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Methodisches Vorgehen in einer schriftlichen Prüfung

Methodisches Vorgehen in einer Erdkundeklausur

Thema und Aufgabenstellung erfassen

—  Formulieren Sie den thematischen Schwerpunkt der Klausur präzise mit eigenen Worten. 

—  Lesen Sie die Aufgabe, speziell die Operatoren. 

—  Klären Sie die zu erbringende(n) Leistung(en). („Was muss ich konkret machen?“)

Materialien sichten und den einzelnen Teilaufgaben zuordnen

Materialien aufgabenbezogen auswerten

—  Werten Sie die gegebenen Materialien methodisch korrekt und aufgabenbezogen aus. 

—  Markieren Sie im Material die für die Aufgabenlösung wichtigen Aspekte farbig.

—  Notieren Sie wesentliche Auswertungsergebnisse in Stichworten neben den Materialien.

Konzept der Aufgabenlösung erstellen und strukturieren

—  Legen Sie für jede Teilaufgabe ein separates Konzeptblatt an.

—   Tragen Sie in jedes Konzeptblatt stichwortartig ein:   •  wichtige Ergebnisse der aufgabenbezogenen Materialauswertung  •  wichtige Materialzitate (Daten, Zeilenangaben für Textzitate usw.)  •  aufgabenrelevantes Sachwissen und aufgabenrelevante Fachbegriffe aus dem Unterricht

—  Verbinden Sie die Lösungsaspekte zu logischen Argumentationsketten.

—  Vorsicht: Schreiben Sie die Aufgabenlösung nicht vor. Dazu reicht die Zeit nicht aus!

Achtung: Dieser Abschnitt muss spätestens 40 Minuten nach Klausurbeginn abgeschlossen sein! 

Reinschrift erstellen

—  Lassen Sie den vorgegebenen Korrekturrand frei!

—  Formulieren Sie eine Einleitung (nicht zu lang! ca. eine halbe Spalte).

—  Richten Sie die Darstellung im Hauptteil konsequent auf die Aufgabenstellung aus. 

—  Bauen Sie die Argumentation logisch auf.

—   Gliedern/strukturieren  Sie  Ihren  Text  durch  Absätze  sowie  gegebenenfalls  Zwischenüber­ schriften.

—  Belegen Sie Ihre Aussagen durch Daten, verrechnete Tabellenwerte, abgelesene Diagramm­ informationen oder Textzitate aus dem Material.

—  Geben Sie bei Daten, Textzitaten oder aber auch zentralen sinngemäßen inhaltlichen Über­

nahmen aus dem Material das jeweils verwandte Material an [ 

 (M7) 

—   Achten Sie auf gute sprachliche Gestaltung. Formulieren Sie klare und gegebenenfalls eher  kurze Sätze. 

—  Stellen Sie Bezüge und Zusammenhänge auch klar als solche dar (Schlüsselworte sind unter  anderem da — deshalb — aus diesem Grunde — hieraus ergibt sich usw.).

—  Achten Sie auf eine saubere Verwendung der Fachbegriffe. 

—  Fassen Sie den Kern der Aufgabenlösung zum Schluss in wenigen Sätzen zusammen.

—   Formulieren Sie im Schlussteil eventuell auch weiterführende Gedanken oder kritische Anmer­ kungen.

—  Achten Sie auf korrekte Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung.

Schlusskorrektur durchführen

—  Prüfen Sie Ihren Text auf Eindeutigkeit, Klarheit und Schlüssigkeit der Argumentation.

—  Kennzeichnen Sie umfangreiche Einschübe im Text durch eine umkreiste Nummer (,  usw.)  und vermerken Sie die Einschübe unter Angabe der Nummer auf einem separaten Blatt.

—  Korrigieren Sie sprachliche und fachsprachliche Fehler, ergänzen Sie Seitenzahlen.

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Aufbau einer Klausur

Eine Klausur im Fach Erdkunde besteht prinzipiell aus drei Elementen: dem Thema, der Aufgabe 

und dem Material. Das Thema steht am Anfang der Klausur und könnte salopp als „Klausurüber­

schrift“ bezeichnet werden. Es zeigt die Arbeitsrichtung, den Arbeitsschwerpunkt oder auch den 

räumlichen oder zeitlichen Schwerpunkt der Klausur auf. Das Klausurthema kann in Form einer 

knappen, prägnanten Aussage oder auch als Frage formuliert sein. Die Aufgabe enthält die konkre­

ten Arbeitsanweisungen der Klausur. Sie sagt Ihnen, was Sie in der Klausur leisten müssen. 

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Eine Klausuraufgabe kann aus verschiedenen Teilaufgaben bestehen, die alle über das Thema 

der Klausur miteinander verbunden sind. 

Jede Teilaufgabe enthält eine oder zwei konkrete Handlungsanweisungen. 

Jede Handlungsanweisung besteht aus 

(1)   einem Operator (beschreiben Sie 

(2)  sowie ergänzenden Angaben. Der Operator sagt Ihnen, was Sie tun müssen. Die ergänzenden 

Angaben zeigen Ihnen, worauf sich Ihre Tätigkeit beziehen muss, was also konkret beschrie­ ben, erläutert oder bewertet werden soll. In den ergänzenden Angaben können im Grundkurs  auch 

(3)  die Materialien angegeben werden, die Sie zur Aufgabenbearbeitung verwenden müssen. 

 Hierzu ein Beispiel: Beschreiben Sie (1) ausgehend vom Material 2 (3) die Entwicklung der Alumi­

niumproduktion in Brasilien (2).

In einer Leistungskursklausur können aufgrund des größeren Zeitumfanges, der für die Bearbei­ tung zur Verfügung steht, mehr Teilaufgaben gestellt werden als in einer Grundkursklausur. Tat­ sächlich wird dies in vielen Fällen jedoch nicht so sein: Im Leistungskurs werden gleich viele oder  sogar weniger Teilaufgaben gestellt, diese sind jedoch komplexer als entsprechende Grundkurs­ aufgaben. Sie enthalten weniger Bearbeitungshilfen und erfordern eine selbstständige Struktu­ rierung des Arbeitsvorgehens durch die Bearbeiterin oder den Bearbeiter. 

