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Realismus bzw. realistische Strömungen des 19.

Jahrhunderts
Frührealismus - junges Deutschland - Biedermeier – Vormärz
politischer Hintergrund der Zeit:
• französische Revolution
→ Liberalismus, Nationalismus, Menschenrechte
• Befreiungskriege (gegen Napoleon)
→ Nationalgefühl in Deutschland
→ junges Deutschland: demokratische, republikanische Ideen
• Wiener Kongress / Karlsbader Beschlüsse
→ Unterdrückung der Freiheitsbewegung (Verbot von Burschenschaften, Zensur, …)
• Hambacher Fest / Märzrevolution
→ Liberalismus, nationale Einheit
→ alles vorher: Vormärz
Entstehung der deutschen Flagge:
• Farben der Flagge schwarz-rot-gold stehen für Freiheit, Einheit, Rechtssicherheit
→ Wunsch nach Einheit, Demokratisierung
• 3 Farben → revolutionär
• Farben werden verboten → größere Beliebtheit
• Schluss des deutschen Bundes → Reichsherren übernehmen die Farben, um ihnen den
revolutionären Charakter zu nehmen
• Bismarck lehnt schwarz-rot-gold ab und wechselt nach schwarz-weiß-rot
• Weimarer Republik: schwarz-rot-gold
• Hitler schafft Farben ab
• 8. Mai '49: offizielle Flagge

Lied der Deutschen


• Anliegen in Strophen 1 + 3:
◦ Wunsch nach Einigkeit → Republik
◦ Sonderinteressen der Fürsten sollen zurücktreten → Ende der absolutistischen Herrschaft
◦ Grenzen für deutschsprachiges Gebiet → Ende der Vielstaaterei, Bildung eines
Nationalstaates

Liberalisierung statt Restauration und Zensur


• 2. Strophe beinhaltet Gemütswerte des Bürgertums: Frauen, Wein, Treue, Gesang
• Entstehung des Lieds der Deutschen:
◦ 1841 auf Helgoland geschrieben (Helgoland war damals englisch 1807-1890)
◦ 1848/49 populär in republikanischen Kreisen
◦ 1922 als Nationalhymne
◦ in Nazideutschland: v. a. 1. Strophe wegen Rassengedanke, Ausdehnung Deutschlands
◦ 1945 verboten; Versuch, andere Lieder als Hymnen einzuführen
◦ 1950: Adenauer singt die 3. Strophe im Bundestag
◦ 1952: 3. Strophe wird Nationalhymne

Junges Deutschland
1830-50:
• Literatur des Bürgertums zieht sich aus der Politik zurück → Literatur des jungen
Deutschland fühlt sich der Aktualität verpflichtet (Fragen der Gesellschaft; Gebutsstunde
des Journalismus, der verändern will)
• Textarten: Lyrik, Essays, Reisebilder, wenig Romane/Dramen
• Literatur wird politisiert (junges Deutschland fühlt sich verpflichtet, dem Staat auf die
Sprünge zu helfen)
• gegen Unterdrückung, Zensur, Romantik → realistischer
Vorwürfe (AB „Der Beschluss des Bundestages“):
• greifen Religion an
• halten bestehende Ordnung für schlecht
• zerstören Recht und Sitte
• untergraben gesetzliche Ordnung
Ziel: Erhaltung der Sicherheit nach innen und außen
einzelne Staaten unabhängig und unverletzbar halten
=> Kontrolle und Zensur von Verlagen, Buchhandlungen, Verlagen

Georg Herwich – Die neue Literatur


Zielgruppe: deutsches Volk
gegen: Gelehrte, Adel
Einstellung zur alten und neuen Literatur:
- schätzt Ruhm der alten Literatur, sieht Errungenschaften der Klassik, Romantik, Aufklärung
- ABER: Gegenwart ist wichtiger als Vergangenheit, Volk soll sich für junge Literatur interessieren
- poetisch gestaltete Fragen der Zeit → fördern, nicht unterdrücken
Aufgabe der neuen Literatur:
- Beschäftigung mit Interessen des Volkes
- Beschäftigung mit gesellschafts- politischen Problemen der Zeit

Heinrich Heine
Nun ist es Zeit Philister im Sonntagsröckchen
• Verstand soll das Spiel mit den falschen • pseudoromantisches Gefühl wird durch
Gefühlen beenden bewusste und übertriebene Inszenierung
• Wie ein Schauspieler zieht das lyrische Ich die hervorgerufen
Komödiaten- Kleider aus • Natur ist nicht Spiegel der Seele, sondern nur
• bewusstes Abbrechen der Komödie zeigt die äußere, romantische Kulisse
echten Gefühle • Antithetischer Aufbau:
◦ 1+2: künstliche Gefühle
◦ 3+4: Gefühle des lyrischen Ich (entstehen
Kritik an Romantik (alles nur Show) ohne äußere Anregung)

Wortwahl → Ironie

Georg Büchner: Der hessische Landbote


Textaufbau:
1. Warnung an den Leser
2. Aufruf zum Widerstand („Krieg den Palästen“)
→ Rechtfertigung mit Hilfe der Bibel
3. Zahlen der Statistik
4. Detailanalyse der Fehlstände: Frage und Antwort
5. Erneuter Aufruf zum Widerstand: Schlussfolgerung, Urteilsspruch über die weltliche durch
die göttliche Autorität