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Information für Lehrkräfte der Berufsschulen

2001/7

Aktive Rad-Drehzahlsensoren von BOSCH

Einführung

Der Rad-Drehzahlsensor (DS) wurde ursprünglich für den Einsatz in das Antiblockiersystem (ABS) entwickelt. Im Laufe der Entwicklung von Sicher- heitssystemen hat der Rad-Drehzahlsen- sor immer mehr an Bedeutung gewonnen. Die zukünfige aktive Generation DF 11 lie- fert zusätzliche Informationen,

welche mit den herkömmlichen, indukti- ven (passiven) Meßprinzipien nicht zur Verfügung gestellt werden können. Die Rad-Drehzahlinformation kann nun auch von Getriebe-, Motor-, Navigations- und Fahrwerksregelsystemen genutzt werden.

Navigations- und Fahrwerksregelsystemen genutzt werden. Bild 1: Drehratensensor DSR MM1.1 Robert Bosch GmbH,
Navigations- und Fahrwerksregelsystemen genutzt werden. Bild 1: Drehratensensor DSR MM1.1 Robert Bosch GmbH,

Bild 1: Drehratensensor DSR MM1.1

Robert Bosch GmbH, Geschäftsbereich Kraftfahrzeugausrüstung, Postfach 1309, 73243 Wernau Copyright by Robert Bosch GmbH, Printed in the Federal Republic of Germany Imprimé en République Fédérale d'Allemagne par Robert Bosch GmbH

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Funktionsweise und Meßprinzip

Ein Sensor wird als aktiv bezeichnet, wenn für seine Funktion eine Versor- gungsspannung notwendig ist. Der DF11 ist ein aktiver Drehzahlsensor, d.h. er muß zum Betrieb an eine Spannungsquelle angeschlossen werden. Er liefert ein Signal mit drehzahlunabhängiger kon- stanter Amplitude und nutzt bei der Detektierung des Drehzahlsignals den Hall-Effekt aus; siehe Bild 2: Beispiel für Sensor ohne Zusatzsignale. Der Drehzahlsensor kann das Drehzahl- signal von ferromagnetischen Zahnrä- dern, Stanzblechen oder von Rädern mit aufgebrachten Multipolen detektieren.

Bei der Verwendung von Zahnrädern oder Stanzblechen ist ein Arbeitsmagnet hinter dem Messelement eingesetzt.

Die Anwendung dieses Messprinzips ermöglicht eine Geschwindigkeitsmess- ung (Wegstreckenmessung) bis nahe v = 0 km/h. Damit sind auch die teilweise schärferen vmin-Bedingungen von z.B. Navigationssystemen, Rückrollsperren, Einparksystemen, usw. abdeckbar.

Magnet Anschluss Verstärker MR-Sensor Messbrücke R3 7mA 7mA R1 R2 R4
Magnet
Anschluss
Verstärker
MR-Sensor
Messbrücke
R3
7mA
7mA
R1
R2
R4
MR-Sensor Messbrücke R3 7mA 7mA R1 R2 R4 Silicium Träger für MR-Widerstände Bipolar I0 Robert

Silicium Träger für MR-Widerstände

Bipolar I0

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Signalverarbeitung

Für die Signalübertragung wird eine Zweidraht-Stromschnittstelle verwendet. Versorgt wird der Sensor durch die Bordnetzspannung. (Verpolschutzdiode und Stützkondensator sind im Steuer- gerät vorgesehen). Vom Sensor wird ein Stromsignal geliefert. Der kleine Strom, (ILow = Eigenstromaufnahme des aktiven Elementes) wird als Low-Signal interpre- tiert. Der große Strom (IHigh = ILow + Delta I; Delta I = zusätzlicher Strom durch einen zum aktiven Element parallelen Pfad) wird als High-Signal interpretiert. Im Steuergerät wird der vom Sensor kom- mende Strom an einem Messwiderstand RM in ein Spannungssignal gewandelt. Die Auswerteschaltung erkennt an der Größe der Spannung, ob ein High- oder Low-Signal vorliegt, siehe Bild 3.

