Moviemento & City-Kino

Jänner 2016
Nr. 324 – Programmzeitung für Moviemento & City-Kino
www.moviemento.at

DAS BRANDNEUE

TESTAMENT
EIN FILM VON

JACO VAN DORMAEL

Vorspann
Inhalt

Neue Filme im Jänner
Anomalisa...................................................4
Bibi und Tina............................................. 12
Brooklyn................................................... 10
Cemetery of Splendour...................... 10
Das brandneue Testament...................3
Democracy – Im Rausch der Daten....9
Die dunkle Seite des Mondes............. 10
Familienfest............................................. 12
Janis: Little Girl Blue............................. 7
JOY – Alles auSSer gewöhnlich8���������8
Kirschblüten und rote Bohnen........ 7
Louder than Bombs................................ 7
Love...............................................................6
Mademoiselle Hanna..............................8
Mediterranea............................................5
My Talk with Florence...........................9
Suite française...................................... 10
The Big Short.............................................6
The Danish Girl.........................................4
The Hateful 8.............................................4
The Revenant – Der Rückkehrer.......3
Unter Freunden .....................................11
Varvilla..................................................... 13

Als letzten Film 2015 haben wir schon eine Vorpremiere von DAS LETZTE TESTAMENT angesetzt. Nicht zufällig, denn dies wird sicher einer der Höhepunkte 2016. »Die unaufgeregte
Bildersprache setzt dem teils groben Humor zart-melancholische Grauabstufungen entgegen. Insgesamt hält der Film genau die Balance zwischen Polemik und Poesie.« (Der Spiegel)
Wenn dann auch noch im Jänner mit THE HATEFUL 8 der neue Western von Quentin Tarantino ins Kino kommt, sind nach vier Wochen schon zwei Glanzpunkte des neuen Kinojahres
bei uns.
Zum Jahreswechsel gleich ein skandalumwittertes Werk aus Frankreich. Nichts wird in LOVE
von Gaspar Noé bei einer sexuellen Irrfahrt eines jungen Amerikaners in Paris der Fantasie
überlassen.
Neben Tarantino gibt es noch einiges aus Amerika zu sehen, das mehr der Qualität als der
Kasse verpflichtet scheint. Wie schon David O. Russells vorherige Filme (SILVER LININGS,
AMERICAN HUSTLE) unterwirft sich auch JOY – ALLES AUSSER GEWÖHNLICH keinen
Genregrenzen, um facettenreich eine Geschichte von Familie, Loyalität und Liebe zu erzählen.
ANOMALISA von Charlie Kaufman ist ein hinreißend verquerer Stopmotion-Film für Erwachsene, in dem ein Durchreisender sich wider Erwarten in einen Hotelflirt verliebt.
Seiner Oscar-prämierten Tragikomödie BIRDMAN lässt der mexikanische Ausnahmefilmemacher Alejandro González Iñárritu mit THE REVENANT ein intensives Survivalabenteuer
folgen, das auf einer wahren Geschichte basiert und mit einer beeindruckenden Besetzung
aufwarten kann.
Am 10. Jänner ist es genau ein halbes Jahr her, dass die Leinwandlegende Omar Sharif gestorben ist. Zum Filmbrunch haben wir eine Rarität anzubieten: DOKTOR SCHIWAGO auf
35mm im Original mit Untertiteln! Der Jahrestag am 10. Juli schien uns in Anbetracht der
herrschenden Team-Euphorie für ein Gedenken unpassend. Und außerdem ist Schiwago sowieso eher ein winterliches Kinospektakel!
Schöne Kinostunden und ein erfolgreiches Jahr 2016 wünscht
Wolfgang Steininger

Die Nacht der Programmkinos..................13
Radlobby OÖ...............................................14
Südwind......................................................14
Filmring.......................................................14
Babykino.....................................................14
AK-Kultur....................................................14
Preise:
Programmheft-Jahresabo: EUR 19,–
Kinometerbank: 10 Karten +
Programmheftabo: EUR 70,–
MovieMember: 1 Jahr ermäßigter Eintritt +
Abo: EUR 30,–,
Einzelexemplar-Programmzeitung: EUR 1,50
Bankverbindung: Hypobank, Linz Landstraße,
IBAN: AT955400000000761858 / BIC: OBLAAT2L
lautend auf »Moviemento Programmkino gemeinnützige GmbH«
Satz- und Druckfehler vorbehalten.
Hinweis für Kinometerbank Käufer_innen
Per Überweisung bezahlte Kinometerbanken und
MovieMember-Cards liegen an der Moviemento
Kino-Kassa auf und können dort gegen Vorlage der
Zahlungsquittung (=Auftragsbestätigung) zwischen
ca. 17.00 und 21.00 Uhr abgeholt werden. Aus organisatorischen Gründen ist die Abholung im City-Kino
nicht möglich.
Wegen immer häufiger aufretender Zustellprobleme unserer Programmzeitung durch die Post
möchten wir uns entschuldigen. Diese liegen nicht
in unserem Bereich. Gegebenenfalls bekommen
Sie das Programm gerne an der Kassa.

Impressum
Medieninhaber: Verein zur Förderung kommunikativer
Kinokultur, OK Platz 1, 4020 Linz, Tel: 0732/784090.
Obmann: Wilhelm Schwind. DVR: 0562831/180189.
F. d. I. v.: Wolfgang Steininger.
Gestaltung Heft 324: Stefanie Pachlatko, Stefan Messner.
Mitarbeit: Rüdiger Ratzenböck.
Druck: Haider Schönau, Niederndorf 32, 4274 Schönau, Tel: 07261/7232. Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem Papier. Mit der Unterstützung von BMUKK,
LAND OÖ, STADT LINZ und zahlreichen Mitgliedern,
Förder_innen.
Offenlegung gem. Mediengesetz § 25(2): Verein zur
Förderung kommunikativer Kinokultur, Unternehmensgegenstand: Präsentation von Filmkunst.
§ 25(4): Vermittlung von Informationen über Film,
Kino-Kultur und Zeitkultur.

2

FilmBrunch

Sonntags im Moviemento & Gelben Krokodil

So 3. Jänner

So 17. Jänner

So 31. Jänner

11.15 carol

11.15

Mademoiselle Hanna ...
11.15 Das brandneue
Testament
11.30 Doktor Schiwago
13.15 The big short
13.30 Carol

11.15

11.15

Preview: Das brandneue
Testament
11.30 Unter Freunden
13.15 Joy
13.30 FamilienFest
13.30 Ich bin dann mal weg

So 10. Jänner

So 24. Jänner

Louder Than Bombs
11.15 Preview: Das brandneue
Testament
11.30 Doktor Schiwago
13.15 Kirschblüten

und Rote Bohnen
13.30 Ich bin dann mal weg

11.15

11.15

Mademoiselle Hanna ...
Janis: Little Girl Blue
11.15 The Danish Girl
13.15 The Hateful 8
13.30 Ich bin dann mal weg
13.30 Kirschblüten

und Rote Bohnen
11.15

Mademoiselle Hanna ...

11.15 Brooklyn
11.30 Anomalisa

Kirschblüten
und rote bohnen
13.15 Mr. Holmes
13.30 Ich bin dann mal weg
13.15

FilmLUNCH

Sonntags im City-Kino & Café Stern

So 3. Jänner

So 17. Jänner

So 31. Jänner

Die Peanuts – Der Film
11.30 Love

11.00 The Revenant

11.00 The Revenant

11.30 The Big Short

11.15

So 10. Jänner

So 24. Jänner

The Danish Girl
11.30 The Big Short

11.00 The Revenant

11.15

11.15

11.15

Joy

The Hateful 8

das brandneue testament

Das brandneue
Testament
Le tout nouveau testament
BE/FR 2015, 116 min, Französisch OmU,
R: Jaco van Dormael,
B: Jaco van Dormael, Thomas Gunzig,
K: Christophe Beaucarne,
D: Pili Groyne, Benoît Poelvoorde,
Marco Lorenzini, François Damiens,
Serge Larivière, Laura Verlinden
Ab Freitag, 15. Jänner
Gott existiert. Er lebt in Brüssel. Doch das
ist leider nur die eine Seite der Medaille.
Denn der Allmächtige ist kein weiser Weltenlenker, sondern ein Familienvater, der
frustriert im Bademantel durch die Wohnung schlurft und Frau und Tochter Éa
tyrannisiert.
Ansonsten hockt Gott vor seinem Computer
und tüftelt mit diebischer Freude jene dummen, sadistischen Gebote aus, die zu den
Fragen führen, die die Menschheit bewegen:
Warum fällt der Toast immer auf die Marmeladenseite, und weshalb erwischt man im
Supermarkt grundsätzlich die langsamste
Schlange an der Kasse? Als wäre das nicht
schon schlimm genug, lässt er immer wieder Dampf ab, indem er Naturkatastrophen
oder Kriege arrangiert. Irgendwann hat Éa
die Nase voll. Höchste Zeit für eine Lektion,
findet sie. Und hackt sich in Gottes Computer ein. Die geheimste seiner geheimen
Dateien, die Todesdaten aller Menschen, ist
schnell geöffnet. Und dann dauert es nur
noch ein paar Klicks, bis jeder Mensch auf
Erden per SMS erfährt, wie lange er noch zu
leben hat. Diese schockierende Botschaft
nehmen manche besser auf als andere, und
plötzlich denken alle Menschen darüber
nach, was sie mit der ihnen verbleibenden
Zeit anfangen wollen. Éa bricht fluchtartig
auf, um auf der Erde sechs neue Apostel zu
suchen und ein brandneues Testament zu
schreiben. Doch Gott ist der Meinung, dass
er inmitten des ganzen Chaos auch noch ein
gewaltiges Wort mitzureden hat...
Wie geht man damit um, wenn man unverhofft erfährt, wie lange man noch zu leben
hat? Einfach so weitermachen wie bisher?
Oder die verbleibende Zeit sinnvoll nutzen?
Das sind einige der Fragen, die Belgiens
Ausnahmeregisseur Jaco van Dormael mit
seinem vierten Film stellt (und beantwortet). Genauso hintersinnig wie witzig geht er
weiteren Rätseln nach, etwa, was Gott in ei-

the revenant

nem Waschsalon zu suchen hat und weshalb
18 Apostel womöglich besser sind als zwölf.
Wie schon mit seinen früheren Arbeiten
TOTO DER HELD, DER ACHTE TAG und MR.
NOBODY gelingt van Dormael auch diesmal ein wunderbar leichtes, poetisches und
ebenso humorvolles wie bitterböses Kinojuwel, dessen Ästhetik einzigartig ist. Und
er schreibt mal eben die Genesis um. Denn
das mit dem Garten Eden stimmt so nicht:
In Wahrheit hat Gott als Erstes Brüssel
erschaffen... Kein Wunder also, dass der
Allmächtige bei van Dormael kein weiser
alter Mann mit Rauschebart ist, sondern
ein Familientyrann im schmuddeligen TShirt, der seine Langeweile an der Menschheit auslässt. In dieser Rolle läuft Belgiens schauspielerisches Ausnahmetalent
Benoît Poelvoorde (MANN BEISST HUND,
NICHTS ZU VERZOLLEN, 3 HERZEN) zu
komödiantischer Hochform auf. Aber weil
ein Hauptdarsteller immer nur so gut ist wie
seine Mitstreiter, stellt ihm der Regisseur
höllisch gut aufgelegte Kollegen zur Seite: die belgischen Kino-Originale François
Damiens (VERSTEHEN SIE DIE BÉLIERS?)
und Yolande Moreau (SÉRAPHINE, DIE FABELHAFTE WELT DER AMÉLIE), die hochtalentierte kleine Newcomerin Pili Groyne
(ZWEI TAGE, EINE NACHT) sowie – in ihrer
überraschendsten Rolle seit langem – Filmlegende Catherine Deneuve.

THE DANISH GIRL

gehalten wird und sich alleine durch die
Wildnis kämpft.
Bei einer Expedition in die winterliche Wildnis wird Abenteurer Hugh Glass von einem
Bären angegriffen und schwer verwundet.
Seine Begleiter halten ihn für tot und lassen
ihn zurück. Doch er lebt. Am Ende seiner
Kräfte und in der Überzeugung, dass ihn seine Leute bewusst im Stich gelassen haben,
spornt ihn die Liebe zu seiner Familie und
der Hass zu Höchstleistungen an. Nur so
kann er es schaffen, alleine den Weg zurück
zu finden. Seiner Oscar-prämierten Tragikomödie Birdman lässt der mexikanische
Ausnahmefilmemacher Alejandro González
Iñárritu ein intensives Survivalabenteuer
folgen, das auf einer wahren Geschichte
basiert und mit einer beeindruckenden Besetzung aufwarten kann. Den Überlebenskampf von Leonardo DiCaprios Hauptfigur
schildert Kameramann Emanuel Lubezki
(Oscar für Birdman und Gravity) in imposanten Bildern.