Hierzu ein Beispiel einer Grundkursteilaufgabe: Zeigen Sie ausgehend von den Materialien 1 und 

4 drei Argumente auf, die für, sowie drei Argumente, die gegen die im Klausurthema formulierte 

Aussage sprechen. Leistungskursteilaufgabe: Erörtern Sie die im Klausurthema formulierte The­

se auf der Basis des gegebenen Materials.

, erläutern Sie 

 usw.Buch, Seite 8) 

Bei der Bearbeitung der Teilaufgaben werden von Ihnen Kenntnisse und Fähigkeiten in den drei An­

forderungsbereichen ( Buch, Seite 8) verlangt. Die Klausuraufgabe muss es Ihnen ermöglichen, 

Fähigkeiten in allen drei Teilbereichen nachzuweisen. Dabei sind die Teilaufgaben in der Regel so 

angeordnet, dass der Komplexitätsgrad zunimmt. In der ersten Teilaufgabe werden also größere 

reproduktive, in der letzten größere bewertende Anteile enthalten sein.

Das Material ist nicht nur vom Umfang her das dominante Element einer Klausur. Tatsächlich nimmt 

die aufgabenbezogene Auswertung und Verknüpfung der Materialien und die sich daran anschlie­

ßende Darstellung der Auswertungsergebnisse in der Klausur den breitesten Raum ein. Das Materi­

al besteht aus zwei Komponenten:

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Der Schulatlas darf in der Regel auch dann als Informationsquelle genutzt werden, wenn in der 

Klausur keine speziellen Atlaskarten zur Nutzung angegeben werden. Man sollte sich daher im 

Rahmen der Prüfungsvorbereitung intensiv mit dem Schulatlas vertraut machen!

Die Materialien, die von der Fachlehrkraft speziell für diese Klausur zusammengestellt wurden, 

haben eine konkrete Anbindung an die gestellte Klausuraufgabe.

Prinzipiell gilt für jede Klausur:

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   Die gestellte Aufgabe muss bearbeitet werden. Ausführungen, die keinen Beitrag zur Lösung der  Aufgabe leisten, werden nicht oder sogar negativ in die Klausurbewertung einbezogen. Solche  Ausführungen sollten daher vermieden werden.

Das gegebene Material muss die Basis für die Aufgabenlösung bilden:  —  Es muss sachgerecht ausgewertet werden. Die Aussagen verschiedener Materialien müssen miteinander verknüpft werden. —  Diese Vernetzung von Materialien ist ein besonderes Kennzeichen der erdkundlichen Arbeit. —  Zusammenhänge zwischen dem Material und Ihrem Vorwissen aus dem Unterricht müssen  hergestellt werden.  —  Die Materialauswertungsergebnisse müssen in Form von Daten, Textzitaten usw. in die Aufga­ benlösung eingebracht werden.

Das von Ihnen im Unterricht erworbene Fachwissen wie auch die eingeführte Fachsprache müs­ sen aufgaben­ und materialbezogen verwendet werden. Sie müssen eng mit den Ergebnissen 

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der Materialauswertung verzahnt werden. Eine reine Reproduktion auswendig gelernter Fakten 

ist unzulässig, außer wenn dies die gestellte Aufgabe konkret fordert. 

Der bisher theoretisch vorgestellte Aufbau einer Erdkundeklausur soll nun am konkreten Beispiel 

der Bombay­Klausur ( Bombay.pdf) verdeutlicht werden.

1. Erfassen des Themas und der Aufgabe

Genereller Ablauf

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Lesen Sie das Thema und die gestellte Aufgabe sorgfältig durch.

Markieren Sie die Operatoren farbig.

Machen Sie sich klar, was die Operatoren von Ihnen fordern und welche Arbeitsschritte verlangt 

werden.

Sehen Sie sich die ergänzenden Angaben genau an:

—  Auf welchen Raum bezieht sich die Aufgabe? —  Auf welchen Zeitpunkt bzw. Zeitraum bezieht sich die Aufgabe? —  Welche Bezüge zum Material sind konkret angegeben? —  Welche Bezüge zum unterrichtlichen Vorwissen sind konkret angegeben?

Erfassen Sie: Welcher inhaltlicher Zusammenhang besteht zwischen den einzelnen Teilaufga­ ben? Worin besteht die thematische Klammer der Klausur?

Lesen Sie Thema und Aufgabe nochmals als Ganzes durch. Ist Ihnen nun klar, was von Ihnen ge­ fordert wird? Falls nicht, wiederholen Sie die vorhergehenden Schritte der Aufgabenerfassung.

Bestehen weiterhin Zweifel darüber, was die Aufgabe konkret von Ihnen fordert, so wenden Sie  sich an die Aufsicht führende Lehrkraft. Selbst im Abitur dürfen erkennbare Probleme bei der  Aufgabenerfassung, die sich z. B. daraus ergeben, dass Ihnen ein in der Aufgabe verwendeteter  Begriff unbekannt ist, durch Hilfestellung der Lehrkraft behoben werden. Allerdings dürfen Sie  nicht erwarten, dass Ihnen eingeführte Standardbegriffe in der Klausur nochmals erklärt wer­ den.

Konkretes Beispiel (Bombay.pdf):

Die erste Teilaufgabe dieser Klausur lautet: „Beschreiben und erklären Sie die Bevölkerungsent­

wicklung Bombays von 1921 bis 2001“.

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Der erste Operator „beschreiben“ fordert von Ihnen, einen Sachverhalt oder eine Entwicklung  geordnet, fachsprachlich richtig und in Form eines zusammenhängenden Textes darzustellen.  Dabei müssen Sie darauf achten, markante Details oder auffällige Entwicklungstendenzen klar  und deutlich herauszustellen. 

Der zweite Operator „erklären“ verlangt von Ihnen, die Ursachen eines Sachverhaltes oder ei­ ner Entwicklung darzulegen. Der Sachverhalt oder der Entwicklungsablauf muss also begründet  werden. Zur Begründung müssen Sie Vorwissen aus dem Unterricht und Informationen aus dem  Klausurmaterial heranziehen. Zudem kann es gegebenenfalls notwendig sein, den Sachverhalt  oder die Entwicklung in den Zusammenhang einer/s aus dem Unterricht bekannten Regel/Theo­ rie/Modells einzuordnen.

Die ergänzende Angabe „die Bevölkerungsentwicklung Bombays von 1921 bis 2001“ sagt Ihnen, 

was konkret beschrieben und erklärt werden soll. Wichtig: Hier wird auch der Zeitraum, der Ihrer  Bearbeitung zugrunde liegen muss, konkret benannt. Doch Achtung: Zwar müssen (und dürfen!) 