Signalpegel

Signalstrom:

Low = 7 mA

+/-20 %

High = 14 mA +/-20 %

Tastverhältnis TV = t High / T Periode 0,3 < TV < 0,7

TV = t High / T Periode 0,3 < TV < 0,7 Robert Bosch GmbH, Geschäftsbereich

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DF 11-Varianten

Neben den mechanischen Unterschieden wie Bauform und Kabelabgang (axial, radial oder integrierter Stecker) werden 2 Hauptvarianten mit jeweils 2 Untervarian- ten unterschieden.

DF11s/DF11sM

Datenprotokoll:

Impulsrad:

Rechtecksignal als Drehzahlsignal

Für DF11s - magnetisches Multipolrad.

Funktionsumfang:

Für DF11sM - Zahnräder oder Stanzble- che.

Drehzahlsignal (DZ) - ein der Radge- schwindigkeit proportionales Frequenz- signal.

DF11i/DF11iM

Datenprotokoll:

Rechtecksignal mit Zusatzinformationen, die im Pulsweitenmodulations-Verfahren (PWM) übertragen werden. Die Breite des Rechteckimpulses beinhaltet die Zusatz- information, während der Abstand zwi- schen einem Puls und des übernächsten Pulses die Drehzahlinformation darstellt.

Funktionsumfang:

Drehzahlsignal (DZ) - ein der Radge- schwindigkeit proportionales Frequenz- signal.

Stillstandserkennung (STOP) - steht das Fahrzeug länger als etwa 1 Sekunde bzw. wird die Stromversorgung eingeschaltet, so sendet der Drehzahlsensor etwa jede Sekunde einen Stillstandsimpuls aus. Über diesen Impuls läßt sich der ord-

nungsgemäße Zustand des Drehzahlsen- sors bei Stillstand überwachen.

Drehrichtungserkennung (DR) - gibt die Drehrichtung (rechts/ links) des Rades in Bezug auf die Sensoreinbaulage an.

Luftspaltreserve (LR) - gibt an, ob die magnetische Feldstärkeänderung unter einem für die fehlerfreie Funktion notwen- digen Wert liegt.

für die fehlerfreie Funktion notwen- digen Wert liegt. Robert Bosch GmbH, Geschäftsbereich

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Einbaulagenerkennung (EL) - gibt an, ob die magnetische Feldstärkeänderung ausreichend ist, um die Funktion mit großer Sicherheit zu gewährleisten. Das Einbaulage-Signalbit wird nur bis etwa 20km/h ausgegeben.

Impulsrad:

Für DF11i - magnetisches Multipolrad. Für DF11iM - Zahnräder oder Stanzble- che.

Hinweis: Die Abkürzung M steht für einge- bauter Magnet und i bedeutet intelligent. Der DF11i besteht aus 2 DF11s plus zusätzlicher Auswerteelektronik.

Ausgangssignalbeschreibung

DF11s / DF11sM

Drehzahlsensor-Ausgangssignal bei rotie- rendem Impulsrad. Das Signal ist ein Rechtecksignal mit konstanter Amplitude, und die Frequenz ist proportional der Radgeschwindigkeit, siehe Bild.

Sensor Drehzahlsignal

der Radgeschwindigkeit, siehe Bild. Sensor Drehzahlsignal Robert Bosch GmbH, Geschäftsbereich
der Radgeschwindigkeit, siehe Bild. Sensor Drehzahlsignal Robert Bosch GmbH, Geschäftsbereich

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DF 11i /DF11iM

Drehzahlsensor-Ausgangssignal bei ro- tierenden Impulsrad. Das Signal ist mit unterschiedlichen Zusatzinformationen kodiert im PWM-Verfahren.

