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Mit 12-Kilo-Bikes über fette North-Shore-Stunts ballern – das war bisher nur was für suizidgefährdete Freerider.
Mit 12-Kilo-Bikes über fette North-Shore-Stunts ballern
– das war bisher nur was für suizidgefährdete Freerider.
Mit den neuen leichten Superenduros können jetzt auch
lebensbejahende Biker die Sau rauslassen.

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Die Enduro-Klasse entwickelt sich rasend schnell. Vor drei Jahren noch eine Kategorie ohne echte Daseinsberechtigung

Die Enduro-Klasse entwickelt sich rasend schnell. Vor drei Jahren noch eine Kategorie ohne echte Daseinsberechtigung sind die leich- ten Freerider heute ultimative Spaßbikes mit extrem breitem Ein- satzbereich. Und er wird stetig breiter. Fünf neue Superenduros im Vergleichstest.

TEXT Christian Schleker FOTOS Wolfgang Watzke

„Innovate or die“ lautet der Werbeslogan des Branchen-Giganten Specialized. Die Ami-Marke ist bei diesem Test zwar gar nicht am Start, andere Hersteller haben das Prinzip aber offenbar auch verinnerlicht. Das Motto lautet: Wer zu spät kommt mit der Neuheit, den bestraft womöglich der Kunde mit Missachtung. Immer kürzer ist deshalb die Lebensdauer eines Designs. Und die Modellwechsel passieren nicht mehr nur zur Messe im Herbst, sondern auch mal mitten im Sommer. „Midseason-Bikes“ nennen Bikefirmen solche Neuerscheinungen, die den Händlern das Leben schwer machen und den Kunden, die sich zu Jahresanfang ein neues Bike gekauft haben, graue Haare wachsen lassen. Denn eines steht beim Anblick des kleinen, aber feinen Testfelds fest: Nichts ist so alt, wie das Modell vom letzten Jahr, selbst wenn das eigentlich ganz gelungen war.

VORHANG AUF!

Cannondale sagt „tschüss“ zum „Prophet MX“ und präsentiert das „Moto“: ein Carbon-Enduro mit aufwändiger Dämpferanlenkung und muskulöser Optik. Typisch für die Amis, aber eben auch komplett anders als der Vorgänger. Trek wollte uns Anfang letzten Jahres das gute, alte „Remedy“ eigentlich gar nicht mehr zum Testen geben, wohl weil das neue Bike damals schon in den Startlöchern stand:

Das neue „Remedy“ präsentiert sich mit einer interessanten Hinterbaukon- struktion, neuem Steuerrohr-Standard und sensationell niedrigem Gewicht. Lapierre hatte mit dem „LTX“ einen echten Winner im Programm, schmiss die Konstruktion aber trotzdem über den Haufen. Das „Spicy“ tritt die Nachfolge an – mit anderem Charakter, filigraner Optik und ebenfalls spektakulärem Kampfgewicht für diese Bike-Kategorie. Konas „Coilair“ war nach jahrelanger, stetiger Verbesserung ein problemloser und vielgelobter Leichtfreerider – 2008 weicht der abgestützte Eingelenker nun dem „Magic Link“ – einer neuartigen Hinterbauanlenkung, die zwei Geometrien und Federwege besitzen und – Zauberei – sich von selbst ans Gelände anpassen soll. Einzig das Bike von Rose ersetzt keinen erfolgreichen Vorgänger. „Uncle Jimbo“ hatte schlicht keinen. Offiziell erst für die Saison 2009 entwickelt, stand der erste Versuch des Versenders schon jetzt mit interessanten Detaillösungen parat.

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FAZIT

Sind die neuen Bikes nun echte Innovationen oder eher ein Fortschritt für die Marketingabteilungen der Her- steller? Wir sagen: teils, teils. Im Test waren Kan- didaten, die echte Duftmarken setzen, aber auch Modelle, die nicht besser sind als die Vorgänger. Es ist halt wie im richtigen Leben: Fortschritt ist nicht immer ein Gewinn. Er muss auch sinnvoll sein.

