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Die Kaumuskulatur | Wie sind die Kaumuskeln aufgebaut?

Die Kaumuskulatur | Wie sind die Kaumuskeln aufgebaut? Autor Dr. Rene Schumann Bild:  1, M.

Bild:

1, M. temporalis - Schläfenmuskel

2, M. masseter - Kaumuskel

Kaumuskulatur - Mm. masticatorii

Die Kaumuskulatur entspringt der Schädelbasis und der Schädelseite. Alle Kaumuskeln haben ihren Ansatz am Unterkiefer und können diesen schließen. Sie werden vom V. Hirnnerven (N. trigeminus) versorgt. Die paarig angelegte Muskulatur kann seitengleich wirken oder einseitig (Mahlbewegungen). Beim Kauakt sind allerdings noch weitere Muskeln beteiligt:

Mundbodenmuskulatur, Zungenmuskulatur und eine Reihe von Gesichtsmuskeln im Bereich der Mundöffnung.

Reihe von Gesichtsmuskeln im Bereich der Mundöffnung. Bild : Ausdehnung des größten Kaumuskels: M. temporalis;

Bild: Ausdehnung des größten Kaumuskels: M. temporalis; a, Schläfenbein; b, Kronenfortsatz (Processus coronoideus)

1, M. temporalis - Schläfenmuskel

Der Schläfenmuskel ist der kräftigste aller Kaumuskeln.

Funktion: schließt den Kiefer

Ursprung: Schläfenbeingrube (Fossa temporalis), Schläfenfaszie (Fascia temporalis)

Ansatz: Kronenfortsatz des Unterkiefers (Processus coronoideus)

Innervation: Schläfen-Äste des N. mandibularis

2, M. masseter - Kaumuskel

Funktion: schließt den Kiefer und unterstützt Mahlbewegungen

Ursprung:

o

o

Ansatz:

o

o

a, Pars superficialis oberflächlicher Teil: vordere Hälfte des Jochbogens

b, Pars profunda tiefer Teil: hintere Hälfte des Jochbogens

a, äußerer Anteil des Unterkiefer-Winkels (Angulus mandibulae)

b, Unterkiefer-Ast, Tuberositas masseterica

Innervation: N. massetericus des N. mandibularis

 Innervation: N. massetericus des N. mandibularis Bild : Blick auf die Flügelmuskel; a, Ein Teil

Bild: Blick auf die Flügelmuskel; a, Ein Teil des Unterkiefers wurde entfernt.

3, M. pterygoideus medialis innerer Flügelmuskel

4, M. pterygoideus lateralis äußerer Flügelmuskel

o

4a, Pars superior

o

4b, Pars inferior

3, M. pterygoideus medialis innerer Flügelmuskel

Funktion: schließt den Kiefer

Ursprung: Fossa pterygoidea des Keilbeins

Ansatz: Innenfläche des Unterkieferwinkels

Innervation: R. pterygoideus medialis des N. mandibularis

4, M. pterygoideus lateralis äußerer Flügelmuskel

Funktion: Bei einseitiger Kontraktion wird der Unterkiefer zur Gegenseite verschoben. Dieses ist wichtig für die Mahlbewegung. Bei beidseitiger Kontraktion wird der Unterkiefer nach vorne geschoben.

Ursprung:

o

o

Ansatz:

o

o

a, Pars superior oberer Anteil: großer Keilbeinflügel

b, Pars inferior unterer Anteil: Lamina lateralis des Processus pterygoideus

a, Discus articularis im Kiefergelenk

b, Processus condylaris des Unterkiefers

Innervation: R. pterygoideus lateralis des N. mandibularis

Die kurze Nackenmuskulatur gehört zur Gruppe der Rückenmuskulatur

Die kurzen Nackenmuskeln können den Kopf kraftvoll strecken und drehen. Die Nervenversorgung erhalten sie von den Spinalnerven des Halses (Nn. cervicales).

Gerade Nackenmuskulatur

1, Musculus rectus capitis posterior minor kleine hintere gerade Kopfmuskulatur

Funktion: Kopfstreckung, Neigung und Drehung zur gleichen Seite

Ursprung: hinterer Höcker (Tuberculum posterius) des Atlas (1. Halswirbel)

Ansatz: Linea nuchalis inferior

Innervation: hinterer Ast der Nn. cervicales C1,2

2, Musculus rectus capitis posterior major große hintere gerade Kopfmuskulatur

Funktion: Kopfstreckung, Neigung und Drehung zur gleichen Seite

Ursprung: Processus spinosus des Axis (Dornfortsatz des 2 Halswirbels)

Ansatz: Linea nuchalis inferior

Innervation: hinterer Ast der Nn. cervicales C1,2

Schräge Nackenmuskulatur

3, M. obliquus capitis superior oberer schräger Kopfmuskel

Funktion: Kopfstreckung, Neigung und Drehung zur gleichen Seite

Ursprung: hinterer Höcker des Atlas-Querfortsatzes

Ansatz: Linea nuchalis inferior

Innervation: hinterer Ast der Nn. cervicales C1,2

4, M. obliquus capitis inferior - unterer schräger Kopfmuskel F unktion: Dreht den Kopf zur

4, M. obliquus capitis inferior - unterer schräger Kopfmuskel

Funktion: Dreht den Kopf zur gleichen Seite

Ursprung: Dornfortsatz des Axis (2. Halswirbel)

Ansatz: Processus transversus atlantis

Innervation: hinterer Ast der Nn. cervicales C1,2

Bild: Nackenmuskulatur von hinten; die oberflächlichen Halsmuskeln sind entfernt.

1, Musculus rectus capitis posterior minor

2, Musculus rectus capitis posterior major

3, M. obliquus capitis superior

4, M. obliquus capitis inferior

a, Hinterhauptsbein (Os occipitale)

b, M. semispinalis capitis

c, Warzenfortsatz (Processus mastoideus)

d, M. longissimus capitis

e, 1. Rippe

f, M. semispinalis cervicis

g, Dornfortsatz des 2. Halswirbels (Processus spinosus axis)

Die Halsmuskeln | Welche Muskeln gehören zur Halsmuskulatur?

Übersicht - Einteilung der Halsmuskulatur

Tiefe Schicht

o Schlundmuskulatur o Kehlkopfmuskulatur Autor Dr. Rene Schumann Bild : Seitliche Sicht auf die

Bild: Seitliche Sicht auf die Halsmuskulatur (das Platysma ist entfernt):

2, M. sternocleidomastoideus

3, M. scalenus anterior

4, M. scalenus medius

a, M. splenius capitis

b, M. levator scapulae

c, M. omohyoideus: oberer Bauch (c1), unterer Bauch (c2)

d, M. trapezius

e, M. deltoideus

f, Schlüsselbein

g, großer Brustmuskel

h, M. sternohyoideus

i, unterer Schlundschnürer

j, M. thyrohyoideus

k, Zungenbein

l, M. geniohyoideus

m, M. digastricus mit vorderem Bauch (m1), Zwischensehne (m2) und hinterem Bauch (m3)

n, M. mylohyoideus

o, Unterkiefer

p, M. Hyoglossus

q, mittlerer Schlundschnürer

r, stylohyoideus

Oberflächliche Halsmuskulatur - Derivate der Brachialmuskeln

1, Platysma - Hautmuskel des Halses

Dieser Halsmuskel hat nur wenig Bedeutung beim Menschen. Er befindet sich breitflächig unterhalb der Haut überwiegend am Hals.

