Moviemento & City-Kino

November 2015
Nr. 322 – Programmzeitung für Moviemento & City-Kino
www.moviemento.at

Vorspann
Inhalt

Neue Filme im November
1001 Nacht 1 – 3 ........................................ 10
Auf der Suche nach Isolde................. 10
Bonne Nuit Papa........................................6
Die Schüler der Madame Anne............ 7
Ewige Jugend.............................................3
Freistatt......................................................9
Giovanni Segantini –
Highway to Hellas...................................8
Irrational Man..........................................3
Lampedusa im Winter............................ 10
Last Shelter............................................. 10
Magie des lichts.......................................8
Mia Madre....................................................3
Pasolini........................................................5
Steve Jobs...................................................6
The Look of Silence.................................9
Virgin Mountain........................................ 7
Zwischen Himmel und Eis...................... 7

FRAU. MACHT. FILM.
FrauenFilmTage 2015
DI 3. – DO 5. NOVEMBER
MOVIEMENTO

mehr zum Programm im Heft auf Seite 12
Thema des Monats...................................... 4
Film & Diskussion....................................... 11.
Specials...................................................... 11
Südwind......................................................12
Filmring der Jugend....................................12
AK-Kultur....................................................12
Babykino.....................................................12
FrauenFilmTage..........................................12

Preise:
Programmheft-Jahresabo: EUR 19,–
Kinometerbank: 10 Karten +
Programmheftabo: EUR 70,–
MovieMember: 1 Jahr ermäßigter Eintritt +
Abo: EUR 30,–,
Einzelexemplar-Programmzeitung: EUR 1,50
Bankverbindung: Hypobank, Linz Landstraße,
IBAN: AT955400000000761858 / BIC: OBLAAT2L
lautend auf »Moviemento Programmkino gemeinnützige GmbH«
Satz- und Druckfehler vorbehalten.
Hinweis für Kinometerbank Käufer_innen
Per Überweisung bezahlte Kinometerbanken und
MovieMember-Cards liegen an der Moviemento
Kino-Kassa auf und können dort gegen Vorlage der
Zahlungsquittung (=Auftragsbestätigung) zwischen
ca. 17.00 und 21.00 Uhr abgeholt werden. Aus organisatorischen Gründen ist die Abholung im City-Kino
nicht möglich.
Wegen immer häufiger aufretender Zustellprobleme unserer Programmzeitung durch die Post
möchten wir uns entschuldigen. Diese liegen nicht
in unserem Bereich. Gegebenenfalls bekommen
Sie das Programm gerne an der Kassa.

FilmBrunch

Sonntags im Moviemento & Gelben Krokodil

So 1. November

So 15. November

So 29. November

A perfect Day
11.15 Madame Marguerite
11.30 Bonne Nuit Papa
13.15 Macbeth
13.15 Alexis Sorbas
13.30 IWANS KINDHEIT

11.15

Irrational Man
11.30 1001 Nacht 1 – 3
11.30 Ricki –

Wie Familie so ist
13.00 Steve Jobs
13.15 SOLARIS

11.15

So 8. November

So 22. November

** Special: 1001 Nacht **

Die Schüler der

Madame Anne
11.15 Der Tote am Teich
11.30 1001 Nacht 1 – 3
13.00 ANDREJ RUBLJOW
13.15 Spectre

11.15

11.15

11.15

Freistatt
11.15 Ricki – Wie Familie...
11.30 Pasolini
13.10 Mia Madre
13.15 Steve Jobs
13.30 DER SPIEGEL

Ricki – Wie Familie...

11.30 Highway to Hellas
11.30 Mia Madre

STALKER
Der Marsianer
13.30 Ewige Jugend
13.15
13.15

So 8. & So 15. November
3 Filme + Abendessen
(portugisische Spezialitäten)

im Paket um EUR 38,–

FilmLUNCH

Sonntags im City-Kino & Café Stern
Impressum
Medieninhaber: Verein zur Förderung kommunikativer
Kinokultur, OK Platz 1, 4020 Linz, Tel: 0732/784090.
Obmann: Wilhelm Schwind. DVR: 0562831/180189.
F. d. I. v.: Wolfgang Steininger.
Gestaltung Heft 321: Stefanie Pachlatko, Stefan Messner.
Mitarbeit: Rüdiger Ratzenböck.
Druck: Haider Schönau, Niederndorf 32, 4274 Schönau, Tel: 07261/7232. Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem Papier. Mit der Unterstützung von BMUKK,
LAND OÖ, STADT LINZ und zahlreichen Mitgliedern,
Förder_innen.
Offenlegung gem. Mediengesetz § 25(2): Verein zur
Förderung kommunikativer Kinokultur, Unternehmensgegenstand: Präsentation von Filmkunst.
§ 25(4): Vermittlung von Informationen über Film,
Kino-Kultur und Zeitkultur.

2

So 1. November

So 15. November

So 29. November

11.30 Picknick mit bären

11.00 der marsianer

11.00 spectre

11.30 Der Tote am Teich

11.00 steve jobs

11.30 irrational man

S0 8. November

So 22. November

11.00 Spectre

11.00 spectre

11.30 Luis trenker

11.30 irrational man

Ewige Jugend

Ewige Jugend
Youth
IT/FR/CH/GB 2015, 118 min,
Englisch OmU, R/B: Paolo Sorrentino,
K: Luca Bigazzi, S: Cristiano Travaglioli,
D: Sir Michael Caine, Harvey Keitel,
Rachel Weisz, Paul Dano, Jane Fonda,
Mark Kozelek
Ab Freitag, 27. November
Hinreißende surreale Komödie über zwei
in die Jahre gekommene Freunde, die in
einem Hotelresort in den Bergen ihr Leben
Revue passieren lassen.
Die alten Freunde Fred und Mick teilen in
den Bergen zwar ihr idyllisches Feriendomizil, ein elegantes Wellnesshotel mit fast
schon magischer Ausstrahlung, haben
aber, was ihr Alterswerk betrifft, komplett
verschiedene Vorstellungen. Während der
berühmte Komponist und Dirigent Fred sich
dem süßen Nichtstun hingibt, treibt den
geschäftigen Regisseur Mick sein neuestes
Filmprojekt um, das durch die Launen seiner Muse Brenda zu platzen droht. Freds Erholung stört dagegen ein Abgesandter des
Buckingham Palaceaber lieber möchte der
Komponist zusammen mit seinem Freund
Mick und dem skurrilen Schauspieler Jimmy relaxen, über das Leben philosophieren
und die Macken der anderen Gäste kommentieren. Oscar-Preisträger Paolo Sorrentino ist mit EWIGE JUGEND erneut ein imposantes, visionäres Meisterwerk gelungen. Mit
fantastisch surrealen Bildern erzählt er vom
Lauf der Zeit, von Freundschaft, Liebe, Generationskonflikten und davon, wie das Alter die
Sicht auf die Dinge verändert und Dimensionen sprengen kann. EWIGE JUGEND ist nach
CHEYENNE – THIS MUST BE THE PLACE mit
Sean Penn der zweite englischsprachige Film
des Regisseurs und wartet mit einem großartigen internationalen Staraufgebot auf. Wie
bereits in LA GRANDE BELLEZZA verwöhnt
Sorrentino sein Publikum mit erstaunlich
weitsichtigen, unvergesslichen Bildern, eingefangen von Kameramann Luca Bigazzi,
mit dem Sorrentino all seine wichtigen Filme
verwirklichte.
AUS EINEM INTERVIEW MIT REGISSEUR
PAOLO SORRENTINO
Wie kam Ihnen die Idee zu EWIGE JUGEND?
Die einzig mögliche Thematik im Kino ist die
Zeit. Und mich interessierte, über den Lauf
der Zeit nachzudenken. Wir fragen uns doch
oft: Wie viel Zeit ist vergangen? Wie viel Zeit

Irrational Man

bleibt mir noch? [...] Und dann war da noch
Maradona. Ich wusste, dass er im Hotel Henri Chenot eine Entgiftungskur machen wollte. Deswegen gefiel mir anfangs die Idee, in
Meran zu drehen. Diego Maradona gehört zu
meiner Kindheit. Mit vierzehn ging ich donnerstags nicht zur Schule, damit ich die Trainingseinheiten des FC Neapel sehen konnte.
Sie wurden für den Filmtitel kritisiert, weil
EWIGE JUGEND voller alter Menschen ist.
Das eigentliche Thema des Films ist die Freiheit. Die Zukunft birgt immer eine Chance
auf Freiheit in sich, und die Freiheit ist das
Gefühl, das einen in der Jugend begleitet.
Man kann sie auch im Alter haben. Vielleicht
habe ich diesen Film gemacht, um das Alter
zu vertreiben... Wie auch immer: es bleibt
mein optimistischster Film.
Sie haben gesagt, EWIGE JUGEND sei ihr
intimster Film. Wie meinen Sie das?
Es ist ein sehr dichter Film. Ich erzähle meine Empfindungen und Gefühle über das,
was ich am meisten liebe, die Musik, Familie
und Freundschaft... Und auch, wie sich alte
Menschen mit der Zukunft auseinandersetzen, mit dem unabwendbaren Schmerz,
den es auch in den Familien gibt, die offenbar keine Probleme haben. Die Schönheit
der Familie umfasst immer auch den Aspekt
des Leids, weil Zuneigung immer mit Verlustängsten verbunden ist.

Mia madre

Professor längst verloren geglaubte Lebensgeister. Er plant, den Richter zu töten – ein
zweifellos perfektes Verbrechen, weil es keinerlei Verbindung zum Opfer gibt. Mit seinem 46. Spielfilm begibt sich Woody Allen
auf ähnliches Terrain wie MATCH POINT vor
zehn Jahren. Seine philosophisch gewichtigen Themen von freiem Willen, Schuld,
Sühne und moralischer Verantwortung behandelt er in einer Variation von DER FREMDE IM ZUG allerdings recht locker. Die Dialoge sind anspielungsreich und spritzig, die
Schauspieler – allen voran Joaquin Phoenix,
der erstmals in einem Allen-Film mitspielt
– verbindet eine gute Chemie, der Plot ist
gut durchdacht und bis zum bitteren Ende
zwingend.

