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Servicezeit: Tiere suchen ein Zuhause vom 11. März 2007 Redaktion Gina Göss Die Themen der

Servicezeit: Tiere suchen ein Zuhause vom 11. März 2007

Redaktion Gina Göss

Die Themen der Sendung:

Tiere aus der Sendung

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1

Tiergestützte Pädagogik mit Huskys

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4

Pferde, Ziegen und Schweine aus dem Tierheim Koppelweide in Wiehl

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6

Tiere kompakt

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7

Tiere aus der Sendung

Notfall 1 Franz von Assisi, Tiere in Not Tel. (0 21 37) 42 53 www.franz-von-assisi-ungarn-tiere-in-not.de

ZSOMBOR: Schwarzer Dackel-Molosser-Mischlingsrüde, 5 Jahre alt, geimpft und gechipt. Er ist eine sehr originelle Mischung eines imposanten Molossers auf kurzen Dackelbeinen. Zsombor hat in seinem Leben bisher nicht viel Schönes kennengelernt. Er lebte in einem kleinen ungarischen Dorf, wo er als ungewöhnlich aussehender Hund von allen verjagt wurde. Kinder bewarfen ihn mit Steinen, Bauern traten nach ihm und schlugen ihn mit Schaufeln und Mistgabeln. Als er vom Tierschutzverein aufgenommen wurde, war sein Körper durch die Schläge völlig deformiert. Zsombor hat sich nun auf der Pflegestelle erholt und zu einem selbstbewussten, sehr menschenbezogenen Hund entwickelt, der mit nicht dominanten Artgenossen auskommt, und deshalb ein Platz als Einzeltier bevorzugen würde. Er sollte aufgrund seines Körperbaus keine Treppen steigen und zu verständnisvollen Menschen, die sein lustiges Aussehen mit Humor nehmen.

Notfall 2 Franz von Assisi, Tiere in Not Tel. (0 21 37) 42 53 www.franz-von-assisi-ungarn-tiere-in-not.de

BONNIE: Große, blonde, rauhaarige Irish-Wolfhound-Mix, Mischlingshündin, circa 2 Jahre alt, kastriert, geimpft und gechipt. Bonnie lebt seit einigen Monaten auf einer Pflegestelle, wo sie jedoch nicht bleiben kann, da sie sich mit der Katze dort nicht mehr versteht. Sie ist mit freundlichen Hunden durchaus verträglich, sehr wachsam und menschenbezogen. Sie bindet sich schnell an ihre Bezugsperson und entwickelt dann auch einen Schutztrieb. Bonnie stammt ursprünglich aus einem kleinen ungarischen Dorf, wo sie ihrem Besitzer weglief und dieser sie daraufhin nicht mehr behalten wollte. Sie zeigt einen guten Grundgehorsam, geht ohne Leine spazieren und ist eine verschmuste, aber auch selbstbewusste Hundedame.

Tierheim Wiehl, Koppelweide Tel. (0 22 62) 97 01 97 www.tierheim-koppelweide.de

1. MEERSCHWEINCHEN: Sechs Meerschweinchen unterschiedlichen Alters und Farbe. Sie leben nun in einer Gruppe aus einem kastrierten Bock sowie fünf weiblichen Tieren zusammen und könnten als Gruppe oder getrennt zu vorhandenen Meerschweinchen vermittelt werden. Interessenten sollten darauf achten, dass man geschlechtsreife Meerschweinchenböcke nicht miteinander vergesellschaften kann, auch wenn sie kastriert sind.

2.

SIMBA: Weißer EKH-Kater mit vereinzelten grauen Flecken, 11 Jahre alt, kastriert und

geimpft. Simba kam vor einem halben Jahr ins Tierheim, da er seinen Besitzern einfach lästig wurde. Er hatte vor zehn Jahren einen Unfall, bei dem all seine Reißzähne abgebrochen sind – was ihn aber nicht weiter stört. Er ist ein lieber und verschmuster Kater, der ein ruhiges Zuhause mit etwas Freigang benötigt. Mit manchen Artgenossen kann Simba sich arrangieren, er wäre aber lieber Einzeltier im neuen Zuhause, wo er nach einer Eingewöhnungszeit auch schmusig und anhänglich werden wird.

