Moviemento & City-Kino

März 2016
Nr. 326 – Programmzeitung für Moviemento & City-Kino
www.moviemento.at

Vorspann
Inhalt

Neue Filme im März
Aus dem Nichts..........................................6
Bella e perduta........................................8
Birnenkuchen mit Lavendel................3
Das Tagebuch der Anne Frank............5
El Clan.........................................................3
Lolo............................................................... 7
Los Feliz.......................................................6
Maikäfer flieg!..........................................6
Mein Ein, mein Alles.................................8
Mobilisierung der Träume –
Dreams Rewired........................................ 7
Mustang......................................................3
Raum..............................................................4
Rettet Raffi!...............................................9
Schellen Ursli..........................................9
Son of Saul.................................................4
Thank you for Bombing.........................8
Trumbo......................................................... 7

Südwind....................................................... 9
Babykino...................................................... 9
Filmring........................................................ 9
AK-Kultur..................................................... 9
Klassik im Kino.......................................... 10
Kunst im Kino............................................ 10
BESTOFF 2016........................................... 10

Der März hat es in sich: 17 Filmstarts, fordern die Linzer Cineasten. Also jede Woche mindestens vier neue Filme. Da überlegen wir schon oft auch, ob weniger nicht mehr ist, aber was
sollen wir den Filminteressierten vorenthalten, außer den wenigen, die wir dann doch nicht
mehr unterbringen und vielleicht später ins Kino bringen. Darunter leider auch The Good
American vom in Gmunden geborenen Fritz Moser, den wir im April zeigen werden. Nach der
Premiere von Andreas Grubers neuem Film Hannas schlafende Hunde am 1. April. Somit
sind es innerhalb weniger Wochen mit Angela Summereder und Edgar Honetschläger vier OÖFilmemacherInnen, die Neues ins Kino bringen.
Angela Summereders Fiction-Doku Aus dem Nichts verschreibt sich dem Phänomen Karl
Schappeller, der in den 1920ern behauptet, mittels einer Maschine die bisher unbekannte Raumenergie »aus dem Nichts« erzeugen zu können. Bei Edgar Honetschlägers LOS FELIZ dreht
sich alles um die zentrale These »Wer die Bilder macht, hat die Macht« und so entspinnt sich
ein Roadmovie von Rom bis Los Angeles, das zur Gänze im Studio gedreht wurde.
Mit MAIKÄFER FLIEG! kommt des weiteren die Verfilmung eines autobiografischen Romans
in unsere Kinos, der das Ende des zweiten Weltkriegs aus den Augen der Neunjährigen Christine Nöstlinger schildert. MOBILISIERUNG DER TRÄUME – DREAMS REWIRED und THANK
YOU FOR BOMBING machen den »österreischischen Filmfrühling« dann komplett. Diese »Planung« konnten wir leider nicht beeinflussen, jedoch ist eines sicher: die amerikanischen Majors
koordinieren sich besser als die Produzenten und Verleiher in unserem kleinen Land.
Aber auch der Rest der Welt bietet Beachtliches:
Empfehlen möchte ich gleich mal BIRNENKUCHEN MIT LAVENDEL, eine wunderbar lebensfrohe Komödie aus Frankreich, in der neben den emotionalen auch die kulinarischen
Reize bedient werden. Ein authentischer Kriminalfall im Argentinien der Achtzigerjahre liefert die Grundlage für Pablo Traperos bislang besten Film EL CLAN. Immer wieder erinnert
seine Machart an das Kino von Martin Scorsese. Im großartigen Biopic TRUMBO, über den
legendären Drehbuchautor im goldenen Zeitalter Hollywoods, begeistert Bryan Cranston in
der Titelrolle. Und in MUSTANG begehren fünf freiheitsliebende Schwestern gegen das enge
gesellschaftliche Korsett der türkischen Provinz auf.
Vor einigen Wochen beschloss der Linzer Gemeinderat neuerlich, dass all diese Filme »Lustbarkeiten« sind und dementsprechend steuerlich extra belastet werden – mit einer Abgabe,
die es weltweit nur mehr in Österreich gibt. Im Gegensatz dazu ist etwa Mario Barth als Comedian steuerlich unlustig. Also, viel Spaß im Kino.
Zum Schluss noch ein Terminaviso für April: Das Crossing Europe Filmfestival findet heuer von
20. bis 25. April in unseren Kinos statt, das komplette Filmprogramm wird am 7. April veröffentlicht – bis dahin gibt es regelmäßig Programmhinweise auf www.crossingEurope.at.
Wolfgang Steininger

Preise:
Programmheft-Jahresabo: EUR 19,–
Kinometerbank: 10 Karten +
Programmheftabo: EUR 70,–
MovieMember: 1 Jahr ermäßigter Eintritt +
Abo: EUR 30,–,
Einzelexemplar-Programmzeitung: EUR 1,50
Bankverbindung: Hypobank, Linz Landstraße,
IBAN: AT955400000000761858 / BIC: OBLAAT2L
lautend auf »Moviemento Programmkino gemeinnützige GmbH«
Satz- und Druckfehler vorbehalten.
Hinweis für Kinometerbank Käufer_innen
Per Überweisung bezahlte Kinometerbanken und
MovieMember-Cards liegen an der Moviemento
Kino-Kassa auf und können dort gegen Vorlage der
Zahlungsquittung (=Auftragsbestätigung) zwischen
ca. 17.00 und 21.00 Uhr abgeholt werden. Aus organisatorischen Gründen ist die Abholung im City-Kino
nicht möglich.
Wegen immer häufiger aufretender Zustellprobleme unserer Programmzeitung durch die Post
möchten wir uns entschuldigen. Diese liegen nicht
in unserem Bereich. Gegebenenfalls bekommen
Sie das Programm gerne an der Kassa.

Impressum
Medieninhaber: Verein zur Förderung kommunikativer
Kinokultur, OK Platz 1, 4020 Linz, Tel: 0732/784090.
Obmann: Wilhelm Schwind. DVR: 0562831/180189.
F. d. I. v.: Wolfgang Steininger.
Gestaltung Heft 326: Stefanie Pachlatko, Stefan Messner.
Mitarbeit: Rüdiger Ratzenböck.
Druck: Haider Schönau, Niederndorf 32, 4274 Schönau, Tel: 07261/7232. Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem Papier. Mit der Unterstützung von BMUKK,
LAND OÖ, STADT LINZ und zahlreichen Mitgliedern,
Förder_innen.
Offenlegung gem. Mediengesetz § 25(2): Verein zur
Förderung kommunikativer Kinokultur, Unternehmensgegenstand: Präsentation von Filmkunst.
§ 25(4): Vermittlung von Informationen über Film,
Kino-Kultur und Zeitkultur.

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FilmBrunch

Sonntags im Moviemento & Gelben Krokodil

Ab März Neu beim FILMBRUNCH: PLATZKARTEN IM KINO
#1 TISCH & KINOTICKET RESERVIEREN im Gelben Krokodil und Moviemento / #2 BEZAHLEN IM GELBEN
KROKODIL Sie erhalten einen Bon / #3 MIT DEM BON IHRE PLATZKARTE ABHOLEN an der MoviementoKassa den Bon gegen das Kinoticket tauschen

So 6. März

So 20. März

Spotlight
11.15 El Clan
11.30 Legend
13.15 The Big Short
13.30 The Danish Girl
13.45 Freunde fürs Leben

11.15

So 13. März

So 27. März

The Revenant
11.15 El Clan
11.30 Birnenkuchen mit Lavendel
13.30 Das Tagebuch der Anne Frank
13.40 Aus dem Nichts
14.30 BESTOFF 2016

11.15

11.15

11.15

Lolo

11.30 Kunst im Kino: Renoir
11.30 Birnenkuchen mit Lavendel

Raum
Legend
13.30 The Danish Girl
13.15
13.15

Mein Ein, mein Alles
Suffragette
11.30 Sture Böcke
13.15 Mustang
13.15 Raum
13.30 Lolo
11.15

