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Nachrichtenblatt des DASD Berlin-Dahlem, Cecilienallee 4 Prisident: H-Obergruppenfiihrer u. General der Waffen-44 Sachs 18. Jahrgang Juni / Juli 1944 en _ Nar for DASD-Migiicder mana Mischréhre EF 14 Die Normschaltung der Mischstufe ist heute die Triode-Hexode ECH 11. Diese hat den Vorteil der fast volligen Entkopplung von Empfangs- und Oszillatorfrequenz, sowie der Unabhangigkeit der Mischsteilheit von der Osziliatorspannung (im vorgeschriebenen Arbeitsbereich), Der Nach:cil ist der hohe Rauschwiderstand der Réhre von etwa 60k Ohm. Da man die Resonanzwidersiinde der Kurzwelienkreise praktisch nur 20 bis héchstens 50 k Ohm grof machen kann (je nach Freqaenz), ist der Rauschwiderstand der Mischréhre E-C11 11 maSgebend fiir die Empfindlichkeit des Emp- tangers, sie reicht fiir den Kurawellen-Superhet nicht aus. Zur Ver- gréQerung der Empfindlichkeit wird deshalb stets dic rauscharme Vorrdhre EF 13 yor die Mischréhre geschaliet. die 2.6 k Ohm Rauschwiderstand hat; er ist ohne Einflu® auf die Empfiadlichkeit, die somit allein vom Eingangskreis bestimmt wird. Der Rausch- widerstand gewinnt erst wieder Bedeutung auf ganz kurzen Wellen, wo der reelle Gittereingangswiderstand der Réhre in die Grobe des @ Rauschwiderstandes kommt. Doch sind das Sonderfaile, die fiir den UKW-Empfanger maBgebend sind and uns bis etwa 30 MHz noch nicht interessicren. Der Nachteil einer Vorstufe ist die Verteuerung durch Schir- mung und den zusatzlichen. auf dic Signalfrequenz abgestimmten Schwingkreis. Es wird cin Dreigang-Kondensator bendtigt, sowie fiir jedes Band cine dritte Spuic. Bei umschalibaren Wellenbereichen wird ein dritter Wellenschalter notwendig oder ein Dreifachspulen- revolver. Diese Konstruktionen werden umfangreich und teuer. Die gusatzliche Abgleicharbeit bringt keine Schwierigkeiten mit sich. Der grote Vorteil der Vorstufe ist eine starke Erhéhung der Spiegel- frequenzsiebung. AufSerdem erhdlt man eine 20- bis 30'fache Signal- verstarkung. Grofe Empfindlichkcit, d. h, kleiner Rauschwiderstand von ca. 3k Ohm und Aufbau mit den geringst méglichen Mitteln lassen sich mit der Penthode iF 14 in Mischschaltung erreichen. Zusatzlich hat man cine 5-mal gréBere Mischsieilheit als bei der ECH 11, d. he die Kombination EF 13-ECH 11 versiarkt nur 4-6 mal mehr als die alleinige Mischstufe EF 14 mit weit geringerem Aufwand, wih- rend die Empfindlichkeit beider Anordnungen die gleiche ist. Der Nachteii der EP 14-Mischschaltung gexeniiber der EF 18—ECH 11- Anordnung ist die geringere Spiegclfrequenzsicbung durch Be- nutzung nur eines auf die Signalfrequenz abgestimmten Kreises. Dicser Nachieil kann zum Teil durch die Wahl einer hohen ZF be- hoben werden, cbenfalls durch Entddmpfen des Einganyskreises. DaB die Mischschaltung mit der EF 14 cine besondere Oszillator- réhre bendtigt, bedcutet keinc Einbufec, da die Kosten einer Rihre heute nicht mehr bestimmend fiir das Gerat sind, sondern wesentlich mehr der Schaltungsaufwand. Wagt man die beschricbenen Vor- und Nachteile ab, so erkennt man, dal sich die Schaltungen EF 13- ECIE 11 und EF 14 elektrisch etwa gleichwertig verhalten, dic EF 14-Schaltung aber wesentlich billiger ist. Wirkungsweise der Mischstufe mit der EF 14. An das stark negativ vorgespannte Gitter (Anodenruhestrom etwa 0) dev EF 14 gelangen die schwachke Signalfrequenz f und die schr starke Oszillatorfrequenz ii. Der durch die starke Gittervor- spannung entstandene Gleichrichter Gitter -Anode der EF 14 wird in Takte der Oszillatorfrequenz gedffnet, wobei der dann flieBende Anodenstrom auber den lrequenzen f und ti auch die Mischprodukie f-- G und f-—ii enthalt. crit Abb. zeigt die EM 14 in Mischschaltung. Die Zaiithrong der Oszillatorspannung geschicht iiber einen kleinen Kondensator an das Gitter der EE 14, das mit ca. 8... 