3. MICKY: Schwarzer EKH-Kater, 2 bis 3 Jahre alt, kastriert und geimpft, der im September

letzten Jahres abgegeben wurde, da er im Winter nicht gerne draußen ist. Er könnte durchaus in einer großen Wohnung gehalten werden, man sollte ihm aber mehrere Katzentoiletten zur Verfügung stellen. Micky mag andere Katzen. Er ist sehr anhänglich und verschmust. Micky könnte durchaus auch zu vernünftigen Kindern, die mit ihm schmusen. Hunde kennt er bisher noch nicht.

4. CLAUDIA: Weibliche behornte, braune, Deutsche Edelziege, 6 bis 8 Jahre alt. Die Ziege

kam vor einigen Monaten aus einer nicht artgerechten Haltung ins Tierheim. Claudia ist sehr gut sozial verträglich und lebt derzeit mit weiteren Ziegen im Tierheim zusammen. Sie versteht sich auch mit Pferden, Schweinen und Schafen, braucht neben einer sicher eingezäunten Weidefläche aber auch einen Stall zum Unterstellen.

5. ARNOLD & FREDO: Zwei imposante, aber sanftmütige Doggen-Mischlingsrüden, kastriert,

geimpft und gechipt. Arnold ist schwarz und 7 Jahre, der gestromte, etwas zurückhaltende Fredo erst 6 Jahre alt. Sie wurden vor 16 Monaten aus dem Tierheim Duisburg übernommen und warten seitdem auf ein gemeinsames Zuhause, da Fredo sehr an Arnold hängt. Er orientiert sich stark an ihm, da Arnold auch der mutigere und selbstbewusstere von beiden ist. Er kann die Haustüre, die Türen des Autos und sogar den Kühlschrank eigenständig öffnen. Beide sind verträglich mit Artgenossen, genügen sich aber völlig. Katzen kennen sie noch nicht. Fredo ist anfangs etwas schüchtern und bevorzugt als Sensibelchen eher weibliche

Bezugspersonen. Ein Haus mit Garten wäre toll. Notfalls würde man die beiden auch trennen. Dann müsste jedoch eine nette Hündin als Orientierung für Fredo im Haushalt vorhanden sein.

6. JOHNNY: Hellgrauer Zwergschnauzer-Rüde, circa 3 Jahre alt, kastriert, geimpft und

gechipt, der im Dezember als Fundtier ins Tierheim kam. Johnny ist eine temperamentvolle Frohnatur, der seinen eigenen Kopf hat und deshalb zu konsequenten Leuten mit Hundeverstand vermittelt werden sollte, die er so leicht nicht um den Finger wickeln kann.

Johnny ist verträglich mit Hündinnen und manchen Rüden und entwickelt nach einer Eingewöhnungszeit auch einen Schutztrieb. Da er kein Hund zum Schmusen ist, sondern eher robuster Natur, sollte er besser nicht zu Kleinkindern.

7. GRANNY: 9 Jahre alte dunkle Schäferhund-Mischlingshündin, kastriert, geimpft und

gechipt. Sie wurde im Oktober letzten Jahres abgegeben, da sie keine kleinen Hunde und keine Katzen mag. Dafür ist sie sehr menschenbezogen und kommt gut mit dominanten Rüden zurecht. Granny ist ein toller Familienhund, der ein Zuhause mit standfesten und vernünftigen Kindern sucht.

8. NERO: Schwarzmarkener, langhaariger Spitz-Mischlingsrüde, 5 Jahre alt, nur etwa

kniehoch, kastriert, geimpft und gechipt. Er wurde im Oktober letzten Jahres abgegeben, da er auf das Kleinkind eifersüchtig war. Nun sitzt dieser introvertierte Hund im Tierheim und leidet

sehr. Er kommt prima mit anderen Hunden und Katzen klar, liebt es, im Auto mitzufahren, braucht aber etwas Zeit um neue Leute kennen- und lieben zu lernen. Gesucht werden also zwei geduldige Menschen, die Nero eine zweite Chance geben.