FilmLUNCH

Sonntags im City-Kino & Café Stern

So 6. März

So 20. März

11.00 The Revenant

11.00 Alexis Sorbas

11.15

Oscar-Gewinner

11.15

Suffragette

So 13. März

So 27. März

11.00 Trumbo

11.00 Mein Ein, mein Alles

11.15

Oscar-Gewinner

11.15

Birnenkuchen mit Lavendel

Birnenkuchen mit Lavendel

Birnenkuchen mit
Lavendel
Le goût des merveilles
FR 2015, 101 min, Französisch OmU,
R/B: Eric Besnard, K: Philippe Guilbert,
S: Yann Dedet, D: Virginie Efira,
Benjamin Lavernhe, Lucie Fagedet,
Léo Lorléac'h, Hervé Pierre, Hiam Abbass
Ab Freitag, 11. März
Romanze um eine Witwe und Birnenhainbesitzerin, die sich in den Mann verliebt,
den sie umgefahren hat.
Manchmal kann ein kleiner Unfall auch ein
unverhoffter Glücksfall sein. Louise lebt auf
einem Hof in der Provence und kümmert
sich seit dem Tod ihres Mannes um den
Birnenanbau. Doch die Bank will den Kredit zurück, die Abnehmer zweifeln an ihrer
Kompetenz, und dann fährt sie auch noch
einen Fremden vor ihrem Haus an. Pierre, so
heißt der verletzte Mann, scheint irgendwie
anders zu sein. Er ist verdammt ordentlich,
frappierend ehrlich, ein Eigenbrötler, der
am liebsten Primzahlen zitiert. Der sensible
Mann blüht in Louises Gegenwart auf, hilft
ihr mehr schlecht als recht beim Verkauf ihrer köstlichen Birnenkuchen auf dem Markt
und hat das Gefühl, etwas gefunden zu haben, das er gar nicht zu vermissen glaubte:
ein Zuhause. Louise versucht ihn aus ihrem
Leben und ihrem gebrochenen Herzen herauszuhalten. Doch Pierre lässt sich nicht
so einfach abschütteln. Nur wovor läuft er
davon? Louises Leben ist wundersam auf
den Kopf gestellt, und doch droht ihr dieses
kleine Glück wieder zu entgleiten.
Eine wunderbar lebensfrohe Komödie aus
Frankreich, in der neben den emotionalen
auch die kulinarischen Reize bedient werden. Drehbuchautor und Regisseur Eric
Besnard (Script zu Fasten auf Italienisch) taucht die warmherzige Geschichte
in ebenso warme Bilderbuch-Aufnahmen
der Provence. Dabei kann er sich mit Virginie
Efira und Benjamin Lavernhe auf ein Schauspielerpaar verlassen, das mit Spaß bei der
Sache ist. Für alle Romantikfreunde, die sich
gerne zum Träumen verführen lassen.

Dass BIRNENKUCHEN MIT LAVENDEL
bis zum Schluss gut unterhält und trotz
der sonnendurchfluteten Kulissen nie in
den Kitsch abdriftet, liegt neben den beiden
Hauptfiguren vor allem an der köstlichen Situationskomik. – filmstarts.de

Mustang

Mustang
FR/TR/DE 2015, 94 min, Türkisch OmU,
R: Deniz Gamze Ergüven, B: Deniz Gamze
Ergüven, Alice Winocour, K: David Chizallet,
Ersin Gok, S: Mathilde Van de Moortel,
D: Günes Nezihe Sensoy, Doga Zeynep
Doguslu, Elit Iscan, Tugba Sungurolgu,
Ilayda Akdogan, Nihal G. Koldas

Ab Donnerstag, 24. März
Sommerliches Coming-of-Age-Drama, das
bewegend von fünf Mädchen erzählt, die in
der türkischen Provinz in veralteten Traditionen gefangen sind und dagegen aufbegehren.
Sommer in einem türkischen Dorf. Lale und
ihre vier Schwestern wachsen nach dem
Tod der Eltern bei ihrem Onkel auf. Als sie
nach der Schule beim unschuldigen Herumtollen mit ein paar Jungs im Meer beobachtet werden, lösen sie einen Skandal aus. Ihr
als schamlos wahrgenommenes Verhalten
hat dramatische Folgen: Das Haus der Familie wird zum Gefängnis, Benimmunterricht ersetzt die Schule und Ehen werden
arrangiert. Doch die fünf Schwestern – allesamt von großem Freiheitsdrang erfüllt –
beginnen, sich gegen die ihnen auferlegten
Grenzen aufzulehnen.
Der tristen Ausgangssituation, ein Haus, das
zum Gefängnis zugemauert und vergittert
wird, um als Fabrik für Ehefrauen zu dienen,
begegnet die in Frankreich aufgewachsene
Deniz Gamze Ergüven in ihrem Debütfilm
statt mit Leidensschwere mit Leichtigkeit
und erzählt die Geschichte von fünf Waisenschwestern, die zwangsverheiratet werden
sollen, in lichten Sommerbildern eines idyllischen Dorfes an der türkischen Schwarzmeerküste. Statt Betroffenheit wohnt ihrem superb inszenierten Drama, das für
Frankreich ins Oscarrennen geht und völlig
zu Recht auf der Shortlist zur Nominierung
steht, ein Zauber inne, der mit THE VIRGIN
SUICIDES vergleichbar ist, diesen emotional sogar übertrumpft.
MUSTANG ist eine Geschichte des Eingesperrtseins, vor allem aber eine Geschichte
über die Schwierigkeiten des Frauwerdens
in einer türkischen Kultur, die jahrhundertelang von Männern geprägt wurde. Die sonnige Atmosphäre und die zarte Sinnlichkeit,
die auch in der Schönheit der Mädchen zum
Ausdruck kommt, bilden dabei ein tröstendes Gegengewicht zur erschütternden Härte der Ereignisse.

el cLAN

AUS EINEM INTERVIEW MIT
REGISSEURIN Deniz Gamze Ergüven
Sie wurden in Ankara geboren, sind aber
hauptsächlich in Frankreich aufgewachsen.
Wie kam es, dass Sie Ihren ersten Langfilm
in der Türkei drehten?
Der Großteil meiner Familie wohnt in der
Türkei, und mein Leben pendelt zwischen
diesen beiden Ländern hin und her. Die
Dinge, die derzeit in der Türkei geschehen, beschäftigen mich viel mehr als die in
Frankreich. Die Türkei steckt im Umbruch,
einfach alles verändert sich. Seit einiger Zeit
hat das Land einen recht konservativen Weg
eingeschlagen, aber man spürt dort immer
noch eine starke Energie, etwas Ungestümes. Man hat das Gefühl, mitten in etwas
drinzustecken, das jeden Moment losgehen
kann – ganz egal, in welche Richtung. Das
ist natürlich ein toller Nährboden für Geschichten.
Warum haben Sie diesen englisch klingenden Titel MUSTANG gewählt?
Der Mustang ist ein Wildpferd – das perfekte Symbol für meine fünf Heldinnen und
ihr zügelloses, ungestümes Temperament.
Auch visuell gibt es Parallelen. Ihre Haare
gleichen Pferdemähnen und wenn sie durch
das Dorf jagen, wirkt das wie eine Herde in
Aufruhr. Die Geschichte schreitet stets voran, wie im Galopp. Diese Energie ist es, die
für mich den Film ausmacht, und dafür ist
das Bild des Mustangs perfekt.

El Clan
AR/ES 2015, 109 min, Spanisch OmU,
R: Pablo Trapero, B: Pablo Trapero,
Julian Loyola, Esteban Student,
K: Julian Apezteguia,
S: Alejandro Carrillo Penovi, Pablo Trapero,
D: Guillermo Francella, Peter Lanzani,
Lili Popovich, Gaston Cocchiarale,
Giselle Motta, Franco Masini
Venedig 2015: Beste Regie

Ab Freitag, 4. März
True-Crime-Thriller über eine vermeintlich
gutbürgerliche Familie, die einem blutigen
Handwerk nachgeht.
Argentinien in den frühen Achtzigern. Die
Puccios leben in einem gutbürgerlichen
Stadtteil in Buenos Aires, nach außen wirken sie wie eine ganz normale Großfamilie.
3

