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Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung, 8.

Jahrgang, Heft 1, April 2004


VffG, Jahrgang 3, Nr. 4, Dezember 1999, 120 Seiten ISSN: 1370-7507
Fremdarbeiter im Dritten Reich · Deutsche Zwangsarbeit und ihr Entschädigung · Ist Amerika seit 250.000 Jahren besiedelt? · Wer waren die Ureinwohner
Amerikas? · Perspektive in „Holocaust“-Kontroverse · Holocaust-Religion · 100 Mio. Kommunismus-Opfer: Warum? · Kulmhof/Chelmno · Sinti und Roma ·

Vierteljahreshefte
Peenemünde und Los Alamos · Entmachtung der deutschen Vertriebenen · „Deutsche Geschichtsschreibung“ · Bundesprüfstelle verweigert Political Correctness
· Holocaust im Internet · Wissenschaft oder Ideologie?
VffG, Jahrgang 4, Nr. 1, Juni 2000, 120 Seiten
Verschiedene Beiträge zum Prozeß David Irving gegen D.E. Lipstadt · »Schlüsseldokument« – alternative Interpretation · Vergasungslügen

für freie
gegen Deutschland · Verfahrenstechniker zu Vergasungsbehauptungen · Treblinka-Archäologie · England – Aggressorstaat Nr. 1 · Churchill
plante 3. Weltkrieg gegen Stalin · Englands Kriegsgründe für WKII · Rätselhafter General Wlassow · Japan: einen Holocaust verschwindet ·
Einkreisung Deutschlands · Freispruch für polnischen Historiker · Prozeß gegen Dr. Toben · Zweierlei Kronzeugen · u.a.m.
VffG, Jahrgang 4, Nr. 2, August 2000, 120 Seiten

Geschichtsforschung
Holo-Orthodoxie · Gedenken an Pfeifenberger und Elstner · Deutschland – Sommer-Alptraum · Was geschah mit unregistrierten Juden? ·
“Schon 1942 wußte man…” · Leichenkeller von Birkenau · Serienlügner Wiesel · Üben bis zur Vergasung! · Lügner Lanzmann · Gaskammer-Besichtigung ·
Juden unter NS-Herrschaft · Tod Himmlers · WK II: Wessen Krieg? · Leistungen der Wehrmacht zur Flüchtlingsrettung · Galileo Galilei · Neue Weltreligion ·
Nazifizierung der Deutschen · Ideologische Versuchung · Unsere jüdischen Wurzeln? · u.a.m.
VffG, Jahrgang 4, Nr. 3&4 (Doppelnummer), Dezember 2000, 232 Seiten (als Einzelheft € 30,-)
Ganzjahres-Alptraum Deutschland · 20. Jahrhundert – ein „deutsches“ Jahrhundert? · Revisionistische Wiedergeburt · Kongreß der Verfolgten ·
Historische Vergangenheit, politische Gegenwart · Was widerfuhr den ungarischen Juden? · Luftschutz in Birkenau: Neubewertung · Berichte zu
Auschwitz · Amtlich sanktionierter Betrug in Dachau · Giftmordfall Marie Besnard · „Swing tanzen verboten“ · Das Ende von U 85 · Armee von
Nieten · Washington oder Wilson? · Entstehung des jüdischen Volkes · Wilhelm II. und T. Herzl · Sieg der verlorenen Revolution · u.a.m.
VffG, Jahrgang 5, Nr. 1, Mai 2001, 120 Seiten 8. Jahrgang • Heft 1 • April 2004
Revisionismus und Zionismus · Großbritannien und Palästina · Englands Propagandanetz in den USA · US-Intrigen zur Ausweitung des 2.
Weltkriegs · Roosevelt und der Fall Kent · Pläne zur Ausrottung des deutschen Volkes · Grabschändung durch Behörde · Vergewaltigte E.
Wiesel deutsche Mädels? · Der Holocaust begann 1648 · Die Shoah: bloßer Glaube? · Esquire über Revisionismus · Bedrohung und Gewalt gegen Revisionisten
· »Strafbarkeit des Auschwitz-Leugnens« · Fälschungen zum Holocaust · Legenden des Sklavenhandels, u.a.m.
VffG, Jahrgang 5, Nr. 2, Juli 2001, 120 Seiten ½ 75 Jahre Robert Faurisson:
Beirut: Die unmögliche revisionistische Konferenz · Die Führer der islamischen Staaten sollten ihr Schweigen zum „Holocaust“-Betrug bre- In Verehrung eines Helden, u.a.:
chen · Auswirkung und Zukunft des Holocaust-Revisionismus · Zyklon B, Auschwitz und der Prozeß gegen Dr. Bruno Tesch · Neubewertung
Churchills – Teil 1 · J. Goebbels und die „Kristallnacht“ · Die Wiege der Zivilisation am falschen Ort? · Ein Volk gibt es unter uns… · Reali- Ein Blick auf die Anfänge, S. 5
tät und Wirklichkeit · Der Angler, der Karpfen und der Revisionist · Jagd auf Germar Rudolf, Teil 3 · u.a.m. Jesus ist Buddha, S. 11
VffG, Jahrgang 5, Nr. 3, September 2001, 120 Seiten Faurisson und Italiens Revisionismus, S. 24
Folgen des Großterrorismus · »den holocaust hat es nie gegeben« · Offener Brief an arabische Intellektuelle · N. Finkelstein über Juden,
Antisemitismus, Israel · Revisionisten sind schwer zu widerlegen · Schwimmbad in Auschwitz · Marschall Pétain · Finnischer Winterkrieg 1939 · Unternehmen Wissenschaftler gegen Wissenschaft, S. 27
Barbarossa und Europas Überleben · Ardennenschlacht · Neubewertung Churchills – Teil 2 · Britische Kriegsverbrechen · Weiße “Mumien” von Ürümchi · Revisionismus in Karikaturen, S. 39
Kelten in Westchina · Pressefreiheit abgeschafft · Der Fall Gamlich · Die Neuseeland-Saga · u.a.m.
Ehrung durch eine Internet-Geißel, S. 54
VffG, Jahrgang 5, Nr. 4, Dezember 2001, 120 Seiten
Schützt unsere Demokratie! · Der Verfassungsschutz zum Revisionismus · Politische Romantik des Holocaust · J. Spanuth · Deportation
ungarischer Juden 1944 · Mythos von Gebrauchsobjekten aus Menschenhaut · Revision zur Französischen Revolution · Wendepunkt Erster
Mensch Meyer!
Weltkrieg – Teil 1 · Unterdrückung Lettlands, 1918-1991 · OSI – US-Nazijäger · Stalins Säuberung der Roten Armee · Offene Fragen zu den Das Ende der Offenkundigkeit, S. 65-76
Terrorangriffen auf die USA · Amerika & England: Das Ende der Freiheit? · Gaskammern im Altreich? · Zeugen · u.a.m.
VffG, Jahrgang 6, Nr. 1, April 2002, 120 Seiten Raul Wallenberg:
Politisch verfolgte Deutsche genießen Asyl … im Ausland · Fort Eben-Emael: Wendepunkt der Geschichte · Bombardierung von Bergen Opfer der Katyn- und Auschwitz-Lügen, S. 77
1944/45 · Durchbrach die Me 262 die Schallmauer? · Konzentrationslagergeld · Miklos Nyiszli · Israels Geburt durch Blut und Terror · Holo-
caust-Dynamik · Juden, Katholiken und der Holocaust · Revisionismus und die Würde der Besiegten · Globale Probleme der Weltgeschichte · N.G. Finkelstein
in Beirut: Gegenveranstaltung arabischer Revisionisten · Jagd auf Germar Rudolf · Nachrufe · u.a.m.
Zwergenaufstand in Neuseeland:
VffG, Jahrgang 6, Nr. 2, Juni 2002, 120 Seiten Bücherverbrennung und Akademiker-
Naher Osten: Lunte am Pulverfaß · Geopolitik des Afghanistankrieges · 11. September 2001 · Helden von Bethlehem · V. Frankl über Auschwitz verbannung am Ende der Welt, S. 81-94
· „Entdeckung“ des „Bunkers 1“ von Birkenau · Kosten von Auschwitz · Rückblick auf GULag · Kinderlandverschickung im 2. Weltkrieg ·
Antigermanismus · Totalitarismus in der Springer-Presse · Gutachten im Asylverfahren von G. Rudolf · Geistesfreiheit in Deutschland · Japan Treblinka:
knackte US-Funkverkehr im Sommer 1941 · Hitler ohne Völkermordprogramm gegen Slawen · Ausgrabungen in Sobibor? · u.a.m.
Ein außergewöhnlicher Zeuge, S. 94
VffG, Jahrgang 6, Nr. 3, September 2002, 128 Seiten
IHR: Sinkt das Schiff? · Douglas: Revisionist oder Scharlatan? · »Keine Löcher, keine Gaskammer(n)« · V.E. Frankl in Auschwitz · Treblinka:
Vernichtungslager oder Durchgangslager? · C.A. Lindbergh: Prinzipien vor Privatleben · Trübe Machenschaften der Anti-Defamation League · Auch Kulturrevi-
Dekonstruktivismus:
sionismus ist dringend erforderlich · Ich, der Antisemit? · Stalins Vernichtungskrieg – amtlicher Verleumdungskrieg · Nachruf auf Thor Heyerdahl · Schwimmbad Was man nicht zu fragen wagt, S. 99
im Ghetto Theresienstadt · Wie die USA den Vietnamkrieg vom Zaune brachen · Aus den Akten des Frankfurter Auschwitz-Prozesses · u.v.a.m.
VffG, Jahrgang 6, Nr. 4, December 2002, 120 Seiten Griechenland 1943:
Auschwitz-Opferzahl: Zahlen-Roulette dreht sich weiter · Russen recherchieren in “Sache Holocaust” · Sowjetischen Befragung der Topf- Leros – der letzte Sieg, S. 105
Ingenieure · “Verbrennungsgruben” und Grundwasserstand in Birkenau · Die Stärkebücher von Auschwitz · Giftgas über alles, von Friedrich
Paul Berg · Vrba entlarvt Lanzmanns Film Shoah... und sich selbst · Mondlandung: Schwindel oder Wahrheit? · Männer beiderlei Geschlechts
und der kalte Verfassungsputsch · Von der Gefahr, Revisionist zu sein… · Hundert Jahre Leni Riefenstahl · Zensur im Internet, u.a.m.
Nachrufe:
VffG, Jahrgang 7, Nr. 1, April 2003, 120 Seiten Hans-Jürgen Witzsch, Arthur Vogt, S. 107-110
E. Zündel: Kampf für Deutschland · Die 4-Mio. Zahl von Auschwitz: Entstehung, Revision, Konsequenz · Zigeuner-“Vergasung” in Auschwitz
· Lodz-Ghetto in der Holocaust-Propaganda · Neues Gesicht des “Holocaust” · Der General im Eis · Klimaforschung: Wissenschaft oder Ideologie? · Umer- Typhus als Biowaffe:
ziehung an deutschen Schulen · Hintergründe der 68er-Kulturrevolution · Entstehung des Dt. Reiches · Warum die USA den Internationalen Strafgerichtshof Einsatz gegen Deutsche im 2. WK, S. 111
Castle Hill Publishers

ablehnen · Revisionismus in Estland · Dissidentenverfolgung: Rennicke, Amaudruz, Plantin · u.a.m.


VffG, Jahrgang 7, Nr. 2, Juli 2003, 120 Seiten Palmen lügen nie:
Am Rande des Dritten Weltkriegs · Die Opiumkriege · Sind alle Menschen gleich? · Wie die Psychologie Darwin verlor · Gruppendenken ·
Dachau-Greuelmärchen bloßgelegt · Jüdische Mythen um die Berliner Olympiade (1936) · Walter A. Peltz als Holocaust-Falschzeuge · Schicksal
Die Saddam-Hussein-Lüge, S. 113
der jüdischen Familie Goldsteen aus Holland · KL Sachsenhausen · Verbrennungsexperimente mit Tierfleisch und -fett · Dissidentenverfolgung:
Kanada, Neuseeland, Deutschland · Die Versenkung des Schlachtschiffes Bismarck u.a.m
VffG, Jahrgang 7, Nr. 3&4, Dezember 2003 (Doppelnummer), 240 Seiten (als Einzelheft € 30,-)
George Bush wider den Revisionismus · Geisterreiter am Himmel: Ein alternatives Szenario zum 11. September 2001 · Mobiltelefon-Experi-
mente in Linienflugzeugen · Die merkwürdige Untätigkeit der US-Luftwaffe · Der Krieg gegen den Irak: In Israel konzipiert · Eine Übersicht über den Krieg
gegen den Terrorismus · USA: Entweder Weltherrscher oder das Nichts · Die furchtbaren Leiden der Palästinenser · Israelischer Planierraupen-Fahrer ermordet
US-Friedensaktivistin · Nachruf auf Rachel · Simon Wiesenthals Kriegsjahre: Neues Licht in eine düstere Vergangenheit · Die Leichenkeller der Kremator-
ien von Birkenau im Lichte der Dokumente · Auschwitz: Gasprüfer und Gasrestprobe · Flammen und Rauch aus Krematoriumskaminen · Humanes Töten ·
Revisionismus in Portugal · Der Holocaust-Revisionismus in den Massenmedien · Pseudowissenschaft · Jean-Claude Pressac und der Revisionismus · Leni
Riefenstahl – kein Abschied · Gerechtigkeit für Deutschland – vielleicht nächstes Jahr · Die “Gaskammer” im KL Mauthausen – Der Fall Emil Lachout · Verein
zur Rehabilitierung der wegen Bestreitens des Holocausts Verfolgten · Erpreßte Geständnisse: Warum Unschuldige einen Mord gestehen · Aus den Akten des
Frankfurter Auschwitz-Prozesses, Teil 5 · u.a.m. Auschwitz Sink Publishers
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plare sowie Werbematerial für VffG zukommen lassen. Bitte Unterstützung: Sollten Sie unsere Arbeit wertvoll finden, so
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wenden Sie sich dazu an die Redaktion. bitten wir Sie herzlich, uns nach Kräften zu unterstützen, sei es VffG, Jahrgang 1, 1997 (1: 58 S.; 2: 74 S.; 3: 90 S.; 4: 82 S.)
1: Zyklon B · Selbstassistierter Holocaust-Schwindel · Französischer Hersteller von Zyklon B? · Affäre Garaudy/ Abbé
Versand: in Großbritannien und Europa inklusive, für Übersee: durch Abonnements, die Vermittlung neuer Abonnenten, durch Pierre · Historiker: Keine Beweise für Gaskammern! · Zur Legalität von Geiselerschießungen · Ein anderer Auschwitz-
Seepost +30%, Luftpost +40%. Spenden oder durch aktive Mitarbeit. Vgl. www.vho.org/support Prozeß · Juden in Wehrmachtsuniform · Zur Wissenschaftsfreiheit in Deutschland · Bücherverbrennung in Deutschland
Zahlungsbedingungen: 60 Tage rein netto. für Informationen, wie Sie bei unserem Aufklärungsprojekt heute · »Prawda«: Der Holocaust ist ein Mythos u.a.m; 2: Wannsee-Konferenz · Wieviele Juden überlebten Holocaust? ·
Zahlungsweise: mithelfen können. Spenden fließen zu 100% in die Erforschung Sonderbehandlung · Gespensterkrankheit · Loch in der Tür · Unbefohlener Völkermord · Völkermord durch Telepathie ·
– bar: vorzugsweise €, SF, £ oder US$. und Veröffentlichung wichtiger geschichtlicher Fragen. KGB-Novellist G. Fleming · Revisionismus im Cyberspace · Rudolf Gutachten in der Kritik · Zur Lage des Holocaust-
Revisionismus · Völkermord nicht gleich Völkermord · Deutschland verletzt Meinungsfreiheit u.a.m.; 3: Holocaust:
Dieselmotorabgase töten langsam · Revisionisten haben Luftüberlegenheit · Auschwitz-Kronzeuge Dr. Münch im Gespräch
Voraussetzungen für den Abdruck von Artikeln in den Vierteljahresheften für freie Geschichtsforschung: · „Wissenschaftler“ am Werk · A. Bomba, der Friseur von Treblinka · Auschwitz: Die Paradoxie der Erlebnisse · Über die
Feigheit des Establishments · Über den Mut von Einzelgängern · Grundlagen zur Zeitgeschichte: Gutachterliche Stellungnahme u.a.m.; 4: Rudolf
Inhaltliche Voraussetzungen: Vorgehensweise: Mit Ausnahme anonym zugesandter Beiträge Gutachten: »gefährlich« · Technik deutscher Gasschutzbunker · Sauna ein »Verbrechen«? · Was geschah den aus Frankreich deportierten Juden?
Themengebiete: Geschichte, insbesondere Zeitgeschichte; werden Korrekturbögen nach Erfassung zugesandt, ein · Wieviel Gefangene wurden nach Auschwitz gebracht ? · Himmler-Befehl zum Vergasung-Stop · NS-Sprache gegenüber Juden · Ch. Browning:
daneben auch Meinungs- und Forschungsfreiheit. Nach Recht auf Abdruck entsteht dadurch nicht. Das eventuelle unwissender Experte · Deutscher Soldat in Auschwitz und Buchenwald · Menschenrechtsorganisationen und Revisionismus u.a.m.
Möglichkeit neuartige, bisher unveröffentlichte Berichte, Erscheinungsdatum behält sich die Redaktion vor. Ein VffG, Jahrgang 2, 1998 (alle Ausgaben 82 Seiten)
1: Grundwasser in Auschwitz-Birkenau · Die »Gasprüfer« von Auschwitz · Zweimal Dachau · Ein Australier in Auschwitz
Übersichtsartikel bzw. Forschungsergebnisse; Autorenhonorar wird nur gezahlt, falls der Autor unter · Die Affäre Papon-Jouffa-Faurisson · Milliarden Franc den Juden geraubt… oder von Marschall Pétain? · Büchervernichter
Stil: systematischer Aufbau; sachlich; Belegung von Tat- gesellschaftlicher und/oder staatlicher Verfolgung wegen und ihre Opfer · Vom Holocaust Museum ausgeladen: Schriftsteller spricht beim Nationalen Presseclub u.a.m.; 2: Kurzwellen-
sachenbehauptungen; merkliche Trennung von Meinung und seinen Meinungsäußerungen leidet. Es wird jeweils nur ein Entlausungsanlagen in Auschwitz · ›Gaskammern‹ von Majdanek · Auschwitz: Krema-Zerstörung als Propaganda-Bremse
Tatsachenbehauptungen. Belegexemplar versandt. Auf ausdrücklichen Wunsch können · »Gaskammer« von Auschwitz I · Wiedergutmachung: Korrektur eines Fehlurteils · Der Mythos von der Vernichtung
bis zu fünf Belegexemplare zugesandt werden. Homosexueller im Dritten Reich · Guido Knopp: Meister der Gehirnwäsche u.a.m.; 3: »Schlüsseldokument« ist Fälschung
Äußere Voraussetzungen: Aus naheliegenden Gründen drucken · Dokumentation eines Massenmordes · Verdrängte Schiffskatastrophen · Vatikan und »Holocaust«: »Komplizenschaft«
wir Beiträge gegebenfalls auch unter Pseudonymen ab, die Daten: Wir bevorzugen Datenübertragung per Email oder per zurückgewiesen · Lügen über Waffen-SS-Division · Auschwitz Sterbebücher · Auschwitz-Überleben · Falsche Erinnerungen
wir selbstverständlich streng vertraulich behandeln. Anonym Post auf Datenträgern (PC, 3,5”/1,44MB; ZIP (100/250 MB); überall – nur nicht in der Zeitgeschichte · J. W. Goethe knapp BRD-Zensur entgangen u.a.m.; 4: »Gasdichte« Türen in
Auschwitz · Kurzwellen-Entlausungsanlage, Teil 2 · Redefreiheit, dissidente Historiker und Revisionisten, Teil 1 · 1944: Schreckensjahr im
zugesandte Beiträge, die ebenfalls willkommen sind, können CD; DVD). Die Dateiformate der üblichen Textverarbeitungs- Kaukasus · Repression gegen Dissidenten in Schweiz · Zensur findet nicht statt, es sei denn... u.a.m.
nur veröffentlicht werden, wenn sie inhaltlich annähernd programme können in der Regel alle verarbeitet werden,
VffG, Jahrgang 3, Nr. 1, März 1999, 120 Seiten
druckreif sind. vorteilhaft sind jedoch aus Gründen der Portabilität Dateien Deutschlands Historiker anno 1999 · Eine Fallstudie früher integrierter Kriegführung · Redefreiheit…, Teil 2 · Rückblick auf
Es besteht keine Umfangsbeschränkung für eingereichte der Formate *.doc (Word) und *.rtf (Rich Text Format). Wir den Revisionismus · Wie die Siegerpropaganda aus Bäckereien »Krematorien« schuf · »Zur Bestreitung des Holocaust – Fakten
Beiträge. Beiträge, die merklich 10 Seiten in unserer Zeitschrift selbst verwenden bevorzugt MS Word (97/2000/XP) sowie und Motive« · Geschichte und Pseudogeschichte · Die 1998’er Konferenz in Adelaide, Australien · Das Rudolf Gutachten
in der Kritik, Teil 2 · Pyrrhussieg in der Schweiz für die jüdische Gedankenpolizei · Die Wilkomirski-Pleite · Fragen an die
überschreiten (etwa 50.000 Zeichen, bzw. 9.000 Wörter), PageMaker 6.5;7.x/InDesign (MS Publisher und Quark Express UNESCO zum Thema Auschwitz.
müssen damit rechnen, in mehrere Teile zerlegt in aufein- können gelesen werden). Bitte senden Sie Ihre Manusripte nicht VffG, Jahrgang 3, Nr. 2, Juni 1999, 120 Seiten
anderfolgenden Ausgaben publiziert zu werden. In solchen per Fax, da dies ein automatische Erfassung (OCR) erschwert. Kriegsgründe: Kosovo 1999 – Westpreußen 1939 · Partisanenkrieg und Repressaltötungen · Der 1. Holocaust 1914-1927 · Polnische Bevölke-
Fällen ist dafür zu sorgen, daß der Beitrag eine Gliederung Bilder können sowohl in allen gängigen Bildformaten per Email, rungsverluste während des 2. Weltkrieges · Lebensweg eines tschechischen »Partisanen« · Geschichte und Pseudogeschichte, Teil 2 · Versuche
aufweist, die eine solche Teilung erlaubt. auf Diskette als auch im Original zugesandt werden. der Widerlegung revisionistischer Thesen · Woher stammt der David-Stern? · Gewißheit um Heisenberg · Irrtümer und Unsinn über Wagner ·
Der Abfall eines jüdischen Revisionisten · Redefreiheit…, Teil 3 · Zensur und Willkür ohne Ende · Kristallnacht in Barcelona, u.v.a.m.
Beiträge von zwei Seiten Länge oder mehr sollten mit 3,5”-Disketten, CDs sowie unverlangte Manuskripte werden
Abbildungen versehen sein, um den Text aufzulockern nicht zurückgesandt, verlangte Original-Manuskripte und VffG, Jahrgang 3, Nr. 3, September 1999, 120 Seiten
KL Stutthof · Der große Patentraub · Wlassow in neuem Licht · Wandlungen der Totenzahl von Auschwitz · Wieviele Tote
(Buchumschläge behandelter Werke, Dokumenten-Faksimiles, Abbildungen nur auf ausdrückliche Bitte. gab es in Auschwitz? · Das Schicksal der Juden Deutschlands 1939-45 · Unbekannter Hunger-Holocaust · Sowjetische Bild-
Portraits behandelter Personen und evtl. der Beitragsautoren, Falls Sie mit diesen Bedingungen einverstanden sind, fälschungen · Britische Propaganda 1939-45 · Aufstieg und Fall von Lindbergh · Die Beneš-Dekrete · Konrad Henlein und
Autorvorstellungen, Bilder historischer Ereignisse etc.). erwarten wir gerne Ihre Arbeiten. die sudetendeutsche Frage · Grenzen der Naturwissenschaft · Wahnwelten · Redefreiheit…, Teil 4 · Jürgen Graf: Urteil von
Appelationsgericht bestätigt, u.v.a.m.
* zuzüglich 10% Porto & Verpackung in Europa (außerhalb GB), 30% für Seepost, 40% für Luftpost außerhalb Europas.
Inhalt

Aufwärts und vorwärts................................................................................................................................................................ 2


Von Germar Rudolf
Genauigkeit – Robert Faurisson wird 75 ................................................................................................................................... 3
Von Dr. Christian Lindtner
Robert Faurisson – Ein Blick auf die Anfänge .......................................................................................................................... 5
Von Dr. Arthur R. Butz
Robert Faurisson – Profil eines integren Mannes ..................................................................................................................... 9
Von Jürgen Graf
Ein neues buddhistisch-christliches Gleichnis ......................................................................................................................... 11
Von Dr. Christian Lindtner
Robert Faurisson und der Revisionismus in Italien................................................................................................................ 24
Von Carlo Mattogno
Wissenschaftler gegen Wissenschaft ........................................................................................................................................ 27
Von Carl O. Nordling
Revisionismus in Karikaturen .................................................................................................................................................. 39
Von Germar Rudolf
Robert Faurisson – Der Mann, der Wissenschaftler und seine Methode der “Genauigkeit”............................................. 45
Von Dr. Fredrik Töben
Dirigent der Genauigkeitssymphonie....................................................................................................................................... 54
Von Ernst C.F. Zündel
Die Kula-Säule – Genauigkeit in Aktion.................................................................................................................................. 56
Von Dr. Robert H. Countess
Herzlichen Glückwunsch........................................................................................................................................................... 63
Biographie Robert Faurissons .................................................................................................................................................. 64
Mensch Meyer! – Ein Abgesang auf die “Offenkundigkeit”.................................................................................................. 65
Von Jürgen Graf
Über die Kontroverse Piper-Meyer: Sowjetpropaganda gegen Halbrevisionismus ............................................................ 68
Von Carlo Mattogno
Geheimnis um Raoul Wallenberg gelüftet ............................................................................................................................... 77
Von József K. Szegedi
Die Neuseeland-Saga nimmt ihren Fortgang........................................................................................................................... 81
Von Germar Rudolf
Joel Haywards Schicksal in Neuseelands Händen: vom Holocaust-Historiker zum Holocaust? ....................................... 85
Von Thomas A. Fudge
Treblinka: Ein außergewöhnlicher Zeuge ............................................................................................................................... 94
Von Prof. a.D. Dr. Robert Faurisson
Was Sie schon immer über Dekonstruktivismus wissen wollten, sich aber nicht zu fragen getrauten.............................. 99
Von Ernst Manon
Leros – Der letzte Sieg ............................................................................................................................................................. 105
Von Johannes Heyne
Nachrufe
Hans-Jürgen Witzsch verstorben, von Gerd Ittner................................................................................................................. 107
Ein Lehrstück christlichen Nächstenhasses, von Ingrid Weckert........................................................................................... 108
Arthur Vogt, der erste Schweizer Revisionist (1917 – 2003), von Jürgen Graf..................................................................... 109
Aus der Forschung
Aspekte biologischer Kriegführung während des Zweiten Weltkriegs, von Germar Rudolf.................................................. 111
Palmen lügen nie, von Mohammed A. Hegazi ....................................................................................................................... 113
Aus den Akten des Frankfurter Auschwitz-Prozesses, Teil 6, von Germar Rudolf ................................................................ 114
Leserbriefe ................................................................................................................................................................................ 118
In Kürze .................................................................................................................................................................................... 122

VffG · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 1 1


Aufwärts und vorwärts
Von Germar Rudolf
Wer aus gemachten Fehlern nicht lernt, also sein eigenes Als ich im Jahr 2000 mein erstes Buch in den USA veröffent-
Verhalten nicht zu revidieren vermag, wäre ein schlechter lichte – die englische Ausgabe der Grundlagen zur Zeitge-
Revisionist. Als ich anfing, Bücher und Zeitschriften zu pu- schichte –, war die Erstauflage von 2.000 im Offset-Verfah-
blizieren, habe ich einzig und allein Auflagenhöhen in Erwä- ren hergestellten Exemplaren nach nur 18 Monaten ausver-
gung gezogen, die einen Offset-Druck preislich erschwing- kauft. Den daraus gezogenen fatalen Schluß, daß ich auch
lich machten, also Auflagen ab 1.000 Exemplaren pro Buch andere Bücher in ähnlichen Zahlen an den Mann bringen
bzw. Zeitschrift. Das bedeutet freilich, daß man erst einmal könnte, kam mir bei den nächsten drei Buchprojekten teuer
so viele Kunden haben muß, die derartig viele Bücher auch zu stehen, denn von diesen Büchern konnte ich in den ersten
kaufen. zwei Jahren jeweils nur einige Hundert absetzen,
Eine Verfahrensweise, um aus diesem so daß eine nicht ungehörige Menge
Dilemma herauszukommen, ist die Kapital in ihnen unbeweglich
sogenannte “Ansichtssendung”, gebunden ist. Mit diesem Schema
die fast allen Lesern der weiterzuarbeiten hätte bedeutet, in den
Vierteljahreshefte nur allzu USA höchsten ein Buch alle zwei Jahre
bekannt sein dürfte. Sie ermöglicht veröffentlichen zu können. Eine
es, Bücher in Druckauflagen steigende Zahl wichtiger Buchprojekte
herzustellen, die vernünftige Preise auf Halde, die veröffentlicht werden
ermöglichen, aber sie verärgert müßten, aber nach Schema F nicht
immer auch eine Anzahl von veröffentlicht werden konnten,
Kunden, die das gerade zugestellte zwangen mich dann zum Um-
und zum Kauf angebotene Buch nicht disponieren.
erwerben wollen. Zudem kann man einem Während ich also in den Jahren 2000-
begrenzten und begrenzt belastbaren 2002 vier englischsprachige
Kundenstamm kaum mehr als ein oder Bücher veröffentlichte, waren es
zwei solcher Ansichtssendungen pro zwischen März 2003 und Februar
Jahr zumuten, was bedeutet, daß man 2004 alleine acht (vgl. die
eben nur ein bis zwei Bücher pro Jahr Abbildung):
neu verlegen kann. – The Rudolf Report
Nachdrucke oder Neuauflagen älterer – Dissecting the Holocaust (2. Auflage)
Bücher hingegen lassen sich mit der – Concentration Camp Majdanek
Methode “Ansichtssendung” überhaupt nicht an den Mann – Concentration Camp Stutthof
bringen, denn die meisten Kunden besitzen ja bereits ältere, – The Hoax of the Twentieth Century
aber häufig eben doch recht ähnliche Ausgaben dieser Bü- –The First Holocaust
cher. Dementsprechend ist es unmöglich, größere Mengen – Exactitude
solcher Bücher im Zeitraum eines Jahres abzusetzen, weshalb – Treblinka
man Nachdrucke oder Neuauflagen im Offset-Druck prak- Nur zwei davon wurden im Offset-Verfahren gedruckt, der
tisch nicht finanzieren kann. Rest hingegen nach der neuen kapital-sparenden Methode.
Dies ist der Hintergrund, warum einige ausverkaufte Hefte Das erhöht zwar etwas den Endpreis des einzelnen Buches,
und Jahresbände der Vierteljahreshefte sowie bestimmter Bü- aber es ist wohl für uns alle besser, gute Bücher zu guten
cher bisher nicht nachgedruckt wurden. Preisen im Angebot zu haben, als keine Bücher zu niedrigen
Die moderne Technik jedoch macht es möglich, denn heut- Preisen.
zutage kann man jedes Buch zu einigermaßen erschwingli- Nachdem das erste Jahr nach dieser Methode ein großer Er-
chen Kosten sogar als Einzelexemplare her- folg war, habe ich mich nun entschieden, das-
stellen lassen. Das Verfahren nennt sich auf selbe Verfahren nun auch für mein deutsches
Neudeutsch “Print-on-Demand” (Druck auf Bücherangebot anzuwenden. Dies heißt zu-
Nachfrage). Es ist pro Exemplar zwar merk- nächst, daß jene Ausgaben von VffG, die bis-
lich teurer als das übliche Offset-Verfahren, her ausverkauft waren, ab sofort wieder er-
wenn mit letzterem in Auflagen ab 1.000 hältlich sind (Nr. 3/1997 sowie die Jahr-
Stück hergestellt wird, aber wesentlich billi- gangsbände 1997 und 1999) sowie daß Neu-
ger, wenn die Herstellungszahlen unter 500 auflagen der Bücher KL Majdanek und
rutschen. Grundlagen zur Zeitgeschichte (mein Her-
Den Schritt zur Buchherstellung im Print-on- zensanliegen) bald zu haben sein werden.
Demand-Verfahren wurde mir in den USA Ein weiterer Vorteil dieser neuen Verfah-
aufgezwungen, wo die Kunden ein Ansichts- rensweise liegt aber auch darin, daß ich nun-
sendungsverfahren mit Klagedrohungen be- mehr Bücher auf den deutschen Markt brin-
antworten würden, es also gar keine Möglich- gen kann, die eine Veröffentlichung aus wis-
keit gibt, ohne großen Kundenstamm Bücher senschaftlichen Gesichtspunkten wert sind,
im Offset-Verfahren herzustellen. Germar Rudolf 2003 die ich aber Ihnen als meinen treuen Stamm-

2 VffG · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 1


kunden nicht mit Gewalt per Ansichtssendung aufs Auge werden die in meinen Verlagen veröffentlichten Bücher nun
drücken möchte, zumal es sich hierbei entweder um hochspe- endlich auch in Fachkreisen zur Kenntnis genommen – wenn
zialisierte Werke handelt oder auch einfach nur deshalb, weil auch erst nur zwischen den Zeilen. Aber ich bin mir sicher,
ich Ihnen nicht zumuten kann, eine Vielzahl von Büchern daß steter Tropfen den Stein weiter höhlen wird.
von mir pro Jahr abzunehmen. Dieser gestiegene Aufmerksamkeitsgrad bedeutet freilich ei-
Diese Änderung meiner Veröffentlichungspolitik ist auch ne Verpflichtung, und zwar nicht nur, jene Werke, die bisher
deshalb notwendig geworden, weil sich der Revisionismus nicht auf deutsch und/oder englisch erschienen sind, eben in
spätestens seit Fritjof Meyers Artikel nicht mehr in jener jenen Sprachen herauszubringen, sondern auch deren Quali-
Quarantäne befindet, in dem er von den Mächtigen und Ein- tät auf einem Standard zu halten, der dem Revisionismus,
flußreichen seit Jahrzehnten gehalten worden ist. Wie die sprich der Liebe zu Genauigkeit und Klarheit alle Ehre tut.
beiden Beiträge von Jürgen Graf und Carlo Mattogno zeigen, Es gibt also jede Menge zu tun! Packen wir’s an! Ƒ

Genauigkeit – Robert Faurisson wird 75


Von Dr. Christian Lindtner
Am 25. Januar 1929, 75 Jahre vor dem Erscheinen dieses dann einfach einer von unzähligen respektablen französi-
Buches, wurde ein außergewöhnlich mutiger Mann geboren: schen Wissenschaftlern gewesen. Doch ihm und anderen
Robert Faurisson. Bei der Auseinandersetzung mit Fauris- Forschern, deren eigene Untersuchungen sie zum Ziehen der-
sons bemerkenswertem wissenschaftlichem Werk muß man selben oder ähnlicher Schlußfolgerungen zum gleichen The-
sich mehrere Dinge klar vor Augen halten. ma veranlaßten, haben ihre Studien nichts als heillosen Ärger
Zuallererst verdient seine Methode Aufmerksamkeit. Der eingebracht.
französische Wissenschaftler bedient sich in der Geschichts- Der dritte Punkt ist das, was man als den “moralischen Fak-
forschung gebräuchlicher, traditioneller Methoden. Er unter- tor” bezeichnen könnte. Ganz augenscheinlich braucht es
scheidet scharf zwischen Primär- und Sekundärquellen. Er Mut dazu, sich öffentlich zur Ansicht zu bekennen, daß die
unterzieht die Primärquellen einer kritischen Untersuchung. sogenannten Menschentötungsgaskammern – d.h. Ausrot-
Stehen sie im Widerspruch zueinander, oder widersprechen tungseinrichtungen, die einzig und allein zur Auslöschung
sie der Logik oder naturwissenschaftlichen Fakten, so be- von Menschenleben entworfen, geplant, finanziert, errichtet
trachtet er sie als unbrauchbar zur Ermittlung der historischen und verwendet worden sein sollen –, nichts weiter als “Ge-
Geschehnisse. Die Primärquellen verraten in diesem Falle rüchte” sind. Wer sich auf diesen Standpunkt stellt, gerät
mehr über ihre Urheber als über jene Ereignisse, von denen unweigerlich sogleich in Konflikt mit dem Ungeheuer der öf-
uns diese Menschen schriftlich oder mündlich berichten. fentlichen Meinung. Es braucht Stärke und Entschlossenheit,
Faurissons Methode ist insofern weitgehend “negativ”, als sie aber auch Umsicht, dem Druck der öffentlichen Meinung un-
kritischer und analytischer Art ist. Sie enthüllt Irrtümer, Miß- ter diesen Umständen zu widerstehen. Genau dies hat Robert
verständnisse, offensichtlichen Unsinn, historische Lügen Faurisson getan. Gestützt auf seine Erfahrung hat er seine
und dergleichen. Auf dem von ihm gewählten Gebiet gibt es bekannte Sentenz aus vier englischen Wörtern geprägt: “No
vorderhand noch verhältnismäßig wenig Raum für rein kon- holes? No Holocaust!” (Keine Löcher? Kein Holocaust!” Das
struktive Arbeit. Eine negative Kritik muß eine Unmenge von englische Wort für “Loch”, “hole”, erinnert an die ersten
Mythen, Legenden, Lügen und Verzerrungen aus dem Wege zwei Silben von “Holocaust”; in andere Sprachen läßt sich
räumen sowie natürlich das, was auf dem Gebiet der jüdi- das Wortspiel nicht übersetzen.)
schen “Holocaust”-Geschichte als “politisch korrekt” gilt. Der moralische Faktor weist noch einen anderen, breiteren
Was aber dem Säurebad dieser negativen Kritik widersteht Aspekt auf: Er ist eine Frage der Ehre. Wenn wir Wissen-
und nach ihr noch übrig bleibt, darf als solide und verläßliche schaftler und von der Richtigkeit unserer Methoden und Er-
historische Tatsache gelten. Eine Synthese kann erst dann er- gebnisse überzeugt sind, haben wir auch die Pflicht, uns zu
reicht werden, wenn eine säuberliche kritische Analyse zu verteidigen und auf unserem Standpunkt zu beharren. Es ist
Ende geführt worden ist. eine wohlbekannte Tatsache, daß Faurisson beinahe allein
Gehen wir zum zweiten Punkt über. Das Thema, dem sich auf weiter Flur stand und ihm seitens fast aller anderer Wis-
Faurisson zugewandt hat, bedingte, daß er seine Aufmerk- senschaftler eisige Ablehnung entgegenschlug.
samkeit in erster Linie den sogenannten Gaskammern zu- Hierin sehe ich sein größtes Problem. Faurisson ist kein Ver-
wenden mußte. Drei Jahrzehnte Forschung haben seinen ur- rückter. Er ist ein intelligenter, scharfsinniger und vernünfti-
sprünglichen Verdacht zur Gewißheit erhärtet: Es gibt keine ger Mann. Der wohlbekannte französische Universitätspro-
wissenschaftlichen Beweise zur Untermauerung des weitver- fessor Pierre Vidal-Naquet hat einmal gesagt, wenn er könn-
breiteten Glaubens an die “Nazigaskammern”, in denen wäh- te, würde er Faurisson töten. Es hätte ihm besser angestan-
rend des Zweiten Weltkriegs angeblich Millionen von Juden den, zu sagen, wenn er Faurissons Thesen zur Gaskammer-
ausgerottet worden sind. frage widerlegen könnte, würde er dies tun. 34 französische
Hätte sich Faurisson damit begnügt, seine Methode auf weni- Historiker haben – in Le Monde vom 21. Februar 1979 – eine
ger emotionsbefrachtete oder umstrittene Fragen anzuwen- öffentliche Erklärung unterzeichnet, in der es hieß, man dürfe
den, so hätte er keinerlei Scherereien bekommen. Er wäre sich nicht fragen, wie so ein Massenmord technisch möglich

VffG · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 1 3


gewesen sei; er sei technisch möglich gewesen, weil er statt- sie dies tun, wie können wir uns dann auf die Richtigkeit ih-
gefunden habe. rer Resultate verlassen?
Heutzutage ist es in mehreren Ländern illegal, auch nur öf- Nehmen wir kein Blatt vor den Mund: Die Forschungsfrei-
fentlich festzuhalten, daß es keine wissenschaftlichen Belege heit ist zum ernsthaften Problem geworden. Die vielleicht
für die Gerüchte von den angeblichen Gaskammern gibt. Die wichtigste Erkenntnis, die wir den Forschungen und der
Gerichte gehen im allgemeinen axiomatisch von deren Exi- Hartnäckigkeit Faurissons verdanken, ist die traurige, aber
stenz aus und stufen die historische Realität dieser Massen- notwendige Einsicht, daß der alte Konflikt zwischen Wissen-
mordinstrumente als offenkundige Tatsache ein, so wie das schaft und Religion, zwischen Vernunft und Verstand immer
Scheinen der Sonne oder das Fallen des Regens offensichtli- noch brandaktuell ist. Ich habe mich mit Faurisson einmal
che Tatsachen sind. über die Frage der Rede- und Forschungsfreiheit unterhalten.
Faurisson hat die Ergebnisse seiner Forschungen in Gestalt Er vertrat dezidiert die Auffassung, die Forschungsfreiheit sei
griffiger Schlagwörter zusammengefaßt, von denen das be- das Wichtigste. Wie recht er doch hat. Welchen Wert hat
kannteste der bereits erwähnte Slogan “No Holes? No Holo- denn die Redefreiheit, wenn man sich bei seinen Aussagen
caust!” ist. Wenn es in den Decken der angeblichen Gas- auf keine solide wissenschaftliche Grundlage stützen kann?
kammern der Krematorien II und III von Birkenau keine Lö- Wissenschaftler sollten eigentlich zuallererst die Alarmglok-
cher gab und dies jederzeit von Experten wissenschaftlich ken läuten, wenn die Forschungsfreiheit auf dem Spiel steht.
nachgewiesen werden kann – wie können wir dann “Holo- Sie sollten die von Faurisson angewandte Methode verteidi-
caust-Überlebende” als glaubwürdige “Zeugen” anerkennen, gen, selbst wenn sie zu höchst umstrittenen, ja gefährlichen
wenn sie behaupten, die tödlichen Zyklon-B-Granulate seien Schlußfolgerungen führt. Der wissenschaftliche Aspekt läßt
durch nicht existierende Löcher eingeworfen worden? Eben- sich nicht vom moralischen trennen. Wissenschaftler müssen
so gut könnte jemand vorgeben, Überlebender einer imaginä- bereit sein, eine offene, freie und rationale Debatte auch über
ren Schiffskatastrophe auf einem imaginären Ozean zu sein, heikle Themen zu führen. Doch zeigt die Erfahrung, daß sie
und dann wütend werden, wenn Wissenschaftler seiner Er- nur selten dazu bereit sind. Langfristig gesehen muß dieses
zählung keinen Glauben schenken wollen, weil sie das Schiff Versagen zwangsläufig schwerwiegende Folgen für unsere
und den Ozean nicht finden können. Gesellschaft nach sich ziehen. Wenn bewährte wissenschaft-
In Robert Jan van Pelts unlängst erschienenem Buch The Ca- liche Methoden unter Beschuß seitens eines jüdischen, christ-
se for Auschwitz. Evidence from the Irving Trial gibt es eine lichen, islamischen, buddhistischen oder hinduistischen My-
wundervolle (zweifellos echte!) Fotografie, auf der man stizismus geraten, ist es unsere Pflicht und Schuldigkeit, eine
“Mark Bateman, Richard Rampton, den Verfasser und De- Lanze für die Wissenschaft zu brechen.
borah Lipstadt 1999 bei der Diskussion des Problems der Lö- Zweifellos bildet die Forschungsfreiheit eine Voraussetzung
cher” sieht.1 Somit bequemen sich zumindest einige Vertreter für die geistige Freiheit. Faurisson hat den Revisionismus
der offiziellen Holocaust-Version zu einer Diskussion dar- immer wieder als das große Abenteuer des 20. Jahrhunderts
über, “wie es technisch möglich war”. Sie scheinen die Logik gepriesen (wobei ich hinzufügen möchte, daß er auch das
der Sentenz “No holes? No Holocaust!” kapiert zu haben, große Abenteuer des beginnenden 21. Jahrhunderts ist).
von der erwähnt wird, daß sie von Faurisson stammt.2 Wenn “Abenteuer” nicht nur Risiko, sondern auch Spannung
Was ist nun van Pelts Lösung des “Problems der Löcher?” Er bedeutet, gehe ich mit ihm einig. Es ist stets faszinierend und
begreift, daß sie vorhanden sein mußten, wenn die Holo- befreiend, überkommene Auffassungen zu revidieren, von
caust-Geschichte geglaubt werden soll. Doch 1999 waren sie der Unkenntnis zur Kenntnis zu schreiten, von der Ungewiß-
nicht zu sehen. Für van Pelt mußten die raffinierten und bö- heit zur Gewißheit. Ein solcher Fortschritt ist eine Art Be-
sen Deutschen die Löcher also unsichtbar gemacht haben. freiung des Geistes. Doch vergessen wir nie, daß die geistige
Wer hat sie denn unsichtbar gemacht? Warum? Wie? Wann? Freiheit ein griechisches und kein der ganzen Menschheit
Viele Monate später erhielt van Pelt einen Bericht, dessen gemeinsames Ideal ist. Wer, außer einer winzig kleinen Min-
Verfasser geltend machten, sie seien “imstande gewesen, die derheit, schert sich eigentlich auch nur einen Deut um radika-
Lage der Löcher im Plan des Gebäudes genau ausfindig zu le Geistesfreiheit? Bei ständig neuen Konflikten zwischen
machen”.3 Wissenschaft und Religion, zwischen Wissen und Aberglau-
Da haben wir es also. Die Löcher waren einst da, aber man ben wird es immer Revisionisten geben. Sie werden stets
kann sie heute nicht mehr sehen. Man kann sie lediglich Schwierigkeiten bekommen, so wie dies in der Vergangen-
“durch ein Computermodell” erkennen. Leider ist der Be- heit der Fall zu sein pflegte. Neues Wissen wird auch neuen
richt, der das Unsichtbare sichtbar macht, meines Wissens Aberglauben heraufbeschwören. Aus diesem Grund sei den
selbst bis zum heutigen Tage unsichtbar geblieben. Wie Revisionisten angeraten, die humoristischen Elemente ihrer
merkwürdig dies alles doch ist! Arbeit nicht zu vergessen, wie es einige von ihnen heute un-
Doch warum sollten wir noch viele Worte über diese Absur- glücklicherweise tun. Ohne ein gewisses Maß an geistiger
ditäten verlieren! Die “Holosophisten” – wenn man einen Freiheit gibt es, ganz im Ernst, nur wenig Raum für irgend-
solchen neuen Ausdruck prägen darf – beharren nun also auf welchen Humor.
der Existenz transzendentaler Löcher! Beunruhigend ist frei- Die Widerstände, denen sich Revisionisten gegenübersehen,
lich, daß die meisten Establishment-Historiker gewillt sind, sind nicht nur enorm, furchterregend, sondern oft auch
bei der Behandlung der jüdischen Holocaust-Geschichte wis- schlechthin lächerlich. Eines Tages, wenn die Zeit reif ist,
senschaftlichen Methoden und gesunder traditioneller Quel- werden wir erleben, daß Politiker, Journalisten, ja sogar
lenkritik zu entsagen, weil sie offensichtlich fürchten, daß “namhafte Gelehrte” leicht irritiert in aller Öffentlichkeit er-
beides zu umstrittenen Schlußfolgerungen führen könnte. klären werden: “Natürlich gab es keine Gaskammern.” Doch
Wenn sie bereit sind, die Wissenschaftlichkeit auf einem Ge- werden neue Lügen an die Stelle der alten treten, und ich
biet zu opfern, was für eine Gewähr besteht dann dafür, daß fürchte, daß man dabei wenig oder gar keinen Humor an den
sie auf anderen Feldern nicht ebenso verfahren? Und wenn Tag legen wird.

