Moviemento & City-Kino

September 2015
Nr. 320 – Programmzeitung für Moviemento & City-Kino
www.moviemento.at

45 YEARS
EIN FILM VON ANDREW

HAIGH

Vorspann
Inhalt

Neue Filme im September
45 Years..................................................... 3
Chucks...................................................... 6
Cure – Das Leben einer ANderen....... 8.
Den Menschen so fern......................... 6
Der Schatten der Frauen.................. 11
Der Sommer mit Mama.......................... 7
Der Tote am Teich................................... 3
Die Yes Men –
jetzt wird's persönlich...................... 8
Dior und Ich............................................ 11
Everest..................................................... 11
Frank......................................................... 7
French Woman...................................... 10
Ich und Kaminski................................... 11
Jack............................................................ 7
Königin der Wüste................................. 5
Landraub................................................ 10
Life.............................................................. 3
Sommer in Wien..................................... 10
Wie die Anderen...................................... 9

Thema des Monats...................................... 4
Südwind......................................................12
AK-Kultur....................................................13
Babykino.....................................................13

Preise:
Programmheft-Jahresabo: EUR 19,–
Kinometerbank: 10 Karten +
Programmheftabo: EUR 70,–
MovieMember: 1 Jahr ermäßigter Eintritt +
Abo: EUR 30,–,
Einzelexemplar-Programmzeitung: EUR 1,50
Bankverbindung: Hypobank, Linz Landstraße,
IBAN: AT955400000000761858 / BIC: OBLAAT2L
lautend auf »Moviemento Programmkino gemeinnützige GmbH«
Satz- und Druckfehler vorbehalten.
Hinweis für Kinometerbank Käufer_innen
Per Überweisung bezahlte Kinometerbanken und
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Kino-Kassa auf und können dort gegen Vorlage der
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ca. 17.00 und 21.00 Uhr abgeholt werden. Aus organisatorischen Gründen ist die Abholung im City-Kino
nicht möglich.
Wegen immer häufiger aufretender Zustellprobleme unserer Programmzeitung durch die Post
möchten wir uns entschuldigen. Diese liegen nicht
in unserem Bereich. Gegebenenfalls bekommen
Sie das Programm gerne an der Kassa.

Impressum
Medieninhaber: Verein zur Förderung kommunikativer
Kinokultur, OK Platz 1, 4020 Linz, Tel: 0732/784090.
Obmann: Wilhelm Schwind. DVR: 0562831/180189.
F. d. I. v.: Wolfgang Steininger.
Gestaltung Heft 320: Stefanie Pachlatko, Stefan Messner.
Mitarbeit: Rüdiger Ratzenböck.
Druck: Haider Schönau, Niederndorf 32, 4274 Schönau, Tel: 07261/7232. Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem Papier. Mit der Unterstützung von BMUKK,
LAND OÖ, STADT LINZ und zahlreichen Mitgliedern,
Förder_innen.
Offenlegung gem. Mediengesetz § 25(2): Verein zur
Förderung kommunikativer Kinokultur, Unternehmensgegenstand: Präsentation von Filmkunst.
§ 25(4): Vermittlung von Informationen über Film,
Kino-Kultur und Zeitkultur.

2

Das Wetter der letzten Wochen. Zunächst wurde es von den meisten gefeiert, danach von
vielen inbrünstig verflucht und letztlich von allen resignierend ertragen. Für den Small Talk
zwischendurch – mit Nachbarn beispielsweise – wurde es gerne verwendet. Und auch hier, in
diesem Vorwort, wird es des Öfteren erwähnt. Das Wetter spielt im Kinojahr eine bedeutende
Rolle: Nach dem sommerlichen Warm Up kommt es jetzt so richtig in Schwung.
45 YEARS ist ein kluges Drama um die langjährige und stabile Ehe von Kate und Goeff, die
durch eine unerwartete Nachricht plötzlich mit Erinnerungen und verpassten Chancen konfrontiert sind.
Im ORF-Landkrimi Der Tote Am Teich von Nikolaus Leytner, ermittelt Maria Hofstätter als
Linzer Kripo-Kommissarin im winterlichen Mühlviertel. Unterstützung bekommt sie dabei von
Josef Hader, dieses Mal in der Rolle des Ex-Polizisten Sepp Ahorner.
In Der Sommer mit Mamã erzählt Regisseurin Anna Muylaert subtil und dabei sehr amüsant vom gesellschaftlichen Wandel, den Brasilien seit gut einem Jahrzehnt erlebt.
Das packende Drama DEN MENSCHEN SO FERN, um einen Lehrer, der einen zum Tode Verurteilten zur Polizeistation begleiten soll, wurde vergangenes Jahr bei den Internationalen
Filmfestspielen in Venedig ausgezeichnet.
Elisabeth Scharang zeigt mit JACK das rasante und eindringliche Psychogramm eines Häfenpoeten und Serienmörders namens Jack Unterweger. Die Premiere findet am Mittwoch, 9.
September, 20.00, im Moviemento statt.
Am Freitag, 25. September, präsentiert das Regieteam von CHUCKS seine Verfilmung des
Erfolgsromans von Cornelia Travnicek rund um die Liebesgeschichte zwischen der Schulabbrecherin Mae und dem unheilbar kranken Paul (Moviemento, 20.00 Uhr).
Der Regisseur Anton Corbijn interessiert sich in LIFE für James Dean. Im Vordergrund steht
dabei weniger das Leben des Idols einer ganzen Generation. Vielmehr konzentriert sich das
Drama auf die Entstehung des Mythos und den Anteil, den die Bilder des »Life«-Fotografen
Dennis Stock an der Ikonisierung hatten.
Unser frisch renovierter Kinosaal City 1 wird zum Schauplatz einer erneuten Saison »KLASSIK
IM KINO«. Am 22. September geht es los mit der Live-Übertragung des Balletts ROMEO UND
JULIA aus dem Royal Opera House in London (20.15 Uhr).
Cineastische Glanzstunden wünscht Ihnen das gesamte Team!

FilmBrunch

Sonntags im Moviemento & Gelben Krokodil

So 20. September
11.15 Der Tote am Teich
11.15 Landraub
11.30 Der Chor – Stimmen des Herzens
13.00 Everest
13.15 Jack
13.30 Der Sommer mit Mamã

So 27. September
11.15 Der tote am teich
11.15 Ich und Kaminski
11.30 45 Years
13.00 Everest
13.15 Life
13.30 Alexis Sorbas

45 years

45 Years
GB 2015, 95 min, Englisch OmU,
R/B: Andrew Haigh, K: Lol Crawley,
S: Jonathan Alberts,
D: Charlotte Rampling, Tom Courtenay,
Dolly Wells, Geraldine James, David Sibley,
Sam Alexander
Berlin 2015: Silberner Bär, beste
Darstellerin – Charlotte Rampling & bester
Darsteller – Tom Courtenay
Ab Freitag, 18. September
Kluges Drama um ein Paar, das kurz vor
seinem 45. Hochzeitstag steht und mit Erinnerungen und verpassten Chancen konfrontiert wird.
Kate und Geoff Mercer sind seit 45 Jahren
glücklich verheiratet, kinderlos, fest verankert in der ländlichen Gegend von Norfolk.
Sie stecken mitten in den turbulenten Vorbereitungen zur Feier ihres 45. Hochzeitstages, als ein Brief aus der Schweiz eintrifft.
Man hat die Leiche von Geoffs Jugendliebe
Katya in den Alpen entdeckt, 50 Jahre nach
ihrem Unfalltod, im Gletschereis konserviert. Mit einiger Sorge bemerkt Kate, dass
die Nachricht Geoff mehr beschäftigt, als er
eingestehen mag. Fast ohne es zu merken,
geraten sie in einen Sog von Erinnerungen,
von nicht gestellten Fragen und nie gegebenen Antworten. In das sichere Gefühl der so
lange gemeinsam gelebten Liebe nistet sich
der Zweifel ein. Die Auswahl der Songs, die
Häppchen, die Tischordnung – inmitten der
vielen kleinen Entscheidungen, die für die
Feier des Hochzeitstags zu treffen sind, wird
Kate und Geoff bewusst, dass sie unversehens vor einer großen Entscheidung angelangt sind. Wie vor 45 Jahren.
Erzählte Andrew Haigh in seinem weltweit
preisgekrönten Spielfilm WEEKEND von
einer gerade begonnenen, ungewissen
Beziehung, geht es in 45 YEARS um eine
langjährige, stabile Ehe. Dennoch sind sich
die Themen der beiden Filme erstaunlich
ähnlich. Wie schafft man Vertrauen, wie
drückt sich Liebe aus? Wie nahe können
und wie nahe dürfen wir einander kommen? Mitfühlend, genau beobachtet und
mit subtilem Humor beschäftigt sich 45
YEARS mit einer Lebensphase, die im Kino
selten Thema ist. Die Protagonisten sind
Menschen, die im fortgeschrittenen Alter
noch im Leben stehen, die nicht gefeit sind
gegen widersprüchliche Gefühle – wie das
der retrospektiven Eifersucht. Der einfühlsamen, vielschichtigen Narration entspricht

Der tote am teich

die filmische Gestaltung. In sorgfältig komponierten, langen Einstellungen, mit subtilen Schärfeverlagerungen und Kamerabewegungen (Kamera: Lol Crawley) wird
die Nähe zwischen Kate und Geoff ebenso
spürbar wie ihre langsame Entfremdung.
Die Farben sind geprägt vom Licht der weiten, flachen Landschaften Norfolks, die in
ruhigen, wunderschönen Einstellungen eine
ganz eigene Rolle im Film haben.

Der Tote am Teich
AT 2015, 90 min, OdF,
R: Nikolaus Leytner, B: Susanne Freund,
K: Hermann Dunzendorfer,
S: Karin Hartusch,
D: Josef Hader, Maria Hofstätter,
Miriam Fussenegger, Erni Mangold,
Karola Niederhuber, Martina Spitzer

Ab Montag, 31. August
Der pensionierte Polizist Sepp Ahorner
entdeckt bei seinem morgendlichen Spaziergang eine Leiche. Da den angereisten Kommissarinnen der Kripo Linz von
den Dorfbewohnern nur Ablehnung und
Schweigen entgegenschlagen, sieht sich
Sepp gezwungen, trotz Ruhestand auf eigene Faust zu ermitteln.
Böhmerwald, Oberösterreich. Ein verschneites Dorf. Der pensionierte Polizist
Sepp Ahorner entdeckt bei seinem morgendlichen Spaziergang eine Leiche auf
dem zugefrorenen Dorfteich. Der Tote wird
als Jakob Prantner identifiziert, ein leitender Angestellter aus Linz, der bei Sepps
Cousine Geli Pfoser am Pfoserhof geurlaubt
hat. Eine alte Bekannte von Sepp, die herbe Kommissarin Grete Öller von der Kripo
Linz, und ihre junge, ehrgeizige Kollegin Lisa
Nemeth übernehmen den Fall. Dank einem
Hinweis von Sepp fällt der Verdacht rasch
auf Herbert Mayer. Herbert, der ebenfalls
in Gelis Pension Urlaub macht, hat seine Frau Miriam am Vorabend des Mordes
mit Prantner im Kuhstall erwischt. Als sich
aber herausstellt, dass das Opfer nicht nur
erschlagen, sondern auch vergiftet wurde
und den beiden Kommissarinnen von den
Dorfbewohnern nur Ablehnung und Schweigen entgegenschlagen, sieht sich Sepp gezwungen, trotz Ruhestand auf eigene Faust
und gegen sein eigenes Umfeld zu ermitteln. Zu Lisas Empörung lässt Grete den

Life

pensionierten Polizisten gewähren, obwohl
der Eisstock, mit dem Prantner erschlagen
wurde, Sepps verstorbenem Onkel Rupert
Pfoser gehört hat und auch andere Hinweise Sepp nicht ganz unverdächtig erscheinen
lassen. Je mehr von der Wahrheit ans Licht
kommt, umso stärker entwickelt Grete ihre
eigene Vorstellung von Recht und Gesetz.
Sepp hingegen übersieht lange, dass er mit
seinen Ermittlungen seine ganze Verwandtschaft ins Unglück stürzt.

