Sie sind auf Seite 1von 210
LANGZEIT-DEHNUNGSWECHSELFESTIGKEIT Vorhaben Nr. 194 Untersuchungen iiber das Werkstoffverhalten im Gebiet der Zeitfestigkeit zur Erstellung von Berechnungsunterlagen fir iberwiegend thermisch beanspruchte Bauteile 1. TeilabschluBbericht Kuratassung In der vorliegendon Arbeit wurde der EintluB von kanstanten und wechselnden Temperaturen bw. Haltezorten im oreich bis 2u 10000 Lasiwachsein sowie das Zusammenspiel der Ve {gensmechanismen”.Kriechen" und , Schwingzerruttung™ {ereep fatigue interaction) ie Ze festigkeitsgebiet bel hohen Temperaturen an einer ‘StahiguBlegierung GS-17 CrMoV 8 11 lund an den Walz- und Schmiedestanien 13 Gro 44, 28 CrMoNIV 49 und 21 CrMoV 5.11 luntersucht. For dle StahiguBlegierung wurde der Eintlud der GuBobertiacne sowie das erhalten von. SchweiBverbindungen miteinbezogen Oberelastische Wechselverformungen konnen bei An- und Abfahrten oder sonstigen Bela- ‘stungsanderungen in Dampt. und Gasturbinen, Damptkesseln, chemischen Apparaturen und Behaltern sowie in Reaktordruckgetafien auftreten, dabei knnen die Risse nach bestimmten Lastwechseln, in der Regel kleiner als 10° (Zeivesiigkelt, iow cycle fatigue) aufteten, Mittels der Untersuctungsergebnisse sollen dem Korstrukteur genave Angaben iber das Dehnunge- ‘wechseiverhalten dos Workstoffes in einem fur die Praxis interessanten Bereich (hone Tem- Peralur, kleine Dehnungsschwingbraite, lange Haltezelt) zur Vertugung gestellt werden, damit ¢ seine Konstruktion betriebssicner, aber doch Kostensparona gostalten kann, Die Versuchsdurchtdhrung erfoigt aut elektro-hydraulisch geregelten Prifmaschinen. Der Ein- ‘lu der Temperatur (RT bis 600” C), Haltezeiten bei 350° C (21, #5, +20, ~20, 220 und +00 min), Haltezeit boi 450° C (+ 20 min) sowie der Einfus der GuBobertlache und das Vernalt von ‘SchwelBverbindungen wurde in dennungsgesteverton Zug-Druck-Versuchon mit einer Dehngeschwindigkeit von 6%,/min ‘ermitiel. Bei der Untersuchung Uber die gegenseitige Besinflussung von .Kriechen" und Schwingzerrittung” wurden dle Proben zunachst im Zeitstandofen bei 530° C belastet und anschlleBena Dehnungswecnselversuchen ohne Halte- Zeit bo! 530° C untorworfen. Mittels winkelgesteuerter Torsionswechselbeanspruchung wurde Gor EintluB der gleichzeitig wacnseindon Temperatur und Schiebung ermitet, Bel bestinmten Dehnungsschwingbreiten sinkt die ertragbare AnriBlastspielzahi mit zuneh- mender Temperatur. Die AnriBkenniinien aus den Versuchen mit gleichzeitig wechselnden ‘Temperaturen und Schiebungen liegen stete zwischen denen aus den Versuchen bei ent- sprechenden maximaten bzw. minimaien Konstanten Grenztemperaturen, Dio Usertragbarkeit Zwischen dem Zug-Druck-Dehnungs- und Torsionswechselversuch wurde nachgewiesen, Die Halezeit fUhrt zu einer Abnahmo der ertragbaren AnriSlastspielzahl, Der HaltezeiteiniuB Ist von der Dehnungsschwingbreite abhangig. Eine wesentliche Beeinflussung der AnriBlastspiel- zh! bei Dehnungswechselversuchen durch Zeltstandvorbeanspruchung bis 7u = 2% bleibonde Dehnung wurde nicht beobachtet, SchweiBverbindungen welsen das gleiche AnriBverhalten wig der Grundworkstott auf. Ein EinfluS des Oherflacnonzustandes (GuBoborflicho) wurde Hicht festgestellt. Bei der Anwondung der in der Literatur angegobonen Berechnungs- und Extrapolationsvertahren wurde eine deutliche Abweichung zwischen experimentelien und berechneten Kennlinien festgestelit. Einige verbesserte Extrapolations- und Berechnungsvor- Schlge sind in dieser Arbeit enthalten Berichtsumtang’ 212 §, m.25 Abb,, 12 Zeng, 179 Diage,, 14 Tab,, 90 Lit. Beginn der Arbeit ot. ot. 1976 Ende der Arbeit 31.12.1978 Forschungsstelle: ‘Staatliche Materiaiprifungsanstat Universitat Stuttgart 700 Stutigart 80, Pfaffenwaldring 32 Ditektor: Prot. Or-Ing, Karl KuBmaul Besrbeiter: Dr.-Ing, Siwa Bhongbhibhat Verfasser Dr--Ing. Siwa Bhongbhibhat Obmann des Arbeitskreises: ,Langzeit-Dehnungswechseltestigkeit™: Ing, (grad) K. H. May MAN Nurnberg Vorsitzender des Beirats; Prof, Dr-Ing, H. Maa®, KlSckner-Humboldt-Deute AG, Kat Inhaltsverzeichnis Zusammensteliung der wichtigsten Zeichen 3.2.4. 4.2.2. 4.3. 4.3.1. 4.3.2. Einleitung Aufgabenstellung Versuchserkstoffe und Versuchsdurchfuhrung Versuchswerkstoffe Verwendete Begriffe Dehnungswechsel versuch Torsionswechselversuch Versagenskriterium Versuchsprogramm, Probenform und Versuchseinrichtungen Dehnungswechselversuche Versuche mit kombinierten Zeitstand- und Dehnungswechselbeanspruchungen Torsionswechselversuch Ergebnis der Dehnungswechselversuche Einflu8 der Temperatur Versuchsergebnisse Diskussion EinfiuB einer GuBhaut Versuchsergebnisse Diskussion EinfluB einer SchweiBverbindung Versuchsergebnisse Diskussion Seite " 2 2 14 14 15 16 16 19 20 23 23 23 24 26 26 27 28 28 29 4.4. 4.461. 4.4.2. 5.3. TA TA. 7.2.3. TAA EinfluB der Haltezeit Versuchsergebnisse Diskussion Kombination von Zeitstand- und Dehnungs- wechselbeanspruchung Ergebnisse der Zeitstandversuche Vergleich von Zeitstandergebnissen mit den Ergebnissen von kraftgesteuerten Schwell- und Wechselversuchen Beeinflussung des Dehnungswechselverhaltens durch vorausgehende Zeitstandbeanspruchung Schadensmechanismen im Gebiet der Zeitfestigheit Literaturibersicht Uber Schadensmechanismen Modelivorstellung dber Schédigung durch Kriechen und Zerriitten bei Dehnungswechselbeenspruchung Diskussion Die im Rahmen des Versuchsprogramms "Temperatur- und Dehnungswechselfestigkeit" erhaltenen Ergebnisse und deren Auswertung Ergebnisse aus Torsionswechselversuchen AnriBkennlinien Zyklisches Festigkeitsverhalten Plastisches Wechselverhalten Untersuchung am Werkstoff X-8 CrNiMoNb 16 16 Ergebnis aus Zug-Druck-Dehnungswechselversuch Versuchsauswertung Ermittlung der dquivalenten Temperatur Ubertragberkeit der Ergebnisse von Torsionswechsel- versuchen auf Zug-Druck-Dehnungswechsel versuche 30 32 34 34 34 37 a a 44 47 50 51 53 54 54 55 7.3.2.4, 7.3.2.2. TA. 8.1.4. 8.1.2. 8.1.3. 8.2. 8.2.1. 8.2.2. 8.2.3. 8.2.4, 8.2.5, 8.3. 8.3.1. 8.3.2. 8.3.2.1. 8.3.2.2. Ubertragbarkeit in bezug auf die Verformung Ubertragbarkeit in bezug aut die Spannung Diskussion Versuchsauswertung und praktische Anwendung der Versuchsergebnisse Direkte Extrapolation der Ergebnisse auf lingere Laufzeiten bzw. AnriBlastspielzahien Verlangerung der vorhandenen AnriBkennlinien VergréBerung der Zykluszeit Erweiterung des AnriBzeitbereiches unter Verwendung der fiktiven Dehngeschw indigkeit Diskussion Vergleich Dehnungswechselversuch mit Zeitstandversuch Vergleich mit Maximalspannungsausschlag Vergleich nach Vorschlagen aus der Literatur Modifizierte Zeitstandkurven Ermittlung der dquivalenten Spannungen Diskussion Vergleich der Versuchsergebnisse mit rechnerischen Werten Zusammenstellung der Berechnungsverfahren aus der Literatur Vergleich der berechneten AnriBkenniinien mit den Versuchsergebnissen Berechnung nach Manson und Halford-Manson Berechnung unter Beriicksichtigung des Frequenz- einflusses nach Coffin 55 57 58 61 61 61 62 63 65 68 68 70 ” 72 73 73 7 78 79 8.3.3. 10. We Diskussion Zusammenfassung Schrifttum Tafein und Bilder at 83 87 97 Zusammenstellung der wichtigsten Zeichen € * Dennung ( AI/,- 100) E N/mm? — Elastizitatsmodut Cagee —_ Getachrungeampide F " weet cn ctntactr Aree Detrangearetitaie | £ Vin, varnereronans cay % pliner Anal der Demnaeeretioas | © men? Glettmod toe ——Bunae ds plestschenOobungsenaits | : vocnootza Teh bletende Detrana mo peisestpiozoh ce cranarrarn (nim Zenamneernend | N erchlertaetehd cee leslie Oommen Naw Vereen eit Hatezeit Simin Dsimgoscrwindgiet 1% Seniobing (aie indovtezeterungen nt=- | NACH Arrisiastpieaah bolm Sees er ae ea) Spanning me sciSlstpiezah ich 2 ss elotegen bow, be 02% eee Stecngancondetrona ‘ cee ea Zusteatignat yh Spannungsausschlag Haltezoit auf der Zugscite mmoximaler Spannungsausschlag Haltezeit suf der Druckseite Rlestspannung am Ende der Heltezelt Zeit bis 2um ArviB aquivalente Spannung Zoit bis cum Bruch ‘Schubspannung Temperatur ‘Schubepannungsausschlag maximate Ternperatur \Warmeausdennungskoetffizient ey °c minimsle Tesnperatur Bruchdehnung beim Zugversuch i °c/min — Temperaturinderungs- Wy dy geschwindigkolt ¥ * Bruchoinschetrung Al mm Probenverliingerung 1, mm elastische Probenvertangerung 1, mm Prebenverlingerung ducch plastisches: Fliesen Ag mm —_-Probenverléngerung durch das. Kriechen, AT °C Temperaturditteren (Tose Tenin? ° * Formtinderung (die Indoxbezeichnungen ent ‘sprechen denen der Dehaung) ® * Formisnderung beim Bruch Einleitung Die heute noch fiir die Bereitsteliung von Grundlast verwendeten konventionel- len Kraftwerkanlagen miissen bei zunehmendem Einsatz von Kernkraftwerken it Grundlastbetrieb in Zukunft vermehrt zur Deckung von Lastspitzen einge- setzt werden. Dies bedeutet héhere Anforderungen an die Widerstendsfahig- keit der Bauteile solcher Aniagen, insbesondere gegeniiber Ermiidung (2.8. Dampfkessel, Rohrleitungen, Turbinenwellen und -gehéuse, EinlaBventile usw.) . Nach Aussage der Turbinenhersteller werden von Kunden zunehmend garantier- te Mindeststartzahien verlangt, weil wohl bekannt ist, daB bei An- und Ab- fahrten von derartigen Anlagen infolge rascher Temperaturanderungen und araus resultierenden inhomogenen Temperaturverteilungen in den Bauteilen behinderte Warmedehnungen auftreten, die nach bestimmten Startzahlen der Anlagen Anrisse oder Bruch im Bauteil hervorrufen kénnen. Die Zan! derartiger Belastungsanderungen wahrend der projektierten Lebens- dauer von 25 Jahren ist in der Regel kleiner als 10° und liegt damit im Ge- biet der Zeitfestigkeit (Low cycle fatigue). Bild 1.1 zeigt als Beispiel die Betriebsbeanspruchung einer MD-Turbinen- welle /1/ wahrend Anfahrt, Teillastbetrieb und Warmstart im Sommer- und Winterbetrieb. Das entsprechende Spannungs-Dehnungsverhalten an der héchst- beanspruchten Stelle (Punkt A in Bild 1.1) ist in Bild 1.2 schematisch der- gestellt. Ist fur diese Turbinenwelle eine Lebensdauer von 25 Jahren vorgesehen, so muB der Werkstoff an der Oberfléche die Dehnungsschwingbreite von 0,32 % gema® Lastfahrplan in Bild 1.1 mindestens 5000 mal ertragen kénnen, ehe Anrisse auftreten. -10- Um die Bauteile betriebssicher und wirtschaftlich gestalten zu kénnen, sind far den Konstrukteur Unterlagen Uber das Werkstoffverhalten im Gebiet der Zeitfestigkeit notwendig. Die Notwendigkeit, solche Unterlagen fiir Bau und Betrieb von thermischen Maschinen und Anlagen zu beschaffen, wird in zahl- reichen Veréffentlichungen betont /2/ bis /13/. Als Zeitfestigkeitsgebiet wird der zwischen der statischen Zugfestigkeit einer- seits und der Dauerfestigkeit andererseits liegende Bereich angesehen /14/. Fur das Gebiet der Dauerschwingfestigkeit gibt es eine Reihe von Berechnungs- vorschriften, deren Giiltigkeit im allgemeinen anerkannt ist. Dies gilt auch far die statischen Beenspruchungen bis zu mittleren Temperaturen und im Ge- biet der Zeitstandfestigkeit. Die wesentlichen Berechnungskennwerte fur sta~ tische Beanspruchungen im Zeitstandgebiet liegen vor /16/. Versuche mit mehr als 50 000 Stunden Laufzeit sind keine Seltenheit mehr. In den vergangenen Jahren wurde auch das Zeitfestigkeitsverhalten metallischer Werkstoffe bei héheren Temperaturen in mehreren Landern intensiv erforscht. Es liegt heute eine Vielzeh! von Arbeiten vor, die teilweise wiederum in Literatur- Ubersichten zusammengefast ist /17/ bis /24/. Die Ergebnisse sind jedoch Roch ltickenhaft, zum Teil auch widersprichlich und oft {lr die Praxis unbrauch- bar. Auch von der MPA Stuttgart wurden zahireiche Arbeiten auf diesem Gebiet veréffentlicht /25/ bis /30/. Obwoh! diese teilweise in engem Kontakt mit der Industrie erarbeitet wurden und einen guten Uberblick Uber das Dehnungswech- selverhalten unterschiedlicher Werkstoffe geben, bleiben noch viele Fragen offen. ae Aufgabenstel lung Die vorliegende Arbeit schlieBt unmittelbar an die obengenannten MPA- Arbeiten an. Im einzeinen waren folgende Aufgaben zu lésen: Um praxisnahe Versuchsergebnisse 2u gewinnen, waren Zug-Druck- Dehnungswechselversuche im Bereich kleiner Dehnungsschwingbreite mit Haltezeiten von $4 bis * 90 min bis zu groBen AnriBlaufzeiten (~ 10 000 h) im Bereich der Ublichen Betriebstemperatur durchzufiih- ren. Mit diesen Ergebnissen sollten dann die vorhandenen Berechnungs- und Extrapolationsverfahren sowie verschiedene technische Vorschriften (Regelwerk TRD, ASME - design Code) im Hinblick auf ihre Gultig- keit flr wechseInde Beanspruchung Uberpriift werden. Parallel dazu wa- ren die Veranderungen der Dehnungswechselfestigkeit von RT bis 530°C zu untersuchen. Das Zusammenspiel der Versagensmechenismen "Kriechen" und "Zer- rattung" im Zeitfestigkeitsgebiet bei hohen Temperaturen und die Frage, ‘ob und wann einer der beiden Mechanismen dominiert, sollte durch kom- binierte Beanspruchung beider Versuchsarten untersucht werden. Es war zu klaren, in welcher Weise die bei konstanten Temperaturen er- haltenen Dehnungswechselergebnisse durch gleichzeitig wechseinde Tem- peraturen beeinfluBt werden. Um das versuchstechnisch schwierige Pro- blem der Warmedehnungskompensation zu umgehen, waren im vorliegen- den Fall auch Torsionswechselversuche anzuwenden und die Ubertragber- keit dieser Versuche auf die Uiblichen Zug-Druck-Dehnungswechselver- suche zu berpriifen. Der Grad der Beeinflussung der erarbeiteten Dehnungswechselergebnisse durch praxi subliche, fertigungsbedingte GuBoberflachen (GuBhaut) sowie durch SchweiSverbindungen sollte naher untersucht werden. -12- 3. Versuchswerkstoffe und Versuchsdurchfuhrung 3.1. Versuchswerkstoffe Im Rahmen dieser Arbeit wurden der legierte Stahigu3 GS 17 CrMoV 511 (Ifd. Nr. 447f), zwei Schmiedestéhle 28 CrMoNiV 49 und 21 CrMoV 511 sowie ein Kesselblech 13 CrMo44 untersucht. Die Stahle GS 17 CrMoV 511, 28 CrMoNiV 4 und 21 CrMoV 5 11, im Schrifttum meist als 1% Cr-Mo-V-Stahle bezeichnet, wer- den haufig im Dampf-Turbinenbau eingesetzt. Die Gefiigebilder der untersuchten Werkstoffe sind in Bild dargestellt. Die chemische Zusammensetzung ent- halt Tafel 1, die mechanisch-technologischen Eigenschaften in Abhangigkeit von der Temperatur sind in Tafel 2 tabellarisch und den Bilder 3.2 bis 3.5 grafisch dergestelit. Fur den Werkstoff 21 CrMoV 5 11, der vorwiegend fur Torsionswechsel versuche verwendet wurde, wurden die Festigkeitseigenschaften sowohl in Langs- als auch in Querrichtung (Probenentnahmeptan Bild 3.6) ermittelt. Die Darstellung der Ergebnisse in Bild 3.5 zeigt keinen signifikanten Unterschied der Festigkeitskennwerte von Léngs- und Querproben, nur die Verformungskennwerte unterscheiden sich erwartungsgem&3_deutlich. Besonders zu bemerken ist, da8 der Werkstoff GS-17 CrMoV 5 11 (Ifd. Nr. 417f) bei 400 °C ein ausgepriigtes Zahigkeits minimum besitzt, Bild 3.2, das sonst bei keinem der anderen untersuchten Stahle beobachtet wurde. Die Versuchsergebnisse der mechanisch-technologischen Prifungen geniigen den jeweiligen Normen bzw. Werksspezifikationen. Neachfolgend sind Einzelheiten Uber Abmessungen, Warmebehandiung und Proben- entnahme angegeben: Stahigu8 GS-17 CrMoV 5 11 ag in Form von gegossenen Platten der Grébe 500 x 550 x 120 mm vor. Die Warmebehandiung erfolgt bei 950 °C/61 + 720°C/Ofen + 720 °G/Oten. Bei der Probenentnahme wurde auf eine gleich maBige Harteverteilung sowie auf Poren- und Lunkerfreiheit geachtet. -13- Dariiberhinaus wurde zur Untersuchung des Verhaltens einer SchweiBverbindung an der GS-17 CrMoV 5 11 Schmelze eine Cr-Mo-V-Elektrode "Hera CrMoV 3" handgeschweiBt. AnschlieBend wurde die SchweiBnaht induktiv in 3 Stunden aut 730 °C erhitzt und nach einer Haltezeit von 1 Stunde an der Luft abgekuhit. Die Proben wurden so entnommen, daB im Probenquerschnitt je zur Halfte Grundwerkstoff « Auf diese Weise konnten Grundwerk- und SchweiBgut vorhanden war, Bild 3. stoff, SchweiBgut und WEZ mit gleicher Dehnungsschwingbreite gepriift werden. Das Ausgangsmaterial des Schmiedestahls 28 CrMoNiV 49 war ein 400% x 6000 mm Kniippel mit folgender Warmebehandlung: Harten: 5 h 950 °C/6I 5 min, nachfolgend Luft bis 300 Pc 1, Anlassen: 10 h 750 °C/Luft 2. Anlassen: 10 h 750 °C/Luft. Die fiir die vorliegenden Versuche verwendeten Proben wurden in Langsrichtung im Abstand von 175 mm von der Symmetrieachse, Bild 3.8, aus einem 1000 mm. langen M'ttelabschnitt des Kniippels entnommen, dessen eines Ende ca. 3000 mm vom FuB und das andere Ende ca. 2000 mm vom Kopf entfert war. Der Werkstoff 21 CrMoV 5 11 wurde in Stangen 60 bzw. 75 © x 3000 mm ange- liefert. Die Warmebehandlung war 940 °C/61 + 720 °C/Luft. Die Torsions- und Dehnungswechselproben wurden in Langsrichtung entnommen, Zusatzlich 2u den oben erwahnten Werkstoffen wurden zur Uberpriifung der in der Literatur angegebenen Ergebnisse iiber den Einflu8 wechselnder Tempera- turen auf das Dehnungswechselverhaiten austenitischer Werkstoffe stichpro- benweise Torsionswechselversuche an einem austenitischen Werkstoff X 8 CrNil 1oB No 1616 durchgefiihrt. AuBerdem wurden Langsneht-SchweiB- proben eines unlegierten Stahls St 37-3 gepriift (ElektrohandschweiBung, ohne Warmenachbehandlung) . -14- 3.2. Verwendete Begriffe 3.2.1. Dehnungswechselversuch Beim Dehnungswechselversuch ist die Dehnung die beeinflussende GréBe (unabhéngige Variable), die vor Soliwertgeber als Sollwert vorgegeben wird. Die beeinfluBte GriBe (abhingige Variable) ist die Spannung. Der Gesamt- dehnungsausschlag € ,,,., Wechselt wahrend eines Versuches mit einstellbarer Dehngeschwindigkeit zwischen konstent bleibenden Grenzen. Die Dehnung kann bei ihrem maximalen Ausschlag eine beliebig lange Zeit (Haltezeit t,,,) so- wohl auf der Zugseite (t,,, odertt,,) als auch auf der Druckseite (t,,,, oder -t,,,) konstant gehalten werden. Ein Wechsel vollzieht sich innerhalb der Zyklus- zeit t_, die nach der Beziehungt_=4€ _/€ errechnet werden kann. c cages’ Bei maximalem Dehnungsausschlag erreicht der Spannungsausschiag seinen gréBten Wert Oamax. Bei Versuchen mit Haltezeiten relaxiert der Werkstoff wahrend der Haltezeit, d.h. die Maximal spannung verringert sich um don Be- trag der Relexetionsspannung Adp , Bild Im Laufe des dehnungsgesteuerten Versuchs verandert sich, abhngig von Werkstoff und Versuchstemperatur, der resultierende Spannungsausschlag. Nimmt die Spannung dabei zu, so spricht man von einer zyklischen Verfesti- gung} bei einer Abnahme der Spannung von einer zyklischen Entfestig ung. Neutrales Verhalten liegt vor, wenn die Spannung sich nicht andert, und ge- mischtes Verhalten wenn Ver- und Entfestigungsvorginge nacheinender bzw. bei unterschiedlichen Beanspruchungen zu beobachten sind, Bild 3.10. Die Versuche wurden in der Regel bis zum Auftreten eines Makroanrisses ge- fahren (val. 3.4), der durch eine plétzliche Abnahme des Kraftausschlages im Zugbereich bestimmt wird. Die dabei erreichte Wechselzahi wird als AnriBlastspielzaht NA bezeichnet. Bei vollstandigern Bruch liegt die Bruchlast~ 1zahl N,, vor. spielzahi N,, vor. -15- Tragt man die bei einer bestimmten Lastspielzahl (allgemein ublich bei n/N, = 0,5) erreichten meximalen Spannungseusschlage Uber dem zuge- hérigen Dehnungsausschiag auf und verbindet die so erhaltenen Punkte mit- einander, dann erhalt man die sogenannte zyklische FlieBkurve. Sie unter- scheidet sich von der statischen, die beim Zugversuch ermittelt wird, da- durch, daB sie - je nachdem, ob der Werkstoff ein Verfestiger oder Entfe- stiger ist, Bild 3.11 - héher oder niedriger liegt als das im Zugversuch ermittelte Spannungs-Dehnungsdiagramm. 