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JUNI 2011

Sieger in Politischer Bildung

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Jahresmotto Freiwilligkeit hin oder her: Die Schuljugend kann stolz auf ihre Leistungen in Sachen Nächstenliebe
Jahresmotto Freiwilligkeit hin oder her:
Die Schuljugend kann stolz auf ihre
Leistungen in Sachen Nächstenliebe sein.
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DIE SEITE ZWEI

SCHULE

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Schuljugend beherrscht Erste Hilfe

Das Jahresmotto 2011 ist Frei- williges Engagement: Soziale Dienste und viele andere Hilfe- leistungen wären in einer Zeit von Entsolidarisierung und ex- tremem Egoismus kaum noch machbar ohne die freiwilligen Leistungen vieler Mitbürger, die sich dem allgemeinen Trend entgegenstellen. Umso bemerkenswerter und daher

höher ist gerade unter Kindern und Jugendlichen das Engage- ment im Jugendrotkreuz anzu- erkennen. Dies muss auch einer breiten Öffentlichentlich- keit zugänglich gemacht wer- den. Eine ausgezeichnete Gele- genheit dazu bot wieder ein- mal der Erste-Hilfe-Landes- wettbewerb 2011 des Steiri- schen Jugendrotkreuzes, der

am 3. Mai 2011 im Grazer Ci- typark über die Bühne ging. Nach tollen Leistungen der rund 200 teilnehmenden Schü- lerInnen in den Bewerben Gold und Silber gab es wie immer zwar gefeierte Sieger, jedoch keine Verlierer. Auch die Pas- santen im Citypark waren ob des Einsatzes der Schuljugend meist mehr als erstaunt.

ob des Einsatzes der Schuljugend meist mehr als erstaunt. Zu erwähnen sei die Einsatz- bereitschaft rund

Zu erwähnen sei die Einsatz- bereitschaft rund 100 helfen- den SchülerInnen der HAK Graz-Grazbachgasse. Die Band der HLW Deutschlands- berg sorgte für gekonnte Kurz- weil bei der Siegerehrung, zu der sich neben Schul- und an- derer Prominenz auch Schul- landesrätin Elisabeth Gross- mann die Ehre gab.

Schul- landesrätin Elisabeth Gross- mann die Ehre gab. Gold: 1. FS f. Land- u. Ernährungswirts. Schloss

Gold: 1. FS f. Land- u. Ernährungswirts. Schloss Stein/Fehring

1. FS f. Land- u. Ernährungswirts. Schloss Stein/Fehring Gold: 2. BORG Murau Gold: 3. HS Admont

Gold: 2. BORG Murau

Ernährungswirts. Schloss Stein/Fehring Gold: 2. BORG Murau Gold: 3. HS Admont Silber: 1.HS Admont Silber: 2.

Gold: 3. HS Admont

Schloss Stein/Fehring Gold: 2. BORG Murau Gold: 3. HS Admont Silber: 1.HS Admont Silber: 2. NMS/HS

Silber: 1.HS Admont

Gold: 2. BORG Murau Gold: 3. HS Admont Silber: 1.HS Admont Silber: 2. NMS/HS Stallhofen Silber:

Silber: 2. NMS/HS Stallhofen

Gold: 2. BORG Murau Gold: 3. HS Admont Silber: 1.HS Admont Silber: 2. NMS/HS Stallhofen Silber:

Silber: 3. HS/RS/NMS Neumarkt

Gold: 2. BORG Murau Gold: 3. HS Admont Silber: 1.HS Admont Silber: 2. NMS/HS Stallhofen Silber:

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SCHULE

EDITORIAL

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Aus dem Inhalt

S.

4- 7

www.dieschule-stmk.com A u s dem Inhalt S. 4- 7 Ein Aufbaustudium bietet die Chance zur beruflichen

Ein Aufbaustudium bietet die Chance zur beruflichen Verbes- serung: Das Gespräch ist auf dieses Thema fokussiert. – Ein Hospitationspraktikum in Loth- ringen zeigt auf, dass Individua- lisierung in Frankreich unmög- lich scheint. – Grazer HAK wurde offiziell COOLe Schule …

S.

8- 11

– Grazer HAK wurde offiziell COOLe Schule … S. 8- 1 1 Hinter dem Horizont wird

Hinter dem Horizont wird Pizza „akademisch“ hergestellt. Ein „Anstupser“ für eine Urlaubsva- riante? – Ist man dem Burn-out hilflos ausgeliefert? Diese Frage beantwortet Ober-Schulpsycho- loge Dr. Josef Zollneritsch in den Schulpsychologischen Ak- zenten mit einem klaren Nein .

S.

12- 17

Ak- zenten mit einem klaren Nein . S. 12- 1 7 Wussten Sie über Erasmus (auch

Wussten Sie über Erasmus (auch über den von Rotterdam) Bescheid? – Sein Glück findet man auch in Koordinationstrai- ning und Flow. – Radhelmpflicht für Kinder unter zwölf Jahren ist seit 31. Mai Gesetz. – Auf die Spuren des sichtbaren Unfassba- ren begab sich eine HS-Klasse.

S.

19- 24

Unfassba- ren begab sich eine HS-Klasse. S. 19- 2 4 Allerhand Besonderes gibt es aus den

Allerhand Besonderes gibt es aus den steirischen Haupt- und Volksschulen zu berichten. – Wenn Geschichte auf Deutsch trifft, kann es sich nur um einen Buchklub-Artikel handeln. – Stillt Faust seinen Heißhunger auf der Bühne, kann er sich bis- weilen auch verschlucken …

IMPRESSUM: Verleger und Herausgeber: Landesschulrat für Steiermark (Mag. Eva Stuhlpfarrer, Büro des Präsidenten, E-Mail: eva.stuhlpfarrer@lsr-stmk.gv.at, Tel. 0316/345-121). Redaktion: BSI Heinz Zechner, Bezirksschulrat, 8430 Leibnitz, Hauptplatz 22/II – Werner Egger, Am Langedelwehr 26, 8010 Graz, Tel. 0664 443 46 12. – Satz beigestellt. – Herstellung: Medienfabrik Graz. – Die „Schule“ versteht sich als Beitragszeitung und somit trägt für die namentlich kennzeichneten Artikel der Autor die Verantwortung. E-Mail: heinz.zechner@stmk.gv.at – egger.w@aon.at Internet: www.lsr-stmk.gv.at/cms/ziel/427083/DE/ – www.dieschule-stmk.com Bei Unzustellbarkeit die Zeitung bitte an die Medienfabrik, 8020 Graz, Dreihackengasse 20, zurück- senden. Bezugsbedingungen: Die Zeitschrift „Schule“ und das Verordnungsblatt des Landesschulrates für Steiermark werden allen Pflichtbeziehern (Bezirksschulräten, Schulleitungen und DirektorInnen aller öffentlichen und mit dem Öffentlichkeitsrecht ausgestatteten Unterrichtsanstalten) von Amts wegen zugestellt, die Bezugsgebühr ist aber zu entrichten. Die Zeitschrift „Schule“ und das Verord- nungsblatt werden auch im Jahresbezug an alle Lehrpersonen des Ruhestandes, den Dienststellen, Vereine, Körperschaften, Firmen und sonstige Interessenten auf Bestellung abgegeben. Der Bezugspreis beträgt derzeit 68,–. Die Bestellung nimmt die Medienfabrik Graz, Dreihackengasse 20, 8020 Graz, Frau Zierler, Tel. 0316/8095-18, entgegen. Adressenänderungen bitte an: Büro des Präsidenten, Tel. 0316/345-221 oder 110!

an: Büro des Präsidenten, Tel. 0316/345-221 oder 110! Liebe Leserin, lieber Leser! D ie steirischen

Liebe Leserin, lieber Leser!

D ie steirischen Bezirksschulin- spektorInnen besuchten kürzlich die Bodensee-Schu-

le in Friedrichshafen. Das ist eine jener Schulen, die Rein- hard Kahl in seinem Filmwerk „Treibhäuser der Zukunft – Wie in Deutschland Schulen gelin- gen“ porträtiert. Es ist eine freie katholische Schule, umfasst eine Grundschule sowie eine Werkrealschule (Sekundarstufe 1) und wird zur Zeit von etwa 800 SchülerInnen (!) besucht. Sie ist eine Ganztagsschule, und ihr pädagogisches Konzept ist der so genannte „Marchtaler Plan“.

Beziehungsebene Am meisten beeindruckt hat

mich, wie viel an dieser Schule in die Beziehungsebene inves- tiert wird. Der Morgen beginnt damit, dass jeder einzelne Schüler vom Klassenlehrer mit Handschlag und Blickkontakt begrüßt wird. Auch in der Sekundarstufe ist der Klassen- lehrer sehr viele Wochenstun- den bei seinen SchülerInnen. Der Montag startet mit einem Morgenkreis, die Woche endet am Freitagnachmittag mit einem Abschlusskreis. Zu Mit- tag nimmt jede Klasse gemein- sam mit ihrem Lehrer das Mit-

tagessen

ein.

Selbstverständlich wird auch an der Kommunikation mit den Eltern ähnlich intensiv gearbei- tet. Nach Sigmund Freud bestimmen Vertrauen, emotio- nale Nähe, gemeinsame Werte

sowie Vorannahmen oder Ängs- te und Wünsche das Gelingen von zwischenmenschlicher Kommunikation zu über 80 Pro- zent …

Didaktisches Konzept Die Säulen des didaktischen Konzepts sind die Freie Stillar- beit (zwei Stunden täglich), Ver- netzter Unterricht (fächerüber- greifend), Fachunterricht (für Technik, Hauswirtschaft und Textiles Werken), Arbeitsge- meinschaften und Freizeitgrup- pen. Berufsorientierung und eine sinnvolle Freizeitgestaltung haben besonderen Stellenwert. In der Mittagsfreizeit werden im gesamten (großen) Areal der Schule unzählige Stationen zur sportlichen oder kreativen Beschäftigung angeboten. Wer einfach nur rasten, plaudern oder lesen möchte, darf das auch.

Gemeinsame Planung Die SchülerInnen leben täglich von 8 bis etwa 16 Uhr in ihrer Schule. Mit Ausnahme des Mitt- wochs – da verlassen sie das Haus schon nach dem Mittages- sen. Anders die LehrerInnen:

Sie bleiben auch am Mittwoch- nachmittag da und planen gemeinsam ihren Unterricht.

Andere Welt In eine ganz andere Welt tauch- ten Leibnitzer HS-DirektorInnen, als sie kürzlich die iPad-Haupt- schule in Jennersdorf (Burgen- land) besuchten. Dort ersetzen iPads den SchülerInnen ihre Hefte und Bücher (zunächst zumindest einige). Tatsächlich scheinen diese Wunderdinge geradezu prädestiniert zu sein, als umfassendes Unterrichtsmit- tel der Schule dienen zu können. In der HS Jennersdorf ist das nicht Science-Fiction, sondern passiert jetzt und heute. Ich bin überzeugt davon, dass die Schultaschen unserer Kinder bald viel dünner und leichter sein werden. Das stellt eine gro- ße Herausforderung an alle PädagogInnen dar. Nicht nur der Umgang mit dieser neuen Technologie will gelernt sein – dieses Unterrichtsmittel erfor- dert natürlich auch eine speziel- le Didaktik. Da werden noch vie- le LehrerInnen-Delegationen nach Jennersdorf (oder ähnlich innovative Schulen) pilgern. Heinz Zechner heinz.zechner@stmk.gv.at

GESPRÄCH

   

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Dr. Michaela Kapfer- Buchberger im Gespräch mit Dr. Mag. Renate Ogris-Steinklauber über ein Aufbaustudium, durch das in unterschied- lichen Aufgabenfeldern gearbeitet werden kann.

Ausbildung als Chance der beruflichen Verbesserung

kann. Ausbildung als Chance der beruflichen Verbesserung Dr. Mag. Renate Ogris-Stein- klauber arbeitete als

Dr. Mag. Renate Ogris-Stein- klauber arbeitete als Volksschullehrerin auf dem Land und als Sonderschulleh- rerin in Graz. Sie studierte an der Karl-Franzens-Universität Erziehungswissenschaften mit dem Schwerpunkt Erwachse- nenbildung. Nach Abschluss des Studiums begann sie ihre Arbeit an der Kirchlichen Pädagogischen Akademie der Diözese Graz-Seckau in den Bereichen Soziologie, Erziehungswissenschaft sowie Heil- und Sonderpädagogik. Sie initierte und leitete mehrere Jahre den Lehrgang „Projektmanagement im schulischen und außerschuli- schen Bereich“ und arbeitete in einem mehrjährigen Projekt der EU im Rahmen der Reformpädagogik mit. Sie ist Studiengangsleiterin des Auf- baustudiums „Lehramt für Sonderschulen“.

Mit der Ent- scheidung für ein Lehramt

Aneignung theoretischer und praktischer Inhalte eines zwei- ten Lehramtes wäre ein Wech-

am Beginn des Studiums zur/zum

sel in einen anderen Arbeitsbe- reich an einem anderen Ort oder innerhalb einer Klassen-

Volksschul-

situation möglich. Dadurch

lehrerin/

könnte auch der Notwendig-

Volksschul-

keit des lebenslangen Lernens

lehrer sind die Weichen für das spätere Berufsleben

in einer sich schnell wandeln- den Gesellschaft Rechnung ge- tragen werden. Spezielle Aus- bildungen und Unterstüt-

gestellt. Wie sehen Sie die- se frühe Fest- legung für ein bestimmtes Berufsfeld in der Lehrerin-

zungssysteme für die sich im Laufe der Arbeitsbiografie verändernden persönlichen Bedürfnisse, Fähigkeiten und Wertorientierungen werden zu diesem Zweck von den Päda- gogischen Hochschulen in

nen-/Lehrer-

Österreich angeboten.

ausbildung in

An der Kirchlichen Pädagogi- schen Hochschule wird ein aufbauendes Bachelorstudium „Lehramt für Sonderschulen“ zur Erlangung eines akademi- schen Grades berufsbegleitend angeboten. Welche Überlegun- gen haben an Ihrer Pädagogi- schen Hochschule zu diesem Angebot geführt? Dr. Mag. Renate Ogris-Stein- klauber: Die Fähigkeit zur Or- ganisation von Lehren und Lernen wird als Kompetenz von Lehrerinnen und Lehrern betrachtet. Darunter wird aber nicht nur die Vermittlung von Wissen und die Erziehung der Schülerinnen und Schüler ver- standen, sondern Lehrerinnen und Lehrer sollen Lernumge- bungen kindorientiert gestal- ten und an der Entwicklung von Schulleben und Schulkul- tur mitwirken. Gleichzeitig wird von Lehrerinnen und Lehrern die Fähigkeit zur Re- flexion und Evaluation der eigenen Tätigkeiten verlangt. Und nicht zuletzt müssen Leh- rerinnen und Lehrer selbstver- antwortlich die Gestaltung des eigenen Arbeitsplatzes über- nehmen. Das heißt, Lehrkräfte werden als Expertinnen und Experten mit Fachwissen, als Begleite- rinnen und Begleiter des Ent- wicklungsprozesses des Kindes und als Prozessinitiatorin/-ini-

Österreich? Dr. Mag. Renate Ogris-Stein- klauber: Einerseits positiv, da ja gewisse Vorstellungen über den zukünftigen Beruf die Be- rufswahl entscheiden sollen, andererseits negativ, da damit die Flexibilität für die zukünf- tigen Arbeitsbedingungen ver- loren geht. Veränderungen im späteren Berufsleben sind so- mit ausgeschlossen. Die Ausbildung zur Volks- schullehrerin/zum Volksschul- lehrer bedingt die Anstellung und weitere Arbeit im Berufs- feld einer Volksschulklasse. Die Vorteile und Schwerpunk- te dieser Arbeit können vor al- lem mit einem durch den Lehr- plan und die Jahrgangs- einteilung festgelegten Kanon, in dem die Einzelne/der Ein- zelne seine Kompetenzen und Professionalität weiter entwi- ckeln kann, bezeichnet wer- den. Dies wäre die inhaltliche Komponente des Berufsbildes, die sicher zu einer Spezialisie- rung führen kann. Die struktu- relle Komponente verändert sich zukünftig nicht und wird hier außer Acht gelassen. Sie würde bedeuten, dass sich an- dere Möglichkeiten des Leh- rens innerhalb und auch außerhalb einer Volksschul- klasse durch eine weitere Aus- bildung ergeben. Durch die

tiator im täglichen schulischen Lernalltag gesehen. Dies alles vor dem Hintergrund einer im- mer heterogener werdenden Schülerinnen- und Schüler- gruppe. Binnendifferenzie- rung, Inklusion von Kindern mit SPF, Umgang mit Infor- mations- und Kommunika- tionstechniken, Beratungsbe- dürfnisse und der integrative Unterricht von Kindern mit nichtdeutscher Muttersprache sind das breite Spektrum der Anforderungen an Lehrerin- nen und Lehrer von heute und morgen. Um diesen Anforderungen ge- recht zu werden und im Sinne des lebenslangen Lernens be- nötigt es, wie bereits erwähnt, zusätzliche spezielle Ausbil- dungen oder Unterstützungs- systeme. Für die persönliche Fort- und Weiterbildung sind an den Pädagogischen Hoch- schulen Lehrgänge, die die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse oder bestimmte Methoden anbieten, im jeweili- gen Jahresprogramm und auf der Homepage der KPH Graz (www.kphgraz.at) zu finden. Für die Erweiterung der fach- lichen und methodischen Kompetenz im Umgang mit Schülerinnen und Schülern mit SPF wird das aufbauende Bachelorstudium „Lehramt für Sonderschulen“ – berufsbe- gleitend zur Erlangung eines akademischen Grades Bache- lor of Education (Bed) angebo- ten. Es dient der Erreichung eines zusätzlichen Lehramtes aufbauend auf dem Lehramt für Volksschulen.