Sie nur die Bevölkerungsentwicklung Bombays von 1921 bis 2001 beschreiben — doch bei der Er­

klärung der Ursachen dieser Entwicklung kann es durchaus notwendig sein, auf Fakten und Er­

eignisse zurückzugreifen, die vor 1921 anzusiedeln sind.

In der Teilaufgabe ist nicht angegeben, wo Sie im Material Informationen zur Lösung der Aufga­

be finden. Sie müssen also das Material sowie auch Ihr Vorwissen aus dem Unterricht nach ver­

wertbaren Informationen durchforsten.

Die zweite Teilaufgabe der Klausur lautet: „Analysieren Sie, inwieweit es sich bei Bombay in den 

90er­Jahren um eine Primatstadt (Primate City) innerhalb des Bundesstaates Maharashtra han­

delt.“

z Der Operator „analysieren“ erfordert es, dass Sie einen komplexen Sachverhalt in seine Einzel­

elemente zerlegen und die Beziehungen dieser Einzelelemente untereinander erfassen. Wich­

tige Merkmale und Strukturen des Sachverhaltes müssen herausgearbeitet werden. Oftmals ist 

es sinnvoll, Analysefragen zu entwickeln (siehe unten) und mithilfe von Vorwissen und Material 

zu beantworten. Zum Abschluss sollte das Analyseergebnis prägnant in einer Kurzzusammen­

fassung dargestellt werden.

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Die ergänzenden Angaben „inwieweit es sich bei Bombay in den 90er­Jahren um eine Primat­

stadt (Primate City) innerhalb des Bundesstaates Maharashtra handelt“ legen fest, welches der  Gegenstand der Analyse sein muss. Sie lassen sich direkt in Analysefragen umformen: Welche  Aspekte sprechen dafür, dass Bombay als Primatstadt bezeichnet werden kann? Welche Aspekte  sprechen gegen diese Behauptung? Ist Bombay eine Primatstadt?

Zum zweiten liefert der Aufgabentext eine Präzision hinsichtlich des Raumes, auf den sich die  Analyse beziehen muss: Es geht hier um die Frage einer Primatstellung Bombays innerhalb des  indischen Bundesstaates Maharashtra, der immerhin die Größe Italiens aufweist, und nicht um  die Frage einer Primatstellung der Stadt innerhalb Gesamtindiens.

Schließlich bestimmen die ergänzenden Angaben auch den Zeitraum, für den die Analyse durch­

geführt werden soll: die 90er­Jahre. Ob Bombay in den 60er­, 70er­ oder 80er­Jahren den Sta­

tus einer Primatstadt besessen hat, interessiert damit im Rahmen dieser Aufgabe nicht — es 

muss und darf also an dieser Stelle nicht untersucht werden!

Die dritte Teilaufgabe der Klausur lautet: „Erörtern Sie, ausgehend vom gegebenen Material, die  Richtigkeit der im Klausurthema formulierten Aussage.“ 

Der Operator „erörtern“ verlagt, einen Sachverhalt von zwei Seiten zu betrachten, also z. B. Pro­  und Kontra­Argumente vorzustellen. Zum Abschluss müssen Sie Ihre eigene Meinung formulie­ ren und diese begründen.

Der zweite Teil der ergänzenden Angaben „die Richtigkeit der im Klausurthema formulierten  Aussage“ legt fest, welche Aussage/Behauptung erörtert werden soll. 

Zudem wird auch vorgegeben, auf welchen konkreten Aspekt sich die Erörterung beziehen muss.  Es sollen also Argumente für und gegen die Richtigkeit der im Klausurthema formulierten Be­ hauptung aufgezeigt werden. 

Schließlich  sagt  Ihnen  der  Aufgabenzusatz  „ausgehend  vom  gegebenen  Material“  nochmals  deutlich, dass Sie die Pro­ und Kontra­Argumente dem Material entnehmen müssen. Es ist also  hier nicht zulässig, einfach Argumente aufzulisten, die Ihnen z. B. aus der Behandlung anderer  Städtebeispiele im Unterricht bekannt sind. Vielmehr müssen Sie die Argumente, die Sie ver­ wenden, an konkreten Materialfundstellen belegen.

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2. Sichten des Materials

Haben Sie die Aufgabe erfasst und Klarheit darüber erlangt, was genau von Ihnen in der Klausur 

gefordert wird, geht es im zweiten Schritt darum, die „Hilfsmittel“ zu sichten, die Ihnen zur Lösung 

der Aufgabe zur Verfügung stehen, und die benötigten Informationen herauszufiltern. An „Hilfs­

mitteln“ steht Ihnen zum einen Ihr Gedächtnis mit all den im Rahmen der Prüfungsvorbereitung 

abgespeicherten Informationen zur Verfügung. Zum zweiten aber auch das der Klausuraufgabe 

beigefügte Material einschließlich des Schulatlas.

Sichten Sie zunächst die der Klausuraufgabe beigefügten Materialien: 

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Erfassen Sie anhand der Überschriften grob den Inhalt des jeweiligen Materials. 

Sehen Sie sich zudem noch zentrale Gliederungselemente der Materialien an: Bei Texten even­ tuelle  Zwischenüberschriften;  bei  Diagrammen  die  Skalenbeschriftung  und  die  Legende;  bei  Ta ­ bellen die Überschriften der Spalten und der Zeilen; bei Karten die Legende. 

Ordnen Sie die Materialien den einzelnen Teilaufgaben zu. 

Notieren Sie neben der jeweiligen Materialüberschrift die Nummer der Teilaufgabe, zu deren  Bearbeitung das Material Informationen enthält. Dabei kann es durchaus vorkommen, dass ein  Material allen gestellten Teilaufgaben zugeordnet wird.

Sichten Sie nun den Atlas:

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Suchen Sie mithilfe der Kartenübersicht, des Inhaltsverzeichnisses und des Registers Karten he­

raus, die Informationen zur Bearbeitung der Klausuraufgabe enthalten könnten. 

Verschaffen Sie sich einen ersten inhaltlichen Überblick über diese Atlaskarten.

Notieren Sie auf dem ersten Materialblatt neben den Teilaufgaben die Seitenangaben zu den der 

Atlaskarten, in denen Sie aufgabenrelevante Informationen entdeckt haben.