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Geistige Freiheit ist auch die einzige wirkliche Quelle der Dogmen, Bannflüchen, Verfolgungen und Inquisitionen ge-
Toleranz. Wenn man nicht aus eigener Erfahrung weiß, wie mausert! Wir wissen ungleich mehr über die Entstehung die-
schwierig es sein kann, sich von der Unwissenheit zu befrei- ser neuen Religion als über die Genese und Frühgeschichte
en, wie kann man dann der Unwissenheit mit Nachsicht be- anderer Weltreligionen, welche an den Glauben und nicht an
gegnen? So ist die geistige Freiheit allem Anschein nach den Verstand appellieren. Wenn ich mich nicht irre, könnte
auch eine Voraussetzung für die Sympathie zu anderen Ge- das größte Verdienst des Holocaust-Revisionismus langfristig
schöpfen. darin bestehen, daß er das wissenschaftliche Studium der drei
Welche Rolle spielt bei alle dem der Haß? Man bezichtigt die abrahamischen Religionen um neue Einsichten bereichert.
Revisionisten oft, Haßgefühle zu hegen. Jene Form von Haß, Die von Dr. Faurisson von 1974 bis 1998 erstellte, sorgfälti-
die ich bei ihnen feststelle, ist ein herzhafter Abscheu gegen ge Dokumentation, 1999 in den vier Bänden der Ecrits révi-
Dummheit, Ignoranz, Intoleranz und ähnliche Laster. Diese sionnistes gesammelt, werden sich dann als wahre Fundgrube
Art von “Haß” wäre dann beinahe ein Synonym für eine sau- wertvoller wissenschaftlicher Informationen zu den verschie-
bere wissenschaftliche Einstellung. densten Aspekten des Themas erweisen.
Ich weiß, daß sich manche Revisionisten gelegentlich fragen: Diese Festschrift ist eine Huldigung an Dr. Robert Faurisson
Warum soll ich weitermachen? Warum soll ich mich endlos seitens einiger seiner engsten Freunde. Daß sich nicht noch
diesen Scherereien ausgesetzt sehen? Warum soll ich den mehr seiner Freunde daran beteiligen konnten, geht haupt-
Verlust meines Arbeitsplatzes oder eine Kürzung meiner sächlich auf Zeit- und Platzmangel zurück. Doch ganz gewiß
Rente in Kauf nehmen? Wieso halte ich eigentlich nicht den werden jene, denen es nicht vergönnt war, in dieser Fest-
Mund, statt ins Gefängnis zu wandern, meiner Bürgerrechte schrift zu Wort zu kommen, gemeinsam mit uns einem der
verlustig zu gehen, ins Exil getrieben zu werden? Mit solchen größten Helden der revisionistischen Geschichtsschreibung –
Folgen muß ein Revisionist nämlich in vielen Ländern rech- des größten intellektuellen Abenteuers unserer Zeit – ihre
nen. Meine Antwort auf diese Fragen wäre folgende: Weil herzlichsten Glückwünsche entbieten und ihm zuzurufen:
die Geistesfreiheit ein ungemein kostbares Ding ist. Für mich Alles Gute zum Geburtstag, Robert!
wäre ein Leben ohne sie unerträglich. Können andere Revi-
sionisten eine bessere Antwort finden? Anmerkungen
Als ich vor geraumer Zeit die Initiative zur Vorbereitung die- Aus dem Englischen übersetzt von Jürgen Graf.
ser Festschrift ergriff, lag der Grund darin, daß ich Dr. Fau- 1
Indiana University Press, Bloomington, IN, 2002, S. 411.
2
risson ob seines Mutes bewunderte, auf wissenschaftlichen Ebenda, S. 501
3
Methoden zu beharren, ungeachtet der ihm allenthalben ent- Ebenda, S. 495; van Pelt präsentiert auf S. 208 eine künstlerische Skizze
der von Michal Kula erwähnten angeblichen “Gaseinführungssäulen”,
gegenschlagenden grimmigen Feindschaft. Das Schweigen von denen Kula, ein nichtjüdischer polnischer Auschwitz-Häftling, in der
der internationalen Gelehrtengemeinde beschämte mich. Ich Metallwerkstatt des Lagers acht Stück hergestellt haben will. Diese tech-
hoffte, gewissermaßen die Front erweitern und Wissenschaft- nische Zeichnung diente als Grundlage für ein im August tatsächlich an-
ler, die sich auf ganz anderen Gebieten mit Ignoranz und gefertigtes Modell, dessen sich Dr. Robert Countess dann bei einer heuri-
Aberglauben herumschlagen müssen, zur Einsicht bringen zu stischen Analyse bediente. Er taufte das Ding die “Kula-Säule” und prä-
sentierte es am 2. September 2002 anläßlich eines Vortrags bei der “Real
können, daß sie im selben Boot sitzen. Doch bis dahin steht History”-Konferenz in Cincinnati, Ohio. Ebenso wie Germar Rudolf zog
uns vermutlich leider noch ein weiter Weg bevor. R. Countess angesichts des Fehlens jeglicher dokumentarischen, vor al-
Insbesondere bin ich der Ansicht, daß Religionshistoriker lem aber materiellen Belege für die Existenz solcher Säulen den Schluß,
durch ein Studium des Holocaust-Revisionismus ungemein daß diese aller Wahrscheinlichkeit nach niemals angefertigt und mit abso-
luter Sicherheit niemals installiert worden sind. Siehe hierzu G. Rudolf,
viel lernen könnten. Ganz augenscheinlich hat sich die jüdi- The Rudolf Report, Theses & Dissertations Press, Chicago 2003, S. 113-
sche Holocaust-Geschichte zu einer recht eigentlichen Reli- 133, sowie R.H. Countess’ Artikel in dieser Ausgabe der Vierteljahres-
gion mit Päpsten, Priestern, Aposteln, Propheten, Institutio- hefte für freie Geschichtsforschung, S. 56.
nen, Ritualen, Zeremonien, Mythen, Feier- und Gedenktagen,

Robert Faurisson – Ein Blick auf die Anfänge


Von Dr. Arthur R. Butz
Große Menschen brauchen nicht so sehr Lob als vielmehr ein von einem mir zuvor unbekannten französischen Literatur-
richtiges Verständnis ihrer Leistungen. Ich glaube, ich kenne professor. Fast ein Jahr lang korrespondierte ich mit diesem
Robert Faurisson länger als irgend ein anderer heute noch ak- Robert Faurisson, wobei ich eher gemischte Gefühle emp-
tiver “Holocaust”-Revisionist mit Ausnahme einer seiner fand. Einerseits lag auf der Hand, daß er das Thema, dem un-
Familienangehörigen; darum obliegt es mir, einen Blick auf ser gemeinsames Interesse galt, äußerst aktiv erforschte. An-
die Anfänge und das Problem der korrekten Einschätzung dererseits konnte er mir kein abgeschlossenes Werk, ja nicht
seines revisionistischen Schaffens zu werfen. einmal ein Manuskript vorweisen. Er teilte mir zwar mit, er
Ich schließe Bekanntschaft mit Robert Faurisson gedenke ein Buch mit dem Titel Le Mythe des Chambres à
Nach dem 1976 erfolgten Erscheinen meines Buches The Gaz Hitlériennes zu verfassen, doch wie ich als akademische
Hoax of the Twentieth Century bekam ich zahlreiche Briefe Lehrkraft unzählige Male konstatieren mußte, bieten Aktivi-
von Leuten, die ich zum größten Teil vergessen habe und de- tät, Wünsche und Absichten noch längst keine Gewähr für
ren Interesse später abflaute. Einen Brief erhielt ich aber auch Resultate. Daß Faurisson 1976 nicht in der Lage war, mit

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konkreten Ergebnissen aufzuwarten, ist das Hauptthema, das dergesetzt. Er hatte Auschwitz besucht und zeigte mir Bau-
ich im folgenden entwickeln werde; es ist dies ein Schlüssel pläne der Krematorien, welche er dort erhalten hatte und erst
zum Verständnis seines Werks. mehrere Jahre später veröffentlichen sollte. Ich begriff, daß
Im Sommer 1977 begab ich mich für einige Tage nach Paris, dieser Mann in der Tat kompetent und seriös war. (Da ich
wo ich Faurisson traf. Diese Begegnung war nicht der aus- Vorgänge schildere, die sich vor 26 Jahren abgespielt haben,
schlaggebende Grund für meinen Besuch der französischen ist es durchaus möglich, daß er mir noch von anderen Unter-
Hauptstadt. Ich war damals auf einer Europareise, auf der ich suchungen berichtet hat.)
vor allem meinen Verleger in Brighton, England, und an- Nach meiner Heimkehr im September 1977 setzte ich meinen
schließend Udo Walendy in Vlotho, der mein Buch ins Deut- Briefwechsel mit Robert fort, doch nun mit neuem Respekt.
sche übersetzt hatte und verbreitete, aufzusuchen gedachte. Damals mag ich vielleicht der einzige Mensch auf der Welt
Außerdem wollte ich Wilhelm Stäglich in Hamburg sowie gewesen sein, der seine Arbeit überhaupt verstand. Er schrieb
Robert Graham in Rom einen Besuch abstatten. Paris, das weiterhin fleißig Briefe und versuchte, einen einigermaßen
ungefähr in der Mitte zwischen Vlotho und Brighton lag, in- ausführlichen Artikel zu veröffentlichen, in dem er seine An-
teressierte mich in erster Linie deshalb, weil ich gewisse Do- sichten darlegte. Dies gelang ihm erst im Juni 1978, als Mau-
kumente einsehen wollte, die sich dem Vernehmen nach im rice Bardèches obskures neofaschistisches Blatt Défense de
Centre de Documentation Juive Contemporaire befanden.1 l’Occident einen kurzen Beitrag von ihm veröffentlichte.3
Schließlich gab es in Paris auch einen Mann, der an einer
französischen Übersetzung meines Buchs interessiert war. Robert Faurisson wird zur öffentlichen Figur
Ein Treffen mit Faurisson stand zu jenem Zeitpunkt nicht be- Ende 1978 waren in Europa zwei interessante Entwicklungen
sonders hoch auf meiner Prioritätenliste; vielleicht war sein zu verzeichnen. In Deutschland veröffentlichte Hellmut Di-
Wunsch, mir seine Gastfreundschaft zuteil werden zu lassen, wald seine monumentale Geschichte der Deutschen; auf eini-
ein Grund dafür, daß ich mich zur Begegnung mit ihm bereit gen Seiten schien er sich auf mein Buch zu stützen, das er
erklärte. Nachdem ich England verlassen und die Fahrt nach freilich nirgends erwähnte. Der Verlag zog hastig so viele
Paris angetreten hatte, muß ich mich gefragt habe, ob es sich Exemplare wie möglich wieder ein, und die revisionistischen
wirklich lohnte, meine Zeit in ihn zu investieren. Obwohl er Seiten wurden durch politisch akzeptable ersetzt.4
großes Interesse am Thema zeigte und dabei beträchtliche In Frankreich publizierte die Wochenzeitschrift L’Express in
Energie an den Tag legte, konnte er allem Anschein nach ihrer Ausgabe vom 28. Oktober – 4. November 1978 ein In-
kaum etwas Konkretes vorlegen. terview mit Louis Darquier de Pellepois, der während des
Faurisson hatte mich zuvor im Verlauf unserer Korrespon- Zweiten Weltkriegs Verantwortlicher für die Judenpolitik der
denz darauf hingewiesen, daß er einige Briefe an bestimmte deutschfreundlichen Vichy-Regierung gewesen war. Dar-
Personen oder Institutionen geschrieben hatte, die wütende quier behauptete, die einzigen Kreaturen, die man in Au-
und dümmliche Reaktionen hervorriefen. Beispielsweise schwitz vergast habe, seien Läuse gewesen, und die Sechs-
führten seine Briefe, in denen er ernsthafte Fragen zu den an- millionen-Legende sei “schlicht und einfach eine Erfindung.
geblichen Gaskammern aufwarf, zur Beschuldigung, er leug- Eine jüdische Erfindung” gewesen. Natürlich erhob sich ein
ne die Existenz der Lager. Als ich ihn 1977 traf, hatte Pierre Mordsgezeter, aber Darquiers Feinde waren frustriert dar-
Viansson-Ponté kurz zuvor eine Kolumne in Le Monde ver- über, daß er sich schon vor langer Zeit im sicheren Spanien
öffentlichte, in der er die französische Version der Schrift niedergelassen hatte. Man brauchte dringend einen Ersatzha-
Did Six Million Really Die? kritisierte, und Faurisson hatte lunken, und man fand ihn in der Gestalt Faurissons.5 Gegen
versucht, in der selben Zeitung eine Entgegnung unterzu- diesen wurde eine bösartige Hetzkampagne entfacht, doch
bringen.2 eine Folge davon war, daß dieser in Le Monde vom 29. De-
Meine Vorbehalte gegen Faurisson waren verständlich, zember 1978 einen wohlfundierten Artikel veröffentlichen
schmolzen dann aber rasch dahin. Faurisson war ein regel- konnte.
mäßiger Besucher des CDJC und führte mich dort ein. Ich er- Als Ersatzzielscheibe wurde Faurisson zur öffentlichen Fi-
innere mich an die Reaktion der Dame am Empfangsschalter, gur. Dabei gereichte es ihm zum Schaden, daß er keine um-
als wir gemeinsam eintraten. Sie starrte mich ungläubig an, fangreiche Darstellung seiner Thesen vorweisen konnte, die
wies auf Faurisson und fragte: “Vous êtes avec Monsieur?” er Verzerrungen seiner Feinde hätte entgegenhalten können.
(Sind Sie mit dem Herrn da zusammen?) Im Gegensatz zu ihm habe ich mich bis zum Erscheinen mei-
Im Verlauf unserer Gespräche schilderte mir Robert seine nes Buchs nie öffentlich zum Thema geäußert, so daß ich, als
Arbeit. Er hatte Otto Frank, den Vater Anne Franks, inter- der Sturm Anfang 1977 ausbrach, auf eine hieb- und stichfe-
viewt und sich mit dem Tagebuch der Anne Frank auseinan- ste gedruckte Darlegung meiner Ansichten verweisen konnte.

Arthur R. Butz, US-Bürger, wurde in New York geboren und wuchs dort auf. Er erhielt ein Diplom
als Elektroingenieur am Massachusetts Institute for Technology und 1965 einen Doktortitel mit einer
Arbeit über Regelungstechnik an der Universität von Minnesota. 1966 begann er seine Lehrtätigkeit
an der Northwestern University in Evanston, Illinois, wo er heute Associate Professor für Elektronik
und Computerkonstruktion ist. Er hat zahlreiche technische Schriften verfaßt. Dr. Butz ist der Autor
des Buchs The Hoax of the Twentieth Century. The Case Against the Presumed Extermination of
European Jewry (1976; dt.: Der Jahrhundertbetrug), das zu den Standardwerken des “Holocaust”-
Revisionismus gehört. Ferner hat er zahlreiche revisionistische Artikel geschrieben, von denen die
meisten im Journal of Historical Review erschienen sind.
Weitere Informationen bei pubweb.acns.nwu.edu/~abutz/

6 VffG · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 1


Faurisson liegt endlich gedruckt vor Zeugenaussage des Marian Olszuk hingewiesen. Doch da
Auf meine Fürsprache hin wurde Faurisson als Redner zur ich im Verlauf der letzten fünfzehn Jahre im zermürbenden
ersten Konferenz des neugegründeten Institute for Historical Kampf für den Revisionismus engagiert war, habe ich die
Review (IHR) eingeladen, die im September 1979 in Kalifor- Niederschrift eines Berichts über mein Treffen mit diesem
nien stattfand. Kurz zuvor, im August, hatte die populärwis- außergewöhnlichen polnischen Zeugen immer wieder ver-
senschaftliche italienische Geschichtszeitschrift Storia Illu- schoben.”
strata ein Interview mit ihm publiziert.6 Dieses war zwar Dies beweist allein schon recht gut, was ich hier sagen möch-
recht fair, doch bietet ein Interview dem Befragten nur selten te, doch einige der sich daraus ergebenden Implikationen
Gelegenheit, seine Ansichten effizient zu verfechten, weil ja mögen nicht klar ersichtlich sein. Der wichtigste Punkt ist,
der betreffende Journalist darüber entscheidet, worüber disku- daß das erste Problem bei der Einschätzung der Arbeit Fau-
tiert wird. Da traf es sich gut, daß das IHR im Jahre 1980 eine rissons darin besteht, die Arbeit Faurissons zu finden. Ein
eigene Zeitschrift – das Journal of Historical Review – gründe- Teil davon ist noch unveröffentlicht, und das Veröffentlichte
te, wodurch Faurisson ein Sprachrohr erhielt, dessen er sich ist großenteils über allerlei Außenseiterzeitschriften oder
rund zweier Jahrzehnte lang immer wieder bedienen sollte. Websites verstreut. Die Titel oder Überschriften sind gele-
Etwa zur selben Zeit wurde ein Teil der Forschungen Fauris- gentlich irreführend. Wer bei seinen Recherchen in einer Bi-
sons auch der französischsprachigen Öffentlichkeit zugäng- bliothek nach Faurissons Schriften sucht, wird nicht auf das
lich. 1980 brachte der kleine linksgerichtete Verlag La Vi- Thion-Buch stoßen, obgleich es zum größten Teil von Fau-
eille Taupe in Paris ein Buch mit dem Titel Vérité historique risson stammt. – Im Vergleich dazu kann ich selbst keine ein-
ou vérité politique? Le dossier de l’affaire Faurisson. La zige Phase meiner eigenen revisionistischen Jahre als Ver-
question des chambres à gaz heraus. Offizieller Autor war wicklung in den “revisionistischen Kampf” im Sinne Fauris-
Serge Thion, doch hatte dieser lediglich die erste Hälfte des sons definieren.
Werks verfaßt, und dieser Teil bestand großenteils aus Ab- Ich würde sagen, daß Faurisson in den achtziger Jahren mit
drücken von Briefen Faurissons sowie einigen Reaktionen dem Revisionismus beinahe identisch gewesen ist; diese Ein-
darauf. In der zweiten Hälfte präsentierte Faurisson die Er- schätzung dürfte der Wahrheit sehr nahe kommen. Doch wer
gebnisse seiner Forschungen zu den Gaskammern, Anne damals nicht “dabei” war, wird, so fürchte ich, dies auch
Frank und anderen damit verwandten Themen. Somit gab es beim besten Willen nicht begreifen können, weil es schwierig
nun glücklich ein Faurisson-Buch, aber es sah nicht wie ein ist, den intellektuellen Beitrag Faurissons und dessen Bedeu-
Faurisson-Buch aus, und seine Veröffentlichung war im tung genau zu bestimmen.
Grunde eine hastige Notwehr gegen die Medienhysterie. Die Gefahr einer Unterschätzung des von Faurisson geleiste-
Nach der Darquier-Affäre wurde Faurisson der Zutritt zu den ten Beitrags gilt namentlich für das, was sich 1988 beim
Archiven des CDJC verweigert. Doch ich machte ihn mit zweiten Zündel-Prozeß in Toronto abspielte. Damals war es
Mark Weber bekannt, der damals ein junger Historiker in Faurisson, der jene entscheidenden Fragen stellte, welche
Washington, D.C. war und Faurisson Zugang zur Dokumen- unmittelbaren Anstoß zu dem berühmten Leuchter-Gutachten
tation der U.S. National Archives verschaffte. Somit machte – und somit zu den späteren forensischen Untersuchungen –
es 1980 den Anschein, als könne Faurisson endlich nach ei- gaben. Meiner Meinung nach waren diese Gutachten und Un-
genem Ermessen forschen und publizieren. tersuchungen im wesentlichen ein Ergebnis der Forschungen
Faurissons, dessen Name darin jedoch nicht oder nur am
Faurissons Karriere: Eine Kette von Schlachten Rande verzeichnet ist. Nach dem heutigen Stand der Dinge
Diese ansonsten auf dem Feld der Wissenschaft übliche gün- wird selbst ein gewissenhafter Historiker Gefahr laufen, Fau-
stige Ausgangslage erwies sich freilich alsbald als trügerisch. rissons maßgebliche Rolle bei dieser ungeheuer bedeutenden
Wer Faurissons Karriere als Revisionist begreifen will, tut Entwicklung zu übersehen.
gut daran, sich vor Augen zu führen, daß die Nachwehen der Was damals wirklich geschah, war folgendes: Indem Fauris-
Darquier-Affäre von 1978 für ihn niemals endeten, außer in son Leuchter die richtigen Fragen stellte, eröffnete er ein
dem Sinne, daß es ihm fortan verweigert wurde, sich in grö- breites und fruchtbares Feld für revisionistische Forschun-
ßeren Presseerzeugnissen zu äußern. Die nun bereits weit zu- gen. Bei einem intellektuellen Prozeß ist es meist schwieri-
rückliegenden Geschehnisse, die ich zuvor beschrieben habe, ger, die richtigen Fragen aufzuwerfen, als die richtigen Ant-
sollten sein ganzes Wirken als Revisionist prägen. Fast alles, worten darauf zu finden. Wenn entscheidend wichtigen Fra-
was er seither für die Öffentlichkeit schuf, war das Ergebnis gen kein erkennbarer Prozeß logischer Deduktion voraus-
irgendeiner Schlacht. Ich will damit keineswegs sagen, seine geht, sprechen wir von “Genie”, und eines der Ziele des vor-
Forschung sei lediglich eine Abwehrreaktion gewesen; sie liegenden Buchs besteht darin, dem Genie Faurisson jene
war es größtenteils nicht. Doch die Form, in der sie ihren Anerkennung zu zollen, die er verdient.
schriftlichen Ausdruck fand, war in großem Umfang das Re- Die historischen Umstände haben Faurissons Rolle verdun-
sultat seiner ständigen Rechtskämpfe. Am Tage, nachdem ich kelt – auf einem kritischen Höhepunkt des “revisionistischen
mit dem Teil dieses Aufsatzes begonnen hatte, der dem The- Kampfes”, nämlich bei einem Prozeß. Das Leuchter-
ma der “Schlacht” gewidmet ist, sah ich mich durch ein Gutachten hätte formell ein gemeinsames Werk von Fauris-
Email bestätigt, dem ein auf den 12. Oktober 2003 datierter son und Fred Leuchter sein müssen. Es kam aber dann so
Faurisson-Artikel als Anhang beigefügt war; dieser beginnt heraus, daß die Originalversion des Gutachtens lediglich mit
mit den Worten:7 einer Einleitung Faurissons versehen war, die in einigen der
“Bezüglich des während des 2. Weltkriegs existierenden späteren Versionen verschwunden ist.8
Lagers Treblinka habe ich in einigen Vorträgen bei Konfe- Ein zweiter Beweis für die Stichhaltigkeit meiner Befürch-
renzen, in einem Videofilm sowie in etlichen Briefen auf die tung, daß Faurissons Leistungen nicht genügend gewürdigt

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werden könnten, erreichte mich, immer noch bei der Nieder- zu veröffentlichen. Über Aufbau und Inhalt dieses geplanten
schrift meines Kapitels für diesen Sammelband, in Form ei- Buchs bin ich nicht informiert, ebenso wenig darüber, wie
ner weiteren Botschaft von Faurisson. Es war dies ein auf weit es schon fortgediehen ist. Wenn es auf eine englische
den 20. Oktober 2003 datierter Brief an den deutschen An- Übersetzung der Écrits révisionnistes herausläuft, wird es si-
walt Horst Mahler. Darin resümierte Faurisson sein revisioni- cherlich zu unserem Verständnis von Faurissons Werk bei-
stisches Werk kurz und teilte Mahler hinsichtlich des Leuch- tragen, doch unsere Erwartungen nicht vollumfänglich erfül-
ter-Gutachtens folgendes mit: len können.
“Im Jahre 1988 wurden die Erkenntnisse des Professors Braucht Faurisson einen Biographen? Ich nehme zwar an,
[Faurissons] dank einer vom Deutschkanadier Ernst Zündel daß er einen finden wird, meine aber, daß ein solcher weniger
in Auftrag gegebenen Untersuchung erhärtet, die vom Ame- hilfreich wäre als eine schlichte Darstellung des “Kampfs”.
rikaner Fred Leuchter durchgeführt wurde, dem Konstrukteur Diese Darstellung könnte so spannend sein, daß sie unseren
jener Gaskammern, die in mehreren amerikanischen Gefäng- Blick auf das Hauptproblem trüben könnte, dem wir uns ge-
nissen benutzt werden, und Verfasser eines Berichts über die genübersehen (und mit dem zukünftige Forschern erst recht
angeblichen Gaskammern von Auschwitz und Majdanek.” konfrontiert sein werden). Es läuft auf jene Frage hinaus, die
Hier findet sich noch nicht einmal ein Hinweis darauf, daß ich mir damals im Jahre 1977 stellte, als ich England verließ
Faurisson mit dieser bahnbrechenden forensischen Untersu- und Kurs auf Paris nahm, wo mir meine erste Begegnung mit
chung irgend etwas zu tun hatte. Ein Leser könnte aus dem dem französischen Professor bevorstand: Was hat Faurisson
Geschriebenen ohne weiteres folgern, daß Faurisson vor dem wirklich geleistet? Was Faurisson wirklich benötigt, ist nicht
Erscheinen des Gutachtens nie etwas von Leuchter gehört so sehr ein Biograph als jemand, der sein Werk knapp, aber
hatte. Der heutige innere Kreis der Revisionisten weiß, daß gründlich zusammenfaßt. Wenn wir alten Kameraden Robert
dies durchaus nicht den Tatsachen entspricht, doch kann man Faurissons uns heute zusammentun, um ihn und sein Werk zu
jemandem, der die Ereignisse damals nicht aus nächster Nähe ehren, sollten wir uns Rechenschaft darüber ablegen, daß die-
verfolgt hat, einen Vorwurf machen, wenn er dies nicht be- ses unvollkommen und streckenweise etwas unbeholfen dar-
greift? gestellt bleibt, und daß künftige Historiker nicht jene Ehr-
Die achtziger Jahre – deren revisionistische Aktivität Fauris- furcht an den Tag legen werden, welche diese Tatsache für
son völlig dominierte – endeten in Frankreich mit dem be- uns verdunkelt. Robert Faurisson läuft nicht Gefahr, verges-
rüchtigten Fabius-Gayssot-Gesetz von 1990, einer Art Lex sen zu werden; wohl aber besteht das Risiko, daß man ihn
Faurissonia, wenn ich diesen lateinischen Ausdruck für ein mißversteht.
Gesetz verwenden darf, das der Staat eigens gegen Faurisson
verabschiedet hatte. Es war dies zwar eine Katastrophe für Anmerkungen
Faurisson und den Revisionismus, doch zugleich ein hinter- Aus dem Englischen übersetzt von Jürgen Graf.
gründiges Kompliment an die intellektuelle Bedeutung des 1
Mein Treffen mit Graham wird im Journal of Historical Review,
Revisionismus sowie eine Bestätigung derselben. März/April 1998 beschrieben. Dort wird auch der unmittelbare Grund
meines Interesses für die Archive des CDJC dargelegt. Das entsprechende
Material ist in der 2003 erschienenen Neuauflage meines Buchs The
Die Darstellung von Faurissons Leistungen bleibt auch Hoax of the Twentieth Century, Theses and Dissertations Press, Chicago,
weiterhin unzureichend S. 361ff. enthalten. Es befindet sich auch auf der Website
Man mußte sich bis 1999 gedulden, ehe eine ernsthafte Zu- 2
http://pubweb.northwestern.edu/~abutz/di/vatican/graham.html .
sammenstellung von Faurissons Schriften erschien, nämlich Davon berichtet Serge Thion in Vérité historique ou vérité politique, La
Vieille Taupe, Paris, 1980, Kapitel 2.
die vier Bände der Écrits révisionnistes [revisionistische 3
Ebenda., pp. 83-89.
Schriften]. Das Fabius-Gayssot-Gesetz zwang dazu, diese als 4
Davon berichten Armin Mohler und Robert Hepp in Josef Eibicht (Hg.),
“édition privée hors-commerce” [Privatausgabe außerhalb Hellmut Diwald, Hohenrain, Tübingen 1994, pp. 110-120, 121-147; onli-
des Buchhandels] herauszugeben, d.h. als Druckerzeugnis ei- ne bei www.vho.org/D/diwald. Anmerkung des Herausgebers.
5
Serge Thion, aaO. (Anm. 2), Kapitel 3.
ner privaten Gruppe von Einzelpersonen, das streng für den 6
Das Interview wurde in der Ausgabe von August 1979 veröffentlicht; in
persönlichen Gebrauch und nicht zur Verbreitung in der Öf- den Ausgaben von September, Oktober und Dezember erschienen dazu
fentlichkeit bestimmt ist. Darin sind Faurissons Schriften Leserbriefe. Eine von Faurisson korrigierte und mit Anmerkungen verse-
chronologisch angeordnet, woraus sich zwangsläufig ergibt, hene Übersetzung des Interviews findet sich bei S. Thion, aaO. (Anm. 2),
S. 171-212. Der Text wurde später im Internet veröffentlicht:
daß ein erheblicher Teil des Inhalts nicht dem entspricht, was www.vho.org/aaargh/fran/archFaur/1974-1979/RF7908xx2.html. Eine
Faurisson heute als optimal betrachten würde. Zudem fehlt englische Übersetzung erschien im Journal of Historical Review, 2(4)
diesen vier Bändern ein Element, dessen Bedeutung Fauris- (1981), S. 319-373 und später im Internet ausgehängt:
vhr.org/jhr/v02/v02p319_Faurisson.html.
son selbst wiederholt betont hat: Bilder. 7
R. Faurisson, “Treblinka: Ein außergewöhnlicher Zeuge”, siehe diese
Diese Bemerkungen stellen keine Kritik an den Herausgebern Ausgabe, S. 94.
dar. Ich habe sehr wohl Verständnis für die enormen Schwie- 8
Der britische Historiker David Irving hat eine Version mit einer von ihm
rigkeiten, denen sich der Kreis um Faurisson in der Ära nach selbst verfaßten Einleitung veröffentlicht. The Leuchter Report, Focal
Point Publications, London 1989. Der deutsche Historiker Udo Walendy
dem Erlaß der Loi Gayssot gegenübersah und immer noch
hat eine deutsche Version mit einer umfangreichen Einleitung über seine
gegenübersieht. Tatsache ist jedoch, daß diese vier Bände das Rolle beim zweiten Zündel-Prozess publiziert. “Ein Prozeß, der Ge-
Werk sowie die heutigen, ausgereiften und gediegenen An- schichte macht”, Historische Tatsachen, Nr.. 36, Verlag für Volkstums
sichten dieses bemerkenswerten Mannes nicht befriedigend und Zeitgeschichtsforschung, Vlotho 1988. Anmerkung des Herausge-
bers.
wiedergeben.
Schon seit geraumer Zeit besteht die Absicht, in englischer
Sprache ein Werk mit dem Titel Faurisson on the Holocaust

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Robert Faurisson – Profil eines integren Mannes
Von Jürgen Graf

Die Geschichte liebt Überraschungen. Jener Mann, der viel- Faurissons Kompromißlosigkeit bereitet seinen Freunden und
leicht mehr als jeder andere zur Entlarvung der größten Ge- Sympathisanten gelegentlich Kopfzerbrechen. Bisweilen rea-
schichtslüge unserer Zeit beigetragen hat, ist kein Historiker. giert er ein wenig gar zu emotional. Unsere Beziehungen wa-
Seine Erkenntnisse haben weitreichende politische Folgen, ren durchaus nicht immer frei von Spannungen, doch haben
doch er ist kein Politiker. Er hat als erster auf die technischen wir diese stets überwunden. Seit 1992 hatte ich regelmäßig
Unmöglichkeiten der offiziellen “Holocaust”-Version hinge- die Ehre, Faurisson als Übersetzer – einige Male auch als
wiesen, ist aber auch kein Techniker. Er ist ein pensionierter Dolmetscher – behilflich zu sein. Unter anderem habe ich ei-
Professor für französische Literatur. ne Reihe seiner Aufsätze für die Vierteljahreshefte für freie
Ich erinnere mich noch sehr gut an jenen Tag im Dezember Geschichtsforschung übersetzt.
1978, als ich in Le Monde den Artikel eines Franzosen na- Faurisson besitzt die Gabe, komplexe Probleme klar und ver-
mens Robert Faurisson las. Damals kaufte ich das Pariser ständlich zu analysieren. Im Gegensatz zu vielen anderen
Blatt fast jeden Tag, weil es ungemein ausführlich über die französischen Intellektuellen hat er für blumige Phrasen herz-
Lage in Kambodscha berichtete, der mein besonderes Inter- lich wenig übrig und protzt nicht mit seiner Bildung. Er
esse galt. Vietnam war in Kambodscha eingefallen, und das drückt sich präzise aus. Er definiert den “Holocaust” nicht als
Pol-Pot-Regime stand kurz vor dem Zusammenbruch. Die “Übertreibung”, sondern als Lüge, und er spricht nicht von
Greuel der Roten Khmer wurden damals oft mit dem natio- den “Zionisten”, wenn er die Juden meint.
nalsozialistischen Holocaust an den Juden verglichen. Und Bei der Erforschung des “Holocaust”, so hat Faurisson immer
nun kam da ein Franzose und behauptete, die Ausrottung der wieder betont, müsse man mit den Gaskammern beginnen.
Juden sei ein Mythos; die Gaskammern hätten niemals exi- Damit trifft er den Nagel auf den Kopf. Ohne Gaskammern
stiert. konnte es keine systematische Judenvernichtung geben, weil
Der Artikel bereitete mir Unbehagen. Ganz offensichtlich die behauptete Tatwaffe und der behauptete Massenmord un-
war dieser Professor kein Narr; er führte sachliche Argumen- trennbar miteinander verbunden sind. Faurissons Widersa-
te ins Feld. Doch beschloß ich alsbald, das Ganze zu verges- cher, welche die orthodoxe Geschichtsversion um jeden Preis
sen. Ich war noch nicht reif für die Einsicht, daß die offizielle aufrechterhalten wollen, verstehen dies sehr wohl. Sie greifen
Lesart des jüdischen Schicksals im Zweiten Weltkrieg ein niemals zu Argumenten wie “Ob es Gaskammern gab oder
Mythos ist. Hätte ich mich damals dazu durchgerungen, das nicht, macht keinen wesentlichen Unterschied”, oder “Was
Problem ernsthaft zu untersuchen und die revisionistische Li- spielt es denn schon für eine Rolle, ob die Opfer vergast wur-
teratur zu lesen, so hätte mein Leben zweifellos einen ganz den oder an Typhus starben?” Ohne chemische Schlachthäu-
anderen Lauf genommen. Doch ich tat nichts dergleichen. Es ser, ohne systematische Massentötungen war die jüdische
sollten noch über zwölf Jahre verstreichen, bis ich auf die Tragödie lediglich eine der zahlreichen Tragödien, welche
wissenschaftliche Literatur der Revisionisten stieß. Dies ge- die Nationen Europas während des Zweiten Weltkriegs
schah dank Arthur Vogt, den ich im März 1991 kennenlernte heimgesucht haben. Das jüdische Volk ginge dann seines
und der mir bald darauf einige revisionistische Bücher gab, Märtyrerstatus verlustig, und der Staat Israel, dessen Grün-
darunter auch Faurissons Mémoire en Défense.1 dung die Weltöffentlichkeit unter dem Eindruck eines ver-
Im März 1992 besuchte ich Robert Faurisson in Vichy. Er meintlichen “beispiellosen Völkermordes” guthieß, verlöre
hatte das Manuskript meines Buches Der Holocaust- seine Legitimität.
Schwindel2 gelesen und korrigiert und gab mir konkrete Rat- Daß die revisionistische Forschung ab Ende der achtziger
schläge für meine künftigen Forschungen mit auf den Weg. Jahre eine vollkommen neue Richtung einschlug und das
Ich war beeindruckt von seinem Scharfsinn, erst recht aber Schwergewicht nun auf die technischen Aspekte der Frage
von seinem Mut und seiner unermüdlichen Suche nach der legte, ist vor allem Faurissons Verdienst. Ohne ihn wäre
Wahrheit. Intelligenz ohne Mut und Ehrlichkeit ist oft wert- Ernst Zündel, der 1988 in Toronto vor Gericht stand, schwer-
los. Mir war klar, daß ich vor einem Mann stand, der nicht zu lich auf den Gedanken verfallen, einen Hinrichtungsexperten
einem Kompromiß mit der Lüge bereit war. Er würde sich nach Polen zu schicken und die angeblichen Gaskammern
nie durch öffentliche Reuebekundungen erniedrigen. von Auschwitz einer forensischen Untersuchung zu unterzie-

Jürgen Graf, Schweizer Bürger, wurde 1951 in Basel geboren. Er studierte an der Universität Basel
Französisch, Englisch und skandinavische Sprachen und arbeitete viele Jahre lang als Lehrer. 1991
schloß er Bekanntschaft mit dem Revisionismus und wurde ab 1993 auf diesem Gebiet aktiv. Er hat fünf
revisionistische Bücher geschrieben und drei weitere zusammen mit seinem Freund Carlo Mattogno ver-
faßt. 1998 kamen er und sein todkranker, bald darauf verstorbener Verleger Gerhard Förster im schwei-
zerischen Baden wegen Bestreitens der Gaskammern und der Sechsmillionenziffer vor Gericht. Graf
wurde zu 15 Monaten Gefängnis ohne Bewährung verurteilt, trat seine Haftstrafe nach deren Bestätigung
durch das Schweizer Bundesgericht jedoch nicht an, sondern ging im August 2000 ins Exil. Im Jahre
2001 heiratete er in Moskau die russische Historikerin Olga. Er bestreitet seinen Lebensunterhalt als
Übersetzer aus zahlreichen Sprachen ins Deutsche, u.a. für die Vierteljahreshefte für freie Geschichts-
forschung. Weitere Informationen bei www.ety.com/tell/

