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Sanitär Handbuch 2013 2012

Sanitär Handbuch 2013

2012

Die Marke der PFEIFFER & MAY - Gruppe

Die Marke der PFEIFFER & MAY - Gruppe

Vorwort zum

SANITÄR-HANDBUCH

Mit dem Sanitärhandbuch 2013 stellt Ihnen Pfeiffer & May in bewährter Qualität ein überarbei- tetes und aktuelles Hilfsmittel zur Verfügung. Es ist ein Nachschlagewerk entstanden, welches in seiner kompakten praxisnahen Form glei- chermaßen für Ausführende, Planer, Bauleiter wie auch für Berater oder Architekten geeignet ist, die tägliche Arbeit zu unterstützen. Um den gestiegenen Anforderungen am Bau und der zunehmenden Komplexität Rechnung zu tragen, war es uns wichtig, die Themengebiete klar zu gliedern, neue Entwicklungen zu be- rücksichtigen, Normen und Richtlinien sowie relevante Verordnungen aktuell wiederzugeben; gerade die Trinkwasserverordnung ist hier von zentraler Bedeutung. Darüber hinaus empfehlen wir Ihnen auch die Nutzung der weiteren Broschüren von Pfeiffer & May.

Besonderer Dank gilt auch dem Verein Deutscher Ingenieure (VDI), dem Deutschen Institut für Normung e.V. (DIN) und dem Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V (VDE) für die Genehmigung Teile der Normen und Richtlinien wiedergeben zu dürfen.

Prof. Dr.-Ing. Markus Tritschler Steinbeis Transferzentrum Building Technology

2012

Impressum

Herausgeber PFEIFFER & MAy SE, Unterweingartenfeld 7, 76135 Karlsruhe

Redaktion Steinbeis-Transferzentrum, Building Technology, Denkendorf (STZ-BT) Werner Steffan, PFEIFFER & MAy KG, Offenburg Viktoria Schmidt, PFEIFFER & MAy SE, Karlsruhe

Fachliche Beratung B.Eng. Benjamin Krockenberger, STZ-BT Prof. Dr.-Ing. Markus Tritschler, STZ-BT

Verlag Digitalgut, Konsul-Smidt-Str. 14c, 28217 Bremen

Für die Richtigkeit der Angaben und für etwaige bei der Zusammenstellung und beim Druck entstandene Irrtümer wird keine Haftung übernommen. Nachdruck und fotomechanische Vervielfältigung durch Dritte sind – auch auszugsweise – nur nach vorheriger Genehmigung durch den Herausgeber gestattet.

Printed in Germany · Schutzgebühr 9,50

HBSAN 1.0/06-13, Redaktionsstand 06/13

ISBN 978-3-9815297-3-9

inhaltSVerZeiChniS

SEITE

ALLGEMEINE GRUNDLAGEN    

ALLGEMEINE GRUNDLAGEN

   

1

Sanitärbereiche – Vorschriften und Normen

1

1 Sanitärbereiche – Vorschriften und Normen 1
 
 

2.1

Anerkannte Regeln der Technik

4

2.3

Baulicher Feuchteschutz, Abdichtungen

9

15

2.5

Feuerlöschanlagen, Löschwasserleitungen

35 –

49

   
   
 

2.7

Wärmeschutz von Rohrleitungen

62 –

63

   
 

2.9

Elektrotechnik

70 –

76

WASSERVERSORGUNG  

WASSERVERSORGUNG

 
   

2

Potentielle Gesundheitsgefährdung

81 –

83

2 Potentielle Gesundheitsgefährdung 81 – 83
   

4

Maßgeb. Gesetze, Vorschriften, Normen u. Richtlinien für Trinkwasserversorgungsanlagen

94 – 100

6

Trinkwassererwärmung

128 – 130

 
ABWASSERENTSORGUNG  

ABWASSERENTSORGUNG

 
ABWASSERENTSORGUNG  
 

2

Grundlagen und Planungshinweise

135 – 145

 

4

Rückhalten schädlicher Stoffe – Abscheider

148 – 153

 

6

Planmässig vollgefüllte Regenwasserleitungen im Drucksystem

156 – 157

 
 
Wohnungsneubau  

Wohnungsneubau

 
 

2

Wohnungsneubau

172 – 180

 
 
 
 

1

Spezifische Vorschriften, Interpretationen

194 – 195

 
 

3

Sanitärräume in barrierefreien, bedingt rollstuhlgerechten Wohnungen

206 – 209

   
   

1

Allgemeine Grundlagen

223 – 243

 
 
 

3

Kindertagesstätten

261 – 269

 

5

Büro- und Verwaltungsgebäude

284 – 287

 

7

Gaststätten und Beherbergungsbetriebe

296 – 316

Kontrollierte WohnraumlÜFtunG – ZentralStauBSauGanlaGen  

Kontrollierte WohnraumlÜFtunG – ZentralStauBSauGanlaGen

 
Kontrollierte WohnraumlÜFtunG – ZentralStauBSauGanlaGen  
 

2

Zentralstaubsaugersysteme

326 – 333

umWeltSChutZ – naChhaltiGeS Bauen  

umWeltSChutZ – naChhaltiGeS Bauen

 
   

2

Regenerative Energien

338 – 342

2 Regenerative Energien 338 – 342
   
 
 
 

1

Einbaumaße, Montagehinweise, Grundlagen

353

   
 

3

Urinal, Bidet und Ausgussbecken

355 – 357

 
 

5

Untertisch-Elektro-Warmwassergeräte

359

 

7

Badewannen

361 – 366

 

9

Ausstattungen, Zubehör

368

ProDuKtBeZoGene aBmeSSunGen  

ProDuKtBeZoGene aBmeSSunGen

 
   

2

Eigenmarken-Datenblätter

375 – 636

Allgemeine Allgemeine Grundlagen Grundlagen

xxx

Sanitärbereiche – Vorschriften und Normen

1 SANITÄRBEREICHE - VORSCHRIFTEN UND NORMEN

Planungen für den Sanitärbereich erfordern die Berücksichtigung zahlreicher Vorschriften und Normen, einschließlich daran angrenzender Fachgebiete. Im nachstehenden Schema werden ausgewählte Vorschriften und Normen symbo- lisch dem Sanitärbereich zugeordnet. Alle im Buch aufgeführten Normen und Richtlinien gelten immer in ihrer neue- sten gültigen Version, inklusive aller Berichtigungen und Beiblätter, sowie der neuesten gültigen Berichtigungen der Beiblätter und Zusätze. Es ist zu beachten, dass die Planung auf der Grundlage der anerkannten Regeln der Technik erfolgen muss, deren Anforderungen über die von Verordnungen und Normen hinausgehen können.

Einen Schwerpunkt der Sanitärplanung stellen Sanitärinstallationen an/in anderen Bauteilen bzw. deren Durchdringun- gen dar - es sind umfangreiche Forderungen des Schall-, Feuchtigkeits-, Wärme- und Brandschutzes sowie der Statik zu berücksichtigen. In der Praxis hat sich erwiesen, dass durch Vorwandinstallationen neben hoher ästhetischer Qualität und funktionellem Gewinn diese Anforderungen fachgerecht erfüllt werden können.

Wärmeschutz Tragende Wände, DIN EN ISO 7345 Außenwände DIN 4108-2, 3,4 DIN EN 1996- DIN
Wärmeschutz
Tragende Wände,
DIN EN ISO 7345
Außenwände
DIN 4108-2,
3,4
DIN
EN
1996-
DIN
DIN
EN ISO 6946,
EN ISO 10211
1-1/NA, 2,
2/NA, 3, 3/NA
DIN 4213, DIN
DIN V 4108-6
DIN 4108-7,
EnEV
DIN EN 1520,
EN 990, DIN EN 992,
DIN EN 1992-1-1,
-1-1/NA, 3, 3/NA
vertikal und/oder horizontal angrenzende Aufenthaltsräume DIN 4109 + Beiblätter 1,2 VDI 4100 DIN 4102-1, 2,
vertikal und/oder
horizontal angrenzende
Aufenthaltsräume
DIN
4109 + Beiblätter 1,2
VDI
4100
DIN 4102-1, 2, 4, 6, 9, 11, 12
DIN
EN 1363-1, 2
DIN
EN 1364-1,
2
DIN EN 1365-1, 2, 3, 4
DIN EN
1366-1, 2
DIN EN 13238
Sanitärräume DIN 18040-1, 2
Sanitärräume
DIN 18040-1, 2

EN 81-70

4172

3818

DIN

DIN

ArbStättV

ASR

AMEV-Vorschriften

Hygieneverordnungen

VDI 6000 Blatt 1-6

VDI

Abdichtungen/

Bekleidungen

DIN 18195-

1, 2, 3, 5, 7, 8, 9, 10 DIN 18157-1, 2, 3

Nichttragende innere Trennwände DIN 4103-1, 2, 4

DIN 18183-1

 
 

Installationen DIN EN 12056-

1, 2, 3,

4,

5

 

DIN EN 806-1, 2, 3, 4, 5

DIN 1986-3, 4, 30, 100 DIN 1988-

1, 200, 300, 600 ,7 DIN EN 1717, DIN 4102-6, 9, 11

DIN

EN 1366-1, 2,

DIN

EN 1363-2,

DIN

18017-3,

DIN

1946-6,

LAR, LüAR

 

Elektro

 

DIN VDE

0100-700

DIN 18015-1, 2, 3

Allgemeine Grundlagen

Allgemeingültige Vorschriften und Normen

2 ALLGEMEINLLGEMEINGÜLTIGE VORSCHRIFTEN UND NORMEN; INTERPRETATIONEN

Ausgewählte übergreifende Vorschriften und Normen

Planung, allgemein

Musterbauordnung MBO.- Fassung November 2002, ARGEBAU

Bauregelliste A, Bauregelliste B und Liste C, Deutsches Institut für Bautechnik, jährlich überarbeitet

DIN 276-1 DIN 277-1 DIN 277-2 DIN 277-3 DIN 18 960 DIN 4109 DIN 4109-1 E VDI 4100

Kosten im Bauwesen; Hochbau

Grundflächen und Rauminhalte von Bauwerken im Hochbau; Begriffe, Ermittlungsgrundlagen -; Gliederung der Nettogrundfläche (NF, TF, VF) -; Mengen und Bezugseinheiten Nutzungskosten im Hochbau Schallschutz im Hochbau; Anforderungen und Nachweise, mit Beiblättern -; Anforderungen Schallschutz im Hochbau, Wohnungen, Beurteilung und Vorschläge für erhöhten Schall- schutz

VOB Verdingungsordnung für Bauleistungen (für Teil C ausgewählte DIN)

DIN 1960 DIN 1961 DIN 18 299

VOB Teil A: Allgemeine Bestimmungen für die Vergabe von Bauleistungen VOB Teil B: Allgemeine Vertragsbedingungen für die Ausführung von Bauleistungen VOB Teil C: Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV); Allge-

DIN 18 336

meine Regelungen für Bauarbeiten jeder Art VOB Teil C: Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV); Abdich-

DIN 18 352

tungsarbeiten VOB Teil C: Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV); Fliesen-

DIN 18 380

und Plattenarbeiten VOB Teil C: Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV); Heizan-

DIN 18 381

lagen- und zentrale Wassererwärmungsanlagen VOB Teil C: Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV); Gas-,

DIN 18 382

Wasser- und Abwasser-Installationsarbeiten innerhalb von Gebäuden VOB Teil C: Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV); Nieder-

DIN 18 421

und Mittelspannungsanlagen mit Nennspannungen bis 36 kV VOB Teil C: Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV) - Dämm- und Brandschutzarbeiten an technischen Anlagen

Installationen, allgemein

DIN 18 012 DIN EN 806-1 DIN EN 806-2 DIN EN 806-3 BGI 531

Haus-Anschlusseinrichtungen; Allgemeine Planungsgrundlagen Technische Regeln für Trinkwasser-Installationen; Allgemeines -; Planung - ; Berechnung der Rohrinnendurchmesser – Vereinfachtes Verfahren Baustein-Merkheft - Installationsarbeiten - Heizung, Lüftung, Sanitär - sicher arbeiten -

VDI 6024 Blatt 1

gesund bleiben Wassersparen in Trinkwasser-Installationen ; Anforderungen an Planung, Ausführung, Be- trieb und Instandhaltung

2 2013
2
2013

Allgemeine Grundlagen

Allgemeingültige Vorschriften und Normen

Baulicher Wärme- und Feuchteschutz

Gesetz zur Einsparung von Energie in Gebäuden (Energieeinsparungsgesetz – EnEG) vom 29. Juli 1976 (BGBl. S. 1873); geänd. durch das dritte Gesetz zur Änderung des Energieeinsparungsgesetzes vom 28. März 2009 (BGBl. I S. 643) Verordnung über energiesparenden Wärmeschutz und energiesparende Anlagentechnik bei Gebäuden (Energieein- sparverordnung – EnEV) vom 24. Juli 2007 (BGBl. I S. 2684) , geänd. durch die EnEVÄndV vom 29. April 2009 (BGBl. I S. 954) DIN EN ISO 7345 Wärmeschutz – Physikalische Größen und Definition

DIN 4108-2

Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden; Mindestanforderungen an den Wär- meschutz

DIN 4108-3

-; Klimabedingter Feuchteschutz; Anforderungen, Berechnungsverfahren und Hinweise für

DIN V 4108-4 DIN V 4108-6

Planung und Ausführung -; Wärme- und feuchteschutztechnische Bemessungswerte -; Berechnung des Jahresheizwärme- und des Jahresheizenergiebedarfs

DIN 4108 Beiblatt 2 Wärmebrücken-, Planungs- und Ausführungsbeispiele

DIN 4140

Dämmarbeiten an betriebs- und haustechnischen Anlagen - Ausführung von Wärme- und

DIN 18 195-1 DIN 18 195-2 DIN 18 195-3 DIN 18 195-5

Kältedämmungen Bauwerksabdichtungen; Grundsätze, Definitionen, Zuordnung der Abdichtungsarten -; Stoffe -; Anforderungen an den Untergrund und Verarbeitung der Stoffe -; Abdichtungen gegen nichtdrückendes Wasser auf Deckenflächen und in Nassräumen,

DIN 18 195-8 DIN 18 195-9

Bemessung und Ausführung -; Abdichtungen über Bewegungsfugen -; Durchdringungen, Übergänge, An- und Abschlüsse

DIN 18 195-10 -; Schutzschichten und Schutzmaßnahmen DIN V 18 599 Energetische Bewertung von Gebäuden

Sanitärobjekte und Armaturen

DIN EN 80 DIN EN 13407 DIN EN 33 DIN EN 997 DIN EN 31 DIN EN 232 DIN EN 251

Wandhängende Urinale; Anschlussmaße Wandhängende Urinale; Funktionsanforderungen und Prüfverfahren WC-Becken und WC-Anlagen - Anschlussmaße WC-Becken und WC-Anlagen mit angeformtem Geruchverschluss Waschbecken - Anschlussmaße Badewannen; Anschlussmaße Duschwannen; Anschlussmaße

Allgemeine Grundlagen

Anerkannte Regeln der Technik

2.1 ANERKANNTE REGELN DER TECHNIK

Normen, Richtlinien und andere Vorschriften können nur in gedrängter Form die anerkannten Regeln der Technik zum Zeitpunkt ihres Erscheinens wiedergeben, nicht aber oder nur unvollkommen die Gründe für die Festlegungen/Emp- fehlungen und die Entwicklung darlegen. Normen enthalten im allgemeinen nur Mindestanforderungen. Durch ihre bauaufsichtliche Einführung werden sie zur gesetzlichen Forderung, wobei möglicherweise Modifizierungen in den Einführungserlassen zu beachten sind.

Da der Entwurf, aber auch die Überarbeitung einer Norm eine Bearbeitungsdauer von mehreren Jahren beansprucht und durch verschiedenste Interessengruppen beeinflusst wird, ist es möglich, dass Festlegungen in Normen inzwi- schen bereits wieder überholt sind, den anerkannten Regeln der Technik (aRdT, auch allgemein anerkannte Regeln der Technik aaRdT) widersprechen bzw. die aRdT weitergehende Regeln als die Norm definieren. Auch können neue Pro- dukte auf den Markt kommen, die bei der Erarbeitung der DIN noch nicht berücksichtigt werden konnten. Werden für eine Bauaufgabe also alle einschlägigen Normen und Vorschriften beachtet, liegt die Vermutung nahe, dass die aRdT eingehalten sind, allein hinreichend ist dies nicht. In der Hierarchie der Vorschriften gilt grundsätzlich das Prinzip der höheren Forderung, soweit privatrechtlich nichts anderes vereinbart wird.

Der juristisch „unbestimmte Rechtsbegriff“ der ANERKANNTEN REGELN DER TECHNIK wird durch folgende Vorausset- zungen definiert:

von der Wissenschaft als richtig erkannt,

im Kreise der entsprechend vorgebildeten Techniker durchweg bekannt,

aufgrund fortdauernder praktischer Erfahrung als richtig und notwendig erkannt.

Er ist sowohl im Bereich der Planung als auch im Bereich der Bauausführung anzusetzen und stellt nach Werkvertrags- recht für den Sollzustand eine Minimalforderung dar.

Die Begriffe im einzelnen können in der Reihenfolge der Entwicklung etwa wie folgt definiert werden, wobei die Regeln der Technik auch bereits Teile des Standes der Technik umfassen können:

Stand der Wissenschaft dynamisch, in ständiger Entwicklung, aufgrund gesicherter wissenschaftlicher Erkenntnisse labortechnisch machbar

Stand der Technik dynamisch, neuester Stand der Technik, noch nicht eingeführtes, bei nur wenigen Fachleuten verfügbares Fachwissen

(ALLGEMEIN) ANERKANNTE REGELN DER TECHNIK dynamisch (allgemeine Anerkennung muss immer neu festgestellt werden) allgemein eingeführtes und bewährtes Fachwissen, das bei den nach neuestem Erkenntnisstand vorgebildeten Fachleuten durchweg bekannt ist

Regeln der Technik (DIN-VDI/VDE-DVGW) elastisch, da kodifiziert, maximal zum Zeitpunkt der Kodifizierung

Grundsätzlich gilt: plant bzw. baut der Auftragnehmer nicht nach dem (Allgemein) Anerkannten Stand der Technik, liegt – unabhängig von einem Schaden – ein Mangel vor. Der Bauherr kann (Gewährleistungs-) Ansprüche geltend ma- chen. Es sei denn, der Auftragnehmer (Planer, Bauausführender) hat vor Planung bzw. Ausführung mit seinem Auftrag- geber (Bauherrn) eine schriftliche Vereinbarung getroffen, dass die abweichende Lösung geplant respektive gebaut werden soll. Das gilt auch dann, wenn zu vermuten ist, dass die neuere, aber „erst“ dem Stand der Technik oder gar erst dem Stand der Wissenschaft entsprechende Lösung einen höheren Gebrauchswert und/oder eine bessere Gestalt bzw. eine kostengünstigere Ausführung bei gleichem Gebrauchswert darstellt.