Legen Sie nun für jede Aufgabe ein Blatt Konzeptpapier bereit. Notieren Sie oben auf dem Blatt die 

Aufgabennummer und die Aufgabenstellung. Diese kann so umformuliert werden, dass ihre Gliede­

rungsstruktur noch deutlicher hervortritt.

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Werten Sie als nächstes die Materialien aus.

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Arbeiten Sie bei der Materialauswertung mit verschiedenfarbigen Stiften. Wählen Sie je Aufgabe 

eine bestimmte Stiftfarbe. Kennzeichnen Sie alle Aspekte, die der ersten Teilaufgabe zuzuord­

nen sind, z. B. in grün, alle Aspekte, die der zweiten Teilaufgabe zugehören, dagegen in rot usw.

Notieren Sie wichtige Auswertungsergebnisse, erste Kommentare usw. stichwortartig neben den 

Materialien. 

Parallel zur Materialauswertung sollten Sie damit beginnen, Ihr Konzeptpapier mit Inhalt zu füllen.

3. Erstellen eines Konzeptes

Haben Sie bei der Auswertung des Materials Fakten, Daten oder Aussagen entdeckt, die für die Be­

arbeitung der Klausuraufgabe verwertbar sind, dann sollten Sie auf keinen Fall direkt mit deren Nie­

derschrift beginnen. Sonst gleicht Ihre Reinschrift am Schluss der Klausur einer wild gemusterten 

Patchworkdecke. Der Text ist unstrukturiert, eine Gliederung ist nicht erkennbar. Zudem werden 

Sie feststellen, dass Sie später im Material Fakten oder Daten entdecken, die doch besser an einer 

früheren Stelle eingefügt worden wären. Also werden Sie Einschübe über den bereits formulierten 

Text oder auf den Rand (strikt verboten!) schreiben oder mit *, **, *** usw. kennzeichnen. Das Er­

gebnis ist damit optisch und inhaltlich mängelbehaftet.

Ein optimales Vorgehen sieht hingegen anders aus:

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Legen Sie für jede Teilaufgabe ein separates Konzeptblatt bereit.

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Werten Sie nun die Materialien aus, die Sie bei der Materialsichtung der ersten Teilaufgabe zuge­ ordnet haben.

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Sobald Sie bei der Materialauswertung auf Aspekte oder Daten stoßen, die für die Bearbeitung  der ersten Teilaufgabe von Bedeutung sind, notieren Sie diese stichwortartig auf dem Konzept­ blatt. Vermerken Sie neben der Sachinformation auch das Material, dem Sie die Information  entnommen haben, sowie bei Textzitaten die Textzeile und bei komplexen Statistiken die Zeilen­  oder Spaltennummer.

Achtung: Schreiben Sie nicht das gesamte Datenmaterial erneut ab. Sind aus einem Material  sehr viele Daten aufgabenrelevant, markieren Sie diese im Material und vermerken auf dem Kon­

zeptblatt lediglich einen Hinweis wie „Daten M 2“.

Notieren Sie soweit möglich bereits verrechnetet Daten, also z. B. Summenwerte oder Prozent­

werte.

Achtung: Sie sollten in Erdkundeprüfungen stets einen Taschenrechner zur Hand haben. Denn 

es gibt immer Werte, die verrechnet werden müssen. Zudem empfiehlt es sich, im Rahmen der 

Prüfungsvorbereitung das Wissen um die Grundlagen der Prozentrechnung aufzufrischen.

Vermerken Sie auf dem Konzeptblatt zudem wichtige Fachbegriffe, die Sie in die Aufgabenbear­

beitung einbringen wollen.

Des Weiteren müssen Sie auf dem Konzeptblatt alle wichtigen Vorwissensaspekte festhalten, die 

für die Aufgabenlösung von Bedeutung sind (zentrale Fakten, Regeln, Modelle).

Ihre Vermerke auf dem Konzeptpapier sollten stets stichwortartig sein. Bleiben Sie kurz, knapp 

und prägnant. Keine Sätze oder lange Ausführungen.

Schreiben Sie insbesondere die ersten Stichworte weit auseinander bzw. mit Abstand unterei­

nander. So haben Sie die Möglichkeit, im weiteren Verlauf der Materialauswertung Daten, Fakten 

usw., die mit einem der zuerst notierten Stichworte in Verbindung stehen, direkt hinter oder un­

ter das notierte Stichwort zu schreiben. So entstehen Stichwort­Daten­Gruppen. Es ergibt sich 

eine erste Verknüpfung von Materialaussagen.

Geben Sie sich auf dem Konzeptpapier keine Mühe, besonders ordentlich oder schön zu schrei­

ben. Sie können hier auch nach Herzenslust Streichungen oder Einschübe vornehmen, denn das 

Konzeptpapier wird nicht in die Klausurbewertung einbezogen. Einzige Ausnahme: Sollten Sie 

aus Zeitmangel nicht mehr in der Lage sein, größere Teile des Konzeptes in die Reinschrift um­

zusetzen, kann der Inhalt dieser Konzeptabschnitte positiv in die Klausurbewertung einbezogen 

werden.

Haben Sie alle Materialien, die für die erste Teilaufgabe von Bedeutung sind, ausgewertet, gibt es 

zwei Möglichkeiten weiterzuarbeiten:

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Sie bearbeiten die erste Teilaufgabe zu Ende, gehen also dazu über Ihr Lösungskonzept zu glie­ dern und dann die Reinschrift zu erstellen.

Sie legen das Konzeptblatt der ersten Teilaufgabe zur Seite und beginnen mit der Erstellung des 

Konzeptblattes für die Teilaufgabe 2. Erst nachdem alle Materialien ausgewertet sind und zu al­

len Teilaufgaben Konzeptblätter gefüllt wurden, erstellen Sie — Teilaufgabe für Teilaufgabe — ein 

gegliedertes Lösungskonzept und dann die Reinschrift.

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Welche dieser beiden Möglichkeiten Sie wählen, wird zum einen von der Aufgabenkonzeption der  Klausur und zum anderen von Ihren persönlichen Arbeitsvorlieben abhängen: 

Sind die Teilaufgaben klar voneinander zu trennen oder haben Sie Bedenken, Ihre Ideen und 

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Vorstellungen zur Lösung von Teilaufgabe 1 eine halbe Stunde später nicht mehr vor Augen zu 

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haben, dann sollten Sie die erste Möglichkeit wählen.