US 2015, 151 min, Englisch OmU,
R: Alejandro González Iñárritu,
B: A. González Iñárritu, Mark L. Smith,
K: Emmanuel Lubezki, S: Stephen Mirrione,
D: Leonardo DiCaprio, Tom Hardy,
Will Poulter, Domhnall Gleeson,
Paul Anderson, Lukas Haas

REGIESTATEMENT
THE REVENANT – DER RÜCKKEHRER ist
ein Survival-Abenteuer – eine Geschichte, die in einer Zeit spielt, in der das Wort
»Reise« noch eine echte Bedeutung hatte.
Ich meine die Wildnis – ein unerforschtes
Gebiet, wo Menschen aus verschiedenen
Kulturen, die Natur und alle Geschöpfe sich
gegeneinander im Kampf ums Überleben
befinden. Die Geschichte ist inspiriert von
wahren Begebenheiten um den Ex-Soldaten, Jäger und Fallensteller Hugh Glass, der
von seinen eigenen Leuten verraten und im
Stich gelassen wurde. Aber es ist auch eine
Vater-Sohn-Geschichte. Dies ist das Abenteuer eines Mannes, der das Unvorstellbare
überlebt hat – durch eine lange äußere Reise
auf der Suche nach Rache und durch eine
innere Reise zum Verständnis dessen, was
er verloren hat und wiedergewinnen will. Ich
wollte die Geschichte erzählen, ohne mich
auf Spezialeffekte zu verlassen. Ich habe
fünf Jahre damit verbracht, nach den kraftvollsten und unberührtesten Landschaften
zu suchen. Mitten in dem felsigen Terrain der
abgelegenen kanadischen Wildnis haben wir
nur mit natürlichem Licht gearbeitet und uns
Zeit gelassen beim Drehen, um wirklich tief in
den Instinkten der Zuschauer anzukommen.

Ab Mittwoch, 6. Jänner
Imposantes und intensives Survivalabenteuer um einen Mann, der nach einer Bärenattacke von seinen Begleitern für tot

Iñárritu verwandelt ein knarziges Stück
Grenzland-Mythologie in eine mörderische,
exquisite, mystische Überlebens-Odyssee,
nach der man seinen nächsten Camping-Trip
am liebsten absagen möchte. – Empire UK

Dass eine unverschämt mutige – nur nebenbei: exzellent gespielte und inszenierte
– Idee den Blick auf die Welt verändert, ist
selten. Jaco Van Dormael ist dies mit seiner
berührend komischen und nachdenklichen
Film-Schöpfung gelungen. – flmtabs

The Revenant –
Der Rückkehrer

3

the hateful 8

The Hateful 8
US 2015, 182 min, Englisch OmU,
R/B: Quentin Tarantino,
K: Robert Richardson, S: Fred Raskin,
D: Samuel L. Jackson, Kurt Russell,
Jennifer Jason Leigh, Walton Goggins,
Demián Bichir, Tim Roth
Ab Freitag, 29. Jänner
Beinharter und doch lakonischer Western
von Quentin Tarantino, in dem ein Kopfgeldjäger mit einer gesuchten Frau im
Schlepptau Zuflucht in einer einsamen
Hütte sucht.
Wyoming, einige Jahre nach dem amerikanischen Bürgerkrieg: Eine Kutsche bahnt
sich mühsam ihren Weg durch den Schnee
in Richtung der Stadt Red Rock. An Bord
befinden sich der Kopfgeldjäger John »The
Hangman« Ruth, dessen Gefangene Daisy
Domergue sowie der Anhalter Major Marquis
Warren, der früher Soldat war und nun ebenfalls als Kopfgeldjäger sein Geld verdient, und
Chris Mannix, ein Deserteur aus den Südstaaten, der behauptet, der neue Sheriff der
Stadt zu sein. Ein Schneesturm zwingt die
Gruppe zu einem Zwischenstopp in Minnies
Kleinwarenladen. Sie treffen dort zwar nicht
auf Minnie, aber dafür auf den mysteriösen
Mexikaner Bon, auf den verschwiegenen
Cowboy Joe Gage, auf den KonföderiertenGeneral Sandford Smithers sowie auf Oswaldo Mobray. Während der Sturm draußen
immer heftiger tobt, begreifen die acht Fremden, dass ihr Zusammentreffen vielleicht gar
nicht so zufällig ist und sie Red Rock möglicherweise nie erreichen werden…
Drei Jahre nach DJANGO UNCHAINED
nimmt sich Quentin Tarantino in seinem
achten Film erneut das Westerngenre vor,
verweist diesmal aber nicht auf den Spaghettiwestern, sondern klassische amerikanische Shoot-'Em-Ups, wie sie ursprünglich
in Fernsehserien der Fünfzigerjahre an der
Tagesordnung waren. Die Enge des Schauplatzes verweist auf Tarantinos Erstling RESERVOIR DOGS, aber mit seinem genialen
Kameramann Robert Richardson findet der
Regisseur raffinierte Wege, ganz großes
Kino aus dem Szenario zu machen.
Tarantino entschied sich für das fast vergessene Ultra Panavision 70mm-Bildformat, das zuletzt im Jahre 1966 bei KHARTOUM zum Einsatz gekommen war. Für
dieses Format werden anamorphotische
Linsen verwendet (im Gegensatz zu den
herkömmlichen sphärischen Linsen), die
4

anomalisa

ein atemberaubendes Breitwandformat
von 1:2,76 erzeugen. »Mit 70mm fängt man
öde Westernlandschaften, Schneewüsten,
aber auch attraktivere Schauplätze perfekt
ein«, erklärt Tarantino und ergänzt, dass
das Format auch Innenaufnahmen voll zur
Geltung bringt. »Ich bin fest überzeugt, dass
das Breitwandformat für größere Intimität
sorgt. Du bist näher an den Figuren dran.
Ich glaube nicht, dass dieses Format sich
nur für Reiseberichte eignet.«

Anomalisa
US 2015, 90 min, Englisch OmU,
R: Charlie Kaufman,
B: Charlie Kaufman, Duke Johnson,
K: Joe Passarelli, S: Garret Elkins
Venedig 2015:
Großer Preis der Jury

Ab Freitag, 22. Jänner
Hinreißend verquerer Stopmotion-Film für
Erwachsene, in dem ein reisender Motivationstrainer sich wider Erwarten in einen
Hotelflirt verliebt.
Michael Stone fliegt nach Cincinnati, wo er
eine Motivationsrede halten soll. Der Abend
im Hotel ist einsam. Er nimmt Kontakt auf zu
einer verflossenen Liebschaft, die er jahrelang nicht gesehen hat. Der Treff in der Hotelbar ist ein Reinfall, aber Michael lernt dort
zwei weibliche Fans aus der Provinz kennen,
die nur wegen ihm in die Stadt gereist sind.
Er nimmt die unscheinbare Bella mit auf sein
Zimmer – und verliebt sich wider Erwarten
in die unsichere Frau. Doch am nächsten
Morgen sieht alles wieder anders aus...
Unterstützt von dem Animationsspezialisten Duke Johnson, gelingt dem genialen
BEING JOHN MALKOVICH-Drehbuchautor
Charlie Kaufman bei seiner zweiten Regiearbeit nach SYNECDOCHE, NY ein Stopmotion-Film, wie es noch keinen gab. Mit
Hilfe einer Kickstarter-Kampagne finanziert,
nutzt diese bittersüße Komödie die distanzierenden Mittel der Animation, um ganz erwachsen eine Studie von Einsamkeit und der
Suche nach Liebe in einer feindseligen Welt
zu erzählen, die vom ersten bis zum letzten
Moment faszinierend und hinreißend ist.

Anomalisa ist wunderschön, herzzerreißend und letztlich unvergesslich.
– Variety

the danish girl

The Danish Girl
GB 2015, 120 min, Englisch OmU,
R: Tom Hooper, B: Lucinda Coxon, nach
der Buchvorlage von David Ebershoff,
K: Danny Cohen, S: Melanie Oliver,
D: Eddie Redmayne, Alicia Vikander,
Ben Whishaw, Sebastian Koch,
Amber Heard, Matthias Schoenaerts
Ab Freitag, 8. Jänner
Eddie Redmayne als Transgender-Pionier
in einem Drama, das unter die Haut geht.
Nach seinem für zwölf Oscars nominierten
und mit vier Oscars ausgezeichneten (darunter beste Regie und bester Film) Drama
THE KING'S SPEECH und seiner mit drei
Oscars ausgezeichneten Musical-Adaption
LES MISÉRABLES widmet sich der britische
Regisseur Tom Hooper noch einmal einem
historischen Stoff. THE DANISH GIRL ist
die faszinierende, immer noch weitgehend
unbekannte Geschichte der dänischen
Transgender-Pionierin Lili Elbe. Elbe wurde
1882 im dänischen Örtchen Vejle als Einar
Wegener geboren und würde sich später in
Berlin, als einer der ersten intersexuellen
Menschen, einer geschlechtsangleichenden
Operation unterziehen.
Gerade erst wurde Eddie Redmayne für sein
berührendes Porträt des Wissenschaftlers
Steven Hawking mit dem Oscar als bester
Hauptdarsteller ausgezeichnet und spielt
nun als Lili Elbe mit großer Sensibilität
und Zärtlichkeit eine weitere Rolle, in der
er völlig zu verschwinden scheint – eine
mutige und kompromisslose Performance.
Shooting-Star Alicia Vikander kann in ihrer vielschichtigen Rolle als Lilis Ehefrau
Gerda Wegener zum ersten Mal die ganze
Bandbreite ihres Talents zeigen. In starken
Nebenrollen sind Matthias Schoenaerts als
Einars Jugendfreund Hans, Ben Whishaw
als Lilis leidenschaftlicher Verehrer Henrik,
Sebastian Koch als Doktor Warnekros und
Amber Heard als Gerdas glamouröse Freundin Oola Paulsen zu sehen.
Tom Hooper inszeniert Lilis Lebensweg mit
ungewöhnlichen und beeindruckenden Bildern und beschäftigt sich darüber hinaus
mit einem Thema, das so aktuell wie nie zuvor ist. Mit der mehrfach ausgezeichneten
und erfolgreichen Fernsehserie »Transparent« oder der Vanity-Fair-Cover-Geschichte über den US-Zehnkämpfer Bruce Jenner,
der heute als Frau lebt, ist das Thema Transgender inzwischen in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen.

mediterranea

Unabhängig vom Phänomen Transgender
ist THE DANISH GIRL aber auch eine große
Liebesgeschichte, das spannende Bild einer
bewegten Epoche und eine Biographie, die
bis heute so wichtig wie relevant ist. Denn
mit ihrem Mut, ihrer inneren Stimme zu
folgen und ihre wahre Identität zu leben, inspiriert uns Lili Elbe bis in die Gegenwart hinein – ein Plädoyer für Individualismus und
Selbstverwirklichung gegen alle Widerstände, in einer von uniformen Regeln bestimmten Gesellschaft.

Dahingehend ist THE DANISH GIRL am
Ende nicht unbedingt ein Lehrstück über Toleranz für die sexuelle Vielfalt, sondern vielmehr ein sehr sehenswertes Lehrstück über
die Liebe, die über die Geschlechtergrenzen
hinausgeht und die gesellschaftlich etablierten Geschlechterkonstellationen sprengt.
Ja, in THE DANISH GIRL geht es um Liebe,
Inspiration und am Ende auch um Erlösung.
– filmosophie.com

Mediterranea
IT/FR/US/DE 2015, 111 min, diverse OmU,
R/B: Jonas Carpignano, K: Wyatt Garfield,
S: Nico Leunen, Affonso Goncalves,
Sanabel Cherqaoui, D: Koudous Seihon,
Alassane Sy, Francesco Papasergio,
Pio Amato, Vincenzina Siciliano, Pomodoro

Ab Freitag, 8. Jänner
Drama um zwei Flüchtlinge aus Burkina
Faso, die versuchen, in Italien Fuß zu fassen.