4 2013
4
2013

2.2

FLÄCHENBERECHNUNGEN

Allgemeine Grundlagen

Flächenberechnungen

Für die Berechnung der Fläche von Sanitärräumen gelten im wesentlichen zwei Vorschriften

DIN 277-1,2 Grundflächen und Rauminhalte von Bauwerken im Hochbau, ergänzt durch den Raumzuordnungska- talog der ARGEBAU und des Statistischen Bundesamtes sowie die

Verordnung zur Berechnung der Wohnfläche, über die Aufstellung von Betriebskosten und zur Änderung anderer Verordnungen, Artikel 1 – Wohnflächenverordnung, Artikel 3 – Änderung der Zweiten Berechnungsverordnung, vom 25. 11.2003.

Gliederung und Anwendungsbereiche

Die DIN 277 gilt u.a. für die Berechnung der Grundflächen. In ihr sind die Berechnung sowie die Flächenzuordnung geregelt. Sie enthält keine Aussage zu Wohnflächen!

Die Grundflächen sind Grundlage für Mengen- und Kostenermittlungen, die Nutzflächen werden – außer bei Berech- nung nach II. BV bzw. Wohnflächenverordnung – z. B. für die Flächenermittlung im Baugenehmigungsverfahren be- nötigt.

Die Grundflächen gliedern sich wie folgt:

Brutto-Grundfläche

(BGF)

gliedern sich wie folgt: Brutto-Grundfläche (BGF) Konstruktions-Grundfläche (KGF) Netto-Grundfläche (NGF)
gliedern sich wie folgt: Brutto-Grundfläche (BGF) Konstruktions-Grundfläche (KGF) Netto-Grundfläche (NGF)

Konstruktions-Grundfläche

(KGF)

Netto-Grundfläche

(NGF)

Konstruktions-Grundfläche (KGF) Netto-Grundfläche (NGF) Nutzfläche (NF) Technische Funktionsfläche (TF)
Konstruktions-Grundfläche (KGF) Netto-Grundfläche (NGF) Nutzfläche (NF) Technische Funktionsfläche (TF)

Nutzfläche

(NF)

Technische

Funktionsfläche

(TF)

Verkehrsfläche

(VF)

Die Brutto-Grundfläche ist die „Summe der Grundflächen aller Grundrissebenen eines Bauwerks mit Nutzungen nach DIN 277-2, Tabelle 1, Nr 1 bis Nr 9, und deren konstruktive Umschließungen“.

Die Konstruktions-Grundfläche umfasst die Grundflächen der aufgehenden Bauteile. Zu ihr sind u. a. auch die Grund- flächen von Schornsteinen und Installationskanäle und -schächte bis 1,0 m² lichtem Querschnitt zu rechnen.

Die Netto-Grundfläche umfasst die sich zwischen den aufgehenden Bauteilen befindenden Grundflächen. Zu ihr zählen u. a. auch die Grundflächen freiliegender Installationen und fest eingebauter Gegenstände wie Öfen, Heiz- und Kli- mageräte, Bade- oder Duschwannen sowie Installationskanäle und -schächte über 1,0 m² lichtem Querschnitt.

Die Nutzfläche ist die Summe der Grundflächen mit Nutzungen nach DIN 277-2, Tab. 1 Nr. 1 - 7. Hier wird die Nutzfläche in 7 Nutzungsguppen, z. B. Wohnen und Aufenthalt, Büroarbeit, Heilen und Pflegen untergliedert.

Die Technische Funktionsfläche ist die Summe der Grundflächen mit Nutzungen durch Technische Anlagen.

Die Verkehrsflächen dienen dem Zugang zu den Räumen, dem Verkehr innerhalb des Bauwerkes sowie dem Verlassen desselben im Notfall. Bewegungsflächen innerhalb von Räumen - z. B. zwischen Einrichtungsgegenständen - zählen nicht dazu.

Innerhalb der Einteilung nach Nutzungsgruppen gemäß DIN 277-2 werden Sanitärräume der „Nutzungsgruppe 7:

Sonstige Nutzungen“ als „7.1 Sanitärräume“ zugeordnet.

Allgemeine Grundlagen

Flächenberechnungen

Eine weitere Untergliederung der Zuordnung wird im Raumzuordnungskatalog (Raumnutzungsschlüssel) der ARGE- BAU und des Statistischen Bundesamtes vorgenommen. Diese Zuordnung dient als Grundlage für Raumbestandser- hebungen, Bedarfsbemessungen, Kostenplanung u.a. und verbessert die Vergleichbarkeit der Daten. Wobei es dem Anwender vorbehalten bleibt, für einfache Flächenermittlungen nur die numerische Reihenfolge nach DIN 277-2 anzu- wenden. Achtung: Insoweit Länderkataloge vorliegen, sind diese anzuwenden.

Der Raumzuordnungskatalog gliedert sich in Teil I Numerische Reihenfolge (nach DIN 277-2 06.87) mit Beispielen und Teil II Alphabetische Reihenfolge.

Die Sanitärräume werden wie folgt gegliedert:

RC

Grundflächen/Räume/Beispiele

Bemerkungen

7

SONSTIGE NUTZUNGEN

71

SANITÄRRÄUME

mit/ohne Vorräume und kombiniert

711

Toiletten

712

Waschräume

713

Duschräume

714

Baderäume

medizinische Bäder

715

Saunen

716

Reinigungsnaßschleusen

- Zwangsdusche im Schwimmbad

- Zwangsdusche im Labor

- Zwangsdusche in der Klinik

- Zwangsdusche in der Produktion

717 Wickelräume

718 Schminkräume

719 Putzräume

In der Verordnung zur Berechnung der Wohnfläche, über die Aufstellung von Betriebskosten und zur Änderung anderer Verordnungen vom 25.11.2003, wird u.a. die Wohnflächenberechnung (Artikel 1 - Wohnflächenverordnung) geregelt. Darüber hinaus gilt diese Verordnung unter bestimmten Bedingungen als Grundlage für die Berechnung der Wirtschaft- lichkeit, Belastung und angemessener Kaufpreise (II.BV).

Zur Wohnfläche zählt die Grundfläche aller der Räume, die ausschließlich zu der Wohnung gehören, d. h. auch die Sanitärräume.

Nicht zur Wohnfläche gehören die Grundflächen von

- Zubehörräumen wie z. B. Waschküchen, Heizungsräumen

- Räumen, die nicht den nach ihrer Nutzung zu stellenden Anforderungen des Bauordnungsrechtes genügen,

- Geschäftsräumen.

Gesetzlich vorgeschrieben ist die Anwendung der WoFlV für nach dem Wohnraumförderungsgesetz (WoFG) ab dem 01. Januar 2004 errichtete Wohnungen. Sofern die Wohnfläche einer Wohnung im Bestand bis zum 31. Dezember 2003 nach der II. BV berechnet wurde bleibt diese Berechnung verbindlich, es sei denn, es werden bauliche Änderungen vorgenommen, die eine Neuberechnung der Wohnfläche erforderlich machen. Neben dem WoFG findet die Wohn- flächenverordnung nur dann Anwendung, wenn ausdrücklich auf sie verwiesen wird. So können die Vertragsparteien im frei finanzierten Wohnungsmarkt wie bisher einen anderen Berechnungsmaßstab, z. B. II. BV, zugrunde legen. Da die DIN 277 den Begriff der Wohnfläche nicht enthält, wurde die II. BV bisher hilfsweise für andere Vorhaben heran- gezogen, z. B. im Baugenehmigungsverfahren, d. h. sie ist auch anzuwenden, wenn in anderen Rechtsvorschriften ihre Anwendung vorgeschrieben oder vorausgesetzt ist.

6 2013
6
2013

Allgemeine Grundlagen

Flächenberechnungen

Berechnung

Für die Berechnung der Netto-Grundfläche regelt DIN 277-1 unter Punkt 4.1.2., dass die Grundflächen getrennt nach Geschossen und unterschiedlichen Höhen zu ermitteln sind. Dies gilt auch für Grundflächen unter oder über Schrägen. Es sind die lichten Maße der Räume in Fußbodenhöhe (d. h., in ca. 10 cm Höhe) ohne Berücksichtigung von Fuß-, Sok- kelleisten oder Schrammborden anzusetzen. Lichte Maße sind gemäß Punkt 4.2.1. und 4.2.3. Fertigmaße, d. h., es sind die lichten Maße zwischen den angrenzenden Bauteilen ab Außenkante Putz oder sonstiger Bekleidung anzusetzen, Tür- und Fensterbekleidungen bleiben unberück- sichtigt. Die Berechnung der Wohnfläche wird in der Wohnflächenverordnung wie folgt geregelt:

§ 3

Ermittlung der Grundfläche

Ermittlung der Grundfläche nach den lichten Maßen zwischen den Bauteilen, wobei von der Vorderkante der Beklei- dung oder ggf. vom baulichen Abschluss auszugehen ist.

Die Grundfläche muss durch Ausmessen des fertigen Wohnraumes oder auf Grundlage einer Zeichnung ermittelt wer- den. Sofern die Grundfläche aufgrund einer Zeichnung ermittelt wird, muss diese Zeichnung für ein Genehmigungs-, Anzeige-, Genehmigungsfreistellungs- oder ähnliches Verfahren erstellt oder dafür geeignet sein. In die Ermittlung der Grundfläche sind folgende Grundflächen einzubeziehen, d. h., zu übermessen:

- Tür- und Fensterbekleidungen, Tür- und Fensterumrahmungen,

- Fuß-, Sockel-, Schrammleisten,

- fest eingebaute Gegenstände, z. B. Öfen, Heiz- und Klimageräte, Herde, Bade- und Duschwannen,

- freiliegende Installationen,

- Einbaumöbel,

- nicht ortsgebundene, versetzbare Raumteiler.

Bei der Ermittlung der Grundflächen werden folgende Grundflächen nicht einbezogen:

- Schornsteine, Vormauerungen, Bekleidungen, freistehende Pfeiler und Säulen, deren Höhe mehr als 1,50 m aufweist und deren Grundfläche mehr als 0,1 m² beträgt,

- Treppen mit über 3 Steigungen und deren Treppenabsätze,

- Türnischen,

- Fenster- und offene Wandnischen, die nicht bis zum Fußboden herunterreichen oder bis zum Fußboden her- unterreichen und maximal 0,13 m tief sind.

§ 4

Anrechnung der Grundflächen

Zur Ermittlung der Wohnfläche sind wie folgt anzurechnen:

- voll (zu 100%): die Grundflächen von Räumen und Raumteilen mit einer lichten Höhe von 2 m,

- zur Hälfte (zu 50%): die Grundflächen von Räumen und Raumteilen mit einer lichten Höhe von 1 m und < 2 m, außerdem von unbeheizbaren Wintergärten, Schwimmbädern u. ä. nach allen Seiten geschlossenen Räumen,

- i. d. R. zu einem Viertel (25 %), jedoch maximal zur Hälfte: die Grundflächen von Balkonen, Loggien, Dachgär- ten und Terrassen.

- nicht (zu 0%): die Grundflächen von Räumen und Raumteilen mit einer lichten Höhe < 1 m.

Allgemeine Grundlagen

Flächenberechnungen

Flächenberechnung bei Vorwandinstallation

Bei Berechnungen nach DIN 277 wird die Grundfläche teilhoher Vorwandinstallationen (nicht raumhohe Vormauerun- gen und Bekleidungen) nunmehr der Netto-Grundfläche zugeordnet, d.h. sie sind Bestandteil der vermietbaren Fläche.

Bei Berechnung nach der Wohnflächenverordnung werden die Grundflächen teilhoher Vorwandinstallationen bis zu einer Höhe von 1,50 m in die Wohnfläche einbezogen.

Bei der Berechnung der Wohnfläche gilt (nach 2. BV):

„Ist die Wohnfläche bis zum 31. Dezember 2003 nach dieser Verordnung berechnet worden, bleibt es bei dieser Berech- nung. Soweit in den in Satz 1 genannten Fällen nach dem 31. Dezember 2003 bauliche Änderungen an dem Wohnraum vorgenommen werden, die eine Neuberechnung der Wohnfläche erforderlich machen, sind die Vorschriften der Wohn- flächenverordnung vom 25. November 2003 (BGBl. I S. 2346) anzuwenden.“

Auf Grund dieser Zusammenhänge werden teilhohe Vorwandinstallationen bei der Ermittlung der Wohnfläche über- messen, d. h., ihre Grundfläche ist Bestandteil der Wohnfläche. Allerdings ist zu beachten, dass dies nur für die be- nannten teilhohen Vorwandinstallationen bis 1,50m gilt! Für raumhohe Vorwandinstallationen gilt (wie für Installati- onsschächte oder auch raumhoch verkleidete Rohrregister/Rohrbündel) …nach „alter“ 2. BV und „neuer“ WoFlV §3 (3) Punkt 1: Ist ihre Grundfläche > 0,1 m², ist diese von der Wohnfläche abzuziehen.

Wandhängende WCs an Stelle bodenstehender Ausführungen gleichen die für die Vorwandinstallation benötigte Fläche wieder aus und der Mindestabstand zu gegenüberliegenden Einrichtungsgegenständen bzw. einer Wand/Tür verkleinert sich nicht. Dies ist für die Flächenberechnung nachrangig, im Zusammenhang mit dem Nachweis notwendi- ger Bewegungsflächen jedoch durchaus von Belang - vgl. auch nachfolgende Kapitel Wohnungsbau und Arbeitsstätten.

8 2013
8
2013

Literatur

[1]

Weiß, F. Knut: Normengerechtes Bauen: Kosten, Grundflächen und Rauminhalte von Hochbauten nach DIN 276 und DIN 277. 19. überarbeitete Auflage 2005, Verlagsgesellschaft Rudolf Müller

Allgemeine Grundlagen

Feuchteschutz

2.3 BAULICHER FEUCHTESCHUTZ, ABDICHTUNGEN

In den Bauordnungen der Bundesländer wird gefordert, Bauwerke vor schädlichen Einflüssen, z.B. durch eindringendes Wasser oder Feuchtigkeit zu schützen, damit Gefahren oder unzumutbare Belästigungen nicht entstehen. Dabei ist zwischen von außen oder von innen eindringendem Wasser/Feuchtigkeit zu unterscheiden.

Für Sanitärräume und Bereiche mit Sanitärinstallationen (z.B. Wände in Küchen) ist von innen eindringendes Wasser in Form von Spritzwasser und Kondenswasser auf Fliesen, Armaturen, Kaltwasserleitungen etc. ausschlaggebend. Hierbei handelt es sich immer um nichtdrückendes Wasser. Feuchtigkeit in Form von Wasserdampf kann durch diffusionsoffene Gestaltung der Wände/Decken (Vorsicht bei raumhoher Verfliesung) gespeichert und während der Trocknungsphase wieder abgegeben werden (ausreichende Lüftung der Räume beachten).

Abdichtungen nach DIN 18 195

Abdichtungen gegen nichtdrückendes Wasser sind nach DIN 18 195-5 zu bemessen und auszuführen.

Je nach Art und Aufgabe der Abdichtung, ihrem Schutzziel sowie der Größe der auf die Abdichtung einwirkenden Beanspruchungen durch Verkehr, Temperatur und Wasser werden mäßig und hochbeanspruchte Abdichtungen unter- schieden. Die Beanspruchung von Abdichtungen auf Dämmschichten durch Verkehrslasten ist besonders zu beachten; zur Vermeidung von Schäden durch Verformungen sind Dämmstoffe zu wählen, die den statischen und dynamischen Beanspruchungen genügen“ [DIN 18195-5]:

Zu den mäßig beanspruchten Flächen zählen u.a.

Balkone u.ä. Flächen im Wohnungsbau

unmittelbar spritzwasserbelastete Fußboden- und Wandflächen in Nassräumen des Wohnungsbaus (mit Fußbodeneinlauf!), soweit sie nicht durch andere Maßnahmen, deren Eignung nachzuweisen ist, hin- reichend gegen eindringende Feuchtigkeit geschützt sind.

Abdichtungsstoffe für mäßige Beanspruchung

- kaltselbstklebende Bitumendichtungsbahnen (KSK)

- Kunststoff-Dichtungsbahnen aus PIB oder ECB

- Kunststoff-Dichtungsbahnen aus EVA oder PVC-P

- Elastomer-Bahnen, auch mit Selbstklebeschicht

- Asphaltmastix und Asphaltmastix in Verbindung mit Guss-asphalt

- kunststoffmodifizierte Bitumendickbeschichtung (KMB)

Zu den hoch beanspruchten Flächen zählen u.a.

Dachterrassen

intensiv begrünte Dächer

Hofkellerdecken

Nassräume in Schwimmbädern

öffentliche Duschen

gewerbliche Küchen u.a. gewerbliche Nutzungen

Abdichtungsstoffe für hohe Beanspruchung

- nackte Bitumenbahnen

- Bitumen- oder Polymerbitumenbahnen

- Kunststoff-Dichtungsbahnen aus PIB oder ECB

- Kunststoff-Dichtungsbahnen aus EVA, PVC-P oder Elastomeren

- Metallbänder in Verbindung mit Gussasphalt

- Metallbänder in Verbindung mit Bitumenbahnen

- Bitumenschweißbahnen in Verbindung mit Gussasphalt

- Asphaltmastix in Verbindung mit Gussasphalt

Allgemeine Grundlagen

Feuchteschutz

Wichtige Ausführungsgrundsätze nach DIN 18 195-1,2,3,5,7,8,9,10

Die Entstehung von Rissen im Bauwerk, die durch die Abdichtung nicht überbrückt werden können, ist durch konstruk- tive Maßnahmen zu verhindern (z. B. Fugen).

Durch bautechnische Maßnahmen, z. B. Gefälle, ist für eine dauernd wirksame Abführung des auf die Abdichtung einwirkenden Wassers zu sorgen.

Abdichtungsuntergründe müssen frostfrei, trocken, fest, eben, frei von klaffenden Rissen, Nestern, Graten und schädli- chen Verunreinigungen sein. Kanten müssen gefast, Kehlen sollen gerundet sein.

Entwässerungsabläufe, welche die Abdichtung durchdringen, müssen sowohl die Oberfläche als auch die Abdichtungs- ebene des Bauteils dauerhaft entwässern.

Bei aufgehenden Wänden mit Bekleidungen wie z. B. Verfliesungen muss die Abdichtung hinter der wasserbeanspruch- ten Ebene der aufgehenden Wand liegen.

Übergänge sind durch Klebeflansche, Anschweißflansche, Klemmschienen oder Lose- und Festflanschkonstruktionen herzustellen. Übergänge zwischen Abdichtungssystemen aus verträglichen Stoffen dürfen auch ohne Einbauteile aus- geführt werden.

Anschlüsse an Durchdringungen sind durch Klebeflansche, Anschweißflansche, Manschetten, Manschetten mit Schel- len oder Lose- und Festflanschkonstruktionen auszuführen. Klebeflansche, Anschweißflansche und Manschetten sind so anzuordnen, dass sie untereinander zu anderen Bauteilen, z. B. Bauwerkskanten und -kehlen, Wandanschlüsse, min- destens 150 mm sowie mindestens 300 mm von Bauwerksfugen entfernt sind, soweit aus Verarbeitungsgründen nicht größere Abstände erforderlich sind. Los- und Festflanschkonstruktionen sind so anzuordnen, dass ihre Außenkanten mindestens 300 mm von Bauwerkskanten und -kehlen und mindestens 500 mm von Bauwerksfugen entfernt sind. Sind diese Mindestmaße nicht einzuhalten, werden Sonderkonstruktionen erforderlich.