VffG · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 1 9


hen. Das Leuchter-Gutachten (das zugegebenermaßen etliche behrt nicht der Ironie, daß nicht etwa ein Katholik, sondern
Fehler enthält, dessen Schlußfolgerungen jedoch völlig rich- ein Agnostiker die fundierteste Verteidigung des umstritten-
tig sind) wäre niemals geschrieben worden. Unter diesen sten Papstes des 20. Jahrhundert geschrieben hat.
Umständen hätte auch Germar Rudolf seine wundervolle Ex- In seinem Essay “Die Führer der islamischen Staaten sollten
pertise über die Cyanidspuren im Mauerwerk der angeblichen ihr Schweigen zum ‘Holocaust’-Betrug brechen”9 wies Fau-
Gaskammern nicht erstellt – und ohne Rudolfs Einsatz für risson bitter darauf hin, daß Frankreich mit seinen glänzend-
den Revisionismus gäbe es das bisher wichtigste revisionisti- sten Denkern oft besonders hartherzig umgesprungen ist. Er
sche Buch, Grundlagen zur Zeitgeschichte,3 sowie dessen erinnerte an den hervorragenden Schriftsteller Ferdinand
erweiterte englische Version, Dissecting the Holocaust,4 Céline, der nach dem Zweiten Weltkrieg wegen drei juden-
nicht. Kurzum: Faurissons Bedeutung für den Revisionismus kritischer Bücher in Acht und Bann getan wurde. Faurisson
läßt sich kaum überschätzen. hat keine Bücher gegen die Juden geschrieben; er hat nichts
Würden wir denkende Menschen in “synthetisch Denkende” anderes getan, als sich um die Ermittlung der historischen
und “analytisch Denkende” unterteilen, so würde Faurisson Wahrheit und um die Aufdeckung von Geschichtsfälschun-
sicherlich zur zweiten Kategorie gehören. Er hat nie eine um- gen zu bemühen, die den Haß schüren und somit einer wah-
fassende Darstellung des “Holocaust” in seiner Gesamtheit ren Verständigung zwischen den Völkern im Wege stehen.
zu Papier gebracht, wie dies Arthur Butz in seinem Buch The Trotzdem war sein Leben während der vergangenen zwei
Hoax of the Twentieth Century5 tat. Faurissons scharfer Intel- Jahrzehnte von ständigen Verfolgungen und Prozessen ge-
lekt tritt besonders klar zutage, wenn er ein spezifisches Pro- prägt. Er wurde zu astronomisch hohen Bußen verurteilt. Er
blem wie ein Detektiv in allen Einzelheiten untersucht. Das wurde verleumdet wie kein anderer Franzose seit dem Krieg,
beste Beispiel dafür bietet sein brillanter Aufsatz “Auschwitz. nicht einmal Jean-Marie Le Pen, der immerhin ab und zu im
Technique and Operation of the Gas Chambers ou Bricolage Rundfunk oder Fernsehen auftreten darf. Diese Gelegenheit
et Gazouillage à Auschwitz et Birkenau selon J. C. Pressac”,6 erhält Faurisson nie; er darf sich niemals öffentlich verteidi-
in dem er Pressacs Mammutwerk Auschwitz. Technique and gen. Das System weiß, daß er ein brandgefährlicher Mann ist.
Operation of the Gas Chambers mit ätzender Ironie zer- Seine Waffe ist die Wahrheit und sein scharfer Intellekt.
pflückt. Meiner Meinung nach ist diese Kritik an Pressac Schon bei unserem ersten Treffen im Jahre 1992 äußerte sich
Faurissons Meisterwerk schlechthin. Faurisson eher pessimistisch über die Zukunft der Revisioni-
Nach allem, was er zur Förderung der geschichtlichen Wahr- sten. Für ihn waren unsere Gegner einfach zu mächtig. Ich
heit getan hat, besäße Faurisson eigentlich das Recht, auf sei- hoffe, daß er diesmal nicht recht bekommen wird. Arthur
nen Lorbeeren auszuruhen; keinem seiner Freunde fiele es Butz schrieb in den achtziger Jahren, die “Holocaust”-
ein, ihn deswegen zu tadeln. Doch dies tut er nicht. Er Geschichte werde zu einem Zeitpunkt auffliegen, der für den
schreibt immer noch, und was er schreibt, verdient stets unse- Zionismus ungünstig sei. Eine solche Situation liegt heutzu-
re Aufmerksamkeit. Ein bemerkenswertes Beispiel dafür bie- tage vor. Weltweit regt sich Widerstand gegen die zionistisch
tet sein Artikel “Holocaust-Dynamik. Wie ein eingebildeter kontrollierten USA und die verbrecherische Politik des Wa-
Holocaust zu einem echten Holocaust führen kann”,7 den er shingtoner Regimes. Was Israel betrifft, so ist dieses heute
im Anschluß an die Ereignisse des 11. September 2001 der unbeliebteste Staat der Welt. Unter diesen Umständen
schrieb. Faurisson zeigt dort mitleidlos auf, daß die Tragödie, könnte der Wind bald umschlagen. Die Feinde der histori-
welche Amerika damals heimsuchte, nur eine unbedeutende schen Wahrheit stehen mit dem Rücken zur Wand. Hoffen
Episode im Vergleich zu den Leiden ist, die das Land ande- wir, daß Robert Faurisson das Ende des “Holocaust”-Mythos
ren Völkern während des 20. Jahrhunderts zugefügt hat. “Po- noch erleben wird. Doch selbst wenn ihm dies nicht vergönnt
litische Korrektheit” war nie Robert Faurissons Markenzei- sein sollte, wird die Geschichte diesem edlen und mutigen
chen, mag es nun um den “Holocaust” oder um andere stritti- Mann zweifellos die Gerechtigkeit widerfahren lassen, die er
ge Fragen gehen. verdient.
Zu meiner großen Freude erschien im Jahre 2003 ein neues
Faurisson-Buch, sein erstes seit 1993 (wenn man von den Anmerkungen
vierbändigen Ecrits révisionnistes 1974-1999 absieht, einer Aus dem Englischen übersetzt von Jürgen Graf.
Sammlung all dessen, was er bis 1999 verfaßt hatte). Das 1
La Vieille Taupe, Paris 1980.
2
neue Buch heißt Le Révisionnisme de Pie XII und liefert eine Guideon Burg, Basel 1993.
3
Grabert, Tübingen 1994.
unwiderlegbare Antwort auf die regelmäßig gestellte Frage, 4
Theses & Dissertations Press, Chicago 2003., 2. Auflage.
weshalb der Papst zur Judenausrottung während des Zweiten 5
Theses & Dissertation Press, Chicago, 2003, 3. Auflage.
Weltkriegs geschwiegen hat.8 Faurisson weist nach, daß Pius 6
“Auschwitz: Technique and Operation of the Gas Chambers (1989) ou
XII durchaus nicht “Hitlers Papst” war, wie gelegentlich be- bricolage et ‘gazouillages’ à Auschwitz et Birkenau selon J.-C. Pressac
(1989),” Revue d’Histoire Révisionniste, 3 (1990/91), S. 65-154.
hauptet wird, sondern im Gegenteil mit den Alliierten sympa- 7
VffG 6(1) (2002), S. 67-70.
thisierte. Er war äußerst gut über die Lage in allen von 8
Graphos, Campetto 4, I-16123 Genova, Italy, 2002. Dieses Buch soll in
Deutschland besetzten Ländern unterrichtet, und hätte er von englischer und deutscher Sprache bei Theses & Dissertations Press/Castle
Massenmorden in Vernichtungslagern gewußt, so hätte er so- Hill Publishers, erscheinen.
9
VffG 5(2) (2001), S. 136-145.
fort seine Stimme gegen dieses Verbrechen erhoben. Doch
unterließ er dies, weil er überzeugt war, daß es sich bei den
Schreckensgeschichten, mit denen die Judenorganisationen
hausierten, um simple Greuelpropaganda handelte. Es ent-

10 VffG · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 1


Ein neues buddhistisch-christliches Gleichnis
Von Dr. Christian Lindtner
Einleitung Dr. Derrett ist, wie gesagt, überzeugt, daß es eine historische
Es ist mittlerweile unbestreitbar, daß der Buddhismus das Beziehung gibt, und daß diese Beziehung außerdem eine
Christentum in vielfältiger Weise beeinflußt hat, und es wird Wechselbeziehung ist. In manchen Fällen hat das Neue Te-
viele Leser überraschen zu erfahren, daß sich hierin immer stament buddhistische Muster verwendet. In anderen Fällen
mehr Wissenschaftler einig sind. Zugleich muß aber gesagt scheinen die Buddhisten Material vom Neuen Testament
werden, daß es über die Art und das Ausmaß, wie der Bud- übernommen zu haben. Es gibt auch einige wenige Fälle, wo
dhismus auf das Christentum eingewirkt hat, überhaupt keine Buddhisten und Christen wechselseitig Anleihen voneinander
Einigkeit gibt. gemacht haben könnten und schließlich gibt es Fälle, bei de-
Einer der ganz wenigen Wissenschaftler, der sich mit den re- nen man anscheinend nicht behaupten kann, daß die eine Sei-
levanten buddhistischen und christlichen Quellen in den Ori- te die andere beeinflußt habe.
ginalsprachen auskennt, ist J. Duncan M. Derrett, der sich Leser, die sich näher mit diesem Thema beschäftigen möch-
seit 1957 mit dem Neuen Testament befaßt hat. Seine sechs ten, beginnen am besten mit Dr. Derretts unverzichtbarem
gelehrsamen Bände Studies in the New Testament sind eine Beitrag.
Fundgrube voll Informationen über schwierige und rätselhaf- In den letzten Jahrzehnten sind noch einige andere Bücher
te Passagen des Neuen Testaments.1 mit Beziehung zur vergleichenden Evangelienforschung er-
Derrett gehört zu den wenigen Personen, die auch mit den schienen. Sie werden alle in Derrets Bibliographie (S. 118-
buddhistischen Quellen vertraut sind, vor allem den Quellen 123) aufgeführt und es bedarf hier keiner Wiederholung.
in Pâli und Sanskrit2 Im Jahr 2000 veröffentlichte er das Doch möchte ich besonders auf zwei Titel aufmerksam ma-
wichtige Buch The Bible and the Buddhists.3 chen: Zacharias P. Thundy: Buddha and Christ, Leiden 1993,
Da ich bereits anderswo4 eine ausführliche Rezension von und E.R. Gruber & Holger Kersten: Der Ur-Jesus, Herbig,
Dr. Derrets Buch veröffentlicht habe, reicht hier die Feststel- München 1995. Beide sind hervorragende Einführungen in
lung, daß Dr. Derrett glaubt, buddhistische und christliche die vergleichende Evangelienforschung, und sie sind noch
Missionare hätten “die Köpfe zusammengesteckt”, waren sie erhältlich. Frage
doch Unternehmer im gleichen Geschäftszweig, die das glei- Derrett sieht sich selbst als Detektiv, den es nicht kümmert,
che Feld beackerten. Das ist seine Grundannahme, und es wohin ihn seine Beweise führen. Seine Arbeit ist nicht apo-
herrscht kein Mangel an historischen Beweisen, um ihre logetisch. (Der Verfasser, der während der letzten Jahre eine
Wahrscheinlichkeit zu untermauern. ausführliche Korrespondenz mit Dr. Derrett geführt hat, kann
Es versteht sich von selbst, daß die traditionellen Theologen bekräftigen, daß dies tatsächlich so ist.) Im Hinblick auf die
solch “revisionistischen” Ansichten über das Christentum mit Bücher, die in den zwei Jahrzehnten von 1975-1995 veröf-
Schweigen oder höhnischer Abweisung begegnen, ohne jeg- fentlicht wurden, meint Dr. Derrett, daß sie, wie ein Richter
liche Argumentation. Die meisten Religionshistoriker neigen sagen würde, “einen Fall aufwerfen, der einer Klärung be-
ebenfalls dazu, dieses Thema zu umgehen, wie ich annehme, darf”.6 Das trifft zu.
hauptsächlich, weil ihnen die Sprachkenntnisse fehlen, die Der Verfasser dieses Artikels stimmt in vieler Hinsicht mit
für einen Vergleich der buddhistischen und der christlichen den Ergebnissen überein, die von Vorgängern auf diesem
Quellen unabdingbar sind. Ohne gute Kenntnisse des Grie- Feld der vergleichende Evangelienforschung erlangt wurden.
chischen, Hebräischen, Aramäischen, und vor allem des Im allgemeinen haben sich diese Wissenschaftler jedoch da-
Sanskrit und Pâli – ganz zu schweigen vom klassischen Tibe- mit begnügt, wenn sie Parallelen, ähnliche Ideen oder ähnli-
tisch und Chinesisch – kann man keine ernstzunehmende che Motive aufzeigen konnten.
Forschung in diesem neuen Studienbereich – der, wenn ich Der Autor will aber mehr. Parallelen reichen nicht aus. Um
so sagen darf, vergleichenden Evangelienforschung – betrei- sich auf festem Boden zu bewegen, müssen wir “eine strikte
ben. Ähnlichkeit der Worte fordern”, etwas, das Derrett aber, mit
Christian Lindtner, dänischer Bürger, geboren 1949. Doktor der Philosophie 1982, Universi-
tät Kopenhagen (Buddhismus). buddhistische Studien. Er hat eine große Anzahl von Büchern
mit Übersetzungen aus östlichen Sprachen veröffentlicht. Herausgeber vieler – mehrheitlich
philosophischer – Texte anhand zuvor unveröffentlichter Originalmanuskripte auf Sanskrit und
Tibetanisch (die er in Büchereien im Tibet, in der Mongolei sowie in Indien entdeckt hatte).
Schrieb und schreibt in zahlreichen wissenschaftlichen Zeitschriften (Themen: Religionsge-
schichte, Philosophie, Geschichte, Philologie). Dozent und Vortragsredner an vielen Universi-
täten in Europa, den USA und Asien. Gastprofessor für asiatische Sprachen an der University
of Washington sowie für Religionsstudien an der University of Virginia. Brachte als erster Dä-
ne einen revisionistischen Artikel in einer größeren dänischen Zeitung unter (“Der Holocaust in
5
neuem Licht”, Berlingske Tidende, 24. Januar 1998). Der Beitrag sorgte in Dänemark für au-
ßerordentlichen Aufruhr. Als Folge wurde Lindtner jede staatliche Unterstützung für seine For-
schungen entzogen. Es wurden Versuche unternommen, seine Bücher zu vernichten, etc.
1993 veröffentlichte er ein Buch mit dem Titel Hemligheten om Kristus, in dem er auf zahlrei-
che direkt aus dem Sanksrit übersetzte Passagen im griechischen Text des neuen Testa-
ments hinweist. Das Buch wurde in schwedischer Sprache von einem umstrittenen Verleger in
Klavreström herausgegeben. Auf dänische Verlage wurde Druck ausgeübt, um sie zum Ver-
zicht auf eine Veröffentlichung der dänischen Originalversion zu bewegen. Weitere Informa-
tionen bei www.jesusisbuddha.com.

VffG · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 1 11


Garbe und praktisch allen anderen Forschern, als “zu viel erstmals in Vichy begegnete, diskutierten wir unter anderem
verlangt”7 ansieht. Textkritik. Er brauchte mir nicht erst zu sagen, “lies, was der
Wenn ich darauf bestehe, daß wir eine enge Ähnlichkeit der Text tatsächlich aussagt” – das war nämlich genau das, was
Worte fordern müssen, habe ich einen guten Grund dafür. ich als klassischer Philologe und Orientalist immer meinen
Die buddhistische Hauptquelle des Neuen Testaments ist der Studenten empfohlen habe.
umfangreiche Sanskrit-Text des Mûlasarvâstivâdavinaya Der folgende Beitrag zu seiner Festschrift wird, so hoffe ich,
(MSV), und dieser Text war früheren Forschern – einschließ- dem Leser einen Eindruck vermitteln, wie ich die Sanskrit-
lich Derrett – schlichtweg nicht zugänglich. Derrett war, wie Texte und die griechischen Texte gelesen habe, die hier im
er schreibt, “schockiert”, als er kürzlich von mir eine Kopie Mittelpunkt des neutestamentlichen Revisionismus stehen.
dieses Textes erhielt, der erstmals 1977 publiziert wurde,8 Indem ich sie auf ihre ursprüngliche Quellen zurückführe,
nachdem sein eigenes Buch herausgekommen war. habe ich mein Bestes getan um herauszuarbeiten, was die
Ich hatte schon vor langem, 1983, eine Besprechung des griechischen Texte wirklich besagen – nicht nur, was sie der
MSV in der Zeitschrift Acta Orientalia,9 veröffentlicht, und allgemeinen Annahme zufolge besagen sollen. Ich habe mich
natürlich den Sanskrit-Text gelesen, bevor ich die kurze Be- nach bestem Können bemüht, meine Beobachtungen auf eine
sprechung verfaßte. Dann habe ich mich mit anderen Dingen einfache Weise darzustellen und kann natürlich nur die Spit-
beschäftigt. Vor sechs oder sieben Jahren begann ich, mich ze des Eisberges zeigen. Vielleicht ist mir das nicht ganz ge-
mit neutestamentlichen Studien zu beschäftigen. lungen. Das Thema ist äußerst komplex, und die Gründe
An einem späten Abend fiel mir plötzlich auf, daß ich das, hierfür werden im weiteren Verlauf deutlich. Wir leisten Pio-
was ich jetzt auf Griechisch las, schon vor einigen Jahren ge- nierarbeit.
lesen habe – aber auf Sanskrit. Konnte das MSV wirklich die Abgesehen von der Entdeckung, daß die Evangelien des
Quelle von Abschnitten des Neuen Testaments sein? Ich be- Neuen Testaments auf buddhistischen Quellen auf Sanskrit
gann also, das Griechische systematisch mit dem Sanskrit zu beruhen, gibt es noch etwas, was sogar gelehrte Theologen
vergleichen. Es war eine Sensation. Ich traute kaum meinen erstaunen wird. Der griechische Text der Evangelien ist ins-
Augen! gesamt ein äußerst kunstfertiges Werk. Jüngste Untersuchun-
Nachdem ich dann die beiden Quellen ein paar Jahre lang gen haben gezeigt, daß jedes Wort und jede Silbe sorgfältig
sorgfältig verglichen habe – Wort für Wort, Satz für Satz, gezählt wurde. Viele Namen und Worte wurden ausschließ-
Motiv für Motiv – kam ich zu der festen Überzeugung, daß lich wegen ihres numerischen Wertes ausgewählt. Oftmals
die Evangelien des Neuen Testaments durchaus als “Piratko- ahmen die Evangelien das Zahlenmuster des Sanskrit-
pien” des MSV bezeichnet werden könnten. Allmählich stell- Originals nach – wiederum eine neue Beobachtung, die zuvor
te sich auch heraus, daß die ansonsten unbekannten Verfasser von noch keinem Buddhologen gemacht wurde.
der Evangelien des NT weitere buddhistische Texte verwen- Zum Beispiel kennt man Petrus als Kêphas, was den Zahlen-
det haben. Die wichtigste Quelle, abgesehen vom MSV, war, wert 20+8+500+1+200 = 729 ergibt. Petrus liegt auch vor als
wie mir klar wurde, das berühmte Lotus Sutra, auf sanskrit petra, “Grundstein”, der Zahlenwert (griechisch psêphos) ist
bekannt als Saddharmapundarîkasûtram. Bezüglich dieses hier 80+5+300+100 +1 = 486. Die Zahlen 729 und 486 ha-
berühmten Textes brauche ich den interessierten Leser nur ben etwas gemeinsam: Wenn man einen großen Würfel aus
auf das Internet zu verweisen. Im Oktober 2003 fand ich bei 9×9×9 kleineren Würfeln macht, so erhält man insgesamt
Google mehr als 41.000 Hinweise auf das berühmte Lotus 729 Würfel. Dieser große Würfel hat natürlich die Gesamto-
Sutra, von dem jetzt mehrere englische Versionen leicht ver- berfläche von 6×9×9 = 486. Wir können daher vermuten, daß
fügbar sind (aus dem Sanskrit und dem Chinesischen). die Namen Kêphas und petra wegen ihres Zahlenwertes ge-
Wenn ich “nur einen Beweis” dafür geben soll, daß das Sad- wählt wurden, und diese Zahlenwerte wurden wiederum we-
dhar-ma-pun-da-rî-ka-sû-tram den Autoren des Neuen Te- gen der geometrischen Figur ausgewählt, auf die sie sich be-
stament bekannt war, will ich auf Offenbarung 13:18 verwei- ziehen. Petrus wurde bekanntlich von Jesus (dessen eigener
sen, eine Stelle, die, wie unten ausgeführt wird, eine direkte psêphos 888 beträgt, eine weitere äußerst wichtige Zahl) zum
“Übersetzung” des Titels dieser wichtigsten buddhistischen Grundstein der Kirche auserwählt.
Quelle neben dem MSV ist. Dieses Beispiel steht durchaus nicht allein. Ich habe zahlrei-
Ich habe zahlreiche Artikel über meine neuen Beobachtungen che andere Beispiele gleicher Art in meinem Buch Hemlighe-
geschrieben. Jeder Tag brachte neue Entdeckungen. Aber mit ten om Kristus und in meinem Artikel “Gematria in the
Ausnahme einiger indischer Zeitschriften wagte kein Her- Gospels.”11 ausgeführt. So zahlreich sind die Beispiele von
ausgeber in Europa, irgendeinen dieser Artikel zu veröffent- Namen, Sätzen, Abschnitten und Kapitel, die kunstfertig zu-
lichen! Schließlich gelang es mir, einen kontroversen schwe- sammengestellt wurden, um einen Zahlenwert zu ergeben,
dischen Herausgeber zu finden, der gerne mein erstes Buch der einer bestimmten geometrischen Figur entspricht, daß wir
zu diesem Thema veröffentlichte: Hemligheten om Kristus, jetzt aufgrund dieses überwältigenden kumulativen Beweis-
Klavreström 2003. materials schlußfolgern dürfen: die Evangelien wurden buch-
Es ist klar, so bemerkte ein kluger Beobachter, daß meine stäblich “fabriziert” oder sind eine Lügengeschichte. Sie ge-
neue These, wenn sie zutrifft, ‘eine Atombombe’ darstellt. Es ben nicht geschichtliche Tatsachen wieder, sie fabrizieren sie.
ist vollkommen verständlich, daß meine These, wie ein ande- Insgesamt sind die Evangelien daher einem Mosaik, einer
rer Kollege bemerkte, eine ‘die-wollen-wir-nicht-hören- Kollage vergleichbar. Die kleinen Teilchen, aus denen sie zu-
These’ ist. Aber immer mehr kompetente Wissenschaftler – sammengesetzt sind, wurden in der Regel entweder den bud-
einschließlich Dr. Derrett – sind jetzt bereit zuzugeben, daß dhistischen Quellen oder aus dem Alten Testament entnom-
“Lindtners Initiative ernst genommen werden sollte.”10 men.
Ein hervorragender Wissenschaftler, der nicht nur keinen Historisch gesehen, waren die unbekannten Verfasser der
Anstoß an meiner These nehmen, sondern sich dafür interes- Evangelien nicht die ersten, die Personen mit Zahlen verban-
sieren wird, ist Dr. Robert Faurisson. Als ich Dr. Faurisson den. Bei den Griechen machte bereits Aristoteles auf die An-

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hänger des Pythagoras aufmerksam, die nicht nur die Wort- sprüngliche Instrumentalis von paryâyena bleibt im griechi-
Zahlen von Menschen, sondern sogar von Pferden und Pflan- schen parabolais erhalten, wenngleich im Plural. Ferner be-
zen berechneten. Dies wird Gematria genannt und war auch wahrt das End-n bei parabolên das -n vom ursprünglichen
bei den Juden sehr beliebt. sanskrit paryâyena.
In seinem Buch Das Alphabet in Mystik und Magie hat Franz Wir können daher sagen, daß das Griechische eine Nachah-
Dornseiff auf ein nettes Beispiel hiervon aufmerksam ge- mung des Sanskrit darstellt.
macht.12 Zwei Rabbiner diskutieren wer von mehreren Kan- In Sanskrit-Texten finden wir auch häufig die Phrase:
didaten der wahre Messias sei. War sein Name Menahem asmin khalu dharmaparyâye bhâsyamâne... ‘Als dieses
oder war es Semach ? Als sie aber merkten, daß beide Namen Dharma-Gleichnis erzählt wurde (von Bhagavat)...’ (z.B.
den gleichen psêphos hatten, nämlich 138, war ihr Streit be- SBV I, 160). Zusammen mit dem Saddharmapundarîka ist
endet. das Samghabhedavastu (SBV) wie gesagt eine der wichtig-
Offensichtlich war also der entscheidende Faktor für diese sten Quellen des Evangelien des Neuen Testaments. Der
Menschen der Zahlenwert von Namen – ihr psêphos. Es Sanskrit-Text wurde 1977-78 von R. Gnoli, Rom, herausge-
spielte keine Rolle, daß es keinen Sinn machte, zwei Dinge geben. Das SBV wiederum ist Teil des Mûlasarvâstivâda-
zu vergleichen; entscheidend war, daß der Vergleich eine Vinaya, wie auch das Catusparisatsûtra und das Mahâpari-
Zahl ergab. nirvânasûtra (die beide zuvor von Ernst Waldschmidt her-
ausgegeben worden sind).
DIE BEDEUTUNG EINES GLEICHNISSES Dieser Satz besteht aus 13 Silben:
Jesus ist u.a. bekannt, wenn nicht gar berüchtigt, wegen sei- as-min kha-lu dhar-ma-par-yâ-ye bhâs-ya-mâ-ne.
ner Gleichnisse. Typischerweise erzählt Jesus ein Gleichnis, Er wird von Matthäus 13:3 nachgeahmt, der auch die ur-
seine Jünger sind verwundert, bitten um eine Auslegung, und sprüngliche Anzahl Silben beibehält:
Jesus gibt eine Art Erklärung. In der Regel sollen seine e-la-lê-sen au-tois pol-la en pa-ra-bo-lais, ”Und er redete zu
Gleichnisse seine merkwürdige Idee eines “Königreichs Got- ihnen mancherlei durch Gleichnisse”.
tes” erhellen, einem Grundgedanken seiner Verkündung, der Hier wird das am Schluß stehende bhâsyamâne, “gesprochen
aber in den einzigen Quellen, die wir besitzen, nämlich den werden” zu elalêsen am Anfang, “er redete.” Das Subjekt des
vier Evangelien des Neuen Testaments, erstaunlicherweise Satzes ist ausgelassen, im Sanskrit wie auch im Griechischen.
nirgends in verständlichen Worten definiert wird. Alle für In beiden Fällen ist es das gleiche Subjekt, nämlich Bhagavat
“das Reich Gottes” entscheidenden Quellen sind systematisch oder Jesus. Außerdem wird das Pronomen asmin zu dem Pro-
gesammelt und erörtert worden.13 nomen autois. Das griechische polla spiegelt sanskrit dhar-
Das Sanskrit-Original des “Reich Gottes” – auf das ich gleich ma- wieder. Zugleich gibt polla wie gesagt die Bedeutung
zurückkomme – verbleibt jedoch für Feine und all seine theo- von aneka-, in aneka-paryâyena wieder. Mit anderen Worten:
logischen Kollegen unbekannt. Matthäus kombiniert Elemente von zwei verschiedenen Sät-
Der griechische Ausdruck für Gleichnis (“Parabel”), der sich zen. Das griechische polla für sanskrit dharma ist nicht ge-
bei Matthäus, Markus und Lukas findet, ist para-bolê. (Die nau, aber es ist nicht falsch, es ist teilweise synonym.
genauen Verweise sind in allen Lexika oder Konkordanzen Der Sanskrit-Satz besteht aus 5 verschiedenen Worten und
zum Neuen Testament zu finden.14) Er übersetzt das sanskrit 13 Silben. Die griechische Version oder Nachbildung besteht
Synonym paryâyas, wobei das ursprüngliche pa-ri- zu pa-ra- gleichfalls aus 5 verschiedenen Worten und 13 Silben. Im
und -âyas zu -bolê wird. Die griechischen Übersetzung kom- Original gibt es ein Verb, zwei Nomen, und ein Pronomen.
biniert also eine Nachahmung des Klanges und einer Wie- Das gleiche gilt für die griechische Version. Außerdem be-
dergabe der Bedeutung des Sanskrit-Originals. steht jede Wortgruppe aus der gleichen Anzahl Silben, bhâs-
Bei Johannes finden wir das Synonym paroimia, was nicht ya-mâ-ne und e-la-lê-sen bestehen jeweils aus 4 Silben usw.
nur sanskrit paryâyas wiedergibt, sondern zugleich auch Das einzige Sanskrit-Wort, das in der griechischen Nachbil-
sanskrit upamayâ, ‘durch Ähnliches.’ Sanskrit upamayâ ist dung ausgelassen wurde, ist khalu, mit der Bedeutung “tat-
der Instrumentalis von upamâ, ‘ähnlich’. Man findet es oft in sächlich, in der Tat, wirklich.”
dem berühmten Saddharmapundarîkasûtram (SDP), eine der Wenn Matthäus so gewissenhaft war, daß er jedes Wort und
sanskrit Hauptquellen des Neuen Testaments. Alle Gleichnis- jede Silbe des Originals zählte, kann es ihm nicht gefallen
se, die das SDP bringt, sind tatsächlich, oftmals verzerrt, in haben, das kh und das l von khalu wegzulassen.
den Evangelien des Neuen Testaments zu finden. Der Zweck Ich werde gleich auf das fehlende khalu zurückkommen.
eines upamâ wird zum Ausdruck gebracht in dem Satz: upa- Wenn wir den Text weiterlesen, kommt der nächste Halt bei
mayâ iha ekatyâ vijnapurusâ bhâsitasyârtham âjânant, ‘denn Matthäus 13:34:
durch ein einziges Beispiel erkennen intelligente Menschen tauta panta elalêsen – ‘solches alles redete’
die Bedeutung des Gesagten.’15 ho ‘Jêsous – ‘der Jesus’
Im Sanskrit-Text finden wir oft die Zusammensetzung aneka- en parabolais tois okhlois – ‘durch Gleichnisse zu dem
paryâyena, ‘durch viel Ähnliches, auf viele Arten’. In der Volk;’
griechischen Version, wird aus sanskrit aneka-paryâyena in kai khôris parabolês – ‘und ohne Gleichnis’
der Regel entweder: ouden elalei autois – ‘redete er nicht zu ihnen.’
1) polla en parabolais, ‘mancherlei in Gleichnissen,’ Das Matthäus-Zitat 13:34 besteht aus 5 “Gliedern”, von 15
Matthäus 13:3 usw. Worten und aus 8+3+8+7+7 = 33 Silben.
2) allên parabolên, ‘ein anderes Gleichnis,’ Matthäus 13:33 Der holländische Theologe J. Smit Sibinga, der sich aus-
usw. schließlich auf den griechischen Text stützte, beobachtet
3) en parabolais, ‘durch Gleichnisse,’ Matthäus 22:1 usw. 1970, daß Matthäus “seinen Text derartig anordnete, daß die
Wie deutlich zu sehen ist, wird das Sanskrit aneka- entweder Größe der einzelnen Teile durch eine bestimmte Anzahl Sil-
zu polla, ‘mancherlei,’ oder allên, ‘ein anderes.’ Der ur- ben festgelegt wird. Die einzelnen Teile eines Satzes, die Sät-

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ze selbst, größere oder kleinere Teile davon sind alle auf eine Matthäus war nicht einfach ein Mann, der Worte und Silben
rein quantitative Art durch die Anzahl Silben charakteri- zählte, sondern er maß auch seine Muster. Er war äußerst or-
siert”16 dentlich bei seiner Textbearbeitung. (Wenn ich ‘Matthäus’
Diese allgemeine Beobachtung hat sich auch bei weiterer sage, meine ich einfach nur den Mann oder die Männer, die
Forschung als wahr erwiesen, und sie trifft offensichtlich für die Fabrizierung unseren Textes verantwortlich sind,
auch auf Matthäus 13:34 zu. sonst nichts.)
Wofür Smit Sibinga jedoch keine Erklärung liefern konnte, Wenn man erst festgestellt hat, daß tauta panta elalêsen mit
war die entscheidende Frage: Warum legte Matthäus seinen ouden elalei autois übereinstimmt, kann man noch eine wei-
Text durch eine bestimmte Silbenanzahl fest? tere Feststellung machen, nämlich daß ebenso wie elalêsen
Die Antwort ist einfach – allerdings nur, wenn man die bud- mit elalei übereinstimmt, auch tauta panta eine Entsprechung
dhistischen Quellen kennt: Smit Sibinga war sich einfach in ouden...autois hat. Das wiederum impliziert, daß das origi-
nicht der Tatsache bewußt, daß Matthäus die genaue Silben- nale dharma- zu tauta und ouden wird.
anzahl des entsprechenden Sanskrit-Textes nachahmte, den er Wie gesagt entsprechen die 8 Silben von en parabolais tois
übersetzte oder nachbildete. okhlois auch den 7 Silben von kai khôris parabolês. Der An-
In einem sehr wichtigen Buch kam M.J.J. Menken, ein Schü- fang parabolais paßt zum Ende parabolês, und das tois ok-
ler von Smit Sibinga, zum gleichen Ergebnis, nämlich daß hlois am Ende paßt zu kai khôris am Anfang. Das wiederum
Johannes in vielen Abschnitten ebenfalls die Silben und Wor- bedeutet, daß parabolais/parabolês sanskrit paryâye/paryâ-
te zählte.17 yena widerspiegelt, und daß kai khôris/tois okhlois eine Wie-
Wie Smit Sibinga konnte Menken keine Erklärung dafür ge- dergabe von asmin khalu ist.
ben. Es ist deutlich erkennbar, daß die Evangelisten Worte Diese Feststellung führt aber zu dem Problem, daß das Griechi-
und Silben zählen, aber es ist nicht ersichtlich, warum sie sche 3 Silben hat, während sanskrit as-min kha-lu 4 Silben hat.
dies taten. Bezüglich des Sanskrit-Satzes finden wir aber oft, daß khalu
Nochmals: die Erklärung ist, daß die Evangelisten – nicht nur ausgelassen wurde. Das Sanskrit hat dann also nur zwei Sil-
Matthäus und Johannes – die Worte und Silben des Sanskrit- ben, asmin oder auch tasmin. Das Griechische deckt also mit
Originals nachahmten. seinen 3 Silben beide Möglichkeiten ab. Das End –s in khôris
Was Smit Sibinga und Menken aufgrund ihrer Unkenntnis des und okhlois entstammt dem s von asmin oder tasmin.
Sanskrit auch nicht wissen konnten, war, daß die Evangelisten Es ergibt sich also die Schlußfolgerung, daß das Griechische
auch die Konsonanten des Sanskrit-Originals nachahmten. eine kunstfertige Imitation des Sanskrit ist.
Wenn wir wieder auf Matthäus 13:34 zurückkommen, stellen Es sei noch angemerkt, daß Matthäus 13:35 ein Zitat von
wir wie gesagt fest, daß der Abschnitt aus 8+3+8 plus 7+7 = LXX18 liefert – das manchmal fälschlich dem Propheten Jesa-
33 Silben besteht. Es gibt 5 “Glieder”. ja zugeschrieben wird. Tatsächlich entstammt es den Psalmen
Und genau so wie die 8 Silben von tauta panta elalêsen den 77:2. Für uns ist wichtig, daß es die Worte en parabolais ‘in
8 Silben von en parabolais tois okhlois entsprechen, so stim- Gleichnissen’ enthält.
men auch die 7 Silben von kai khôris parabolês mit den 7 Das ist die einzige Stelle, wo wir zu dem griechischen para-
Silben von ouden elalei autois überein. bolê ein hebräisches Äquivalent – nämlich mâshâl – konsta-
Die 3 Silben von ho ‘Jêsous sind ‘eingefügt,’ und sie ent- tieren können.
sprechen den 3 Silben von Bha-ga-vân, und bezeichnen wie Obwohl wir keine direkte hebräische Quelle für das griechi-
im Sanskrit-Original den Handelnden. Das ‘der Jesus,’ über- sche parabolê in den Evangelien des Neuen Testaments an-
setzt daher den Sinn von Bhagavân (Nominativ). Das grie- geben können (wo es 48 mal erscheint), ist die opinio com-
chische ho ist daher eine Art pâdapûranam, ein ‘Füllwort’. munis der Theologen, daß griechisch parabolê immer das he-
Ohne das ho hätten wir nur zwei Silben. bräische mâshâl wiedergibt, dessen Plural meshâlim lautet.
Sieht man von ho ‘Jêsous ab, haben wir zwei Sätze, der erste Auch wenn das hebräische mashal in einem Fall zum griechi-
besteht aus 8+8 Silben, der zweite aus 7+7 Silben. schen parabolê wird, so wäre es jedoch ein Trugschluß zu
Vergleicht man jeden von ihnen mit dem Sanskrit-Original, folgern, daß das hebräische mashal auch in allen anderen Fäl-
dann kommt man nicht um die Feststellung, daß sie nur zwei len – ohne daß es irgend einen unabhängigen Beweis zur Be-
verschiedene Versionen von einem und demselben Satz sind: kräftigung dieser Behauptung gibt – zu griechisch parabolê
asmin khalu dharma-paryâye bhâsyamâne. wurde. (Siehe z.B. Birger Gerhardsson, Jesu liknelser, Lund
Jetzt können wir zu khalu zurückkommen, das oben gefehlt 1999, bezüglich einer guten Diskussion der traditionellen
hat. Ansichten über den Gebrauch von parabolê). Zum Beispiel
Die Konsonanten von khalu werden sowohl in okhlois wie nennt Jesus Petrus nicht immer Petrus.
auch in khôris wiedergegeben. Das kh-l aus dem Sanskrit Sobald wir die originalen Sanskritquellen festgestellt haben,
wird zu kh-l oder kh-r im Griechischen. Die Halbvokale l können wir bestimmt sagen, daß parabolê in der Regel sans-
und r sind in der Regel gleichwertig (wie wenn râjâ zu lâjâ krit paryâyas wiedergibt, genau wie paroimia bei Johannes
wird usw.). sanskrit paryâyas und upamayâ wiedergibt.
Aber man kann noch eine weitere Beobachtung bezüglich Zugleich – und das ist auch eine neue Beobachtung– muß
Matthäus 13:34 machen: Wir haben nicht nur zwei Sätze, die festgestellt werden, daß parabolê auch die Bedeutung aus der
aus 8+8 plus 7+7 Silben bestehen. Wir könnten auch sagen, griechischen Geometrie hat, nämlich die ‘Ausführung’ einer
daß genau wie die 8 Silben von tauta panta elalêsen am An- Zeichnung.
fang den 7 Endsilben von ouden elalei autois entsprechen,
genauso passen die 8 Silben von en parabolais tois okhlois Wie die Schildkröte zum Kamel wurde
zu den 7 Silben von kai khôris parabolês. So viel zum sanskrit Ursprung des Ausdrucks “Parabel”
Wir haben also nicht nur ein 8+8 plus 7+7 Muster, sondern (Gleichnis). Schauen wir nun einmal eines der berühmtesten
auch ein 8+7 plus 8+7 Muster. christlichen und buddhistischen Gleichnisse genauer an!