Tierhilfe Niederrhein Tel. (0 21 66) 94 05 30 www.tierhilfe-niederrhein.de

1. SUSI: EKH-Katze, rot getigert mit weiß, 1,5 Jahre alt, kastriert, geimpft und gechipt. Susi

ist eine freundliche, verspielte Katze, die sowohl als reine Wohnungskatze als auch mit Freigang vermittelt werden kann. Sie ist gesprächig, kontaktfreudig und wäre eine tolle Zweitkatze.

2. CHICCO: 5 Jahre alter, weiß-schwarzer EKH-Kater, kastriert und geimpft. Chicco kam vor

zwei Monaten zum Verein, da sein Besitzer verstarb. Nun trauert der freundliche und verschmuste Kerl sehr auf der Pflegestelle, und man muss darauf achten, dass er stets genug

frisst. Er möchte nicht mit Artgenossen zusammenleben, kommt aber prima mit kleinen Hunden klar. Für Chicco suchen wir ein Zuhause als Einzelkatze, in dem man ihm viel Aufmerksamkeit schenkt. Er benötigt nicht unbedingt Freigang, da er auch bisher nur in der Wohnung gelebt hat.

3. STELLA: EKH-Katze, schildpatt, 2 Jahre alt, kastriert und geimpft. Sie wartet bereits seit

einem Jahr auf ein liebevolles Zuhause bei Menschen mit Katzenverstand, die ihr Zeit geben und sie nicht bedrängen. Stella ist eine tolle Katzenpersönlichkeit, die genau weiß, was sie will, und auch nur dann zum Schmusen kommt. Wir wünschen uns für sie ein ruhiges Zuhause mit größeren Kindern. Bisher kennt sie nur die Wohnung, würde sich aber auch über etwas Freigang sehr freuen.

4. SINA: Getigerte EKH-Katze, 2 Jahre alt, kastriert, geimpft und gechipt. Sie wurde vor

fünf Monaten aufgrund einer Allergie abgegeben und ist verträglich mit Artgenossen. Sina wünscht sich geduldige Menschen, in deren Zuhause auch gerne bereits eine Katze leben kann. Sie wäre in Wohnungshaltung zufrieden, solange es nicht zu turbulent zugeht, dann ist sie

nach anfänglicher Schüchternheit sehr verschmust und anhänglich.

Menschen für Tiere, Nümbrecht Tel. (02 21) 98 93 49 49 www.menschen-fuer-tiere-nuembrecht.de

1. ROCKY: Imposanter Schweizer-Sennenhund-Mischlingsrüde, dreifarbig, fast 3 Jahre alt,

kastriert, geimpft und gechipt. Er wurde vor drei Monaten bis auf die Knochen abgemagert abgegeben, da der bereits vorhandene Hund in der Familie Rocky nicht akzeptierte und ihn ständig unterdrückte. Dabei mag Rocky alle Artgenossen, denn er ist ein freundlicher und verspielter Hund, der sogar für Anfänger geeignet wäre. Rocky liebt lange Spaziergänge, beherrscht die Grundkommandos und würde sich über eine nette Familie freuen, die sich viel

mit ihm beschäftigt.

2. BOBBY: Dreifarbiger Jack-Russel-Terrier-Mischlingsrüde, 1,5 Jahre alt, kastriert, geimpft

und gechipt. Bobby wurde Zeit seines Lebens an einer kurzen Kette hinter dem Schuppen seiner Besitzer gehalten. Als der Tierschutzverein mit einer Anzeige drohte, gaben sie Bobby bereitwillig ab. Nun sucht das aktive und lebenslustige Kerlchen ein Zuhause als Einzelhund, da er sich nicht mit allen Artgenossen gut versteht. Bobby hat sich nach anfänglicher Schüchternheit zum leidenschaftlichen Spaziergänger entwickelt, liebt alle Menschen und ist stets freundlich und aufgeschlossen. Da Bobby bisher nicht viel erlebt hat, sollte an seiner Erziehung noch etwas gearbeitet werden. An einer gewaltfreien Hundeschule hätte er sicher viel Freude.