3.2.2. Torsionswechselversuch Analog zur Dehnung beim Zug-Druck-Dehnungswechselversuch ist fiir winkel- gesteuerte Torsionswechselversuche die Schiebung, die unabhéngige Variable und die Schubspannung t die abhangige GréBe. Der Schiebungsausschlag Yages Wechselt wahrend eines Versuches zwischen zwei konstanten Grenzen. Bei der Aufzeichnung von Schiebung y und Drehmoment M, (+) auf einem x-y-Schreiber ergibt sich der Zyklus im plastischen Bereich als geschlossene Hysteresisschleife mit der Schiebungsschwingbreite 2 .,. und der Schub- spennungsschwingbreite 2 T ,, Bild 3.1 Bei synchronem Temperatur- und Torsionswechselversuch wird gleichzeitig bei der einen Schiebungsgrenze die Héchsttemperatur erreicht, bei der ande- ren Schiebungsgrenze die tiefste Temperatur. Auf der Hochtemperaturseite er- reicht der Spannungsausschlag bereits vor der Schiebungsgrenze einen Héchst- wert, der um den Betrag At, Uber dem Spannungsausschiag Tq (7 liegt, Bild 3.12. Dieser Effekt erklart sich aus der Temperaturabhéngigkeit der Festigkeitseigenschaften des Werkstoffes. Das Ver- und Entfestigungsverhalten des Werkstoffes kann ebenfalls - wie beim Zug- Druck-Dehnungswechselversuch - aus der Veranderung des resul- tierenden Schubspannungsausschlages bestimmt werden. -16- Versagenskriterium In dieser Arbeit wird - ebenso wie in friheren Arbeiten /25 - 30/ - bei deh- nungskontrollierter Zug-Druck-Wechselbeanspruchung und auch bei winkelge- steuerter Torsionswechselbeanspruchung das Auftreten eines Makrorisses als Versagenskriterium gewahit. Das Auftreten des Makrorisses auBert sich im Versuch durch einen deutlichen Abfall des Kraftausschlages im Zug-Druck- Dehnungswechselversuch bzw. des Verdrehmomentes im Torsionswechse! - versuch. Im einzeinen geschieht die Ermittiung der AnriBtastspielzehl N, anhand der auf einem Kompensationsschreiber iber der Lastspielzehi kontinuierlich regi- strierten Kraft- bzw. Verdrehmomentausschlage. Die deutliche Abweichung der an den Verlauf der Kraft- bzw. Verdrehmomentausschlage gezogenen Tan- gente vorn weiteren Verlauf zeigt das Auttreten des Makrorisses Yan, Bild 3.13. Da zum Zeitpunkt des AnriBbeginnes Ver- und Entfestigungsvorgéinge abge- schiossen sind, ist die Auswertung ohne Schwierigkeiten durchfihrbar. Die Giiltigkeit des Kriteriums wurde in friheren Arbeiten /26, 27/ fiir Zug-Druck- Dehnungswechselversuche und in /30/ fiir Torsionswechselversuche zerstérungs- frei und metal lographisch dberpriift. 3.4. Versuchsprogramm, Probenformen und Versuchseinrichtungen Der Uberblick iber das gesamte Versuchsprogramm ist in Tafel 3 zusammen- fassend dargestel lt. 3.4.1. Dehnungswechselversuche Versuchsprogramm a) Einflu8 der Haltezeit im Bereich héherer AnriBiastspielzahlen Zur Untersuchung des Langzeit-Dehnungswechsel verhaltens wurden Deh- nungswechselversuche bei 530°C mit Haltezeiten 1, £5, 20 und #90 min im Bereich 2% > 2€,,,.2 0,2 % an den Werkstoffen GS-17 CrMov 511 und 28 CrMoNiV 49 gefahren. AuSerdem wurden am Werkstoff GS-17 CrMoV 5 11 die Versuche mit einer Haltezeit von 20 min nur auf der Zug- bzw. auf der Druckseite stichprobenweise durchgefiihrt. » Rintiote liegt etwa bei 0,5 bis 1 mm, je nach Beanspruchungsart und Versuchstemperatur -17- b) Einflu der T emperatur Im Temperaturbereich von 20 bis 530 °C wurden Dehnungswechsel versuche an GS-17 CreV 511 (bei AT, 200, 400 und 530 °C) und 28 CrMoNiV 49 (bei AT, 200, 350, 450 und 530 °C) ohne Haltezeit mit einer Dehngeschwindigkeit € von 6 %/min durchgefiihrt. Die Deh- nungsschwingbreite 2 variiert zwischen 0,5 bis 2%. ages c) influ einer SchweiBverbindung An geschweiBten Proben aus GS-17 CrMoV 511 (Vgl. Abs. 3.1) wurden Dehnungswechselversuche bei AT und 530 °C ohne Haltezeit und bei $30 °C mit Heltezeit von + 20 min im Bereich 26 44,,20,3% gefahren. Die Dehngeschwindigkeit betrug dabei 6 %/min. nfluB einer GuBoberflache Im Bereich 2,52 2€,,,2 0,4 % wurden Dehnungswechsel versuche an Proben mit GuBoberflache der Stahl guBlegierung GS-17 CrMoV § 11 bei AT und 530 °C ohne Haltezeit durchgefihrt. Die Dehngeschwindigkeit keité betrug Ublicherweise 6 %/min. Probenformen Die fur Versuchsprogramme la, Ib und IVa verwendeten Proben sind in Bild 3.14 wiedergegeben. Da beim Versuchsprogramm IVb die Gudober- flache der Proben unbearbeitet bleiben muB, wurden Proben mit recht- eckigem Querschnitt 15 x 12 mm gewahit. Versuchseinrichtungen Die Dehnungswechselversuche wurden auf 5 elektrohydraulisch geregelten Prifmaschinen Beuart HDS 40 der Fa. Losenhausen durchgefiihrt. Diese wurden mit elektronischer Regelung, teils von Fa. Losenhausen und teils von Fa. MFL ausgeriistet. Mit einem Sollwertgeber kénnen Beanspruchungs- grenzen, Beanspruchungsgeschwindigkeiten und Haltezeiten uber einen weiten Bereich variiert werden. Pree Die von einem Sollwertgeber vorgegebene Belastungsgréfe (Soll-Wert) wird mit der tatsachlichen Belastungsgrdfe (Ist-Wert) in einem PID-Regler verglichen, der entsprechend dem Ergebnis Uber ein Servoventil die Anlage steuert, Bild 3.15. Der gesamte Versuchsaufbau ist aus Bild 3.16 zu ersehen. Die Langenénderung des Probenstabes wird Uber Biegefedern, die mit Dehnungs- me8streifen in Vollbriickenschaltung bestiickt sind, abgegriffen. Bei RT sitzt der Dehnungsaufnehmer direkt auf der Probe auf, Bild 3.17a. Bei hohen Temperaturen erfolgt der Léngeniinderungsabgriff liber ein auf Schneiden festgekiemmtes MeBge- stange, das die Dehnung auf auSerhalb des Ofens leigenden Biegefedern Ubertragt , Bild 3. 17. Den Kraftausschlag mift eine im Kraftflu8 der Probe befindliche Kraft- mefidose, die ebenfalls mit Dehnungsmefistreifen in Vollbriickenschaltung be- stiickt ist. Ein x-y-Schreiber schreibt von Zeit zu Zeit den Kraftverlauf in Abhin- gigkeit des Dehnungsverlaufes mit (Hysteresisschleife) . Ein Zeitschreiber zeichnet staindig den Verlauf der Kraft Uber der Zeit auf. Somit kénnen das zyklische Ver- halten, der Verlauf der Spannungsrelaxation und die AnriBlastspielzah! ermittelt werde Die Priiftemperatur wird durch einen elektrischen Widerstandsofen erzeugt, dessen ‘obere und untere Heizwicklungen getrennt liber je einen elektrischen Regler unab- Ngig voneinander mit einer Genauigkeit von + 2 °C geregelt werden kénnen. Die Temperaturmessung erfolgt 3 an der Oberflache der Probe angebrachten Thermo- elementen zur Steuerung des jeweiligen Temperaturreglers, wahrend uber das mitt- lere Thermoelement der Temperaturverlaut durch einen Punktschreiber aufgezeichnet wird. Uber die MeBlange wurde bei 530 °C ein maximaler Temperaturunterschied von 3 °C festgestellt. -19- 3.4.2. Versuche mit kombinierten Zeitstand- und Dehnungswechsel- beanspruchungen Um zu untersuchen, wie Schwingzerriittung und Kriechen sich gegen- seitig beeinflussen (Creep fatigue interaction) wurden Dehnungswechsel - versuche ohne Haltezeit, mit é = 6%/min (nur Zerriittungsschadigung) an zeitstandgedehnten Proben (Kriechdehnung) an der StahiguBlegierung GS-17 CrMoV 5 11 und dem Kesselbaustahi 13 CrMo 44 durchgefiihrt. Priiftemperatur betrug sowoht bei Zeitstandvorbeanspruchung als auch bei den anschlieBenden Dehnungswechselversuchen 530°C. Bei Zeitstand- vorbelastung betrug die Spannung fir GS-17 CrMoV 5 11 230, 210, 200 und 170 N/mm*und fiir 13 CrMo 44 210 N/mm®. Anschl iefende Dehnungs- wechselversuche erfolgten mit Gesamtdehnungsgeschwindigkeit 2€ ges von 0,7 und 0, 44% fiir GS-17 CrMoV 511 und 1% fir 13 Cro 44. Probenform Verwendet wurden Dehnungswechselkleinproben mit einem Durchmesser von 10 mm, Bild 3.18. Der Vergleich mit iblichen Dehnungswechsel- proben (16 9) zeigt keinen Einflu8 der Probenabmessungen auf die Ver- suchsergebnisse, Bild 3.19. Versuchseinrichtungen Fur die Zeitstandvorbeanspruchung stehen 10 Zeitstandpriifmaschinen (6 Mp, MPA-Eigenbau) zur Verfiigung. Zur Aufheizung der Proben wurden fen mit einem Konstanttemperaturbereich von 600 mm der Fa. Mond verwendet, so da vier in Serie geschaltete 120 mm-Proben gleichze! belastet werden konnten. Die Dehnungsmessung erfolgte Uber zwei 25 mm auseinanderliegende Harte- eindriicke. Dehnungswechselversuche an zeitstandvorgedehnten Proben er- folgten auf der in Abs. 3.4.1, beschriebenen Dehnungswechselpriifeinrichtung. - 20- 3.4.3. Torsionswechselversuch Versuchsprogramm Die Torsionswechselversuche wurden bei konstanten und wechseinden Temperaturen durchgefihrt. Als Konstanttemperatur wurden 200, 400, 530 und 600°C gewéhlt. Die Versuche mit wechselnden Temperaturen verliefen innerhalb der Spanne 200/530, 200/565, 200/600 und 400/565°C. Die Synchroni jerung zwischen Schiebungsschwingbreite und Temnperatur- wechsel ist schematisch in Bild 3.20 gezeigt. Die AnriBkenni ien wurden bei vorgegebenem Temperaturzyklus mit den Schiebungsschwingbreiten 2Y,.,, stufenweise von 1,0 - 6% ermittelt. Die Schiebungsgeschwindigkeit Y betrug mit Ausnahme der 200/600°C Versuche rd. 0,2%/min. Um beim Autheizen und Abkihlen geradlinige Verlaufe entsprechend der gleichzeitig wechselnden Schiebung zu er- alten, muBte sowohl beim Aufheizen als auch beim Abkiihlen geregelt gefahren werden. Beim Abkiihlen geschah das in der Weise, daS die Probe aus einer Vielzah! von PreBluftdtisen radial mit konstantem Luftdurch- satz angeblasen wurde und bei zu schneller Abkiihlung die Heizungs- regelung ansprach. Die Temperaturanderungsgeschwindigkeit, die von der Schiebungs- und Temperaturschwingbreite abhiingig ist, war 10-50°C/min. Mit maximaler Temperaturénderungsgeschwindigkeit von 50°C/min und bei der gewahiten Probenform ist die durch den Temperaturgradienten hervor- gerufene zusiitzliche Warmespannung vernachlassigbar klein (einfache Abschatzung nach Timo /31/). Alle Versuche wurden ohne Haltezeit durch- gefiihrt. Um die Ubertragbarkeit der Torsionswechselversuche auf die Zug-Druck- Dehnungswechselversuche zu erméglichen, wurden parallel dazu Dehnungs- wechselversuche am gleichen Werkstoff durchgefilhrt. Die Probenform, Ver- formungsmessung sowie die Priifanlage sind in Abs. 3.4.1. beschrieben. -2t- Die Dehnungswechselproben wurden ebenfalls in Langsrichtung entnommen. Die Priiftemperatur betrug 200, 530 und 600°C, die Dehnungsgeschwindig- keité*0,1%/min. Probenform Als Probenform wurde ein duinnwandiger Hohlzylinder 26 a 9 x 3 mm ge- Bild 3 1a, um Temperaturgradienten und den Einflu8 der inhomo- Ht, genen Dehungsverteilung in der Probe zu vermeiden. Die Probe wurde iber Aufnehmer zwischen zwei Scheiben gelagert, die sich auf Befestigungs- stiften in Langsrichtung frei bewegen kénnen. Die Befestigungsstifte zum Ubertragen des Drehmoments waren starr mit den Planscheiben der Torsions- maschine verbunden. In der Bohrung der Probe waren Welle und Biichse des MeBgesténges untergebracht. Die Befestigung von Welle und Biichse des MeBgestéinges mit der Probe erfolgte mit Stiftschrauben an zwei 120 mm auseinanderliegenden Punkten des zylindrischen Probenteiles. Damit konnte die Drehbewegung zwischen beiden MeBpunkten als Winkel anderung auf die Hebelarme iibertragen und in eine Laéngsbewegung umgesetzt werden. Diese Léngenénderung wurde mit einem Induktivaufnehmer gemessen. Probenform und Probenaufnehmer sind in Bild 3.21b wiedergegeben. Versuchseinrichtung Die Versuchsdurchfiihrung erfolgte auf einer 8000-Nm Torsionsmaschine "Bauart MAN", die fir diesen Zweck mit einer Servoventilsteuerung mit elektronischer Regelung, Type EHR III der Fa. Losenhausen, ausgeriistet wurde. Ein vorgegebenes Signal (Soll-Wert) wurde in einem PID-Regler mit dem Signal des MeBwertaufnehmers (Ist-Wert) verglichen und ent- sprechend dem Ergebnis das Servoventil der elektrohydraulischen Steuer- ung betatigt. Den gesamten Versuchsaufbau zeigt Bild 3.22. Zur Aufheizung der Proben wurde anfangs ein elektrischer Widerstandsofen, Uber dessen Steuerung in /15/ ausfihrlich berichtet wurde, verwendet. Spater wurden die Versuche mit einem leistungsféhigen Strahlungsofen durchgefiihrt. = 22- Bei der Anwendung des Strahlungsofens erfolgte die Temperatur- messung durch Thermoelemente an der Oberflache der Probe, die an einem Temperaturregler angeschlossen waren. Die Sollwerte fur die Drehwinkelsteuerung und die Temperatursteuerung waren in der Weise synchronisiert, daB das jeweilige Signal des Drehwinkel- sollwertes in einem Verstérker in eine Soll-Thermospannung fir die Temperatursteuerung des Ofens umgewandelt wurde. Die Regelung von Temperatur und Drehwinkel erfolgte getrennt voneinander. Das Funktionsschema ist in Bild 3.23 zu sehen. Wahrend des Versuches wurde Temperatur- und Drehmomentverlauf von einem Zweikanal schreiber registriert. Die Originalautzeichnung eines solchen Verlaufes zeigt Bild 3.24. wage 4. Ergebnisse der Dehnungswechsel versuche 4.1. Einfl uB der Temperatur 4.1.1. Versuchsergebnisse Die Ergebnisse aus Dehnungswechselversuchen zur Bestimmung des Temperatureinflusses sind in Tafel 4 enthalten. In den Bildern 4.1. und 4 . ist die ertragbare AnriBlastspielzahl in Abhéngigkeit der Dehnungs- schwingbreite in doppel logarithmischem MaBstab aufgetragen. Die ertragbaren AnriBlastspielzahlen des Schmiede-Werkstoffes 28 CrMot 1 49” nehmen mit zunehmender Versuchstemperatur ab, wobei sie bei 200, 380 und 450°C dicht beieinander liegen, Bild 4.1. Diese temperaturabhéingige Anordnung der AnriBkennlinien trifft fir die 2) StahlguBlegierung GS-17 CrMoV 511 nicht zu. Bei diesem Werkstoff liegt die AnriBkennlinie fir 400°C im Bereich héherer Dehnungsschwing- breiten tiefer als diejenige des 530°C Versuches. Die Kurve verlauft aber flacher, so daB sie bei er Dehnungsschwingbreite von ca. 0, 6% die 530°C - Kennlinie schneidet. In den Bilder 4.3. und 4.4. sind die temperaturabhéngigen AnriBlast- spielzahien mit der Gesamtdehnungsschwingbreite als Parameter aufge- tragen. Der EinfluB des ausgepragten Zahigkeitsminimums auf die er- tragbaren AnriBlastspielzahlen von GS-17 CrMoV 511 bei 400°C ist auch in Bild 4.4. deutlich zu erkennen. Der Spannungsausschlag 0 , in Abhéingigkeit der bezogenen WechselzahI n/N , bei jeweils konstanten Dehnungsausschlag €, geht aus den Idern 4.5. bis 4.13. hervor. Fir Werkstoff 28 CrMoNiV 49 nimmt der ‘Spannungsausschlag bei allen Versuchstemperaturen mit der Wechsel- zahl ab, der Werkstoff entfestigt. 