Welche Möglichkeiten und Chancen bietet diese Ausbildung Volksschullehre- rinnen und Volksschullehrern? Dr. Mag. Renate Ogris-Stein- klauber: Hier darf ich wieder die beiden Ebenen ansprechen:

die inhaltliche und die struk- turelle Ebene. Auf der inhaltli- chen Ebene liegt der Schwer- punkt vor allem in der Kompetenzerweiterung im Hinblick auf die Arbeit mit unterschiedlichen Gestal-

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FINALE FRAGEN

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tungsmöglichkeiten von Ler- nen und dem Herstellen von differenzierten Lernumgebun- gen abgestimmt auf eine hete- rogene Lerngruppe. Auf der strukturellen Ebene ergeben sich vielfältige Chancen für die/den einzelne/einzelnen Lehrerin/Lehrer die eigene Be- rufsbiografie und Arbeitsbio- grafie zu beeinflussen und zu gestalten. Durch die beiden Lehrämter ergibt sich die Möglichkeit in den Berufsfeldern Volksschule oder Sonderschule zu arbeiten. Weiters kann die Arbeit in einer Integrationsklasse nach dem gewählten Schwerpunkt (Volksschullehramt oder Sonderschullehramt) definiert werden. Wird eher eine nicht klassenführende Beschäfti- gung angestrebt, ist die An- stellung als Stützlehrerin/ Stützlehrer eine weitere Op- tion. Falls die Arbeit der Bera- tungslehrerin/des Beratungs- lehrers angestrebt wird, wäre das Sonderschullehramt eine Voraussetzung für die Weiter- bildung.

Wie sieht nun konkret dieses „aufbauende Bachelor- studium“ an der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule aus? Dr. Mag. Renate Ogris-Stein- klauber: Volksschullehrerin- nen und Volksschullehrer kön- nen ein zusätzliches Lehramt, das mit dem Akademischen Grad „Bachelor of Education“ abschließt, erwerben. Ziel des Studiums ist es, die erforderli- chen Fachkenntnisse und Kompetenzen zu erwerben, um bei Schülerinnen und Schülern mit Sonderpädagogischem Förderbedarf eine qualitative Verbesserung der Lernprozesse und Lernbedingungen zu be- wirken. Die Dauer des Stu- diums ist mit vier Semestern und 60 EC festgelegt. Da die Organisationsform berufsbe- gleitend ist, finden die Lehr- veranstaltungen jeden Mitt- woch von 15.45 bis 20.45 sowie an ca. drei Wochenenden pro Semester (Freitag ab Mittag und Samstag ab 8.15 Uhr bis Mittag) statt. Für die Schul- praxis werden fünf Tage (nach freier Wahl) pro Semester be- nötigt. Die geforderte Qualifi- kation ist das Lehramt für Sonderschulen. Akademischer Grad: Bachelor of Education (Bed).

Danke für das Gespräch.

Steirer sind Bundessieger 2011 in Politischer Bildung

Zum Bundesfinale im Europaquiz traten 60

gration/Integration, Aktuelles Weltgeschehen, Österreich und

souverän den Sieg einzufahren. Landesschulratspräsident

gratulierte

Wolfgang

Erlitz

SchülerInnen aus allen

Europa nach 1945, Ressourcen,

Nachhaltigkeit

und Konsum-

den Mitgliedern des steirischen

neun Bundesländern und

verhalten

und Internationale

Teams zu ihrem Erfolg und be-

aus Südtirol in Bregenz

Friedenssicherung.

dankte sich beim Landeskoor-

und Feldkirch an. Das

Kaum

in Feldkirch angekom-

dinator Stefan Berenyi, der mit

steirische Team war

men erkundeten die SchülerIn-

die

Grundlage für diesen schönen

seiner

Arbeitsgruppe

dabei nicht zu schlagen.

nen in einer Stadtrally Vorarl-

bergs „Studierstädtle“. Es

Erfolg

schaffte. „Dass unsere Schüle-

Steiermark

für

die

 

folgten weitere Wissensrunden,

Nervenstärke

bewiesen haben

in denen sich

die Steirer be-

rInnen Europa und Österreich

die

steirischen TeilnehmerIn-

reits

wacker

schlugen.

Der

in

allen

Fassetten

kennen,

ist

nen

beim

Bundesfinale

im

zweite

Führung

Tag wurde

am Sitz

mit einer

einerseits ihrem

Interesse für

Europaquiz

„Politische Bil-

der Vorarl-

die

Politische Bildung,

aber

dung“ dieser Tage in

Vorarl-

berg. Vor der letzten Runde lag

das Team noch auf Platz drei –

Landesregierung in

Bregenz und auf der frisch ge-

zimmerten Bühne der Bregen-

zer

berger

auch dem großen Engagement der unterrichtenden LehrerIn-

so Erlitz.

Der sich über diesen Erfolg be-

nen

zu verdanken“,

mit einem fulminanten Finish

Festspiele fortgesetzt. Die

sicherten sich die sechs Schü-

entscheidenden

Quizrunden

sonders freut, hat er doch „Po-

lerInnen in

der letzten Runde

gingen dann in Feldkirch über

litische Bildung“ zum pädago-

doch noch den Sieg.

 

die Bühne.

In einer Argumen-

gischen

Schwerpunktthema

Dieses Quiz wurde vor 24 Jah-

tationsrunde mussten sich die

dieses

Schuljahres

gemacht.

ren in der Steiermark von Leh-

SchülerInnen mit den

Ideen

Zahlreiche steirische Schulen

rerInnen aller Schultypen erst-

von

Salzburgs Landeshaupt-

beteiligen sich mit verschiede-

mals initiiert und findet seit 15

frau

Gabi

Burgstaller über

nen Projekten

an

diesem

Jahren nach

dem steirischen

eine

„Alternative

zum

Zivil-

Schwerpunkt.

Modell

österreichweit

statt.

dienst“

auseinandersetzen.

Zu

Dabei treten Jugendliche zwi-

diesem Zeitpunkt lag die stei-

Die Mitglieder der siegreichen

schen

14 und 18

Jahren mit-

rische Delegation

bereits an

Teams: Marcel Gosch (HS Pre-

einander in

den

Wissenswett-

dritter Stelle.

ding), Daniel

Senekowitsch

streit,

die

sich

in

eigens

(BG/BRG

Köflach), Robert

durchgeführten

Schul-

und

Spannendes Finale

Uitz

(BG/BRG Graz-Lichten-

Landesbewerben für das Bun-

In einer unglaublich spannen-

felsgasse), Julian Baumgartner

desfinale

qualifiziert

haben.

den letzten

Runde setzte sich

(LBS Feldbach), Nadine Vikto-

Die

Schwerpunktthemen

in

das steirische Team schließlich

ria Herk

(FW Deutschlands-

diesem

Jahr drehten

sich

um

durch und

überholte

die

berg), Andrea

Kohl

(HBLA

Wirtschaft, Gesellschaft, Mi-

Kärntner und

die Wiener, um

Hartberg).

die berg), Andrea Kohl (HBLA Wirtschaft, Gesellschaft, Mi- Kärntner und die Wiener, um Hartberg).
     

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KOGNITIV

SCHULE

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Hospitationspraktikum in Thionville

Das europäische Pro- gramm „Lebenslanges Lernen“ bietet auch österreichischen Franzö- sischlehrerInnen ein 14-tägiges Hospitations- praktikum in einer französischen Schule an.

BERNADETTE STEPS

Ziel ist einerseits, den österrei- chischen KollegInnen mit dem französischen Schulsystem und seinen Veränderungen vertraut zu machen und ande- rerseits das in Frankreich kaum bekannte Österreich zu repräsentieren und zu präsen- tieren. Ich absolvierte vom 3. bis zum 16. April d. J. das Praktikum in Thionville, einer Stadt mit ca. 40.000 Einwoh- nern, die sich als Stadt an der Vierländergrenze positioniert:

Frankreich, Deutschland, Lu- xemburg und Belgien. Es findet ein reger Austausch statt. Viele Franzosen pendeln nach Luxemburg, um dort zu arbeiten, auch weil man dort bis zu 100 Prozent mehr ver- dienen kann. Meine Gastschule war „Le Lycée polyvalent La Briquerie“, ein Oberstufen- gymnasium mit technischer Orientierung, das Ausbildun- gen zum Kfz-Mechaniker, zum Floristen ebenso anbietet wie eine Matura mit Schwerpunk- ten in Technik, aber auch er- neuerbarer Energie. Auf dem Schulgelände findet man aber auch ein zweijähri- ges Kolleg mit technischer Ausbildung. Das Programm „Lebenslanges Lernen“ sieht vor, dass man verschiedene Unterrichtsfächer besucht und, als österreichische(r) Hos- pitant(in), Deutschstunden mit dem Schwerpunkt Österreich gestaltet. Ich nützte während meines Aufenthaltes die Gelegenheit, französischen KollegInnen Österreich mit Postern, Pro- spekten aller Bundesländer, Musik und Film vorzustellen, was mit großem Interesse wahrgenommen wurde, zumal es auch möglich war, an mich persönlich Fragen zu stellen und so Informationen zu be- kommen.

Fragen zu stellen und so Informationen zu be- kommen. „Collèges“ (Gesamtschule) kommen. Diese Tatsache macht

„Collèges“ (Gesamtschule) kommen. Diese Tatsache macht den Unterricht erheb- lich schwieriger.

l Als Reaktion auf die Pro-

bleme wurde die Einrichtung DAIP (dispositif à l’insertion professionnelle) geschaffen, die versucht, die Anzahl der SchulabbrecherInnen zu redu- zieren und sie mit Hilfe eines individuellen Programms und unterstützt von psychologi- scher Begleitung zu reskolari- sieren oder aber eine Stelle in einem Unternehmen für sie zu finden. Zur Zeit werden im Bereich Thionville und Umge- bung zirka 90 SchülerInnen betreut. Ein Drittel von ihnen konnte in die Schule reinte- griert werden.

l Erfreulicherweise gibt es in

„La Briquerie“ dank des

l Erfreulicherweise gibt es in „La Briquerie“ dank des Im Unterricht konnte ich ein kleines Projekt

Im Unterricht konnte ich ein kleines Projekt realisieren: Aus dem offiziellen Graz-Folder wählten SchülerInnen 18 Se- henswürdigkeiten aus, sie ver- einfachten den Folder und übersetzten ihn dann ins Fran- zösische. Das Ergebnis ist ein individueller zweisprachiger Graz-Führer. Mein Resümee:

l In der Unterrichtsführung gibt es gravierende Unter- schiede zu uns, da die französi- schen KollegInnen durch das jährlich geänderte vorgegebene Programm des französischen

Unterrichtsministeriums mas- siv eingeschränkt sind. Daher ist eine individuelle Behand- lung, ein Eingehen auf den ein- zelnen Schüler geradezu un- möglich.

l Das Lycée „La Briquerie“, wie ich es kennen lernte, muss im sprachlichen Bereich auf SchülerInnen verschiedenster Niveaus eingehen können, was sich in der Praxis als sehr schwierig erweist. In einer Klasse ist man mit SchülerIn- nen mit sehr unterschiedlichen Deutschkenntnissen konfron- tiert, da sie aus verschiedenen

Engagements einzelner Kolle- gInnen für ein Theater- und Videoprojekt jeweils zwei Werteinheiten plus drei schul-

freie Tage, um das jeweilige Projekt mit den SchülerInnnen zu finalisieren. Dies wird in engster Zusammenarbeit mit einem professionellem Regis- seur bzw. Videofachmann um- gesetzt. Im heurigen Schuljahr wurden Szenen aus dem All- tagsleben der Schule und die Aufführung des Stückes „Macbett“ von Eugène Ionesco am 10. und 11. Mai im „Théâ- tre en bois“ in Thionville reali- siert. l Im Rahmen der Einspa- rungsmaßnahmen wurde das Unterrichtspraktikum abge- schafft. JunglehrerInnen wer-

den so ohne Erfahrung schwie- rigen Schulen zugeteilt, sodass die Folge häufig Kündigungen sind. So ergibt es sich dann, dass immer wieder etwa Deutschlehrerinnen gesucht werden. Mme. Monnot, die Di- rektorin des Gymnasiums „La Briquerie“, bot mir unverzüg- lich an, als Deutschprofessorin in Frankreich zu bleiben. Der angeführte Grund für den Lehrermangel wie auch die Einladung überraschten mich. Ich bin sicher, dass die 14 Tage für beide Teilnehmer frucht- bringend waren und unterstüt- ze dieses so sinnvolle EU-Pro- jekt aus voller Überzeugung.

Teamteaching find’ ich cool! Da hab’ ich bis Mittag die Hefte auch schon korrigiert!

Teamteaching find’ ich cool! Da hab’ ich bis Mittag die Hefte auch schon korrigiert!