3. PEARL & FEE: Galga-Espanol-Hündinnen, Mutter gestromt mit weiß, 8 Jahre alt, Tochter

schwarz, 6 Jahre alt. Beide sind geimpft und gechipt. Mutter und Tochter haben bei ihrem Besitzer in Spanien bisher nur auf dem Balkon gelebt. Als dieser die beiden nicht mehr behalten wollte, sollten sie erschossen werden. Tierschützer konnten die sanftmütigen und grazilen Hundedamen retten. Nun suchen sie – am liebsten gemeinsam – ein ruhiges Zuhause, gerne mit vernünftigen Kindern. Pearl und Fee verstehen sich sehr gut mit anderen Hunden, sollten aber besser nicht zu Katzen. Da die beiden seit Fees Geburt zusammen sind und sehr aneinander hängen, sollten sie nicht getrennt werden. Sie sind gut leinenführig, sanftmütig, verschmust und absolut unproblematisch.

4. BIBI: Husky-Mischlingshündin, 6 Jahre alt, nur etwa kniehoch, grau weiß, geimpft und

gechipt. Ihre Besitzer ließen sie nach ihrem Umzug einfach allein in der Wohnung zurück, wo sie von den Nachbarn noch wochenlang versorgt wurde, bis man sie schließlich dem Tierschutzverein übergab. Bibi ist eine stets freundliche, liebenswerte Hündin, die sich zwar mit Rüden, nicht so gut aber mit Hündinnen versteht. Sie ist ein Hund, der eigentlich zu jedem passen würde, da sie unkompliziert und aufgeschlossen ist. Katzen kennt Bibi bisher nicht, es ist aber anzunehmen, dass sie diese jagen würde.

5. JULIE: Reinrassige, rote Bordeauxdoggen-Hündin, geimpft und gechipt, die vor einigen

Monaten wegen Umzugs ihrer Besitzer abgegeben wurde. Die 4-jährige, imposante Hundedame hat jedoch ein trauriges Schicksal: Sie hat einen bösartigen Tumor am Hinterlauf, den man nun nicht weiter entfernen kann. Ihre Lebenserwartung liegt noch bei circa 1,5 Jahren. Deshalb suchen wir für die verschmuste, liebebedürftige Hündin einen liebevollen Pflegeplatz, wo sie es noch einmal richtig gut haben darf. Sie hat bereits eine Chemotherapie hinter sich, das Bein kann man leider aufgrund ihrer Größe und Statur nicht amputieren.

Anfallende Tierarztkosten werden gerne vom Verein übernommen. Julie sollte als Einzeltier gehalten werden und keine Treppen steigen müssen.

6. TOM & JERRY: Schwarz-weiß und weiß getigertes EKH-Bruderpärchen, noch kein Jahr alt,

kastriert und geimpft. Sie wurden nach dem Auszug ihrer Besitzer vor einigen Wochen durch

Zufall in der verlassenen Wohnung entdeckt und dem Tierschutzverein übergeben. Sie verstehen sich gut mit anderen Katzen, sind menschenbezogen, verschmust und überhaupt nicht scheu. Sie sollen nur zusammen vermittelt werden, da sie sich sehr mögen und viel miteinander spielen. Als unproblematische Anfängerkatzen sind die beiden sogar in reiner Wohnungshaltung absolut zufrieden.

7. MELANIE: Rotbraun getigerte EKH-Katze mit viel Weiß, 1,5 Jahre alt, kastriert und geimpft.

Melanie wurde im Dezember abgegeben, da ein Kind in der Familie allergisch reagierte. Sie sollte als Einzelkatze leben, da sie sich bei Artgenossen gerne als Chefin aufspielt. Sie versteht sich dafür aber mit freundlichen Hunden sehr gut und ist eine menschenbezogene, verschmuste Katzenpersönlichkeit. Melanie ist intelligent und kann sogar Türen öffnen, um

ihren geliebten Freigang zu bekommen.

