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Bei den folgenden Fragen handelt es sich um ausgedachte, mögliche Fragen in der mündlichen Prüfung. Sie sind nicht vollständig und nicht immer vollständig beantwortet. Also bitte entsprechend kritisch betrachten. Trotzdem möchte ich sie zur Verfügung stellen. Vielleicht kann jemand was damit anfangen!

Anselm Schüle

Fragen zu Produktentwicklung 1:

01. Welche Anforderungen werden von Unternehmensseite an ein Produkt gestellt?

Ein Produkt wird für Kunde / Markt entwickelt, muss den Unternehmenserfolg sicherstellen und soll die Umwelt möglichst wenig beeinträchtigen.

02. Erläutern Sie den Produktlebenszyklus!

Entwicklung, Markteinführung, Wachstum/Reife, Sättigung, Verfall, Wiederanstieg

03. Was ist eine Portfolio-Matrix?

In der Portfolio-Matrix wird das Marktwachstum über dem Marktanteil aufgetragen. Bad dogs (wM, wW), Questionmarks (wM, vW), Stars (vM, vW), Cash-Cows (vM, wW)

04. Warum sind Produktinnovationen so wichtig?

Ein gesunder Produktmix sichert das bestehen des Unternehmens. Innovationsbarriere

05. Stichwort: Technologie?

Auch Technologien haben Lebenszyklen, neue Technologien risikobehaftet, aber u.U. sehr gewinnbringend

06. Welche wichtige Verantwortung trägt der Produktentwickler hinsichtlich der Umwelt?

Jedes Produkt belastet die Umwelt -> Produktentwickler beeinflusst den Grad der Belastung

07. Welche Fähigkeiten braucht ein Produktentwickler?

Prozesskompetenz, Sachkompetenz, Werkzeugkompetenz, Sozialkompetenz, Internationalität

08. Wie hat sich die Produktentwicklung im Laufe der Zeit geändert?

Unternehmensbereiche arbeiten enger zusammen, Entwicklung, Konstruktion, Produktion und Marketing

09. Welche Problemlöseprozesse gibt es?

diskursives Problemlösen (strukturiert, schrittweise) intuitives Problemlösen (Eingebung, Erfahrung, )

Kobination der beiden -> Methodisches Entwickeln

10. Nennen Sie die Teilstationen der Produktentwicklung

Produktidee, Produktdefinitionsprozess, Konzeptprozess, Entwurfsprozess, Ausarbeitungsprozess, Produktdokumentation

11. Welche Phasen beinhaltet der Produktdefinitionsprozess?

Aufgabenklärung, Erstellung der Anforderungsliste (Dokumentation)

12. Wieso ist das Klären der Aufgabenstellung so wichtig?

Fehlentwicklungen und Missverständnissen wird vorgebeugt. Zielkonflikte werden aufgedeckt. Aufgabe möglichste exakt und Lösungsneutral. Randbedingungen haben großen Einfluß auf das Produkt und die Kosten!

13. Welches Ziel hat die Aufgabenklärung?

Kern der Aufgabe erfassen und verstehen, Prüfen ob Aufgabe richtig gestellt wurde.

14. Wer klärt die Aufgabe?

Entwickler, Kunde, Marketing, technischer Mitarbeiter im Gespräch.

15. Welche Methoden gibt es zur Aufgabenklärung?

Frageliste, Abstraktion der Aufgabenstellung, Modellierung der Nutzungsprozesse

16. Welche Bereiche umfasst eine Frageliste?

IST-Zustand, SOLL-Zustand, Umfeld, Problem

17. Was bedeutet Abstraktion der Aufgabenstellung?

Die Aufgabe wird abstrahiert, „Was will der Kunde wirklich?“ Je abstrakter, desto umfassender und desto höher die Innovationschancen und Risiken

18. Woraus besteht ein Prozessmodell?

Eingangsgröße, Ausgangsgröße, Prozess, Produkt (als Mittel zum Zweck), Systemgrenze

19. Was bedeutet strukturieren der Teilprozesse?

Der Gesamtprozess wird in seine Teilprozesse zerlegt, umsortieren und parallelisieren der Teilprozesse definiert das neue Produkt

20. Was ist ein Lastenheft?

Auftrag, Kundenwunsch etc.

21. Was ist ein Pflichtenheft?

Das Pflichtenheft wird von Kunde und Entwickler gemeinsam erarbeitet. Legt alles wichtige fest und ist Vertragsgrundlage.

22. Welche Aufgabe hat die Anforderungsliste?

In der Anforderungsliste werden alle Informationen die das Produkt betreffen festgehalten und dokumentiert. Auch Änderungen werden mit Namen eingetragen und Anforderungen werden konkret mit Beschreibung und Wert eingetragen

23. Welche Arten von Anforderungen gibt es?

Festforderungen (FF) , Bereichsforderungen (BF), Zielforderungen (ZF), Wünsche

(W)

24. Was ist eine Festforderung?

Festforderungen müssen in jedem Fall erfüllt sein. Nichterfüllung führt zu Abbruch.