Zu wartende Bauteile wie z. B. Abläufe bei Abdichtungen gegen nichtdrückendes Wasser sind so anzuordnen und die weiteren Aufbauschichten so zu gestalten, dass eine einfache Zugängigkeit gewährleistet ist.

Die Abdichtung von waagerechten oder schwach geneigten Flächen ist an aufgehende Bauteile so anzubinden, dass die Abdichtung bis deutlich über die im ungünstigsten Fall auftretende Wasserbeanspruchung durch Oberflächen-, Spritz- oder Sickerwasser, i. d. R. mindestens 150 mm über die Schutzschicht der Oberfläche des Belags oder der Über- schüttung hochgeführt und gegen Abgleiten gesichert werden kann. Abdichtungen von Wandflächen im Bereich von Wasserentnahmestellen müssen mind. 20 cm über die Wasserentnahmestelle hochgeführt werden.

Abdichtungen sind i.d.R. mit Schutzschichten nach DIN 18 195-10 zu versehen (Mauerwerk, Beton, Mörtel, Platten, Gussasphalt, Bitumendichtungsbahnen, sonstige Stoffe z. B. Kunststoffe oder Schaumkunststoffe), es sei denn, die Nutzschicht selbst übernimmt diese Funktion.

Bei Abdichtungen aus Bitumenbahnen oder aus aufgeklebten Kunststoff- oder Elastomer-Dichtungsbahnen müssen die Anschlussflächen mindestens 120 mm breit sein. Die Abdichtungen sind an den Anschlüssen erforderlichenfalls zu verstärken.

10 2013
10
2013

Abdichtungen im Verbund mit Bekleidungen und Belägen („Alternative Abdichtungen“)

Allgemeine Grundlagen

Feuchteschutz

Bei der Sanierung von Wohnbauten, aber auch im Industriebau, hat sich in der Praxis gezeigt, dass die Umsetzung der Forderungen nach DIN 18 195 auf Schwierigkeiten stößt:

- Häufig ist aus konstruktiven Gründen die für den Einbau der erforderlichen Schutzschichten benötigte Höhe (Fuß- boden) oder Dicke (Wandbelag/-beschichtung) nicht vorhanden.

- Die wannenförmige Ausbildung der Abdichtungen im Türbereich ist nur bedingt einzuhalten.

- Die Aufkantung der Abdichtung im Sockelbereich und deren Sicherung ist nur mit aufwendigen Konstruktionen möglich. Eine Variante für Abdichtungen sind flüssig zu verarbeitende Verbundabdichtungen mit Fliesen und Platten im Innen- und Außenbereich, abhängig von der Beanspruchungsklasse und dem jeweiligen Untergrund. Diese werden im Woh- nungs- und Industriebau sowie bei der Altbausanierung vermehrt eingesetzt.

Die Abdichtungen werden im Verbund mit Bekleidungen und Belägen aus Fliesen und Platten - die im Dünnbettver- fahren aufgebracht werden - hergestellt. Dieses Verbundsystem mit integrierter Abdichtung ermöglicht eine geringere Dicke des Schichtenaufbaus, da Fliesen und Platten im Dünnbett hier die Schutzschicht bilden und dickere Schutz- schichten ( wie in DIN 18 195 gefordert) entfallen. Ein weiterer Vorteil dieser Bauweise ist, dass der Untergrund nicht von hygienisch und/oder chemisch bedenklichen Wässern durchfeuchtet werden kann. Diese Abdichtungen stellen einen Ausblühungsschutz dar und haben rissüberbrückende Wirkung. Diese alternative Art der Abdichtung ist mit dem Auftraggeber ausdrücklich vertraglich zu vereinbaren. Hinweise für die Ausführung sind dem Merkblatt des ZDB „Hinweise für die Ausführung von flüssig zu verarbeitenden Verbundabdichtungen mit Bekleidungen und Belägen aus Fliesen und Platten für den Innen- und Außenbereich“ [1] zu entnehmen. Abdichtungen im direkten Verbund, die nach diesem Merkblatt geplant und ausgeführt werden, entsprechen den allge- mein anerkannten Regeln der Technik und haben sich in der praktischen Anwendung bewährt. Nach ZDB-Merkblatt [1] wird die Beanspruchung durch Feuchtigkeit in „Hohe Beanspruchung“ und darin in die Bean- spruchungsklassen A: Hohe Beanspruchung durch nicht drückendes Wasser im Innenbereich B: Hohe Beanspruchung durch von innen ständig drückendes Wasser im Innen- und Außenbereich C: Hohe Beanspruchung durch nicht drückendes Wasser mit zusätzlichen chemischen Einwirkungen im Innenbereich sowie in „Mäßige Beanspruchung“ und darin in die Beanspruchungsklassen A0: Mäßige Beanspruchung durch nicht drückendes Wasser im Innenbereich B0: Mäßige Beanspruchung durch nicht drückendes Wasser im Außenbereich Als Abdichtungsstoffe werden verwendet

- Kunststoff- bzw. Polymerdispersionen, gefüllt oder ungefüllt

- Reaktionsharze (z.B. Expoxydharz, Polyurethanharz)

- Kunststoff-Zement-(Mörtel)-Kombinationen (z.B. flexible Dichtungsschlämme)

Die Abdichtungsstoffe müssen die in Pkt. 2.2 des ZDB-Merkblattes [1] genannten Eigenschaften aufweisen Die Untergründe für die Abdichtungen müssen ausreichend ebenflächig, tragfähig und frei von durchdringenden Rissen sein. Sie dürfen sich nach dem Auftragen der Abdichtung nur begrenzt verformen. Stoffe für Ausgleichsschichten müs- sen auf den Untergrund und auf die Abdichtung abgestimmt sein und am Untergrund gut haften. Als Untergründe für alternative Abdichtungen sind je nach Feuchtigkeitsbeanspruchungsklasse zulässig (zusätzliche Hinweise nach [1] beachten!)

- Beton nach DIN 1045/DIN EN 206

- Kalksandstein-Planblocksteine ohne oder mit nur dünner Spachtelung

- Kalkzement- oder Zementputze nach DIN V 18550, DIN EN 998-1, Mörtelgruppe P II CS II, P II CS III, oder P III CS IV (in Schwimmbädern auch ohne Kalkzuschlag, Druckfestigkeit beachten, siehe [1])

- Gipsputz, Mörtelgruppe P IV nach DIN 18550-1 und 18550-2

- Gips-Wandbauplatten nach DIN 12859 bzw. Gipsfaserplatten nach DIN EN 15283-2, Gipsplatten nach DIN 18180/DIN EN 520

- Poren-Betonbauplatten nach DIN 4166, verarbeitet nach DIN 4103

Allgemeine Grundlagen

Feuchteschutz

- Hohlwandplatten aus Leichtbeton nach DIN 18148, verarbeitet nach DIN 4103 mit hydraulisch erhärten- den Mörteln

- calciumsulfatgebundene Estriche nach DIN 18560

- Zement- und Gussasphaltestrich nach DIN 18 560

- Verbundelemente aus extrudiertem Polystyrol mit Mörtelbeschichtung und Gewebearmierung

- zementgebundene mineralische Bauplatten

Feuchtigkeitsempfindliche Untergründe (z.B. calciumsulfatgebundener Estrich mit Bodenablauf, Holz, Holzwerkstoffe u.Ä.) sind als Untergründe für diese Abdichtungen nach ZDB-Merkblatt [1] nicht geeignet.

Wichtige Ausführungsgrundsätze nach Merkblatt ZDB [1]

Flächenabdichtungen werden durch Spachteln, Streichen, Rollen oder Spritzen hergestellt. Sie können mit Einlagen aus Vlies oder Gewebe bzw. Folien verstärkt werden. Flächenabdichtungen sollen unter und hinter Bade- und Duschwan- nen durchgeführt werden. Bewegungsfugen, z.B. Randfugen zwischen Wand und Bodenbelag, sind als Dichtbandeinlage ggf. mit Schlaufe oder anderer geeigneter Maßnahme auszubilden.

Durchdringungen, z.B. Armaturenanschlüsse, werden mit Flansch und / oder Manschetten in die Flächenabdichtung eingebunden. Bei Mischbatterien sind Flanschkonstruktionen zu bevorzugen. Bodeneinläufe sind ausschließlich mit Flansch zu verwenden. Trennschienen und Dübellöcher sind mit Reaktionsharz oder anderen geeigneten Stoffen zu befestigen, zu vergießen bzw. abzudichten.

Anschlussfugen an Duschen und Badewannen können mit elastischen Fugenmassen geschlossen werden. Solche Fugen sind wartungsbedürftig! Eine Alternative stellen Fugenprofile dar. Mit elastischen Fugenfüllstoffen oder Fugenprofilen geschlossene Fugen sind nicht wasserundurchlässig und stellen keine Abdichtungsmaßnahme dar!

Fliesen und Platten sind in einem gesonderten Arbeitsgang anzusetzen oder zu verlegen (nach DIN 18157). Laut ZDB-Merkblatt müssen die Dünnbettmörtel bzw. Klebstoffe „nach DIN EN 12004 geprüft und mit der CE-Kenn- zeichnung versehen sein. Sie müssen im allgemeinen bauaufsichtlichen Prüfzeugnis (abP) bzw. der ETA namentlich benannt sein.“ [1]

Bauschäden vermeiden

Auf einige Schadensschwerpunkte wird im folgenden näher eingegangen.

Wandanschlüsse an Duschen und Wannen (Bild 1) Die Randfugen zwischen Wannenkörper und angrenzenden Flächen werden unterschiedlich stark durch Spritzwas- ser belastet. Durch die konstruktive Ausbildung des Wannenrandes (z.B. Aufkantung) kann eine schnelle Ableitung des Spritzwassers zur Mitte der (Dusch-) Wanne erfolgen und damit die Randfuge entscheidend entlastet werden. Randfugen können durch Fugenmassen dauerelastisch geschlossen werden. Diese Fugenmassen müssen eine gute Haftung am Untergrund aufweisen, Dreiflankenhaftung ist durch Hinterfüllung auszuschließen. Diese Fugen unter- liegen „chemischen und/oder physikalischen Einflüssen nach DIN 52460, Abschnitt 2 und können reißen“ [1]. Bei Beschädigung sind diese Fugen fachgerecht zu erneuern, um Folgeschäden zu vermeiden. Fugenmassen und -profile stellen keine Abdichtung dar und ersetzen diese auch nicht!

12 2013
12
2013

Allgemeine Grundlagen

Feuchteschutz

 Bild 1 Bild 2 Bild 3
Bild 1
Bild 2
Bild 3

1

Mauerwerk

10

Silikon- Fugendichtmasse

2

Putz

b = 5 mm bei Zargenwannen

3

Abdichtung

b ≥ 6 mm bei Stahl-Gusswannen ohne Zarge

4

Dünnbettmörtel oder Fliesenkleber

b ≥ 8 mm bei Acrylwannen ohne Zarge

5

keramische Fliese

11

Fugenmörtel

6

Betondecke

12

Metallständer-CW-Profil

7

Trittschalldämmung

13

Gipskarton- oder Gipsfaserplatten

8

Estrich

14

Dichtmanschette

9

Dichtbandeinlage

15

Rosette

 

16

Schaumstoffschnur

17

Wannenträger

18

Badewanne

Flächenabdichtungen

Die Abdichtungsschicht ist in mindestens zwei Arbeitsgängen/lagen lastfallbedingt nach Herstellerangaben aufzu- tragen. Vor dem Auftragen jeder weiteren Lage muss die darunterliegende Lage so weit ausgehärtet bzw. getrock- net sein, dass sie durch den nachfolgenden Arbeitsgang nicht beschädigt wird. Der Auftrag jeder Lage muss fehlstellenfrei, gleichmäßig und entsprechend dick erfolgen. Wasserbelastung und Frosteinwirkung sind bis zur durchtrocknung/Aushärtung der Abdichtung auszuschließen. Unabhängig vom Nutzungsbereich gelten folgende Mindesttrockenschichtdicken:

– für Kunststoff-Mörtel-Kombinationen:

2 mm

– für Reaktionsharzabdichtungen:

1 mm

– für Polymerdispersionen:

0,5 mm

Die Angaben des abP bzw. der ETA zu den produktspezifischen Mindesttrockenschichtdicken sind einzuhalten.

Durchdringen Durchdringungen werden mit Dichtflansch und/oder Dichtmanschetten in die Flächenabdichtung eingebunden (vorher Rohrverlängerungen einbauen). Insbesondere bei Mischbatterien sind Dichtflanschkonstruktionen zu be- vorzugen. Durchdringungen in Bodenkonstruktionen sollten weitgehend vermieden werden. Vorsicht bei Messingarmaturen und -anschlüssen! Verschiedene plasto-elastische Fugenmassen (z.B. Acrylate) können dort infolge Ammoniakabspaltung in Verbindung mit Feuchtigkeitseinwirkung zu Spannungsrisskorrosion führen. In diesen Fällen ist es besser Sanitärsilikon nach DIN 18 545 zu verwenden. Die Verwendung von Kitt zwischen Armatur und Fliesen oder Dichtbänder in Rosetten stellen keine Abdichtung dar! Auf eine ausreichende Breite der Flansche sowie auf sorgfältigstes Verkleben oder Verschweißen der Abdich- tungen auf den Flanschen ist zu achten.

13 2013
13
2013

Allgemeine Grundlagen

Feuchteschutz

Bild 2.3.1

Abdichtungsbereiche für Rohrdurchführungen nach [4] und VDI 6000/3818

Abdichtungsbereich oberhalb der Badewanne abhängig von Lage und Höhe der Duschstange bzw. Schlauchbrause, seitlich Dusche und Badewanne 60 cm - Empfehlung nach [5]

seitlich Dusche und Badewanne 60 cm - Empfehlung nach [ 5 ] seitlich des Waschbeckens Beanspruchungsbereich

seitlich des Waschbeckens Beanspruchungsbereich mind. bis VK Waschbecken

1 nicht wasserbeansprucht

2 wasserbeansprucht (mit Flächenabdichtung)

Anschlussfuge Wand - Fußboden Da der Prozess der Verformungen des Estrichs (Verschüsselung, Randabsenkung) erst nach ca. einem Jahr ab- geschlossen ist, kann bei Verwendung von Fugendichtungsmassen ein Abreißen nicht sicher verhindert werden. Dementsprechend sollten derartige Fugen innerhalb der ersten zwei Jahre erneuert werden. Darauf ist der Bau- herr hinzuweisen.(vgl. auch [3])

Ansetzmörtel und Fugennetz der Fliesen Die Feuchtigkeits- bzw. Wasseraufnahme erfolgt weniger über die Beläge (Fliesen), die im Allgemeinen als dicht angesehen werden können, als vielmehr über die Fugen. Starre Fugen sind auf Dauer nicht wasserundurchlässig. Bei Zementmörtel z. B. entstehen Haarris- se zwischen Fuge und Fliese, durch welche Spritzwasser eindringen kann. Reaktionsharz-Verfugungsmas- sen (z. B. auf Epoxidharzbasis) sind gut haftend und flüssigkeitsdicht. Bei alternativen Flächenabdich- tungen ist die Anwendung von wasserdichten und wasserbeständigen Dichtklebstoffen zu empfehlen.

14 2013
14
2013

Allgemeine Grundlagen

Feuchteschutz

Leichte Trennwände aus Gipskarton, Gipsfaser- oder OSB-Platten mit Fliesenbelag Gipskartonplatten, Gipsfaser- und OSB-Platten haben auf Grund ihrer spezifischen Materialeigenschaften einer- seits ein hohes Feuchtespeichervermögen, sind andererseits aber feuchteempfindlich. Eine Durchfeuchtung über einen längeren Zeitraum führt bei allen letztendlich zur Zerstörung der Gefügestruktur! Die Imprägnierung der „grünen Gipskarton- Bauplatte“ verzögert lediglich die Aufnahme von Wasser, verhindert diese aber nicht. OSB-Platten müssen für diesen Bereich ausdrücklich zugelassen sein (V 100). Für direkt durch Spritz- oder Fließwasser beanspruchte Wandbereiche (Dusche, Wanne) ist eine fachgerechte Flächenabdichtung zwingend erforderlich! Die Nasseinwirkung muss außerdem auch an allen Kontaktstellen der Beplankung mit nassen Anschlussteilen (Rohrdurchdringungen – sh. vor) und am unteren Plattenrand unterbunden werden (mit Tiefengrund vorbehan- deln). Im Wandquerschnitt müssen Tropfwasser durch undichte Rohrverbindungen sowie die Bildung von Tauwas- ser auf ungedämmten Kaltwasserleitungen verhindert werden.

Literatur

[1] Verbundabdichtungen Hinweise für die Ausführung von flüssig zu verarbeitenden Verbundabdichtungen mit Bekleidungen und Belä- gen aus Fliesen und Platten für Innen- und Außenbereich. -Hrsg. vom Zentralverband des Deutschen Baugewer- bes (ZDB), Berlin, Stand: Januar 2010 [2] Verbundabdichtungen Hinweise für die Ausführung von flüssig zu verarbeitenden Verbundabdichtungen mit Bekleidungen und Belä- gen aus Fliesen und Platten für Innen- und Außenbereich. -Hrsg. vom Zentralverband des Deutschen Baugewer- bes (ZDB), Berlin, Stand: Januar 2010 Quelle [2] entspricht genau Quelle [1], muss aber als [2] nochmals genannt werden!

[3]

Unger, Alexander: Abrisse bei Silikonfugen - Planungsfehler oder abzusehender Baumangel?. -

[3]

In: DBZ (Deutsche Bauzeitschrift).- Gütersloh 44(1996)11, S. 234 IVD-Merkblatt Nr. 3: Konstruktive Ausführung und Abdichtung von Fugen in Sanitär- und Feuchträumen.

[4]

Industrieverband Dichtstoffe e. V. (IVD), Juni 2012 Huber, Werner: Gipsplatten im Wohnungsbau- In: DBZ (Deutsche Bauzeitschrift) Gütersloh 48(2000)6, S. 112-114

Allgemeine Grundlagen

Brandschutz

2.4

BRANDSCHUTZ

VORBEMERKUNG

Immer wieder kommt es sowohl in Wohn- als auch in gewerblichen Gebäuden zu Bränden, und nicht selten sind dabei Menschenleben zu beklagen.

Dabei wird immer mehr deutlich, dass nicht das Feuer selbst, d.h. Flammen und Wärme, sondern der Rauch die größte Gefahr für Leib und Leben darstellt.

Durch Maßnahmen des baulichen Brandschutzes werden Vorkehrungen getroffen, welche die Ausbreitung von Feuer und Rauch verhindern sollen. Dies erfolgt überwiegend durch Bauteile wie

Brandwände

Geschossdecken

Flurwände

Wohnungstrennwände und andere feuerbeständige Wände

Wände von Treppenräumen.

Dabei wäre es wünschenswert, wenn diese Bauteile möglichst öffnungslos ausgebildet würden, was sich in der Praxis aufgrund der Nutzung der Gebäude leider nicht realisieren lässt.

Besonders häufig werden derartige Bauteile durch haustechnische Installationsleitungen durchdrungen und damit in ihrer eigentlichen Wirkung hinsichtlich der Behinderung einer Brand- und Rauchgasausbreitung geschwächt.