10. V negativ vorgespannt ist. En dieser Schaltang ergibt sich cin Rauschwiderstand yon ca. 3k Ohm und cise Mischsteilheit von ca. 3 mA/V, 46 Ein Zahlenbeispiel: Empfangsfrequenz. f= 3,5 MHz, Oszillator- frequenz -=5,5 MHz. AuBer diesen Frequenzen treten noch auf: 3.5-+5,5=9,0 MHz und 5,5 —3,5=2,0 MHz und viele im Anoden- strom enthaltene Oberschwingungen dieser Frequenzen. Aus diesen zahlreichen Frequenzen siebt sich der ZF-Kreis in der Anodenleitung der EF 14 seine Kigenfrequenz z. B. 2.0 MHz heraus und schlieBbt alle anderen Frequenzen kurz. Das ist der bekannte Vorgang der additiven Mischung. Die Wahl des Arbeitspunktes. In Abb. 2 ist der zeitliche Verlauf des Anodenstroms bei Ausstewerung der EF 14 durch die Oszillatorspannung darge- stellt. Der normale Arbeits- punkt a ist mit etwa 8 V fest- gelegt. Es flieBt dann ein klei- ner Anodenstrom von 2 mA. Wird nun die Oszillatorspan- nung an das Gitter der Réhre gelegt, so flieBt in jeder posi- tiven Halbwelle ein Anoden- strom, der bis 60 mA ansteigt! (Man kennzeichnet die halbe Zeit des Anodenstromflusses in der iiblichen Weise durch den sog. ,,StromfluBwinkel c*‘). Es tritt die Frage auf: Wie muB ‘der Arbeitspunkt a gewahblt werden, und was damit verkniipit ist, wie groB muB die Oszillator- spannung sein, damit wir ein Maximum an Mischsteilheit baw. ge- yingstes ‘Rauschen bekommen. Hier geben uns die gerechneten Kurven a und b der Abb. 3 Auskunft. Kurve a: Zur Erzielung maxi- maler Mischsteilheit muB der StromfluBwinkel 120° betragen. Dann ist die Mischsteilheit Sp =0,27 .Smiax . Die max. Steilheit der EF 14 betragt bei Ug—=0 Volt Smax 11 mA/Volt, d. h. die Mischsteilheit S. == 3 mA;Volt! Ein StromfluBwinkel von 120° bedeutet, daf wir einen Arbeitspunkt von Ug=~—8V einstellen miissen (s. ‘Abb. 2). Kurve b: Zur Erzielung des kleinsten Rauschwiderstandes muB der Stromflufwinkel 90° betragen. Dann ist der Rauschwiderstand zeigt die Ausstenerung der vorgespannten EFI4 durch die Oszillator- spannung. am TT Abb. 3a zeigt die Abhingigkeit der Mischsteilheit ° i | einer Pentode vom Stromfu@winkel a, a Bei a= 120°, das ist ein Arbeitspunkt etwas oberhalb des Kennlinienknicke, be- | tragt die Mischsteilheit etwa */s der im Aussteuerbercich erreichten maximaten of oo © ww we we Steilheit, a7 der EF 14-Mischschaltung 3 k Ohm! Ein StromfluBwinkel von 90° bedeutet: Der Arbeitspunkt a muB im Knick der Kennlinie liegen, also etwa —-10 Volt. Da sowohl das Maximum der Mischsteilheit als auch das Minimum des Rauschwiderstandes flach sind, kann der StromfluBwinkel etwa zwischen 60¢ und 120° liegen, d. h. die Gittervorspannung und damit der Arbeitspunkt kénnen um einige Volt schwanken! . * a _ ‘ L~ 4 eee ee Abb. 3c zeigt die Abhiingigkeit des Abb. 3b zeigt die Abbiingigkeit des Rauschwiderstandes von Pentoden in Mischschaltung als Funktion des Strom- fluBwinkels«, Bei a=90°,d.h. Arheite- punkt im Kennlinienknick, ist der Rauschwiderstand am kleinsten. Anodenstromes youn StromfuBwinkel 4. Fiir den giinstigsten Wert von a= 90 bis 1009 ist der Anodenstrom etwa '/ des bei Aussteuerung durch die