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Strukturen (Fallen)

und Reservenberechnung

Strukturelle Fallen

Strukturen (Fallen)

Für den Erdölgeologen und Seismiker sind dies tektonische Hochlagen wie Sättel (bzw. Antiklinalen), Horstblöcke, Monoklinen, ebenso Verformungen an/oder über Salzstöcken etc. Weisen die Strukturen poröse Schichten auf und sind sie nach oben abgedichtet, werden sie zu einer potenziellen Falle (structural trap) für Kohlenwasserstoffe. Auch die roll over anticlines an synsedimentären Störungen (growth faults) mächtiger Deltakörper können zu dieser Gruppe gerechnet werden. Ihre Aufsuchung ist eine wesentliche Aufgabe der Explorationsseismik.

Fazielle oder lithologische Fallen (stratigraphic traps)

Diese sind poröse Trägergesteine, die nur lokal ausgebildet oder erhalten sind. Im Anglo-Amerikanischen steht für

diese sehr große, genetisch sehr vielgestaltige Gruppe der ungenaue Sammelbegriff „stratigraphic traps“.

Sie können vereinfacht folgendermaßen gegliedert werden:

Sedimentologische Fallen (poröse Körper primär nur lokal ausgebildet) wie vor allem:

Flussbettsande (channel sands), besonders in Gebirgsvorländern die grobkörnigen Ablagerungen verflochtener

Flüsse (braided rivers), die Gleithangsande (point bar sands) mäandrierender Flüsse des Flachlandes und der

Deltaebene

Küstensandbarren (barrier bar sands) im Umfeld von Flussmündungen an wellenreichen Küsten mit kleinen Gezeiten

Deltafrontsande i.w.S., z.B. Mündungsbarren (mouth bars) vor Delta-Rinnen

Kalkarenitbarren aus Schalenbruchstücken oder Ooiden (bioclastic or oolithic bars)

Riffkörper in all ihrer biologischen und morphologischen Varianz (fringing-, barrier-, pinnacle-, patch reef, atoll).

Sekundär durch Veränderung des Porenraumanteils gebildet:

Diagenetische Fallen, z.B. lokale Neubildung von Porosität durch Dolomitisierung im tieferen Untergrund oder lokale Abdichtung im Trägergestein durch starke Zementation

Verkarstung von zutagegetretenen Karbonatgesteinen.

Aus: Kulke (1988)

Schematische Darstellung typischer fazieller Fallen

1 2 5 6 3 4 9 8 7 11 15 10 12 14 13
1
2
5
6
3
4
9
8
7
11
15
10
12
14
13
Umgezeichnet nach Kulke (1988)

Oben:

Kontinentale Ablagerungsräume vom Gebirge über Schuttfächer, Dünengürtel, Fluss-Systeme bis zur Salzton-Playa

1: Schuttfächer (alluvial fans) 2: Dünengürtel

3: (gestapelte) Rinnensande verflochtener Flüsse (braided rivers)

4: Gleithangsande (point bars) eines Mäandergürtels 5: Deltafront-Sande (an Seeufer) 6: Sande über verdeckter Struktur 7: Sande in gekapptem Träger unter Diskordanz 8: Geklüftetes Grundgebirge 9: Verkarsteter „buried hill“

Unten:

Marine Ablagerungsräume

10: Flachmarine Sandkörper 11: Sabkha-Dolomit 12: Oolith-Barre

13: Riff

14: Tiefsee-Fächer mit Turbiditen 15: Deltafront-Sande

Sand & Kies

Sand

Kalkstein

Dolomit

d i l a t a t i vk

i n e n g e n d z e r r e n de

Komplexe &

Kombinations-

Verwerfungen

„Störungen“

Antiklinalen

Fallen Abschiebungen mit Abschiebungen antithetisch Aufdomung mit Diskordanzen * über Salzkissen synthetisch
Fallen
Abschiebungen
mit Abschiebungen
antithetisch
Aufdomung
mit Diskordanzen *
über Salzkissen
synthetisch
„Draping“
Bruchstaffel
mit Horstblock
mit Erosion
Blumenstruktur
„roll over“
Synsedimentäre
Abschiebung
Überschiebungs-
schuppen
Falte
„growth fault“
Aufschiebung
Salzstöcke
Zwischenstruktur

asymmetrische überschobene

Strukturelle

Fallen

z e r r e n d

o m p r e s s i v

* Werden von einigen Autoren in die Gruppe der stratigraphischen (faziellen) Fallen gestellt.