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Alle Produktfotos: Daniel Simon

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Alle Produktfotos: Daniel Simon > ENDURO TEST MOTO-RAD Nach dem ersten „boah!“ kommt das „oh?“ Das
Alle Produktfotos: Daniel Simon > ENDURO TEST MOTO-RAD Nach dem ersten „boah!“ kommt das „oh?“ Das

MOTO-RAD

Nach dem ersten „boah!“ kommt das „oh?“ Das „Moto“ ist das einzige Carbon-Bike im Test – die Optik entsprechend eindrucks- voll. Überraschung beim Anheben: das Gewicht. Leicht ist anders. Das Cannondale besitzt interessante Details: Der Dämpfer wird über eine Wippe angelenkt, die auf einem Ausleger auf dem Unterrohr ruht. Beim Einfedern wird der Fox „DHX Air 4.0“ von unten wie von oben gedrückt – ähnlich dem Float-Link-Prinzip eines Fusion. Das Steuerrohr mit integriertem One- Point-Five-Steuersatz ist oberarmdick. Im Gelände kosten die klebrigen Reifen viel Kraft und das hohe Gewicht ist deutlich spürbar. Trotzdem kurbelt man es dank des langen Oberrohres noch passabel bergauf. Beim Pedalieren bleibt der Hinterbau ruhig. Bergab arbeitet das Mehr- gelenkersystem dann auch derbe Stöße souverän weg, federt schön linear mit guter Endprogression. Die „Lyrik Coil“ mit einfacher MC-Kartusche harmo- niert sehr gut mit dem Heck. Mit dem Fahrwerk können auch Einsteiger mal richtig die Linie versemmeln, ohne dass Unsicherheit aufkommt. Bei hohem Tempo liegt das „Moto“ ruhig, es verlangt aber nach viel Körpereinsatz bei schnellen Richtungswech- seln. Gerade in verblockten, trialigen Passagen wirkt es etwas unhandlich und im Singletrail fehlt es ihm an Spritzigkeit – im direkten Vergleich zu den leichten Bikes in diesem Test fährt es sich nicht wirklich agil. Gut: die Bremsen. Schlecht:

Nach einem Tag im Bikepark hatte sich sämtliche Drehpunkte des Hinterbaus gelockert.

Luft nach oben – in Sachen Gewicht haben die Amerikaner den Werkstoff Carbon noch nicht
Luft nach oben – in Sachen Gewicht
haben die Amerikaner den Werkstoff
Carbon noch nicht ausgereizt.

FAZIT: Das Fahrwerk des „Moto“ funktioniert gut und die Geometrie ist ausgewogen. Doch das Cannondale leidet etwas unter seinem hohen Gewicht und den klebrigen Reifen.

CANNONDALE >MOTO

HERSTELLERANGABEN

VERTRIEB

Cannondale Europe B.V. , Tel. 0041/614879380

GRÖSSEN

www.cannondale.com S,M,L

PREIS

3 499 Euro

MESSDATEN

GEWICHT OHNE PEDALE

15,4 Kilo

LENK-/SITZROHRWINKEL

66,8°/71,1°

VORBAU-/OBERROHRLÄNGE RADSTAND/TRETLAGERHÖHE FEDERWEG VO./HI.

80 mm/590 mm 1 121 mm/370 mm 115-160 mm/160 mm*

(*Herstellerangaben)

HINTERBAUSYSTEM

Mehrgelenker

AUSSTATTUNG

GABEL/DÄMPFER

Rock Shox Lyric U-Turn Motion Control/Fox DHX Air 4.0

KURBELN/SCHALTUNG

Truvativ GPX 2/SRAM X-9 Trigger

BREMSANLAGE

Magura Louise

LAUFRÄDER

Formula-Naben, DT Swiss E540-Felgen, Maxxis High Roller Super Tacky 2,35-Reifen

LEISTUNG

EIGNUNG

BERGAUF BERGAB TOUR TRAIL PARK
BERGAUF
BERGAB
TOUR
TRAIL
PARK

Tuning-Tipps:

Die weiche Gummi-Mischung der Reifen ist nur was für den Bike- park, sie rollt zäh. Der Vorbau ist zu lang. Kettenführung muss ran.