Oszil- latorspannung erreichten Maximalwer- tes Tmax. Als Kurve c der Abb. 3 ist noch das Verhaltnis von Anoden- strom zu Anodenscheitelstrom (Ja / Ja max) aufgetragen. Es ist bei beia=900 etwa 0,25. Da der max. Anodenstrom Js max etwa 6) mA betragt (Usg= 200 V). muB bei richtiger Aussteuerung der mittlere Anodenstrom der EF 14 J,==0,25 . €0=-15 mA betragen. (Da je- doch schon ab etwa —1 V ein merklicher Gitterstrom zu flieBen be- ginnt, darf nicht ganz so weit ausgesteuert werden.) Durch Messen des Anodenstromes ist es méglich. in auBer- ordentlich einfacher Weise die richtige Oszillatorspannung einzu- stellen. Das ist sehr von Vorteil fiir den Abgleich des Gerates. Die Kurven zeigen auBerdem, daB die beiden KenngréBen S, und Ry keine scharfen Optima besitzen, ist es nicht nétig, den Abgleich séhr genau zu machen. Zur Begrenzung des Gitterstromes, der die Emp- findlichkeit des Geriites stark herabsetzt, bei zu groBen Oszillator- amplituden oder Abhéren des eigenen Senders, ist ein hochomiger Widerstand in die Gitterleitung geschaltet. der den Gitterstrom sehr klein halt. Zu _erwahnen ist noch, daB' der elektronische Eingangswider- stand der EF 14, der bei kurzen Welten einen erheblichen EinfluB hat, in der Mischschaltung gréBer ist. Auf 10 m betragt der Ein- gangswiderstand normal 6 k Ohm. Er steigt in der Mischschaltung auf etwa den vierfachen Wert, also 25 k Ohm. Dieser Wert ist besser an den Schwingkreis anzupassen, und eine Transformation wird nicht nétig. Damit ist die Dimensionierung der Mischstufe erledigt. 48 MeBergebnisse und praktische Erfahrungen, Zur Bestétigung der Rechnungsergebnisse wurden einige Mes- sungen an einem mit der EF 14 als Mischréhre bestiicktem 4-Réhren Amateursuperhet vorgenommen, Mischsteilheit: Vornehmlich interessiert den Amateur, der nur ein mA-Meter als einziges MeBgerdt sein Eigen nennt, ob die Oszil- latorspannung richtig eingestellt ist. Daher wurde fiir diesen Fall die Kurve: Mischsteilheit als Funktion der Oszillatorspannung auf- genommen, und zwar nicht die Mischsteilheit direkt, sondern die Geratausgangsspannung, die proportional der Mischsteilheit ist. Als Empfangssignal wurde eine Oberwelle des ZF-Ueberlagerers ge- wahlt (,,Pfeifstelle'), die so den Ersatz fiir den MeBsender liefert. Die Gittervorspannung fiir die EF 14 (—8 Volt) wurde einer Batterie entnommen und der Kathodenwiderstand kurzgeschlossen. Damit bleibt der Arbeitspunkt bei Aussteucrung des Anodenstromes fest, somit auch der StromfluBwinkel (ca. 90°). Die Oszillatorspan- nung wurde geregelt durch Verandern des Ankopplungskondensators ans Gitter der Mischréhre. Abb. 4 zeigt die Abhingigkeit der Ausgangsspannung des Empfingers vom Anodenstrom der Mischréhre. Die Aus- ‘ Gitterstrom gangsspannung ist proportional der Misch- steilheit, der Anodenstrom = proportjo- Y . nal der Oszillatorspannung. Ohne merk- ietereisserr urate’ ‘eche Lautstirkenschwankung darf dor ‘~pstarkes Rowwren Anodenstrom der Mischrihre zwischen 4 Yvon, =. tnd 9 mA echwanken; die Schirmgitter- ® spannung betriigt 180 V. * faa Abb. 4 zeigt die Ausgangsspannung (== Mischsteilheit) als Funk- tion des Anodenstromes (= Oszillatorspg.). Man erkennt, daB es auf genaue Einhaltung der Oszillatorspannung garnicht ankommt, der Anodenstrom kam ohne merkliche Lautstdrkenschwachung zwi- schen 4 und 9 mA gedndert werden! Dieses Ergebnis ist wichtig fiir Ueberstreichung groBer Frequenzbereiche, wo die Einhaltung konstantet Oszillatoramplituden schwierig