(Tolleranzen)

25. Was ist eine Bereichsforderung?

Erfüllung muss in gegebenem Rahmen gegeben sein. (Herstellkosten, Lebensdauer)

26. Was sind Zielforderungen?

Gewünschte Ziele die nicht in jedem Fall erfüllt sein müssen, aber entscheidend zum Erfolg beitragen können. (Design etc)

27. Was sind Wünsche?

Kundenwünsche, die nicht erfüllt sein müssen. (Farbwünsche, Zusatzfunktionen) Explizite, Implizite Wünsche.

28. Aus welchen Quellen werden die Anforderungen bezogen?

Markt, Kunde, Unternehmen

29. Welche Methoden gibt es um die Anforderungen zu ermitteln?

Checkliste, Prozessmodell

30. Wie sollten die Anforderungen formuliert werden?

Konkret, positiv, eindeutig, lösungsneutral

31. Was ist das Kano-Modell?

Im Kanomodell wird die Kundenzufriedenheit über dem Erfüllungsgrad aufgetragen. Hier erkennt man, wie wichtig eine Anforderung für den Kunden ist:

Begeisterungsmerkmal, Qualitätsmerkmal, Grundmerkmal

32. Wie ist die Anforderungsliste definiert?

Eine Anforderungsliste ist eine schriftlich formulierte, vollständige, geordnete,

quantifizierte mit Prioritäten versehene Sammlung von Anforderungen an ein Produkt.

33. Welche Phasen hat der Konzeptprozess?

Produktfunktionen festlegen, Physikalische Effekte festlegen, Wirkprinzipien festlegen, Prinzipielle Lösungen erarbeiten

34. Wie ist eine Funktion definiert?

Eine Funktion ist eine lösungsneutrale Formulierung des gewollten Zusammenhangs zwischen Eingangs- und Ausgangsgröße

35. Wie ist das Verhalten definiert?

Verhalten ist die Beschreibung des realen, beobachteten Zusammenhangs zwischen Eingangs- und Ausgangsgrüßen

36. Was ist die Gesamtfunktion?

Die Gesamtfunktion beschreibt die Transformation der Größen durch ein Produkt insgesamt.

37. Was sind Teilfunktionen?

Teilfunktionen sind Elemente der Gesamtfunktion und tragen durch ihr zusammenwirken zur Erfüllung der Gesamtfunktion bei.

38. Welche Elemente beinhaltet die Funktionsmodellierung?

Gesamtfunktion, Funktionsliste, Funktionsstruktur

39. Was ist eine Funktionsstruktur?

Die Funktionsstruktur ist die Gesamtheit der aller Teilfunktionen mit ihren logischen Verknüpfungen. Sie wird von der Produktumgebung durch die Systemgrenze abgetrennt.

40. Welche Arten von Funktionsbeschreibungen gibt es?

Normiert (schwerer, erfordert Übung, klar und eindeutig) , nicht normiert (leichter und leicht verständlich)

41. Welche Arten von normierten Funktionen gibt es?

allgemeine, physikalische, logische, branchenspezifische

42. Was sind allgemeine Funktionen?

Allgemeine Funktionen beschreiben die Transformation der allgemeinen Größen Energie, Stoff und Signal mit definierten Operationen. (Speichern, Leiten, Umformen, Wandeln, Verknüpfen)

43. Was sind physikalische Funktionen?

Physikalische Funktionen beschreiben die Transformation physikalischer Größen mit

definierten Operationen.

44. Was sind logische Funktionen?

Physikalische Funktionen beschreiben die Transformation logischer Größen mit definierten Operationen.

45. Wie wird eine Funktionsstruktur erarbeitet?

Funktionsanalyse (bei vorhandenem Produkt), Funktionssynthese bei Neukonstruktion, Variation der Funktionsstruktur, Aussichtsreiche Struktur ermitteln

46. Welche Möglichkeiten bestehen zum ermitteln von Lösungen?

Rückgriff auf Erfahrung, Recherche, intuitiv, systematisch

47. Wie ist ein Problem definiert?

Ein Problem ist der Widerspruch (Barriere) zwischen Anfangszustand und Zielzustand

48. Was ist Problemlösen?

Problemlösen ist die Transformation des Ausgangszustands in den Zielzustand durch Anwendung von Operationen

49. Was ist eine Aufgabe?

Eine Aufgabe ist ein mit bekanntem Lösungsweg zu lösen und damit eher eine Arbeit.