Um dies zu verhindern, müssen Vorkehrungen getroffen werden, die dafür sorgen, dass für die Zeit der für die Bauteile vorgeschriebenen Feuerwiderstandsdauer Feuer und Rauch nicht über diese vorgenannten Schwachstellen übertragen werden können. Dabei müssen sowohl die Leitungen selbst als auch die dazugehörigen Randbedingungen, wie Befe- stigungen und Dämmungen in die Beurteilung mit einbezogen werden. Das folgende Kapitel Brandschutz stellt eine grobe Übersicht der gesetzlich geforderten Mindestanforderungen zum Zeitpunkt der Herausgabe dar. Jeder Anwender muss eigenverantwortlich den aktuellen Stand der Richtlinien, Normen und Verordnungen prüfen und anwenden.

VORSCHRIFTEN UND REGELWERKE

Um den Brandschutz bei haustechnischen Anlagen nicht dem Selbstlauf zu überlassen, wurden vom Gesetzgeber ent- sprechende Regelwerke erlassen bzw. diesbezügliche Erfordernisse in Regeln der Technik niedergeschrieben. Bei diesen Regelwerken handelt es sich insbesondere um:

die Landesbauordnungen einschließlich der Ausführungsregeln zu Landesbauordnungen, wie Durchführungsver- ordnungen und Ausführungsverordnungen sowie Verwaltungsvorschriften. (In der Musterbauordnung 2002 (MBO 2002) und in den Landesbauordnungen wird gefordert, dass Leitungen durch Brandwände bzw. Geschossdecken nur hindurchgeführt werden dürfen, wenn eine Übertragung von Feuer oder Rauch ausgeschlossen ist oder Vorkehrungen hiergegen getroffen sind. Sinngemäß gilt diese Forderung auch für Wände von Treppenräumen, allgemein zugängliche Flure und Wände mit Anforderungen an die Feuer- widerstandsdauer.) Für Baden-Württemberg ist die Landesbauordnung 2010 (LBO 2010) aktuell gültig.

16 2013
16
2013

die Muster-Richtlinie über brandschutztechnische Anforderungen an Leitungsanlagen 2005 (MLAR 2005) und die jew. baurechtlich eingeführten Leitungsanlagenrichtlinien (LAR/RbALei). (In diesen Richtlinien werden die Ausbildung von Leitungsanlagen in notwendigen Treppenräumen und Fluren, in Räumen zwischen notwendigen Treppenräumen und Ausgängen ins Freie und in offenen Gängen vor Gebäudeaußenwänden, die Durchführung von Leitungen durch bestimmte Wände und Decken sowie Anforderungen an elektrische Leitungsanlagen für

bestimmte Sicherheitseinrichtungen geregelt.) Für Baden-Württemberg ist die Richtlinie über brandschutztech- nische Anforderungen an Leitungsanlagen 2006 (LAR 2006) aktuell gültig.

Allgemeine Grundlagen Brandschutz 25 Jahre Garantie Made in Germany! www.doyma.de
Allgemeine Grundlagen Brandschutz 25 Jahre Garantie Made in Germany! www.doyma.de

Allgemeine Grundlagen

Brandschutz

25 Jahre Garantie

Made in Germany!

Allgemeine Grundlagen Brandschutz 25 Jahre Garantie Made in Germany! www.doyma.de
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www.doyma.de

Allgemeine Grundlagen

Brandschutz

die Muster-Richtlinie über brandschutztechnische Anforderungen an Lüftungsanlagen 2005 (M-LüAR 2005 mit den Änderungen vom 1. Juli 2010) und den jew. baurechtlich eingeführten Lüftungsanlagenrichtlinien (LüAR). (Diese Richtlinien stellen eine wesentliche Hilfe dar, Brandschutzkonzepte für Lüftungsanlagen zu entwickeln und somit die Übertragung von Feuer oder Rauch durch Lüftungsanlagen zu verhindern.). Für Baden-Württemberg sind die Richtlinien über brandschutztechnische Anforderungen an Lüftungsanlagen 2006 (LüAR 2006) aktuell gültig.

die Muster-Richtlinie über brandschutztechnische Anforderungen an Feuerungsanlagen 2007 (MFeuV 2007) bzw. den jew. baurechtlich eingeführten Feuerungsverordnungen (FeuVO). (In fast allen Bundesländern ist bereits eine Feuerungsverordnung auf Basis der MFeuV 2007 baurechtlich eingeführt. Für Baden-Württemberg ist jedoch noch die Feuerungsverordnung 1995 (FeuVO 1995) aktuell gültig.)

die jeweils zutreffendenden Teile der DIN 4102 Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen:

- Lüftungsleitungen (DIN 4102-4 und DIN 4102-6 im Zusammenhang mit DIN EN 1366-1 und DIN EN 1366-2)

- Elektrische Leitungen (DIN 4102-9)

- Rohrleitungen (DIN 4102-11 in Verbindung mit DIN EN 1363-2)

- Installationsschächte und Kanäle (DIN 4102-4 und DIN DIN 4102-11 in Verbindung mit DIN EN 1363-2) (In der DIN 4102 werden die speziellen Anforderungen und bestimmte Konstruktionsgrundsätze für die Ausbildung haustechnischer Anlagen genannt, wobei der Teil 4 einen Katalog darstellt, in welchem Baupro- dukte mit klassifiziertem Feuerwiderstand dargestellt sind. Die Teile 6, 9 und 11 sind als Prüfnormen für die Planung und Ausführung weniger von Bedeutung.)

In fast allen Bundesländern (bis auf Nordrhein-Westfalen; dort noch auf Grundlage der MLAR 2000 und M-LüAR 2000) sind auf Grundlage der MLAR 2005 und M-LüAR 2005 mittlerweile aktuelle Fassungen einer Leitungsanlagen-Richtlinie (LAR) sowie einer Lüftungsanlagen-Richtlinie (LüAR) des jeweiligen Landes baurechtlich eingeführt worden. Der aktuel- le Stand der baurechtlichen Regelwerke ist unter [1] bzw. unter [2] ersichtlich.

ERFÜLLUNG DER BRANDSCHUTZERFORDERNISSE BEI LEITUNGSANLAGEN

Allgemeines

Bei Leitungsanlagen sind unterschiedliche Leitungsdurchführungen anzutreffen. Diese durchbrechen meist die Ge- schossdecken, jedoch auch Wände, für welche zum Teil eine bestimmte Feuerwiderstandsdauer erforderlich ist (Brand- wände, Flurwände). Grundsätzlich handelt es sich dabei um:

wasserführende Leitungen von Trinkwasser- und Abwasseranlagen 1)

Bodenabläufe 1)

Abläufe von bodengleichen Duschen 1)

Heizungsleitungen und –anlagen 1)

Lüftungsleitungen und -anlagen 2 )

elektrische Leitungsanlagen 1)

Erfolgt die Verlegung derartiger Leitungen in Installationsschächten, ist zwangsläufig die Durchführung durch Schacht- wände erforderlich. Bei Gemischtbelegung der Installationsschächte empfiehlt sich das Deckenabschottungsprinzip in Verbindung mit nicht klassifizierten Schachtverkleidungen (Vorwandsysteme).

In den folgenden schematischen Darstellungen werden die Anforderungen der Musterbauordnung (MBO) und der Lan- desbauordnung Baden-Württemberg (LBO) unterteilt nach Gebäudetypen dargestellt. In diesen Grafiken wird ebenfalls die Kombination der Anforderungsprofile Brand-, Schall- und Wärmeschutz im Bereich der Durchführungen aufgeführt. Zur Vereinfachung wurden die unterschiedlichen Anforderungen strukturiert in den Grafiken übersichtlich zusammen- gefasst. Die Darstellungen beziehen sich auf das am häufigsten angewendete Deckenabschottungsprinzip. Analog kann das Installationsschachtprinzip angewendet werden. Dabei gelten für die Schachtwand die höchsten Anforderungen an die Feuerwiderstandsdauer der angrenzenden Decken.

18 1)
18 1)

2013 2)

Regelung in MLAR / LAR / RbALei, Abschnitt 4.1 bis 4.3

Regelung MLÜAR / LÜAR, Abschnitt 1-9

Allgemeine Grundlagen

Brandschutz

Allgemeine Grundlagen Brandschutz Bild 2.4.1 Anforderungen an Leitungsdurchführungen entsprechend der Musterbauordnung

Bild 2.4.1

Anforderungen an Leitungsdurchführungen entsprechend der Musterbauordnung (MBO 2002)

© ML 2008

19
19

2013

Allgemeine Grundlagen

Brandschutz

Gebäudeklasse 1 und 2 nach MBO 2002

Baden-Württemberg

Gebäude geringer Höhe z.B. Ein- und Zweifamilien- haus (freistehend)

alte Landesbauordnung OK Fensterbrüstung ≤ 8m

neue Landesbauordnung (März 2010) entsprechend MBO 2002.

 

Geschossdecken F 30 oder B 2 je nach Bundesland (Baden-Württemberg F 30)

• Kellerdecken F 30 oder B 2 je nach Bundesland (Baden-Württemberg F 30)

Kellerdecken F 30 oder B 2 je nach Bundesland (Baden-Württemberg F 30)

bis OKFFB ≤ 7 m

Keine Abschottungsanforderungen an Leitungsanlagen innerhalb des Gebäudes

Gebäudeklasse 1

=

freistehende Gebäude mit einer Höhe bis 7 m und nicht mehr als 2 Nutzungseinheiten von insgesamt max. 400 m²

Gebäudeklasse 2

=

wie Gebäudeklasse 1, jedoch nicht freistehend

Bild 2.4.2

Anforderungen an Leitungsdurchführungen entsprechend den materiellen Anforderungen der Bundesländer für Gebäudeklasse 1 und 2

Gebäudeklasse 3 nach MBO 2002

Baden-Württemberg

Gebäude geringer Höhe

alte Landesbauordnung OK Fensterbrüstung ≤ 8m

neue Landesbauordnung (März 2010) entsprechend MBO 2002.

Geschossdecken F 30

Geschossdecken F 30

Geschossdecken F 30

bis OKFFB ≤ 7 m

Kellerdecken F 90

bis OKFFB ≤ 7 m Kellerdecken F 90

Gebäudeklasse 3 = sonstige Gebäude mit einer Höhe bis 7 m.

Achtung:

Mit Einführung der MBO 2002 in allen Bundesländern werden F 30-Abschottungen für Trennwände in allen Bundesländern Pflicht.

für Trennwände in allen Bundesländern Pflicht. Brandschutz (FWD 30 Minuten) + Schall- und Wärmeschutz

Brandschutz (FWD 30 Minuten) + Schall- und Wärmeschutz

Pflicht. Brandschutz (FWD 30 Minuten) + Schall- und Wärmeschutz Brandschutz (FWD 90 Minuten) + Schall- und

Brandschutz (FWD 90 Minuten) + Schall- und Wärmeschutz

20 2013
20
2013

Bild 2.4.3

Anforderungen an Leitungsdurchführungen entsprechend den materiellen

Anforderungen der Bundesländer für Gebäudeklasse 3

Allgemeine Grundlagen

Brandschutz

Gebäudeklasse 4 nach MBO 2002

 

Baden-Württemberg

Gebäude mittlerer Höhe

alte Landesbauordnung OK Fensterbrüstung ≤ 8m

neue Landesbauordnung (März 2010) entsprechend MBO 2002.

Kellerdecken F 90
Kellerdecken F 90

Kellerdecken F 90

bis OKFFB ≥ 7 m / ≤ 13 m

bis OKFFB ≥ 7 m / ≤ 13 m Geschossdecken F 60 / F 90

Geschossdecken F 60 / F 90

Gebäudetrennwände F 90

Gebäudetrennwände F 90

Gebäudeklasse 4 = Gebäude mit einer Höhe bis 13 m und Nutzungseinheiten mit jeweils mehr als 400 m².

bis 13 m und Nutzungseinheiten mit jeweils mehr als 400 m². Brandschutz   Brandschutz Brandschutz (FWD

Brandschutz

 

Brandschutz

Brandschutz

(FWD 90 Minuten)

(FWD 90 Minuten) (FWD 60/90 Minuten) (FWD 90 Minuten)

(FWD 60/90 Minuten)

(FWD 90 Minuten) (FWD 60/90 Minuten) (FWD 90 Minuten)

(FWD 90 Minuten)

+

Schall- und

+ Schall- und

+ Schall- und

Wärmeschutz

Wärmeschutz

Wärmeschutz

Bild 2.4.4

Anforderungen an Leitungsdurchführungen entsprechend den materiellen Anforderungen der Bundesländer für Gebäudeklasse 4

Gebäudeklasse 5 nach MBO 2002

 

Baden-Württemberg

Gebäude mittlerer Höhe

Gebäude mittlerer Höhe Kellerdecken F 90

Kellerdecken F 90

Geschossdecken F 90
Geschossdecken F 90

Geschossdecken F 90

bis OKFFB ≥ 13 m / ≤ 22 m

bis OKFFB ≥ 13 m / ≤ 22 m Gebäudetrennwände F 90

Gebäudetrennwände F 90

Gebäudeklasse 5 = sonstige Gebäude einschließlich unterirdischer Gebäude.

= sonstige Gebäude einschließlich unterirdischer Gebäude. Brandschutz (FWD 90 Minuten) + Schall- und Wärmeschutz

Brandschutz (FWD 90 Minuten)

+ Schall- und Wärmeschutz

Gebäude. Brandschutz (FWD 90 Minuten) + Schall- und Wärmeschutz Brandschutz (FWD 90 Minuten) + Schall- und

Brandschutz (FWD 90 Minuten) + Schall- und Wärmeschutz

Bild 2.4.5

Anforderungen an Leitungsdurchführungen entsprechend den materiellen Anforderungen der Bundesländer für Gebäudeklasse 5

Allgemeine Grundlagen

Brandschutz

Sonderbauten sind Gebäude besonderer Art und Nutzung gemäß MBO 2002 §2, Begriffe

Baden-Württemberg

– Die Anforderungen können den Sonderbauverordnungen des Landes entnommen werden (z.B. VStättVO, VkVO, etc.)

– Die Anforderungen können den Sonderbauverordnungen des Landes entnommen werden (z.B. VStättVO, VkVO, etc.)

– Darüber hinaus gelten die genehmigten Anforderungen des projektspezifischen Brandschutzkonzeptes

z.B. Hotels, Versammungsstätten, Hochhäuser, Sportstätten, Schulen, Krankenhäuser, usw.

Bild 2.4.6

Anforderungen an Leitungsdurchführungen entsprechend den materiellen Anforderungen der Bundesländer für Sonderbauten

Anforderungen der Bundesländer für Sonderbauten Die Tiefgarage bildet einen eigenen Brandabschnitt. Die

Die Tiefgarage bildet einen eigenen Brandabschnitt. Die Wand- und Deckenverkleidungen müssen aus nichtbrennbaren Baustoffen bestehen.

22 2013
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2013

Bild 2.4.7

Leitungsanlagen in Tiefgaragen

Allgemeine Grundlagen

Brandschutz

Aufstellräume innerhalb von Gebäuden, entsprechend der Feuerungsverordnung FeuVO § 5 und § 6 und TRGI

der Feuerungsverordnung FeuVO § 5 und § 6 und TRGI F 30/F 90 F 30 F
F 30/F 90 F 30 F 30 Bild 2.4.8 Leitungsanlagen in Aufstellräumen © ML 2008
F 30/F 90
F 30
F 30
Bild 2.4.8
Leitungsanlagen in Aufstellräumen
© ML 2008
Heizräume innerhalb von Gebäuden, entsprechend der Feuerungsverordnung
FeuVO § 5 und § 6 und TRGI
F 90
F 90
F 90
Bild 2.4.9
Leitungsanlagen in Heizräumen
© ML 2008
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2013

Allgemeine Grundlagen

Brandschutz

Brennstofflagerräume innerhalb von Gebäuden, entsprechend der Feuerungsverordnung FeuVO § 12

F 30/F 90 F 30 1.500 L 1.500 L 1.500 L F 90 F 90
F 30/F 90 F 30 1.500 L 1.500 L 1.500 L F 90 F 90
F 30/F 90 F 30 1.500 L 1.500 L 1.500 L F 90 F 90
F 30/F 90 F 30 1.500 L 1.500 L 1.500 L F 90 F 90
F 30/F 90 F 30 1.500 L 1.500 L 1.500 L F 90 F 90
F 30/F 90 F 30 1.500 L 1.500 L 1.500 L
F 30/F 90
F 30
1.500 L
1.500 L
1.500 L
F 90 F 90
F 90
F 90
12 F 30/F 90 F 30 1.500 L 1.500 L 1.500 L F 90 F 90

Bild 2.4.10 Leitungsanlagen in Brennstofflagerräumen

© ML 2008

Rohrleitungen für Trink- und Abwasser sowie Heizung

Die baurechtlich eingeführten Leitungsanlagen-Richtlinien (LAR / RbALei)

Die Leitungsanlagen-Richtlinien wurden auf Basis der MLAR 2005 baurechtlich in den Bundesländern eingeführt. Begriffe:

MLAR

Muster Leitungsanlagen-Richtlinie

LAR

Leitungsanlagen-Richtlinie

Leitungsanlagen

Leitungsanlagen für Trinkwasser, Abfluss, brennbare Gase, brandfördernde Gase, Heizung, Flüssigkeiten, Elektro, elektrischer Funktionserhalt

Die hier aufgeführten Punkte sind Hinweise auf die wesentlichen Inhalte der MLAR / LAR und sollen eine Orientie- rung für Architekten, Planer und Ausführende geben. Zur Beurteilung der Gesamtanforderungen ist zu empfehlen, die jeweils baurechtlich eingeführten Leitungsanlagen-Richtlinien zu benutzen (siehe auch Kommentar [3]).

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Verknüpfung der Bauordnungen des Landes und der LAR

Allgemeine Grundlagen

Brandschutz

In den Bauordnungen des Landes werden die Anforderungen an Durchführungen von Leitungsanlagen in den Leitungs- paragraphen beschrieben.

Regelungsbereiche der LAR

Abschnitt 1 - Geltungsbereich Abschnitt 2 - Begriffe Abschnitt 3 - Leitungsanlagen in Rettungswegen Abschnitt 4 - Führung von Leitungen durch raumabschließende Bauteile (Wände und Decken) Abschnitt 5 - Funktionserhalt von elektrischen Leitungsanlagen im Brandfall

Die in Baden-Württemberg derzeit gültige LAR 2006 regelt den Gesamtbereich aller Leitungsanlagen im Gebäude. Ent- sprechend dem Geltungsbereich muss sie bei allen Gebäudetypen angewendet werden, bei denen bauaufsichtliche Anforderungen an die Leitungsdurchführungen, an Flucht- und Rettungswege und dem elektrischen Funktionserhalt bestehen.

Besondere Anforderungen der LAR zu Abschnitt 3 „Leitungsanlagen in Rettungswegen“

Abweichend von den früher zulässigen Brandlasten von ≤ 7 kWh/m 2 oberhalb von nichtbrennbaren Decken mit geschlossenen Oberflächen in „Rettungswegen“ wurde seit dem Jahr 2000 in den neuen LAR eine Änderung zugunsten einer „Null-Brandlast“ vorgenommen. Brennbare Leitungen dürfen nur noch offen verlegt werden, wenn diese zwin- gend zum Betrieb der „Rettungswege“ notwendig sind.