Einige Tiere haben einen Hautmuskel fast am ganzen Körper. So kann das Pferd durch Zuckungen dieser Muskulatur lästige Fliegen vertreiben.

Funktion: spannt die Halshaut, kann etwas die Unterkiefersenkung unterstützen

Ursprung: Unterkiefer, Faszie der Ohrschpeicheldrüse, Durchflechtung mir der mimischen Muskulatur im Kinn-Bereich

Ansatz: Haut im Bereich der Brust und der Schulter bis zum Rippenknorpel der 2. Rippe

Innervation: R. colli des N. facialis

2, M. sternocleidomastoideus - Kopfnicker - Kopfwender

Das Erscheinungsbild des Halses ist stark geprägt von diesem Halsmuskel.

Funktion: Bei einseitiger Kontraktion dreht er den Kopf zur Gegenseite und beugt die Halswirbelsäule zur gleichen Seite. Bei beidseitiger Kontraktion wird das Gesicht angehoben.

Ursprung:

o

Caput mediale - innerer Kopf: Handhabe des Brustbeins (Manubrium sterni)

o

Caput laterale - äußerer Kopf: Schlüsselbein

Ansatz: Warzenfortsatz (Processus matoideus), Linea nuchae superior

Innervation: N. accessorius (XI), Plexus cervicalis

Beim muskulären Schiefhals (Torticollis muskularis) ist die Verkürzung dieses Halsmuskels Ursache für die Schiefstellung des Kopfes. Der Kopf wird zur erkrankten Seite geneigt und zur Gegenseite gedreht. Weitere Infos in der Medinfo-Rubrik Torticollis muscularis.

Zungenbeinmuskulatur

Die Halsmuskulatur über dem Zungenbein (Os hyoideum) wird auch obere Zungenbeinmuskulatur oder suprahyale Muskulatur genannt. Sie spielt eine wichtige Rolle beim Kauen, Schlucken und Sprechen. Weitere Einzelheiten sind im Beitrag Zungenbeinmuskulatur zusammengefasst.

Tiefe Muskel-Schicht

Bild : Sicht auf die tiefe Halsmuskulatur von vorne:  3, M. scalenus anterior 

Bild: Sicht auf die tiefe Halsmuskulatur von vorne:

3, M. scalenus anterior

4, M. scalenus medius mittlerer Rippenhalter

5, M. scalenus posterior

7, M. rectus capitis anterior vorderer gerader Kopfmuskel

8, M. longus capitis langer Kopfmuskel

9, M. longus colli - langer Halsmuskel

a, Hinterhauptsbein (Pars basilaris des Os occipitale)

b, 1. Halswirbel = Atlas (Tuberculum anterius atlantis)

c, M. rectus capitis lateralis

d, Querfortsatz des Atlas

e, 2. Rippe

Römische Zahlen von oben nach unten: II.-VII Halswirbel und I.-III. Brustwirbel

Halsmuskeln der Skalenusgruppe - Treppenmuskeln

Die Halsmuskulatur der Skalenusgruppe wird auch Treppenmuskulatur oder Rippenhalter genannt. Sie entspringt den Querfortsätzen der Halswirbel und setzt an den oberen Rippen an.

Funktion: Sie können die 1. Bzw. 2. Rippe heben und haben somit eine Bedeutung als Atemhilfsmuskeln bei der Einatmung. Sie können aber auch in geringem Ausmaß an der Bewegung des Halses beteiligt sein.

Innervation: vordere Äste der Halsnerven (Nn. cervicales)

3, M. scalenus anterior vorderer Rippenhalter

Ursprung: Querfortsätze der Halswirbel 3-6

Ansatz: Tuberculum scaleni an der 1. Rippe

Innervation: C5-7

4, M. scalenus medius mittlerer Rippenhalter

Ursprung: Querfortsätze der Halswirbel 1-7

Ansatz: 1. Rippe

Innervation: C4-8

5, M. scalenus posterior hinterer Rippenhalter

Ursprung: Querfortsätze der Halswirbel 5-6

Ansatz: 2. Rippe

Innervation: C7 oder C8

6, M. scalenus minimus kleinster Rippenhalter

Es handelt sich um einen variabel angelegten Halsmuskel, der funktionell fast keine Bedeutung besitzt.

Ursprung: Querfortsätze der Halswirbel 5,6

Ansatz: 2.(3.) Rippe

Innervation: C8

Prävertebrale Halsmuskulatur - Longusgruppe

Die prävertebralen (vor der Wirbelsäule) Muskeln gehören auch zur Gruppe der tiefen Halsmuskulatur.

Funktion: Beugen bei beidseitiger Kontraktion den Kopf nach vorne. Bei einseitiger Kontraktion wird der Kopf zur gleichen Seite gedreht.

Innervation: vordere Äste der Halsnerven (Nn. cervicalis)

7, M. rectus capitis anterior vorderer gerader Kopfmuskel

Funktion: unterstützt die Seitwärtsneigung und Beugung des Kopfes

Ursprung: Massa lateralis atlantis (1. Halswirbel)

Ansatz: Pars basilaris des Hinterhauptbeins (Os occipitale)

Innervation: C1

8, M. longus capitis langer Kopfmuskel

Funktion: Kopfneigung nach vorne

Ursprung: Querfortsätze der Halswirbel 3-6

Ansatz: Pars basilaris des Hinterhauptbeins

Innervation: C1-3

9, M. longus colli - langer Halsmuskel

Funktion: leichte Drehung des Kopfes zu selben Seite und Beugung, je nach Kontraktion

Ursprung: Körper vom 5. Hals- bis 3. Brustwirbel; Querfortsätze der oberen (2.-5.) Halswirbel

Ansatz: Querfortsätze der Halswirbel 5-7; Körper der Halswirbel 2-4; Tuberculum anterius atlantis (1. Halswirbel)

Innervation: C2-6

Schlundmuskulatur - Rachenmuskeln

Auch die Schlundmuskulatur, Rachenmuskulatur (med: Pharynxmuskulatur) gehört zur tiefen Schicht der Halsmuskulatur.

Die Schlundmuskulatur nimmt beim Schluckakt eine wichtige Funktion ein, wenngleich viele weitere Muskeln daran beteiligt sind. Sie unterstützt durch Heben des Rachens den Verschluss des Kehlkopfes, um das Eindringen von Nahrung in die Luftröhre zu verhindern. Weiterhin ist die Schlundmuskulatur maßgeblich an dem Transport des Bissens vom Rachen in die Speiseröhre verantwortlich.