Sind hingegen die Teilaufgaben der Klausur eng miteinander verzahnt, empfiehlt es sich, die  zweite Möglichkeit zu nutzen. Stellen Sie nämlich im Verlauf der Materialauswertung fest, dass 

einzelne zunächst der Teilaufgabe 1 zugeordneten Aspekte doch besser zur Teilaufgabe 2 pas­

sen, können Sie diese im Konzept noch problemlos umschichten.

4. Gliedern des Konzeptes

Sie haben auf dem Konzeptblatt eine unter Umständen recht ungeordnete Sammlung von Einzel­

informationen zusammengestellt. Bevor Sie mit der Reinschrift beginnen, gilt es nun, dieses Kon­

zept zu strukturieren und zu gliedern.

Hierbei sollten Sie anhand folgender Leitfragen vorgehen:

z Welche Materialinformationen und welche Aspekte Ihres unterrichtlichen Vorwissen hängen zu­ sammen? Welche Verbindung besteht zwischen diesen? Vergleichen Sie dazu die einzelnen Informationen, bündeln Sie diese soweit möglich. Erfassen  Sie Verbindungen, die zwischen den Einzelinformationen bestehen. Deuten Sie diese in Ihrem  Konzept durch Klammern, Verbindungspfeile usw. an. Verbinden Sie so die Einzelinformationen  zu einem Informationsnetz.

z Wie beginne ich die Reinschrift? In welcher Abfolge stelle ich weitere Aspekte dar?  —  Überlegen Sie, welche logischen Argumentationsketten sich innerhalb des von Ihnen ermit­ telten Netzes aus den Materialinformationen und Ihrem Vorwissen erkennen lassen.  —  Kennzeichen Sie die für die Reinschrift vorgesehene Reihenfolge der Aspekte im Konzept ge­ gebenenfalls durch Zahlen (, ,  usw.).

z Welches sind die Kernaussagen, die sich aus den Einzelinformationen herausfiltern lassen? Wie  können diese in der Reinschrift später eventuell in ein oder zwei Schlusssätzen zusammenge­ fasst werden?

Das Ergebnis Ihrer Überlegungen sollte ein strukturiertes Konzept sein, das als Leitfaden für die 

Reinschrift dienen kann. Dieses strukturierte Konzept kann je nach Aufgabenstellung und persön­

lichen Darstellungsvorlieben ein sehr unterschiedliches Outfit haben. Mögliche Formen sind dabei 

unter anderem:

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ein gegliederter Stichworttext

eine Mindmap

ein Strukturdiagramm

eine Tabelle.

5. Verfassen der Reinschrift

Sind Sie in der Klausurbearbeitung an dieser Stelle angekommen, ist ein Großteil Ihrer Arbeit be­

reits getan. Von der Ihnen zur Verfügung stehenden Arbeitszeit sollte jedoch nicht mehr als etwa 

ein Viertel vergangen sein.

Bevor Sie nun mit der Reinschrift beginnen, sollten Sie Ihr Lösungskonzept noch einmal mit der 

gestellten Aufgabe abgleichen. Lesen Sie dazu erneut die einzelnen Teilaufgaben. Stimmt das von 

Ihnen erstellte Lösungskonzept mit den Anforderungen der Teilaufgaben überein? Stellt es eine tat­

sächliche Lösung/Bearbeitung dieser Teilaufgaben dar? Können Sie diese Fragen bejahen, dann be­

ginnen Sie nun mit der Reinschrift. Anderenfalls müssen Sie im Material erneut nach Informationen 

für die Aufgabenlösung suchen. Für die Reinschrift sollten Sie folgende Aspekte beachten:

Umgang mit dem Konzept

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Das Konzept ist die Basis Ihrer Reinschrift. Nutzen Sie es entsprechend. 

Nur  wenn  Sie  bei  der  Erstellung  der  Reinschrift  merkliche  Argumentationslücken  erkennen,  sollten Sie erneut in die Materialanalyse eintreten und versuchen, diese Lücken zu schließen. 

Setzen  Sie  die  im  Konzept  aufgeführten  Vorwissensaspekte,  Fachbegriffe,  Materialinforma­ tionen, Stichworte, Bezüge und Vernetzungen in einen gegliederten zusammenhängenden Text  um. 

Methode.pdf

z Streichen Sie im Konzept die Stichpunkte durch, die Sie bereits in die Reinschrift umgesetzt ha­

ben. So behalten Sie die Übersicht und wissen stets, welche Punkte noch abgearbeitet werden 

müssen.

Aufgabenausrichtung

Richten Sie Ihren Text konsequent auf die gestellte Aufgabe aus. In jeder Klausur werden Sie fest­

stellen, dass Sie bei der Aufgabenbearbeitung einen großen Teil der gelernten Fakten nicht anwen­

den können. Dieses mühsam erlernte Wissen unbeachtet zu lassen ist nicht einfach. Immer wieder 

ist man versucht, es in mehr oder weniger ausführlicher Form in die Reinschrift einfließen zu lassen. 

Gleiches gilt für die Ergebnisse der Materialauswertung: Auch hier werden Sie feststellen, dass viele 

Materialinformationen in der Aufgabenlösung nicht verwendbar sind. Und auch hier werden Sie 

versucht sein, diese mühsam ermittelten Informationen in die Reinschrift aufzunehmen.

Die Folge sind Passagen, die keinen oder nur einen vagen Bezug zur gestellten Aufgabe haben. Sol­

che Passagen müssen Sie vermeiden. In der Klausurbewertung führen sie nämlich eher zu Punktab­

zügen. Zudem kosten sie unnötig Zeit, Zeit die Ihnen dann für die Formulierung aufgabenrelevanter 

Aussagen fehlt.

Informationsvernetzung

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Reihen Sie nicht einfach Informationen aus dem Material und Ihrem Vorwissen zusammenhang­

los aneinander. Vernetzen Sie diese vielmehr. 

Bündeln Sie die zusammengehörenden Aussagen verschiedener Materialien. 

Stellen Sie Bezüge zwischen den Fakten dar (z. B. Ursache­Folge­Bezüge). 

Entwickeln Sie Argumentations­ und Begründungsketten. 

Stellen Sie Zusammenhänge und nicht nur Einzelinformationen dar.

