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Ludwig-Maximilians-Universität München Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung Seminar: Kommunikationsforschung I Sommersemester 2010 Dozent: Alexander Haas, M.A. Abgabetermin: 21. Juni 2010

vorgelegt von: Christina Jahn Matrikelnummer: 10026406

Übungsaufgabe II – Aufgabe I

Teilaufgabe 1 Die Grundgesamtheit enthält alle wahlberechtigten Deutschen, also alle deutschen Staatsbürger, die 18 Jahre oder älter sind.

Teilaufgabe 2 Als Modus wären das Face-to-face-Interview oder die Telefonbefragung geeignet. Das Face-to-face-Interview ist aufwendig und kostenintensiv, andererseits ist die Abbrecherquote gering und die Rücklaufquote hoch, was die Stichprobe repräsentativer macht. Die Befragung per Telefon scheint sinnvoll, da sie gerade bei einer so großen Grundgesamtheit kostengünstig ist. Allerdings ist, im Gegensatz zu Face-to-face- Befragung, Abbrecherquote hoch und die Rücklaufquote gering. Desweiteren funktioniert die last-birthday-Methode nicht so, wie sie sollte, da (vergleiche Teilaufgabe 3) die Angerufenen am Telefon entweder gar keine Angaben machen wollen, oder aus Bequemlichkeit und der Aussicht auf ein Geschenk sich selbst als Person, die zuletzt Geburtstag hatte, angeben. Die last-birthday-Methode ist aber nötig, damit die Zusammensetzung der Stichprobe der der Grundgesamtheit entspricht. Deshalb fällt die Wahl trotz höheren Aufwands auf das Face-to-face-Interview. Die Fragen werden geschlossen konzipiert (bis auf die obligatorische offene Frage), da so bei einer quantitativen Befragung mit einer großen Stichprobe wie hier eine genauere Vergleichbarkeit gewährleistet werden kann. Ein Fragebogen mit offenen Fragen eignet sich eher für eine qualitative Befragung.

Teilaufgabe 3 Die Grundgesamtheit ist sehr groß, die Merkmale, die die Elemente enthalten müssen, sind nicht sehr speziell. Das macht andererseits die Schwierigkeit der Stichprobenziehung aus: Es muss gewährleistet sein, dass Menschen jeden Alters und jedes Bildungsstands in der Stichprobe sind, ebenso wie Stadt- und Landbevölkerung. Trotzdem scheint eine Quotierung nicht geeignet. Die Voraussetzungen für die Repräsentativität der Stichprobe sind auch bei einer systematischen Zufallsauswahl gegeben. Interviewer werden also in verschiedenen Städten Deutschlands mit bestimmten Anweisungen auf die Straßen geschickt. Damit gewisse Personengruppen wie Hausfrauen oder Arbeitslose nicht in der Stichprobe überrepräsentiert sind, wird in jedem

Haushalt die last-birthday-Methode angewandt, wobei die Person des Haushalts befragt wird, die zuletzt Geburtstag hatte – wie in Teilaufgabe 2 bereits beschrieben.

Teilaufgabe 4 Fragen 1 bis 5 messen Dauer und Art des Fernsehkonsums. Fragen 8 bis 12 messen Politikverdrossenheit. Fragen 6 und 7 dienen als Überleiterfragen zwischen den beiden Themen.

Frage 1: Viel- oder Wenignutzer; Verhaltensfrage, ordinale Skala Frage 2: Fernsehkonsum – Tendenz zu öffentlich-rechtlichen oder privaten Sendern; Verhaltensfrage, nominale Skala, polytome Merkmale Frage 3: Persönliche Motive der Fernsehnutzung – Unterhaltung oder Information; Verhaltensfrage, nominale Skala, polytome Merkmale

Frage 4: tatsächliche Nutzung des Programms – Unterhaltung oder Information; Verhaltensfrage, ordinale Skala Frage 5: Nachrichtenkonsum, Tendenz zu öffentlich-rechtlich oder privat; Verhaltensfrage, ordinale Skala Frage 6 und 7: Überleiterfragen, Einstellungs- und Meinungsfragen

- Frage 6: offene Frage, kein Skalenniveau

- Frage 7: ordinale Skala

Dimensionen von Politikverdrossenheit:

- Wahlverhalten: Frage 8 (Verhaltensfrage)

- Partizipation: Frage 9, 10 (Verhaltensfragen)

- Vertrauen: Frage 11, 12 (Einstellungs-, Meinungsfragen) jeweils nominale Skala

Teilaufgabe 5

- Fragen zum Fernsehkonsum vor Fragen zur Politikverdrossenheit: Vermeidung von

Konsistenzeffekten (beispielsweise bei jemanden, der politisch aktiv ist, aber

hauptsächlich Castingshows ansieht)

- verhältnismäßig kurzer Fragebogen: Kontrasteffekte nicht zu erwarten

- Konsistenzeffekt eventuell bei Fragen nach Sendern und Nachrichtensendungen

(deshalb wurden die Fragen auseinander gezogen)

- Verfälschungen aufgrund von sozialer Erwünschtheit kaum zu erwarten. Desinteresse

an Politik ist, wenn überhaupt, höchstens bei der höheren Bildungsschicht zu erwarten.