Life
CA/DE/AU 2015, 111 min, Englisch OmU,
R: Anton Corbijn, B: Luke Davies,
K: Charlotte Bruus Christensen,
S: Nick Fenton, D: Dane DeHaan, Robert
Pattinson, Joel Edgerton, Ben Kingsley,
Kelly McCreary, Kristen Hager

Ab Freitag, 25. September
Drama über Schauspielstar James Dean
und den ihn für das Magazin »Life« porträtierenden Fotografen Dennis Stock.
Los Angeles, 1955. Der 26-jährige Fotograf
Dennis Stock müht sich, frisch getrennt von
seiner Frau und seinem kleinen Sohn, durch
eine der typischen Partys der Filmstadt. Mit
seinen glamourösen Bildern »made in Hollywood« ist er ebenso wenig zufrieden wie
mit seinem Leben. An diesem Abend begegnet Stock dem jungen James Dean und ist
auf Anhieb von ihm fasziniert. Dean erlebt
gerade seinen Durchbruch in Hollywood,
eckt jedoch mit seiner rebellischen und
eigenen Art überall an. Während er in der
Beziehung mit seiner Verlobten – Schauspielerin Pier Angeli – glücklich ist, kommt
er mit seinem wachsenden Ruhm und der
Filmbranche nicht wirklich zurecht – und
vermisst zunehmend seine Heimat Indiana und seine Familie. Stock sieht in dem
kommenden, auffällig unkonventionellen
Star James Dean seine Chance auf eine
anerkannte Karriere als Fotograf. Es sind
zwei Außenseiter, die sich vorsichtig aufeinander zubewegen und sich schließlich auf
eine gemeinsame Fotoreise begeben: im
Auftrag des LIFE Magazins, quer durch die
USA nach Indiana. Sie sind zu verschieden,
um wirklich Freunde zu werden, und doch
scheint gerade diese Spannung notwendig,
um jene herausragenden, weltberühmten
Bilder entstehen zu lassen, die über einen
3

Thema des Monats

Ein seltsames Paar
von Peter Willnauer

Der eine wollte den anderen umbringen, der
andere brachte Dreharbeiten durch seine
Wutausbrüche und Exzesse an den Rand
des Abbruchs, und beide liebten und lebten
das Extreme bis in die Nähe wahnsinnsähnlicher Zustände. Dem einen sagt man nach,
dass er buchstäblich über Leichen ging, der
andere schoss in der Nacht auf kartenspielende Indios, weil sie ihn im Schlaf störten.
Und doch konnten sie nicht voneinander
lassen und drehten fünf Filme miteinander:

»Meine Filme,
das bin ich.«
Werner Herzog
Werner Herzog & Klaus Kinski
Biografisches:
Werner Herzog, mit Rainer Werner Fassbinder, Wim Wenders und Volker Schlöndorff wohl der bedeutendste Regisseur
des »Neuen Deutschen Films«, wurde am
5. September 1942 in München geboren.
In ländlicher Abgeschiedenheit aufgewachsen, kam er als Autodidakt zum Film, dem
er sogleich mit Haut und Haar verfiel. 1963
gründete er eine eigene Filmproduktionsfirma. Seither hat er über vierzig Dokumentarund Spielfilme geschrieben, inszeniert und
produziert. Im Mittelpunkt der Filme stehen
zumeist soziale Außenseiter, für die Herzog offensichtlich Sympathien hegt. Große
Aufmerksamkeit erregte er mit fünf Filmen,
in denen Klaus Kinski als Hauptdarsteller
mitwirkte. Seine ungewöhnliche Beziehung
zum Exzentriker Kinski rekapitulierte Herzog 1999 in seinem Dokumentarfilm Mein
liebster Feind.

»Alle sind verrückt,
der einzige Normale
bin ich.«
Klaus Kinski
Klaus Kinski wurde 1926 in der Nähe von
Danzig geboren. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann Kinskis Karriere am Theater
(z.B. als »Hamlet« im Burgtheater). Bereits
hier erwarb er sich einen Ruf als zwar brillanter, aber widerspenstiger Schauspieler.
Seit 1948 trat Kinski in zahlreichen Filmproduktionen auf und mimte dort zumeist
in der Rolle des Bösewichts exzentrische
4

Charaktere. Erst seine Zusammenarbeit mit
Werner Herzog verhalf Kinski zum Durchbruch im ernsten Fach und festigte seinen
Ruf als Enfant terrible des internationalen
Films. Seine mitreißenden und überzeugenden Darstellungen unzähmbarer, bösartiger
und besessener Charaktere verdanken sich
einem gleichermaßen manisch-extrovertierten wie perfektionistischen Rollenverständnis. Kinski starb am 23. November
1991 in der Nähe von San Francisco.
Ein umfassendes Angebot zum
Thema in unserer Mediathek:
Lebenszeichen (1967) / Stroszek
(1976) / Woyzeck (1979) / Cobra Verde
(1987) / Mein liebster Feind (1999) /
Invincible – Unbesiegbar (2001) / Rad
der Zeit (2003) / Bad Lieutenant– Cop
ohne Gewissen (2009) / Die Höhle der
vergessenen Träume (2010) u.a.
Da der Filmverleih »Europes Finest« aufgrund fehlender Fördermittel geschlossen
wird, ist es uns leider nicht mehr möglich folgende Filme in Kinovorstellungen zu zeigen:

eigene Faust macht sich der abenteuerliche
Haufen auf die Suche nach dem Goldland.
Eigentlicher Führer und treibende Kraft
bleibt Aguirre, der vom Wunschtraum besessen ist, ein großer Entdecker zu werden
und Ruhm, Macht und Reichtum zu ernten. Auf einem großen Floß treiben sie den
Strom hinunter. Die Lebensmittel gehen zu
Ende, indianische Giftpfeile dezimieren den
Trupp. Erschöpfung macht sich breit, Visionen und Fieber sind die Folge: Ein Segelboot
hängt im Baum, plötzlich ist das Floß voller
Totenkopfäffchen, denen der überlebende
Aguirre seine Utopien predigt. Halluzination
und Wirklichkeit schieben sich ineinander…
Sieben Jahre später kehrten Herzog und
Kinski noch einmal in den AmazonasDschungel zurück, um die Geschichte eines
Besessenen zu erzählen. Was die beiden
Filme verbindet, ist eine gewaltige Flut von
wunderschönen, suggestiven Bildern, die
den Betrachter in diese fremde, geheimnisvolle Welt hineinziehen und nicht mehr
loslassen.

Fitzcarraldo
Aguirre,
der Zorn Gottes
BRD/MX/PE 1972, 93 min, OdF,
R/B: Werner Herzog, K: Thomas Mauch,
S: Beate Mainka-Jellinghaus,
D: Klaus Kinski, Alejandro Repulles,
Cecilia Rivera, Helena Rojo, Ruy Guerra,
Edward Roland
Deutscher Filmpreis 1973: Filmband in
Gold für Kamera – Thomas Mauch
Im Verleih der Mediathek
Peru, 1590/1591: Erzählt wird die Suche
einer Gruppe spanischer Conquistadores
nach dem sagenhaften Goldland El Dorado.
Der Trupp wird von Pizarros Anden-Heer
zur Erkundung und Nahrungssuche losgeschickt. Statt nach langer, strapaziöser
und verlustreicher Floßfahrt die Amazonas-Quellflüsse hinunter zum Haupttrupp
zurückzukehren, erzwingt der Unterführer
Lope de Aguirre die Rebellion. Der Pizarrotreue Edelmann Ursua wird niedergemacht.
Kraft eigener Erklärung stürzt Aguirre den
spanischen König und lässt den ebenso
korpulenten wie beschränkten Guzman
zum »Kaiser von Eldorado« ernennen. Auf

BRD 1981, 158 min, OdF,
R/B: Werner Herzog, K: Thomas Mauch,
S: Beate Mainka-Jellinghaus,
D: Klaus Kinski,Claudia Cardinale,
José Lewgoy, Paul Hittscher, Huerequeque
Enrique Bohorquez, Peter Berling
Cannes 1982:
Beste Regie – Werner Herzog

Im Verleih der Mediathek
Fitzcarraldo ist ein mehrfach gescheiterter
Phantast und ein fanatischer Opernliebhaber, der sich in den Kopf gesetzt hat, in
einer kleinen, heruntergekommenen Stadt
ein prächtiges Opernhaus zu errichten, und
bei der Eröffnung soll Enrico Caruso singen.
Um diesen Traum zu verwirklichen, braucht
er viel Geld. Er bekommt es von seiner Geliebten Molly, die ein Bordell betreibt. F. hat
nun eine völlig verrückte Idee: Um Stromschnellen zu umfahren, möchte er mit dem
Schiff den Parallelfluss hinauffahren und es
an einer Stelle, wo sich beide Flüsse fast berühren, über einen Hügel ziehen lassen, um
seinem erworbenen, aber unzugänglichen
Kautschukgebiet näher zu kommen. Davon
erhofft er sich unermesslichen Reichtum.
Die Fahrt ist von Anfang an ein Desaster. Die

Mannschaft verlässt das Schiff aus Furcht
vor den Indios, die im Dschungel mit ihren
Giftpfeilen lauern. Fitzcarraldo gelingt es
aber, die Indios zu befrieden – er spielt ihnen seine Caruso-Platten vor! Sie helfen
ihm dann auch das Schiff über den Berg
zu ziehen. Aber in der Nacht, nachdem das
Abenteuer gelungen ist, durchschneiden sie
aus Furcht vor Dämonen die Haltetaue, und
das Schiff treibt auf die Stromschnellen zu.
Fitzcarraldo überlebt und engagiert mit seinem letzten Geld eine Musiktruppe, die auf
dem Schiff eine Oper aufführt. Er hat doch
noch triumphiert!

Nosferatu –
Phantom der Nacht
BRD/FR 1979, 107 min,OdF,
R/B: Werner Herzog,
nach der Buchvorlage von Bram Stoker,
K: Jörg Schmidt-Reitwein,
S: Beate Mainka-Jellinghaus,
D: Klaus Kinski, Isabelle Adjani,
Bruno Ganz, Jacques Dufilho,
Roland Topor, Walter Ladengast
Deutscher Filmpreis 1979:
Filmband in Gold für darstellerische
Leistungen – Klaus Kinski
Berlin 1979:
Silberner Bär – Beste Ausstattung
Im Verleih der Mediathek
So wie viele Regisseure seiner Generation
verehrte auch Werner Herzog die Meister
der Stummfilmzeit. Einer von ihnen, F.W.