THE HATEFUL 8

Ayiva hat sein Zuhause in Burkina Faso zurückgelassen und macht sich gemeinsam
mit seinem besten Freund Abas auf nach
Europa, um seine Tochter finanziell versorgen zu können. Die gefährliche Überfahrt
mit einem Schmugglerboot überleben die
beiden nur knapp. Angekommen in Italien,
stoßen die beiden auf ein feindseliges Klima,
das die Eingewöhnung in ihr neues Leben
schwierig macht. Auf einer Plantage finden
sie schließlich Arbeit und neue Freunde,
doch als es zu gewaltsamen Übergriffen
gegen Einwanderer kommt, steht für Ayiva
und Abas alles auf dem Spiel…
MEDITERRANEA ist das Spielfilmdebüt des
jungen Italoamerikaners Jonas Carpignano,
der bereits für seine Kurzfilme A CIAMBRA
und A CHIJÀNA mehrfach auf den Filmfestivals in Cannes, Venedig und Sundance ausgezeichnet wurde. Mit den Mitteln des Spielfilms
arbeitet Carpignano die Hintergründe der
Unruhen in Rosarno 2010 auf, bei denen mehr
als 60 Menschen verletzt wurden und Tausende Migrantinnen und Migranten evakuiert
werden mussten. Die Figuren des Films werden dabei von Flüchtlingen und Immigranten
verkörpert, die selbst von den Unruhen betroffen waren und ihre eigenen Erfahrungen
mit Flucht, Vertreibung und Fremdenfeindlichkeit in den Dreh einfließen ließen.
AUS EINEM INTERVIEW MIT
REGISSEUR Jonas Carpignano
Inwiefern liegt Ihnen die Geschichte des
Films persönlich am Herzen?
Es wäre prätentiös, wenn ich behaupten
würde, dass ich irgendetwas erlebt hätte,
das den Erfahrungen der Immigranten in
irgendeiner Form ähnelt – ich kann nur der
außenstehende Beobachter in diesem Fall

ANOMALISA

sein. Jedoch konnte ich aufgrund meines
eigenen Hintergrunds die Geschichte mit
ein paar persönlichen Verbindungen angehen. Meine Mutter ist Afroamerikanerin
und mein Vater Italiener. Die Verhältnisse zwischen Menschen unterschiedlicher
Hautfarben haben mich schon immer interessiert, insbesondere, was schwarze Menschen in Italien betrifft.
Als die Unruhen in Rosarno 2010 ausbrachen, bin ich sofort nach Kalabrien gereist,
um mehr über die Hintergründe zu erfahren, die zu den Krawallen geführt hatten.
Es waren Unruhen von historischer Bedeutung, denn diese haben eine Diskussion
über die Situation von schwarzen Menschen
in der italienischen Gesellschaft eröffnet.
Ich habe mit Menschen über ihre Erlebnisse
gesprochen, Geschichten für ein Drehbuch
gesammelt und bin dafür nach Rosarno gezogen. Meine erste Begegnung mit Koudous
Seihon (Ayiva) war dabei entscheidend. In
ihm habe ich nicht nur einen meiner engsten Freunde gefunden, sondern auch einen
Einstiegspunkt in die Welt, die ich beschreiben wollte, und vor allem den Protagonisten
des Films.
Unser erstes Ergebnis war A CHIANA, ein
Kurzfilm, der sich auf die unmittelbaren Geschehnisse der Krawalle konzentriert und
mit dem ich einige Schlüsselthemen ausarbeiten konnte. Wir haben mit Methoden der
kollaborativen Produktion experimentiert,
bei der alle involviert waren, Schauspieler
wie Crew.
Wie wurde aus dem Kurzfilmprojekt dann
ein Spielfilm?
Wir waren mit dem Ergebnis sehr zufrieden,
aber mir war klar, dass der Kurzfilm nur an

5

love

der Oberfläche gekratzt hat. Ich wusste,
dass die Geschichte nach dem Format eines Spielfilms verlangt, und ich habe sofort
mit dem Drehbuch hierfür angefangen. Ich
wollte die Geschichte von Anfang an erzählen, von der Reise durch die afrikanische
Wüste bis hin zum Kulturschock bei der Ankunft an der italienischen Küste. Ich wollte
das schwierige Verhältnis zwischen Immigranten und der italienischen Bevölkerung
näher untersuchen. Ich habe in Gioia Tauro,
einer Kleinstadt in der Nähe Rosarnos, mein
Produktionsbüro aufgebaut und meine Beziehung zu der Community der Immigranten immer weiter vertieft: Menschen, die ich
traf, wurden neue Charaktere im Drehbuch.
Ich hatte das Gefühl, genügend Material
zusammenzuhaben, damit der Film funktioniert – und dann kam alles zusammen. Man
weiß als Filmemacher nie, was passiert,
aber wir hatten so viel Glück, dass es Investoren rund um den Globus gab, die an den
Film geglaubt haben.

Bei aller Aktualität ist der Film aber keiner der üblichen, routiniert nach Schema
F gestrickten Problemfilme, sondern eine
ästhetisch risikofreudige und höchst persönliche Recherche auf nahezu unbekanntem Terrain. Was mancher an ausgefeilter
Dramaturgie vermissen mag, wird durch die
sinnliche Präsenz der Akteure und Szenen
mehr als ausgeglichen. – kunst + film

Love
FR 2015, 134 min, Englisch OmU, 3D/2D,
R/B: Gaspar Noé, K: Benoît Debie,
S: Gaspar Noé, Denis Bedlow,
D: Karl Glusman, Aomi Muyock,
Klara Kristin, Juan Saavedra,
Jean Couteau, Vincent Maraval

Ab Freitag, 1. Jänner
Nichts wird der Fantasie überlassen bei
Gaspar Noés sexueller Irrfahrt eines jungen Amerikaners in Paris ans Ende der
Nacht.
Zügellos ist sie, Murphys stürmische Liebe
zu Elektra, ein Rausch aus Drogen und Sex
und wilden Experimenten: Nichts ist verboten, alles wird ausprobiert, zu zweit, zu
dritt, die Leidenschaft scheint grenzenlos.
Und doch sind mittlerweile zwei Jahre vergangen, seitdem die Französin den jungen
6

the revenant

Amerikaner nach einem Seitensprung samt
Kind verlassen hat.
Als ihn ausgerechnet am Neujahrestag die
Nachricht erreicht, Elektra könne sich etwas angetan haben, begibt sich Murphy
auf die Suche nach ihr... auf eine Reise ans
Ende der Nacht, in der sich Murphy den Dämonen der Vergangenheit stellt und sich in
einem orgiastischen Trip verliert, der ihn an
die Grenzen seiner Existenz führt...
Jeder neue Film von Gaspar Noé ist ein Ereignis. So auch LOVE. Wieder einmal lotet
das Enfant terrible des französischen Kinos
aus, was das Kino erzählen kann und darf.
Dabei durchbricht er cineastische Grenzen,
wie schon bei MENSCHENFEIND, IRREVERSIBEL oder ENTER THE VOID.
Jetzt geht es eben um LOVE, um Liebe in
all ihren Ausprägungen, um Leidenschaft,
um Begierde, um Verlangen. Und natürlich um Sex, den Noé in seinem filmischen
Husarenritt in spektakulärem 3D so direkt
und unmittelbar zeigt, wie es noch kein
Autorenfilmer vor ihm getan hat. Es ist ein
wilder und zügelloser Trip durch Sex, Drugs
& Rock’n’Roll, voller Überraschungen und
unvergesslicher Momente: aufregend, elektrisierend... und gleichzeitig so zärtlich und
romantisch, wie man es von Gaspar Noé
niemals erwartet hätte.

REGIESTATEMENT
Seit Jahren habe ich davon geträumt, einen
Film zu machen, dem es gelingt, voll und
ganz die Leidenschaft eines verliebten jungen Paares abzubilden, mit all ihrer körperlichen und emotionalen Exzesse. Eine Art
Amour fou, wie die Quintessenz des Lebens,
das ich und meine Freunde geführt haben.
Ein zeitgemäßes Melodrama mit vielen Liebeszenen, das die absolut lächerliche Regel
brechen soll, die besagt, dass ein normaler
Film keine übermäßig erotischen Szenen
enthalten darf – obwohl es doch jeder liebt,
Liebe zu machen. Ich will das zeigen, was
sich das Kino in den seltensten Fällen traut,
ob das nun aus kommerziellen oder legalen
Bedenken: Ich will die organische Dimension des Verliebtseins auf Film festhalten.
An diesem Punkt lässt sich in den meisten
Fällen die Essenz der gegenseitigen Anziehungskraft junger Liebender finden. Der
Ausgangspunkt für mich warm intensive
Leidenschaft auf natürliche Weise zu zeigen
– animalisch, verspielt, lustvoll, traurig. Anders als bei meinen anderen Filmen sollte es
hier um nichts anderes gehen als um sentimentale Gewalt und die Ekstase der Liebe.

the big short

Besonders die Szenen, die von den beiden Hauptdarstellern mit berückender Intensität bestritten werden, gehören zu den
ästhetischsten, die das Arthouse-Kino in
jüngerer Zeit hervorgebracht hat. – Spiegel
Online

The Big Short
US 2015, 130 min, Englisch OmU,
R: Adam McKay, B: Adam McKay,
Charles Randolph, nach der Buchvorlage
von Michael Lewis, K: Barry Ackroyd,
S: Hank Corwin, D: Christian Bale,
Brad Pitt, Ryan Gosling, Marisa Tomei,
Steve Carell, Finn Wittrock

Ab Freitag, 15. Jänner
Furiose Farce mit Starbesetzung über eine
kleine Gruppe von Glücksrittern, die den
Börsencrash von 2008 vorhersagt.
Als alle anderen den Untergang nicht kommen sehen oder es verdrängen, setzt eine
Gruppe von Unerschrockenen gegen den
allgemeinen Trend und auf das Platzen der
Immobilienblase. Als dies dann eintritt und
die Weltwirtschaft an den Rand des Abgrundes katapultiert, können sie sich über Millionengewinne freuen.
Bereits 2010 veröffentlichte Autor Michael
Lewis sein Sachbuch »The Big Short«, in
dem er einige der Gewinner der weltweiten
Finanzkrise von 2008 porträtierte, die gegen den allgemeingültigen Glauben der damaligen Zeit wetteten und damit Millionen
Dollar verdienten. Regisseur Adam McKay
destillierte daraus eine furiose Farce und
schwarze Tragikomödie, die auf eine perfekte Besetzung zurückgreifen kann: unter anderem Christian Bale, Ryan Gosling, Steve
Carell und Brad Pitt.
Als die Immobilienblase letztendlich platzt,
kommt alles noch viel schlimmer und
schmutziger, als selbst sie, die von Banken,
Wirtschaftsexperten und Presse verlacht
werden, es sich gedacht hätten. Die Situation gleicht einem Hindernisparcours auf der
größten und mörderischsten Welle, auf der
man surfen kann. Dass man dem Autisten
und barfuß ins Büro schlurfenden Zahlenguru Michael Burry oder dem gelackten,
stets zynischen und die Hände aufhaltenden Unsympathler Jared Vennett bereitwillig als Helden akzeptiert, sagt einiges aus
über die verrottete Finanzwelt, in die der

kirschblüten und rote bohnen

Film Einblick gewährt. Zum Glück gibt es
auch eine Identifikationsfigur, an die man
sich als Zuschauer heften kann: Ausgerechnet der cholerische und barsche Fondsmanager Mark Baum, gespielt von Steve Carell,
erweist sich als Stimme der Vernunft, hat
ein Gewissen und eine Seele und konfrontiert in seiner hinreißend direkten Art diejenigen, die die Welt sehenden Auges in den
Abgrund treiben. Regisseur Adam McKay
beeindruckt mit einem regelrecht überschlagenden Bildersturm voller visueller
Einfälle und verrückter Ideen. Lachend in
die Kreissäge nennt man das, was THE BIG
SHORT anstellt.

Warum Krisen wie die durch faule Darlehen verursachte Finanzkrise von 2008
dennoch so wenig Folgen haben, versucht
Adam McKay in seiner brillanten, ebenso
scharfzüngigen wie tragischen Satire THE
BIG SHORT zu ergründen. Pflichtprogramm
für jeden, der die Welt, in der wir leben, verstehen will. – programmkino.de

Kirschblüten
und rote Bohnen
An
JP/FR/DR 2015, 113 min, Japanisch OmU,
R: Naomi Kawase, B: Naomi Kawase, nach
der Buchvorlage von Durian Sukegawa,
K: Jakob Ihre, S: Olivier Bugge Coutté,
D: Kirin Kiki, Masatoshi Nagase, Etsuko
Ichihara, Kyara Uchida, Miyoko Asada
Ab Freitag, 8 Jänner
In ihrem neuesten Meisterstück erzählt die
mehrfach ausgezeichnete japanische Regisseurin Naomi Kawase eine ergreifende
Geschichte über zwei ganz unterschiedliche Menschen, über das Kochen als poetisches Ritual, über Schönheit, Aufbruch
und Vergänglichkeit.
Als der japanische Frühling in seiner schönsten Blüte steht, erlebt der Besitzer einer
kleinen, zerschlissenen Imbissbude etwas
Ungewöhnliches: Eine alte Frau, Tokue, hatte Sentaro schon viele Male angeboten, ihm
in seiner kleinen Wirtschaft auszuhelfen.
Denn die rote Bohnenpaste An, die traditionell in die kleinen Dorayaki-Pfannkuchen
gefüllt wird, gelingt Sentaro einfach nicht
so, wie es die alte Kunst verlangt. Als Tokue
ihm von ihrer selbst gemachten Bohnen-

janis: little girl blue

paste eine Kostprobe gibt, willigt Sentaro schließlich ein. Bald stehen Tokue und
Sentaro in den frühesten Morgenstunden
beisammen und bereiten die traditionelle
Paste aus roten Bohnen zu, die einer kunstvollen Zeremonie des Kochens und Würzens
unterzogen werden müssen. Der herausragende Geschmack der süßen Bohnenpaste
beschert dem kleinen Laden schnell eine
große Kundschaft. So geduldig Sentaro und
Tokue in der Herstellung der Paste sind, so
aufrichtig und gewissenhaft ist bald auch
die Freundschaft, die die beiden verbindet.
Doch Sentaro hatte es lange schon geahnt:
Tokue hat ein Geheimnis, das ihrer beider
Zukunft gefährden kann, und bald muss Tokue eine Entscheidung treffen.
In Bildern von faszinierender Schönheit
erzählt die japanische Meisterregisseurin
Naomi Kawase in KIRSCHBLÜTEN UND
ROTE BOHNEN eine tief berührende Geschichte, die das Geheimnis des Lebens
zu umarmen weiß und deshalb im Herzen
bleibt – bis zum Ende.

