschwindigkeiten v. Das Gesetz von Darcy lautet

= K · grd H

(2.37)

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wobei K den sogenannten Durchlässigkeitstensor darstellt

K =

k  k y

k y k yy

k z

k yz

k z

k yz

k zz

(2.38)

Die Durchlässigkeit ist abhängig von der Richtung des gewählten Koordinaten- systems. Es gibt jedoch drei zueinander orthogonale Richtungen derart, dass nur die Diagonalglieder des Durchlässigkeitstensors von Null verschieden sind. Für ein isotropes Medium ist außerdem

k = k yy = k zz = k

k y = k z = k yz = 0

Die Durchlässigkeiten können in sehr großen Bereichen (bis zu 10 Zehner- potenzen) schwanken. Die nummerische Behandlung von Systemen bei denen diese Grenzen erreicht werden kann problematisch werden.

Das Gesetz von Darcy ist in weiten Bereichen gültig, bei sehr kleinen Gradienten tritt jedoch infolge der Oberflächenspannung gar keine Bewegung oder eine sol- che der plastischen Flüssigkeiten auf, bei großen Gradienten ist ein Umschlag in turbulentes Fließen zu erwarten, das mit dem Fließgesetz nach Forchheimer beschrieben werden kann:

grdh = · + b · 2

(2.39)

2.13 Grundgleichungen der Hydrologie

Setzt man das Fließgesetz in die Kontinuitätsbedingung ein, so erhält man eine Differentialgleichung des Problems.

d(K · grd H) = q S(δH/ δt)

(2.40)

S ist dabei der spezifische Speicherkoeffizient, der die Änderung des gespei- cherten Wasservolumens je Volumeneinheit des Grundwasserraumes bei Än- derung der Standrohrspiegelhöhe um einen Meter angibt. Dieser Wert läßt sich für einen gespannten Leiter aus der Kompressibilität des Korngerüstes und des Wassers berechnen zu

S =

γ ((1

n)/K b + n/K )

(2.41)

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HYDRA | Theoretische Grundlagen Abbildung 2.2 wobei n = Hohlraumanteil oder Porosität K =

Abbildung 2.2

wobei

n

= Hohlraumanteil oder Porosität

K

= Kompressionsmoduli z.B. K = 2 000 000 kN/m 2

Im Bereich des freien Wasserspiegels wird S jedoch durch die freie Oberfläche und den speichernutzbaren Hohlraumanteil n sp definiert. Dieser Wert ist in der Regel um viele Größenordnungen größer als der Wert nach Gleichung 5. Trotz- dem empfiehlt es sich aus numerischen Gründen auch den Wert S anzugeben, wenn eine sehr starke Änderung der Speicherfähigkeit abgemildert werden soll.

HYDRA kann auch teilgesättigte Strömungen rechnen, indem die Durchlässig- keit und das Speichervolumen in Abhängigkeit des Porenwasserunterdrucks de- finiert wird. Diese Verfahren erfordern jedoch entsprechende Erfahrungen und können in diesem Handbuch nicht erläutert werden.

2.14

Dupuit-Hypothese

In der Praxis tauchen sehr oft großflächige Aquifere geringer Mächtigkeit auf. Bei der Modellierung kann dann von der Dupuitschen Hypothese Gebrauch gemacht werden. Diese besagt, dass das Potential über die Mächtigkeit der

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Schicht bzw. des durchströmten Anteils konstant ist. Dann kann das dreidimen- sionale Problem auf ein zweidimensionales reduziert werden, wobei die Geo- metrie der Strömungsschicht fast beliebig im 3D definiert sein kann, also nicht eben sein muss. Anstelle der Durchlässigkeit tritt deren Integral über die

Anstelle der Durchlässigkeit tritt deren Integral über die Abbildung 2.3: Dupuit-Hypothese Schichtmächtigkeit, die
Anstelle der Durchlässigkeit tritt deren Integral über die Abbildung 2.3: Dupuit-Hypothese Schichtmächtigkeit, die

Abbildung 2.3: Dupuit-Hypothese

Schichtmächtigkeit, die sogenannte Transmissivität.

gespannter Aquifer:

d

T =

0

k dz ,

d

S =

0

ungespannter Aquifer:

H

T =

0

k dz ,

H

S =

0

S 0 dz

S 0 dz + n

(2.42)

(2.43)

2.15 Rohrleitungen und Gerinne

Als Ergänzung zu den linearen Grundgleichungen des vorigen Absatzes sind für die Berechnung von Rohrleitungen und Gerinnen zusätzliche nichtlineare Ansätze zu machen. Dabei wird in beiden Fällen auf die Formeln von Prandtl- Colebrook bzw. Darcy-Weißbach zurückgegriffen. Der Energieabfall ist propor- tional der Geschwindigkeitshöhe und einem Verlustbeiwert:

Δh =

wobei

λ ·

L · 2

R ·

8

·

g

(2.44)

L = Rohrlänge

R = Hydraulischer Radius (bei Kreis R = Durchmesser/4)

v

= Strömungsgeschwindigkeit

g

= Erdbeschleunigung

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Der Verlustbeiwert λ hängt von der Reynoldszahl ab.

RE = · 4 · R · kz

(2.45)

wobei kz den Kehrwert 1/ν der kinematischen Zähigkeit des fließenden Medi- ums darstellt. Für den selten vorliegenden laminaren Strömungsbereich (RE < 2320) gilt das Gesetz von Hagen-Poisseuille

λ = 64/RE

(2.46)

Für den turbulenten Strömungsbereich (RE>2320) gilt die Formel von Prandtl- Colebrook mit der absoluten Rauigkeit k:

1

λ = 2g

Colebrook mit der absoluten Rauigkeit k: 1 λ = − 2 g λ · RE +

λ · RE + 14.84 · R

k: 1 λ = − 2 g λ · RE + 14 . 84 · R

2.51

k

(2.47)

Für Gerinne wird der gesamte Querschnitt in Einzelquerschnitte mit gleichen Fließcharakteristiken unterteilt. Dabei werden folgende Annahmen gemacht:

- Der Wasserspiegel ist quer zum Gerinne horizontal.

- In allen Bereichen des Gerinnes herrscht das gleiche Längsgefälle. Der absolute Betrag des Gefälles ist gering.

- Es treten keine vertikalen Bewegungen auf.

Es sind zwei Unterteilungen üblich. Bei kompakten Querschnitten werden senk- recht zu den Isotachen Trennlinien eingeführt. Diese Trennlinien erhalten keine Rauigkeiten, für den Widerstandsbeiwert gilt:

· λ ges = , · λ

(2.48)

Der Wert l steht für die benetzte Länge des Querschnitts. In den Wert von λ geht neben der Rauhigkeit auch der hydraulische Radius des Teilquerschnitts ein. Der hydraulische Radius wie auch die Querschnittsfläche sind natürlich ab- hängig vom Wasserstand.

Bei gegliederten Querschnitten ist dieses Verfahren nicht zulässig. Hier werden die Trennflächen meist lotrecht definiert und erhalten Rauhigkeiten die beim 1- bis 3-fachen der Sohlrauigkeiten liegen.