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Elektromobilität

Ulrich Wolff
November 2016
„Mobilität“ entsteht durch den Einsatz mechanischer Energie. Der menschliche
Körper wandelt zu diesem Zweck die in Pflanze und Tier als chemische Energie
gespeicherte Energie der Sonne. Ihre Quelle ist die „Kernfusion“, die Wandlung von
Wasserstoff in Helium. Die Lieferung der Solarenergie erfolgt nach wie vor
zuverlässig.
Wärme sorgt im Körper für die erforderliche konstante Betriebstemperatur, Elektrizität
für die Regelung und Muskeln liefern die mechanische Energie für die Mobilität. Z. B.
kann mit 3.000 kcal (= 3,4 kWh) 1,4 kWh an „Arbeit“ bei einem Wirkungsgrad von
41% (1,4/3,4) in „Bewegung“ umgesetzt werden.
Ein Kraftfahrzeug mit Verbrennungsmotor erreicht mit der Wandlung chemischer
Energie in „Mobilität“ ebenfalls Wirkungsgrade um 40%. Solche Wirkungsgrade
kennzeichnen auch die Wandlung chemischer Energie in Elektrizität. (Wer partout
„elektrisch“ fahren will, muss nur eine zusätzliche Energiewandlung einbauen und
den erreichbaren Wirkungsgrad damit wesentlich verringern.)
Seit meiner Geburt knabbert eine von 2,5 Milliarden mit ungebrochener Tendenz
über 7,5 Milliarden anwachsende Weltbevölkerung weiter einfallsreich an den
wirtschaftlich zugänglichen Vorräten chemischer Energie. Ein Engpass ist trotzdem
noch nicht erkennbar. Auch hat sich als weitgehend gleichwertiger Nachfolger die
Kernenergie sogar für eine sehr große zeitliche Reichweite bereits technisch,
wirtschaftlich und ökologisch qualifiziert. Für die Mobilität in einer fernen Zukunft stellt
sich daher als Erstes die Frage, ob eine Kombination von Prozesswärme und
Elektrizität aus Kernenergie die ggf. später fehlende chemische Solarenergie mit der
Nutzung bekannter Technik wirtschaftlich akzeptabel ersetzen kann.
Gegen eine solche Lösung müsste neue Technik in den Wettbewerb treten, die
elektrischen Strom zunächst in gespeicherte chemische Energie wandelt, um
anschließend über Wandlung in elektrischen Strom und mechanische Energie die
Mobilität zu bedienen. Für den – aus meiner Sicht unwahrscheinlichen - Fall eines
Erfolges solcher Technik wären wohl folgende Änderungen angemessen:
Kraftfahrzeuge wechseln den Energiespeicher und nicht mehr nur seinen Inhalt. Ein
Netz „neuer Tankstellen“ könnte einen schnellen Wechsel und eine folgende beliebig
langsame Aufladung der „Batterien“ übernehmen.
Die exklusiv deutsche Inflation des „Wind- und Solarstroms“ hat keinen realen Bezug
zur „Elektromobilität“. da diese Energiequellen weder technische, wirtschaftliche noch
ökologische Mindestanforderungen an eine Stromversorgung erfüllen: Selbst eine
installierte Leistung von 90 GW kann kein einziges Kohle-, Gas- oder Kernkraftwerk
ersetzen, verdrängt lediglich knapp 20% ihrer Leistung aus dem Netz und gefährdet
die Sicherheit der Stromversorgung des Landes. Der Strompreis für Haushalte stieg
in 10 Jahren von 12 Cent/kWh auf 30 Cent/kWh, die jährlichen Kosten für
unverändert 600 TWh stiegen entsprechend von 72 auf 180 Milliarden €.