50. Welche Arten von diskursivem Vorgehen gibt es?

Trial and Error (nicht festgelegt), Heuristische Methode (teilweise festgelegt), Algorithmus (festgelegt)

51. Wie funktioniert intuitives Vorgehen?

Basiert auf Multiplem Denken, Kombination von Bekanntem im Kopf zu neuer Lösung

52. Was ist Kreativitätsfördernd?

Angenehme Atmosphäre, Motivation, Lebensfreude

53. Was sind Killerphrasen?

Demotivierende, beleidigende Kritik

54. Nennen Sie Kreativitätstechniken!

Individual und Gruppentechniken Checklisten, Ideenkarten Brainstorming, Brainwriting (6-3-5), Galeriemethode, Synektik

55. Was ist bei Gruppentechniken zu beachten?

Gruppendynamik, Leitung, Zusammensetzung, Protokollierung

56. Wie werden vorhandene Lösungen eingeteilt?

reale (Zulieferkomponenten), virtuelle (Patente)

57. Wann sollten Zulieferkomponenten eingesetz werden?

Konstruieren teuerer als Zukaufen, Lösung liegt nicht im Kompetenzfeld

58. Welche Quellen für Zulieferkomponenten gibt es?

Wer liefert was?, Kennziffernzeitschriften, Kataloge

59. Was sind virtuelle Lösungen?

Patente, Schutzrechte, Lösungssammlungen, Konstruktionskataloge

60. Wie ist ein Konstruktionskatalog aufgebaut?

Gliederungsteil (Einteilung der Objekte), Hauptteil (Beschreibung der Lösungen), Zugriffsteil (Eigenschaften zur gezielten Auswahl)

61. Was sind äußerer und innere Eigenschaften?

Äußere Eigenschaften sind für den Kunden zugänglich und betreffen den Kunden Innere Eigenschaften betreffen die Konstruktion und den Entwickler

62. Was ist eine Eigenschaft?

Eine Eigenschaft besteht aus Merkmal und Wert (Farbe des Autos – Blau) Eigenschaft: “Das Auto ist blau.“

63. Was ist systematische Variation?

Diskursive Methode zum Generieren von Varianten durch Variation von inneren Eigenschaften.

64. Wie funktioniert systematische Variation?

Referenzobjekte bestimmen, geeignete Variationsmerkmale bestimmen, systematisch variieren und kombinieren, Variantenfeld darstellen

65. Was ist ein Variantenbaum?

Darstellung der Kombination der Werte aller Merkmale als Baumstruktur.

66. Was ist ein Ordnungsschema?

Darstellung der Kombination der Werte und Varianten als Matrixstruktur

67. Was für ein Zusammenhang besteht zwischen Variantenbaum und Konstruktionskatalog?

Um 90° gedrehter Variantenbaum

68. Welche Arten von Variation gibt es? (Ansätze)

Variation des Physikalischen Effekts, Variation des Wirkprinzips, Variation der Wirkelemente

69. Wie lässt sich die Variantenflut beherrschen?

Durch alternierende Kombination und Auswahl, Sorieren der Merkmale nach Wichtigkeit, Streichen unsinniger Äste

70. Was ist ein Morphologischer Kasten?

Spezielles Ordnungsschema, das Teillösungen den Teilfunktionen zuordnet. Mit Zeichnungen

71. Was ist Kombination?

Mathematische Methode die Elemente aus einer Elementenmenge zu einer Kombination verknüpft. Kombinationen unterscheiden sich durch die Art der Elemente.

72. Was ist systematische Kombinieren?

Aus dem Morphologischen Kasten werden systematisch alle möglichen Kombinationen von Teillösungen generiert. Problem: Fülle von Lösungen (teils unsinnig)

73. Welche Reduktionsstrategien gibt es?

Morphologischer Kasten muss möglichst schmal bleiben Durch beurteilen Teillösungen wegstreichen, dadurch fallen ganze Äste weg. Beurteilen und Auswählen!

74. Welche Methoden zum Konkretisieren von Lösungen gibt es?

Befragen, Recherchieren, Gestaltungsstudien, Berechnungen, Simulationen, Experimente, Eigene Erfahrungen

75. Welche Grundregel muss beim Auswählen und Bewerten eingehalten werden?

Erst auswählen, dann Bewerten (Variantenflut)

76. Welches mittel zur Auswahl gibt es?

Auswahlliste

77. Welche Prinzipien sind hier zu beachten?

Auswahlkriterien nach Priorität sortieren

78. Wie funktioniert der Paarvergleich?

Lösungen werden gegeneinander aufgetragen. Nur 0 (schlechter) , 1 (besser).

“Beste“ Lösung ist die mit den meisten Punkten.