Materialbelege

Das Material ist die Grundlage der Klausurlösung. Dies muss auch in der Reinschrift deutlich werden.  Beziehen Sie das Material deshalb konsequent in die Reinschrift ein, indem Sie alle zentralen Aussa­ gen durch Materialdaten, Materialzitate oder Materialhinweise belegen. Ein solcher Materialbeleg  

kann etwa die folgende Form haben: „So lag die Stahlproduktion im Jahre 1970 bei ca. 2 Mio. t. Bis 

2001 sank sie um 50 % auf nur noch rund 1 Mio. t (M 3).“

Dabei sollten Sie sich jedoch davor hüten, Ihre Darstellung zu einer reinen Auflistung von Material­

daten, zu einer Aufzählung von Einzelfakten oder einer Aneinanderreihung von Textzitaten werden 

zu lassen. Beugen Sie dem vor, indem Sie 

vorrangig verrechnete Daten verwenden (Differenzbeträge, die Angabe prozentualer Steige­

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rungen usw.). 

nur zentrale Aussagen durch Daten belegen.

keine Einzelaussagen auflisten, sondern diese sinnvoll bündeln (also z. B. nicht alle Standorte der 

Eisen­ und Stahlindustrie in einem Staat aufzählen, sondern diese zu Gruppen zusammenfassen, 

z. B. Integrierte Hüttenwerke: Binnenstandorte mit Anbindung an Wasserwege sowie Küsten­

standorte;  Elektrostahlwerke: Binnenstandorte nahe großer Städte sowie Binnenstandorte in 

Räumen mit preiswerter Stromerzeugung).

wörtliche Textzitate sparsam verwenden. 

Wörtliche (direkte) Textzitate

Wörtliche Textzitate sollten in Erdkundeklausuren, anders als z. B. in Fächern wie Deutsch oder 

Englisch, in denen die Textarbeit im Zentrum der Klausur steht, nur sparsam verwendet werden. 

Zumeist ist es vorteilhafter, gegebene Texte zusammenzufassen und mit eigenen Worten wieder­

zugeben. So dokumentieren Sie, dass Sie den Text verstanden haben und in der Lage sind, einen 

eigenen Text zu formulieren. Sinnvoll sind wörtliche Textzitate aber z. B. immer dann,  

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wenn der Originaltext sehr prägnante Aussagen enthält, deren Umformulierung zu Unschärfen 

oder gar Verfälschungen führen könnte;

wenn Sie die Positionen verschiedener Autoren gegeneinanderstellen wollen;

wenn Sie eine bestimmte Textpassage interpretieren und kommentieren wollen — in diesem Fall 

sollten Sie diese Textpassage Ihrer Interpretation voranstellen. 

Für wörtliche Textzitate gilt:

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Sie sollten möglichst kurz gehalten werden.

Sie können kein Ersatz für die Formulierung eines eigenen Klausurtextes sein.

Sie müssen logisch in den laufenden Klausurtext eingepasst werden und dürfen dort nicht als 

Fremdkörper wirken. 

Sie müssen aussagekräftig sein und einen Beitrag zur Aufgabenlösung leisten.

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Wörtliche Textzitate müssen in jedem Fall als solche gekennzeichnet werden (in Anführungszei­

chen setzen; mit einer Quellenangabe versehen).

Sie dürfen zudem nicht verändert werden. 

Auslassungen müssen durch drei Auslassungspunkte kenntlich gemacht, Einschübe in eckige 

Klammern gesetzt werden. Hier das Beispiel eines gelungenen Textzitates aus einer Klausur zum 

 Eva Castrup vertritt folgende Meinung: „Der Süden ist das Armenhaus Itali­

ens. Und dies, weil neben ungünstigen naturräumlichen Gegebenheiten 

 [auch die] soziokultu­

Thema Süditalien: 

rellen Bedingungen schwierig sind.“ (M 3, Zeile 6) Diese Meinung lässt sich durch eine Reihe von 

Argumenten stützen, die ich nun im Folgenden aufzeigen werde. 

Fachsprache

Im Erdkundeunterricht haben Sie eine Reihe von Fachbegriffen kennengelernt und definiert. Ver­ wenden Sie diese auch in der Klausur. Fachbegriffe stellen Sachverhalte prägnant und bündig dar.  Sie auszulassen hat nicht nur zur Folge, dass die Darstellung sachlich unscharf wird, sondern auch,  dass sie deutlich länger wird. Die für die komplizierte Umschreibung von Fachbegriffen verwendete  Zeit fehlt dann aber an anderer Stelle in der Klausur.   Verwenden Sie im Unterricht eingeführte Fachbegriffe, müssen Sie diese nicht erklären oder de­ finieren.  Setzen  Sie  vielmehr  alle  aus  dem  Unterricht  bekannten  Fachbegriffe  als  gemeinsame  Sprachbasis zwischen Ihnen und der Lehrkraft voraus.  Anders sieht dies aus, wenn Sie Fachbegriffe verwenden, die Sie aus der Literatur oder aus anderen  Unterrichtsfächern (z. B. Biologie/Ökologie, Volkswirtschaftslehre) entnommen haben. Viele Fach­ begriffe sind nämlich innerhalb der Fachwissenschaft Geografie keineswegs eindeutig definiert.  Oder sie werden in anderen Fächern unter einem anderen inhaltlichen Schwerpunkt verwendet als  in der Erdkunde. Dies gilt z. B. für die Abgrenzung von Räumen wie Skandinavien oder auch Arktis. 

Letztere kann z. B. durch den nördlichen Wendekreis, aber auch klimatisch durch die 10­Grad­Januar­

isotherme oder durch die Vegetation [Baumgrenze] abgegrenzt werden. Auch Begriffe, die charak­

teristische Raumausstattungen oder Nutzungsformen bezeichnen, wie z. B. Nomadismus, Halbwü­

ste oder Steppe, werden je nach Literaturgrundlage verschieden definiert. Selbst auf den ersten 

Blick unverrückbar scheinende Begriffe wie semihumid oder semiarid werden anders abgegrenzt, 

je nachdem ob man WALTER/LIETH­Diagramme oder Landschaftsökologische Niederschlagsdia­

gramme als Ausgangsbasis wählt. Bei der Verwendung von Fachbegriffen, die nicht im Unterricht 

eingeführt wurden, empfiehlt es sich daher, diese in der Klausur kurz zu definieren. Die Definition 

sollte bei der ersten Verwendung des Fachbegriffs in Klammern hinter den Begriff gesetzt werden.