Umgezeichnet nach Kulke (1993)

Stratigraphische Fallenbildung an einer Diskordanz sowie strukturelle Fallenbildung an synthetischen Abschiebungen
Stratigraphische Fallenbildung an einer
Diskordanz sowie strukturelle Fallenbildung
an synthetischen Abschiebungen
Beispiel Erdölfeld Hankensbüttel
(Gifhorner Trog, Niedersachsen)

Tektonische Deformation

Tektonische Deformation Abschiebung Extension = Längung Kompression = Verkürzung Aufschiebung

Abschiebung

Extension

= Längung

Tektonische Deformation Abschiebung Extension = Längung Kompression = Verkürzung Aufschiebung

Kompression = Verkürzung

Aufschiebung

http://facweb.bhc.edu/academics/science/

Tektonische Deformation

Tektonische Deformation Horizontaler Stress http://facweb.bhc.edu/academics/science/

Horizontaler

Stress

Tektonische Deformation Horizontaler Stress http://facweb.bhc.edu/academics/science/

http://facweb.bhc.edu/academics/science/

Strukturen an Salzstöcken

B C A F D E
B
C
A
F
D
E

A:

Aufdomung über Salzstock

B & C: Strukturen an Störungen

D:

Auskeilendes Reservoir

E:

Zwischenstruktur als Antikline

F:

Reservoir unter Diskordanz

Entwicklung einer Randsenke (rim syncline) an einem Salzstock Jordan (1989) Schematisches Profil durch den an
Entwicklung einer Randsenke (rim syncline) an einem Salzstock Jordan (1989) Schematisches Profil durch den an

Entwicklung einer Randsenke (rim syncline) an einem Salzstock

Entwicklung einer Randsenke (rim syncline) an einem Salzstock Jordan (1989) Schematisches Profil durch den an der

Jordan (1989)

Schematisches Profil durch den an der Oberfläche ausbeißenden Weenzer Salzstock (Gipshut des Zechsteinsalzes) und dessen Subrosionssenke mit Sedimenten der Unterkreide und des Tertiärs (Paläogen und Neogen).

Abgedeckte Karte (NW-Deutschland) mit Lage der Salzstrukturen (grau) und den assoziierten Erdöl-Lagerstätten LBEG 2007

Abgedeckte Karte (NW-Deutschland) mit Lage der Salzstrukturen (grau) und den assoziierten Erdöl-Lagerstätten

LBEG 2007

www.offshore-technology.com
www.offshore-technology.com
BASF
BASF

Ölfeld Mittelplate

www.wissen.de
www.wissen.de
Dieksand
Dieksand

Querschnitt durch den Büsumer

Salzstock und das Feld Mittelplate

entlang der Extended- Reach- Bohrung

Querschnitt durch den Büsumer Salzstock und das Feld Mittelplate entlang der Extended- Reach- Bohrung (STACHEL 2002)

(STACHEL 2002)

Ölfeld Mittelplate

Ölförderung in einem hochsensiblen Umfeld landseitige

Erschließung der Lagerstätte vom Bohrplatz Dieksand

Plattform Landstation Mittelplate Dieksand 8 km
Plattform
Landstation
Mittelplate
Dieksand
8 km

http://www.erdoel-erdgas.de

Der Büsumer Salzstock und das Feld Mittelplate an seiner Westflanke

aus den Ergebnissen der 3D-Seismik Extended-Reach-Bohrung

Mittelpate
Mittelpate
Dieksand
Dieksand
Eine seismische Zeitscheibe (time slice)
Eine seismische Zeitscheibe
(time slice)
Fallenbildung im Zusammenhang mit der Halokinese im Gifhorner Trog

Fallenbildung im Zusammenhang

mit der Halokinese im Gifhorner Trog

Fallenbildung im Zusammenhang mit der Halokinese im Gifhorner Trog

GROWTH FAULTS mit

„roll over“ - Antiklinalen

1 2 3
1
2
3

From Quanmao & Dickinson (1986)

After Bruce (1973)
After Bruce (1973)
GAS OIL From Whiteman (1982) after Weber & Daukoru (1975) WATER
GAS
OIL
From Whiteman (1982) after
Weber & Daukoru (1975)
WATER
~ 50 m
~ 50 m

