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Kern des Buddhadhamma:

eine Übersetzung der Worte der Weisheit gelehrt vom Ehrwürdigen Webu Sayadaw

Kern des Buddhadhamma: eine Übersetzung der Worte der Weisheit gelehrt vom Ehrwürdi- gen Webu Sayadaw von pamokkha

Version 1.0: 26.08.2016 Alle Rechte vorbehalten, © 2016 München

INHALTSVERZEICHNIS

Über die Sittlichkeit

4

Über die Schulungen

4

Über das Atmen

5

Über den Augenblick

6

Über die Einsicht

7

EINLEITUNG

Dies ist meine deutsche Übersetzung von The Essence of Buddha Dhamma vom Ehrwürdigen Webu Sayadaw.

ÜBER DIE SITTLICHKEIT

Nachdem man das Gelöbnis der sila [Sittlichkeit] auf sich genommen hat, er- fülle es. Sobald man es erfüllt, werden alle deine Wünsche auch erfüllt. Es wird dir jetzt und in Zukunft Glück und Zufriedenheit bringen.

ÜBER DIE SCHULUNGEN

Neben den Worten des Buddha gibt es nichts, dass dir Frieden und Glück brin- gen wird in dieser Existenz und allen zukünftigen Leben im samsara [dem Weltenkreislauf]. Die Worte des Buddha sind im Tipitaka enthalten, den drei Körben des Wissens. Der Tipitaka ist gewaltig, daher müssen wir seinen Kern, seine Essenz nehmen. Der Kern des Tipitaka sind die 37 zur Erleuchtung ge- hörenden Dinge (bodhipakkhiya dhamma). Der Kern der bodhipakkhiya dhamma ist der Edle Achtfache Pfad. Der Kern des Edlen Achtfachen Pfades sind die drei Sikkha [Schulungen] und der Kern der drei sikkha ist eko dhamma oder der Eine und Einzige Dhamma.

Die drei sikkha sind adhi sila (Höhere Sittlichkeit), adhi citta (Höhere Geistes- schulung) und adhi panna (Höhere Weisheit).

Wenn man mittels Kontemplation sowohl achtsam auf rupa [das Körperliche] und nama [das Geistige] ist, dann kann es keine physische oder geistige Über- schreitung [der Sittlichkeit] geben. Dies ist bekannt als adhi sila (Höhere Sitt- lichkeit).

Durch das stärker werden von adhi sila wird der Geist von [moralischen] Ab- weichungen bereinigt und wird friedlich und ruhig. Dies ist bekannt als adhi citta.

Mit dem stärker werden von adhi citta (oder samadhi) erlangt man durch die Kontemplation auf rupa und nama nach einiger Zeit die Einsicht, dass die Dinge in Sekundenschnelle millionenfach entstehen und vergehen. Und dieser Vor- gang wird andauern und ist jenseits von jedermann Einmischung sei er ein Mensch, ein Deva oder ein Brahma. Ist man sich dieses Vorganges vom Ent- stehen und Vergehen der Dinge bewusst, dann wird man adhi panna verwirk- lichen.

ÜBER DAS ATMEN

Um es allgemein verständlich auszudrücken: die offensichtlichste Sache, die wir fühlen können, ist das Einatmen und Ausatmen durch unsere Nase. Man kann die Empfindung der Einatmung und Ausatmung von Luft an der Nasen- spitze fühlen, wenn sie in den Körper hinein- und hinausgeht.

Die Nasenspitze ist daher der Sitz der Empfindung. Der Luftzug an der Nasen- spitze ist vayo (Bewegung) [das Windelement]. Wenn die beiden aufeinander- treffen entsteht photthabba (Berührungsempfindung). Der Sitz der Empfin- dung, das Windelement der Bewegung und die Berührung mit dem Sinnesob- jekt (photthabba) sind rupa. Das Gewahrsein der Empfindung ist nama. Daher, man muss nicht herumgehen und andere Leute nach nama und rupa befragen,

sondern nur seinen Geist auf die Nasenspitze richten. Wenn die Luft einströmt, spürt man seine Wirkung und wenn die Luft ausströmt, empfindet man wieder seine Wirkung. Lässt man seinen Geist dort verweilen, so gibt es keine Mög- lichkeit lobha (Gier), dosa (Hass) und moha (Verblendung) nachzugehen. Wenn man ihnen nicht nachgeht, erlöscht ihr Feuer wie von selbst. Sind sie erloschen, dann findet man Frieden.

ÜBER DEN AUGENBLICK

Man soll sich der Empfindung nicht vor der Berührung gewahr sein und man soll sich ihr nicht nach der Berührung gewahr sein. Man muss sich ihr während der tatsächlichen Berührung bewusst sein. Daher wird es ‚unmittelbare Ge- genwart‘ genannt.

Es gilt, sich fortwährend der Empfindung der Berührung bewusst zu sein, und ununterbrochen zu wissen, was passiert. Wenn man so einen Teil des Tages praktizieren kann, wird man es sehr befriedigend finden. Falls man jedoch ei- nen Moment scheitert, die Berührung wahrzunehmen, so Entstehen und Ver- gehen millionenfach Dinge in diesem einen Augenblick und dies zeigt sich auf deiner Sollseite.

So lange man sich der Berührung bei der Einatmung und Ausatmung an der Nasenspitze gewahr ist, wird man nama und rupa erfahren. Auf diese Weise wird man erkennen, dass es kein Selbst gibt, kein anderes Sein, kein Mann, keine Frau, sondern nur nama und rupa. Dann wird man die Richtigkeit des Buddhadhamma anerkennen. Dies wird man für und durch sich selbst erken- nen. Man muss niemanden fragen. Durch das kontinuierliche Gewahrsein der Berührung der Atemluft an der Nasenspitze wird man währenddessen erleben, dass so etwas wie Atta [das Selbst] nicht existiert.

ÜBER DIE EINSICHT

Und in diesem Moment des Gewahrseins der Berührung hat man eine klare Einsicht. Man erlangt sammaditthi [Rechte Ansicht]. Das Wissen, dass in der Welt nichts außer nama und rupa existiert, ist die analytische Einsicht in [das Wesen von] nama und rupa. Demzufolge ist es bekannt als ‚nama rupa paric- cheda nana‘.

Hat man die fortwährende Empfindung der Luft beim Einatmen und Ausatmen und bleibt man sich dieser Empfindung zu jeder Zeit bewusst, wird das Selbst verschwinden und man bewirkt eine klare Einsicht in [die Natur seines eigenen] Geistes. Es ist wahr, dass man [die Einsicht] während einer sehr kurzen Zeit- spanne erwirbt, aber dies sollte nicht dazu führen, dass man den Nutzen hie- raus geringschätzt. Man sollte niemals denken, dass Meditation ohne Nutzen ist und man während der Meditation nichts fühlt. Es ist sehr günstig für dieje- nigen, die während [der Existenz] der buddhistischen Lehre geboren sind, da sie so außergewöhnlichen Nutzen erwerben können. Vergiss dein Essen und ähnliches und strenge dich aufs Äußerste an, um das Ziel zu erreichen.