Mustang

Doch der Schein trügt. Im Verborgenen
führt Patriarch Arquímedes Puccio mit harter Hand die Geschäfte der Familie, dunkle
Machenschaften mit grausamen Methoden:
Kidnapping, Lösegelderpressung, Mord.
Hinter der Planung und der Umsetzung
sämtlicher Operationen steckt Arquímedes.
Dafür braucht er vor allem die bedingungslose Unterstützung seines ältesten Sohnes
Alejandro, der für ihn geeignete Opfer ausfindig macht. Als Star-Spieler der RugbyNationalmannschaft ist dieser durch seine
Berühmtheit über jeden Verdacht erhaben
und somit das ideale Werkzeug. Als Alejandro jedoch das makabre Familienbusiness in
Frage stellt, droht die Fassade zu bröckeln…
EL CLAN schlug in seinem Heimatland wie
eine Bombe ein und sprengte sämtliche
argentinischen Kinorekorde. Über 2,6 Millionen Zuschauer sahen bislang die von
Kultregisseur Pablo Trapero (Löwenkäfig, Carancho) inszenierte unfassbare,
aber wahre Geschichte des Puccio-Clans. In
atmosphärisch dichten Bildern beschwört
Trapero eine von Korruption, Angst und
wirtschaftlichem Niedergang geprägte Ära
Argentiniens zwischen Diktatur und Demokratie herauf. In der Hauptrolle des RealCrime-Thrillers glänzt Guillermo Francella
(In ihren Augen) als zugleich abgründiger
Clanchef und allumsorgender Familienvater. An seiner Seite agieren Newcomer Peter
Lanzani als undurchsichtiger Sohn und Lili
Popovich als Mutter, die für den Zusammenhalt der Familie buchstäblich über Leichen
geht. Mit EL CLAN setzen die Produzenten
des Oscar-nominierten Überraschungserfolgs Wild Tales, Hugo Sigman sowie Pedro
und Agustín Almodóvar, ihre erfolgreiche
Zusammenarbeit fort.
AUS EINEM INTERVIEW MIT
REGISSEUR Pablo Trapero
Sie erzählen in EL CLAN die Geschichte eines unfassbaren Verbrechens, das sich im
Argentinien der Achtzigerjahre abgespielt
hat. Ist dieser Fall in Ihrer Heimat auch
heute noch ein Thema?
Die Zeitungen waren voll davon, als ich
13 oder 14 Jahre alt war. Das ganze Land
sprach darüber. Es ist eine Geschichte, die
sich damals in die Psyche einbrannte, weil
sie so unglaublich war und weil ein populärer Spieler des Rugby-Nationalteams involviert war. Als ich vor ein paar Jahren mit
der Arbeit an dem Film begann, war sie aber
doch weitestgehend in Vergessenheit geraten. Die meisten Leute meiner Generation
waren noch mit den Grundzügen vertraut,
4

rAUM

die jüngere Generation wusste kaum noch
etwas davon. Die Recherche erwies sich als
schwieriger, als ich gedacht hatte. Obwohl
der Fall damals eine so große Aufmerksamkeit bekam, gab es zu diesem Zeitpunkt
nicht ein einziges Buch darüber. Erst einen
Monat bevor mein Film in die Kinos kam,
wurde das erste Buch über den Fall veröffentlicht.
Warum wollten Sie dennoch einen Film darüber machen?
Ich habe den Fall nie vergessen. Und ich
denke, dass es vielen Menschen in meinem
Alter so geht. Es war damals ein wichtiger
Kriminalfall, einer der größten in der Geschichte des Verbrechens in Argentinien.
Ich kann mich noch ziemlich gut an die
Schlagzeilen erinnern: Wohlhabende Familie entführt Freunde aus deren Zuhause. Das
war so bizarr, so merkwürdig. Wie kann man
das vergessen? Mir schwebte das filmische
Porträt einer ganz normalen Familie vor, einer nachvollziehbaren Familie, in der man
sich wiedererkennt. Die sich dann aber doch
nicht als so normal erweist, wie es nach außen den Anschein hat.

Raum
Room
IR/CA 2015, 118 min, Englisch OmU,
R: Lenny Abrahamson,
B: Emma Donoghue, K: Danny Cohen,
S: Nathan Nugent, D: Brie Larson, Jacob
Tremblay, Sean Bridgers, Wendy Crewson,
Sandy McMaster, Matt Gordon

Ab Freitag, 18. März
Brillante Adaption des Erfolgsromans von
Emma Donoghue über eine Mutter und
ihren Sohn, die miteinander jahrelang Gefangene in einem winzigen Raum sind.
Jack feiert seinen fünften Geburtstag. Sein
gesamtes Leben hat er gemeinsam mit Ma in
einem vier mal vier Meter kleinen Raum ohne
Fenster zugebracht – das ist die einzige Welt,
die er kennt. Ma wurde sieben Jahre zuvor
von einem Mann entführt und wird seither
in dem Raum als Gefangene gehalten. Jetzt
plant sie mit Hilfe von Jack den Ausbruch
aus dem Kerker. Doch dazu muss sie ihrem
Jungen erst einmal erklären, dass die Welt
aus mehr besteht als dem kleinen Zimmer,
in dem er sich bisher hat aufhalten müssen.

Son of Saul

Der ungewöhnliche Erfolgsroman von
Emma Donoghue erfährt in den Händen
des irischen Filmemachers Lenny Abrahamson eine nicht minder ungewöhnliche,
aber auch ungemein einfühlsame und bewegende filmische Entsprechung. Lose basierend auf den erschütternden Fritzl- und
Kampusch-Geschichten geht es in »Raum«
nicht um Gefangenschaft, sondern, ganz im
Gegenteil, um Freiheit. Brie Larson und der
kleine Jacob Tremblay wachsen als Ma und
Jack über sich selbst hinaus in diesem Film,
der beim Toronto Film Festival nicht von ungefähr den Publikumspreis gewann.

RAUM ist ein kleiner Film mit enormer
Einschlagkraft. [...] Man sollte ihn unvoreingenommen sehen. Larson und Tremblay
pusten einen weg. [...] Lenny Abrahamson
erzeugt eine kaum auszuhaltende Spannung. – Rolling Stone

Son of Saul
Saul fia
HU 2015, 107 min, Ungarisch OmU,
R: Laszlo Nemes, B: Laszlo Nemes,
Clara Royer, K: Matyas Erdély,
S: Matthieu Taponier, D: Géza Röhrig,
Levente Molnár, Urs Rechn, T. Charmont,
Sándor Zsótér, Marcin Czarnik
Cannes 2015: Großer Preis der Jury
Golden Globes 2016:
Bester fremdsprachiger Film

Ab Freitag, 18. März
Eindringliches Holocaust-Drama um einen
Häftling, der im KZ Auschwitz die Leichen
verbrennen muss.
Saul Ausländer ist ein ungarisches Mitglied
des Sonderkommandos, einer Gruppe jüdischer Häftlinge, die – abgeschottet von
den restlichen Lagerinsassen – gezwungen
werden, die Nazis dabei zu unterstützen,
die Massenmordmaschinerie am Laufen zu
halten. Bei seiner Tätigkeit im Krematorium
entdeckt Saul eines Tages die Leiche eines
Jungen, den er für seinen eigenen Sohn hält.
Als das Sonderkommando einen Aufstand
plant, beschließt Saul, das Unmögliche zu
versuchen: Er will die Leiche des Jungen vor
den Flammen retten, einen Rabbi finden, der
das Kaddisch-Gebet für den Jungen spricht,
um ihn dann ordentlich zu bestatten.
Mit seinem heiß diskutierten und hochge-

El Clan

lobten, mit dem Großen Preis der Jury beim
Festival de Cannes prämierten Debütspielfilm hat sich der 38-jährige Laszlo Nemes
dem schwierigsten Thema überhaupt genähert, dem Holocaust. Er erzählt von den
Sonderkommandos in Auschwitz, von jüdischen Häftlingen, die dazu gezwungen wurden, die Ermordung von Juden vorzubereiten, sie auszuplündern und schließlich die
Beseitigung der Leichen in den Krematorien
zu bewerkstelligen.
REGIESTATEMENT
SON OF SAUL ist ein ambitionierter, wenn
auch zurückhaltender Film. Er versetzt das
Publikum mitten in den Alltag eines Konzentrationslagers. Wir wollten mit diesem Projekt
einen neuen Weg gehen, der sich von der
üblichen umfangreichen und multiperspektivischen Erzählung des Historiendramas
unterscheidet. Dieser Film handelt nicht vom
Holocaust, sondern erzählt die Geschichte
eines Mannes in einer furchtbaren Situation
innerhalb eines begrenzten Zeitraums und an
einem Ort. Zwei Tage im Leben eines Mannes,
der seiner Menschlichkeit beraubt wurde und
dennoch moralische Erlösung findet, indem
er einen Leichnam rettet. Der Film folgt der
Hauptfigur und zeigt nur seine unmittelbare
Umwelt, wodurch ein organischer filmischer
Raum entsteht, der in seiner Reduziertheit
der menschlichen Wahrnehmung umso näher ist. Die mit flacher Schärfe konzipierten
Bilder, die ständige Präsenz von Off-ScreenElementen in den langen Einstellungen und
die begrenzten visuellen und faktischen Informationen, die der Hauptfigur und somit dem
Publikum zur Verfügung stehen – all diese
Faktoren bildeten die Grundlage für unsere
visuelle und inhaltliche Umsetzung.