gute Federungsfunktionzäh. Der Vorbau ist zu lang. Kettenführung muss ran. Gewicht, Hinterbau lockert sich 8,58,5

Gewicht, Hinterbau lockert sichsie rollt zäh. Der Vorbau ist zu lang. Kettenführung muss ran. gute Federungsfunktion 8,58,5 FreerideFFrreeeerrididee

8,58,5 FreerideFFrreeeerrididee
8,58,5
FreerideFFrreeeerrididee

KONA >COILAIR

HERSTELLERANGABEN

VERTRIEB

Kona Europe, Tel. 0043/767539244

GRÖSSEN

www.konaworld.com S,M,L

PREIS

4 399 Euro

MESSDATEN

GEWICHT OHNE PEDALE

15,2 Kilo

LENK-/SITZROHRWINKEL

64,4°/73,4°

VORBAU-/OBERROHRLÄNGE RADSTAND/TRETLAGERHÖHE FEDERWEG VO./HI.

70 mm/578 mm 1 195 mm/365 mm 120-160 mm/180 mm*

(*Herstellerangaben)

HINTERBAUSYSTEM

Magic Link

AUSSTATTUNG

GABEL/DÄMPFER

Marzocchi 55 ATA2/Fox Folat RP 23

KURBELN/SCHALTUNG

FSA Moto X/Shimano LX

BREMSANLAGE

Hayes Stroker Trail

LAUFRÄDER

vorne: No Name, hinten: Shimano FH-M525-Naben, Sun Rims S-Type-Felgen, Maxxis Minion DH F 2,5-Reifen

LEISTUNG

EIGNUNG

BERGAUF BERGAB TOUR TRAIL PARK
BERGAUF
BERGAB
TOUR
TRAIL
PARK

Tuning-Tipps:

Kurzer 0°-Vorbau optimiert die lange Front. Kettenführung dran!

HinterbaufunktionTuning-Tipps: Kurzer 0°-Vorbau optimiert die lange Front. Kettenführung dran! Gewicht 8,58,5 FreerideFFrreeeerrididee

GewichtKurzer 0°-Vorbau optimiert die lange Front. Kettenführung dran! Hinterbaufunktion 8,58,5 FreerideFFrreeeerrididee

8,58,5 FreerideFFrreeeerrididee
8,58,5
FreerideFFrreeeerrididee

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Gewicht 8,58,5 FreerideFFrreeeerrididee FREERIDE 3/08 68 ZAUBERBESEN Was haben wir Kona genervt, damit das
Gewicht 8,58,5 FreerideFFrreeeerrididee FREERIDE 3/08 68 ZAUBERBESEN Was haben wir Kona genervt, damit das

ZAUBERBESEN

Was haben wir Kona genervt, damit das „Coilair“ in diesem Test dabei war! Als wir schon selbst nicht mehr dran glaubten, war es plötzlich da. Auffälligstes Detail ist natürlich das „Magic Link“, eine kleine Wippe im Tretlagerbereich, an der neben dem Haupt- dämpfer und dem Hauptdrehpunkt noch ein kleiner Stahlfederdämpfer sitzt. Bei einem Schlag federt neben dem Fox „RP23“ auch sein kleiner Kollege. Dadurch wandert die besagte Wippe nach hinten. Die Folge: Die Kennlinie des Hinterbaus wird pro- gressiver, der Hub nimmt zu und die Winkel werden flacher. Die Grundabstimmung des Systems ist, dank einer guten Anleitung auf der Kona-Homepage, einfach. Die Geometrie des „Coilair“ gefällt. Der Fahrer sitzt zentriert und niedrig. Das Rad ist Kona-untypisch lang für 17 Zoll, doch mit einem 50-Millimeter-Vorbau passte es uns gut. Auf dem Trail macht sich das „Magic Link“ erstmal positiv bemerkbar. Das Rad wippt kaum. Frontal angefahrene Stufen und Steine saugt der Hinterbau souverän weg – das Bike wird kaum gebremst. Auch bei harten Landungen gibt das System viel linearen Federweg frei, ohne je spürbar durch- zuschlagen. Die recht progressive „55“ an der Front kann da nicht ganz mithalten. Irritierend aber ist, dass das „Magic Link“-System tief eintaucht, wenn man sich über Kicker abdrücken will oder das Bike in den Manual zieht. Das kostet Energie, das „Coilair“ wirkt dann träge. Im Wiegetritt rührt sich das Gelenk keinen Millimeter, dafür kostet das hohe Gewicht im Anstieg Körner. Über 15 Kilo sind kein guter Wert, bedenkt man, dass das Topmodell mit sehr filigranen Laufrädern, kleinen Bremsscheiben und hochwertigen Parts bereits auf „leicht“ getrimmt ist.

