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Aus Newsletter von Radio Vatikan – 05.06.

2010

MIT PAPST BENEDIKT XVI. AUF ZYPERN:

Auf dem Programm des Papstes standen heute – bis zum Redaktionsschluss – drei Veranstaltungen:
zunächst das Treffen mit dem Präsidenten, dem diplomatischen Corps und Vertretern des öffentlichen
Dienstes, danach ein Treffen mit der katholischen Gemeinde auf Zypern und zuletzt mit dem
orthodoxen Erzbischof Chrysostomos II.

Der Besuch des Papstes in der maronitischen Schule


Papst Benedikt XVI. strahlte über das ganze Gesicht, als die Schüler einer maronitischen Schule auf
Zypern am Samstagvormittag für ihn sangen, tanzten, kleine Theaterstücke aufführten. Auf Griechisch
rief er ihnen zu:

„Seid stark im Glauben, froh im Dienst für Gott und großzügig mit eurer Zeit und euren Talenten!
Helft, eine bessere Zukunft für die Kirche und für euer Land aufzubauen, indem ihr das Wohl der
Anderen vor das eigene stellt.“

Rund 2.000 Personen waren in der Schule zusammengekommen - trotz großer Hitze. Auf über 30
Grad Celsius kletterte die Thermometeranzeige in Zyperns Hauptstadt Nikosia. Es war eine
atemberaubende Kulisse, vor der Benedikt sprach. Hinter der Schule öffnete sich die weite hügelige
Landschaft Zyperns. ..... (rv)

Papst fordert Hilfe für Christen in Nahost


Niemand kann gegenüber den Christen im Nahen Osten gleichgültig bleiben. Das betonte Papst
Benedikt XVI. an diesem Samstagmittag in Nikosia bei einem Treffen mit dem orthodoxen Erzbischof
Chrysostomos II. Die Gläubigen in dieser Region lebten unter schwierigen Umständen, so der Papst.
Das katholische Kirchenoberhaupt ruft deshalb zu einer stärkeren Unterstützung der Christen im
Nahen Osten auf.

„Zypern wird traditionell als ein Teil des Heiligen Landes angesehen, und die fortdauernde
Konfliktsituation im Nahen Osten muss für alle, die Christus nachfolgen, ein Anlass zur Sorge sein. ...
Die christlichen Gemeinschaften Zyperns können ein sehr fruchtbares Feld ökumenischer
Zusammenarbeit finden, indem sie gemeinsam für Frieden, Versöhnung und Stabilität in jenen
Ländern beten und arbeiten, die durch die Gegenwart des Friedensfürsten während seines irdischen
Lebens gesegnet wurden.“ .... (rv/kna)

DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Papst Benedikt XVI. trauert um den in der Türkei ermordeten Bischof Padovese. In einem
Beileidstelegramm an den Apostolischen Nuntius in Anatolien versprach er sein Gebet für die
Bischöfe, Priester und Gläubigen des Landes, wie der Vatikan am Samstag mitteilte.. Padovese habe
selbstlos das Evangelium verkündet und sich resolut dem Dialog und der Versöhnung gewidmet,
dankte der Papst. (rv)
Nach dem Mord an Bischof Luigi Padovese in der Türkei hat Bartholomaios I. Papst Benedikt
XVI. kondoliert. „Mit großem Schmerz haben wir die Nachricht des tragischen Todes unseres
Weggefährten Bischof Luigi Padovese erhalten“, heißt es in einem am Freitag vom Vatikan
veröffentlichten Schreiben des ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel. Padovese habe einen
wertvollen Dienst für die katholische Kirche und das Volk Gottes geleistet. Die Kirche habe einen
„exzellenten“ Bischof verloren. In brüderlicher Umarmung und mit vielen herzlichen Grüßen schloss
Bartholomaios sein Schreiben. Er bete, dass die Seele Padoveses zur Ruhe komme. (rv)