Schlundmuskulatur: Die Rachenmuskeln können in Schlundschnürer und Schlundheber eingeteilt werden.

Autor Dr. Rene Schumann Schlundmuskulatur - Rachenmuskeln Die Schlundmuskulatur kann in 2 Gruppen eingeteilt werden:

Schlundmuskulatur - Rachenmuskeln

Die Schlundmuskulatur kann in 2 Gruppen eingeteilt werden:

Die Schlundmuskulatur, Rachenmuskulatur (med: Pharynxmuskulatur) nimmt beim Schluckakt eine wichtige Funktion ein, wenngleich viele weitere Muskeln daran beteiligt sind (einen sog. 'Schluckmuskel' gibt es nicht). Sie unterstützt durch Heben des Rachens den Verschluss des Kehlkopfes, um das Eindringen von Nahrung in die Luftröhre zu verhindern. Weiterhin ist die Schlundmuskulatur maßgeblich an dem Transport des Bissens vom Rachen in die Speiseröhre verantwortlich.

Bild: Schlundmuskulatur in der Seitenansicht.

1, M. constrictor pharyngis superior

2, M. constrictor pharyngis medius

3, M. constrictor pharyngis inferior

5, M. stylopharyngeus

a, Oberkiefer

b, Mundschließmuskel (M. orbicularis oris)

c, Backenmuskel (M. buccinator)

d, Unterkiefer

e, Zungenbein (Os hyoideum)

f, Schildknorpel

g, M. Cricothyreoideus Ringkorpel-Schilddrüsenmuskel

h, Ringknorpel (Cartilago cricoidea)

i, 1. Luftröhrenknorpel

j, Speiseröhre

k, Raphe pterygomandibularis

l, Griffelfortsatz (Processus styloideus)

Schlundschnürer

Die Schlundschnürer sind großflächige, flache Muskeln, deren Fasern fächerförmig angeordnet sind.

Funktion: Verengung des Schlundes (Pharynx) beim Schlucken; unterstützen aber auch die Schlundhebung und Verkürzung

Ansatz: Die Schlundschnürer setzten an der Raphe pharyngis an. Diese ist ein sehnenartiger Strang an der Rachenhinterwand, welcher am Hinterhauptsbein (Tuberculum pharyngeum) fixiert ist.

1, M. constrictor pharyngis superior oberer Schlundschnürer

Ursprung:

o

a, Pars pterygopharyngea: Lamina medialis des Processus pterygoideus, Hamulus pterygoideus

o

b, Pars buccopharyngea: Raphe pterygomandibularis (k auf dem Bild)

o

c, Pars mylopharyngea: am Unterkiefer (Linea mylohyoidea)

o

d, Pars glossopharyngea: Wurzel der Zunge (Radix linguae), Mundschleimhaut

Innervation: N. glossopharyngeus (IX)

2, M. constrictor pharyngis medius - mittlerer Schlundschürer

Ursprung:

o

a, Pars chondropharyngea: kleines Zungenbein-Horn

o

b, Pars ceratopharyngea: großes Zungenbeinhorn

o

c, Pars tracheopharyngea: 1. Knorpelring der Luftröhre (Cartilago trachealis)

Innervation: Plexus pharyngealis (N. XI, X)

3, M. constrictor pharyngis inferior unterer Schlundschürer

Ursprung:

o

a, Pars thyropharyngea: Schildknorpel-Seitenfläche des Kehlkopfes

o

b, cricopharyngea: Ringknorpel des Kehlkopfes (Cartilago cricoidea)

Ansatz: gegenseitige Durchflechtung

Innervation: N. vagus (X)

Schlundheber

Im Vergleich zu den Schlundschürern sind die Schlundheber relativ kleine, schwache Muskeln.

Funktion: Heben den Schlund (Pharynx) und Kehlkopf

Innervation: N. glossopharyngeus (IX)

4, M. palatopharyngeus

Ursprung: Aponeurosis palatina, Hamulus pterygoideus

Ansatz: Schildknkorpel und Raphe pharyngis

5, M. stylopharyngeus

Ursprung: Griffelfortsatz (Processus styloideus)

Ansatz: Schildknorpel und Tunica submucosa pharyngis

6, M. salpingopharyngeus

Ursprung: Knorpel der Ohrtrompete (Tuba auditoria)

Ansatz: Seitenwand des Rachens

Kehlkopfmuskulatur

Die Kehlkopfmuskeln, welche ebenfalls zur tiefen Halsmuskulatur gehören, bestehen aus quergestreiften Skelettmuskeln.

Die eigentliche Kehlkopfmuskulatur bewegt Knorpelteile des Kehlkopfes und nimmt so Einfluss auf die Stimmbänder. Sie reguliert deren Stellung und Spannungszustand. Man unterscheidet:

Äußere Kehlkopfmuskulatur

Innere Kehlkopfmuskulatur

Die Kehlkopfmuskeln | Welche Muskeln gehören zur Kehlkopfmuskulatur?

Innere Kehlkopfmuskulatur Die Kehlkopfmuskeln | Welche Muskeln gehören zur Kehlkopfmuskulatur? Autor Dr. Rene Schumann

Bild: Kehlkopfmuskulatur in der Sicht von oben in den Kehlkopf:

3, M. cricoarytaenoideus posterior

5, M. cricoarytaenoideus lateralis

7, M. thyroarytenoideus

8, M. arytaenoideus transversus

a, Ringknorpel (Cartilago cricoidea)

b, Stimmband (Ligamentum vocalis)

c, Schildknorpel (Cartilago thyroidea)

d, Stimmritze

Kehlkopfmuskulatur

Die Kehlkopfmuskulatur besteht aus quergestreiften Skelettmuskeln.

Die eigentliche Kehlkopfmuskulatur bewegt Knorpelteile des Kehlkopfes und nimmt so Einfluss auf die Stimmbänder. Sie reguliert deren Stellung und Spannungszustand. Man unterscheidet:

Weiterhin gibt es Muskeln am Kehlkopf, welche diesen als Ganzes bewegen. Diese Muskeln gehören zur Gruppe der unteren Zungenbeinmuskulatur. Indirekt wirken auch die oberen Zungenbeinmuskeln über das Zungenbein auf den Kehlkopf.

Die Innervation erfolgt beim äußeren Kehlkopfmuskel (M. cricothyreoideus) durch den N. laryngeus superior bei der inneren Kehlkopfmuskulatur durch den N. laryngeus inferior.

Äußere Kehlkopfmuskulatur

1, M. cricothyreoideus Ringkorpel-Schildknorpelmuskel

Funktion: Spannt die Stimmfalte: Durch diesen Kehlkopfmuskel wird bei festgestelltem Schildknorpel der Ringknorpel nach hinten bewegt.