Bei Verlegung von brennbaren Leitungen mit oder ohne brennbare Dämmstoffe bzw. nichtbrennbare Leitungen mit brennbaren Dämmstoffen durch „Rettungswege“ zu anderen Brandabschnittsbereichen müssen diese brandschutz- technisch gekapselt werden. Dies geschieht z. B. durch Verlegung dieser Leitungen mit brennbaren Bestandteilen innerhalb von z. B. I 30-Installati- onskanälen oder oberhalb von F 30-Unterdecken mit einer geprüften Brandbeanspruchung von oben und von unten. Eine offene Verlegung von Leitungsanlagen mit brennbaren Bestandteilen ist somit in „Rettungswegen“ nicht zulässig, wenn die Leitungen, z. B. Elektroleitungen, nicht zwingend für den Betrieb der „Rettungswege“ benötigt werden. Bei brennbaren Rohrleitungen oder Kälteleitungen mit Dämmstoffen aus synthetischem Kautschuk (B1/B2) ist eine brandschutztechnische Kapselung durch eine Rockwool RS 800 / RS 835 Dämmschale in 30 mm Dicke möglich. [5]

Besondere Anforderungen der LAR zu Abschnitt 4 „Führung von Leitungen durch raumabschließende Bauteile (Wände und Decken)“

Der Abschnitt 4 unterteilt die Leitungsdurchführungen in drei Anwendungsbereiche

Abschnitt 4.1 „Grundlegende Anforderungen“

Die grundlegenden Anforderungen für die Führung von Leitungen durch raumabschließende Bauteile (Wände und Dek- ken) werden in Abschnitt 4.1 der LAR geregelt. Dabei gilt u.a.:

Die Leitungen müssen

a) durch Abschottungen geführt werden, die mindestens die gleiche Feuerwiderstandsfähigkeit aufweisen wie die raumabschließenden Bauteile oder

Allgemeine Grundlagen

Brandschutz

b) innerhalb von Installationsschächten oder -kanälen geführt werden, die – einschließlich der Abschlüsse von Öffnungen – mindestens die gleiche Feuerwiderstandsfähigkeit aufweisen wie die durchdrungenen raum- abschließenden Bauteile und aus nichtbrennbaren Baustoffen bestehen.

Leitungsdurchführungen mit allgemeinem bauaufsichtlichem Prüfzeugnis (ABP) oder allgemeiner bauaufsichtlicher Zu- lassung (ABZ) oder einem gleichwertigen Eignungsnachweis über eine gutachterliche Stellungnahme bzw. Zustimmung durch die Baubehörde. [2][3][4]

Bei allen Durchführungen mit ABP und ABZ wird die maximal zulässige Wärmeleitung über die Leitungen nach DIN 4102 berücksichtigt. Wird der Wert von max. 180 K als Spitzenwert und 140 K als Durchschnittswert bei der Brandprüfung eingehalten, erhalten diese Durchführungen im ABP / ABZ eine Klassifizierung R 90 bzw. S 90 und für Installations- schächte I 90. Bei dieser Klassifizierung wird weitgehend sichergestellt, dass es durch Temperaturleitung nicht zu Sekundärbränden kommt.

Die Abstandsregeln der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen (ABZ) und Prüfzeugnisse (ABP) sind einzuhalten.

Abstandsregel nach Kapitel 4.1 der MLAR / LAR

einzuhalten. Abstandsregel nach Kapitel 4.1 der MLAR / LAR Bild 2.4.11 Mindestabstände zwischen unterschiedlichen
einzuhalten. Abstandsregel nach Kapitel 4.1 der MLAR / LAR Bild 2.4.11 Mindestabstände zwischen unterschiedlichen
einzuhalten. Abstandsregel nach Kapitel 4.1 der MLAR / LAR Bild 2.4.11 Mindestabstände zwischen unterschiedlichen
einzuhalten. Abstandsregel nach Kapitel 4.1 der MLAR / LAR Bild 2.4.11 Mindestabstände zwischen unterschiedlichen

Bild 2.4.11

Mindestabstände zwischen unterschiedlichen Abschottungen

© ML 2008

Abschnitt 4.2 „Erleichterungen für die Leitungsdurchführung durch feuerhemmende Wände“

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Leitungsdurchführungen nach den Erleichterungen der Leitungsanlagen-Richtlinie durch feuerhemmende Wände wer- den in Abschnitt 4.2 beschrieben. Dies gilt u.a. für folgende spezifische Bauteile, z.B.:

Flurtrennwände (F 30)

Hotelzimmertrennwände (F 30)

Trennwände von Krankenzimmern (F 30)

andere Trennwände (F 30)

gilt nicht für Trennwände zu Flucht- und Rettungswegen in der Bauart von Brandwänden

Allgemeine Grundlagen

Brandschutz

Dies gilt u.a. für folgende Leitungen:

elektrische Kabelbündel (Empfehlung max. 100 mm)

Kabeltrassen mit elektrischen Leitungen (unbegrenzt)

nichtbrennbare Rohre d = unbegrenzt Rohrdämmung nichtbrennbar, bei Mineralfaserdämmstoffen, Schmelzpunkt > 1000°C. Weiterführende brennba- re Dämmstoffe B1 / B2 sind zulässig.

gilt nicht für brennbare Rohre B1 / B2 aller Durchmesser

Die Abschottungsausführung wird in Bild 12 dargestellt. Abstandsregeln müssen nicht eingehalten werden.

Abstandsregeln müssen nicht eingehalten werden. Bild 2.4.12 Anforderungen an die Leitungsdurchführungen

Bild 2.4.12

Anforderungen an die Leitungsdurchführungen nach den Erleichterungen der LAR, Abschnitt 4.2

© ML 2008

Allgemeine Grundlagen

Brandschutz

Abschnitt 4.3 „Erleichterungen für einzelne Leitungen“

Führung von Leitungen durch raumabschließende Bauteile (Wände und Decken) und deren Erleichterungen für einzel- ne Leitungen sind in Abschnitt 4.3 der LAR beschrieben.

Dies gilt u.a. für folgende einzelne Leitungen:

elektrische Einzelleitungen (keine Kabelbündel)

nichtbrennbare Rohre d ≤ 160 mm

brennbare Rohre d ≤ 32 mm

Rohre d ≤ 160 mm • brennbare Rohre d ≤ 32 mm © ML 2008 Bild
Rohre d ≤ 160 mm • brennbare Rohre d ≤ 32 mm © ML 2008 Bild
Rohre d ≤ 160 mm • brennbare Rohre d ≤ 32 mm © ML 2008 Bild
Rohre d ≤ 160 mm • brennbare Rohre d ≤ 32 mm © ML 2008 Bild
Rohre d ≤ 160 mm • brennbare Rohre d ≤ 32 mm © ML 2008 Bild
Rohre d ≤ 160 mm • brennbare Rohre d ≤ 32 mm © ML 2008 Bild
Rohre d ≤ 160 mm • brennbare Rohre d ≤ 32 mm © ML 2008 Bild
Rohre d ≤ 160 mm • brennbare Rohre d ≤ 32 mm © ML 2008 Bild
Rohre d ≤ 160 mm • brennbare Rohre d ≤ 32 mm © ML 2008 Bild
Rohre d ≤ 160 mm • brennbare Rohre d ≤ 32 mm © ML 2008 Bild

© ML 2008

Bild 2.4.13

Rohrtypen zur Anwendung nach den Erleichterungen der MLAR / LAR Abschnitt 4.3

Für diese Leitungsarten gelten Erleichterungen in der Form, dass bei Einbau gemäß LAR keine weiteren Eignungsnach- weise geführt werden müssen. Dabei wird bei Rohrleitungen unterschieden zwischen Rohrleitungen

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ohne weiterführende Dämmung

mit nichtbrennbarer weiterführender Dämmung (A1 / A2)

mit brennbarer weiterführender Dämmung (B1 / B2)

Zu den verschiedenen möglichen Kombinationen von Durchführungswerkstoffen, Rohrleitungswerkstoffen und wei- terführenden Dämmungen werden in der LAR Abschnitt 4.3 Mindestabstände zwischen den Rohren bzw. Durchfüh- rungswerkstoffen zugeordnet. Ein sehr komplexer Bereich von Zusammenhängen, die geplant und ausgeführt werden müssen. Diese Durchführungen gelten nicht als R 90 / S 90 / I 90, sondern als Durchführungen durch feuerwiderstands- fähige Bauteile in F 30- bis F 90-Qualität.

Allgemeine Grundlagen

Brandschutz

Allgemeine Grundlagen Brandschutz © Bild 2.4.14 Abstandsregeln nach den Erleichterungen der MLAR / LAR, Abschnitt 4.3
Allgemeine Grundlagen Brandschutz © Bild 2.4.14 Abstandsregeln nach den Erleichterungen der MLAR / LAR, Abschnitt 4.3
Allgemeine Grundlagen Brandschutz © Bild 2.4.14 Abstandsregeln nach den Erleichterungen der MLAR / LAR, Abschnitt 4.3
Allgemeine Grundlagen Brandschutz © Bild 2.4.14 Abstandsregeln nach den Erleichterungen der MLAR / LAR, Abschnitt 4.3
Allgemeine Grundlagen Brandschutz © Bild 2.4.14 Abstandsregeln nach den Erleichterungen der MLAR / LAR, Abschnitt 4.3
Allgemeine Grundlagen Brandschutz © Bild 2.4.14 Abstandsregeln nach den Erleichterungen der MLAR / LAR, Abschnitt 4.3

©

Bild 2.4.14

Abstandsregeln nach den Erleichterungen der MLAR / LAR, Abschnitt 4.3

ML 2008

den Erleichterungen der MLAR / LAR, Abschnitt 4.3 ML 2008 Bild 2.4.15 Abstandsregeln nach den Erleichterungen
den Erleichterungen der MLAR / LAR, Abschnitt 4.3 ML 2008 Bild 2.4.15 Abstandsregeln nach den Erleichterungen
den Erleichterungen der MLAR / LAR, Abschnitt 4.3 ML 2008 Bild 2.4.15 Abstandsregeln nach den Erleichterungen
den Erleichterungen der MLAR / LAR, Abschnitt 4.3 ML 2008 Bild 2.4.15 Abstandsregeln nach den Erleichterungen
den Erleichterungen der MLAR / LAR, Abschnitt 4.3 ML 2008 Bild 2.4.15 Abstandsregeln nach den Erleichterungen
den Erleichterungen der MLAR / LAR, Abschnitt 4.3 ML 2008 Bild 2.4.15 Abstandsregeln nach den Erleichterungen
den Erleichterungen der MLAR / LAR, Abschnitt 4.3 ML 2008 Bild 2.4.15 Abstandsregeln nach den Erleichterungen

Bild 2.4.15

Abstandsregeln nach den Erleichterungen der MLAR / LAR, Abschnitt 4.3

©

ML 2008

Allgemeine Grundlagen

Brandschutz

Allgemeine Grundlagen Brandschutz © ML 2008 Bild 2.4.16 Abstandsregeln nach den Erleichterungen der MLAR / LAR,
Allgemeine Grundlagen Brandschutz © ML 2008 Bild 2.4.16 Abstandsregeln nach den Erleichterungen der MLAR / LAR,
Allgemeine Grundlagen Brandschutz © ML 2008 Bild 2.4.16 Abstandsregeln nach den Erleichterungen der MLAR / LAR,
Allgemeine Grundlagen Brandschutz © ML 2008 Bild 2.4.16 Abstandsregeln nach den Erleichterungen der MLAR / LAR,

© ML 2008

Bild 2.4.16 Abstandsregeln nach den Erleichterungen der MLAR / LAR, Abschnitt 4.3

Besondere Anforderungen der LAR zu Abschnitt 5 „Funktionserhalt von elektrischen Leitungsanlagen im Brandfall“

In diesem Abschnitt werden die Anforderungsprofile des elektrischen Funktionserhaltes beschrieben.

Alternativ zu den geforderten Leitungen des elektrischen Funktionserhaltes können E 30- / E 90-Installationskanäle eingesetzt werden. Ein Kalkulationsvergleich zwischen den zwei unterschiedlichen Methoden des Funktionserhaltes ist zu empfehlen.

Im Bereich von Flucht- und Rettungswegen ist es grundsätzlich möglich auch die E-Kanäle zur Abkapselung der Brand- last einzusetzen, wenn gleichzeitig Funktionserhalt gefordert wird.

Weitere Details siehe [3] bzw. [4].

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Allgemeine Grundlagen

Brandschutz

Allgemeine Hinweise zur Anwendung der MLAR / LAR, Abschnitt 4.3 „Erleichterungen für einzelne Leitungen“

Dichtungsmassen und Dichtungsmaterialien wie PUR-Schaum, dämmschichtbildende Brandschutzpackung, Isolier- schläuche oder -matten (mind. B2) bzw. Spachtel dürfen nur eingesetzt werden, wenn die brandschutztechnische Qua- lität durch ein Prüfzeugnis nachgewiesen wird, dass sie für den Einbau in Decken bzw. Wänden, für die ein bestimmter Feuerwiderstand gefordert ist, geeignet sind. Eine zusätzliche Abschottungsmaßnahme kann - neben ein- oder zweisei- tigen Rohrummantelungen (Streckenisolierung) - auch ein Berührungsschutz aus gelochtem Stahlblech sein. Stahl- oder Kupferrohre mit durchgehender diffusionshemmender Wärmedämmung aus synthetischem Kautschuk (Baustoffklasse B1 oder B2) zählen ebenfalls zu den geprüften Systemen, wenn die Einbaubedingungen der ABP / ABZ eingehalten werden.

Die Erleichterungen in Abschnitt 4.3 begrenzen den Außendurchmesser von nichtbrennbaren Leitungen (Baustoffklas- se A) auf d ≤ 160 mm und brennbaren Leitungen (Baustoffklasse B1 / B2) auf d ≤ 32 mm. Größere Durchmesser sind durch geeignete Maßnahmen, z.B. Streckendämmung gegen Wärmeübertragung entsprechend ISO 834 / DIN 4102 zu sichern. Entsprechend MLAR / LAR, Abschnitt 4.1 sind bei Außendurchmessern d ≤ 160 mm für nichtbrennbare Rohre und d ≤ 32 mm für brennbare Rohre geprüfte und zugelassene Systeme mit ABP / ABZ einzusetzen.

Abstandsregeln zwischen „fremden“ Abschottungen

Aus Bild 11 ergibt sich, dass bei fremden Abschottungen zueinander ein Mindestabstand von a ≥ 50 mm einzuhalten ist, wenn in den allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen (ABZ) und Prüfzeugnissen (ABP) kein Mindestmaß zu „frem- den“ Abschottungen vorgegeben wird.

Im Bild 17 und 18 werden die einzuhaltenden Mindestabstände zwischen „fremden“ Abschottungen und gegenüber den „Erleichterungen“ zusammenfassend dargestellt.

b b
b
b
den „Erleichterungen“ zusammenfassend dargestellt. b b Bild 2.4.17 Mindestabstände fremder Abschottungen

Bild 2.4.17

Mindestabstände fremder Abschottungen zueinander auf Grundlage der LAR, Abschnitt 4.1.3

© ML 2008

Allgemeine Grundlagen

Brandschutz

b ≥ 200 mm a ≥ 50 mm a ≥ 50 mm a ≥ 50
b ≥ 200 mm
a ≥ 50 mm
a ≥ 50 mm
a ≥ 50 mm
a
≥ 50 mm
200 mm a ≥ 50 mm a ≥ 50 mm a ≥ 50 mm a ≥

Bild 2.4.18

© ML 2008

Mindestabstände zwischen Abschottungen und Leitungsdurchführungen nach den Erleichterungen der LAR, Abschnitt 4.2 und 4.3

Planungsunterstützung erhalten Sie im Internet mit den Abschottungstools InfoTec und PlanTec [6].

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Installationsschächte und –kanäle

Sollen die Installationen innerhalb von Schächten bzw. Kanälen erfolgen, müssen die schacht- bzw. kanalumschlie- ßenden Bauteile den erforderlichen Feuerwiderstand aufweisen. Er muss bemessen sein wie der der Bauteile, welche durchdrungen werden (F 30, F 60 bzw. F 90 usw.).

Die Leitungen verlaufen dann innerhalb dieser Schächte / Kanäle wie in einem „eigenen Brandabschnitt“. Innerhalb der Schächte / Kanäle sind dann im Bereich von Decken und Wänden keine Abschottungen erforderlich. Beim Ein- und Aus- tritt aus den Schächten müssen jedoch die erforderlichen Abschottungen nach LAR bzw. zugelassene Systeme vorgese-

hen werden. Werden Revisionsöffnungen vorgesehen, so müssen deren Verschlüsse den gleichen Feuerwiderstand wie die Schachtwände aufweisen. Näheres hierzu siehe LAR Abschnitt 3.5 bzw. [3], [4].

E l e k t r i s c h e

A n l a g e n

Allgemeine Grundlagen

Brandschutz

Freie Verlegung elektrischer Leitungen

Werden elektrische Leitungen außerhalb von Installationsschächten einzeln durch Brandwände sowie durch Wän- de, für welche ein Feuerwiderstand erforderlich ist, und Geschossdecken geführt, gelten die Anforderungen der LAR Abschnitt 4.1 bis 4.3. Bei der Durchführung von Kabelbündeln, auch auf Pritschen, sind bauaufsichtlich zugelassene Kabelschotts in S 90-Qualität zu verwenden. Wie bei Rohrleitungen besteht auch hier die Möglichkeit, andere Dichtungsmittel einzusetzen, wenn deren Eignung für diesen Anwendungsbereich durch allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen (ABZ) nachgewiesen wurde.

Verlegung elektrischer Leitungen innerhalb von Installationsschächten

Werden elektrische Leitungen innerhalb von Installationsschächten verlegt, gelten die Anforderungen der LAR Abschnitt 3.5. Hierbei kann auf ein Abschotten im Bereich von Geschossdecken verzichtet werden, wenn der Schacht in der Qualität der Geschossdecke ausgebildet wird. Am Eintritt bzw. Austritt des Schachtes müssen dabei Abschottungen vorgesehen werden (siehe auch DIN 4102-4). Bei brennbaren Materialien im Schacht empfiehlt sich in diesem Fall eine Möglichkeit zur Rauchableitung an oberster Stelle vorzusehen.

Gemeinsames Verlegen elektrischer Leitungen und Sanitärinstallationen

Eine gemeinsame Verlegung von elektrischen Leitungen und Leitungen zur Wasserversorgung bzw. Heizung innerhalb eines Schachtes ist grundsätzlich aus der Sicht des Brandschutzes möglich. Es gelten die Regeln nach LAR, der LüAR und der DIN 4102-4.

L ü f t u n g s a n l a g e n

Montage von Raumentlüftungssystemen nach DIN 18017-3

Soweit keine ausreichende Lüftung der Sanitärbereiche durch Fenster oder andere Öffnungen ins Freie möglich ist, müssen diese über Lüftungsanlagen be- und/oder entlüftet werden. Die Möglichkeiten hierfür sind in der Lüftungsan- lagen-Richtlinie LÜAR, Abschnitt 7 dargestellt.