1) Werkstoff ohne ausgepragtes Zéhigkeitsminimum (val. Bild 3.19) 2) bei 400°C weist dieser Werkstoff ein ausgepragtes Zahigkeits: mum auf (vgl. Bild 3.18) Poa Mit Ausnahme des Raumtemperaturversuches ist auch beim Stahigu3 GS-17 CrMoV 5 11 Entfestigung festzustellen. Bei Raumtemperatur liegt gemischtes Verhalten mit anfanglicher Verfestigung vor, Bild 4.5. Das Spannungs-Dehnungsverhalten bei der ersten Belastung (statische FlieBkurve) und das Spannungs-Dehnungsverhalten bei n/N,= 0,5 (zyklische FlieBkurve) bei verschiedenen Temperaturen sind in den der 4.14. und 4.15. gegeniibergestellt. Mit Ausnahme der am GS-17 CrMoV 5 11 ermittelten zyklischen Flie8- kurve bei RT, die bei 2€___ € 0,75 unter der statischen und 2€ ‘ages ages 2 0,75 Uber der statischen Kurve liegt, sind alle zyklischen FlieBkurven tiefer als die zugehérigen statischen, was die Entfestigung des Werk- stoffes anzeigt. Bemerkenswert ist das Spannungs-Dehnungsverhal ten des Werkstoffes GS-17 CrMoV 511 (417f) im Temperaturbereich des Zahigkeitsmini- mums der Zugversuche bei 400°C, bei der sowohl die statische als auch die zyklische FlieBkurve am héchsten lagen. Einen ahnlichen, allerdings weniger stark ausgepréigten Effekt zeigt der Werkstoff 28 CrMoNiV 49 bei 350°C. Die FlieSkurven bei dieser Termpera- tur liegen hdher als die des 200°C-Versuches. Im Temperaturbereich oberhalb 400°C nehmen die Spannungsausschlage mit der Ternperatur stetig ab. 4.4 Diskussion Der Einflu8 der Temperatur auf das Zeitfestigkeitsverhalten der Werkstoffe wurde in zahlreichen Veréffentlichungen beschrieben. Grundsatzlich sinken die ertragbaren AnriBlastspielzahien bei gleichen Dehnungsgrenzen mit zunehmender Temperatur ab. Der Temperaturein- flu wird um so stérker, je niedriger die Dehnungsschwingbreiten sind. - 25 - Die Versuchsergebnisse an Werkstoff 28 CrMoNiV 49 haben diese Aussage bestatigt . In bestimmten Temperaturbereichen weisen manche Werkstoffe ein ausgepragtes Z8higkeitsminimum im Zugversuch aut, wie es beis- pielsweise am Stahigu8 GS-17 CrMoV 511 bei 400°C der Fall ist. Dies fuihrt zu einem ungiinstigen Dehnungswechselverhal ten im Be- reich héherer Dehnungsamplituden. Bei niedrigerer Dehnungsschwing- breite verschwindet der Einflu8 jedoch wieder, da im quasielastischen Bereich nicht die Zéhigkeit, sondern die Festigkeit, die fur Widerstand gegen Wechselbeanspruchung mafigebend ist. Zu Ahnlichen Ergebnissen kommen Coles und Chity /32/ an einem 1/2 Mo-Stahl mit Biegewechselversuchen im Temperaturbereich von RT bis 550°C, Bild 4.16 . Bei Versuchen ohne Haltezeit iegen die AnriBkennlinien im Bereich bis 1000 Lastspielen bis Bruch bei 350°C tiefer als die bei 550°C. Sofem die Versuche mit Haltezeit durchge- filnrt werden, ist der Einflu8 des Z&higk« ums durch Halte- zeiteinfluS Uberdeckt, Bild Der Einflu8 des Zéhigkeitsminimums kann flr die Auslegung thermisch beanspruchter Bauteile (z.B. Turbinenwelle, Bild 1.1.) aus folgenden Griinden vernachlassigt werden: a) Im Temperaturbereich, in dem das Zahigkeitsminimum auftritt, ist die etwa proportional zur Temperaturdnderung im Bauteil auftretende Dehnungsamplitude gering, so da8 die AnriBlastspielzahl nach Bild 4.2. in der GréBenordnung liegen, in der kein EinfluB auf die ertrag- bare AnriBlastspielzahl mehr besteht. b) Die An- und Abfahrgeschwindigkeit solcher Anlagen ist gering, auBer- dem kann wahrend des An- und Abfahrvorganges Haltezeiteinflu8 auf- 1 treten’. werden Dehnungsgeschwindigkeit- und HaltezeiteinfluB beriick- sichtigt, so wird der Einflu8 des Zahigkeitsminimums durch den Halte- zeiteinfluB Uberdeckt. 1) (ergl. Bild 1.1. und 1.2.) = 26- Die Frage, warum die ertragbare AnriBlastspielzahl bei Versuchen ohne Haltezeit mit zunehmender Temperatur absinkt, kann durch oxidations- bzw. Zundereinflu8 (Kerbwirkung) erklart werden. Je zunderbestiindiger ein Werkstoff ist, desto geringer ist das Absinken der ertragbaren AnriB- lastspielzahl. Dies wird durch frihere Versuchsergebnisse von Sautter/28/ und Idler /29/ bestatigt. In Bild 4.18. ist eine vergleichende Darstellung der Versuchsergebnisse kennzeichnender, in der MPA Stuttgart unter- suchter Werkstoffe bei Raumtemperatur und bei hohen Temperaturen enthalten. Wahrend die Stéhle 13 CrMo 44 und 28 CrMoNiV 49 eine sehr starke Temperaturreaktion zeigen, weist der hochlegierte Stahigu8 GX-22 CrMoV 121 nur eine geringe Abnahme der ertragbaren Lastspielzahl auf. Die Nickelbasis GuBlegierung Nimocast 713 V zeigt soger bei Versuchen zwischen RT und 850°C keine Unterschiede. White /33/ hat Biegewechselversuche an einem 1/2% Mo-Stahl bei RT und 500°C in Luft und Vakuum durchgefihrt und kam dabei zu dem Ergebnis, daB bei Raumternperatur und 500°C der Unterschied zwischen den Versuchen an Luft und in Vakuum groB ist. Durch den EinfluB der Atmosphire liegen die in Luft erhaltenen Ergebnisse immer schlechter. In Vakuum haben die Versuche bei RT und 500°C nahezu keinen Unterschied, Bild 4.19. Coles und Mitarbeiter /34/ stellten ebenfalls fest, da8 im Vakuum ein 1% OrMoV-Stahl eine héhere Bruchlastspielzahl erreicht als in Luft. Dieser negative Einflu8 wird ebenfalls auf die Atmosphére zuriickgefiihrt. ‘Auch in Argon konnten bei Versuchen von Edmunds und White /35/ an einem 2 1/2% Cr-1% Mo-Stahl bei 600°C héhere Wechselzahlen erreicht werden als in Luft. Die niedrigeren Wechselzahlen in Luft werden auch von ihnen aut Oxidationserscheinungen zuriickgefuhrt. 4.2. Einflu8 einer GuBhaut Versuchsergebnisse Dehnungswechselversuchsergebnisse an Proben mit Guhaut aus Stahigu3- legierung GS-17 CrMoV 511 bei RT und 530°C sind in Tafel 5 zusammen- gestellt. - 27- In Bild 4.20 sind die AnriBkennlinien bei RT der GuBhautproben im. Vergleich zu denen der polierten wiedergegeben. Mit gleicher Dehnungs- schwingbr fe sind die ertragbaren AnriBlastspielzahlen der GuBhaut- proben geringer als die der polierten. Die Abnahme der ertragbaren AnriGlastspielzahl ist im Bereich héherer Dehnungsschwingbreiten starker als bei niedrigeren Dehnungsschwingbreiten. Bei 530°C fallen alle Versuchspunkte vom Versuch mit GuShaut auf der AnriBkennlinie der polierten Proben zusammen, d.h. bei 530°C hat die GuBhaut gegeniiber der Oxydation keinen Einflu8 auf die ertragbare Wechselzahl. Die Ider 4,21 und 4.22 zeigen den Verlauf des Spannungsausschlages J, ber der bezogenen Wechselzeh! n/N, « Bei beiden Versuchstemperaturen zeigt der Werkstoff einen Entfestigungscharakter, welcher durch den Vergleich der statistischen-mit zyklischen FlieBkurven, Bild 4.23, deutlich wird. Beim Vergleich zeigen Proben mit GuBhaut bei Raumtemperatur- versuchen nur zyklische Entfestigung, wahrend bei polierten Proben ein gemischtes Verhalten zu sehen ist. Die statistische FlieBkurve von GuBhaut- proben liegt spannungsmai etwas héher als die der polierten. Durch starkere Entfestigung ist ein entgegengesetztes Verhalten der zyklischen FlieBkurve zu beobachten. Bei 530°C ind bei den statischen FlieSkurven nur unwesentliche und bei zyklischen FlieBkurven keine Unterschiede gegeniiber denen der polierten Proben festzustellen. Die metal lografischen Schliffe, Bilder 4.24 und 4.25 zeigen, da® bei RT- Proben der Hauptri8 von der GuBhautseite und bei 530°C von der ehemals polierten Seite der Proben ausgeht. 2 4 Diskussion Die Abnahme der ertragbaren Wechselzahl von Proben aus GS- 17 CrMoV 5 11 mit GuBhaut bei RT kann auf Kerbwirkung zurlickgefiinrt werden. Bei 530°C ist der Werkstoff GS-17 CrMoV 511 nicht so "kerbempfindlich" wie bei RT, ~ 28 - auBerdem wirkt die Oxydation auf der polierten Seite der Proben eher stéirker als auf der GuBhautseite. Die Risse der 530°C-Proben gehen daher bevorzugt von der polierten Seite aus. Aus diesem Versuch ist auBerdem ein Hinweis liber den EinfluB der Probenform zu gewinnen; zumindest bei 530°C gibt es zwischen Rundproben und Proben mit rechteckigem Querschnitt keinen Unter- schied im AnriBverhalten. Diese Versuchsergebnisse am GS-17 CrMoV 511 stimmen mit den von Idler/29/ am Werkstoff GX-22 CrMoV 121 durchgefuhrten nicht tiberein, bei denen eine sehr starke Abnahme der AnriBspielzah! sowohl bei RT, als auch bei 530°C festgesteilt wurde, Bild 4.26 Da die GuBhaut verschiedener We rkstoffe, GuBverfahren und Oberflachen- behandiung unterschiedliches Dehnungswechsel verhalten haben kann, ist in Grenzfallen zu empfehlen, Proben mit GuBhaut zu entnehmen und stichprobenweise Dehnungswechselversuche zu fahren. 4.3. EinfluB einer SchweiBverbindung 4.3.1. Versuchsergebnisse In Tafel 6 sind Versuchsergebnisse an SchweiBverbindungen (Langsproben, GS- 17 CrMoV 511 mit SchweiBelektrode "Hera CrMoV 3”) aufgefunrt. Bei AT treten nahezu keine Unterschiede in der AnriBlastspielzah! zwischen Grundwerkstoff, SchweiBgut und "SchweiBverbindung" (Probenentnahme 8. Bild 3.7.) auf, Bild 4.27. Auch bei 530°C sind die Unterschiede zwischen Schweifverbindung zum Grundwerkstoff gering, Bild 4.28. Bei Versuchen mit Haltezeiten nehmen die Anriflastspielzahlen insgesamt ab, jedoch liegen auch hier die Ergebnisse von Grundwerkstoff, SchweiBgut und SchweiBverbindung dicht beieinander. Da im Querschnitt der SchweiB- proben unterschied ‘he Gefiige enthalten sind, treten in den verschiedenen Bereichen des Querschnitts unterschiedliche Spannungen bei gleicher Dehnung auf. Zur Vereinfachung wurden hier die Spannungsausschlége 0 Idern 4.29 S ammax in den ame: iS 4.31 integral als Quotient von Kraft- -29- ausschlag zum gesamten Priifquerschnitt, also als 0,=F_/A,,, errechnet. Bei RT verfestigen sich SchweiBgut und Schweifiverbindung, wahrend der Grundwerkstoff ein gemischtes Verhalten aufweist, (vgl. Bild 4.5). Bei 530°C verfestigt sich die SchweiBverbindung; wahrend SchweiBgut und Grundwerkstoff entfestigen, Bild 4.30 (vgl. auch Bild 4.8). Bei Versuchen mit Haltezeiten entfestigt sich der Grundwerkstoff ebenfalls (val. Bild 4.47), wahrend das SchweiBgut ein gemischtes Verhalten aufweist; die SchweiBver- bindung verfestigt sich bei hohen Dehnungsschwingbreiten und entfestigt sich bei niedrigen, dazwischen weist sie ein gemischtes Verhalten auf, Bild.4.31- Die zyklischen FlieBkurven geben ebenfalls diesen Sachverhalt wieder, Bild Fur Versuche mit Haltezeit ist der Verlauf der Spannungsrelaxation wahrend der Haltezeit in Bild 4.33 wiedergegeben. Bild 4.34 zeigt Proben der Versuche mit SchweiBverbindungen. Die Risse kénnen sowohl im Grundwerkstoff als auch SchweiBgut entstehen, jedoch haben sie unterschiedliches Aussehen. Die Risse sind senkrecht zur Belastungsrichtung angeordnet: im SchweiBgut ver- laufen sie gerade, wahrend sie im Grundwerkstoff ein gezacktes Aussehen haben. Beim Versuch mit Haltezeit und niedrigen Dehnungsschwingbreiten sind zahlreiche kleinere Risse zu sehen, die bevorzugt von der Oberflache des SchweiBgutes ausgehen , Bild 4.35. Beim Versuch mit kiirzerer Laufzeit ist die Zahl der Risse geringer, Bild 4.36. Im Grundwerkstoff (Stahigu8) sind zehlreiche Einschliisse vorhanden, die sich ahnl ich wie Inhomogenitaten im SchweiBgut wie innere Kerben auswirken. Dementsprechend wurde in einem Fall festgestellt, daB die Risse von innen, also von Einschliissen ausgingen, Bild 4.37. -2. Diskussion Zur Prifung von SchweiBnéhten im Hinblick auf schwellende und wechselnde Beanspruchung wurden von vielen Forschern /39 bis 43/ kraftgesteuerte Versuche an Querproben durchgefiinrt. Dabei wurde der Werkstoff in allen Querschnitts~ zonen mit gleicher Spannung beansprucht. Da bei einigen Anwendungsbereichen alle Zonen der SchweiBnaht mit gleicher Dehnungsamplitude beansprucht werden kénnen, wurden in dieser Arbeit Langsproben gepriift, bei denen alle Zonen der SchweiBverbindung nebeneinander mit jeweils gleicher Dehnung beaufschlagt i den in den Bilder 4.28 und 4.29 werden. Hierbei ist zu bemerken, da es sich gezeigten Ergebnisse um ordnungsgemaS durchgefiihrte SchweiSverbindun gen = 30- mit spezifikationsgemaBer Warmebehandlung (Spannungsarmgliihung bei 730°C) handelt. Es ware von Interesse, gleiche Untersuchungen an SchweiBver- bindungen im “as welded" Zustand durchzuflhren. Versuche dieser Art wurden stichproberweise an einer St-37-Verbindung (Elektro-HanschweiBung, ohne Wérmebehandlung) gefehren. Das Ergebnis zeigt Bild 4.38. Die ertragbare AnriBlastspielzahl der SchweiSproben liegt deutlich tiefer als die des Grund- werkstoffes. Der Unterschied wird im Bereich niedrigerer Dehnungsschwingbreiten jedoch geringer. Dies kénnte auf die Harteunterschiede zwischen SchweiSgut und Grundwerkstoff zuriickzufihren sein. Die Ergebnisse der SchweiBversuche am St 37 stimmen mit den von Zirn /46/ durchgefilhrten Untersuchungen an Langsproben aus einem St 35 Uberein, Bild 4.39. 4.4. Einflu8 der Haltezeit 4.4.1. Versuchsergebnisse Die Ergebnisse von Versuchen mit Haltezeiten an der StahiguBlegierung GS-17 CrMoV 5 11 und dem Schmiedestah! 28 CrMoNiV 49 bei 530°C sind in den Tefeln 7 und 8 aufgelistet und in Bild 4.40 bzw. 4.41 aufgetragen. Grundsitzlich nehmen die ertragbaren AnriBlastspielzahlen bei Versuchen mit Haltezeiten ab. Der Haltezeiteinflu8 wird umsogréBer, je kleiner die Gesamt- dehnungsschwingbreite ist und je langer die Haltezeit dauert. In den unter- suchten Bereichen variiert das AnriBlastspielz ahiverhaltnis von Versuchen mit und ohne Haltezeit Na, ,/N, 44, von 0,8 bis 0,02. Im Bereich niedriger fe stellen die AnriBkennlinien Dehnungsschwingbr doppeltlogarithmischer Auftragung mit und ohne Haltezeiten flachgekriimmte Kurven dar. In Bild 4.42 sind die AnriBkennlinien der beiden untersuchten Werkstoffe zum Vergleich in einem Diagramm aufgetragen. Bei Versuchen ohne Haltezeit liegen die AnriBkennlinien des Werkstoffes 28 CrMoNiV 49 sowohl bei RT, als auch bei 530°C deutlich héher als die der StahiguBlegierung GS 17 CrMoV 511. Da der Einflu8 der Haltezeit am Schmiedestah| 28 CrMoNiV 49 jedoch starker ist, -31- unterscheiden sich die AnriBkennlinien der Versuche mit Haltezeiten nur noch unwesentlich. Stichprobenweise wurden zusatzlich Versuche durchgefiihrt, bei denen Halte- zeiten nur auf der Zug- oder nur auf der Druckseite vorkamen. Die Ergebnisse sind in Tafel 7 wiedergegeben. Das Ergebnis der Versuche mit Haltezeit von 20 min. auf der Zugseite (+ 20 min.) entspricht dem der AnriBkennlinie von Versuchen mit + 20 min. Haltezeit, Bild 4.43. Im Vergleich dazu weisen die Versuche mit Haltezeit auf der Druckseite (-20 min.) ein glnstigeres Dehnungs- wechselverhalten auf. Nach den Auswertungen des Spannungsverlaufes Uber der bezogenen Wechsel- Zahl Bilder 4.44 bis 4.51_kénnen die Werkstoffe GS-17 CrMoV 511 und 28 CrMoNiV 49 auch bei Versuchen mit Haltezeiten als Entfestiger angesenen werden (vgl. dazu Bilder 4.8 und 4.13). In den Bildern 4.52 und 4.53 sind die ‘Spennungsausschlage bei n/N, = 0,5 in Abhangigkeit der Dehnungsamplitude aufgetragen. Hier wird ebenfalls der Entfestigungscharakter beider Werkstoffe erkennbar, wobei sich der Schmiedestahl 28 CrMoNiV 49, entsprechend dem stérkeren EinfluB der Haltezeiten auf das AnriBverhalten (Bild 4.42), starker entfestigt als der Stahigu8 GS-17 CrMoV 541. Die Versuchspunkte liegen fur beide Werkstoffe in einem Streubend unterhalb der statischen FlieBkurven. Eine Differenzierung der Entfestigung nach der Haltezeit 1a8t sich nicht fest~ stellen. Die GréBe der Spannungsrelexation bei n/N, = 0,5 wahrend der Haltezeit (Relaxationskurve) wurde in den Bildern 4.54 bis 4.61 aufgetragen. Der Span- nungsrelaxationsverlauf ist in allen Fallen ahnlich, der wesentliche Teil des ‘Spannungsabbaus wird am Anfang der Haltezeit beobachtet, danach sinkt die ‘Spannung nur noch vergleichsweise wenig ab. Am Werkstoff 28 CrMoNiV 49 wurden auBerdem noch Versuche mit Haltezeit 1 20 min. bei 450°C im Bereich 23 2€ ages 3 0,7 % dur chgefiihrt, wobei sich nur eine geringe Abnahme der ertragbaren Lastspielzah! gegeniiber Versuchen ohne Haltezeit zeigte, Bild 4.62. - 32+ Metal lographische Untersuchung Die ausgebauten Proben nach einer Versuchsdauer von 617 h bis 8100 h sind im Bild 4.63 gezeigt. Bei GS-17 CrMoV 5 11 ist selbst beim Versuch mit einer Laufzeit von nur 617 h eine stérkere, die ganze Probenoberfléiche Uberdeckte Zunderbildung vorhanden als em Werkstoff 28 CrMoNiV 49, bei etwa gleicher Laufzeit. Bei relativ langen Laufzeiten, bei denen die Proben vorwiegend unter niedrigen ruhenden Bean spruchungen stehen, treten zunachst drtliche Zunder- aufbriiche ein, die sch lieBlich zu einer Narbenbildung fihren. Durch das Zusammenwachsen einzelner abgetreppter Narben treten schlieBlich Makrorisse bzw. Bruch auf (Bild 4.64 ¢ und d). Die Ubersichtsaufnahmen kennzeichnender Léingsschliffe durch die Proben zeigen die Bilder 4.64 bis 4.68. Neben den Hauptrissen sind noch zahlreiche kleinere Nebenrisse zu sehen, die vermutlich alle von Aufbriichen der Zunder- schichten ausgingen . Die tieferen Risse weisen meist stumpfe RiBspitzen, die feineren Nebenrisse relativ spitze RiBenden auf. Beim Versuch mit der langsten Laufzeit von 8100 Stunden sind die Risse ebenfalls spitz -~ weil noch nicht tief ~ mit keilférmigem nach auBen breitem RiBverlauf. In allen Fallen sind Risse im Vergleich zur KonrgréBe sehr breit und stark verzundert, Bilder 4.69 bis 4.70. Der Charakter des RiBverlaufs (trans- oder interkristallin) ist beim vorliegenden Vergiitungsgefiige durch metallographische Untersuchung nicht feststellbar. In keinem Fall wurde festgestellt, da8 Risse von Proben nen ausgehen. Bis zur Versuchslaufzeit von 6100 h wurden keine interkristallinen Gefiigelockerungen beobachtet. 