Ursprung: Arcus cartilaginis cricoideae

Ansatz: Schildknorpel (Cartilago thyroidea)

Innervation: N. laryngeus superior

Der M. criothyreoideus führt durch die Spannung der Stimmfalte zu einer Erhöhung der Stimme. Mann zu Frau Transsexuelle leiden häufig unter Ihrer zu tiefen Stimme, welche sie

als Mann entlarvt. Durch eine Operation wird eine ständige Ansapnnung dieser Kehlkpfmuskulatur imitiert indem der Ringknorpel dem Schildknorpel angenährt wird. Dadurch erhöht sich die Stimmlage. Diese Operation wird cricothyreoidale approximation oder Cricothyroidopexie genannt.

2, (M. thyrohyoideus Schildknorpel-Zungenbeinmuskel)

Wenngleich dieser Muskel vom Schildknorpel entspringt ist entwicklungsgeschichtlich ein unterer Zungenbeinmuskel, was sich in seiner Innervation wiederspiegelt.

Funktion: Zungenbein-Senkung und Kehlkopf-Anhebung entspannt die Stimmbänder

Ursprung: Linea obliqua am Schildknorpel

Ansatz: Zungenbein-Körper

Innervation: C2

 Ansatz: Zungenbein-Körper  Innervation: C2 Bild : Seitansicht. Die linke Hälfte des Schildknorpels ist

Bild: Seitansicht. Die linke Hälfte des Schildknorpels ist hier entfernt, so dass der Blick auf die Kehlkopfmuskulatur frei liegt.:

1, Ursprungsfläche des M. cricothyroideus am Ringknorpel

3, M. cricoarytaenoideus posterior

5, M. cricoarytaenoideus lateralis

7, M. thyroarytenoideus - Schildknorpel-Stellknorpel-Muskel

8, M. arytaenoideus transversus

9, M. arytaenoideus obliquus

10, M. thyroepiglotticus

11, M. aryepiglotticus

a, Ringknorpel (Cartilago cricoidea)

c, Schildknorpel (Cartilago thyroidea)

e, Kehldeckel (Epiglottis)

f, Gelenkfläche für das Schildknorpel-Unterhorn (Facies articularis thyroidea)

g, 1. Luftröhrenknorpel

Der Schildkorpel ist beim Mann deutlich stärker ausgebildet als bei der Frau. Bei Mann zu Frau Transexuellen besteht daher oft der Wunsch dieses typisch männliche Merkmal abzulegen. Durch eine kleine Operation ist es möglich den Schildknorpel der den Adamsapfel formt zu reduzieren. Selten wünschen sich auch Frauen den Adamsapfel zu verkleinern, die von Natur aus einen recht maskulinen Schildknorpel vererbt bekommen haben.

Innere Kehlkopfmuskulatur

3, M. cricoarytaenoideus posterior

Funktion: Erweiterung der Stimmritze durch Drehung des Schildknorpels um die Vertikalachse und Seitwärtsneigung. Die Stimmbänder werden angespannt.

Ursprung: Lamina des Ringknorpels (Cartilago cricoidea)

Ansatz: Processus muscularis des Stellknorpels (Cartilago arytenoideus)

4, M. ceratocricoideus

Der Muskel ist nur bei einem Viertel der Menschen vorhanden.

Funktion: praktisch keine Funktion

Ursprung: unteres Horn des Schildknorpels

Ansatz: Ringknorpel

5, M. cricoarytaenoideus lateralis

Funktion: Verengung der Stimmritze durch Bewegen der Stellknorpel zur Mittellinie hin. Die Stimmbänder entspannen sich.

Ursprung: Arcus des Ringknorpels

Ansatz: Processus muscularis des Stellknorpels

6, M. vocalis - Sprachmuskel, Sprechmuskel

Funktion: Spannungsregelung der Stimmfalte durch isometrische Kontraktion; kann diese verschließen

Ursprung: Rückfläche des Schildknorpels (Cartilago thyroidea)

Ansatz: Processus vocalis des Stellknorpels

thyroidea)  Ansatz: Processus vocalis des Stellknorpels  3, M. cricoarytaenoideus posterior  8, M.

3, M. cricoarytaenoideus posterior

8, M. arytaenoideus transversus

9, M. arytaenoideus obliquus

a, Ringknorpel (Cartilago cricoidea)

c, Schildknorpel (Cartilago thyroidea)

e, Kehldeckel (Epiglottis)

h, Luftröhre (Trachea)

Bild: Hintere Kehlkopfmuskulatur:

7, M. thyroarytenoideus - Schildknorpel-Stellknorpel-Muskel

Funktion: Verengung der Stimmritze (Agonist des M. cricoarytaenoideus lateralis)

Ursprung: Schildknorpel

Ansatz: Stellknorpel

8, M. arytaenoideus transversus

Funktion: Verengt die Stimmritze durch annähern der beiden Stellknorpel; die Stimmbänder werden angespannt

Ursprung: Stellknorpel einer Seite

Ansatz: Gegenüberliegender Stellknorpel

9, M. arytaenoideus obliquus

Funktion: Der Kehlkopfmuskel verengt die Stimmritze (Anspannung der Stimmbänder) indem er die Stellknorpel einander annähert.

Ursprung: hintere Fläche des Stellknorpels einer Seite

Ansatz: Stellknorpelanteil der gegenüberliegenden Seite

10, M. thyroepiglotticus

Funktion: kann Kehldeckel etwas nach vorne ziehen

Ursprung: Schildknorpel

Ansatz: Kehldeckel (Cartilago epiglottica) und Membrana quadrangularis

11, M. aryepiglotticus

Funktion: kann den Kehldeckel etwas nach hinten ziehen

Ursprung: Spitze des Stellknorpels (Apex cartilaginis arytenoideae)

Ansatz: Kehldeckel (Epiglottis)

Aufteilung der Brustmuskulatur

Die Brustmuskeln gehören zur Schultergürtel-Muskulatur und bestehen hauptsächlich aus 2 Einheiten: Der gut sichtbare große Brustmuskel und der darunter liegende kleine. Der Rabenarmmuskel und der selten vorhandene Brustbeinmuskel gehören ebenfalls in diese Gruppe.

Weiterhin sind die Zwischenrippenmuskeln (eigentlich Brustkorbmuskeln) zu erwähnen, die eine wichtige Bedeutung als Atemhilfsmuskeln haben.

1, M. pectoralis major - großer Brustmuskel

Der große Brustmuskel lässt sich folgendermaßen unterteilen:

1a, Pars clavicularis (Schlüsselbein-Anteil)

1b, Pars sternocostalis (Brustbein-Rippen-Bereich)

1c, Pars abdominalis (Bauchbereich)

Funktion: Der große Brustmuskel führt den Arm effektiv zur Mitte (Liegestütze mit breitem Stand der Hände) besonders in angehobener Stellung (Adduktion bes. in Elevationsstellung); Einwärtsdrehung; die Pars clavicularis hilft beim Armheben nach vorn, zieht den Rumpf bei fixiertem Arm an den Arm (Klimmzüge)

Ursprung: Schlüsselbein (dem Brustbein zugewandte Hälfte); 2.-7. Rippenknorpel; vorderes Blatt der Rectusscheide des geraden Bauchmuskels (äußere Hülle des geraden Bauchmuskels)

Ansatz: Crista tuberculi majoris humeri (großer Oberarmhöcker)

Innervation: Nn. pectorales mediales und laterales

Bei der Brustvergrößerung wird das Brustimplantat insbesondere bei sehr schlanken Frauen unter den Brustmuskel gelegt, um das Implantat besser kaschieren zu können und ein natürlicheres Aussehen zu erreichen.

