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Kommentar

Ein Nein wäre dramatisch

Von Dominic Willimann

Kommentar Ein Nein wäre dramatisch Von Dominic Willimann Wenn an einem Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest Turner

Wenn an einem Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest Turner und Sennen zusammengreifen, dann schaut die ganze Schweiz hin. Das war 2013 in Burgdorf so und zuletzt im August in Estavayer auch. 2022 dürfte es nicht anders sein, wenn die Region Basel mit dem Organisieren des Eidgenössischen an der Reihe wäre. Der Schwingsport ist sexy wie nie zuvor. Das zeigen die jüngsten Zahlen des wichtigsten Wettkampfs im Nationalsport. In Estavayer etwa besuchten rund 300 000 Leute das Festareal. Die Region Basel würde von diesem Event, der heute weit mehr als nur Sägemehlsport, sondern auch Volksfest ist, profitieren. Vor drei Jahren generierte das Fest in Burgdorf eine Wertschöpfung von 60 Millionen Franken, die Hälfte davon in der Region. Der Gewinn für das Baselbiet und auch die Stadt wäre in vielen Belangen enorm. Doch der Aufschrei der Bauern und Naturschützer ist in Aesch, wo das Fest als einzigem Standort im Baselbiet durchführbar wäre, riesig. Die einen fürchten um ihren Boden und somit um ihre Existenz, die anderen um diejenige der Feldhasen, Schwarzkehlchen oder Neuntöter.

Die Projektgruppe der Machbarkeitsstudie hat nun die herausfordernde Aufgabe, sich mit den Gegnern zu finden und dabei nochmals Aufklärungsarbeit zu leisten. Gelingt dies nicht, bleibt das Projekt Aesch wohl nur ein Projekt. Denn geht es um das Abtreten des Bodens, haben die Pächter das letzte Wort. Ein Nein zu Aesch und auch zur Alternative im St.-Jakob- Park wäre für den regionalen Schwingsport dramatisch. Und würde wohl bedeuten, dass das Eidgenössische 1977 im St. Jakob das letzte hier gewesen war. Denn dass in 45 Jahren, dem nächstmöglichen Eidgenössischen-Termin für die Region Basel, in Stadt oder Land ähnliche Flächen wie in Aesch unbebaut zur Verfügung stehen, muss beim aktuellen Bauboom angezweifelt werden.

dominic.willimann@baz.ch