Noch zwei wichtige Hinweise:

Ihr Klausurtext wird nicht dadurch gut, dass er besonders wissenschaftlich klingt. Eine Aneinan­

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derreihung  auswendiggelernter Sätze trägt in der Regel nur wenig zur Aufgabenlösung bei. Pas­

sagen wie „Die Hungersnot im Sahel lässt sich als eine von außen initiierte, langfristige Zerstö­

rung des humanökologischen  Gleichgewichtes autochtoner Subsistenzsysteme interpretieren.“ 

gehören in einen geografischen Fachaufsatz, nicht aber in eine Erdkundeklausur. Es sei denn, Sie 

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erklären diesen Satz im Anschluss ausführlich.

Hüten sollten Sie sich zudem davor, eigene Fachbegriffe zu kreieren, auch wenn diese wissen­

schaftlich klingen. Fällt Ihnen ein Fachbegriff nicht ein, dann ist es immer noch besser, ihn zu 

umschreiben, als ihn durch einen fantasievollen eigenen Begriff zu ersetzen.

Sprache und Darstellung

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Ihre Klausur muss prinzipiell in Form eines zusammenhängenden Textes erstellt werden. Stich­ wortartige Aufzählungen sind unzulässig, es sei denn, eine Teilaufgabe fordert dies ausdrück­ lich. 

Achten Sie in der Reinschrift auf korrekte Rechtschreibung und Grammatik. 

Formulieren Sie Ihre Sätze klar und prägnant. Vermeiden Sie komplizierte Satzkonstruktionen. 

Stellen Sie inhaltliche Bezüge auch sprachlich klar dar. Verwenden Sie Begriffe wie darum, aus diesem Grund, weil usw. um Ursachenzusammenhänge aufzuzeigen oder Begründungen zu for­

mulieren. 

Unterscheiden  Sie  zwischen  objektiven  Tatsachen  und  Ihrer  eigenen  Position/Meinung.  Dies  kann z. B. dadurch geschehen, dass Sie die Darstellung Ihrer eigenen Position durch Begriffe wie  meines Erachtens, meiner Meinung nach, ich bewerte dies wie folgt oder ähnlich kennzeichnen.

Vermeiden Sie Floskeln und vage Aussage, wie: „

 was das gegebene Material insgesamt be­

weist.“, „Man könnte eventuell der Meinung sein, dass  “ oder „Ich hoffe, die erste These damit  ausreichend bewiesen zu haben.“

Achten Sie auch auf die äußere Form Ihrer Darstellung. Eine lesbare Handschrift, eine korrekte  Interpunktion und eine optisch klare Gliederung des Klausurtextes — all das sind Aspekte, die ei­ nen positiven Ersteindruck Ihrer Klausur schaffen können.

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Gliederung der Darstellung

Beginnen  Sie  die  Bearbeitung  jeder  Teilaufgabe  mit  einer  Einleitung.  Diese  kann  die  Aufgaben­ stellung oder das Klausurthema aufgreifen. In ihr kann aber auch der untersuchte Raum geogra­ fisch eingeordnet werden (wie z. B. die Lage im Gradnetz der Erde, innerhalb des Staatsgebietes  oder ähnlich) oder das untersuchte Phänomen in den Gesamtrahmen einer weltweiten Entwicklung  gestellt werden. In jedem Fall sollte die Einleitung zur eigentlichen Aufgabenlösung hinführen, den  Leser auf diese vorbereiten. Den folgenden Hauptteil Ihrer Aufgabenlösung sollten sie erkennbar und logisch nachvollziehbar  gliedern:

Setzen Sie z. B. Beschreibung und Erklärung oder auch Pro­Argumente, Kontra­Argumente sowie 

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Ihre eigene Bewertung im Rahmen einer Erörterung optisch voneinander ab.

Verdeutlichen Sie die Gliederung Ihres Textes durch Absätze, Spiegelstriche usw. 

Es kann auch sinnvoll sein, für einzelne „Kapitel“ Ihrer Aufgabenlösung treffende Zwischenüber­

schriften oder Leitfragen zu formulieren. Diese machen deutlich, dass Sie die Aufgabe durch­

dacht gegliedert haben. Zudem hilft ein Blick auf (prägnant formulierte) Zwischenüberschriften 

immer aufs Neue, in den Ausführungen eng an der Aufgabe zu bleiben.

Fassen Sie, sofern möglich, im Schlussabschnitt einer Teilaufgabenlösung die wesentlichen Ergeb­

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nisse/zentralen Aussagen in einem Satz oder kurzen Statement zusammen. Im Schlussabschnitt 

können Sie allerdings auch auf offene Fragen hinweisen oder (gegebenenfals unter Bezugnahme 

auf die Einleitung) das untersuchte Fallbeispiel in einen größeren inhaltlichen Rahmen einordnen.

Beginnen Sie für jede Teilaufgabe eine neue Seite. Am Ende jeder Teilaufgabenlösung bleibt so 

Platz für eventuelle Einschübe und Ergänzungen.

Bearbeitungsreihenfolge

Bearbeiten Sie die Teilaufgaben möglichst in der vorgegeben Reihenfolge. Teilweise bauen diese 

nämlich aufeinander auf. In vielen Fällen können zudem Fakten und Argumente, die in den ersten 

Teilaufgaben ermittelt bzw. entwickelt wurden, im Rahmen einer Erörterung oder Beurteilung in der 

Schlussaufgabe aufgegriffen und weiter verfolgt werden. 

Bestehen zwischen den einzelnen Teilaufgaben inhaltlichen Zusammenhänge, so sollten Sie diese 

deutlich herausstellen. Hilfreiche Formulierungen könnten hierbei z. B. sein: „Wie die Bearbeitung 

 wurden bereits im Rahmen der Teilaufgabe 2 aus­

führlich erläutert. An dieser Stelle soll deshalb nur noch auf die 

Sollten Sie in Ihren Ausführungen etwas vergessen haben, können Sie dieses nachträglich in Form 

eines Einschubes einfügen. Dabei sollten Sie den Einschub nicht über den Text schreiben oder gar 

auf den (stets freizuhaltenden!) Korrekturrand. Markieren Sie vielmehr die Stelle Ihres Textes, an 

der etwas eingefügt werden soll, durch eine umkreiste Zahl (, ,  usw.). Notieren Sie dann diese 

Zahl und den einzufügenden Text auf einem gesonderten Einschubblatt oder am Schluss der Bear­

beitung einer Teilaufgabe. 

der Teilaufgabe 1 ergeben hat, ist 

“ oder „Die 

 eingegangen werden.“   

Schlusskorrektur

Nehmen Sie sich am Ende der Klausur etwa 15 Minuten Zeit für eine Schlusskorrektur: 

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Lesen Sie Ihre Aufgabenlösung nochmals durch.