Auch wird der große Brustmuskel für sog. Lappenplastiken verwendet, um z.B. Defekte im Bereich des Brustbeines zu verschließen. Solche Defekte (Sternumdefekt) können u.a. Folge von Wundheilungsstörungen nach Herzoperationen sein.

verschließen. Solche Defekte ( Sternumdefekt ) können u.a. Folge von Wundheilungsstörungen nach Herzoperationen sein.

2, M. pectoralis minor - kleiner Brustmuskel

Der kleine Brustmuskel liegt unter dem großen Brustmuskel und ist deutlich schmächtiger.

Funktion: Senkt und kippt das Schulterblatt nach vorn; kann als Atemhilfsmuskel wirken, indem er bei festgestelltem Arm die Rippen anhebt

Ursprung: 3.-5. Rippe

Ansatz: Processus coracoideus (Rabenschnabelfortsatz)

Innervation: Nn. pectorales mediales und laterales

3, M. sternalis - Brustbeinmuskel

Der Brustbeinmuskel ist variabel angelegt und nur bei etwa 5 % der Europäer vorhanden. Er ist ein Rudiment (Überbleibsel älterer Evolutionsstufen) und wie das Platysma ein Hautmuskel.

Ursprung und Ansatz: keine!; verläuft längs des Randes des Brustbeines

Funktion: keine

Innervation: Nn. pectorales und oder intercostales

4, M. coracobrachialis - Rabenarmmuskel

Funktion: Vorwärtsführen des Armes (Anteversion)

Ursprung: Rabenschnabelfortsatz (Processus coracoideus)

Ansatz: vordere Fläche des Oberarmknochens (Facies anterior medialis)

Innervation: N. musculocutaneus

Gesichtsmuskeln der Lidregion

Der M. orbicularis oculi ist auf dem Bild mit der Ziffer 1 dargestellt. Er gehört zu den Hautmuskeln und umschließt das Auge ringförmig.

Funktion des M. orbicularis oculi: schließt die Lider; bewegt die Augenbraue und ist der Muskel, dem die Krähenfüße und die Unterlidfalten zugeschrieben werden können.

Ursprung:

o

o

Ansatz:

o

o

Pars palpebralis: Ligamentum palpebrale mediale am inneren Lidwinkel

Pars orbitalis: Pars nasalis am Stirnbein; Tränenbein (Os lacrimale)

Pars palpebralis: Ligamentum palpebrale laterale am äußeren Lidwinkel

Pars orbitalis: zirkulär am Rand der Augenhöhle (Orbita)

Innervation: N. facialis Rami (Rr.) temporales (Schläfenäste)

Der M. depressor supercilii ist auf dem Bild mit der Nr. 2 dargestellt. Er gehört zu den Hautmuskeln. Er ist nicht zu verwechseln mit dem M. corrugator supercilii der tiefer unter ihm liegt.

Funktion:Der M. depressor supercilii ist Verursacher der Querfalte an der Nasenwurzel.

Ursprung: spaltet sich vom M orbicularis oculi ab

Ansatz: Haut des inneren Augenbrauendrittels

Innervation: Schläfenäste des N. facialis

Den M. corrugator supercilii finden Sie auf der Abbildung unter der Nr. 2. Er ist in dieser Region der am tiefsten liegende Muskel und setzt am Stirnbein an.

Funktion: M. corrugator supercilii ist zuständig für den zornigen Blick,er verursacht die Zornesfalten.

Ursprung: Pars nasalis am Stirnbein

Ansatz: Haut des inneren Teils der Augenbrauen

Innervation: N. facialis Rami (Rr). temporales (Schläfenäste)

Mundöffnung Gesichtsmuskeln der Mundspalte

4, M. orbicularis oris Mundschließmuskel, Mundringmuskel: Verengt und schließt die Mund; formt Kußmund bzw. Spitzmund. Die Mundfalten, Lippenfalten bzw. Raucherfalten um die Lippen herum entstehen durch diesen Muskel.

Der M. orbicularis oris ist auf dem Bild mit der Ziffer 4 dargestellt. An der Unterlippe wird der Muskel zum Teil bedeckt vom M. depressor anguli oris und Musculus depressor labii inferioris. Diese Muskeln sind auf der Abbildung zum Teil durchtrennt, so dass der M. orbicularis oris sichtbar ist. Der Mundschließmuskel umringt die Mundöffnung komplett und bildet seitlich der Mundwinkel einen Durchflechtungsknoten auch Muskelknoten genannt. Hier durchflechten sich die Faserbündel des Oberlippen- und Unterlippenanteils des Mundschließmuskels. Dieser Muskelknoten ist auch als Ansatz für weitere Gesichtsmuskeln wichtig, welche die Lippen und den Mundwinkel bewegen. Summa summarum ist der M. orbicularis oris ist also kein wirklicher Ringmuskel. Er besteht aus einem Ober- und einem Unterlippenanteil, die jeweils paarig angelegt sind. Die beiden Oberlippenanteile sind ebenso wie die Unterlippenanteile in der Mittellinie verflochten.

Funktion: Der M. orbicularis oris verengt und schließt den Mund; formt Kußmund bzw. Spitzmund. Die Mundfalten, Lippenfalten bzw. Raucherfalten um die Lippen herum entstehen durch die Aktivität dieses Muskels. Diese ist insbesondere bei Rauchern deutlich gesteigert.

Ursprung und Ansatz: ordnet sich ringförmig um den Mund herum an

Innervation: N. facialis buccale Äste, Ramus (R.) marginalis mandibularis

5, M. buccinator (auch buccalis) Backenmuskel, Trompetermuskel: Die Synonyme Backenblaser, Saugmuskel, und Trompetermuskel beschreiben seine Funktion treffend.

Für den Musculus buccinator (c) gibt es veschiedene Synonyme: M. buccalis, Backenmuskel, Trompetermuskel, Backenblaser, Saugmuskel.

Der M. buccinator ist auf dem oberen Bild mit der c, dargestellt. Auf dem unteren Bild ist er im Dreieck zwischen Musculus risorius (9) M. zygomaticus major (14) und Musculus masseter (b) zu sehen.

Funktion: Die Synonyme Backenblaser, Saugmuskel, und Trompetermuskel

beschreiben seine Funktion treffend. Der M. buccinator verengt die Mundhöhle und hat somit eine wichtige Funktion beim Kauakt und beim Druckaufbau (Blasen, Pusten,

) Er bewegt unter anderem den Mundwinkel zur Seite.