Auch auf die Fragen nach dem Fernsehkonsum hin sind, wenn überhaupt, nur geringe Effekte sozialer Erwünschtheit zu erwarten, da das Thema keine bzw. kaum Brisanz besitzt.

- Primacy/Recency-Effekte können durch Hilfsmittel wie Karteikärtchen beim Face-to-

face-Interview verhindert werden

- non-opinions: eventuell bei Politikfragen, allerdings ist nur eine davon eine Einstellungs- und Meinungsfrage (bei denen non-opinion häufig auftreten)

Teilaufgabe 6

- Interviewereffekte: können auftreten, wenn der Interviewer äußerlich einem bestimmten

Klischee entspricht, das man mit einer politischen Einstellung verknüpft („langhaariger linker Hippie“); Interviewer sollten also in dieser Hinsicht möglichst unauffällig und neutral

erscheinen. Fragen müssen alle mit gleicher Intonation etc. vorgelesen werden, um Verzerrungen zu vermeiden.

- Sponsorshipeffekte können verhindert werden, indem der Interviewer betont, von einem unabhängigen Institut zu kommen.

- Anwesenheits- und Zustimmungseffekte: neben dem Befragten und dem Interviewer

sollte keine weitere Person anwesend sein, die den Befragten beeinflussen könnte; um zu kontrollieren, ob der Befragte mit Ja antwortet, um dem Interviewer „einen Gefallen zu tun“, könnte der Interviewer einige Fragen zu Politikverdrossenheit mehrmals in umgekehrter Formulierung stellen, beispielsweise einmal ob man mit der Regierung zufrieden, einmal, ob man unzufrieden ist. Bei diesem speziellen Fragebogen erscheint

das aufgrund der geringen Länge allerdings nicht sinnvoll – der Befragte würde stutzig werden, da er die Frage kurz zuvor schon beantwortet hat.

Teilaufgabe 4: Fragebogen

Einleitung / Eisbrecherfrage(n)

01. Wie viel lange Sie an einem durchschnittlichen Werktag fern?

Weniger als 30 Min. – 30 Min. bis 1 Std. – 1 bis 2 Std. – 2 bis 3 Std. – mehr als 3 Std.

02. Welche dieser Sender sehen Sie am liebsten? (maximal 2)

ARD – ZDF – RTL – Sat1 – Pro7 – Arte – 3Sat – Sonstige

03. Welche der folgenden Aussagen treffen auf Sie zu?

- Ich sehe fern, um von aktuellen Ereignissen zu erfahren.

- Ich sehe fern, weil es mich vom Alltag ablenkt.

- Ich sehe fern, um zu entspannen.

- Ich sehe fern, um über Themen, die mich interessieren, auf dem Laufenden zu bleiben.

- Ich sehe fern, wenn ich nichts Besseres zu tun habe.

04. Bitte kreuzen Sie im Folgenden an, wie häufig Sie welche Art von Sendungen im

Fernsehen ansehen. Jeweils: Nie – selten – hin und wieder – oft – jeden Tag Casting- und Realityshows, Nachrichten, Talkshows, Serien, Spielfilme, Dokumentationen, Boulevardmagazine, Sonstiges

05. Wie oft sehen Sie für gewöhnlich die folgenden Nachrichtensendungen?

Jeweils: Nie – selten – hin und wieder – oft – jeden Tag Tagesschau, Tagesthemen, heute, heute journal, RTL aktuell, Sat1 Nachrichten, N24 Nachrichten

06. Wenn es nach Ihnen ginge: Was müsste man an den Nachrichten im deutschen

Fernsehen verändern?

07. Wie gut, denken Sie, werden Sie durch Fernsehnachrichten über die aktuelle

Politik informiert? Überhaupt nicht – nur wenig – mittelmäßig – ziemlich gut – hervorragend

Noch einige weitere Fragen zur Politik:

08. Sind Sie bei der letzten Bundestagswahl zum Wählen gegangen? Ja/Nein

09. Sind oder waren Sie Mitglied einer Partei? Ja/Nein

10. Haben Sie sich schon einmal an einer politischen Demonstration beteiligt? Ja/Nein

11. Sind Sie zufrieden mit der derzeitigen Regierung? Ja/Nein

12. Haben Sie Vertrauen in die Parlamentarische Demokratie? Ja/Nein

Weitere Angaben:

Geschlecht

Alter

Schulabschluss