ist. Die Messung zcigt deutlich, daB auf keinen Fall Gitterstrom durch zu hohe Oszillator- spannung auftreten darf. Unempfindlichkezt (Rauschen} und Un- selektivitat (Spiegelfrequenz) sind die Folge. Absolute Messungen der Misch:teilheit bestatigen die Erwartun- gen,da® die praktisch crreichbare Mischsteilheit 2—3 mA/V betragt. Empfindlichkeitsmessungen (Signal/Rausch-Verhditnis): Die kleinste an einem vorhandenen MeBsender einstellbare Span- nung betrug 0,1 wV. Der Sender wurde getastet und dabei die Hoér- barkeéit der Zeichen durch Ueberlagerung mit dem ZF-Oszillator festgestellt. Es zeigte sich, daB diese Zeichen von 0,1 wV Eingangs- spannung noch gut aus dem Rauschpegel herauskamen und lesbar sind (QSA 4). Der Innenwiderstand des MeBsenders betrug Ri = 49 10 2. Auf eine Dipolantenne (Ri = 70 2) umgerechnet wiirde eine Antennenspannung von etwa 0,25 yV dieselbe Lesbarkeit hervor- rufen, wie die Spg. 0,1 wV in der Versuchsanordnung — wobei atmospharische Stérungen und Strahlungsrauschen das Ergebnis verschlechtern. Die Bandbreite des Gerats betrug 0.5—1 kHz. Praktische Empfangsergebnisse auf dem 10- und besonders auf dem 20-m-Band, wo deutsche Stationen meist nur infolge der sehr schwachen Streustrahlung hérbar sind, zeigten,-daB eine Reihe der Rundspruchstationen zwar leise, abe’ mit guter Lesbarkeit fast stan- dig aufgenommen werden konnten, ohne da® die Rundspriiche durch andere Stationen bestatigt wurden; cin Zeichen dafiir, daB die Sender dort infolge auBerordentlich kleiner Feldsiarken die vorhandenen Empfanger nicht zum Ansprechen brachten. Zusammenfassung: Es werden die Bedingungen tiir das Arbeiten der steilen Pen- thode EF 14 als Mischrdhre an Hand von gerechneten Kurven er- lautert und durch Messungen und praktische Erfahrungen bestatigt. Ein Vergleich der EF 14 in Mischschaltung mit der normalen Anordnung EF 13-ECH 11 ergibt, daB beide Anordnungen gleiche Empfindlichkeit besitzen. Die Anordnung EF 13-ECH 11 hat eine etwas gréBere Verstarkung, was aber ohne Bedeutung ist. Sie hat auGerdem gegentiber der EF 14-Mischschaltung eine héhere Spiegel- frequenzsiebung. Auch durch Wahl einer hohen ‘Zwischenfrequenz kann von der EF 14-Mischschaltung diese Spiegelfrequenzsiebung nicht ohne Zusatzmafnahmen erreicht werden; sie gentigt aber meist den praktischen Anforderungen. Der Vorteil der EF 14-Mischschal- tung liegt im weit geringeren Schaltungsaufwand. Sie ist-daher fiir empfindliche Telegraticempfanger mittlerer Preislage vorzuzichen. Hugo Wérdemann, DE 1857/M. Literatur: TelefunkeasRohve H 19)20 $ 16. W. Kleen: Das Verbalien . . . . Pentoden in additives Mischung. #\ JS DER PRAXIS: R DIE PRAXIS 700 Volt — ohne Spezialtrafo. Zum Betrieb von Kathodenstrahlréhren ben6tigt man normaler- weise einen Spezialtrafo, da die Anodenspannung gewdéhnlicher Netztrafos zu niedrig ist. Dazu laBt sich bei entsprechender Schal- tung jedoch jeder gewéhnliche Netztrafo verwenden. Netz- und Anodenspannungswicklung werden hintereinandergeschaltet und wirken dann als Autotrafo. Da bei Kathodenstrahlréhren der -+-Pol 50 ohnehin geerdet sein soll, ist das Vorhandensein eines einseitig ge- erdeten Netzes notwendig. Eine weitere Erdung des Gerates er- iibrigt sich dann natiirlich. Eine Spannungs- anderung lait sich durch Anlegen des Punk- - tes ,,S“ an die verschiedenen Anschliisse der Primatwicklung erzielen. + Bayrhammer, DE-A/D: QRN-Skala. Die Lautstarkeangaben atmosphidrischer Stérungen werden von den Om’s