Es wird empfohlen zugelassene Raumentlüftungs-Systeme nach DIN 18 017-3 mit einer allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung (ABZ) einzusetzen. Es können sowohl Systeme mit Abschottungen K90-18 017 (bzw. K30-18 017) oder Sy- stemzulassungen K90-18 017 S (bzw. K30-18 017 S) zur Anwendung kommen. Die gemeinsame Verlegung mit brennba- ren Leitungen und Dämmstoffen hinter Vorwandinstallationen oder im Schacht ist in Abhängigkeit von der Zulassung zu planen und umzusetzen.

Montage von RLT-Anlagen nach DIN 1946 / DIN EN 13779 und DIN EN 15423

Bei diesen Lüftungssystemen handelt es sich um raumlufttechnische Anlagen. Diese Anlagen unterliegen ebenfalls der MLÜAR / LÜAR die in allen Bundesländern baurechtlich eingeführt ist. [1]

Ausschreibung von Maßnahmen des vorbeugenden Brandschutzes bei Leitungs- und Lüftungsanlagen

Entsprechend VOB Teil C DIN 18379 / 18380 / 18381 müssen bei RLT-, Sanitär- und Heizungsanlagen die besonderen brandschutztechnischen Maßnahmen an den Abschottungen von Leitungs- und Lüftungsanlagen oder brandschutz- technische Ummantelungen als besondere Leistung ausgeschrieben werden. Die Ausschreibung dieser Leistungen nur in den Vorbemerkungen ist nicht zulässig. Fehlen diese Positionen in der Ausschreibung sollte eine Klärung herbeige- führt bzw. ein Nachtragsangebot erstellt werden.

Allgemeine Grundlagen

Brandschutz

Bei der Ausschreibung ist die Art der Durchführung, das Abschottungsprinzip, das Prüfzeugnis (ABP) bzw. die Zulassung (ABZ), die Randbedingungen und die Abstandsregelungen (Mindestabstände zu anderen Leitungen) zu benennen. Feh- len diese Angaben ist i.d.R. eine fachgerechte Kalkulation und Ausführung auf Grund der vielzähligen Verknüpfungen im Bereich der Schnittstellen nicht möglich.

In der Ausschreibung ist auch die Notwendigkeit von Typenschildern bei Durchführungen mit ABZ zu beschreiben. Übereinstimmungserklärungen / Fachunternehmerbescheinigungen sind für alle Abschottungen mit ABP / ABZ erfor- derlich.

Darüber hinaus ist in der Ausschreibung festzulegen, welches Gewerk für den Verschluss der Restquerschnitte im Durchführungsbereich verantwortlich ist.

Verlegung von Lüftungsanlagen, elektrischen Leitungen und Rohrleitungen gemeinsam im Schacht

Ein gemeinsames Verlegen von elektrischen Leitungen mit Lüftungsleitungen ohne Feuerwiderstand innerhalb eines Installationsschachtes ist nach LÜAR, Abschnitt 5.1.5 zulässig, wenn klassifizierte Abschottungen eingesetzt werden, z.B. K 90, R 90, S 90, jedoch nicht K 90-18017 mit einer Reduzierung der Anforderungen. In diesem Fall wird gleichfalls für den Schacht ein Rauchabzug empfohlen.

LITERATUR UND INFORMATIONEN

[1]

www.mlpartner.de > Tätigkeitsbereiche > Verordnungen Richtlinien Regelwerke > Einführungsstand baurechtlicher Regelwerke

[2]

www.gaa.baden-wuerttemberg.de > Veröffentlichungen > Vorschriften > Baurecht

[3]

Lippe / Wesche / Rosenwirth / Reintsema: Kommentar mit Anwendungsempfehlungen und Praxisbeispielen zu der MLAR - www.mlpartner.de > Infofenster

[4]

Brandschutzleitfaden für Leitungsanlagen in Verbindung mit Rigips-Produkten

www.MLPartner.de > download >Herstellerdokumente > Rigips

[5]

Gebräuchliche Prüfzeugnisse, Zulassungen, gutachterliche Stellungnahmen –

www.MLPartner.de > download > Herstellerdokumente

[6]

Planungsunterstützung zur Abschottungsplanung im Internet

www.mlpartner.de > taetigkeitsbereiche > Planung und Dokumenation > PlanTec > Testversion

www.armacell.de > Downloadbereich > Plantec. - Branschutzplaner

www.rockwool.de > Downloads > Prüfzeugnisse Haustechnik & Conlit Brandschutz

www.bis-brandschutzplaner.de

www.tangit.de > Infofenster - Tangit Brandschutz-Planer

[7]

GC-Brandschutz-Handbuch, Ausgabe 2007

34 2013
34
2013

5

FEUERLÖSCHANLAGEN

LÖSCHWASSERLEITUNGEN

Allgemeine Grundlagen

Feuerlöschanlagen

Bei Feuerausbruch in einem Bauwerk muss in allen Stockwerken und Bauabschnitten ausreichend Löschwasser verfüg- bar sein. So schreibt es die örtliche Baubehörde vor. Sie entscheidet auch, welche Löschwasserversorgung notwendig ist. Bei der Entscheidung ist außer den lokalen Brandschutzvorschriften auch die Bauordnung der Länder zu beachten. Im Rahmen des Brandschutzkonzeptes werden auch die Anforderungen an die Löschwasserversorgung beschrieben.

Die äußere Löschwasserversorgung, auch Grundschutz bzw. angemessene Löschwasserversorgung genannt, wird in der Regel durch die Wasserversorgungsunternehmen im Auftrage der Gemeinde, die nach den jeweiligen Brandschutzge- setzen der Länder die Zuständigkeit hat, ganz oder teilweise aus dem Trinkwassernetz sichergestellt.

Die darüber hinausgehende innere Löschwasserversorgung eines Grundstückes (Objektschutz bzw. besondere Lösch- wasserversorgung) ist Angelegenheit des Grundstückseigentümers, gleichwohl ob es sich um eine Sprinkler-, Wand- oder Außenhydrantenanlage handelt. Das Wasserversorgungsunternehmen kann sich im Rahmen eines Löschwasser- liefervertrages bereit erklären, diese Löschwassermenge ganz oder teilweise aus dem Netz bzw. über den Hausan- schluss zu liefern. Hierzu verpflichtet ist das WVU jedoch nicht. Örtliche Gegebenheiten sind zu berücksichtigen. Die Löschwassermenge wird in der Regel über die Wasserzähleranlage messtechnisch erfasst.

Da das Verhältnis zwischen den tatsächlich entnommenen Trinkwassermengen und den vorzuhaltenden Löschwas- sermengen immer ungünstiger wird, kann es zu hygienischen Problemen in solchen Anlagen kommen. Aus diesem Grund wird heute eine Trennung der Löschwasserversorgung von der Trinkwasserinstallation bevorzugt (mittelbarer Anschluss über Vorlagebehälter bzw. Freier Auslauf). Alte Systeme sind bei Vorhandensein von Trinkwasserverkeimun- gen an den neuen Stand der Technik anzupassen.

Aufgrund der verschärften Anforderungen der Trinkwasserverordnung bezüglich der Trinkwasserhygiene wurde der Teil 6 der DIN 1988 von Mai 2002 überarbeitet und ist seit Dezember 2010 ersetzt durch die neue DIN 1988-600. Diese überarbeitete Fassung der DIN 1988 findet auch im Rahmen der neuen TRWI, hinsichtlich der Feuerlösch- und Brand- schutzbelange, Niederschlag in Form der Weiterentwicklung der DIN EN 806.

2013

Allgemeine Grundlagen

Feuerlöschanlagen

Allgemeine Grundlagen Feuerlöschanlagen Die Löschwasser- und Trinkwasserleitungen eines Grundstückes sollen durch eine

Die Löschwasser- und Trinkwasserleitungen eines Grundstückes sollen durch eine gemeinsame Anschlussleitung versorgt werden. Selbstverständlich muss dann das Löschwasser auch Trinkwasserqualität haben. Diese gemeinsame Leitung, die ins Gebäude führt, ist so zu bemessen, dass die Trinkwasserentnahme zu keiner Zeit den Grundschutz gefährdet.

Allgemeine Anforderungen

Feinfilter in der Zuleitung Trinkwasserfeinfilter in der Löschwasserzuleitung sind nicht zulässig. Auch automatisch rückspülbare Armaturen oder Umgehungsleitungen stellen eine Gefährdung für „Leib und Leben“ dar und sind vollständig aus der Löschwasserin- stallation zu verbannen.

Für Sprinkleranlagen ist der max. kleinste Filter oder besser Partikelfilter auf 4 mm** und für Hydrantenanlagen auf 1 mm* festgelegt.

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ist der max. kleinste Filter oder besser Partikelfilter auf 4 mm** und für Hydrantenanlagen auf 1

Allgemeine Grundlagen

Feuerlöschanlagen

Übersicht der wichtigsten Arten von Feuerlösch- und Brandschutzanlagen Feuerlösch- und Brandschutzanlagen werden wie folgt klassifiziert:

Hydrantenanlagen

Über- oder Unterflurhydranten auf erdverlegten Leitungen

Wandhydranten

— Feuerwehrnutzung, Typ: F

— Selbsthilfeeinrichtungen Typ: S

Automatisch wirkende Feuerlöschanlagen, z.B. Sprinkleranlagen

Anlagen mit offenen Düsen

Anlagen mit geschlossenen Düsen

Löschwasserleitungen

trocken

nass

 nass / trocken
 nass / trocken

Wandhydranten Bei Wandhydranten steht ein einsatzbereiter, aufgerollter und formstabiler Schlauch zur Brandbekämpfung zur Ver- fügung. Diese werden von der Feuerwehr wie vom Laien genutzt.

Grundsätzlich wird bei Wandhydranten zwischen dem Wandhydranten Typ S und Typ F unterschieden.

Wandhydrant TYP S Mit der Überarbeitung der DIN 1988-6 im Jahre 2002, heute DIN 1988-600, wurde ein neuer, aus anderen europä- ischen Ländern bereits bekannter, Wandhydrantentyp als Selbsthilfeeinrichtung eingeführt. Die DIN 14461-1 wurde entsprechend angepasst.

Der Typ S wird ausschließlich von der Person genutzt, die den Brand entdeckt hat, also dem privaten Nutzer. Daher auch die Bezeichnung Typ S – wie „Selbsthilfe-Wandhydrant“. Dieser ist am Ein-Zoll-Schlauchventil zu erkennen.

auch die Bezeichnung Typ S – wie „Selbsthilfe-Wandhydrant“. Dieser ist am Ein-Zoll-Schlauchventil zu erkennen. 2013

2013

Allgemeine Grundlagen

Feuerlöschanlagen

Wandhydrant TYP -F

Die zu bevorzugende Ausführung ist der Wandhydrant Typ F – wie „Feuerwehr“. Dieser kann durch den formstabilen „Gummi“-Schlauch nach DIN EN 671-1 im Ernstfall zuerst vom Laien verwendet werden. Bei Einsatz der Feuerwehr

entfernt diese den „Gummischlauch“ und bindet an das Zwei-Zoll-Ventil den typischen Flachschlauch nach DIN EN 671-2 an, der große Wassermengen fördern kann.

Als Rohrleitungs-Verbindungssystem für Löschwasseranlagen wird in den letzten Jahren nicht mehr auf aufwendiges Einhanfen von Gewindeverbindungen zurückgegriffen, sondern vielmehr auf das preiswerte und schnelle Ringwoll- Nutsystem. Diese Technologie gehört im Sprinklerbereich seit Jahren zum Standard.

gehört im Sprinklerbereich seit Jahren zum Standard. Übersicht Wandhydranten

Übersicht Wandhydranten

Feuerlöschschlauchanschlusseinrichtung

Ausführung S

Ausführung F

Löschwasseranlage Ausführung

nass oder nass/trocken unmittelbarer Anschluss nur, wenn dauerhaft Trinkwasser VS > Lösch- wasser-Volumenstrom

nass oder nass/trocken

Gleichzeitigkeit

2

x Wandhydrant

3

x Wandhydrant

Wasserlieferung/Hydrant max.

24 l/min

 

100

l / min *

Betriebsdruck min. bei Gleichzeitigkeit

2

bar am Feuerlöschventil

3

bar *

Länge der Stichleitung

max. 10 x DN Rohr

max. 10 x DN Rohr

Schlauchanschlussventil

1“

 

2“

Schlauch formfest Ø

¾“ – 19 mm

1“ – 25 mm

Schrankmaße min. mm Ausführung B

700

x 800 x 250

 

700

x 800 x 250

Tiefe 250 kann bis auf 180 verringert werden.

Schrankmaße min. mm Ausführung C

740

x 840 x 250

740 x 840 x 250

Tiefe 250 kann bis auf 180 verringert werden.

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* Berlin, Frankfurt am Main, München: 3 x 200 l / min bei 4,5 bar

Arten der Löschwasserversorgung Für die Löschwasserversorgung in Gebäuden kommen drei unterschiedlich betriebene Systeme zur Anwendung:

Anlagen mit nassen Versorgungsleitungen, die ständig unter Druck stehen und immer betriebsbereit sind. Sie die- nen in erster Linie zur Selbsthilfe oder/und der Brandbekämpfung durch die Feuerwehr.

Anlagen mit trockenen Steigleitungen, in die das Löschwasser erst im Bedarfsfalle durch die Feuerwehr eingespeist wird.

Anlagen mit Steigleitungen nass/trocken, die normalerweise wasserfrei bleiben und nur im Bedarfsfalle durch

2013 Fernbetätigung von Armaturen mit Wasser aus dem Trinkwassernetz gefüllt werden (Füll- und Entleerstation).

Allgemeine Grundlagen

Feuerlöschanlagen

Löschwasseranlagen trocken Löschwasserleitungen „trocken" nach DIN 14462 sind Verbrauchsleitungen aus verzinktem Stahlrohr, in die das Lösch- wasser im Bedarfsfall von der Feuerwehr eingespeist wird. Einspeisearmaturen sind meist im Erdgeschoss oder vor dem Gebäudeobjekt an einer jederzeit mit Fahrzeugen erreichbaren Stelle eingebaut. Mit der Montageverschraubung G 3 A sind sie an die Löschwasserleitung DN 80 anzubinden. Die Entlüftung des Rohrsystems muss so bemessen sein, dass das ungünstigste Schlauchanschlussventil spätestens 60 Sekunden nach Beginn der Wassereinspeisung löschbe- reit ist. Der Einspeisedruck durch das Löschfahrzeug ist für das Rohrsystem entscheidend, grundsätzlich ist das System in PN 16 auszuführen.

Entleerungseinrichtungen an der Leitung sind erforderlich, um diese nach dem Einsatz wieder in den trockenen Zu- stand zurückzuversetzen. Die Rohre sind mit Gefälle zu verlegen. Da die Leitungen nicht grundsätzlich mit Trinkwasser, sondern auch mit Löschwasser aus einem Löschwasservorrat (z.B. einem Teich) befüllt werden können, gelten sie als Nicht-Trinkwasserleitungen. Sie dürfen keine Verbindung zu den Trinkwasserleitungen eines Gebäudes aufzeigen.

Besonderes Augenmerk ist auf den speziellen Rohrbelüfter am Ende des Steigstrangs und auf den fachgerechten An- schluss des Notüberlaufs dieser Armatur zu richten.

Neuste Untersuchungen* ergaben generelle Bedenken hinsichtlich der Funktion von Trockenleitungen im Einsatzfall. In Hochhäusern sind diese zwischenzeitlich nicht mehr zulässig.

sind diese zwischenzeitlich nicht mehr zulässig . An Löschwasserleitungen „trocken“ ist in jedem Geschoss

An Löschwasserleitungen „trocken“ ist in jedem Geschoss eine Schlauchanschluss-Entnahmearmatur zu installieren. Diese ist in einen Schrank eingebaut, der durch ein genormtes Feuerwehrschloss gegen Zugriff durch Unbefugte gesichert ist und mit dem Schild „Löschwasserleitung trocken für Feuerwehr“ gekennzeichnet wird.

* Brandschutzuntersuchungen siehe Fachbibliothek auf www.GEP-H 2 O.de bzw. http://www.bauordnungen.de/Muster-Hochhaus-Richt- linie.pdf

2013

Allgemeine Grundlagen

Feuerlöschanlagen

Die Schlauchanschlussarmatur wird durch einen Kugelhahn DN 45 abgesperrt, der eine große Wasserentnahme bei kleinem Druckverlust ermöglicht. Die Schlauchleitung kann problemlos an die D-Festkupplung des Krümmers ange- schlossen werden, da dieser drehbar mit dem Gehäuse verbunden ist.

Zum Schutz gegen unbefugtes Öffnen der Armatur hat die Schaltwelle ein Feuerwehrschloss nach DIN 14925. Sie kann mit der Hebelschneide des Feuerwehrbeiles, dem Sechskant SW 17 des Hydrantenschlüssels oder dem Griffende des Kupplungsschlüssels geöffnet werden.

Die Schlauchanschlussarmatur wird in einem Stahlschrank untergebracht, der die gleiche Schließvorrichtung wie die Armatur besitzt und mit Türanschlag rechts/links verwendbar geliefert wird. Einbauhöhe der Einspeisung 800+/-200 mm ü. Geländeoberfläche gemessen an Anschlusskupplung. Einbauhöhe des Entnahmeventils 1200+/-400 mm ü. Geländeoberfläche gemessen an Anschlusskupplung.

Löschwasseranlagen nass Gewissermaßen das Gegenteil der trockenen Löschwasserleitung stellen die nassen Löschwasserleitungen dar. Sie sind ständig mit Wasser gefüllt und tragen damit zur höchsten Versorgungssicherheit bei. Dabei können sie Nichttrinkwasser führen und müssen mittelbar mit der Trinkwasserinstallation verbunden sein.

mittelbar mit der Trinkwasserinstallation verbunden sein. Ausgenommen Wandhydranten Typ S können in Ausnahmefällen

Ausgenommen Wandhydranten Typ S können in Ausnahmefällen mit Trinkwasser betrieben werden. Als Trinkwasser führende Löschwasserleitung sind sie ein Bestandteil der Sanitärinstallation und versorgen – neben den Wandhydran- ten – weitere Entnahmestellen. Es versteht sich von selbst, dass in diesem Fall keine Einspeisevorrichtung für die Feu- erwehr an der Leitung sein darf. Ferner darf die Ausführung von Arbeiten an den Sanitärobjekten keine Unterbrechung der Löschwasserbereitstellung zur Folge haben.

Wandhyrant Typ S Wandhydranten Typ S können im Ausnahmefall direkt an das Trinkwassernetz angebunden werden. Nach DIN 1988- 600 ist dies nur zulässig, wenn rechnerisch nachgewiesen wird, dass der Trinkwasserbedarf (Spitzenvolumenstrom), der über die Leitung dauerhaft abgedeckt wird, größer ist als der Wasserbedarf im Brandfall. Mit anderen Worten: Die Leitung ist nach dem Spitzenvolumenstrom Trinkwasser zu dimensionieren. Beim Anschluss der „Selbsthilfehydranten“ an eine Trinkwasserleitung ist zu berücksichtigen, dass die nicht durchflossene Einzelanschlussleitung nicht länger als ihre zehnfache DN ist, ein dauerhafter Wasseraustausch erfolgt und das Schlauchanschlussventil über eine Sicherungs- kombination verfügt.

