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Damit ihr Hoffnung habt

(1. Petrus 1, 21)


Hoffnung ist wie ein Fahrradhelm (1. Thessalonicher 5, 8)
Heute wollen wir uns daran erinnern, dass Gott in Seiner Welt wirkt. Er steht nicht außerhalb
und sieht in kalter Gleichgültigkeit auf uns herab. Auf allen Straßen des Lebens geht Er unse­
ren Weg mit. Als immer liebender Vater wirkt Er in der Geschichte für das Heil Seiner Kinder.
Wenn unsere Kinder Fahrrad fahren lernen, lassen wir sie das nicht ohne Fahhradhelm tun.
Ansonsten fürchten wir zu Recht um ihre Sicherheit, denn der Verkehr unserer Zeit und be­
sonders auch in dieser großen Stadt Berlin ist nicht zu unterschätzen. So wie wir uns um die
Sicherheit der Kinder sorgen, möchte auch Gott uns alle auf den Straßen des Lebens nicht
ohne Helm herumlaufen lassen. Was ist das für ein Helm? Der Helm, den Gott uns geben
möchte, ist der Helm der Hoffnung auf Rettung.
Wir lesen in der Bibel, dass Gott ein Gott der Schwachen und Unterdrückten ist. Er gibt ihnen
Mut, trotzdem vorwärts zu gehen. Wenn das Licht unserer Hoffnung flackert und die Lampe
unseres Glaubens verlöschen will, gibt Gott uns neuen Mut zum Durchhalten. Er ist bei uns,
nicht nur im Licht der Erfüllung, sondern auch in der Finsternis der Verzweiflung. Wir erinnern
uns in diesem Monat an das Kriegsende vor 65 Jahren. Damals gerieten viele Soldaten in
Kriegsgefangenschaft, aus der sie, wenn überhaupt, oft erst viele Jahre später als gebroche­
ne Menschen zurückkehrten. Für viele von ihnen war das einzige, was sie während dieser
Zeit am Leben erhielt, die Hoffnung, dass jemand auf sie wartete. Die Frauen ihrerseits hatten
oft durch den Krieg ihre Männer verloren, lebten nach den Bombenangriffen zwischen den
Trümmern, die sie mühsam wieder aufbauten, litten mit ihren Kindern Hunger und mussten
ständig befürchten, von russischen Soldaten vergewaltigt zu werden. Dass sie das überleb­
ten, kann nur ihre Hoffnung auf bessere Zeiten möglich gemacht haben.
Wer war Petrus?
Der Petrusbrief im Neuen Testament ist voll fröhlicher Hoffnung, die den Adressaten eine gött­
liche und ewige Perspektive in ihrem irdischen Leben geben sollte. Diesen Christen von da­
mals stand schreckliche Verfolgung bevor, die wir hier zum Glück nicht kennen.
Petrus hieß ursprünglich Simon und war einer der Fischer, die Jesus am Anfang Seines
Dienstes zu Seinen Jüngern machte. Jesus benutzte damals das Fischerboot von Petrus um
zu predigen und ließ Petrus nach einem erfolglosen Fischzug noch einmal auf’s Wasser fah­
ren, wo er, obwohl es mitten am Tag war, viele Fische fing. Jesus sagte daraufhin, er wolle
ihn zu einem Menschenfischer machen.
Später hatte Simon eine Offenbarung und sagte, dass Jesus der Messias ist. Jesus antworte­
te, dass er ab sofort Petrus („Fels“) heißen solle, denn auf dem Fundament dieser Erkenntnis
wollte Jesus Seine Kirche bauen.
Als Jesus gefangen genommen wurde, eiferte Petrus erst für Ihn. Kurz danach leugnete er,
Jesus zu kennen, weil er Angst hatte. Jesus hatte das vorausgesagt und hinterher tat es Pe­
trus sehr leid. Als Jesus auferstand, war Petrus einer der ersten, die zum offenen Grab gin­
gen. Jesus zeigte sich den Jüngern noch öfter, bevor Er zum Himmel fuhr, und ermutigte auch
Petrus. Er beauftragte ihn, er solle als Hirte auf die Gemeinde aufpassen.
An Pfingsten hielt Petrus, entflammt vom Heiligen Geist, seine erste Predigt. 3000 Menschen
glaubten daraufhin, dass Jesus der Retter der Menschen ist.
Der Plan hinter dem Wunder
Aus Gnade hatte Gott beim Turmbau zu Babel auf übernatürliche Weise die Kommunikation
der Menschen unterbrochen. So bewahrte Er sie davor, sich durch ihre Rebellion und ihren
Stolz zu zerstören. An Pfingsten versammelte derselbe Gott, der die Menschen damals zer­
streut hatte, viele Menschen, um sie durch die Ausgießung des Geistes und den Glauben an
Christus wieder miteinander zu vereinen. Nicht nur Petrus Predigt, sondern auch die Verkün­