8. Moschee (nicht in der Sendung vorgestellt): Rotbraune, zierliche Pharaonenhündin, 6 bis

7 Jahre alt, kastriert, geimpft und gechipt. Moschee wurde auf Malta von einem Auto überfahren und laut Augenzeugen leblos von Passanten in den Straßengraben geworfen. Eine deutsche Urlauberin rettete Moschee und brachte sie zu einem Tierarzt, der ihre schlimmen Beinverletzungen versorgte. Moschee flog mit nach Deutschland und konnte hier bereits erfolgreich operiert werden. Ihr Bein wird völlig verheilen und sie wird dann wieder auf vier Beinen durchs Leben gehen können. Moschee ist eine völlig unkomplizierte, freundliche und lebensfrohe Hündin, die sich bestens mit allen und jedem versteht. Sie sucht besonders liebevolle Menschen, gerne in einem Zuhause mit behutsamen Kindern und einem vorhandenen Hund.

Die ausführliche Geschichte von Moschee kann nachgelesen werden unter:

www.menschen-fuer-tiere-nuembrecht.de/html/mosche.html

9. HENRY (nicht in der Sendung vorgestellt): 2-jähriger, kleiner, dreifarbiger Terrier

Mischlingsrüde, geimpft und gechipt. Er stammt aus einem ungarischen Tierheim und hat bisher nicht viel von der Welt gesehen. Deshalb ist er noch sehr schüchtern und ängstlich. Wir

suchen für ihn geduldige und liebevolle Menschen, am liebsten natürlich mit einem bereits vorhandenen Hund, der Henry zeigt, was auf der großen Welt so los ist.

Tiergestützte Pädagogik mit Huskys

Von Christiane von Schwind

Tiere berühren, motivieren, helfen heilen – ihr positiver Einfluss auf Menschen ist längst unbestritten. Kein Wunder also, dass Tiere zunehmend für therapeutische und pädagogische Maßnahmen eingesetzt werden. Diese erfolgen meist in einem zeitlich begrenzten Rahmen, wie bei der Reittherapie oder bei Hundebesuchsdiensten in Altenheimen oder an Schulen.

Das Martinswerk im Sauerland geht einen Schritt weiter. In dieser Einrichtung für verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche sind Tiere fester Bestandteil des pädagogischen Konzepts. In mehreren Außenwohngruppen leben Pflegekinder, Betreuer und verschiedene Tierarten unter einem Dach. So auch Sebastian (17), Tobias (15) und Dennis (10). Sie wohnen mit der Sozialpädagogin Alexa Wegat, ihrem Mann Andreas und acht Hunden zusammen, fast alles Sibirische Huskys, daher auch der Name Husky-Projekt.

Ankunft im Husky-Projekt

Die Geschichten der Jugendlichen aus der Einrichtung klingen oft ähnlich: Sie kommen aus zerrütteten Familien, sind bisher aus allen Heimen und Pflegefamilie weggelaufen, waren zeitweilig in Psychiatrien, einige von ihnen sogar in Jugendgefängnissen und auf der Straße. Sie gelten als schwer erziehbar und nicht beschulbar. Das Jugendamt vermittelt sie zum Husky-Projekt, sozusagen als letzte Chance. Wenn die Jungen beim Ehepaar Wegat in dem kleinen Dorf im Sauerland ankommen, sind sie hochaggressiv und haben erstmal nur eines im Sinn: abhauen. Doch da sind dann acht Hunde, die trösten und beruhigen, die zuhören,

gestreichelt werden wollen, einen zum Lachen bringen. Die Hunde stellen keine Fragen, haben keine Vorurteile, interessieren sich nicht für „Vorstrafenregister“ – eine Wohltat für die Jugendlichen, die seit Jahren als Problemfälle behandelt werden, psychologische Gespräche leid sind und sowieso keinem Menschen mehr vertrauen. Die Hunde helfen ihnen, sich auf die neue Situation einzulassen und die soziale Isolation, in der sie sich befinden, zu überwinden.