Allens Dialoge sind geistreich, seine
Handlung zischt an genau den richtigen
Stellen vorwärts, und seine Beobachtungen
von elastischen Moralprinzipien in ständiger
Bewegung sind zugleich schelmisch und
beunruhigend. – The Hollywood Reporter
Allen hat ein spannungsvolles Gedankenspiel entworfen, das leicht zur rein intellektuellen Übung hätte verkommen können, aber Phoenix und Stone versehen ihre
Figuren mit roher Menschlichkeit. – Rolling
Stone

Mia madre
Irrational Man
US 2015, 95 min, Englisch OmU,
R/B: Woody Allen, K: Darius Khondji,
S: Alisa Lepselter,
D: Joaquin Phoenix, Emma Stone,
Jamie Blackley, Parker Posey,
Ethan Phillips, Meredith Hagner

Ab Donnerstag, 12. November
Tragikomödie um einen Professor in der
Midlife Crisis, der aus Langeweile den perfekten Mord plant.
Ein an Schreibblockade und Impotenz leidender Philosophieprofessor baut nach
einer Neuanstellung in einem College eine
Verbindung zu einer Studentin auf. Als sie
Zeugen werden, wie eine Frau sich an einem
Nebentisch beklagt, dass ein Richter ihr aus
niederen Gründen das Sorgerecht für ihre
Kinder absprechen will, erwachen bei dem

IT/FR 2015, 106 min, Italienisch OmU,
R: Nanni Moretti, B: Nanni Moretti,
Francesco Piccolo, Valia Santella,
K: Arnaldo Catinari, S: Clelio Benevento,
D: Margherita Buy, John Turturro,
Giulia Lazzarini, Nanni Moretti,
Beatrice Mancini, Stefano Abbati

Ab Freitag, 20. November
Nanni Moretti hat einen wundervoll starken und einprägsamen Film realisiert: ein
tiefgründiges und gleichzeitig humorvolles, sensibles Meisterwerk.
Filmregisseurin Margherita steckt mitten in
einer Midlife-Crisis. Gerade hat sie sich von
ihrem Freund getrennt, ihre Tochter Livia,
die beim Vater lebt, geht langsam eigene
Wege, und der amerikanische Hauptdarsteller ihres neuen Filmes bringt mit seinen
Starallüren die Dreharbeiten ins Stocken. Zu
all dem kommt hinzu, dass ihre Mutter im
3

Thema des Monats
Pasolini – Die Konsequenz der Widersprüchlichkeit
von Peter Willnauer

»Ich weiß sehr wohl,
wie widersprüchlich
man sein muss, um
wirklich konsequent
zu sein.«
DIE KONSEQUENZ DER ZERRISSENHEIT
(PIER PAOLO PASOLINI)
Am frühen Morgen des Allerseelentages
1975 wurde am Strand von Ostia bei Rom
eine blutüberströmte, bis zur Unkenntlichkeit verstümmelte Leiche gefunden:
Pier Paolo Pasolini, der Mensch in permanenter Revolte, im Widerstand bis zum
Tode, 1975 weit über Italien hinaus bekannter und immer höchst umstrittener Lyriker,
Prosaschriftsteller und Filmregisseur.
Sein letzter Film: Salo oder die 120 Tage
von Sodom ist eine unerträgliche Orgie
von (sexuellen) Demütigungen, Gewalttaten
bis zu grausamsten Tötungen junger Mädchen und Männer durch einige (alte) Würdenträger.
Salo am Gardasee war die letzte Zuflucht
faschistischer Potentaten nach der Kapitulation Italiens. Das Gebiet um den See war
noch in der Hand der Naziarmee.
Der Film wurde noch 1975 fertiggestellt und
nicht lange nach Pasolinis qualvollem Sterben uraufgeführt, und man ist versucht zu
denken: Erst am Strand von Ostia hat sich
sein Werk vollendet.
Pier Paolo Pasolini wurde am 5. März 1922
geboren und wuchs als Sohn einer Volksschullehrerin und eines hohen Offiziers im
friulanischen Carsasa auf. Dort liegt er auch
begraben. Mit kaum zwanzig Jahren schrieb
er einen Gedichtband in friulanischem
Dialekt, »um den einfachen, vielfach von
Großgrundbesitzern und Industrieherren
unterdrückten Menschen ihre Sprache zurückzugeben.«
Diese Zuneigung, ja seine »großartige Liebe
für die Opfer, die auch den Duft der Poesie in
sich trägt, o betörender Duft!« (Laura Betti,
langjährige Wegbegleiterin), prägte sein literarisches und vor allem auch sein filmisches
Werk zeitlebens.
Schon früh war P.P.P. ein dissidenter Marxist/Kommunist, der Leidenschaft und
Ideologie verbinden wollte und dabei auf
den Rechten des Einzelnen beharrte; ein
ketzerischer Katholik, der die revolutionäre Botschaft des Neuen Testaments gegen
Kirche und Staat richtete: Als 1963 bekannt
4

wurde, dass er einen Film nach dem Evangelium des Matthäus plane, brach allgemeine
Bestürzung und Ablehnung aus, es folgten
Anklagen gegen den Künstler, bekennenden
Atheisten und Homosexuellen (P. hat seine
sexuelle Orientierung nie verborgen und sie
als Provokation gegen das erzkonservative,
von der katholischen Kirche beherrschte
Nachkriegsitalien empfunden und auch eingesetzt). Vielen galt dieser Plan als Sakrileg.

DAS ERSTE EVANGELIUM
NACH MATTHÄUS (1964)
Nach vergeblichen Recherchen in Israel
fand er »seinen« Ort in der süditalienischen
Höhlenstadt Matera und drehte dort ausschließlich mit Laien.
Seiner über alles geliebten Mutter »schenkte« er ein immerwährendes Andenken, sie
ist die Jesusmutter unter dem Kreuz. Wer
in dieses Gesicht einmal eingetaucht ist,
wird es niemals vergessen, wie überhaupt
die »face close-ups«, Großaufnahmen der
Gesichter, eines der bevorzugten und eindrucksvollsten Gestaltungsmittel des Regisseurs sind.
Der Film sollte »ein reines Werk der Poesie« werden, das den Dingen »die Heiligkeit
zurückgibt«, er ist übrigens Johannes XXIII.
gewidmet. P.P.P. aktualisiert das Evangelium
nicht; er macht aus Christus keinen Frühsozialisten, sondern fügt seine Lehren und sein
Wirken ganz in den Kosmos einer bäuerlichen Welt, in der der Mythos noch präsent
ist. Eine Tageszeitung nannte den Film damals »das einzige Wunder des Bibelfilms«
Vier Jahre später greift P. in TEOREMA –
GEOMETRIE DER LIEBE, einem Werk von
formstrenger Konzentration, das Motiv des
»Erlösers« noch einmal auf – unter völlig
umgekehrten Vorzeichen:
Ein Gast, ein schöner junger Mann, kommt
in eine Industriellenfamilie, vielleicht als
Gott, als Engel oder nur als sexuelle Versuchung. Alle verfallen ihm, doch nur die
Hausangestellte wird durch den Kontakt mit
ihm wirklich transformiert und zur Heiligen.

Reproduktion. Ich wollte eine neue Technik
benutzen, getrieben von meiner Ausdrucksbesessenheit… Film ist also die Verlängerung meiner Arbeit als Dichter …«
ACCATONE (1961)
(deutscher Verleihtitel – na so was! -:
Wer nie sein Brot mit Tränen aSS)
Vittorio, genannt Accatone (Schmarotzer,
Bettler), ist ein kleiner Zuhälter in den »borgate«, den Elendsvierteln von Rom, ein ewig
unerwachsener Mann, einzig begabt mit der
List der Zu-kurz- Gekommenen. Die Liebe
zu dem Mädchen Stella scheint ihn kurzzeitig zu läutern, doch dann ereilt ihn nach
einem Diebstahl doch noch der Tod.
Die »neorealistische« Geschichte wird von
Pasolini konsequent ästhetisch überhöht,
ohne diese Welt, die kein Mitleid kennt, zu
romantisieren. Bildkomposition und Lichtdramaturgie sind der Renaissancemalerei
nachempfunden; Musik aus Werken von
Bach unterstreicht den Passionscharakter
des Lebens und Sterbens am äußersten
Rand der Gesellschaft.
MAMMA ROMA (1962),
mit der unsterblichen Anna Magnani in der
Titelrolle, erzählt von der Liebe einer Prostituierten zu ihrem Sohn, den sie vor dem Leben auf der Straße bewahren will und doch
verliert.
Erneut wird der sozialrealistische Plot zu
einem »hochmanieristischen Kinostück«
(Wolfram Schütte), in dem lange Fahrten
der Kamera Raum und Zeit fast physisch
präsent werden lassen, während Einstellungen, die sich an Vorbildern sakraler Malerei
orientieren, die Gegenwart und die Realität
transzendieren.
In der letzten Episode seines Films Caro
Diario (Geliebtes Tagebuch) fährt der
Regisseur und Hauptdarsteller Nanni Moretti auf einer Vespa endlos lang durch Rom,
bis er den Strand von Ostia erreicht, er hält
neben einer verrottenden Gedenkskulptur
und blickt aufs Meer….
FINE

Seine ersten eigenen Filme realisierte der
damals schon berühmte und anerkannte
Literat 1961 und 1962.
Seine Hinwendung zum Medium Film erklärt der Regisseur so: »Die erste Sprache
des Menschen ist sein Handeln, seine Präsenz in der Realität, im Leben. Und Film ist
nichts anderes als die Abbildung dieser ersten menschlichen Sprache, eine technische

MEDIATHEK
Außer den besprochenen sind,u.a. folgende
Pasolini-Filme erhältlich:
La ricotta (Der Weichkäse, 1962) /
Comizi d’amore (Gastmahl der Liebe,
1964) / Uccellacci e uccellini (GroSSe Vögel, kleine Vögel, 1966) / Edipo
Re (Bett der Gewalt, 1967) , u.v.m.

Zitate
von und über Pier Paolo Pasolini,
zu dessen 40. Todestag am 2.
November das Moviemento Abel
Ferraras Biopic Pasolini zeigt
(ab Freitag, 20. November)

»Wenn ich unabhängig bin, dann voller
Wut, Schmerz und Verletztheit, ohne die
Gelassenheit des Starken, und nur, weil
man mich dazu zwingt. Und wenn ich
mich zu kämpfen anschicke – hier in dieser Kolumne, einem kleinen Randgebiet
meiner schriftstellerischen Tätigkeit – so
gut ich kann, mit all meinen Kräften, gegen jede Art von Terror, so tue ich es in
Wirklichkeit nur, weil ich allein bin. Was
mich treibt …ist Einsamkeit…denn ich
habe keinen hinter mir, der mich unterstützen würde und mit dem ich gemeinsame Interessen zu vertreten hätte.«
Pasolini am 6. August 1968 in der ersten
Kolumne für die italienische Illustrierte
»Tempo«, die wöchentlich unter dem
Titel »Il Caos« als eine Art öffentliches
Tagebuch erschien

»Wir sind alle in Gefahr.«
Titel des letzten Interviews, das Pier Paolo Pasolini am Tag vor seinem Tod in der
Nacht auf den 2. November 1975 gab

»Ich will euch sagen, was wir verloren haben, wir, seine Freunde, ihr und das ganze italienische Volk. Mit Pier Paolo Pasolini haben wir vor allem einen von Grund
auf guten, sanften, freundlichen Menschen verloren, einen Menschen, der
im Innersten die besten Gefühle hegte,
der die Gewalt hasste, aus intellektueller
Würde und aufgrund seiner ureigenen,
unendlich feinen und zarten Empfindungen. Er hasste die Gewalt. Nun hat ihn die
Gewalt zerbrochen.«
Alberto Moravia, Schriftsteller und väterlicher Freund Pasolinis, in seiner Grabrede für Pasolini am 5. November 1975

»Ich gehöre nicht zu denen, die sagen,
dass Pier Paolo sterben wollte. Sicher,
er hatte selbstzerstörerische Tendenzen,
aber wer hat die nicht? In Wahrheit liebte
er das Leben und war voller Lebenslust

wie ein 20-Jähriger, machte Pläne für die
Zukunft und war voller Ideen. Ich glaube
nicht, dass jemand, der sterben will, große Pläne macht. Er war einfach kein Depressiver und auch kein düsterer Selbstmordkandidat.«
Dacia Maraini, 2. Ehefrau von Moravia,
enge Vertraute und Mitarbeiterin von
Pasolini

»Pasolini ist im Grunde das Opfer seiner
eigenen Roman- und Filmfiguren.«
Michelangelo Antonioni, Regisseur

»Endlich sind wir ihn los, diesen Wirrkopf,
dieses Relikt aus den 50er Jahren.«
Edoardo Sanguineti, Schriftsteller und
Literaturkritiker, der in öffentlichem polemischen Austausch mit Pasolini gestanden war.