MURNAU, drehte 1922 NOSFERATU, PHANTOM DES GRAUENS und gilt als einer der
»Erfinder« des Horrorfilms. Es ist die altbekannte Dracula-Geschichte: Ein junger
Mann wird nach Transsylvanien geschickt,
um mit dem Grafen Dracula über den Kauf
eines Hauses in der kleinen Stadt Wismar zu
verhandeln… und schon nehmen die vampiristischen Dinge ihren Lauf…
Am Ende reist Nosferatu mit dem Schiff, auf
dem sich hunderte Ratten herumtreiben,
nach Wismar: Eine furchtbare Epidemie
bricht aus, die nur beendet werden kann,
weil sich eine junge Frau, um die Stadt zu
retten dem Grafen hingibt. Durch das intensive und sensible Spiel von Klaus Kinski wird
nicht nur die Grausamkeit Nosferatus sichtbar, sondern auch seine Einsamkeit, Traurigkeit und Melancholie und dieses zeichnet
Herzogs Film vor anderen aus. Und wieder
betören die Bilder, die sich diesmal an der
europäischen Kunstgeschichte orientieren.
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Königin der Wüste
Queen of the Desert
US/MA 2015, 128 min, Englisch OmU,
R/B: Werner Herzog, K: Peter Zeitlinger,
S: Joe Bini, D: Nicole Kidman,
James Franco, Robert Pattinson,
Damian Lewis, Jenny Agutter, Holly Earl
Ab Freitag, 11. September
Abenteuerdrama um Gertrude Bell, die als
»weiblicher Lawrence von Arabien« in die
Geschichte einging.

Gertrude Bell ist ihrer Zeit weit voraus.
Während die Mehrheit der Frauen zu Beginn des 20. Jahrhunderts ihr Leben noch
ausschließlich der Familie widmet, zieht
es die gebildete Engländerin im Anschluss
an ihr Oxfordstudium nach Teheran. Ursprünglich als kurzes Abenteuer geplant,
wird Reisen schon bald zu Gertrude Bells
Passion. Überwältigt von der Natur und der
Kultur des Nahen Ostens, beschließt sie, ihr
Leben dem Land und seinen Menschen zu
widmen. Sie macht sich als Schriftstellerin,
Archäologin und Forscherin einen Namen,
um letztendlich als politische Beraterin und
Diplomatin des britischen Königreichs zu
einer der mächtigsten Frauen ihrer Zeit zu
werden. Was Gertrude in ihrer Karriere zugutekommt, erweist sich jedoch als umso
schwieriger für das private Glück. In England
nie verheiratet, verliebt sie sich während ihrer Reisen in den spielsüchtigen Diplomaten
Henry Cadogan. Sein tragischer Tod und
der Verlust seiner Liebe hinterlassen für
immer tiefe Spuren, die auch die spätere
Beziehung zum verheirateten Charles Doughty-Wylie beeinflussen. Getrieben von der
Fremde und der Einsamkeit, kämpft Gertrude Bell unermüdlich für ihre Überzeugungen und die Menschen des Nahen Ostens…
Mit spektakulären Landschaftsaufnahmen,
einem bildmalerischen Soundtrack und seinem ganz ureigenen Rhythmus für Drama
und Gefühl erzählt Regie-Legende Werner
Herzog die faszinierende Lebensgeschichte
der Frau, die als »weiblicher Lawrence von
Arabien« Historie schrieb. Stark und sensibel zugleich verkörpert Leinwand-Ikone
Nicole Kidman die einzigartige Gertrude
Bell. An ihrer Seite brillieren James Franco,
Robert Pattinson sowie Damian Lewis.

5

Den Menschen so fern

geradezu ikonografischen Status verfügen
und bis heute berühren.

Dane DeHaan ist ein magnetisierender
James Dean in Anton Corbijns eleganter
Studie der komplexen Verbindung zwischen
Star und Fotonarr […] LIFE zeigt die wichtigsten Widersprüche in Deans Starpersönlichkeit auf. – Variety
Das visuelle Vergnügen sowie die beiden
leinwandpräsenten Akteure machen das
Biopic trotz inhaltlicher Macken zur sehenswerten Unterhaltung der kurzweiligen Art
[…] Außerdem befindet sich Robert Pattinson auf dem weiteren Weg ins Arthaus-Kino.
– programmkino.de
Filmografie // Anton Corbijn
2007 CONTROL
2010 THE AMERICAN
2014 A MOST WANTED MAN
2015 LIFE

Den Menschen
so fern
Loin des hommes
FR 2014, 102 min, Französisch OmU,
R: David Oelhoffen,
B: David Oelhoffen, Antoine Lacomblez,
K: Guillaume Deffontaines,
S: Juliette Welfling, D: Viggo Mortensen,
Reda Kateb, Djemel Barek, Vincent Martin,
Nicolas Giraud, Jean-Jérôme Esposito
Venedig 2014: Arca Cinema Giovanni
Ab Freitag, 11. September
In beeindruckender, karger Landschaft
des Atlasgebirges angesiedeltes Drama,
das existenzialistisch und politisch ist.
1954: Weitab vom politischen Geschehen
unterrichtet ein »pied-noir«, ein Algerienfranzose, im Atlasgebirge algerische Kinder,
bis eines Tages ein französischer Soldat ihn
auffordert, einen des Mordes angeklagten
arabischen Bauern zur Polizeistation in die
nächste Stadt zu bringen. Auf der beschwerlichen und gefährlichen Reise durch Berge
und Wüste nähern sich die beiden Männer
an, der Lehrer muss sich entscheiden, auf
welcher Seite er für welche Freiheit kämpfen
will. Nach einer Kurzgeschichte von Albert
Camus gelingt David Oelhoffen mit seiner
zweiten Regiearbeit ein sehr eindringliches
6

Chucks

Drama, das in der Machart an einen klassischen Western erinnert. Es stimmt einfach
alles, die Kamera und ihre Bilder einer kargen
Landschaft, der präsente, aber nie aufdringliche Soundtrack von Nick Cave und Warren
Ellis und zwei phänomenale Hauptdarsteller,
der immer wieder wandlungsfähige Viggo
Mortensen und Reda Kateb, französischer
Schauspieler mit algerischen Wurzeln.
REGIESTATEMENT
Schon als ich die Kurzgeschichte »Der
Gast« von Camus zum ersten Mal las, stellte
ich mir einen Western vor. Einen unkonventionellen Western, der auf der europäischen
Geschichte basiert und im nordafrikanischen Gebirge spielt, aber ein Western. Dem
Genre gemäß gibt es Kolonialherren und
Kolonialisierte, ein Gefangener muss begleitet werden, es entwickelt sich eine Gewaltspirale. Die Kollision zweier Gesetzgebungen
ist das Herz der Geschichte und der Beziehung der Protagonisten. Wir werden Zeuge,
wie zwei Kulturen und Moralvorstellungen
durch die Geschichte zur Koexistenz gezwungen werden. Ich habe davon geträumt,
dass Viggo Mortensen dabei ist, durch seine
Einzigartigkeit ist er perfekt für die Rolle des
Daru. Reda Kateb ist sein idealer Widerpart.
Die Wüstenlandschaft übernimmt die Rolle
eines weiteren Protagonisten. Das nordafrikanische Licht war ein schöner, aber unvorhergesehener Begleiter.

Chucks
AT 2015, 93 min, OdF,
R/B: Sabine Hiebler, Gerhard Ertl,
nach der Buchvorlage von
Cornelia Travnicek,
K: Wolfgang Thaler,
S: Roland Stöttinger,
D: Anna Posch, Markus Subramaniam,
Thomas Schubert, Stefanie Reinsperger,
Susi Stach, Lola Khittl

Premiere: Freitag, 25. September,
20.00, Moviemento – in Anwesenheit
von Sabine Hiebler & Gerhard Ertl
Diese Verfilmung des Erfolgsromans von
Cornelia Travnicek erzählt die Liebesgeschichte zwischen der Schulabbrecherin
Mae und dem unheilbar kranken Paul.
Lebe. Liebe. Tanze. Jetzt! Mae zieht als Punk
in den Converse-Schuhen ihres verstor-

45 years

benen Bruders durch die Straßen Wiens.
Sie lebt von Dosenbier, besprayt Wände,
versucht sich bei Poetry Slams. Ein bürgerliches Leben interessiert sie nicht, sie
sucht Grenzerfahrungen. Als sie im AidsHilfe-Haus eine Strafe abarbeiten muss,
lernt sie Paul kennen und verliebt sich in ihn.
CHUCKS, der neue Film von Sabine Hiebler
und Gerhard Ertl (ANFANG 80), erzählt eine
federleichte Geschichte vom Aufwachsen
zwischen Liebe und Tod, voll Humor, mal
aufwieglerisch laut, dann wieder überaus
zärtlich – ganz im Sinne seiner literarischen
Vorlage, des Erfolgsromans von Cornelia
Travnicek.
REGIESTATEMENT
Als wir CHUCKS von Cornelia Travnicek zum
ersten Mal gelesen haben, war es für uns
erstaunlich, wie viele Parallelen dieser Roman zu unserem Film Anfang 80 aufweist.
Auch in CHUCKS geht es um Liebe und Tod
– eine Themenkombination, zu der wir einfach nicht nein sagen können – und um die
damit verbundenen, überwältigenden Gefühle. Beides sind Liebesdramen, in denen
die Figuren an ihren Aufgaben wachsen: Die
Protagonistin eckt mit Konventionsbruch
an der Gesellschaft und an Institutionen an,
um »ihren« Weg zu gehen. Beide Filme sind
Liebesgeschichten an den Rändern des Erwachsenenlebens, nur dass CHUCKS am
entgegengesetzten Ende der Altersskala
angesiedelt ist. Es hat uns gereizt, ähnliche
Themen aus dieser anderen, jungen Perspektive heraus zu erzählen. Jugendliche sind
heute einem enormen Druck ausgesetzt. Wir
haben uns gefragt: Wie ist es heute als Teenager, in eine Gesellschaft hineinzuwachsen?
Wie ist es angesichts des aktuellen humanitären und ökonomischen Desasters, aus
vielfach überforderten, gescheiterten Familien heraus sein eigenes Erwachsenwerden
auf die Reihe zu bringen? Wie ist das, wenn
die soziale Beschleunigung keine Zeit für
persönliche Krisen zulässt – wenn kaum
Raum für »nicht-börsennotierte Werte«
bleibt? Wenn das bloße Funktionieren im
gesellschaftlichen Hamsterrad zum Maß
aller Dinge und Jugend, Pubertät, Adoleszenz zum Störfall werden. Das alles bildet
den Hintergrund, vor dem die Geschichte
unserer jungen Heldin spielt. Wir wollten
die Handlung dabei wieder ganz auf das
Gefühlsleben unserer Figuren legen: Wie
bewältigen sie die Herausforderungen und
Schwierigkeiten, die sich ihnen in den Weg
stellen? Wir wollten mit CHUCKS eine individuelle, emotionale Geschichte erzählen.