meistens sehr groBziigig behandelt, sozusagen ,,liber den Daumen gepeilt. Da aber die Erfahrung gezeigt hat, da sehr groBe Unterschiede in der Beurteilung verschiedener Hérer auf- treten, sei eine kleine Skala als Anhaltspunkt vorgeschlagen, die sich seit langerer Zeit in der Praxis recht gut bewahrt hat, insbeson- dere bei weniger erfahrenen Om’s. ORN: R1 = tibemormaler Rauschstérspiegel. R2 = schon auftallendes Rauschen. R38 = schon stérendes Krachen und Rauschen. R4 = strkeres Krachen, leise Zeichen tiberténend. R5 = ziemlich lautes Rauschen oder Brodein. R6 = sehr lautes Krachen (nahes Gewitter). R7 = sehr stark. Brod. u. Krach., i. Kopfhérer unangenehm. R8 = laut im Hérer auf dem Tisch, auBerordentlich stark. Reg = unertriglich, Empfang so gut wie unméglich. Zu beachten ist, da® diese Skala keine Auskunft tiber die Haufig- keit der Stérungen gibt, die am besten extra ausgedriickt wird mit den Worten: standig — hiufig — wiederholt — zeitweise — selten. Beispiel: ,,qrn?* — ,qrn r 5/6 wiederholt‘'. Gefr. Wolf Gruhle, DE 6994/N. Schwundregelung mit regeJbarer Zeitkonstante. Bei groBen KW-Superhets ist es vorteilhaft, die Zeitkonstante der (abschaltbaren!) Fadingregelung einstellen zu kénnen, was durch Ry-C; von 7f,,bis 1¥y Sekunden erfolgen kann, je nach den Bedin- gungen des empfangenen Telegraphiezeichens. Um die Bedienung einfach zu halten, sind folgende 2 Drehknépfe ausreichend: 1, Potentiometer R, (Hochfreq-Laut- stirkeregelung von Hand) kombi- niert mit einpoligeém Umschalter S$ ent Steugrong (Fadingregelung ein — aus). 2. Potentiometer R, (Zeitkonstante), kombiniert mit zweipoligem Aus- schalter (Druck-Zug), der den 2. Ueberlagerer und (vorhandenen) "ae osaiF Quarz abschaltet (,,fonie-grafie''). a DE 6994/N. 51 0m, satrosena ‘Regelronren Bericht aus der Arbeit des Landesverbandes Reichshauptstadt. Die ersten LV-Versammlungen des Jahres 1944 im Landesver- band Reichshauptstadt liegen hinter uns. Bei den Schwierigkeiten durch die Terrorangriffe, mit denen wir uns gerade in der Reichs- hauptstadt auseinanderzusetzen haben, war es wirklich nicht ganz einfach, die Vortragenden zu gewinnen, die Kameraden rechtzeitig liber den Zeitpunkt der Zusammenkunft zu unterrichten und die Versammlungen iiberhaupt abzuhalten. Unter Beriicksichtigung all’ dieser Umst&nde und im Hinblick darauf, da® eine groBe Anzahl unserer riihrigsten Kameraden ihre Dienststelle nicht mehr in Berlin haben, war der Besuch der Versammlungen erfreulich trotz der er- heblichen dienstlichen Beanspruchungen allerseits. Als Gast berichtete uns Obering. Erich Brauns in seinem zweiten Vortrag im Januar aus der Anfangszeit der Drahtlosen. Wieder verstand es der alte HF-Pionier, uns durch seine lebendigen und humorvollen Schilderungen zu fesseln. China und Neu-Guinea standen dieses Mal im Mittelpunkt seines Vortrages. Brauns zeigte die unendlichen Schwierigkeiten auf, mit denen er, einer der Pio- niere, fiir die Weltgeltung Deutschlands auf dem Gebiet der draht- losen Technik damals zu kampfen hatte. Begeistert hérten wir von ihm, wie deutscher Erfindergeist sich damals in Uebersee im Kampf gegen andere Lander durchsetzte. Der Vortragende, der noch heute mit fanatischer Hingabe im Beruf steht, hatte das groBe Glick, lange Jahre fiir die Weltgeltung der deutschen Industrie im fernen Ausland arbeiten zu kénnen, Dank sei’ Herrn Brauns nochmals an dieser Stelle fiir seine mitreiBenden Schilderungen. Nicht minder aufschluBreich war der nichste