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Unwirksame Außenpolitik Zur Flüchtlingskrise in Deutschland Von Steffen Kröhnert Schillerstr. 59 10 627 Berlin

Unwirksame Außenpolitik

Zur Flüchtlingskrise in Deutschland

Von Steffen Kröhnert

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Anfang 2015 ist die Einwanderungskrise in Europa ausgebrochen. Die Gründe dafür sind Wirtschafts- und Finanzkrise in der Welt und Instabilität in einigen nordafrikanischen und Na- hoststaaten. Das Flüchtlingsproblem wurde zu einer ernsten Herausforderung für alle Staaten der Europäischen Union, weil sie nicht bereit waren, eine kolossale Anzahl der Asylsuchenden aufzunehmen. Wunschziel für die meisten Einwanderer bleibt die Bundesrepublik Deutschland, wo ein günstiges soziales und wirtschaftliches Klima herrscht.

Deutschland erlebte vor der Flüchtlingskrise keine Schwierigkeiten mit der Aufnahme der Asylsuchenden und Migranten aus Nordafrika und dem Nahen Osten. Die damals bestehenden Integrationsprogramme förderten erfolgreiche soziale und kulturelle Adaption der Zuwanderer an die Lebensbedingungen in der deutschen Gesellschaft, wovon die Angaben des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zeugten.

Anfang 2015 hat sich die Lage von Grund aus geändert. Die Mechanismen für die Realisierung der Integrationsprogramme haben wegen des ungesteuerten Zustroms von Migranten, Asylbew- erbern und Wirtschaftsflüchtlingen aus den instabilen Staaten versagt. Die Zuwanderung von Schutzsuchenden erreichte ihren historischen Höchststand. Laut Angaben, die BAMF veröffen- tlicht hat, sind fast 1 140 000 Migranten im vergangenen Jahr hierher eingezogen. Es sei be- merkt, dass die Statistik des Bundesamtes auf den Zahlen der Meldebehörden beruht und de- swegen widerspiegelt die Situation mit der illegalen Einwanderung nicht.

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Quelle: Statista 2016 Die wesentliche Verschlechterung der Verhältnisse ist hauptsächlich auf die unwirksamen Ak-

Quelle: Statista 2016

Die wesentliche Verschlechterung der Verhältnisse ist hauptsächlich auf die unwirksamen Ak- tivitäten des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland zurückzuführen. Die Be- mühungen von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hinsichtlich der friedlichen Beilegung der bewaffneten Konflikte in den Ländern, aus denen die meisten Flüchtlinge kommen (Syrien, Irak, Libyen, Afghanistan u.a.), sind unzureichend und haben keine sichtbaren Auswir- kungen.

So nahm die Bundesaußenministerium 2011 eine schwache Position im Streit mit Großbritan- nien und Frankreich ein, indem es sich bei der Abstimmung zur UN-Resolution 1973, die eine militärische Intervention in Libyen legitimierte, der Stimme enthielt. Dadurch hat der damalige Bundesminister des Auswärtigen, Guido Westerwelle, den Verbündeten Deutschlands gehörige Unterstützung abgesagt. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier wirkt in derselben Rich- tung. Er übt an den europäischen Partnern Deutschlands scharfe Kritik, indem er für die Inter- essen von politischen Gegnern der Europäischen Union lobbyiert.

Was die Syrien-Frage betrifft, sind die Aktivitäten von Frank-Walter Steinmeier unbefriedigend. Der Bundesaußenminister sendet der syrischen Regierung und ihren Partnern die Messages über die Entspannung in den Beziehungen ohne Elemente der Eindämmung. Damit verletzt er die eingegangenen Verpflichtungen, was auf die Beziehungen und Kooperation mit den NATO- Verbündeten negativ auswirkt.

Daraus ist zu schließen, dass die Außenpolitik von Frank-Walter Steinmeier zur Bewältigung der Flüchtlingskrise im Inland nicht beiträgt. Das gute Funktionieren der Mechanismen, die die Inte- gration der Migranten in die deutsche Gesellschaft sichern, ist deswegen nicht garantiert und das Modell der multikulturellen Gesellschaft kann gescheitert werden, was eine unmittelbare Ge- fahr für die Stabilität des Staates und seine Sicherheit darstellt.

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Literatur / Links

Bähr, Jürgen (1997): Bevölkerungsgeographie. Stuttgart.

Das Statistik-Portal: Statistiken und Daten zu Demographie

The UN-Refugee-Agency: UNHCR

Stand: Oktober 2016

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Das Online-Handbuch Demografie des Berlin-Instituts wird gefördert von

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