Der SommeR mit Mamã

Der Sommer
mit Mamã
Que horas ela volta?
BR 2015, 111 min, Portugiesisch OmU,
R/B: Anna Muylaert, K: Bárbara Álvarez,
S: Karen Harley, D: Regina Casé,
Lourenco Mutarelli, Michel Joelsas,
Karine Teles, Camila Márdila, Luis Miranda
Berlin 2015: Panorama-Publikumspreis,
Preis der C.I.C.A.E.
Ab Freitag, 4. September
Drama über Klassenunterschiede, die hervorbrechen, als die entfremdete Tochter
einer Haushälterin plötzlich wieder zurückkehrt.
Seit vielen Jahren lebt und arbeitet Val als
Haushälterin bei einer wohlhabenden Familie in São Paulo. Pflichtbewusst und mit Hingabe kümmert sie sich um alles und erträgt
so manches. Für den 17-jährigen Sohn Fabinho ist sie wie eine zweite Mutter. Eines Tages
kommt ihre eigene Tochter Jéssica, die sie
als kleines Mädchen bei einer Freundin zurückgelassen hat, zu ihr, um die Aufnahmeprüfung an der Universität zu machen. Und
damit gerät nicht nur Vals Weltbild, sondern
auch das strenge Machtgefüge im Haus ins
Wanken. Denn Jéssica ist nicht bereit, sich
den starren Standesregeln unterzuordnen,
und mischt den Haushalt auf.
In DER SOMMER MIT MAMÃ erzählt die Regisseurin Anna Muylaert subtil und dabei
sehr amüsant vom gesellschaftlichen Wandel, den Brasilien seit gut einem Jahrzehnt
erlebt. Camila Márdila als Jéssica verkörpert herrlich selbstbewusst und frech eine
jener jungen Frauen, die ihr Recht auf Teilhabe einfordern. Die Seele des Films aber ist
Brasiliens Filmstar Regina Casé als Haushälterin Val, die sich mit Witz, Charme und
ihrer übersprudelnden Energie in die Herzen
des Publikums spielt. Die herausragende
Leistung beider Frauen wurde in Sundance
mit dem Spezialpreis der Jury für das Beste
Schauspiel ausgezeichnet. Auf der diesjährigen Berlinale gewann DER SOMMER MIT
MAMÃ den Panorama Publikumspreis.

So lustig war schon lange keine sozialkritische Komödie mehr. – KulturSpiegel
Eine wunderbare Komödie mit Witz, Tragik, Spannung und vor allem aber einer Herzenswärme, die man mit nach Hause nimmt
– kino-zeit.de

Frank

Frank
GB/IR/US 2014, 94 min, Englisch, OmU,
R: Lenny Abrahamson, B: Jon Ronson und
Peter Straughan; basierend auf einem
Zeitungsartikel von Jon Ronson,
K: James Mather, S: Nathan Nugent,
D: Michael Fassbender, Domhnall Gleeson,
Maggie Gyllenhaal, Scoot McNairy,
Tess Harper, Hayley Derryberry
Ab Freitag, 4. September
Schräge Komödie um eine Band von Exzentrikern, angeführt von Frank, der immer einen Pappmaché-Kopf trägt.
Frank ist der exzentrische Frontmann der
experimentellen Rockband Soronprfbs und
buchstäblich der Kopf der Band. Denn Frank
trägt ständig einen übergroßen PappmachéKopf auf seinen Schultern, und dies nicht
nur bei den skurrilen Live-Shows, sondern
auch im Alltag. Nicht mal die Bandmitglieder
haben je sein Gesicht gesehen. Als der Keyboarder ausfällt, engagiert Frank spontan
den Tagträumer Jon als Ersatz. Und obwohl
der erste gemeinsame Auftritt zum Desaster
verkommt, darf der Debütant bleiben. Hochmotiviert zieht Jon mit der Band in die irischen Wälder, um ein Album aufzunehmen.
In der abgelegenen Hütte dämmert ihm allmählich, worauf er sich eingelassen hat. Die
vielfach prämierte und wunderbar originelle
Komödie basiert lose auf dem Leben des britischen Musikers Frank Sidebottom. Michael
Fassbender besticht in der Titelrolle – trotz
eingeschränkter Mimik – mit einer herausragenden Performance an der Seite von
Maggie Gyllenhaal und Domhnall Gleeson.
ÜBER DIE PRDOUKTION
»Aufgrund des großen künstlichen Kopfes
brauchten wir einen Schauspieler mit einer
starken physischen Präsenz, und Michael
Fassbender stand ganz oben auf der Liste.
Wir waren nicht nur von Michaels energiegeladener Körperlichkeit als Schauspieler
begeistert, sondern auch von der Aussicht,
ein Gesicht, das jeder fotografieren will, zu
verstecken. Es zeugt von Michaels abenteuerlichem Geist, dass er die Rolle angenommen hat. Das Ergebnis war eine großartige
Performance: nuanciert, witzig und voll
körperlichem Ausdruck.« Angesprochen
auf das Erste, was ihn an dem Film begeisterte, nennt Fassbender das Drehbuch:
»Es war so witzig, zum Kaputtlachen. Ich
wusste nicht, wohin es sich von Szene zu
Szene entwickeln würde, ich war fasziniert.

Jack

Es war sehr originell mit Momenten echter
Melancholie innerhalb der Komik. Das ist
meine Art von Humor. Es ist albern und witzig mit physischer Komik. Ich wollte wirklich
eine Komödie machen, und es hat perfekt
gepasst.« Fassbender ist auch ein großer
Bewunderer Abrahamsons: »Ich habe GARAGE und WHAT RICHARD DID geliebt«,
sagt der Schauspieler. »Er hat diese echte
Sensibilität für seine Arbeit. Lenny ist sehr
präzise, er macht seine Hausaufgaben, und
er weiß, wie er drehen will. Aber er ist auch
sehr offen für Ideen, daher haben wir es locker gehalten und auch neue Ideen vor Ort
einfließen lassen.«

FRANK von Regisseur Lenny Abrahamson – der an das Leben des Musikers Chris
Sievey und seines Alter Egos Frank Sidebottom angelehnt ist – ist vieles auf einmal, und
was auf den ersten Blick wie eine surreale,
abgedrehte Story ohne Sinn aussieht, ist eigentlich tief-gründiger, als es den Anschein
hat. – filmosophie.com

Jack
AT 2015, 97 min, OdF,
R/B: Elisabeth Scharang,
K: Jörg Widmer, S: Alarich Lenz,
D: Johannes Krisch,
Corinna Harfouch, Birgit Minichmayr,
Paulus Manker, Sarah Viktoria Frick,
Inge Maux

Premiere: Mittwoch, 9. September,
20.00, Moviemento – in Anwesenheit
von Elisabeth Scharang & Team
Elisabeth Scharang zeigt das rasante und
eindringliche Psychogramm eines Häfenpoeten und Serienmörders namens Jack
Unterweger.
In einer Winternacht stirbt ein Mädchen,
brutal zugerichtet und erfroren. Jack wird
für diesen Mord zu lebenslanger Haft verurteilt. Im Gefängnis kanalisiert er seine
kriminelle Vergangenheit und dunklen Gedanken in Gedichte und literarische Texte;
er schreibt einen Roman. Den Anschluss an
die Welt draußen sucht Jack über Briefkorrespondenz mit Frauen, die er über Worte
in seinen Bann zieht. Die Schreibmaschine
wird zu seinem Weg in die Freiheit.
Als Jack nach 15 Jahren vorzeitig aus der
Haft entlassen wird, avanciert der »Häf7

Der tote am teich

npoet« schnell zum Frauenschwarm und
Fixstern der Wiener Society. Neben unzähligen Flirts und sexuellen Begegnungen mit
Frauen ist es die Affäre mit der Architektin
Susanne, die Jack einen Platz ganz oben
in der Gesellschaft in Aussicht stellt; und
dort möchte er hin: ganz nach oben. Doch
als Jacks Mutter unerwartet auftaucht,
bekommt die neue Fassade einen Riss.
Zudem setzt sich eine Spirale aus Gerüchten in Gang, die Jack nicht aufhalten kann.
Denn so gut er die Spielregeln im Gefängnis
kennt, so wenig sind ihm die Regeln der Kultur-Schickeria und der Medienwelt vertraut.
JACK ist der zweite Kinospielfilm der Autorin, Dramaturgin, Filme- und Radiomacherin Elisabeth Scharang, die nach der
TV-Produktion »Franz Fuchs – Ein Patriot«
wieder einen spektakulären kriminalhistorischen Hintergrund verarbeitet hat. Der Film
erzählt eine fiktive Geschichte, die sich in
Eckpunkten an dem Fall des Literaten und
Frauenmörders Jack Unterweger orientiert.
REGIESTATEMENT
Ich weiß nicht, ob Jack Unterweger die elf
Morde, für die er 1992 in Graz vor Gericht
stand, begangen hat. Ich wüsste es gerne.
Weil elf Frauen tot sind – und der mutmaßliche Täter ebenso. Und weil ich in einem
Rechtsstaat leben möchte, der – im Zweifel
für den Angeklagten – juristisch sorgfältig
arbeitet. Nach zwei Jahren Recherche, von
2008 bis 2010, hatte ich alles zusammen,
um einen großen Dokumentarfilm zu machen. Nur die Hauptfigur fehlte. Die hatte
sich 1994, nach dem Urteil in erster Instanz,
das Leben genommen. Aber sie war der
Schlüssel zu der Geschichte. Nach einem
weiteren Jahr und drei Versuchen, die Geschichte des Jack Unterweger auf eine fiktionale Ebene zu heben, wollte ich aufgeben.
Die Faszination der Hauptfigur konnte nicht
eingefangen werden. Ich bin schließlich zum
Anfang gegangen: zu dem ersten Mord 1974,
für den Jack Unterweger verurteilt wurde
und bei dem er geständig war. Das erste
Opfer und die Frage der Schuld sowie Jacks
Umgang mit der Schuld sind zur Triebfeder
der Geschichte geworden.