Vortrag unseres Altmeisters Om Plisch, der, unterstiitzt von Om Wiener, den neuen DASD-Klein-Super Modell 2 zeigte und vorfiihrte. Es ist nicht Sache des Berichters, dariiber zu referieren, das wird aus be- rufener Feder zu gegebener Zeit in der CQ geschehen. Soviel steht aber fest, daf das Modell 2 gegeniiber der ersten Ausfiihrung wesentlich verbessert worden ist. Om Wiener, der auch an der Ent- wicklung des neuen Supers maBgebend beteiligt ist, sprach iiber den Aufbau des Gerdtes und erlduterte seine Wirkungsweise. Er regte schlieBlich an, daB& die beiden BV’s im Landesverband Reichs- hauptstadt miteinander wetteifern miiBten beim Bau bzw. bei der Weiterentwicklung der verschiedenen Amateur-Gerate, wobei heute weniger auf das schéne Aussehen als vielmehr auf ein unbedingt exaktes und sicheres Arbeiten gré8ter Wert gelegt werden muB. Wir freuen uns mit den gesamten DASD-Kameraden, daB die Kame- raden Plisck. und Wiener trotz aller dienstlichen Inanspruchnahme uns in dem neuen DASD-Super ein Gerat entwickelten, das wir schon lange suchten und diejenigen, die es einmal besitzen werden, nicht enttauschen wird. 52 Auf unserer April-Versammlung berichtete Om Schilling iiber die neuen Ergebnisse bei der Fortentwicklung des Blinden-Lese- Gerates, an deren praktischer Ausarbeitung der Landesverband Reichshauptstadt mit einer Anzahl tiichtiger _Kameraden beteiligt ist. Ingwischen sind auch dafiir namhafte Wissenschaftler auf den verschiedensten Gebieten zur Mitarbeit gewonnen worden, die uns nicht nur ihre theoretischen Kenntnisse dabei zur Verfiigung stellen, sondern auch praktisch auf ihren Spezialgebieten Teilaufgaben zu lésen_versuchen, die dem Ganzen zugute kommen. Auch der Leiter der Forschungsstelle fiir das Blindenwesen im Institut fiir Rund- funkwissenschaft an der Universitat Freiburg, Herr Dr. Wittrock, interessiert sich sehr fiir unsere Arbeiten, Om Schilling hat der Forschungsstelle auf einen ausfiihrlichen Brief geantwortet, daB wir selbstversténdlich fiir jede Anregung und Mitarbeit dankbar sind und das Institut laufend von dem Fortgang unserer Arbeiten unterrichten werden. Wir freuen uns sehr, mit der mafgeblichen Stelle im Reich in einen Gedankenaustausch zum Wohle unserer Kriegsblinden treten zu kénnen. Aus dem Brief von Om Schilling an Dr. Wittrock zitiere ich hachstehenden Absatz, der allgemein interessierer diirfte: »Wic Sie wissen, kann man durch einen Quarzstab yon 1 mm? Querschnit! und 1 m Lange Licht leiten mit einem Verlust von nur ca. 7%. Da die von mir verwendeten ,,Lichtleitungen nur wenige Zentimete: betragen, kann ich auf Quarz verzichten und ohne meb- baren Lichtverlust Glas verwenden. Ungefahr 400 Glasstabchen in einer Starke von 0,6 mm werden zu einem Mosaik von 20X20 mm zusammengestzt. Die Enden dieser Glasstibe werden zu einem Kreis von ca. 64 mm Durchmesser auseinandergezogen. Vor dem Mosaik sitzt eine kleine Optik, die den gedruckten Buchstaben auf die GréBe des Stébchenmosaik vergréBert projiziert. Hierbei wird eine Anzahl von Stabchen Licht erhalten, wahrend die vom Buch- staben verdeckten Stabchen dunkel bleiben. Schaltet man nun vor den Stabchenkreis eine ringférmige Fotozelle und zwischen beide eine ,,Einlochscheibe"’, die von einem kleinen 4 Volt-Elektromotor mit 6000 U/Min, bewegt wird, so werden diese 400 Glasstibe der Reihe nach 100 mal in der Sekunde abgetastet. Der in der Foto- zelle entstehende Strom wird als Gitterspannung einem kleinen Ver- starker 