Europa

Deutschland
Das Fernsehen hat keine Schuld an dem schlechten Image der Kirche. Zu diesem Urteil kommt
der Chefredakteur des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF), Peter Frey. Stattdessen sei die aktuelle
Krise in einer mangelnden Kommunikationsfähigkeit der Kirche mitbegründet, so der Journalist am
Freitag beim 17. Europäischen Festival für religiöse TV-Programme in Berlin. Die Krise sei
hausgemacht. Frey nannte verschiedene Beispiele für Kommunikationsschwächen: Bischöfe
empfänden „die Journalisten als natürliche Feinde“, Kardinäle täten kritische Berichterstattung als
„Geschwätz“ und Kampagnenjournalismus ab, kirchliche Gremien kreisten um sich selbst und
vergäßen die Fragen der Menschen. Das alles mache es nicht einfacher, die Kirche im Fernsehen
darzustellen. Kirche und Religion sollten seiner Ansicht nach im Fernsehen stärker erzählerisch oder
unterhaltend als abstrakt und starr vermittelt werden. „Zuschauer lieben Geschichten. Und das
Fernsehen als Erzählmedium ist dafür gut geeignet.“
Der ZDF-Chef verwies auf die Beliebtheit von Unterhaltungssendungen bei den Fernsehzuschauern.
Sie vermittelten - trotz aller Zuspitzung – mit spannend erzählten Geschichten Kenntnisse über
Glaubensfragen. Dieses Muster, so Frey, „könnte sich für eine differenziertere Vermittlung von
Religion anbieten”. Frey ist selbst Mitglied des Zentralkomitees der deutschen Katholiken. (rv/kann)

Schweiz
Der Stadtrat von Lugano hat den Umbau einer Klinik in ein islamisches Zentrum bewilligt. Das
berichtet am Freitag die Neue Luzerner Zeitung. Vizestadtpräsident Erasmo Pelli (FDP) erklärte, es
habe keine Argumente inhaltlicher und juristischer Art gegeben, um dem Antrag auf Umnutzung der
Räumlichkeiten nicht zu entsprechen. Die islamische Gemeinschaft des Tessins hatte knapp ein Jahr
auf einen Entscheid der Stadtregierung Lugano gewartet. ..... (rv/kipa)

Polen
Der polnische „Solidarnosc“-Priester Jerzy Popieluszko wird an diesem Sonntag in Warschau
selig gesprochen. 100.000 Gläubige werden laut Medienberichten von Samstag dazu in der
polnischen Hauptstadt erwartet. Im Zentrum der Stadt auf dem Pilsudski-Platz wird eine Messe
gefeiert. Zelebrant ist Erzbischof Angelo Amato, der aus dem Vatikan anreist. Nach der Messe ist eine
Prozession mit den Reliquien des Märtyrers geplant. Sie waren bei einer Exhumierung im April
gewonnen worden. Popieluszko war 1984 im Alter von 37 Jahren vom Sicherheitsdienst SB entführt
und ermordet worden. (apic/diverse)

Naher Osten

Israel
Die israelische Marine hat erneut ein Schiff mit Gütern für den Gaza-Streifen gestoppt. Die
Aktion im Mittelmeer verlief laut Medienberichten von Samstag gewaltlos. Der Frachter „Rachel
Corrie“, der unter irischer Flagge unterwegs war, wurde in den israelischen Hafen von Aschdod
umgelenkt. Nach Angaben einer Sprecherin des israelischen Militärs wurden die 1.200 Tonnen
Hilfsgüter gelöscht. Sie sollten später in den Gazastreifen weitergeleitet werden. Die USA hatten noch
am Morgen die pro-palästinensischen Aktivisten dazu aufgerufen, den Kurs auf Gaza aufzugeben und
es nicht auf eine Konfrontation ankommen zu lassen. An Bord der „Rachel Corrie“ waren 20
Aktivisten, darunter auch die nordirische Nobelpreisträgerin Mairead Maguire. (welt online/ diverse)