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Ökologie

Zukunftshaus

Leben

wie

2020

Wie sieht das Wohnen der Zu- kunft aus? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Planung dieses Gebäudes. Vereint wurde in dem Projekt Energieeffizienz und hohe Wohnqualität. Familie Simonsen testet in der Praxis wie es sich in einem so hoch- technisierten Haus lebt.

wie es sich in einem so hoch- technisierten Haus lebt. S eit dem ersten Juli wohnen

S eit dem ersten Juli wohnen Sophie und Sverre Simonsen mit ihren bei- den Kindern Axel und Anna nun

im „Home for Life” und der erste Rummel hat sich in der Zwischenzeit gelegt. Dass sich die Öffentlichkeit so sehr für den Umzug einer vierköpfigen Familie interes- siert, liegt daran, dass sie in eines der sechs Konzepthäuser von Velux gezogen sind. Damit sind sie Teil eines europaweiten Ex- periments geworden, mit dem das Unter- nehmen neue Wege beschreiten möchte,

um optimierte Energiekonzepte mit höchs- ter Wohnqualität zu verbinden. Das neue Heim der Familie Simonsen steht im däni- schen Aarhus, weitere Projekte sind in Ös- terreich, England, Frankreich und Deutsch- land geplant. Neben den ökologischen und ökonomischen Aspekten spiegeln die Kon- zepthäuser auch die klimatischen und kul- turellen Bedingungen des jeweiligen Landes wider. Nach Fertigstellung stehen die Häu- ser sechs bis zwölf Monate dem Publikum offen, bevor sie dann für ein Jahr bewohnt

werden. Zu diesem Zeit- punkt beginnt das eigentliche Experiment, denn in bewohntem Zustand werden der Energieverbrauch und das Innenraumklima überwacht und ausgewertet. Erst danach wird sich herausstellen, ob die Ziele der Velux-Experten erfüllt werden. Diese er- rechnen ein Plus an Energie von 9,4 kWh/ m 2 im Jahr. Das Haus ist so konzipiert, dass der Bedarf an Elektizität sowie Wärme mi- nimiert wird und ein gleichbleibend gutes Raumklima entsteht.

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bauen! 02/03-2010

bauen!

8/9-2009

„Fester Bestandteil moderner Wohn- und Energiekonzepte wird die Planung und Steuerung der Tageslicht- und Luftqua- lität sein”, beschreibt Petra Schumacher, Leiterin Marketing der Velux Deutschland GmbH, die Vision von mehr Wohnquali- tät. Das neue Heim von Sophie und Sverre Simonsen zeichnet sich deshalb durch be- sonders große, bodentiefe Fensterflächen aus, die viel Tageslicht hereinlassen und damit den Einsatz von künstlichem Licht reduzieren. Gleichzeitig garantieren die

Optimale Nutzu N g des tageslichts

garantieren die Optimale Nutzu N g des tageslichts Glasflächen mit den schmalen Rahmen- profilen einen fast
garantieren die Optimale Nutzu N g des tageslichts Glasflächen mit den schmalen Rahmen- profilen einen fast

Glasflächen mit den schmalen Rahmen- profilen einen fast grenzenlosen Ausblick. Die gesamten Fensterflächen summieren sich auf 40 Prozent der Grundfläche. Das ist ein wesentlich höherer Anteil als bei Einfamilenhäusern üblich. Bei schönem Wetter fällt sogar so viel Son- nenlicht ins Innere, das die sechsjährige Anna über Kopfschmerzen aufgrund der enormen Helligkeit klagte und damit ihre Eltern veranlasste, trotz der Begeisterung für die tollen Lichtverhältnisse, die Holz-

Schiebeläden sowie die Jalousien teilwei- se zu schließen. Neben diesen regulieren die weiten Dachüberständen in Richtung Süden den Licht- und Wärmeeintrag ins Gebäude. Dass das Beschattungs-Konzept prima funktioniert, konnten die Simonsens gleich nach dem Einzug erleben. In den ersten Julitagen präsentierte sich der däni- sche Sommer von seiner Schokoladensei- te und eine Hitzwelle überzog das Land. „Aber im Haus blieben die Temperaturen angenehm”, berichtet Sophie Simonsen.

