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Aus Newsletter von Radio Vatikan – 28.05.

2010

THEMEN DES TAGES:


Bischof Shomali: „Christen stiften Frieden im Heiligen Land“
In mehr als 20 Ländern beginnt an diesem Samstag die diesjährige „Weltwoche für Frieden in
Palästina und Israel“. Unter dem Motto „Es ist Zeit“ beteiligen sich Kirchen aller Konfessionen und
christliche Menschenrechtsorganisationen an der vom Weltkirchenrat (ÖRK) ins Leben gerufenen
Aktionswoche. Mit Gebeten und anderen Initiativen setzen sich die Veranstaltungen für einen
gerechten Frieden im Nahen Osten ein. Derweil verwies William Hanna Shomali, neuer Weihbischof
des lateinischen Patriarchates in Jerusalem, im Interview mit uns auf die friedensstiftende Funktion der
Christen im Heiligen Land. Für die Region sei gerade deshalb ihre verstärkte Abwanderung fatal:

„Die meisten Exilanten aus dem Heiligen Land sind Christen; zum Beispiel gibt es in Chile 300.000
Christen palästinensischer Herkunft. Wenn die wenigen Verbliebenen auch noch abwandern, bedeutet
das eine Armut für das ganze Land. Wir haben nämlich einen mäßigenden Einfluss auf diese Region
und das wissen alle: Auch die Moslems und die Juden. Deshalb müssen wir unsere Gemeinschaften
davon überzeugen, dass ihre Präsenz hier kein Verhängnis ist, sondern eine Gnade, eine Mission, eine
Berufung.“ (rv/kna)

BLICKPUNKT MENSCHENRECHTE:

Die Zukunft der Weltgemeinschaft beruht auf Dialog und der Zusicherung der Menschenrechte.
Das hat Papst Benedikt XVI. bei der Vollversammlung des Päpstlichen Rates zur Seelsorge für die
Migranten und Menschen unterwegs an diesem Freitag im Vatikan betont. Der Papst mahnte, jedem
Menschen stünden seine universellen Rechte zu, sie seien unverletzbar und unveräußerbar. In der
Verantwortung, das zu garantieren, stünden Regierungen und internationale Organisationen. „Die
Zukunft unserer Gesellschaft basiert auf der Begegnung unter den Völkern, sie basiert auf einem
Dialog zwischen den Kulturen, der die jeweilige Identität und Differenzen respektiert.“ Die Kirche
müsse getreu dem Evangelium nicht nur dem einzelnen Migrant zur Seite stehen, sondern auch eine
wahre Integration ermöglichen und dabei vor allem auch die Familie des Migranten und sein Umfeld
mit bedenken. ...... (rv)

SPEZIAL:

Britische Geheim-Dossiers über Johannes Paul II. veröffentlicht


„Absender: Geoffrey A. Crossley, britischer Botschafter beim Heiligen Stuhl, Rom. An: David
Goodall, Außen- und Commonwealth-Ministerium, London. 11. Oktober 1978. Betreff: Der nächste
Papst. Geheimhaltungsstufe: Vertraulich. Aktenzeichen: FCO 33/3787:

„Das neue Konklave beginnt am 14. Oktober. Meiner Meinung nach ist es denkbar, dass die
Kardinäle diesmal einen jüngeren Kandidaten ins Auge fassen, der noch nicht 65 ist, ja noch nicht
einmal sechzig... In Betracht kommen: (Kardinal) Wojtyla (aus Polen) – der allerdings nicht sehr
bekannt ist. Und: die (Kardinäle) Willebrands (aus den Niederlanden) sowie Pironio (aus
Argentinien).“

Wir schreiben das Jahr 1978 – das Jahr der drei Päpste, mitten im Kalten Krieg. Johannes Paul I. ist
unvermittelt gestorben, in fünf Tagen wird sein Nachfolger auf der mittleren Loggia des Petersdomes
stehen. Die Botschaft Ihrer Majestät beim Heiligen Stuhl hat ganze Arbeit geleistet: In ihren Analysen,
wer denn der nächste Pontifex Maximus sein könnte, taucht in einer Liste mit nur wenigen „papabili“
auch ein relativ unbekannter Kardinal aus Polen auf, Karol Wojtyla. An der Themse ist man
vorbereitet, als am 16. Oktober 1978 Wojtyla aus dem Konklave als Papst hervorgeht, und stellt sich
auf politische Umwälzungen ein.
Die Dokumente des britischen Außenministeriums, die diese Tage der Papstwahl behandeln, sind jetzt
freigegeben worden - in den Archiven von Kew Gardens in London. Ein interessanter Blick in den
historischen Rückspiegel… (rv)
DIE NACHRICHTEN:

Europa

Frankreich
Die Weltreligionen sollen ihre Werte stärker zum Ausdruck bringen. Dazu hat Frankreichs
Staatspräsident Nicolas Sarkozy angesichts der Wirtschaftskrise aufgerufen. Die großen Religionen
seien Bewahrer eines wesentlichen Teils der Weisheit der Menschheit, so Sarkozy am
Donnerstagabend in der französischen Hauptstadt. Der Präsident äußerte sich anlässlich der
Wiedereröffnung der protestantischen Fakultät in Paris. Laut Medienberichten sprach er sich dabei
dafür aus, Hochschulabschlüsse protestantischer Einrichtungen staatlich anzuerkennen. Eine
entsprechende Forderung der Protestanten nach Gleichstellung mit den Abschlüssen katholischer
Hochschulen, sei in seinen Augen legitim. Er werde eine Arbeitsgruppe einsetzen, die entsprechende
Vorschläge unterbreiten solle.
- Mit einem geplanten Burka-Verbot hatte Frankreich zuletzt für Aufsehen gesorgt. Der laizistische
Staat fährt eine harte Linie gegen sichtbare Zeichen von Religion im öffentlichen Raum. (kipa)

Amerika

Vereinigte Staaten/Vatikan
Das Nachrichtenmagazin „Time“ spekuliert über eine Vergebungsbitte von Papst Benedikt zum
Missbrauch in der Kirche. In seiner aktuellen Ausgabe (Freitag) gibt das Blatt das Welttreffen
katholischer Priester Anfang Juni in Rom als möglichen Termin dafür an. Eine solche formelle Geste
nach dem Vorbild der historischen Vergebungsbitten von Johannes Paul II., werde in der Kurie als
„gefährlich“ beurteilt, da sie die anwesenden Priester indirekt für sexuellen Missbrauch verantwortlich
mache, so das Magazin. Im Vatikan wurde derweil nichts über eine solche Vergebungsbitte bekannt.
Das Welttreffen katholischer Priester findet vom 9. bis 11. Juni 2010 im Vatikan statt. (kipa)