Das Tagebuch der Anne Frank

Das Tagebuch der
Anne Frank
DE 2016, 128 min, OdF,
R: Hans Steinbichler,
B: Fred Breinersdorfer,
nach der Buchvorlage von Anne Frank,
K: Bella Halben, S: Wolfgang Weigl,
D: Lea van Acken, Martina Gedeck,
Ulrich Noethen, Stella Kunkat, André Jung,
Margarita Broich
Ab Donnerstag, 3. März
Verfilmung eines der wohl berühmtesten
und erschütterndsten Dokumente über
die Gräuel der Naziverbrechen.
Nach der Emigration aus Frankfurt am Main
ist Amsterdam die neue Heimat der Familie
Frank geworden. Anne, ihr Vater Otto, Mutter Edith und Schwester Margot versuchen,
hier ein ganz normales Leben zu führen –
bis die Deutschen die Niederlande besetzen
und sich auch in Amsterdam die Situation
für die Juden täglich verschlechtert. Als
Margot einen Aufruf ins Arbeitslager erhält,
beschließt Otto Frank, mit der Familie das
lang geplante Versteck aufzusuchen und
unterzutauchen. Mit Hilfe seiner Sekretärin
Miep Gies und anderen Mitarbeitern hat er
hierfür schon seit Wochen das Hinterhaus
seines Firmensitzes in der Prinsengracht
263 als Versteck vorbereitet: Knapp mehr
als 50m², die von nun an das Zuhause der
Familie Frank und, kurze Zeit später, auch
von Hans, Petronella und Peter van Daan
sowie Albert Dussel werden. Die Hinterhausbewohner dürfen sich tagsüber kaum
bewegen, erleben Bombennächte und sind

Birnenkuchen mit Lavendel

in ständiger Angst, entdeckt zu werden. Ihre
einzige Verbindung zur Außenwelt sind das
Radio, Miep Gies und die anderen Helfer. Und
dennoch finden sie auch im Hinterhaus zum
Alltag: Es wird gelacht, geweint, gestritten
und man versöhnt sich. Und Anne Frank, die
Jüngste unter ihnen, entdeckt neugierig, was
es bedeutet, erwachsen zu werden. Im Licht
der Ereignisse ihrer Zeit beobachtet und
kommentiert sie all das sehr eindringlich: in
ihrem Tagebuch, das sie zum 13. Geburtstag
von ihrem Vater geschenkt bekommt.
Mit DAS TAGEBUCH DER ANNE FRANK
hat Regisseur Hans Steinbichler die weltbekannte Geschichte neu verfilmt. Das
Drehbuch orientiert sich sehr eng am Original-Tagebuch und anderen persönlichen
Aufzeichnungen – von Anne Frank, ihrer
Familie sowie Zeitzeugen. Er kommt damit
einem Mädchen sehr nah, das den Krieg erlebt, das aber auch Zukunftspläne schmiedet, mit den Eltern und der Schwester streitet und sich erstmals verliebt. Und das trotz
seiner ausweglosen Situation und den damit verbundenen Ängsten an seinen Hoffnungen, Sehnsüchten und Träumen festhält. DAS TAGEBUCH DER ANNE FRANK ist
ein außergewöhnliches, sehr persönliches,
bewegendes und inspirierendes Portrait eines Mädchens, einer Familie, ihrer Begleiter
und einer prägenden wie düsteren Zeit.

Lea van Acken (bekam 2014 den silbernen
Bären für ihr Debüt in KREUZWEG) verkörpert sie mit großer Authentizität als ganz
normales Mädchen, das mit den Irrungen
und Wirrungen der Pubertät zu kämpfen hat.
Hans Steinbichlers Inszenierung ist dabei so
zurückhaltend und genau wie das Spiel seiner fulminanten Titelheldin. – cinema.de

CrossingMovie card
Das CineastInnen-Doppelpack!

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auf einer Karte für nur € 72,– (Sie sparen bis zu € 20,im Vergleich zu den Einzelprodukten!).
Infos und Verkauf an der
www.crossingEurope.at/tickets

-Kassa

filmfestival linz // 20. – 25. april 2016

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Aus dem Nichts

Aus dem Nichts
AT 2015, 90 min, OmU,
R/B: Angela Summereder,
K: Frank Amann, S: Daniel Pöhacker,
D: Elisabeth Weidlinger-Schwöry,
Linde Weidlinger-Schwöry, G. Braumann,
Anna Kitzmantel, Gottfried Breitfuß,
Sabina Holzer
Premiere: Sa 12. März, 18.00,
Moviemento – mit der Regisseurin
In den 1920er Jahren behauptete Karl
Schappeller, einen Mechanismus – eine
Maschine – entwickeln zu können, mittels
derer eine bislang unerforschte Energieform – die Raumenergie – verfügbar gemacht werden könne.
Karl Schappeller mobilisiert eine große Anhängerschaft. Die katholische Kirche, das
ehemalige deutsche Kaiserhaus, die englische Marine und zahlreiche Privatpersonen
zählen zu seinen Anhängern, die ihn mit
Millionen unterstützen. Komplett verrückt?
Ein Scharlatan und Hochstapler aus dem
letzten Jahrhundert? Der Film nimmt die
Spur der verwegenen Idee auf: Alte Stummfilme, Dokumente, Dachbodenfunde und die
Erinnerungen alter Menschen führen in eine
fiktionale Welt, in der Schappeller und sein
Clan als Geister auftauchen. Nach diesem
Tauchgang in die Vergangenheit verwandelt
sich der Film und landet in der Gegenwart.
In einer deutschen Industriewüste verfolgt
ein einsamer Experimentalphysiker die Idee
der Raumenergie weiter, während in Indien
ein ehemaliger Atomkraftwerksleiter bereits
an einem neuartigen Generator arbeitet, der
Raumenergie nutzen soll. Der Film offenbart
Zusammenhänge, Brüche und Kontinuitäten in der Auseinandersetzung mit dem
Phänomen Raumenergie und reflektiert als
Dokumentar- und Spielfilm die Frage: Was
ist Wirklichkeit? Was ist Fiktion?
REGIESTATEMENT
Ich glaube, Schappeller hatte einfach Lust,
wild zu denken und etwas zu bewegen. Darin
und auch in seiner Verrücktheit und in seinem Scheitern finde ich ihn interessant. In einem ambivalenten Spannungsfeld zwischen
experimentellen Denkansätzen, Spieltrieb
einerseits und dem Anspruch auf »richtige«
Lösungen andererseits bewegen sich auch
die weltweit vernetzten Protagonisten der
heutigen »Free Energy Szene«. Wir leben in
einer Kultur, die Erfolg, Leistung, Sicherheit
und Berechenbarkeit hochhält, aber nicht
6

Maikäfer flieg!

wahrhaben will, dass diese Fixsterne eine andere Seite und einen Schatten haben. In formaler Hinsicht war es mir wichtig, filmische
Referenzsysteme (was ist dokumentarisch,
was fiktional, was authentisch, was real usw.)
auszuloten, zu prüfen und »augenzwinkernd
zu verdrehen«. Ich wollte die SchappellerGeschichte nicht als historisches Biopic
erzählen mit dem Gestus: So war das! Ich
finde es interessanter, eine filmische Form zu
finden, die sagt: So könnte es gewesen sein.
Ich stelle mir das ideale Kinoerlebnis so vor:
Eine Erzählung beginnt, ich tauche ein in die
Geschichte und nehme gleichzeitig ihre Konstruktion wahr. Das finde ich interessant, anregend und berührend, sowohl als Zuseherin
als auch als Produzentin.

Los Feliz

einem Wundertag den Teller ablecken durfte,
ohne geschimpft zu werden, falls es einmal
doch etwas Gutes zu Essen gab.
Es fällt heutzutage schwer, sich eine Kindheit im zertrümmerten Wien der 1940erJahre vorzustellen. Wie viel der Alltag einer
Kinderseele damals zugemutet hat, wie
viele Gefahren und wie wenig Verständnis es
gab, aber auch wie viel unbeugsamen Willen
für ein besseres, würdiges Leben und wie
viel Sinn für Humor – davon handelt der autobiografische Roman von Christine Nöstlinger. Filmemacherin Mirjam Unger bringt
die ebenso berührende wie beinharte Vorlage authentisch und liebevoll auf die Leinwand: als spannend-humorvolle Geschichte einer Kindheit, als Porträt einer Zeit des
(buchstäblichen) Umbruchs – und nicht
zuletzt als Hommage auf eine der größten
österreichischen Autorinnen.