In einem kulinarisch inszenierten poetischen Ritual fließt die ganze Harmonie
des Universums in Tokues Topf zusammen.
– Viennale

Janis:
Little Girl Blue
US 2015, 115 min, Englisch OmU,
R/B: Amy Berg, K: Francesco Carrozzini,
Paula Huidobro, Jenna Rosher, S: Garret
Price, Billy McMillin, Joe Beshenkovsky
Ab Freitag, 29. Jänner
Dokumentarfilm über die legendäre Rockmusikerin Janis Joplin.
Janis Joplin war nicht nur eine der einflussreichsten Rockikonen der Welt und eine
Göttin des Gesangs. Sie inspirierte auch
eine ganze Generation und eroberte neues Terrain für weibliche Rocksängerinnen
nach ihr. Neben all ihren turbulenten Liebesaffären und ihrer Drogensucht gab es
eine Konstante: Sie war bis zu ihrem herzzerreißenden Tod im Alter von 27 Jahren
komplett ihrer Musik ergeben. Janis erzählt
ihr eigenes Leben durch die Briefe, die sie
ihrer Familie, ihren Freunden und Liebhabern schrieb. Chan Marshall (Cat Power)
leiht ihre raue Südstaaten-Stimme den Le-

louder than bombs

sungen der schmerzhaft intimen Briefe von
Janis im Film.
Regisseurin Amy Berg (Oscar-nominiert für
Deliver Us From Evil) sieht hinter Janis‘
Rock’n’Roll-Persönlichkeit und enthüllt die
sanfte, vertrauensvolle, sensible, aber auch
starke Frau hinter der Legende.
REGIESTATEMENT
Bei all der Anbetung und Bewunderung, die
sie und ihre Musik auslösten, verwundert
am meisten die tiefe Einsamkeit und das
Gefühl, nicht geliebt zu werden, das sie oft
empfand, wenn die Massen nach Hause gingen. Musik wurde zu ihrem ganzen Lebensinhalt, und ihre Auftritte waren der Puls, der
sie zum Weitermachen antrieb.
Janis ist immer noch ein Symbol unseres
kollektiven Schmerzes – die raue, wortgewaltige Stimme, die unser Leiden angemessen und unverschleiert ausdrückt. Sie
erleichtert uns, indem sie den Schmerz liebkost und annimmt, den jeder von uns in sich
trägt. Das erklärt, warum ihre Live-Auftritte
so elektrisierend waren. Wenn Janis auf die
Bühne ging und alles rausließ, die Freude
und den Schmerz, war das absolut berauschend. Mit der größten Liebe und Respekt
entdecken die Filmemacher die gesamte
Bandbreite ihrer Gefühle, von den Tiefen der
Tragödie und Traurigkeit bis zu den Höhen
der Ekstase und des Jubels, denn genau diese Authentizität hätte Janis gewollt.

Louder than bombs
DK/NO/US 2015, 108 min, Englisch OmU,
R: Joachim Trier,
B: Joachim Trier, Eskil Vogt,
K: Jakob Ihre, S: Olivier Bugge Coutté,
D: Gabriel Byrne, Isabelle Huppert,
Jesse Eisenberg, David Strathairn,
Amy Ryan, Rachel Brosnahan

Ab Freitag, 8 Jänner
Eindringliches Drama um einen Vater und
seine beiden Söhne, die den mysteriösen
Tod der Mutter, eine berühmte Kriegsfotografin, verarbeiten müssen.
Drei Jahre sind seit dem Unfalltod der renommierten Kriegsfotografin Isabelle Reed
vergangen. Nun sollen ihre wichtigsten
Werke in einer Retrospektive ausgestellt
werden. Für die Vorbereitungen zur Ausstellung kehrt ihr ältester Sohn Jonah in
7

janis.: little girl blue

das Elternhaus zurück – es ist das erste
Mal seit der Geburt seiner kleinen Tochter.
Familienvater Gene, der einst seine Schauspielkarriere für das Familienleben an den
Nagel gehängt hatte und seither als Gymnasiallehrer ein eher konturloses Berufsleben
führt, trägt noch immer schwer am plötzlichen Tod Isabelles. Er stürzt sich in eine
kurze und heftige Affäre mit seiner Kollegin
Hannah, die ihm seine innere Leere aber nur
noch schmerzhafter bewusst macht. Hinzu kommt, dass sich Conrad, sein jüngerer
Sohn, spürbar sowohl vor ihm als auch seiner Umwelt verschließt und die meiste Zeit
in Computerspielen abtaucht. Erst mit einer
ebenso merkwürdigen wie hochpoetischen
Liebeserklärung an eine Schulfreundin wagt
er einen Schritt aus seinem Kokon. Nähe
und Gemeinsamkeit – auch in der Erinnerung an Isabelle – sind für den Teenager nur
schwer herzustellen. Jonah, das »Wunderkind« der Familie, kann vor seinen Problemen ebenfalls nicht länger davonlaufen. Seine übersteigerten Ansprüche an die eigene
akademische Laufbahn und die Verantwortung, die seine kleine Familie mit sich bringt,
belasten ihn zunehmend. Dann trifft er auch
noch unverhofft auf seine frühere »große«
Liebe Erin. Bei ihr kann er, wenn auch nur
vorübergehend, Verständnis finden und zur
Ruhe kommen. Der oberflächliche Familienfrieden droht schließlich vollends zu zerbrechen, als Isabelles langjähriger Kollege
Richard zur Eröffnung der großen Ausstellung eine Kolumne in der New York Times
veröffentlichen will. Darin will er die wahren
Umstände von Isabelles Tod offenbaren, die
dem jüngsten Sohn, Conrad, bisher zum
Schutz verschwiegen wurden. So hatte
sich seit Isabelles Tod jeder in seine eigene
Welt verkrochen. Ein klärendes Gespräch
wird unvermeidbar – als vielleicht letzte
Chance, die tiefe Kluft innerhalb der Familie
zu überwinden. Joachim Trier zählt zu den
derzeit angesehensten Regisseuren und
Drehbuchautoren im internationalen Filmgeschäft. Die New York Times feierte ihn als
großartiges Naturtalent und zählte ihn 2013
zu den 20 Regisseuren, die man unbedingt
im Auge behalten sollte. In erneuter Zusammenarbeit mit Drehbuchautor Eskil Vogt ist
LOUDER THAN BOMBS Triers Regiedebüt in
englischer Sprache und zudem sein erster
Film im Wettbewerb von Cannes.

Kunstvoll jongliert das norwegische Regietalent Joachim Trier seine Figuren durch
eine auffallend eleganten Inszenierung.
– programmkino.de
8

joy – alles auSSer gewöhnlich

Joy – Alles auSSer
gewöhnlich
US 2015, 107 min, Englisch OmU,
R: David O. Russell, B: David O. Russell,
Annie Mumolo, K: Linus Sandgren,
S: Alan Baumgarten, D: Jennifer Lawrence,
Robert De Niro, Édgar Ramírez, Diane
Ladd, Bradley Cooper, Isabella Rossellini
Ab Freitag, 1. Jänner
Wie schon David O. Russells vorherige Filme unterwirft sich auch dieses Werk keinen Genregrenzen, um facettenreich eine
Geschichte von Familie, Loyalität und Liebe zu erzählen.
JOY – ALLES AUSSER GEWÖHNLICH ist
die aufregende Geschichte von Joy, die ein
Geschäftsimperium aufbaut und als Matriarchin leitet. In dieser intensiven, hochemotionalen und vor allem sehr menschlichen
Komödie zeichnen Verrat, Vertrauensmissbrauch, der Verlust von Unschuld und verletzte Liebe Joys Lebensweg zum wahren
Familienoberhaupt und zur Chefin ihres
Unternehmens, mit dem sie sich in einer
gnadenlosen Geschäftswelt erfolgreich behauptet. Während Joys innere Stärke und
wilde Vorstellungskraft sie durch schwere
Zeiten tragen, werden Verbündete zu Kontrahenten und Gegner zu Verbündeten – sowohl
innerhalb als auch außerhalb der Familie.
Regisseur David O. Russell konnte auf ein
eingespieltes Star-Ensemble zurückgreifen.
Neben Jennifer Lawrence in der Hauptrolle
sind Robert De Niro, Bradley Cooper, Edgar
Ramirez, Isabella Rossellini, Diane Ladd und
Virginia Madsen zu sehen.
Inspiriert ist die Figur Joy von der erfolgreichen Unternehmerin und TeleshoppingQueen Joy Mangano, die in den 1990er
Jahren mit der Erfindung des Miracle Mop
in den USA zu einer nationalen Berühmtheit avancierte. Um den eigenen Alltag zu
erleichtern, entwickelte die alleinerziehende Mutter dreier Kinder einen sich selbst
auswringenden Wischmopp, den sie über
den Teleshopping-Kanal QVC vertrieb. Zum
Verkaufsschlager wurde der Miracle Mop jedoch erst, als Mangano durchsetzen konnte, das Produkt selbst in der Sendung vorzustellen: innerhalb von 20 Minuten konnte
sie 18.000 Exemplare verkaufen. Der Erfolg
hielt an und aus den ersten aus Privatkapital finanzierten Mopps entwickelte sich
ein Multimillionen-Dollar-Unternehmen. Joy
Mangano ruhte sich nicht auf diesem Erfolg

mademoiselle hanna

aus, sondern entwickelte weitere beliebte
Produktserien aus den Bereichen Haushalt und Kosmetik, die ebenfalls über QVC
erworben werden können. Die SelfmadeMillionärin ist in den USA ein Vorbild. Ihre
Geschichte zeigt, dass eine starke Frau mit
Mut, Willen und Ausdauer auch in einer
männerdominierten Geschäftswelt ihren
Weg gehen kann.
Filmografie // David O. Russell
(Regie, Auswahl)
1996 FLIRTING WITH DISASTER
1999 THREE KINGS
2004 I HEART HUCKABEES
2010 THE FIGHTER
2012 SILVER LININGS
2013 AMERICAN HUSTLE
2015 JOY – ALLES AUSSER GEWÖHNLICH

Mademoiselle
Hanna und die
Kunst Nein zu
Sagen
Je suis à vous tout de suite
FR 2015, 100 min, Französisch OmU,
R: Baya Kasmi, B: Baya Kasmi,
Michel Leclerc, K: Guillaume Deffontaines,
S: Monica Coleman, D: Vimala Pons,
Mehdi Djaadi, Agnès Jaoui, Ramzy Bedia,
Laurent Capelluto, Claudia Tagbo

Ab Freitag, 15. Jänner
Komödie um ein gegensätzliches Geschwisterpaar, das nur eines verbindet: nie
»nein« sagen zu können.
Hanna, 30, attraktiv und äußerst charmant,
lebt das schillernde Pariser Großstadtleben
einer freiheitsliebenden jungen Frau, unbeeindruckt von der Kultur und Religion ihrer
halb-algerischen Herkunft. Ganz anders ihr
Bruder Hakim, der das traditionelle Leben
eines gläubigen Muslims führt und mit Frau
und Kindern noch immer bei seinen Eltern
lebt. Ein Gegensatz, der Anlass ist für ständige Auseinandersetzungen zwischen den Geschwistern. Was aber alle Familienmitglieder
verbindet, ist eine seltsame Macke: sie sind
einfach zu nett, jederzeit und zu jedermann,
das Wort »Nein« scheint ihnen ein Fremdwort zu sein. Diese Eigenschaft stürzt Hanna
regelmäßig in die größten inneren Konflikte,

my talk with florence

wenn sie in ihrem Job in der Personalabteilung wieder einmal einen Mitarbeiter entlassen muss. Doch Hanna wäre nicht Hanna,
wenn sie sich nicht mit ihrer ganz eigenen,
wenn auch sehr unkonventionellen Interpretation von »Abfindung« zu helfen wüsste
– sehr zur Freude der Entlassenen. Als der
charmante Arzt Paul in ihr Leben tritt, lernt
Hanna, dass wahre Liebe keine Gegenleistung erwartet. Und auch zu ihrem Bruder
Hakim tut sich unverhofft ein Weg auf, der
die beiden wieder zueinanderführen soll...
MADEMOISELLE HANNA UND DIE KUNST
NEIN ZU SAGEN ist der neue Film von Baya
Kasmi und Michel Leclerc, die bereits mit
dem Drehbuch zu DER NAME DER LEUTE
ihr Talent für die komödiantische Umsetzung
gesellschaftlich relevanter Stoffe bewiesen
und dafür 2011 mit dem César ausgezeichnet wurden. Im Zentrum stand auch hier
schon eine junge, extrovertierte Halb-Algerierin, die ihre weibliche Sexualität bei der
Durchsetzung ihrer politischen Interessen
als wirkungsvolle Waffe einzusetzen wusste.
Aktuelle Fragen beleuchtet Baya Kasmi
auch in MADEMOISELLE HANNA UND DIE
KUNST NEIN ZU SAGEN wieder mit einem
provokativ-satirischen Blick, der auch ernste
Themen mit viel Ironie und Humor behandelt. Entstanden ist eine rasante, sensible
wie auch komische Studie über eine selbstbestimmte junge Frau, die für die Freiheit und
Vielfalt einer ganzen Generation steht.