2ugefiihrt, der cine Wechselstromquelle von ca. 50 Per., 20 Volt und maximal 1 mA steuert. Diese Wechselstréme werden nun genau wie beim Abtasten einem ,,Leiterring’' zugefiihrt, der an seinem anderen Ende zum Mosaik 2¢ X 20 mm zusammengesetzt ist. Beim Abtasten des Buch- stabens wird also dieser auf dem Tastmosaik als Wechselspannung in der Form des abgebildeten Buchstaben erscheinen. Versuche, die von mir wahrend eines Lazarett-Aufenthaltes angestellt wurden, haben ergeben, da Blinde Buchstaben, die als Nadelspitzen ge- 58 bildet waren, mithelos entziffern konnten. Der Schmerz, den die Nadelspitzen verursachen, wird bei meiner Apparatur durch den Wechselstrom in den Feldern des Abtastmosaiks erzeugt."' AnschlieBend sprach Om Ernst tiber Versuche, die er mit kur- zen Wellen nicht iiber, sondern unter der Erdoberflache in Hohlen und Bergwerken gemacht hat, Seine Ausfiihrungen waren fiir uns ebenso neu wie interessant, denn die Ausbreitung der kurzen Wellen -im geologischen Medium eréffnen Aussichten auf eine Nachrichten- iibermittlung, die fiir besondere Aufgaben gar nicht hoch genug eingeschitzt werden diirfen. Im weiteren Verlauf der LV-Versamm- lung am 15. 4. 44 stellte Om Ernst grundlegende Betrachtungen uber Antennen an, Der Amateur, so fiihrte Om Ernst aus, hat meistens nur seine Empfangsantenne, die ihn mehr oder weniger zufriedenstellt. Die Mot, Antennen kann man in zwei Gruppen cinteilen, erstens in Rundstrahier, zweitens in Richtstrah- ler. Zur ersten Gruppe gehért der vertikal stehende Dipol und die Reusenantenne. Diese Antennen strahlen — vertikal aufgestellt — in der horizontalen Ebene nach allen Seiten gleich- mabig. (Abb. 1) Durch Zusammensetzen mehrerer Dipole oder l Anbringen eines Reflektors in geeigneter Form }ob2 kénnen die Rundstrahler zu gerichteten Strah- lern werden (Abb. 2). Die Richtstrahler selbst kénnen ebenfalls aus Gruppen einzelner Dipole bestehen, doch hat ——- —_— man hier auch besondere Antennen geschaffen. Hierzu gehéren wu. a. die bekannten L- und T- Antennen, Die Richtwirkung einer solchen An- tenne wird umso gréBGer, je gréBer das Verhalt- nis 12 wird. Hierin ist | die Lange des Strahlers und 4 die Wellenlange der betreffenden Sende- 2 Dipole oder Empfangsfrequenz. Fiir jede Welle gibt es also cine bestimmte Di- mension der Antennen- teile, die dann ‘auch nur fur eine Welle passend ist — von Breitband- antennen abgesehen —. Zu den Richtstrahlern gehéren auch die Tan- nenbaum-, Gabel- und Rhombus-Antenne (Abb. 3, 4. 5). a4 Mths Doppelgoniometer Rhoofiis- Antonie Auber er horizontalen Strahlungscharakteristik ist die Kennt: nis der Ausbreitung in der Vertikalen ebenfalls notwendig. Man mus also nicht nur die Richtcharakteristik in der einen Richtung kennen. Fir den Amateur ist jedoch die Horizonialcharakteristik am wesent- lichsten, SchlieBlich erwahnt er noch, daB diese Bedingungen fiir Sende- und Empfangsantennen. gleich giiltig sind. Nach dicsem zweiten ebenfalls mit Beifall aufgenommenen ‘V or- trag von Om Ernst schloB der LVF die April-Versammlung. gez. Laass, Landesverbandsfiihrer, DE 346. Sonntag 09.00 Reichsrundspr. SO m 09.30 darr-dsr 20 m 1OU0 dtho-twen 40 m Bjee-3jhE 10 m 120 dyum-3dyn — K 12 10.20 3}ks-3jls-3ims 10 m 10,45 4rho-4xld 40 m 11.18 drmq-darr 20 m 12,1 devk-Bavk 10 m 1845 dver-ddsr. 10 m 14.00 4rho-dyni 40 m 1460 drho-duds 40 m 20 dhpg-dehe = K 4 K3 K5 K 5 K3 Om Om vil-Sayy K3 2115 4gef-pgt-3jat 10 m 21,30 Bavk-Avil-dkm- dyrr K3 dexidynf 10 m 