Sie sind auf Seite 1von 3

Aus Newsletter von Radio Vatikan – 06.06.

2010

MIT PAPST BENEDIKT XVI. AUF ZYPERN:

Dritter und letzter Tag der Papstreise nach Zypern


Höhepunkt des dritten und letzten Tags der Apostolischen Reise Papst Benedikts XVI. nach Zypern war
am Sonntagmorgen ein Gottesdienst im Sportstadium von Nicosia. Am Ende der Hl. Messe überreichte er
das „Instrumentum Laboris“ der Nahostsynode, die im Oktober im Vatikan stattfindet. Dabei handelt es
sich um ein Arbeitsdokument, das erstellt wurde aufgrund von Eingaben der Bischöfe, Priester und Laien
aus dem Nahen Osten. Auch gedachte Benedikt erneut des am Donnerstag ermordeten anatolischen
Bischofs Luigi Padovese und lancierte einen eindringlichen Friedensappell.
Nach einem Mittagessen in der Apostolischen Nuntiatur mit einigen Patriarchen und Bischöfen und dem
orthodoxen Kirchenoberhaupt von Zypern, Chrysostomus II., besuchte der Papst am Nachmittag die
maronitische Kathedrale „Unsere Liebe Frau der Gnaden“ in Nicosia.
Am frühen Sonntagabend ist die Abschlusszeremonie auf dem Flughafen von Larnaca geplant. Die
Maschine der Cyprus Airways, die den Papst wieder nach Hause bringt, landet am Sonntagabend um
20.45 h auf dem Flughafen Ciampino.
Am Samstag war es nicht zu der Begegnung mit dem Großmufti gekommen, die Vatikansprecher
Lombardi als möglich angesehen hatte. Stattdessen begegnete er einem Sufi-Scheich aus dem Nordteil der
Insel. Am Samstagabend feiert Benedikt eine Messe in der Hl-Kreuz-Kirche. In der Predigt meditierte der
Papst über das Geheimnis des Kreuzes und seine Bedeutung im Leben des Christen. (rv)

Messe im Sportstadium: Papst, „Christen denken Wir, nicht ich“


Am letzten Tag seiner Zypernreise hat Papst Benedikt XVI. zum Einsatz für Versöhnung und Frieden
aufgerufen - bei einem bunten Gottesdienst im Sportpalast der zyprischen Hauptstadt, an dem am
Sonntagmorgen mehr als 5.000 Menschen teilnahmen. Den anwesenden Patriarchen und Bischöfen aus
dem Nahen Osten überreichte Benedikt XVI. im Anschluss das lang erwartete Arbeitsinstrument für die
Nahostsynode, die im Oktober im Vatikan stattfinden wird.

Teile des Gottesdienstes wurden auf Arabisch, Armenisch und in der philippinischen Sprache Tagalog
gehalten; für eine besondere Stimmung sorgte orientalische Musik. Ein besonderer Gruß des Papstes ging
dann auch an die aus den Philippinen und aus Sri Lanka eingewanderten Katholiken. Die christliche
Botschaft der Hoffnung müsse auch überall dort verbreitet werden, wo Konflikte herrschten, so Benedikt
XVI. weiter. ....(rv/kna)

Angelus: „Die Gewissheit der Hoffnung“


Am Ende der Messe im Sportstadium von Nikosia betete Papst Benedikt XVI. mit den Gläubigen den
Angelus, das marianische Mittagsgebet der lateinischen Kirche. Maria habe auch in den schweren Stunden
unter dem Kreuz an der Gewissheit der Hoffnung festgehalten. .....
Nach dem Segen erinnerte der Papst in polnischer Sprache an die Seligsprechung des Priesters und
Märtyrers Jerzy Popie_uszko, die zeitgleich in Warschau stattfand. .... (rv)

Samstagnachmittag: Papst trifft islamischen Scheich


Papst Benedikt XVI. ist am Samstag auf Zypern mit einem islamischen Gelehrten aus dem besetzten
Nordteil der Insel zusammengetroffen. Es kam offenbar spontan zu einer Begegnung, als der Papst auf
dem Weg in die Apostolische Nuntiatur von Nikosia war. Bei dem muslimischen Geistlichen handelt es
sich um den 89-jährigen Sufi-Führer Scheich Mohammed Nazim Abil Al-Haqqani, der sehr um den
interreligiösen Dialog bemüht ist. Er gab dem Papst gegenüber an, hinter der Kirche des Heilig-Kreuz-
Kirche im türkisch besetzten Nordteil von Nakosia zu wohnen und dass er extra gekommen sei, um den
Papst zu begrüßen. Der Scheich übergab dem Papst verschiedene Geschenke, darunter eine Tafel mit einer
islamischen Inschrift und einen Rosenkranz. Der Papst schenkte ihm eine Medaille. Nach Vatikanangaben
verlief das Treffen sehr herzlich und endete mit einer Umarmung.
Zum Treffen mit dem Großmufti aus dem besetzten Nordteil der Insel kam es Samstag dagegen nicht. Der
Vatikan hatte im Vorfeld eine solche Möglichkeit angekündigt. (rv)