überzog das Land. „Aber im Haus blieben die Temperaturen angenehm”, berichtet Sophie Simonsen. 02/03-2010 bauen! 55

02/03-2010 bauen! 55

Ökologie

Zukunftshaus

Energie-Konzept

Zusätzlich zu den internen und externen Sonnenschutzmaßnahmen sorgen die na- türliche Durchlüftung sowie eine kontrol- lierte Wohnraumlüftung mit Wärmerück- gewinnung für angenehme Temperaturen und frische Luft. Betrieben werden die Fenster sowie der Sonnenschutz über Bat- terien, die von Solarzellen gespeist wer- den. Eine Anbindung an das Stromnetz ist nicht erforderlich. Solarzellen produzieren

gemeinsam mit der Wärmepumpe Strom, Warmwasser und Heizwärme. Ein Groß- teil der benötigten Raumwärme wird über den passiven solaren Wärmeeintrag durch die optimal ausgerichteten Fenster erzielt. Die kontrollierte Wohnraumlüftung redu- ziert Wärmeverluste, die durch falsches manuelles Lüften entstehen würden. Energieproduktion und -verbrauch sollen im „Home for Life”, so sieht das Konzept vor, natürlicher integrierter Bestandteil

sieht das Konzept vor, natürlicher integrierter Bestandteil d u N kler s chiefer prägt die fassade
sieht das Konzept vor, natürlicher integrierter Bestandteil d u N kler s chiefer prägt die fassade

d u N kler s chiefer prägt die fassade

Die Schieferfassade vereint den Wunsch nach Langlebigkeit und geringem Instandhal- tungsaufwand. Der dunkle Grauton bindet die Solarzellen und Fensterflächen optisch harmonisch ein.

des Lebens sein. Ziel ist es ebenfalls, dass das Gebäude mehr Energie produziert als es selbst benötigt. Damit erfüllt das Haus bereits die Anforderungen, die das EU- Parlament für das Jahr 2020 festgesetzt hat. Die Messungen und Aufzeichnungen während des Jahres, in dem Sophie und Sverre Simonsen mit den beiden Kindern im „Home for Life” wohnen, werden auf- zeigen, ob die erwarteten Zahlen erreicht werden.

auf- zeigen, ob die erwarteten Zahlen erreicht werden. Das „Home for Life” besticht durch seine markanten

Das „Home for Life” besticht durch seine markanten Ansichten und klaren Linien. Der Baukörper erscheint wie eine Skulptur, in der Carport und Ne- bengebäude integriert sind. Je nach Lichtsze- nario und Jahreszeit erscheinen die Fassa- den immer wieder in einem neuen Licht.

erscheinen die Fassa- den immer wieder in einem neuen Licht. Die Dachfenster werden über das „io-homecontrol”,
erscheinen die Fassa- den immer wieder in einem neuen Licht. Die Dachfenster werden über das „io-homecontrol”,
erscheinen die Fassa- den immer wieder in einem neuen Licht. Die Dachfenster werden über das „io-homecontrol”,

Die Dachfenster werden über das „io-homecontrol”, einem elektronischen Überwachungssys- tem, einfach und sicher per Funk gesteuert. Dieses hilft, ein komfortables Raumklima zu sichern und Energieverluste zu minimieren, indem es beispielsweise nachts Fenster und Rollläden schließt, damit keine Wärme aus den Innenräumen verloren geht.

damit keine Wärme aus den Innenräumen verloren geht. Durch die bodentiefen Fensterflächen fällt sehr viel

Durch die bodentiefen Fensterflächen fällt sehr viel Tageslicht ins Innere und die Räuem wirken größer sowie luftiger. Schmale Rahmenprofile unterstreichen diesen transparenten Eindruck zusätzlich und sorgen für eine freie Sicht.