444.2. Diskussion Die Ergebnisse der Versuche mit Haltezeiten decken sich mit folgenden in der Literatur mitgeteilten Ergebnissen: - Walker /47/ Zug-Druck-Weehsel bei 510°C an mehreren GuSstahlen fiir Dampf- turbinenbau, Haltezeit von 12 sec. bis 12h, Versuchszeit maximal 1200 h. -33- ~ Coles und Mitarbeiter /34/ Biegewechselversuche an einem CrMoV- Schmiedestah! bei 565°C Haltezeit 10 bis 24h, Versuchszeit- maximal 2160 h. - Edmunds und White /35/ Biegewechselversuche an einem CrMoV-Stahl bei 600°C, Haltezeit 30 min. und 5 h, Versuchszeit maximal 4500 h.. ~ Sautter /28/ Zug-Druck-Wechselversuche an StahiguBlegierungen und Walzstah le bei 530°c, Haltezeit von 10 min. bis 6h, Versuchs- zeit maximal 1840 h Wahrend die Dauer der untersuchten Haltezeiten als "prexisnahe" angesehen werden kann, konnten die Autoren infolge der beschréinkten Versuchszeiten nur den Einflu8 der Haltezeiten im Bereich niedriger Wechselzahl (N, £ 10°) erfassen. In diesem Bereich sind AnriBkennlinien bei der dblichen log -log- Auftragung noch Geraden. Die eigenen Versuchsergebnisse zeigen, daB auch die AnriBkennlinien von Versuchen mit Haltezeiten im Bereich héherer AnriB- lastspielzehlen in flachgekriimmte Kurven einminden. Dies fihrt zu einer besseren Extrapolation der AnriBkennlinien. Eine Haltezeit von 450°C hat fiir den Werkstoff 28 CrMoNiV 49 nur geringen Einf lu8 auf ertragbare Lastspielzahlen, da derartige legierte Stahle bei 450°C nur geringe Kriechneigu ng aufweisen. Zum gleichen Ergebnis kommen Mackenzie und Benham /48/ an einem 2 1/2 Ni-Cr-Mo-Stahl bei gleicher Temperatur mit Haltezeiten von * 10 min. Ob der Einflu8 der Haltezeit auf der Zugseite gréBer als auf der Druckseite ist, oder umgekehrt, scheint werkstoffabhangig zu sein /49/. Bei der eigenen Untersuchung end am GS-17 CrMoV 511 ist die Haltezeit auf der Zugseite etwas mehr sché auf der Druckseite. Da der Unterschied jedoch nur gering ist, werden fur die Auswertungen in den folgenden Abschnitten die Haltezeiten im Zug- und Druckge- biet so wie bei Sautter /28/ als gleich sterk schéidigend angesehen. Uber die Bewertung des Haltezeiteinflusses und die Schadensmechanismen bei Versuchen mit Haltezeiten wird in Abschnitt 5, 6 und 8 weiteres ausgefihrt. ~ 34- 5. Kombination von Zeitstand- und Dehnungswechselbeanspruchung 5.1. Ergebnisse der Zeitstandversuche Um die Ergebnisse von Dehnungswechselversuchen mit Haltezeit mit dem Zeitstandverhalten vergleichen zu kénnen, wurden an den Werkstoffen GS-17 CrMoV 5 11 und 28 CrMoNiV 49 Zeitstandversuche bei 530°C (nach DIN 50 118) durchgefanrt’”. In Bild 5.1 ist in einem einfachlogarithmischen Diagramm die Zeitstandspannung iiber der Sruchzeit autgetragen. Im unter- suchten Bereich bis zu einer Bruchzeit von 5000 h (fur 28 CrMoNiV 49) und 3.160 h (fir GS-17 CrMoV 5 11) ergeben die Zeitstandlinien Geraden, die et- wa parallel 2ueinander verlaufen. SpannungsmaBig liegt die Zeitstandlinie des Schmiedestahles 28 CrMoNiV 49 um ca. 100 N/mm” héher als die der Stehl- guBlegierung GS-17 CrMoV 511. In Bild 5.2 und 5.3. sind Zeitdehnlinien der beiden Werkstoffe dargestel It. Die Zeitstandbruchdehnung des GS-17 CrMoV 5 11 liegt durchschnittlich bei rd. 30 % und die des 28 CrMoNiV 49 rd. 20 %. Im untersuchten Bereich bis ~ 5000 h zeigt sich demnach keine Zeitstandversprédung. 5.2. Vergleich von Zeitstandergebnissen mit den Ergebnissen von kraftgesteuer- ten Schwell- und Wechselversuchen Zur Untersuchung der gegenseitigen Beeinflussung der zeitabhaingigen (Krie- chen, Relaxation) und wechselzehlabhangigen (Schwingzerriittung) Schadi- gungsvorgange wurden stichprobenweise kraftgesteuerte Schwell- und Wechsel- versuche mit und ohne Haltezeit an GS-17 CrMoV 511 bei 530°C durchgefuhrt. Beim Versuch ohne Haltezeit betrug die Frequenz ca. 3/min. Die Haltezeit war * 20 min. Da die Spannung unabhangige Versuchsvariable ist, ist ein unmittel- barer Vergleich der Zeitstand- und Dehnungswechselversuche méglich. In Bild 5.4 ist der Spannungsausschlag 6, flr Wechselversuche und Spannungsschwing- breite 26, fur Schwellversuche Uber der Versuchszeit bis zum Bruch t., aufge- tragen. Zum Vergleich ist die Zeitstandlinie aus Bild 5.1 mit eingezeichnet. Veiene Tafel 9 = 35 - Werden die Bruchkennlinien der Zeitstandversuche und der Zugschwellversuche verglichen, so zeigt sich, da8 die Spannungsschwingbreite des Schwellversu- ches bei gleicher Bruchzeit rd. 100 N/mm? uber der Zeitstandfestigkeit liegt. Werden bei Maximalspannung Haltezeiten eingefiihrt, nahert sich die Bruch- kennlinie des Schwellversuches der Zeitstandkurve. Wird als Beanspruchungs- zeit nur die Summe der Haltezeit bei Maximalspannung gerechnet, liegt diese Kurve nur wenig Uber der Zeitstandkurve, d.h. wahrend der Haltezeit bei Null spannung tritt an diesen ungekerbten Proben keine Schadigung auf. Vermutlich ist bei hohen Temperaturen der dominierende Schadensmechanismus bei schwel- lender Beanspruchung der gleiche wie bei ruhender Beanspruchung, namlich das Kriechen. Der Schwellversuch ohne Haltezeit hat die langste Laufzeit, weil die Zeit bei hoher Spannung pro Lastwechse! sehr kurz ist. Das Aussehen von Zeit- stend- und Schwellversuchsproben mit und ohne Haltezeit ist ahntich und weist eine groBe Brucheinschniirung auf. In keinem Fall, auch beim Versuch ohne Hal- tezeit, lag eine Dauerbruchflache vor, Bild 5.4. Vergleicht man kraftgesteuerte Wechselversuche mit Zeitstandversuchen, so ist bei gleichem Spannungsausschlag die Laufzeit des Wechselversuches ohne Haltezeit am kurzesten. Bei Versuchen mit Haltezeiten von + 20 min liegen die Ergebnisse nur geringfiigig unterhalb der Zeitstandkurve. Die Proben nach dem Wechselversuch mit Haltezeit zeigten deut!iche Einschniirung, die jedoch geringer ist als bei den statischen Zeitstandversuchen. Dies wird dadurch er- klart, daB in einem spateren Versuchsabschnitt infolge Auftretens einer Ein- schniirung die Spannungs- bzw. Dehnungsschwingbreite im Bereich der einge- schniirten Zone erhdht wird, so daB eine intensivere Zerriittung auch noch mit- wirkt. Bei wechseinder Beanspruchung ohne Haltezeit ist im Zeitfestigkeitsgebiet we- gen der grofen Plastifizierung und der verringerten Kriechméglichkeit die Schwing- zerriittung der dominierende Schadensmechanismus. Die gebrochenen Proben wei- sen demzufolge, ahnlich wie Proben aus dehnungsgesteuertem Versuch, ohne Haltezeit keine oder nur geringfiigige Einschniirung auf, wobei die Schwingbruch- flache deutlich zu erkennen ist. Auch KuBmaul /25/ berichtet Uber entsprechende Beobachtungen. Zum gleichen Ergebnis wie der eigene Versuch in Bild 5.4 Bice kam Tilly /50/ bei kraftgesteuertem Schwellversuch an einem 11 % Cr-Stahi bei 500°C, Bild 5.5. An 13 warmfesten Werkstoffen (8 ferritische und § austenitische) hat Hempel /53/ die Uberlagerung von Zeitschwing- und Zeitstandoeanspruchung im Tem- peraturbereich von 400 bis 650°C untersucht. Die Schwingversuche wurden als kraftgesteuerte Zug-Druck-Wechselversuche (Mittelspannung Null) durchgefuhrt. Die Lastspielfrequenzen waren dabei 1000 und 2000/min. Bis zu einer Beanspruchungsdauer von 2. 104h verliefen die Zeitschwingfestig- 4 keitslinien unter den Zeitstandlinien. Bei Versuchsdauer > 2.10" néhern sich Zeitstand und Zeitschwingfestigkeit, Bild 5.6. Im gleichen Temperaturbereich kam Schieferstein /16/ an den Werkstoffen 24 CrMeV $5 (bei 500 und 550°C) und X 8 CrNiMoNb 1515 (bei 600°C) 2um gleichen Ergebnis, Bild 5 Ferner berichtete er, daB die Zeitschwingfestigheits- kurven rein wechselbeanspruchter Proben aus Werkstoffen X 22 CrMeV 12 1 und X 8 NiCr 2016 bei 700 - 800°C die entsprechenden Zeitstandkurven iiberschneiden, so daB die Zeitschwingfestigkeit (26, = (tg) ) bei langerer Beanspruchungsdauer graBer ist als die Zeitstandfestigkeit (6, = f (tg) ). Mit zunehmender Priiftempe- ratur treten die Uberschneidungen der Spannungs-Bruchzeitkurven bei immer kiir- zer werdenden Zeiten auf, bis schlieBlich, wie bei den im 800°C - Versuch geprif- ten glatten Proben des Stahles X 22 CrMoV 121, die Zeitschwingfestigkeit prak- tisch von Anfang an gréBer ist als die Zeitstandfestigkeit, Bilder 5.8 und 5.9. Fur den Temperaturbereich von 700 bis 900°C kamen Keil und Maier /54/ am Werkstoff X 40 CoCrNiW 4520 aufgrund metallographischer Untersuchung gebro- chener Proben zu entsprechenden Ergebnissen. Bei Wechselversuchen verliefen die Briiche transkristallin. Bei Schwellbeanspruchungen und hdherer Temperatur traten, wie bei den Zeitstandbriichen, Oberflachenrisse und Gefiigelockerungen auf. Zusammentassend kann iiber die Uberlagerung von Zeitstand- und Zeitschwing- beanspruchung folgendes ausgesagt werden: a) Zeitstand- und Zeitschwingfestigkeit (kraftgesteuerte Wechselbelastung) folgen keinem gemeinsamen Zeitgesetz /16/. Sie haben unterschiedliche Schadensmechanismen und diirfen nur bedingt miteinander verglichen -37- werden. b) Beim Wechselversuch mit Haltezeit sind die Schadensmechanismen von der Spannungsschwingbreite und der Dauer der Haltezeit abhangig. Bei niedrigen Spannungsschwingbreiten und léngeren Haltezeiten do- miniert der Kriechvorgang. c) Bei Temperaturen im Kriechbereich liegen die Kurven 26, =f (tg) aus kraftgesteuerten Schwellversuchen mit und ohne Haltezeiten immer héher als die Zeitbruchlinie, so da diese als untere Grenzkurve fir schwellende Beanspruchung bei hohen Temperaturen angesehen wer- den kann. 5.3. Beeinflussung des Dehnungswechselverhaltens durch vorausgehende Zeitstandbeanspruchung In Tafel 10 sind die Ergebnisse der Dehnungswechselversuche nach vorausgegan- gener Zeitstandbeenspruchung an Werkstoffen GS-17 CrMoV 511 und 13 CrMo 44 bei 530°C zusammengestel it. Bild 5.10 und 5.11 zeigt die ertragbare AnriBlastspielzah! Na in Abhangigkeit der Zeitstandvorbelastungszeit t,. Bis zu einer bestimmten Vorbelastungszeit verlaufen die Na-t,-Kurven nahezu weagerecht und fallen danach ab. In dieser Darstellung sind die Spannung beim Zeitstandversuch und die Dehnungsschwing- breite beim Dehnungswechselversuch Parameter. Da die bleibende Dehnung €,,, als Ma® fur die Kriechschadigung angesehen I werden kann, wurde in Bild 5.12 und §.13 die AnriBlastspielzahl in Abhéngig- keit von der Zeitstandvordehnung aufgetragen. Dabei fallen die Versuchspunkte unabhangig von der Spannung im Zeitstandversuch in eine gemeinsame Kurve zusammen. Bis zu einer bleibenden Vordehnung von rd. 1,7 % fiir GS-17 CrMoV 5 11 und 3 % fur 13 CrMo 44 hat die Zeitstandvorbeanspruchung nur geringen Einflu3 auf die danach noch ertragbare AnriBlastspielzah!. - 38 - Die geringe Abnahme der AnriBlastspielzahi in diesem Bereich ist vermutlich nicht auf den Kriecheinflu8, sondern teilweise auf den Oberfléicheneinflu8 durch lngere Gluhzeit und teilweise auf die Versuchsstreuung zurlickzufiihren. Zur Kontrolle wurden an GS-17 CrMoV 5 11 vier weitere Versuche durchgefiinrt. Die ersten drei Proben wurden bei 530°C/500 h ohne Last geglliht. Zwei davon wurden im Dehnungswechselversuch mit Gluhhaut bei $30°C mit 26... = 0,44 % und E= 6 %/min belastet; die dritte Probe wurde zunéichst poliert und dann im Deh- nungswechselversuch wie die ersten zwei Proben gefahren. Die letzte Probe wurde einer Zeitstandbelastung bei 530°C mit 6 = 170 N/mm? bis t, = 1060 h belastet, die bleibende Dehnung betrug dabei 1,80 %. Danach wurde die Probe neu poliert und ein Dehnungswechselversuch gefahren. Das Ergebnis zeigt Bild 5.12. Wahrend die Proben mit Glihhaut eine Abnahme der AnriBlastspielzah! bis zu 25 % zeigen, wird bei der zeitstandvorgedehnten Probe (€,,, = 1,8%) mit erneut polierter Oberflache keine Verringerung der ertragbaren AnriBlastspielzahi festgestellt. Es wird damit nachgewiesen, da® die geringe Abnahme im Bereich niedriger Zeit- standvordehnung nicht durch Kriecheinflu8 verursacht wird, sonderm durch die wah- rend der langeren Gluhzeit erzeugte "rauhe" Oberfiache (Glihzunder) . Die untere Grenze dieses Streubandes liegt bei Na/Na= 0,70. In den Bildern 5.10 bis 5.13 wurden entsprechende Grenzlinien bei Na/N,., = 0,7 eingezeichnet, die den Begin der Kriechschadigung angeben. Die Grenzkurven schneiden die Na/Nag-ty-Kurven bei t/t = 0,46 bis 0,52 baw. €, = 2% flir GS-17CrMoV5 11 und ty/tg = 0,53 baw. €,,= 3% flr 13 CrMo 44, Um das Zeitdehnverhalten von Kriechversuchen mit verschiedenen Laufzeiten und Spannungen in einem Diagramm erfassen zu kénnen, wurden in Bild 5.14 und 5.15 die bleibende Dehnung €,, Uber der bezogenen Laufzeit t/t, aufgetragen. Da- 7 caus ergibt sich ein Streuband, dessen Mittlline als rormierte Zeltdetntinie an- gesehen werden kann. Aus der normierten Zeitdehnlinie kann eine qualitative Aus- sage gemacht werden, in welcher Kriechphase die Abnahme der ertragbaren Anri8- lastspielzah! verursachende Kriechschadigung auftritt. Dies liegt, wie die Bilder 5.14 und 5.15 zeigen, etwa am Ende der zweiten bzw. am Anfang der dritten Kriechphase. -39- In den Bildern 5.16 und 5.17 wurde der normierte Spannungsausschlag 6, in Abh&ngigkeit von der bezogenen Wechselzah! n/Na aufgetragen. Da mehrere Dehnungswechselversuche bei gleicher Dehnungsschwingbreite durchgefiihrt wur- den, ergibt sich fur den Spannungsverlauf ein Streuband. Das zyklische Festig- keitsverhaiten (Ver- Entfestigung) bleibt unabhangig von der Zeitstandvorbela- stung in der Tendenz erhalten. Ob Zeit- oder Dehnungsverfestigung wahrend der Zeitstandvorbeanspruchung auftritt, ist wegen der Versuchsstreuung nicht fest- stellbar. Um die Gultigkeit der linearen Schadensakkumulation zwischen Kriechen und Zerriittung zu Uberpriifen, wurde in den Idern 5.18 und 5.19 das Verhaltnis Na/Nag iiber dem Verhaltnis t/t, aufgetragen. Fur beide Werkstoffe liegen die Versuchspunkte in einem gemeinsamen Streuband, welches oberhalb der 45°- Linie liegt. In den Bildern 5.20 und 5.21 ist das Verhaltnis Na/Nag in Abhangigkeit von € 1 /€g sutgetragen. Hier liegt kein linearer Zusammenhang zwischen dem Last spielzahiverhaltnis und der Kriechschadigung in bezug auf verbrauchte Dehnung mehr vor. ej {An den nach Zeitstandvordehnung im nachfolgenden LCF”) - Versuch gebrochenen Proben wurden metallographische Schliffe entnommen. In keinem Fal! wurde Zeitstandgefiigelockerung im Probeninneren festgestellt. Der RiB geht, wie die Ubersichtsaufnehme in Bild 5.22 zeigt, von der Probenoberflache aus. Der Ver- leuf, Bild 5.23, kann als typischer "Dehnungswechselri" bezeichnet werden. ‘Auch an einer gebrochenen Zeitstandprobe am Werkstoff GS-17 CrMoV 5 11 bei 530°C mit einer Laufzeit von 3 160 h wurde im Inneren keine Gefiigelockerung beobachtet, Bild 5.24. Im eingeschniirten Bereich neben dem Bruch ist Kornver- formung deutlich zu erkennen. Nach der Zeitstandvorbeanspruchung wurde stichprobenweise die Probenoberflache im Rasterelektronenmikroskop untersucht. Dabei konnte man feststellen, dal be- reits bei t/t, = 0,67 an der Probenoberflache narbenférmige Zeitstandrisse auf- treten, Bild 5.25 und 5.26, die als Kerbe wirken und die Ausgang fiir Dehnungs- wechselrisse sind, die dann bis 2ur definierten (makroskopischen) GréBe beschleu- ”) LoF = Low Cycle Fatigue - 40 - nigt wachsen. Diese Aussage wird durch Bild 5.27 bestatigt, in dem ein Zeit- standri8 an einer Probe nach der Zeitstandvorbelastung gezeigt wird, der sich unter der anschlieBenden Dehnungswechselbeanspruchung erweitert hat. Diskussion Nur in wenigen Literaturstel len sind Hinweise Uber kombinierte Zeitstand- und Dehnungswechselbeanspruchungen gegeben. Etienne und Husslage /55/ haben einen austenitischen Stahl, Typ AISI 304, bei 600°C untersucht und kamen da- bei zu ahnlichen Ergebnissen. Bei einer Vorbelastungszeit ty/tg = 0,7 wurden Zeitstandrisse an der Probenoberflache beobachtet. Nach Plumtree und Persson /57/ (Werkstoff: schwedischer Stahl Sericro 31 (34 % Ni, 21% Cr) ist bei 600°C der RiBverlauf bei t\/tg$ 0,6 transkristallin, was auf den Zerriittungseinflu3 wahrend des anschlieBenden Dehnungswechselver- suchs zurlickgefuhrt werden kann. Bei t,/tg > 0,6 sind kleine interkristalline Risse feststellbar. Dabei wurde die Schadensakkumulationshypothese ty/tg + Na/Nao = 1 als 2u konservativ gefunden. An zwei StahiguBlegierungen GS-22 Mo4 und G-X 22 CrMoV 121 stellte Idler /29/ fest, daB die bei n/Na = 0,5 vorausgehende Dehnungswechselbeanspruchung (530°C , eeecectatl %) keinen Einflu8 auf das nachfolgende Zeitstandverhalten hat. Dies steht im Widerspruch zu dem von Sidey /58/ untersuchten Ergebnis an einem 1%CrMoV-Stahi bei 838 K (565°C). Nach /58/ wird die Zeitstandbruchzeit bei be- stimmter Temperatur und Spannung durch Dehnungswechsel vorbeanspruchung redu- ziert und die Kriechgeschwindigkeit im Zeitstandversuch erhéht. Dies kann ver- mutlich auf die zyklische Entfestigung bei den Dehnungswechselversuchen