Leben im Rudel

In einem Rudel gibt es klare Hierarchien, Regeln und Aufgaben. So auch im Husky-Projekt. Mitanpacken im Haushalt und das Versorgen der Hunde gehört dazu. Schnell merken die Kinder, dass die Hunde sich bei Aggressionsausbrüchen und Geschrei zurückziehen. Machen sie jedoch mit und verhalten sich freundlich, werden sie von den Hunden mit Zuneigung belohnt. Die Jungen wollen diese Anerkennung und fangen an, den Tieren zuliebe Rücksicht zu nehmen. Nach und nach wird das Erlernte auch auf Menschen übertragen. Die Hunde helfen, Nähe zuzulassen, Sozialverhalten zu lernen und Beziehungen aufzubauen. So dauert es meist nicht lange, bis die Jungen so etwas wie Familienzugehörigkeit empfinden und gar nicht mehr weg wollen aus dem kleinen Dorf im Sauerland.

Pädagogische Qualitäten Sibirischer Huskys

Ursprünglich kommen sie aus Nordsibirien und wurden dort von Nomadenvölkern als Schlittenhunde gezüchtet: Genügsamkeit, Ausdauer, Folgsamkeit und Menschenfreundlichkeit waren die Zuchtkriterien.

Huskys haben einen ausgeprägten Rudelsinn – weshalb man sie nie alleine halten sollte – und sind trotzdem sehr menschenbezogen. Dadurch sind sie bereit, neue Junge in der Hausgemeinschaft – dem Rudel – aufzunehmen und in gewisser Weise wie einen Welpen zu erziehen. Sie machen Grenzen klar, indem sie sich bei unerwünschtem Verhalten, etwa einem Wutanfall, zurückziehen und verstärken positives Verhalten wie Verlässlichkeit und Teambildung durch Anerkennung. Dazu sind Huskys sehr sensibel für Stimmungsschwankungen bei Menschen. Hündin Yalla trägt mittlerweile den Spitznamen „vierbeinige Pädagogin“. Sie hat einen sechsten Sinn dafür, welches Kind besondere Zuneigung braucht und nimmt Neuankömmlinge unter ihre Fittiche. Vielleicht liegt es daran, dass sie selbst lange Zeit im Tierheim Nürnberg lebte, bis sie hier ihre Familie fand.

Der Schlittensport – mehr als ein netter Zeitvertreib

Doch Huskys sind nicht nur zum Knuddeln da. Als Arbeitshunde für das Schlittenziehen gezüchtet, haben sie einen unbändigen Bewegungsdrang und gerne eine Aufgabe. Das Ziehen liegt ihnen im Blut. Dabei muss es nicht unbedingt ein Schlitten sein. Liegt kein Schnee, kann es auch schon mal ein Wagen oder ein Fahrrad sein. Auch die Jungendlichen wollen etwas erleben und helfen Andreas Wegat mit Begeisterung beim täglichen Training. Und das ist für sie mehr als nur ein netter Zeitvertreib. Mit einem Hund 20 oder 30 Kilometer durch den Wald zu fahren erfordert sehr viel Fingerspitzengefühl, Konzentration und körperlichen Einsatz. Die Energien der Jungendlichen, die früher oft mit Drogen, Gewalt und Kleinkriminalität kompensiert wurden, werden so in positive Bahnen gelenkt. Die Jungen haben vielleicht zum ersten Mal in ihrem Leben das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun, und sind stolz auf ihre Leistung – das stärkt ihr Selbstwertgefühl. Andreas Wegat ist kein ausgebildeter Pädagoge, doch über den Hundesport vermittelt er den Jungen etwas Wesentliches: Teamgeist, Sensibilität und Durchhaltevermögen. All das hilft den Jungen, auch „außerhalb ihres Rudels“ klarzukommen, endlich wieder zur Schule zu gehen und später ihren Weg zu machen.