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SCHULE

KOMPETENT

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Grazer HAK ist COOL-Schule

Der COOL-Unterricht an der HAK Monsbergergasse ist nun zertifiziert. Schon seit Jahren wird an der Schule nach den Prinzipien des Cooperativen Offenen Lernens unterrichtet. Nun hat man aus den Händen der Initiatorin von COOL an den österreichischen Handels- schulen und Handelsakade- mien, Mag. Helga Wittwer, im Rahmen eines Festakts am 5. Mai 2011 das entsprechende Zertifikat in Empfang nehmen können. Helga Wittwer vom Impuls- zentrum in Steyr überreichte das Zertifikat an Direktor Reinhard Schmierdorfer sowie die zwei COOL-Lehrgangsab- solventinnen der Schule, Mag. Eva Pichler und Mag. Maria Rauch. In ihrer Rede betonte sie die Wichtigkeit dieser Un- terrichtsart und auch, dass ein Gelingen stark von den damit involvierten Personen (Direk- tor wie auch Lehrer) abhängig ist. Beides sei an dieser Schule sehr gut gelungen. Die eben- falls anwesende Landesschul- inspektorin Mag. Dr. Nadja Hoffer-Munter gratulierte ebenfalls dem Direktor und den Lehrerinnen für ihre Be- mühungen – auch sie fördert den COOL-Unterricht in der Steiermark. Mag. Eva Pichler und Mag. Maria Rauch haben den zwei- jährigen Akademielehrgang besucht und sind nun ausge- bildete COOL-Trainerinnen. Im Rahmen ihrer Ausbildung haben sie COOL neu an der Schule implementiert und da- rüber hinaus auch die Zertifi- zierung der Schule als „COOL- Netzwerk-Partnerschule“ erreicht. Damit gilt die BHAK Monsbergergasse nun auch of- fiziell als COOL(e)-Schule. Mag. Eva Pichler ist – nach der Pensionierung von OStR. Mag. Wolfgang Strohmaier – seit dem heurigen Schuljahr auch die Arge-Leiterin und koordi- niert den COOL-Unterricht an der Handelsschule und Han- delsakademie. Unterstützt wird sie in ihrer Arbeit von der COOL-Steuerungsgruppe, der darüber hinaus Mag. Maria Rauch, Mag. Erwin Kummer sowie Dipl.-Päd. Susanne Wippel angehören. In diesem Jahr haben sie einen Starttag

Wippel angehören. In diesem Jahr haben sie einen Starttag für die 1. Klassen organisiert, Klassenratssitzungen

für die 1. Klassen organisiert, Klassenratssitzungen geleitet und die Lehrer-Teamsitzungen

einberufen. COOL-Gegenstän- de sind derzeit Deutsch, IFOM, Religion und BWL. Eine Wei-

terführung in den aufsteigen- den Klassen ist geplant. Damit das Projekt erfolgreich weiter- geführt werden und eventuell auch ausgedehnt werden kann, gaben die beiden COOL-Trai- nerinnen bei der Überrei- chungsfeier ihrer Hoffnung Ausdruck, dass sich noch wei- tere LehrerInnen dem Team anschließen mögen. Wie wichtig COOL gerade für diesen Schultyp ist, zeigt sich darin, dass er eine mögliche Antwort auf die zunehmende Heterogenität in den Klassen- zimmern ist; mit ihm wird ver- sucht, Eigenverantwortung und Selbstständigkeit im Schulalltag einzufordern. Trainiert werden vor allem die von der Wirtschaft immer wie- der geforderten Soft Skills wie Teamfähigkeit, Kooperations- bereitschaft, Eigenverantwor- tung usw. Durch den COOL- Unterricht wird also auch versucht, die Handelsschüler und Handelsakademiker der BHAK/BHAS Monsbergergas- se auf dem Arbeitsmarkt wett- bewerbsfähiger und damit er- folgreicher zu machen.

Einen Girls Day gab’s an der Mürz

Dass Mädchen vereinzelt in die Domäne typischer Männerbe- rufe eindringen und dort als qualifizierte Fachkräfte sehr geschätzt werden, ist bekannt. Manche Betriebe haben sich zum Ziel gesetzt, verstärkt Mitarbeiterinnen für einen technischen Lehrberuf und so- mit für eine Facharbeiterkar-

riere zu gewinnen. Im Bezirk Mürzzuschlag organisierte die Berufsfindungsbegleiterin des Bezirkes, Martina Willingsho- fer, für die Mädchen aus den Hauptschulen Veitsch, Neu- berg, Langenwang, Kindberg und der Polytechnischen Schu- le den Girls Day. Interesse an einem technischen Beruf zeig-

le den Girls Day. Interesse an einem technischen Beruf zeig- ten 54 Mädchen und schnup- perten

ten 54 Mädchen und schnup- perten in einem der sechs teil- nehmenden Leitbetriebe des Bezirkes Mürzzuschlag.

Dabei wurde den 13- bis 15jährigen Mädchen anhand von Filmen, Präsentationen, Führungen und Diskussions- runden Einblick in die Indus- triewelt geboten. Die Projekt- betreuerin konnte mit großer Freude feststellen, dass alle Schülerinnen sehr motiviert und interessiert waren. Aber auch der praktische Teil kam nicht zu kurz. Als Höhepunkt stellten die Mädchen ein Werkstück her. Da sie ihr per- sönliches Produkt mit nach Hause nehmen durften, hatten die Mädchen auch gleich ein Erinnerungsstück an den Schnupptertag am Girls Day.

Von Seiten der Schülerinnen, aber auch von den Betrieben und den BegleitlehrerInnen war das Feedback überaus po- sitiv. Somit war das Ziel des Girls Day 2011 – Orientierung geben, Interesse wecken, dazu beitragen, dass Mädchen am Berufsmarkt andere Bereiche kennen lernen – erreicht.

     

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Ein „Straßenkind“ mit Weltkarriere

Bekannt ist sie auf der ganzen Welt, ihren Ursprung hat sie aller- dings in Neapel. Nicht nur, dass die Pizza dort im Original gebacken wird, eine Sprachschule – „Pizza-Universität“ genannt – hat sogar eine Pizzaiolo-Ausbildung integriert und in der Schweiz gibt es schließlich eine Pizza-Fachschule für professionelle Pizzabäcker.

THOMAS AITITSCH

Sie hieß Anna, die Fremden- führerin auf Capri, war eine echte Italienerin, hatte aber viele Jahre in Berlin gelebt. Daher war ihr Deutsch nahezu akzentfrei. Da wir bis zur Überfahrt auf die Insel noch etwas Zeit zur Verfügung hat- ten, versorgte sie uns überaus eloquent mit etlichen histori- schen und kunstgeschichtli- chen Daten und Fakten über Neapel und Sorrent und kam dann auf die italienische Kü- che zu sprechen. „Italienisch lernt man bei uns auch beim Kochen, so haben wir auch eine Pizza-Universität, auf der nicht nur fundierte Kenntnisse in der italienischen Sprache vermittelt werden, sondern auch ebensolche in jener bei- nahe schon zum Geheimnis hochstilisierten Kunst, eine

bei- nahe schon zum Geheimnis hochstilisierten Kunst, eine echt napolitanische Pizza zu- zubereiten“, so Anna im

echt napolitanische Pizza zu- zubereiten“, so Anna im Origi- nalton, wobei sie abschließend darauf hinwies, dass es zwar weltweit durchaus wohlschme- ckende Pizzen gebe, die aller- dings von Ernährungswissen- schaftlern aber im Fast- food-Bereich angesiedelt wer- den. Die einzige wahre, natür- liche, ursprüngliche und echte Pizza werde allerdings nur hier als „Pizza Margherita“ gebacken, nach überlieferten uralten Rezepten, die in keiner Weise als Kalorienbomben ge- sundheitsschädlich seien.

Essbarer Teller Wenn man die Geschichte der Pizza nachliest, so findet man

die ersten Fladenbrotscheiben bereits bei den Etruskern und Griechen. Das Wort Pizza rührt wahrscheinlich vom na- politanischen Begriff picea (= zupfen) her. Aus einem großen Teig werden kleinere Stücke gezupft und zu einem dünnen „essbaren Teller“ geformt. Eine angeblich historische Überlieferung besagt, dass Kö- nig Umberto und dessen Ge- mahlin Margherita anlässlich eines Aufenthaltes in Italien im Jahre 1889 auf deren Wunsch drei typisch napolita- nische Pizzen serviert wurden. Eine war mit Tomaten sowie Mozzarella belegt und mit Ba- silikum bestreut. Sie schmeck- te vor allem der Ehefrau be-

sonders gut. Dass diese daher als napolitanische „(Ur-)Pizza Margherita“ gilt, wird von Historikern nicht unbedingt als gesicherte Tatsache angese- hen. Historisch gesichert ist al- lerdings, dass die Pizza vor al- lem in Süditalien ursprünglich von wenig begüterten Leuten gar nicht an einem Tisch, son- dern zwischendurch auf der Straße, wie ein Schnellimbiss, verzehrt wurde. Mit italieni- schen Auswanderern gelangte dieses „Kind der Straße“ schließlich nach Amerika, von wo sie dann sukzessive und letztendlich als Fastfoodkette „Pizza Hut“ und ähnlichem ihren Siegeszug um die Welt antrat.

Professioneller Pizzaiolo Was gemeinhin als „Pizza- Universität“ bezeichnet wird, befindet sich als Sprachschule im zweiten Stock eines histori- schen Palazzo im Altstadtzen- trum von Neapel und wird vom Centro Italiano, dem größten Sprachschulzentrum Italiens, alles andere als for- mell, sondern durchaus fami- liär und italienisch-fröhlich geführt. Während eines Unter- richtsjahres werden drei elf- wöchige Sprachkurse angebo- ten, in denen man auch einen dreiwöchigen Lehrgang zum diplomierten Pizzabäcker (Piz- zaiolo) absolvieren kann. „Die ,StudentInnen‘ werden bei uns nicht nur branchenspezifisch und maßgeschneidert mit der italienischen Sprache vertraut gemacht, sondern auch mit der

Essbares Plagiat

Kochen ist zur Zeit in den Medien scheinbar sehr beliebt. Da gibt es nicht nur seitenlange Informationen über gesunde Ernährung in einer Vielzahl der Printmedien, auch im Fernsehen wird rundum gekocht, gebraten und gegart. Prominente Küchenchefs geben wohl- schmeckende Empfehlungen und gewäh- ren Einblicke in ihre Kunst, nette ältere Damen legen ihre Kocherfahrung von einst in Kolumnen wie etwa „Aus Omas Küche“ offen – kurzum: (Gesundes) Kochen und Essen ist „in“. Nun ist die Pizza trotz ihrer globalisierten und da- rüber hinaus vor allem in den vielfälti-

gen amerikanisierten Erscheinungsfor- men trotzdem typisch italienisch geblie- ben, verbunden mit einem Hauch südli- cher Atmosphäre. Wenn man an Pizza denkt, schwebt einem Italien vor. Ob der „essbare Tel- ler“ nun wirklich ein sinnlich-sozialer Event ist, wie Cosimo Bruno behauptet, bleibe dahingestellt, jedenfalls sind Pizzen vor allem bei Schülerinnen und Schülern sehr beliebt, trotz aller ernäh- rungswissenschaftlichen Bedenken, Kalorien- und Fettgehalt als auch Geschmacksverstärker betreffend. Italienische Sprachschulen sind auf den Zug der Zeit aufgesprungen und verbin- den geistige Arbeit mit einem weltweit

bekannten Konsumprodukt. Den Vorteil haben sie, dass sie die „Erfinder“ der Pizza sind. So ist die gebotene Möglich- keit, sie in der Urform einmal selbst her- zustellen, sicher verlockend.

Eine persönliche Anmerkung zum Schluss: Ich glaube nicht so ganz, dass

Pizzabacken nur ein Mittel ist, um mehr StudentInnen für die Sprachschulen zu interessieren. Eine Pizza in Neapel schmeckt tatsächlich etwas anders als das, was man hierzulande manchmal als eine solche „italienische Spezialität“ angeboten bekommt. Diese ist und bleibt nämlich immer ein „essbares Plagiat“, wie toll der Erfindungsgeist beim

Belegen auch sein mag.

Thomas Aititsch

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Technik des Pizzabackens nach traditionellen napolitani- schen Rezepten“, erklärt ein Sprecher der Sprachschule und listet auf: Der integrierte Kochkurs, der ausschließlich in italienischer Sprache erfol- ge, beinhalte einen geschichtli- chen Überblick über die Ent- wicklung der napolitanischen Pizza, vertiefe die Kenntnisse über Zutaten sowie die zur Herstellung notwendigen Ge- räte, den Teig und dessen For- mung, die Füllungen, den Be- lag und nicht zuletzt die Arbeit am Ofen.

Die Unterrichtsstunden im Pizzabacken finden vor Ort in einer typisch napolitanischen Pizzeria, der „La Notizia“, statt. „Am Ende des Kurses verfügen die AbsolventInnen neben gut fundierten Sprach- kenntnissen auch professionel- le und spezielle Kenntnisse in der Kunst des ursprünglichen Pizzabackens, die auch eine besondere berufliche Qualifi- kation in der Gastronomie

darstellen“, so ein Betreuer im Centro Italiano.

Zweierlei Geschmack Wie weltweit das einstige na- politanische „Straßenkind“ mittlerweile seine Kreise zog, beweisen zwei Herren mit Weitblick. Cosimo Bruno, 57 Jahre, ist Geschäftsführer der gleichnamigen Cosimos Pizza-

Fachschule in Zürich, wo er, ähnlich dem napolitanischen Vorbild, fundierte Kurse in der Grund- und Weiterbildung für professionelle Pizzaioli an- bietet. „Eine klassische, italienische Pizza ist vom Teig her drei Millimeter dick, nicht mehr“, sagt Cosimo. Seit er vor 40 Jahren aus seinem Geburtsort

sagt Cosimo. Seit er vor 40 Jahren aus seinem Geburtsort Lecce in Süditalien in die Schweiz

Lecce in Süditalien in die Schweiz kam, hat er seit der Gründung seiner Schule be- reits über 1000 Pizzaliebhaber von Amateuren zu diplomier- ten Pizzabäckern ausgebildet. Sein Credo: „Die Pizza muss dünn und knusprig sein.“

Wolfgang Moch von „Sam’s Pizza Land“, das in Alabama, Missouri, Ohio und Boston sei- nen Ursprung hat, setzt dem „Crispy Italian Style“, wie er ihn nennt, die amerikanische „Pan-Variante“ gegenüber. „Sie ist deutlich dicker als in Italien, wird in einer Back- form gebacken, ist aber wei- cher und saftiger“, erklärt er. Für diese in den USA beliebte Pizzavariante gibt es aller- dings noch keine Fachschule oder „Universität“, sie ist eher von experimentierfreudigen US-Pizzaioli auf „Yankee-Ge- schmack“ abgestimmt. „Ame- rikaner lieben eher ein saftiges Steak. So ist es auch mit der Pizza“, meint Wolfgang Moch abschließend.

Pizza ist gesünder als ihr Ruf

Das „European Journal of Cli- nic Nutrition” verweist auf eine Mailänder Studie, in der rund 900 Italiener zu ihrem Essverhalten bezüglich des Verzehrs von Pizzen befragt wurden. Angesichts kritischer Stimmen, die empfehlen, Piz- zen aus dem Angebot beim Schulbuffet zu streichen, da sie zu fett und kalorienreich seien, sind die Ergebnisse die- ser Studie eher für eine gegen- teilige Empfehlung geeignet. Eines der Ergebnisse besagt nämlich, dass Konsumenten, die mindestens zweimal wö- chentlich Pizza verzehren, nur halb so oft an Herzinfarkt ster- ben. Berechtigt dieses Ergebnis nun zu hemmungslosem Pizza- schlemmen? Der Direktor des

Else-Kröhner-Fresenius-Insti-

tuts für Ernährungsmedizin an der TU München Dr. Hans Hauner schränkt ein: „Nicht unbedingt, es kommt auf den Belag an.“ Er empfielt die „dünne italienische Pizza“ mit wenig Öl, wenig Käse, dafür aber reichlich Gemüse so um die 530 Kalorien. „Die Pizza Quattro Formaggi ist mit ih- rem Belag von rund 880 Kalo- rien und dem Fettgehalt eine Kalorienbombe, die dem unge- sunden Ruf alle Ehre macht“,

betont er allerdings weiter. Der Ernährungswissenschaft- ler listet folgende gesunde Piz- zabeläge auf:

Reichlich Tomaten oder Toma- tenmark seien empfehlenswert. Der Farbstoff Lycopin schütze vor Krebs und Herz-Kreislauf- erkrankungen. Olivenöl im Teig sorge für ein besonderes Aroma und wirke sich günstig auf die Blutfettwerte aus. Reichlich Zwiebel auf der Piz- za stärken das Herz durch Schwefelverbindungen, Sulfi- de genannt. Käse sollte stets, jedoch in nicht zu großer Men- ge auf die Pizza kommen, denn trotz des Fettgehalts sei er ob seines hohen Kalziumgehalts positiv zu bewerten als Schutz etwa vor Osteoporose. Orega- no, Thymian, Majoran, Basili- kum und Rosmarin sollten nicht fehlen, denn sie verleihen der Pizza nicht nur Würze, sondern ersetzen zum Großteil auch das Salz. Helles Weizenmehl sei auch deswegen empfehlenswert, weil die darin enthaltenen B- Vitamine für den Stoffwechsel und die Nervenfunktion wich- tig seien. Nicht zuletzt emp- fiehlt Dr. Hauner bei Tiefkühl- pizzen darauf zu achten, ob Aromen und Geschmacksver- stärker verwendet wurden.