Prüfen Sie, ob die zentralen Aspekte deutlich herausgestellt, Bezüge und Begründungen klar 

formuliert und die Kernaussagen in ausreichendem Maße durch Materialdaten und Textzitate 

belegt wurden.

Fügen Sie, sofern notwendig, Einschübe und Ergänzungen in der zuvor beschriebenen Form ein 

(siehe oben).

Müssen Sie eine Aussage korrigieren, streichen Sie diese sauber mit einem Lineal durch. Schrei­

ben Sie bei umfangreichen Korrekturen über den durchgestrichenen Text eine umkreiste Zahl; 

notieren Sie diese und den korrigierten Text auf dem oben erwähnten Einschubblatt.

Bei der Bewertung Ihrer Klausur wird auch die sprachliche Darstellung und die äußere Form be­

rücksichtigt. Achten Sie daher in der Schlusskorrektur auch auf Rechtschreibung, Grammatik 

und Zeichensetzung. Korrigieren Sie eventuelle Fehler.

Zeitmanagement

Teilen Sie sich Ihre Arbeitszeit zu Beginn der Klausur sinnvoll ein und versuchen Sie dieses Zeitras­

ter auch einzuhalten. Richtwerte für Ihre Zeitplanung können dabei sein:

z Phase I (Erfassung des Themas und der Teilaufgaben, Materialauswertung und Erstellung des 

Konzeptes): je nach Klausurumfang etwa 40 bis 60 Minuten. Sie sollten an dieser Stelle das Zeit­

kontingent nicht zu knapp bemessen. Je sorgfältiger Sie hier arbeiten, desto leichter wird Ihnen 

anschließend die Reinschrift von der Hand gehen. 

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z Phase II (Reinschrift): Hauptzeitkontingent; bei einem Klausurumfang von 180 Minuten etwa 110 

— 120 Minuten, bei einem Klausurumfang von 255 Minuten etwa 165 bis 175 Minuten. Schätzen 

Sie ab, wie viel Zeit die Reinschrift der einzelnen Aufgabenlösungen in Anspruch nehmen wird.  Teilen Sie jeder Teilaufgabe dann eine entsprechende Zeitspanne zu.

z Phase III (Schlusskorrektur): etwa 15 bis 20 Minuten.

Notieren Sie nun auf dem oberen Rand des Aufgabenblattes die Startzeit Ihrer Klausurbear­ beitung, den Zeitpunkt, an dem Sie die Konzepterstellung abschließen wollen, sowie die Zeit­ punkte, an denen die Bearbeitung der einzelnen Teilaufgaben abgeschlossenen sein sollten (Bei­

spiel: Klausurbeginn 8.00 Uhr, Konzeptabschluss 8.40 Uhr, Teilaufgabe 1 fertig bis 9.20 Uhr, Teil­

aufgabe 2 fertig bis 9.50 Uhr, Teilaufgabe 3 fertig bis 10.45 Uhr, Schlusskorrektur bis 11.00 Uhr). 

Halten Sie diesen Zeitplan ein. Ein weit verbreiteter Fehler ist es nämlich, zwar einen durchdach­

ten Zeitplan zu erstellen, sich dann aber an der ersten Teilaufgabe „festzubeißen“, sodass für die 

Bearbeitung der letzten Aufgabe kaum noch Zeit bleibt oder die Schlusskorrektur ausfallen muss. 

Deutliche Notenabschläge aufgrund inhaltlicher Lücken und formaler Schwächen können die Folge 

sein. 

Falls Probleme auftreten

 überlegen Sie zunächst in aller Ruhe, wie Sie diese mithilfe Ihres Vorwissens überwinden können. 

Gelingt dieses nicht, so legen Sie die problematische Teilaufgabe zur Seite. Arbeiten Sie zunächst 

an den übrigen Teilaufgaben weiter. Treten die Probleme während der Reinschrift auf, lassen Sie 

ausreichend Platz frei und setzen Sie die Arbeit mit dem nächstfolgenden Aspekt fort. Nehmen Sie 

sich die problematische Aufgabe/Passage zum Schluss der Klausur erneut vor. Oftmals lösen Sie 

dann das Problem wider Erwarten doch sehr rasch. Dies kann damit zusammenhängen, dass Sie 

das Problem nun mit innerem Abstand betrachten können und Lösungshinweise, die im Material 

enthalten sind, mit einem Mal wahrnehmen. 

Beim Auftreten von Problemen bei der Aufgabenerfassung kann es auch helfen, die gestellte Teil­

aufgabe mit eigenen Worten neu zu formulieren. Eventuell ist es dabei hilfreich, die Teilaufgabe in 

Leitfragen umzuformen. Aus dem Operator „Beschreiben Sie“ lassen sich Leitfragen wie „Wo findet 

 verteilt?“ usw. entwickeln. Der Operator „Erklären Sie“ führt 

zu Leitfaden wie „Warum verläuft  “, Weshalb sind 

Operator „Erörtern Sie“ muss man in drei zusammenhängende Leitfragen umformen wie z. B. „Was 

spricht für  “, „Was spricht gegen 

beurteile ich  “  Bei gravierenden Problemen, die gelöst sein müssen, bevor man insgesamt weiterarbeiten kann,  sollte man nach einem vergeblichen Versuch diese zu lösen eine kurze Ablenkung suchen. Essen Sie  ein Bonbon oder trinken Sie etwas. Sie können auch den Prüfungsraum für einige Minuten verlas­ sen, „frische Luft schöpfen“. Auf diese Art lässt sich meist der nötige Abstand zum Problem gewin­ nen, der es Ihnen erlaubt, das Problem aus einem anderen Blickwinkel zu sehen und zu lösen.

/Wie 

“ usw. Und den 

man 

“, „Wie verläuft 

“, „Wie ist 

“, „Aus welchem Grunde ist 

“ und  „Wie stehe ich zu 

/Was ist meine Meinung zu