mit der groBen Amplitude (2€ 1%), die bei dem fur diesen Versuch verwende- ges ten Werkstoff auftritt, zurickgefiihrt werden. Um Klarheit iber das Zusammenspie! von Kriechen und Zerriittung zu schatfen, rt werden. Dabei sind Unter- soliten derartige Versuche systematisch durchgefi suchungen an verschiedenen Werkstoffgruppen (ver- und entfestigende Werkstoffe, ferritische und austenitische Werkstoffe usw.), Versuche bis zu léngeren Laut- zeiten sowie eine saubere Erfassung und Aufgliederung nach physikalischen Grund- lagen, was hier nachfolgend versucht wird, notwendig. In /59/ bis /64/ ist wei- teres Uber "Creep-Fatigue Interaction" berichtet. -41- 6. Schadensmechanismen im Gebiet der Zeitfestigkeit 6 Literaturuibersicht uber Schadensmechanismen Nach Sturm /65/ wird bei schwingender Beanspruchung bei Reumtemperatur sowie bei hohen Temperaturen bei hoher Beanspruchungsgeschwindigkeit die Werkstoffschadigung durch einen reinen Zerriittungsvorgang bewirkt. Bei hohen Temperaturen entspricht die Gesamtschadigung der Summe von Zerriitung und Kriechen und ist von Frequenz und Kriechgeschwindigkeit abhangig, Bild 6. Nach Seutter /28/ kénnen sich bei hoher Temperatur die Schadensmechanismen Kriechen und Zerriittung dberlagern. Beim Versuch mit langsamer Dehngeschwin- digkeit oder mit Haltezeit wird das Werkstoffversagen durch eine Kombination von Zerriittung und Kriechen bewirkt. Mit steigender Temperatur und lénger - werdender Beanspruchungszeit bis zur RiBbildung werden sich die Verhaltnisse denen beim Zeitstandversuch nahern. Die gegenseitige Beeinflussung zwischen Kriechen und Zerriittung sei durch ein lineares Schadigungsgesetz nicht zu erfassen. Nach Edmund und White /35/ ist die Schdigungskomponente bei hohen Temoera- turen ebenfalls von Belastungshéhe bzw. Bruchlastspielzahl abhangig. Sie unter- teilen den interessierenden Zeitfestigkeitsbereich in drei Abschnitte: @) Bereich hoher Dehnungsschwingbreiten — vorwiegend Zerriittungsschadigung b) Bereich mittlerer Dehnungsschwingbreiten —+ Zerriittung und Kriechen beeinfiussen sich gegenseitig c) Bereich niedriger Oehnungsschwingbreiten —+ vorwiegend Kriechschadigung Uber die Zuordnung des gefiigemaBigen Schddigungsverlaufs (trans- baw. inter- kristallin) zum dominierenden Schadensmechanismus geht aus der Literatur fol- gendes hervor: -42- Berling und Conway /67/ berichten Uber Versuche an einem 304-stainless-steel bei rd. 650 °C, daB beim Versuch ohne Haltezeit der Ridverlaut transkristallin war, bei Haltezeiten im Zugbereich jedoch interkristallin. White /33/ kam bei Biegeversuchen an einem 1/2 % Mo-Stahl bei RT und 500 °c mit und ohne Haltezeiten in Luft und Vakuum zu folgendem Ergebnis: - bei RT sind die Risse transkristallin; = bei 500 °C in Luft ohne Haltezeiten ebenfalls transkristallin; - bei 500 °C mit Haltezeiten von 30 bis 300 min auf der Zugseite trans- und inter- kristallin, bei kleinen Dehnungsschwingbreiten vorwiegend interkristallin; bei Haltezeiten auf der Druckseite transkristalline Risse; = bei 500 °C in Vakuum ohne Haltezeiten transkristalline Risse, mit 30 min Haltezeit auf der Zugseite interkristallin und auf der Druckseite transkristallin. Walker /47/ unterteilte den Bruchverlauf in zwei Phasen. Die erste Phase schlieBt die AnriBbildung und das RiBwachstum wahrend der Wechselbelastung ein. An einem 1% Mo-Stahl, 1% Cr-1 % Mo-Stahl und 12 % Cr-0,5 Mo-Stah! bei 510 °C ergab sich bei einer Haltezeit von 5 min und weniger ein transkristalliner Bruch, bei 12- stiindiger Haltezeit ein interkristalliner, was er auf den Kriecheinflu zuriickfubrt. In der zweiten und letzten Phase bricht die Restflache in beiden Fallen transkristallin (stark erhéhte Dehnungsausschlage infolge hoher Nennbeanspruchung und Kerb- wirkung). Eine éhnliche Beobachtung wurde auch von anderen Forschern gemacht. Zusammenfassend haben Manson /68/ und Ellison /21/ dazu ausgesagt: Transkristalline Risse werden hauptsaéchlich durch den Ermiidungsvorgang ver- ursacht, 2.8. bei Versuchen bei RT und hdheren Temperaturen mit hohen Dehn- geschwindigkeiten und ohne Haltezeiten. Interkristalline Risse treten auf, wenn die Probe vorw iegend dem Kriecheinflu8 unterworfen ist, 2-8. bei Versuchen mit langen Haltezeiten bei hohen Temperaturen im Bereich kleiner Dehnungsschwingbreiten. -43- Dagegen fiihrten Kremp! und Wundt /17/ aligemein aus, daB man nicht erwar- ten kénne, beim Zeitstandversuch nur einen interkristallinen RiBverlauf zu be- kommen und beim Ermiidungsversuch nur einen transkristallinen. In Wirklich- keit wiirden beide RiBarten auch bei einem reinen Dehnungswechsel- und Zeit- standversuch gefunden. Bei der Uberelastischen Verformung unterscheiden Manson, Halford und Hirsch- berg /69/ zwischen unterschiedlichen Dehnungsmechanismen - dem plastischen FlieBen und dem Kriechen. Die zeitunabhéngige plastische Verformung erfolgt durch Kristallverschiebung innerhalb der Kérner, wahrend zeitabhangiges Kriechen durch eine Kombination diffusionskontrollierter Mechanismen innerhalb der Kérner und durch Gleiten der Kérmer entlang ihrer Grenzen verursacht wird. Uber die RiBentstehung durch schwingende Beanspruchung berichtet Machereuch /70/iiber zwei gegensatzliche Auffassungen. Die eine geht davon aus, da aus- schlieBlich die wahrend der Wechselbeanspruchung erzeugte Oberfléchentopographie entscheidend fur die AnriBbildung ist. Die andere Auffassung betrachtet die Anri3- bildung als Folge typischer Ermidungseffekte, die relativ unabhéngig von den Lage- koordinaten im Probevolumen sind. Aufgrund einer Literaturrecherche kommt er zu dem SchiuB, daB die schwingende Beanspruchung die Versetzungsstruktur in charakteristischer Weise verandert und zu Gitterstérungen filhrt. Auf den polierten Oberflaichen ermiideter Metalle treten Gleitmerkmale auf, die zu Oberflécheneuf- rauhungen in Form von Gleitlinien und Gleitbéindern fuhren. Diese entstehen da- durch, daB in Gleitebenen Versetzungsbewegungen stattfinden, die zu atomarer Relativverschiebungen benachbarter Kristal|itteile fuhren. Solche Gleitmerkmale wechselbeanspruchter Werkstoffe, die den bei einsinniger Deformation auftreten- den Gleitbandem ahnlich sind, werden T-Bander (tensile-bands) , die eigentli chen Ermiidungsbander F-Bander (fatigue-bands) genannt. Im Zusammenhang mit diesen Gleitbandern treten sogenamnte "Extrusions" und "Intrusions" auf, un- ter denen man spezielle Erhebungen und Vertiefungen in den F-Bandern verstent. ~44- Die RiBbildung durch einen zeitabhangigen Schadensvorgang (Zeitstand) nach AH. Cottrell und R.C. Gifkins (zitiert in /71/) ist durch das Abgleiten der Kérner entlang der Komgrenzen verursacht. Dabei unterscheiden sie zwei Me- chanismen. Einer davon ist die RiBbildung nach dem Zener-Mechanismus, die zu dem sogenannten "tripel point crack" fihrt, der andere ist die RiBentstehung durch HohIraumbi dung. Nach lIschner /72/ kénnen wahrend des Kriechens sowohl Korngrenzengleitung als auch Komformanderung auftreten. Bei niedriger Last und/oder kleiner Korn- gr8Be dominiert der Antei! der Komgrenzengleitung. Bei hoher Last und/oder grobem Korn dominiert die Kornformanderung. 6.2. Modellvorstellung Gber Sch&digung durch Kriechen und Zerriittung bei Dehnungswechselbeanspruchung Anhand der im Abschnitt 6.1. beschriebenen Literaturaussagen kann qualitativ die Aussage gemacht werden, da8 Zerriittungsschadigung vorwiegend durch wech- seinde Kornformanderung, Zeitstandschadigung mehr oder weniger durch Korn- grenzengleitung verursacht wird. Zum Verstandnis der bei Dehnungswechselbean- spruchung auftretenden Schadensmechanismen bzw. der daraus folgenden RiBar- ten wurde eine einfache Modellvorstellung entwickelt, Bild 6.2. In Bild 6.2 A_ sind die unterschiedlichen Gefligeverformungen bei Dehnungs- wechselversuchen ohne Haltezeit und mit hoher Dehngeschwindigkeit dargestel it. Das Gefiige im Ausgangszustand 0 wird zunachst elastisch und dann plastisch bis zum Punkt 1 verformt (Gefugezustand A,). Nech der Entlastung geht der elastische Dehnungsanteil zurlick. Das Korn bleibt wegen der plastischen Ver- formung im verformten Zustand (Zustand Ap). Wird das Korn weiter im Druck- gebiet belastet, so wird beim Punkt 3 das urspriingliche Kornaussehen wieder erreicht. Beim Punkt 4 wird das Korn gestaucht, (Zustend A,). Bei wechseinder Beanspruchung zwischen Dehngrenzen 1 und 4 werden die Kérmer also zwischen Zustand A, und A, wechselverformt, bis zu einem bestimmten Zeitpunkt der wechselzehlabhingige RiB auftritt. Da es sich lediglich um die Wechselverformung innerhalb der Kémer handelt, ist in diesem Fal! ein trans- kristalliner RiB zu erwarten. - 45 - Bild 6.2 8. Bei kraftgesteuertem Versuch mit Haitezeit wird das Korn im Aus- gangszustand 8, bis B, elastisch (evt!. plastisch) verformt. Bei konstanter Kraft bzw. Spannung kriecht die Probe von 1 bis 2 um den Betrag Aly. Ist die Span- nung 6 niedrig, so tritt zwischen B, und 8, keine Kornformanderung auf. Die Ver-~ langerung Al, wird hauptsachlich durch Korngrenzengleitung verursacht. Wah- rend der Belastung im Druckgebiet tritt ein ahnlicher Vorgang auf, und zwar wird das Gefiige bis zum Zustand B, wiederum gestaucht. Zwischen 8, und B, folgt wieder Korngrenzengleitung. In diesem Fall treten pro Lastwechse! Kornforménderungen 8,-B8,, 85-By, Bs-B8o und Korgrenzengleitung 8,-B5 und 84-8, auf. Alle RiBformen sind méglich. Ein transkristalliner RiG tritt auf, wenn die Belastung hoch ist, d.h. bei groBer Uber- elastischer Kornformanderung zwischen B,-B, bzw. 8,-B4. Bei niedriger Last und langer Haltezeit doriniert Korngrenzengleitungsantei!, der zum interkristal |i- nen RiB fuhrt. Ein gemischter Ri8 kann auftreten, wenn der an der Oberflache auftretende inter- kristalline RiB als Kerbe wirkt und den weiteren transkristallinen RiBverlauf be- schleunigt. Beim dehnungsgesteuerten Wechselversuch mit Haltezeit, Bild 6.2C, wird das Geflige vor Ausgangszustand 0 bis zum Punt 1 elastisch-plastisch verformt (Gefagezustand C ,), danach wird die Gesamtverlangerung konstant gehalten. Wahrend dieser Haltezeit treten innerhalb der Kérner Verschiebungen auf, die Komform andert sich (Gefugezustand C,). Da die Gesamtlange festgehalten wird, treten Komgrenzengleitungen auf. Nach der Haltezeit auf der Zug-Seite wird die Probe bis zum Punkt 4 riickverformt (Gefugezustand C,). Wahrend der erneuten Haltezeit im Druckbereich treten zwischen 4 und 5 sowie zwischen 1 und 2 ebenfalls Verschiebungen innerhalb der Kémer durch Korngrenzengleitung auf (Geftigezustand C ,-C,). Innerhalb eines Zyklusses treten Kornverformungen C.-C 4-C , und Korngrenzen- gleitungen in wechselnden Richtungen euf. Bei diesem Versuch hingt der Ri8ver- lauf wieder von Belastungshéhe und Dauer der Haltezeit ab. Bei hoher Dehnungs- schwingbreite und kurzer Haltezeit dominiert die Kornwechselverformung, der Rip ist transkristallin. Bei sehr langer Haltezeit und bei niedrigen Dehnungs- ~46- schwingbreiten haben Korngrenzengleitungen mehr Gelegenheit, schadigend zu wirken. Im letzteren Fall ist ein interkristal liner Ri zu erwarten. Aus gleichem Grund wie bei Belastung nach Bild 6.28 kann auch hier ein ge- mischter RiBverlauf auftreten. Bei sehr feinkémigen, nicht zunderbestandigen Werkstoffen sind nach Bean- spruchungen bei hohen Temperaturen die RiBveriaufe meist nicht identifizierbar. Die Risse sind dann sehr stark verzundert und kénnen entsprechend den Fallen A, B, C dieser Modellvorsteliung auftreten. Der Unterschied zwischen plastischem FlieBen und Kriechen ist durch einfache Experimente nachweisbar, Bild 6.3. Wird eine Probe von 0 bis 2, Bild 6.3a mechanisch verformt, so folgt nach der Entlastung (Punkt 3) eine bleibende Verformung €19_5+ Wird sie sofort wieder belastet 1), so erhalt man die Span- nungs-Dehnungskurve 3-4. Wird die Probe nur elastisch bis zum Punkt 1 bela- stet und die Spannung bleibt konstant, so kriecht sie zum Punkt 2. Nach der Entlastung erhalt man wieder die bleibende Dehnung € Das folgende 10-3" Spannungs-Dehnungsverhalten 31-4" ist von 3-4 rer. Dies kann da- durch erklart werden, da durch die plastische Verformung bis zum Punkt 2 die Kémer so stark verfestigt werden und da nach der Entlastung die Verfestigung bleibt. Beim Kriechen zwischen 1-2! gibt es keine Verfestigung, die Proben- verlangerung bis zum Punkt 2' erfolgt durch Korngrenzengleitung, so da® erst bei zligiger Belastung 3'-4' Verfestigung erfoigt, d.h. das Spannungs-Dehnungs- verhalten bei ziigiger Verformung ahnlich dem des Werkstoffes im Ausgangszu- stand ist. Bild 6.3b zeigt den Unterschied des Spannungs-Dehnungsverhaltens ohne und mit Relaxation. Wahrend der Relaxation andert sich die Kornform (vgl. Bild 6.20), so da der Spannungs-Dehnungsverlauf 3'- 4" nicht gleich ist wie bei 3-4. Die im Bild 6.3 dargestellten Verldufe gelten nur, wenn nach der Entlastung zwischen den Punkten 3 und 3' keine Haltezeit vorhanden ist. Kremp! /73/ stellte fest, daB solche Haltezeiten bei Nullspannung (Zwischengliihung) einen Mn dieser Darstellung wird der "Bauschinger-E ffekt" vernachlassigt. -47- EinfluB auf das nachfolgende Spannungs-Dehnungsverhalten haben (Kristal! - erholung) « 6.3. Diskussion Die in der Literatur gerachten Aussagen Uber die Schadensmechanismen beim Dehnungswechselversuch mit und ohne Haltezeit sind unterschiedlich, da die Versuche von einzeinen Autoren mit spezifischen Werkstoffen und Versuchsbe- dingungen durchgefiihrt wurden. Deshalb wurde in Abschnitt 6.2. eine veralige- meinerte Model lvorstellung zur Erlauterung der in einzeinen Beanspruchungs- schritten auftretenden Schadensmechanismen sowie der daraus folgenden Scha- denserscheinungen entwickelt. Aus dieser Modell vorstel lung ergeben sich fiir die Deutung der eigenen Versuche folgende Fragen: a) Die in den Abschnitten 4 und 5 aufgefiihrten Dehnungswechselversuchs- ergebnisse bei 530°C stammen aus Versuchen mit & = 6 %/min, Ist bei dieser Dehngeschwindigkeit nur ZerrittungseinfluB zu erwarten oder wirkt auch schon die Kriechkomponente? b) Beim Dehnungswechselversuch mit Haltezeit ist der Schadensmechnismus von der Dauer der Haltezeit und der Dehnungsschwingbreite abhangig. Gibt es Anhaltspunkte, bei welcher Haltezeit oder bei welcher Dehnungsschwing- breite einer der Schadensmechanismen dominiert? Zu Frage a: Im Bild 6. ist der Spannungsausschlag * 6, aus Dehnungswechselversuchen bei 530°C mit = 6 %/min in Abhangigkeit von der AnriBiastspielzah! aufge- tragen. Im Bereich héherer Lastspielzahlen wurden bei gleicher Temperatur zu- satzlich kraftgesteuerte Versuche mit einer Frequenz von 100 Hz durchgefunrt. Die Ergebnisse beider Versuchsarten lassen sich durch eine Gerade verbinden. Dies bedeutet, daB sich durch rd. 1000fache Frequenzerhéhung kein Kriecheinflu8 feststellen |a8t. Im gleichen Bild wurde das Ergebnis aus einem kraftgesteuerten Versuch bei RT an Proben mit Gluhhaut mit einer Frequenz von 100 Hz aufge- tragen. Die Wéhlerlinie liegt wesentlich héher als die des 530°C -Versuchs. = 48- Wird der Spannungsausschlag bei dem RT-Versuch mit dem Verhaltnis Eggo/Ept Multipliziert, so liegt die "korrigierte Wéhlerkurve" immer noch etwas héher als die 530°C-Kurve. Dies bedeutet, daB die wahrend der Wech- selbeanspruchung auftretenden Oxydationsetfekte starker sind als die einer Gliihung ohne Last. Im Bild 6.5 sind die AnriBkemnlinien vom Versuch mit & = 6 %/min im Bereich héherer Dehnungsschwingbreite und vor kraftgesteuerten Versuch mit einer Fre- quenz von 100 Hz im Bereich niedriger Dehnungsschwingbreite wiedergegeben. Die Dehnungsschwingbreite bei einem kraftgesteuerten Versuch wird mit dem Hookeschen Gesetz errechnet, also 2€,,.. = 20,/E. Die Versuchspunkte des kraftgesteuerten Versuches fliegen geringfligig oberhalb der extrapolierten Kurve am dehnungsgesteuerten Versuch. Dies kann auf die léngere Laufzeit bzw. den starkeren Zundereinflu8 beim dehnungsgesteuerten Versuch mit & = 6%/min zurlickzufilhren sein. AuBerdem ist noch zu beachten, da als Versagenskriterium far dehnungsgesteuerten Versuch die Anridlastspielzahl Ny gewahit wurde, wah- rend es beim kraftgesteuerten Versuch die Sruchlastspielzah! N,, ist. Die metallographische Untersuchung an einer Probe aus NickelguBlegierung 0,7% Nimocast 713 nach einem Dehnungswechselversuch bei 850°C, 2€ a = 6 %/min ohne Haltezeit zeigt einen eindeutig transkristallinen RiB, Bild 6.6. Beim Versuch mit Haltezeit von t 20 min sind die Risse interkristallin, Bilder 6.7 und 6.8. Zu Frage b: Es ist schwierig, beim Dehnungswechselversuch mit Haltezeit eine genaue Aus- sage 2u machen, wann Kriechschadigung und wan Zerriitungsschadigung domi- niert. Dies hangt nicht nur von Temperatur, Dehnungsschwingbreite und Haltezeit ‘ab, sondern auch vorn Werkstoff. Das Verhlinis Nay /Na.., scheint als An- ‘AoH haltspunkt geeignet zu sein, da der Einflu der Dehnungsschwingbreite und der Dauer der Haltezeit schon zusammengefast werden. AuBerdem ist es fiir den Kon- strukteur einfacher zu lesen, weil ihm das Verhailtnis der projektierten Wechsel- zah! zu der Wechselzah! aus Anrifkennlinien ohne Haltezeit bekannt ist. Er kann -49- dann abschatzen, gegen welchen Schadensmechanismus seine Berechnung ab- zusichern ist. In Bild 6.9 ist das Verhdltnis Naj,/Naoy fir Werkstoff GS-17 CrMoV 511 bei 530°C und in Bild 6.10 fiir Nimocast 713 bei 850°C in Abhangigkeit der Dehnungsschwingbreite aufgetragen. Hier ist der Werkstoffunterschied deut- lich zu erkennen. Wéhrend das Verhaltnis Na./Nq_,, der StahiguBlegierung GS-17 CrMoV § 11 sehr stark von der Dehnungsschwingbreite abhangt, bleibt er fur Nimocast 713 V im gesamten Untersuchungsbereich nahezu konstant. - 50- 7. Die im Rahmen des Versuchsprogrammes "Temperatur- und Dehnungs- wechselfestigkeit" erhaltenen Ergebnisse und deren Auswertung 7.1. Ergebnis aus Torsionswechselversuchen Die Ergebnisse der Torsion swechselversuche am Werkstoff 21 CrMoV 511 sind in Tafel 11 und die an dem austenitischen Werkstoff X 8 CrNiMoBNb 1616” stichprobenweise durchgefiihrten Torsionswechselversuche in Tafel 12 aufge- fihrt. 