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Jeder Christ kennt die Geschichte von dem reichen jungen Beide Gleichnisse handeln von der Seltenheit einer guten
Mann, der zu Jesus kam und wissen wollte, wie er das ewige Wiedergeburt. Der griechische Text von Matthäus 19.28
Leben erlangen könnte. Jesus erklärt, daß es leichter sei, daß bringt sogar den Ausdruck “Wiedergeburt”, nämlich palin-
ein Kamel durch ein Nadelöhr ginge, als daß ein Reicher in genesia. Moderne Versionen haben verständlicherweise Pro-
das Reich Gottes komme. Aus dem Zusammenhang ergibt bleme mit der Übersetzung von palingenesia: ‘Regeneration,’
sich, daß die Ausdrücke “ewiges Leben”, “Königreich des ‘Erneuerung (der Schöpfung),’ ‘die neue Welt,’ ‘die Erneue-
Himmels” und Reich Gottes” mehr oder weniger gleichbe- rung aller Dinge’ usw. In der lateinischen Vulgata steht ‘re-
deutend sind. generatio’ für palingenesia. Wiederum ist es recht typisch
Der Vorfall wird berichtet bei Matthäus 19:16-26, bei Mar- und erheiternd, daß Jesus einen schwerbeladenen Fachaus-
kus 10:17-27, und Lukas 18:18-27. Außerdem wurde die Ge- druck einbringt – ohne jegliche Definition.
schichte auf lateinisch im Evangelium sec. Naz. übermittelt Nur wenn wir den griechischen Text mit dem Sanskrit-
(das sogenannten hebräische Evangelium). Diese Quelle hat Original vergleichen, können wir sehen, wie es zu dieser Ent-
interessante Hinzufügungen, wie z.B. coepit autem dives stellung kam und was das Griechische also in Wirklichkeit
scalpere caput suum et non placuit ei, ‘der Reiche begann je- bedeutet. Ich verlasse mich darauf, daß der Leser eine Sy-
doch, sein Haar zu raufen und es mißfiel ihm.’ nopse der ersten drei Evangelien (z.B. Huck-Lietzmann) und
Der Kern der Geschichte ist: Simon, fili Ioanne, facilius est ein gutes Griechisch-Lexikon zum Neuen Testament zur
camelum intrare per foramen acus, quam divitem in regnum Hand hat:22
coelorum, ‘Simon, Sohn des Johannes, es ist leichter für ein In Matthäus 19:23 bezieht sich Jesus auf die fragliche Person
Kamel in ein Nadelöhr zu gehen als für einen Reichen in das als plousios, ‘Reicher.’ Es steht dort kein Wort für ‘Mann.’
Königreich der Himmel.’ Das Sanskrit (und Pâli) spricht von einem manusyas, ‘Mann,’
In gleicher Weise sind alle Buddhisten mit dem Gleichnis des purusas, ‘Mann,’ oder bâlas, ‘junger Mann, Junge, Narr.’
Toren (bâla) in der Hölle vertraut, für den es äußerst schwie- Dieser Bursche steht vor einem Problem, das mit der Erlan-
rig ist, als menschliches Wesen (manusya, purusa) wiederge- gung eines höheren Zustands zu tun hat.
boren zu werden. Es ist leichter für eine Schildkröte, im Oze- Es ist daher klar, daß griechisch plou-si-os sanskrit pu-ru-sas
an zufällig den Hals durch die Öffnung eines auf dem Wasser übersetzt, wie auch die zwei Silben von bâlas. Sanskrit p-r-s-
schwimmenden Joches zu stecken. s wurde zu griechisch p-l-s-s. Das Griechische hat eine weite-
Das Gleichnis mit der Schildkröte und der Jochöffnung findet re Bedeutung. Sanskrit l und r sind Halbvokale und als solche
sich in verschiedenen buddhistischen Quellen, einschließlich äquivalent (s. râjâ/lâjâ).
Therîgathâ 500, Satapancâsatka 5, Sûtrâlamkâra, Nâgârju- Der plousios wird mit einem kamêlos, ‘einem Kamel’ vergli-
na’s Suhrllekha 59, Saddharmapundarîkasûtra (Hg. Kern, S. chen. Im Sanskrit wurde der hineingehende Mann mit einer
463), Dvâvimsatyavadâna usw. hineingehenden kûrmas, ‘Schildkröte’ verglichen. Ohne je-
Der Sanskrit-Text lautet z.B. in Satapancâsatka 5:19 den Zweifel wurde sanskrit k-r-m-s zu griechisch k-m-l-s.
so ‘ham prâpya manusyatvam sasaddharmamahotsavam / Die Schildkröte wurde zum Kamel. Das r im Sanskrit wurde
mahârnavayugacchidra-kûrmagrîvârpanopamam // wieder zu einem l im Griechischen.
‘Nachdem ich zum Menschen geworden bin, und dadurch der Im Sanskrit-Original ist es der Hals der Schildkröte, der
großen Freude des Guten Gesetzes teilhaftig wurde, durch die Öffnung eines Joches hineingeht. Im Griechischen
wie sich sogar der Hals einer Schildkröte zufällig durch die ist es das Kamel, das durch das Nadelöhr geht. Die Öffnung
Öffnung eines Joches auf dem mächtigen Ozean zwängen im Joch wurde also zum Nadelöhr. Das Bild ist klar und in
kann... ‘ sich geschlossen. Das Sanskritbild ist eindrucksvoll und
Im Saddharmapundarîkasûtram20 wird Ähnliches eingeführt, möglich, das griechische ist verzerrt und unmöglich. (Ich
um zu veranschaulichen, wie selten die Erscheinung eines brauche mich kaum Worte darüber auszulassen, wie die
Buddhas ist:21 Theologen den Text vergewaltigt haben beim Versuch, dar-
durlabho hy amba tâta buddhotpâdah, udumbarapuspasadr- aus irgend einen Sinn zu pressen.)
so mahârnavayugacchidrakûrmagrîvâpravesavat Es ist interessant, daß einige griechische Manuskripte die Va-
‘Denn, Vater und Mutter, die Erscheinung eines Buddha wird riante kamilos anführen, ein seltenes Wort mit der Bedeutung
selten angetroffen wie die Blüte des knollenförmigen Feigen- ‘das Schiffstau’ (Bauer), ‘Seil’ (Liddell & Scott). Bauer
baumes, wie der Hals einer Schildkröte in die Öffnung des meint, daß der Ausdruck alt sei, aber auch, daß er nicht zum
vom großen Ozean geformten Joches stößt.‘ Neuen Testament gehöre. Aber angesichts der Tatsache, daß
(Das saddharma- in Mâtrceta enthält möglicherweise ein kamilos eine lectio difficilior ist, und daß das Bild eines
Wortspiel mit dem Titel des SDP!). Schiffstaues dem Hals der Schildkröte im Ozean am nächsten
Auch eine Pâli Version – die zu lang ist, um hier zitiert zu kommt, könnte kamilos durchaus authentischer sein als
werden– findet sich in Majjhima-Nikâya III, S. 169. kamêlos. kamilos behält die maritime Atmosphäre bei. Auf
Mit anderen Worten: Das Gleichnis von der Schildkröte jeden Fall steht kûrmas sowohl hinter kamêlos wie auch ka-
(kûrmas) und der Öffnung im Joch (yuga-cchidram) wird be- milos. Sogar das grîvâ, “Hals” hat eine Spur in den griechi-
nutzt, um die extreme Seltenheit irgend einer Erscheinung schen Worten hinterlassen (g-r = k-l).
oder Wiedergeburt zu veranschaulichen, sei es als menschli- Aber es gibt noch mehr.
ches Wesen oder als ein Buddha. Der griechische Text enthält einige schwierige Worte, die
Hier haben wir also zwei verschiedene Gleichnisse, das erste nun im Licht des Sanskrit erklärt werden können:
ist vielen Christen vertraut, das zweite vielen Buddhisten. Matthäus 19:23, Markus 10:23 und Lukas 18:24 sagen, daß
Aber wo ist der Christ und wo der Buddhist, dem bewußt ist, es “schwer” ist, ins Himmelreich zu kommen (Matthäus)
daß das Gleichnis über den reichen Mann und das Kamel in oder in das Reich Gottes (Markus, Lukas). Das griechische
Wirklichkeit nur eine verzerrte Nachbildung der Parabel vom Wort dafür ist dus-kolôs. Das entsprechende Adjektive ist
Menschen und der Schildkröte ist ? dus-kolos.

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Wer Sanskrit kann, hat keine Schwierigkeiten zu erkennen, Eines der vielen Synonyme von sanskrit bâlas ist paras, des-
daß griech. dus-kolos eine perfekte Wiedergabe von sanskrit sen Gen. Plural paresâm lautet. Sanskrit paresâm in Ca-
dur-labhas, ‘selten,’ und dus-karas, ‘schwierig, schwer’ dar- tusparisatsûtra 8:3 wird nêpiois bei Matthäus 11:25 (p-r-s-m
stellt. Gerade in diesem Zusammenhang wurde dur-labhas in = n-p-s; das r geht wie so oft verloren). Wenn paras die Be-
dem oben angegebenen Zitat aus dem Saddharmapun- deutung von bâlas hat, ergibt sich im Sanskrit ein Wortspiel:
darîkasûtram verwendet. b-l-s = p-r-s.
Viele Beispiele zeigen, daß ein gegebener griechischer Aus- Matthäus spricht vom Himmelreich, tên basileian tou ou-
druck eine Übersetzung mehrerer verschiedener Sanskritwor- ranôn, wogegen Markus und Lukas vom Reich Gottes, tên
te zugleich sein kann.23 basileian tou theou sprechen.
Dann haben wir das griechische eu-kopô-teron in Matthäus Diese Varianten haben Theologen jahrhundertelang verwun-
19:24, Markus 10:25 und Lukas 18:25. Es bedeutet ‘es ist dert.24
leichter.’ Es kommt von eu-kopos, ‘leicht, leicht zu tun.’ Im Das Sanskritoriginal spricht vom deva-par(i)sadam, der Göt-
Neuen Testament tritt es nur in der Komparativform auf. terversammlung. Sanskrit deva- kann entweder als Plural ver-
Man könnte leicht annehmen, daß das griech. eu-kopô-teron standen werden, was uns devânâm gibt, das zu ouranôn wird,
die Komparativform des gebräuchlichen Sanskritwortes su- oder als Singular, was devasya ergibt, was zu tou theou wird.
karas, ‘leicht zu tun’ sei. Aber wenn wir mit der Original- Wir haben es also mit zwei verschiedenen Wiedergaben von
quelle vergleichen, die Majjhima-Nikâya III, S. 169 ent- einem und demselben Sanskritausdruck zu tun: deva-
spricht, sehen wir, daß die Komparativform khippa-taram ist parisadam.
(in Bezug auf die Bewegung der Schildkröte), abgeleitet von In beiden Fällen wird Sanskrit parisadam zu tên basileian (p-
sanskrit ksipra-taram, ‘schneller’. Der Pâlitext geht dann wei- r-s-d-m = t-n-b-s-l-n). Wenn das Griechische tê basileiâ, ‘im
ter: dullabhatarâham, bhikkhave, manussattam vadâmi sakim Königreich’ hat, steht im Sanskrit in der Regel, parisadi oder
vinipâtagatena bâlena. Auf Sanskrit hieße es dur-labha-taram, parsadi (p-r-s-d = t-b-s-l).
‘noch schwerer,’ und bestätigt das dur-labhas oben. In anderen Fällen gibt griech. our-a-nôn einfach nir-vâ-nam
Das griech. eu-kopô-teron, soll also Sanskrit su-ksipra- wieder, indem eine phantastische aber typische nirukti, ‘Ety-
taram, ‘viel schneller’ übersetzen. Es ist schwer, aber letzt- mologie’ verwendet wird – als ob das our- eine Negation wie
endlich nur eine Frage der Zeit. nir- usw. wäre. Solche Wortspiele sind typisch für die bud-
Die Person, die zu Jesus kommt, wird nicht nur als plousios dhistischen Texte.
(= purusas, wie gesagt) bezeichnet, sondern auch als neanis- Es sei noch hinzugefügt, daß Jesus niemals genau erklärt, wo
kos, ‘ein Jüngling,’ oder eher ho neaniskos, ‘der Jüngling,’ das Himmelreich oder Gottesreich
Matthäus 19:20. zu finden ist. Er sagt nur, daß es ‘nahe’ sei. Im SDP heißt es
Man fragt sich, wie jung dieser reiche Bursche tatsächlich oft, nirvâna sei ‘nahe.’
war, denn Lukas 18:15 stellt ihn als tis...arkhôn, vor, im deut- Jesus sagt dagegen, wer an diesem seltsamen Ort anwesend
schen Text steht ‘ein Oberster,’ und es wird nichts über sein ist, Matthäus 8:11:
Alter ausgesagt. Wir können natürlich in keiner Weise sicher ‘…Abraham, und Isaak, und Jakob, im Himmelreich.’
sein, daß Matthäus, Markus und Lukas von ein und derselben Diese Information ist unbezahlbar!
Person sprechen. Das Sanskritoriginal von Matthäus 8:11 findet man im
Hinter den vier Silben von ho neaniskos erkennen wir leicht Samghabhedavastu I, S. 196:
den sanskrit Fachausdruck navatarakas, ein junger buddhisti- Sakra-Brahmâdayo devâ...devaparisadi...Kuberas ca...
scher Mönch, z.B. Mahâparinirvânasûtra 41:3-4. Das fünf- Brahmâ wurde zu Abraham, Sakra wurde zu Isaac, und Ku-
silbige navatarakas wird zum fünfsilbigen griech. Synonym bera(s) wurde zu Jakob, griechisch ‘Iakôbos. Das Königreich
ho ne-a-nis-kos. der Götter oder Gottes, in dem sie saßen, war ein Gebäude im
Jetzt verstehen wir das Entscheidende in bezug auf ihn: coe- Königreich Kapilavastu.
pit autem dives scalpere caput suum. Das war der Konvertit, Das heißt also: der mythische Ort von Matthäus 8:11 kann
der kesasmasrûny avatârya usw. um ein Mönch zu werden nur im Licht der Quelle verstanden werden, von der diese
(z.B. Catusparisatsûtra 19:1). Die Bezugnahme auf die Ton- Stelle übersetzt wurde, nämlich SBV I, S. 196. Es gibt wahr-
sur ist in den kanonischen Evangelien ausgelassen, die Jün- lich im folgenden noch viel mehr aus genau dieser Quelle.
ger sind ja keine buddhistischen Mönche mehr. Die Schlußfolgerung ist unumgänglich: Das gefeierte Gottes-
Im Majjhima-Nikâya war es eine Frage der bâlas in der Höl- reich (devasya) oder Himmelreich (devânâm) findet man in
le, für sie war es so schwer als menschliches Wesen wieder- Kapila-vastu (was, wiederum stets zu Kaphar-naoum wird,
geboren zu werden. ein Homosynonym).
Sanskrit bâlas bedeutet bekanntlich nicht nur ‘jung’, sondern Viele werden kommen vom Morgen (=Osten) und vom
auch ‘naiv, unreif, unwissend’. Das bedeutet, daß ho neanis- Abend (=Westen), sagt Matthäus, aber die Kinder des Reichs
kos auch sanskrit bâlas übersetzt, was wiederum auch durch werden ausgestoßen in die Finsternis hinaus, fügt er hinzu.
plousios übersetzt wurde (was seinerseits sanskrit purusas Es war ursprünglich König Suddhodana, der versuchte, das
übersetzt). Gebäude von Osten und von Westen zu betreten, aber er wur-
Man beachte, daß Markus und Lukas ho neaniskos durch ek de hinausgeworfen. Menschen war es nicht erlaubt, das Ge-
neotêtos, ‘von meiner Jugend auf’ ersetzen. Das ist eine neue bäude zu betreten.
Wiedergabe von sanskrit navatarakas, aber die Bedeutung Aber zurück zu unserem jungen Freund auf dem Weg nach
wird geändert. Daß jemand etwas von seiner Jugend an getan Kapilavastu!
hat, ist nicht das gleiche, als wenn jemand noch jung ist! Aus Wie gesagt bezeichnet Lukas 18:18 unseren Freund nicht als
-kas wird ek, und neotêtos gibt ganz nett navatara(s) wieder. Jüngling oder als Reichen, sondern als einen gewissen ‘Ober-
(Es gibt weitere Fälle, wo griech. ek ein ursprüngliches sans- sten,’ griech. arkhôn: ‘Und es fragte ihn ein Oberster und
krit -kas wiedergibt) sprach, ‘Guter Meister…’

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Auf griechisch heißt es: kai epêrôtêsen tis auton arkhôn aber für Gott.
legôn, didaskale agathe. Es besteht aus 13+4+3 Silben. Und das stimmt, wie wir aus der Originalquelle ersehen, die
Wer Sanskrit versteht, sieht leicht, daß die ersten 17 Silben wie gesagt das SBV ist.
die 17 Silben aus dem SBV I, S. 190 übersetzen: Bhagavat sitzt in dem Gebäude (samsthâgâre = sunagogê,
atha râjâ Suddhodanah...bhagavantam...prasnam prcchati, vier Silben in beiden Fällen) in Kapilavastu und lehrt den
‘Und dann stellt König S. dem Bhagavat eine Frage.’ Dharma in der reinen Versammlung der Götter (suddhâyâm
Das atha am Anfang wird zum einleitenden kai. Aus pras- deva-parsadi). Der König möchte auch eintreten. Aber vier
nam prcchati, ‘er stellt eine Frage,’ wird epêrôtêsen, ‘er Wachen sind an den Toren aufgestellt, und als sie ihn sehen,
fragt,’ also 5 Silben. Aus râjâ wird das Synonym arkhôn. sagen sie, daß ein einfaches menschliches Wesen keinen Zu-
Das legôn, das Sanskrit prâha (SBV I, p. 191)übersetzt, ent- tritt habe. Jeder der vier Männer am Eingang sagt das glei-
hält auch in sich ein Wortspiel mit arkhôn. Dieses arkhôn- che, mit etwas unterschiedlichen Worten: nâtra mânusamâ-
legôn entspricht dem Muster theleis-teleios, Matthäus 19:21 trasya praveso ‘sti; nâtra manusyapraveso ‘sti; yatra ma-
(r-kh-n/l-g-n; th-l-s/t-l-s). Zu mehr über teleios, siehe unten. nusyabhûtasya na praveso labhyate; nâtra manusyabhûtasya
Aus Bhagavantam wird didaskale, ein Synonym, ebenfalls praveso labhyate; SBV I, S. 197).
mit 4 Silben. Das agathe enthält offensichtlich ein Wortspiel Andererseits dürfen die Götter eintreten. Sie sind in einem
mit (Tath) âgatha (Vokativ). Es gibt in den Evangelien zahl- Königreich Gottes/der Götter, das ‘rein’ ist (suddhâyâm de-
reiche Wortspiele mit Tathâgata/s/m. vaparsadi).
Sogar der Titel des NT enthält Wortspiele auf das Sanskrit Jetzt ergeben Matthäus 19:26 und die Parallelen bei Markus
Tathâgatasya kâyam.25 Der Zahlenwert von Tathâgatas ist 10:27 und Lukas 18:27 ganz einfach einen Sinn. Sogar das
300+1+9+1+3+1+300+1+200 = 816, und der von kâyam ist drstvâ ist da, das zu emblepsas wird. Die Wächter schauen
20+1+10+1+40 = 72. Wenn wir 816+72 addieren, erhalten ihn an und hindern ihn, das ‘Himmelreich’ zu betreten – die
wir 888, und 888 ist in der Tat der Zahlenwert von ‘Iêsous’ = Götterversammlung.
10+8+200+70+400+200 = 888. Das bedeutet, daß Jesus das Im Sanskrit gibt es hier auch ein Wortspiel mit dem Namen
gleiche ist wie der Leib des Tathâgatas. Wir haben diesbe- des Königs, Suddhodana, der, als einfaches, bloß menschli-
züglich sein eigenes Wort! Zugleich wird sanskrit kâyam ches Wesen als a-suddha angesehen wird, nämlich im Ge-
übersetzt mit kainê, ‘neu’ (k-a-y-m = k-a-i-n), und das tês gensatz zu der reinen Versammlung der Götter.
diathêkês bei Matthäus 26:28 = Markus 14:24 übersetzt Die Geschichte nimmt schließlich ein gutes Ende: Bhagavatâ
Tathâgatasya, also ein fünfsilbiger Genitiv an der gleichen yat tat catûratnamayam kûtâgâram tat sphatikamayam nir-
Stelle. Mit anderen Worten: Jesus ist identisch mit dem Leib mitam, yena râjâ Suddhodana anâvrtam buddhasarîram
des Buddha, was auch der Titel des Neuen Testaments als pasyati (SBV I, S. 198). Jetzt kann der König wenigstens die
Ganzes ist. Das Buch verkörpert Tathâgatas, alias Jesus. Gestalt seines Sohnes durch das ‘Fenster’ der ‘Kirche’ sehen.
Aber zurück zu unserem Gleichnis! Zusammenfassend haben wir es mit zwei ganz verschiedenen
Der arkhôn, war daher der Vater des Sâkyamuni(s) von Kapi- buddhistischen Quellen zu tun, die jedoch ein Motiv oder ei-
lavastu, d.h. König Suddhodanas. Im Griechischen ist hier nen Begriff gemeinsam haben, nämlich die enorme Schwie-
ein Wortspiel mit den 4 Silben seines Namens: -sen tis auton rigkeit des Eingangs – pravesa – in einen besseren und er-
(s-d-dh-d-n-s = s-n-t-s-t-n: n und t und d(h) sind gleichwerti- strebenswerteren Seinszustand. Es war für die Schildkröte
ge Dentale). Und wahrlich – es heißt bei Matthäus 16:16 ho äußerst schwer, zufällig den Hals durch die Öffnung des Jo-
Khristos ( = ksatriyas = Sâkyamunis) sei der Sohn ‘des le- ches zu stecken, und es war für den König fast unmöglich,
bendigen Gottes’ theou tou zôntos. Hier gibt theou tou zôn- die ‘Kirche’ mit der Versammlung der Götter zu betreten.
tos, Genitiv, den Genitiv von Suddhodanasya wieder (s-d-dh- Matthäus kombinierte, gefolgt von Markus und Lukas, Ele-
d-n-s = th-t-z-n-t-s). mente von diesen zwei Geschichten, die selbst in vielen Va-
Um ganz sicherzugehen gibt bei Matthäus 21:19: sukên mian, rianten überliefert sind, – und das Ergebnis war die Ge-
‘eine Feige’ Sanskrit Sâkyamunim wieder (s-k-m-n-m = s-k-n- schichte vom Reichen oder dem Jüngling, oder dem Ober-
m-n). Und es sei hier noch hinzugefügt, daß der Zahlenwert sten, der enorme Schwierigkeiten hatte, zum ewigen Leben
von Sâkyamunis 200+1+20+10+1+40+400+50+10+200 = 932 oder ins Himmelreich oder ins Gottesreich zu gelangen.
beträgt. 932 ist aber auch der Zahlenwert des berühmten to hai- Nachdem wir also die Hauptquellen identifiziert haben, fällt
ma mou, ‘mein Blut’ = 300+70+1+10+40+1+40+70+400=932. es nicht mehr schwer, weitere Details festzustellen, nämlich:
Das bedeutet also, daß die gefeierten Worte Jesu während des Aus para de theô bei Matthäus 19:26 wird para tô theô bei
letzten Abendmahls den Beweis erbringen, daß das Neue Te- Markus und Lukas, die Grundlage ist deva-parsadi im Origi-
stament identisch ist mit Sâkyamunis, dem Körper Tathâga- nal. Aus deva- wird theô, und par-sa-di wird entweder pa-ra
tas, und andererseits mit Jesus selbst. de oder pa-ra tô. Für die Evangelisten ist es wichtig, einen
Der arkhôn ist also der râjâ in Kapilavastu, König Suddho- Dentallaut (d oder t) der dem -di in par-sa-di entspricht, zu
danas (Nominativ), der Vater von Sâkyamunis, von Bhaga- erhalten. Mit anderen Worten: aus -di wird entweder de oder
vat, von Tathâgatas. tô. Dieses de bei Matthäus ist auf griechisch holprig und wur-
Diese Feststellung ermöglicht es, einen Sinn bei Matthäus de daher bei Markus und Lukas zu tô abgeändert. Aber das
19:26 zu finden: “Jesus aber sah sie an und sprach zu ihnen: de bei Matthäus kommt dem ursprünglichen –di näher. Dar-
‘Bei den Menschen ist´s unmöglich, aber bei Gott sind alle um hat er es genommen. Keinem der Evangelisten gelang es,
Dinge möglich. ‘ “ das -sa- von par-sa-di zu bewahren.
Auf griechisch: emblepsas de ho ‘Iêsous eipen autois: para Um ins ‘Leben einzugehen,’ eis tên zôên eiselthein, Matthäus
anthrôpois touto adunaton estin; para de theô dunata panta. 19:17, muß man die Gebote einhalten griech. entolas. Dieses
Worauf genau bezieht sich ‘es’, griech. touto? entolas gibt ein Wortspiel mit sanskrit dharmas (dh-r-m-s =
Der Zusammenhang legt nahe, daß es um den ‘Eintritt ins n-t-l-s), und die Gebote (nicht zu töten, nicht Ehebruch bege-
Himmelreich’ geht, der schwer ist für die Menschen, nicht hen, nicht zu stehlen, nicht zu lügen, usw.) stimmen nicht nur

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mit den Geboten des Moses überein, sondern zugleich auch Bei Matthäus 19:25, drücken die Jünger ihre große Verwun-
mit den fünf Vorschriften (panca-sîlâni) der Buddhisten derung aus, hoi mathêtai exeplêssonto sphodra legontes. Das
(nicht das Leben zu nehmen, nicht zu stehlen, nicht zu lügen, ist eine Variante der häufigen Floskel, vgl. z.B. Matthäus
nicht Rauschmittel zu nehmen). 9:33: kai ethaumasan hoi okhloi legontes, oder Matthäus
Die letzte Vorschrift, keine Rauschmittel einzunehmen, muß- 21:20: hoi mathêtai ethaumasan legontes, usw.
te geändert werden, denn Jesus wird als Mann dargestellt, der Das Sanskrit hat zwei übliche Floskeln, um Erstaunen auf
Wein trinkt, ein oino-potês, Matthäus 11:19, und als einer, Seiten der Zuhörer auszudrücken:
der die Frucht des ampelos trinkt, Matthäus 26:29. In den ...param vismayam âpannah kathayati (z.B. SBV I, S. 202),
buddhistischen Quellen wird der Tathâgatas mit der seltenen oder
Blüte des udumbaras verglichen. Somit wird klar, daß oino- bhiksavah samsayajâtâh sarvasamsayacchetâram buddham
potês wie auch ampelos (und viele andere Ausdrücke) Wort- bhagavantam prcchanti (z.B. SBV I, S. 145).
spiele mit sanskrit udumbaras darstellen (d-m-b-r-s = n-p-t-s Im SDP wird das bhiksavah aus dem Hînayâna in der Regel
= m-p-l-s). Der Ausdruck udumbaras bezeichnet sowohl die durch die mahâsattvâs = bodhisattvâs des Mahâyâna ersetzt.
Feige wie auch den Feigenbaum, und das oben zitierte Wort- Matthäus folgt dem Mahâyâna, welches das Hînayâna ‘ein-
spiel mit sukên mian, ‘eine Feige,’ ist offensichtlich. Sâkya- schließt’.
munis ist ‘eine Feige,’ denn er ist auch wie der udumbaras. Die mahâsattvâs aus dem Sanskrit werden griechisch hoi ma-
Die buddhistischen Vorschriften werden, mit anderen Wor- thêtai, ‘die Jünger.’ Grundlage für math- ist sanskrit mah(â)-,
ten, nicht einfach assimiliert, sondern mit den Geboten des wie wenn Mahesas (also. mahâ + îsas, ‘großer Herr’) zu
Moses gleichgesetzt. Math-theios wird usw..
Wenn man die fünf dharmas einhält, kann ein Buddhist er- Das kathayati, oder kathayanti am Ende des Satzes wird na-
warten, in svarga, im ‘Himmel’ wiedergeboren zu werden. türlich zu legontes, ebenfalls am Satzende. Das Griechische
Das ist auch gemeint. gibt also zugleich den Sinn, den Klang und die Stellung des
Das merkwürdige ti eti husterô bei Matthäus 19:20 enthält Originals wieder.
eine Anspielung auf uttare im SBV I, S. 197, unsere Haupt- Das param vismayam âpannâh und samsayajâtâh sind mehr
quelle. Markus ändert es zu husterei, aber Lukas ersetzt es oder weniger Synonyme. Im Griechischen wurden sie durch
durch das Synonym leipei. die Synonyme ethaumasan und exeplêssonto sphodra, über-
In Matthäus 19:27 sagt Petrus ‘wir haben alles verlassen’: setzt, d.h. mit 4 oder 7 Silben, wogegen das Original 5 oder 8
hêmeis aphêkamen panta, 8 Silben. Das Sanskrit-Original, Silben hat.
mit ebenfalls 8 Silben, findet man in der gleichen Quelle, Ab und zu wird das sanskrit Verb prcchanti, ‘sie fragen’
SBV I, S. 203: durch den Doppelausdruck peirazontes epêrôtêsan übersetzt,
vayam sarve pravrajâmah, ‘Wir (vayam) alle (sarve) gingen Matthäus 16:1 oder ähnliches (siehe z.B. Schmoller, s.v. pei-
los (pravrajâmah, nämlich von unserem Heim usw.).’ razein). Die zwei Worte peirazontes epêrôtêsan bedeuten
Das Subjekt ist immer noch der vayam, der zu hêmeis wird. ‘versuchend fragten sie’. Aber aus dem Zusammenhang er-
Aber das Verb wird jetzt transitive und nimmt dementspre- gibt sich aber keinerlei ‘Versuchung.’
chend sarve als Objekt, also panta. Matthäus hält sich an die Matthäus ließ sich schlichtweg vom Sanskritoriginal leiten,
Worte, nicht an den Sinn. Das Subjekt kann Objekt werden. prcchanti, oder eher prcchantas, ‘fragend.’ Zuerst gab er den
Das folgende ti ara estai hêmin hat zur Grundlage tvam kim Klang, dann die Bedeutung wieder.
karisyasi (SBV I, S. 203) usw. Oft leitet das Griechische palin, ‘wieder’ (im deutschen Text
Im Original ist es Devadatta, der unfreiwillig ein pravrajita ‘und weiter’) einen neuen Abschnitt ein, z.B. Matthäus
wird und hofft, das Königreich zu erlangen. Er sagt: pravra- 19:24. In den meisten Fällen ist dieses Griechische palin eine
jâmi, pravratija eva râjyam kârayisyâmi (SBV I, S. 203). Wiedergabe von sanskrit punar, ‘wieder’ (p-n-r = p-l-n) . Es
Bei Matthäus 19:28, macht Jesus ein seltsames Versprechen: zeigt auch, daß l und r den gleichen Wert haben.
‘Wahrlich, ich sagen euch: Ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, In den Evangelien kommt, wie gesagt, der Fachausdruck pa-
werdet in der Wiedergeburt [palingenesia], da des Menschen lin-genesia, nur bei Matthäus 19:28 vor.
Sohn wird sitzen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit, auch sit- Wie die Kommentare zu dieser Passage zeigen, bereitete die
zen auf zwölf Stühlen…’ Sinngebung von palin-genesia den christlichen Auslegern,
Dies ist ohne Wissen um die Originalquelle, die hier die in ihrer heiligen Schrift keinerlei indische Lehre von ei-
Saddharmapundarîka ist, absolut unverständlich. ner ‘Wiedergeburt’ akzeptieren wollten, enormes Kopfzer-
Der Ausdruck ‘des Menschen Sohn,’ ho huios tou anthrôpou, brechen.
übersetzt Sanskrit saddharmapundarîka als Ganzes, auch 7 Im NT kommt dieser wichtige Ausdruck nur noch ein weite-
Silben. Das epi thronou doxês autou gibt saddharmasya pun- res Mal vor, nämlich bei Titus 3:5: dia loutrou palin-
darîka wieder. Das epi thronou gibt die Konsonanten von an- genesias, ‘durch (das) Bad der Wiedergeburt und Erneue-
thrôpou, wieder denn n-th-r-p = p-th-r-n – und der Genitiv rung’ – eine absolut unverständliche Formulierung!
sad-dharmasya wird zum Genitiv doxês autou, ebenfalls 4 Das Griechische kombiniert, wie so oft, zwei verschiedene
Silben. Er spricht von der Herrlichkeit des saddharma. Im Sanskritbegriffe.
Mahâyâna ist es typisch, Tathâgata und seine Söhne, die bo- Zu allererst ist palin-genesia eine gute wörtliche Übersetzung
dhisattvas, auf Lotus-Thronen sitzend darzustellen. Der Lotus von sanskrit punar-bhavas, das von so vielen buddhistischen
des wahren dharma ist also eine Personifizierung des Texten bekannt ist. Es bedeutet ‘Wiedergeburt,’ nämlich als
Tathâgata. Der Buddha ist die Blüte des guten Dharma. gutes, menschliches Wesen usw.. Wenn man die Wahrheit
Im SDP wird Sâkyamuni von 1200 Aposteln (vasîbhûtas = sieht, nâstîdânîm punarbhavah, ‘dann gibt es keine Wieder-
apostolos) umgeben. Die 1200 Apostel, die auf Lotusthronen geburt mehr’ (Mahâparinirvânasûtra 3:5 usw. usf.).
sitzen, wurden natürlich auf die 12 Apostel reduziert, die auf Wiedergeburt ist hier also etwas, von dem man befreit wer-
Thronen sitzen und die 12 Geschlechter Israels richten. den möchte.

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Andererseits gibt es auch eine Wiedergeburt im positiven die Bedeutung zu prüfen usw. Ich will nur anführen, daß der
Sinn, nämlich prâdur-bhâvas eines Tathâgata. Zahlenwert von pundarîka – ‘eines Menschen Zahl’ genau
Im SDP 15 besagt eine grundlegende Lehre: 666 ist.
durlabha-prâdur-bhâvâ hi bhiksavas tathâgatâ iti (Kern, Hg. Wenn der skeptische Leser nach einem, nur einem Beweis
S. 319 usw.). Und aus anderen Quellen erfahren wir glei- dafür fragt, daß die Quelle des NT das SDP ist, so wäre das
cherweise, daß ein Tathâgatas nur sehr selten vorkommt, hier ein guter Beweis.
eben wie die Blüte des Feigenbaumes: durlabhadarsanâs Bekanntlich wurde der Mann, der zu Jesus kam, aufgefordert,
...tathâgatâs, tadyathodumbare puspam (Mahâparinirvâna- die Gebote zu halten, – die buddhistischen Vorschriften, die
sûtra 42:10 usw.). zu denen des Moses assimiliert worden waren.
Aber ihr prâdur-bhâvas, oder utpâdas, ist nichtsdestoweniger Der junge Mann sagte, daß er tatsächlich diese Gebote einge-
eine Tatsache. Sie treten auf, wenn auch selten. Wieder und halten habe. ‘Was fehlt mir noch?,’ fragte er dann.
wieder (punah punah) ist der Tathâgata in der Welt der Le- Jesus sagt: ‘Willst du vollkommen sein, so gehe hin, verkau-
benden (jîva-loke) (SDP 15:7). Das Maß seines Lebens ist fe, was du hast, und gib’s den Armen, so wirst du einen
unbegrenzt (aparimitâyuspramânas), und das Maß seines Schatz im Himmel haben, und so komm und folge mir nach.’
Lebens ist nicht ganz voll (âyuspramânam apy aparipûrnam) Das ist eine seltsame und auch eine wichtige Passage.
(SDP, S. 319-320). Was meint Jesus, wenn er jemandem auffordert, verkaufe
Nun verstehen wir besser die Anfangsfrage des Mannes, der ‘deine Habe’ – das seltsame Griechisch lautet:
zu Sâkyamunis, alias Jesus kam: Das Wortspiel von ti aga- sou ta huparkhonta?
thon mit Tathâgatam, und die Frage bezüglich des Lebens, Gemeinhin fordert Jesus, man solle sein stauron, ‘Kreuz’
das aiônion, also ‘ewig’, ist. Er möchte gerne ein Tathâgata nehmen.
werden, dessen Leben unbegrenzt ist. Das ist in der Tat et- In diesem Satz übersetzt stauron, ‘Kreuz,’ wie ich ausgeführt
was, das dem Versprechen des SDP zufolge alle Lebewesen habe, sanskrit sûtram. Das Sanskrit s-û-t-r-m wird ganz
erlangen können. hübsch zum Griechischen s-t-u-r-n. (Ich glaube, es war Dr.
Seine Frage macht also im Lichte des SDP durchaus Sinn. Countess, der mich zuerst auf dieses Wortspiel aufmerksam
Und jetzt können wir endlich die Bedeutung von palin- machte.)
genesia verstehen, wenn des Menschen Sohn usw. auf dem Es macht natürlich Sinn, daß jemand das sûtram nehmen soll,
Lotusthron zu sehen sein wird. Hier ist die palin-genesia des das Buch mit dem Saddharma des Tathâgata, Sâkyamuni
Menschensohnes die prâdurbhâvah des Tathâgata, wie oben usw.. Es macht dagegen keinen Sinn, daß man das Kreuz
aus dem SDP zitiert. nehmen sollte. Natürlich wird auch nie berichtet, daß die Jün-
Im SDP sagt Sâkyamunis, daß sein Tod nur ein Schauspiel ger derartiges getan hätten.
sei. Er stirbt nicht wirklich. Er ist immerzu mit seinen Jün- Lukas 9:23 sagt sogar, man sollte das stauron täglich neh-
gern auf dem Berg Grdhrakûta anwesend (SDP 15:6). men! Eine tägliche Kreuzigung, mit allen Absurditäten, die
Jetzt macht auch Matthäus 28:16-17 einigermaßen Sinn: ‘Die dies beinhalten würde?!
elf Jünger gingen nach Galiläa auf einen Berg, dahin Jesus Im Lichte dieser und vieler ähnlicher Passagen wäre zu er-
sie beschieden hatte. Und da sie ihn sahen, fielen sie vor ihm warten, daß Jesus sagt, man solle das sûtra, das Saddharma-
nieder…’ pundarîka-sûtram nehmen oder es verkaufen. Wer wurde
Der geheimnisvolle Berg des Matthäus war natürlich ur- jemals ‘vollkommen’, indem er seine Habe verkaufte und sie
sprünglich der Berg Grdhrakûta. Jesus starb daher nicht wirk- (oder das Geld?) den Armen gab?
lich. Die sogenannte Kreuzigung war nur ein Schauspiel. Es wäre zu erwarten, daß Jesus ein Wortspiel mit dem be-
Als ob dies nicht genug wäre, gibt es noch mehr zu bemer- rühmten sûtra macht.
ken: Und wenn wir das merkwürdige Griechisch genauer ansehen:
sou ta huparkhonta ,
Das größte Gebot sehen wir gleich, daß hier ein wunderbares Wortspiel mit
In meinem Buch Hemligheten om Kristus und anderswo habe Pundarîka-sûtra vorliegt:
ich viele Wortspiele mit der Bedeutung und dem Klang von Sanskrit sûtra wird griechisch sou ta, und das uparkhonta
Tathâgatas/m und Saddharmapundarîka, dem Titel der be- enthält alle die ursprünglichen Konsonanten von sanskrit
deutendsten Mahâyâna-Quelle der Evangelien angeführt. pundarîka (p-n-d-r-k = p-r-kh-n-t).
Immer wieder sagt Jesus, daß seine Jünger Tathâgatam (Ak- Nochmals: sou ta up-ar-khon-ta ist also eine ‘Übersetzung’
kusativ) und das Saddharmapundarîka nehmen und allen Le- von sanskrit:
bewesen geben sollten. Wenn sie auf diese Weise den Dhar- sû-tra-pun-da-rî-ka.
ma empfangen, werde ihr Glaube sie retten. Schließlich wür- Kurz darauf sagt Jesus, daß, wenn man es – das SDP – den
den alle Lebewesen zu Tathâgatas werden. Armen gibt, man einen thêsauron en ouranô, ‘Schatz im
Wer das SDP selbst liest und die fraglichen griechischen Himmel’ erlangt.
Worte vergleicht, kann bestätigen, daß ich die Wahrheit sage. Worauf sich dieser thêsauron tatsächlich bezieht, kann nur
Ich behaupte daher, daß das Neue Testament Propaganda für von dem verstanden werden, der Ohren hat, um das ur-
Mahâyâna ist . sprüngliche Sanskrit zu hören:
Ich habe bereits ein Beispiel aufgeführt, daß Bände spricht: Das thêsauron übersetzt wieder sanskrit sûtram (s-t-r-m = th-
Offenbarung 13:18: s-r-n). Das griechische thêsauron gibt nicht nur den Klang,
a-rith-mos gar an-thrô-pou es-tin sondern auch die Bedeutung von sanskrit sûtram wieder. Und
ist eine direkte Nachahmung des Titels der Hauptquelle des zwar perfekt, denn ein sûtram ist auch eine Schatzkammer
NT: oder eine Goldgrube, denn es enthält den Schatz des SDP.
sad-dhar-ma-pun-da-rî-ka-sû-tram. Man beachte, daß das wundervolle Wortspiel mit sou ta hu-
Ich überlasse es dem Leser, die Worte und Silben zu zählen, parkhonta bei Markus und Lukas ganz verloren ging! Wie so

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viele anderen Beispiele deutet das wiederum darauf hin, daß Jedes der vier Evangelien wird als eu-aggelion bezeichnet.
Matthäus der erste Evangelist war. Dieser Ausdruck übersetzt daher sowohl den Sinn wie auch
Unser Evangelist muß an seinem Wortspiel mit Pundarîka den Klang von sanskrit kalyânam. Der kalyânam wird zum
Gefallen gefunden haben, denn es wird wiederholt und aus- an-gelion (k-l-y-n-m = n-g-l-i-n). Das su- ist ein Synonym
geweitet bei Matthäus 25:14: PaReDôKeN autois ta hu- von kalyânam. Sanskrit sûtram wird oft als Synonym von
PaRKHoNTa autou – Pundarîka, Pundarîka. sûktam, ‘gut gesagt’ verstanden. Das ist auch eine Bedeutung
Was sind seine Motive für diese Wortspiele mit dem SDP? von eu-aggelion.
Dem SDP zufolge erlangt man Erlösung indem man den Titel Das Griechische eu-aggelion übersetzt also sowohl sanskrit
des SDP wiederholt. Millionen chinesische und japanische sûtram wie auch kalyânam.
Buddhisten teilen diese Ansicht immer noch. Man schaue im Der eu-aggelistês ist jemand, der das kalyânam oder das
Internet unter Lotus Sutra, und wird feststellen, daß Millio- sûtram bringt. Ein Evangelist ist daher ursprünglich ein
nen Gläubige immer noch glauben, daß sie Erlösung erlangen sûtrânta-dhârakas.
– alleine durch Singen von ‘Sad-dhar-ma-pun-da-rî-ka-sû- Wenn wir einen Augenblick anhalten und den Zahlenwert
tram’ – also durch Singen von von sanskrit kalyânam betrach-
Offenbarung 13:18: a-rith-mos- ten, bemerken wir etwas Auffäl-
gar-an-thrô-pou-es-tin! liges. Der Zahlenwert von ka-
Der Fachausdruck für einen lyânam ist 20+1+30+10+1
Mahâyâna-Missionar, der das +50+1+40 = 153. Nun ist diese
SDP nimmt und anderen gibt, ist Zahl, 153, die gleiche wie die
sûtrânta-dhârakas (SDP, pas- Anzahl großer Fische, die Petrus
sim). Ein sûtrânta-dhârakas ist an Land holte, laut Johannes
natürlich auch ein dharma- 21:11. Petrus holte also ka-
bhânakas – zu finden im Titel lyânam, d.h. die gute Nachricht
des SDP 18. des Evangeliums an Land. Wie-
Matthäus bezieht sich, wie wir der ist der Zahlenwert der Fi-
mittlerweile erwarten können, sche und des Netzes in beiden
auch auf die sûtrânta-dhârakas. Fällen der gleiche, nämlich
Bei Matthäus 9:38 wird sanskrit 1224. Außerdem ist der Zah-
-dhârakas zu griech. ergates lenwert von Buddhas (Buthas)
(dh-r-k-s = r-g-t-s), was ganz 612 = 1/2 von 1224; und der
den Regeln entspricht. Der Herr Zahlenwert von Tathâgatas ist
der Ernte, therismou, der die 816, oder 2/3 von 1224. Es war
Arbeiter, ergates, ‘in die Ernte’ daher weitgehend das buddhisti-
eis ton therismon autou aus- sche Evangelium, das an Land
schickt, ist der Herr des sûtram gezogen wurde. (Auch diese
oder sûtrânta, der die dhârakas Episode hat übrigens eine bud-
wegen des sûtram oder dhistische Quelle, das MPS,
sûtrântam ausschickt (s-t-r-m, s- worauf ich an anderer Stelle zu-
t-r-n-t-m = s-t-n-th-r-s-m-n-t; rückkommen werde.)
nur ein r geht verloren). Das SDP enthält, wie gesagt,
Bei Matthäus 10:10 haben wir den Leib des Tathâgata.
den Ausdruck ergatês tou tro- Das sûtram kann sich in einem
phês autou, den Lukas 10:7 än- stûpa befinden. In diesem Fall
dert zu ergatês tou misthou au- enthält der stûpa den Leib des
tou. Die Genitivformen sind Tathâgata.
nicht nur durch axios, ‘wert Der Leser hätte sich wundern
(sein)’ bedingt. Die ergatês sind Im Frühling 2000 zerstörten Afghanistans Taliban die sollen, als Jesus, mit einem of-
immer noch dhârakas, und die 53 Meter hohe Großstatue Buddhas, die im 5. Jahr- fensichtlichen Wortspiel, zu
trophê und die misthos sollen hundert aus einem Felsen bei Bamiyan gehauen wur- dem jungen Mann sagte, ‘Willst
wahrscheinlich die Bedeutung de, 145 km westlich von Kabul. du vollkommen sein, so gehe
von sûtram wiedergeben. Die hin, verkaufe, was du hast, und
zwei griechischen Worte sind mehr oder weniger Synonyme gib’s (was ?) den Armen…’ ei theleis teleios einai, hupage,
von huparkhonta, ‘die Habe,’ von oben. Das sûtra ist die pôlêson sou ta huparkhonta kai dos ptôkhois…
Nahrung und der Lohn eines verdienten sûtrânta-dhârakas. In den Evangelien tritt das Wort teleios, ‘vollkommen’ nur
Schließlich gibt es den interessanten Ausdruck eu-aggelistês. hier auf bei Matthäus 19:21 und Matthäus 5:48, wo es Attri-
Er wird dreimal im NT genannt, aber nie in einem der vier but des himmlischen Vaters ist, der ‘vollkommen’ ist: ho
Evangelien. Die Bedeutung ist klar: ‘einer, der gute (Nach- patêr...ho ouranios teleios estin.
richten) bringt.’ Vollkommen zu sein, teleios, so erfahren wir von Matthäus
Eines der vielen Synonyme für die Botschaft eines sûtram ist 19:21, besteht im Verkaufen von sou ta huparkhonta = Pun-
kalyânam. darîka-sûtra, und (es) an die Armen geben – kai dos ptôkhois.
Der sûtra-dhârakas bringt kalyânam. Sanskrit kalyânam be- Um diese rätselhafte Bemerkung zu verstehen, müssen wir
deutet ‘gut,’ und ist somit ein Synonym von sanskrit su-, die Originalquelle zu Rate ziehen, die wiederum das Kapitel
‘gut.’ über das dharma-bhânaka im SDP ist.