Essen als sinnlicher Genuss …

Cosimo Bruno von der Pizza-Fach- schule in Zürich erklärt, was eine echte Pizza ist. Und kalorienarm und leicht verdaulich soll sie auch sein, denn ein echter Ita- liener isst sie nicht zu Mittag, sondern am Abend. Drei Fragen an den italienisch- schweizerischen Pizzaexper- ten!

Herr Cosimo, Pizzen seien fett, kalorienreich und ungesund, meinen einige Ernährungswis- senschaftler. Was meinen Sie? Nun, eine Pizza isst man in Italien traditionellerweise am Abend, also als leichte Mahl- zeit. Daher sollte sie keines- falls mehr als maximal 1000 Kalorien haben, also nicht zu sättigend sein. Sehen Sie, es gibt in Süditalien einen Spruch: Mit der Pizza ist es so wie mit der Liebe, nach einer Stunde hat man wieder Appe- tit.

Also soll sie nicht zu üppig sein? Nein, auf keinen Fall. Es gibt für eine typisch italieni- sche Pizza das Mengenverhält- nis 200 zu 200. Das bedeutet,

sche Pizza das Mengenverhält- nis 200 zu 200. Das bedeutet, 200 Gramm für den Teig und

200 Gramm für den Teig und 200 Gramm für den Belag, keinesfalls mehr Gewicht. Um die Pizza leicht und knusprig zu machen, muss sie nicht nur sorgfäl- tig hergestellt wer- den, sondern es ge- hören auch hochwertige Zutaten dazu.

Treffen auch amerikanische Pizzen den italienischen Ge- schmack? Nun, viele sind überzeugt, es sei nur die Pizza Margherita mit ihren Tomaten und dem Mozarella die wahre italienische Pizza. Nun, das ist Ansichtssache, aber fest steht, was weltweit alles auf Pizzen kommt, das wäre in einer der rund 350.000 Pizzerien in Ita- lien nicht zu verkaufen. Pizza in Italien, das ist ein sozialer Event. Da geht es um mehr als nur um das Essen und den Grad der Sättigung, da geht es auch um Sinnlichkeit und Ge- nuss. Darum muss eine Pizza einfach dünn und knusprig sein, keinesfalls dick und saf- tig, wie die amerikanische Va- riante. Eine amerikanische Pizza ist eben amerikanisch, nicht italienisch.

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Nr. 232

JUNI

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PSYCHOLOGISCH

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www.dieschule-stmk.com Nr. 232 JUNI 2011 PSYCHOLOGISCH 10 Burn-out: Hilflos ausgeliefert? Jetzt kommt sie wieder, die

Burn-out: Hilflos ausgeliefert?

Jetzt kommt sie wieder, die gefährliche Zeit. Stress überall, wohin man blickt, hoffnungslos. Alles muss in unseren Schulen noch über die Bühne gehen, ein- gepfercht in engen Zeit- gefäßen.

DR. JOSEF ZOLLNERITSCH

Standards, Beurteilungen, Konferenzen, Projekte etc. ver- bessern die Lage nicht. Unru- higer werdende Schüler (und Eltern) reizen die Lehrerseele; die warme Jahreszeit vermin- dert außerdem die Lust, sich in stickigen, schlecht belüfteten Schulräumen aufzuhalten. Nicht wenige sind schon so ge- nervt, dass sie am liebsten flie- hen würden: geistig (durch in- neren Rückzug), körperlich (in den Krankenstand) oder ganz allgemein, indem man die eige- ne Person gar nicht mehr in das Geschehen einbringt und permanent auf Distanz bleibt. Dabei gibt es von vornherein sehr unterschiedliche Voraus- setzungen, wie sehr sich Leh- rer in das berufliche Gesche- hen einlassen. Uwe Schaarschmidt von der Uni Potsdam hat bereits im Jahr 2000 vier Lehrertypolo- gien herausgearbeitet. Der Muster-G-Typ ist der gesün- deste: In ihm vereinen sich ho- hes, aber nicht überhöhtes En- gagement und Ehrgeiz mit Distanzierungs- und Regene-

En- gagement und Ehrgeiz mit Distanzierungs- und Regene- Dr. Josef Zollneritsch leitet die LSR-Abteilung Schulpsy-

Dr. Josef Zollneritsch leitet die LSR-Abteilung Schulpsy- chologie – Bildungsberatung

rationsfähigkeit. Der Muster- S-Typ steht für Schonung: Er zeichnet sich durch unverhält- nismäßig große Distanz zum Schulgeschehen aus, engagiert sich gar nicht bis wenig, bleibt aber gesund. Hingegen legen die beiden nachfolgenden Ty- pen gesundheitsgefährdendes Verhalten an den Tag. Lehre- rInnen vom Risikotyp A kämp- fen mit hohem Engagement an allen Schulfronten und ver- schleißen sich durch fehlende Distanzierungsfähigkeit. Auch den LehrerInnen vom Risiko- typ B gelingt es nicht, ausrei- chend Distanz zur Arbeit zu finden. Zugleich haben sie jeg- liches Feuer verloren, sind re- signiert und stehen ausge- brannt vor der Klasse. Die Übergänge zwischen dem ge- sunden und dem gesundheits- gefährdeten Typ sind schlei- chend, oft rutscht man unmerklich in die Burn-out- Falle. Viele wollen es lange Zeit nicht wahr haben und

Falle. Viele wollen es lange Zeit nicht wahr haben und scheuen sich daher, professio- nelle Hilfe

scheuen sich daher, professio- nelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Bereits im Jahr 2000 haben wir bei einer groß angelegten Leh- reruntersuchung („Alters- und gesundheitsgerechte Schulen in der Steiermark“) feststellen müssen, dass sich rund ein Viertel der Lehrerschaft aller Schultypen im Burn-out befin- det bzw. innerlich gekündigt hat. Unter „Burn-out (englisch [to] burn out: „ausbrennen“) bzw. Ausgebranntsein versteht man einen Zustand ausgespro- chener emotionaler Erschöp- fung mit reduzierter Leis- tungsfähigkeit. Viele Personen, die sich gleich- zeitig im Burn-out befinden, können an einer bestimmten Schule ein Klima schaffen, das die aktive Bewältigung von Belastungssituationen deutlich erschwert. „Begünstigt“ wird ein „Burn-out“-Klima durch einen wenig präsenten/obsor- genden Schulleiter und eine geringe Teamkultur, sodass letztlich keine Kommunika- tionsmöglichkeit hinsichtlich beruflicher Belastungen gege- ben ist. Da Schwierigkeiten im Leh- rerberuf normal sind, ist es wichtig, an Schulen eine At- mosphäre zu schaffen, in der ein selbstverständlicher Aus- tausch über Belastungen mög- lich ist. In einem ermutigenden und vertrauensvollen Klima muss es möglich sein, dass nie- mand mit seinen Schwierigkei- ten allein gelassen wird bzw. zum Schluss kommt, dass man selbst Schuld trägt für die er- littene Unbill. Ideal wären regelmäßige Su- pervisionssitzungen: Das ist die Reflexion berufsbezogener Themen/Probleme mit einer außenstehenden Person, ab- solute Vertraulichkeit/Ver- schwiegenheit vorausgesetzt. Schulheterogen zusammenge- setzte Gruppen erzielen die höhere Wirkung. Solche Zu- sammenkünfte mit einer gleich bleibenden Personengruppe sollten alle ein bis zwei Mona- te stattfinden. Selbst komplett verfahrene Situationen können in solchen Sitzungen gut auf- gelöst werden. Voraussetzung für die Teilnah- me an solchen Maßnahmen ist

einmal die (innere) Bereit- schaft, berufliche Belastungen überhaupt ernst zu nehmen und damit umzugehen. Nicht selten sind diese auch von pri- vaten Schwierigkeiten beglei- tet. Ein sensibles Achten auf eigene Bedürfnisse und die eigenen Möglichkeiten will sorgsam eingeübt sein.

„Der Mensch lebt nur in An- reizen“ will heißen, dass die Freude am eigenen Tun nicht in Resignation ersticken darf und dass es notwendig ist, sich mit der eigenen Berufs- und Lebenssituation zu versöhnen. Jeder Tag sollte einen selbst erzeugten kleinen Anreiz bie- ten: Beruflich wie privat. D. h. auch darüber nachzudenken, wie man immer wieder etwas Neues/Ungewohntes in die Tä- tigkeit (aber auch in den All- tag) einführen kann. Innova- tion ist das beste Mittel gegen berufliche Langeweile/Unter- forderung. Es ist gut, sich den Geist für Spannendes zu be- wahren, damit die Neugierde nicht erstickt. Ständiges (be- sorgtes) Schonen führt zu vor- zeitigem Altern.

Ganz wichtig sind auch regel- mäßige Momente der Entspan- nung: Entspannung ist ein- zuplanen wie ein Termin. Jeder Tag braucht bewusste Rekreationszeiten. Autogenes Training z. B. ist eine wunder- bare Methode, um die Batte- rien wieder in kurzer Zeit aufladen zu können. Angemes- sener Schlaf und regelmäßige Bewegung runden die Erho- lungsseite ab.

Sollten alle Stricke reißen bzw. kein Ausweg mehr sicht- bar sein: Das Lehrerbera- tungszentrum (www.lbz-stmk. at) und die Schulpsychologie (www.schulpsychologie.at) bieten Einzelberatung im ab- solut vertraulichen Rahmen. Jede Beratung hat einen Effekt und kann zu nie geahnten Ent- lastungen führen!

Das Leben ist sehr wertvoll; dauerhafte Resignation ist da- her keine Lösung. Allerdings kann sich jemand, der für sich nie Hilfe in Anspruch nimmt, die Wirksamkeit von psycholo- gischer Unterstützung kaum vorstellen.

 

LANDESSCHULRAT FÜR STEIERMARK

 

Stück 6

herausgegeben

 

Jahrgang 2011

 

in Graz,

 

Juni 2011

Körblergasse 23

 
 

Inhalt:

Nr.

Seite

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Amtliche Mitteilungen

 

der- und Polytechnischen

 

27. Einrichtung mit Rechtspersön- lichkeit an Bundesschulen – BULME Academy Graz-Gösting – Änderung der Geschäfts-

Schulen beim Landesschulrat für Steiermark – Bestimmung der Reihenfolge der Ersatz-

 

mitglieder

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29. Verleihung von Berufstiteln

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führung

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30. Dank und Anerkennung

 

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28. Disziplinarkommission für Landeslehrer und -lehrerinnen an öffentlichen Volks-, Haupt-, Son-

Sonstige Mitteilungen

 

31. Todesfälle

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Stück 6 / Jg. 2011

VERORDNUNGSBLATT

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Amtliche Mitteilungen

Nr. 27

Einrichtung mit Rechtspersönlichkeit an Bundesschulen– BULME Academy Graz-Gösting – Änderung der Geschäftsführung (GZ.: 601457-10/1- 2011 vom 5. 5. 2011)

Der Landesschulrat für Steiermark gibt gemäß § 128c Abs. 4 SchOG bekannt, dass Dipl. Ing. Heinz Stradner, Geschäfts- führer der BULME Academy Graz-Gös- ting, Einrichtung mit Rechtspersönlich- keit, Ibererstraße 15-21, 8051 Graz, seine Geschäftsführertätigkeit beendet hat. Die Alleingeschäftsführung der BULME Academy, Einrichtung mit Rechtspersön- lichkeit, übernimmt AV OStR Dipl.-Ing. Bernd Nußmüller.

Die obgenannten Änderungen werden mit dem Tag ihrer Kundmachung im Verord- nungsblatt wirksam.

Für den Amtsführenden Präsidenten: Dr. Koller

Nr. 28

Disziplinarkommission für Landes- lehrer und -lehrerinnen an öffentlichen Volks-, Haupt-, Sonder- und Polytechnischen Schulen beim Landesschulrat für Steiermark (GZ.: I Le 5/2-2011 vom 16. 5. 2011) – Bestimmung der Reihenfolge der Ersatzmitglieder

Als von der Steiermärkischen Landesregierung mit Beschluss vom 25.02.2008 bestellter Vorsit- zender der Disziplinarkommission für Landes-

lehrer und -lehrerinnen an öffentlichen Volks-, Haupt-, Sonder- und Polytechnischen Schulen beim Landesschulrat für Steiermark bestimmt Mag. Fresner auf Grund des § 19 des Steiermär- kischen Landeslehrer-Diensthoheitsgesetzes 1966, LGBl.Nr. 209, in der geltenden Fassung, dass für das Kalenderjahr 2011 im Fall meiner Verhinderung die bestellten Ersatzmitglieder in folgender Reihenfolge einzutreten haben:

1. Hofrat Dr. Roman Koller, Landesschulrat

für Steiermark

2. Oberrat Mag. Wolfgang Roubal, Landes-

schulrat für Steiermark

3. Hofrat Mag. Engelbert Wippel, Landes-

schulrat für Steiermark

Weiters wird bestimmt, dass im Fall der Verhin- derung des gleichfalls von der Steiermärkischen Landesregierung gemäß § 17 Abs. 1 lit. b LDHG 1966 bestellten Mitgliedes

Landesschulinspektor Hermann Zoller, Lan- desschulrat für Steiermark,

die bestellten Ersatzmitglieder in folgender Rei- henfolge einzutreten haben:

1. Landesschulinspektorin Hofrätin Helga Thomann, Landesschulrat für Steiermark 2. Bezirksschulinspektor RR Harald Schwarz, Bezirksschulrat Leibnitz

3. BSI (betraut) HOL Claus Kastner, Bezirks-

schulrat Leoben

Der Vorsitzende: Mag. Fresner

Nr. 29

Verleihung von Berufstiteln

Der Herr Bundespräsident hat verliehen:

den Berufstitel Oberstudienrätin an Prof. Mag. Karin Strobl, HBLA f.w.Berufe Deutschlands-

HBLA

f.w.Berufe Deutschlandsberg;

berg,

Prof.

Mag.

Brgitte

Rexeis,

den Berufstitel Studienrätin an FOL Ilse Pri- bitzer, HBLA f.w.Berufe Deutschlandsberg;

den Berufstitel Oberschulrätin an FOL Wal- traud Alter, HBLA f.w.Berufe Deutschlands- berg.

Nr. 30

Dank und Anerkennung

Der Amtsführende Präsident des Landesschulra- tes für Steiermark hat folgenden Lehrern und Lehrerinnen Dank und Anerkennung ausgespro- chen:

VDir. Rosa Pichler, VS Weinburg a.S., HOL SR Johann Hofer, HS Weißkirchen, für das langjährige und erfolgreiche Wirken im Dienste des steirischen Pflichtschulwesens. Dir. Dr. Evelyn Awad, FS w. Berufe der Cari- tas Graz, VDir. Manuela Radler, VS Zwaring- Pöls, VDir. Edeltraut Foller, VS Hausmanns- tätten, Dir. Dr. Wilhelm Mitsche, HBLA Feldbach, Dir. Mag. Jörg Knauer, HBLA Fohnsdorf, Dir. Mag. Margarethe Brenner, HLW Krieglach, im Rahmen der Initiative „Training for the Job“ einer Teilnehmerin zu ermöglichen, Einblick in die Tätigkeit der Schul- leitung zu gewinnen. Es wurde dadurch ein wichtiger Beitrag für die Gewinnung von zukünftigen Führungskräften in der Schule geleistet.