»Mir fehlt ein Mensch, der in erster Linie
ein großer Dichter und Intellektueller
und dann auch ein großer Regisseur war.
Denn Pasolini hat sich nach und nach gesteigert und sich zum großen Regisseur
entwickelt. Mit der Zeit hat er seine filmische Grammatik gelernt und angewandt.
Und schließlich fehlt mir seine Kraft zur
Provokation, zum Skandal.«
Ennio Morricone, Komponist, der mit
Pasolini seit Mitte der sechziger Jahre
(GroSSe Vögel, kleine Vögel) zusammengearbeitet hat

»Wenn ein Dichter keine Angst mehr einjagt, soll er besser die Welt verlassen.«
Albert Ostermaier, in dem Pasolini gewidmeten Gedicht »vita violenta«

»Lasst eure Rucksäcke zu Pasolini daheim, this is just a fucking movie. Also
fahrt ab damit! Wenn ihr viel zu Pasolini wisst? Fein. Wenn ihr nichts wisst?
Scheiß drauf.«
Abel Ferrara, Regisseur

Zitate zusammengestellt von
Ulrike Steiner

Pasolini
FR/BE/IT 2014, diverse OmU,
R: Abel Ferrara, B: Maurizio Braucci,
Abel Ferrara, K: Stefano Falivene,
S: Fabio Nunziata, D: Willem Dafoe,
Maria de Medeiros, Riccardo Scamarcio,
Ninetto Davoli, Valerio Mastandrea,
Adriana Asti
Ab Freitag, 20. November
Abel Ferrara meinte bei der Premiere seines
Films in Venedig etwas ruppig, es sei egal,
ob man als Zuschauer etwas über Pier Paolo
Pasolini wisse oder nicht (siehe Zitate). Dem
ist nicht zuzustimmen, damit redet er seine
genaue Arbeit klein, in der er den letzten Lebenstag des Künstlers und Polit-Aktivisten
rekonstruiert. Nicht in dokumentarischem
Sinn, sondern eingebettet in Bild-Collagen,
durchbrochen von fiktiven Episoden, die
aus dem unvollendeten Roman »Petrolio«
zitieren, ebenso wie auf das geplante FilmProjekt »Porno-Teo-Kolossal« verweisen.
Die enge Beziehung Pasolinis zu seiner
Mutter Susanna ist eine visuelle Klammer.
In einer der ersten Szenen weckt sie ihren
gerade nach Rom zurück gekehrten Sohn
zärtlich. In der letzten Szene wird sie seinen
Tod beklagen. Gespielt wird diese Schlüsselrolle von Adriana Asti, die einst dem Pasolini-Freundeskreis angehörte. Auch Ninetto
Davoli, Pasolinis Geliebter und in künstlerischer Hinsicht sein Geschöpf, hat eine
kleine, aber wichtige Rolle übernommen. Er
sollte 1976 nach einer Phase der Entfremdung in »Porno-Teo-Kolossal« mitspielen.
Das lässt ihn Abel Ferrara nun nachholen.
In einer märchenhaften Sequenz folgt er als
weißhaariger Epifanio dem Kometen, der
die Geburt des Messias anzeigen soll.
Eine Kern-Szene ist das Re-Enactment
des berühmten letzten Interviews, Willem
Dafoe spricht darin - wie in fast allen Szenen – Englisch. Eine richtige Entscheidung,
um unstatthafte Anbiederung an Pasolini
zu vermeiden. Der Film ist eine Hommage,
das ist klar, aber er zelebriert keine devote
Beweihräucherung. Zu den VerschwörungsTheorien rund um die Mordnacht fügt Ferrara keine neue hinzu. In einer langsamen
Fahrt hebt sich die Kamera vom geschundenen Körper hoch, während Maria Callas
»Una voce poco fa« aus dem »Barbier von
Sevilla« anstimmt und ihr »Ich schwöre,
ich werde siegen« noch über den ganzen
Abspann hinweg mit gläserner Härte singt.
Ulrike Steiner
5

Pasolini

Krankenhaus liegt und die Situation keine
Hoffnung auf Genesung zulässt. Während
ihr Bruder Giovanni sich liebevoll um die
Mutter kümmert, ist seine Schwester mit
der Situation völlig überfordert und entwickelt Schuldgefühle. Zwischen Krankenhaus
und Drehorten wird ihr langsam klar, was
im Leben wirklich wichtig ist: Zeit mit ihren
Lieben zu verbringen und das Vermächtnis
ihrer Mutter zu beherzigen – die Lektion
Leben, die sie ihr erteilt hat, und die Erinnerung, die in ihr weiterleben wird.
Nanni Moretti, das Enfant terrible der italienischen Filmszene, gehört zu den eigenwilligsten und bedeutendsten Regisseuren in
Italien. Ein Intellektueller, Kommunist und
Kritiker, der den Politikern gerne auf die Finger schaut. Nach seinem erfolgreichen Film
HABEMUS PAPAM 2011 nimmt Moretti in
MIA MADRE Abschied von der Mutter, was
durchaus autobiografische Züge trägt. Er
hat einen wundervoll starken und einprägsamen Film realisiert: ein tiefgründiges und
gleichzeitig humorvolles, sensibles Meisterwerk. Er verknüpft die drückende Atmosphäre im Krankenhaus und das Durcheinander am Set mit Margheritas Erinnerungen
und Träumen. So entsteht ein Relief ihrer
Emotionalität inmitten eines sozialkritischen
Films. Moretti gedenkt mit dem Film seiner
verstorbenen Mutter, spricht aber auch
über die Bedeutung von Kino, über Realität
und Fiktion sowie über die Rolle der Arbeit,
und was sie für den Einzelnen bedeutet. MIA
MADRE ist vielleicht Morettis persönlichster
Film. Anhand der Figur, mit der er Margherita Buy betraut, spricht er eigentlich von sich
selbst und erzählt von seinen Gewohnheiten,
Neurosen und seiner Arbeitsmethode. Er
thematisiert das Unbehagen, das wir empfinden, wenn es um das Thema Tod geht,
erzählt aber auch davon, wie wichtig es ist,
sich umeinander zu kümmern, von der Liebe
und davon, dass es ein Morgen gibt. Der Film
ist unbedingt politisch und ein Plädoyer für
mehr Leichtigkeit des Seins.

MIA MADRE ist ein kluger, bewegender
und lustiger Film, der seiner Düsternis eine
positive Philosophie der Trauer entgegensetzt […]: Die Toten leben an unserer Seite
weiter, ihre Hinterlassenschaft begleitet uns
in die Zukunft. – arte
Nanni Moretti hat wahre Liebe auf die
Leinwand gebracht […] und schafft einen
souveränen wie eleganten Balanceakt zwischen ausgelassenem Humor und melancholischer Tragik. – Neue Zürcher Zeitung
6

Steve Jobs

Steve Jobs
US 2015, 121 min, Englisch OmU,
R: Danny Boyle, B: Aaron Sorkin, nach der
Buchvorlage von Walter Isaacson,
K: Alwin H. Kuchler, S: Elliot Graham,
D: Michael Fassbender, Kate Winslet,
Seth Rogen, Sarah Snook, Jeff Daniels,
Katherine Waterston
Ab Freitag, 13. November
Faszinierendes Charakterporträt, das anhand der Vorstellung dreier revolutionärer
Produkte Höhen und Tiefen im Leben des
Apple-Gründers nachzeichnet.
Als Steve Jobs mit zwei Freunden im Jahr
1976 die Firma Apple gründet, kann noch
niemand ahnen, dass er mit seinen Produkten die Welt verändern wird. 1984 stellt
Jobs den originalen Macintosh-Computer
vor, 1988 tritt er mit dem NeXTcube vor die
Weltöffentlichkeit, und 1998 leitete er die
Hochphase von Apple mit der Präsentation
des iMac ein. Anhand dieser drei Meilensteine lernt man Steve Jobs kennen, den Menschen, den Visionär, das Genie, den Machtmenschen. Nach dem Drehbuch zu THE
SOCIAL NETWORK (2009) über FacebookKopf Mark Zuckerberg nimmt sich Autor
Aaron Sorkin nun den Gründer von Apple
vor. Regisseur und Oscar-Gewinner Danny
Boyle verleiht der Geschichte in drei langen
Sequenzen, die während der Vorstellung der
jeweiligen Produkte von Apple erzählt wird,
ihren modernen Schliff. Hauptdarsteller Michael Fassbender wächst in seiner bislang
größten Herausforderung über sich hinaus.
Drei Akte, drei Orte, drei Präsentationen
bahnbrechender Produkte, ein Protagonist,
fünf Personen, die um den Protagonisten
kreisen wie Planeten um die Licht spendende Sonne. Der begnadete Drehbuchautor
Aaron Sorkin wagt sich an eine dramaturgische Verdichtung und presst die Eckdaten
eines real gelebten Lebens in eine fiktive,
regelrecht abstrakte Form. Bereits in THE
SOCIAL NETWORK fügte Sorkin skizzenhaft
Eckdaten des Lebens von Mark Zuckerberg
zusammen, um anhand der Gründung von
Facebook von der verletzten Seele eines von
sich selbst überzeugten jungen Mannes zu
erzählen. STEVE JOBS nutzt nun in einem
kreativen Drahtseilakt die jeweils 40 Minuten vor den Vorstellungen des Macintosh
im Jahr 1984, des NeXTcube im Jahr 1988
und des iMac im Jahr 1998, um mit einem
Wirbelsturm an Dialogen und Konfrontationen eine Wahrheit über Jobs zu isolieren.

Bonne Nuit Papa

Ein Mann, der verändern will, wie Menschen
miteinander kommunizieren, aber selbst
nicht in der Lage ist, mit denen, die ihm am
nächsten stehen, in Kontakt zu treten.