My Talk with
Florence
AT 2015, 129 min, OdF,
R/B: Paul Poet, K: Johannes Holzhausen,
S: Peter Brunner, Andi Winter,
D: Florence Burnier-Bauer
Ab Freitag, 22. Jänner
Ein Leben voller Misshandlungen, in der
Familie, unterwegs und schließlich in der
Kommune Otto Muehls.
Roh, direkt, schockierend. In dem Interviewfilm MY TALK WITH FLORENCE erzählt
Florence Burnier-Bauer, bei ihrer Kindheit
beginnend, aus ihrem dramatischen Leben,
das sie Anfang der 1980er Jahre in Otto
Muehls Kommune Friedrichshof im Burgenland führte. Dort erwarten sie anstatt geistiger und körperlicher Befreiung autoritäre
faschistoide Strukturen, Missbrauch, De-

democracy – im rausch der daten

mütigung und Gewalt. Regisseur Paul Poet
lässt Florence‘ Schilderungen freien Lauf,
wenn sie die Geister ihrer Vergangenheit auf
der Suche nach Katharsis heraufbeschwört.
Filmisch ganz in der Tradition des Cinéma
Verité, stellt der Film mit schonungslosem
Blick und auf puristische Weise die Geschichte einer Emanzipation und Florence‘
hart erkämpften Weg, Nein zu sagen, dar.

Leben, ungefiltert. Ein faszinierendes Interview. Der Vorteil am Kino ist klarerweise
unser Gefangensein im Angesicht dieser
Frau, die wir nicht wegklicken können. Vor
uns entsteht eine filmische Konfrontation,
die wir vielleicht vermeiden wollen, aber
nicht können. – kino zeit.de
Bewußt roh, formlos belassen. Ein Rundumschlag, der von Kunst und Selbstzerstörung, Drogen und Prostitution, Verbrechen
und Armut handelt. Burnier-Bauers provokantes Lachen passt zu ihrer offenen Weigerung, sich in Selbstmitleid fallen zu lassen.
– Profil

Democracy –
Im Rausch der
Daten
DE/FR/NL/BE 2015, 100 min, diverse OmU,
R/B: David Bernet, K: Marcus Winterbauer,
Ines Thomsen, Dieter Stürmer,
S: Catrin Vogt

Ab Freitag, 15. Jänner
Dokumentarfilm über den langen, verworrenen Weg zum EU-Datenschutzgesetz,
der die bürokratischen Mechanismen und
das Kräfteverhältnis in der europäischen
Institution schildert.
Schauen uns die Nachbarn in die Wohnung,
lassen wir fix die Jalousien herunter. Im
World Wide Web geben wir dagegen alles
von uns preis. Big Data – das ist mehr als
Name, Geburtsdatum und Wohnort. In der
digitalen Gesellschaft werden wir zu gläsernen Menschen: Mit jedem Klick, mit jedem
Telefonat, mit jedem im Internet bestellten
Buch, jeder Kartenzahlung oder Videoload
werden Menschen transparent und hinterlassen überall digitale Fingerabdrücke.
Spätestens seit Edward Snowdens Enthüllungen ist klar, dass sich die Welt im Da-

kirschblüten und rote bohnen

tenrausch befindet und die persönlichsten
Informationen von uns allen zur Ressource
geworden sind: Daten sind das Öl des 21.
Jahrhunderts – wer sie hat, hat das Geld
und damit die Macht! Doch wer kontrolliert
diesen Zugriff auf private Daten? Und was
bedeutet das für die Gesellschaft?
Regisseur David Bernet öffnet die Türen zu
einer schier undurchdringlichen Welt. Zum
ersten Mal in der Geschichte der EU konnte
ein Filmteam so tief ins Innere der EU vordringen und die Entstehung eines Gesetzes
filmisch begleiten. Bernet begleitet unter
anderem in Brüssel, im Herzen der EU, die
konservative EU-Kommissarin Viviane Reding und den jungen, ambitionierten GrünAbgeordneten Jan Philipp Albrecht (MdEP)
bei ihrem Kampf um ein europäisches Datenschutzgesetz – ein Gesetz, das jede
Form von Datentransfer schützen soll. Lobbyisten, Wirtschaftsjuristen und Aktivisten
treten auf den Plan und versuchen Einfluss
zu nehmen. Ein Ringen wie bei David gegen
Goliath beginnt: Bürgerrechte versus Wirtschaftsinteressen. Gibt es schon eine finale
Entscheidung? Weit gefehlt. Aktuell laufen
die harten und zähen Verhandlungen zwischen Kommission, dem Rat der europäischen Regierungen und dem Europäischen
Parlament – während des sogenannten Trilogs – auf Hochtouren. Es geht dabei längst
nicht mehr nur um Big Data. Es geht um die
Zukunft jedes einzelnen EU-Bürgers, um
seine Privatsphäre und Sicherheit. Die heiße
Phase hat begonnen …
AUS EINEM INTERVIEW MIT
DEM REGISSEUR David Bernet
EU-Politik, Datenschutzverordnung, Gesetzgebung – das sind hochkomplexe und
zunächst abstrakt erscheinende Themen.
Was war Ihr filmischer Ansatz?
Keines der großen politischen Themen unserer Zeit ist nicht komplex, ob es um die
Finanzkrise geht, um die Ukraine, den Nahen Osten, um Flucht und Migration, um
Ressourcen und Klimawandel oder eben um
die Digitalisierung. Meine Aufgabe als Dokumentarfilmer sehe ich darin, mich dieser
Wirklichkeit zu stellen und einen Weg zu finden, wie sich die Zuschauer dieser Welt mit
offener Neugier und Lust hingeben können,
ohne von deren Komplexität erschlagen zu
werden. Die filmische Lösung dafür liegt –
wie oft im Dokumentarfilm – in der Nähe zu
den Protagonisten. Sobald wir in der Lage
sind, die Protagonisten in dem zu verstehen,
was sie wollen, was sie antreibt und wofür
sie kämpfen, kann der Film beginnen. Und
9

cemetery of splendour

wenn wir die Hauptfiguren auch noch in ihrer Entwicklung verstehen können, miterleben können, wie sie Niederlagen und Siege
erleben, dann kann die eigentliche Filmerzählung entstehen, die uns auch emotional
teilhaben lässt. Das war in diesem Fall natürlich nicht ganz einfach. Allein schon, weil
man sich nicht unmittelbar wohl fühlt in den
Gängen und Gebäuden des europäischen
Viertels in Brüssel. Aber ist diese Schwelle
erst überschritten, dürfte die Überraschung
für die meisten sein, dass die Arbeit an einem europäischen Gesetz, entgegen dem
Klischee, extrem dynamisch ist.

Cemetery of
Splendour
Rak ti Khon Kaen
DE/FR/GB/TH 2015, 122 min, Thai OmU,
R/B: Apichatpong Weerasethakul,
K: Diego Garcia, S: Lee Chatametikool,
D: Jenjira Pongpas Widner,
Banlop Lomnoi, Jarinpattra Rueangram,
Petcharat Chaiburi, Tawatchai Buawat,
Sujittraporn Wongsrikeaw
Ab Freitag, 22. Jänner
Im thailändischen Drama CEMETERY OF
SPLENDOUR kommuniziert eine Hausfrau
mit einem komatösen Patienten, der unter
einer seltsamen Schlafkrankheit leidet,
und verliebt sich in ihn.
In einer früheren Schule, jetzt als Klinik genutzt, liegen Soldaten, die an einer mysteriösen Schlafkrankheit leiden. Zwei Frauen,
Jenjira und Keng, wachen mit besonderer
Sorgfalt über die schlafenden Männer. Keng
hat die Fähigkeit, Gedanken und Erinnerungen der Schlafenden zu lesen und mit ihren
Angehörigen zu kommunizieren. Ärzte erkunden derweil Möglichkeiten mit Lichttherapie, die unruhigen Träume der Männer zu
erleichtern. Als Jen bei einem Soldaten ein
Notizbuch mit fremden Schriften und kryptischen Skizzen entdeckt, deutet einiges auf
einen Zusammenhang zwischen dem rätselhaften Schlafsyndrom der Soldaten und
dem mythischen alten Ort, der unterhalb
der Klinik liegt, hin.
Apichatpong
Weerasethakul
(UNCLE
BOONMEE ERINNERT SICH AN SEINE
FRÜHEREN LEBEN, 2010) ist ein mehrfach
ausgezeichneter Filmemacher und Künstler
und gewann als erster thailändischer Re10

brooklyn

gisseur 2010 die Goldene Palme in Cannes.
Seine Geschichten beruhen auf Mythen und
Erinnerungen. Die Grenzen zwischen Traum
und Wirklichkeit existieren bei ihm nicht. Das
animistisch geprägte Leben der Einwohner
im Norden Thailands, wo der Regisseur lebt
und der Film CEMETERY OF SPLENDOUR
spielt, ihr Glaube an die Seelenwanderung
zwischen Menschen, Pflanzen, Tieren und
Geistern sind wiederkehrende Themen von
seinen Filmen.

Keine visuellen Effekte sind nötig, um einen gründlich verzaubert zurückzulassen.
– Variety
Eine weitere stille Fabel über die anhaltenden Geister der Vergangenheit seines
Landes – die kühlende, elliptische Poesie
überstrahlt sogar die meisten Filme vom
Wettbewerbsprogramm in Cannes 2015.
– The Telegraph

Brooklyn –
Eine Liebe zwischen
zwei Welten
GB/IE/CA 2015, 112 min, Englisch OmU,
R: John Crowley, B: Nick Hornby,
nach der Buchvorlage von Colm Toibin,
K: Yves Bélanger, S: Jake Roberts,
D: Saoirse Ronan, Domhnall Gleeson,
Emory Cohen, Jim Broadbent,
Julie Walters, Michael Zegen

Ab Freitag, 22. Jänner
Berührendes, in den 1950er Jahren angesiedeltes Drama um eine junge Irin, die zwischen dem neuen Leben in Brooklyn und
dem alten in Irland hin- und hergerissen ist.
BROOKLYN erzählt die bewegende Geschichte der jungen Eilis Lacey, einer jungen irischen Immigrantin, die in den 1950er
Jahren versucht, in Brooklyn Fuß zu fassen.
Von den Versprechungen Amerikas angelockt, verlässt Eilis nicht nur Irland, sondern
auch das behagliche Heim ihrer Mutter, um
in New York ein neues Leben zu beginnen.
Anfangs leidet die junge Frau unter großem
Heimweh, doch das verfliegt schnell, als sie
sich von einer Liebesromanze mitreißen
lässt. Aber schon bald wird ihr neues Leben
auf eine harte Probe gestellt, und sie muss
sich nicht nur zwischen zwei Ländern, son-

die dunkle seite des mondes

dern auch zwischen zwei ganz unterschiedlichen Lebensentwürfen entscheiden.
Ein romantischer Traum ist dieses Drama,
das durchaus die Schattenseiten im Leben
von Immigranten anreißt, Schmutz, Gewalt
und Hass jedoch weitgehend ausspart. In
schönen, pastellfarbenen Bildern schwelgt
Kameramann Yves Bélanger (DER GROSSE
TRIP – WILD), ob an einsamen Küsten der
Grünen Insel oder dem überfüllten Strand
von Coney Island, immer farbenfroher und
moderner kleidet sich Eilis, die von einer
eher grauen Maus zum strahlenden Schwan
erblüht. Neben den Darstellern sticht auch
das akkurate, mit viel Liebe zum Detail gestaltete Produktionsdesign ins Auge.