Papst in der Hl.-Kreuz-Kirche: „Wandert nicht aus!“


Papst Benedikt XVI. hat am Samstagabend die Christen im Nahen Osten ermutigt, ungeachtet der
schwierigen Lage in ihren Heimatländern zu bleiben. Viele Familien entschieden sich angesichts von
Konflikten und Spannungen für eine Auswanderung, sagte der Papst während einer Messe mit der
katholischen Gemeinde Zyperns in Nikosia. ....
Das Symbol des christlichen Kreuzes bezeichnete Benedikt XVI. als bedeutendstes Zeichen gegen Gewalt
und Unterdrückung. Es habe in seiner tiefsten Bedeutung nichts zu tun mit dem Aufzwingen eines
Glaubens oder einer Philosophie. Ebenso wenig handle es sich nur um ein „privates Symbol der
Verehrung“ oder ein Mitgliedszeichen einer gesellschaftlichen Gruppe. Es sei vielmehr das „beredteste
Zeugnis der Hoffnung“, das es je gegeben habe, sagte der Papst. ...
- In der Heilig-Kreuz-Kirche von Nikosia feierte der Papst am Samstagnachmittag, 5. Juni, mit rund
dreihundert Priestern, Ordensleuten und weiteren Vertretern der katholischen Gemeinde Zyperns eine
Messe. Von den 800.000 Einwohnern der Insel sind rund 25.000 Katholiken. (kipa)

Papstreise: Kasper zieht erste positive Bilanz


Vor Ort hat unser arabischer Kollege Jean Mouhanna den deutschen Kardinal Walter Kasper getroffen,
der den Papst gemeinsam mit dem Präfekten der Ostkirchenkongregation, Leonardo Sandri, auf dieser
Reise begleitet. Kasper zieht eine positive erste Bilanz:

„Wir hoffen, dass diese Pilgerfahrt ein Zeichen für die Einheit dieser Insel und noch mehr für die Einheit
der Kirche ist zwischen orthodoxen, protestantischen und katholischen Christen. Und natürlich wollen wir
auch das Gespräch suchen mit den Muslimen. Ich denke alle Menschen guten Willens müssen in dieser
schwierigen Situation zusammenstehen und auch zusammen beten." (rv)

DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Vatikan/Slowakei
Papst Benedikt XVI. hat einen neuen Erzbischof für die slowakische Erzdiözese Kosice ernannt.
Nachfolger des aus Altersgründen zurücktretenden Alojz Tkac wird der 59-jährige Bernard Bober. Das
gaben der Vatikan und die Erzdiözese Kosice am Samstag bekannt. Bober, bisher Weihbischof und
Generalvikar in Kosice und landesweiter Beauftragter für Roma-Seelsorge, wird somit Metropolit der
Ostslowakischen Kirchenprovinz. Gleichzeitig mit seiner Ernennung wurde das Rücktrittsgesuch von
Erzbischof Alojz Tkac angenommen. .... (kipa)

Europa

Türkei
Der in der Türkei ermordete Bischof Luigi Padovese wird am kommenden Montag mit einer
Trauerfeier im südtürkischen Iskenderun verabschiedet. Die Totenmesse hält Erzbischof Ruggero
Franceschini aus Izmir. Das teilte die Türkische Bischofskonferenz am Wochenende mit. Zu dem
Gottesdienst werden auch Vertreter der Regionalregierung und des Rates der europäischen
Bischofskonferenzen (CCEE) erwartet. Die Beisetzung Padoveses erfolgt entsprechend seinem Wunsch in
seiner Heimatstadt Mailand. – Padovese, Vorsitzender der Türkischen Bischofskonferenz und seit 2004
Apostolischer Vikar von Anatolien, war am Donnerstag von seinem 26-jährigen Angestellten und Fahrer
ermordet worden. Zahlreiche politische und religiöse Vertreter reagierten bestürzt auf den gewaltsamen
Tod des Bischofs. Die Hintergründe des Mordes sind weiter unklar. Medienberichten zufolge ließ
Padovese unmittelbar vor seiner Ermordung die Flugtickets nach Zypern stornieren. Ursprünglich sollte er
in Nikosia den Papst im Namen der Bischöfe der Türkei begrüßen. Der Vatikan und der Papst selbst
erklärten nach der Ermordung Padoveses, die Bluttat habe „mit Sicherheit“ keinen politischen oder
religiösen Hintergrund. (kipa)

Amerika

Brasilien
Nach einem neuen Gesetz dürfen in zweiter Instanz verurteilte Politiker bei Wahlen nicht mehr
antreten. Brasiliens Staatspräsident Luiz Inacio Lula da Silva unterzeichnete das Gesetz am Freitag. Es
wurde durch das Volksbegehren „Ficha Limpa“ (saubere Weste) initiiert. Das Volksbegehren, das massiv
von der brasilianischen Bischofskonferenz unterstützt wurde, erhielt nahezu zwei Millionen
Unterschriften. Ursprünglich sollte dabei allen in ersten Instanz verurteilten Politikern das passive
Wahlrecht aberkannt werden. Nach bisher gültiger Rechtslage dürfen Politiker erst dann von Wahlen
ausgeschlossen werden wenn sie in letzter Instanz verurteilt worden sind. Ob die Regelung bereits für die
Präsidentschafts- und Gouverneurswahlen im Oktober gelten wird, muss noch vom Obersten Wahlgericht
entschieden werden, wie Zeitungen am Samstag berichteten. (kna)