FAZIT: Das neue „Coilair“ ist ein gutes Rad für heftige Einsätze. Im Singletrail fehlt ihm die Spritzigkeit.

Einsätze. Im Singletrail fehlt ihm die Spritzigkeit. Das „Magic Link“ funktioniert – doch das Sy-

Das „Magic Link“ funktioniert – doch das Sy- stemgewicht ist hoch. Bergauf keine Rakete, bergab aber gut unterwegs.

FREERIDE RANKING: maximal 10 Punkte. Mehr Infos zum Test unter www.bike-freeride.deDas „Magic Link“ funktioniert – doch das Sy- stemgewicht ist hoch. Bergauf keine Rakete, bergab aber

Können auch schön flowig und schnell: Bikes wie das Trek „Remedy“ z.B. Es zirkelt mit toller Beschleunigung durch den Haustrail, liebt lange Touren, taugt sogar für Hobby-Marathons, aber fürchtet sich dennoch nicht vor dem Zwei-Meter-Drop im Bikepark.

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Killerblick:

und?

r blockierte

Einfach

sind was

drauf halten.

Landebahn,

Poser,

na

Manuals

Männer

droppen.

> ENDURO TEST

LAPIERRE >SPICY 516

HERSTELLERANGABEN

VERTRIEB

Lapierre Deutschland, Tel. 08857/698691

GRÖSSEN

www.lapierrebikes.com S,M,L

PREIS

3 399 Euro

MESSDATEN

GEWICHT OHNE PEDALE

12,9 Kilo

LENK-/SITZROHRWINKEL

65,5°/72,5°

VORBAU-/OBERROHRLÄNGE RADSTAND/TRETLAGERHÖHE FEDERWEG VO./HI.

80 mm/559 mm 1 115 mm/355 mm 100-160 mm/160 mm*

(*Herstellerangaben)

HINTERBAUSYSTEM

Viergelenker

AUSSTATTUNG

GABEL/DÄMPFER

Fox Talas 36 R/Fox Float RP 23 PP High Volume

KURBELN/SCHALTUNG

Shimano XT Hollowtech. 2/

BREMSANLAGE

Shimano XT Shadowtech Formula Oro K18

LAUFRÄDER

Systemlaufradsatz Shimano XT, Continental Mountain King Protection-Reifen

LEISTUNG

EIGNUNG

BERGAUF BERGAB TOUR TRAIL PARK
BERGAUF
BERGAB
TOUR
TRAIL
PARK

Tuning-Tipps:

Sattelstütze ohne Knick und kürzeren Vorbau montieren. Ketten-Führung dran. Dickere Reifen drauf.

9,59,5 FreerideFFrreeeerrididee
9,59,5
FreerideFFrreeeerrididee

agil, verspielt, gute TourengeometrieVorbau montieren. Ketten-Führung dran. Dickere Reifen drauf. 9,59,5 FreerideFFrreeeerrididee Reifen recht schmal

Reifen recht schmalKetten-Führung dran. Dickere Reifen drauf. 9,59,5 FreerideFFrreeeerrididee agil, verspielt, gute Tourengeometrie

FREERIDE 3/08

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gute Tourengeometrie Reifen recht schmal FREERIDE 3/08 70 HAUTE CUISINE Auf den ersten Blick scheint das

HAUTE CUISINE

Reifen recht schmal FREERIDE 3/08 70 HAUTE CUISINE Auf den ersten Blick scheint das „Spicy“ im