Eindruck zusätzlich und sorgen für eine freie Sicht. Große, vertikale Holz-Schiebeläden verdun- keln die Räume

Große, vertikale Holz-Schiebeläden verdun- keln die Räume bei zu viel Sonneneinfall und verhindern so auch eine Überhitzung der Räu- me. Darüberhinaus schützen sie vor zu vielen Einblicken, wenn Privatheit gewünscht wird.

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Zukunftshaus

Durch die großen Fens- terflächen wird das Wettergeschehen auch im Haus erlebbar. Wol- ken ziehen
Durch die großen Fens-
terflächen wird das
Wettergeschehen auch
im Haus erlebbar. Wol-
ken ziehen vorrüber, die
Sonne malt Licht- und
Schattenbilder oder
eine Gewitter zeigt sein
einmaliges Schauspiel.

Weiße Flächen und Wände erstrahlen durch das einfallende Tageslicht und schaf- fen auch an bewölk- ten Tagen ein helles, freundliches Ambien- te. Das Ziel waren of- fene Räume, die fle- xibel genutzt werden können und ebenso Raum für Aktivität wie auch Rückzugs- möglichkeiten bietet.

für Aktivität wie auch Rückzugs- möglichkeiten bietet. Die automatische Steuerung der Fenster sorgt immer
für Aktivität wie auch Rückzugs- möglichkeiten bietet. Die automatische Steuerung der Fenster sorgt immer

Die automatische Steuerung der Fenster sorgt immer zuverläs- sig und komfortabel für ausreichend fri- sche Luft. Das gute Raumklima ist Familie Simonsen gleich in den ersten Tagen po- sitiv gegenüber ihrem alten Haus aufgefal- len.

Tagen po- sitiv gegenüber ihrem alten Haus aufgefal- len. Im Esszimmer mit der offenen Küche hal-

Im Esszimmer mit der offenen Küche hal- ten sich Sophie und Sverre Simonsen mit ihren beiden Kindern am meisten auf. Der großzügig dimensi- onierte Raum bietet viel Freiräume, auch zum Spielen und To- ben. Das einfallende Licht sorgt für viel Helligkeit.

To- ben. Das einfallende Licht sorgt für viel Helligkeit. Leben im Zukunftshaus Im Erdgeschoss des mit

Leben im Zukunftshaus

Im Erdgeschoss des mit insgesamt 190 Qudratmetern sehr großzügig bemesse- nen Hauses liegt der offene Koch- und Essbereich. Hier trifft sich die Familie, ist Platz zum Spielen und für gesellige Runden. Die Fassade zeigt sich nach Sü- den hin mit einer zusammenhängenden Glasfront sehr offen. Die Glasfläche ist in fünf Abschnitte unterteilt, die kleinen oben liegenden Fenster dienen der auto- matischen Lüftung. Zwei gegenüberlie- gende Fenster lassen Tageslicht von Ost und West herein. Der Luftraum öffnet das Zimmer in die Höhe, sodass man die Begrenzungen der Haushülle in diesem Raum kaum spürt. Natürlich werden im Haus der Zukunft auch nur die neuesten technischen Ge- räte eingesetzt, was im Hause Simonsen anfangs zu manch einer komischen Situ- ation geführt hat. So zum Beispiel, als am ersten Tag das Mittagessen auf den Herd- platten partout nicht warm werden wollte und Sophie Simonsen die Familie nur mit einem Ofengericht vor dem Hunger be- wahren konnte. Das ganze Geheimnis lag

vor dem Hunger be- wahren konnte. Das ganze Geheimnis lag h elle lichtdurchflutete r äume Endrem

h elle lichtdurchflutete r äume

Endrem dolorti onsequi sci- duis auguer adit, sis dolut nulputat. Ro dolor senibh ea facipsu mmodolor sim delessim niam ver si blam aliquisi euis nim nonsed modolor sum alit, vel ut lum quat lum do euisim in elit, velenit nonse- qui tatet, sed tem quate el eniat ad ea feugueros ad dolorem aliquipis ent accum venim dolut delenit irit nullut iriurem dolorem ing erciduismodo consequis nibh eros nulla feugue dolo- rem iureratio odip et, sequat et ad min henim zzrilisis dion et augait iriustisit alit

et ad min henim zzrilisis dion et augait iriustisit alit Die Fliesen im Wohn- raum finden
et ad min henim zzrilisis dion et augait iriustisit alit Die Fliesen im Wohn- raum finden