Der Film erzählt von einem Mythos, aus
der Sicht eines Skeptikers. Egal ob wir Steve Jobs mögen oder nicht, die meisten von
uns leben in der Welt, die er erschaffen hat.
– The New York Times

Bonne Nuit Papa
DE 2014, OdF, 100 min,
R/B: Marina Kem,
K: Notker Mahr, Henning Stirner,
S: Steven Wilhelm
Festival Der Neue Heimatfilm 2015:
Publikumspreis

Ab Sonntag, 1. November
Doku über den aus Kambodscha stammenden Vater der in Deutschland aufgewachsenen Regisseurin Marina Kem.
Der Film zeichnet die persönliche Spurensuche der Autorin nach, die als Tochter
eines Kambodschaners und einer Dresdnerin in Ostdeutschland aufgewachsen ist.
In ihrem ersten abendfüllenden Dokumentarfilm erzählt Marina Kem die Geschichte
ihres Vaters, eines Wandlers zwischen zwei
Kulturen, die unterschiedlicher kaum sein
können. Ottara Kem verlässt Kambodscha
1965, um in der DDR zu studieren. Nach
dem Einzug der Roten Khmer 1975 ist eine
Rückkehr nicht mehr möglich. Er bleibt
im Exil, heiratet und gründet eine Familie.
Über seine Heimat und die Vergangenheit
allerdings schweigt er. Erst auf dem Sterbebett wünscht er sich, in seiner Heimat
Kambodscha begraben zu werden. Für die
Tochter beginnt damit eine intensive und
versöhnliche Reise. Marina Kem ist nicht
nur ein liebevolles, vielschichtiges Porträt
über das bewegte Schicksal ihres Vaters
gelungen - es ist auch ein Zeugnis über eine
Vater-Tochter-Beziehung, in der lange Zeit
das Schweigen dominierte. Der Film schlägt
eine kulturelle Brücke zwischen Deutschland und Kambodscha und beweist, dass
Liebe und Familie nachhaltig über Gewalt
und Folter triumphieren, aller politischen
Wirren zum Trotz. Nicht umsonst erhielt er
das »Prädikat besonders wertvoll« von der
Filmbewertungsstelle.

Die Schüler der Madame Anne

Die Schüler der
Madame Anne
Les héritiers
FR 2014, 105 min, Französisch OmU,
R: Marie-Castille Mention-Schaar,
B: Marie-Castille Mention-Schaar,
Ahmed Dramé, K: Myriam Vinocour,
S: Benoît Quinon, D: Ariane Ascaride,
Ahmed Dramé, Noémie Merlant, Geneviève
Mnich, Stéphane Bak, Wendy Nieto
Ab Freitag, 6. November
Feelgood-Movie um eine engagierte Lehrerin, die ihre Brennpunkt-Klasse zusammenschweißt, indem sie sie mit einem
Geschichtsprojekt zu einem nationalen
Schülerwettbewerb anmeldet.
Ein Leben auf dem Pulverfass: die 11. Klasse des Pariser Léon-Blum-Gymnasiums ist
im wahrsten Wortsinn vielfältig. Doch tummeln sich hier viele, die wissen, dass sich
der Rest der Welt nicht für sie interessiert.
Der junge Muslim Malik, die aggressive Mélanie oder der stille Théo nehmen nicht teil
am Wohlstand der Mitte, und sie haben sich
damit abgefunden. Das Klassenzimmer ist
ihre politische Bühne, hier begegnen sich
mit voller Wucht kulturelle und persönliche
Konflikte. Etwas zu lernen, scheint reine
Zeitverschwendung. Als die engagierte Lehrerin Anne Gueguen die Klasse übernimmt,
begegnen ihr selbstbewusster Unwille und
große Provokationslust. Doch die kluge
Frau versteht es, mit geschickten Fragen die
Muster der Jugendlichen zu durchbrechen.
Ohne mit der Wimper zu zucken, meldet
sie die Klasse bei einem renommierten nationalen Schülerwettbewerb an. Mit großer
Beharrlichkeit gelingt es ihr, die Schüler in
eine gemeinsame Aufgabe zu verwickeln.
Obwohl die meisten sich noch nie mit Geschichte befasst haben, entdecken die
Jugendlichen, dass die längst vergangenen Schicksale auch ihnen viel zu erzählen haben. Für sie beginnt eine Reise in die
Vergangenheit, die sie schließlich zu einer
Gemeinschaft macht. Mit viel Sensibilität
zeigt ihnen Madame Anne, dass sie Teil von
etwas viel Größerem sind. Nach einer wahren Begebenheit erzählt die Regisseurin
Marie-Castille Mention-Schaar eine tief bewegende Geschichte über Integration und
die Chance, die in der Gemeinschaft liegt.
Ein kraftvoller und kämpferischer Film, von
fantastischen Schauspielern getragen und
voller Hoffnung.

Virgin Mountain

Virgin Mountain
Fúsi
IS/DK 2015, 94 min, Englisch OmU,
R/B: Dagur Kári Pétursson,
K: Rasmus Videbæk,
S: Andri Steinn Guðjónsson, Oliver Bugge
Coutté, Dagur Kári Pétursson,
D: Gunnar Jónsson, Ilmur Kristjánsdóttir,
Sigurjón Kjartansson, F. U. Dagsdóttir,
Margrét Helga Jóhannsdóttir, Arnar Jónsson
Ab Donnerstag, 12. November
Regisseur Dagur Kári erzählt lakonischtrocken, unglaublich witzig und berührend
aus dem Leben des gutmütigen Fúsi.
Der herzensgute Mittvierziger Fúsi ist zwar
längst kein Kind mehr, aber deswegen trotzdem noch lange nicht wirklich erwachsen.
Er lebt nach wie vor bei seiner Mutter, hatte
noch nie eine Freundin, und in seiner Freizeit widmet er sich am liebsten Spielzeugsoldaten und ferngesteuerten Autos. Doch
sein von ewiger Routine und hämischen
Kommentaren seiner Arbeitskollegen geprägtes Einzelgängerleben wird bald schon
auf den Kopf gestellt. Erst freundet er sich
mit dem neuen Nachbarsmädchen an, dann
bringt ein nicht ganz freiwillig besuchter
Tanzkurs noch viel größere Veränderungen
mit sich. Dort lernt er die ebenso attraktive
wie liebenswürdige Sjöfn kennen, die in ihm
vollkommen neue Gefühle auslöst. Doch die
zarte Liebe, die sich zwischen den beiden
anzubahnen scheint, hält ungeahnte Überraschungen und Komplikationen bereit.
Jetzt ist es an Fúsi, aus seinem Trott auszubrechen und endlich der Welt zu zeigen, was
in ihm steckt. Der isländische Regisseur Dagur Kári (EIN GUTES HERZ, NOI ALBINOI)
erzählt mit lakonisch-trockenem Humor so
sensibel und berührend, dass man seinen
scheuen Riesen ins Herz schließen muss.
Sechs Jahre nach seinem ersten englischsprachigen Film EIN GUTES HERZ meldet
er sich mit VIRGIN MOUNTAIN aus seiner
Heimat Island zurück. Mit lakonischem
Witz, viel Herz und einer bemerkenswerten
Sensibilität erzählt er das Porträt seines
eigenwilligen Protagonisten als Coming-ofAge-Geschichte eines erwachsenen Mannes. Gunnar Jónsson, in Island vor allem als
Fernsehkomiker bekannt, besticht dabei in
der Hauptrolle durch stoische Ruhe und erstaunliche Nuanciertheit.

Ein genau beobachtetes Porträt eines besonderen Menschen. – programmkino.de

Zwischen Himmel und Eis

Zwischen Himmel
und Eis
La glace et le ciel
FR 2015, 89 min, Französisch OmU,
R/B: Luc Jacquet, K: Stéphane Martin,
S: Stéphane Mazalaigue
Ab Freitag, 27. November
Die Doku berichtet von der Arbeit des heute 82-jährigen Forschers Claude Lorius,
der bereits 1965 als Erster vor der globalen
Erwärmung und den Folgen für den Planeten warnte.
Eisig, unnahbar und wunderschön – scheinbar endlos erstrecken sich die Schneelandschaften der Antarktis. Doch das
jahrtausendealte Eis hütet ein Geheimnis:
Unzählige eingeschlossene Luftbläschen
aus Urzeiten zeugen vom Klima vergangener Zeiten und seiner Veränderung durch
den Menschen. Luc Jacquet blickt zurück
auf die ersten Expeditionen des französischen Wissenschaftlers Claude Lorius, der
bereits als junger Mann unter extremsten
Bedingungen das Eis erforscht hat. Ihm
gelang es, erstmals die Klimageschichte
unseres Planeten bis 800.000 Jahre zurückzuverfolgen und eine bittere Wahrheit
aufzudecken …
Mit atemberaubenden Landschaftsaufnahmen und spektakulärem Archivmaterial
erzählt Oscar-Preisträger Luc Jacquet (DIE
REISE DER PINGUINE) die abenteuerliche Geschichte des Polarforschers Claude
Lorius, der sein Leben dem Eis gewidmet
hat. Dabei offenbart er einen Planeten von
unermesslicher Schönheit, aber auch großer Zerbrechlichkeit. Der eindrucksvolle
Dokumentarfilm ist gleichermaßen bildgewaltiges Naturerlebnis, spannendes Antarktisabenteuer und bewegendes Plädoyer für
den Klimaschutz.
REGIESTATEMENT
Jetzt, wo er 82 Jahre alt ist, wollte ich mit
ihm zurück in die Vergangenheit blicken und
seine Geschichte erzählen: an der Zeitlinie
seines Lebens entlang reisen, als eine echte
Reflexion der Geschichte unseres Planeten.
Ich wollte ein feinsinniges Porträt dieses
großartigen, weisen alten Mannes zeichnen,
mit dem ich intuitiv Worte und Gedanken teile, die von unserer unermesslichen Liebe zu
der Antarktis stammen, einer Landspitze, in
der wir beide – durch 40 Jahre getrennt – ein
gemeinsames Schicksal gefunden haben.
7

Giovanni Segantini – Magie des Lichts

Giovanni Segantini
– Magie des Lichts
CH 2015, 85 min, OdF,
R/B: Christian Labhart, K: Pio Corradi,
S: Annette Brütsch
Ab Freitag, 13. November
Dokumentarischer Essay über den Maler
und Aussteiger, der erst nach seinem Tod
1899 Anerkennung gefunden hat.
Giovanni Segantini – Kunstmaler, Anarchist,
Aussteiger, als Österreicher geboren und
nach Aberkennung der Staatsbürgerschaft
Staatenloser. Er schuf meist unter freiem
Himmel monumentale Werke, in denen oft
einfache Menschen, den Blick nach unten
gerichtet, in der idealisierten Natur einer
Hochgebirgslandschaft eingebettet sind.
Im Lauf seines Lebens stieg er auf der Suche nach mehr Licht immer höher hinauf.
41-jährig starb er 1899 im Schweizer Engadin unter dramatischen Umständen in
einer Alphütte auf 2700 Meter. Giovanni
Segantinis autobiographische Texte – gelesen von Bruno Ganz –, die Auszüge aus Asta
Scheibs Bestseller »Das Schönste, was ich
sah« – gelesen von Mona Petri –, die Musik Paul Gigers mit dem Carmina Quartett
und die Impressionen der Kamera von Pio
Corradi verschmelzen zu einem filmischen
Essay, der einen direkten Zugang zu Leben
und Werk Segantinis gewährt. Der Blick wird
nicht von fremden Kommentaren gestört,
das Wort hat der Maler selbst. Eine hochauflösende Spezialkamera gewährleistet die
farbgetreue Wiedergabe der Originalbilder.
Der Film richtet die Aufmerksamkeit auf die
dramatische Kindheit und Jugend Segantinis, er nimmt Anteil an seinen inneren Prozessen und Krisen beim Malen, an seinem
von finanziellen Nöten geprägten Alltag,
an seinem widersprüchlichen Umgang mit
Mutterliebe und Erotik und schließlich an
seinem verzweifelten Kampf gegen den Tod.
Entstanden ist ein emotionaler Blick in die
Abgründe einer zutiefst verletzten Seele
und auf das Werk eines genialen Künstlers,
dessen internationale Erfolge erst kurz vor
seinem frühen Tod einsetzten, der aber in
Österreich noch auf seine Entdeckung wartet. Ein stiller, meditativer Film, eine Antithese zum Lärm der Welt – eine Hommage an
Giovanni Segantini.