Links:

www.dslt.de (Deutscher Schlittenhunde Sportclub für Langstreckenrennen und Touren e.V.)

www.tiergestuetzte-therapie.de Unabhängiges Portal zur tiergestützten Therapie/Pädagogik

Literatur:

Carola Otterstedt Tiere als therapeutische Begleiter Franckh-Kosmos, 2001 ISBN 9783440089880 Preis: 19,90 Euro

Erhard Olbrich, Carola Otterstedt Menschen brauchen Tiere Franckh-Kosmos, 2003 ISBN 9783440094747 Preis: 29,90 Euro

Pferde, Ziegen und Schweine aus dem Tierheim Koppelweide in Wiehl

Von Katja Devaux

Im Tierheim Koppelweide-Wiehl warten verschiedene Tiere auf ein neues Zuhause. Vor allem drei Pferde, die provisorisch in den Boxen des Tierheims untergestellt sind, sollen unbedingt noch in diesem Frühjahr vermittelt werden. Denn das Tierheim hat keine Weiden und nur unzureichende Ausläufe – für die Pferde also keine Heimat auf Dauer.

Deshalb werden Menschen mit Platz, Zeit und Pferdeerfahrung werden gesucht für :

Silver, Vollblutwallach, 1,68 Meter, geboren 1998 Der schöne Wallach hat sich bei einem Sturz vor 5 Jahren einen Knochenriss in der linken Schulter zugezogen und ist seitdem nicht mehr geritten worden. Er soll als Beistellpferd vermittelt werden. Ob die Verletzung ihn tatsächlich endgültig unreitbar macht, müsste eine neuerliche tierärztliche Untersuchung feststellen. Je nach Ergebnis könnte er eventuell nach behutsamem Training schonend geritten werden. Ansprache und Beschäftigung braucht er aber auf jeden Fall, weil er sonst koppt.

Grandessa, braune Westfalenstute, 1,65 Meter, geboren 1981 Die Stute ist lieb, menschenbezogen und verträglich. Außer einer leichten Dämpfigkeit im Frühjahr, die mit Medikamenten gut in den Griff zu bekommen ist, hat sie keine Beschwerden. Sie sucht eine Lebensstellung als Beistellpferd, braucht Bewegung und Zuwendung, aber keine Reiter mehr.

Ranke, schwarze Westfalenstute, 1,65, geboren 1982 Die sanfte, zurückhaltende Stute ist freundlich und verträglich. Da sie eine Verknöcherung am linken Vorderbein und eine leichte Arthrose in den Hinterbeinen hat, ist sie nicht zu reiten. Ebenso wie Grandessa sucht sie einen Platz als Beistellpferd mit Weidegang und Beschäftigung – und eine Heimat, wo man sich liebevoll um die alte Dame kümmert.

Clara und Hanna, Edelziegen Auch die beiden weißen Edelziegen Clara und Hanna suchen gemeinsam einen Stall fürs Leben. Mutter und Tochter sind 5 und 4 Jahre alt. Noch sind sie ein wenig scheu, aber mit genug Menschenkontakt wird sich das schnell ändern. Die beiden sind Ausbruchskünstler, deshalb können sie nur in einem sicher eingezäunten Gelände unterkommen.

Apollo, Peter und Paul, Minischweine Auch wenn das Trio zur Rasse der Minischweine zählt, kann von „mini“ keine Rede sein. Vater Apollo und seine Söhne fressen nämlich für ihr Leben gern. Und auch sonst sind die drei Schwergewichte echte Genießer – und sollen es auch bleiben. Die drei- und vierjährigen Schweine brauchen deshalb ein Zuhause mit genügend Auslauf, Matsch zum Suhlen, einem Stall zum Ausruhen – und Menschen, die sich mit Schweinen auskennen, damit diese Tiere nicht noch dicker werden.

Mehr zum Thema

www.tierheim-koppelweide.de Homepage Tierheim Koppelweide

Pferde vermittelt auch der Pferdeschutzhof Grenzenlos e.V. in Ennigerloh-Ostenfelde (zwischen Münster und Gütersloh). Der Schutzhof vermittelt zurzeit acht Pferde – vom Shetty bis zum Kaltblut – gegen einen Schutzvertrag und eine Schutzgebühr für artgerechte Haltung.

www.pferdeschutzhof-grenzenlos.de Homepage Pferdeschutzhof Grenzenlos e.V.