7.1.4. AnriBkennlinien Erwartungsgem&B nehmen die ertragbaren AnriBlastspielzahlen mit kleiner werdenden Schiebungsschwingbreiten zu, Bild 7.1. Sie sind eindeutig von der Temperatur bzw. Temperaturdinderung abhangig, wobei die Wechselzeh! mit steigender Temperatur abnimmt. Im Bereich der niedrigen AnriBlast- spielzahlen lassen sich die Versuchspunkte mit gleicher Temperaturbeauf- schlagung in der doppeltlogarithmischen Darstellung durch Geraden mit- einander verbinden, deren Neigung zu héheren Lastspielzahlen hin etwas ab- nirnmt. Bei den Versuchen mit wechselnden Temperaturen von 200/530, 200/565 und 200/600°C lagen die Versuchspunkte sehr dicht beieinander und ent- sprechen in etwa den Werten des 400°C Konstanttemperaturversuches. B Versuch mit 400/565°C liegt die AnriBkennlinie deutlich tiefer. In keinem Fall wurde beobachtet, daS bei wechselnder Temperatur die An- riBlastspielzahl! niedriger lag als bei der konstanten Héchsttemperatur mit Jeweils gleicher Schiebungsschwingbreite. n ‘An diesem Werkstoff wurden stichprobenweise Torsionswechselversuche durchgefiihrt, um die Angabe von Udoguchi und Wada /74/ an X 10 CrNiNb 189 zu Uberpriifen. -51- In Bild 7.2_ sind zum Vergleich die AnriBkennlinien der Versuche mit wechselnder Temperatur und die der zugehérigen konstanten Grenztemperaturen jeweils in einem Diagramm dargestellt. Die Kurven mit wechselnden Tem- peraturen liegen etwa in der Mitte der zugehérigen Grenztemperaturen. Sie haben jedoch die Tendenz, sich mit gréBer werdender AnriBlastspielzahl der Kurve mit der unteren Gren ztemperatur zu nahern. 7.4.2. Zyklisches Festigkeitsverhalten In den Bildern 7.3 bis 7.7 ist der Schubspannungsausschlag t,, fir jeweils konstanten Schiebungsausschlag Uber der bezogenen Wechselzah! n/N, fur den isothermen Torsionswechselversuch aufgetragen. Die Anfangsschub- spannung 1 (24) nimmt mit dem Schiebungsausschlag zu, wobei diese Zunahmen bei Versuchen mit niedrigeren Konstanttemperaturen deutlicher zu sehen sind als bei héheren Temperaturen. Mit zunehmender Lastwechselzah! nimmt der Schubspannungsausschlag bei allen untersuchten Temperaturen (200 - 600°C) ab, der Werkstoff 21 CrMoV 5 11 entfestigt also grundsatzlich. Diese Entfestigung wird bei hdheren Tempera- turen ausgeprigter. Bei Versuchen mit wechselnden Temperaturen wurden der Spannungsausschlag y +t Ov i fa(Tmin) * ‘a(Tmax) Ta(tmin) YF Ta(tmax) Sowie der Mittelwert e der bezogenen AnriBwechselzah| n/N, aufgetragen, Bilder 7.8 bis 7.11. Der Werkstoff zeigt Entfestigungscharakter, da hier eine Abnahme des Schub- spannungsausschlags t,, Uber der Lastspielzahl n beobachtet wird. Die Spannungen auf der Tieftemperaturseite verhalten sich ahnlich wie die bei Konstanttemperaturversuc hen. Die Schubspan nungsdifferenz zwischen Héchst- und Tiefsttemperaturseiten ist von der Temperaturschwingbreite AT abhangig. 1 analog zum Verlauf der statischen FlieBkurven, Bild 7.12 ~52- Sie ist beim 200/600°C Versuch am gréBten und beim 400/565°C Versuch am geringsten. Dabei ist zu beachten, daB gemaB Bild 7.12 bei Versuchen mit wechseinden Tempersturen nicht die Schubspannung bei der Maximal - temperatur 1 ) 2™ gréBten ist, da infolge der Abnahme der Festig- ‘a(Tmex| “ keitswerte mit zunehmender Temperatur z.B. bei 600 C nicht so hohe ‘Schubspannungen ertragen werden kénnen wie z.B. bel 400°C. Der Einflus der Temperatur auf die Gré8e des Schubspannungsausschlages in Abhangig- keit von der Schiebungsschwingbreite wird deutlich, wenn man die statischen und die zyklischen FlieSkurven in Bild 7.12 betrachtet. Die zyklische FlieBkurve, die mit den resultierenden Schubspannungsaus- schliigen bei n/N, = 0,5 Uber der zugehérigen Schiebungsamplitude aufge- zeichnet wird, zeigt neben der Temperaturabhingigkeit die Entfestigung gegeniiber den statischen FlieSkurven an. Mit zunehmender Temperatur nimmt bei gleicher Schiebungsamplitude der Spannungsausschlag ab, auBerdem ist 2u sehen , da bei héheren Temperaturen im Bereich ab ¥_,,20,5 % mit der Steigerung der Schiebungsamplitude nur geringe Zunahmen der Schubspannung zu erwarten sind. Fur Konstanttemperaturversuche ist der Schubspannungsausschlag bei n/N, = 0,5, in Abh&ngigkeit von der Temperatur, mit der Schiebungsschwingbreite als Parameter, im Bild 7.13 dargestellt. Mit zunehmender Temperatur verhalten sich die ertragbaren Schubspannungsausschlage ahnlich wie die statischen Featigkeltskennwerte dy 4, 0,3, und zwar ist die Abnahme der Schubspannung bis T = 400°C gering, dariiber nehmen die Werte sehr rasch ab. 3. Plastisches Wechselverhalten Aus der Gesamtschiebungsschwingbreite kann bei Konstanttemperaturversuchen mit bekanntem Schubspannungsausschlag und G-Modul die plastische Schie~ bungsamplitude nach der Forme! Yap! Yages ~ Yael * Yages ~ ta/G -53- errechnet werden , wobei der G-Modul von der Ternperatur abhangt. Bei Ver- ‘suchen mit synchron zur Beanspruchung wechselnder Temperatur (synchrone je dadurch be- Temperaturwechselv ersuche) wurde die elastische Schwingbr: stimmt, daB der bei Héchst- bzw. iefsttemperatur geltenden G-Modul divi- liert und die so erhaltenen Betrage addiert wurden. Bei Subtraktion der elastischen Anteile von der Gesamtschiebungsschwingbreite ergab sich die plastische Schwingbreite. Trégt man die auf diese Weise ermittelten plastischen Schwingbreiten dber den AnriBlastspielzehlen auf, so ergeben sich in doppeltlogarithmischer Auf- zeichnung die AnriBkennlinien als parallele Geradenschar mit der Versuchs- temperatur als Parameter, Bild 7.14. Die plastische Schwingbr eite fur die Temperaturwechselversuche liegt ebenfalls zwischen den entsprechenden Werten fir Konstenttemperaturversuche. Die Kurven verschieben sich mit zunehmender Mitteltemperatur nach unten. In der Literatur werden neben AnriBkennlinien mit Gesamtverformungsschwing- breiten als unabhéingige Variable oftmals auch die plastischen Verformungs- schwingbreiten aufgefiihrt. Zum Vergleich dieser verschiedenen Darstellungen ist fur verschiedene Temperaturverléufe das Verhiltnis der plastischen Schie- bungsschwingbreite zur Gesamtschiebungsschwingbreite in Abhéngigkeit von der Gesamtschiebungsschwingbreite aufgetragen, Bild Das Verhaltnis der plastischen Schwingbreite zur Gesamtschwingbreite nimmt mit zunehmender Gesamtschwingbreite zu. Untersuchung am Werkstoff_X_8 CrNiMoBNb 1616 Zum Vergleich mit AnriBverhalten in synchronen Temperaturwechselversuchen des ferritischen Werkstoffes 21 CrMoV 5 11 wurden am austeni schen Werkstof f X 8 CrNiMoBNb 1616 Stichprobenversuche durchgefiinrt. Die Versuchstempera- tur betrug bei den isothermen Basis-Versuchen 200 und 750°C und beim Temperaturwechselversuch 200/750°C. Die Gesamtschiebungsschwingbreite war 3 % und die Sch iebungsgeschwindigkeit 0, 16 %/min. -54- Die Ergebnisse, die in den Bildern 7.16 und 7.17_dargestellt wurden, zeigen ein ahnliches Verhalten wie 21 CrMoV 511. Die Versuchspunkte mit wechseinden Temperaturen | iegen zwischen denen der zugehérigen Grenztemperaturen. Aus Bild 7.17 ist der Entfestigungscherakter dieses Werkstoffes zu erkennen. Ergebnis sus Zug-Druck-Dehnungswechselversuch Die Ergebnisse der zum Vergleich mit den AnriBkennlinien bei Torsions- beanspruchung (Konstanttemperatur) gefahrenen AnriBkennlinien bei Zug- Druck-Wechselbeanspruchung (Konstanttemperatur) sind in Tafel 13 aufge- fihrt. Bild 7.18 zeigt die AnriBkennlinien bei 200, 530 und 600°C. Fur gl steigender Temperatur ab. Sie zeigt die gleiche Abhangigkeit der AnriBlast- he Dehnungsschwingbreite nimmt die ertragbare AnriBlastspielzah! mit spielzahlen von der Temperatur wie bei Torsionswechselversuchen. In Bild 7.19 ist der Spannungsausschlag 6, Uber der bezogenen Wechselzah n/N, aufgetragen. Die Anfangsspannun g nimmt mit der Dehnungsschwing- breite wieder zu. Die Spannungsausschlage werden mit zunehmender Wechsel~ zahl kleiner, d.h. der Werkstoff entfestigt sich. Dieses Entfestigungsver- halten wird auch aus dem Vergleich der zyklischen mit den statischen Flie3- kur ven bestitigt, Bild. 7.20. 7.3. Versuchsauswertung 7.3.1. Ermittlung der Aquivalenten Temperatur Die aus dem Konstanttemperaturversuch ermittelte ertragbare AnriBlastspiel- zahl in Abhaingigkeit von der Priiftemperatur mit der Schiebungsamplitude als Parameter wurde in Bild 7. 1 dargestelit. Fur konstante Schiebungsampli- tude nimmt die AnriBlastspielzahl mit der Temperatur ab. - 55 - Bisher wurde im Falle von parallel zur Belastung wechselnden Temperaturen ir die Bauteilauslegung die AnriSlastspielzah! bei der maximal auftretenden Temperetur zugrundegelegt. Wie die vorliegende Untersuchung zeigt (Bild 7.1), befindet man sich dabei auf jeden Fall auf der sicheren Seite. Um die GréBe ser bisher unbekannten Sicherheitsreserve mefbar zu machen, wurde anhand der N,-T-Kurven eine konstante Temperatur "Taq" definiert, die bei derselben Schiebungsschwingbreite wie der Versuch bei wechselnder Temperatur dieselbe AnriBlastspielzah! erwarten laBt. Beim Einzeichnen der bei wechselnden Temperaturen gewonnenen Versuchs- punkte zeigte sich, daB sich diese "&quivalente Temperatur" in einem relativ ere Temperatur von Tmax * Tmin auf der Na-T- 2 ‘engen Abstand um eine kurve bewegt, Bild 7.22. In Bild 7.23 ist diese Abweichung der mittleren Temperatur von der Squiva- lenten Konstanttemperatur und von der maBgebenden Temperatur nach TRD 301 /75/ dargestellt. 7.3.2. Ubertragbarkeit der Ergebnisse von Torsionswechselversuchen auf Zug-Druck-Dehnungswechselversuche 7.3.2.1. Ubertragbarkeit in Bezug auf die Verformung Beim Torsionsversuch an einer zylindrischen Probe treten die maximalen ‘Schubbeanspruchungen in Langs- und Umfangsrichtung auf. Die Normal- spannungen bzw. Dehnungen laufen unter einem Winkel von 45°, Bild 7.24- Anders als bei einachsiger Zugbeanspruchung liegt ein ebener (2-achsiger) Spannungszustand vor. Im elastischen Bereich nimmt die Spannung von der Probenoberflache zur ‘Symmetrieachse linear ab. Bei Zugbeanspruchung herrscht ein einachsiger Spannungszustand und ein dreiachsiger Verformungszustand. - 56 - Sollen die Ergebnisse von winkelgesteuerten Torsionswechselversuchen auf dehnungsgesteuerte Zug-Druck-Wechselversuche tibertragen werden, so ist ein gemeinsames Ma8 fir die Verformung (Schiebung bei Torsion, Dehnung bei Zug-Druck) zugrundezulegen. In der vorliegenden Arbeit wird zur Erfassung der Ubertragberkeit beider Beanspruchungsarten die logarithmische Formanderung (wahre Dehnung) verwendet. Man setzt dabei voraus, de® der Werkstoff unter gleichen Ver suchsbedingungen mit gleichen Formanderungsschwingbreiten, unabhéingig von der Beanspruchungsart gleiche Lastspielzahlen bis zum Anri6 ertrégt. Die logarithmische Hauptforménderung ergeben sich: bei Zug-Druck-Beanspruchung als ® = ink = In(1ee) i 0 fiir Torsionsbeanspruchung als sinY +cosY. @ = tn —2_ 2 {eosy In Bild 7.25a sind Spannungszustand und Formanderung bei Zug-Druck~ und Torsionsbeanspruchung angegeben. In Bild 7-25b ist der Zusammenhang zwischen Formanderung ® und Dehnungé bzw. Schiebung Y graphisch dar- gestellt. Werden die AnriBlastspielzahlen der beiden Versuchserten in Abhéingigkeit von der Formanderungsschwingbreite 2 ,,. im doppeltlogarithmischen MaBstab aufgetragen, ergeben sich die AnriBkennlinien nach Bild 7.26. Fur die untersuchten Temperaturen fallen die Versuchspunkte in einem engen Streuband zusammen, wobei bei 200 und 530°C die Kurven der Torsionsversuche tendenzmaBig leicht tiber denjenigen der Zug-Druck-Versuche liegen. Bei den 600°C Versuchen ist kein Unterschied festzustellen. -57- 7. Obertragbark Bezug auf die Spannung Die aus dem Versuch ermittelten Spannungsausschlége (6, =, bei Zug- A M,N, bei Torsionsversuch) sowohl sttisch (erst- Druck-Versuch und t malig) als auch zyklisch (bei n/N, = 0,5) sind in Bild 7.27 und 7.28 in Abhingigkeit von dem Formadnderungseusschlag 4, dergestelit. Bel gleichen Versuchsbedingungen liegen +, -Werte tiefer als 6,-Werte. Die Kurven verleufen nehezu parallel. Wird das Verhaltnis t, /6, ber dem Form= Snderungsausschleg 945, aufgetragen, so ergibt sich unebhingig vom Form- nderungsausschleg ein Streuband, das fiir statische Versuche zwischen 0,65 bis 0,72 und fur zyklische Versuche zwischen 0,6 bis 0,71 liegt, Bild 7-29 und Bild 7.30. Diese Werte liegen hdher als die nach den Festigkeitshypothesen fur (elastisches) Verhalten bestimmbaren Verhaltnisse 1,/6, /76/. (GE-Hypothese = = 0,58, SH-Hypothese 2 ©, a a 0,5) Diese Abweichung wird erklarlich, wenn man bedenkt, da8 bei den hohen ‘Schiebungsschwingbreiten eine weitgeh ende Plastifizierung des dunnen Torsionsquerschnittes erfolgt. Die Schiebungen behalten dabei die inhomogene Verteilung dber den Querschnitt bei, die Schubspannungen werden jedoch nivelliert, so daB sie nach Plastifizierung im ganzen Querschnitt etwe gli gr08 sind. Nach /30/ errechnen sich die wirklichen Spannungen mit der Beziehung zu = 0,9 T, a M, = freon Twinkle Mit dieser Redul t n der Schubspannungen wird das Verhaltnis der Werte = 0,65 1) aus Bild 7.29 und 7.90 etwa auf den der Gestalténderungsenergie Hypothes® 1) Die GE-Hypothese ist nach /76/ auch im plastischen Gebiet noch anwendbar -58- Tewirkl. 1 (GE-Hypothese) entsprechenden Wert von = 0,58 (= 0,9 gebracht. @ Der Zusammenhang zwischen der Schubspannung T),.,4,, und den Schiebungen bzw. den entsprechenden Forménderungen ) (Abs. 7.3.2.1.) gentigt wegen weitgehender Plastifizierungder Proben nicht mehr den Ge- setzen der Elastizitatstheorie. Er wird zweckmaBigerweise Uber das FlieBver- halten, ausgedriickt in den statischen und zyklischen FlieBkurven, hergestellt. Dazu wird entsprechend der Plastizi tiitstheorie als gemeinsames Mai fiir den Spannungssusschlag 6, (im Zug-Druck-Dehnungswechselversuch) und den Schubspannungseusschlag 1, wirkl . anderungsfestigkeit K, beniitzt. (im Torsionswechselversuch) die Form- Da im Bereich der Gleichmatdehnung 6 » K,? ist, ergibt sich: Kr Og O58 T vind, Id 7. 