20 VffG · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 1


Hier finden wir das Sanskritwort für ‘vollkommen,’ nämlich erst das sûtram des Saddharmasya, dann nennt er das sûtra
parinispannas, das deshalb durch das griechische teleios des pundarîka, und mit einem weiteren dvisamdhâna gelan-
‚vollkommen’ übersetzt wird. gen wir zum wichtigsten aller sûtras: dem
Der Sanskrittext ist bei Kern, S. 226. Ein kulaputras (der auf Saddharma-pundarîka-sûtram.
griechisch zum paralutikos wird, denn k-l-p-t-r-s = p-r-l-t-k- Diese Feststellung löst auch ein anderes altes Rätsel, und be-
s) ist parnispannas, wenn er das Pundarîka-sûtram in ein kräftigt zugleich meine These, daß das
Buch, sanskrit pustake, tut, d.h. wenn er es durch Schreiben NT Propaganda für das SDP ist.
kopiert oder eine andere Person, seinen ‘Drucker’ oder ‘Ver- Ich denke natürlich an Offenbarung 13:18, wo es heißt, die
leger,’ dazu veranlaßt. Der Text des sûtram kann entweder Zahl des Menschen sei 666.
als kâya-gatam, ‘ins Blut übergegangen’ übermittelt werden, Das Griechische lautet, wie schon oben erwähnt:
oder als pustaka-gatam, ‘in Form eines Buches’. Eine solche arithmos gar anthrôpou estin, ‘die Zahl, tatsächlich, des
vollkommene Person ist ein Botschafter des Tathâgata, ein Menschen ist.’ Der nächste Satz besagt, ‘und die Zahl von
tathâgata-dûtas, ein Gesandter des Tathâgata, einer, der die ihm ist 666.’
Pflicht eines Tathâgata erfüllt, usw.. Letztendlich wird eine Aber wir sehen keinen Menschen, der eine Zahl hat. Nur
solche Person selbst ein Tathâgata werden. Für ihn wird der wenn wir auf das Sanskrit schauen, sehen wir die Zahl 666.
Text also ein Schatz im Himmel. Im SDP S. 219 haben wir Lassen Sie mich erklären: Der Satz besteht aus neun Silben:
den Ausdruck Saddharma-kosa-dharas, ‘ein Schatzhalter des a-rith-mos gar an-thrô-pou es-tin.
Saddharma.’ (Auch das beweist, vgl. oben, daß sûtra = kosa Der folgende Titel besteht gleichfalls aus neun Silben:
= thêsauros.) Der Klang des SDP wird vom Himmel kom- Sad-dhar-ma-pun-da-rî-ka-sû-tram.
mend gehört. Die Übersetzung erfolgt auf verschiedenen Ebenen zugleich.
Die Botschaft des SDP kann tatsächlich auf das eine Gebot Macht man diese Unterscheidung nicht klar, so wird man
komprimiert werden: Verbreite das SDP weit, und du wirst leicht verwirrt:
selbst ein vollkommener Tathâgata. Das ist bekanntlich die Aus pun-da-rî-ka wird gar an-thrô-pou (p-n-d-r-k = g-n-th-r-
praktisch allen Mahâyâna-Sûtras gemeinsame Lehre. Voll- p).
kommenheit besteht in der Propaganda für die Schriften des Aus sû-tram wird es-tin, mit dem r von (ga)r (s-t-r-m = g-s-t-
Mahâyâna. n).
Mit dem Sanskritoriginal vor Augen verstehen wir nun, daß Aus sad-dhar-ma wird a-rith-mos (s-ddh-m-s = r-th-m-s).
der merkwürdige griechische Ausdruck kai dos ptôkhois ein Griechisch arithmos ist also eine sehr interessante Überset-
Wortspiel mit dem sanskrit pustake und pustaka-gatam bein- zung von dharmas und seinem Synonym sad-dharmas (drei
haltet. Aus gatam, im Nominativ gatas, wird kai dos (g-t-s = Silben wie a-rith-mos).
k-d-s), und hinter ptôkhois haben wir sanskrit pustaka- (p-s-t- Gehen wir nun zu einer anderen Ebene und fragen: was wur-
k = p-t-kh-s). Die sûtra sollte ‘den Büchern gegeben’ und de aus dem arithmos 666?
damit auch ‘den Armen’ d.h. allen, die es brauchen, gegeben Antwort: Der Zahlenwert von
werden. pundarîka = 80+400+50+4+1+100+10+20+1 = 666.
Wer das tut, wird vollkommen werden. Der Zahlenwert des Menschen ist also der Zahlenwert von
Bei Matthäus 5:43-48 könnten die Jünger vollkommen wer- pundarîka.
den wie ihr Vater, indem sie alle Menschen lieben. Sie soll- Man kann also den Titel des SDP verstehen als ‘Das sûtra
ten den Regen auf gerechte und ungerechte fallen lassen, wie des Lotus-Menschen des wahren Dharma.’ Der Lotus-
es eben kommt. Die Quelle ist das Gleichnis von der Wolke Mensch ist der Tathâgata, der von einem Lotus geboren wur-
des Dharma, die Regen auf alle Arten Pflanzen fallen läßt, de und auf einem Lotus sitzt. Es bezieht sich auch auf seine
SDP 5, auch die Quelle des Gleichnisses vom Sämann. 1200 kleinen Söhne, die bodhisattvas, die auf den Lotusthro-
Vollkommenheit besteht also in der Verbreitung des SDP. nen sitzen. Der Tathâgata wird immer als ihr himmlischer
Der vollkommene Mann ist der Verleger des Lotus Sûtra. Vater angesprochen.
Wer das tut, wird zusammen mit dem Menschensohn, d.h. Sie fliegen auch durch die Luft, auf ihren padminî, auf einem
mit anderen Tathâgatas wieder auftauchen. Lotus sitzend. Das ist der Grund, warum Jesus in den Wind,
Die Gleichnisse vom kûrmas und dem udumbaras waren pneumati, tauft. Sanskrit padminî wird zu griechisch pneu-
auch im SDP, wie oben bereits ausgeführt wurde. Sie sind mati (p-d-m-n = p-n-m-t).
Beispiele für die Seltenheit und Schwierigkeit einer Wieder- Es kann daher nicht geleugnet werden, daß das Saddharma-
geburt als menschliches Wesen oder als ein Tathâgata. pundarîkasûtram eine der Hauptquellen des Neuen Testa-
Zurück zu Matthäus 19:18. Jesus sagte: têrêson tas entolas. ments ist.
‘Halte die Gebote,’ ist eine korrekte Übersetzung, aber es ist Das SDP schreibt wiederholt den Gebrauch einer Symbol-
nicht die einzige Übersetzung. sprache vor (samdhâ-bhâsâ, samdhâ-vacana), wenn der
Wir haben bereits gesehen, daß der Text des Matthäus auf dharma-bhânakas, der Evangelist das Saddharma über die
mehreren Niveaus zugleich gelesen werden kann – das ist ei- ganze Welt verbreiten soll. Er soll gut bei der Anwendung
ne Art dvi-samdhâna, wie ein sanskrit Wortspiel sagen könn- von Tricks (upâya-kausalya) sein, was nicht nur Gleichnisse
te, eine Vereinigung zweier Bedeutungen zugleich. Das glei- usw. beinhaltet, sondern auch phantasievolle Etymologien –
che Gebot kann übersetzt werden mit ‘verkaufe deine Habe das ist die Bedeutung des oft gebrauchten Ausdrucks nirukti.
und gib es den Armen’ und mit ‘veröffentliche das Lotus- Matthäus usw. folgten diesem Rat, als sie kûrmas mit
Sûtra in Büchern.’ kamêlos wiedergaben usw.
Wir dürfen daher erwarten, daß auch das Gebot têrêson tas Das NT – sogar der Titel selbst – ist voll solcher samdhâ-
entolas ein Fall von dvisamdhâna ist. Und das stimmt, denn bhâsâ. Man muß Ohren haben, um das Sanskrit hinter dem
t-r-s-n kann als s-t-r-m aufgefaßt werden, und t-s-n-t-l-s steht Griechischen zu hören – das samdhâ-bhâsâ – sonst kann man
für s-d-dh-r-m-s, d.h. sad-dharmasya. Jesus erwähnt also zu- es nicht richtig verstehen.

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Die Methode des Matthäus te. So sagt Mahâ-Kâsyapas über Tathâgata (SDP, S. 118): na
Wenn wir den griechischen Text des Matthäus mit dem ent- bhâsate bhûtapadârthasamdhim, ‘er erklärt nicht den wirkli-
sprechenden Originaltext auf Sanskrit vergleichen, können chen Zusammenhang der Dinge.’
wir sehen, daß Matthäus’ Text eine Art Mosaik, eine Collage Im Mahâyâna und in den Evangelien liebt es der Herr ein-
oder Patchwork, aus Worten und Sätzen darstellt, die von fach, seine Zuhörer zu täuschen und zu verwirren! Ganz rich-
verschiedenen Passagen des Sanskritoriginals stammen und tig wird Jesus als ekeinos ho planos beschrieben, ‘dieser Ver-
dann zu einem neuen Ganzen zusammengesetzt wurden. Die führer’, Matthäus 27:63.
einzelnen Einheiten sind immer durch eine bestimmte Anzahl Dem liegt der SDP-Begriff upâya-kausalya zugrunde, der
Worte oder Silben bestimmt, die das Original widerspiegeln. nicht nur ‘Geschicklichkeit bei den Mitteln’ bedeutet, son-
Über den ‘historischen’ Matthäus wissen wir fast gar nichts. dern eher ‘Tricks gut ausführen können.’ Im SDP erzählt
Die wichtigste Information über Matthäus als Verfasser Tathâgata oftmals ‘weiße Lügen’. Der Grund sei, so wird be-
stammt von einer Notiz, die einem gewissen Papias zuge- hauptet, daß seine Zuhörer ihn nicht verstehen würden, wenn
schrieben wird, der 130 n. Chr. Bischof von Hierapolis ge- er die volle Wahrheit sagen würde. Auch Jesus macht diese
wesen sein soll. Dieser Papias selbst ist ein etwas zwielichti- Unterscheidung zwischen Insidern and Outsidern: ‘Euch ist’s
ger Charakter. Sein Name mag durchaus ein Wortspiel mit gegeben, daß ihr das Geheimnis des Himmelreichs verstehet;
sanskrit Pâpîyâs – dem ‘Teufel’ des Buddhismus – enthalten. diesen aber ist’s nicht gegeben.’ Matthäus 13:11.
Eusebius zitiert Papias, er habe gesagt: ‘Matthäus stellte die Manche Leser oder Zuhörer kennen die Geheimnisse; andere
Worte (logia) zusammen im hebräischen Dialekt, und jeder kennen die Geheimnisse nicht. Zu denen, die die Geheimnis-
(der anderen Evangelisten?) übersetzte diese so gut er konn- se nicht kennen, spricht Jesus in Gleichnissen, genau wie es
te.’ der Herr tut im SDP.
Der griechische Text lautet: Mat(h)thaios men oun Ebraïdi Wie ich anhand von ein paar Beispielen gezeigt habe, ist das
dialektô ta logia sunetaxato, hêrmêneusen d’auta hôs ên du- NT voller ‘versteckter Bedeutung’ – samdhâ-bhâsâ, genau
natos hekastos.26 wie das SDP.
Die äußerst wichtige Bemerkung des Papias wurde viel erör- In der Tat – für uns Historiker sollte das keine Überraschung
tert – aber nie richtig verstanden. sein.
Sie bedeutet schlichtweg das, was sie besagt: Matthäus stellte Wie mehrere moderne Autoren dargelegt haben, ist die Jesus-
die Worte (aus den Sanskritquellen) zusammen und zwar im Story eine Mythe. In einem wichtigen Buch, das kürzlich er-
hebräischen Dialekt (der griechischen Sprache); jeder der an- schienen ist, erinnern uns Timothy Freke und Peter Gandy
deren (Markus usw.) interpretierten die gleichen logia so gut daran, daß Mystik in der heidnischen Welt eine große Rolle
sie konnten. gespielt hat.27
Die Vorstellung des ‘Zusammenstellens’, – das bedeutet das Alten Philosophen zufolge hatten die geheimnisvollen My-
griechische sunetaxato – (‘er stellt zusammen’), ist ganz ty- then eine ‘verborgene Bedeutung:’28
pisch für die buddhistischen sûtras. Sie stellen vertraute Na- “The ancient philosophers were not so foolish as to believe
men, Worte und Sätze von alten sûtras zu neuen sûtras zu- that the Mystery myths were literally true, but wise enough
sammen. Auf diese Weise gelangen wir zu einem neuen to recognize that they were an easy introduction to the pro-
dharma-paryâya. found mystical philosophy at the heart of the Mysteries.”
Im SDP (S. 372) gibt es eine nette Beschreibung darüber, wie (Die alten Philosophen waren nicht so dumm zu glauben,
der dharmabhânaka seine Arbeit tut: ye kecil laukikâ loka- daß die geheimnisvollen Mythen wortwörtlich wahr seien,
vyavahârâ bhâsyâni vâ mantrâ vâ, sarvâms tân dharmanay- aber sie waren weise genug zu erkennen, daß sie eine
ena samsyandisyati. Kern übersetzt (S. 351): ‘Er wird wis- leichte Einführung zur tiefen mystischen Philosophie im
sen, wie er die beliebten Maximen das Alltagslebens, seien es Herzen der Geheimnisse darstellen.”
Redeweisen oder Ratschläge, zu den Regeln des Rechts zu- Ein Zitat von Sallust, das vom SDP stammen könnte, erklärt,
sammenstellt.’ warum ein Unterschied gemacht werden muß:
Kerns Wiedergabe des Verbs samsyandisyati durch ‘reconci- (Der Wunsch, allen Menschen die Wahrheit der Götter zu
le’ (in Übereinstimmung bringen) ist nicht ganz genau. Der lehren, bewirkt bei den Dummen Verachtung, weil sie sie
Sanskritausdruck bedeutet, ‘er wird sie zusammenfließen las- nicht verstehen, und bei den Guten Trägheit, während das
sen.’ Das Verb ist daher ein Synonym des griechischen Verbs Verhüllen der Wahrheit durch Mythen die ersteren davor
sun-etaxato. Er läßt weltliche Sprichwörter usw. mit den bewahrt, die Philosophie zu verachten und die letzteren
Prinzipien des (buddhistischen) Dharma zusammenfließen. drängt, diese zu studieren.)
Wenn man weltliche Redewendungen usw. mit einem tiefe- Heliodorus, selbst ein Priester, teilt die Auffassung des SDP:
ren Sinn des Dharma zusammenfließen läßt, erlangen wir “Philosophers and Theologen do not disclose the meanings
nicht nur eine Art Mosaik, sondern auch das, was das SDP embedded in these stories to laymen but simply give them
oftmals als samdhâ-bhâsâ, Symbolsprache bezeichnet. Das preliminary instruction in the form of myth.”
bedeutet, daß weltliche Aussagen Symbole sind für manche (Philosophen und Theologen enthüllen Laien nicht den tie-
Prinzipien des Dharma. Man sagt a, meint aber b. Wenn man feren Sinn, den diese Geschichten beinhalten, sondern ge-
nicht den Schlüssel für die Kodesprache besitzt, werden die ben ihnen einfach einführende Unterweisung in Mythen-
weltlichen Ausdrücke unweigerlich ‘geheim’ oder ‘mysteri- form.)
ös’ und verwirrend. Tatsächlich kann samsyandisyati auch Für die – aus guten Gründen – unbekannten Verfasser des
mit ‘er wird verwirren’ übersetzt werden. Ein samdhâ-bhâsâ Neuen Testaments war es äußerst wichtig, ‘die Wahrheit
ist also nicht nur eine Symbolsprache, sondern auch eine ge- durch Mythen zu verbergen’. Sie hielten ihre eigene Identität
heime und verwirrende Sprache. geheim. Sie verbargen ihre buddhistischen Quellen – aber
Stößt man auf samdhâ-bhâsâ, dann ist es nur verständlich, dadurch drängten sie auch manchen von uns, sie zu studieren,
daß der Zuhörer perplex ist und eine nähere Erklärung möch- ohne träge zu sein.

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Jesus war ein bißchen vorschnell, als er seinem Vater dankte, dem Umfang 932.0 (2968×S=9324):
weil er ‘solches den Weisen und Klugen verborgen’ habe und Der 932.0 Kreis des Sâkyamunis mit dem 2968 Durchmesser
es ‘den unmündigen offenbart’ habe, Matthäus 11:25: Die von Jesus Christ mit dem Kosmos, kann also als eine Art
verborgene Quelle, so kann jetzt enthüllt werden, ist das Ca- geometrische Veranschaulichung der historischen Beziehung
tusparisatsûtra 8:2-3, q.v. zwischen Buddhismus und Christentum angesehen werden.
Das tiefste aller Geheimnisse im NT ist, gemäß ipsissima ver-
ba des Jesus, das von der wahren Identität von ho Khristos: Anmerkungen
‘Da verbot er seinen Jüngern, daß sie niemandem sagen soll- Aus dem Englischen übersetzt von Patricia Willms.
ten, daß er, Jesus, der Christus wäre’, Matthäus 16:20. 1
Brill, Leiden, 1977-1995.
2
Hier ist also ein Geheimnis, eine Wahrheit, die nur den Insi- In diesem Artikel habe ich eine vereinfachte Transkription der Sanskrit-
dern bekannt ist, eine tiefe Wahrheit, die niemals enthüllt worte verwendet. Die diakritischen Zeichen wurden bei den Konsonanten
ausgelassen, lange und kurze Vokale wurden dagegen immer angezeigt.
werden darf: Die wahre Identität von ho Khristos. Sanskritwissenschaftler werden mit dieser neuen Verfahrensweise keine
Da er dieses strenge Verbot nur für seine Jünger erließ, denke Probleme haben. Der handlichste der vielen guten Sanskritlexika ist Lan-
ich, daß es kaum etwas schadet, wenn ich schließlich enthül- genscheidts Handwörterbuch: Sanskrit-Deutsch, Berlin, München, Wien,
le, daß die drei Silben von ho Khris-tos, alle Konsonanten Zürich, New York 2001. Der griechische Text von Nestle-Aland (Stutt-
(kh-r-s-t-s) und auch die Bedeutung eine vollkommene Wie- gart, 1993) und das Wörterbuch von Walter Bauer (Berlin 1988) ist für
alle Wissenschaftler zugänglich. ich nehme auch an, daß der Leser mit ei-
dergabe ist von sanskrit: nigen der zahlreichen Standardkommentaren der neutestamentlichen
ksa-tri-yas (k-s-t-r-s = kh-r-s-t-s). Evangelien vertraut ist. Billig, handlich und bequem ist die zehnbändige
In gleicher Weise war die geheime Identität des Menschen- Sonderausgabe von Herders theologischer Kommentar zum Neuen Te-
sohnes das Saddharmapundarîka, wobei Pundarîka den Zah- stament, Freiburg im Breisgau, Basel, Wien 2001. Die buddhistischen
Quellen und die Zahlentechniken werden jedoch überhaupt nicht er-
lenwert 666 hatte, die Zahl ‘des Menschen’ – des Menschen- wähnt.
sohnes, des deva-putras, des theou huios, usw. usf. 3
Casa Editrice Sardini, Bornato in Franciacorta, Italien. Jetzt schwer er-
Das Gleichnis von der Schildkröte, die zum Kamel wurde, hältlich!
4
sollte zeigen, daß es äußerst schwierig, wenngleich nicht Buddhist Studies Review, 18(2) (2001), S. 229-242.
5
Vgl. VffG 2(4) (1998), S. 291ff.
ganz unmöglich ist, in die Götterversammlung zu gelangen. 6
Derret, aaO. (Anm. 3), S. 17.
Um vollkommen zu werden, mußte man das Saddharmapun- 7
Ebd., S. 30.
darîkasûtra propagieren – das Evangelium des Menschen- 8
Raniero Gnoli, The Gilgit Manuscript of the Sanghabhedavastu, Part i-ii,
sohnes. Roma 1977-1978.
9
Bezüglich der Verweise auf die Quellen siehe mein Buch Acta Orientalia 43 (1983), S. 124-126.
10
Journal of the Royal Asiatic Society, 3. Serie, Bd. 12. Juli 2002, S. 225.
Hemligheten om Kristus, Klavreström 2003. 11
Acta Orientalia 64 (2003).
Siehe auch im Internet: www.jesusisbuddha.com 12
Leipzig, Berlin 1925 (reprint Leipzig 1979), S. 95.
13
Wie schon kurz erwähnt, dürfen die Evangelien des NT nicht Z.B. durch Paul Feine, Theologie des Neuen Testaments, Berlin 1953, S.
nur als Kopien buddhistischer Sanskrittexte aufgefaßt wer- 68-88.
14
Die beste ist Alfred Schmoller: Handkonkordanz zum griechischen Neuen
den. Die Zahlenangaben von Silben und Worten im griechi- Testament, Stuttgart 1951.
schen Text haben auch eine geometrische Bedeutung: Linien, 15
SDP, H. Kern (Hg.), S. 71 usw.
Vierecke, Dreiecke, Kreise usw. fast ohne Ende. 16
J. Smit Sibinga, Literair Handwerk in Handlingen. Rede uitgesproken bij
Hier ein hübsches und typisches Beispiel, das der Verfasser de aanvaarding van het ambt van gewoon hoogleraar in in de uitlegging
van de geschriften van het Nieuwe Testament en de oud-christelijke let-
im Dezember 2003 entdeckt hat:
terkunde aan de Universiteit van Amsterdam op maandag 20 April 1970,
Der Zahlenwert von Sâkyamunis ist: E.J. Brill, Leiden 1970.
200+1+20+10+1+40+400+50+10+200 = 932.0 17
Numerical Literary Techniques in John. The Fourth Evangelist’s Use of
Er ist identisch mit dem Zahlenwert von ‘mein Blut’, to hai- 18
Numbers of Words and Syllables, Leiden 1985.
ma mou: 300+70+1+10+40+1+40+70+400 = 932.0, LXX ist der gebräuchliche Ausdruck für Septuaginta – der griechischen
Version des Alten Testaments und geht darauf zurück, daß des Buch von
Matthäus 26:28. einer Gruppe von genau 70 = LXX Rabbinern übersetzt wurde. Sie wur-
Der Titel ‘Neues Testament’ beruht auf sanskrit ‘Der Körper den in 70 verschieden Räumen verbracht und – man stelle sich das vor –
von Buddha’ = 888 = dem Zahlenwert von Jesus (im Griechi- kamen zurück mit genau der gleichen Übersetzung vom Hebräischen ins
schen). Im Sanskrit ist Tathâgatas = 816 plus kâyam = 72 = Griechische. So heißt es jedenfalls…
19
D.R. Shackleton Bailey, The Satapancâsatka of Mâtrceta, Cambridge
888. 1951, S. 153; vgl. ebd., S. 13 gibt mehr Verweise auf die anderen Sans-
Der Zahlenwert von Jesus Christ (im Griechischen) ist 2368, krit-Quellen.
und der Zahlenwert des griechischen 20
Kern (Hg.), S. 463.
21
kosmos ist Kern, Übers.., S. 423.
22
Z.B. Walter Bauer, Wörterbuch zum Neuen Testament, Berlin 1988.
20+70+200+40+70+200 = 23
Zum Beispiel übersetzt griechisch BaPTiSMa zugleich sanskrit
600. aBhSaMBoDhi und uPaSaMPaDâ siehe mein Buch Hemligheten om Kri-
Jesus ist eng mit dem stus, Klavreström 2003, bezügl. einer Erörterung der entsprechenden Pas-
Kosmos (dt. Text: Welt) 24
sagen
verbunden, Johannes 1:9- Jesus + Kosmos = 2968 Vgl. z.B. P. Feine, aaO. (Anm. 13).
25
Siehe unten, und meinen Artikel “Gematria in the Gospels,” aaO. (Anm.
10, sogar das Licht der 11).
Welt, Johannes 8:12. 26
Bezügl. Text und Übersetzung siehe z.B. A.F.J. Klijn, An Introduction to
Wenn man Jesus Christ the New Testament, Leiden 1980, S. 199.
27
und kosmos addiert, erhält The Jesus Mysteries, London 1999.
28
Ebd., S. 25.
man 2968 – das ist der
Durchmesser eines Kreises mit

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Robert Faurisson und der Revisionismus in Italien
Von Carlo Mattogno
Im August 1979 veröffentlichte die maßgebliche Zeitschrift gen und Verdrehungen aufgebauten Angriffe waren so wider-
Storia illustrata ein Interview von Antonio Pitamitz mit Ro- lich, daß ich versuchte, jedesmal wenn sich die Gelegenheit
bert Faurisson,1 das zu einem Meilenstein der revisionisti- dazu bot, die Dinge richtigzustellen. In meinen Büchern be-
schen Geschichtsschreibung geworden ist. Zu jener Zeit hatte gann dies 1987 mit einer “Nota sulla polemica Wellers-
ich bereits begonnen, mich mit dem Revisionismus zu befas- Faurisson”, die ich als Anhang in meine Studie Auschwitz: le
sen, und diese Lektüre war für mich durch die Klarheit dieses confessioni di Höss7 einbrachte. Das Buch Olocausto: Dilet-
Textes, durch seine Wesentlichkeit und seine Belege von tanti allo sbaraglio8 enthält eine lange und eingehende Wi-
sehr großem Einfluß. derlegung der pseudo-wissenschaftlichen Behauptungen von
Mein erster Kontakt mit Prof. Faurisson war brieflich und Pierre Vidal-Naquet, einem der lautesten und bösesten Kriti-
fand im April 1981 statt. Im Jahre 1980 war sein erstes gro- ker von Prof. Faurisson. Auf mehr als 70 Seiten massivster
ßes revisionistisches Werk2 veröffentlicht worden, das ich Kritik habe ich damals die Lügen dieses miesen Dilettanten
mit großem Interesse gelesen hatte. Im Dezember schrieb ich auf dem Gebiet des Holocausts und des Revisionismus ent-
dem Verleger des Buches, Serge Thion, einen Brief, den die- larvt, dieses Mannes, der vorgab, eine “Demontage” der
ser an Prof. Faurisson weiterleitete, welcher mir Anfang “Lügen” von Prof. Faurisson vorgenommen zu haben. Aus
April 1981 persönlich antwortete. Von den ersten Monaten Angst vor einer direkten Konfrontation mit diesem, prägte
des Jahres 1984 an entwickelte sich zwischen uns eine inten- Pierre Vidal-Naquet das später von all den üblen Leuten
sive Korrespondenz, die bis ins Jahr 1995 andauerte. Als sie übernommene Wort, daß man zwar über den Revisionismus
begann, war ich dabei, nach mehr als 6 Jahren der Vorberei- diskutieren müsse, aber nicht mit den Revisionisten.
tung mein erstes revisionistisches Buch zu publizieren, das In einem weiteren Artikel, der den Nachfahren der historio-
dann im folgenden Jahr erschien. Faurisson war für mich eine graphischen Verirrungen eines Pierre Vidal-Naquet gewid-
stete Stütze und ein Berater, der mir half, meine geschichtli- meten war, habe ich über ihn geschrieben:9
che Forschungsmethode zu finden. Sein wacher Geist, seine “Er hat mit der Diskreditierung der Revisionisten begon-
große intuitive Fähigkeit, seine fundierten geschichtlichen nen und ihnen Arbeitsmethoden und Sophistereien vorge-
Kenntnisse, sein feinfühliger kritischer Sinn und seine Ver- worfen, die er selbst erdacht und gegen sie angewendet
trautheit mit der Tagespresse wie auch den Fachzeitschriften hat; gleichzeitig hat er sich feige einer direkten Konfronta-
waren faszinierend und außergewöhnlich. tion mit Faurisson entzogen – der ihn ohne jeden Zweifel
Im Frühjahr 1987 erschien in Frankreich die erste Nummer entlarvt hätte – indem er feierlich das Prinzip verkündete,
der “Annales de l’Histoire Révisionniste”,3 deren Hauptbei- man könne über, aber nicht mit Revisionisten diskutieren.
trag aus der Übersetzung eines meiner ersten Bücher4 be- Mangels ernsthafter Argumente hat P. Vidal-Naquet die
stand: “Le mythe de l’extermination des Juifs. Introduction später von Deborah Lipstadt perfektionierte Verleumdung
historico-bibliographique à l’historiographie révisionniste”.5 aufgegriffen, der Revisionismus habe neo-nazistische und
Dies führte zu einem ersten persönlichen Treffen mit Prof. antisemitische Ursprünge. […] Hinzu kam dann ein unvor-
Faurisson. Er wollte nämlich – in seinem ständigen Bemühen hergesehenes Hindernis: Seit der Veröffentlichung des
um Genauigkeit in jeder Hinsicht, von der Prüfung der Quel- Leuchter-Berichtes (1988) hat die revisionistische Ge-
len an – mit mir die Übersetzung und die Verweise des oben schichtsschreibung in Umfang und Gehalt solche Fort-
erwähnten Artikels überprüfen und war daher im Januar 1987 schritte gemacht, hat ihren Schwerpunkt so auf der techni-
während einiger Tage fieberhafter Aktivität, aber auch ange- schen Ebene plaziert und sich eine solche geschichtliche
nehmer Gespräche, mein Gast. Dokumentation zugelegt, daß sie sich völlig vom Griff des
Im Laufe der folgenden Jahre hatte ich Gelegenheit Prof. Großen Golem des Anti-‘Negationismus’ und seiner Schü-
Faurisson mehrmals, in den USA und in Deutschland, zu ler befreien konnte. Als dann schließlich im Jahre 1991
treffen. Das Erscheinen des Interviews in Storia illustrata lö- auch noch George Wellers starb, das eigentliche Gehirn,
ste auch in Italien eine elende Verleumdungskampagne gegen von dem Pierre Vidal-Naquet nur ein passiv wiederholen-
Prof. Faurisson aus. Vor al- des Glied war, fehlte ihm [Vidal-Naquet] der Lebensnerv,
lem zeichnete sich dabei und er erlitt einen geistigen Kollaps.”
die jüdische Zeitschrift Die Legende berichtet, daß zur Regierungszeit Rudolfs II. der
Shalom aus, die es im Fe- Prager Rabbi Loew aus Lehm einen künstlichen Menschen
bruar 1987 fertigbrachte zu formte, der zum Leben erwachte, wenn ihm der Rabbiner ei-
verkünden, Faurisson sei nen Zettel mit der Zauberformel des Lebens auf die Zunge
“kürzlich verstorben”!6 legte, und der zusammenbrach, wenn der Zettel entfernt wur-
Diese systematisch auf Lü- de. Mit dem Tode von George Wellers verschwand der Zettel

Carlo Mattogno, italienischer Bürger, wurde 1951 in Orvieto geboren und wohnt in der Nähe
von Rom. Nach geisteswissenschaftlichen Studien wandte er sich Ende der siebziger Jahre
dem historischen Revisionismus zu. Seine erste Veröffentlichung erfolgte 1985. Seitdem hat er
mehr als zwanzig größere und kleinere Bücher verfaßt, drei davon in Zusammenarbeit mit Jür-
gen Graf, ferner zahlreiche Artikel, von denen die wichtigsten in den Vierteljahresheften für
freie Geschichtsforschung erschienen sind. Weitere Informationen bei www.russgranata.com

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mit der magischen Formel aus dem Munde von Pierre Vidal- die heutigen Revisionisten sind nicht seine Schüler. […]
Naquet, sein Gehirn leerte sich, und seine verzweifelten Ver- Rassinier hat die Aufmerksamkeit einiger Forscher auf das
suche, Prof. Faurisson auf dem Gebiet der geschichtlichen Thema gelenkt, hat einen Weg aufgezeigt, doch dann sind
Argumentation zu widerlegen, endeten kläglich. Sein erlo- diese Forscher auf eigene Faust weitergegangen, haben
schener Geist war hinfort nur noch zu Schmähungen fähig. seine Methoden und seine Argumentation verifiziert und
Ein anderer Angriff auf Prof. Faurisson (und auch auf mich) dabei all das verworfen, was daran zweifelhaft oder unbe-
kam von einer italienischen Forscherin mit Ambitionen auf gründet war. Der heutige Revisionismus hängt nur noch
eine akademische Karriere. Valentina Pisanty hatte ihr Dok- historisch gesehen von Rassinier ab, nicht mehr metho-
torat über semiotische Studien an der Universität Bologna er- disch oder argumentativ, so daß es eine fromme Illusion[17]
langt und hatte ein Buch über Interpretationen des Märchens ist, zu hoffen, er könne durch eine Widerlegung der Thesen
vom Rotkäppchen geschrieben. Das war ihre einzige Qualifi- von Rassinier[18] seinerseits erledigt werden.”
kation! Auf Grund ihres Faches verwechselte sie das Ge- Während Rassinier die historischen Fundamente des Revi-
schichtsfach mit den Fabeln, an die sie gewöhnt war, und sionismus gelegt hat, hat Faurisson in entscheidender Weise
schrieb ein Buch mit Fabeln10 über den Revisionismus, das dessen methodische und wissenschaftliche Grundlagen ge-
ich dann prompt mit der Studie L’”irritante questione” delle schaffen. An seiner Seite muß man auch den Amerikaner Ar-
camere a gas ovvero da Cappuccetto Rosso ad... Auschwitz. thur Butz erwähnen, der schon 1976 ein tiefgreifendes und
Risposta a Valentina Pisanty11 zurückwies. Dieses Buch ei- weitblickendes Werk über den angeblichen Holocaust19 ver-
ner Rotkäppchen-Expertin enthält einen ganzen Strauß von faßt hat, sowie den Deutschen Wilhelm Stäglich, den bekann-
Irrtümern über Prof. Faurisson, wie z.B.:12 ten Autor des Buches Der Auschwitz-Mythos. Legende oder
“Faurisson behauptet nämlich, alles Dokumentenmaterial Wirklichkeit?20
aus der Nachkriegszeit sei das Produkt einer eleganten Ge- In fast dreißigjähriger Arbeit hat Faurisson außerdem eine
schichtsfälschung.” enorme Masse an Kenntnissen zusammengetragen und der
Von den groben Anfeindungen eines Francsco Germinario, Öffentlichkeit zugänglich gemacht, wobei einige seiner frap-
der behauptet hat, Robert Faurisson leugne die Existenz von panten Einsichten, mit denen seine Werke durchsetzt sind, zu
Krematoriumsöfen in den deutschen Konzentrationslagern13, geflügelten Worten wurden, etwa das lapidare “No Holes, no
wollen wir gar nicht erst reden. In diesem Zusammenhang ist Holocaust”, das in vier Worten die Unmöglichkeit von Mas-
es heute gängige Praxis bei den offiziellen Geschichtsschrei- senmorden an Juden im Krematorium II von Birkenau zu-
bern, daß jeder, der sich mit dem Thema Revisionismus be- sammenfaßt, angesichts des Fehlens von Einwurföffnungen
fassen will, erst einmal neue Lügen über Prof. Faurisson er- für Zyklon B in der Deckenstruktur des Raumes.
finden muß. In einer noch im Druck befindlichen Studie14 Ein anderes unbestreitbares Verdienst von Robert Faurisson
habe ich aufgezeigt, in welchem Maße die jüdischen Schrei- war es, neue Wege der Forschung aufgezeigt zu haben. Dies
ber Michael Shermer und Alex Grobman diese Praxis kürz- war ein Schritt über seine starre ursprüngliche Position hin-
lich in einem antirevisionistischen Buch15 mit neuen und ab- aus; er wurde nötig, weil es darum ging, mit einer schockie-
artigen Lügen über Robert Faurisson angewendet haben. renden und mithin notwendigerweise apodiktischen These in
Ich habe zwar immer solche Unwahrheiten zu entlarven ge- die offizielle Kultur einzudringen. Der wichtigste von ihm
sucht, dies bedeutet jedoch nicht, daß ich blindlings und in eröffnete Weg war ohne Zweifel das Einbringen von physi-
vollem Umfang den Thesen von Prof. Faurisson folge. Wenn kalisch-chemischen Analysen in die Problematik der Gas-
wirklich alle revisionistischen Forscher immer über alles ei- kammern. Bekanntlich war es seine Idee, die Gaskammer ei-
ner Meinung wären, so wäre dies Anlaß zu großer Sorge. Auf nes amerikanischen Gefängnisses zu besichtigen und so die
dem Gebiet des Revisionismus sind die Standpunkte durch- Struktur und die Arbeitsweise einer solchen Einrichtung zu
aus unterschiedlich. untersuchen. Seine Idee war es auch, bezüglich der angebli-
Anfänglich glaubte Prof. Faurisson, die Aufgabe des Revi- chen Todesgaskammern von Auschwitz-Birkenau und Ma-
sionismus sei schon im Jahre 1979 im wesentlichen erfüllt jdanek eine technische Untersuchung anzustellen.
gewesen, und das von ihm damals formulierte Axiom war Tatsächlich war der “Leuchter-Bericht” seine Idee; die stel-
klar und deutlich: “Die Existenz von Gaskammern ist grund- lenweise ernsten Lücken dieser Arbeit sind in erheblichem
sätzlich unmöglich”. Es handelte sich für ihn nur mehr dar- Maße auf die Umstände ihrer Entstehung zurückzuführen.
um, bekannt zu machen, oder höchstens noch zu dokumentie- Der Bericht wurde nämlich während des zweiten Zündel-
ren, daß dafür kein Beweis mehr nötig sei. Prozesses, der von Januar bis April 1988 stattfand, konzipiert
Dies veranlaßte ihn zu einer außerordentlichen Dokumentati- und daher in fieberhafter Eile angefertigt. Man muß aller-
onsarbeit, die sich in einer vierbändigen Sammlung seiner dings feststellen, daß die Kritik des “Leuchter-Berichtes” sei-
Schriften16 niederschlug und die von einer wirklich ungeheu- tens der offiziellen Geschichtsschreibung Lücken aufweist,
ren Beherrschung der Tages- und der Fachpresse, sowie der die noch erheblicher sind. Bei dem von David Irving gegen
einschlägigen Literatur zeugt. Deborah Lipstadt angestrengten Verleumdungsprozeß, der
Andere Forscher, zu denen auch ich gehöre, haben das Werk sich über die Monate Januar bis April 2000 hinzog, ging es
von Faurisson nicht als Endpunkt, sondern als Beginn ange- darum, die Irrtümer des “Leuchter-Berichtes” nachzuweisen.
sehen, als unumgänglichen Ausgangspunkt, aber eben nur als Der Ausgangspunkt hierfür war die Behauptung, Leuchter
Ausgangspunkt. Um diesen ganz wesentlichen Gesichtspunkt habe für seine Berechnungen der Blausäurekonzentration ei-
zu verstehen, sollten wir uns die Bedeutung der Rolle des nen Wert von 3200 ppm (entsprechend 3,84 g/m3 ) angesetzt;
ehemaligen französischen Widerstandskämpfers Paul Rassi- dies war die in den amerikanischen Exekutionskammern ver-
nier bei der Geburt des historischen Revisionismus klarma- wendete Konzentration. Jedoch – so wandten Irvings Pro-
chen. In einem oben erwähnten Buch schrieb ich über ihn: zeßgegner ein – wäre schon eine Konzentration von 300 ppm
“Rassinier ist zwar der Begründer des heutigen Revisio- (bzw. 0,36 g/m3) tödlich gewesen, und diese hätte man noch
nismus – das steht fest – aber er ist nicht sein Meister und auf 100 ppm (bzw. 0,12 g/m3) absenken können, so daß Be-