Eine eindrucksvoller Dokumentarfilm. –
programmkino. de
8

Highway to Hellas

Einer von uns

Highway to Hellas

Einer von uns

DE 2015, 89 min, OdF,
R: Aron Lehmann,
K: Nikolaus Summerer,
D: Christoph-Maria Herbst,
Adam Bousdoukos, Akillas Karazisis,
Christos Valavanidis, Giorgos Kotanidis,
Georgia Tsangkaraki

AT 2015, 86 min, OdF,
R/B: Stephan Richter, K: Enzo Brandner,
S: Andreas Wodraschke, Julia Drack,
D: Jack Hofer, Simon Morzé,
Christopher Schärf, Dominic M. Singer,
Andreas Lust, Markus Schleinzer

Ab Freitag, 27. November
Culture-Clash-Komödie um einen Deutschen, der auf einer griechischen Insel die
Kreditwürdigkeit der Bewohner prüfen will.
Die Deutschen kommen! Um mal wieder
zu schnüffeln und zu kontrollieren, weil die
Griechen wie immer unter dem Verdacht
stehen, gelogen und betrogen zu haben. Zu
Recht! Jörg Geissner, ein Angestellter der
Münchner AVO-Bank, erreicht die kleine
griechische Insel Paladiki, um dort die Sicherheiten für einen vor Jahren gewährten
Kredit zu überprüfen. Sein Verdacht: Die angegebenen Sicherheiten – ein Krankenhaus
und ein Elektrizitätswerk – existieren nicht.
Doch die Griechen sind nicht dumm. Geissner soll ihnen erst einmal beweisen, dass die
Sicherheiten nicht existieren! Für den überforderten Bankangestellten beginnt eine unerwartete Odyssee, bei welcher er auf sich
allein gestellt ist. Er gegen den Rest der Insel. Und als ständiger Begleiter der gewitzte
Gigolo und Deutsch-Grieche Panos, welcher
dafür sorgt, dass Geissner auf seiner Suche
nach dem Elektrizitätswerk nicht zu schnell
vorankommt. Währenddessen versucht
Paladikis Bürgermeister Spyros in seiner
Verzweiflung etwas herzuzaubern, das wenigstens bei Nacht und im betrunkenen
Zustand annähernd so aussieht, als könnte es ein Elektrizitätswerk sein. Der Verlust
des Kredits wäre für seine ohnehin schon
völlig verarmte Insel eine Katastrophe und
würde den sicheren Bankrott bedeuten. So
folgen ereignisreiche Tage auf der Insel Paladiki, in welchen sich ein klappriger Schafstall in ein E-Werk verwandelt und sich der
penible Wirtschaftsprüfer Geissner und der
freiheitsliebende Lebemann Panos auf den
gemeinsamen Irrfahrten näher kennen –
und irgendwie auch mögen lernen. Je mehr
Geissner Einblick in die Geschichten und
den Alltag der Leute hier bekommt, umso
mehr wird ihm die Brisanz seiner Rolle klar:
Der Ausgang seiner Reise entscheidet über
die Zukunft dieser Insel und Geissner muss
sich die Frage stellen, wem gegenüber er
sich wirklich verantwortlich fühlt.

Ab Freitag, 20. November
Das Opfer liegt bewegungslos im Zentrum
des Bildes, niedergestreckt von der Dienstwaffe eines Polizisten, ein Körper auf dem
Gang zwischen den Regalen eines Supermarkts, auf poliertem Boden, bestrahlt von
kaltem Neondeckenlicht. So beginnt und
endet dieser Film, in aller Stille: ein Werk
der Trauer über etwas kaum Begreifbares,
in seiner Sprache kühl und zart zugleich,
empathisch, aber ohne falsches Pathos.
Zwischen den Szenen jener Bluttat, auf die
diese Erzählung hinauslaufen muss, wird
in EINER VON UNS das Umfeld gezeichnet,
in dem so etwas stattfinden konnte: der
Schuss in den Rücken eines unbewaffneten, fliehenden Teenagers, der aus Übermut
nachts in ein Geschäft eingebrochen war.
Das Regiedebüt des Medienkünstlers Stephan Richter dreht sich um einen Vorfall,
der sich im Hochsommer 2009 in Niederösterreich, 70 Kilometer westlich von Wien,
tatsächlich ereignet hat. In den frühen Morgenstunden des 5. August wurde ein 14-Jähriger in einem Supermarkt im Kremser
Stadtteil Lerchenfeld von einem Beamten
der Polizei erschossen. Richter nähert sich
dem Fall, unter Mithilfe der prägnant-filigranen Fotografie Enzo Brandners, analytisch,
er hält Distanz zu seinen Charakteren, wählt
lieber entlegene Perspektiven als das Mittendrin konventioneller TV-Doku-Dramatik.
So bahnt sich EINER VON UNS seinen Weg
in ein gottverlassenes Suburbia in den
Hundstagen des Sommers 2009, zeigt das
Leben der Kids mit Hip-Hop und Techno in
den Kopfhörern und Autoradios, die gelangweilten Reaktionen auf Mamas Ermahnungen, die Wut und die Angst angesichts der
Drangsalierung durch die konservativen
Kräfte, durch Filialleiter und Ordnungshüter.
Richter findet dabei zu treffenden Tonfällen,
gibt den Chancenlosen und Desillusionierten Stimmen, Gesichter und Körper. Sein
Film zieht sich, auch deshalb, immer wieder
ins Meditative zurück: in das Unheimliche
der streng geordneten fünf Warenreihen,
in die trancehaften Kamerafahrten entlang
der Kühltruhe ...

Freistatt

Freistatt
DE 2014, 108 min, OdF,
R: Marc Brummund, B: Nicole Armbruster,
Marc Brummund, K: Judith Kaufmann,
S: Hans Funck, D: Louis Hofmann,
Alexander Held, Stephan Grossmann,
Katharina Lorenz, Max Riemelt, Uwe Bohm
Deutscher Filmpreis 2013: Drehbuchpreis
Bayerischer Filmpreis 2014: Bester Nachwuchsdarsteller (Louis Hofmann)
Saarbrücken 2015: Publikumspreis, Preis
der Jugendjury
Ab Freitag, 20. November
Beklemmendes Jugenddrama um grausame Praktiken in einer Erziehungsanstalt
im Norddeutschland der 1960er Jahre.
Sommer 1968. Der Wind der Veränderung
ist in den norddeutschen Kleinstädten allerhöchstens als Brise zu spüren. Mit selbstverständlicher Aufmüpfigkeit begegnet der
14-jährige Wolfgang seinem Alltag, seiner
Mutter und vor allem seinem Stiefvater.
Als er von seiner Familie in die abgelegene
kirchliche Fürsorgeanstalt FREISTATT abgeschoben wird, findet er sich in einer Welt
wieder, der er nur mit noch unbändigerem
Freiheitsdrang begegnen kann: verschlossene Türen, vergitterte Fenster, militärischer Drill während der als Erziehung verbrämten täglichen Arbeitseinsätze in den
Mooren der Umgebung. Doch für Wolfgang
ist eins klar: Seine Sehnsucht nach Freiheit
wird er so schnell nicht im Moor begraben.
FREISTATT ist nach dem Drehbuch von
Nicole Armbruster und Marc Brummund
entstanden, das mit dem Emder Drehbuch-

The Look of Silence

preis (vergeben von der Grimme-Jury) und
mit der Lola in Gold (Deutscher Drehbuchpreis 2013) ausgezeichnet wurde.
»Uns hat diese unerhörte Gleichzeitigkeit
fasziniert«, sagt Marc Brummund. »Auf der
einen Seite eine Gesellschaft, die zwischen
Rock’n’Roll und Studentenrevolte schier unbändig nach Freiheit zu streben scheint, auf
der anderen Seite die Fortschreibung eines
institutionalisierten und in seiner Dimension kaum vorstellbaren Missbrauchs in Erziehungsheimen und Institutionen.«
Neben bekannten Darstellern wie Uwe
Bohm als Stiefvater, Katharina Lorenz als
Mutter, Alexander Held als Hausvater sowie
Max Riemelt und Stephan Grossmann als
Erzieher versammelte Marc Brummund für
FREISTATT ein Ensemble vielversprechender Newcomer. Sein Hauptdarsteller Louis
Hoffmann wurde im Jänner 2015 mit dem
Bayerischen Filmpreis für den besten Nachwuchsdarsteller ausgezeichnet.

The Look of Silence
DK/ID/NO/FI/GB 2014, 103 min, diverse
OmU, R: Joshua Oppenheimer,
K: Lars Skree, S: Nils Pagh Andersen
Venedig 2014: Großer Preis der Jury
Berlin 2015: Friedensfilmpreis

Ab Freitag, 6. November
Fortsetzung des gefeierten Doku THE ACT
OF KILLING, der die Opfer der Militärdiktatur in Indonesien im Fokus hat.

Irrational Man

Durch Joshua Oppenheimers filmische Arbeit mit den Verantwortlichen des Genozids
in Indonesien 1965/66 erfährt eine Familie,
unter welchen Umständen ihr Sohn getötet
wurde und wer die Mörder waren. Der jüngste Bruder beschließt, die Mauer des Schweigens zu durchbrechen. Er überwindet die
Angst, unter der die Angehörigen und Nachfahren der Opfer bis heute leiden, und tritt
den Männern gegenüber, die seinen Bruder
auf dem Gewissen haben – unvorstellbar
in einem Land, in dem die Mörder noch
immer an der Macht sind. Nach THE ACT
OF KILLING (2012) setzt Regisseur Joshua
Oppenheimer mit THE LOOK OF SILENCE
seine Aufarbeitung der blutigen jüngeren
Geschichte Indonesiens fort.
REGIESTATEMENT
THE ACT OF KILLING ging der Frage nach:
Was passiert mit uns, wenn die Welt, in der
wir leben, nur auf Gewalt und Lügen basiert?
THE LOOK OF SILENCE will nun erkunden,
wie es ist, ein Überlebender in solch einer
Welt zu sein. Jeder Film, der Überlebende eines Völkermords porträtieren will, ist
zwangsläufig wie ein Gang durch ein Minenfeld voller Klischees. [...] Der Film soll dem
Zuschauer wie ein Gedicht erscheinen, das
vom Schweigen getragen wird – über die
Notwendigkeit, das Schweigen zu durchbrechen, aber auch über das Trauma, das Menschen dabei erleiden können. Der Film setzt
der Stille ein Denkmal – er erinnert uns daran, dass wir nichts mehr zusammenfügen
können, was einmal zerbrochen ist, obgleich
wir weitermachen wollen, wegschauen und
an schönere Dinge denken möchten. Nichts
und niemand wird die Toten erwecken.