Maikäfer flieg!
AT 2016, 109 min, OdF,
R: Mirjam Unger, B: Sandra Bohle,
Mirjam Unger, nach der Buchvorlage von
Christine Nöstlinger, K: Eva Testor,
S: Niki Mossböck, D: Zita Gaier, Ursula
Strauss, Gerald Votava, Paula Brunner,
Krista Stadler, Heinz Marecek

Premiere: Fr 11. März, 18.00, City-Kino
– Mit der Regisseurin
Verfilmung des gleichnamigen autobiografischen Romans von Christine Nöstlinger.
Wien 1945: Das Ende des Zweiten Weltkriegs
und die Zeit der russischen Besatzung, gesehen mit den Augen der neunjährigen Christine. Ausgebombt und mittellos kommt sie
mit ihrer Familie in einer noblen Nazi-Villa in
Neuwaldegg unter. Nach der Kapitulation der
deutschen Soldaten quartieren sich die Russen im Haus ein. Alle fürchten sich vor den
als unberechenbar geltenden russischen
Soldaten. Nur Christine nicht.
Regisseurin Mirjam Unger behält in ihrer Adaption des autobiografischen Romans »Maikäfer, flieg! Mein Vater, das Kriegsende, Cohn
und ich« von Christine Nöstlinger sowohl die
inhaltliche Struktur als auch die Perspektive der neunjährigen Christine bei. Derart
kann auch sie permanent zwischen Tragik
und Komik changieren, ohne dabei das eine
oder andere zu forcieren. Christines Beobachtungen sind flink, humorig und in ihrer
trotzigen Naivität sehr weitsichtig. So muss
Krieg gewesen sein, so lapidar im Alltag, so
stechend im Bauch, so lustig, weil man an

Los Feliz
AT/IT/US/JP 2016, 105 min, diverse OmU,
R/B: Edgar Honetschläger,
K: Piergiorgio Bottos, Daniel Hollerweger,
S: Stefan Fauland, Edgar Honetschläger,
Yorgos Mavropsaridis, D: Pauline Acquart,
Philippe Spall, Yukika Kudo, Fabio Camilli,
Cosimo Cinieri, Antonio Salines

Premiere: Fr 18. März, 18.30,
Moviemento – mit dem Regisseur
Drei Kardinäle heuern den Teufel an, um den
Bedeutungsverlust des Westens zu verhindern. Sie werfen ihren größten Trumpf in
die Waagschale: Bilder von Amerika.
In einem Mercedes-Benz aus den fünfziger Jahren fahren der britische Teufel, eine
französische Museumswärterin und eine japanische Shinto-Göttin durch ein gemaltes
und gezeichnetes, zweidimensionales Amerika. Ruhm ist, wonach das junge Mädchen
sucht. Liebe ist, was die Göttin aus Fernost
nicht verstehen kann. Tiefe ist, wonach wir
alle suchen. 3D ist, was man uns gibt.
Das Christentum hat als einzige Religion
das Bild zum Hauptträger seiner Überzeugungskraft gemacht. Darauf aufbauend
postuliert Edgar Honetschlägers jüngster
Film: »Wer die Bilder macht, der hat die
Macht« und verbindet folgerichtig die beiden Hauptstädte der Bilderproduktion und
-manipulation, Rom und Los Angeles. Aber
da gibt es eine Macht, die dem Westen diese

Lolo

Vorherrschaft streitig machen will…
Von der Konzeption des Projekts bis zur Fertigstellung vergingen 14 Jahre. Honetschläger verbrachte dreieinhalb Jahre damit,
ikonographische Bilder und Zeichnungen
des Landes der Freiheit zu schaffen. Im Film
werden 16 x 4 Meter große Leinwände von
einer extra dafür geschaffenen Maschine
transportiert, die die Illusion eines durch die
Landschaft fahrenden Autos erzeugen.

Trumbo

liefert Julie Delpy mit LOLO eine Romantikkomödie mit Hindernissen, die mit viel Witz und
Komik von dem gigantischen Chaos erzählt,
das entstehen kann, wenn sich eine vielbeschäftigte, alleinerziehende 40-somethingFrau in einen unerwarteten Mr. Right verliebt.
Für LOLO schrieb Julie Delpy nicht nur das
Drehbuch und führte Regie, sie spielt zudem
auch die Hauptrolle an der Seite von Frankreichs Kino-Star Dany Boon (Willkommen
bei den Sch’tis). Mit einem wunderbar
typischen Gastauftritt ist zudem auch Karl
Lagerfeld in LOLO zu sehen.

Lolo
FR 2015, 100 min, Französisch OmU,
R: Julie Delpy, B: Julie Delpy,
Eugénie Grandval, K: Thierry Arbogast,
S: Virginie Bruant, D: Julie Delpy,
Dany Boon, Vincent Lacoste, Karin Viard,
Antoine Lounguine

Ab Freitag, 18. März
Romantikkomödie um ein frischverliebtes
Paar, dessen Beziehung durch den besitzergreifenden Sohn der Frau auf die Probe
gestellt wird.
Eigentlich wollte Violette nur ein paar Tage
Auszeit mit ihren besten Freundinnen in
Südfrankreich nehmen. Dort aber läuft ihr
Jean-René über den Weg – und sie verliebt
sich. Hals über Kopf. Und das, obwohl er so
gar nicht zu ihr passt. Violette liebt ihr Leben
in Paris und ihren Job in der Modebranche,
Jean-René dagegen ist ein nerdiger Informatiker und scheint nicht viel mehr von der
Welt gesehen zu haben als die Provinz und
seinen Computer. Doch sie ist schon so lange ohne Mann, und selbst ihre Freundinnen
raten ihr, es mit ihm zu probieren – was also
spricht gegen einen Urlaubsflirt? Überraschenderweise läuft es so gut zwischen den
beiden, dass Jean-René noch vor Jahresende nach Paris zieht. Das junge Glück könnte
perfekt sein, wäre da nicht: Lolo, Violettes
19-jähriger Sohn. Der denkt gar nicht daran,
sie mit einem anderen zu teilen – und greift
dafür zu immer drastischeren Maßnahmen.
Von Verleumden bis Vergiften ist Lolo jedes
Mittel recht. Lolo ist wahrlich ein Meister
seines Fachs, doch Jean-René erweist sich
als überraschend standhafter Gegner, der
den Kampf um Violettes Herz würdevoll
aufnimmt … Ein Mann, eine Frau. Und der
postpubertäre Sohn von ihr. Mit screwballartigem Humor und Sinn für Slapstick,
pointierten Dialogen und jeder Menge Herz

Trumbo
US 2015, 125 min, Englisch OmU,
R: Jay Roach, B: John McNamara,
nach der Buchvorlage von Bruce Cook,
K: Jim Denault, S: Alan Baumgarten,
D: Bryan Cranston, Diane Lane,
Helen Mirren, Elle Fanning, Alan Tudyk,
John Goodman

Ab Freitag, 11. März
Biopic über den legendären Drehbuchautor Trumbo im Hollywood der Vierzigerjahre – mit Bryan Cranston (»Breaking Bad«)
in der Hauptrolle.
Dalton Trumbo ist in Hollywood ein gefragter Mann – besonders seitdem er für sein
Skript zu »Fräulein Kitty« für einen Oscar
nominiert wurde. Doch dann gerät er als
Mitglied der Kommunistischen Partei ins
Visier von Senator Joseph McCarthy und
dessen HUAC-Ausschuss in Sachen »unamerikanischer Umtriebe«. Die Klatschkolumnistin Hedda Hopper macht mit Hilfe
von John Wayne und Ronald Reagan Stimmung gegen den »Verräter«. Und so landet
Trumbo im Gefängnis und – mit Berufsverbot belegt – auf der »Schwarzen Liste«.
Vor dem Hintergrund der McCarthy-Ära
erzählt Jay Roach (Austin Powers) mit
humorvollem Unterton die Geschichte eines der erfolgreichsten Drehbuchautoren
im »goldenen« Zeitalter der Traumfabrik.
Nostalgisch sind die Bilder, stimmig die
Ausstattung sowie der Score von Theodore Shapiro. In der Titelrolle brilliert Bryan
Cranston (»Breaking Bad«), den saftigsten
Part hat John Goodman als hemdsärmeliger B-Movie-Produzent Frank King, Christian Berkel gefällt als österreichischer Exzentriker Otto Preminger (Exodus).