Elisabeth Scharang erschuf für den Spielfilm ihren eigenen »Jack«, den Johannes
Krisch als dandyhaften, smarten Frauenhelden anlegt. Nach Recherchen und Gesprächen mit Zeitzeugen baute Scharang einen
kühlen Hochglanz-Thriller mit fiktiven Figuren, die an reale Personen angelehnt sind.
– kurier.at
8

Cure – Das Leben einer Anderen

Cure – Das Leben
einer Anderen
Cure – The Life of Another
HR/BA/CH 2014, 83 min, Kroatisch OmU,
R: Andrea Staka, B: Andrea Staka,
Marie Kreutzer, Thomas Imbach,
K: Martin Gschlacht, S: Camille Cotte,
Gion-Reto Killias, D: Silvia Marinkovic ,
Lucija Radulovic, Mirjana Karanovic,
Marija Skaricic, Leon Lucev, Franjo Dijak
Saarbrücken 2015: Fritz-Raff-Drehbuchpreis; Preis für den gesellschaftlich
relevanten Film
Ab Freitag, 4. September
Dubrovnik, ein Jahr nach dem Krieg. Von
einem Streifzug zu einer abgelegenen
Klippe kehrt die 14-jährige Linda alleine
zurück, ohne ihre neue Freundin Eta, aber
in deren Kleidern. Dass Linda etwas mit
Etas Verschwinden zu tun haben könnte,
scheint niemand zu glauben. Nur Etas Verehrer Ivo hat einen Verdacht.
Dubrovnik 1993, ein Jahr nach der Belagerung der Stadt durch die serbischen Truppen. Die 14-jährige Linda ist mit ihrem Vater
aus der Schweiz nach Kroatien zurückgekehrt. Ihre neue beste Freundin Eta führt
sie in einen verbotenen Wald oberhalb der
Stadt. Die beiden Mädchen steigern sich in
ein obsessives, sexuell aufgeladenes Spiel
um den Tausch ihrer Identität. Es kommt zu
einem tödlichen Sturz. Am Morgen danach
kehrt Linda alleine in die Stadt zurück und
nimmt bald schon Etas Platz in deren Familie ein. Auch Etas Verehrer Ivo wird Teil ihres
Spiels. In einer von Frauen und ihren Verlusterfahrungen des Krieges geprägten Welt
voller Verstrickungen und Schmerz droht
Linda schließlich den Boden unter den Füßen zu verlieren. Doch immer wieder taucht
Eta auf und konfrontiert sie mit sich selbst.
REGIESTATEMENT
Nicht zufällig spielt der Film in den 90er
Jahren, einer für mich wichtigen Zeit. Es ist
die Zeit des Golf- und Balkankriegs. Es ist
auch die Zeit, in der ich selbst Teenager war.
Ich lag gerade am Strand und hörte Walkman, als das erste Kampfflugzeug über Dubrovnik flog. Ein aggressives Geräusch, wie
ich es noch nie gehört hatte. Kurz darauf bin
ich mit meiner Großmutter mit einem der
letzten Flugzeuge in die Schweiz zurückgekehrt. Diese Erfahrung hat mich stark
geprägt. Ich war machtlos und hatte das

Die Yes Men – Jetzt wird's persönlich

Gefühl, in zwei Minuten erwachsen werden
zu müssen. Die Welt war anders, als ich geglaubt hatte. Mein Leben schien sich erneut
in zwei Teile zu spalten. Es gab ein Leben
vor dem Krieg und eins danach. Kurz nach
dem Krieg ging ich wieder nach Dubrovnik.
Es fühlte sich an wie in einem Vakuum. Niemand sprach über das soeben Geschehene.
Das Leben schien wieder normal, abends
ging man aus, doch gleich nebenan in Bosnien waren Flammen am Himmel zu sehen.
Der Grenzübergang zu Montenegro war 30
Meter vom Haus meiner Familie in Konavle
entfernt. Wir gingen am Abend in die Stadt
und sprachen über die Zukunft, als lebten
wir in einer Seifenblase.

Cure – Das Leben einer Anderen ist
kunstfertig natürlich, raffiniert geschichtet
und bestechend einfach aufgebaut. Man erkennt die sorgfältige Arbeit auf jeder Ebene:
Vom Buch, an dem Andrea Štakas Lebensund Produktionspartner Thomas Imbach
und Marie Kreutzer mitgeschrieben haben,
bis zu allen anderen Departementen. Absolut
herausragend sind Musik und Sound-Design.
Aber auch sonst gibt es im ganzen Film keinen falschen Ton, kein flaches Bild, keinen
unnötigen, unverwebten Moment. – srf.ch

Die Yes Men – Jetzt
wird's persönlich
The Yes Men Are Revolting
US 2014, 94 min, Englisch OmU,
R: Laura Nix, Andy Bichlbaum,
Mike Bonanno, K: Keil Troisi,
Raul Barcelona, u.a. S: Geraud Brisson,
Claire L. Chandler, Søren B. Ebbe
Ab Freitag, 11. September
Die »Yes Men« Mike Bonanno und Andy
Bichlbaum sind zurück, um ihren Kampf
gegen Umweltverschmutzung, Großkonzerne, unfähige Regierungsbeamte und
selbstgefällige Medien fortzuführen.
Sie sind die Superstars der Protestbewegung in den USA: die berüchtigten Aktivisten The Yes Men inszenieren seit 15 Jahren
unterhaltsame, aber vor allem provokante
Aktionen. Sie stellen Konzerne, Lobbygruppen oder Regierungen bloß, um aufzurütteln und aufzudecken. In schicken Secondhand-Anzügen und mit wenig Schamgefühl
schleusen sie sich in Business-Events und

Life

Regierungsfunktionen ein, um auf die negativen Folgen der Globalisierung und der
»Geiz ist geil«-Kultur hinzuweisen.
Ihre Aktionen sind inzwischen legendär:
Sie gaben auf einer gefälschten Pressekonferenz als Abgeordnete der US-Handelskammer einen radikalen Kurswechsel der
Klimapolitik bekannt und sprachen sich für
die Einführung einer CO2-Steuer aus; sie
verkündeten auf dem Klimagipfel in Kopenhagen im Namen Kanadas, dass die Regierung ihre Verantwortung für die verheerenden Folgen des nationalen Ölsandabbaus
in Uganda anerkennen und für die dadurch
entstandenen Schäden aufkommen werde.
Als Vertreter von Shell präsentierten sie
eine absurde Kampagne über die geplanten
Ölbohrungen des Konzerns in der Arktis. So
zeigen die Yes Men viel Witz und Charme seit
vielen Jahren! Im dritten Teil der Trilogie DIE
YES MEN – JETZT WIRD‘S PERSÖNLICH!
(nach THE YES MEN und THE YES MEN
FIX THE WORLD, Publikumspreis Berlinale
2009) sind die beiden Männer nun Mitte
40, und ihre Midlife-Crisis bringt sie beinahe
dazu, ihre Aktivisten-Karriere endgültig zu
beenden, obwohl sie gerade dabei sind, die
größte Herausforderung ihres Lebens vorzubereiten: den Klimawandel zu stoppen.
AUS EINEM INTERVIEW
MIT DER REGISSEURIN LAURA NIX
In vielerlei Hinsicht ist DIE YES MEN – JETZT
WIRD’S PERSÖNLICH ein viel persönlicheres Porträt geworden als der Vorgängerfilm
DIE YES MEN REGELN DIE WELT. Hat sich
das während des Drehens erst entwickelt
oder war das von Anfang an so geplant?
Wir wussten ziemlich früh, dass dieser Film
eher eine persönliche Geschichte werden
sollte, auch, um ihn von den beiden anderen
Teilen abzuheben. Die Yes Men lassen ihre
Arbeit immer wie das reinste Kinderspiel
aussehen. Aber ich wollte den Zuschauern
die gleichen Einblicke ermöglichen, die ich
seit langem habe. Ich wollte die harte Arbeit,
all die Mühe, die in ihren Aktionen steckt,
sichtbar machen. Das soll dem Publikum
helfen, diese beiden Charaktere als das zu
begreifen, was sie sind: nämlich Menschen
wie du und ich. Wenn sie um den Globus
jetten und all den Ungerechtigkeiten begegnen, tragen sie keine Superhelden-Umhänge. Stattdessen sehen sie sich Tag für Tag
Hindernissen gegenüber, die unseren eigenen gar nicht so fremd sind. Und wenn wir
den Yes Men bei ihren Aktionen zuschauen,
entdecken wir vielleicht auch unseren eigenen Kampfgeist, die Dinge zu verändern.

Wie die anderen

Wie die anderen
AT 2015, 95 min, OdF,
R/B: Constantin Wulff,
K: Johannes Hammel,
S: Dieter Pichler
Premiere: Do 17. September, 19.30,
Moviemento – mit Constantin Wulff
& Primar Dr. Paulus Hochgatterer
Die Doku porträtiert den Arbeitsalltag einer Kinder- und Jugendpsychiatrie nahe
Wien als permanenten Balanceakt zwischen Behutsamkeit und Druck, Routine
und Improvisation.
Der Kinodokumentarfilm setzt diffusen Psychiatrieängsten einen präzisen Beobachterblick entgegen. Über eineinhalb Jahre hat
Regisseur Constantin Wulff den Alltag der
Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie
im niederösterreichischen Landesklinikum
in Tulln verfolgt. Sein unsentimental einfühlender Film zeigt institutionelle Arbeit als
permanenten Balanceakt: zwischen Behutsamkeit und Druck, Routine und emotionaler
Involviertheit, Regelwerk und Improvisation.
Wie wir kann auch das Abteilungspersonal
die Kinder und Jugendlichen nur ein kurzes
Stück begleiten, bevor sie wieder in ihren Alltag zurückkehren. Im Direct-Cinema-Modus
gedreht, verzichtet WIE DIE ANDEREN auf
Interviews und Off-Kommentare, fokussiert
stattdessen ganz auf die sozialen Situationen, die sich bei Behandlungsgesprächen
und Diagnoseentscheidungen, therapeutischen Übungen und Teambesprechungen
ereignen. Ärztliche Einsicht verdankt sich
hier oft vielfältigen Interaktionen, manchmal unter Zuhilfenahme theatraler Settings:
Zeichnungen werden erzählerisch interpretiert, Stimmungsbilder aus Gegenständen
zusammengesetzt, Szenen mit Spielfiguren
aufgeführt. Das Zusammenspiel, die aufschlussreichen Dynamiken jeder Begegnung betont auch Johannes Hammels geistesgegenwärtig mobile Kamera, ob nun ein
ausagierender Bub auf der Abteilungsschule
zum Lernen bewegt werden soll, oder eine
Teenagerin, die Arme voller Ritznarben, mit
dem Oberarzt über die Zuverlässigkeit ihrer
Selbstkontrolle diskutiert.
Der pointierte Schnitt von Dieter Pichler
stellt über Handlungsstränge hinweg thematische Bezüge her und lässt Protagonisten Kontur und Dramatik gewinnen, ohne
sie einer Mitfühldramaturgie zu beugen. Wie
schon Wulffs mehrfach ausgezeichnete Geburtenklinik-Studie IN DIE WELT (2008) ver-

Ich und Kaminski

knüpft WIE DIE ANDEREN seine Beobachtungen zur vielschichtigen Untersuchung
einer Institution und ihrer gesellschaftlichen
Funktion: Wie viel Hilfe kann die Klinik leisten, und wie viel Anpassungsdruck, wie die
anderen zu werden, ist bereits in dieser Hilfe
enthalten? Wie sehr ist die Kinder- und Jugendpsychiatrie fähig, Leben zum Besseren zu beeinflussen, und wie weit kann und
muss sie über den einzelnen Menschen hinausreichen? Die letzten Szenen entlassen
mit beunruhigenden Fragen, muten dem Publikum aber weder Resignation noch falsche
Versöhnung zu.