Front page Sedimentology (2000)

Verteilung der Erdölfelder im Niger Delta

Verteilung der Erdölfelder im Niger Delta
Aus: Beckmann (1976)

Aus: Beckmann (1976)

Aus: Beckmann (1976)

Aus: Beckmann (1976)

Beispiel für den raschen Übergang von sandiger zu toniger Fazies

für den raschen Übergang von sandiger zu toniger Fazies Paläogeographie der untersten Unter- Kreide und deren

Paläogeographie der untersten Unter-

Kreide und deren Ablagerungsräume

der untersten Unter- Kreide und deren Ablagerungsräume Dünen Strand t i d a l flach- marin

Dünen

Strand

tidal

flach-

marin

Schelf

Becken

(tiefmarin)

Dünen Strand t i d a l flach- marin Schelf Becken (tiefmarin)
i d a l flach- marin Schelf Becken (tiefmarin) Ölfeld Bramberge Grüner (1993) Land Küstennahe Zone
i d a l flach- marin Schelf Becken (tiefmarin) Ölfeld Bramberge Grüner (1993) Land Küstennahe Zone

Ölfeld Bramberge

Grüner (1993)

Land

Küstennahe Zone & Schwellen Tonige Fazies Schelf-Fazies mit Rinnen und Buchten

Ölfeld Bramberge: Beispiel einer faziellen (stratigraphischen) Falle durch Vertonung des Reservoirgesteins

Falle durch Vertonung des Reservoirgesteins N S Nord - Scholle Süd - Scholle Vertonungslinie Störung 1

N

S

Nord - Scholle

Nord - Scholle

Nord - Scholle
Nord - Scholle
durch Vertonung des Reservoirgesteins N S Nord - Scholle Süd - Scholle Vertonungslinie Störung 1 Störung

Süd - Scholle

Vertonungslinie
Vertonungslinie
Störung 1 Störung 2 Störung 4 Störung 5 Störung 6 Störung 7 Störung 8 Störung
Störung 1
Störung 2
Störung 4
Störung 5
Störung 6
Störung 7
Störung 8
Störung 12
W.H.22
W.5
B.25
B.4
B.8
B.10
NN
NN
Quartär
+
Tertiär
Alb
Ober Valendis, tonig
Barrême
E.T. 627,3m
Apt
E.T. 723,5m
Ober
Hauterive
E.T. 821,2m
E.T. 891,5m
U. Hauterive
sandig
Ober
Valendis,
tonig
tonig
Bentheimer
E.T. 1009,5m
Sandstein
sandig
E.T. 1069,0m
Dichotomiten
Schichten
tonig
Platylenticeras
Schichten
Ober
Hauterive
U. Hauterive

Teufe [m]

0

100

200

300

400

500

600

700

800

900

1000

1100

tonig Platylenticeras Schichten Ober Hauterive U. Hauterive Teufe [m] 0 100 200 300 400 500 600
Aus: Beckmann (1976)

Aus: Beckmann (1976)

d
d

Aus: Beckmann (1976)

Aus: Beckmann (1976)

Aus: Beckmann (1976)

Aus: Beckmann (1976)

Aus: Beckmann (1976)

Aus: Beckmann (1976)

Aus: Beckmann (1976)

Schematische Darstellung struktureller Fallentypen.

T & A bedeuten tektonisch bedingter Versatz zum Betrachter

(

T

owards the viewer) bzw. vom Betrachter weg (

BC: Basement Complex.

Von

HARDING

&

LOWELL

(AAPG Bull. 1979)

A

way from viewer)

Schematische Darstellung verschiedener Tiefenlinien, die mit einigen

typischen Fallensituationen assoziiert sind:

a) roll over Antiklinale mit Versatz in Richtung des regionalen Einfallens

b) Staffelbrüche mit Versatz in Richtung des regionalen Einfallens. Die

nutzbaren Speicher befinden sich immer auf der relativ gehobenen Seite

c) Abschiebung entgegen des regionalen Einfallens

d) Scheitelgraben über einer Salzintrusion

U: Up

D: Down

Aus NORTH (1985)