Sonstige Mitteilungen

Nr. 31

Todesfälle

VHL i. R. SR Irma Juri, 30. 4. 2011, HDir. i. R. SR Irene Graßl, 4. 5. 2011, VDir. i. R. SR Leopoldine Regner, 4. 5. 2011, HOL i. R. Ger- hild Müller, 25. 4. 2011, VDir. i. R. SR Julia

Schwarz, 18. 4. 2011, VHL i. R. Anna Pretter- ebner, 29. 4. 2011, HDir. i. R. Johann Russ, 2. 4. 2011, BDStv. i. R. Karl Baumgartner, 12. 4. 2011, VHL i. R. SR Elfriede Perscha, 27. 1.

2011.

Impressum für den nichtamtlichen Teil des Verordnungsblattes: Eigentümer, Herausgeber und Verleger: Landesschulrat für Steiermark; für den Inhalt verantwortlich: Hofrat Dr. Roman Koller; alle Körblergasse 23, 8015 Graz. – Satz beigestellt. – Druck: Medienfabrik Graz. – XXXXXXX

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SCHULE

GRENZÜBERSCHREITEND

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Comenius war auch in Graz-St. Martin

Comenius unterstützt die Mo- bilität von Schülern, Lehr- amtsstudierenden und Lehr- kräften, fördert das Erlernen moderner Fremdsprachen und ermöglicht innovative Wege der Zusammenarbeit und Part- nerschaft schulischer Einrich- tungen in Europa. Die FS Graz-St. Martin hat sich im Schuljahr 2009/10 für dieses Comeniusprojekt angemeldet und Interesse an der Zusam- menarbeit mit Schulen aus Ita- lien, Griechenland, Portugal und Spanien kundgetan. Das Thema dieses über zwei Schul- jahre laufenden Projektes lau- tet: „Thermal Springs in Europe“. Das erste Projekttreffen fand im Oktober 2010 in Peso da Règua in Portugal statt. Wir besuchten unsere Partnerschu- le Escola Profissional de De- senvolvimento rural do Rodo und konnten ein interessantes,

senvolvimento rural do Rodo und konnten ein interessantes, informatives, abwechslungs- reiches und eindrucksvolles

informatives, abwechslungs- reiches und eindrucksvolles Programm erleben. Wir lernten in dieser Woche den Norden Portugals – die Heimat des be- rühmten Portweins – in all sei- ner landschaftlichen Schönheit kennen. In der ersten Aprilwoche 2011 fand das zweite Projekttreffen bei uns in St. Martin statt. Wir boten unseren Gästen aus dem Südwesten Europas die Mög- lichkeit die steirische Kultur, die steirische Kulinarik, die steirische Landschaft, die stei- rischen Thermen und die stei- rische Gastlichkeit kennen zu lernen. Das Programm für die- se Woche war sehr eindrucks- voll und reichhaltig an Infor- mationen und Eindrücken, die bei unseren Gästen noch lange in Erinnerung bleiben werden. Einen ganz besonderen Ein- druck bei unseren Freunden hinterließ unsere Schule als

druck bei unseren Freunden hinterließ unsere Schule als Ausbildungsstätte für junge Menschen und als Haus der

Ausbildungsstätte für junge Menschen und als Haus der Gastfreundschaft und Herz- lichkeit. Im Schuljahr 2011/2012 findet das dritte Treffen im Oktober 2011 in Spanien (Murcia), das

vierte Treffen im Februar 2012 in Griechenland (Athen) statt. Der Abschluss des Projektes wird Ende April in Sizilien ge- feiert.

Dipl. Päd. Ing. Dorothea Kampl, Dipl. Päd. Ing. Martina Kerngast

Erasmus

- ja warum denn Erasmus?

All die Erasmus-Initiativen haben ihren Namen nach dem niederländischen Humanisten Erasmus von Rotterdam (1469 – 1536). Wer war dieser Eras- mus? Geboren wurde er – ebenso wie sein um drei Jahre älterer Bruder – als uneheli- ches Kind einer Arzttochter und eines Priesters. Zuerst al- lein in der Obhut der Mutter, kommt er auf Wunsch des Va- ters mit neun Jahren in eine Schule, in der außer den da- mals üblichen mittelalterlichen Schriften auch Werke des klas- sischen Altertums und die Er- kenntnisse der italienischen Renaissance große Beachtung finden. Als beide Eltern bald darauf sterben – der Vater hin- terlässt den Söhnen eine be- trächtliche Bibliothek –, be- stimmen die Vormünder den Eintritt in eine strenge Schule. Obwohl dies nicht dem Wunsch der beiden jungen Männer entspricht, treten sie letztendlich doch in einen Or- den ein. Erasmus findet das Leben hin- ter Klostermauern als sehr ein- engend und so ist er froh, als Sekretär eines Bischofs nach Rom reisen zu können. Mit 26

Jahren erlaubt ihm der Bischof zu Studienzwecken an die Uni- versität Paris zu gehen. Hier wird er literarisch erfolgreich. Um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten gibt er Stunden. Die ersten pädagogischen Schrif- ten verfasst er als Hauslehrer. Vier Jahre später geht er für ein Jahr nach Oxford. Hier verbessert er seine Griechisch- kenntnisse. Um den Rede- und Schreibstil junger Menschen zu fördern, verfasst er eine Sprichwörter- sammlung. Diese wird ein ganz großer Erfolg. 1502 finden wir den Rastlosen an der Universi- tät von Löwen, zwei Jahre da- rauf wieder an der Sorbonne. Als Hauslehrer kann er dann nach Italien gehen, wo er 1506 Doktor der Theologie wird (Turin). Sein Buch „Moria“ kommt auf den Index verbotener Bücher der katholischen Kirche. Eras- mus gibt eine Heilige Schrift in griechischer Sprache heraus. Diese dient Martin Luther als Grundlage zu seiner Überset- zung der Bibel ins Deutsche. Anfangs konnte er sich mit dem Gedankengut der Refor- mation anfreunden, letztlich

sprach er sich gegen eine Kir- chenspaltung aus, die doch im- mer mit viel menschlichem Leid in Verbindung ist. Acht Jahre lang lebt er in Ba- sel, zieht jedoch nach der Re- formation nach Freiburg. Wie- der in die Schweizer Stadt zurückgekehrt, findet sein Le- ben dort sein Ende. Erasmus hinterlässt einige Er- ziehungsmaximen, die auch im 21. Jahrhundert durchaus als bemerkens- und beachtenswert erachtet werden können:

l Die gute Kenntnis der eige-

nen Sprache, aber auch die an- tiker Sprachen ist eminent wichtig.

l Den Eltern obliegt die Erzie-

hungspflicht.

l Die Erziehung soll so früh

als möglich beginnen.

l Nationale Feindschaften, Standesdünkel und Berufsneid sind hintan zu stellen.

l Es sollen friedliebende, tole-

rante, gebildete Menschen he-

rangebildet werden.

l Alle Menschen bedürfen der

Erziehung, denn alle Menschen

sind bildungsfähig.

Dipl. Päd. Mag. Heidrun Gollesch, Graz/Stainz

Nr. 232 GLÜCK MACHT SCHULE SCHULE 14 JUNI 2011
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GLÜCK MACHT SCHULE
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Koordinationstraining und Flow

Das Glücksgefühl, etwas Schwieriges selbst geschafft zu haben, ist die Basis der Moti- vation mehr von einer Sache zu tun und somit die Grundla- ge des Lernens. Ein Flow-Ge- fühl entsteht in einer Zone zwischen Unterforderung und Überforderung und ist ein außergewöhnlicher Bewusst- seinszustand, der häufig von SportlerInnen erreicht wird, da hier Spaß an der Herausfor- derung mit körperlicher An- strengung kombiniert wird. Der Zustand, der beim Flow erreicht wird, entspricht der kardialen Kohärenz, einer op- timalen Synchronisation von Herzschlag, Atmung und Blut- druck. In diesem Zustand be- steht völlige Harmonie zwi- schen dem limbischen System, das die Emotionen steuert, und dem kortikalen System, dem der Sitz für Bewusstsein und Verstand zugeordnet wird. (Flow geht auf den amerikani- schen Psychologen Mihaly Csikszentmihalyi zurück, der es als ein Gefühl der völligen Vertiefung und Aufgehens in einer Tätigkeit bezeichnet.) „Schon der einfachste körper- liche Akt macht Spaß, wenn er so verändert wird, daß er Flow erzeugt. Die wichtigsten Schritte bei diesem Prozess sind (a) sich ein Gesamtziel zu setzen und so viele Unterziele, wie realistischerweise möglich sind, (b) Methoden zur Mes-

sung des Fortschritts im Hin- blick auf das gesetzte Ziel zu finden, (c) sich auf das zu kon- zentrieren, was man tut, und die mit der Tätigkeit ver- bundene Herausforderung im- mer feiner zu differenzieren, (d) die notwendigen Fähigkei- ten für die zur Verfügung ste- henden Gelegenheiten zu ent- wickeln und (e) die Meßlatte höher zu setzten, wenn die Ak- tivität langweilig wird“, schreibt Csikszentmihalyi in seinem Buch „Flow – Das Ge- heimnis des Glücks“ (2008, S. 134 ff). Auf Grundlage dieser wissen- schaftlichen Erkenntnis wurde das Koordinationstraining im Unterrichtsfach Glück im Be- reich der Freude an der Bewe- gung als Schwerpunkt aufge- nommen. Koordination wird verstanden als harmonisches Zusammenspiel zwischen Gehirn und der Skelettmusku- latur („Tiefenmuskulatur“), angepasst an die jeweilige An- forderungssituation. Aufgrund verschiedener Fak- toren, wie der Mangel an Bewegungsmöglichkeiten in freier Natur, die ein Klettern auf Bäumen, laufen über Wald-, Wiesen- und Sandbö- den oder einfaches Barfußge- hen geboten hat oder die von Kindern und Jugendlichen präferierte Freizeitgestaltung im Bereich der neuen Medien, die mit Sitzen in Fehlhaltung

Die Magierin der runden Frauen

Niki de Saint-Phalle war in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts berühmt wie kaum eine andere Künstlerin. Sie erregte die Aufmerksam- keit der Kunstwelt durch ihre „Tirs“, mit Farbe gefüllte Gipsfiguren, die sie durch Schüsse zerstörte und neu schuf. Sie erfand die heitere Welt der „Nanas“. Das sind bunte, runde Frauen, Monster und begehbare Skulpturen. Sie waren in den bedeutendsten Museen der Welt zu sehen. Nachdem wir von der Caritas- Fachschule Graz uns einge- hend mit Niki de Saint-Phalle beschäftigt hatten, versuchten wir selber ihre Figuren nach- zubauen. Wir konnten mit un-

serem Werk beginnen, nach- dem unser Schulwart für uns die Fundamente betoniert hat- te.

Drähte wurden geformt und auf einem Holzgerüst befestigt, Pappmaschee wurde herge- stellt und in Schichten aufge- tragen. Wir lernten, dass die Figuren mit sechs Schichten beklebt werden müssen. Es wurden große und kleinere Kunstwerke hergestellt, wobei wir immer darauf achteten, die Vorgaben der Künstlerin zu er- füllen: weibliche Züge, breite Hüften und große Brüste.

Es entstanden wunderschöne Figuren, die wir in der Aula der Fachschule ausstellten.

verbunden ist, wird diese Koordination nicht mehr auf „natürliche“ Art und Weise entwickelt. Koordinationstrai- ning bietet viele Möglichkei- ten, um Kinder vor kniffelige Aufgaben zu stellen, die ihre gesamte Konzentration, phy- sisch und psychisch, erfordern. Ein wesentlicher Aspekt des Koordinationstrainings ist, dass der Schwierigkeitsgrad einer Übung dem Können der Kinder angepasst werden kann, sodass keine Über-, aber auch keine Unterbeanspru- chung entstehen kann. Darin liegt die Basis zum Erstehen des oben erwähnten Flow-Ge- fühls. Mit Hilfe von Gymnastikrei- fen, Strickleitern, Jonglierbäl- len oder Stangen können ver- schiedene koordinative Aufgaben gestellt werden, wel- che die volle Aufmerksamkeit der Kinder in Anspruch neh- men. Jonglieren, Balancieren, Balldribbeln und Seilspringen sind nur einige einer Vielzahl von Möglichkeiten, um die Ko- ordination effizient mit einfa- chen Mitteln zu trainieren. Un- terschiedliche Krafteinsätze, Zeitdruck und motorische Zu- satzaufgaben (wie z. B. Jon- glieren mit unterschiedlichen Gegenständen) erschweren die Durchführung und führen zu einer weiteren Verbesserung der Koordination. Durch ge- zieltes und regelmäßig durch-

geführtes Koordinationstrai- ning bilden sich im Gehirn neue Verschaltungen (Synap- sen), die es ermöglichen, die er- lernten Bewegungen auf diver- se sportliche Betätigungen zu übertragen. Dass neuronale Verschaltungen, die durch kör- perliche Betätigung erworben wurden, aber auch die kogniti- ven Fähigkeiten von Schüle- rInnen verbessern, ist ebenso wissenschaftlich belegt. Das Training auf labilen Un- terlagen, auch Propriozep- tionstraining genannt, stimu- liert die „Fühler“ unseres Körpers. Die Reaktionsbereit- schaft der stabilisierenden Muskulatur wird verbessert oder wieder hergestellt und si- chert damit aktiv das Gleich- gewicht und die Stabilität der gesamten Körperspannung. Koordination zu trainieren macht den SchülerInnen nicht nur Spaß, sondern verbessert auch deren Reaktionsfähigkeit in unvorhersehbaren Situatio- nen, wie etwa bei Stürzen oder bei neuen Sportarten. Bewe- gungsabläufe können schneller und leichter erlernt werden und der Körper ist resistenter gegen Verletzungen und Hal- tungsschäden. Somit bietet das Training der Koordination eine Chance, auf schnelle und ein- fache Art und Weise, Kindern Glücksgefühle zu ermöglichen.

Dipl. Päd. Oliver Kölli, MA

Chance, auf schnelle und ein- fache Art und Weise, Kindern Glücksgefühle zu ermöglichen. Dipl. Päd. Oliver

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QUALITÄT

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Wie seit 2002/03 alljähr- lich wurden auch heuer wieder Zertifikate für die Übungsfirmen (ÜFAs) vergeben und wie schon in den letzten Jahren konnten sehr viele steiri- sche ÜFAs ein Zertifikat nach Hause bringen, was so viel bedeutet wie: Die Qualitätsmarke ÜFA darf auch weiterhin ge- führt werden.

Ziele der ÜFA-Zertifizierung bzw. dieses Wettbewerbs sind:

l Sicherung und Steigerung

der Qualität der Übungsfir- menarbeit

l Dokumentation und Präsen- tation der Übungsfirmenarbeit nach außen (Wirtschaft, Schul- partner)

l Einbindung aller Unter- richtsgegenstände in die Übungsfirmenarbeit entspre- chend den Lehrplanintentio- nen

l Verleihung des Zertifikats

„Qualitätsmarke ÜFA“

Österreichweit haben im Schuljahr 2002/2003 bereits 142 Übungsfirmen bei der Zer- tifizierung mitgemacht. Die Entwicklung hat gezeigt, dass der Weg richtig war. Nicht nur über 1000 aktive österrei- chische Übungsfirmen bewei- sen das. Im Schuljahr 2010/ 2011 haben 312 Übungsfirmen, davon 25 aus Südtirol, an der Qualitätsmarke teilgenommen. 273 Übungsfirmen haben be- standen. Auch in der Steier- mark dürfen sich 40 ÜFAs über die erfolgreiche Zertifi- zierung freuen, die heuer erst- mals auf ein Schuljahr be- schränkt wurde. Die Zahl der tatsächlich qualifizierten ÜfAs in der Steiermark und in Österreich ist aber weitaus hö- her, da die Zertifizierung bis- her für zwei Jahre gültig war. Im April 2011 fand die heurige Bewertung der eingereichten Unterlagen statt, an denen während des Schuljahres flei- ßig gearbeitet wurde. Sie spiegeln die geleistete Ar- beit in der Übungsfirma wider. Die Inhalte dieser Schulstun- den werden darin sichtbar:

Rechnungslegung, rechtzeitige Bezahlung der Steuern und

Qualitätsmarke

Übungsfirma

Bezahlung der Steuern und Qualitätsmarke Übungsfirma Abgaben, Gehaltsabrechnung, Marketing und vieles mehr.