9

Lampedusa im Winter

Lampedusa
im Winter
AT/IT/CH 2015, 93 min,
R/K: Jakob Brossmann, S: Nela Märki
Südwind-Premiere: Fr 6. November,
20.00, Moviemento – Mit Regisseur
Ein Dokumentarfilm über den Kampf um
Solidarität am Rande Europas.
Mit Einsetzen des Flüchtlingsstroms über
das Mittelmeer wurde die winzige italienische Insel Lampedusa zur Projektionsfläche paranoider Fremdenhasser wie zum
Symbol einer unmenschlichen Asylpolitik.
Im Winter 2014 reist der Theater- und Filmemacher Jakob Brossmann auf die Insel,
um zu untersuchen, wie es um das Leben
dort wirklich bestellt ist. Touristen und Medien sind fort, und die wirklichen Probleme
der Bewohner treten in den Vordergrund:
Die alte Fähre, überlebensnotwendig, ist abgebrannt und wurde durch eine noch ältere
ersetzt. Deshalb treten die Fischer in den
Ausstand. Eine Gruppe von Flüchtlingen,
die seit Monaten hier festsitzt, will endlich
aufs Festland. Sie streiken vor der Kirche.
Weil es keine Fähre gibt, stapelt sich der
Müll und die Lebensmittel werden knapp.
Mitten in dieser angestrengten Lage kämpfen die Bürgermeisterin und eine engagierte
Anwältin aus tiefster persönlicher Überzeugung um menschliche Lösungen. Brossmanns Blick ist unaufdringlich und genau.
Mit sicherer Hand führt der Regisseur durch
die Ereignisse dieser Krise, während er uns
gleichzeitig Orte und Menschen vorstellt,
die mit dem Schicksal der Migranten verbunden sind.

The Forcaster
DE/US 2014, 92 min, Englisch OmU,
R: Marcus Vetter, Karin Steinberger,
K: Georg Zengerling

Ab Freitag, 27. November
Martin Armstrong will einen Code geschrieben haben, der Finanzkrisen voraussagt.
Das brachte ihn jahrelang ins Gefängnis.
Die Bankenkrise ist längst nicht vorüber,
Städte und Gemeinden sind verschuldet,
Regierungen reagieren hilflos. Eurokrise
10

The Forecaster

und Grexit sind die Schlagworte in diesen
Tagen. Ein allgemeines Unbehagen macht
sich breit: Warum sollten Steuerzahler für
Milliardenhilfen an Banken einstehen, wenn
diese ihre Krisen selbst verursacht haben?
Welche skrupellosen Spieler sind in den internationalen Finanzmärkten unterwegs?
Was wissen wir wirklich darüber? Martin
Armstrong behauptet, mehr zu wissen als
andere! Martin Armstrong ist THE FORECASTER. Er entwickelte Anfang der Achtzigerjahre ein Computermodell, mit dem er
Ereignisse der Weltwirtschaft erschreckend
präzise voraussagte: Die Russlandkrise
1998/99, die Dotcom-Blase 2000, die Finanzkrise 2007, die Eurokrise 2009. Ist dieser Mann ein Genie oder ein Scharlatan? Im
September 1999 stürmte das FBI sein Büro.
Wegen Betrugs wurde Martin Armstrong
verhaftet und verbrachte zwölf Jahre im Gefängnis – ohne Prozess. Wollte man einen
Unbequemen zum Schweigen bringen?

Auf der Suche
nach Isolde
Searching for Isolde
AT/DE/SL/AR, 2015, 70 min,
R: Barbara Windtner
Filmgespräch: Sa 14. November,
19.00, Moviemento – mit Filmteam
Regisseurin Barbara Windtner begibt sich
gemeinsam mit der Tänzerin Ulrike Hager
auf die Suche nach der Choreographin
Isolde Klietmann, einer Tanzpionierin der
Zwischenkriegszeit in Linz.
Von Maribor nach Linz und Wien bis nach
Argentinien folgen sie den Spuren dieser
außergewöhnlichen Künstlerin und Pädagogin, die bedingt durch die Machtübernahme
der Nazis Österreich gemeinsam mit ihrem
jüdischen Ehemann verlassen musste. In
ihrer neuen Heimat – zuerst Buenos Aires
dann Mendoza nahe den Anden – konnte
sie dennoch ihre Karriere fortsetzen. Mit
auf die Reise begibt sich Isoldes Großnichte Monika Klietmann, die sich von der Idee
inspirieren lässt, nach Isoldes früheren
Schülerinnen zu suchen und anhand deren
Erinnerungen ihren Tanz wieder aufleben zu
lassen. Ein Tanz-Roadmovie, das spielerisch
den Lebensweg einer Künstlerin nachzeichnet, die ihr ganzes Leben lang ihr Umfeld zu
inspirieren wusste.

Last Shelter

Last Shelter
AT 2015, 103 min, OdF,
R/B: Gerald Igor Hauzenberger,
K: Matthias Gritsch, Martin Klingenböck,
Peter Kerekes, Dominik Spritzendorfer
Ab Freitag, 27. November
Ein zeitloses Dokument über den Kampf
um Asyl und menschliche Würde.
Wien, Dezember 2012: Eine kleine Gruppe
junger Afghanen und Pakistani besetzt die
Votivkirche, die größte neogotische Kirche
Österreichs. In Schnellverfahren haben sie
negative Asylbescheide erhalten, obwohl sie
aus unter denkbar prekären Bedingungen
geflüchtet sind: Das Abbrennen von Schulen und Kopfabschneiden durch religiöse
Fanatiker haben sie miterlebt, Familienmitglieder sind ermordet worden. Bei null Grad
harren die Flüchtlinge dort monatelang protestierend und phasenweise im Hungerstreik
aus. Trotz breiter öffentlicher Unterstützung
werden einige von ihnen abgeschoben. Ihr
Protest führt sie von Traiskirchen quer durch
Österreich bis zur ungarischen Grenze, wo
2015 wieder an trennenden Zäunen gearbeitet wird. Der österreichische Dokumentarfilmemacher Igor G. Hauzenberger, zuletzt für
DER PROZESS mit dem Österreichischen
Filmpreis ausgezeichnet, begleitete die
Flüchtlinge drei Jahre lang. Entstanden ist ein
zeitloser Film über den Kampf um Asyl und
menschliche Würde.

1001 Nacht
As 1001 Noites
PT/FR 2015, 125/131/125 min,
Portugiesisch OmU, R: Miguel Gomes,
B: Miguel Gomes, M. Ricardo, T. Churro,
K: S. Mukdeeprom, M. Castanheira, Lisa
Persson, S: Telmo Churro, Pedro Marques,
Miguel Gomes, D: Crista Alfaiate, Adriano
Luz, Américo Silva, Rogério Samora, Carloto Cotta, Fernanda Loureiro

Teil I : Di 10., Di 17. November, 21.00 //
Teil II: Mi 11., Mi 18. November, 21.00 //
Teil III: Do 12., Do 21. November, 21.00,
im Moviemento /+ So Brunch-termine
Episodenfilm in drei Teilen (Teil I – Der
Entzückte, II – Der Ruhelose, III – Der
Verzweifelte)

1001 Nacht

In 1001 NACHT macht Miguel Gomes die
Struktur der berühmten »Märchen aus Tausendundeiner Nacht« zum Gerüst für eine
ergreifende Chronik der Wirtschaftskrise
und ihrer Folgen für die portugiesische Bevölkerung. Seine tragischen, komischen
und fantastischen Geschichten aus dem
portugiesischen Alltag dokumentieren die
Entwicklungen des Landes über einen Zeitraum von zwölf Monaten; ebenso lang war
auch die Drehzeit des Films an verschiedenen Orten im ganzen Land. Mit 1001 NACHT
präsentiert Gomes ein echtes Monsterwerk,
ein so allumfassendes, ehrgeiziges und
vielfältiges Projekt, dass es sich auf dem
Schneidetisch gleich in ein Triptychon verwandelte. In jedem Teil zeichnet er ein originelles Porträt des zeitgenössischen Portugal anhand von unzähligen Geschichten, die
er irgendwo gehört, gesehen oder auf den
Politik- und Panoramaseiten der regionalen
und nationalen Zeitungen gelesen hat. Seine fabelhafte Gesellschaftsanalyse, die sich
mal in modernen, mal in archaischen, poetischen oder journalistischen Stil hüllt, wirkt
fast wie eine zeitgenössische Version der experimentellen Trilogie des Lebens von Pier
Paolo Pasolini (ebenfalls mit Elementen aus
Tausendundeiner Nacht). Die regelmäßige Wiederkehr derselben Schauspieler
und Schauspielerinnen in verschiedenen
Rollen und Geschichten gibt 1001 NACHT
eine barocke und theatralische Dimension,
die Kino und Leben, Realität und Artefakt in
einer homogenen Dynamik vereint und dem
Film eine poetische Eleganz verleiht. Begleitet wird Gomes’ schwindelerregender Genremix von den wiegenden Klängen.

Film & Diskussion
WURZELKINDER

AT 2015, 71 min, R: Natalie Halla
Premiere: Fr 6. November, 20.00,
City-Kino – mit Natalie Halla
Weitere Vorstellungen:
Sa 7., So 8., 16.00 & Mo 9. November,
19.00, Moviemento – mit Regisseurin
In WURZELKINDER erzählt der sechs-jährige Andreas von seiner ungewöhnlichen und
faszinierenden Kindheit in einem österreichischen Waldkindergarten. Die idyllische
Erfahrung wird jedoch durch die allmähliche
Zerstörung ihres Waldes verdunkelt.

Ewige Jugend

TOTE LÜGEN NICHT

AT 2014, 82 min, R/B: Bertram Wolf,
K/S:Heinz Fechner
Sa 7. November, 18.00, Moviemento
Der Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim
zeigt in Kooperation mit dem Moviemento
die Doku TOTE LÜGEN NICHT mit anschließendem Filmgespräch. Der Film dokumentiert die fast vierjährige Spurensuche nach
dem Zufallsfund von 2011 und ihre Ergebnisse. Zur Sprache kommen auch die Angehörigen von Opfern der NS-Euthanasie:
Nachdem in den Familien aus Angst und
Scham jahrzehntelang geschwiegen wurde,
erzählen nun Söhne und Töchter, Enkel und
Nichten über das Schicksal ihrer ermordeten Familienmitglieder.