The Petroleum System

seepage anticline normal domal structure fault gas syncline cap GOC: gas oil gas closure contact
seepage
anticline
normal
domal structure
fault
gas
syncline
cap
GOC:
gas oil
gas
closure
contact
column
spill
point
spillage
oil ring
reservoir
thickness
OWC:
oil water
pinch out of
reservoir rock
oil column
contact
secondary migration
salt dome
primary migration
mature source rock
Redrawn after Kulke (1989)
Oil Spill Point closure Seal Gas Spill Point closure Oil Water saturated Reservoir Oil Supply
Oil
Spill
Point
closure
Seal
Gas
Spill
Point
closure
Oil
Water saturated
Reservoir
Oil
Supply
Gas

Lagerstättenberechnung

Die Berechnung der Wirtschaftlichkeit einer Lagerstätte zerfällt in mehrere Teilschritte

Berechnung der gewinnbaren Reserven

Erstellung eines Entwicklungsplans

Wirtschaftlichkeitsberechnungen

Erstellung einer Feasibility-Studie (Durchführbarkeit)

Investitionsentscheidung

Die Berechnung der gewinnbaren Reserven ist der erste Bewertungsschritt und Grundlage aller weiteren Betrachtungen. Grundlage hierfür sind die Daten der Fundbohrung, eventuelle Erweiterungsbohrungen sowie Strukturpläne anhand der Seismik und geologischer 3D-Modelle.

Für eine Bewertung der Reserven in einem frühen Stadium - d.h. vor der Entwicklung - kommen überwiegend die volumetrische Methode und Druckaufbaumessungen im Rahmen von Tests in Frage. Für die volumetrische Berechnung einer Erdöllagerstätte sind folgende

Daten notwendig:

Nettomächtigkeit (wahre Mächtigkeit) der Speichergesteine bzw. das Net/Gross-Verhältnis des Speicherhorizontes (M in m, aus Logs)

Fläche der Erdölführung (F in m 2 , aus Seismik und Bohrungen)

Porosität des Speichers (in %, aus Logs und Kernen)

Wassersättigung (S w in %, aus Logs und Kapillarduck-Kurven)

Ölsättigung (1- S w )

Formations-Volumen-Faktor für Öl (formation volume factor B o ): das Verhältnis des Ölvolumens im Reservoir (oil in place) zum Ölvolumen

im obertägigen Tank (stock tank oil), d.h. er gibt das Volumen des Reservoir-Öls an, das nötig ist, um 1 Barrel Öl im obertägigen Tank zu

erzielen. Ermittelt aus PVT-Messungen im Labor.

Dichte des Öls

Beziehung von Druck zu Volumen

Source: Reinicke et al., 2005
Source: Reinicke et al., 2005

Öl schrumpft

B

o

B o

Ölvolumen im Reservoir

Ölvolumen im Tank

res bbl

STB

m

3

Sm

3

2005 Öl schrumpft B  o B o  Ölvolumen im Reservoir Ölvolumen im Tank res

Gas expandiert

Multi-Component System

Bubble-Point Line (BPL) P-T path Dew-Point Line (DPL)
Bubble-Point Line
(BPL)
P-T path
Dew-Point Line
(DPL)

Oil and Gas

Two phase oil and/or gas below CB.

Retrograde phase

Single phase wet gas between the CB and CT with liquid over part of the P-T path.

Gas

Single phase dry gas above CT.

P-T path

Reducing both P-T moves from

the gas to gas and condensate to liquid and gas fields.

CB (cricondenbar):

CT (cricondentherm): the maximum temperature, at which two phases can coexist.

DPL: Dew-Point Line BPL: Bubble-Point Line

CP:

the maximum pressure, at which two phases can coexist.

Critical Point, where BPL and DPL meet. The point with the maximum pressure and the maximum temperature, at which two phases can coexist.

The changing volume of one barrel of reservoir oil until it reaches the stock tank

one barrel of reservoir oil until it reaches the stock tank Bubble-Point Line (BPL) P-T path
Bubble-Point Line (BPL) P-T path Dew-Point Line (DPL) Gas 1.1 bbl 0.8 bbl
Bubble-Point
Line (BPL)
P-T path
Dew-Point
Line (DPL)
Gas
1.1 bbl
0.8 bbl

1.0 bbl

Original

reservoir

conditions.

All liquid.

Bubble point

saturation

pressure

conditions. All liquid. Bubble point saturation pressure All liquid. En route to stock tank. Below saturation

All liquid.