Auf den ersten Blick scheint das „Spicy“ im falschen Testfeld gelandet zu sein. Zu leicht. Zu filigran. Im Vergleich zum stämmigen Cannondale „Moto“ sieht es aus wie ein essgestörtes Supermodel. Die Waage bestätigt den Eindruck: 12,9 Kilo trotz solider Ausstattung ohne Mogel-Leichtbauparts. Doch der Hersteller erlaubt auch Bikepark-Besuche. Die Geometrie wirkt beim Aufsitzen stimmig: tiefer Schwerpunkt, niedrige Lenkzentrale, langes Oberrohr – so lang, dass wir lieber die kleine Größe getestet haben. Auf dem Trail beschleunigt das Rad enorm, fast wie ein All-Mountain-Bike. In Tretpassagen bleibt der Dämpfer ruhig, arbeitet dabei aber sehr feinfühlig. Die Kennlinie ist nahezu ideal: linear, mit ausrei- chender Endprogression. Der Hinterbau sackt beim Abdrücken von Sprüngen nicht weg, verkraftet dabei sogar heftige Einschläge gut. Die Fox „36 R“-Gabel kann da nicht ganz mithalten. Sie hat eine deutliche Luftcharakteristik und arbeitet Schläge nicht so souverän weg wie eine teure „RC2“. Trotzdem macht das „Spicy“ enorm viel Spaß. Dank des flachen Lenkwinkels ist es für so ein leichtes Bike sehr laufruhig. Wird das Gelände richtig ruppig, lässt sich das Lapierre schwieriger beherrschen als die Konkurrenz. Im Bikepark spart man sich die großen Drops dann lieber. Die „Mountain King“- Reifen sind schmal, funktionieren in der Tube- less-Version aber gut und liefern ordentlichen Grip. Unstimmig und unsinnig: die serienmäßig verbaute Thomson-Stütze mit Knick – sie lässt sich nicht weit genug versenken.

Gazelle: die filigrane Optik des „Spicy“ ist Programm. Das Rad ist leicht! Der Rahmen soll
Gazelle: die filigrane Optik des „Spicy“ ist
Programm. Das Rad ist leicht! Der Rahmen
soll trotzdem genauso stabil sein wie der des
Vorgängers „LTX“.
1010 FreerideFreeride
1010
FreerideFreeride

FREERIDE RANKING: maximal 10 Punkte. Mehr Infos zum Test unter www.bike-freeride.de

FAZIT: Das „Spicy“ ist ein gelungener Nachfolger des „LTX“. Super für Touren. Sehr leicht, sehr gute Hinterbaufunktion und ein stimmiges Gesamtkonzept. Im heftigen Gelände braucht es aber einen versierten Piloten.

> ENDURO TEST

VERSANDSCHAFT> ENDURO TEST Rose ist die neue Bikemarke des gleichnamigen Versenders und das „Uncle Jimbo“ der > ENDURO TEST Rose ist die neue Bikemarke des gleichnamigen Versenders und das „Uncle Jimbo“ der > ENDURO TEST Rose ist die neue Bikemarke des gleichnamigen Versenders und das „Uncle Jimbo“ der

Rose ist die neue Bikemarke des gleichnamigen Versenders und das „Uncle Jimbo“ der erste Versuch, in der heiß umkämpften Enduro-Sparte Fuß zu fassen. Im Vergleich zur hydroformierten Konkurrenz kommt das schwarze Bike ganz klassisch, mit geradem Rohrsatz, daher. Der Pilot sitzt aufrecht und leicht zurückversetzt auf dem „Uncle Jimbo“. Die Front ist hoch. In Verbindung mit den verbauten „Guey Gluey“-Reifen von Schwalbe war der Vortrieb in ebenem Gelände nicht überragend. Auf Trailtouren hatten wir die Fox „36 Talas“ meist auf 130 Millimeter abgesenkt. Dann ist das Rad flinker unter- wegs. Bergab in steilem Gelände vermittelt die Geometrie viel Sicherheit. In schnellem Terrain bedarf es aber einer aktiven Fahrweise, damit genug Druck aufs Vorderrad kommt. Der Hinterbau arbeitet extrem feinfühlig, jedoch mit starker Progression und viel Durchschlagschutz. Gut für Drops und Sprünge, im Vergleich zur linearen Konkurrenz fühlt sich das Bike in ruppigem Gelände dadurch etwas straffer an. Die Züge sind im Rahmen verlegt – das wirkt edel und aufgeräumt, allerdings verlaufen die Kabel am Steuerrohr dadurch in einem engen Bogen. Bei starkem Lenkeinschlag in der Luft (Stichwort: X-up) spürten wir dadurch einen leichten Widerstand. Die Ausstattung ist hochwertig: Carbon-Lenker, Top-Bremsen und Teleskopstütze. Beim Gewicht liegt das Rose im guten Mittelfeld.

