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Infos für optimale Wettkampfvorbereitung im Judo

Allgemeine Information für eine optimale Wettkampfvorbereitung und einen erfolgreichen Wettkampftag

Für uns ist es sehr wichtig, unsere jungen Judoka im Zweikampf unter Wettkampfbedingungen zu erleben. Und wir halten es für gut, dass jeder irgendwann einmal in seinem Judoleben den Wettkampf ausprobiert. Dadurch haben wir die Möglichkeit zu sehen, ob unsere vermittelten Techniken "im Ernstfall" funktionieren. Nur im Wettkampfstress haben wir die spezielle Situation, zu sehen, wie sie sich vor Publikum ihrem Gegner im fairen Zweikampf stellen, Kampfrichterentscheidungen akzeptieren und mit Sieg oder Niederlage umgehen. Und damit auch gleichzeitig die einzigartige Möglichkeit, in dieser Situation zu lernen und zu wachsen.

Bei offiziellen Wettkämpfen gibt es Unterteilungen in Alters- und Gewichtsklassen. Außerdem stehen sich (normalerweise) nur gleichgeschlechtliche Partner gegenüber, die damit ungefähr gleich alt und schwer sind. Ausnahmen kann es bei Freundschaftskämpfen mit Einverständnis der Kämpfer geben.

Die Gürtelfarbe zeigt nur den technischen Stand an, den der Judoka haben sollte. Über die Wettkampfqualität sagt die Gürtelfarbe nichts aus!

Die Wettkampfzeit ist je nach Altersklasse unterschiedlich lang und bezieht sich auf die reine Kampfzeit. Bei Unterbrechungen wird die Uhr jeweils angehalten.

Die Kämpfer werden durch die Wettkampfgürtel unterschieden, wobei der Erstgenannte den roten Zusatzgürtel tragen muss und immer rechts vom Kampfrichter steht.

Bei höherklassigen Veranstaltungen werden die Kämpfer durch einen blauen und weißen Anzug unterschieden, wobei der blaue Anzug den roten Gürtel ersetzt. Die Wettkampftafeln sind ebenfalls entsprechend unterteilt.

Am Tag vor dem Wettkampf:

Keine großen körperlichen Anstrengungen.

Leichtes Jogging, um evtl. etwas Gewicht zu machen. Kinder und Jugendliche befinden sich im Wachstum und sollten daher nicht oder nur sehr begrenzt "Gewicht machen", also abnehmen! Eine vorausschauende Planung für den Start in der optimalen Gewichtsklasse ist hier meist sinnvoller.

Für ausreichenden Schlaf und Entspannung sorgen.

Keine Teilnahme an anderen sportlichen Wettkämpfen! Die Regenerationsphase reicht meistens nicht aus, um am nächsten Tag erfolgreich auf der Matte zu kämpfen. Hier müssen die Eltern zusammen mit dem Judoka eine frühzeitige Entscheidung treffen.

Besser eine Sache richtig, als zwei Sachen halbherzig angehen!

Tasche packen, vermeidet Stress am Wettkampftag!:

Judopass

Judojacke

Judohose

Judogürtel

Wettkampfgürtel rot/weiß, wenn eigene vorhanden sind

Schwitzpulli und dicke Socken zum Warmhalten

Hallenschuhe für die Turnhalle

Unterwäsche zum Wechseln

Duschsachen (Handtuch/Duschgel)

Tempotaschentücher, Pflaster, Tape

Nagelschere (besser: Nägel am Vortag kurz schneiden)

Weißes T-Shirt und Haargummi ohne Metall (für die Mädchen)

Traubenzucker (nur für den Notfall, siehe Essen)

Etwas Süßigkeiten (erst nach den Kämpfen!)

Etwas Geld (manche Ausrichter betreiben eine kleine Cafeteria)

Handynummer der Eltern (falls diese nicht mitkommen)

Kuscheltier/Glücksbringer (falls nötig)

Am Wettkampftag:

Rechtzeitiges Aufstehen

Leichtes Frühstück (Gewichtsklasse?)

Wie lange eine Veranstaltung dauert, hängt meist von der Anzahl der Teilnehmer und der Organisation des Veranstalters ab und kann daher vorher nur schwer kalkuliert werden.

Mit einer Erkältung oder unter Antibiotika auf einem Wettkampf zu starten, ist nicht nur sinnlos, sondern auch gefährlich für den Körper und nicht zu verantworten!!!

Ernährung am Wettkampftag und zwischen den Kämpfen:

Getränke:

Wasser ohne oder mit wenig Kohlensäure, vor und während der Kämpfe

Schorle im Verhältnis 2:1 Wasser zu Saft, vor und während der Kämpfe

Schorle im Verhältnis 1:2 Wasser zu Saft, aber erst nach dem letzten Kampf des Tages (Blutzucker)

Grundsätzlich sollte ausreichend getrunken werden, aber keinen Wasserbauch antrinken. Besser sind kleine Mengen in regelmäßigen Abständen. Apfel- oder Beerensäfte sind für Schorlen sehr gut geeignet.

Essen:

Müsliriegel nach dem Wiegen, in kleinen Pausen und zwischen den Kämpfen

Käsebrot nach dem Wiegen und in größeren Pausen

Bananen

Finger weg von:

Wurstbroten, weil hier der Verdauungsaufwand sehr hoch ist.

Traubenzucker. Wird zwar relativ schnell vom Körper aufgenommen und gelangt sehr schnell ins Blut, aber dadurch steigt der Blutzuckerspiegel so schnell an, dass der Körper Insulin ausschüttet, damit der Zucker aufgenommen werden kann. Durch den schnellen Anstieg wird aber eigentlich zu viel Insulin ausgeschüttet, und sobald der Traubenzucker verbraucht oder eingelagert ist, gerät der Körper in den Kohlenhydratmangel (Leistungseinbruch!). Daher gilt: Traubenzucker nur im Notfall bei Unterzuckerung und nur in Absprache mit dem Trainer. Oder am Ende des Wettkampftages.

Milchprodukte sind auf nüchternen Magen und bei Anstrengungen manchmal schwer verträglich und verursachen Übelkeit

Nutellabrote und Süßigkeiten in größeren Mengen (siehe Traubenzucker, nur verzögert)

Natürlich kann jeder selber entscheiden wie sie/er sich optimal auf den Wettkampf vorbereitet oder seine Tasche packt bzw. sich ernährt. Trotzdem sollten diese Tipps beherzigt werden, denn sie beruhen auf Erfahrungen von Teilnahmen an unzähligen Turnieren, Wettkämpfen und Meisterschaften.

Wir wünschen allen unseren aktiven Judoka viel Spaß und viel Erfolg !