digung Jesu in vielen Sprachen durch die Jünger machten diese interkulturelle Verständigung
und Vereinigung möglich (Apostelgeschichte 2, 11). Wissenschaftler und die Bibel stimmen
darin überein, dass die Menschheit gemeinsame Vorfahren hat. Die Bibel geht in diesem
Punkt noch weiter und sagt, dass wir alle seit dem Sündenfall unseres Vorfahren Adams Sün­
der vor Gott waren. Dann kommt sie zu ihrer Hauptbotschaft: Jeder Mensch braucht die Er­
kenntnis Gottes und die Rettung in Jesus Christus (Römer 3, 22- 24). Diese Gerechtigkeit von
Gott erlangen wir durch den Glauben.
Lass nicht zu, dass deine Fehler zerstören, was Gott Gutes mit dir vorhat!
Petrus schämte sich, als Jesus ihn ansah und er bemerkte, dass genau das eingetreten war,
was Jesus vorausgeagt hatte, nämlich dass er Ihn, obwohl er Jesus so sehr liebte, dreimal
verleugnen würde. In dieser Situation hätte Petrus auch davon laufen können so wie Judas Is­
chariot weglief vor Gott. Aber Petrus überwand seine Scham und betete um Vergebung. So
konnte er ein Werkzeug Gottes werden und das Evangelium verbreiten.
In unserem Alltag zu Hause, im Beruf, in der Gemeinde läuft auch nicht immer alles glatt. Wir
streiten uns, mißverstehen uns und manchmal verletzen wir einander. Aber das alles soll uns
nicht abhalten, Gott zu suchen, der uns Hoffnung, Vergebung und Frieden mit Ihm und mitein­
ander geben möchte.
In den Augenblicken, in denen alles hoffnungslos erscheint, weiß der Mensch, dass er ohne
Hoffnung nicht leben kann. Wenn wir verzweifelt sind, schreien wir nach dem Brot der Hoff­
nung. Wir müssen manchmal Enttäuschungen hinnehmen, aber wir dürfen niemals die Hoff­
nung aufgeben. Der christliche Glaube ist die Grundlage unserer Hoffnung (Epheser 2, 12). Er
gibt uns Kraft zu tragen, was wir nicht ändern können und Enttäuschungen und Sorgen gelas­
sen auf uns zu nehmen, ohne die Hoffnung zu verlieren. Mit unserem Glauben öffnen wir uns
für Gott, so dass Er Einfluss in unserem Leben haben kann. Im 1. Thessalonicher 1, 3
schreibt der Apostel Paulus an die Gemeinde: „Vor unserem Gott und Vater erinnern wir uns
stets voll Dank daran, was als Frucht eurer Gemeinschaft mit Jesus Christus, unserem Herrn,
bei euch herangereift ist: Wie bewährt euer Glaube ist und wie aufopfernd eure Liebe und wie
unerschütterlich eure Hoffnung.“
Wenn unsere Hoffnung schwindet, verlässt uns der Mut und Zweifel versuchen von uns Besitz
zu ergreifen. Vielleicht geschah das gerade in Thessalonici. Eine wichtige Frage, die sowohl
im Petrusbrief als auch im Brief an die Thessalonicher auftaucht, ist, was in der Endzeit ge­
schehen wird und wie wir als Christen leben sollen, während wir auf das Wiederkommen Jesu
warten. Auch hier werden die Gläubigen ermutigt, Gott mit ihrem Leben zu dienen und an der
Hoffnung festzuhalten. Heute sind 2000 Jahre vergangen und noch immer warten wir darauf,
dass Jesus wieder kommt. Bedeutet das, dass unsere Hoffnung schwindet? Haben sich Zwei­
fel eingeschlichen, die uns in Frage stellen lassen, ob Gott Sein Wort hält? Ist dein Leben
geistlich dürr geworden und du lässt dich gehen, weil du denkst, es ist nicht wichtig, wie du
lebst? Gott sagt uns heute, dass wir nicht müde werden sollen, im Bau Seines Reiches mitzu­
arbeiten, Ihm treu zu sein und Hoffnung zu üben. Er wird unsere Hingabe belohnen. Er fordert
uns auf, so zu leben, dass andere sehen können, dass Er uns Grund gibt zu hoffen. Möge un­
ser Gott der Hoffnung, der die Quelle unseres Lebens ist, uns zunehmende Gnade schenken
für unser Miteinander, damit wir Seinem Namen Ehre machen! Amen.

Mit Segenswünschen von Peter Arthur aus Ghana/ Westafrika,


Pastor der interkulturellen Gemeinde Akebulan- Globale Mission e.V.
anlässlich des Ökumenischen Pfingstgottesdienstes
in Berlin- Borsigwalde 2010

Quelle: Martin Luther King „Ausgewählte Kostbarkeiten“ (Reihe); zusammengestellt von Gottfried
Berron; SKV-Edition Lahr (Schwarzwald) 1992