BROOKLYN ist ein wunderschöner Film,
der auf einem noch schöneren Buch von
Colm Toibin basiert und genaue Beobachtungen mit vorsichtiger Nostalgie mischt.
[...] Saoirse Ronan ist von einer unheimlich
intelligenten Kinderdarstellerin zu einer bemerkenswerten Macht und Sensibilität herangewachsen. – The New York Times

Die dunkle Seite
des Mondes
DE/LU 2015, 97 min, OdF, R: Stephan Rick,
B: Catharina Junk, Stephan Rick nach der
Romanvorlage von Martin Suter,
K: Felix Cramer, Stefan Ciupek,
S: Florian Drechsler,
D: Moritz Bleibtreu, Jürgen Prochnow,
Nora von Waldstätten, Doris Schretzmayer,
André Hennicke, Luc Feit
Ab Freitag, 15. Jänner
Drama, Thriller und Satire um einen Karrieremenschen, der nach einem Drogentrip
mit der dunklen Seite seiner selbst konfrontiert wird. Nach dem gleichnamigen
Roman von Martin Suter.
Wirtschaftsanwalt Urs Blank ist der unangefochtene Star auf seinem Gebiet. Er ist
erfolgreich, hat Geld und die für ihn perfekte
Frau. Der Selbstmord eines Geschäftskollegen wirft Urs jedoch aus der Bahn. Er fängt
an, sein bisheriges Leben in Frage zu stellen.
Vielleicht auch deshalb fühlt er sich so zu
Lucille hingezogen, die ihm mit ihrem alternativen Lebensstil eine ganz neue Welt eröffnet - und ihn zu einem Trip mit halluzinogenen Pilzen verführt. Mit Folgen für Blank,

Suite française

denn nach dem Trip verändert sich seine
Persönlichkeit und bringt seine dunkle Seite
zum Vorschein. Zunächst fast unbemerkt,
dann mit unbarmherziger Macht brechen
lang unterdrückte Aggressionen aus ihm
heraus. Und machen den zivilisierten Anwalt zum instinktgetriebenen Individuum
und unberechenbaren Mörder. Zutiefst
verunsichert von seiner Wandlung flüchtet
sich Blank aus seinem alten Leben in den
Wald, um dort nach einem Gegenmittel für
den missglückten Pilztrip zu suchen. Doch
für seinen Geschäftspartner Pius Ott ist der
unberechenbare Blank eine tickende Zeitbombe geworden. So wird Urs Blank zum
Gejagten - und sein Kampf um seine Rückkehr zum Wettlauf um sein Leben…
Mit fiebriger Spannung nimmt der Film den
Zuschauer mit auf den Psychotrip eines
Mannes, der das Gleichgewicht verliert auf
dem schmalen Grat zwischen Normalität
und Wahnsinn, zwischen dem ganz alltäglichen Leben und dem unkontrollierten
Durchbrechen verborgener Instinkte. Mit
einer fesselnden darstellerischen Tour de
Force begeistert Moritz Bleibtreu in der
Rolle des Urs Blank. Ein schauspielerisches
Duell der Sonderklasse liefert er sich dabei
mit Jürgen Prochnow, der mit kühler Bösartigkeit Blanks Widersacher Pius Ott spielt. In
weiteren Rollen inszenierte Regisseur Stephan Rick zudem Nora von Waldstätten als
Blanks Verführerin und Freundin Lucille sowie Doris Schretzmayer als seine Frau Evelyn.
DIE DUNKLE SEITE DES MONDES ist die
Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers
von Martin Suter, der mit knapp 1 Mio. verkauften Exemplaren im deutschsprachigen
Raum zu einem seiner bislang erfolgreichsten und populärsten Romane gehört.

Suite française –
Melodie der Liebe
GB/FR 2014, 98 min, English OmU,
R: Saul Dibb, B: S. Dibb, Matt Charman,
K: Eduard Grau, S: Chris Dickens,
D: Michelle Williams, Margot Robbie,
Matthias Schoenaerts, Clare Holman,
Kristin Scott Thomas, Ruth Wilson
Ab Freitag, 15. Jänner
Bewegende Verfilmung von Irène Némirovskys Bestseller über eine unmögliche
Liebe in Kriegszeiten.

mediterranea

Frankreich im Sommer 1940 während der
deutschen Besatzung: Die junge Lucile Angellier lebt unter der Obhut ihrer dominanten Schwiegermutter Madame Angellier.
Ihr Ehemann ist im Krieg, und beide Frauen
warten auf Nachricht von ihm. Luciles einzige Freude ist das Klavierspiel. Ihr Leben ändert sich dramatisch, als Pariser Flüchtlinge
im Dorf eintreffen – bald gefolgt von einem
deutschen Regiment, das in dem kleinen Ort
stationiert wird. Viele Einwohner müssen
Soldaten bei sich aufnehmen. Der deutsche
Offizier Bruno von Falk wird im Hause der
Familie Angellier einquartiert. Während Lucile versucht, den attraktiven und kultivierten Bruno zu ignorieren, versteckt sie den
flüchtigen Bauern Benoît, der in Notwehr
seinen deutschen Hausgast Kurt Bonnet tötete, vor den Besatzern. Doch bald kommen
sich Lucile und Bruno durch ihre gemeinsame Leidenschaft für die Musik näher.
Basierend auf dem gleichnamigen Bestseller von Irène Némirovsky erzählt SUITE
FRANÇAISE die berührende und leidenschaftliche Geschichte einer unmöglichen
Liebe in Kriegszeiten. Das erst über 50 Jahre nach dem Tod der Autorin entdeckte und
während der Besatzungszeit entstandene
unvollendete Werk wurde 2005 zur literarischen Sensation und hat seitdem weltweit Millionen Leser bewegt. Die mehrfach
Oscar-nominierte Michelle Williams (BLUE
VALENTINE) sowie Matthias Schoenaerts
(DER GESCHMACK VON ROST UND KNOCHEN) sind in den Hauptrollen zu sehen.

ÜBER DIE PRDOUKTION
»Ich wollte die Sichtweise der Zivilisten auf
den Krieg herausstellen, insbesondere die
Sichtweise der Frau im Mittelpunkt dieser
Erzählung«, erklärt Dibb. Irène Némirovskys einzigartige Perspektive faszinierte das
gesamte Produktionsteam und die Schauspieler. Der Roman ist ein wichtiges Dokument gelebter Geschichte, geschrieben von
einer Frau in eben dieser Zeit. Die Autorin
starb aber vor Ende des Krieges und kannte, während sie das Buch verfasste, weder
das weitere Schicksal Frankreichs noch
das Ausmaß des Schreckens der NaziHerrschaft. »Der Roman ähnelt in seiner
Direktheit einer Berichterstattung, ist aber
sehr poetisch geschrieben und aufgebaut«,
meint Dibb. »Normalerweise führe ich Regie
bei Dokumentationen, und mich hat diese
unglaublich authentische Geschichte fasziniert, die fast wie eine Zeitkapsel ist, die 60
Jahre nicht geöffnet wurde.«

unter freunden

Unter Freunden
Entre amis
FR 2015, 90 min, Französisch OmU,
R: Olivier Baroux,
B: Eric Besnard, Richard Grandpierre,
K: Régis Blondeau, S: Christophe Pinel,
D: Daniel Auteuil, Gérard Jugnot,
François Berléand, Zabou Breitman,
Mélanie Doutey, Isabelle Gélinas
Ab Freitag, 1. Jänner
Starbesetzte Komödie um drei Jugendfreunde und ihre Frauen auf gemeinsamem Segeltörn.
Richard, Gilles und Philippe sind Freunde
seit über 40 Jahren. Wie jeden Sommer
fahren sie auch dieses Jahr gemeinsam
mit ihren Frauen in den Urlaub. Doch das
Zusammenleben auf dem gecharterten Segelboot ist dann doch weniger harmonisch
als zunächst gedacht – nicht zuletzt, weil
Richards neue, deutlich jüngere Freundin
die Clique gehörig durcheinanderwirbelt.
Zwischen Sonnenbrand und Kajütenzwist
schwelen Eifersüchteleien und gut gehütete
Geheimnisse. Als dann auch noch ein Unwetter aufzieht, ist endgültig der Zeitpunkt
gekommen, um klar Schiff zu machen.
Wird die Freundschaft den großen Sturm
überstehen? Mit UNTER FREUNDEN gelingt
Olivier Baroux (FASTEN AUF ITALIENISCH)
eine warmherzige Komödie über alte Freunde und neue Herausforderungen in den besten Jahren. Das heitere Ensemble um Daniel
Auteuil (BEVOR DER WINTER KOMMT) segelt auf der perfekten Welle Richtung Korsika – dabei bleibt vor Lachen ganz bestimmt
kein Auge trocken!
AUS EINEM INTERVIEW MIT
REGISSEUR OLIVIER BAROUX
Was hat Ihnen am meisten an dem Projekt
gefallen?
Das Thema gefiel mir einfach! Ich habe
selbst schon mehrere solcher Segeltörns
gemacht – darunter auch einen unvergesslichen mit Kad Merad in der Karibik. Wie
Gérard Jugnot im Film habe ich einmal auch
versucht, mit dem Rauchen aufzuhören –
was gar nicht gut geklappt hat. Beim Lesen
des Drehbuchs wusste ich von Anfang an,
dass ich diese Geschichte erzählen konnte:
die Beengtheit auf dem Boot; die Schwierigkeit, tagelang auf offenem Meer auszuharren; das schlechte Wetter; Leute, die
seekrank werden, oder Leute (wie Isabelle
Gélinas im Film), die immer an Deck bleiben
11

familienfest

wollen, egal wie stark es stürmt ... So eine
Situation kann sich schnell zuspitzen: Die
ersten beiden Tage kann es super laufen,
aber wenn man weiß, dass es noch weitere
Tage auszuhalten gilt, kann sich alles schnell
zum Albtraum wandeln. Außerdem hat mich
bei der Geschichte auch der technische
Aspekt gereizt. Man hat nicht alle Tage die
Chance, ein Gewitter in Szene zu setzen!
Was den Film so interessant macht, ist sowohl das bereits angesprochene Spektakel als auch das possenhafte Kammerspiel
zwischen den Figuren.
Absolut, die Spannung zwischen den beiden
Aspekten mochte ich sehr. Ich mochte aber
auch den Gedanken, über Nostalgie zu sprechen. Ich selbst bin jetzt 51 Jahre alt. Das ist
ein Alter, in dem man anfängt, sich immer
öfter an alte Zeiten zu erinnern. Ich habe
auch viele langjährige Freunde. Ich wollte
von der Vergänglichkeit der Zeit erzählen,
aber auch davon, wie man trotz allem befreundet bleibt. Es war auch spannend, sich
vorzustellen, wie eine Clique reagiert, wenn
einer von ihnen sich scheiden lässt und der
Gruppe seine neue Freundin vorstellt – die
noch dazu viel jünger ist als er! Wie würden
seine Freunde sie, den »Eindringling«, aufnehmen?