Abgaben, Gehaltsabrechnung, Marketing und vieles mehr. Eine kompetente Jury aus FachprofessorInnen aus einem anderen Bundesland studierte alles ganz genau und erkannte,

dass sich die ÜFAs streng an die von der ARGE ÜFA an kaufmännischen Schulen im

Auftrag des Bundesministe- riums für Bildung, Wissen- schaft und Kultur erarbeitete ONR 42000 – die einheitliche Qualitätskriterien für die Anforderungen an ÜFAs fest- legt – gehalten und ihre Zerti- fikate somit redlich verdient haben.

Aus Kaisers Zeiten

Zum 50-Jahre-Thronjubilä- um von Kaiser Franz Joseph im Jahre 1898 wurde eine großartige Idee verwirklicht. Es wurde der Plan für ein Schulhaus entworfen und im ganzen weiträumigen Habs- burger Reich wurden nach diesem Plan (damals) sehr zweckentsprechende Schul- gebäude errichtet. Diese Schulhäuser sind heu- te 2011 (!) noch immer als Unterrichtsstätten in Ver- wendung. Die hohen Räume bieten sicher Vorteile, doch wie sieht es mit den natür- lich nachträglich mit Fließ- wasser adaptierten Sanitär- anlagen aus, wie mit den Nebenräumlichkeiten, wie mit Turnsälen oder mit Ar- beitsplätzen für Lehrer? Da das Ambiente für Menschen – also auch für Schulkinder und Lehrpersonen – sehr prägend ist, sind auch die Standorte einer näheren Be-

trachtung zu unterziehen. Liegen die Schulgebäude et- wa an dicht befahrenen Straßen, sind rund um das Haus Freiflächen für sportli- che Aktivitäten?

Ein Regierungsjubiläum durch den Bau von Schulen, also durch eine Investition in eine Bildungseinrichtung, zu zelebrieren, war vor 113 Jah- ren eine Großtat. Gerade heute, da im Bildungsbereich immer wieder von Einspa- rungen gesprochen wird, weiß man Investitionen si- cher zu würdigen. Unterrichten Sie an einer solchen „Kaiser-Franz-Jo- seph-Jubiläumsschule“, so schicken Sie doch einige Fo- tos mit erklärenden Zeilen! Auf viele Zuschriften freuen

sich

Heidrun Gollesch und das gesamte Redaktionsteam

Bild und Text via E-Mail an:

egger.w@aon.at

heinz.zechner@stmk.gv.at

In den ÜFAs wird die Realität simuliert, SchülerInnen be- kommen Einblick in Arbeits- abläufe von Wirtschaftsbetrie- ben und somit in die künftige Berufswelt. Die „Mitarbeite- rInnen“ lernen virtuell Waren oder Dienstleistungen zu kau- fen und zu verkaufen. Die ÜFAs sind wie echte Unter- nehmungen in verschiedene Abteilungen gegliedert, die SchülerInnen durchlaufen sie während eines Schuljahres und sammeln auf diese Weise „Berufserfahrungen“. Sie ha- ben im Allgemeinen viel Freu- de an diesem Gegenstand bzw. dieser Art des Lernens, am Hi- neinschnuppern in praxisähn- liche Situationen und den si- mulierten Tätigkeiten, zu denen nicht zuletzt auch Büro- frühstück, Kaffeepause und Betriebsfeier nach einem be- sonderen Erfolg wie eben die Zertifizierung gehören. Um das ÜFA-Leben noch ein wenig attraktiver zu gestalten, wurde im vergangenen Jahr ein Wettbewerb von der Arbei- terkammer ausgeschrieben, der die einzelnen steirischen ÜFAs mit einer besonderen Aufgabe konfrontierte: Es galt Betriebsvereinbarungen zu be- stimmten innerbetrieblichen Problembereichen zu erarbei- ten. Auch heuer wieder gab es diesen Wettbewerb, aber zum Thema „Arbeitsvertrag“. Viele zum Teil sehr schwierige Auf- gaben mussten gelöst werden. Die Gewerkschaft der Privat- angestellten stand den Schüle- rInnen dabei durch einen Fachvortrag zur Seite. Die Arbeiten wurden von einer fachkundigen Jury bewertet und die Sieger ermittelt. Die MitarbeiterInnen der Übungs- firmen PC Specialist GmbH der BHAK Weiz sowie SafeCu- rity GmbH der BHAK Graz- Grazbachgasse durften sich über Sachpreise freuen. Die Sieger-ÜFAs Bohngiorno Kaf- fee GmbH der BHAK Liezen, BHV Eurosoft GmbH der BHAK Voitsberg und Moped Zentrum Graz GmbH der BHAK Graz-Grazbachgasse durften sich über ein Preisgeld von je 500 Euro freuen. Am 3. Mai 2011 war es dann so weit. Die Arbeiterkammer lud die SchülerInnen und Profes- sorInnen in den Großen Arbei- terkammersaal ein. Musika- lisch umrahmt wurde das Programm von der „HASAK Band“ der BHAK/BHAS Deutschlandsberg.

     

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AUF SICHEREM WEG

SCHULE

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Radhelmpflicht für Kinder unter zwölf Jahren
Radhelmpflicht
für Kinder unter
zwölf Jahren

Ab 31. Mai 2011 gilt die Radhelmpflicht für Kinder bis zum 12. Le- bensjahr.

in der Wachstumsphase be- findet und daher verletzba- rer ist als bei Erwachsenen. Unabhängig davon wie oft man Rad fährt oder wie kurz die Strecke ist: Ein Sturz kann immer passie- ren – die Folgen können ge-

Die Kinder müssen einen Radhelm tragen, wenn sie

l

selbst Rad fahren,

mildert werden, wenn man

l

auf einem Fahrrad mit-

einen Helm trägt“, sagt Pe- ter Felber, Leiter der Lan- desstelle Steiermark im

geführt werden (z. B. im Kindersitz) oder

l

in einem Fahrradanhän-

KFV. Mit der Pflicht würde die Radhelmtragequote deutlich steigen – das sehen auch zwei Drittel der Be- fragten so. 87 Prozent der befragten Radfahrer gaben an, dass eine Radhelm- pflicht keine Auswirkungen auf ihre Radfahrhäufigkeit hätte. Fast alle befragten Eltern würden sich an die Pflicht halten – auch ohne Strafandrohung.

ger mitgeführt werden. Das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie stellt den Schulen als bewusstseins- bildende Maßnahme das Video „Helm tragen schützt“ zur Radhelm- pflicht zur Verfügung, das die Sinnhaftigkeit von Rad- helmen veranschaulicht. Es kann unter www.youtube.

com/watch?v=Zi9z1NtbCy0

 

angesehen werden. Für Rückfragen steht An-

Seminare für Verkehrser- ziehung der PHS im Stu- dienjahr 2011/12:

gela Köplinger, Bundesmi- nisterium für Verkehr, In-

novation und Technologie, 017116265-8008, zur Verfü- gung.

Aktuelle KfV-Studie Eine aktuelle Studie des Kuratoriums für Verkehrs- sicherheit zeigt: 96 Prozent der befragten Auto- und Radfahrer sind für die ge- setzliche Radhelmpflicht von Kindern bis zum voll- endeten 12. Lebensjahr. 91 Prozent sprechen sich sogar für eine Radhelmpflicht bis zum vollendeten 15. Le- bensjahr aus. 77 Prozent sind der Ansicht, dass eine Pflicht sinnvoller ist als die reine Empfehlung. „Die ge- setzliche Radhelmpflicht würde die Helmtragequote deutlich erhöhen und damit das Risiko schwerer Kopf- verletzungen reduzieren. Wir unterstützen die Ein- führung der Radhelm- pflicht – der Kopf von Kin- dern muss besonders geschützt werden, da sich der Schädelknochen noch

148D001 – Verkehrserzie- hung Steirischer Sicher-

heitspass 8. 11. – 9. 11. 2011 138VE01 – Workshop Mo- bilitäts-, Verkehrs- und Si- cherheitserziehung 23. 11. – 25.11. 2011 148D002 – Drogen und Al- kohol im Straßenverkehr 29. 2. – 2. 3. 2012 138VE02 – Mobilitäts-, Ver- kehrs- und Sicherheitser- ziehung an VS, SS, HS, AHS, 23. 4. – 25. 4 .2012 138VE03 – Landesarbeits- gemeinschaft Verkehrser- ziehung 14. 5. – 16. 5. 2012 148D000 Verkehrserzie- hung – Vorbereitung auf den motorisierten Straßen- verkehr 8./9./10. Schst. 20. – 22. 6. 2012 Vom 15. Juni bis 21. Sep- tember 2011 sind Anmel- dungen zu allen Fort- und

Weiterbildungsveranstal-

tungen der PHSt im Ver-

waltungssystem PH-Online

möglich.

VD Karl Ederer, Landesreferent für Verkehrserziehung

VD Karl Ederer, Landesreferent für Verkehrserziehung Auf den Spuren des Aus Schwarz-Weiß wurde Farbe Es begann

Auf den Spuren des

Landesreferent für Verkehrserziehung Auf den Spuren des Aus Schwarz-Weiß wurde Farbe Es begann im Jahre 2001,

Aus Schwarz-Weiß wurde Farbe

Es begann im Jahre 2001, als Kunsterzieher Dipl. Päd. Hel- mut Schranz eine Klassenar- beit in der Hauptschule Fried- berg (Bezirk Hartberg) mit Kordelbildern durchführte. Diese wurden seinerzeit im Stiegenhaus zu einem großen Relief zusammengefügt. Zwi- schenzeitlich fügten Michelle Kremnitzer und Anette Scherf ein Schnurmotiv in Schwarz- Weiß an, welches nun fast zehn Jahre die Wand der Schule zierte.

Im heurigen Schuljahr ge- stalteten Christina Buchegger, Verena Ringbauer, Maria Rinnhofer und Maria Zinggl, Schülerinnen der 4. Klasse, das damals begonnene Werk weiter aus und schufen somit ein far- benfrohes Kunstwerk, wobei sie ihrer Fantasie freien Lauf ließen. „Damit findet dieses Projekt seinen vorläufigen Abschluss“, meint Helmut Schranz, lässt aber die Möglichkeit weiterer Gestaltungsideen offen …

seinen vorläufigen Abschluss“, meint Helmut Schranz, lässt aber die Möglichkeit weiterer Gestaltungsideen offen …

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SCHULE

ALLERHAND

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heute noch sichtbaren Unfassbaren

Wie bereits in der März-Aus- gabe (Nr. 229) berichtet, habe ich in der HS Judenburg ge- meinsam mit den jeweiligen Geschichtelehrern der 4. Klas- sen ein „Mauthausen-Projekt“ durchgeführt. Dieses Projekt soll die SchülerInnen auf einer sozialen, kognitiven und emo- tionalen Ebene auf den Besuch in der Gedenkstätte Mauthau- sen vorbereiten. Aber nicht nur die Vorbereitung auf diese Ex- kursion war wichtig, sondern auch die Nachbereitung dieses Gedenkstättenbesuchs spielte eine große Rolle. Die Vorbereitungen sahen wie folgt aus: Zu Beginn sollten die SchülerInnen Fragen über das KZ Mauthausen im Internet recherchieren. Danach wurden in Gruppenarbeiten verschie- dene Themen wie z. B. die Funktion des Konzentrations- lagers Mauthausen, der Alltag im KZ (Ankunft in Mauthau- sen, die Baracken, Tagesab- lauf, Arbeit im KZ, Ernährung, Kontakt zu Angehörigen, Stra- fen, Fluchten), die Aufsicht in

Landesmeister

Für die Schülerfußball-Lan- desmeisterschaft der Oberstu- fen wurden die Mannschaften in zwei Gruppen gelost. Die beiden Erstplazierten jeder Gruppe stiegen in das Semifi- nale auf. Nach drei Siegen und einem Unentschieden bei ei- nem Torverhältnis von 11:0 ge- wann die HTBLA Weiz die Vorrunde in Graz überlegen und schaffte dadurch den Auf- stieg in die Finalrunde, die in Hartberg gespielt wurde. Hier spielte die HTBLA Weiz gegen den Zweiten der Vor- rundengruppe von Hartberg, das BORG Murau. In einem überlegen geführten Spiel ge- wannen die Weizer ganz klar 6:0 und erreichten damit das Finale, wo sie wie schon vor zwei Jahren auf das BG/RG/ORG Hartberg trafen. In einem spannenden Match siegten die HTBLAler aus Weiz 3:1 und konnten den vor zwei Jahren gewonnenen Titel erfolgreich verteidigen. Mit diesem Sieg vertrat die HTBLA Weiz die Steiermark beim Bundesfinale in Schruns (Vorarlberg).

Konzentrationslagern (die Schutzstaffel, Häftlingsver- waltung), die Kindheit und Ju- gend in der NS-Zeit und die unterschiedlichen Opfergrup- pe, erarbeitet und besprochen. Zusätzlich wurden die von der Gedenkstätte Mauthausen er- stellten didaktischen Materia- lien, wie das Lesen von Erin- nerungsberichten von Iakovos Kambanellis, die er in seinem Buch „Die Freiheit kam im Mai“ erzählt, zur schulischen Vorbereitung herangezogen. Damit die emotionale Belas- tung während dem Gedenk- stättenbesuch reduziert wird, habe ich Bilder von bestimm- ten Orten in der Gedenkstätte, die sie sehen werden, gezeigt. Auch die Erwartungen an den Gedenkstättenbesuch wurden verschriftlicht und danach be- sprochen. Generell war zu be- merken, dass bei den Schüle- rInnen Unsicherheit, Ängste, Interesse vorhanden waren, aber auch die Bestätigung des bereits Gehörten wurde erwar- tet. Ein besonderes Interesse

hatten die SchülerInnen neben dem Schwerpunkt „Todesstie- ge“, Gaskammer, Baracken, Verbrennungsöfen auch am Alltagsleben und am Überle- benskampf der Häftlinge. Zum Schluss wurden Arbeitsblätter ausgeteilt, die während des Be- suches in der Gedenkstätte Mauthausen verwendet werden konnten. Am 24. März waren wir dann in Mauthausen. Die Exkursion startete beim Steinbruch „Wiener Graben“, bei der Fall- schirmspringerwand und bei den 189 Stufen der „Todesstie- ge“, die wir gemeinsam bewäl- tigten. Danach gingen wir durch den Denkmalpark, wo heute die Denkmäler verschie- dener Nationen stehen, und ge- langten am Haupttor an. Dort begann die Führung durch die Gedenkstätte Mauthausen. Im Anschluss folgte der Film „Rückkehr unerwünscht“. In diesem Dokumentarfilm versu- chen einige Häftlinge zu be- schreiben, was im Konzentra- tionslager geschehen ist.

Während der Führung konnte bei vielen SchülerInnen eine große emotionale Betroffenheit festgestellt werden. Es war für sie schwierig das Erlebte in ihre Gefühlswelt einzuordnen. Sie waren schockiert, betrof- fen, berührt von den Schicksa- len der Menschen und zeigten Unverständnis für das Gesche- hene. Nachbereitung in der Schule:

In den darauffolgenden zwei Geschichtestunden wurden die Eindrücke nochmals aufgegrif- fen und besprochen. Ich wollte, dass sie ihre Gedanken zu Mauthausen in Form eines „Elfchen“ festhalten (Elfchen sind Texte, die aus elf Wörtern bestehen). Beispiel (4d):

Mauthausen Reine Folter Entwürdigung von Menschen Von Menschen zu Nummern Ermordet Zum Schluss wurden noch Fo- tocollagen über den Gedenk- stättenbesuch in Mauthausen

erstellt.