En route to

stock tank.

Below

saturation

pressure.

Some as a free gas cap drive pool.

Gas

1000 cu. ft.

0.625 bbl

Stock tank.

Atmospheric temperature and pressure.

(Ratio reservoir volume to surface volume)

Formation Volume Factor

Coefficient of Thermal Expansion

Formation Volume Factor Coefficient of Thermal Expansion Koeffizient Temperatur-Expansion: g = 0.85 0.00045 / °F

Koeffizient Temperatur-Expansion: g = 0.85

Thermal Expansion Koeffizient Temperatur-Expansion: g = 0.85 0.00045 / °F Für  60 °C = 108

0.00045 / °F

Für 60 °C = 108 °F = 0.049

The relation between the amount of gas dissolved in a barrel of oil, as measured

by liberation at the surface, and the formation-volume

factor of the oil in the

reservoir. The graph is based on the data from a number of different pools.

1.6
1.6

Amount of Gas in Solution in Reservoir Oil [ cf ]

Für eine Bewertung der Reserven in einem frühen Stadium - d.h. vor der Entwicklung - kommen überwiegend die volumetrische Methode und Druckaufbaumessungen im Rahmen von Tests in Frage. Für die volumetrische Berechnung einer Erdöllagerstätte sind folgende Daten notwendig:

Nettomächtigkeit (wahre Mächtigkeit) der Speichergesteine bzw. das Net/Gross- Verhältnis des Speicherhorizontes (M in m, aus Logs)

Fläche der Erdölführung (F in m 2 , aus Seismik und Bohrungen)

Porosität des Speichers (in %, aus Logs und Kernen)

Wassersättigung (S w in %, aus Logs und Kapillarduck-Kurven)

Ölsättigung (1- S w )

Formations-Volumen-Faktor für Öl (formation volume factor B o ): das Verhältnis des Ölvolumens im Reservoir (oil in place) zum Ölvolumen im obertägigen Tank (stock tank oil), d.h. er gibt das Volumen des Reservoir-Öls an, das nötig ist, um 1 Barrel Öl im obertägigen Tank zu erzielen. Ermittelt aus PVT-Messungen im Labor.

Dichte des Öls

Ausbeutefaktor (recovery factor, r in %)

Der recovery factor einer Lagerstätte hängt unter anderem von der Dichte des Öls, der Permeabilität des Speichergesteins, der Lagerstättenenergie und dem Einsatz zusätzlicher Fördermaßnahmen (EOR = enhanced oil recovery, z.B. Einpressen von Wasser, Wasserdampf oder Gas, Einsatz von Tensiden zur Änderung der Ölviskosität,

Einsatz von Polymeren zur Änderung der Wasserviskosität) ab. Durchschnittlich liegt

der recovery factor bei etwa 30 - 40%.

Zur Berechnung des Ölinhaltes einer Lagerstätte (OIIP = Oil Initially In Place) wird folgende Gleichung angewendet:

OIIP = F x M x (1- S w )

(1- S w ) = Ölsättigung

Das Volumen des Tanköls (STOIIP = Stock Tank Oil Initially In Place) ergibt sich wie folgt:

STOIIP =

F x M x (1- S w )

B o

Die Gesamtmenge des gewinnbaren Erdöls ergibt sich aus der Multiplikation des Tanköls mit dem recovery factor und der Dichte.

Gewinnbares Öl = STOIIP

x r

Eine wichtige Kenngröße für die Produktion ist das Gas Oil Ratio (GOR).

Es beschreibt folgendes Verhältnis:

Volumen des mitgeförderten Lösungsgases unter Normalbedingungen zum Volumen des geförderten Tanköls (Stock Tank Oil)

GOR = m 3 (Vn) / m 3

1 barrel = 159 l

1 cft = 0.028 m 3

Ze

J

T

CU

TR

SALT

0

T

CU

5 km

Ze J T CU T R SALT 0 T C U 5 km Ze J T
Ze J T CU T R SALT 0 T C U 5 km Ze J T

Ze

J

TR U

TR L

CL

0

1.0

2.0

3.0

sec

Aufgabe: Kennzeichnen Sie mit rotem oder grünem Stift alle Bereiche mit möglichen strukturellen Fallen

Geologisches Zeichnen

Tiefenlinienplan A

Der vorliegende Kartenausschnitt zeigt die Lokalitäten verschiedener Erdölbohrungen. Die Zahlen geben die Teufenangaben des Tops eines Tonsteinhorizontes „Black Shale“ an.