Familienfest
DE 2015, 95 min, OdF, R: Lars Kraume,
B: Dr. Andrea Stoll, Martin Rauhaus,
K: Jens Harant, S: Barbara Gies,
D: Hannelore Elsner, Günther Maria
Halmer, Michaela May, Lars Eidinger,
Jördis Triebel, Barnaby Metschurat

Ab freitag, 1. Jänner
Tragikomödie über ein Familienfest, bei
dem ordentlich gezankt wird.
Zum 70. Geburtstag von Hannes Westhoff
findet sich die Familie am herrschaftlichen
Wohnsitz des Patriarchen zusammen.
Anne, seine zweite Ehefrau, hat nicht nur
die Söhne Max, Frederik und Gregor eingeladen, sondern auch deren Mutter, Hannes'
Ex-Frau Renate. Anne tut alles für eine entspannte Stimmung, kann aber nicht verhindern, dass die Familienmitglieder auch
in den Tagen des Festes aufeinander losgehen. Ohne Rücksicht auf Verluste lassen
sie gegenseitigen Sticheleien, Vorwürfen
12

brooklyn

und Aversionen freien Lauf – und so wird
tief in alten Wunden gebohrt, neue Gräben
werden gezogen, und alle müssen sich der
Frage stellen, wie sie mit offenen Rechnungen aus der Vergangenheit umgehen wollen.
Bis eine Nachricht alles verändert. Denn für
einen von ihnen ist das Familienfest die letzte Gelegenheit, der eigenen und gemeinsamen Biographie eine Erkenntnis abzuringen
... Mit bitterbösem Humor seziert Regisseur
Lars Kraume in seinem Film subtil die Dramen, Eigenarten und Geheimnisse, die so
oder so ähnlich unter der Oberfläche einer
wohl jeden Familie schlummern. Gnadenlos
legt er die kleinen und großen Grausamkeiten offen, die man sich nur innerhalb einer
Familie zuzufügen vermag – aber auch die
Gemeinsamkeiten, die die Mitglieder einer
Familie mehr verbinden, als uns allen vielleicht manchmal lieb ist. Zu einem echten
Fest macht den Film auch das großartig
gelaunte Schauspieler-Ensemble: Günther
Maria Halmer als Familienpatriarch Hannes Westhoff; Hannelore Elsner als seine
Ex-Frau Renate; Michaela May als aktuelle
Ehefrau Anne; und Lars Eidinger, Barnaby
Metschurat und Marc Hosemann als Westhoffs Söhne, von denen jeder seine eigenen
Kämpfe führt, sowie Jördis Triebel, Nele
Mueller-Stöfen und Daniel Krauss als deren
Partner.
AUS EINEM INTERVIEW MIT
DEM REGISSEUR LARS KRAUME
So wie in FAMILIENFEST das Großbürgertum
seziert wird, erinnert dies an das französische
Kino eines Claude Chabrol, aber auch an den
Dänen Thomas Vinterberg.
Dass DAS FEST ein großes Vorbild für unseren Film ist, liegt schon allein wegen
des ähnlichen Titels auf der Hand. Allerdings läuft Vinterbergs Film doch auf diese
sehr spezielle Ausnahmesituation von Inzucht hinaus. FAMILIENFEST ist dagegen
alltäglicher, realistischer, wenn man so will.
Diese kleinen Kränkungen, die Ignoranz eines Vaters, der seine Kinder nicht groß werden lässt und die Frauen schlecht behandelt
hat – das alles sind Themen, die viele Menschen mit ihren eigenen Erlebnissen abgleichen können. Anders verhält es sich mit
dem französischen Kino. Hier gibt es eine
große Tradition in der Darstellung dieser
bürgerlichen Lebenswelten. Deshalb ist es
toll, dass wir den Film realisieren konnten,
weil diese Welt bei uns im Kino relativ selten
erzählt wird. Die Franzosen machen das am
laufenden Band, und Chabrol ist ein Meister darin, auch wenn er seine Geschichten

bibi un tina – mädchen gegen jungs

meist mit einem Verbrechen paart. In unserem Fall ist es doch eher ein menschliches
Drama und keine Crime Story, die die Geschichte wirklich antreibt. Und schließlich
darf man auch das amerikanische Kino mit
Filmen wie Ang Lees DER EISSTURM nicht
vergessen. Das bürgerliche Familiendrama
ist ein tolles Sujet, das in Deutschland leider
viel zu selten behandelt wird.

Bibi und Tina –
Mädchen gegen
Jungs
DE 2015, 109 min, OdF, R: Detlev Buck,
B: Bettina Börgerding, Detlev Buck,
K: Marc Achenbach, S: Dirk Grau,
D: Lina Larissa Strahl, Lisa-Marie Koroll,
Louis Held, Phil Laude, Kostja Ullmann,
Tilman Pörzgen

Ab Freitag, 22. Jänner
Neues Kino-Abenteuer der kleinen Hexe
Bibi und ihrer Freundin Tina.
Sommerzeit – Campingzeit. Tina freut sich
schon auf das Zeltlager, das in Falkenstein
stattfinden soll. Umso besser, dass sie auch
ihre Freundin Bibi dafür begeistern kann.
Zahlreiche Schülerinnen und Schüler einer internationalen Partnerschule aus der
Hauptstadt nehmen teil. Als Höhepunkt ist
eine Geocaching- Challenge geplant – eine
moderne Schatzsuche, bei der Jungs und
Mädchen gegeneinander antreten. Um zu
gewinnen, ist dem ehrgeizigen Urs dabei jeder schmutzige Trick recht. Das will sich vor
allem Bibi nicht bieten lassen, doch im entscheidenden Moment verliert sie plötzlich
ihre Hexkraft…
Nach den großen Erfolgen von BIBI &
TINA – DER FILM und BIBI & TINA – VOLL
VERHEXT! mit über zwei Millionen Kinozuschauern schickt Regisseur Detlev Buck
Bibi und Tina im dritten Teil auf moderne
Schnitzeljagd. Zum erfolgreichen Bibi &
Tina-Cast zählen neben Lina Larissa Strahl,
Lisa-Marie Koroll und Louis Held Michael
Maertens, Winnie Böwe, Martin Seifert, Maximilian von der Groeben, Charly Hübner
und Fabian Buch. Neu im BIBI & TINA-Team
sind YouTube-Star Phil Laude von Y-TITTY,
der die Figur Urs Nägeli spielt, sowie Kostja Ullmann als Leo Schmackes. Als Gast ist
Katharina Thalbach dabei.

varvilla

Varvilla
IT 2014, 75 min, Valerio Gnesini
In Kooperation mit Bio Austria
Varvilla versteht sich als Antwort auf die
ökonomische Krise und die Landflucht, die
Italien in besonderer Weise erfasst hat.
Der Film erzählt die Geschichte der Kooperative »La Valle dei Cavalieri« (»Das
Tal der Ritter«) von Succiso, das sich zwei
Stunden von Reggio Emilia am Eingang
zum Val d´Enza, dem Tor zum ApenninenNationalpark an der Grenze der Toskana zur
Emilia-Romagna, befindet. Die Kooperative
hat eine Initiative gegen die Entvölkerung
der kleinen Dörfer gestartet, die einzigartig
in Italien ist. Ein kleines Dorf gilt als Modellfall, und der Film erzählt von der täglichen
Arbeit und den Projekten, die durchgeführt
werden. Die Kooperative führt eine Bar, ein
Landhaus, ein Lebensmittelgeschäft. Außerdem ist man touristisch aktiv, züchtet
Tiere, bebaut Land und ist für das Besucherzentrum des Nationalparks verantwortlich. Eine Delegation aus Japan wird gefilmt,
die sich Anregungen im Dorf holen will.
Linz, Moviemento: Mo 18. Jänner, 19.00
Grein: Di 19. Jänner, 20.15
Steyr, City Kino: Mi 20. Jänner, 19.30
Lenzing: Do 21. Jänner, 20.15
Wels: Fr 22. Jänner, 20.00
Freistadt: Do 28. Jänner, 20.00
Katsdorf: Fr 29. Jänner, Mo 1. Februar, 20.00

Die Nacht der
Programmkinos
Fr 22. Jänner, Eintritt frei
Moviemento
20.00 Freunde fürs Leben (Vorpremiere)
22.00 Cemetery of Splendour
00.00 Überraschungsfilm
City-Kino
21.00 Sture Böcke (Vorpremiere)
23.00 Bad Luck
Die Medienlandschaft ist endgültig im elektronischen Zeitalter angekommen und so
vielfältig und bunt wie nie zuvor.
Gerade deshalb ist das Kino als besonderer

freunde fürs leben

Ort der Wahrnehmung unverzichtbar, und
den Programmkinos kommt dabei besondere Verantwortung zu. Sie sind Orte der
Begegnung, der Auseinandersetzung und
der Orientierung, und sie strukturieren das
immer größere werdende Filmangebot für
ein mündiges und waches Publikum aller
Altersgruppen.
Die Programmkinos genießen ein besonderes Maß an Vertrauen bei ihren (zumeist
sehr treuen) BesucherInnen; ein Vertrauen,
das sich nicht nur auf die Sorgfalt der Filmauswahl bezieht, sondern auch auf die Qualität der Programmfolder, der Schulmaterialien und der begleitenden Informationen im
Internet. Erstaufführungen preisgekrönter
internationaler und österreichischer Filme,
Begleitveranstaltungen, Retrospektiven und
Filmreihen, Schulvorstellungen und spezielle Kinderprogramme sind im Programmkino-Alltag obligatorisch. Die Schwerpunkte
sind dabei sehr unterschiedlich, doch was
alle Programmkino-Betreiber eint, ist der
Wunsch, ihre Leidenschaft für Arthausfilme
mit möglichst vielen KinobesucherInnen zu
teilen. An der nunmehr fünften NACHT DER
PROGRAMMKINOS werden österreichweit
15 Kinos mitwirken. Premieren, Previews,
Wiederaufführungen von Filmklassikern,
Kurzfilme und Diskussionsveranstaltungen
laden die Zuschauer zu einem abwechslungsreifen Streifzug durch die Welt der
Programmkinos ein.
Ein Fest des anspruchsvollen Films
bei freiem Eintritt.

Doktor Schiwago

Sture Böcke
Hrútar
IS 2015, 93 min, OmU,
R: Grímur Hákonarson
Gummi und Kiddi sind bockig wie ihre Schafe. Seit über 40 Jahren haben die zwei Brüder nicht mehr miteinander gesprochen.
Dabei leben sie im selben verlassenen Tal
und teilen mit der Schafzucht ihre berufliche Leidenschaft. Bitter ernst wird es unter den Brüdern, wenn sie als Rivalen um
die jährliche Auszeichnung des Züchterverbands konkurrieren. Kiddis hämische
Freude über seinen Sieg ist diesmal jedoch
nur von kurzer Dauer. Die tödliche Traberkrankheit befällt eines seiner Schafe und
die Ansteckungsfälle mehren sich in der
ganzen Gegend, worauf eine Veterinärin die
Notschlachtung aller Tiere verordnet. Aber
nicht mit Gummi und Kiddi! Die beiden Sturköpfe unternehmen alles, um ihre Zucht und
sich selbst vor dem Untergang zu retten.

Bad Luck

AT 2015, 80 min, OdF, R: Thomas Woschitz
Dagmar arbeitet auf einer Tankstelle und
hat Schulden. Lippo, Mitarbeiter in einem
Wettsalon, wird von seinem Chef gefeuert
und schwört Rache. Karl, ein Automechaniker und sein seltsamer Freund Rizzo werden
durch einen überraschenden Geldfund zu
unüberlegten Handlungen hingerissen. Drei
Autounfälle. Drei Tage. Drei Geschichten.
BAD LUCK ist ein tragikomischer Film über
falsche Entscheidungen, Zufälle und die Suche nach dem Glück.

Freunde fürs Leben
Truman
ES/AR 2015, 108 min, OmU, R: Cesc Gay
Zwei beste Freunde seit Kindheitstagen
treffen einander nach vielen Jahren wieder.
Durch den Atlantik voneinander getrennt
haben sich die beiden auf verschiedenen
Kontinenten ein Leben aufgebaut, aber als
sie einander wiedersehen, scheint es beiden
so, als hätten sie sich niemals aus den Augen verloren. Julian und Thomas verbringen
ein paar unvergessliche Tage miteinander,
lachen, schwelgen in Erinnerungen – und
weinen. Denn ihrem Wiedersehen wird der
Abschied für immer folgen.
FREUNDE FÜRS LEBEN ist eine Ode an die
Freundschaft und die Liebe. Ein humorvolles und ehrliches Portrait über den Mut, der
nötig ist um zu akzeptieren, dass der Tod
einfach ein Teil des Lebens ist.

Special
Doktor Schiwago
Doctor Zhivago
US 1965, 200 min, OmU, R: David Lean,
B: Robert Bolt, nach der Buchvorlage von
Boris Pasternak, K: Frederick Young,
Nicolas Roeg, S: Norman Savage,
D: Omar Sharif, Geraldine Chaplin,
Julie Christie, Rod Steiger, Tom Courtenay
Oscars 1965: Beste Ausstattung, Beste Kamera, Beste Kostüme, Beste Originalmusik
Golden Globes 1965: Bester Film (Drama),
Beste Regie, Bestes Drehbuch, Bester
Hauptdarsteller (Drama), Beste Filmmusik
So 10. & 17. Jänner, 11.30, Moviemento
13

Bikes vs. cars

Die bewegte Lebensgeschichte des Arztes
und Dichters Schiwago vor dem Hintergrund der Russischen Revolution.
Das individuelle Schicksal des Helden berührt sich mit den politischen und militärischen Ereignissen seiner Zeit, wobei freilich
die privaten Leidenschaften deutlich im Vordergrund stehen.
David Leans äußerst publikumswirksame
Inszenierung schwelgt in monumentalen
Stimmungsbildern und beeindruckt durch
ihren langen Atem in der Abfolge lyrischer
und dramatischer Momente. Einer der
größten Kassenerfolge der 60er Jahre, der
wie kaum ein anderes Kino-Opus die gängigen Vorstellungen vom »alten Russland«
prägte und verfestigte.