Zugverlegung im Rahmen und neuer Tretlagerstandard. Der Rahmen des „Uncle Jimbo“ hat inter- essante Detaillösungen zu bieten.

FAZIT: Spaßiges Enduro mit guter Bikepark-Eignung. Der Hinterbau arbeitet progressiv und die Front ist recht hoch. Das Gewicht geht auch für Touren in Ordnung. Die Ausstattung ist bei dem Versender-Bike frei konfigurierbar.

ROSE

>UNCLE JIMBO

HERSTELLERANGABEN

VERTRIEB

Rose Versand GmbH, Tel.02871/275570

GRÖSSEN

www.roseversand.de S,M,L

PREIS

3 700 Euro

MESSDATEN

GEWICHT OHNE PEDALE

14,5 Kilo

LENK-/SITZROHRWINKEL

67,5°/72,6°

VORBAU-/OBERROHRLÄNGE RADSTAND/TRETLAGERHÖHE FEDERWEG VO./HI.

65 mm/593 mm 1 107 mm/350 mm 100-160/160 mm*

(*Herstellerangaben)

HINTERBAUSYSTEM

Viergelenker

AUSSTATTUNG

GABEL/DÄMPFER

Fox Talas 36 RC2/Fox Float RP23 High Volume

KURBELN/SCHALTUNG

FSA Afterburner BB30/Sram X-0 Blackbox Tech.

BREMSANLAGE

Formula The One

LAUFRÄDER

Systemlaufradsatz Cole Massif, Schwalbe Big Betty Snake Skin Gooey Gluey 2,4-Reifen

LEISTUNG

EIGNUNG

BERGAUF BERGAB TOUR TRAIL PARK
BERGAUF
BERGAB
TOUR
TRAIL
PARK

Tuning-Tipps:

Eine ungekröpfte Sattelstütze verbessert die Sitzposition. Ein 0°-Vorbau senkt die Front.

Rahmendetails,Ausstattungdie Sitzposition. Ein 0°-Vorbau senkt die Front. Hinterbau progressiv, hohe Front 99 FreerideFFrreeeerrididee

Hinterbau progressiv, hohe Frontverbessert die Sitzposition. Ein 0°-Vorbau senkt die Front. Rahmendetails,Ausstattung 99 FreerideFFrreeeerrididee

99 FreerideFFrreeeerrididee
99
FreerideFFrreeeerrididee

TREK >REMEDY 8

HERSTELLERANGABEN

VERTRIEB

Bikeurope B.V./Trek Deutschland, Tel. 0180/3507010

GRÖSSEN

www.trekbikes.com S,M,L

PREIS

3 499 Euro

MESSDATEN

GEWICHT OHNE PEDALE

12,9 Kilo

LENK-/SITZROHRWINKEL

66,5°/71,5°

VORBAU-/OBERROHRLÄNGE RADSTAND/TRETLAGERHÖHE FEDERWEG VO./HI.

75 mm/580 mm 1 134 mm/360 mm 115-160 mm/160 mm*

(*Herstellerangaben)

HINTERBAUSYSTEM

Float Link mit ABP Pivot

AUSSTATTUNG

GABEL/DÄMPFER

Rock Shox Lyrik 2-Step Air Mission Control/

KURBELN/SCHALTUNG

Fox Float RP High Volume Shimano XT Hollowtech 2/

BREMSANLAGE

Shimano XT Shadowtech Shimano XT

LAUFRÄDER

Systemlaufradsatz Bontrager Rythm, Bontrager Gum-Bi Dual Compound-Reifen

LEISTUNG

EIGNUNG

BERGAUF BERGAB TOUR TRAIL PARK
BERGAUF
BERGAB
TOUR
TRAIL
PARK

Tuning-Tipps:

Fettere Reifen drauf. Kürzeren Vorbau und Kettenführung mon- tieren. Für mehr Brems-Power hinten eine große Scheibe drauf.