Ich und Kaminski
DE/BE 2015, 120 min, OdF,
R: Wolfgang Becker,
B: Thomas Wendrich, Wolfgang Becker,
nach der Buchvorlage von D. Kehlmann,
K: Jürgen Jürges, S: Peter R. Adam,
D: Daniel Brühl, Jesper Christensen,
Amira Casar, Geraldine Chaplin,
Denis Lavant, Bruno Cathomas

Ab Freitag, 25. September
Tragikomödie um einen eitlen Journalist, der mit einer Arbeit über den greisen
Künstler Kaminski berühmt werden will.
Deutschland kurz vor der Jahrtausendwende. Sebastian Zöllner, Kunstjournalist und
Meister der Selbstüberschätzung, plant
seinen großen Coup: ein Enthüllungsbuch
über den legendären, aber fast vergessenen
Maler Manuel Kaminski, Schüler von Matisse und Freund von Picasso, der einst als
»blinder Maler« Berühmtheit erlangte. Der
skrupellose und ehrgeizige Karrierist macht
sich auf den Weg zu dem entlegenen Chalet hoch oben in den Alpen, wo der greise
Künstler zurückgezogen und von Vertrauten abgeschirmt lebt. Er dringt in Kaminskis Haus, Leben und Vergangenheit ein und
nimmt ihn kurzerhand mit auf eine halsbrecherische und irrwitzige Reise zu dessen
totgeglaubter Jugendliebe. Unterwegs will
er ihm mit List und Dreistigkeit seine Geheimnisse entlocken. Aber bald muss er
feststellen, dass er dem Alten, ob blind oder
nicht, in keiner Weise gewachsen ist.
Wolfgang Beckers neuer Film ICH UND KAMINSKI ist ein komödiantisch-satirischer
Einblick in die Kunstwelt. Ein Roadmovie,
das durch halb Europa führt, gesäumt von
9

French Women

peinlichen Situationen und schmutzigen
Tricks. Ein Duell zweier unterschiedlich begabter Hochstapler, deren Geschichten sich
ineinander spiegeln. Für die Hauptrollen
standen Daniel Brühl (GOOD BYE, LENIN!,
RUSH) und Jesper Christensen (CASINO
ROYALE, MELANCHOLIA) vor der Kamera
des legendären Jürgen Jürges (CODE: UNBEKANNT, IN WEITER FERNE, SO NAH).
In weiteren Rollen zu sehen sind u.a. Amira
Casar, Jördis Triebel, Geraldine Chaplin, Denis Lavant und Josef Hader. Der Film ist eine
Adaption des gleichnamigen Romans von
Daniel Kehlmann.

French Women –
Was Frauen
wirklich wollen
Sous les jupes des filles
FR 2014, 116 min, Französisch OmU,
R: Audrey Dana, B: Audrey Dana,
Murielle Magellan, Raphaélle Desplechin,
K: Giovanni Fiore Coltellacci,
S: Julien Leloup, D: Vanessa Paradis,
Géraldine Nakache, Laetitia Casta,
Isabelle Adjani, Sylvie Testud, Alice Belaïdi
Ab Freitag, 11. September
Federleichte und topbesetzte Ensemblekomödie um elf Frauen in Paris auf der Suche nach Liebe und Glück.
Im frühlingshaften Paris kreuzen sich die
turbulenten Wege von elf Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Was sie
jedoch alle eint, ist die gemeinsame Jagd
nach Liebe, Glück und Freundschaft. Die
freiheitsliebende Jo hat eine Affäre mit einem verheirateten Mann, der, wiederum
frisch von seiner Frau ertappt, plötzlich bei
ihr einzieht. Als dann am Wochenende auch
noch seine Teenager-Kinder auf ihrem Sofa
sitzen, wird das große Glück schon kleiner.
Jos Freundin Agathe hingegen glaubt noch
an die wahre Liebe – dumm nur, dass ihr
nervöser Magen sie in die peinlichsten Situationen bringt. Die Karrierefrau Rose leitet ein millionenschweres Unternehmen,
erkennt jedoch irgendwann, dass sie nicht
eine einzige Freundin hat. Kurzerhand beauftragt sie ihre junge Assistentin Adeline
mit der Suche. Adeline selbst ist gerade mit
Freundschaftsdiensten ausgelastet, deckt
sie doch ihre Freundin Ysis: Die Mutter von
10

Landraub

vier Söhnen hat sich nämlich soeben unsterblich in die Babysitterin Marie verliebt.
Voller Esprit und Witz, unberechenbar, leidenschaftlich und albern, schlau, eifersüchtig und neurotisch erleben wir mit FRENCH
WOMEN – WAS FRAUEN WIRKLICH WOLLEN eine Tour d’Amour durch Paris, wie sie
unterhaltsamer nicht sein könnte!
Zu ihrem ersten Film in eigener Regie wurde die Schauspielerin Audrey Dana (SEHNSUCHT NACH PARIS) vor allem deshalb
angeregt, weil sie es leid war, dass in französischen Komödien gern mal der Mann
im Mittelpunkt steht und Frauen meist nur
als Beiwerk dienen. Das episodische Drehbuch, das Dana aus Interviews mit über 100
Geschlechtsgenossinnen entwickelte, ergründet ebenso geistreich wie schlagfertig
die Irrwege und Überraschungen im Leben
ganz unterschiedlicher Frauentypen. Unverfroren, sexy und witzig verknüpft die Regisseurin, die selbst eine kleine Rolle in ihrem
Regiedebüt übernahm, die facettenreichen
Handlungsstränge zu einer eng ineinander
verwobenen Komödie über Sehnsüchte
und Ängste, die wohl jede(r) kennt. Frauen
sind unergründlich? Stimmt! Aber nach dieser mitreißenden Hommage an das Leben,
die Liebe und natürlich die Frauen selbst
ist man(n) vielleicht ein bisschen schlauer.
Wunderbar besetzt mit einem weiblichen
All-Star-Team, das Vanessa Paradis, Laetitia
Casta und Isabelle Adjani ebenso charmant
wie souverän anführen, stürmte FRENCH
WOMEN – WAS FRAUEN WIRKLICH WOLLEN auf den ersten Platz der französischen
Kinocharts und begeisterte am Ende rund
1,5 Millionen Zuschauer.

Landraub
AT/DE 2014, 95 min, OdF,
R: Kurt Langbein,
B: Christian Brüser, Kurt Langbein,
K: Wolfgang Thaler, Attila Boa, Udo Maurer,
S: Andrea Wagner

Premiere mit Südwind:
Do 17. September, 19.00, Moviemento –
in Anwesnheit von Regisseur Kurt
Langbein
Aufrüttelnde Dokumentation über das
weltweite Phänomen des Landraubs im
großen Stil.
Ackerland wird immer wertvoller und sel-

Sommer in Wien

tener. Jedes Jahr gehen etwa 12 Millionen
Hektar Agrarfläche durch Versiegelung verloren. Nach der Finanzkrise 2008 hat das
globale Finanzkapital die Äcker der Welt
als Geschäftsfeld entdeckt. Mit dem Landraub wollen sich die Reichsten den Zugriff
auf die wichtigste Ressource dieser Welt
sichern. Statt Bauern bestimmen dann Profitinteressen über die Böden. Wenn wir den
Raubzug nicht verhindern, werden unsere
Lebensgrundlagen zerstört.
Der Film porträtiert die Investoren und ihre
Opfer. Ihr Selbstbild könnte unterschiedlicher nicht sein. Die einen sprechen von gesundem Wirtschaften, Sicherung der Nahrungsversorgung und Wohlstand für alle.
Die anderen erzählen von Vertreibung, Versklavung und vom Verlust der wirtschaftlichen Grundlagen. LANDRAUB zeigt die
Dimensionen. Eine Fläche halb so groß wie
Europa wurde bereits aufgekauft, die Bauern und indigenen Völker mussten weichen.
Statt Nahrung für die Region anzupflanzen, wird im großen Stil für die Märkte der
wohlhabenden Länder produziert. Langbein
erzählt, was das mit uns zu tun hat. Es sind
Programme der EU, die zu Mega-Plantagen
für die Biosprit-Erzeugung und zur Zuckerproduktion führen. Und es sind Entwicklungshilfe-Gelder aus Österreich, mit denen
Super-Reiche ihre Investitionen absichern.

Sommer in Wien
AT 2015, 100 min, OdF,
R/B: Walter Größbauer,
K: Walter Größbauer, David Lindengrün,
Josef P. Wagner, S: Walter Größbauer,
David Lindengrün, Daniela Dittinger

Ab Freitag, 18. September
Es ist Sommer, die Stadt in einem Ausnahmezustand. In den Bädern weht die blaue
Fahne, die Temperaturen erreichen Rekordwerte. In einer Werkstatt im 15. Wiener
Gemeindebezirk warten verletzte Klaviere
auf ihre Genesung und seltene Saiteninstrumente auf ihre Entstehung. Aber nicht
nur Musikinstrumente fühlen sich hier wohl,
sondern auch Menschen mit besonderen
Lebensentwürfen. Bernhard ist passionierter Fischer und leidenschaftlicher Koch, der
seinen MitarbeiterInnen täglich fangfrische
Fische serviert, die er in der improvisierten
Werkstattküche persönlich zubereitet. Im

Everest

Erleben des Werkstattalltags und durch Gespräche mit seinen Mitarbeitern offenbart
sich ein System, das als Modell einer besseren Welt tauglich wäre. Aber Bernhards
Werkstatt ist auch ein Epizentrum, von
dem sich Geschichten ausbreiten, die von
Menschen aus Wien erzählen. Max, der aus
Slowenien stammt und mit seinem Freund
Niklas zusammenlebt, ist Restaurator. Er
besitzt eine epochale Sonnenschirmsammlung und näht in seiner Freizeit historische
Kleider. Inmitten eines Interieurs aus längst
vergangener Zeit erzählen die beiden von
gesellschaftlichen Schwierigkeiten und geben Einblicke in ihre Beziehung. Christin, die
vor einem halben Jahr noch Christian hieß,
organisiert mit Andrea ein Begegnungsfest
in ihrem Schrebergarten. Die euphorische
Vision wird alsbald von der Realität eingeholt. Das Scheitern scheint unausweichlich,
als kurz vor Festeröffnung das Handy von
Andrea von einem Lastwagen überfahren
wird, die Toilettenanlage implodiert und
der Stromgenerator seinen Geist aufgibt.
John ist Schriftsteller, der gerade sein erstes Buch veröffentlicht hat. Er träumt von
der großen Liebe und möchte sein Leben
ändern, das von Lethargie und Antriebslosigkeit bestimmt ist. Beim Besuch seines
Bildhauerfreundes, der angeblich einen
Meißel von Michelangelo besitzt, entsteht
ein hitziges Gespräch über Demokratie,
Krieg und Frieden: »Es gibt Menschen, die
glauben an den Frieden, das sind die allerdümmsten.« Beeindruckende Menschen,
ein seltenes Handwerk, eine Stadt voll Musik, das sind die Zutaten des ungewöhnlichen Stadtporträts, das von Schellack und
Karpfen handelt, von Leidenschaft und Mut,
von der Notwendigkeit des Scheiterns und
von Herzenswärme während eines heißen
Sommers in Wien.

