Sie sind auf Seite 1von 2

Zusammenfassung

Deutschkurs fr Flchtlinge als Forschungsprojekt


Max-Planck-Forscher haben in Leipzig einen Deutschkurs fr Flchtlinge aufgelegt. Das soll
den Asylbewerbern zugute kommen, aber auch der Wissenschaft dienen.
Leipzig (dpa) - Am Leipziger Max-Planck-Institut fr Kognitions- und Neurowissenschaften
lernen rund 70 Flchtlinge Deutsch - und leisten damit einen Beitrag fr die Forschung. Der
nicht ganz alltgliche Deutschkurs ist als Forschungsprojekt angelegt. Die MPI-
Wissenschaftler wollen herausfinden, wie eine neue Sprache am effektivsten gelernt wird
und was dabei im Gehirn passiert. Vergleichbare und vor allem hnlich umfangreiche
Studien dazu gebe es bislang kaum, sagte der Projektsprecher Toms Goucha (30).
Die MPI-Forscher haben die Flchtlinge - allesamt arabische Muttersprachler aus Syrien,
Libanon und Irak - in sechs Gruppen eingeteilt. Drei legen beim Erlernen der Zweitsprache
einen Schwerpunkt auf die Grammatik und die Syntax, whrend bei den anderen die
Semantik und der Wortschatzerwerb im Vordergrund stehen. Wir haben den Teilnehmern
frh viel zugemutet, sagte Studienleiter Matthias Schwendemann (29). Regelmige MRT-
Untersuchungen sollen die Vernderungen im Gehirn der Teilnehmer sichtbar machen.
Das Forschungsprojekt wurde in Zusammenarbeit mit dem Herder-Institut der Universitt
Leipzig aufgelegt, wo Deutsch als Fremdspreche gelehrt wird. Wir wollen besser verstehen
lernen, wie der Zweitsprachenerwerb funktioniert. Auf der Basis dieser Erkenntnisse
knnten dann auch die Methoden fr Sprachkurse verbessert worden, sagte
Schwendemann.
Der Deutschkurs dauert ein halbes Jahr. Fnf Stunden pro Tag lernen die Teilnehmer im
Max-Planck-Institut. Nach Angaben von Goucha und Schwendemann haben sie sehr schnell
beachtliche Fortschritte gemacht. Ende des Jahres solle es eine erste, sehr vorlufige
Auswertung des Projektes geben, sagte Goucha. Die gesammelten Daten aber vollstndig
auszuwerten, werde mehrere Jahre dauern.

# dpa-Notizblock
## Orte
- [Max-Planck-Institut fr Kognitions- und Neurowissenschaften] Stephanstrae 1A, 04103
Leipzig, Deutschland
* * * *
Die folgenden Informationen sind nicht zur Verffentlichung bestimmt
## Ansprechpartner
- MPI-Sprecherin Katja Paasche, +49 341 99402404
## dpa-Kontakte
- Autorin: Birgit Zimmermann (Leipzig), +49 341 7100742, <zimmermann.birgit@dpa.com>
dpa bz yysn z2