Mobilisierung der Träume

Mobilisierung der
Träume –
Dreams Rewired
AT/DE/GB 2015, 109 min, Englisch OmU,
R: Manu Luksch, Martin Reinhart,
Thomas Tode, B: Manu Luksch,
Martin Reinhart, Thomas Tode,
Mukul Patel, S: Oliver Neumann

Ab Freitag, 11. März
Die Doku spürt den Sehnsüchten und
Ängsten der heutigen vernetzten Welt
nach und dreht dafür die Zeit mehr als
hundert Jahre zurück, als Telefon, Film und
Fernsehen ihren Anfang nahmen.
Diese frühen Medien, ebenso wie heute
etwa Social Media, entfachten auf virulente
Weise utopische Vorstellungen von grenzenloser Kommunikation, Demokratisierung
von Wissen oder gar dem Beginn ewigen
Friedens durch besseres gegenseitiges
Verständnis. Doch auch damals löste die
mediale Überwindung von Zeit und Distanz
gleichzeitig Besorgnis um Privatsphäre, Sicherheit und Moral aus.
Mit Hilfe von leidenschaftlich recherchiertem, vielfach noch nie gezeigtem Archivmaterial gibt Mobilisierung der Träume
uns ein schillerndes Mosaik vermeidbarer
Fallen und zeitloser Hoffnungen mit auf den
Weg in die Zukunft und rückt nebenbei auch
die Rolle der Frauen in der Geschichte der
modernen Kommunikation ins rechte Licht.
Die Geschichte der modernen Massenkommunikation hilft uns, unsere heutige,
vernetzte Welt zu verstehen. Eine atemberaubende Montage filmischer Fundstücke,
die Manu Luksch, Thomas Tode und Martin
Reinhart in jahrelanger Arbeit in den Archiven der Welt gesichtet und zusammengetragen haben. Aus über 200 Spielfilmen,
Wochenschauen, wissenschaftlichen und
ästhetischen Experimenten entstand so
eine dicht gewebte und bildgewaltige Erzählung voll mit hellseherischen Momenten, irrwitzigen Details und überraschenden
Wendungen.
Die Ausschnitte, von denen die meisten
erstmals seit ihrem Entstehen wieder zu
sehen sind, werden durch die Stimme der
Sprecherin Tilda Swinton zusammengehalten, die eher über unser aktuelles Dilemma
als über die Vergangenheit zu sprechen
scheint, aus der das historische Material
stammt.
7

Mein Ein, mein Alles

Durch den Brückenschlag, den MOBILISIERUNG DER TRÄUME mit diesem Trick
zwischen der heutigen medialen Welt und
ihren idealistischen Ursprüngen am Beginn
des letzten Jahrhunderts macht, wird das
Konzept einer medialen Öffnung für das 21.
Jahrhundert als positive Lehre aus der Geschichte vorgeschlagen.

Dieser Film zeigt, wie wir wurden, was wir
sind. – The Village Voice

Mein Ein, mein Alles
Mon roi
FR 2015, 126 min, Französisch OmU,
R: Maïwenn Le Besco, B: M. Le Besco,
Etienne Comar, K: Claire Mathon,
S: Simon Jacquet, D: Vincent Cassel,
Emmanuelle Bercot, Louis Garrel,
Isild Le Besco, Chrystele Saint-Louis
Augustin, Patrick Raynal

Ab Freitag, 25. März
Drama um eine Frau mittleren Alters, die
sich von einer so leidenschaftlichen wie
zerstörerischen Liebesaffäre erholt.
Tony muss nach einem Skiunfall in die Reha,
um ihr demoliertes Knie wieder zum Laufen
zu bringen. Währenddessen lässt sie ihre
gescheiterte Beziehung zu Georgio Revue
passieren: Der verführerische Georgio genießt das Leben in vollen Zügen, und genau
deswegen fühlt sich Tony so zu ihm hingezogen. Doch spätestens als das gemeinsame
Kind in ihr Leben tritt, verlangt sie von ihm,
dass er seine (Drogen-)Eskapaden einstellt
und vor allem aufhört, sich ununterbrochen
um seine depressive Ex-Freundin zu kümmern. Es kommt zum Zerwürfnis.
Regisseurin Maiwenn, die 2011 mit poliezei
für Aufsehen sorgte, erzählt die allbekannte
Geschichte der Liebe zwischen zwei Menschen, die, so ehrlich sie ist, doch an sich
selbst zerbricht. Sie folgt der Beziehung
dabei rückblickend über mehrere Jahre,
während sie immer wieder die Momente
aus der Reha einstreut. Die Genesung von
Tonys Körper geht einher mit der Genesung
ihrer Seele. Emmanuelle Bercot brilliert dabei mit einem grandiosen Spiel der Gefühle.
Aber auch Cassel überzeugt wie gewohnt
als begehrenswerter Mann, unter dessen
charmanter Hülle immer wieder das Untier
hervorbricht.
8

Thank you for Bombing

Thank you for
Bombing
AT 2015, 100 min, diverse OmU,
R: Barbara Eder, B: Barbara Eder,
Tommy Pridnig, K: Christian Haake,
S: Mona Willi, Claudia Linzer,
D: Manon Kahle, Raphael von Bargen,
Erwin Steinhauer, Merab Ninidze
Ab Freitag, 18. März
Die Wege von drei internationalen TV-Korrespondenten kreuzen sich in einem Krieg,
der nicht beginnen will und doch schon
längst im Leben der Figuren stattfindet.
Wie leben eigentlich die, die uns täglich
mit News aus dem Krieg versorgen? CopStories-Regisseurin Barbara Eder hat sich
mit dem Alltag von TV-Korrespondenten
befasst: Ihr Spielfilm Thank You for
Bombing handelt von drei Kriegsreportern
und ihrem Dasein zwischen Bombenalarm,
Bachblütentherapie und dem Warten auf
die Katastrophe.
Da gibt es Ewald, einen alten Auslandskorrespondenten aus Österreich, der sein Dasein
mittlerweile nur mehr in der Redaktion in
Wien fristet, wo er Berichte für die täglichen
Nachrichten betreut. Die Gräueltaten vergangener Kriege, die er über viele Jahre den
Österreichern ins Wohnzimmer geliefert
hat, sind längst vergessen. In Afghanistan
berichtet indes Lana, eine amerikanische
Journalistin, vom bevorstehenden Krieg.
Sie möchte eines Tages als anerkannte
Journalistin gelten und sieht diesen Auftrag
als Chance, endlich zu zeigen, was sie draufhat. Währenddessen hat das RedaktionsTeam rund um Cal, einen amerikanischen
Korrespondenten, schon seit Wochen im
Hinblick auf die erwarteten Unruhen in Kabul und an anderen Brennpunkten mehrere
Sendestützpunkte installiert, um möglichst
live über Tod und Zerstörung berichten zu
können. Doch der erwartete Krieg will nicht
beginnen. Es wird von ihm erwartet, selbst
aus der dünnsten Geschichte eine Sensationsnachricht zu machen, und er stellt
zunehmend die Maschinerie der modernen
Berichterstattung in Frage.
Gnadenloser Berufsalltag hat Barbara Eder
schon in ihrer Studie über Profiler fasziniert,
für ihren Spielfilm THANK YOU FOR BOMBING hat sie sich den Alltag der Kriegsreporter näher angesehen. Weltpremiere
feierte der Film nun beim internationalen
Filmfestival von Toronto.

Bella e perduta

Bella e perduta
IT 2015, 87 min, Italienisch OmU,
R: Pietro Marcello, B: Maurizio Braucci,
Pietro Marcello, K: Pietro Marcello,
Salvatore Landi, S: Sara Fgaier,
D: Tommaso Cestrone, Sergio Vitolo,
Gesuino Pittalis, Elio Germano
Ab Freitag, 4. März
Pulcinella, der dumme Diener, wird von
den Tiefen des Vesuvs in das heutige Kampanien geschickt, um den letzten Willen
von Tommaso, einem einfachen Hirten, zu
erfüllen.
Der Diener soll einen jungen Büffel namens
Sarchiapone retten. Im Palast von Carditello, eine verlassene Residenz der Bourbonen
im Herzen des Landes der Feuer, um die
Tommaso sich kümmerte, findet Pulcinella den kleinen Büffel und nimmt ihn mit in
den Norden. Die beiden Diener – Mensch
und Tier – begeben sich auf eine lange Reise durch das schöne und verlorene Italien,
aber finden am Ende nicht, was sie sich erhofften.
REGIESTATEMENT
Meinen Blick auf Italien habe ich geschärft,
als ich viel mit dem Zug gefahren bin und
die Landschaften betrachtet habe. Mit der
Zeit habe ich die Schönheit und den Ruin
des Landes kennen gelernt. Oft habe ich
darüber nachgedacht, eine Art »Reisefilm«
zu drehen, der die Provinzen durchstreifen
und so das Land beschreiben würde: schön,
ja, aber verloren. Als ich zufällig das Schloss
von Carditello und das Märchen – denn es
ist in Wahrheit eines – von Tommaso, dem
»Engel von Carditello«, einem Hirten, der alles hinter sich ließ, nur um sich um dieses
verlassene Anwesen zu kümmern, sah ich
eine starke Metapher dafür, was ich unbedingt beschreiben wollte. Was auf den unerwarteten Tod Tommasos folgte, ursprünglich als »Reise durch Italien« geplant war,
wurde ein anderer Film: eine Verwebung von
Märchen und Dokumentation, von Traum
und Realität.
Carditello ist das Symbol verlorener Schönheit und des Kampfes eines Individuums,
eines Waisenkindes, das sich keinem verrotteten Mechanismus der Zerstörung und
des Verfalls ergeben will. Gleichzeitig ist der
Film tief in der Geschichte des Landes verwurzelt und erforscht ein Thema, das nie
so universell war: die Beziehung zwischen
Mensch und Natur.