Gewicht, GeometrieFür mehr Brems-Power hinten eine große Scheibe drauf. Reifen wenig Durchschlagschutz 1010 FreerideFFrreeeerrididee

Reifen wenig Durchschlagschutzmon- tieren. Für mehr Brems-Power hinten eine große Scheibe drauf. Gewicht, Geometrie 1010 FreerideFFrreeeerrididee

1010 FreerideFFrreeeerrididee
1010
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1010 FreerideFFrreeeerrididee FREERIDE 3/08 72 LEICHTE LÖSUNG Das „Remedy“ ist optisch irgendwo

LEICHTE LÖSUNG

FreerideFFrreeeerrididee FREERIDE 3/08 72 LEICHTE LÖSUNG Das „Remedy“ ist optisch irgendwo zwischen „Moto“

Das „Remedy“ ist optisch irgendwo zwischen „Moto“ und „Spicy“ angesiedelt. Groß dimensionierte, jedoch elegant geschwun- gene Rohre prägen die Erscheinung. Auffällig: das Steuerrohr im Sanduhrdesign. Es beherbergt eine Rock Shox „Lyrik 2Step“ mit konischem Schaft – unten 1.5, oben 1 1/8 Zoll. Sensationell: das Gewicht unter 13 Kilo! Der Hinterbau besitzt ein neuartiges Kinematikprinzip: Der hintere Drehpunkt liegt direkt im Ausfallende. Ein massiver Spezialschnellspanner fixiert Hinterrad und Lagerpunkt gleichzeitig. Der Dämpfer ist schwimmend aufgehängt. Bei einem Schlag drückt von oben die Wippe, gleichzeitig taucht der Fox „RP 23“ mit der Kettenstrebe nach unten weg. Das soll eine lineare Kennlinie erzeugen. Bereits beim ersten Aufsitzen merkt man, dass Trek hier einen echten Volltreffer gelandet hat. Jeder Tester fühlte sich sofort wohl und sicher auf dem Rad. Im Gelände macht sich das geringe Gewicht natürlich positiv bemerkbar: Das Bike beschleunigt gut und ist dabei sehr agil und handlich. Das ändert sich auch bei höherem Tempo und verblocktem Gelände nicht. Das „Remedy“ gibt dem Fahrer immer ein gutes Feedback und vermittelt enorme Sicherheit. Ein echter Leicht-Freerider! Die Hin- terbau-Kennlinie verläuft tatsächlich linear, aber flach. Der Dämpfer nutzt so schon bei mittleren Schlägen viel Hub. Trotz- dem kann der Hinterbau auch grobe Schläge noch gut abfangen, weil die Kinematik eine ausreichende End- progression liefert. Die Luft-„Lyrik“ passt von der Charakteristik gut dazu, auch wenn uns das „2Step“- System mal im Stich gelassen hat.

wenn uns das „2Step“- System mal im Stich gelassen hat. 1010 FreerideFreeride FAZIT: Das „Remedy“ ist
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FAZIT: Das „Remedy“ ist ein ganz großer Wurf! Sehr leicht, super Geome- trie und tolle Fahreigenschaften, egal ob auf Tour oder im Bikepark.

Optische Täuschung: Bullige Erscheinung, trotzdem geringes Gewicht. Das Handling setzt neue Maßstäbe.

FREERIDE RANKING: maximal 10 Punkte. Mehr Infos zum Test unter www.bike-freeride.de

Wir haben den „Ein-Bike-für-alles“-Werbeslogan mal wörtlich genommen: Backflip bei der Dirtjumpsession mit dem Enduro? Passt. Das Lapierre lässt sich beson- ders gefügig durch die Luft schwenken.

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