1 ist das bei den Zug-Druck- und den Torsionswechsel versuchen ermittelte 6,- € Verhalten mit Hilfe von K, und a Fag 8 f Tawirkt. ~ Yage: # ages Rrgestellt. Es ergibt sich Ubereinstimmung der Kurvenverléufe ftir Zug-Druck und Torsion bei den Dehnungswechselversuchen fiir konstante Versuchstemperaturen ohne Haltezeiten. Damit ist nachgewiesen, daB die Werkstoffbeanspruchungen der beiden Versuchsarten gleichwertig sind. Die aus der Literatur bekannt en Untersuchungsergebnisse stimmen nur teil- weise mit dem eigenen Ergebnis iberein. So kommt Forrest /77/ bei Biege- wechselversuchen mit Uberlagerten Temperaturwechseln aber unbehinderter Wérmedehnung an einem 0,5 % Mo, 0,25 % V-Stahl zu dem Ergebnis, da® bei einem Temperaturwechsel zwischen 85 und 500°C Dehnungszyklus mehr Wech sel ertragen werden als constanter Hichsttemperatur von 500°C, ”, Fir den hier untersuchten Bereich kleinerer Dehnungen -59- Bild Bei zwei Temperaturwechsein zwischen 170 und 500°C pro Dehnungszyklus ist kein Unterschied zum isothermen Versuch bei 500°C vorhanden. Zu einem anderen Ergebnis kommen Kawamoto und Miterbeiter /78/ mit einem 18 % Cr, 8% Ni-Stahl. Bei Versuchen mit wechselnder Temperatur zwischen unterschiedlichen Grenzen (800 und 100°C) stellten sie eine ger i Versuchen, die mit gleicher mechanischer Schwingbreite, aber konstanter Héchsttemperatur gefahren ere Bruchwechselzahl fest als be wurden, Bild 7.33. Die mechanische Dehnung im Temperaturwechsel versuch wurde ber die gemessene Gesamtdehnung ermittelt, indem die aus der Temperaturdifferenz errechnete Warmedehnung subtrahiert wurde. Bei den verwendeten zylindrischen Proben wurde bei den Temperaturwechselversuchen ein Einflu8 der Probenabmessungen festgestellt. Gré8ere Proben haben eine geringere Bruchlastspielzehl, was auf mégliche zusatzliche Warmespannungen bei Erwarmung und Abkiihlung hindeutet. Udoguchi und Wada/74/ kamen bei Dehnungswechselversuchen mit Uber- lagerten Temperaturwechsein an hohizylindrischen Proben bei einer Frequenz von etwa 1/min zu &hnlichen Ergebnissen wie Kawamoto /78/, Bild 7.34. Mit steigender Mitteltemperatur nehmen zwar die Bruchwechselzahlen sowohl! beim isothermen als auch beim Temperaturwechselversuch ab, die Ergebnisse beim Temperaturwechselversuch liegen aber tiefer als die bei Héchsttemperatur gefahrenen isothermen Versuche. Die beschriebenen unterschiedlichen Verhalten im isothermen Versuch und in den Temperaturwechselversuchen sind nicht erklarlich und fuhren zu Verun- sicherungen bei der Auslegung von Bauteilen. Neben werkstoffspezifischen Einflussen ist eine gewisse Skepsis gegeniiber den Versuchsbedingungen bei reinen Temperaturwechselversuchen und den Dehnungswechselversuchen bei gleichzeitiger Anderung der Priiftemperatur angebracht. Besonders bei sehr -60- hohen Temperaturanderungsgeschwindigkeiten besteht die Gefahr, daB die Temperatur und damit die Dehn ung wahrend der Aufheizung und der Ab- kiihlung Uber Probenliinge und -querschnitt nicht gleichmasig verteilt ist. Zusitzlich werden von Bereichen, in denen bereits die FlieSgrenze uber- schritten wurde, Uberproportionale Dehnungsanteile aufgenommen, wahrend in den Diagrammen die meBbare oder errechnete mittlere Dehnungsschwing- breite erscheint. Solche drtlichen Dehnungserhdhungen wurden von Manson /79/ als "Strainlocelisation" bezeichnet. -61- 8. Versuchsauswertung und praktische Anwendung der Versuchsergebnisse Aus zeitlichen und finanziellen Grinden liegen Ergebnisse fiir Dehnungswechsel- versuche mit langen Laufzeiten nicht vor. Da zur Auslegung thermischbeanspruch- ter Bauteile jedoch die Kenntnis des Verhaltens unter den wahrend der Betriebs- zeit von Anlagen auftretenden Dehnungswechsein notwendig ist, strebt man an, die bisher vorliegenden Ergebnisse aus Dehnungswechselversuchen (Abs. 4.4) zu extrapolieren. In dieser Arbeit wird die Extrapolation auf drei Arten vorgenommen: a) direkte Extrapolation durch Verlangerung der Kurvenziige b) Extrapolation mit Hilfe von Daten aus Zeitstandversuchen und der Kenntnis des Zusammenspiels zwischen Zerriittung und Kriechen ¢) Vergleich der Versuchsergebnisse mit den nach der Literatur berechneten Kurvenverlaufen und Vorschlag fur ein modifiziertes Rechenverfahren 8.1. Direkte Extrapolation der Ergebnisse auf léngere Laufzeiten bzw. AnriBlastspielzahlen 8.1.1. Verlangerung der vorhandenen AnriBkennlinien Mit eusreichenden Ver suchsergebnissen aus Dehnungswechselversuchen mit Haltezeiten kénnen die AnriBkennlinien in die nicht untersuchten Lastspie!- bereiche verléngert werden. Voraussetzung dafir ist, da schon einige Ver- suchspunkte im Bereich quasi-elastischer Dehnung vorhanden sind. Da im extrapolierten Bereich der plastische Dehnungsenteil vernachlassigber klein wird, kann die aus den Versuchen abgeleitete elastische Kennlinie 6, /E als Bezugskurve angenommen werden. Fir die Extrapolation wird deshalb eine Verléingerung der AnriBkennlinien parallel zur elastischen vorge- schlagen. Bild 8.1 zeigt das Beispiel einer solchen Extrapolation an -62- GS-17 CrMoV 511 mit Haltezeiten von * 20 min. Diese Extrapolationsmethode kann aber nur als grobes Verfahren angesehen werden, da insbesonder e durch Oxydationseinfiuisse Unsicher heiten bestehen, die bei Extrapolation zu langeren Laufzeiten immer gréBer werden. 8.1.2. VergréBerung der Zykluszeit Die AnriBlastspielzahien N, in Abhéngigkeit von der Zykluszeit t_ sind fir die Stahlgu8legierung GS-17 CrMoV 5 11 in Bild 8.2 und fir den Schmiede- stahi 28 CrMoNiV 49 in Bild 8.3 in doppeltiogarithmischen Diagramm aufge- tragen, dabei ist die Gesamtdehnungsschwingbreite 2 €,.., der Parameter. Es ergeben sich fiir beide Werkstoffe Ger aden unterschiedlicher Neigung, die als Maf fir den Haltezeiteinflu3 in unterschiedlichen Dehnungsbereichen ange- sehen werden kénnen. Hier ist zu erkennen, daB die Haltezeit bei hoher Dehnungs- 24% nahezu keinen EinfluB auf die ertrag- schwingbreite - z.B. bei € bare AnriBlastspielzahl hat (vorwiegend Zerriittung). Mit kleiner werdender Dehnungsschwingbreite neh men die Steigungen der Geraden zu, was auf den Zunehmenden HaltezeiteinfluB im Bereich niedriger Dehnungsschwingbreiten hindeutet (zunehmender KriecheinfluB) . Bei dieser Darstellung ist eine begrenzte Extrapolation auf léngere Zykluszeiten bzw. Haltezeiten maglich. Man ist jedoch auf den Bereich der untersuchten Dehnungsamplituden beschriinkt. Die Parameterkurven fur €,., = const. bei T = 530°C, Bild 8.2 und 8.3, kénnen als Geraden beschrieben werden, woftir sich die Potenzfunktion Ny = ot OO? A, S (T= Const.) - (8.1) ergibt. Die GréBen C und K ind von € 444 abhiingig. Die Konstante © = f (Ea ge5) 9ibt dabei das Niveau der Geraden wieder, sie ist gleich der AnriB~ lastspielzah! bei t_ = 1 min. Der Exponent K=f (€___) ist ein Ma8 fiir c ages Haltezeiteinflu8 auf die ertragbare AnriBlastspielzahl. -63- In Tafel 19 sind C-Werte (N, bei t, = 1 min) und K-Werte fur GS-17 CrMoV § 11 bis €, |. = = 0,11 %und fur 28 CrMoNiV 49 bis €___ = * 0,2 % wiederge- ‘ages ‘ages geben. Bild 8.4 zeigt die Auftragung der K-Werte in Abhangigkeit von der Dehnungsamplitude fiir beide Werkstoffe. Im Bereich héherer Dehnungsam- plituden verlauft die Kurve mehr und mehr asymptotisch zur Linie K = 1. Bei niedrigen Dehnungsamplituden (Exges £ 0,25 %) sinken die K-Werte rasch ab. Ist die Konstante C (AnriBlastspielzah! bei t_ = 1 min) bekannt, so kann die AnriBlastspidzahl fur langere Haltezeiten mit Gleichung 8.1 berechnet werden, dabei sind die K-Werte aus Bild 8.4 zu entnehmen. Der Verlauf der in Bild 8.2 und 8.3 dargestellten doppeltlogarithmischen Geraden wurde von zahireichen Autoren bestatigt /82 bis 85/. Da jedoch in den meisten Fallen die Versuche nur im Bereich niedriger Bruch- lastspielzahlen und nur bei wenigen Dehnungsschwingbreiten gefahren wurden, konnte der in Bild 8.4 aufgezeigte Haltezeiteinflus in Abhangigkeit von der Dehnungsamplitude tisher meist nicht beobachtet werden. Gesttitzt werden diese Ergebnisse (Bilder 8.3 und 4.3) jedoch durch Versuche von Udoguchi u.a. /86,87/, die an einem austenitischen Stahl (AISI 304)" bei 650°C zu ahn- lichen Ergebnissen kommen, Bild 8.5. Dabei ist zu beachten, daB in diesem Bild nicht die Gesamtdehnungsschwingbreite, sondern die Plastische Dehnungs- schwingbreite als Parameter aufgetragen ist. 8.1.3. Erweiterung des AnriBzeitbereiches unter Verwendung der fiktiven Dehngeschwindigkei Sind Zykluszeit t, und Dehnungsschwingbreite 2 F ages bekennt, so lat sich eine fiktive Dehngeschwindigkeit erik durch die Beziehung ee (8.2) bestimmen. analyse in %: 0,08, 2,0Mn, 1,0 Si, 0,03 S, 0,04 P, 18-20Cr, 8-11 Ni. Pica in Bild 8.6 und 8.7 ist die fiktive Dehngeschwindigkeit Bik Uber der Zeit bis zum AnriB t, wiederum doppeltlogarithmisch aufgetragen. Die Kurvenverlaufe for verschiedene Haltezeiten sind ahnlich den AnriBkennlinien 2€,.,. = f (Na)+ Durch Ver bindung der Versuchspunkte mit gleicher Dehnungsschwingbreite ergeben sich Linien mit 2 & = konstant. ages Eine derartige Darstellung erméglicht dann insbesondere die erwiinschte Extra- polation auf niedrigere Dehnungsschwingbreiten. Sofern ausreichende Versuchs- ergebnisse mit kiirzeren Haltezeiten im Bereich quasi-el astischer Dehnung vor- Jiegen, kénnen durch die Verléingerung der Kurven mit konstenter Zykluszeit nach rechts die Geraden mit konstanter Dehnungsschwingbreite im nicht unter such ten Bereich Uber die Bez iehung 8.2 und die Steigung aus Bild 8.4 kon- struiert werden. Die Linien konstanter Dehungsschwingbreiten in Bild 8.6 und 8.7 lassen sich ebenfalls als Geraden mit der Potenzfunktion der Form b (8.3) darstellen, wobel auch die Gréfen @ und b von &,.. abhéngig sind. Die Konstante © bestimmt sich aus der AnriGzeit t, bei &.. Der Exponent a stellt die Neigung der Geraden 2 ¢ 44, = Konst. dar. Er ist von der Dehnungsschwingbreite abh angig. In Tafel 13 sind die aus Bild 8.6 und 8.7 ermittelten Konstanten b und der Exponent a wiedergegeben. In Bild 8.4 ist der Exponent a in Abhangigkeit von der Dehnungsamplitude aufgetragen. Da die Exponenten K aus Gleichung 8.1 und a aus Gleichung 8.3 dieselbe physikalische Bedeutung haben, haben sie in Bild 8.4 den gleichen Verlauf. Sie zeigen den Grad des Haltezeiteinflusses in Abhangigkeit von der Dehnungsamplitude. -65- Die bry =f (t,)-Diagramme (Bilder 8.6 und 8.7) erméglichen die Extra- polation sowohl auf ldngere Haltezeiten als auch auf niedrigere Dehnungs- schwingbreiten am treffendsten. Diese Darstellung wurde bisher nur von der MPA Stuttgart gewahit. Idier/15/ hat dabei die Ergebnisse aus Versuchen mit und ohne Haltezeiten, aber mit niedrigeren Dehngeschwindigkeiten an den Werkstoffen GS-22 Mo 4 und G-X22 CrMoV 12 1 bei 530°C verglichen. Die Punkte fallen unter allen Versuchsbedingungen in einem gemeinsamen Streuband zusammen, Bilder 8.8 und 8.9. Daraus wurde der SchluB gezogen, daB die fiktive Dehng eschwindigkeit, die von der Dehnungsschwingbreite und der Zyklus- zeit abhangt, als Ma® fiir die ertragbare Laufzeit angesehen werden kann. Die Zykluszeit kann nach Udoguchi und Mitarbeitern /87/ allein nicht als Ma8 fiir die Sch&digung angesehen werden; der Dehngeschwindigkeits- und der HaltezeiteinfiuB sollen deshalb getrennt voneinander betrachtet werden. Nach den vorliegenden Untersuchungen ist dies jedoch nicht notwendig. Fir eine bestimmte Zykluszeit t, kann bei der Versuchsdurchfihrung mit langsamer Belastungsgesch windigkeit oder mit schne ller Belastung und zusatzlicher Haltez ei t gefahren werden. Eine systematische Unter suchung von Haltezeit- und Dehngeschwindigkeitseinflu8 mit gleicher Zyk luszeit in Abhangigkeit von der Dehnungsschwingbreite ware dann miglich. Als Ersatz daflir wird der in Bild 8.10 dargestellte zeitliche Spannungs- bzw. Dehnungsverlauf flir Versuche mit und ohne Haltezeit mit gleicher Zykluszeit verwendet, wobei Bild 8.10a fiir Versuche mit groBen- und Bild 10b mit kleinen Dehnungschwing- breiten gelten. r Ist die Integrate, fe, th als ein MaG fur die Schadigung pro Zyklus anzusehen, so ist der Einflu8 der Dehngeschwindigkei t im Bereich héherer Dehnungsschwingbreite gréBer als der der Haltezeit. Die Erklarung dafur ist, a8 beim Versuch mit Haltezeit nach dem Erreichen der gewiinschten Dehnung, also am Anfang der Relaxationsperiode, der Werkstoff sehr stark relaxiert, so da die Probe im groBen Teil der Haltephase einer niedrigeren Spannung aus- gesetzt ist. Dagegen befindet sich die Probe beim Versuch mit langsamer - 66 - Dehngeschwindigkeit (ohne Haltezeit) im gréBeren Teil der Beanspruchungs- Zeit bei hoher Spannung in plastischem Zustand. Ist die Dehngeschwindigkeit sehr niedrig, so kénnte ein zusatzlicher Kriecheffekt wahrend der plastischen Ver- formung auftreten. In jedem Fall ist die Probe wahrend eines Zyklusses linger hdherer Spannung ausgesetzt, als beim Versuch mit Haltezeit. Bei niedrigen Dehnungsschwingbreiten, z.8. bei geringer plastischer Ver- formung wie in Bild 8. 10b gezeigt wird, ist die Spannungsrelaxation beim Ver- e such mit Haltezeit gering, so dai g/ole,tiae =t ist. Im Versuch mit ‘amax niedriger Dehngeschwindigkeit ohne Haltezeit ist der Spannungs~Zeitverlauf 1 , nehezu dreieckférmig, so daB fe wat = doe Sarna, Het In diesem Fall ist der Haltezeiteinflu8 gréBer als der der Dehngeschwindigkeit. Tendenzmasig kann diese Vorstellung durch den Vergleich von friheren Ver- suchsergebnissen an GS-22 Mo 4 und G-x 22 CrMoV 12 1 von Sautter /28/ (Haltezeiteinflus) und Idler /15/ (Dehngeschwindigkeitseinflu8) bestatigt werden, Bilder 8.11 und 8.12. In der Praxis treten sowohl Dehngeschwindig- keitseinflus als euch Haltezeiteintius auf. Die Diagramme N, = f (t_) (Bilder 8.2 und 8.3) und |, = F(t.) (Bilder 8.6 und 8.7) sind aber auf der Basis von Ergebnissen aus Versuchen mit Haltezeit ermittelt. Da in technisch interessantemBereich (2€ , |, £0,7%, t, 2 40 min) die Haltezeit gré8eren EinfluB als die Dehngeschwindigkeit hat. liegt die Extrapolation gemaB den Bildern 8.2, 8.3, 8.6 und 8.7 auf der sicheren Seite. 8.2. Vergleich Dehnungswechselversuch mit Zeitstandversuch Vergleich Dehnungswechselversuch mit Zeitstandversuch Aufgrund der Verfuigbarkeit der Un terlagen Uber das Zeitstandverhalten wurde immer wieder versucht, eine daraus abgeleitete Aussage Uber Langzeit-Dehnungawechsel- ver halten zu gewinnen. Man geht davon aus, da® die Werkstoffbeanspruchung bei Dehnungswechselversuchen mit léingerer Laufzeit sich der Zeitstandbeanspruchung nahert, so daS bei bestimmten Beanspruchu ngsbedingungen die Zerriittungswirkung vernachlssigt werden kann. Diese Annahme wer zu Uberpriifen. Dazu werden die aus den Dehnungswechselversuchen erhaltenen Spannungsausschlage mit der Spannung an Zeitstandversuchen gleicher Laufzeit (bis zum Bruch) verglichen. -67- Bei solchem Vergleich besteht das Problem in der Berlicksichtigung der Span- nungsrelaxation, als deren Folge der Spannungsverlauf wahrend der Haltezeit vernderlich, an der glatten Zeitstandprobe die Spannung iber der Zeit konstant ist. Fur Dehnungswechselversuche muB deher eine konstante "aquivalente Spannung" definiert werden, von der man annehmen kann, daB sie die gleiche Schadigung hervorruft, wie die verdnderliche Spannung wahrend der Haltezeit. In der Literatur wurde die &quivalente Spannung willkiirlich definiert. Sautter /28/ verwendet den Spannungsausschlag nach 50 % der Relaxationszeit und fand an zwei StahIguBlegierungen (GS-22 Mo 4 und G-X 22 CrMoV 121) und an zwei Kessel- baustahlen (14 MoV 63 und 13 CrMo 44) bei 530 °C eine gute Ubereinstimmung zwischen Zeitbruchl ini und Verlaufvon o,= f(t, )-Dabei wurde die Haltezeit auf der Zug- und Oruckseite als gleichschadigend betrachtet. Nach Berling und Conway /67/ ist die aquivalente Spannung gleich dem Mitel - Omax + Imin 2 an rostfreiem Stahl AISI 304 bei 650 °C mit Haltezeit auf der Zugseite durch- spannungsausschlag, also 01, = + Von ihnen wurden Versuche gefilhrt. Ein Vergleich mit Zeitstandlinien bis 1000 h wird als befriedigend bezeichnet. Timo /9, 31/ schlug vor, bei sehr niedrigen Dehnungsschwingbreiten (26... 0,1) die ertragbaren Bruchlastspielzahlen aus den Z. standlinien zu entnehmen. Da- bei wird als Gesamtdehnungsamplitude bei bestimmter Laufzeit die entsprechende Spannung dividiert durch den E-Modul verwendet. Die Bruchlastspielzehl N,, 186t sich als Zeitstand-Bruchzeit t,, geteilt durch die Haltezeit t,, oder Zykluszeit t. der zu vergleichenden Dehnungswechselversuche errechnen. Die GrdBe der aqui- valenten Spannungen nach /28, 67/ sind in Bild 8.13 schematisch dargestellt. An Hand der Ergebnisse aus Dehnungswechselversuchen mit Haltezeit an Werk- stoffen GS-17 CrMoV § 11 und 28 CrMoNiV 49 werden in Abschnitt 8.2.2 die Vergleiche nach dem oben beschriebenen Verfahren vorgenommen. - 68- 8.2 Vergleich mit Maximalspannungsausschleg In den Bildern 8.14 und 8.15 ist der Spannungsausschlag 6, bei n/N, = 0,5 in Abhahgigkeit von der AnriBzeit t, aufgetragen. Die Versuchs- punkte von Versuchen ohne Haltezei ten liegen tiefer als die Zeitstandkurve, da nur Zerriittungsschédigung auftritt. Bei Ver suchen mit Haltezeiten liegen die Kurven im Bereich kirzerer Laufzeit héher als die Zeitbruchlinien, bei langerer Laufzeit schneiden sie diese teilweise. Nur beim Versuch mit = 90 min Haltezeit liegen alle Versuchspunkte oberhalb der Zeitstandlinie. 8.2 Vergleiche nach Vorschlégen aus der Literatur a) Vergleich mit aquivatenter Spannung nach Sautter /28/ Die Bilder 8.16 und 8.17 zeigen den Vergleich der Zeitbruchlinien und der Ergebnisse bis zum AnriB bei Auftragung der Spannungen nach 50 % der Halte- zeit bei n/N, = 0,5. Alle Versuchspunkte befinden sich in einem Streuband, das unterhalb der Zeitbruchlinie liegt. Wahrend sich die obere Grenze des LCF-Streubandes von GS-17 CrMoV 511 der Zeitstandkurve nahert (Bild 8. 16) bleibt das Struband des Werkstoffes 28 CrMoNiV 49 deutlich unterhalb der Zeitbruchlinie. b) Vergleich mit Mittelspannungsausschlag nach Berling und Conway /67/ Ein Vergleich von Zeitbruchlinien mit dem Mittelspannungsausschlag aus Relaxationskurven der Dehnungswechsel versuche wiederum bei n/N, = 0,5 ist in den Bildern 8.18 und 8.19 dargestellt. Bei der StahiguBlegierung GS-17 CrMeV 5 11 liegt der Mittelspannungsausschlag tendenzmasig leicht unter der Zeitbruchlinie. Beim Schmiedestah! 28 CrMoNiV 49 liegen die Punkte fur den Mittelspannungsausschlag bis auf eine Ausnahme unterhalb der Zeitstandkurve. ¢) Vergleich nach dem Verfahren von Timo /9, 31/ Nach Timo /9, 31/ kénnen die Dehnungswechsel-AnriBlinien im Bereich niedriger Dehnungsschwingbreiten (2€ ..,, £ 0,1 %) aus den Zeitbruch- linien konstruiert werden. -69- 2 In diesem Bereich ergibt sich mit einem E-Modul bei 530 °C von 17 5000 N/mm eine Zeitstandspannung von 87,5 N/mm” und somit fiir die untersuchten Werkstoffe bei 530 °C eine Bruchzeit von = 10° h, die schon weit gréder als die Summe der An- und Abfahrzeiten von Maschinen und Anlage liegt. 