Everest
US/GB 2015, 122 min, 3D, Englisch OmU,
R: Baltasar Kormákur, B: Mark Medoff,
Simon Beaufoy, K: Salvatore Totino,
S: Mick Audsley, D: Jason Clarke,
Josh Brolin, John Hawkes, Jake Gyllenhaal,
Martin Henderson, Emily Watson

Donnerstag, 17. September
Visuell überwältigendes Drama über die
tragisch gescheiterte Everestbesteigung

Der schatten der Frauen

von 1996, die acht von 33 Alpinisten das
Leben kostete.
Der Mount Everest gilt als die ultimative
Grenze der Menschheit. Wer den höchsten
Berg der Welt, der schon hunderte von Opfern gefordert hat, bezwingen will, braucht
Können, Mut und Entschlossenheit – und
das Glück, dass das Wetter hält. Doch was,
wenn ein jahrelang entwickelter Plan zur Besteigung dieses Berges in Gefahr gerät?
Der isländische Regisseur Baltasar Kormákur (101 REYKJAVIK, CONTRABAND)
erzählt in seinem packenden AbenteuerThriller die wahre Geschichte zweier Expeditionen, die am Everest von einem der
schlimmsten je verzeichneten Unwetter
überrollt werden und um ihr Überleben
kämpfen müssen. Baltasar Kormákur, der
zuletzt mit 2 GUNS demonstrierte, wie virtuos er knackige Action und Extremsituationen inszenieren kann, führt das Publikum
mit EVEREST (3D) in die lebensfeindlichste
Umgebung, die es auf Erden gibt. Die dramatische Rettungsaktion am Berg, die teilweise in Nepal, am Fuße des Mount Everest,
gedreht wurde, wird in atemberaubendem
3D und Imax inszeniert.

Der Schatten
der Frauen
L'ombre des femmes
FR 2015, 73 min, Französisch OmU,
R: Philippe Garrel,
B: Jean-Claude Carrière, Caroline Deruas,
Arlette Langmann, Philippe Garrel,
K: Renato Berta, S: François Gédigier,
D: Clotilde Courau, Stanislas Merhar,
Lena Paugam, Vimala Pons
Ab Freitag, 28. August
Beziehungsdrama um ein Paar, das zwar
jeweils eine bzw. einen Geliebte/n hat,
aber nicht voneinander lassen will.
Pierre und Manon haben kein Geld. Sie
drehen Dokumentarfilme und leben von
Brotjobs. Pierre begegnet der jungen Praktikantin Elisabeth, und sie wird seine Liebhaberin. Pierre will Manon für Elisabeth jedoch
nicht verlassen, er will beide behalten. Eines
Tages entdeckt Elisabeth, Pierres Geliebte,
dass Manon, Pierres Frau, einen Liebhaber
hat. Pierre wendet sich wieder Manon zu,
denn sie ist diejenige, die er immer geliebt
hat. Und da er sich verraten fühlt, fleht er

Dior und ich

Manon um ihre Liebe an und vernachlässigt
Elisabeth. Manon wiederum bricht umgehend mit ihrem Liebhaber. Vermutlich aus
Liebe zu Pierre.

Philippe Garrel lässt die Liebe wieder
strahlen, aus den Körpern heraus, in die Beziehungen hinein. – Critic.de
Die stimmige Schwarz-weiß-Fotografie,
das literarische Voice-over, die intensive Erforschung chaotischer Beziehungen
und gebrochener Herzen beschwört mühelos die Welt Eric Rohmers und François
Truffauts herauf. – Screen Daily
Ein Film bei dem man nicht wüsste, was
man verbessern könnte, indem man etwas
hinzufügt, weglässt oder ändert. – Positif

Dior und Ich
Dior and I
FR 2014, 89 min, Französisch OmU,
R/B: Frédéric Tcheng, K: Gilles Piquard,
S: Julio C. Perez IV, Frédéric Tcheng

Ab Freitag, 4. September
Dokumentarfilm, der einen Blick hinter die
Kulissen des Modehauses von Christian
Dior wirft und den neuen Chefdesigner Raf
Simons bei der Arbeit beobachtet.
Die Fashion-Dokumentation DIOR UND ICH
gewährt nie gesehene private Einblicke in
die vielschichtige Welt des Modehauses
Dior und einen einmaligen Blick hinter die
Kulissen während der nur zweimonatigen
Entstehung der ersten Haute-Couture-Kollektion des neu ernannten Chefdesigners
Raf Simons – eine wahre Herzensarbeit und
das Ergebnis des perfekten Zusammenspiels eines leidenschaftlichen Teams, das
nach der spontanen Ernennung von Simons
vor einer großen Herausforderung steht.
Regisseur Frédéric Tcheng kommt dem
scheuen Genie ungewöhnlich nah und stellt
eine überraschende Parallele zu Christian
Dior her. DIOR UND ICH fängt all die schönen und echten, herzlichen und stressigen,
lustigen und mitfühlenden Momente ein:
als Raf Simons dem Atelier zum ersten Mal
vorgestellt wird, als er seinem Atelier-Team
scheinbar unmöglich zu realisierende Entwürfe zeigt, seine Ideen Gestalt annehmen
und endlich der große Moment der Show
11

Frank

gekommen ist. Noch nie hat ein Filmteam
die Arbeit im legendären Modehaus Dior
derart hautnah begleiten dürfen. Dabei werden die inneren Mechanismen des Ateliers
von den kreativen Entwürfen des Chefdesigners bis zur Umsetzung durch die professionellen Schneiderinnen im Atelier ebenso
dokumentiert wie die persönlichen Beziehungen, die sich zwischen den Mitarbeitern
entwickeln.

Film
& Diskussion
GRUNDEINKOMMEN –
EIN KULTURIMPULS
CH 2008, 100 min, OdF,
R: Daniel Häni, Enno Schmidt

Di 15. September, 20.00, Moviemento,
Publikumsgespräch mit Dr. Guido
Rüthemann und Heinz Mittermayr
(Moderation/KAB-OÖ) im Anschluss
Der Film zum Grundeinkommen lässt sie
alle zu Wort kommen – die Frau an der Kasse, Wirtschaftsexperten, Kritiker. Philosophisch, historisch und auch praktisch wird
beleuchtet, wie ein bedingungsloses Grundeinkommen funktionieren könnte. Der Film
fordert aktives Mitdenken, gibt Anstoß zu
Gesprächen und zur Auseinandersetzung
mit den eigenen Bildern, Gewohnheiten,
Wünschen und Ideen, die wir in uns tragen.
Ein Mutmacher, der zeigt, dass Umdenken
möglich ist. Der erste Film zu dem Zukunftsthema, das keinen kaltlässt: bedingungsloses Grundeinkommen für alle. Das löst
Emotionen aus und Fragen: Mehr Möglichkeiten zur eigenen Initiative? Oder der
Untergang der Leistungsgesellschaft? Und
wie soll es bezahlt werden? Der Film mischt
Festgefahrenes auf, zeigt Überraschendes,
lässt mit- und weiterdenken. Nehmen wir
das Ganze einmal persönlich. Das bedingungslose Grundeinkommen bringt neue
Energien in alle gesellschaftlichen Bereiche. Und überraschend wird es gerade da,
wo man Trockenheit erwartet: Tabuthemen
sind nicht ausgespart.
Eine Zusammenarbeit mit KAB-OÖ & RTG
und dem Runden Tisch – Grundeinkommen
im Rahmen der 8. Internationalen Woche
des Grundeinkommens vom 14. bis 20. September 2015 in Österreich
12

Chucks

SHALOM LINZ

AT 2015, 38 min, R: Herwig Strobl
Mi 23. September, 20.30, Moviemento
Historisches und unter den Teppich gekehrte, auch berührende persönliche
Geschichte/n komm/t/en an die Oberfläche. Jüdische Musik, ein sehr emotionaler
Zugang, der viele Facetten jüdischer Welten
anklingen lässt, als Live-Beitrag von »10 saiten TACHELES« an besonderen Plätzen, wie
z.B. am Alten Markt, wo die mittelalterliche
Synagoge stand, die während der Kreuzzüge 1420 zerstört wurde. Linz war eine besondere »Nazistadt« im »Großdeutschen
Reich«, und es gab prominente jüdische
Bürger – wie z. B. Simon Wiesenthal, der 11
KZs überlebte und 1945 in Linz strandete.
Eingeblendet ist Herwigs Enkel Viktor, als
würde ihm Opa Geschichte weitererzählen. Oberrabbiner Paul Chaim (Eisenberg/
Wien) spricht über jüdisches Leben damals
und heute, Ernst Stimmers erzählt vom Vater, der Theresienstadt überlebt hat (aber
wie?) und erst 40 Jahre später redet.
Dr. Michael John berichtet über »Nazigrößen«, die mit Linz verknüpft sind (Hitler/
Eichmann/Kaltenbrunner) und über die
schlampige Entnazifizierung. Der Wissenschafter ist – wie Herwig Strobl – nach der
Präsentation des Films für ein Gespräch mit
dem Publikum auf dem Podium.

Südwind
Landraub
PremierE:
Do 17. September, 19.00, Moviemento
In Kooperation mit Südwind OÖ zeigt das Moviemento jeden Monat einen Film mit einer
Brise Südwind-Stimmen von RegisseurInnen
aus dem oder Blicke in Richtung Süden.
Ackerland wird immer wertvoller und seltener. Der Dokumentarfilm LANDRAUB von
Kurt Langbein porträtiert die InvestorInnen
und ihre Opfer. Ihr Selbstbild könnte unterschiedlicher nicht sein. Der Film erzählt in
großen Bildern von den Folgen und zeigt
die Dimensionen des Landraubs. Es sind
Programme der EU, die zu Mega-Plantagen
für die Biosprit-Erzeugung und zur Zuckerproduktion führen. Und es sind Entwicklungshilfe-Gelder aus Österreich, mit denen
Super-Reiche ihre Investitionen absichern.
Ein Film der aufwühlt, nachdenklich macht

Den Menschen so Fern

und dazu animiert, selbst aktiv zu werden.
Zu sehen in der Premiere als Auftaktveranstaltung zur WearFair & mehr am 17. September und für Schulen am Folgetag mit
speziellem Angebot. Im Anschluss findet
jeweils ein Filmgespräch mit dem Regisseur
Kurt Langbein statt.
Mehr zum entwicklungspolitischen Engagement von Südwind unter:
www.suedwind-agentur.at/ooe

Live im Kino
Rocky Horror Show
(Live aus dem Playhouse
Theater, London)
GB 2015, 120 min, R: Richard O'Brien

Do 17. September, 20.00, City-KIno
Zum 40. Jubiläum der Filmversion von Richard O´Briens Kultmusical übertragen wir
das Event aus dem Playhouse Theatre im
Londoner West End an nur einem Abend live
auf die große Kinoleinwand.
Es geschieht in einer Novembernacht. Im
strömenden Regen bleiben die frisch verlobten und glücklich verliebten Studenten Brad
Majors und Janet Weiss mit einer Autopanne
mitten im Nirgendwo liegen. In einem nahegelegenen Schloss bitten sie den kauzigen
Diener, telefonieren zu dürfen. Was sie nicht
wissen: Sie werden bereits erwartet. Was sie
erwartet? Die wildeste Nacht ihres Lebens!
Auch mehr als 40 Jahre nach seiner Premiere hat Richard O´Briens Kultmusical nichts
von seiner Faszination verloren. Von der
Kritik umjubelt und seinen Fans abgöttisch
geliebt, erschreckt, fasziniert und entzückt
die »Rocky Horror Show« ein generationenübergreifendes Publikum und verwandelt
Kino- wie Theatersäle immer wieder aufs
Neue in wahre Tollhäuser. Nun kehrt »Rocky
Horror«-Schöpfer Richard O´Brien erstmals nach zwanzig Jahren gemeinsam mit
einigen ganz besonderen Gästen zurück auf
die Bühne des Playhouse Theaters im Londoner West End. Macht euch bereit für eine
alle Grenzen sprengende Nacht mit zeitlosen Klassikern und schreibt gemeinsam mit
vielen anderen Fans Rocky-Geschichte mit
dem weltweit größten hüfterschütternden
Time Warp aller Zeiten!