Mag. Eva-Maria Kapfer

Mauthausen e r s t e l l t . Mag. Eva-Maria Kapfer Stehend von links:

Stehend von links: Felix Glanz, Marco Pavlic, Michael Loidl, Marco Purkarthofer, Thomas Thaller, Stefan Reith, Christoph Flechl, Betreuer OStR Mag. Hutter. Hockend von links: Michael Goger, Paul Glanz, Johannes Schilling, Thomas Lammer, Niklas Zink, Manuel Baumgartner, Kurt Nistel- berger

   

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ALLERHAND Gewaltfreie Konfliktlösung

Seit drei Jahren werden an der HS/NMS Graz-Kepler Peer- MediatorInnen (= Streithelfe- rInnen) ausgebildet. Die 26 Kursstunden finden an unter- richtsfreien Nachmittagen statt. In diesem Schuljahr er- hielten sechs Schülerinnen und ein Schüler der sechsten Schulstufe das wohl verdiente Zertifikat. In ihrer Ausbildung konnten die teilnehmenden SchülerInnen neue Formen der konstruktiven Konfliktbewäl- tigung zur Gewaltprävention erfahren und neue Kommuni- kationstechniken kennen ler-

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Kids meet Energy

Das Energieschulungsprojekt „Kids meet Energy“ wird von Energie Steiermark – PW Stromversorgung bereits seit 2009 Pflichtschulen angeboten. Die Energieinformationskam- pagne der Energie Steiermark ermöglicht Schülerinnen und Schülern die Ausbildung zum zertifizierten „Energieschlau- meier“. In der Volksschule in St. Radegund wurden kürzlich die Zertifikate feierlich über- reicht. Schülerinnen und Schüler der 3. Klasse lernten im Zuge die- ser Ausbildung in drei Modu- len in spielerischer Weise und auch durch viele Experimente den sinnvollen und umweltbe- wussten Umgang mit Energie kennen. Energieeffizienz von Haus- haltsgeräten, der sparsame Einsatz von elektrischer Energie, das richtige Handeln zur Vermeidung von unnöti- gem Bereitschaftsverbrauch (Stand-by) bei Elektrogeräten sowie Leistungs- und Energie- verbrauchsmessungen standen auf dem Programm. Vom Projektentwickler Dipl.- Päd. Ing. Walter Baierl wurde eine eigene „Währung“, der Energieschlaumeier, erfunden, mit der sich die Kinder die

nen. Die TeilnehmerInnen die- ses Kurses erlangten die Befä- higung, in Konflikten zwischen SchülerInnen unserer Schule zu vermitteln. Der Erwerb so- zialer Kompetenzen und kom- munikativer Fähigkeiten ist Zielvorgabe. Ab nun werden sie das schon bestehende Team der Peer–Me- diatorInnen an unserer Schule unterstützen, in der großen Pause ihren SchulkollegInnen zur Verfügung stehen und zu einer zufriedenstellenden Kon- fliktlösung verhelfen.

Susanna Friedl,

Andrea Luttenberger

Einsparung an Kilowattstun- den bzw. Euro noch besser vorstellen können. In der letz- ten von insgesamt sechs Unter- richtseinheiten wurde der ak- tuelle Stand in der Be- leuchtungstechnik eindrucks- voll „begreifbar“ gemacht und mit messtechnischen Experi- menten veranschaulicht. Die Schülerinnen und Schüler wurden über die derzeitigen Energieeinsparmöglichkeiten, aber auch über die zukünftigen Entwicklungen in der Beleuch- tungstechnik informiert.

Großes Staunen gab es, als das Messgerät bei einem LED- (Leuchtdioden-)Scheinwerfer nur 3,5 Watt Leistungsaufnah- me anzeigte, wobei es die her- kömmliche Glühlampe bei sel- ber Lichtstärke auf satte 40 Watt bringt.

Krönender Abschluss des Pro- jektes war die Übergabe der Zertifikate an die 16 motivier- ten Energieschlaumeier durch Dipl.-Päd. Maria Bittner und Ing. Franz Geßlbauer von der Energie Steiermark/Pichler- werke. Als Dankeschön erhielt Dir. Johanna Eckart ein Son- derzertifikat für das engagierte Mitwirken bei der Projektor- ganisation.

Tag des Wassers in Krieglach

Am Mittwoch, dem 4. Mai 2011, fand im Veranstaltungs- zentrum Krieglach der „Tag des Wassers“ statt. SchülerIn- nen der HLW Krieglach und der Peter-Rosegger-Haupt- schule Krieglach präsentierten die Ergebnisse ihrer gemeinsa- men Arbeiten. Das schul- und fächerübergreifende Jahres- projekt begann im Herbst mit einem Abendkulinarium, wur- de mit einer Podiumsdiskus- sion fortgesetzt und durch Workshops, Lehrauftritte und gemeinsame Präsentationen vervollständigt. Die Jugendli- chen haben sich mit den wirt- schaftlichen, biologischen und ethischen Aspekten im Um- gang mit dem Lebensgut Was- ser beschäftigt. Unter anderem

haben sie festgestellt, dass auf der Wasserrechnung ein Ku- bikmeter Wasser mit weniger als zwei Euro ausgewiesen wird. Das Projekt sollte das Be- wusstsein für den Wert des Wassers schärfen. Die Besu- cher wurden auf einem „Was- serpfad“ durch die Ausstellung geführt und konnten viel Be- kanntes und Neues rund um das Wasser erleben, kennen lernen und testen. Die Veran- staltung wurde von der Markt- gemeinde Krieglach und dem Verein „Herausforderung Was- ser“ unterstützt. Übrigens: Für 1000 Liter Mi- neralwasser müssten im Su- permarkt etwa 300 Euro be- zahlt werden.

müssten im Su- permarkt etwa 300 Euro be- zahlt werden. Betroffen vom Leid der japanischen Bevölkerung,
müssten im Su- permarkt etwa 300 Euro be- zahlt werden. Betroffen vom Leid der japanischen Bevölkerung,

Betroffen vom Leid der japanischen Bevölkerung, verursacht durch Erdbeben, Tsunami und Atomkraftwerkskatastrophe, ini- tiierten die SchülerInnen der 3a-Klasse der Hauptschule Ober- zeiring in Eigenregie eine Spendenaktion und sammelten inner- halb kurzer Zeit 835 Euro, die RK-Bezirksreferenten LRR Peter Schlacher übergeben wurden.

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VOLKSSCHULE

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2011 19 SCHULE VOLKSSCHULE www.dieschule-stmk.com Religiöse Wegzeichen Das vorgegebene Leitprojekt des BM

Religiöse Wegzeichen

Das vorgegebene Leitprojekt des BM für Unterricht, Kunst und Kultur für das Schuljahr 2010/11 „Kulturelles Erbe. Zu- kunft gestalten“ diente der Volksschule St. Anna ob Schwanberg als Grundlage für das Projekt „Kunst und Volks- kultur im Schulgebiet“. Im Rahmen des Projektes wurden die religiösen Wegzeichen (Kreuze, Bildstöcke und Ka- pellen) im Umfeld der Schul- kinder erkundet.

Die Bevölkerung im Koralpen- gebiet ist von einer großen An- zahl religiöser Wegzeichen um- geben, ohne oft zu wissen, warum diese sich genau an be- stimmten Plätzen befinden. Bei Wandertagen und Lehrausgän- gen in den vergangenen Jahren wurde von den Kindern immer wieder um die Bedeutung reli- giöser Zeichen gefragt. So wurde im Rahmen des Projek- tes von den älteren Schülerin- nen und Schülern ein Fragen- katalog erarbeitet, der als Grundlage für eine Bevölke- rungsbefragung diente. Mit großer Wissbegierde und eben- solchem Eifer machten sich ausnahmslos alle Kinder an die Arbeit und erkundeten bis zu

vier Wegzeichen in ihrer un- mittelbaren Wohnumgebung. Dabei kamen für die Kinder und Erwachsenen zum Teil er- staunliche Details wieder zuta- ge. Sagen und Legenden, tragi- sche Begebenheiten, Dank- barkeit, Orientierungshilfe an Weggabelungen sowie alte kel- tische Kultplätze waren die häufigsten Auslöser für die Er- richtung dieser unterschiedli- chen religiösen Wegzeichen. Alle Informationen wurden in einer PowerPoint-Präsentation zusammengefasst und der Be- völkerung, die in großer Zahl erschienen war und die Pfarr- kirche von St. Anna ob Schwanberg bis auf den letz- ten Platz füllte, von den Schul- kindern vorgestellt. Jedes Kind erzählte von seinen Erkundun- gen, Lieder und Gedichte um- rahmten die Präsentation. Die Bevölkerung war begeis- tert von den Berichten und Darstellungen der Kinder, so- dass gemeinsam mit den inte- ressierten Erwachsenen an eine Fortsetzung des Projektes über die keltischen Kultplätze und die Stätten der St.-Anna- Sagen gedacht wird.

Ingrid Fürpaß, Maria Gabriela Gutschi

Chemie in der Volksschule

Kinder sind grundsätzlich an naturwissenschaftlichen Phä- nomenen interessiert und sehr experimentierfreudig. Im Volksschulalter müssen derar- tige Themen allerdings mög- lichst praxisnah und erlebnis- orientiert sein. Daher hat die VS Graz-Neufeld als UNES- CO-Schule im internationalen Jahr der Chemie einen entspre- chenden Schwerpunkt gesetzt und das Angebot der Universi- tät für sieben Workshops in diesem Bereich in den beiden 4. Klassen gerne aufgegriffen. Michaela Gütl schreibt eine Diplomarbeit „Chemie für Spürnasen, naturwissenschaft- liche Bildung in der Volks- schule“ und verwendet dabei die Methode „Story telling“. Dabei werden den Kindern Detektivgeschichten vorgele- sen – z. B. „Der fliegende Tee- beutel“, „Der Pfeffertanz“, „Die geheime Botschaft“, „Die

schwebende Weintraube“ –, dann werden entsprechende Versuche gemacht. Die Kinder müssen diesen Geschichten ge- nau zuhören, die Versuche durchführen und ihre Beob- achtungen notieren. Anschlie- ßend folgen die Lösung des Falles und damit die Erklä- rung, warum das so ist, in Form eines Lückentextes.

Es hat sich herausgestellt, dass diese Methode sehr gut geeig- net ist, das Interesse der Kin- der zu wecken. Die Kinder können selbsttätig arbeiten, mehrere Sinne werden ange- sprochen und auch die Ver- sprachlichung kommt nicht zu kurz.

Wir danken Michaela Gütl für die professionelle Durchfüh- rung und Dr. Voglhuber vom Chemie-Institut der Uni Graz für die wissenschaftliche Be- treuung.

Neue Kreuze für die Klassen

Die SchülerInnen der 4. Klas- sen der VS Eggersdorf gestal- teten unter der engagierten und kreativen Anleitung von WOL Martha Nahold kunst- volle Kreuze für die Klassen- räume. Es entstanden die ver- schiedensten Kreationen, wo- bei Holz, Metall, Glas, Spiegel, Mosaiksteine und verschiedene andere Materialien verarbeitet wurden. Ein inniges Miteinan- der machte es möglich, dass kein Kreuz dem anderen gleicht. Die Umsetzung vom Entwurf bis zur Fertigstellung fand im

Werkunterricht statt. Die Kreuze wurden in einer öku- menischen Feier, von Pfarrer Mag. Johannes Hölbing (ka- tholische Kirche) und Dipl.- Päd. Petra Sindler (evangeli- sche Kirche) gesegnet. Das Bläserensemble, bestehend aus Blockflöten, Klarinetten und einem Saxophon, unterstrich die Feier mit wohltuenden Klängen, in der die Gedanken der Kinder zu einzelnen Kreuzdarstellungen vorgetra- gen wurden.

Dipl.-Päd. Kunigunde Felber, Dipl.-Päd. Lisbeth Resch

der Kinder zu einzelnen Kreuzdarstellungen vorgetra- gen wurden. Dipl.-Päd. Kunigunde Felber, Dipl.-Päd. Lisbeth Resch
     

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SCHULE

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VOLKSSCHULE SCHULE 20 2011 www.dieschule-stmk.com Stromfresser & Eisbären Was hat der tägliche Strom-

Stromfresser & Eisbären

Was hat der tägliche Strom- verbrauch unseres Fernsehers mit den Lebensbedingungen von Eisbären und Pinguinen zu tun? Komplexe Zusammenhän- ge einfach und nachhaltig zu beschreiben, sodass es jedes Kind versteht, ist kein leichtes Unterfangen. Gut gelungen ist dies mit dem Klimamusical „Eisbär, Dr. Ping und die Freunde der Erde“: Eisbär Lo- thars Eisscholle wird zu klein! Gemeinsam mit dem Pinguin Dr. Ping zieht er los, um die Menschen für den Schutz des Klimas zu gewinnen. Sie tref- fen auf die beiden Kinder Paul und Paula, die ihnen helfen. Aber so einfach ist das nicht, denn die drei Stromfresser Ampere, Volt und Watt haben den gemeinen Auftrag dafür zu sorgen, dass immer mehr Ener- gie verbraucht wird. Dass das Klima darunter leidet, ist ih- nen egal. Eisbär, Dr. Ping und die Kinder kommen den Dreien auf die Schliche, stellen ihnen eine Falle und können sie am Ende abschalten. Für die VS Allerheiligen im Mürztal war die Aufführung des Musicals der Höhepunkt zum Thema Klima, welches die Kinder und LehrerInnen be- reits das ganze Schuljahr be- gleitete. Müllvermeidung, Wet- terbeobachtung, Treibhaus- effekt und ökologischer Fuß- abdruck waren einige Schwer- punkte, die den SchülerInnen das Verständnis für einen öko- logisch bewussten Umgang mit

der Umwelt erleichtern sollten. Professionelle Unterstützung kam von Umweltberater Helmut Prade (Abfallwirt- schaftsverband), der Müllhexe Rosalie und dem Klimaexper- ten Mag. Michael Krobath (Umweltbildungszentrum Stei- ermark). Insgesamt vier Aufführungen wurden dank des großen Enga- gements aller Beteiligten zum vollen Erfolg. Die künstleri- sche Leitung wurde in die er- fahrenen Hände von Dorit Oit- zinger, Vitus Wieser und Christina Stegmaier gelegt. Er- fahrene MusikerInnen und SchülerInnen der VS Allerhei- ligen unter der Leitung von Mag. Archie Hochörtler sorg- ten für die musikalische Um- setzung. Die größte Freude am Spekta- kel hatten natürlich die klei- nen Darsteller selbst, die mit ihrer Aufgabe wuchsen und das Publikum mit Gesang, Tanz und überzeugendem Schauspiel begeisterten. Die Verwirklichung dieses Mu- sikprojekts ermöglichte in ein- drücklicher Weise den Unter- richt zu öffnen, sich fächer- und klassenübergreifend mit dem Thema Klima auseinan- derzusetzen sowie die kreative Seite der SchülerInnen zu we- cken und zu fördern. Bleibt nur zu hoffen, dass die von den Kindern vorgeschlagenen Energiesparmaßnahmen von uns Erwachsenen auch umge- setzt werden.

„Literaturcafé“ in Dobl

Es wird jährlich wiedereröff- net so um die „Andersenzeit“:

Mit großer Begeisterung lasen die Kinder der öffentlichen Volksschule Dobl ihren Gästen vor. Am 13. April wurde das Foyer des Mehrzwecksaales wieder zu einem Konditorei- Café umfunktioniert. Der El- ternverein übernahm die Orga- nisation von Mehlspeisen, Getränken und das Service, unsere SchülerInnen die Un- terhaltung.