3 5 Da im Bereich 10” bis 10” h nur wenige Dehnungswechselversuchsergebnisse zur Ver- fuigung stehen, wird hier versucht, durch einen Vergleich der lang zeitigen Dehnungs- wechselversuche mit den Zeitstandwerten eine Aussage zu machen, fiir welche Lauf- zeiten bzw. bei welchen Dehnungsamplituden dieser Vorschlag gilt. In Bild 8.20 und 8.21 sind die Dehnungsamplituden in Abhangigkeit von der AnriB- zeit aufgetragen. Wenn die Zeitstan dspannungen durch den entsprechenden E-Modul dividiert werden, erhalt man auch fur die Zeitstandversuche die Dehnungsampl itude. Bild 8.20 zeigt das Ergebnis am Werkstoff GS-17 CrMoV 5 11. Im Bereich kirzerer Lautzeit liegen die e, ...-t, Kurven hoher als die "Zeitstanlinie" (€_,)-t,-Kurve) da bei der Umrechnung der Zeitstandbeanspruchung nur die tragende elastische Dehnung eingesetzt wird, wahrend die Dehnungsamplitude €,.,, der Dehnungswechsel versuche eine wirkliche Dehnung darstellt, die in diesem Bereich weit Uberelastisch ist. . Mit zunehmender Laufzeit haben die €,4,,-t, Kurven der Dehnungswechselversuche die Tendenz, in die aus Zeitstandversuchen ermittelte €__|-t,-Kurve einzumiinden. Die Einmiindungszeitpunkte sind von der Haltezeit abhiingig, je langer die Haltezeit ist, desto spiiter treffen die Dehnungswechsel-Anrifikennlinien die "Zeitstendlinie". Beim Werkstoff 28 CrMoNiV 4 9 (Bild 8.21) schneiden sich diee ..,7t, Kurven aus Dehnungswechselversuchen mit der Zeitbruchlinie ©, 4-tg-Kurve) so, daB sie im Bereich hdherer Laufzeit unterhalb der Zeitbruchlinie ver laufen. Wird die Dehnungs- wechselkur ve aus der Zeitbruchlinie nach dem Vorschlag von Time konstruiert, so kann dies zu einer Uberschatzung der AnriBzeit bzw. AnriBlastspielzahl fuhren. Die Uberschneidung der aus dem Dehnungswechselversuch genommenen Anrikenn- linien mit der "Zeitstandlinie" kann folgende Griinde haben: 1, unterschiedliches Zunderverhalten von Zeitstand- und Dehnungswechselproben 2. beim Zeitstandversuch kriecht der Werkstoff einsinnig, wahrend der Relaxationszeit beim Dehnungswechselversuch wechseln die Richtungen. Méglicherweise kann "Korngrenzenermiidung durch wechselndes Kriechen"" auftreten. -70- 3. Bei Dehnungswechselversuchen treten zyklische Ver- und Entfestigungen auf, die oft schon nach wenigen Lastspielzahlen abgeschlossen sind. Es mu angenommen werden, daB dieser Vorgang E influ auf die Kriechfestigkeit hat. 8.2.3. Modifizierte Zeitstandkurven Wie in Abschnitt 8.2.2. bereits erwahnt, stammen die Zeitbruchlinien aus Versuchen, bei denen keine zyklische Ver- und Entfestigungsvorgénge eintreten. Um die Dehnungs- wechselkennlinien aus "Zeitstandlinien" konstruieren zu kénnen, miissen die Ergeb- nisse Ublicher Zeitstandkurven unter Beriicksichtigung des zyklischen Festigkeitsver- haltens Ubertragen werden. Dies kann geschehen durch: @) Zeitstandversuch an dehnungswechselvorbeanspruchten Proben, b) durch Multiplikation der Zeitstandspannung mit einem Korrektorfaktor, der aus dem Verhailtnis 6, zyklisch (¢_ |.) /6,, statisch (€,__) der zyklischen und statischen a ages’ ‘a ‘ages FlieBkurven ermittelt wird. Die Modifikation nach Verfahren a) bietet keinen Vorteil gegen die nach Verfahren b), da alle Zeitstandkurven neu gefahren werden miissen. Nachfolgend werden Zeitstand- iert. kurven nach Verfahren b) modifi In erster Naherung kann ein werkstoff - und temperaturspezifischer konstanter Korrektur- 1 fektor als Mittelwert des Verhiltnisses 6, zykl. 70, stat. (vgl. Abs. 4 Bild 4.52 und 4.53) im ganzen Untersuchungsbereich (€_..,.) angenommen werden. Bei 530 °C betragt dieser Faktor fir GS 17 CrMoV 5 11 0,9 und fir 28 CrMoNiV 49 0,78. In den Bildern 8.16 bis 8.21 sind solche modifizierten Zeitbruchlinien zu- satzlich eingezeichnet. Sie lassen sich mit Dehnungswechsel -Versuchsergebnissen relativ gut vergleichen. Zur Uberpriifung, ob das oben beschriebene Ubertragungsverfahren allgemein anwend- bar ist, wurden Dehnungswechselversuchsergebnisse verfestigender Werkstoffe nach /28/ (13 CrMo 4 4, 14 MoV 63 , GS-22Mo 4) mit den Zeitstandlinien verglichen. Obwoh! dabei extrapoliert werden mute, zeigt sich die Tendenz, da® fiir die verfes gende Werkstoffgruppe die Dehnungswechselkurven héher liegen, als die Zeitstand- kurven Bild 8.22. In Bild 8.23 wurden Dehnungswechselkurven mit Haltezeit + 20 min 1) bei n/N, -T1- von drei weiteren entfestigenden Werkstoffen (21 CrMoV 511, G-X 22 CrMoV 121, X 19 CrMoVNbN 111) sowohl mit der aus dem Versuch ermi elten Ublichen - als auch mit der modifizieren Zeitbruchlinie verglichen. Es besteht die Tendenz, da die aus den iblichen Zeitstandver suchen ermittelten Zeitbruchlinien die LCF-Linien Ce = f (t,) schneiden und in die modifizierten Zeitbruchlinien ej nmiinden. ‘ages A Bemerkenswert ist, da die verfestigenden Werk stoffe 13 CrMo 44, 14 MoV 63 und GS-22 Mo 4 perlitisch-ferritisches Geflige mit Zwischenstufenantei! haben, wahrend die entfestigenden Wer kstoffe Ver itungsgeflige aufweisen. 8.2.4. Ermittlung der Squivalenten Spannungen Aquivalente Spannungen haben den Sinn, das Verhalten der Werkstoffe im Dehnungs- wechselversuch aus den Zeitstandwerten zu bestimmen. Dazu wird eine dquivalente Spannung aus dem 6- € -Verhalten bzw. Relaxationsverhalten der Werkstoffe im Deh- nungswechselversuch bestimmt, und dort die ertragbaren Lastspielzahlen mit Halte- zeiten bzw. die AnriB~ oder Bruchzeit errechnet. Im Gegensatz zu Sautter /28/ wird in dieser Arbeit versucht, eine aquivalente Spannung 2u definieren, die nicht willkiirlich ist, sondern aus den vorhandenen Dehnungswechsel - bzw. Zeitstandergebnissen ermittelt wird. Die "’quivalente Spannung" kann sowohl ohne als auch mit Ber Ucksichtigung der Zerriittungskomponente bestimmt werden. Die ohne Beriicksichtigung der Zerriittung ermittelte Squivalente Spannung (Annahme: nur zeit- abhéingiger Vorgang allein ist in allen Untersuchungsbereichen fiir das Versagen der Proben verantwortlich) wird als dquivalente Spannung Sq bezeichnet. Sie entspricht der Zeitstan dspannung bei AnriBzeit des entsprechenden Dehnungswechselver- suches Bild 8.24 a. ld 28.25 sind dquivalente Spannungen 6°, ‘8q in Abhngigkeit von der Dehnungsampli~ tude dargestellt. Zur Ermittiung der qu ivatenten Spannung oj, mit Berlicksichtigung der Wechselwirkung, Bild 8.24 b, geht man davon aus, daf sich die, den Anri8 in Dehnungswechselpro ben mit Haltezeit ver ursachenden Schadensmechanismen (Kriechen und Zerrlittung) gegen- seitig nach dem Wechselwirkungsdiagramm in Bild 5.18 beeinflussen. Sollte keine Wir- kung der Zerriittung vorhanden sein, so miiBte die AnriBzei t der Dehnungswechselproben gr8Ber sein als die wirkliche AnriBzeit t,. Diese 2u erwartende Bruchzeit wird nun als -72- t Baq “ (t)/t,) "aquivalente Bruchzeit t.,,,," definiert und 1a8t sich durch die Beziehung errechnen, wobei t,/t,, aus Wechselwirkungsdiagramm (Bild 5.18) bei dem bestimmten N N bzw. —“"— entnommen wird. ‘Ao Naor Verhaltnis Mit taaq erhalt man wieder aus Zeitstandkurven (entsprechend Bild 8.24 a) die Squivalente Spannung 0, deren Verlauf in Abhéngigkeit der Dehnungsampl tude In Bild 8.26 dargestelit wird. Die Verldufe der équivalenten Spannungen 6,,, und 6,,, In den Bildern 8.25 und 8.26 haben jedoch fiir die Praxis nur wenig Bedeutung, weil sie nur direkt aus den Versuchs- ergebnissen ermittelt werden kénnen. Sie kénnen aber als Hilfsmitte! zur Aufstellung einer Regel dienen, wenn die Dehnungswechsel-AnriBkennlinien aus Zeitbruchlinien berect net werden diirfen. Dies geschieht durch den Vergleich von beiden équivalenten Spannunger In dem Bereich, wo sie sich nicht - oder nur unwesentlich unterscheiden, knnen die AnriBkenntinien des Dehnungswechselversuches mit Haltezeit aus der Zeitstand- kurve errechnet werden. In Bild 8.27 sind beide dquivalenten Spannungen in Abhéngig- eit der Zeit pro Zyklus aufgetragen, wobei die Gesamtdehnungsschwingbreite 2€ 3... Parameter ist. Im schraffierten Bereich (t,, 2 +5 min, 2€_ £0, 16%) ist der Unterschied zwischen HZ + ages beiden aquivalenten Spannungen gering, so da man annehmen kann, daB in diesem Be- reich bei 530 °C am GS-17 CrMoV 5 11 der Zerriittungseinflus vernachlassigt werden und da8 die Dehnungswechselkurve aus der modifizierten Zeitbruch! inie berechnet werden kann. 8.2.5. Diskussion Um Dehnungswechselkurven mit Haltezeiten aus Zeitstandkurven zu konstruieren sind die Vergleichsverfahren (aquivalente Spannungen) nach /28/ und /67/ nicht vorteilhaft, da die aquivalenten Spannungen aus dem Relaxationsverhalten im LOF-Versuch, d.h. aus den Dehnungswechselversuchsdaten bestimmt werden missen. Durch den Vergleich der mit und ohne Berticksichtigung der Zerriittungswirkung er- mittelten &quivalenten Spannungen 6,,, und 6, konnte eine qualitative Aussage ge- macht werden, in welchen Bereich die Dehnungswechsel-AnriBlastspielzah! aus der Zeitstandkurve nach dem Verfahren von Timo /9, 31/ berechnet werden kann. -73- Das zyklische Festigkeitsverhalten (Ver- Entfestigung) scheint einen Einflus auf das Zeitstandverhalten des Werkstoffes zu haben. Offensichtlich wird die Zeitstand- festigkeit auch durch Wechselentfestigung vermindert. Das Relaxationsverhalten beim LCF-Versuch in Abhangigkeit der Lastspielzah! n wurde von Sautter /28/ untersucht. Er konnte fur einen verfestigenden Werkstoff (13 CrMo 4 4) und einen entfestigen- den Werkstoff (G - X 22 CrMoV 12 1) feststellen, daB fur G- X 22 CrMoV 12 1 die Relaxationsspannung A 6, mit zunehmender Wechselzahl n kleiner wird, fur 13 CrMo 4 4 wird sie gré8er, Bild 8.28, 8.3.1. Zusammenstellung der Berechnungsverfahren aus der Literatur Das bekannteste Verfahren zur Berechnung der Anri8- bzw. Bruchlastspielzahien ist das nach Manson /88, 89/ und Coffin /90/. Dabei geht man davon aus, da8 die Darstellung der plastischen Dehnung ber der Bruchlastspielzahl im doppellogarith- mischen System eine Gerade ergibt, die durch eine Potenzfunktion dargestelt werden: N, (8.4) C und K, miissen experimentell bestimmt werden. Weitergehend haben Ku8maul /25/ und Luft /27/ auch Versuche mit der Gesamtdehnungs- schwingbreite mit dieser Gleichung beschrieben. Sie fanden, da man im Bereich zwi- 2 4 schen 10° bis 10° AnriBlastspielzahlen die Manson-Coffin-Gleichung auch fiir die go- samte Dehnungsschwingbreite anwenden kann. Von Harting /86/wurdedie Manson-Coffin-Gleichung auf Biegewechselversuche an je fiinf Stahlen und Legierungen auf Nickelbasis und sechs Legierungen auf Aluminium- basis, sowie drei Kupferwerkstoffe angewandt. Es ergab sich: Sede iee = 0,15 (8.5) 8 ages 1f1/27/ kam aufgrund einer Hautigkeitsau swertung von Versuchen bei RT zu der Gleichung N NO ae 20,18 @.6) ages ind bei 350 °C N08. 2e 20,14 (8.7) ages zeigt sich somit eine gute Ubereinstimmung. -14- Zur Berechnung der AnriSkennlinien aus den Daten des Zugversuches hat Manson 788, 89, 91/ zwei empirische Formein entwickelt. Dies sind die Verfahren nach der "Universalen Steigung" und des "Vier-Punkt-Korrelationsverfahrens". Beim Verfahren nach der universalen Steigunggeht er davon aus, da die Steigungder Geraden 2€ |, = f (N,) und 2€ | = f (N.,) fur alle Werkstoffe gleich sind. Fur die ael 8 a 8 elastische Dehnungskurve wird ae Steigung zu -0,12, fir die plastische zu -0,6 angenommen. Die Ordinatenwerte bei N, = 1 kénnen aufgrund von Untersuchungen an 29 Werkstoffert, fir die elastische Dehnungskurve mit dem Faktor 3,5 . 6, /E und fuir die plastische Dehnungskurve mit dem Faktor #5 °° beschrieben werden. Die elastische Bruchkenntinie ergibt sich damit zu 2e . @.8) ael die plastische zu (8.9) (8.10) Beim Vier-Punkt-Korrelationsverfahren werden die Geraden 2€.., = f (N,,) und 2€ an =f (Ng) durch jeweils zwei Punkte festgelegt, und zwa ope 2E ay = f(g) bei N= 1/4: 26 = 2,5 Se (8.11) 5 %e und bei N = 10° ; 2€ =0,9> (6.12) a E 3/4 zene =10: i api =f (Ng) bei N, = 10 + 2€ = 1/48, ‘ (8.13) f 10°) und bei Ng = 10": 2€ (8.14) 8 a » garunter Al, Ag, Ti, Mg und verschiedene Stéhle - 75 - Saye entspricht der wirklichen Spannung, die im Augenblick des Bruches vorhanden t. Man erhalt sie, in dem die Kraft beim Bruch durch die Bruchflache di ert wird. Naherungsweise erhailt man diesen Wert aus der Beziehung (8.15) wobei 9, die Formanderung beim Bruch ist, letztere wird definiert als . Inz= = Inqsp @.16) 8 Mit den oben beschriebenen Verfahren kénnen nur die Anrifkenntinien fir Versuche ohne Haltezeit berechnet werden. Verfahren zur Beriicksichtigung des Haltezeitein- flusses wurden auch von mehreren Autoren entwickelt. Edmund und White /35 / haben aus Relaxationskurven von Dehnungswechselversuchen mit Haltezeit abgeleitet, um die Bruchlastspielzeh! bei zusatzlicher Haltezeit zu be- stimmen, dies sind: 2) Addition der Relaxationsspannung Bei diesem Verfahren gehen sie davon aus, daB die Probe im Dehnungswechsel - DOR versuch zu Bruch geht, wenn die Summe der RelaxationsdehnungenE—=— gleich der Bruchdehnung €,, im Zeitstandversuch ist, also (8.17) b) Addition der Relaxationszeiten Bei diesem Verfahren werden die Relaxationskurven in Zeitabschnitte At aufge- jeilt und flr den jewe! jen Zeitabschnitt die vorhandene Mittelspannung bestimmt. Mit dieser Mittelspannung ergibt sich aus der Zeitstandlinie die zugehérige Bruch- zeit t.,. Addiert man nun die Verhaltnisse At/t,, Uber die gesamte Haltezeit, dann 10%) auf den es hier ankornmt eine gute Ubereinstimmung. Bei mittleren und niedrigeren AnriBlastspielzahlen liegen die konstruierten Kurven tiefer als die experimentellen (konservativ). Zum Vergleich mit den in TRD 301 /75/ sowie in ASME-Design code case 1331 (nach /97/) angegebenen AnriBkenntinien sind Bild 8.42 die experimentelle AnriBkennlinie ohne Haltezeit sowie das Streuband der Versuche mit Haltezeit von * 5 bis * 90 min flr den Werkstoff 28 CrMoNi 49 bei 530°C aufgetragen. Bei N,> 10° liegt die TRD-Kurve leicht unter der Anri8kennlinie aus dem Versuch ohne Haltezeit, jedoch an der oberen Grenze des Streubandes von Versuchen mit Haltezeiten. Zu niedrigeren AnriBlastspielzahlen hin schneidet die TRD-Kurve das Streuband aus den Versuchen mit Haltezeit, so daB sie nun im Bereich N, < 200 tiefer als das Streuband liegt. Kurve nach ASME Design Code Case 1331 liegt in allen Bereichen der AnriBlastspielzahl tiefer als die Versuchsergebnisse, da hier ein Sicherheits- beiwert von 2 beztiglich der Dehnungsamplitude bzw. von 20 beziiglich der Bruchlastspielzeh! schon beriicksichtigt wird. Diese Sicherheiten sind tatsdich- lich nicht gegeben, da sich im Bereich héherer Wechselzahlen die ASME- Design Kurve dem Streuband aus den Versuchen mit Haltezeiten annahert. Wird bei den Werten, die an der unteren Grenze des Streubandes liegen, der Sicher- heitsfaktor von 2 beziiglich Dehnungswechselamplitude beriicksichtigt, so liegt die neue Auslegungskurv e im Bereich N, > 400 wesentlich tiefer als die des ASME-Design Code. Ein Vergleich zwischen Bruchkennlinien nach ASME (Failure curve - ohne Be~ ruicksichtigung des Sich erheitsbeiwertes) und Versuchsergebnisse an der MPA Stuttgart (vorwiegend Kesselbaustéhle) wurde von KuBmaul /26/ und Luft /27/ ich gemacht. Daraus ergab sich ebenfalls, da} die MPA -Versuchswerte wesent tiefer liegen als die in ASME angegeben en Bruchkennlinien. - 83 - 9. Zusammenfassung An einer StahiguBlegierung GS-17 CrMoV 5 11, zwei Schmiedestahlen 28 CrMoNiV 49 und 21 CrMoV 511 und einem Kesselblech 13 Cro 44 wurde das Werkstoffverhalten im Gebiet der Zeitfestigkeit im Termperatur- bereich von AT bis 600°C bei verschiedenen Haltezeiten im Zug-Druckge- biet untersucht, Nachfolgend sind die dabei erhaltenen Ergebnisse zusarmmen- gefast: Zu Aufgabe: » a) Im allgemeinen sinkt die ertragbare AnriBlastspielzah! fur bestimmte Dehnungsschwingbreiten mit zunehmender Versuchstemperatur. Ausnahmen kann es jedoch fiir hohe Dehnungsschwingbreiten in dem Temperaturbereich geben, in dem der Werkstoft statisch ein ausgepragtes Zéhigkeitsminimum besitzt. In diesem Bereich kann es zu Lastspielzahlen kommen, die unter denen bei weiter erhéhter Temperatur liegen (2.8. liegt die AnriBkennlinie GS-17 CrMoV 511 bei 400°C tiefer als die bei 530°C). In der Praxis hat dieser Effekt nur e sekundére Bedeutung. b) Die Abnahme der ertragbaren AnriBlastspielzahl bei hdheren Temperaturen kann zum grofen Teil auf Oxydationseffekte zuriickgefuinrt werden, Je zunderbestiindiger. der Werkstoff ist, desto kleiner wird der Unterschied der Ani lastspielzahlen zwischen den RT- und den HT-Versuchen. Versuche im Vakuum und in Luft nach /33/ bestatigen diese Aussage. ¢) Die von Manson entwickelten Berechnungsverfahren (Verfahren nach der universalen Neigung, Vier-Punkt-Korrelationsverfahren) bauen auf der statischen Festigkeit und Zahigkeit des Werkstoffes auf. Da das Zunderverhalten zur Berechnung nicht berlicksichtigt wird, sind diese Verfahren zur Berechnung der AnriBlastspielzahl bei erhéhten Temperaturen nicht geeingnet, Bild 9.1. Fir die untersuchte zunderbestndige Ni-Legierung dagegen ist das Manson- Verfahren geeignet. 1) siehe Abs. 2 Aufgabenstellung