Radlobby OÖ
Bikes vs. Cars

SE 2015, 91 min, OmU, R: Fredrik Gertten
Fr 29. Dezember
Im Dokumentarfilm von Fredrik Gertten
geht es um die Verdrängung des Fahrrads
als Universalverkehrsmittel durch das Automobil. Behandelt werden auch die problematischen Folgen weltweiter Motorisierung
und wie die Rückkehr zum Radverkehr eben
jene Probleme lösen kann. Die Radlobby
Oberösterreich als Interessenvertretung
der Linzer Radfahrer_innen lädt in Kooperation mit dem Moviemento zur großen Filmnacht des Fahrrads. Vor dem Film gibt es
eine gemeinsame Radtour durch die Stadt
und warme Getränke.
17.30: Abfahrt am Hauptplatz Linz
ab 18.00: Warme Getränke am OK Platz
(vor dem Kino)
19.00: Filmstart
Ermäßigung für Radlobby-Mitglieder und
Teilnehmer_innen der Radfahrt
Die Radlobby Oberösterreich setzt sich seit
Jahrzehnten für die Interessen des Radverkehrs ein.
Interesse geweckt? Mitglied werden unter:
www.radlobby.at/mtg

14

die akte alluminium

Südwind
Die Akte Aluminium
Fr 15. Jänner, 19.00, Moviemento
DE/AT 2012, 89 Minuten, R: Bert Ehgartner
Denk.Mal.Global, die Vortragsreihe von Südwind OÖ, der VHS und Weltumspannend
arbeiten (ÖGB), widmet sich ab 13.1. an
fünf Abenden dem Thema »Welt.Macht.Gesundheit«. Beleuchtet werden dabei Hintergründe und Zusammenhänge im globalen
Gesundheitswesen. Mit dem Film Die Akte
Alumimium wird das Thema auch filmisch
aufgegriffen. Aluminium ist ein faszinierendes Metall, aufgrund seiner vielfältigen chemischen Eigenschaften ist es Bestandteil
von Kosmetikprodukten, Nahrungsmitteln
und Medikamenten. Doch es zeigt sich ein
möglicher Zusammenhang zwischen Aluminium und dem Auftreten zahlreicher
Krankheiten sowie verheerende Umweltauswirkungen. Ein aufwühlender Film, der
die dunklen Seiten des glänzenden Leichtmetalls beleuchtet und neben Fachleuten
auch PatientInnen zu Wort kommen lässt.

höhere gewalt

die Beziehung zwischen Ebba und Tomas ist
schwer gestört, das gesamte Familiengefüge in seinem Kern erschüttert. Kann Tomas
als Familienvater und Ehemann jemals wieder ernst genommen werden?
Der Filmring der Jugend ist der älteste Filmclub Österreichs. Er bietet besonders interessante Filme, manchmal mit anschließender Diskussion, an. Die Filmvorführungen
finden zirka einmal monatlich statt.
www.filmring-linz.at

babykino

jeden ersten Mittwoch im Monat – City-Kino
Am Mi 13. Jänner zeigen wir
Kirschblüten und rote Bohnen (9.30)
Carol (10.00)
Ein Kinoangebot speziell für Eltern mit Babys und Kleinkindern. Sehen Sie aktuelle
Filmhighlights bei freiem Eintritt in speziellen Vorführungen, bei denen Sie Ihr Kleinkind getrost in den Kinosaal mitnehmen
können. Eintritt frei – für Eltern mit Babys!

Mehr über das entwicklungspolitische
Engagement von Südwind unter:
www.suedwind-agentur.at/ooe

AK-Kultur
Mediterranea

Filmring
Höhere Gewalt
Mo 11. — FR 15. Jänner, 17.30 &
Sa 16. Jänner, 15.00, City-Kino
Eine schwedische Bilderbuch-Familie macht
Skiurlaub in einem Nobelskiort in den französischen Alpen. Doch bereits am ersten
Skitag wird die Idylle jäh gestört: Eine Lawine stürzt den Berg hinab und droht die Aussichtsterrasse des Panorama-Restaurants
unter sich zu begraben. Der Vater Tomas
greift nach seinem Handy, stürzt davon und
ergreift kopf- und rücksichtslos die Flucht,
so wie viele andere Gäste auch. Allein Mutter Ebba bleibt bei ihren zwei Kindern und
versucht sie zu beschützen. Alles geht gut
aus, die Lawine kommt vor dem Restaurant
zum Stillstand, und doch ist nichts mehr so,
wie es vorher war. Der Urlaub ist verdorben,

Fr 8. Jänner, 21.00, Moviemento
AK-Kultur & Moviemento haben für Filmfreund_innen eine Kooperation vereinbart.
Inhalt dieser Zusammenarbeit ist, dass einmal monatlich gemeinsam ein Film vorgeschlagen wird, für den AK-Mitglieder mit der
Leistungskarte oder der AK-plus-Card einen
ermäßigten Eintrittspreis von 6 Euro zahlen.
Für die jeweiligen Filme mit sozialem oder
politischem Hintergrund werden Einführungsreferate angeboten.
Das Einführungsreferat für den Jänner-Film
Mediterranea hält der Linzer Filmwissenschafter Markus Vorauer, am Freitag,
8. Jänner, 21.00, Moviemento.

12.1.2016 19:30 GS
Konzert zum 70. Geburtstag von Rudolf Buchbinder
Staatskapelle Dresden
19.1.2016 19:30 MS
Das Haus der Musik
St. Petersburg präsentiert
Klavierrecital Jury Favorin
20.1.2016 19:30 MS
Sonate für Klavier
und Witwe
Von Josefina Vázquez Arco
Gabriele Deutsch Schauspiel
David Wagner Klavier

21.1.2016 19:30 MS
Waldstein-Sonaten von
Ludwig van Beethoven
Clemens Zeilinger Klavier

22.1.2016 19:30 MS
Klavierrecital
Zarina Shimanskaya
23.1.2016 19:30 GS
Katia und Marielle
Labèque Klavier

Festival

Klavier

12.1.–26.1.2016

Karten und Info:
+43 (0) 732 77 52 30
www.brucknerhaus.at

24.1.2016 11:00 GS
Bruckner Orchester Linz
Dmitri Jurowski Dirigent
Arkadi Zenzipér Klavier

25.1.2016 19:30 GS
Die große Jazz Piano Nacht
Yaron Herman
Jazzmeia Horn /
Carlton Holmes Quartet
26.1.2016 19:30 MS
Young Classics:
Proms on Stage
Anastasia Grishutina
Aris Blettenberg
Hochschule für Musik
und Theater München
präsentiert ihre Klaviervirtuosen

K L AS S I K
IM KINO

SAISON

15/16
DI 26. JÄNNER, 20.15, CITY-KINO

RHAPSODY / THE TWO PIGEONS
Live Ballett
aus dem Royal Opera House, London

DO 4. FEBRUAR, 19.45, CITY-KINO

LA TRAVIATA
Live Oper
aus dem Royal Opera House, London

DO 11. FEBRUAR, 19.30, CITY-KINO

IL TROVATORE
Live Oper
aus der Opéra de Paris

CITY-KINO Graben 30 | 4020 Linz | Tel. 0732 776081
www.moviemento.at

15

Moviemento & City-Kino
Jänner 2016

die spielzeiten und - orte entnehmen sie bitte
unserem wochenprogramm, unserer homepage sowie der Tagespresse

Filmstarts

FilmBrunch

Sonntags im Moviemento &
Gelben Krokodil

aB Fr 1. Jänner

aB Fr 15. Jänner

Joy – aLLes aUsser
GewöHNLICH omu

maDemoIseLLe HaNNa UND
DIe kUNsT NeIN zU saGeN omu

us 2015, 107 min, r: david o. russell,
laufzeit: mindestens 3 wochen

Love omu

fr 2015, 134 min, 3d/2d r: Gaspar noé
laufzeit: mindestens 3 wochen

Je suis à vous tout de suite
fr 2015, 100 min, r: Baya kasmi
laufzeit: mindestens 3 wochen

sUITe FraNçaIse –
meLoDIe Der LIeBe omu

aB MI 6. Jänner

GB/fr 2014, 98 min, r: saul dibb
laufzeit: mindestens 2 wochen

THe reveNaNT –
Der rüCkkeHrer omu

aB Fr 22. Jänner

us 2015, 115 min,
r: Alejandro González iñárritu
laufzeit: mindestens 3 wochen

aB Fr 8. Jänner

kIrsCHBLüTeN UND
roTe BoHNeN omu

An
Jp/fr/dr 2015, 113 min, r: naomi kawase
laufzeit: mindestens 3 wochen

LoUDer THaN BomBs omu

dk/no/us 2015, 108 min, r: Joachim Trier
laufzeit: mindestens 3 wochen

meDITerraNea

omu

iT/fr/us/de 2015, 111 min,
r: Jonas Carpignano
laufzeit: mindestens 3 wochen

THe DaNIsH GIrL omu

so 10. Jänner
11.15
louder THan boMbs
11.15
das brandneue TesTaMenT
11.30
dokTor scHiwago
13.15
kirscHblüTen und roTe boHnen
13.30
icH bin dann Mal weg

aNomaLIsa omu

us 2015, 90 min, r: Charlie kaufman
laufzeit: mindestens 3 wochen

BIBI UND TINa – mäDCHeN
GeGeN JUNGs odf
de 2015, 109 min, r: detlev Buck
laufzeit: mindestens 3 wochen

BrookLyN – eINe LIeBe
zwIsCHeN zweI weLTeN omu

GB/ie/CA 2015, 112 min, r: John Crowley
laufzeit: mindestens 3 wochen

CemeTery oF spLeNDoUr omu
rak ti Khon Kaen
de/fr/GB/Th 2015, 122 min,
r: Apichatpong weerasethakul
laufzeit: mindestens 2 wochen

my TaLk wITH FLoreNCe

odf

GB 2015, 120 min, r: Tom hooper
laufzeit: mindestens 3 wochen

AT 2015, 129 min, r: paul poet
laufzeit: mindestens 2 wochen

aB Fr 15. Jänner

aB Fr 29. Jänner

Das BraNDNeUe
TesTameNT omu

JaNIs: LITTLe GIrL BLUe omu

Le tout nouveau testament
Be/fr 2015, 116 min, r: Jaco van dormael
laufzeit: mindestens 3 wochen

DemoCraCy –
Im raUsCH Der DaTeN omu
de/fr/nl/Be 2015, 100 min,
r: david Bernet
laufzeit: mindestens 2 wochen

DIe DUNkLe seITe
Des moNDes odf

de/lu 2015, 97 min, r: stephan rick
laufzeit: mindestens 3 wochen

so 3. Jänner
11.15
carol
11.15
das brandneue TesTaMenT
11.30
unTer Freunden
13.15
Joy
13.30
FaMilienFesT
13.30
icH bin dann Mal weg

so 17. Jänner
11.15
MadeMoiselle Hanna und ...
11.15
das brandneue TesTaMenT
11.30
dokTor scHiwago
13.15
THe big sHorT
13.30
carol
so 24. Jänner
11.15
MadeMoiselle Hanna und ...
11.15
brooklyn
11.30
anoMalisa
13.15
kirscHblüTen und roTe boHnen
13.15
Mr. HolMes
13.30
icH bin dann Mal weg
so 31. Jänner
11.15
MadeMoiselle Hanna und ...
11.15
Janis: liTTle girl blue
11.15
THe danisH girl
13.15
THe HaTeFul 8
13.30
icH bin dann Mal weg
13.30
kirscHblüTen und roTe boHnen
Tischreservierung im Gelben krokodil
dringend empfohlen: 0732/784182

FilmLUNCH

Sonntags im City-Kino & Café Stern

us 2015, 115 min, r: Amy Berg
laufzeit: mindestens 2 wochen

so 3. Jänner
11.15
die PeanuTs – der FilM
11.30
love
so 10. Jänner
11.15
THe danisH girl
11.30
THe big sHorT

THe HaTeFUL 8 omu

us 2015, 182 min, r: Quentin Tarantino
laufzeit: mindestens 3 wochen

so 17. Jänner
11.00
THe revenanT
11.30
THe big sHorT

Filmgespräche

so 24. Jänner
11.00
THe revenanT
11.15
Joy

mit Markus Vorauer

Fr 8. Jänner, 21.00, MoVIeMenTo
MediTerranea
mit der Arbeiterkammer

Fr 22. Jänner, 21.00, MoVIeMenTo
anoMalisa
mit der volkshochschule

so 31. Jänner
11.00
THe revenanT
11.15
THe HaTeFul 8
essen inkl. kuchen & kaffee nach dem film,
Tischreservierung bei der City-kino-kassa
dringend empfohlen.

Moviemento OK Platz 1, 4020 Linz, 0732/78 40 90
City-Kino Graben 30, 4020 Linz, 0732/77 60 81

www.moviemento.at

Österreichische Post AG/Sponsoring.Post - Verlagspostamt: 4020 Linz, Donau - GZ 02Z031032 S

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