79. In welche Phasen unterteilt man das diskursive Bewerten?

- Bewertungskriterien aus Anforderungsliste ableiten

- Gewichtungsfaktoren bestimmen (Paarvergleich, aber mit 2 (wichtiger),1

(gleichwichtig),0 (weniger wichtig), da sonst evtl Kriterium ganz herausfliegt)

- Allgemeine Werteskala auswählen

- spezielle Werteskala erarbeiten

- Gesamtwert bilden

- Berechnung der Wertigkeit

80. Welche Arten von Nutzen gibt es?

Grundnutzen (Hauptfunktion), Zusatznutzen (Geltungsnutzen, Individualnutzen)

81. Was wird im Stärkediagramm dargestellt?

Im Stärkediagramm wird die Wirtschaftliche Wertigkeit über der technischen Wertigkeit aufgetragen. Lösungen die rechts oben, nah bei der Diagonalen liegen sind die besten.

82. Was ist ein Werteprofil?

Im Werteprofil werden die Werte der Lösungen hinstichtlich der einzelnen Bewertungspunkte als Balken dargestellt. Die Breite gibt die Gewichtung, die Länge die Punktzahl an. Man kann leicht sehen, wie ausgeglichen die Lösung ist.

83. Wie ist die Wirtschaftliche Wertigkeit definiert? wW = H_ideal / H_real (H Herstellkosten, H_ideal = 0.8-0.9 * niedrigsten Herstellkosten)

84. Wie verlaufen die Linien mit gleicher Wertigkeit im Stärkediagramm?

Hyperbeln

85. Welche Fehler können beim Bewerten passieren?

Personenbedingte Fehler: Subjektivität, Abhängigkeit der Kriterien, Unvollständigkeit, Bewertungskriterien nicht geeignet.

Verfahrensfehler

86. Woher bekommt man Bewertungskriterien?

Bewertungskriterien erhält man aus der Anforderungsliste (Zielforderungen, Wünsche)

87. Was ist Entwerfen?

Entwerfen umfasst das Gestalten sowie das Planen und Steuern des Gestaltungsprozesses

88. Was ist Gestalten?

Gestalten ist die Gesamtheit der Tätigkeiten des Festlegens von

Gestalteigenschaften und Werkstoffen ausgehend vom Grobentwurf

89. Was sind Gestaltungselemente?

Gestaltungselemente sind Elemente von technischen Produkten die gestaltet werden können, in dem man ihre Gestalt- und Werkstoffeigenschaften festlegt.

90. Welche Probleme ergeben sich beim Gestalten?

Komplexitätsproblem, Vernetztheitsproblem, Korrelationsproblem, Know-How- Problem

91. Wieso ist das Entwerfen als Kompromiss anzusehen?

Umfangreiche, produktspezifische und umfeldspezifische Anforderungen, Unzahl an Lösungsmöglichkeiten

92. Welche Vorgehensweisen beim Gestalten kennen Sie?

Strategisches Vorgehen (Effektiv, ohne Doppelarbeit) Taktisches Vorgehen (Effizient, Arbeits- und Aufwandssparend)

93. Wie lautet DER Gestaltungsgrundsatz?

Einfach, eindeutig, sicher

94. Wie geht man beim Gestalten vor?

Vom Bestimmenden zum Abhängigen Vom Abstrakten zum Konkreten

95. Was sind Gestaltungsbereiche?

Abgegrenzte Bereiche, innerhalb derer die Gestaltungseigenschaften stark von einander abhängen und gegenüber anderen Bereichen hinsichtlich der Gestaltung überschaubare Wechselwirkungen aufweisen.

96. Was bedeutet Gestalten von Innen nach Außen?

Bestimmende Funktion liegt im Inneren, Produkt wird darum herum entwickelt.

97. Was bedeutet Gestalten von Außen nach Innen?

Gestaltung wird durch enge Randbedingungen eingeschränkt, äußere Form des Produkts liegt fest.

98. Welche Tätigkeiten sind entscheidend für effizientes Entwerfen?

Kommunizieren, Informieren, Visualisieren, Analysieren, Variieren, Berechnen

99. Was ist systematische Variation der Gestaltungselemente?

Eigenschaften der Gestaltungselemente werden systematisch Variiert (Werkstoff, Flächen, Einzelteile, Baugruppen, Geometrie, Kinematik, Kraftfluss, Austausch von Gelenken, )

100. Was ist geometrische Umkehr?

Beispiel Fahrradgabel

101. Was ist kinematische Umkehr?

Beispiel Rotor – Stator-Umkehr.

102. Was versteht man unter Integral- bzw. Differentialbauweise?

Bei der Integralbauweise werden Bauteile aus einem Stück hergestellt oder unterschiedliche Funktionen in einem Bauteil vereint.

Bei der Differentialbauweise besteht eine Trennung der Funktionen.