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lüftungseinrichtungen überflüssig geworden wären und sich der nationalsozialistischen Judenpolitik (Castle Hill Pu-
unerhebliche Cyanidspuren in den Wänden der Todesgas- blishers, Hastings 1999) ,25
kammern ergeben hätten.21 Ein solches Argument, wie es von – Treblinka. Vernichtungslager oder Durchgangslager?
Richter Charles Gray akzeptiert und in seinem Urteil22 be- (Castle Hill Publishers, Hastings 2002).
rücksichtigt wurde, ist jedoch völlig haltlos. Die vor kurzem erschienene, neu bearbeitete und von Germar
Schon 1987, in der bereits erwähnten “Nota sulla polemica Rudolf herausgegebene zweite Auflage des gemeinsamen
Wellers-Faurisson” hatte ich, fußend auf den Angaben von Werkes Dissecting the Holocaust. The Growing Critique of
Rudolf Höß, nachgewiesen, daß die Blausäurekonzentration ‘Truth’ and ‘Memory’26 stellt eine Art Zusammenfassung der
in den angeblichen Todesgaskammern von Auschwitz-Bir- heutigen revisionistischen Geschichtsschreibung dar, die ei-
kenau nicht unterhalb von 15,87 Gramm pro Kubikmeter nen Großteil der heute zugänglichen Kenntnisse, Beweise
bzw. 13.225 ppm gelegen hätte, mehr als vier Mal so hoch und Argumente enthält.
wie die Leuchterschen Annahmen und 44 bis 132 Mal so Mein Anteil am Fortschreiten des Revisionismus begann
hoch wie in den Hypothesen seiner Gegner! Und in 12 Jahren 1985 mit der Veröffentlichung von Il rapporto Gerstein.
ist ihnen nichts Besseres als diese grobe Dummheit eingefal- Anatomia di un falso,27 wobei ich mich auf die umfangreiche
len! Der von Robert Faurisson aufgezeigte Weg hat sich spä- archivarische Dokumentation stützen konnte, die ich in den
ter als sehr nützlich erwiesen, als nämlich Germar Rudolf im Jahren davor zusammengetragen hatte. Im Januar 1984, als
Zuge seiner technischen Untersuchung23 die Intuition, die die Arbeit bereits beendet war, schickte ich einige ausge-
den “Leuchter-Bericht” ausgezeichnet hatte, in den Rang der wählte Seiten aus dem Buch an Pierre Guillaume, um ihn
Wissenschaft erhob. damit bekannt zu machen, in der Hoffnung, daß er es auf
Andere Forscher, die zunächst den Spuren von Prof. Fauris- französisch veröffentlichen könne. Ende des Monats antwor-
son gefolgt waren, sahen sich später genötigt, neue Beweise tete mir Prof. Faurisson im Namen von P. Guillaume, drückte
heranzuziehen und haben sich mit Archivforschung und dem seine Wertschätzung hinsichtlich der Blätter aus, die ich ge-
Besuch bzw. der Untersuchung der Schauplätze einer angeb- schickt hatte und sagte, man sei “très agréablement surpris”
lichen Vernichtung befaßt. Um der Wahrheit die Ehre zu ge- gewesen über diese Arbeit, die “manifestement d’une haute
ben, hatte Faurisson selbst schon Ähnliches unternommen qualité scientifique” sei. Dieses schmeichelhafte Urteil sporn-
und etwa die Archive des Centre de Documentation Juive te mich an, meine revisionistischen Arbeiten fortzuführen.
Contemporaine in Paris von Anfang 1974 bis Juli 1977 eifrig Bis 1989 stand ich in schriftlichem Kontakt mit verschiede-
studiert und diverse ehemalige deutsche Konzentrationslager, nen europäischen, amerikanischen und israelischen Archiven
wie Auschwitz, Majdanek, Treblinka, Struthof, Sachsenhau- und erhielt brieflich die für mich nötigen Unterlagen. Im glei-
sen und Ravensbrück aufgesucht. chen Jahr 1989 machte ich auch meinen ersten Besuch im
In den neunziger Jahren, nach dem Zusammenbruch des So- Museum und im Lager Auschwitz und begann, Fotokopien
wjetregimes und der Öffnung der geheimen Archive, konnten direkt von den Originalen der Archive zusammenzustellen.
diese Forscher in den ehemals sowjetischen Archiven syste- Diese ersten Schritte führten zu dem Buch Auschwitz: la pri-
matische Dokumentenuntersuchungen durchführen, und nicht ma gasazione28 eine kritische Analyse und eingehende Wi-
nur dort. So haben Jürgen Graf und ich, einzeln oder gemein- derlegung der angeblichen ersten Tötung durch Vergasen im
sam, in Moskau, Warschau, Lodz, Lublin, Auschwitz, Keller von Block 11 des Lagers Auschwitz, wie sie zum Mo-
Stutthof, Prag, Preßburg, Koblenz, Weimar, Budapest, Kau- dell für die angeblichen folgenden Vergasungen gedient ha-
nas, Amsterdam, Theresienstadt, Lemberg und Minsk die Ar- ben soll. Im Jahre 1994 kam es zu meiner Antwort auf Jean-
chive studieren und Dokumente sammeln können. Darüber Claude Pressacs Buch29 unter dem Titel Auschwitz: fine di
hinaus haben wir einzeln oder zusammen die Lager Au- una leggenda,30 die dann mit Prof. Faurissons Widerlegung
schwitz-Birkenau, Dachau, Mauthausen, Gusen, Buchen- und mit Beiträgen anderer in dem Werk Auschwitz: Nackte
wald, Lublin-Majdanek, Stutthof, Belzec, Sobibor, Treblinka, Fakten. Eine Erwiderung an Jean-Claude Pressac31 erschien.
Groß-Rosen, Plaszow, das Ghetto von Theresienstadt und das Seit 1995 hatte ich dann Zugang zu den Dokumenten in Mos-
Fort IX in Kaunas besichtigt. Ab März 1997, mit dem Er- kau und in den anderen oben erwähnten Archiven und
scheinen der ersten Nummer der Zeitschrift Vierteljahreshef- schrieb daraufhin das Buch mit dem Titel Zentralbauleitung
te für freie Geschichtsforschung, wurden diese Forscher in der Waffen-SS und Polizei Auschwitz32 über Struktur und Ar-
sehr gekonnter Weise von Germar Rudolf, dem Herausgeber beitsweise dieser Dienststelle, sodann eine Arbeit über “Son-
dieser Zeitschrift, koordiniert; die Zeitschrift legte großen derbehandlung” ad Auschwitz. Genesi e significato,33 beide
Wert auf hohes technisches Niveau der Beiträge. Germar mit einem umfangreichen Dokumentenanhang, außerdem ein
Rudolf ist nicht nur ein brillanter Forscher, er spielt auch als umfangreiches historisch-technisches Werk in zwei Bänden
Herausgeber eine verdienstvolle und wesentliche Rolle. über das Problem der Krematorien von Auschwitz, das noch
Die in jahrelangen Recherchen aus den Archiven zusammen- nicht veröffentlicht ist. Zahlreiche Artikel von mir sind
getragene Dokumentation hat der revisionistischen Ge- schließlich seit Juni 1997 in der Zeitschrift Vierteljahreshefte
schichtsschreibung erlaubt, enorme Fortschritte zu machen für freie Geschichtsschreibung erschienen.
und sich noch wirksamer der offiziellen Propagandafront ent- Es ist kein Zufall, daß das Ende meiner Korrespondenz mit
gegenstellen zu können, welche aus dem Wunsch entstanden Prof. Faurisson im Jahre 1995 mit jenem ersten Besuch im
war, die Kriegsgegner mit einem Anschein von Legalität ab- Moskauer Archiv zusammenfällt, den ich gemeinsam mit Jür-
zuurteilen und die nachfolgende Generation in einer Schule gen Graf und Russell Granata gemacht habe. Unsere Positio-
von Lügen und Haß großzuziehen. Auf diesem Gebiet haben nen im Hinblick auf die Aufgaben des Revisionismus und auf
Jürgen Graf und ich drei Monographien ausgearbeitet: den Wert der von diesem erzielten Resultate waren zu ver-
– KL Majdanek. Eine historische und technische Studie schieden und Kollisionen waren unvermeidlich.
(Castle Hill Publishers, Hastings 1999),24 Die Kontroverse zwischen Prof. Faurisson und mir, über wel-
– Das Konzentrationslager Stutthof und seine Funktion in che die Presse im Zusammenhang mit dem oben erwähnten

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Buch KL Majdanek. Eine historische und technische Studie34
7
Edizioni La Sfinge, Parma 1987, S. 33-39.
8
berichtet hat, ist ein Hinweis auf Konfliktstoff, der sich zu- Edizioni di Ar, 1996, S. 11-82.
9
Olocausto: dilettanti a convegno, Effepi, Genua 2002, S. 79.
weilen entzündet hat, wenn sich unsere Wege kreuzten. Di- 10
V. Pisanty, L’irritante questione delle camere a gas. Logica del negazi-
vergenzen dieser Art existieren auch zwischen anderen revi- onismo, Bompiani, Mailand 1998.
11
sionistischen Forschern und beweisen, daß Fabeln à la De- 12
Graphos, Genua 1998
borah Lipstadt – von einer angeblichen nazi-revisionistischen V. Pisanty, aaO. (Anm. 10), S. 73.
13
Dem Geschwätz dieses abgeschmackten Lakaien der offiziellen Ge-
Verschwörung mit dem Ziel, den Nationalsozialismus zu re- schichtsschreibung habe ich die Seiten 35-59 des erwähnten Buches ge-
habilitieren – genau das sind, nämlich Fabeln ohne jede wirk- widmet Olocausto: dilettanti a convegno aaO. (Anm. 9); bzgl. der o.e.
liche Grundlage. Anklage gegen R. Faurisson siehe S. 43.
14
Was den Revisionismus antreibt, was ihn lebendig macht und “’Die Leugnung der Geschichte’ oder die falsche ‚Konvergenz der Be-
weise’ für den Holocaust”, VffG 8(2) (2004), in Vorbereitung.
ihn daran hindert, wie die offizielle Lesart in einen erstarrten 15
Denying History. Who Says the Holocaust never Happened and Why Do
Dogmatismus zu verfallen, ist ja gerade das Vorhandensein They Say it, University of California, Berkeley, Los Angeles, London,
von sehr unterschiedlichen Meinungen in seiner Mitte. Wenn 2002.
16
die Debatte sich, wie sie es auch soll, in objektiver Weise R. Faurisson, Écrits Révisionnistes (1974-1998). Privatdruck © Robert
voranbewegt, unter Abwägung von Argument und Gegenar- Faurisson, 1999.
17
Wie manche französischen Antirevisionisten ihre Arbeit machen. Siehe in
gument, ohne daß sie in sterile persönliche Polemiken abglei- diesem Fall: Florent Brayard, Comment l’idée vint à M. Rassinier. Nais-
tet, kann sie den Revisionismus nur bereichern und die For- sance du révisionnisme, Fayard, Paris 1996, und Nadine Fresco, Fabrica-
scher anregen, die eigenen Argumente zu vertiefen und zu tion d’un antisémite, Seuil-La librairie du XXème siècle, 1999.
18
korrigieren, neue Wege der Argumentation zu finden und, Olocausto: Dilettanti allo sbaraglio, aaO. (Anm. 9), S. 275.
19
The Hoax of the Twentieth Century. Historical Review Press, 1976.
wo nötig, die eigene Arbeit neu zu orientieren. 20
Grabert-Verlag, Tübingen 1979.
Unterschiede sollten jedoch niemals den gegenseitigen Re- 21
D.D. Guttenplan, Processo all’Olocausto, Corbaccio, Mailand 2001, S.
spekt und die Wertschätzung aller in Frage stellen. Dies gilt 167. Prozeß Irving-Lipstadt, Urteil von Richter Justice Gray, 11. April
noch mehr für eine Persönlichkeit wie Robert Faurisson, der 2000, Punkt 7.89.
22
Prozeß Irving-Lipstadt, Urteil von Richter C. Gray, 11. April 2000, Punkt
dem Revisionismus dreißig Jahre seines Lebens geopfert hat
7.89.
und ständig mit seiner Person dafür bezahlt mußte – mit täg- 23
Das Rudolf Gutachten. Gutachten über die “Gaskammern” von Au-
lichen Verleumdungen, mit üblen tätlichen Angriffen und mit schwitz, 2. Aufl., Castle Hill Publishers, Hastings 2001.
24
andauernden juristischen Verfolgungen. Er hat sich jedoch Englische Übersetzung: Concentration Camp Majdanek. A Historical
nie beugen lassen: sein unbesiegter Geist hat immer die and Technical Study. Theses & Dissertations Press, Chicago 2003.
25
Englische Übersetzung: Concentration Camp Stutthof and its Function in
Oberhand behalten, und dies sollte ein Beispiel und ein An- National Socialist Jewish Policy. Theses & Dissertations Press, Chicago
sporn für alle revisionistischen Forscher sein. 2003; Italienische Ausgabe: KL Stutthof. Il campo di concentramento di
Stutthof e la sua funzione nella politica ebraica nazionalsocialista. Ef-
Anmerkungen fepi, Genua 2002.
26
Theses & Dissertation Press, Chicago 2003.
Aus dem Italienischen übersetzt von Thomas Dunskus. 27
Sentinella d’Italia, Monfalcone 1985.
1
“ La più inquietante affermazione che sia mai stata avanzata da uno sto- 28
Edizioni di Ar, Padua 1992; engl. in Vorbereitung.
rico di professione. Robert Faurisson, “le camere a gas non sono mai 29
Les crématoires d’Auschwitz. La machinerie du meurtre de masse. CNRS
esistite.” (Die beunruhigendeste Behauptung, die jemals ein professionel- Editions, Paris 1993.
ler Historiker gemacht hat. Robert Faurisson, “die Gaskammern haben nie 30
Edizioni di Ar, Padua 1994.
existiert”), Storia Illustrata, Nr. 261, August 1979, S. 15-35 31
Stiftung Vrij Historisch Onderzoek, Berchem 1995.
2
S. Thion (Hg.), Vérité historique ou vérité politique? Le dossier de 32
Edizioni di Ar, Padua 1998 ; englisch in Vorbereitung.
l’affaire Faurisson. La question des chambres à gaz, La Vieille Taupe, 33
Edizioni di Ar, Padua 2000; dt.: Sonderbehandlung in Auschwitz: Entste-
Paris 1980. hung und Bedeutung eines Begriffs, Castle Hill Publishers, Hastings
3
Annales d’Histoire Révisionniste. Nr. 1, Frühjahr 1987, hgg. von Pierre 2003; engl. in Vorbereitung.
Guillaume. 34
R. Faurisson, “Eine revisionistische Monographie über Majdanek”, in:
4
Il mito dello sterminio ebraico. Introduzione storico-bibliografica alla VffG, 3(2) (1999), S. 209-212. C. Mattogno, “The Robert Faurisson Criti-
storiografia revisionista, Sentinella d’Italia, Momfalcone 1985. que of KL Majdanek: Eine historische und technische Studie”, online:
5
Ebenda, S. 15-107. www.russgranata.com/faur-eng.html.
6
Shalom, Nr.. 2, 28. Februar 1987, S. 10

Wissenschaftler gegen Wissenschaft


Von Carl O. Nordling
Mein Leitbild: Robert Faurissons “Genauigkeit” gut sie auch für die große Mehrheit der Wähler war, manchen
Ich bin Schwede und wurde 1919 in Finnland geboren. Mei- deutschen Bürgern elementare Grundrechte verweigerte. Hit-
ne Kindheit und Jugend verbrachte ich in mehreren Klein- lers Besetzung von Böhmen und Mähren und sein Angriff
städten im schwedischsprachigen Gürtel entlang dem Finni- auf Polen, der den Zweiten Weltkrieg auslöste, steigerte mei-
schen Meerbusen. Als Angehöriger einer etwas zur Seite ge- ne Aversion bis zum Äußersten. Mir wurde klar, daß ein gro-
drängten Minderheit erkannte ich schnell die Bedeutung ge- ßer Teil Europas schnell in die Hände eines völlig unverant-
setzlich verbürgter Rechte für das Individuum innerhalb einer wortlichen Diktators fallen könnte.
Gemeinschaft. Ich wurde ein leidenschaftlicher Gegner von Bald darauf wurde aber mein eigenes Land in gleicher Weise
Totalitarismus und Diktatur. Ich war besonders entrüstet über durch einen anderen Diktator getroffen, der genauso schlimm
die nationalsozialistische Herrschaft in Deutschland, die, so erschien. Wir alle, Finnen und Finnland-Schweden gleicher-

VffG · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 1 27


maßen, versuchten unser Bestes, unser Land nicht an den Wenngleich ich meist in anderen Bereichen als der national-
Feind zu verlieren. Ich selbst diente in der finnischen Zivil- sozialistischen Judenverfolgung Forschung betrieb, wurde
verteidigung im Winterkrieg 1939-40 und später im Folge- mir klar, daß auch ich auf diesem Gebiet etwas beitragen
krieg 1941 und 1944 in der finnischen Küstenverteidigung. könne. Ich machte es mir einfach zur Aufgabe, in der Ency-
Ich war nicht eingezogen worden, aber ich hielt es für wich- clopedia Judaica alle biographischen Daten über jüdische
tig, daß Finnland die Gebiete zurückerhielt, die meinem Land Personen zu sammeln, die im Zweiten Weltkrieg unter deut-
gesetzwidrig abgenommen worden waren. scher Herrschaft lebten. So konnte ich sicherstellen, was zu-
Vor dem Krieg und zwischen meinen Dienstzeiten studierte mindest mit einer abgegrenzten Gruppe geplanter Opfer tat-
ich Architektur und Stadtplanung in Helsinki und Stockholm. sächlich passiert war.2 Im nachfolgenden versuche ich aufzu-
Als der Krieg zu Ende war, erfuhr ich, daß die Deutschen zeigen, wie manche Historiker und Naturwissenschaftler
sechs Millionen Juden, zusammen mit einer Menge Nichtju- selbst die elementarsten Regeln ihres eigenen Berufsstandes
den, ausgerottet hatten. Ich meinte, daß der völlig verantwor- mißachtet haben – in deutlichem Unterschied zur Vorge-
tungslose Hitler die völlige Kontrolle über jeden Mann und hensweise von Robert Faurisson.
jede Frau in dem von Deutschen kontrollierten Gebiet hatte,
daher akzeptierte ich natürlich die Darstellung, daß er die Einleitung
Ausrottung aller Juden in diesem Gebiet befohlen habe, und Die Menschheit verfügt schon seit etwa 2000 Jahren über die
daß dieser Befehl von seinen gehorsamen Untertanen ausge- Voraussetzungen um zu erkennen, daß die Erde eine Kugel
führt worden sei. ist, die sich um ihre Achse dreht. Man weiß, daß der griechi-
Nach dem Krieg arbeitete ich als Stadtplaner, hauptsächlich sche Philosoph Ekphantos im 4. Jahrh. v. Chr. zu dieser Auf-
mit Untersuchungen in Zusammenhang mit Bauleitplänen, fassung gelangt ist. Natürlich mögen auch viele andere im
Enteignungen großer Anwesen usw. Ich hielt es für notwen- Lauf dieser 2000 Jahre zu dieser Schlußfolgerung gelangt
dig, bei dieser Art von Arbeit eine Art wissenschaftliche Me- sein. In diesem Falle war keiner von ihnen kühn genug, seine
thode anzuwenden. Ich bekam bald Interesse für die Natur- Meinung und die Gründe dafür öffentlich kundzutun. Statt
wissenschaften im allgemeinen, und ich habe mehrere Artikel dessen hielten sowohl Laien wie auch Astronomen an einer
über wissenschaftliche Probleme veröffentlicht, insbesondere Theorie fest, die nicht so gut mit den Beobachtungen über-
nach meiner Pensionierung. Mir wurde klar, daß die natur- einstimmte, die aber von Autoritäten wie Aristoteles und der
wissenschaftliche Methodik auch auf die Geschichtsfor- Katholischen Kirche aufrechterhalten wurde. Es wird ge-
schung angewendet werden kann und tatsächlich notwendig meinhin angenommen, daß ein derartiger Autoritätsglaube
ist, wenn man herausfinden will, was in der Vergangenheit und Glaube an “notorische Tatsachen” nur vergangenen Zei-
geschehen ist. Viel zu viele Historiker ergehen sich im Sin- ten angehörte. Das ist jedoch durchaus nicht der Fall.
nieren über Ursachen und Folgen irgendwelcher als “Tatsa- Es stimmt, daß sowohl Kopernikus (1473-1543) wie auch
chen” aufgefaßter Geschehnisse, ohne sicherzustellen, ob Galileo Galilei (1564-1642) es nach einigem Zögern wagten,
sich diese überhaupt ereignet haben. Irgendwann in den 80er zugunsten von Ekphantos’ Theorie zu argumentieren. Aber
Jahren des letzten Jahrhunderts hörte ich Gerüchte über Hi- selbst nach ihrer Zeit haben viele Wissenschaftler und Ge-
storiker, die den deutschen Mord an sechs Millionen Juden lehrte Trugschlüsse und Fälschungen akzeptiert, obwohl sie
infragegestellt hatten. Mir wurde klar, daß ich nie einen de- eigentlich über die Kenntnisse verfügten, um sie zu entlar-
taillierten Bericht gesehen hatte, in dem Einzelheiten über ven. Hexenprozesse wurden weiterhin über Jahrhunderte
Zeit, Ort und Methode dieses monströsen Verbrechens ange- hinweg abgehalten. Noch 1757-1763 fand einer in Schweden
geben waren. Ich begann also, nach einer derartigen Darle- statt – das war 80 Jahre, nachdem der schwedische Doktor
gung Ausschau zu halten und fand das große Werk, das Paul Urban Hiärne (1641-1724) aufgezeigt hatte, daß die Ge-
Hilberg1 geschrieben hat, und das meine Bedürfnisse zu be- ständnisse nicht auf tatsächlichen Ereignissen beruhten. An-
friedigen schien. Ein sorgfältiger Durchgang von Hilberg dere Wissenschaftler und Gelehrte mögen erkannt haben, daß
zeigte jedoch, daß seine Zahlen nur Vermutungen waren, und Hiärne recht hatte, aber sie hüllten sich in Schweigen.
ich mußte nach weiteren Büchern suchen. Bald stieß ich auf In den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts erlangten Mikrosko-
ein Buch, durch das ich mit einem gewissen Professor Robert pe ein so hohes Auflösungsvermögen, daß man die Anzahl
Faurisson bekannt wurde. Obwohl er nicht alle Fragen be- der Chromosomen in den Zellen verschiedener Tiere zählen
antworten konnte, wurde mir klar, daß seine Methode zur konnte. Es zeigte sich, daß die meisten Säugetiere in jeder
Lösung komplizierter historischer Fragen gewiß die richtige Zelle 48 Chromosomen hatten. Die Bestimmung der genauen
war. Je mehr ich seine Schriften gelesen habe, um so mehr Zahl war immer noch ein bißchen schwierig, und jemand be-
bewundere ich die strenge Genauigkeit, die sein Kennzeichen richtete, auch in menschlichen Zellen 48 Chromosomen ge-
ist. Ich habe diese Genauigkeit sehen zu haben. Und, da der Mensch letztendlich ein Säuge-
auch zu meinem Ideal ge- tier ist, sollte er wohl die gleichen Grundeigenschaften wie
macht. seine Verwandten haben. Also wurde die Zahl 48 eine ‘Tat-

Carl O. Nordling, schwedischer Bürger, 1919 als Finnlandschwede in Helsinki geboren. Ausbil-
dung als Architekt und Stadtplaner in Helsinki und Stockholm; in letzterer Stadt lebt er seit dem
Winterkrieg von 1940. Kämpfte im Fortsetzungskrieg als Soldat der finnischen Streitkräfte von
1941 bis 1944, wobei sein Fronteinsatz mit Studienperioden abwechselte. Seine berufliche Tätig-
keit lag hauptsächlich auf dem Gebiet der Demographie und anderer statistischer Untersuchungen
im Zusammenhang mit Stadtplanung. Nach seiner Pensionierung widmete er sich historischen
Forschungen; er hat auf verschiedenen Feldern der Wissenschaft eine große Anzahl von Artikeln
in schwedischer und englischer Sprache verfaßt.
Weitere Informationen bei http://home.swipnet.se/nordling/

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sache’ und diese Zahl wurde in allen Nachschlagewerken und nen werden heutzutage mit Hilfe der Relativitätstheorie in-
biologischen Arbeiten bis weit in die 50er Jahre hinein aufge- terpretiert. Dies hat sich als richtungsweisend für das Ver-
führt. Zu dieser Zeit gab es bereits massenhaft Mikroskope ständnis physikalischer Geschehnisse erwiesen, deren Grö-
mit einem viel besseren Auflösungsvermögen. Viele Forscher ßenordnung von der menschlichen Skala weit abweichen. Die
müssen die Chromosomen in menschlichen Zellen betrachtet Theorie besagt, daß, obwohl Raum und Zeit auf unserer
und gezählt haben. Sie müssen zur Zahl 46 gelangt sein – und menschlichen Skala als zwei unvereinbare Erscheinungen
strengstes Stillschweigen über ihre Entdeckung bewahrt ha- sind, sie in der Welt der Kosmologie ihren selbständigen
ben. Charakter sozusagen verlieren. Dort werden sei zu Aspekten,
Das biologische Establishment muß hinterher diese Nachläs- die auf den Beobachter bezogen sind, vergleichbar den Rich-
sigkeit als so peinlich empfunden haben, daß sie mit einem tungsbezeichnungen “oben” und “unten”. Nur Raum-Zeit als
Schleier des Schweigens übergangen wurde. Man sucht ver- Ganzes kann als Invariante für alle Beobachter behandelt
geblich nach dem Namen des wackeren Mannes, dem es in werden.
den 50er Jahren gelang, das öffentlich zu machen, was viele In völligem Widerspruch hierzu erfordert die Urknall-
andere bereits wußten. Theorie, daß die Dimension, die Zeit genannt wird, eine end-
liche und lineare Erscheinung ist und die Dimensionen des
Der Urknall Raumes unbegrenzt und gekrümmt, in diesem Falle wären al-
Auch heute noch gibt es eine Reihe Theorien über die Wirk- so Zeit und Raum deutlich voneinander unterscheidbar.
lichkeit, deren Tragfähigkeit und Billigung auf tiefverwurzel- Die Urknall-Theorie behauptet, daß die Ausdehnung von
ten menschlichen Auffassungen und Wünschen beruhen. An- Raum-Zeit in der Zeitdimension nach rückwärts begrenzt ist,
dererseits genügen diese Theorien nicht den Ansprüchen, die und daß die Dichte der Materie zu einem bestimmten Zeit-
ansonsten an wissenschaftliche Theorien gestellt werden. punkt unendlich groß war. Diese Behauptungen ergeben sich
Eine dieser Theorien betrifft die angenommene Urexplosion, nicht aus Beobachtungen oder Messungen, sie leiten sich
gemeinhin als “Urknall” bekannt. Und genau wie die Astro- auch nicht aus den Naturgesetzen ab, die unsere bisherigen
nomen über Jahrtausende von der Erde als dem Zentrum des Erfahrungen diesbezüglich zusammenfassen. Im Gegenteil!
Universums ausgegangen waren, sind sie heute gezwungen, Die akzeptierten Naturgesetze schließen entschieden einen
sich einem ähnlichen Vorbehalt zu beugen. Zustand aus, den die Urknall-Theorie postuliert. Es ist sicher-
Statt dem Geozentrismus haben wir jetzt die ‘Urknall- lich möglich, alternative kosmologische Theorien zu bilden,
Theorie’, einen modernen Entstehungsmythos (ursprünglich die mit den bekannten Naturgesetzen übereinstimmen. Der
von dem belgischen Kosmologen Georges Lemaître begrün- schwedische Nobelpreisträger Hannes Alfvén hat dies zu-
det, 1894-1966). Solange die geozentrische Theorie zwin- mindest gezeigt.
gend war, mußte man enorm komplizierte Bahnen für die Die Beobachtungsgrundlage für die Urknall-Theorie ist in
verschiedenen Planeten konstruieren, um die Beobachtungen der Tat schwach. Wenn man alle Wege kosmischer Objekte
mit der Theorie in Übereinklang zu bringen. in der Zeit zurück extrapoliert, fallen sie nicht in einem Punkt
Die Urknall-Theorie erfordert nun, daß wir alternative Theo- zusammen. Statt daß die Beziehung zwischen Geschwindig-
rien über die Elementarteilchen
verwenden, teils um mit den ge-
machten Beobachtungen übereinzu-
stimmen, teils um den hypotheti-
schen Zustand unmittelbar nach
dem Knall zu bekräftigen. Es wird
eine große Menge Arbeit darauf
verwendet, um diesen angenomme-
nen Zustand zu beschreiben, der
aber niemals einer Beobachtung und
Verifikation zugänglich ist.
Die Urknall-Theorie impliziert
auch, daß die Zeit ein absoluter Be-
griff ist, was der Relativitätstheorie
in gewisser Hinsicht widerspricht.
Genau wie die Theorie von der Erde
als einer Scheibe mit einer Kante,
sollen wir jetzt eine Theorie akzep-
tieren, bei der Raum und Zeit wie
ein Kegel mit einer Spitze geformt
sind. Eine Riesenmenge Arbeit wird
darauf verwendet, die Eigenschaften
dieser angeblichen Spitze zu be-
rechnen und zu beschreiben – in der
Tat weit mehr als für die Beschrei-
bung der Erdkante im Lauf der
Jahrhunderte aufgewendet wurde.
Alle anderen kosmologischen Er-
scheinungen mit großen Dimensio- Ausgeklügelte Erklärungen für eine Einbildung?3

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keit und Abstand für alle Galaxien die gleiche ist, gibt es Un- diesem Gebiet halten sich an die Fünf-Millionen-Jahre-Theo-
terschiede bis zu 20 Prozent.4 Sogar kollidierende Galaxien rie, trotz der Anhaltspunkte, die sich aus der Berechnung der
wurden beobachtet. Schaut man auf Teile des Universums, Anzahl Mutationen ergeben, und die auf das doppelte deuten.
die in Zeit und Raum weit entfernt sind, so findet man, daß Man erinnere sich auch, wie lange Zeit die Zahl von 48
dort der mittlere Abstand zwischen kosmischen Objekten Chromosomen außer Diskussion stand.
kleiner war als in nahen Regionen, und daß Interaktion zwi- In den Tagen von Galilei und Bruno war die Katholische Kir-
schen Galaxien (vielleicht sogar Vereinigungen) häufiger che für den Konservativismus in der Wissenschaft verant-
waren.25 (Das heißt. daß sich die Galaxien wie Gasmoleküle wortlich. Heute scheinen die Wissenschaftler selbst die Auf-
in einem sich ausdehnenden Gefäß verhalten, und nicht wie gabe übernommen zu haben, den Fortschritt der Wissenschaft
Partikel, die nach einer Explosion auseinanderstieben). zu hemmen.
Die Zeit ist bei der Urknall-Theorie mit den geraden Linien Die Urknall-Theorie hat also mehr oder weniger das Axiom
vergleichbar, die auf der Oberfläche eines Kegels von der von der Erdscheibe abgelöst, als schwerer Bremsklotz, der
Spitze gezogen werden können, während der Raum den El- wirksam das heutige kosmologische Denken bremst. Wäre
lipsen usw. gleicht, die durch die Kegelabschnitte gebildet das nicht Grund genug, die Urknall-Theorie zumindest zeit-
werden. Die Raum-Zeit der Relativitätstheorie kann dagegen weilig aufzugeben und Versuche mit einer Theorie zu ma-
mit der Oberfläche eines Torus (der Form eines Donut) ver- chen, die mehr mit der Relativitätstheorie übereinstimmt?
glichen werden. Auf einer solchen Oberfläche konvergieren Natürlich ist das eine utopische Vorstellung. Der Grund, war-
einige der geschlossenen Linien, ohne jedoch irgendwo un- um das nicht passieren wird, liegt in der Tatsache, daß sich
endlich dicht zusammengepackt zu sein. Diese Oberfläche eine Riesenmenge wissenschaftlicher Literatur angesammelt
hilft uns, ein Konzept der Zeit zu bilden, die ebenso ge- hat, die auf dem Urknall-Postulat aufbaut. Das meiste dieser
krümmt ist wie der Raum, nur sozusagen in der anderen Werke würde über Nacht zu Altpapier, wenn die Urknall-
Richtung. Theorie aufgegeben würde. Das ist etwas, was die meisten
Die Urknall-Theorie erfordert ganz klar, Theorien aufzuge- Astronomen als eine Katastrophe empfinden würden, die um
ben, die auf Beobachtungen beruhen. Dennoch wird die Ur- fast jeden Preis vermieden werden muß.
knall-Theorie allgemein akzeptiert und wird unter Physikern
kaum ernsthaft erörtert. Sogar die so nützliche Relativitäts- Shakespeare
theorie wurde kritischeren Büchern und Artikeln ausgesetzt Wir machen jetzt einen Sprung von der Kosmologie und der
als die Urknall-Theorie. Physik zu den Geisteswissenschaften, und zwar zur Litera-
Als Professor Hannes Alfvén die Urknall-Theorie kritisierte, turgeschichte. Wie im Fall der Kosmologie werden wir uns
half ihm auch sein Ansehen als Nobelpreisträger nicht. Das nicht mit nebensächlichen Details abgeben, Nein, es geht um
übrige Establishment wollte ihm einfach nicht zuhören, als er die Urheberschaft einiger der höchstgeschätzten Dramen der
versuchte, die Möglichkeit einer Kosmologie aufzuzeigen, die Geschichte, einschließlich Hamlet. Mit anderen Worten: wer
mit den derzeitigen deduktiven Theorien in Einklang steht. schrieb die Werke von William Shakespeare?
Das erinnert an Galilei, der unbestritten ein angesehener Schon seit der Franzosen Hippolyte Taine (1828-93) in sei-
Astronom mit einem guten Namen und hohem Ansehen war, nen Essais de critique et d’histoire (1858) betonte, daß bei
der aber dennoch zum Schweigen gebracht wurde. der Entstehung literarischer Werke gewisse beobachtbare
Alfvén zeigte auch, daß die Urknall-Theorie nicht das erklärt, Elemente unabdingbar seien, wurde die Umgebung als ein
was sie erklären soll, d.h. die Entstehung und Struktur des solches Element angesehen. Immer, wenn der Verfasser eines
Universums. Nehmen wir an, daß alles mit einer begrenzten bestimmten Werkes unbekannt oder seine Identität ungewiß
Menge von fast unendlich dichter Materie anfing, dann blei- ist, kann man trotzdem durch Durchforschung seines Werkes
ben die Fragen: Wie entstand diese dichte Materie? Wie ent- seine Umgebung enthüllen. Das heißt, daß man gewöhnlich
stand die Zeit (oder gab es eine Zeit vor dem Urknall)? recht deutliche Beziehungen zwischen der Arbeit und den
Außerdem erfordert die Urknall-Theorie weitere Hilfsan- Lebenserfahrungen, der Sozialschicht sowie den Beschäfti-
nahmen, um die sehr ungleiche Verteilung der Materie im gungen usw. ihres Verfassers finden wird.
Raum mit Gruppen von Galaxien und Gruppen von Gala- Nehmen wir etwa einige Dramatiker unserer Zeit, so finden
xiengruppen zu erklären. wir in ihren Schauspielen Umgebungen und Erfahrungen, mit
Die einzige Beobachtung, die genau mit der Urknall-Theorie denen der Autor vertraut war. Zum Beispiel hat Eugene
übereinstimmt, ist eine gewisse Mikrowellenstrahlung mit O’Neill, der herausragende amerikanische Dramatiker, in sei-
niederer Temperatur, die von allen Seiten auf uns einstrahlt. nen Stücken offenbar viel aus seinem eigenen Leben wieder-
Alfvén vertrat die Auffassung, daß die Temperatur niederer aufleben lassen. Wir können die Szenerie in Desire under the
war als es sich aus der Theorie ergäbe. Immerhin haben wir Elms und Ah, Wilderness! betrachten und mit den Orten ver-
kaum Bemühungen gesehen, um alternative Erklärungen für gleichen, wo er seine Jugend verbrachte. Das gleiche gilt für
den Ursprung dieser Strahlung zu finden. Charles Dickens, Walter Scott, Ernest Hemingway, Sinclair
Der Grund, warum die etablierten Physiker der Urknall- Lewis (Main Street/Brainerd, Minn.), William Faulkner (Yo-
Theorie anhängen, liegt natürlich nicht darin, daß sie diese knapatawpha County/Der Süden) und viele andere. In Shake-
Theorie völlig durchdacht und geprüft haben und sie für speares Stücken finden wir nichts dergleichen. Dagegen sind
überzeugend halten. Höchst wahrscheinlich haben sie alle in mehr als der Hälfte seiner Stücke fremde Gegenden zu fin-
bemerkt, daß die Theorie “etabliert” ist, und daß die unge- den, und der Rest hat meist ein historisch vorgegebenes Milieu.
schriebenen Gesetze des Establishments an die, die dazuge- Es gibt keine Szenerie einer ländlichen Stadt, nichts über das
hören, die Anforderung stellen, eine akzeptierte Theorie nicht Leben hinter den Kulissen eines Londoner Theaters. Wie konn-
in Frage zu stellen. te Shakespeare es versäumen, die Requisiten zu benutzen, die
Die gleiche Lage haben wir in bezug auf die Datierung der in dem ganzen ihm vertrauten Umfeld bestanden? Andere Ver-
Entstehung der menschlichen Art. Die meisten Fachleute auf fasser haben dies als regelrechte Goldgrube angesehen.

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Diese Verfasser und ihre Werke sind von einer Reihe Litera- dem Schluß gekommen wären, daß der Verfasser von Shake-
turgeschichtler porträtiert und analysiert worden, und ein speares Werken nicht der Sohn eines Städters ohne Universi-
wichtiger Teil der Analyse bestand genau darin, den Einfluß tätsbildung gewesen sein könne, der nie einen Fuß außerhalb
ihres Umfelds aufzuzeigen. Wenn wir zu Shakespeare kom- Englands gesetzt hat. Aber diese Untersuchung ist nie erfolgt.
men, ist das anders. Dem literaturgeschichtlichen Establish- Die Fachleute haben nicht die selbstverständlichen Schluß-
ment zufolge wuchs dieser Verfasser in einer Kleinstadt auf folgerungen gezogen. Statt dessen wurden ausgefeilte Hypo-
und verdiente sich als Erwachsener seinen Lebensunterhalt thesen vorgebracht, wie ein gewöhnlicher Bürger von Strat-
als Schauspieler in London. Aber in seinen Werken finden ford alle die Kenntnisse erworben haben könnte, die der
wir kein englisches Kleinstadtmilieu und nichts über ein Le- Dramatiker nachweislich besaß.
ben hinter den Theaterkulissen. Das Umfeld, das sich recht Der Grund, warum die etablierten Forscher die ‘Stratford-
deutlich in mehreren Dramen Shakespeares abzeichnet, ist Theorie’ vertreten, ist natürlich der gleiche wie im Falle des
ganz anders. Zum ersten enthüllt die Sprache eine gewisse Urknalls. Kein qualifizierter Literaturhistoriker, der Shake-
Neigung zu einem Dialekt, wie er in einem Gürtel nördlich speares Werke sorgfältig gelesen hat, würde die akzeptierte
der Linie von Chester im Westen nach Hull im Osten gespro- Theorie für plausibel halten. Sie haben aber alle festgestellt,
chen wird. Sie wird gewöhnlich der nördliche Dialekt ge- daß diese Theorie ‘etabliert’ ist, und daß die ungeschriebenen
nannt. Von den mehr als 150 Dialektwörtern, die man in Gesetze des Establishments verlangen, daß dessen Angehöri-
Shakespeares Werken findet, werden zwei Drittel nicht au- ge nicht etablierte Theorien in Frage stellen. In der Literatur-
ßerhalb von Lancashire, Cheshire und Yorkshire gesprochen, geschichte ist dies noch wichtiger als in der Physik. Ein An-
den Grafschaften, aus denen dieser Gürtel besteht. Das ver- gehöriger des Establishments kann sich sogar gezwungen
bleibende Drittel setzt sich zusammen aus Wörtern mit einer fühlen, die Publizierung von Theorien, die Alternativen zur
größeren Verbreitung und Wörtern, die für Schottland und/ etablierten Theorie bieten, wirksam zu unterbinden (und da-
oder die nördlichsten Teile Englands typisch sind. Es gibt mit auch die Information hierüber). Vor ein paar Jahre wurde
keine Berichte, daß Shakespeare jemals im Norden Englands eine gewisse Professorin an der Universität Lund im Hinblick
gelebt hat, und es wird als sicher angesehen, daß er nicht auf die Befürwortung von Druckzuschüsse für Bücher über
während seiner Kindheit und Jugend dort lebte, als seine Kunstfragen als Expertin zu Rate gezogen. Damit hatte sie
Sprachgewohnheiten geformt wurden. die Handhabe, einen Zuschuß für ein Buch zu befürworten,
Auch das soziale Umfeld, das in seinen Dramen zum Vor- das eine Reihe von Tatsachen anführte, die Abel Lefrancs
schein kommt, ist recht klar umgrenzt. Man stellt z.B. 26 ver- fast jahrhundertealte Theorie über die Verfasserschaft Shake-
schiedene Worte für Pferd fest, die insgesamt 430 mal auftre- speares unterstützten. Aber selbstverständlich empfahl sie,
ten, 43 Bezeichnungen für Hund, die 430 mal verwendet den Zuschuß für eine so schwer widerlegbare Abweichler-
werden. Schafe und Lämmer werden 126 mal genannt, Wild, Theorie abzulehnen. Ihr einziges Problem bestand darin,
das vom Landadel gejagt wurde, 223 mal. Schweine und plausible formale Gründe für ihre Ablehnung zu finden. Üb-
Hühner, die normalerweise von Bürgern und Städtern gehal- licherweise sind Professoren diesbezüglich erfinderisch, und
ten wurden, finden seltener Erwähnung, die Henne neun mal, die Betreffende löste ihre Aufgabe erfolgreich. Es gelang ihr
Hühner zehn mal, während der Hahn 23 mal auftritt. Worte sogar, als Vorsichtsmaßnahme eine Sicherheitsklausel einzu-
für Enten, Gänse, Truthähne zeigen die gleiche Häufigkeit. fügen. Sie schrieb:
Wenn wir uns nun Essen und Trinken zuwenden, bemerken “Die Kritik richtet sich nicht gegen die These als solche, son-
wir, daß der Barde in verschiedenen Teilen seines Werkes dern gegen die Qualität des Berichts.”
nicht weniger als acht Sorten Wein anführen konnte, wie auch Ohne Zweifel ist es den Leistungen einer Professorin würdig,
einige hundert Gerichte, exquisite Süßigkeiten und Gewürze. ohne einen Standpunkt einzunehmen, die Argumentation für
Auch den Freizeitvergnügungen des hohen und niederen das abzuweisen, was sie als “das Problem bezüglich der Ver-
Adels, wie z.B. Tennis, Bowling und Falknerei wird bei fasserschaft des wichtigsten Werkes der englischen Sprache”
Shakespeare gebührende Aufmerksamkeit geschenkt. bezeichnete.
Es gibt auch keinen Zweifel, daß der Barde mit der Medizin Die Herausgabe des Buches wurde um mehrere Jahre verzö-
gründlich vertraut ist. Seine Medizinkenntnisse werden nur gert, und als es schließlich erschien, wurden die öffentlichen
von seiner Vertrautheit mit dem Gesetz und der Jurisprudenz Büchereien in Schweden vom Kauf abgeschreckt, nachdem
übertroffen. Viele seiner medizinischen und juristischen Aus- die zentrale Einkaufsabteilung der Büchereien in einer Re-
drücke werden praktisch nur von Angehörigen dieser Berufe zension das Buch verrissen hatte.
benutzt. Es gibt derzeit eine englische Version des Buches im Inter-
Es fällt auf, daß Shakespeare in den meisten Fällen fremde net, siehe
Schauplätze als Szenerie für seine nicht-historischen Stücke http://home.swipnet.se/nordling.
wählte. Nur die Lustigen Weiber von Windsor spielt in einem
englischen Milieu der damaligen Zeit, aber hier sind alle Mythenmacher Mead
Szenen in das Umfeld eines königlichen Schlosses verlegt. In 1928 veröffentlichte die amerikanische Kulturanthropologin
fast allen Stücken außer diesem ist mindestens ein Part ein Margaret Mead (1901-1978) ihre Doktorarbeit mit dem Titel
Fürst, ein Prinz oder König. Coming of Age in Samoa.6 Diese hatte den Beifall ihres Leh-
Unzählige Stücke spielen am Hofe, und der Verfasser scheint rers Franz Uri Boas (1858-1942) gefunden, der auch das
in jeder Beziehung mit dem höfischen Zeremoniell vertraut. Vorwort geschrieben hatte. Das Buch sollte die allergrößte
So weit ich weiß, hat niemand eine wesentliche Abweichung Bedeutung für die ‘Soziologie’ und ‘Anthropologie’ genann-
von der Beschreibung der höfischen Bräuche durch anderen ten Fachrichtungen erlangen. Es sollte etwa 60 Jahre dauern,
Quellen entdeckt. bevor Derek Freeman schließlich in der Lage war, Mead zu
Normalerweise wäre all dies bis ins letzte Detail von den Li- entlarven, indem er die Wahrheit über die Bräuche auf Sa-
teraturhistorikern untersucht worden, die in diesem Fall zu moa berichtete.7