Tiere kompakt

Von Marika Liebsch

Vogelsuchdienste helfen bei Suche nach entflogenen Stubenvögeln

Stubenvögel nutzen es meist umgehend, wenn mal ein Fenster offen steht. Nur selten finden sie dann zurück nach Hause. Mancher Ausreißer wird wiedergefunden durch Suchzettel, die in der Nachbarschaft aufgehängt werden. Doch oft sind die Vögel schnell weit weg.

Dann können deutschlandweite Vogelsuchdienste wie ZZF oder Tasso-Haustierregister helfen. Hier kann jeder nachfragen, dem ein Vogel entflogen oder zugeflogen ist. Allerdings kann man dort nur helfen, wenn der Vogel auch registriert ist. Und registriert werden können Vögel nur, wenn die Ringnummer bekannt ist. Deshalb sollte jeder Vogelhalter seine Vögel unbedingt beringen lassen – und natürlich die Nummer auch notieren. Wurde der Vogel in einem Tierfachgeschäft gekauft, dann ist die Ringnummer auch dort registriert.

Links:

www.zzf.de/ringstelle/suchdienst Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands e.V.

www.tiernotruf.org TASSO e.V. – Haustierzentralregister

Tierischer Besuch nimmt Kindern die Angst vor großen Hunden

Die Dogge Balou und ihre Halterin gehören zum Verein „Hunde helfen Menschen“ und besuchen Schüler in ganz Deutschland. Eine Stunde lang üben die beiden mit den Kindern ganz praktisch und hundenah. So erfahren die Schüler viel über das Wesen des Hundes und über seine Körpersprache. Sie lernen Ängste abzubauen, aber auch, wann Vorsicht geboten ist. Über eine Millionen Kinder haben in den vergangenen zehn Jahren inzwischen bundesweit Besuch von Ehrenamtlichen mit ihren Hunden bekommen. Link:

www.Hunde-helfen-Kids.de Hunde helfen Menschen e.V.

Viele Katzen bevorzugen „Urlaub zu Hause“

Ob Wohnungskatze oder Freigänger: Viele Katzen bleiben gerne an ihrem vertrauten Ort, auch dann, wenn ihre Bezugspersonen verreisen. Am wohlsten fühlen sich die Wohnungskatzen, wenn eine ihnen bekannte Person sie in ihrem vertrauten Heim füttert und auch die täglichen Schmuse- und Spieleinheiten verteilt. Gerade in Abwesenheit ihrer Menschen neigen Katzen aus Protest zu Unsauberkeit. Ein sauberes Katzenklo schätzen sie dann ganz besonders. Suchen Sie also rechtzeitig eine passende Person für die Betreuung. Dann wird der Urlaub – für alle – eine entspannte Zeit.

www.tierschutzbund.de/00252.html

Deutscher Tierschutzbund mit weiteren Informationen zum Thema

Biologisches artgerechtes Rohfutter für Hunde

Der Speiseplan ist abwechslungsreich: mal wird rohes Fleisch mit rohem Gemüse serviert, mal gibt es Knochen mit Fett und als Leckerli zwischendurch auch schon mal ein rohes Ei. Diese Ernährung steht für biologisches artgerechtes Rohfutter, kurz „Barf“. Die Befürworter von Barf wollen ihre Tiere „ursprünglich ernähren“, statt mit Produkten aus den Futterregalen. Ihr Motto: Auch heute sollen Hunde so fressen wie ihre Vorfahren, die Wölfe. Selbstgepflückte Blumen und Kräuter runden den Hundeschmaus ab. Diese Ernährungsart ist unter Hundekennern zwar umstritten, doch Barf-Anwender sind begeistert. Die Zusammenstellung des Speiseplans ist viel anstrengender als Fertigfutter zu füttern. Doch finden Barfer ihre Tiere gesund und ausgeglichen.

www.gesundehunde.com/sites/ernaehrung.php Privates Diskussionsforum für gesunde Hundeernährung

Buchtipp:

Sabine L. Schäfer, Barbara R. Messika B.A.R.F. - Artgerechte Rohernährung für Hunde Ein praktischer Ratgeber Kynos, 2005 ISBN 9783938071113 Preis: 12,90 Euro