Die Fliesen im Wohn- raum finden ihr Pen- dant im Bodenbelag der Terrasse. So ver- schmelzen Innen und Außen scheinbar zu einem großen Raum.

Fotos: Velux

Anschriften Seite 118

Ökologie

Zukunftshaus

Seite 118 Ö k o l o g i e ■ Zukunftshaus Natürliches Licht, frische Luft

Natürliches Licht, frische Luft und Ausblicke för- dern das Wohlbefinden der Bewohner. Die Räume im „Home for Life” ga- rantieren dies und durch Großzügigkeit sowie eine helle Gestaltung wird die luftige Wohnatmosphäre noch unterstrichen.

in einem Induktions-Kochfeld, das von Töpfen und Pfannen einen Stahlboden verlangt. Nach genauer Durchsicht des Koch-Equipments landeten vier von fünf Töpfen als unbrauchbar wieder in den Umzugskisten. Auch die vielen Schalter für Fenster, Lam- pen, Vorhänge und Sonnenschutzvor- richtungen stellten die Familie erst einmal vor eine Herausforderung. Die Bedienung ist kinderleicht und alles klappt wie am Schnürchen, wenn man nur weiß, welcher Schalter, welche Aktion in Gang setzt.

„Das war purer Trial-and-error”, lacht Sopie über die anfänglichen Unsicherhei- ten. Schnell haben sich alle an die unge- wohnten Funktionen ihres neuen Zuhau- ses gewöhnt und bereits nach kurzer Zeit wollen die Simonsens den Komfort von automatisch lüftenden Fenster, schüt- zenden Markisen und selbsttätig verlö- schenden Lichtern nicht mehr missen. So ein futuristisches Gebäude verlangt eben auch von seinen Bewohner, die Bereit- schaft umzudenken und offen für Neues

zu sein.

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Bereit- schaft umzudenken und offen für Neues zu sein. bp Daten & Fakten ■ ENTWURF: „Home

Daten & Fakten

und offen für Neues zu sein. bp Daten & Fakten ■ ENTWURF: „Home for Life” in
und offen für Neues zu sein. bp Daten & Fakten ■ ENTWURF: „Home for Life” in

ENTWURF:

„Home for Life” in Aarhus, Dänemark Konzepthaus von Velux www.velux.de

WOHNFLÄCHE:

EG 120 m 2 , OG 70 m 2

BAUWEISE:

Leichte Holzkonstruktion, an stark beanspruchten Stellen Stahlbalken, Außenwände 395 mm Dämmung mit einem U-Wert von 0,1 W/m 2 K,

Satteldach

einem U-Wert von 0,07 W/m 2 K; Fassadenbekleidung und Dacheinde- ckung Kongebro Natur-Schiefer; Velux Dachfenster und Velfac Helo Fenster; Carport und Nebengebäude Dinesen

540 mm Dämmung mit

Holzverschalung aus Douglasie; Bodenbeläge Kongrebo Natur-Schiefer und Dinesen Bodendielen aus Douglasie, Fliesen von Fliseuniverset; Küche: Möbel von Multiform, Haushaltsgeräte von Siemens und Gaggenau, Armaturen von Damixa, Fliesen von Fliseuniverset

erd gesch O s s

erd gesch O s s

TECHNIK:

Luft-Wasser-Wärmepumpe von Sonnenkraft, Gaia Solar Solarzellen, Velux Solarpaneele, kontrollierte Wohnraum- lüftung mit Wärmerückgewinnung, mechanische Lüftung:

Nilan, natürliche Lüftung: WindowMaster

O bergesch O s s

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