Eltern, Großeltern, Mitglieder des örtlichen Seniorenvereines, aber auch Bewohner der Se- niorenheime Unterpremstätten und Lieboch füllten unser Schlemmerlokal bis zum letz- ten Platz. Jetzt galt es zu be- weisen, dass die große Anzahl der Senioren von den Kindern „lebenswichtige“ Dinge lernen können, weil zum einen die ge- scheitesten und wertvollsten Geschichten in Kinderbüchern stehen und zum aderen die

kreativsten Sprachkünstler die Kinder selbst sind. Peter Turrinis Ratschläge in „Was macht man, wenn man von einem Walfisch ver- schluckt wird, … man einem Stärkeren begegnet, … Solda- ten auf dem Dach sitzen, … die Nachbarstochter über den Zaun schaut und dich anlacht, … ein Löwe daher kommt, … man einen Schatz findet, … man wo eingeladen ist, und das Essen grauslich ist?“ verfehl- ten ihre Wirkung nicht. Wahrscheinlich aus Dankbar- keit, für alle Eventualitäten gerüstet zu sein, wagte nie- mand Nein zu sagen, als die Kinder der 2. Klasse die Besu- cher fragten: „Darf ich dir aus meinem Lieblingsbuch vorle- sen?“ Ein „Bestseller“ unter den „Kinderreiseführern“ wurde von der 4. Klasse vorge- stellt: „Ein Waldwicht fliegt in den Oman“ von Melanie Laibl, wunderschön illustriert von

Wir lesen für Japan!

Eine gute Lesekompetenz zu erlangen hat an der VS Ober- zeiring einen sehr hohen Stel- lenwert, deshalb stand die Zeit um den Andersentag unter dem Motto „Wir lesen für Ja- pan“. Die Schüler und Schüle- rinnen der VS Oberzeiring wa- ren vom Schicksal Japans und deren Bewohnern so angetan, dass sie sich, zusammen mit ihren Lehrerinnen, kurzerhand entschlossen, ein Leseprojekt für Japan zu starten. Unter dem Motto „Wir lesen für Ja- pan“ wurden zuerst alle Infor- mationen, die über Japan und

wurden zuerst alle Infor- mationen, die über Japan und das Schicksal der dort leben- den Menschen

das Schicksal der dort leben- den Menschen in den Zeitun- gen gefunden wurde, zusam- mengetragen. Danach wurde ein Plakat gestaltet, um das Leid, das dort herrscht, besser sichtbar zu machen. Es wurde mit den Eltern, Freunden der Familie und Ver- wandten vereinbart, dass jedes Kind pro vorgelesener Seite 10 Cent erhält. Der Ehrgeiz unter den Kindern war somit ge- weckt und einem eifrigen Le- sen stand nichts mehr im We- ge. Täglich brachten die Kinder ihre „erlesene“ Spende mit und warfen sie in eigens dafür gebastelte Sparbüchsen. Am Anderstag besuchten die Schüler und Schülerinnen der VS Oberzeiring unter anderem das Gemeindeamt, die Post, die Bank, ein Seniorenheim usw., um für ihr Projekt zu le- sen. Freudig kann berichtet werden, dass Peter Schachner vom Roten Kreuz Judenburg insgesamt 520 Euro entgegen- nehmen konnte. Das Projekt war ein Erfolg auf ganzer Li- nie. Nicht nur das soziale Ver- halten der Kinder, auch ihre Lesekompetenz hat sich in die- ser Zeit sehr verbessert.

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VOM UND ZUM LESEN

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21 SCHULE VOM UND ZUM LESEN www.dieschule-stmk.com Dorothee Schwab. Kräftigen Applaus erntete das Buch „Al-

Dorothee Schwab. Kräftigen Applaus erntete das Buch „Al- berta geht die Liebe suchen“ (A. Hebrock, I. Abedi) mit der Botschaft: Träume werden wahr; und „Die kleine Raupe Nimmersatt“ (Eric Carle) de- renr Botschaft, „ausgewogene Ernährung macht schön, Süßes macht glücklich“ lautet. „Kindermund tut Wahrheit kund: Blume ist Kind von Wie- se“ von Helga Glantschnig:

Wenn sich Kinder aus Migran- tenfamilien mit der deutschen Sprache noch schwer tun, ist ihre Ausdrucksweise auf ganz besondere Weise bildhaft, poe- tisch und bewegend. Mit weni- gen Worten bringen sie die Dinge auf den Punkt und zei- gen Klugheit, Fantasie und er- staunliche Tiefe. Die Autorin hat Begriffsdefinitionen von Volksschulkindern mit Migra- tionshintergrund gesammelt und alphabetisch geordnet in Buchform herausgebracht. Diese berührende Sammlung verrät mehr über das Leben als so manch komplizierte wissen- schaftliche Abhandlung.

Dipl. Päd. Irmgard Riedl

Zeit zum Lesen
Zeit zum Lesen

Von den Semesterferien an bis Ostern fand auch heuer wieder die traditionelle WIKU-Lese- zeit statt, die mit einem Lese- fest am Freitag vor Ostern ab- schloss. Nicht erst seit PISA wissen wir, dass das gemeinsame Le- sen in der Familie und die Vor- bildwirkung von lesenden El- tern einen großen Einfluss auf die Lesemotivation und die Le- segewohnheiten der Kinder haben. Also stand heuer das gemein- same Lesen in der Familie in der aktuellen WIKU-Lesezeit

„Lesefamilie“ im Mittelpunkt. Alle „WIKU-Lesefamilien“ nahmen an einer Verlosung mit tollen Preisen teil und man sah an der regen Beteiligung, dass das Ziel, das gemeinsame Le- sen in der Familie anzuregen, Erfolg hatte: 270 Lesefamilien aus den 1. bis 6. Klassen gaben einen Teilnahmeschein mit einem Lesekommentar zur ge- meinsamen Lektüre ab. Hauptfamilien-Lesepartner waren die Mütter der WIKU- SchülerInnen, aber auch zahl- reiche Väter, Onkel, Tanten und sogar Großeltern hatten

sich als Lesepartner ihrer Kin- der zur Verfügung gestellt. Den Abschluss des Schulpro- jekts WIKU-Lesefamilie bilde- te das WIKU-Lesefest am 15. April mit einer reservierten Schulstunde, die in allen Klas- sen dem Lesefreitag entspre- chend dem Lesen gewidmet war. Im Anschluss daran fand

die Präsentation der tollen Le- seergebnisse – umrahmt vom Schülerchor – mit der Verlo- sung der Gewinner statt und dann wurde mit Musik und Kurzlesungen so richtig gefei-

ert!

Mag. Andrea Bauer

Kurzlesungen so richtig gefei- e r t ! Mag. Andrea Bauer UTB 3329; Paderborn: Schöningh, 1.

UTB 3329; Paderborn: Schöningh, 1. Aufl. 2010 298 S. ISBN: 978-3-8252- 3329-7. 19,90 Euro

Der Band „Orthographie“ er- schien in der Reihe „Standard- Wissen Lehramt“ bei UTB und wendet sich an Studierende wie auch an Lehrerinnen und Lehrer im Schuldienst. Das zweifellos anspruchsvolle Buch vermittelt nicht nur grundlegende Inhalte, sondern unterstützt auch den Erwerb von Kompetenzen sowohl hin- sichtlich der eigenen Recht- schreibung wie auch deren Vermittlung im Unterricht. Vor der näheren Auseinander- setzung mit den Gebieten der deutschen Orthographie wer- den unterschiedliche Schrift- systeme in Zusammenhang mit der jeweiligen Sprache bespro- chen und die Notwendigkeiten von Konventionen dargestellt. Dieses Kapitel wie auch ein Überblick über die Geschichte der Orthographie lassen un- schwer erkennen, dass die Be- strebungen, verbindliche Re- geln aufzustellen, nicht nur dem Schreiber, sondern auch dem Leser dienen sollen. Jeder Beschreibung und Erklä- rung eines Sachverhaltes folgt ein didaktisches Kapitel, in dem die curriculare Verteilung des Lehrstoffes, Problemlö- sungsstrategien, die Notwen- digkeit der Automatisierung und die Frage von Fehlern und Fehlersensibilität thematisiert werden. Der Wiederholung und Festi- gung dienen Zusammenfassun- gen und Aufgaben, deren Lö- sungen im Anhang neben einem Literaturverzeichnis zu finden sind.

Alexander Loretto

Nr. 232 SCHULE 22 JUNI 2011 www.dieschule-stmk.com Buchkl ub aktu ell Wenn Geschichte Deutsch trifft
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SCHULE
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www.dieschule-stmk.com
Buchkl ub aktu ell
Wenn Geschichte Deutsch trifft …
Ein interessanter Weg,
in fächerübergreifender
Zusammenarbeit
geschichtliche Ereig-
nisse den Schülern
näher zu bringen, wird
in der HS Bad Gleichen-
berg beschritten.
Schulstufengemäß werden
dabei spezielle Themen auf-
gegriffen und in fast allen
Unterrichtsgegenständen ein-
gehend bearbeitet und für
abendfüllende Präsentatio-
nen aufbereitet. Vom Nähen
der Kostüme, Gestalten des
Bühnenbildes, aber auch
Schreiben der verbindenden
Worte während des Ablaufes
und der Texte der dargestell-
ten Szenen wird alles im Un-
terricht, aber auch in vielen
zusätzlichen Stunden in der
Freizeit von SchülerInnen
und LehrerInnen erledigt.
Lesezeichen mit ägyptischen
Motiven; Erstellung von illus-
trierten Heftchen mit grie-
chischen Sagen; Minnesän-
ger, die mittelalterliche Texte
modernen gegenüberstellen;
Liebesgedichte werden der
Angebeteten vorgetragen; ein
Tischgespräch während eines
Festmahls auf dem Hofe Lud-
wigs XIV.; Standesunter-
schiede darstellende Rollen
spiele; nachgestellte Hexen-
prozesse; „Shakespeare meets
Webber“; griechische Götter
führen ein Streitgespräch;
Speisekarten aus dem anti-
ken Rom; ein Steckbrief von
Christoph Columbus; gereim-
te Kostproben französischer
Ausdrücke; moderierte Mode-
schauen im Frankreich der
1950er-Jahre; ein Wortge-
fecht zwischen Ludwig XIV.
und seinem Finanzminister
Colbert – alles ist möglich.
Diese, wenn auch sehr ar-
beitsintensive Form der Wis-
sensvermittlung hat zu einer
großen Bereitschaft der
SchülerInnen geführt, an der
Unterrichtsgestaltung aktiv
und mit Freude teilzunehmen
und auch selbstständig zu
Hause an der Umsetzung des
Projekts zu arbeiten.
Gerade im Fachbereich
Deutsch ergeben sich da-
durch Möglichkeiten, diverse
Sprach- und Textformen zu
üben und sinnvoll zu verwen-
den. Der Einsatz von Dialo-
gen, Anleitungen, verschiede-
nen Versmaßen, Modera-
tionen und sogar Untertiteln
wird für die Schüler zur
Selbstverständlichkeit – und
das auch in den Gegenstän-
den GS, BE, EH, ME, TexW
und TW.
Bernhard Kellermeier

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ALLES THEATER

www.dieschule-stmk.com

23 SCHULE ALLES THEATER www.dieschule-stmk.com von Ewald Palmetshofer. Schauspielhaus Graz, Probebühne.

von Ewald Palmetshofer. Schauspielhaus Graz, Probebühne. *** ab 16

Zweifellos: Der Titel hat’s in sich, macht Hunger auf das Stück. Aber danach? „Hier steh’ ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor“, mag sich wohl mancher ge- dacht haben, als der nichtvor- handene Vorhang gefallen war. Doch worum geht’s? Drei junge Paare feiern Balkonpartys nach dem Motto „Bring what you eat“. Zu ihnen stoßen zwei weitere junge Leute, eine Frau und ein Mann, beide nicht nä-

her benannt, nicht auf der Bühne existierend. Ihre Parts werden – scheinbar willkürlich – von den anderen Spielenden übernommen. Um doch einen Hinweis auf den plötzlichen Rollenwechsel zu geben, lässt Regisseurin Anna-Sophie Mahler stets durch Mitspielen- de einen der vier kleinen Scheinwerfer auf die jeweilige Person richten. Man tratscht und trinkt und isst und raucht. Zwischen- durch gibt’s Monologe über Glück, Wahrheit, den Wesens- kern des Menschen oder die Aufnahme durchs „Gemein- schaftskörpermaul“ in den

„Gemeinschaftskörper“. Dass der Autor sich – zumindest verbal – recht gerne unter der Gürtellinie befindet, wird rela- tiv rasch deutlich. Die Monologe lassen ahnen:

Palmetshofer kennt Schwab. Die Gespräche zwischen den Personen finden in einer Art Kunst-Umgangssprache statt, die von den Schauspielerinnen und Schauspielern (Thomas Frank, Pia Luise Händler, Ka- tharina Klar, Florian Köhler, Verena Lercher und Leon Ull- rich) gar vortrefflich wiederge- geben wird. Karg, aber wirkungsvoll hat Sophie Krayer die Bühne ent-

worfen. Eine viereckige Arena, eingesäumt von Kunststoffses- seln fürs Publikum. Und hin und wieder verirrt sich ein Spieler zwischen die Sesselrei- hen. Und was hat das – abgesehen vom Hinweis im Titel – mit Faust zu tun? Ewald Palmets- hofer greift aus Goethes Faust auf, was schockiert: Gretchens tragische Geschichte. Seine von Faust geschwängerte Mar- garete treibt selbst ab, ver- scharrt ihr Kind im Wald und verblutet fast. Die Balkonpartyleute verfol- gen deren Auffindung via TV.

Alexander Loretto

     

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LAST, BUT NOT LEAST

SCHULE

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NOT LEAST SCHULE 24 2011 www.dieschule-stmk.com Oper in der Schule … Kinderoper „Piccolino“ aus Wien

Oper in der Schule …

Kinderoper „Piccolino“ aus Wien mit der Oper „Scheher- zade“ zu Gast an der Volks- schule Kraubath/Mur: Wenn es Kindern nur schwer möglich ist, eine Opernaufführung zu besuchen, dann kommt eben die Oper in die Schule. So ge- schehen in der Volksschule Kraubath. Zu Gast war die Kinderoper „Piccolino“ mit dem Stück „Scheherezade“. Bei der Kinderoper „Piccoli- no“ handelt es sich um eine Gruppe von MusikstudentIn- nen aus Wien, die mit verschie- denen kindgerechten Opern an den Schulen zu Gast sind. Es war toll mitzuerleben, mit

welcher Spielfreude die jungen Künstler und Künstlerinnen am Werk waren. Lediglich drei Darsteller präsentierten mit viele Freude und Engagement die Oper. Keineswegs be- schränkt auf das Absingen von Arien, sondern kindgerecht adaptiert ersetzten Stabpup- pen fehlende Personen. So wurde den Kindern in einfa- cher, verständlicher Weise der Inhalt der Oper nahe gebracht. Ermöglicht wurde dieses Gast- spiel durch die großzügige fi- nanzielle Unterstützung durch den Elternverein. Es war ein tolles Erlebnis für alle Schüle- rinnen und Schüler.

ein tolles Erlebnis für alle Schüle- rinnen und Schüler. Kommt mit in den Wald … Im

Kommt mit in den Wald …

Im internationalen Jahr des Waldes hat auch die Peter-Ro- segger-VS in Trofaiach das Thema „Wald“ zu einem ihrer Jahresthemen gemacht. Aber „Komm mit in den Wald“ heißt es für die SchülerInnen nicht erst seit Beginn dieses Schul- jahres, sondern bereits seit drei Jahren. Seit diesem Zeitpunkt nämlich führt die ausgebildete Waldpädagogin Judith Nestler die Kinder aller Klassen und Schulstufen in den Wald, und zwar das ganze Jahr über und bei (fast) jeder Witterung!

Jeder dieser Lehrausgänge, sie

dauern bis zu vier Stunden, ist für die Kinder ein kleines Abenteuer, wird ihre Neugier- de und ihr Interesse an Blu- men, Bäumen und Tieren teils durch Geschichten, teils durch echte Begegnungen mit Tieren geweckt. Das Ziel ist, den Kin- dern den Lebensraum „Wald“ zu erschließen und ihre Bezie- hung zur Natur zu vertiefen und sie so anzuhalten, in ihrem späteren Leben sorgsam damit umzugehen. Das Projekt „Wald“ wird auch im kom- menden Schuljahr weiterge-

führt werden. Evelyn Unterweger.

umzugehen. Das Projekt „Wald“ wird auch im kom- menden Schuljahr weiterge- führt werden. Evelyn Unterweger. P.

P. R.