- Zeichnen Sie den Tiefenlinienplan für das Top dieses Horizontes

- Wählen Sie dabei die 1220 m, 1240 m,

, 1380 m Tiefenlinien

Aus den Bohrungen X, Y und Z sind ferner Daten über die hangende und liegende Formation bekannt. Im Hangenden zum Black Shale tritt ein weiterer Tonstein („Green Shale“) mit einer scheinbaren Mächtigkeit von 40 m auf. Im Liegenden wurde ein 20 m mächtiger Sandstein („Yellow Sandstone“) erbohrt. Der Black Shale wies eine scheinbare Mächtigkeit von 10 m auf. Die Mächtigkeiten erwiesen sich im gesamtem Kartengebiet als relativ konstant.

- Zeichnen Sie ein Profil von A nach B mit allen drei Sedimenthorizonten bei einem Höhenmaßstab von 20 m = 1,5 cm

- Die auftretende Störung weist im Profilschnitt ein Einfallen von 70° nach Osten auf. Markieren Sie auf dem Tiefenlinienplan den Bereich, in dem eine vertikale Bohrung den Black Shale nicht erbohren würde.

I

A

I Übung Tiefenlinienplan A A 1345 1322 1340 1380 1363 1304 1330 1300 1290 1335
I
Übung Tiefenlinienplan A
A
1345
1322
1340
1380
1363
1304
1330
1300
1290
1335
1320
1390
1283
1310
1362
1318
1270
1300
1350
1257
1294
1270
1320
1290
1375
1238
1248
1230
1333
1218
1220
1300
1250
1210
1218
B
1275
1230
1242
1310
1217
1360
1260
1238
1335
1250
1230
1230
1280
1250
1270
1255
1280
1302
1270
1255
1362
1382
1318
1280
1272
1302
1291
1290
500 m
1320
1230 1230 1280 1250 1270 1255 1280 1302 1270 1255 1362 1382 1318 1280 1272 1302

Geologisches Zeichnen und Reservenberechnung

Übung Tiefenlinienplan B

Gegeben ist der Tiefenlinienplan der Oberfläche eines Speicher-Sandsteins einer KW-Lagerstätte. Aus den Bohrungen sind folgende Daten bekannt:

A2:

Gas/Öl-Kontakt bei 1730 m

A3:

Öl/Wasser-Kontakt bei 1770 m

B1:

Trägermächtigkeit 20 m, mit Öl gefüllt

B2:

Öl/Wasser-Kontakt bei 1690 m

- Zeichnen Sie die Gas/Öl- und Öl/Wasser-Kontakte sowie den „spill point“ in die Karte ein. Ermitteln Sie die Höhe der Strukturen A und B.

- Zeichnen Sie ein Profil entlang einer Linie, die durch die Bohrungen A1 A2 B1 geht. Womit ist das Speichergestein in Bohrung A1 gefüllt?

- Ermitteln Sie den Versatzbetrag der Störung und das Einfallen der Störungsfläche im Profil.

- Berechnen Sie das Volumen des in der Struktur B vorhandenen Reservoir-Öls (OIIP = Oil Initially In Place). Die Fläche

der Erdölführung beträgt 250.000 m 2 . Gehen Sie von einer Wassersättigung (S w ) von 30% und einer Porosität ( 13% aus.

) von

(S w ) von 30% und einer Porosität ( 13% aus. ) von - Errechnen Sie

- Errechnen Sie das Volumen, das das Öl an der Oberfläche einnehmen würde (STOIIP = Stock Tank Oil Initially In Place bei einem FVF B o = 1.1)

- Wie groß ist der Anteil des tatsächlich gewinnbaren Öls? (g = 0.85, r = 25%) ?

- Wie groß ist das Volumen des mitgeförderten Gases ? (B o = 1.1 entspricht 160 cft / bbl)

- Welches GOR ergibt sich daraus ?

Übung Tiefenlinienplan B N 1760 B1 A2 A1 1740 1880 1860 1680 1720 A3 1700
Übung Tiefenlinienplan B
N
1760
B1
A2
A1
1740
1880
1860
1680
1720
A3
1700
B2
1740
1720
1900
1760
500 m