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1925 hatte die frischverheiratete Frau Mead ein Stipendium dinnen waren voller Spaß und scherzten fröhlich mit Mead
für ein Forschungsprojekt im amerikanischen Samoa erhal- über ihre erotischen Vorlieben. Mead fragte ihrerseits ihre
ten, wobei das Verhalten und die Entwicklung der eingebo- Freundinnen über deren Sexualleben aus. Da es nichts zu er-
renen Mädchen auf Samoa von der Pubertät bis zur Heirat zählen gab und da es für samoanische Mädchen Brauch war,
untersucht werden sollte. Mead erwartete, eine Gemeinschaft ihr Sexualleben nicht zu erörtern, erfanden sie statt dessen
zu finden, in der die Sexualmoral freie Bindungen zwischen hanebüchene Geschichten, daß sie sich in Ausschweifungen
pubertären Jugendlichen erlaubte, im Gegensatz zu den durch ergangen hätten – genau wie ‘alle anderen’. Eine der Freun-
die amerikanischen Moral auferlegten Restriktionen. dinnen besaß zufällig den Rang einer ‘Zeremonienjungfrau’,
Professor Boas hatte Mead angewiesen, zuerst die Existenz was beinhaltete, daß sie (bei bewahrter Jungfräulichkeit)
der freien Moral auf Samoa zu beweisen, und dann festzu- würdig war, einen hochgeborenen Mann zu heiraten. Diese
stellen, wie das Verhalten und die Entwicklung der Jugend samoanischen Frauen waren nicht gewahr, daß sie in Wirk-
auf Samoa von dieser Moral berührt wurden. In bezug auf ih- lichkeit zu einer soziologischen Studie beitrugen. Sie fanden
re Aufgabe hätte die junge Doktorandin kaum einen Ort fin- es einfach unterhaltsam, sich einer Art munterer Streiche hin-
den können, der für die erforderliche Feldarbeit weniger ge- zugeben, was auf Samoa ein beliebtes Freizeitvergnügen ist.
eignet war. Die im amerikanischen Samoa um 1920 vorherr- Obwohl Mead ein bißchen samoanisch verstand und sprach,
schenden Sexualmoral war beträchtlich strenger als die in wußte sie nicht, wie die Samoaner ihren Humor zum Aus-
den USA. Bei einer Hochzeit mußte die Braut ihre Jungfräu- druck bringen. Und vor allem war sie auf eine Bestätigung
lichkeit öffentlich unter Beweis stellen. Mädchen, die vorehe- ihrer Auffassung vom promiskuitiven Leben der samoani-
lichen Geschlechtsverkehr gehabt hatten, wurden bestraft und schen Jugend erpicht. Sie schluckte daher unkritisch alle Spä-
gedemütigt. Obwohl Mead von den örtlichen Behörden über ße ihrer Freundinnen und nahm sie für die reine Wahrheit.
diese Bräuche informiert worden war, blieb sie fest ent- Sie akzeptierte, daß Jugendliche (und sogar eine Zeremonien-
schlossen, ihre ursprüngliche Zielsetzung weiter zu verfol- jungfrau) regelmäßig die Nacht mit Jugendlichen des anderen
gen. Das setzte tiefschürfende Interviews mit einer Proban- Geschlechts verbrachten – ohne daß dies Anlaß für irgend-
dengruppe von 66 pubertären samoani- welche Interventionen oder Sanktionen
schen Mädchen voraus. gegeben hätte. Sie muß gedacht haben,
Die geplanten Interviews kamen aber daß der zeremonielle Beweis der Jung-
nicht zustande, dennoch war Mead der fräulichkeit eine Farce war, bei der die
Ansicht, daß sie brauchbare Daten über meisten Hauptdarsteller schwindelten.
25 Mädchen gesammelt hatte. Sie er- Nachdem sie diese “Informationen” er-
wähnt, daß 13 von ihnen keinerlei hete- langt hatte, schrieb Mead endgültig den
rosexuelle Erfahrung hatten. Keines der Plan ab, tiefschürfende Interviews mit
anderen 12 (die zusammen 350 Men- einer Reihe Mädchen durchzuführen. In
struationszyklen erlebt hatten) war je ihrem Buch reitet sie trotzdem auf an-
schwanger gewesen – eine Tatsache, die geblichen “promiskuitiven Bräuchen”
sogar Mead bemerkenswert fand. Sie herum, ohne je die diesbezügliche Quel-
brachte vor, daß Promiskuität eine emp- le anzugeben (die natürlich ihre zwei
fängnisverhütende Wirkung haben scherzenden Freundinnen war). Übri-
könnte! Von den 12 angeblich ‘promis- gens ist das Fehlen von Quellenangabe
kuitiven’ Mädchen erwähnt Mead eines, Margaret Mead mit Empfehlung der ein durchgehendes Kennzeichen ihrer
US-Regierung.8
das Geschlechtsverkehr mit seinem On- Doktorarbeit.
kel hatte. Die Samoaner hielten das für ein Verbrechen. Es Mead gibt vor, drei Typen vorehelicher “Affären” zu bele-
bleibt im Ungewissen, was genau über die “heterosexuellen gen:
Erfahrungen” der anderen elf bekannt war. 1) heimliche Treffen ‘unter den Palmen’, 2) öffentliche
Diese spärlichen Daten hätten einen wissenschaftlich ausge- Flucht (die zur Heirat führt) und 3) zeremonielles Freien. Na-
bildeten Forscher zu der Einsicht bringen sollen, daß Samoa türlich nimmt sie noch eine weitere Art in Betracht: die hin-
kein geeigneter Ort für das geplante Projekt war. Eine Analy- terlistige Vergewaltigung eines schlafenden Mädchens (dem
se früherer Berichte über samoanische Bräuche hätte auch dadurch jede Möglichkeit genommen werden soll, jemanden
gezeigt, daß die erwartete allgemeine Promiskuität schlicht- anderen als den Täter zu heiraten). Mead gibt keine Informa-
weg nicht existent war. Im Gegenteil, die Mädchen waren tionen über die relative Häufigkeit der einzelnen Arten, aber
sehr darauf bedacht, ihre Jungfräulichkeit bis zur Heirat zu sie gibt ständig zu verstehen, daß der erste Fall das normale
bewahren., um nicht als minderwertig gebrandmarkt zu wer- und allgemein akzeptierte Verhaltensmuster sei.
den. In Samoa war es der ganze Stolz eines Bräutigams, eine Gleichzeitig bemerkt sie ganz richtig, daß eine Braut, um die
Jungfrau zu heiraten, und die Braut fühlte sich glücklich, ihm gefreit wurde, die aber des Verlusts ihrer Jungfräulichkeit
das kostbare Geschenk ihrer Jungfernschaft zu geben – es überführt wurde, mit Steinigen bestraft wurde, durch das das
war die Vollendung ihrer üppig entfalteten Sinnlichkeit. Opfer ernsthaft verletzt oder gar getötet werden konnte. Zu-
Mead blieb trotzdem noch einige Monate in der Kolonie, um mindest war dies der Brauch, bevor das Christentum und die
ethnographisches Material für ein amerikanisches Museum amerikanischen Gesetze die Strafmethoden milderten.
zu sammeln. Während sie eine Reihe kleinerer Inseln besuch- Die einzigen Grunddaten, über die Meads Disputat Rechen-
te, machte sie eines Tages eine Wanderung, zusammen mit schaft ablegt, sind in der Tabelle der oben erwähnten 25
zwei gleichaltrigen samoanischen Freundinnen. Diese fün- Mädchen zu finden. Bei den dürftigen Daten der Tabelle be-
fundzwanzigjährigen Frauen waren immer noch unverheira- findet sich die dubiose Erklärung, daß 17 Mädchen “homo-
tet – im Gegensatz zu Mead, die jedoch ihren Ehestand wäh- sexuelle Erfahrung” hätten, ohne daß genauer angegeben
rend ihres Aufenthalts in Samoa verheimlichte. Die Freun- wird, was damit gemeint ist. Im Text fehlt jegliche Beschrei-

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bung homosexuellen Verhaltens. Was dem am nächsten ten vertreten werden. Sich auf Quellen zu berufen, die von
kommt, ist die Beobachtung, daß Mädchen, wenn sie in einer anderen nicht geprüft werden können, macht es noch einfa-
Gruppe zusammenkommen, oftmals im Spiel einander an die cher, zu den gewünschten Schlußfolgerungen zu gelangen.
Genitalien fassen. Neben Angaben über homo- oder hetero- Mead brauchte nicht lange, um dieses neue Wissen zur An-
sexuelle Erfahrungen enthält die Tabelle nur Daten über die wendung zu bringen. Ein paar Jahre nach ihrem Aufenthalt in
Menstruation und den Wohnsitz. Samoa finden wir sie im Inneren von Neu-Guinea, wiederum
Mead bringt die ungezwungene Haltung und freie Moral, die mit Feldarbeit beschäftigt. Diese führte zu einem Buch mit
sie fälschlicherweise den Samoanern zuschreibt, mit dem dem Titel Sex and Temperament in Three Primitive Socie-
Fehlen von Streß und neurotischen Reaktionen in Zusam- ties.10 Diese Arbeit wurde in weiten Kreisen als endgültige
menhang, die sie angeblich bemerkt haben will. Diese nicht- Bestätigung der antidarwinistischen Theorien angesehen, die
verifizierten Behauptungen stehen in krassem Widerspruch von John Broadus Watson (1878-1958), von Boas und zu ei-
zu ihrer sehr ausführlichen Beschreibung einer Reihe fehlan- nem gewissen Grad von ihr selbst in Kindheit und Jugend in
gepaßter Personen, konstatierter Selbstmorde, Ausreißer usw. Samoa in die Welt gesetzt worden sind. Es war durchaus be-
Abgesehen vom fast vollständigen Fehlen von Quellenanga- kannt, daß es Darwin gelungen war, den Ursprung der Arten
ben ermangelt es der Doktorarbeit auch an einer Erörterung durch erhöhte Vermehrung der einer bestimmten Umwelt am
der vorausgegangenen Forschung, die normalerweise ein un- besten angepaßten Individuen zu erklären. Darwin hatte auch
verzichtbarer Teil jeder geisteswissenschaftlichen Doktorar- gezeigt, daß der erste Schritt in diesem Prozeß die Hervor-
beit ist. Sie erwähnt z.B. nicht Charles Wilkes Beobachtung bringung verschiedener Rassen beinhaltete, von denen jede in
von 1839, derzufolge “es keinen wahllosen Geschlechtsver- bestimmter Weise an die eigene Umwelt angepaßt war. Boas
kehr auf Samoa”9 gab. Der Leser verbleibt in völliger Unge- hatte öffentlich behauptet, daß dieser Mechanismus beim
wißheit darüber, welche Beobachtungen von Mead, und wel- Homo sapiens nicht wirke, außer bei einigen oberflächlichen
che aus früherer Literatur stammen. Eine Doktorarbeit mit Merkmalen wie Hautpigmentierung. Und J. B. Watson versi-
derart schwerwiegenden Mängeln wird normalerweise gar cherte, daß praktisch jedes Kind ungeachtet seiner angebore-
nicht angenommen, und die 26jährige Kandidatin Mead er- nen Fähigkeiten so aufgezogen werden könnte, daß es als
wartete kaum irgend etwas anderes. Aber das Wunder ge- Erwachsener Arzt, Rechtsanwalt, Künstler, Manager und,
schah tatsächlich. Professor Boas nahm dieses mangelhafte warum auch nicht, Bettler oder Dieb werden könnte.
Werk an, ohne irgendeine Überarbeitung zu verlangen, nein, Betrachten wir also den Inhalt von Geschlecht und Tempe-
er forderte nicht einmal die geringste Ergänzung. Die Mängel rament in drei primitiven Gesellschaften, ein Buch, das die
können seiner Aufmerksamkeit nicht entgangen sein, und Fachleute durchgehen lassen, ohne es irgendeiner echten Kri-
hätte er den Text einigermaßen kritisch gelesen, so hätten tik zu unterziehen. Das Buch beschreibt das Verhalten von
ihm die vielen Widersprüche und unfundierten Schlußfolge- Männern und Frauen bei drei primitiven Stämmen, die im In-
rungen auffallen müssen. Wir müssen annehmen, daß Boas nern von Neuguinea leben. In bezug auf einen Stamm, der
nicht von wissenschaftlichem Denken motiviert war, sondern Tschambuli genannt wird, macht Mead folgende Angaben:
vielmehr von politischer Beflissenheit. “Bis die Jungen und Mädchen der Tschambuli das Alter von
“Der hervorragendste Anthropologe Amerikas”, verbürgte sechs oder sieben erreichen, werden beide genau gleich be-
sich für Kindheit und Jugend in Samoa als einer “gründli- handelt.” Während danach “das Mädchen schnell im Hand-
chen Untersuchung”. Er versicherte, daß das Buch auf einer werk geschult und in der nüchternen verantwortungsvollen
Studie über Teenager-Mädchen in Samoa beruhte, mit der Welt der Frauen aufgenommen wird, gibt man dem Jungen
festgestellt werden sollte, in welchem Umfang soziale Ein- keine solche zweckmäßige Vorbereitung für seine späteres
stellungen auf physiologischen Verhältnissen beruhen oder Rolle.”
durch Kultur bedingt sind. Und er beteuerte, Mead habe her- Das war natürlich eine ausgezeichnete Gelegenheit, um die
ausgefunden: “die Pubertätskrise verschwindet mit der Frei- Wirkung etwaiger genetischer Unterschiede zwischen den
heit des Sexuallebens, dem Fehlen einer Großzahl wider- Geschlechtern zu erforschen, da während der wichtigen
sprüchlicher Ideale und der Betonung von Formen, die für Kindheit der Umweltfaktor für Jungen und Mädchen gleich
uns ohne Bedeutung sind.” Solche Erklärungen brachten die war. Mead selbst betont die Bedeutung dieser Zeitspanne,
meisten Anthropologen dazu, Kindheit und Jugend in Samoa wenn sie feststellt:
als sorgfältige wissenschaftliche Arbeit zu akzeptieren. Sogar “Die Unterschiede zwischen den Individuen innerhalb einer
Bronislaw Malinowski (1884-1942) sah das Buch als erst- Kultur müssen fast vollständig unterschiedlicher Konditionie-
klassiges Beispiel der beschreibenden Anthropologie an, als rung zugeschrieben werden, vor allem in der frühen Kind-
ausgezeichnete Lektüre, die außerhalb jeder Kritik stünde, heit.”
den Fachmann überzeuge und den Laien fasziniere. (Coming Mead zufolge gab es bei der Konditionierung keinen Unter-
of Age in Samoa wird an der Universität Stockholm immer schied, und die Kultur war natürlich für alle Kinder die glei-
noch als Lehrbuch verwendet.) Die Laien-Leserschaft ver- che. Dennoch stellen wir fest, daß, obwohl die Männer wie
hielt sich natürlich ebenso kurzsichtig und unkritisch wie der bei den meisten Rassen physisch stärker waren, die Arapesh
große Malinowski. Ein Verleger sah dies voraus und veröffent- vom Fischen der Frauen lebten. Die Männer durften den
lichte den billigen Mist in einer attraktiven Aufmachung. Mar- “Einkauf”, nämlich den Handel zwischen den Stämmen
garet Mead wurde berühmt. Die Kritik beschränkte sich auf durchführen.
Artikel in vereinzelten Zeitschriften mit geringer Verbreitung. “Auf fünfzig Streitereien unter Männern kommt kaum eine
Mead erhielt ihren Doktorgrad und lernte eine nützliche Lek- einzige unter Frauen. [...] stabil, beschäftigt, mächtig, mit ra-
tion: Wenn man vorgibt, Wissenschaft zu betreiben, kann sierten ungeschmückten Köpfen, sitzen sie in Gruppen und
man politischen Einfluß erlangen. Echte Wissenschaftlichkeit lachen miteinander.”
ist gar nicht notwendig. Es ist wichtiger, Meinungen zu be- Beschäftigt zu sein und zugleich mit der Gruppe zusammen
kunden, die zur rechten Zeit kommen und von den Autoritä- zu lachen, dieses Kunststück zu erleben hatte – außer Mead –

VffG · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 1 33


kaum jemand Gelegenheit. Leider wird dem Leser eine ein- stammung waren. Mit anderen Worten: sie stellten zwei ge-
gehende Beschreibung dieses seltenen Phänomens vorenthal- sonderte Unterrassen dar.
ten. Ein sorgfältige Prüfung der Beobachtungen, die Mead mit-
Die Männer waren theoretisch und rechtlich die Herrscher, teilt, enthüllt einen Teil des Mechanismus, der für die Tem-
aber emotional waren sie untergeordnet. Sie waren sichtlich peramentsunterschiede verantwortlich war. Erstens war das
fehlangepaßt, von Neurasthenien und Hysterie geplagt usw. – Gebiet der Arapesh keinen Überfällen von Kopfjägern ausge-
immer wenn es nach Mead geht. Ein besseres Beispiel für ge- setzt, da es ein ödes und unfruchtbares Bergland war, wo es
schlechtsgebundene Vererbung von Merkmalen läßt sich kaum Fisch oder Wild gab. Kein Wunder also, daß die zierli-
kaum finden. Trotz der gleichen Erziehung bis zum Alter von chen vegetarischen Einwohner ein Leben führten, das (durch
sieben Jahren gingen die Mädchen einfach in das ruhige Le- Mead) charakterisiert wird als “überwiegend mutterrechtlich,
ben eines typischen Menschen mit stabiler Gemütsverfassung beschützend, und vom Selbst weg auf die Bedürfnisse der
über. nächsten Generation hin orientiert”. Das wiederum hätte
Die Jungen waren dagegen offensichtlich der Schulung we- auch schwächeren Kindern das Überleben ermöglicht, wo-
niger zugänglich; sie lernten erst später die fehlerfreie Hand- durch der nichtaggressive unselbstsüchtige Charakter auf-
habung der großen Flöten und waren oftmals gegenüber den rechterhalten und gestärkt worden wäre.
Ranghöheren ungehorsam. Mit anderen Worten, es gibt Die Mundugumor hatten offensichtlich eine höhere Gebur-
nichts, was gegen die Möglichkeit spricht, daß ein gewisser tenrate, denn bei ihnen “überleben nur die stärksten Kinder”.
hysteroider Zug bereits im siebenjährigen Jungen angelegt Darüber hinaus ließ man nicht alle Neugeborenen am Leben.
war. Dennoch akzeptierten die Jungen offenbar ihr Leben des Es gab bei den Stammesmitgliedern eine kleine Anzahl
müßigem Herumhängens ebenso selbstverständlich wie die “wirklich schlimme Männer, die aggressiv sind und nach
Mädchen den Fleiß, nachdem sie in der Zeit zuvor ganz Macht und Prestige dürsten. Männer, die sich in bezug auf
gleich erzogen worden waren. Alle Anzeichen scheinen auf Frauen einen weit größeren Anteil verschafft hatten als ihnen
einen Fall einer geschlechtsgebundenen Vererbung zu deu- zustand” usw. All das würde natürlich die Genhäufigkeit für
ten. Da es gut belegt ist, daß der Erbgang von Farbenblind- Härte und Aggressivität erhöhen. Es war ganz natürlich, daß
heit und Hämophilie das männliche Geschlecht für diese das Überleben und die überdurchschnittliche Reproduktion
Krankheiten anfälliger macht, könnte ein hysteroides Merk- der Stärksten und gewalttätigsten in Mundugumor schließlich
mal natürlich dem gleichen Muster folgen – vor allem inner- ein Volk bewirkt hatte, das solchen Schrecken verbreitete,
halb eines kleinen Stammes mit viel Inzucht. “daß kein anderes Volk es wagen würde, [ihr Territorium] zu
Meads Schlußfolgerung war jedoch, daß sie Belege gefunden besetzen, obwohl es “ein gutes Kokosnuß- und Tabak-Land”
habe, die beweisen, daß der Temperamentsunterschied zwi- war. Wahrhaftig, sie waren auch reich, “sie haben einen
schen Männern und Frauen in der westlichen Gesellschaft Überfluß an Land, ihre Fischgewässer sind voller Fische”,
nichts anderes sei als “künstliche Standardisierung” und “so- wie uns Mead versichert. Das Mundugumor-Temperament
ziale Fiktionen, für die wir keinen Bedarf mehr haben”. war nicht immer so aggressiv gewesen, Mead fand gute Be-
Weiter bemerkte Mead, daß “die Gesellschaft” (d.h. die über- lege für einen früheren Zustand, der weniger von Gewalt ge-
lieferte Norm) verordne, daß die Männer die Frauen be- prägt war.
herrschten, daß es aber in der Praxis genau umgekehrt war. Der reine Zufall in Verbindung mit bestimmten Unterschie-
Mit anderen Worten: die Leute kümmerten sich keinen Deut den in bezug auf den Boden und die Topographie haben of-
darum, was ihnen die ‘Gesellschaft’ befohlen hat zu tun. fensichtlich genetische Unterschiede zwischen Stämmen im
Obwohl sie selbst diese starke Normabweichung beobachtet Inneren Neuguineas geschaffen, die denen ähneln, die Dar-
hat, behauptete Mead, daß es “die Gesellschaft” oder “die win bei anderen Arten auf den Galapagos-Inseln bemerkte.
Kultur” des fraglichen Stammes sei, die das Temperament Mead zog jedoch eine völlig andere Schlußfolgerung als
“aussuche”, das dadurch für das jeweilige Geschlecht typisch Darwin. Sie konstatierte:
werde. “Das gleiche Kind kann so erzogen werden, daß es ein Mit-
Die zwei anderen Stämme, die Mead in Neu-Guinea studier- glied von jeder dieser drei Gesellschaften [werden] kann.”
te, waren die Arapesh und die Mundugumor, zwischen denen Sie schenkte den offensichtlichen Unterschieden in bezug auf
sie einen bemerkenswerten Temperamentsunterschied fest- Rassemerkmalen und Ernährungsweise keine Beachtung und
stellte. Sie bemerkte auch, daß die Arapesh “zierlich, erscheint freudig überrascht, daß “zwei Völker, die so viele
schmalköpfig und nur spärlich behaart” waren, im Gegensatz wirtschaftliche und soziale Merkmale teilen, die Teil eines
zu ihren nächsten Nachbarn (und “Sprachverwandten”), die Kulturgebiets sind [...] einen solchen Kontrast in bezug auf
“untersetzt, schwerer, mit riesigen Köpfen und deutlichen Ethos und ihr soziales Erscheinungsbild aufweisen können.”
Bärten” waren. Sie folgert, daß es für die These keine Grundlage mehr gäbe,
Die Mundugumor wohnten hundert Meilen davon entfernt Eigenschaften wie Passivität, Einfühlungsvermögen und die
und sprachen eine andere Sprache. Von ihnen wird berichtet, Bereitschaft, Kinder zu hegen, seien geschlechtsgebunden.
daß der Prozentsatz an Zwillingsgeburten höher war als bei Diese Züge seien nur “als maskulines Muster in dem einem
sämtlichen anderen Stämmen Neuguineas, und daß sogar kin- Stamm angenommen” worden, während ein anderer Stamm
derlose Frauen in ein paar Wochen fast genug Milch produ- sie für alle verbiete. “Keine andere Begründung wie etwa
zieren konnten, um ein Kind aufzuziehen. Nun sind, soweit Rasse oder Ernährung oder Selektion, kann zur Erklärung”
wir wissen, Kopfgröße, Haarwuchs und Bart, die Häufigkeit der Unterschiede zwischen Arapesh und Mundugumor her-
von Zwillingsgeburten und die Fähigkeit, vor einer Schwan- angezogen werden. “Nur der Einwirkung der Gesamtkultur
gerschaft Milch zu produzieren, typische Rasseneigenschaf- auf das heranwachsende Kind können wir die Herausbildung
ten, die durch die Gene von Generation zu Generation wei- der gegensätzlichen Typen zuschreiben.”
tervererbt werden. Es besteht daher kaum ein Zweifel, daß Mead glaubte, daß es erbliche Unterschiede zwischen den
die Arapesh und die Mundugumor von unterschiedlicher Ab- Individuen gäbe, so daß die rätselhafte “Kultur” eines be-

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stimmten Stammes eine bestimmte Eigenschaft herauspicken Offenbar denkt Taylor, daß die Deutschen Moskau einge-
und alle Angehörigen nach diesem Modell neuformen könne. nommen hätten, wenn nicht der Pakt ihren Vormarsch be-
Bei einem anderen Stamm würde die “Kultur” ein anderes grenzt hätte.
Merkmal als Modell aussuchen, daher kämen die Tempera- Das tatsächliche Ergebnis des Paktes war jedoch, daß Polens
mentsunterschiede zwischen den Stämmen. Wir müssen an- Pufferfunktion im Falle eines deutschen Angriffs aufhörte.
nehmen, daß die “Kultur” eine Art deus ex machina war, die Ein Lehrstuhl in Oxford scheint einer Lizenz gleichzukom-
aus dem Nichts auftauchte und ohne jegliche Ursache einmal men, reinen Unsinn zu schreiben. Der Historiker Edward
das eine, ein anderes Mal ein anderes Modell wählte. Hallett Carr (1892-1982) schrieb bereits 1952:12
Es sollten erst einige Jahre nach dem Tod von Dr. Mead ver- “Als Gegenleistung für eine Nichtintervention sicherte sich
gehen, bevor der Neuseeländer Derek Freeman die Ergebnis- Stalin eine Verschnaufpause, in der er vor einem deutschen
se seiner vieljährigen Arbeit veröffentlichen konnte, in der er Angriff sicher war.”
die in Kindheit und Jugend in Neuguinea angegebenen Tat- Carr versichert uns, daß die “Bastion”, die mittels des Paktes
sachen und Schlußfolgerungen überprüfte. Erst dann enthüll- geschaffen war, “einzig und allein eine Verteidigungslinie
te sich, in welch gewaltigem Ausmaß Mead die Sitten des gegen einen möglichen deutschen Angriff war, und nichts
amerikanischen Samoa falsch dargestellt hatte. Aber selbst anderes sein konnte.”
wenn alle ihre Angaben über die Tatsachen richtig gewesen Dennoch gab der Pakt, Carr zufolge, Stalin einen weiteren
wären, hätte ihre Unzulänglichkeit in der wissenschaftlichen und wichtigeren Vorteil. Er garantierte, daß “wenn Sowjet-
Methodik ausreichen sollen, um zumindest ausgebildete rußland schließlich gegen Hitler kämpfen müßte, die West-
Fachleute erkennen zu lassen, daß ihre Studie nichts von dem mächte bereits [in den Krieg] verwickelt wären.” Hier über-
bewies, was sie vorgab. sieht Carr bequemerweise die Tatsache, daß beide Vertrags-
Das gleiche gilt für ihre Studie über die drei Stämme in Neu- partner notorische Vertragsbrecher waren. Keiner von ihnen
guinea, deren Tatsachenangaben noch nicht einmal heute maß der Unterschrift unter einem Stück Papier irgendeine
überprüft worden sind. Bedeutung bei. Carr wußte natürlich, daß der Pakt Hitler
Aber selbst ein mit Fachwissen ungeschulter Laie kann er- nicht daran gehindert hatte, die Sowjetunion im Juni 1941
kennen, daß sich Geschlecht und Temperament mit drei ge- anzugreifen. Wie konnte also der gleiche Pakt Hitler daran
netisch verschiedenen Stämmen mit verschiedenen Eßge- hindern, etwa im Oktober 1939 anzugreifen, als direkte Fort-
wohnheiten befaßt, die in gewissem Umfang genetische Se- setzung des Polenfeldzuges? Die Tatsache, daß er nicht so
lektion betreiben. Daher sind die typischen Temperamente handelte, beruht natürlich auf ganz anderen Motiven als der
dieser drei Stämme absolut ungeeignet, um Schlußfolgerun- Hochschätzung eines gegebenen Wortes.
gen über irgendeine “Kultur” als Kausalfaktor zu ziehen. Es Es gab auch keine Garantie (durch den Pakt), daß sich die
ist die reine Scheinheiligkeit, wenn man aus diesem Material Westmächte bereits vor einem möglichen Angriff auf die
Schlußfolgerungen über den Ursprung von typisch männ- Sowjetunion im Krieg befanden. Eine solche Garantie hätte
lichem und weiblichem Temperament in der westlichen Welt statt dessen einen sowjetischen Vertrag mit den Westmächten
ziehen will. erfordert, was Stalin aber abgelehnt hatte. Mit einem solchen
Das soziologische Establishment hat sich sicherlich selbst an Vertrag hätten deutsche Truppen sowjetisches Gebiet nicht
den Pranger gestellt, als es Kindheit und Jugend und Ge- vor Ausbruch eines deutschen Krieges gegen Polen und des-
schlecht und Temperament mehr als ein halbes Jahrhundert sen zwei Verbündete erreichen können.
lang hochgejubelt hat. Hitler hatte auf einen Pakt mit Stalin gesetzt in der Hoffnung,
dadurch die Westmächte von der Erfüllung ihrer Verpflich-
Stalin, der ‘Friedensvorkämpfer’ tung abzuschrecken, in einen Krieg auf der Seite Polens ein-
Viele Bücher über den 2. Weltkrieg beschreiben, wie Stalin zutreten. Es sah so aus, als ob diese Hoffnung einigermaßen
1939 manövrierte, um die Sowjetunion aus dem Krieg her- berechtigt war, denn letztendlich waren die Westmächte nicht
auszuhalten, dessen Ausbruch er bald erwartete. Die West- in den Krieg gezogen, als Hitler 1936 den Locarno-Vertrag
mächte billigten ihm nicht die Pufferzone zu, die er für un- brach (als er ins Rheinland einmarschierte), auch die franzö-
verzichtbar hielt. Das heißt, sie waren nicht damit einver- sische Garantie der Tschechoslowakei wurde 1938 nicht er-
standen, daß russische Truppen in die Baltischen Staaten und füllt, und nicht einmal die gemeinsame Garantie der Rumpf-
Polen gegen deren Willen einmarschierten, etwas, das Stalin Tschechoslowakei im März 1939 wurde eingehalten. Im Au-
bei den Verhandlungen mit den Westmächten im Frühsom- gust 1939 waren die Verhältnisse für die Westmächte weit
mer 1939 für einen gegen Deutschland gerichteten Vertrag weniger günstig, nachdem die Sowjetunion sowohl ihre
gefordert hatte. Nichtintervention erklärt und auch Deutschland durch ein
Die meisten etablierten Historiker argumentieren, daß Stalin großzügiges Handelsabkommen den Rücken gestärkt hatte.
keine Alternative hatte, als statt dessen einen Pakt mit Hitler Andererseits war es nicht sicher, daß Hitler gegen die West-
abzuschließen, nachdem sich die Westmächte geweigert hat- mächte in den Krieg ziehen würde, bevor er sich gegen die
ten, Stalins Invasionsplänen zur Annexion Polens und der Sowjetunion gewandt hatte. In seinem Buch Mein Kampf hat-
Baltischen Länder zuzustimmen. Zum Beispiel schrieb A.J.P. te er erklärt, daß ein Zweifrontenkrieg der sichere Weg ins
Taylor (1906-90), der bekannte englische Geschichtsprofes- Unglück sei.
sor:11 Taylor und Carr scheinen von dem Wunsch besessen zu sein,
“Es ist schwer ersichtlich, welchen anderen Kurs So- Stalin (1879-1953) im vorteilhaftesten Licht erscheinen zu
wjetrußland hätte einschlagen können.” lassen, ungeachtet aller logischen Konsequenzen. Trotz ihrer
Er denkt, daß der Ribbentrop-Pakt letztendlich antideutsch mangelhaften Beweislage haben sie “Schule gemacht”. Selbst
war: jetzt noch, nach der Jahrhundertwende, findet man Stalin als
“Er begrenzte im Kriegsfalle den deutschen Vormarsch friedliebenden Führer beschrieben, der schließlich einem
nach Osten.” Kriegstreiber zum Opfer fiel, der außerhalb seiner Einfluß-

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nahme war, nämlich Hitler. Die meisten Nachschlagwerke Idioten” etwas zum Kauen zu geben, damit ihnen die wirkli-
sind sich darüber einig, daß der Pakt auf die eine oder andere che Botschaft nicht aufging.
Weise eine Defensivmaßnahme war. Das war sicherlich ge- Ein paar Tage später brach der europäische Krieg planmäßig
nau die Auffassung, zu der Stalin seine “nützlichen Idioten” aus. Die intelligenten Leser, die im Marxismus-Leninismus
bringen wollte. geschult waren, mußten dann Stalins Politik verstehen und
Zur gleichen Zeit, als Stalin die Massen mit Propagandaphra- sich für die kommende “Sozialrevolution”, d.h. die Sowjeti-
sen abspeiste, wollte er seine intelligenten Henker über die sierung Europas, vorbereiten.
wirklichen Ziele des Paktes informieren. Er fand auch ver- Viele Historiker schreiben offensichtlich über den Pakt – so-
schieden Wege hierfür, ohne den Glauben der Idioten ins gar in den angesehensten Zeitungen – ohne die Dinge aus
Wanken zu bringen. Die Mitglieder des Politbüros konnten heutiger Sicht zu prüfen. Kein Wunder also, daß ihnen die
natürlich ohne ein Blatt vor dem Munde bei einem Geheim- vollständigere Zusammenfassung von Stalins Rede entging,
treffen informiert werden. Dieses fand am 19. August 1939 die am 8. September 1939
statt, nur vier Tage vor Unterzeichnung des Paktes. Die Pro- veröffentlicht wurde. Das geschah in der schwedischen
tokolle dieses Treffens wurden bis Anfang der 1990er Jahre Abendzeitung Svenska Pressen in Helsinki, einer Zeitung mit
geheimgehalten. Es sei also den Historikern verziehen, wenn recht beschränkter Verbreitung. Am Anfang stand eine Erklä-
sie Stalins berühmte Rede vom 19. August in den vergange- rung, daß alle hohen Kommunistenführer in Rußland und im
nen 50 Jahren nicht gelesen haben. Ausland am Tag vor Abschluß des Paktes ein Rundschreiben
Ausländische Kommunistenführer mußten über indirekte in Dialogform erhielten. Es folgten die meisten Dialoge, mit
Wege informiert werden. Einer dieser Wege lief über die Ti- einigen angezeigten Auslassungen. Die Hauptpunkte waren
mes, in der eine Notiz mit einer Zu- folgendes:
sammenfassung von Stalins Rede am Das Endziel der Komintern ist nach
26. August 1939 erschien. Einleitend wie vor das gleiche: Die Weltrevolu-
besagte die Notiz:13 tion. Alle Versuche, die Revolution
“Britische und französischen in Gang zu setzen, sind jedoch fehl-
Kommunisten haben von M. Di- geschlagen. Laut bestimmten Argu-
mitroff eine Mitteilung im Namen menten von Marx, Engels und Lenin
der Komintern erhalten. Das Do- (die in der Zeitungsnotiz ausgelassen
kument soll folgende Gründe für waren) könne ein langwieriger Krieg
den russisch-deutschen Pakt an- den Ausbruch einer Revolution be-
geben: schleunigen. Ein Pakt zwischen der
1) Angesichts der Erfahrungen der Sowjetunion und den Westmächten
letzten fünf Jahre, die zu uner- würde aber den Ausbruch eines sol-
wünschten Wahl- und sonstigen chen Krieges nicht beschleunigen,
Bündnissen mit demokratischen denn er würde Deutschland davon
und bürgerlichen Parteien geführt abhalten, sich in ein militärisches
haben, hält man eine neue Taktik Abenteuer zu stürzen. Andererseits
für notwendig. würde ein russisch-deutscher Pakt
2) Obwohl der Beitritt Rußlands (bei russischer Neutralität) es
zu der demokratischen Friedens- Deutschland ermöglichen, seine An-
front die Achse [Berlin-Rom] ge- griffspläne zu verwirklichen.
bremst hätte, hätte es eine Verlet- Um also die Weltrevolution zu be-
Stalin und Molotow in Jalta bei der Sicherung
zung kommunistischer Prinzipien der Beute des grausamsten Krieges der
schleunigen, mußte die Sowjetunion
bedeutet, die kapitalistischen Län- Menschheitsgeschichte. Deutschland unterstützen, damit die-
der zu unterstützen. ses den Krieg beginnen könne, und
3) Die Sowjetregierung und die Komintern haben daher dann darauf einwirken, daß der Krieg in die Länge gezogen
entschieden, daß es das beste sei, sich aus jeglichem Kon- würde. Als Schluß stellte die Nachricht fest, daß das Rund-
flikt herauszuhalten, sich zugleich aber zum Eingreifen be- schreiben im Kreml von Stalin und allen Mitgliedern des Po-
reitzuhalten, wenn die darin verwickelten Mächte durch litbüros von 1939 außer Chruschtschow entworfen worden
den Krieg geschwächt sind, in der Hoffnung, eine soziale sei. Sein Zweck sollte angeblich einer Unzufriedenheit bei
Revolution sicherzustellen. den kommunistischen Führern vorgreifen.14
4) Der Pakt ist ein großer diplomatischer und ideologi- Es wäre eine der wichtigsten Aufgaben der ausländischen
scher Sieg für Rußland auf Kosten der Achse. Presseattachés gewesen, den vollen Text dieser Nachricht ih-
5) Das Haupthindernis für den Abschluß einer Vereinba- rer jeweiligen Regierung zu berichten. Es scheint aber, daß
rung zwischen Frankreich, Großbritannien und Rußland dies keiner von ihnen tat.
und der Hauptanstoß für den Abschluß des jetzigen Paktes Offensichtlich fühlte Stalin, daß das alles nicht genug war.
waren die feindliche Haltung von Polen, Rumänien und der Daher gewährte er drei Monate später der Prawda ein Inter-
Balkan-Entente.” view. Der Herausgeber “fragte Genossen Stalin nach seiner
Die wirklich wichtigen Abschnitte dieser “Mitteilung” sind Meinung über den Havas-Bericht über ǥdie Rede’, die “Stalin
die Feststellung, daß die Sowjetunion die Achse gebremst vor dem Politbüro am 19. August” angeblich gemacht habe,
habe, und daß der Pakt einen Krieg erhoffen lasse, der die “in der er den Gedanken ausgedrückt habet, daß der Krieg so
Achse und die demokratischen Mächte schwächen und die lange wie möglich anhalten sollte, damit die Kriegführenden
Revolution sicherstellen würde. Der fünfte Abschnitt war erschöpft würden.” (Siehe Stalins Rede!) Die Prawda zitiert
möglicherweise hinzugefügt worden, um den “nützlichen dann Stalin wie folgt:

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1) Es könne nicht geleugnet werden, daß es Frankreich und sicher. Wenn Chamberlain aber die Überzeugung gewänne,
England waren, die Deutschland angegriffen hätten, und keine Unterstützung durch die Sowjetunion erlangen zu kön-
folglich seien diese für den gegenwärtigen Krieg verantwort- nen, hielt Hitler eine britische Untätigkeit für so gut wie ga-
lich; rantiert. Da Hitler wußte, daß Stalin den Pakt jederzeit bre-
2) daß Deutschland an Frankreich und England Friedensvor- chen konnte, wurde auch Deutschland nicht durch ihn ge-
schläge gemacht habe, die von der Sowjetunion unterstützt schützt.
worden seien, weil ein schnelles Kriegsende die Lage aller Daher mußte Hitlers Grund für den Pakt der gewesen sein,
Länder und Völker erleichtern würde; sicherzustellen, daß die Westmächte nicht eingriffen, wenn er
3) daß die herrschenden Kreise in England und Frankreich Polen angriff. Hitler basierte seine Meinung auf eine Infor-
Deutschlands Friedensangebote brüsk zurückgewiesen hät- mation über einen britischen Offizier des Generalstabs, der
ten.15 die Stärke der polnischen Armee beurteilt hatte. Der Offizier
In der enormen Literatur über den Ausbruch des Zweiten war zu der Schlußfolgerung gelangt, daß Polens Widerstand
Weltkrieges gibt es keine Erwähnung irgend eines Havas- schnell zusammenbrechen würden. Mit diesem Wissen dach-
Berichts über Stalins Rede vom 19. August. Möglicherweise te Hitler, der britische Generalstab würde der Regierung
hat der Bericht überhaupt nie existiert. empfehlen, sich nicht in einen Krieg ohne jegliche Erfolgs-
Das Prawda-Interview wurde am 30. November 1939 veröf- aussicht einzulassen.17 Selbst als die Westmächte den Krieg
fentlicht, genau an dem Tag, als die Sowjetunion einen direk- erklärten, tröstete Hitler sich und seine Umgebung damit, daß
ten Eroberungskrieg gegen Finnland begann. “England und Frankreich offensichtlich nur zum Anschein
Wer den Marxismus-Leninismus studiert hatte, wußte sicher- Krieg erklärt hätten, um nicht vor der Welt das Gesicht zu
lich, daß eine “Erleichterung der Lage für alle Länder” nicht verlieren.”
im geringsten eine Weltrevolution fördern würde. Und jedem Stalin wußte andererseits, daß der deutsche Angriff auf Polen
Leser der Prawda würde auch klar sein, daß Stalin, wenn er der Auslöser für den Krieg würde, den er brauchte, und er
am 19. August 1939 über “den Krieg” gesprochen hatte, ei- sagte sogar zu Ribbentrop:18
nen erwarteten oder geplanten Krieg gemeint hätte, nicht aber “England würde stark und hartnäckig Krieg führen.”
einen “gegenwärtigen Krieg”. Der Weg zum Krieg war erst Sein Wissen entsprang natürlich der Tatsache, daß er Agen-
am 23. August geebnet (durch den Pakt), und Hitler beschritt ten in den höchsten Kreisen der britischen Regierung hatte,
ihn am 1. September. z.B. Blunt, Burgess, McLean und Philby, um die zu nennen,
Stalins wirkliche Haltung zum Krieg sollte sich aus der Art die entlarvt wurden.
ergeben, in der er Worte in Taten umsetzte an genau dem Hitler macht in diesen Augusttagen kein Geheimnis daraus,
Tag, als das Interview veröffentlicht wurde. Die “Eingeweih- daß er es eilig hatte, zu einer Übereinkunft mit der Sowjet-
ten” waren also hinreichend informiert, daß Stalin den Pakt union zu kommen. Es war ersichtlich, daß er es nicht wagte,
geschlossen hatte, um einen Krieg mit Aussicht auf eine Er- seinen polnischen Feldzug ohne einen Beweis für Stalins
schöpfung der Kriegführenden zu ermöglichen. Das Datum Neutralität zu beginnen. In wenigen Wochen würde der
der Veröffentlichung sollte bestätigen, daß die Friedensphra- Herbstregen beginnen und den Feldzug unmöglich machen.
sen nur der Tarnung dienen sollten. Fassen wir also zusammen: Stalin erkannte, daß es ohne ei-
Daß Historiker und Kreml-Fachleute einen Artikel aus der nen Pakt mit Deutschland keinerlei Angriff auf Polen und
Svenska Pressen nicht kennen, mag entschuldbar sein. Er damit keinen Krieg zwischen Deutschland und den West-
wurde erneut (in englischer Übersetzung) erst 1984 veröf- mächten geben würde. Durch eine Übereinkunft mit Hitler
fentlicht.16 konnte er den europäischen Krieg bekommen, von dem er
Es ist jedoch, gelinde gesagt, bemerkenswert, ein Prawda- seit 1925 ständig gesprochen hatte als von etwas, das “die re-
Interview zu übersehen. volutionären Kämpfe des Proletariats beschleunigen und er-
Jeder gewissenhafte Historiker weiß bestimmt, daß sich we- leichtern” würde.19 Hier lag Stalins Motiv für einen Pakt mit
der Stalin noch Hitler an Verträge oder andere Verpflichtun- seinem Erzfeind Hitler – dem er nicht im mindesten trauen
gen gebunden fühlten. Alle akzeptieren, daß zumindest Hitler konnte.
an den Pakt in der Absicht heranging, ihn bei der ersten be- Die oben aufgezeigte Argumentation wird in dem Buch The
sten Gelegenheit zu brechen. Dennoch hängen sie sich an die Incompatible Allies (New York, 1953) von dem deutschen
Idee, daß Hitler vom Ribbentrop-Pakt davon abgehalten wur- Diplomaten Gustav Hilger und einem gewissen Alfred G.
de, diesen genau 22 Monate lang nicht zu brechen. Was, Meyer dargelegt. Sie schlußfolgern jedoch, daß Stalin den
wenn sich schon nach 22 Tagen eine passende Gelegenheit Krieg nur deshalb provozierte, um wertvolle Zeit für eine
für Hitler geboten hätte? Sicherlich hätte Hitler die Sowjet- Wiederaufrüstung20 zu gewinnen (womit gemeint ist: um sei-
union jederzeit zwischen Oktober 1939 und Juni 1941 angrei- ne Rüstung vor einem deutschen Angriff fertigzustellen.) Hil-
fen können, wenn er es für zweckdienlich angesehen hätte – ger und Meyer berücksichtigen nicht die Tatsache, daß Hitler
Pakt hin oder her. Es ist offensichtlich, daß sich die strategi- nicht die Sowjetunion angreifen konnte, ohne vorher Polen
sche Möglichkeit für einen Angriff nicht vor Mai 1941 bot. zu erobern. Und der Pakt war eine Voraussetzung für die Er-
Der Pakt beschützte die Sowjetunion nicht im geringsten. oberung Polens!
In seinem Buch Mein Kampf machte Hitler es klar, daß er ei- Neuere Autoren wie Geoffrey Roberts und Gabriel Goro-
nen Zweifrontenkrieg als Unglück für Deutschland ansah. detsky, lassen in ihren Büchern über Stalin noch viel mehr
Ein Angriff auf Polen im August 1939 beinhaltete das Risiko unberücksichtigt. In The Soviet Union and the Origins of the
eines Zweifrontenkrieges. Die Westmächte hatten verspro- Second World War (1995) und Grand Delusion: Stalin and
chen, wegen Polen im Falle eines deutschen Angriffs in den the German Invasion of Russia (1999) wird Stalins Rede vom
Krieg zu ziehen. In einem Gespräch am 14. August 1939 mit 19. August 1939 nicht erwähnt und es gibt keine Erörterung
General von Brauchitsch erwartet Hitler, daß Großbritannien über den Wert des Paktes zwischen zwei notorisch nicht ver-
nicht für Polen kämpfen würde, aber er war sich nicht ganz trauenswürdigen Personen.