Schellen Ursli

Schellen Ursli
CH 2014, 100 min, DF, R: Xavier Koller,
B: Stefan Jäger, Xavier Koller, nach der
Buchvorlage von Selina Chönz,
K: Felix von Muralt, S: Gion-Reto Killias,
D: Jonas Hartmann, Julia Jeker,
Tonia Maria Zindel, Leonardo Nigro,
Martin Rapold, Laurin Michael
Ab Freitag, 25. März
Abenteuer nach dem gleichnamigen Kinder-Bilderbuch um einen Buben, der im
Winter einen gefährlichen Aufstieg wagt,
um mit der größten Glocke beim Dorfumzug glänzen zu können.
Spätsommer im idyllischen schweizerischen
Unterengadin: Ursli hilft seinen Eltern bei
der harten Arbeit auf der Alp. Ihn verbindet
eine tiefe Freundschaft zu der gleichaltrigen
Sereina, die mit ihren Eltern ebenfalls im
nahe gelegenen Maiensäss übersommert.
Als bei der Alpabfahrt ein Teil der Ernte verloren geht, muss sich Urslis Familie beim
wohlhabenden Ladenbesitzer des Dorfes
verschulden. Für Ursli bricht eine Welt zusammen, denn er soll sein Zicklein Zila dem
reichen Krämersohn Roman abgeben. Als er
für den traditionellen Chalandamarz-Umzug
auch noch die kleinste Glocke erhält und von
den anderen Kindern als »Schellen-Ursli«
verspottet wird, stürzt er sich in ein kühnes
Abenteuer, um die große Glocke aus dem eisigen Maiensäss zu holen. Mit viel Liebe zum
Detail hat der Oscar-prämierte Regisseur Xavier Koller die Geschichte von Schellen-Ursli
auf der Leinwand zum Leben erweckt.

Rettet Raffi!
DE 2015, 97 min, OdF, R: Arend Agthe,
B: Bettina Kupfer, Arend Agthe,
K: Thomas Benesch, S: Andrea Wenzler,
D: Nicolaus v.d. Recke, Sophie Lindenberg,
Henriette Heinze, Claes Bang, Albert Kitzl,
Bettina Kupfer

Ab Freitag, 25. März
Abenteuer um einen Buben, der seinen
entführten Hamster sucht.
Sammy liebt seinen Hamster Raffi über alles. Der kleine Nager tröstet ihn auch über
den abwesenden Vater, der gerade im Ausland weilt, hinweg. Doch dann kommt es

Rettet Raffi!

ganz dick. Erst muss sich Raffi einer komplizierten Herz-OP unterziehen, und kurz
darauf wird er von dem fiesen Ex-Sträfling
Rocky entführt. Der erkennt Raffis besondere Begabung und will den Hamster als Spürnase für kriminelle Zwecke missbrauchen.
Aber Sammy setzt alles daran, um sein
Haustier zurückzubekommen – was ihm in
einem furiosen Finale auch gelingt.

Südwind
10 Milliarden
Mo 14. März, 18.00, Moviemento
»Wie werden wir alle satt?« Diese Frage
stellt Regisseur Valentin Thurn in seinem
Film 10 Milliarden. Mancherorts tragen Insekten dazu bei, den Hunger von Menschen
zu stillen und zählen daher als Nahrungsmittel. Dieser, für uns vielleicht als seltsam
empfundener, Insekten-Snack ist ebenso
Teil des Dokumentarfilms. Im Anschluss an
den Film wird die Wissenschaftlerin Nora
Faltmann auf globale Ernährungsfragen und
speziell auf die Frage »Warum wir Insekten
essen sollten« eingehen. Als besonderes
Highlight gibt es für alle die sich trauen nach
dem Film eine kleine Verkostung der für uns
recht ungewöhnlich erscheinenden Speise,
nämlich Insekten.
Mehr über das entwicklungspolitische
Engagement von Südwind unter:
www.suedwind-agentur.at/ooe

babykino

jeden ersten Mittwoch im Monat – City-Kino
Am Mi 2. März zeigen wir
SPOtlight (9.30)
Valley of love (10.00)
Ein Kinoangebot speziell für Eltern mit Babys und Kleinkindern. Sehen Sie aktuelle
Filmhighlights bei freiem Eintritt in speziellen Vorführungen, bei denen Sie Ihr Kleinkind getrost in den Kinosaal mitnehmen
können. Eintritt frei – für Eltern mit Babys!

Trumbo

Filmring
Zwei Tage, eine Nacht
Mo 7. — FR 12. März, 17.30 &
Sa 13. März, 15.00, City-Kino
Sandra war lange krankgeschrieben, sie
leidet unter Depressionen. Kaum ist sie wieder in der Firma, folgt die Katastrophe: Ihre
Stelle soll eingespart werden, sie soll ihren
Job verlieren. Die Abstimmung darüber ist
bereits erfolgt, die Kolleginnen und Kollegen haben sich gegen Sandras Weiterbeschäftigung entschieden, dabei ist es aber
anscheinend nicht ganz mit rechten Dingen
zugegangen. Mit Unterstützung ihrer Freundin kann Sandra bei ihrem Chef durchsetzen, dass die Abstimmung wiederholt wird:
Entweder Sandra behält ihre Stelle oder
aber alle anderen Kolleginnen und Kollegen
erhalten eine einmalige Bonuszahlung von
1000 Euro. Ein verzweifelter Wettkampf der
jungen Mutter gegen die Zeit beginnt: Genau ein Wochenende lang hat sie Zeit, ihre
Kolleginnen und Kollegen zu überzeugen,
für sie zu stimmen.
Der Filmring der Jugend ist der älteste Filmclub Österreichs. Er bietet besonders interessante Filme, manchmal mit anschließender Diskussion, an. www.filmring-linz.at

AK-Kultur
Trumbo
Fr 18. März, 21.00, Moviemento
AK-Kultur & Moviemento haben für Filmfreund_innen eine Kooperation vereinbart.
Inhalt dieser Zusammenarbeit ist, dass einmal monatlich gemeinsam ein Film vorgeschlagen wird, für den AK-Mitglieder mit der
Leistungskarte oder der AK-plus-Card einen
ermäßigten Eintrittspreis von 6 Euro zahlen.
Für die jeweiligen Filme mit sozialem oder
politischem Hintergrund werden Einführungsreferate angeboten.
Das Einführungsreferat für den März-Film
Trumbo hält der Linzer Filmwissenschafter Markus Vorauer, am Freitag, 18. März,
21.00, Moviemento.

9

K L AS S I K
IM KINO

BeStoFF 2016
Die FiLMe

SAISON

der Best oFF Filmbrunch im moviemento Kino ist der
versuch, in einem einzigen kurzen Filmblock die umfangreiche, aktuelle Filmproduktion und einen komplexen Filmdiskurs in der universität in seiner vielfalt, Qualität und varianz
zu spiegeln. erfreulich war das zeitsprengende Überangebot der Beiträge mit überzeugender Qualität.

MO 21. MÄRZ, 20.15, CITY-KINO

1. Karol Kensey startet den Filmblock mit dem Film „feelings“ – reduktion, optische stringenz und eine gelungene
rhythmisierung – beeindruckend. (4.26)

15/16

BORIS GUDONOV
Live Oper
aus dem Royal Opera House, London

MI 6. APRIL, 20.15, CITY-KINO

GISELLE
Live Ballett
aus dem Royal Opera House, London

DI 26. APRIL, 19.30, CITY-KINO

RIGOLETTO
Live Oper
aus der Opéra de Paris

CITY-KINO Graben 30 | 4020 Linz | Tel. 0732 776081
www.moviemento.at

2. Jens höffken überrascht mit einer sensiblen, tatsachen
erhellenden und auch optisch überzeugenden Annäherung
an die (literatur-) gruppe 47 „Von ilse ganz zu schweigen“.
(8.28)
3. gita ferlin gelingt es mit der doku „15 Jahre und keine
antwort“ beklemmend, die realität eines jungen Flüchtlings
mit adäquaten filmischen mittel darzustellen. (7.0)
4. Dominik thaller vermittelt mit „gestern,heute,Morgen“
überzeugend einen fast spielerischen zugang und eine punktuelle, aber machbare lösungsvariante im problemfeld Boulevardjournalismus, politische hetze und möglicher realität.
(4.13)
5. felix huber verbindet in „föh am Plotz“ musik - text raum - protagonisten mit kluger montagetechnik zu einer
überzeugenden Komposition. (3.6)
6. Dejmi hadrovic gestaltet in „Crossing borders“ dunkle
räume und handlungen – filmisch und inhaltlich magisch.
(2.55)
7. tanja Kristan vermag mit „Left“ mit einfachsten mitteln
reine poesie zu realisieren. (0.45)
8. Karol Kensey zeigt mit „So Me ft.co8ane“ eine komplexe,
optisch und akustisch gelungene collage mit eigenen ideen,
dem inspirierenden Festival und workshop in der schmiede
in hallein und dem londoner rapper co8ane. (3.15)