3jks-3jis-3jjs 70 m Linien Dienstag 06.20 4hpg-tzhe Ki4 10.20 dleusdyn K4 20,30 4the-qre R12 20,30 4bxw-dald K3 21:30 dbxw-dujw Kl Mittwoch 06.40 deuy-dimt = 20.00 4ji Bik 10m 20,30 4veo-rho-dire- 4sto-dulo. Kl 21.00 oj ls 10 m 21,00 3jks-3jms-dnds 10 m rmd- Sikfdkat 10 m 21,30 Awil-dujw-4rmq K 5 4uds-4yum- 4ytm K? 21,30 3jns-3jke-3ims 10 m Donnerstag 06.00 4hpe-Bayy = K 1 06,20 dhpg-dahe = KIA 1930 dout-dgef-3inj -K 3 20,45 deuf-Bints KO 21,00 Sdap-3jyp 10 m 21,00 4veh-ttoz = -K 17 21,30 duds-3jks 10 m 21/20 duyd-3iuj K3 2145 dget-ands Ki 22/00 dgyt-ands Ki Freitag 06.20 dhpe-tohe | Kt 19,30 dakir-dveo-dvjy K 1 0) Ba 5 90,00 3 20 yu Bijs-Sis 1m Adba-dikm-dyrr KF figh-dovk-3eek K 5 cu-3inj 10 m : m 20'30 Reichsrundspr. 80 m 21,00 dadf-ddiva-dbxw- devk Anlo-4veo-4ujw- 4sto Abgf-tjov-dral K 21,30 dioh-tveo K 3dme-devk-Alkm K feoedgetdey Ie -diro-3dap Abgé-tuyd K dzhg-dtoz 22,00 dtevk-dvjy-4ico 4yum-tujw ddba-dbgf-ajev Sonnabend 16,00 damd-dzut 21,00 d4pdt-3dyn NWF-Sendeplan (K «4 = 356; — 3570 kHz) Anruf: D4 oee, bew. D4 gee, baw. D4 nee. Zeit Montag —-Dienstag = Mittwoch ~=Donnerstag Freitag = Sonnabend. 05,45 D4 nbo D4 sto D4 rho D3 ben D4 men Dé iro 06,15 D4 nbo Dé sto D4 rho D3 ben D4 men Dé iro 06,35 D4 hpg D4 hpg + D4 hpg D4 hpg D4 hpg 06,45 D4 nbo D4 sto D4 rho D3 ben D4 men Dé iro 08,45 D4 nbo D4nbo D4 nbo D4 nbo D4 nbo D4 nbo 13,15 D4 hpg Df hpg _ D4 hpg D+ hpg D4 hpg 13,30 D4 nbo D4 sto D4 rho D8 ben D4 Dé iro 19,15 D4 hpg D4 hpg — Dé hpg D4 hy D+ hpg 19,30 D4 nbo D4 sto D4 rho D3 bern D4 men D4 iro RegelmaBige Eichfrequenzsendungen. Jeden Mittwoch von 22,00 bis 22,30 Uhr (siche Rundspruchfunkplan) sendet D4 iro Eichfrequenzen mit eincr Genauigkeit von 5 Hz = ca. 6,01 94. Folgende Frequenzen werden je 5 Minuten lang ausgestrahlt: 3500, 3520, 3540, 8560, 3680 kHz. AnschlicBcnd ruft D4 iro auf etwa 3570 kHz zum zap auf und ist dann qrv fiir qso. Rundspruch-Funkplan x 34 = 358 — 3570 sa Sonntag 1415 — D4 rmq 40m 2010 L Dé wil 380 m 07,00 W D4 dow 40m 1445 H D4 vch 40m 2030 8 D4 uds 30 m 0800 U D3 dyn 80m 1500 B Dé ab 20m 21.00 F D3 inj 30m 0830 G D4bpg 80m 160 R D3dsr 20m 2130 H D4 veh 30m 0845 M D4 yim 10m 16,30 A D3 fra 80m 22:00 Fichsendung 09,00 — D4 wyf 80m 1700 A D3 foa 40 m Dé iro 80 m 0930 F D4rmq 10m" montag 0 N D3 ben §0m ong ry pa opt 8 m Donmersteg 1016 — D3 bim 10m opt ™ 20,00 F D4 gef 80m 1G30 MDa bom ag 2030 R Dd ver 80m ome 1030 R D3 dsr 40m 2400 K D&evk 80m 9039 D D4 usd “8m ¥ 21,00 8 D3 jks 10m 2100 F D4 gef 80m 1030 B Dé pqb 10m 3h : ee 1040 W D4 wil 20m 2580 B D4 pgb 80m 9139 PDs dap 80 m 1045 K Dacok 10m 2245 F Dé get 10m 92:00 P D3 dap 10 m 1100 — Dia 20m 2200 FB D4 get 20m 1130 R D3 dsr 20m Dienstag ee Diane 80 1130 — Dé arr 10m . ng 80 m HO y RE be weg pen we Be Y BY Oe 14d J Dievk 10m 9030 G Dd hpg 80 m 2000 Vo D4 jev 80 m 1200 K D3 avk 10m 97/00 W Da bxw 80 m 20:80 — D4 adé 80 m 12.00 O Déiro 40m 3130 R Didar 20m BL10 C D4 wf 80m 1220 S$ D4 ads 20m 9150 T D3 dyu SO m 2180 S D4 uds 10m 1240 A Di fon 20m 2200 Mo Da veh Som He Be Se : uds 40m x 13,30 R D3 dsr 10m Mittwoch 1380 W D4ujy 80m 1945 B D4zdb 49m Sommebend 1345 W D4 upe 10m 1945 O Dd tho 80m 1415 G D4 hpg 40 m Herouageber: Deulsdher Amalcur-Sende- und Emptangediensi (DASD) Berlin-Dahlem, Cecilenallee 4 Fernruf Sammeinummer 891166, Postschedchonfo: Berlin 55800. Postscheckkonto der Warcnableilung: Berlin 154128 Druck: Buchdruckere! Friedrich Hoensch, Gificgen, — Arliel zur Verdffentlidnung an den Herausgcher erbelen.