Specials
Film & Live-Konzert:
Die Farbe der Freiheit
GR 2009, 105 min, OmU,
R: Yannis Katomeris

Fr 6. November, 20.30, Moviemento
In Anwesenheit des Regisseurs Yannis Katomeris wird eine einmalige Kombination aus
Film und Live-Musik gezeigt, die das Herz jedes Besuchers höher schlagen lassen wird.
Der Film DIE FARBE DER FREIHEIT führt die
Zuschauer auf eine Reise durch das Leben
des großartigen griechischen Musikers,
Schriftstellers und Politikers Mikis Theodorakis. Theodorakis wurde am 29. Juli 1925
geboren und gilt als der bekannteste griechische Komponist des 20. Jahrhunderts.
Zu seinem über 1000 Werke umfassenden
Schaffen zählen symphonische Kompositionen und eine Vielzahl von Liedern. Daneben ist er durch sein politisches Engagement bekannt.
TICKET(Film & Konzert): EUR 9,50
Griechischer Markt im OK
ab 16.00 – OK I Offenes Kulturhaus
mit Weinausschank und Kunstauststellung
Im Rahmen der Mikis Theodorakis Tage
in Linz, 5 – 8. November
Ein Projekt der Österreichisch-Griechischen
Kulturgemeinschaft in Linz
In Kooperation mit der
Anton Bruckner Privatuniversität Linz
www.theodorakis-tage-linz.at

Steve Jobs

FILMTAGE GLOBALES LERNEN
Do 5. – Fr 6. November, Moviemento
Im Rahmen der Global Education Week
Globales Lernen ist ein pädagogisches
Konzept, das weltweite Zusammenhänge
unseres Lebens kritisch reflektiert und diskutiert und eine gerechte, solidarische und
zukunftsfähige Weltgesellschaft als inhaltliche Vision zum Ziel hat. Die Global Education Week ist eine europaweite Initiative mit
dem Ziel, das Globale Lernen bekannter zu
machen. In diesem Rahmen finden die Filmtage Globales Lernen 2015 in Linz, Freistadt,
Wien, Baden und St. Pölten statt. Die ausgewählten Filme zum Thema Gerechtigkeit
für alle haben die Schwerpunkte Flucht und
Migration sowie Arbeitsbedingungen in der
Elektronikindustrie.Begleitmaterial für den
Unterricht finden zum Download auf:
www.globaleducationweek.at

Alp con –
Cinema Tour 2015
Mi 11., Mi 18., Mi 25. November,
jeweils 18.30, City-kino
Internationale Freeride- & Outdoor-Filme,
aus den Bereichen Ski, Alpin, Klettern und
Bike. Drei Filmblöcke – dreimal Spannung,
Abenteuer, Aktion, dreimal Freiheit pur. Die
besten Athleten der Welt unterwegs in den
atemberaubendsten Bergen. Eine brillante
Bildqualität, atemberaubender Sound und
Sitzkomfort vom Feinsten sind garantiert.
Programm
Mi 11. November, 18.30, City-Kino
Filmblock A – Mountainbike
Mi 18. November, 18.30, City-Kino
Filmblock B – All Mountain
(Alpine/Klettern/Ski)
Mi 25. November, 18.30, City-Kino
Filmblock C – Ski & Snowboard
(Freeride)
TICKETS:
EUR 8,00 (VVK und ermäßigt)
EUR 9,50 Abendkassa
Mehr Infos zu den Filmblöcken auf unserer
Webseite oder unter www.alp-con-net
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SCHULFILMWOCHEN zum
WELTAIDSTAG 2015
Di 1. – MI 23. Dezember 2015
Auch heuer wieder veranstalten die AIDSHILFE OBERÖSTERREICH und das Moviemento zum Welt-AIDS-Tag 2015 Schulfilmwochen für Jugendliche. Im Zeitraum vom
1. bis 23. Dezember 2015 stehen drei Filme
zur Auswahl und können zu einem Preis von
€ 5,- pro Schüler/in für eine Filmvorführung
im Moviemento Linz gebucht werden:
CHUCKS (AT 2015, 99 min)
DALLAS BUYERS CLUB (US 2013, 117 min)
SAME, SAME BUT DIFFERENT
(DE 2009, 106 min)
Buchungen: p.mueller@moviemento.at
Bei den einzelnen Filmvorführungen werden auch Mitarbeiter/innen der AIDSHILFE
OBERÖSTERREICH anwesend sein und bei
Bedarf für inhaltliche Fragen zur Verfügung
stehen. Des Weiteren liegen Informationsmaterialien zum Thema HIV/Aids zur kostenlosen Mitnahme auf. Bezüglich der Vorund/oder Nachbereitung des Themas HIV/
Aids besteht auch die Möglichkeit, einen
Workshop an der Schule oder auch in den
Räumlichkeiten der AIDSHILFE OBERÖSTERREICH zu buchen.
Für organisatorische Rückfragen oder die
Buchung eines Workshops wenden Sie sich
bitte an die AIDSHILFE OBERÖSTERREICH:
Mo – Fr zwischen 11.00 und 13.00 Uhr,
Tel 0732/2170 / office@aidshilfe-ooe.at

Südwind
LAMPEDUSA IM WINTER
Premiere: Fr 6. November, 20.00,
Moviemento – mit Regisseur
LAMPEDUSA IM WINTER – Der Kampf um
Solidarität am Rande Europas
Ein Dokumentarfilm von Jakob Brossmann
Südwind im Kino zeigt einen diesjährigen Viennale-Film, der beim Filmfestival in Locarno als bester Film ausgezeichnet wurde. Der
Dokumentarfilm von Jakob Brossmann beleuchtet die »Flüchtlingsinsel« Lampedusa,
auf der nach den zahlreichen Tragödien des
Herbstes Winter eingekehrt ist. Aufgrund eines Streiks ist die Insel von jeglicher Versorgung abgeschnitten. Die winzige Gemeinschaft am Rande Europas ringt verzweifelt
um ihre Würde – und um Solidarität mit den
afrikanischen Bootsflüchtlingen, die viele
Menschen für den Grund der andauernden
Krise halten. Nach dem Film wird Regisseur
Jakob Brossmann für ein Filmgespräch mit
dem Publikum zu Gast sein.

Filmring
Wild tales
Mo 23. – Fr 27. November, 17.30 &
Sa 28. November, 15.00, City-Kino
Der junge Tom aus Montreal fährt aufs
Land, um am Begräbnis seines verunglückten Lebenspart­
ners teilzunehmen. Als er
beim einsam gelegenen Bauernhof der
Familie eintrifft, stellt er überrascht fest,
dass niemand ihn erwartet. Die Mutter des
Verstorbenen weiß noch nicht einmal, dass
ihr Sohn homosexuell war. Und der ältere
Bruder Francis macht ihm schnell klar, dass
das so bleiben soll. Tom verhält sich dem
entsprechend und lässt sich auf ein seltsames Katz– und Mausspiel mit Francis ein…
Der Filmring der Jugend ist der älteste Filmclub Österreichs. Er bietet besonders interessante Filme, manchmal mit anschließender Diskussion, an. Die Filmvorführungen
finden zirka einmal monatlich statt.
www.filmring-linz.at

AK-Kultur
Freistatt
Fr 20. November, 21.00, Moviemento
AK-Kultur & Moviemento haben für Filmfreund_innen eine Kooperation vereinbart.
Inhalt dieser Zusammenarbeit ist, dass einmal monatlich gemeinsam ein Film vorgeschlagen wird, für den AK-Mitglieder mit der
Leistungskarte oder der AK-plus-Card einen
ermäßigten Eintrittspreis von 6 Euro zahlen.
Für die jeweiligen Filme mit sozialem oder
politischem Hintergrund werden Einführungsreferate angeboten.
Das Einführungsreferat für den NovemberFilm Freistatt hält der Linzer Filmwissenschafter Markus Vorauer, am Freitag, 20.
November, 21.00, Moviemento.

Frau. Macht. Film.
FrauenFilmTage 2015
Di 3. – Do 5. November,
Moviemento
Die Kooperation des Frauenbüro der
Stadt Linz und des Moviemento zielt
darauf ab, Frauen und ihre Leistungen
in der männerdominierten Filmbranche sichtbar zu machen. Filme spiegeln
die Gesellschaft wider, können aber mit
den Bildern, die sie produzieren, auch
auf sie einwirken. Die gezeigten Filme
behandeln Themen aus einem weiblichen Blickpunkt und können damit
mitunter Stereotypen entgegenwirken.

Die ausgewählten Filme eröffnen
verschiedene Perspektiven auf das
Leben von Frauen. Ich wünsche allen
BesucherInnen interessante und spannende Frauen-Film-Tage.
– Frauenstadträtin
Mag.a Eva Schobesberger

Programm
Di 3. November
18.00 Stella
20.00 Be my Baby –
mit Regisseurin Christina Schiewe

Mi 4. November
18.00 Hedi schneider steckt fest
20.00 THE Optimists

Do 5. November
18.00 Cloudburst
20.00 Obvious Child

babykino

jeden ersten Mittwoch im Monat – City-Kino
Am Mi 4. November zeigen wir
Madame Marguerite (9.30) /
Bonne Nuit Papa (10.00)
Ein Kinoangebot speziell für Eltern mit Babys und Kleinkindern. Sehen Sie aktuelle
Filmhighlights bei freiem Eintritt in speziellen Vorführungen, bei denen Sie Ihr Kleinkind getrost in den Kinosaal mitnehmen
können. Eintritt frei – für Eltern mit Babys!

Mehr Infos zu den Filmen, finden Sie
auf unserer Webseite:
www.moviemento.at

Eine Initiative von Frauenstadträtin
Mag.a Eva Schobesberger
Eine Kooperation des
Linzer Frauenbüros mit dem Moviemento

Mehr zum entwicklungspolitischen
Engagement von Südwind unter:
www.suedwind-agentur.at/ooe
12

Ermäßigung:

Moviemento Kino Linz

22. bis 29. November 2015, OK Platz 1
www.kinderfreunde.cc/kinderfilmfestival

Reservierungshotline

0699/16 886 065 (Montag - Donnerstag: 9:00 - 17:00 Uhr) oder kartenreservierung@kinderfreunde.cc
So Mo Di Mi Do Fr Sa So
22 23 24 25 26 27 28 29

WER?

(Schweden 2010, ab 4 Jahren, OF, deutsch eingesprochen)
Teddyschwein und ihre Freunde haben zusammen viel Spaß. Die Geschichten
drehen sich ums Spielen, Streiten und sich wieder lieb haben. Ein episodischer
Film in zwei Teilen als idealer Einsteiger für künftige KinobesucherInnen.

9:30
14:00
16:00

So Mo Di Mi Do Fr Sa So FAMILIE WEIHNACHT
22 23 24 25 26 27 28 29 (Dänemark 2014, ab 6 Jahren, OF, deutsch eingesprochen)
9:30
14:00
16:00

Wie versteckt man einen Elf vor seinen Eltern, wenn dieser Unmengen Essen
vertilgt, den Menschen gerne Streiche spielt und die Sommerhitze nicht verträgt?
Eine liebevoll gestaltete Komödie für die ganze Familie.

FRÖSCHE UND KRÖTEN

So Mo Di Mi Do Fr Sa So
22 23 24 25 26 27 28 29

(Niederlande 2009, ab 6 Jahren, OF, deutsch eingesprochen)
Max und Jesse machen sich auf die Reise, um für den kranken Bruder Froschlaich zu suchen. Dabei geraten sie in ein großes Abenteuer. Ein Film mit episodischer Erzählweise und genauer Naturbeobachtung auf Augenhöhe der Kinder.

9:30
14:00
16:00

So Mo Di Mi Do Fr Sa So REGENBOGEN
22 23 24 25 26 27 28 29 (Indien 2015, ab 8 Jahren, OF, deutsch eingesprochen)
9:30
14:00
16:00

Mutig reisen Pari und Chotu durch den Wüstenstaat Rajasthan. Märchenhaft
erzählt der Film in bunten Farben eine wunderbare Geschichte über Geschwisterliebe, die unweigerlich in einem Happy End endet.