Ursprung: Oberkiefer- und Unterkieferknochen,

Ansatz: M. orbicularis oris

Innervation: N. facialis, buccale Äste

6, M. depressor labii inferiores Niederzieher der Unterlippe: zieht die Unterlippe nach seitlich unten >> Bei der Kinnvergrößerung wird das Kinnimplantat unter diesen Gesichtsmuskel gelegt.

Der M. depressor labii inferiores ist auf der Abbildung mit der Nr. 6 dargestellt. Der Muskel wird zum großen Teil vom M. depressor anguli oris bedeckt (siehe Abbildung, Nr. 7).

Funktion: Der M. depressor labii inferiores zieht die Unterlippe nach seitlich unten

Ursprung: Unterrand des Unterkiefers

Ansatz: Unterlippe

Innervation: R. marginalis mandibularis des N. facialis

Der M. depressor anguli oris ist auf dem Bild mit der Ziffer 7 beschriftet. Er zieht vom Muskelknoten seitlich der Mundwinkel abwärts und bedeckt einen Großteil des M. depressor labii inferioris.

Funktion: Der M. depressor anguli oris ist maßgeblich beteiligt am Herabziehen der Mundwinkel.

Ursprung: Unterrand des Unterkiefers; auch mit dem Platysma verbunden

Ansatz: Muskelknoten seitlich der Mundwinkel

Innervation: R. marginalis mandibularis des N. facialis

8, M. transversus menti - querverlaufender Kinnmuskel: Nur hin und wieder angelegt.Runzeln die Haut des Kinns

Der M. transversus menti ist auf dieser Abbildung nicht zu sehen. Es handelt sich um einen gelegentlich aber nicht immer angelegten Muskel, dessen Faserzüge sich am unteren Kinn zwischen dem M. depressor anguli oris (Herabzieher des Mundwinkels) (Nr. 7) der rechten und linken Seite erstrecken.

Funktion: Der M. transversus menti kann die Haut des Kinns runzeln.

Ursprung und Ansatz: Die Fasern verlaufen quer unter dem Kinn.

Innervation: N. facialis

9, M. risorius Lachmuskel: Er macht trotz seines Namens nur ein Teil, der beim Lachen involvierten Gesichtsmuskulatur aus. Er zieht die Mundwinkel zur Seite und bildet das 'Lachgrübchen'.

Der M. risorius ist zwar dem Namen nach der "Lachmuskel", funktionell ist dieses aber der deutlich kräftigere M. zygomaticus major.

Der M. risorius ist auf dem Bild mit der Ziffer 9 dargestellt.

Er macht trotz seines Namens nur ein Teil, der beim Lachen involvierten Gesichtsmuskulatur aus.

Funktion: Der M. risorius zieht die Mundwinkel zur Seite; bildet das 'Lachgrübchen'

Ursprung: Faszie der großen Speicheldrüse (Fascia parotidea)

Ansatz: Muskelknoten im Bereich der Mundwinkel

Innervation: Rami buccales N. facialis

10, M. mentalis Kinnmuskel Heber des Kinns: Verursacher des Kinngrübchens und der Kinnfalten (im Alter). Den 'Flunsch' der Kinder ist sein Zusammenspiel mit dem Mundringmuskel.

Der M. mentalis ist auf der Abbildung unter der Ziffer 10 zu sehen. Er liegt unterhalb des M. depressor labii inferioris.

Funktion: Der M. mentalis ist Verursacher des Kinngrübchens und der Kinnfalten (im Alter). Den 'Flunsch' der Kinder ist sein Zusammenspiel mit dem Mundschließmuskel (M.orbicularis oris).

Ursprung: Unterkiefer (am unteren Rand der Alveolen)

Ansatz: Kinnhaut oberhalb der queren Kinnfurche

Innervation: R. marginalis mandibularis des N. facialis

11, M. levator anguli oris Heber des Mundwinkels: zieht den Mundwinkel nach oben

Der M. levator anguli oris liegt in der Tiefe und ist auf dem Bild zwischen M. levator labii superioris (12) und M. zygomaticus minor (15) sichtbar.

Funktion: Der M. levator anguli oris zieht den Mundwinkel nach oben.

Ursprung: Fossa canina des Oberkiefers

Ansatz: Muskelknoten im Bereich der Mundwinkel

Innervation: Rr. zygomatici des N. facailis

Der M. levator labii superioris ist auf dem Bild mit der Ziffer 12 dargestellt. Er zieht über das Foramen infraorbitale und bedeckt die hier austretenden Leitungsbahnen (N. infraorbitalis und Gefäße).

Funktion: Der M. levator labii superioris zieht die Oberlippe nach oben.

Ursprung: Oberkiefer (oberhalb des Foramen infraorbitale)

Ansatz: Mundringmuskel und Haut

Innervation: Rr. zygomatici des N. facailis

13, M. levator labii superioris alaeque nasi Heber der Oberlippe und des Nasenflügels: zieht den Nasenflügel und die Oberlippe aufwärts

Der M. levator labii superioris alaeque nasi ist der Gesichtsmuskel mit dem längsten Lateinischen Namen. Dieser beschreibt seine Ausdehnung und FInktion: Heber der Oberlippe und des Nasenflügels. Auf dem Bild ist der M. levator labii superioris alaeque nasi mit der Ziffer 13 dargestellt. Der Muskel überlagert zur Nase hin die seitlichen Muskelfasern des M. nasalis.

Funktion: Der M. levator labii superioris alaeque nasi zieht den Nasenflügel und die Oberlippe aufwärts.

Ursprung: Processus frontalis des Oberkiefers

Ansatz: Nasenflügel- und Oberlippenhaut

Innervation: Rr. zygomatici des N. facailis

14, M. zygomaticus major großer Jochbeinmuskel: Es handelt sich um den eigentlichen Lachmuskel. Er zieht die Mundwinkel nach außen oben.

Der M. zygomaticus major ist der eigentliche Lachmuskel da er den Hauptanteil der Lachmimik übernimmt. Allerdings sind am Lachen eine Reihe anderer Muskeln mitbeteiligt. Der M. risorius der dem Namen nach "Lachmuskel" heisst, ist nur ein "kleiner Helfer". Der M. zygomaticus major ist auf dem Bild mit der Nr. 14 zu sehen.

Es handelt sich um den eigentlichen Lachmuskel.

Funktion: Der M. zygomaticus major zieht die Mundwinkel nach außen oben.

Ursprung: Jochbein (Os zygomaticum)

Ansatz: Haut der Oberlippe und Muskeln im Bereich des Mundwinkels

Innervation: Rr. zygomatici des N. facailis

15, M. zygomaticus minor kleiner Jochbeinmuskel: zieht die Oberlippen nach außen oben

Der M. zygomaticus minor ist auf den Bildern mit der Ziffer 15 beschriftet.