Sensororientiertes Drehzahlsignal

Signal Luftspaltreserve zu gering Vorbit-LOW Signal Linkslauf Signal Rechtslauf Signal Linkslauf und Einbaulage
Signal Luftspaltreserve zu gering
Vorbit-LOW
Signal Linkslauf
Signal Rechtslauf
Signal Linkslauf und Einbaulage unzureichend
Signal Rechtslauf und Einbaulage unzureichend
unzureichend Signal Rechtslauf und Einbaulage unzureichend Robert Bosch GmbH, Geschäftsbereich

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Unterschiede zwischen aktiven und passiven Drehzahlsensoren

Signalleistung und Störsicherheit

Passiver (induktiver) Sensor Der induktive Sensor ist im Steuergerät hochohmig abgeschlossen. Das Sensorsignal ist erst bei höheren Frequenzen ausreichend groß, so dass es durch einen Tiefpaß bedämpft werden kann. Daraus ergibt sich, dass schon Störsignale mit wenigen 100µW als Nutzsignal erkannt werden können und so die Steuergeräte - Auswerteschaltung durch Einkopplungen stören kann.

Ausgangssignal in Abhängigkeit der Raddrehzahl und des Luftspaltes

Passiver (induktiver) Sensor Bei induktiven Sensoren kann erst ab einer bestimmten Raddrehzahl eine Auswertung erfolgen. Die Signalamplitude ist abhängig von der Raddrehzahl (Frequenz) und des Luftspaltes.

Aktiver Sensor Bei aktiven Sensoren können bis zu 0 km/h Signale ausgewertet werden.

Aktiver Sensor Der aktive Sensor ist im Steuergerät mit z.B. 115Ohm abgeschlossen. Das Sen- sorsignal ist über der Frequenz konstant und hat eine Signalleistung von 5mW. Störungen, die Auswirkungen im System haben, müssen Leistungen einkoppeln, die über diesem Wert liegen. Der Sensor kann durch die Einkopplungen gestört werden. Die Auswerteschaltung ist aber durch den Messwiderstand besser ge- schützt, als beim induktiven Sensor.

Prüfverfahren im Kundendienst

Beim aktiven Drehzahlsensor kann der Innenwiderstand nicht mit einem Multimeter geprüft werden, sondern es kann nur eine Spannungsprüfung bei angeschlossenem Steuergerät erfolgen.

Dabei liegt die Ausgangsspannung des Steuergerätes im Ruhezustand bei ca. 8V und die Signalamplitude muss sich bei drehenden Rad ändern.

die Signalamplitude muss sich bei drehenden Rad ändern. Robert Bosch GmbH, Geschäftsbereich

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Wir möchten Sie an dieser Stelle auf wei- tere Informationsmittel aus dem Hause Bosch aufmerksam machen.

Die Hefte der Schriftenreihe "Bosch Technische Unterrichtung" sind insbe- sondere für Lehrkräfte zur Aktualisierung des Wissensstandes sicher eine hilfrei- che Ergänzung.

Anschrift Ihres Bosch Vertrags-Großhändlers:

(Stempelfeld)

Ihres Bosch Vertrags-Großhändlers: (Stempelfeld) Und die Lehrtafeln können bei Ihrer Unterrichtsgestaltung

Und die Lehrtafeln können bei Ihrer Unterrichtsgestaltung wirkungsvoll einge- setzt werden.

Wenden Sie sich bitte an Ihren Bosch- Vertrags-Großhändler und informieren Sie sich über verfügbare Informationsmittel.

Herausgegeben von:

ROBERT BOSCH GMBH Geschäftsbereich AA/PMB1

Diese Information finden Sie als Vierfarbendruck mit Bildern zum Downloaden im Internet unter http://www.bosch.de/aa/de/Berufsschulinfo

im Internet unter http://www.bosch.de/aa/de/Berufsschulinfo Robert Bosch GmbH, Geschäftsbereich

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