Jack

Roger Waters: The Wall

GB 2014, 165 min, R: R. Waters, Sean Evans
Di 29. September, 19.00, City-Kino
»The Wall Live« – die größte weltweite Tournee, die je ein Solokünstler unternommen
hat, kommt als bahnbrechender Konzertfilm einmalig ins Kino. Für Drehbuch und
Regie verantwortlich zeichnen Roger Waters
und Sean Evans. Der von Kritikern als »einfach atemberaubend« und »visuell beeindruckend« bezeichnete Film feierte seine
Premiere beim letztjährigen Toronto Film
Festival. Der Film entfaltet sich auf mehreren Ebenen – als umfassendes Konzertereignis des Albumklassikers von Pink Floyd,
als Road Movie, bei dem Roger Waters eine
Reise in die Vergangenheit unternimmt.

KLASSIK
IM KINO

Königin der Wüste

AK-Kultur

Der SommeR mit Mamã

babykino

Die Yes Men – Jetzt wird's ...
Fr 18. September, 21.00, Moviemento
AK-Kultur & Moviemento haben für Filmfreund_innen eine Kooperation vereinbart.
Inhalt dieser Zusammenarbeit ist, dass einmal monatlich gemeinsam ein Film vorgeschlagen wird, für den AK-Mitglieder mit der
Leistungskarte oder der AK-plus-Card einen
ermäßigten Eintrittspreis von 6 Euro zahlen.
Für die jeweiligen Filme mit sozialem oder politischem Hintergrund werden Einführungsreferate angeboten. Das Einführungsreferat
für den September-Film Die Yes Men –
Jetzt wird's persönlich hält der Linzer Filmwissenschafter Markus Vorauer.

jeden ersten Mittwoch im Monat – City-Kino
Am 2. September zeigen wir
DER CHOR –
STIMMEN DES HERZENS (9.30) /
DER TOTE AM TEICH (10.00)
Ein Kinoangebot speziell für Eltern mit Babys und Kleinkindern. Sehen Sie aktuelle
Filmhighlights bei freiem Eintritt in speziellen Vorführungen, bei denen Sie Ihr Kleinkind getrost in den Kinosaal mitnehmen
können. Eintritt frei – für Eltern mit Babys!

ROMEO UND JULIA
LIVE BALLET T
aus dem Royal Opera House, London
DI 22. SEPTEMBER, 20.15, CITY-KINO

SAISON

15/16

Die größte Liebesgeschichte aller Zeiten: K.
McMillans bahnbrechendes Ballett ist ein
Klassiker des 20. Jahrhunderts.
Ballett in vier Akten / ca. 180 min
Musik: Sergey Prokofi ev
Choreografi e: Kenneth MacMillan
Mit: Sarah Lamb Romeo, Rupert Pennefather

LE NOZZE DI FIGARO
LIVE OPER
aus dem Royal Opera House, London
MO 5. OKTOBER, 19.45, CITY-KINO

HERBST
2015
C I T Y- K I N O

Revolution liegt in der Luft in David McVicars
Produktion von Mozarts brillant komischer
Oper. Die Titelrollen singen Erwin Schrott und
Anita Hartig.
W.A. Mozart / Oper in vier Akten / ca. 205 min
Dirigent: Ivor Bolton / Insz.: David McVicar
Mit: Erwin Schrott, Anita Hartig, Stéphane
Degout, Ellie Dehn, Kate Lindsey

ROH | ROMEO UND JULIA

VISCERA /
AFTERNOON OF A FAUN /
TCHAIKOVSKY PAS DE DEUX
& CARMEN
LIVE BALLET T
aus dem Royal Opera House, London
DO 12. NOVEMBER, 20.15, CITY-KINO

Genießen Sie vier kürzere Ballettaufführungen
an einem Abend in dieser einzigartigen Mischung aus großer Energie, Betörung, Bravour
und Leidenschaft.
Choreografi e: Liam Scarlett, Jerome Robbins,
George Balanchine, Carlos Acosta / Mit: Laura
Morera, Marianela Nuñez, Ryoichi Hirano

13

Begegnungen
INTERNATIONALES

BRUCKNERFEST LINZ

2015

In der Zeit von 9. Sept. bis 7. Okt.

Partnerland China
presented by

Karten und Info: +43 (0) 732 77 52 30, www.brucknerfest.at

w o yz e c k
Büchner
Schauspiel von Georg

ab 16. September 2015

tribünelinz Theater am Südbahnhofmarkt
Eisenhandstraße 43 | 4020 Linz
TERMINE & INFOS & KARTEN
0699 11 399 844 | karten@tribuene-linz.at
www.tribuene-linz.at

14

nachrichten.at/abo

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Haushalt bezogen. Angebot gültig bis 31. 12. 2015, solange der Vorrat reicht. Ich erkläre mich
einverstanden auch künftig über Aktionen der OÖNachrichten verständigt zu werden (postalisch,
telefonisch, per SMS oder per E-Mail). Ich kann diese Einverständniserklärung jederzeit widerrufen.

Ausgefüllten Kupon gleich einsenden an OÖNachrichten, Abo-Marketing, Postfach 777, 4010 Linz. Bestellungen auch im Internet unter www.nachrichten.at/abo,
telefonisch 0732/7805-560, per Fax 0732/7805-10685 oder per Postkarte.
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Moviemento

(2MT31507/19777)

Moviemento & City-Kino
September 2015

Die spielzeiten und - orte entnehmen sie bitte
unserem wochenprogramm, unserer homepage sowie der tagespresse

Filmstarts

FilmBrunch

ab Fr 28. aUGUst

Sonntags im Moviemento &
Gelben Krokodil

ab Do 17. september

Der schaTTen Der Frauen

omu

L‘ombre des femmes
fr 2015, 73 min, r: philippe garrel
Laufzeit: mindestens 2 wochen

everesT omu

us/gb 2015, 122 min, 3D,
r: baltasar kormákur
Laufzeit: mindestens 2 wochen

WIe DIe anDeren odf

ab mo 31. aUGUst

Der ToTe am TeIch odf

at 2015, 90 min, r: nikolaus Leytner
Laufzeit: mindestens 4 wochen

at 2015, 95 min, r: Constantin wulff
Laufzeit: mindestens 2 wochen

ab Fr 18. september

45 Years omu

ab Fr 4. september

gb 2015, 95 min, r: andrew haigh
Laufzeit: mindestens 4 wochen

cure – Das LeBen
eIner anDeren omu

Cure – the Life of Another
hr/ba/Ch 2014, 83 min, r: andrea staka
Laufzeit: mindestens 3 wochen

Der sommer mIT mamã omu

Que horas ela volta?
br 2015, 111 min, r: anna Muylaert
Laufzeit: mindestens 3 wochen

LanDrauB odf

at/De 2014, 95 min, r: kurt Langbein
Laufzeit: mindestens 3 wochen

sommer In WIen odf

at 2015, 100 min, r: walter größbauer
Laufzeit: mindestens 3 wochen

ab Fr 25. september

DIor unD Ich omu

De/be 2015, 120 min, r: wolfgang becker
Laufzeit: mindestens 3 wochen

FranK omu

chucKs odf

French Women

omu

Sous les jupes des filles
fr 2014, 116 min, r: audrey Dana
Laufzeit: mindestens 3 wochen

Loin des hommes
fr 2014, 102 min, r: David oelhoffen
Laufzeit: mindestens 3 wochen

DIe Yes men –
JeTZT WIrD‘s PersönLIch omu

the yes Men Are revolting
us 2014, 94 min, r: Laura nix
Laufzeit: mindestens 3 wochen

JacK

KönIgIn Der WüsTe

im City-Kino

Do 17. september, 20.00
rocKY horror shoW
DI 22. september, 20.15
Live baLLett: romeo unD JuLia

LIFe omu

DI 29. september, 19.00
roGer Waters: the WaLL

Live aus dem royal opera house, London

Ca/De/au 2015, 111 min, r: anton Corbijn
Laufzeit: mindestens 4 wochen

einmalige aufführung der konzertdoku

Premieren
im Moviemento

Babykino

mI 9. september, 20.00
JacK

im City-Kino

mI 2. september
9.30 Der chor – stimmen Des herzens
10.00 Der tote am teich

mit regisseurin elisabeth scharang und team

Do 17. september, 19.00
LanDraub
mit regisseur kurt Langbein
in kooperation mit südwind

Filmgespräch
Fr 18. september, 21.00, moVIemento
Die Yes men – Jetzt WirD‘s PersÖnLich

at 2015, 97 min, r: elisabeth scharang
Laufzeit: mindestens 3 wochen

tischreservierung im gelben krokodil
dringend empfohlen: 0732/784182

at 2015, 93 min,
r: sabine hiebler, gerhard ertl
Laufzeit: mindestens 3 wochen

mit Markus Vorauer

odf

es stehen für den brunch zwei termine zur
verfügung:
1. termin 10.00 - 11.15 uhr,
2. termin 11.45 - 13.00 uhr

Live aus dem playhouse theatre, London

ab Fr 11. september

Den menschen so Fern omu

so 27. september
11.15
Der tote am teich
11.15
ich unD KaminsKi
11.30
45 Years
13.00 everest
13.15
Life
13.30
aLexis sorbas

specials

Ich unD KamInsKI odf

Dior and i
fr 2014, 89 min, r: frédéric tcheng
Laufzeit: mindestens 3 wochen

gb/ir/us 2014, 94 min,
r: Lenny abrahamson
Laufzeit: mindestens 3 wochen

so 20. september
11.15
Der tote am teich
11.15
LanDraub
11.30
Der chor
13.00 everest
13.15
JacK
13.30
Der sommer mit mamã

mit der arbeiterkammer

Do 17. september, 19.30
Wie Die anDeren
mit regisseur und primar Dr. hochgatterer

Fr 25. september, 20.00
chucKs
mit regieduo sabine hiebler & gerhard ertl

omu

Queen of the Desert
us/Ma 2015, 128 min, r: werner herzog
Laufzeit: mindestens 3 wochen

Moviemento oK Platz 1, 4020 Linz, 0732/78 40 90
City-Kino Graben 30, 4020 Linz, 0732/77 60 81

www.moviemento.at

Österreichische Post AG/Sponsoring.Post - Verlagspostamt: 4020 Linz, Donau - GZ 02Z031032 S

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