Funktion: Der M. zygomaticus minor ist ein dünner schwacher Muskel der die die Oberlippen nach außen oben zieht.

Ursprung: Jochbein (Os zygomaticum)

Ansatz: Haut der Oberlippe

Innervation: Rr. zygomatici des N. facailis

Muskeln der Kopfschwarte - M. epicranius

M. epicranius kann unterteilt werden in den M. occipitofrontalis und den M. temporoparietalis. Die Muskelanteile liegen an der Schläfe, am Hinterhaupt und an der Stirn.

16, M. occipitofrontalis: Teilt sich auf in den vorderen Bauch (Stirn) und den Hinterhauptsbauch.

o

16a, Venter frontalis Stirnmuskel: Der Stirnmuskel (Musculus frontalis) liegt großflächig auf der Stirn und hebt die Augenbrauen und die Stirnhaut. Die queren Stirnfalten werden durch ihn verursacht. Das Stirnrunzeln drückt z.B. Erstaunen aus.

o

16b, Venter occipitalis - Hinterhauptsmuskel: praktisch funktionslos

16, M. occipitofrontalis

Der M. occipitofrontalis Teilt sich auf in den vorderen Bauch (Stirn) und den Hinterhauptsbauch. Der Erste wird M. frontalis = Stirnmuskel genannt, der Zweite M. occipitalis = Hinterhauptsmuskel. Beide Muskel sind über eine Aponeurose (Galea) miteinander verbunden und werden als Einheit M. occipitofrontalis genannt.

16a, Venter frontalis Stirnmuskel - M. frontalis

Funktion: Der Stirnmuskel (Musculus frontalis) liegt großflächig auf der Stirn und hebt die Augenbrauen und die Stirnhaut. Die queren Stirnfalten werden durch ihn verursacht. Das Stirnrunzeln drückt z.B. Erstaunen aus.

Ursprung: Augenbrauennahe Strinhaut

Ansatz: Schädelhaube (Galea aponeurotica)

Innervation: Schläfenäste des N. facialis

16b, Venter occipitalis - Hinterhauptsmuskel - M. occipitalis

Funktion: praktisch funktionslos

Ursprung: Linea nuchalis suprema am Hinterhauptsbein(Os occipitalis)

Ansatz: Galea aponeurotica

Innervation: Hinterhauptsäste des N. auricularis posterior

17, M. temporoparietalis: Heben der Ohren; Der Gesichtsmuskel liegt dem M. temporalis (ein Kaumuskel) auf.

17, M. temporoparietalis

Funktion: Der M. temporoparietalis ist praktisch funktionslos, kann prinzipiell aber die Ohren etwas heben.

Ursprung: Schädelhaube (Galea aponeurotica)

Ansatz: Wurzel der Ohrmuschel

Innervation: Innervation: Schläfenäste des N. facialis

Muskeln der Nasenöffnung

18, M. nasalis Nasenmuskel: Verengung des Nasenloches

Funktion: Der M. nasalis kann das Nasenloch verengen.

Unterteilung: Pars transversa und Pars alaris

Ursprung: Haut über Eck- und Schneidezähne

Ansatz: Nasenflügel und Nasenrücken

Innervation: Rr. buccalis des N. facialis

19, M. depressor septi nasi Niederzieher der Nasenscheidewand: Der Muskel kann entgegen seines alten deutschen Namens die Nasenscheidewand nicht bewegen. Herabziehen der Nasenspitze

Der M. depressor septi nasi kann entgegen seiner Bezeichnung die Nasenscheidewand nicht bewegen, ist aber in der Lage die Nasenspize etwas zu senken.

Funktion: Herabziehen der Nasenspitze

Ursprung: oberhalb des mittleren Schneidezahnes

Ansatz: knorpeliger Teil der Nasenscheidewand

Innervation: Rr. buccalis des N. facialis

20, M. procerus: Als Hauptnasenrümpfer ist er Verursacher der Nasenfalten.

Der M. procerus ist auf dem Bild mit der Ziffer 20 dargestellt.

Funktion: Der M. procerus ist als Hauptnasenrümpfer der Verursacher der Nasenfalten.

Ursprung: Nasenrücken

Ansatz: Haut der Glabella (Bereich zwischen den Augenbrauen)

Innervation: Rr. buccalis des N. facialis

Muskulatur des äußeren Ohres

Die Muskulatur des äußeren Ohres gehört ebenfalls zu den Gesichtsmuskeln hat aber beim Menschen keine Bedeutung mehr. Weitere Einzelheiten einschließlich der kleinen inneren Muskeln des Ohres finden Sie im Beitrag Ohrmuskeln.

Ohrmuskulatur Ohrmuskeln

Übersicht -

Ohrmuskeln  Innere Ohrmuskeln der Gehörknöchelchen Autor Dr. Rene Schumann Bild oben: Ohrmuskeln in der

Bild oben: Ohrmuskeln in der Seitansicht.

1, M. auricularis anterior

2, M. auriculares superior

3, M. auricularis posterior

a, Temporalis-Faszie

Äußere Ohrmuskeln

Die Muskeln des äußeren Ohres gehören zu den mimischen Gesichtsmuskeln.

Die hier folgenden Ohrmuskeln sind rudimentär (Überbleibsel der Evolution) und haben kaum eine Funktion.

(Überbleibsel der Evolution) und haben kaum eine Funktion. Bild : Beziehung der großen und kleinen äußeren

Bild : Beziehung der großen und kleinen äußeren Ohrmuskeln zum Ohrknorpel.

1, M. auricularis anterior

2, M. auriculares superior

3, M. auricularis posterior

4, M. tragicus

5, M. antitragicus

6, M. helicis major

7, M. helicis minor

1, M. auricularis anterior - vorderer Ohrmuskel

Funktion: zieht Ohrmuschel nach vorn

Ursprung: Schläfenfaszie (Fascia temporalis)

Ansatz: Ohrknorpel-Vorderrand

Innervation: Schläfenäste des N. facialis

2, M. auriculares superior Heber des Ohres

Funktion: kann Ohrmuschel anheben

Ursprung: Schädelhaube (Galea)

Ansatz: Ohrknorpel-Oberrand

Innervation: Schläfenäste des N. facialis

3, M. auricularis posterior Rückwärtszieher des Ohres

Funktion: kann Ohrmuschel nach hinten Ziehen

Ursprung: Processus mastoideus

Ansatz: Ohrknorpel-Hinterwand

Innervation: N. auricularis posterior

Kleine Ohrenmuskeln an der Ohrmuschel

Die foglenden Ohrmuskeln sind sehr klein und variabel und noch unbedeutender als die oben genannten. Sie befinden sich am Knorpel der Ohrmuschel.

4, M. tragicus

5, M. antitragicus

6, M. helicis major

7, M. helicis minor

Innere Ohrmuskeln der Gehörknöchelchen

Die Muskeln der Gehörknöchelchen gehören zu den kleinsten quergestreiften Muskeln des Menschen. Sie sind für die Regulation des Hörvermögens wichtig.