ZUGVÖGEL

So Mo Di Mi Do Fr Sa So
22 23 24 25 26 27 28 29

(Belgien 2015, ab 8 Jahren, OF, deutsch eingesprochen)
Ein noch auszubrütendes Entenei als Geschenk zu bekommen, findet Cathy doof.
Doch als das Küken schlüpft, entwickelt sich für sie und ihre Freundin Margeaux
ein spannendes Abenteuer. Ein heiteres Roadmovie mit leichter Hand.

9:30
14:00
16:00

So Mo Di Mi Do Fr Sa So HOPPET
22 23 24 25 26 27 28 29 (Schweden/Norwegen/Deutschland 2007, ab 8 Jahren, DF)
9:30
14:00
16:00

Der zwölfjährige Aszad ist begeisterter Hochspringer. Doch in seiner Heimat
herrscht Bürgerkrieg und er muss nach nach Deutschland flüchten. Ein Film, der
Einblicke auf die Suche einer sicheren Heimat aus Sicht der Kinder eröffnet.

BELLE & SEBASTIAN

(Frankreich 2013, ab 10 Jahren, DF)
In einem Bergdorf freunden sich Sebastian und der Hund Belle an. Auf die beiden
wartet ein Abenteuer, bei dem jüdische Flüchtlinge und mutige Fluchthelfer eine
Rolle spielen. In schönen Bildern wird die Geschichte einer Freundschaft erzählt.

9:30
10:00
14:00
14:30
16:00
17:30

So Mo Di Mi Do Fr Sa So
22 23 24 25 26 27 28 29

So Mo Di Mi Do Fr Sa So KRÄHENEIER
22 23 24 25 26 27 28 29 (Indien 2014, ab 10 Jahren, OF, deutsch eingesprochen)
9:30
14:00
16:00

Als Chinna und Periya eine Werbung für Pizza sehen, ist eines sicher: dieses unbekannte Gericht müssen sie unbedingt probieren! Charmant erzählt der Film die
Geschichte zweier Jungen, die in einer sozial ungerechten Welt nie aufgeben.

MEINE KLEINE SCHWESTER

So Mo Di Mi Do Fr Sa So
22 23 24 25 26 27 28 29

(Schweden/Deutschland 2015, ab 10 Jahren, OF, deutsch eingesprochen)
Katja ist eine begabte Eiskunstläuferin und leidet an einer schweren Essstörung.
Ihre Schwester Stella spielt in der Familie die zweite Geige. Sensibel zeigt der
Film den Schaden, der dadurch im Leben der Familie und in Stellas Gefühlswelt
entsteht.

9:30
14:00
16:00
17:30

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KLASSIK
IM KINO

SAISON

15/16

MITTWOCH, 18. NOVEMBER, CITY-KINO
POSTROCK SOUNDTRACK KONZERTE
ZU DEN STUMMFILMEN:

17:30

WALter rUttMAnn

BERLIN DIE SINFONIE DER GROSSTADT

21:00

DZiGA vertov

EIN SECHSTEL DER ERDE

DO 12. NOVEMBER, 20.15, CITY-KINO

VISCERA /
AFTERNOON OF A FAUN /
TCHAIKOVSKY PAS DE DEUX
& CARMEN
Live Ballett
aus dem Royal Opera House, London
MI 16. DEZEMBER, 20.15, CITY-KINO

DER NUSSKNACKER
Live Ballett
aus dem Royal Opera House, London

DO 17. DEZEMBER, 19.30, CITY-KINO

LA DAMNATION DE FAUST
Live Oper
aus der Opéra de Paris

CITY-KINO Graben 30 | 4020 Linz | Tel. 0732 776081
www.moviemento.at

Jugendstück zum
Thema Zivilcourage
von Rike Reiniger (14+)

ab 12. November 2015

CITY-KINO
GRABEN 30 | 4020 LINZ | 0732/77 60 81
www.moviemento.at
14

tribünelinz Theater am Südbahnhofmarkt
Eisenhandstraße 43 | 4020 Linz
TERMINE & INFOS & KARTEN
0699 11 399 844 | karten@tribuene-linz.at
www.tribuene-linz.at

only in cAse
oF diARRheA

FR 06.11.

indie, electRo, punk

Ahoi! pop AFteR show pARty
FRisk A ViljoR dj set, the lAming hips

n o V e m B e R

uSe eAR
pluGs
sA 07.11. house, disco

lost in linz! Ak A tell (bAcklAb)
disco demons (bAcklAb)

sA 14.11.

techno, tech-house, minimAl

FR 20.11.

disco, house, techno

sA 21.11.

hip hop

imAge RecoRdeR & bjöRn büchneR
cuRley sue (luV shAck RecoRds)
obeRst & buchneR (schönbRunneR peRlen)
stAte oF yo! dj twAnq, zuehRenogRis & plAttenjoe

F R E e

FR 13.11. techno

e N t R Y

heRe to stAy FRAnjA zzco (disko404)
s. hoelleRmAnn (ReAlisAt)

do 26.11.

postscRiptum poetRyslAm & lAdo

FR 27.11.

bAss, house, techno

sA 28.11.

bRoken beAts, bAss

böRt (wAsAbi wednesdAys) eVol (wRed/meAt mARket)
misonicA (just) dj wAsheR
bAR / cAFe im oö kultuRquARtieR
ok plAtz 1, 4020 linz, 0732 90 76 06, www.solARisbAR.At
dj lines Ab 22:00 uhR

15

Moviemento & City-Kino
november 2015

die Spielzeiten und - orte entnehmen Sie bitte
unserem wochenprogramm, unserer homepage sowie der tagespresse

Filmstarts

FilmBrunch

ab so 1. noVember

Sonntags im Moviemento &
Gelben Krokodil

ab Fr 20. noVember

BoNNE NUIt PaPa

odf

EINEr voN UNs odf

de 2014, 100 min, r: Marina kem
laufzeit: mindestens 2 wochen

at 2015, 86 min, r: Stephan richter
laufzeit: mindestens 2 wochen

ab Fr 6. noVember

FrEIstatt odf

dIE sCHüLEr
dEr MadaME aNNE omu
Les héritiers
de 2015, 105 min,
r: Marie-castille Mention-Schaar
laufzeit: mindestens 3 wochen

1001 NaCHt 1 – 3 omu

de/fr/Pt/ch/ 2015, 125/131/125 min,
r: Miguel gomes
laufzeit: fixe Spieltermine

LaMPEdUsa IM wINtEr omu
at/It/ch 2015, 93 min,
r: Jakob Brossmann
laufzeit: mindestens 2 wochen

sPECtrE of

gB/uS 2015, 147 min, r: Sam Mendes
laufzeit: mindestens 4 wochen

tHE Look oF sILENCE omu

de 2014, 108 min, r: Marc Brummund
laufzeit: mindestens 2 wochen

MIa MadrE omu

It/fr 2015, 106 min, r: Nanni Moretti
laufzeit: mindestens 3 wochen

PasoLINI omu

fr/Be/It 2014, 84 min, r: abel ferrara
laufzeit: mindestens 3 wochen

ab Fr 27. noVember

EwIgE JUgENd omu

youth
It/fr/ch/gB 2015, 118 min,
r: Paolo Sorrentino
laufzeit: mindestens 3 wochen

HIgHway to HELLas odf
de 2015, 89 min, r: aron lehmann
laufzeit: mindestens 3 wochen

Last sHELtEr odf

dk/Id/No/fI/gB 2014, 103 min,
r: Joshua oppenheimer
laufzeit: mindestens 3 wochen

at 2015, 103 min, r: gerald Igor hauzenberger
laufzeit: mindestens 2 wochen

ab Do 12. noVember

tHE ForCastEr omu

IrratIoNaL MaN

omu

uS 2015, 95 min, r: woody allen
laufzeit: mindestens 4 wochen

vIrgIN MoUNtaIN

omu

Fúsi
IS/dk 2015, 94 min, r: dagur kári Pétursson
laufzeit: mindestens 3 wochen

tischreservierung im gelben krokodil
dringend empfohlen: 0732/784182

de/uS 2014, 92 min,
r: Marcus vetter, k. Steinberger
laufzeit: mindestens 2 wochen

FilmLUNCH

Sonntags im City-Kino & Café Stern

ZwIsCHEN HIMMEL
UNd EIs omu

La glace et le ciel
fr 2015, 89 min, r: luc Jacquet
laufzeit: mindestens 3 wochen

ab Fr 13. noVember

gIovaNNI sEgaNtINI –
MagIE dEs LICHts odf

ch 2015, 85 min, r: christian labhart
laufzeit: mindestens 2 wochen

stEvE JoBs omu

uS 2015, 121 min, r: danny Boyle
laufzeit: mindestens 3 wochen

Filmgespräche
mit Markus vorauer

Fr 13. noVember, 21.00, moVIemento
dIe schüler der MadaMe anne
mit der volkshochschule

Fr 20. noVember, 21.00, moVIemento
FreIstatt
mit der arbeiterkammer

ab sa 14. noVember

so 1. noVember
11.30
PIcknIck MIt bären
11.30
der tote aM teIch
so 8. noVember
11.00
sPectre
11.30
luIs trenker
so 15. noVember
11.00
der MarsIaner
11.00
steve Jobs
so 22. noVember
11.00
sPectre
11.30
IrratIonal Man
so 29. noVember
11.00
sPectre
11.30
IrratIonal Man
essen incl. kuchen & kaffee nach dem film,
tischreservierung bei der city-kino-kassa
dringend empfohlen.

aUF dEr sUCHE
NaCH IsoLdE omu

at/de/Sl/ar 2015, 70 min,
r: Barbara windtner
laufzeit: mindestens 1 woche

so 1. noVember
11.15
a PerFect day
11.15
MadaMe MarGuerIte
11.30
bonne nuIt PaPa
13.15
Macbeth
13.15
alexIs sorbas
13.30
IWans kIndheIt
so 8. noVember
11.15
dIe schüler der MadaMe anne
11.15
der tote aM teIch
11.30
1001 nacht 1 – 3
13.00 andreJ rublJoW
13.15
sPectre
so 15. noVember
11.15
IrratIonal Man
11.30
1001 nacht 1 – 3
11.30
rIckI – WIe FaMIlIe so Ist
13.00 steve Jobs
13.15
solarIs
so 22. noVember
11.15
FreIstatt
11.15
rIckI – WIe FaMIlIe so Ist
11.30
PasolInI
13.10
MIa Madre
13.15
steve Jobs
13.30
der sPIeGel
so 29. noVember
11.15
rIckI - WIe FaMIlIe so Ist
11.30
hIGhWay to hellas
11.30
MIa Madre
13.15
stalker
13.15
der MarsIaner
13.30
eWIGe JuGend

Moviemento OK Platz 1, 4020 Linz, 0732/78 40 90
City-Kino Graben 30, 4020 Linz, 0732/77 60 81

www.moviemento.at

Österreichische Post AG/Sponsoring.Post - Verlagspostamt: 4020 Linz, Donau - GZ 02Z031032 S