KU N ST
IM KINO
Diese Kunstfilme sollten sie in
Dieser saison unbeDingt sehen

renoir:
VEREHRT UND VER ACHTET
Von der Barnes Foundation Phil adelPhia

Di 15. März, 18.30, MovieMento
So 20. März, 11.30, MovieMento

DEN MODERNEN GARTEN MALEN
monet bis matisse
Von der royal ac ademy oF arts london

Di 24. Mai, 18.30, MovieMento
So 29. Mai, 11.30, MovieMento

9. alexej Sigalov filmt mit „Linz“ eine unmanipulierte, uns
allzu bekannte realität – aber zugleich auch unsere traumsequenzen von linz. (6.0)
10. Sarah youssef begeistert in 14 sekunden mit „Untitled
Love“. (0.14)
11. Julian feichtinger – ein trailer zum projekt „Orangen
jagd“ macht lust auf den Kurzfilm. (2.31)
12. Melanie Ludwig verblüfft mit einem spiel der mutationen
in „DaRWiN geht BaDeN“. (3.20)
13. Sabrina Maria Stockner kann mit „a Pure State of
Mind“ überzeugen – story-, drehbuch-, schauspieler-, Kamera-, regie-realisation stimmen. (8.11)
14. Margit erber inszeniert mit gekonnter slitscan-technik
„widedarkspace“ helsinky und sein Bahnhof – ein Alphaville
(godard) für Kaurismäki. (3.0)
15. Victoria Berger und tanja Kristan – beeindrucken mit
„Routine“ – ein konsequentes erschließen der möglichkeiten des stopp motion trickfilms. (4.44)
16. angelika Wonisch und ihr Film „Mata“ metamorphose
der materie wasser, Frauenkörper bewegen sich oszillierend
zwischen schwimmen und schweben – meditativ, klug technisch und formal bestechend. (5.1)
wilhelm schwind
Kurator Film - Best oFF + obmann Kinoverein
(moviemento/city-Kino/crossing europe)

eiNLaDUNg zum (gratis) fiLMBRUNCh
der Kunstuni Linz: So 13. März 2016 im MOVieMeNtO
BRUNCh 13.00 - fiLMStaRt 14.30

10

Österreichische
Erstaufführung:

4.2.2016
Termine bis:

24.4.2016

Premiere:

3.3.2016

Termine bis:

17.4.2016

Karten-Infos: 0732 666 500 | www.theater-phoenix.at

ab 17. Februar 2016

n at h a n

der weise

ing
Ephraim Less
von Gotthold ung mit Musik
ss
gekürzte Fa

tribünelinz Theater am Südbahnhofmarkt
Eisenhandstraße 43 | 4020 Linz
TERMINE & INFOS & KARTEN
0699 11 399 844 | karten@tribuene-linz.at
www.tribuene-linz.at

11

Moviemento & City-Kino
März 2016

die spielzeiten und - orte entnehmen sie bitte
unserem wochenprogramm, unserer homepage sowie der tagespresse

Filmstarts

FilmBrunch

ab Fr 4. März

ab Fr 18. März

das tageBUCH der
aNNe FraNk odF

raUm omu

Sonntags im Moviemento &
Gelben Krokodil

de 2016, 128 min, r: hans steinbichler
laufzeit: mindestens 4 wochen

room
ir/cA 2015, 118 min, r: lenny Abrahamson
laufzeit: mindestens 3 wochen

BeLLa e perdUta omu

soN oF saUL omu

it 2015, 87 min, r: pietro marcello
laufzeit: mindestens 2 wochen

eL CLaN omu

Ar/es 2015, 109 min, r: pablo trapero
laufzeit: mindestens 3 wochen

ab Fr 11. März

aUs dem NICHts

omu

At 2015, 90 min, r/B: Angela summereder
laufzeit: mindestens 3 wochen

BIrNeNkUCHeN
mIt LaveNdeL omu

Le goût des merveilles
Fr 2015, 101 min, r: eric Besnard
laufzeit: mindestens 4 wochen

maIkäFer FLIeg! odF

At 2016, 109 min, r: mirjam unger
laufzeit: mindestens 3 wochen

moBILIsIerUNg der träUme –
dreams rewIred omu

At/de/gB 2015, 109 min, r: manu luksch,
martin reinhart, thomas tode
laufzeit: mindestens 2 wochen

trUmBo omu

us 2015, 125 min, r: Jay roach
laufzeit: mindestens 3 wochen

ab Fr 18. März

LoLo

omu

Fr 2015, 100 min, r: Julie delpy
laufzeit: mindestens 3 wochen

Los FeLIz omu

At/it/us/Jp 2016, 105 min,
r: edgar honetschläger
laufzeit: mindestens 2 wochen

Filmgespräche
mit Markus Vorauer

Fr 4. März, 21.00, MoVieMenTo
eL cLan
mit der volkshochschule

Fr 18. März, 21.00, MoVieMenTo
tRumBo
mit der Arbeiterkammer

Saul fia
hu 2015, 107 min, r: laszlo nemes
laufzeit: mindestens 3 wochen

tHaNk yoU For BomBINg omu
At 2015, 100 min, r: Barbara eder
laufzeit: mindestens 2 wochen

ab Fr 25. März

mUstaNg omu

Fr/tr/de 2015, 94 min,
r: deniz gamze ergüven
laufzeit: mindestens 3 wochen

meIN eIN, meIN aLLes omu

Mon roi
Fr 2015, 126 min, r: maïwenn le Besco
laufzeit: mindestens 3 wochen

sCHeLLeN UrsLI dF

ch 2014, 100 min, r: xavier Koller
laufzeit: mindestens 3 wochen

rettet raFFI!

So 6. März
11.15
spotLight
11.15
eL cLan
11.30
Legend
13.15
the Big shoRt
13.30
the danish giRL
13.45
fReunde füRs LeBen
So 13. März
11.15
the Revenant
11.15
eL cLan
11.30
BiRnenkuchen mit LavendeL
13.30
das tageBuch deR anne fRank
13.40
aus dem nichts
14.30
Bestoff 2016
So 20. März
11.15
LoLo
11.30
KUNST IM KINO:
RenoiR – veRehRt und veRachtet
11.30
BiRnenkuchen mit LavendeL
13.15
Raum
13.15
Legend
13.30
the danish giRL
So 27. März
11.15
mein ein, mein aLLes
11.15
suffRagette
11.30
stuRe Böcke
13.15
mustang
13.15
Raum
13.30
LoLo
tischreservierung im gelben Krokodil
dringend empfohlen: 0732/784182

odF

de 2015, 97 min, r: Arend Agthe
laufzeit: mindestens 3 wochen

FilmLUNCH

Sonntags im City-Kino & Café Stern

specials

So 6. März
11.00
the Revenant
11.15
oscaR-gewinneR

Di 8. März, 19.30, MoVieMenTo
LeaRning to dRive

So 13. März
11.00
tRumBo
11.15
oscaR-gewinneR

die grünen oÖ: Frauenfilmnacht

Fr 11. März, 18.00, CiTY-Kino
pRemieRe: maikÄfeR fLieg!
in Anwesenheit von miriam unger

Sa 12. März, 18.00, MoVieMenTo
pRemieRe: aus dem nichts
in Anwesenheit von Angela summereder

Mi 16. März, 20.00, MoVieMenTo
pRemieRe: die Zeit veRgeht wie ein
BRüLLendeR Löwe
in Anwesenheit von philipp hartmann

So 20. März
11.00
aLexis soRBas
11.15
suffRagette
So 27. März
11.00
mein ein, mein aLLes
11.15
BiRnenkuchen mit LavendeL
essen inkl. Kuchen & Kaffee nach dem Film,
tischreservierung bei der city-Kino-Kassa
dringend empfohlen.

Do 17. März, 20.00, MoVieMenTo
pRemieRe: Los feLiZ
in Anwesenheit von edgar honetschläger

Di 29. März, 20.15, CiTY-Kino
pReview: eddie the eagLe
Moviemento OK Platz 1, 4020 Linz, 0732/78 40 90
City-Kino Graben 30, 4020 Linz, 0732/77 60 81

www.moviemento.at

Österreichische Post AG/Sponsoring.Post - Verlagspostamt: 4020 Linz, Donau - GZ 02Z031032 S

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