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Allgemeine Grundlagen

Feuerlöschanlagen

Wandhydrant Typ F und Außenhydranten In DIN 14462 wurde festgelegt, dass Wandhydranten Typ F nur noch mittelbar oder über Füll- und Entleerstationen an das Trinkwassernetz anzuschließen sind. Unter Betrachtung der hochwertigen Nass-Leitung erfolgt bevorzugt die Anbindung der Löschwasserleitung an das Trinkwassernetz über den Freien Auslauf. Dieser besteht aus zwei Hauptbau- gruppen: Dem atmosphärischen Vorratsbehälter und einer Druckerhöhungsanlage. Die Druckerhöhungsanlage muss nach vorstehender Norm eine Vielzahl von besonderen brandschutztechnischen Anforderungen erfüllen. In der Regel sind Pumpanlagen aus der Sanitärinstallation nicht geeignet. Bei der Aufstellung des Vorlagebehälters ist zu beachten, dass dieser oberhalb der Rückstauebene oder in überflutungssicheren Räumen aufgestellt sowie mit Notüberlauf und Siphon angebunden wird.

sowie mit Notüberlauf und Siphon angebunden wird. Hierbei ist nach DIN EN 12056, DIN 1986 und

Hierbei ist nach DIN EN 12056, DIN 1986 und DIN 1988 das nachgeschaltete Entwässerungsnetz auf Ableitung der ma- ximal anfallenden Wassermengen auszulegen oder optional eine Pumpen-Notentwässerung zu verwenden.

Eine Anbindung des Notüberlaufs an das Kanalnetz ist in der Praxis nur selten möglich. Denn bei einem durchschnittli- chen Schwimmerventil DN 50 strömt schon bei 3,5 bar Fließdruck eine Wassermenge von 25 l / s in den Vorlagebehälter.

Hebeanlagen sind theoretisch möglich, finden aber aus Kostengründen für die Anbindung von Notüberläufen nur noch selten Anwendung. Praktisch werden preiswerte Pumpen-Notentwässerungen eingesetzt. Bei diesen wird das Wasser über die vorhandene Löschwasserpumpe in Kombination mit einem einfachen Flutventil abgeleitet.

wird das Wasser über die vorhandene Löschwasserpumpe in Kombination mit einem einfachen Flutventil abgeleitet. 2013

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Allgemeine Grundlagen

Feuerlöschanlagen

Notstromversorgung In den meisten Anwendungsfällen kann auf eine Notstromversorgung der Löschwasserpumpen verzichtet werden, wenn im Notfall eine Fremdwassereinspeisung durch die Feuerwehr erfolgen kann. Dies ist im jeweiligen Anwendungs- fall aber mit der zuständigen Brandschutzbehörde abzustimmen. Die elektrische Zuleitung hat nach MLAR in E90 zu erfolgen.

Die elektrische Zuleitung hat nach MLAR in E90 zu erfolgen. Die Zuleitung zum Vorratsbehälter sollte dabei

Die Zuleitung zum Vorratsbehälter sollte dabei nicht nach dem nötigen Löschwasservolumenstrom ausgelegt werden; ihre Nennweite sollte sich nach dem Spitzenvolumenstrom Trinkwasser richten, der über sie bis direkt vor die Befüll- armatur des Behälters geführt wird. Die Differenz zwischen dem nötigen Löschwasservolumenstrom und dem Spit- zenvolumenstrom Trinkwasser kann über einen Zwischenspeicher, z. B. eine Regenwassernutzungsanlage, ausge- glichen werden. In Kombination mit der Regenwassernutzung ermöglicht dies zudem eine Refinanzierung der Lösch- wasseranlage.

werden. In Kombination mit der Regenwassernutzung ermöglicht dies zudem eine Refinanzierung der Lösch- wasseranlage.

Allgemeine Grundlagen

Feuerlöschanlagen

Ist die nicht durchflossene Trinkwasserzuleitung länger als 10 x d, ist diese einmal wöchentlich mit dem 1,5-fachen Leitungsinhalt, mindestens 20 % des Auslegungsvolumenstromes zu spülen. Damit die Druckerhöhungsanlage betriebs- bereit bleibt, sollten häufig benutzte Nichttrinkwasser-Entnahmestellen (WC, Urinal etc.) über die nasse Löschwasser- leitung versorgt werden. Spezielle Technologien sorgen in diesem Zusammenhang dafür, dass die Spülwassermengen nicht teuer im Kanalnetz entsorgt werden, sondern für die WC-Spülung Verwendung finden und der Betreiber nicht kostspielige Wasser- und Abwassergebühren zahlt.

nicht kostspielige Wasser- und Abwassergebühren zahlt. Hochhäuser, Verzicht auf Druckminderer Bei der

Hochhäuser, Verzicht auf Druckminderer Bei der Löschwasserversorgung von Hochhäusern ist eine Vielzahl von Kriterien zu beachten. So sind z. B. die Wand- hydranten Typ F mit 10 l / s zwischen mindestens 4,5 bar und maximal 8 bar mit einer Redundanz aller Stell-, Regel- und Messglieder zu versorgen.

Druckminderer sind nach DIN 1988 und DIN 14462 zu vermeiden.

Um den Anforderungen zu genügen, werden in der Regel drehzahlgesteuerte Pumpen verwendet, die ohne den Einsatz von Druckminderern den optimalen Druck zur Verfügung stellen. Die Auslösung des Löschwassermodus erfolgt über Grenztaster am Hydranten. Für jede Etage wird ein bestimmter Druck hinterlegt. Dies ermöglicht neben der Installation von nur einer Steigleitung das vorgeschriebene Druckfenster von 4,5 bar und maximal 8 bar abzusichern.

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Allgemeine Grundlagen

Feuerlöschanlagen

Allgemeine Grundlagen Feuerlöschanlagen 44 2013 Aufstellungsbeispiel Aufstellung einer Trinkwasser-Trennstation
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Aufstellungsbeispiel Aufstellung einer Trinkwasser-Trennstation unterhalb der Rückstauebene. Löschwasserversorgung mit einer drehzahlgesteuerten Hochhausregelung.

Etagenabhängige Auslösung und symmetrische Redundanz Stufe III. Grundlage: Muster-Hochhaus-Richtlinie – Ausgabe 08

Allgemeine Grundlagen

Feuerlöschanlagen

Außenhydranten Bei der Größenbestimmung des Volumenstromes von Außenhydranten kann sich der Planer am Arbeitsblatt W 405 orientieren. In Abhängigkeit der Bebauung wird meistens eine zu versorgende Löschwassermenge zwischen 96 m 3 / h und 192 m 3 / h angenommen.

Bei solch immensem Wasserbedarf wird schnell klar, dass die direkte Anbindung an das Trinkwassernetz die Ausnahme unter den Ausnahmen sein wird. Denn auch hier gilt, der unmittelbare Anschluss an das Trinkwassernetz ist nur mög- lich, wenn dauerhaft und rechnerisch nachgewiesen wird, dass der Spitzenvolumenstrom des Trinkwassers größer als der Löschwasserbedarf ist.

Selbst große Gebäudekomplexe wie Hotels oder Flughäfen erfüllen diese Anforderung nicht und stellen daher eher eine theoretische Betrachtung dar. Schlussendlich bleibt auch bei Außenhydranten nur die Anwendung des Freien Auslaufs.

bei Außenhydranten nur die Anwendung des Freien Auslaufs. Löschwasseranlagen nass / trocken Allgemein

Löschwasseranlagen nass / trocken

Allgemein Löschwasseranlagen nass / trocken nach DIN 14462 stellen eine ältere Technologie dar. Bei dieser wird erst im Bedarfs- fall das Leitungssystem mit Wasser gefüllt. Die Sicherungsarmatur wird als Füll- und Entleerungseinrichtung bezeichnet.

Füll- und Entleerungseinrichtungen nach DIN 14463-1 müssen, wenn sie unmittelbar am Trinkwassernetz angeschlos- sen sind, mit dem DIN/DVGW-Prüfzeichen versehen sein. Stagnierendes Wasser in der Geräteanschlussleitung ist mit- tels einer automatischen Spülvorrichtung zu vermeiden.

Löschwasserleitungen nass und nass/trocken zum Anschluss von Feuerlösch- und Brandschutzanlagen führen Trink- wasser und sind daher wie Trinkwasser-Verbrauchsanlagen in Betrieb zu nehmen und bis zur Station so zu betreiben.

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Allgemeine Grundlagen

Feuerlöschanlagen

Wasserversorgung nasser / trockener Löschwasserleitungen Nur in seltenen Ausnahmefällen wird vom Wasserversorger schriftlich für den Brandfall noch ein Versorgungsdruck von 4 bis 5 bar bereitgestellt. Im eigenen rechtlichen Interesse jedes Fachbetriebes ist nach DIN 1988 sowie DIN 14462 nur bei schriftlicher Zusage des Wasserversorgers über die gesicherte Versorgung mit Wassermenge und Druck im Brandfall der Einbau einer Nass-Trocken-Station noch sinnvoll. Wird ein geringerer Druck vom Wasserversorger bereitgestellt als beantragt, wurden früher Druckerhöhungspumpen der Nass-Trocken-Station vorgeschaltet. Diese sind jedoch nach einem Großteil des Landesbaurechtes und DIN 1988-600 mit Notstromversorgung zu betreiben, da eine Fremdwasser- einspeisung durch die Feuerwehr seit Jahren nicht statthaft ist.

durch die Feuerwehr seit Jahren nicht statthaft ist. Ein besonderes Augenmerk ist bei der Sanierung von

Ein besonderes Augenmerk ist bei der Sanierung von Altanlagen erforderlich. Ältere Gebäude wurden bei der Genehmi- gungsplanung meist mit Nassleitungen aufgrund der hohen Verfügbarkeit dieses Systems ausgestattet. Eine Änderung der Löschwasserversorgung auf geringere Sicherheitsstandards wie Nass-Trocken-Systeme oder Trockenleitungen hat meist eine Neubearbeitung des Brandschutzkonzeptes zur Folge.

Auch sind besonders bei Bestandsanlagen Druckschläge beim Fluten des Leitungssystems auszuschließen. Leitungs- bruch und Leckagen führen immer wieder bei der jährlichen Überprüfung zu Sachschäden.

Druckerhöhung / Notstromversorgung Wird seitens des Wasserversorgers kein ausreichender Wasserversorgungsdruck zur Verfügung gestellt, ist eine Druckerhöhungsanlage der Füll- und Entleerstation vorzuschalten. Diese ist an eine Notstromversorgung anzubinden.

Fremdwassereinspeisung Fremdwassereinspeisung, z. B. durch die Feuerwehr, ist bei unmittelbarem Anschluss unzulässig.

Flutungszeit Die Flutungszeit darf nicht länger als 60 Sekunden betragen. Leitungs- und Druckerhöhungsanlagen sind entsprechend zu dimensionieren. Gegebenenfalls sind mehrere Füll- und Entleerungseinrichtungen zu verwenden. Als Faustformel, die keine Berechnung ersetzen soll, wird in der Praxis eine maximale Leitungslänge von 200 Metern angenommen, die mit einer Station versorgt werden kann.

Entleerung Nach Schließung des Füllventils muss die Leitung automatisch und vollständig entwässern. Das Gefälle der Leitung muss 0,5 % betragen.

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Allgemeine Grundlagen

Feuerlöschanlagen

Auslösung / Kabelstrang

Das Auslösesignal zur Flutung des Leitungssystems wird durch einen Schalter am Wandhydranten realisiert. Dieser wird

als Grenztaster bezeichnet. Üblicherweise werden Grenztaster am

glieder sind mit der Füll- und Entleerungseinrichtungen zu verkabeln. Die Anlage überwacht die Elektroleitung auf Kabelbruch, Auslösung oder Kurzschluss.

Schlauchanschlussventil montiert. Diese Schalt-

Kurzschluss. Schlauchanschlussventil montiert. Diese Schalt- Raumtemperatur Installation der Nass-/Trockenstation nur in
Kurzschluss. Schlauchanschlussventil montiert. Diese Schalt- Raumtemperatur Installation der Nass-/Trockenstation nur in

Raumtemperatur Installation der Nass-/Trockenstation nur in frostsicheren Räumen mit einer möglichst gleichmäßigen Raumtemperatur.

Rückstauebene Befindet sich die Anlage unterhalb der Rückstauebene, ist austretendes Wasser mittels Hebeanlage abzuleiten.

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Allgemeine Grundlagen

Feuerlöschanlagen

Sprinkleranlagen Der Anschluss von Sprinkleranlagen an das Trinkwassernetz erfolgt nach DIN 1988-600.

Unabhängig vom Löschwasserbedarf darf eine Sprinkleranlage im Regelfall nicht direkt an die Trinkwasserleitung eines Gebäudes angeschlossen sein. Die Versorgung muss über atmosphärischen Vorratsbehälter und Pumpe geschehen. Hinsichtlich der Auslegung und Technik einer Trinkwasser-Trennstation für Sprinkleranlagen wird der Stand der Technik in der DIN EN 12845 festgelegt.

Abnahme von Sprinkleranlagen In den letzten Jahren hat sich ein neuer und integerer Weg gebildet, Sprinkleranlagen durch einen bauaufsichtlich anerkannten Sachverständigen für Löschwasseranlagen, wie z.B. von der Prüforganisation DEKRA, nach den a.R.d.T. abnehmen zu lassen.

Diesen Sachverhalt erhoben bereits in der Vergangenheit viele Bundesländer zur Pflicht und integrierten die Abnahme und wiederkehrende Prüfungen von automatischen Brandschutzanlagen durch o.g. Sachverständige in das Landesbau- recht.

Technische Regeln der Versicherungswirtschaft Die DIN EN 12845 ist in ihren wesentlichen Bestandteilen konform zur VdS CEA 4001. Löschanlagen nach DIN EN 12845 werden folglich von der Versicherungswirtschaft berücksichtigt.

Abnahme und Betrieb von Feuerlösch- und Brandschutzanlagen Bei der Abnahmeprüfung sind die Einhaltung der Bauauflagen und der Planungsgrundlagen – soweit sie die Löschwas- serleitung und die Wandhydranten betreffen – sowie die Absprachen mit dem Wasserversorgungsunternehmen und der für den Brandschutz zuständigen Dienststelle zu überprüfen. In DIN 14461-1 Tabelle 4 und DIN EN 12845 ist der Umfang der Abnahme- und Gebrauchsprüfung beschrieben. Das Ergebnis ist in das Prüfbuch einzutragen.

In diesem Prüfbuch sollen alle Angaben enthalten sein, die bei der Abnahmeprüfung und bei der Gebrauchsprüfung wichtig sind. Einzutragen ist, welcher Wandhydrant bzw. welches Schlauchanschlussventil, welche Sprinklerpumpe hydraulisch am ungünstigsten liegt. Die Gebrauchsprüfung wird als Wirksamkeitsprüfung beschrieben und wird, z.B. bei Hydrantenanlagen vom Sachkundigen jährlich geleistet, sofern nicht andere Vorschriften einen Sachverständigen erfordern.

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Allgemeine Grundlagen

Quellenangaben Feuerlöschanlagen, Löschwasserleitungen

1. GEP Industriesysteme: Leitfaden Trinkwasser Trennstation für Wand- und Außenhydranten.

http://www.gep-h2o.de/bibliothek/prospekte-und-dokumentationen/detailprospekte/article/leitfaden-trinkwassertrennstation.html

2. GEP Industriesysteme: Leitfaden Trinkwasser Trennstation für Sprinkleranlagen bis 16.600l/min. Januar 2010

http://www.gep-h2o.de/bibliothek/prospekte-und-dokumentationen/detailprospekte/article/trinkwassertrennstation-fuer-sprinkleranlagen.html

3. GEP Industriesysteme: Leitfaden Trinkwasser Trennstation Löschwasserversorgung für Hochhäuser und Liegenschaften.

http://www.gep-h2o.de/bibliothek/prospekte-und-dokumentationen/detailprospekte/article/loeschwasserversorgung-fuer-hochhaeuser-und-liegen-

schaften.html

4. GEP Industriesysteme: Leitfaden Trinkwasser Trennstation Löschwassertechnik mit Potential.

5. Heinrichs, Franz-Josef: Struktur der neuen TRWI DIN EN 806, DIN EN 1717 und DIN 1988. FH Steinfurt Sanitärtechnisches Symposium, Januar 2007

6. Scheele, Jörg: Anschluss von Wasserlöschanlagen. SBZ Juni 2007

7. Scheele, Jörg: Die Todsünden der Trinkwasserinstallation. 2004

8. EWE Armaturen: Systemtrenner. Juni 2006

9. GLORIA GmbH: Feuerlösch- und Brandschutzanlagen DIN 1988-600 / DIN 14462. Juni 2009

10. Kreisausschuss des Rheingau-Taunus-Kreises -Vorbeugender Brandschutz-: Merkblatt Löschwassereinrichtungen und Wandhydranten DIN 14462. Mai 2008

11. GLORIA GmbH: Planungshinweise Löschwassertechnik

12. Recknagel, Sprenger, Schramek: Taschenbuch für Heizung + Klimatechnik 09/10. Oldenbourg Industrieverlag, 2009/2010

13. RheinEnergie AG: technische Hinweise Trinkwasser. Januar 2008

14. Uponor GmbH: Praxishandbuch der technischen Gebäudeausrüstung (TGA). Beuth Verlag,

15. Feuerlösch-Schlauchanschlusseinrichtungen Teil 1: Wandhydrant mit formstabilem Schlauch

16. Feuerlösch-Schlauchanschlusseinrichtungen Teil 2: Einspeiseeinrichtung und Entnahmeeinrichtung für Löschwasserleitungen

1. Auflage 2009

DIN 14461-1: 2003-07

DIN 14461-2: 2009-09 „trocken“

17. Feuerlösch-Schlauchanschlusseinrichtungen Teil 3: Schlauchanschlussventile PN 16

18. Feuerlösch-Schlauchanschlusseinrichtungen – Teil 4: Einspeisearmatur PN 16 für Löschwasserleitungen

19. Feuerlösch-Schlauchanschlusseinrichtungen – Teil 5: Entnahmearmatur PN 16 für Löschwasserleitungen

20. Löschwassereinrichtungen – Planung und Einbau von Wandhydrantenanlagen und Löschwasserleitungen

21. Direktanschlussstationen für Sprinkleranlagen und Löschanlagen mit offenen Düsen – Anforderungen und Prüfung

22. Feuerwehrwesen; Verschlusseinrichtung

23. Technische Regeln für Trinkwasser-Installationen – Teil 600: Trinkwasser-Installationen in Verbindung mit Feuerlösch- und Brandschutzanlagen

24. B-Festkupplung PN 16

25. Technische Regeln für Trinkwasser-Installationen Teil 1: Allgemeines

26. Schutz des Trinkwassers vor Verunreinigungen in Trinkwasser-Installationen und allgemeine Anforderungen an Sicherungs- einrichtungen zur Verhütung von Trinkwasserverunreinigungen durch Rückfließen