Bild : Der Ohrmuskel M. tensor tympani ( 8 ) längs.  b, Hammer (Malleus)

Bild: Der Ohrmuskel M. tensor tympani (8) längs.

b, Hammer (Malleus)

c, Ohrtrompete längs aufgeschnitten (Tuba auditoria)

d, innere Halsschlagader (A. carotis interna)

e, Trommelfell

f, Amboß (Incus)

8, M. tensor tympani Spanner des Trommelfells

Funktion: kann das Trommelfell spannen

Ursprung: Knorpel der eustachischen Röhre (Tuba auditiva), Kanälchen in der Paukenhöhle

Ansatz: Hals des Hammers (Manubrium des Malleolus)

Innervation: Muskelast des N. mandibularis

9, M. stapedius - Steigbügelmuskel

Funktion: Dämpfung der Schwingungsübertragung zum Steigbügel

Ursprung: Eminentia pyramidalis

Ansatz: Kopf des Steigbügels (Caput stapedis)

Innervation: N. stapedius des N. facialis

Bei einer Lähmung des Steigbügelmuskels werden Töne als zu laut empfunden (Hyperakusis).

Das Platysma ist ein Hautmuskel

Das Platysma ist ein Hautmuskel Bild : Die großflächige Ausdehnung des Playtsma-Muskels (1) wird hier deutlich.

Bild: Die großflächige Ausdehnung des Playtsma-Muskels (1) wird hier deutlich. lau ist die Vena jugularis externa dargestellt.

Ausdehnung und Funktion

Das Wort Platysma ist griechisch und bedeutet soviel wie Platte bzw. breit.

Das Platysma ist ein Hautmuskel welcher sich breitflächig unterhalb der Haut überwiegend am Hals befindet. Es hat nur wenig Bedeutung beim Menschen. Entwicklungsgeschichtlich ist er mit der mimischen Muskulatur eng verwandt. Es handelt sich um eine sehr dünne direkt unter der Haut liegende Muskelfasern.

Einige Tiere besitzen einen Hautmuskel fast am ganzen Körper. So kann das Pferd durch Zuckungen dieser Muskulatur lästige Fliegen vertreiben.

Funktion: Diese besteht darin die Halshaut zu spannen. Das Platysma kann aber auch in geringem Maße das Senken des Unterkiefers und des Mundwinkels unterstützen.

Ursprung: Unterkiefer, Faszie der Ohrschpeicheldrüse, Durchflechtung mir der mimischen Muskulatur im Kinn-Bereich

Ansatz: Haut im Bereich der Brust und der Schulter bis zum Rippenknorpel der 2. Rippe

Innervation: R. colli des N. facialis

Schultergürtel-Muskulatur

Schultergürtelmuskeln

Übersicht -

Schultergürtel-Muskulatur

o Hintere Gruppe o Vordere Gruppe Autor Dr. Rene Schumann Bilder oben:  1, M. trapezius
o Hintere Gruppe o Vordere Gruppe Autor Dr. Rene Schumann Bilder oben:  1, M. trapezius

Bilder oben:

1, M. trapezius - Kapuzenmuskel

4, M. serratus anterior - vorderer Sägemuskel

Hintere Schultergürtel-Gruppe

1, M. trapezius - Kapuzenmuskel

Dieser Schultergürtel-Muskel besteht aus einem absteigenden (Pars descendens) und aufsteigenden (Pars ascendens) und horizontalen (Pars transversa) Anteil. Trapezius heißt er wegen seines trapezförmigen äußeren.

Funktion: Insgesamt dreht den unteren Teil des Schulterblattes nach außen und ist somit essentiell für die Hebung des Armes über mehr als 90°. Die einzelnen Anteile für sich haben weitere Funktionen.

Ursprung: Dornfortsätze der Brustwirbel 1-11, Hinterkopf, Halsbänder

Ansatz: äußeres 1/3 des Schlüsselbeins, Acromion, Spina scapulae

Innervation: überwiegend N. accessorius, Anteile der vorderen Halsnerven (Nervi cervicales III,IV)

2, M. levator scapulae - Schulterblattheber

Funktion: zieht das Schulterblatt zur Mitte und nach oben

Ursprung: Querfortsätze der Halswirbel (I-IV)

Ansatz: innerer Rand des Schulterblattes (Margo medialis scapulae)

Innervation: hinterer Schulterblattnerv (N. dorsalis scapulae), vordere Halsnerven (Nn. Cervicales III-V)

Bild : Der Musculus trapezius und der M. latissimus dorsi sind rechts entfernt. Somit ist

Bild: Der Musculus trapezius und der M. latissimus dorsi sind rechts entfernt. Somit ist der Blick auf die hintere Schultergürtel-Muskulatur frei.

1, M. trapezius - Kapuzenmuskel

2, M. levator scapulae - Schulterblattheber

3, M. rhomboideus - rautenförmiger Muskel

4, M. serratus anterior - vorderer Sägemuskel

a, M. sternocleidomastoideus

b, Linea nuchalis superior

c, Hinterhauptsbein (Os occipitale)

d, Ligamentum nuchae

e, M. splenius capitis et cervicis

f, Dorn des 1. Halswirbels

g, Schulterblatt (Scapula)

h, 9. Rippe

i, M. serratus posterior inferior

j, M. latissimus dorsi

3, M. rhomboideus - rautenförmiger Muskel

Funktion: zieht das Schulterblatt zur Mitte und nach oben, fixiert mit dem vorderen Sägemuskel das Schulterblatt am Brustkorb

Ursprung: Dornfortsätze des 5. Hals- bis 4. Brustwirbels, Bänder: Lig. nuchae und Ligamentum supraspinale

Ansatz: innerer Rand des Schulterblattes (Margo medialis scapulae)

Innervation: hinterer Schulterblattnerv (N. dorsalis scapulae)

4, M. serratus anterior - vorderer Sägemuskel

Funktion: ist maßgeblich an der Armhebung beteiligt, insgesamt schiebt der Schultermuskel das Schulterblatt nach seitlich-vorn, hält mit dem M. rhomboideus das Schulterblatt am Brustkorb, als Atemhilfsmuskel hebt er bei festgestellten Armen die Rippen

Ursprung: 1.-8. Rippe

Ansatz: mittlerer Schulterblatt-Rand (Margo medialis), Angulus superior und inferior des Schulterblattes

Innervation: N. thoracicus longus

Vordere Schultergürtel-Muskulatur

Es gibt nur einen vorderen Schultergürtel-Muskel:

5, M. subclavius (Schlüsselbeinmuskel)

Funktion: hat eine Schutzfunktion für die Gefäße unter dem Schlüsselbein, zieht das Schlüsselbein zum Brustbein

Ursprung: 1. Rippe

Ansatz: äußere untere Fläche des Schlüsselbeines (Clavicula)

Innervation: N. subclavius