27. Ortsfeste Brandbekämpfungsanlagen – Automatische Sprinkleranlagen – Planung, Installation und Instandhaltung

28. Musterbauordnung –MBO- idF v. November 2002, zuletzt geändert durch Beschluss der Bauministerkonferenz vom Oktober 2008

29. Allgemeine Ausführungsverordnung des Wirtschaftsministeriums zur Landesbauordnung (LBOAVO) idF v. 5. Februar 2010 (GBl. I, Nr. 2, S. 24)

30. Landesbauordnung für Baden-Württemberg (LBO)1 idF v. 5. März 2010 (GBl. Nr. 7, S. 358)

31. Verordnung des Wirtschaftsministerium über Anforderungen an Feuerungsanlagen, Wärme- und Brennstoffversorgungsanlagen (Feuerungsverordnung - FeuVO) idF v. 24. November 1995, zuletzt geändert am 25. April 2007 (GBl. S. 252, 259)

32. Verordnung des Wirtschaftsministeriums über Garagen und Stellplätze (Garagenverordnung - GaVO) idF v. 07. Juli 1997 (GBl. Nr. 15/1997, S. 332) zuletzt geändert durch Artikel 3 der Verordnung vom 5. Januar 2011 (GBl. Nr. 1, S. 25)

33. Richtlinie über brandschutztechnische Anforderungen an Leitungsanlagen (Leitungsanlagen-Richtlinie - LAR) idF v. 29. November 2006 (GABl. 2006, Nr. 13, S. 859)

34. Bekanntmachung des Wirtschaftsministeriums über die Liste der Technischen Baubestimmungen (LTB) idF v. 7. Dezember 2010 – Az.: 4-2601.1/42 –

35. Richtlinie über brandschutztechnische Anforderungen an Lüftungsanlagen (Lüftungsanlagen-Richtlinie - LüAR1) idF v. 29.11.2006 (GBl. 2006, Nr. 13, S. 836)

36. Richtlinie über brandschutztechnische Anforderungen an Lüftungsanlage (Lüftungsanlagen-Richtlinie - LüAR1) idF v. 29.11.2006 (GBl. 2006, Nr. 13, S. 836)

37. Muster einer Verordnung über den Bau und Betrieb von Garagen (Muster-Garagenverordnung M-GarVo) idF v. Mai 1993, geändert durch Beschlüsse vom 19.09.1996, 18.09.1997 und 30.05.2008

38. Muster-Richtlinie über brandschutztechnische Anforderungen an Leitungsanlagen (Muster-Leitungsanlagen-Richtlinie MLAR) idF v. 17.11.2005

39. Muster-Richtlinie über brandschutztechnische Anforderungen an Lüftungsanlagen (Muster-Lüftungsanlagen-Richtlinie MLüAR) idF v. 29.09.2005, zuletzt geändert durch Beschluss der Fachkommission Bauaufsicht vom 01.07.2010

40. Muster-Richtlinie über den Bau und Betrieb von Hochhäusern (Muster-Hochhaus-Richtlinie - MHHR) idF v. April 2008

DIN 14461-3: 2006-06

DIN 14461-4: 2008-02

DIN 14461-5: 2008-02

DIN 14462: 2009-04

DIN 14464: 2011-02

DIN 14925: 1983-04:

DIN 1988-600: 2010-12

DIN 86205: 1993-08

DIN EN 806-1: 2001-12

DIN EN 1717: 2011-08

DIN EN 12845: 2009-07

2013

Allgemeine Grundlagen

Schallschutz

2.6

SCHALLSCHUTZ

„Der Schallschutz in Gebäuden hat große Bedeutung für die Gesundheit und das Wohlbefinden des Menschen. Besonders wichtig ist der Schallschutz im Wohnungsbau, da die Wohnung dem Menschen sowohl zur Entspannung und zum Ausruhen dient als auch den eigenen häuslichen Bereich gegenüber den Nachbarn abschirmen soll. Um eine zweckentsprechende Nutzung der Räume zu ermöglichen, ist auch in Schulen, Krankenanstalten, Beherbergungsstät- ten und Bürobauten der Schallschutz von großer Bedeutung.“ (DIN 4109)

Zweck aller Schallschutzmaßnahmen ist es, Menschen in Aufenthaltsräumen vor unzumutbaren Belästigungen durch Schallübertragung zu schützen. Diese können verursacht werden durch:

- Geräusche aus fremden oder eigenen Räumen,

- Geräusche aus haustechnischen Anlagen und aus Betrieben im selben Gebäude oder in baulich damit verbun- denen Gebäuden,

- Außenlärm.

Aufenthaltsräume sind Räume, die nicht nur zum vorübergehenden Aufenthalt von Menschen bestimmt oder geeignet sind. Bäder und WC’s zählen nicht zu den Aufenthaltsräumen. Küchen mit Essplätzen werden i.d.R. den Aufenthalts- räumen zugerechnet.

Schutzbedürftige Räume nach DIN 4109 sind:

- Wohnräume, einschließlich Wohndielen,

- Schlafräume, einschließlich Übernachtungsräume in Beherbergungsstätten,

- Unterrichtsräume in Schulen, Hochschulen und ähnlichen Einrichtungen,

- Büroräume (ausgenommen Großraumbüros), Praxisräume, Sitzungsräume und ähnliche Arbeitsräume.

Im Einzelfall ist zu prüfen, welche konkreten Schallschutzanforderungen an Sanitärräume zu stellen sind - immer in bezug auf benachbarte, evtl. schutzbedürftige Räume.

Grundlagen

DIN 4109 wahrt die öffentlich-rechtlichen Interessen im Sinne des Gesundheitsschutzes. Die festgelegten Anforde- rungen an den Schallschutz stellen Mindestforderungen dar. Es kann damit nicht erwartet werden, dass Geräusche von außen oder aus benachbarten Räumen nicht mehr wahrgenommen werden. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit gegenseitiger Rücksichtnahme durch Vermeidung unnötigen Lärms. Die DIN 4109, sowie VDI 4100 müssen wegen der Umsetzung der europäischen Normung ihre schallschutztechnischen Anforderungen der DIN EN 12354 anpassen. Aus diesem Grund ist die DIN 4109 z.Zt. in Überarbeitung.

Das Beiblatt 2 zu DIN 4109 enthält Vorschläge für einen erhöhten Schallschutz und Empfehlungen zum Schallschutz im eigenen Wohnbereich.

Die DIN 4109 ist einschl. der Ergänzungstabelle A1 von Januar 2001 in allen Bundesländern als technische Baubestim- mung bauaufsichtlich eingeführt [4].

50
50

2013

Tabelle 2.6.1

Allgemeine Grundlagen

Schallschutz

Zulässige Schalldruckpegel in schutzbedürftigen Räumen von Geräuschen aus haustechnischen Anla- gen und Gewerbebetrieben, nach DIN 4109 (Tabelle 4)

Spalte

1

2

3

Zeile

Geräuschquelle

Art der schutzbedürftigen Räume

Wohn- und Schlafräume

Unterrichts- und Arbeitsräume

Kennzeichnender Schalldruckpegel dB (A)

1

Wasserinstallationen (Wasserversorgungs- und Abwasseranlagen gemeinsam)

L In 30 a, b

L In 35 a

2

Sonstige haustechnische Anlagen

L AFmax 30 c

L AFmax 35 c

3

Betriebe tags 6 bis 22 Uhr

L r 35

L r 35 c

4

Betriebe nachts 22 bis 6 Uhr

L r 25

L r 35 c

a

Einzelne, kurzzeitige Spitzen, die beim Betätigen der Armaturen und Geräte nach Tabelle 6 (Öffnen, Schließen, Umstellen, Unterbrechen u.ä.) entstehen, sind z.Z. nicht zu berücksichtigen.

b

Werkvertragliche Voraussetzungen zur Erfüllung des zulässigen Installations-Schallpegels:

- die Ausführungsunterlagen müssen die Anforderungen des Schallschutzes berücksichtigen, d.h.u.a. zu den Bauteilen müssen die erforderlichen Schallschutznachweise vorliegen.

- Außerdem muss die verantwortliche Bauleitung benannt und zu einer Teilnahme *) vor Verschließen bzw. Ver- kleiden der Installation hinzugezogen werden. Weitergehende Details regelt das ZVSHK-Merkblatt [3].

c

Bei lüftungstechnischen Anlagen sind um 5 dB (A) höhere Werte zulässig, sofern es sich um ein Dauergeräusch ohne auffällige Einzeltöne handelt.

*) Hinweis: Im Ausdruck von DIN 4109/A1: 2001-01 steht falsch „Teilnahme“ statt „Teilabnahme“.

Aus Fußnote b dieser Tabelle ergibt sich, dass der Fachplaner mit den Ausführungsplanungen z.B. für

- Vorwandinstallationen

- Dusch- und Badewannen

- Armaturen

- Abwasseranlagen

einen schalltechnischen Eignungsnachweis auf Basis der tatsächlich am Bau vorhandenen Installationswand erstellen muss. Die Vertragspartner sollten vor Beginn der Planungen und Arbeiten die Höhe des gewünschten Schallschutzes fest- legen (VDI 4100, Abschnitt 7). Nach VDI 4100 gilt weiterhin: „Ein messtechnischer Nachweis des Schallschutzes sollte Bestandteil dieser Vereinbarung sein.“

In dieser Richtlinie werden mit Hilfe von drei Schallschutzstufen (SSt) Kriterien für die Planung und Beurteilung von Wohnungen festgelegt.

SSt I

Anforderungen nach DIN 4109 (im Mehrfamilienhaus erhöhte Empfehlung von SST I

gegenüber E DIN 4109-1:2009-07 um 3 dB höher)

„Angehobene Sprache aus fremden Nachbarräumen ist im Allgemeinen kaum verstehbar.“ [5]

SSt II

Wohnungen mit üblichem Komfortanspruch

„Angehobene Sprache aus fremden Nachbarräumen ist in der Regel wahrzunehmen, aber im Allgemeinen nicht verstehbar.“ [5]

SSt III

Wohnungen mit gehobenem Komfortanspruch

„Besonders laute Störgeräusche (z. B. Musikinstrumente, Tonwiedergabegeräte) können beim Nachbarn kaum hörbar wahrgenommen werden.“ [5]

Weitergehende, noch hörere Anforderungen an den Schallschutz werden nach VDI 4100 mit den Schallschutzklassen „SSt EB I“ und „SSt EB II“ bezeichnet.

2013

Allgemeine Grundlagen

Schallschutz

Tabelle 2.6.2

Empfohlene Schallschutzwerte der Schallschutzstufen (SSt) in Mehrfamilienhäusern nach VDI 4100, Tabellen 2 und 3

Spalte

1

2

3

 

4

5

6

7

   

Kennzeichnende

     

Schallschutzkriterium

 

akustische Größe

SSt I

SSt II

SSt III

Zeile

   

in dB

 

1 a

Luftschall-

Mehrfamilien-

   

D

     

schutz

haus

nT,w

 

56

59

64

     

Treppen-

       

1 b

Luftschall-

schutz

Mehrfamilien-

haus

raumwand

mit Tür

 

D

nT,w a)

 

45

50

55

     

vertikal,

       

2

Trittschall-

schutz

Mehrfamilien-

haus

horizontal

oder diago-

nal

 

nT,w b)

L'

 

51

44

37

 

Gebäude-

           

technische

Anlagen (ein-

schließlich

3

Wasserver-

Mehrfamilien-

 

c)

30

27

24

haus

L

AFmax,nT

 

sorgungs- und

       

Abwasser-

 

anlagen

gemeinsam)

 

Luftschall-

           

schutz gegen

 

res. R ´

 

f)

Außenlärm in

Mehrfamilien-

w

d)

d)

d) +5 dB

4

schutz-

haus

(res. D nT,w ) e)

bedürftigen

 

Räumen

 

a) Die Empfehlungen beziehen sich auf den Schallschutz vom Treppenraum zum nächsten Aufenthaltsraum; woh- nungsinterne Türen dürfen im Falle eines dazwischen liegenden Raums mit einem pauschalen Normschallpegeldif- ferenz-Abschlag von 10 dB berücksichtigt werden.

b) gilt auch für die Trittschallübertragung von Balkonen, Loggien, Laubengängen und Terrassen in fremde schutzbe- dürftige Räume

c) Einzelne kurzzeitige Geräuschspitzen, die beim Betätigen (Öffnen; Schließen, Umstellen, Unterbrechen u. Ä.) der Armaturen und Geräte der Wasserinstallation entstehen, sollen die Kennwerte der SSt II und SSt III um nicht mehr als 10 dB übersteigen. Dabei wird eine bestimmungsgemäße Benutzung vorausgesetzt.

d) siehe Regelungen in DIN 4109:1989-11, Abschnitt 5

e) ohne Korrektur nach DIN 4109:1989-11, Abschnitt 5.2, Tabelle 9

f) mit Bezug auf Außenbauteile, die aus mehreren Teilflächen unterschiedlicher Schalldämmung bestehen

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2013

Tabelle 2.6.3

Allgemeine Grundlagen

Schallschutz

Empfohlene Schallschutzwerte der Schallschutzstufen (SSt) in Einfamilien-Doppel- und Einfamilien-Reihenhäusern nach VDI 4100, Tabellen 2 und 3

Spalte

1

 

2

3

 

4

5

6

7

   

Kennzeichnende

     

Schallschutzkriterium

 

akustische Größe

SSt I

SSt II

SSt III

Zeile

   

in dB

 
   

Einfamilien-

         

1

Luftschall-

Doppel- und Ein-

 

D

 

65

69

73

schutz

familien-

nT,w

 

Reihenhäuser

       
   

Einfamilien-

         

2

Trittschall-

schutz

Doppel- und Ein-

familien-

Reihenhäuser

horizontal

oder diago-

nal

 

L' nT,w a)

 

46

39

32

 

Gebäude-

           

technische

Anlagen (ein-

Einfamilien-

Doppel- und Ein-

schließlich

 

b)

3

Wasserver-

familien-

L

AFmax,nT

30

25

22

sorgungs- und

Abwasser-

Reihenhäuser

 

anlagen

gemeinsam)

 

Luftschall-

           

schutz gegen

Einfamilien-

res.R´ w

e)

4

Außenlärm in

Doppel- und Ein-

c)

c)

c) + 5 dB

schutz-

familien-

(res.D nT,w ) d)

bedürftigen

Reihenhäuser

 

Räumen

 

a) gilt auch für die Trittschallübertragung von Balkonen, Loggien, Laubengängen und Terrassen in fremde schutzbe- dürftige Räume

b) Einzelne kurzzeitige Geräuschspitzen, die beim Betätigen (Öffnen; Schließen, Umstellen, Unterbrechen u. Ä.) der Armaturen und Geräte der Wasserinstallation entstehen, sollen die Kennwerte der SSt II und SSt III um nicht mehr als 10 dB übersteigen. Dabei wird eine bestimmungsgemäße Benutzung vorausgesetzt.

c) siehe Regelungen in DIN 4109:1989-11, Abschnitt 5

d) ohne Korrektur nach DIN 4109:1989-11, 5.2, Tabelle 9.

e) mit Bezug auf Außenbauteile, die aus mehreren Teilflächen unterschiedlicher Schalldämmung bestehen

Da die einzelnen Regelwerke bei den Anforderungsprofilen und den Schallpegelwerten voneinander abweichen, ist es dringend zu empfehlen, die Vorschläge des erhöhten Schallschutzes schriftlich zu vereinbaren. Der geschuldete Schallpegel sollte unter Nennung der Norm/Richtlinie und des Zahlenwertes zwischen allen am Bau Beteiligten und den Wohnungsnutzern vertraglich vereinbart werden.

Für den Sanitärbereich ist die Dämmung des:

-

Luftschalls

-

Trittschalls

-

Körperschalls

-

Wasserschalls

zu beachten.

Allgemeine Grundlagen

Schallschutz

Die Schallschutzmaßnahmen betreffen sowohl die Minderung der Schallentstehung als auch die der Schallübertragung. Teilweise sind die Schallschutzmaßnahmen bauseitig abzusichern (vgl. auch DIN 4109, Tabelle 5). Bereits bei der Grundrissplanung ist dem vorbeugenden Schallschutz bei haustechnischen Anlagen besondere Auf- merksamkeit zu widmen. „Die bauakustisch günstige Zuordnung der Sanitärräume, -objekte, -armaturen und -leitun- gen ist von großer Wirksamkeit, unterliegt keinen Ausführungsfehlern und verursacht keine Kosten.“ [1] Lärmerzeugende haustechnische Anlagen sowie Teile, die die Geräusche weiterleiten (z. B. Rohre für Wasser und Ab- wasser, Müllabwurfanlagen, Aufzüge) sollen nicht an Wänden „ruhiger“ (schutzbedürftiger) Räume liegen, insbesonde- re dann nicht, wenn die Wände dünn (leicht) sind. An Wohnungstrennwänden sollten sie nur liegen, wenn wenig lärmempfindliche Räume angrenzen (z. B. Arbeitskü- chen, WCs, Bäder; Abstellräume und Flure). Durch zweckmäßige Lagezuordnung der Sanitär- und haustechnischen Räume gegenüber schutzbedürftigen Räumen lässt sich eine Minderung der Geräuschübertragung von 5 bis 10 dB (A) erzielen. Die Einteilung in bauakustisch ungünstige und günstige Grundrissanordnung nach DIN 4109, Bild 2 (s. auch nachfolgen- de Abbildung) sowie die festgelegten Schallschutzanforderungen sind ausschlaggebend für die Auswahl der Armaturen.

sind ausschlaggebend für die Auswahl der Armaturen. Bild 2.6.1 Bauakustisch ungünstiger (links) und günstiger

Bild 2.6.1

Bauakustisch ungünstiger (links) und günstiger Grundriss F = fremder Aufenthaltsraum

Anforderungen an Armaturen und Geräte der Wasserinstallation nach DIN 4109-1 E, Abschnitt 11

Für Armaturen und Geräte der Wasserinstallation - nachfolgend Armaturen genannt - sind Armaturengruppen festge- legt, in die sie aufgrund des nach DIN EN ISO 3822-1 bis DIN EN ISO 3822-4 gemessenen Armaturengeräuschpegels L ap entsprechend der nachfolgenden Tabelle eingestuft werden. Für Auslaufarmaturen und daran anzuschließende Auslaufvorrichtungen (Strahlregler, Rohrbelüfter in Durchflussform, Rückflussverhinderer, Kugelgelenke und Brausen) sowie für Eckventile sind in nachfolgender Tabelle Durchflussklassen mit maximalen Durchflüssen festgelegt.

54 2013
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2013

Tabelle 2.6.4

Allgemeine Grundlagen

Schallschutz

Anforderungen an Armaturen und Geräte der Wasserinstallation, nach DIN 4109, Tabelle 12

Spalte

 

1

2

3

   

Armaturengeräuschpegel L ap für kennzeichnenden Fließdruck oder Durchfluss nach DIN EN ISO 3822-1 bis DIN EN ISO 3822-4 a

Armaturen-

Zeile

 

Armaturen

gruppe

1

Auslaufarmaturen

   

2

Anschlussarmaturen

-

Geräte – Anschlussarmaturen

Magnetventile für elektronisch gesteuerte Armaturen

-

20 dB(A) b

I

3

Druckspüler

4

Spülkästen

 

5

Durchflusswassererwärmer