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Tatsächlich haben es die meisten Historiker versäumt, die lo- “[Das] vitale Bedürfnis [der Sowjets] war, den Aufmarsch
gische Schlußfolgerung zu ziehen: daß Stalin den Pakt als der deutschen Armeen so weit westlich wie möglich zu hal-
Mittel zum Beginn eines Weltkrieges benutzt hat. Roberts ten, um den Russen mehr Zeit zur Sammlung ihrer Kräfte
und Gorodetsky hatten Gelegenheit, Stalins eigene unverhüll- aus allen Teilen ihres immensen Reiches zu geben. [...] Sie
te Worte zu lesen. Andere Historiker hatten Zugang zu seinen mußten mit Macht oder List die Baltischen Staaten und ei-
verschleierten Äußerungen in der Prawda und der Times. nen Großteil Polens einnehmen, bevor sie angegriffen wur-
Und jedermann konnte nachschlagen, was eingeweihte Per- den. Sie betrieben eine kaltblütige Politik, die zugleich in
sonen über Stalins Absichten damals dachten. Außenminister hohem Maß realistisch war.”
von Ribbentrop, Botschafter Sir Neville Henderson und Sta- Selbst wenn das von Churchill stammt, so ist das doch ein
lins Biograph Boris Souvarine äußerten ihre Meinung in glei- bißchen zu naiv. “Die Russen” betrieben, wie man wohl
cher Richtung wie Stalin in seiner Rede. Bereits im Septem- weiß, keinerlei Politik, weder eine realistische noch eine an-
ber 1936 sagte der französische General Schweisguth voraus, dere. Die Politik wurde allein von dem Autokraten Stalin
daß Stalin darauf abziele, einen brutalen Krieg zu entfachen, ausgeführt, und er konnte sich bereits auf eine starke Vertei-
in den die Sowjetunion erst dann eintreten würde, wenn die digungsfront stützen. Jeder Historiker sollte in der Lage sein
anfänglichen Kriegsparteien erschöpft wären. zu erkennen, wie unzweckmäßig unter diesen Umständen die
Eine gewichtige Bestätigung ergab sich 1951, als der abge- Besetzung von Estland und Lettland war. Eine Zwangsbeset-
sprungene Sowjetoberst Grigori Tokajew sein Buch Stalin zung erfordert militärische Ressourcen, die damit aufgesplit-
Means War (Stalin bedeutet Krieg) veröffentlichte. In diesem tert werden. Stalins Politik führte auch zum Verlust einer
Buch bezeugte Tokajew, was ihm an der Militärakademie Reihe möglicher Verbündeter in einem möglichen Defensiv-
1939 und später beigebracht worden ist. Eine dieser Vorle- krieg gegen Deutschland: Finnland, die Baltischen Staaten,
sungen beschäftigte sich mit nur einem Thema – die UdSSR Polen und Rumänien.
sollte England und Frankreich dazu bringen, Deutschland auf Dennoch sind unbesonnene Erklärungen dieser Art in einem
Leben und Tod zu bekriegen, und, zugleich Deutschland da- Buch um das andere zu sehen. Dazu mag auch der Nürnber-
zu bringen, England und Frankreich auf Leben und Tod zu ger Prozeß beigetragen haben, der bestimmte Auffassungen
bekriegen.21 In bezug auf den Pakt erwähnt Tokajew, was er über den Krieg als “politisch korrekt” kanonisiert hat. Darun-
von einer authentischen Quelle zwei Tage nach seiner Ratifi- ter war das Dogma, daß nur die Deutschen und die Japaner
zierung erfuhr: Kriegsverbrechen begangen hatten. Als Folge wird es Hitler
“Im Kreml war man sich zur Zeit, als die Übereinkunft un- als Verbrechen angerechnet, daß er 1943 nicht kapituliert hat,
terzeichnet wurde, voll und ganz klar, daß Deutschland womit er ein paar Millionen Deutschen das Leben hätte retten
binnen weniger Tage in Polen einmarschieren würde.” können. Zugleich wird es Stalin positiv angerechnet, daß er
Tokajews Meinung zufolge verstand Stalin ganz genau, daß 1941 nicht kapituliert hat, als er Millionen Leben seiner Un-
er der Menschheit unvermeidlich einen Zweiten Weltkrieg tertanen hätte bewahren können. Statt dessen kämpfte er wei-
auferlegte, als er Hitler seine Angst vor einem Zweifronten- ter, bis er Osteuropa erobert hatte, was den Verlust von noch
krieg nahm.22 mehr Menschenleben bedeutete. Diese Verluste waren be-
Es ist offensichtlich, daß es für jedermann, der die Motive sonders in den letzten Monaten hoch. (Das Endergebnis wa-
von Stalin und die Ursachen des Zweiten Weltkrieges erfor- ren etwa 27 Millionen Tote, wie sich aus den Zählungen vor
schen wollte, entscheidende Hinweise gab. Seit den letzten und nach dem Krieg ergibt, wobei allerdings Millionen Tote
paar Jahren ist sogar Stalins Rede vom 19. August 1939 er- in Konzentrationslagern eingerechnet sind.)
hältlich. Jeder seriöse Historiker, der über Stalin schreibt, Autoritätsglaube und Gruppendruck scheinen in der Lage zu
sollte natürlich mit ihr vertraut sein. Statt dessen scheint es sein, die meisten akademischen Historiker die Regeln verges-
bei den Berufshistorikern einen ideologischen Widerstand zu sen zu lassen, die ihnen bei ihrer Universitätsausbildung bei-
geben, Stalin als Anstifter des Zweiten Weltkrieges zu er- gebracht wurden, ja, daß sie sogar den gesunden Menschen-
kennen. Die allgemeine Öffentlichkeit befindet sich in glück- verstand ignorieren.
seliger Unwissenheit über die Tatsache, daß der einzige In scharfem Gegensatz hierzu glänzt der mit dieser Fest-
Nutznießer des Krieges auch genau die Person war, die ihn schrift Geehrte, Dr. Robert Faurisson.
angeheizt hat, der ehemalige Bankräuber Josef Wissariono-
witsch Dschugaschwili alias Stalin. Statt dessen sehen viele Anmerkungen
Leute Stalin immer noch als den friedliebenden Verteidiger Aus dem Englischen übersetzt von Patricia Willms.
des russischen Volkes. 1
Raul Hilberg, The Destruction of the European Jews, 3 Bde., Holmes &
Churchill und Roosevelt kommt ein Großteil der Verantwor- Meier, New York 1985.
2
tung für diesen Stand der Dinge zu. Sie traten schon als ton- C.O. Nordling, Revue d’Histoire révisionniste (RHR) 2 (1990), S. 50-64;
Engl.: Journal of Historical Review 10(2) (1990), S. 195-209; auch: VffG
angebende Autoritäten auf, als sie Polen dazu ermunterten, 1(4) (1997), S. 248-251; ders., VffG 1(4) (1997), S. 251-254.
seine deutsche Minderheit zu verfolgen und Deutschland jeg- 3
www.crystalinks.com/ bigbang.html
liche Verhandlungen hierüber zu verweigern. Sobald sich die 4
Hannes Alfvén, “Has the universe an origin?,” Trita-EPP, 1988, 07, S. 6
5
Sowjetunion der Kriegführung gegen die Achsenmächte an- F. Duccio Macchetto und Mark Dickinson, “Galaxies in the Young Uni-
schloß, gaben sich die beiden westlichen Staatsführer viel verse,” Scientific American, Bd. 276, S. 66.
6
Margaret Mead, Coming of Age in Samoa, 1928.dt.: Kindheit und Jugend
Mühe, um Stalin im besten Licht erscheinen zu lassen. Das in Samoa, = Bd. 1 von Leben in der Südsee, München 1965
ging sogar soweit, daß sie – wider besseres Wissen – Stalins 7
Derek Freeman, Liebe ohne Aggressionen, München 1983 (Kindler).
8
Version des Katyn-Massakers als einem Massenmord der www.usps.com/images/stamps/98/mmead.jpg
9
Deutschen übernahmen. Als der Krieg vorüber war, hatte sich Derek Freeman, aaO. (Anm. 7), S. 227.
10
Margaret Mead, Sex and Temperament in Three Primitive Societies, Lon-
diese einseitige Haltung auf die meisten Historiker übertragen. don 1935. – dt.: Leben in der Südsee, Bd. 3: Geschlecht und Tempera-
Die Einschätzung, die Churchill 1948 veröffentlichte, rief ment in drei primitiven Gesellschaften, München 1965 = Jugend und Se-
keine Kritik hervor. Er hatte geschrieben:23 xualität in primitiven Gesellschaften, München 1970

38 VffG · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 1


11 17
A.J.P. Taylor, The Origins of the Second World War, London 1961, S. Albert Speer, Erinnerungen, Frankfurt 1969, S. 179.
18
262f. Adam B. Ulam, Expansion and Coexistence, New York, S. 277.
12 19
Edward H. Carr, German-Soviet Relations between the Two World Wars, Iosif Stalin, The Essential Stalin: Major Theoretical Writings 1905-52,
1919-1939, Oxford 1952, S. 136. London 1973, S. 93.
13 20
The Times, Aug. 26, 1939, S. 9. Gustav Hilger, Alfred Meyer, The Incompatible Allies, New York 1953,
14
Svenska Pressen, Helsinki, Sept. 8, 1939, S. 4. S. 307.
15 21
Pravda, Nov. 30, 1939. Grigory Tokaev, Stalin Means War, London 1951, S. 72.
16 22
Contributions to Soviet and East European Research, Bd. 11, Nr.. 1, S. Ebd., S. 30.
23
103-5. Winston Churchill, The Second World War, Teil I, London 1948, S. 306f.

Revisionismus in Karikaturen
Von Germar Rudolf
In all den Jahren, während der ich mit Robert
Faurisson zusammen an verschiedenen Ver-
öffentlichungen arbeitete, von meinem ersten
Zusammentreffen mit ihm in Vichy im Spät- Aber ich habe ein Detail dieser
herbst 1991 bis zum heutigen Tage, habe ich These nachgeprüft, nämlich die
immer Robert Faurissons milden und manch- Ventilation von Zyklon B. Hier ist,
mal sarkastischen Humor gespürt. Er schickte was praktisch alle Zeugen sagten:
mir oft Karikaturen, die von einigen seiner
Freunde und Anhänger gezeichnet worden
waren. Karikaturen können ein Problem auf
das Wesentliche vereinfachen und es dadurch Die Opfer wurden in die Gaskammern
sehr leicht verständlich machen, etwas was gedrängt.
Robert Faurisson aufs Höchste bewundert.
Die Geschichte der Karikaturen, die über Dr.
Faurissons Karriere als einflußreichsten Re-
visionisten der Welt gezeichnet wurden, ist
gleichzeitig eine Darstellung des wachsenden
Erfolges des Revisionismus wie auch eine
Beschreibung seiner zunehmenden Verfol-
gung. Sie zeigen aber auch die politische Di-
mension des Revisionismus. Hier folgt eine
kleine Sammlung solcher Karikaturen mit ei-
nigen Kommentaren über deren Geschichte
und Hintergrund. Die Tür wurde geschlossen und Es schloß sich eine Wartezeit von ei-
Die erste Serie von Karikaturen, die hier re- Zyklon B wurde eingeführt. nigen Minuten an.
produziert wird, betrifft Robert Faurissons
erste und wichtigste Stellungnahme über, wie
er es ausdrückte,1 die physische Unbegreif-
lichkeit der Gaskammern, wie sie von vielen
Augenzeugen beschrieben wurden.2 Sie zeigt,
wie ‘Augenzeugen’ wie etwa der SS-Mann
Richard Böck die angeblichen Menschenver-
gasungen in den sogenannten Bunkern in Au-
schwitz-Birkenau beschrieben haben.3 Ob-
gleich Robert Faurisson für diese Vereinfa-
chung von Freund und Feind kritisiert wurde,
sind die Tatsachen, wie sie die Karikatur
zeigt, im Prinzip richtig. Und als die Tür geöffnet wurde “fielen DAS IST UNMÖGLICH!
die zuckenden Opfer in unsere Ar-
Die nächste Karikatur (umseitig links oben) Alle wären tot! Ein mit Zyklon B-Gas
me…”; “fünf Minuten später wurden gefüllter Raum muß über Stunden ge-
bezieht sich auf Tschernobyl vom Jahr 1986, die Leichen entfernt.”
zu eine Zeit, als der erste Zündel-Prozeß in lüftet werden (der Hersteller empfiehlt
Kanada eine enorme Wirkung hatte – u. a. 20 Stunden!)… sogar mit Gasmasken
wäre das Betreten unmöglich. Mache
weil Ernst Zündel dem Rat Robert Faurissons
es wie ich, informiere dich selbst!
folgte, wie sein Prozeß zu führen sei – so daß
Das ist die Presse. 40 Jahre Information über den Holocaust, und nicht
die Holocaust-Lobby begriff, daß der Revi-
ein einziger Journalist hat einen Gasexperten interviewt. Kaufe keine Zei-
sionismus unkontrollierbar und gefährlich für tungen, lies Romane!
sie wurde.

VffG · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 1 39


Nachdem sie erkannten, daß es keinen physischen Beweis für Report verfaßt wurde, und zwar auf die Initiative von Robert
die Existenz von Menschengaskammern im Dritten Reich Faurisson. Dieses Gutachten veranlaßte anschließend weitere
gab – Faurissons wichtigste These –, kam die Holocaust- forensische Untersuchungen, die dem Gaskammer-Mythos
Lobby mit allen möglichen ‘kriminellen Spuren’ an, um zu die letzte Glaubwürdigkeit nahmen.
beweisen, daß Faurisson nicht recht habe,4 obgleich sich die- Es gab natürlich auch andere Karikaturen, die in einer Atmo-
se ‘kriminellen Spuren’ immer als Schwindel erwiesen, wenn sphäre des scheinbaren revisionistischen Erfolges gezeichnet
man sie näher betrachtete:5 wurden und die von einer radikalen Haltung geprägt sind,
Stellen Sie sich ei- wie man sie bei Konvertiten häufig findet. Nicht alle sind je-
nen Raum mit höl- dermanns Geschmack, aber eine rauhe Art von Humor wird
zernen Türen, mit nicht vom Gesetz bestraft, zumindest nicht in den USA. An-
Filzdichtungen, mit derswo ist es vielleicht anders, insbesondere in Österreich
einem Lüftungssy- und Deutschland.
stem und vielleicht
sogar mit irgendei-
nem Rohr vor,
welches in den
Raum hineinragt:
wäre dies ein Be-
weis dafür, daß der
Raum einst eine
Gaskammer war?
Denn das ist die
Art von Beweisen,
welche die Holo-
caust-Lobby uns
präsentiert. Und
wenn so etwas ein
Beweis ist, nun,
dann sehen Sie sich
in irgendeinem öf-
fentlichen Gebäude Jüdische Seifenoper “Zeige mir oder zeichne mir eine
der Welt um: Alle haben Türen mit Filz- oder Gummidich- Gaskammer”
tungen, ein Lüftungssystem und sicherlich auch einige Roh- Die meisten revisionistischen Leser werden mit den Themen,
re, die in jeden Raum hineinführen. Nun stellen Sie sich bitte die hier behandelt werden, vertraut sein. Da ist zunächst die
vor, daß irgendeines dieser Gebäude nach einem verlorenen Geschichte von der Seife, die aus dem Fett jüdischer Leichen
Krieg verlassen wurde und nun teilweise abgebrochen bzw. hergestellt worden sein soll, was heute allgemein als Greuel-
heruntergekommen ist: wäre da nicht eine Menge Beweise zu propaganda angesehen wird.6 In der nächsten Karikatur wer-
finden, daß irgendein den Behauptungen über verschiedene medizinische Experi-
Raum in einem solchen mente besonders in Auschwitz auf den Arm genommen, wo-
Gebäude tatsächlich ei- bei abscheuliche und völlig unsinnige chirurgische Operatio-
ne Gaskammer war, in nen von vollkommen unglaubwürdigen Zeugen berichtet
welcher die Regierun- wurden. Die letzte dieser humoristischen Gruppe widmet sich
gen einer x-beliebigen Robert Faurissons Herausforderung: “Zeige mir oder zeichne
Nation regelmäßig ihre mir eine Nazi-Gaskammer”, das heißt eine Gaskammer, die
Bürger vergaste? speziell für den chemischen Massenmord von Menschen
Die beiden nächsten konstruiert wurde und welche einen solchen Massenmord
Karikaturen beschrei- entsprechend den Zeugenaussagen auch ausführen konnte.
ben die Situation vor Da bis heute niemand fähig war, diese Herausforderung zu
und nach dem zweiten erfüllen, machte sich Ditlieb Felderer, der Revisionist mit
Zündel-Prozeß im Jahr dem wahrscheinlich gröbsten Humor, über das ganze Thema
1988, als der Leuchter lustig.

40 VffG · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 1


Das Land
der Freiheit

Auschwitz – Die Endlösung für nicht-


jüdisches Geld
Das Revisionisten-Buch Da kommt Faurisson! te ein solches Gesetz 1995 ein –, setzten jü-
In den frühen 1990er Jahren jedoch sahen sich die Behörden dische Organisationen zunächst die Schweiz (1996), und
der verschiedenen westlichen Länder ‘verpflichtet’, die Wis- dann viele andere Länder Europas unter massiven Druck,
senschaftfreiheit zu unterdrücken, die Redefreiheit aufzuhe- Milliarden von Dollar für angebliche Missetaten zu zahlen,
ben und die Freiheit zu erdrosseln. Die Einführung spezieller die einige Bürger dieser Länder sechzig Jahre vorher verbro-
Zensurgesetze in Frankreich – auch Lex Faurissonia genannt chen oder auch nicht verbrochen hatten. Obwohl der Revi-
–, in Deutschland, Österreich, Belgien, Spanien, der Schweiz sionismus zur Selbstverteidigung dieser Länder bitter benö-
und anderen Ländern ist das Thema der folgenden Karikatu- tigt wurde, hatten diese sich gerade rechtlich selbst verstüm-
ren. Einige enthüllen diese Maßnahmen als das, was sie sind: melt, indem sie ihre Historiker zur totalen Unterwerfung
im allgemeinen vergleichbar mit der mittelalterlichen Unter- zwangen, was den meisten Historikern angesichts ihrer un-
drückung des logischen Denkens – während andere Karikatu- glaublichen Unterwürfigkeit und Rückgratlosigkeit leider
ren jene Person ehren, die der Grund dafür ist, daß die Be- nicht sehr schwer fiel. So wurden die Schleusentore für ein
hörden so in Panik gerieten, daß er für sie zu einem Synonym Multi-Milliarden-Dollar Shoa-Business weit geöffnet.
für Schwierigkeiten wurde.
1996 brach der “Skandal Roger
Garaudy/Abbé Pierre” in Frank-
reich aus. Garaudy, eine Ikone
von Frankreichs politischer Lin-
ken, und Abbé Pierre, sozusagen
Frankreichs Vater Theresa, spra-
chen sich unerwarteterweise für
den Revisionismus aus.7 Obgleich
die Obrigkeit alles versuchte, um
das dadurch entstandene revisioni-
stische Inferno auszulöschen,
nützte das nichts: Bis zum heutigen
Tag hält Roger Garaudy an seinen
revisionistischen Ansichten fest, die hauptsächlich von Fauris-
sons Arbeit inspiriert wurden (obgleich Garaudy dies in seinem Deutsche Historiker
Buch nicht erwähnt, das den ganzen ‘Skandal’ auslöste.8) Der britische Historiker David Irving, durch den zweiten
Nachdem viele Ländern in den frühen 1990er Jahren drasti- Zündel-Prozeß und den Leuchter Report magisch zum Revi-
sche Zensurgesetze eingeführt hatten, die im Prinzip die Kri- sionismus hingezogen, gab dem Revisionismus einen etwas
tik an vielen jüdischen Aktivitäten verbot – die Schweiz führ- tolpatschigen Auftrieb, indem er im Jahr 2000 in London ei-
nen Prozeß führte.9 Obwohl der Prozeß als solcher nicht als
revisionistisch bezeichnet werden kann, denn Irving selbst ist
kein Experte auf diesem Gebiet, lenkte er trotzdem die welt-
weite Aufmerksamkeit auf die ‘seltsame’ Tatsache, daß jener
Leichenkeller in Auschwitz, der angeblich sehr intensiv als
menschliches Schlachthaus benutzt worden sein soll, keine
jener Löcher in der Decke aufwies, die laut Zeugen und or-
thodoxen HistorikernF David Irving sich beharrlich weigerte,
benutzt worden sein sollen, um Zyklon B in die Kammer zu
schütten.10

VffG · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 1 41


den Ereignissen des ‘11.9.’ verhindert, der ei-
ne Mobilisierung für einen ‘Krieg gegen Ter-
ror’ gegen alle Nationen ermöglichte, die zu-
fälligerweise eine Bedrohung für Israel dar-
stellen. Seitdem stehen endlose Mengen an
Geld und Waffen zur Verfügung, und Solda-
ten marschieren zu den Trommeln von Ame-
rikas auserwählten ‘Neo-Cons’. Dies wird
begleitet von der unbegrenzten moralischen
Unterstützung aller westlichen Nationen –
oder wenigstens ihrer einflußreichsten Lob-
bygruppe –, denn nach dem Holocaust ver-
dienen die Juden unsere bedingungslose Un-
terstützung. Nie sollten sie kritisiert werden,
und sie können sich alles erlauben, denn ver-
glichen mit Hitler und seinen Gaskammern
sehen sogar die heutigen Soldaten Israels wie
Dieses ist das Abbild einer Menschen- Jungfrauen aus, oder etwa nicht?
gaskammer. Wenn Sie die Kammer Parallel zur politischen und psychologischen
nicht sehen können, so beweist das,
daß Sie ein Antisemit sind! Besetzung der westlichen Welt durch die jü-
dische Lobby mit ihrer Technik der Gehirn-
Während dieses Prozesses wurden viele andere revisionisti- wäsche mittels der ‘Holocaust’-Droge wurden
sche Argumente an die Öffentlichkeit gebracht, so zum Bei- die Zensurmaßnahmen in vielen Staaten verschärft. Diese
spiel die Widerlegung jener unfaßlichen ‘kriminellen Spu- Verschärfung erfolgte durch vermehrte Verfolgungen von
ren’, die die Menschenvergasungen angeblich beweisen. Ein ‘Gedankenverbrechern’, durch Strafgesetze oder – wo das
Beispiel sind die einfachen hölzernen Türen, die im Lager verfassungswidrig war – durch die Einrichtung von ‘Men-
Auschwitz gefunden wurden und die angeblich als Türen für schenrechtskommissionen’, deren Aufgabe es ist, die Men-
die Menschengaskammern dienten, wo Hunderte von Opfern schenrechte derjenigen einzuschränken, die etwas sagen, was
auf einmal getötet worden sein sollen,
obgleich solche Türen nie dem Druck
hätten standhalten können, den eine in
Panik geratene Menschenmenge dage-
gen ausgeübt hätte.11 Weil David Irving
sich beharrlich weigerte, solche ‘Indizi-
en’ als Beweise zu akzeptieren, be-
schloß das Londoner Gericht, daß Da-
vid Irving ein böser Antisemit sein
muß, weil er die Gaskammer in Au-
schwitz nicht sah…
Die ultimative Machtprobe der Holo-
caust-Mafia begann 2000/2001, als Is-
rael sich aus dem südlichen Libanon
zurückziehen mußte und sich einer mi-
litärischen Katastrophe gegenüber sah.
Wie wir alle wissen, wurde diese von

42 VffG · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 1


einflußreiche Gruppen hassen. So ent- “Wir alle wissen, wo Ideologien en-
stand eine neue Definition des Haß- den, die behaupten, daß die Men-
verbrechens: Ein Haßverbrechen ist schen nicht gleich sind: sie enden in
eine ansonsten nicht gesetzwidrige den Gaskammern von Auschwitz.”
Tat, die von einer mächtigen Person Obgleich egalitäre (linke) Ideologen
oder Gruppierung gehaßt wird. In un- sich normalerweise dem internationa-
serem spezifischen Fall kann hinzuge- len Kapitalismus entgegensetzen, be-
fügt werden, daß derjenige ein Anti- günstigen sich beide Ideologien in
semit ist, der von den Juden gehaßt dieser Hinsicht effektiv gegenseitig,
wird. Natürlich müssen wir vorsichtig weil das Ziel beider Ideologien die
sein und Klischees vermeiden, wie Vernichtung gewisser kultureller und
z.B. das vom ‘ewigen Juden’. Und in ethnischer Gruppen ist – Identität ge-
der Tat fördern nicht alle Juden den gen Gleichheit. Linke Ideologien sind
Holocaust-Mythos. zudem gewöhnlich gegen altruistische
Ich teile die Gruppen, welche massiv Werte, die ein Gefühl der Gruppeni-
Vorteile vom Holocaust-Mythos haben, in drei Gruppen ein: dentität mit einer definierten Gruppe und ein selbstaufop-
a) Zionisten. Diese Gruppe umfassen die meisten, aber nicht ferndes Verhalten zugunsten dieser Gruppe (und auf diese
alle Juden, aber auch viele Christen, die eine irrationale Be- Weise wenigstens indirekt zu Ungunsten andere Gruppen)
wunderung für Juden als Gottes auserwähltes Volk haben. Es voraussetzen. Der internationale Kapitalismus teilt diese
gibt sicherlich mehr christliche Zionisten in der Welt als jüdi- Tendenz, Identitäten und alle Bindungen zu identifizierbaren
sche Zionisten, obgleich Christen normalerweise nicht so fa- Völkern zu zerstören, weil ein Kunde ohne Identität, der nur
natisch sind wie Juden. Es ist offensichtlich, warum Zioni- egoistische, materialistische und hedonistische ‘Werte’ und
sten vom Holocaust-Mythos Vorteile haben, denn es gibt den keine selbstlosen Ideale besitzt, sehr leicht manipuliert werden
Juden eine Aura, moralisch unangreifbar zu sein, was eine und zu einem lemminghaften Benehmen gedrillt werden kann,
wichtige Position ist, um andere Gruppen zu kontrollieren. womit er leichte Beute jeglicher Reklamekampagnen wird.
Und schließlich sind die meisten christlichen Zionisten des- Bevölkerungsstatistiken zeigen, daß die ursprünglichen Be-
halb Zionisten, weil sie an den Holocaust glauben. Dieser völkerungsgruppen Europas zusammenbrechen als Ergebnis
macht die Juden selbst sowie den modernen Staat Israel mit einer vergnügungssüchtigen Epidemie, die diesen Kontinent
ihnen zu religiösen Ikonen. mit einer Intensität überflutet, welche parallel läuft zur Inten-
b) Der internationale Kapitalismus hat ein Interesse, nationa- sität der Holocaust-Propaganda. In hundert Jahren wird Eu-
le Grenzen aufzubrechen, und zwar sowohl poli- ropa von seinen ursprünglichen Bewohnern entvölkert sein,
tisch/finanziell wie auch kulturell/ethnisch, denn der Profit ersetzt hauptsächlich von Fremden aus Kleinasien und Afri-
eines jeden Kapitalisten nimmt zu, wenn er die gleichen Pro- ka. Nordamerika sieht sich einer ähnlichen Situation konfron-
dukte frei überall in der Welt verkaufen kann. Der Holocaust tiert, aber das könnte dort auch lediglich als eine ‘Rückerobe-
wird normalerweise dargestellt als das logische Endergebnis rung’ hauptsächlich durch mexikanische Mestizen angesehen
rechtsextremer Ideologien (wie z.B. des Nationalsozialis- werden.
mus), als Endergebnis von Nationalismus und ethnischer Ex- Der internationale Kapitalismus wird die Welt an den Rand
klusivität. Der Holocaust-Mythos ist daher die perfekte Waf- eines weltweiten wirtschaftlichen Zusammenbruchs bringen
fe im Kampf gegen jede Form von nationaler (sprich: – und bald darüber hinaus –, hauptsächlich angetrieben durch
“rechtsextremer”) Unabhängigkeit, Autarkie und Protektio- eine progressive Umverteilung des Reichtums von Armen zu
nismus sowie jeglicher kulturellen und ethnischen Identität Reichen, verursacht von einem Finanzsystem, das auf öffent-
und Exklusivität. licher Verschuldung und Zinseszinsen beruht. Soziale Unru-
c) Alle egalitäre Ideologen haben im Holocaust-Mythos eine hen, vielleicht sogar Revolutionen, sind auf lange Sicht un-
Wunderwaffe, weil er der endgültige ‘Beweis’ für das abso- vermeidlich. Ein Ausweg scheint unmöglich, denn er ver-
lute Böse jeder Ideologie ist, die zwischen Menschengruppen langt radikal ‘neue’ finanzielle Konzepte, welche schon frü-
unterscheidet. Mit dem Holocaust als Argument kann jeder, her erfolgreich getestet wurden vom… unsagbaren Regime,
der keine egalitären Ansichten hegt, leicht zum Schweigen von dem behauptet wird, es habe die ‘Gaskammern’ erfun-
gebracht werden, indem man ihn mit den Gaskammern in Zu- den. So halte also jedermann die Schnauze und renne weiter-
sammenhang bringt: hin auf den Abgrund zu!
Germar Rudolf, deutscher Staatsangehöriger, geboren 1964 in Limburg, Deutschland. Erwarb
an der Universität Bonn 1989 das Diplom in Chemie; anschließend Studien zur Vorbereitung der
Doktorarbeit am Max-Planck-Institut für Festkörperforschung in Stuttgart (Oktober 1990 bis Juni
1993). Im Winter 1990/1991 begann Rudolf mit privaten Studien zur Verifizierung des sogenann-
ten Leuchter-Gutachtens, die in das Rudolf-Gutachten mündeten. Als Ergebnis vielfacher politi-
scher Verfolgungen verweigerte die Universität Stuttgart die Annahme seiner Dissertation; die
deutschen Behörden verurteilten ihn zu 14 Monaten Gefängnis und leiteten zahlreiche weitere
Strafverfahren gegen ihn ein, um seinen revisionistischen Aktivitäten Einhalt zu gebieten. Im
Frühling 1996 ging Rudolf nach England ins Exil und gründete dort den revisionistischen Verlag
Castle Hill Publishers. Rudolf hat drei Bücher und mehrere Schriften als Autor sowie zwei weitere
Bücher als Herausgeber veröffentlicht, ferner zahlreiche Artikel, von denen die meisten in seinen
Zeitschriften Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung und The Revisionist erschienen
sind; zudem hat er viele Bücher anderer Autoren herausgeben. Er lebt gegenwärtig in Chicago,
USA, wo er politisches Asyl beantragt hat.
Weitere Informationen bei www.vho.org/Authors/Germar_Rudolf.html

VffG · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 1 43


Inzwischen hat Washingtons Zionistenlobby damit begonnen, Anmerkungen
einen ‘ewigen’ Krieg zu führen, um Israel zu stabilisieren, Aus dem Englischen übersetzt von Fabian Eschen.
die Erdölquellen des Nahen Ostens zu erobern und das Rück- 1
Robert Faurisson, “Le camere a gas non sono mai esistite”, Storia illu-
grat des internationalen kapitalistischen Systems – den US strata, 261 (1979), S. 15-35 (online:
Dollar – durch reine Macht und Gewalttätigkeit zu stützen. abbc.com/aaargh/fran/archFaur/RF7908xx2.html); Engl.: “The Gas
Chambers: Truth or Lie?” The Journal of Historical Review, 2(4) (1981),
Es wird vergeblich sein, denn niemand kann den mathemati- S. 319-373 (online: www.vho.org/GB/Journals/JHR/2/4/Faurisson319-
schen Gesetzen entfliehen, die sich hinter den Exponential- 373.html); vgl. Faurisson, “The Mechanics of Gassing”, JHR, 1(1) (1980)
funktionen von Zinseszins und öffentlicher Verschuldung S. 23ff. (online: abbc.com/aaargh/engl/FaurisArch/RF80spring.html);
verbergen. ders., “The Gas Chambers of Auschwitz Appear to be Physically Incon-
Und wer erkennt das Gesamtbild? Es ist der Revisionist, der ceivable”, ebd., 2(4) (1981), S. 311ff. (online:
www.vho.org/GB/Journals/JHR/2/4/Faurisson312-317.html)
die zentrale Rolle erkannt hat, den der Holocaust-Mythos 2
Konk, Aux Voleurs, Albin Michel 1986, S. 61; wiedergegeben in Jean-
spielt im Machtkampfes zwischen denen, die die ganze Welt Claude Pressac, Auschwitz: Technique and Operation of the Gas Cham-
dominieren und in einen einzigen, vereinten, ununterscheid- bers, Beate Klarsfeld Foundation, New York 19889, S. 20.
3
baren Massenmarkt verdummter Verbraucher verwandeln Aussage von R. Böck, Staatsanwaltschaft beim LG Frankfurt (Main), Straf-
sache beim Schwurgericht Frankfurt (Main) gegen Baer und Andere wegen
wollen, die ohne irgendeine Identität, ohne Geschichte und Mordes, Az. 4 Js 444/59; bes. Bd. 29, S. 6882f.; vgl. Germar Rudolf, “Aus
ohne Zukunft sind. Sich gegen den Ansturm dieser riesigen den Akten des Frankfurt Auschwitz-Prozesses, Teil 4”, VffG 7(2) (2003),
Herde von Schafen zu stellen, die auf den Abgrund zurennen, S. 224-229.
4
ist schwierig und wird zu vielen Rempeleien führen, aber es E. Kogon, H. Langbein, A. Rückerl u.a. (Hg.), Nationalsozialistische
Massentötungen durch Giftgas, S. Fischer Verlag, Frankfurt 1983; frz.:
ist der einzige Weg, um einer Katastrophe zu entgehen.12 Henry Rollet, Les chambres à gaz secret d’Etat, Les Editions de Minuit,
Paris 1984; engl.: Nazi Mass Murder, Yale University
Press, New Haven 1993; J.-C. Pressac, aaO. (Anm. 2);
J.-C. Pressac, Les crématoires d’Auschwitz. La ma-
chinerie du meurtre de masse, CNSR, Paris 1993; dt.:
Die Krematorien von Auschwitz. Die Technik des
Massenmordes, Piper, München 1994.
5
Während sich Kogon u.a. nicht einmal die Mühe
machten, irgendwelche Tatsachenbeweise vorzulegen
– sie wiederholten einfach zusammenhangslos die üb-
lichen Zitate von Zeugenaussagen und Dokumenten –
erlitt Pressac mit seinem Versuch, die revisionistische
Herausforderung anzunehmen, totalen Schiffbruch,
siehe R. Faurisson, Journal of Historical Review,
11(1) (1991), S. 25ff.; ebd., 11(2) (1991), S. 133ff.
(online frz.: www.vho.org/F/j/RHR/3/Faurisson65-
154.html); F. A. Leuchter, The Fourth Leuchter Re-
port, Samisdat Publishers Ltd., Toronto 1991 (online:
www.Zündelsite.org/english/leuchter/report4/leuchter
4.toc.html); zur Kritik von Pressacs zweitem Buch
vgl.: Herbert Verbeke (Hg.), Auschwitz: Nackte Fak-
ten, Vrij Historisch Onderzoek, Berchem 1995 (onli-
ne: www.vho.org/D/anf; engl:
www.vho.org/GB/Books/anf); für eine Kritik von
Pressacs Methode vgl. G. Rudolf, “Gutachten über die
Frage der Wissenschaftlichkeit der Bücher Auschwitz:
Technique and Operation of the Gas Chambers und
Les Crématoires d’Auschwitz, la Machinerie du meur-
tre de masse von Jean-Claude Pressac”, in: W. Schle-
siger, Der Fall Rudolf, Cromwell Press, London 1994,
online: www.vho.org/D/dfr/Fall.html#Gutachten;
Pressac ist seither sogar von jüdischer Seite massiv
und mitunter unwissenschaftlich angegriffen worden;
siehe auch Rivarol, 22.3.1996, S. 8 (online:
www.vho.org/aaargh/fran/archFaur/1995-
2000/RF960322.html); ebd., 12.4.1996, S. 4; siehe
auch Pierre Guillaumes Kritik, De la misère intel-
lectuelle en milieu universitaire, B.p. 9805, 75224 Pa-
ris cedex 05, 1995 (online:
vho.org/aaargh/fran/archVT/vt97/vt9309xx1.html).
6
Shmuel Krakowski, The Jerusalem Post International
Edition, 5.5.1990; siehe M. Weber, Journal of His-
torical Review 11(2) (1991) S. 217-227 (online:
www.vho.org/GB/Journals/JHR/11/2/Weber217-
227.html)
7
Vgl. Robert Faurisson, “Bilanz der Affäre Garau-
dy/Abbé Pierre”, VffG1(1) (1997), S. 9-18,
www.vho.org/VffG/1997/1/FauGar1.html.
8
Roger Garaudy, Les mythes fondateurs de la politique
israélienne, La Veille Taupe, Paris 1995.
9
Siehe verschiedene Beiträge in VffG 4(1) (2002), pp.
2-50, www.vho.org/VffG/2000/1/; vgl. Germar Ru-
dolf, “Critique of Claims Made by Robert Jan van
Das schwarze Schaf: Ein Revisionist
Pelt,” vho.org/GB/c/GR/RudolfOnVanPelt.html;

44 VffG · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 1


12
Rudolf, “Critique of the ‘Findings on Justification’ by Judge Gray,” Gerade, als ich diesen Beitrag fertigstellte, erhielt ich von meinem Freund
www.vho.org/GB/c/GR/CritiqueGray.html. Jean Plantin einen Band mit dem Titel Le Petit Révisionniste Illustré (der
10
Vgl. Brian Renk, “Convergence or Divergence?,” Journal of Historical kleine illustrierte Revisionist), veröffentlicht von Éditions du samizdat,
Review, 20(5/6) (2001), S. 33-51; Carlo Mattogno, “‘Keine Löcher, keine worin sich auf 72 DIN A4 Seiten eine große Anzahl von Karikaturen zum
Gaskammern’,” VffG 6(3) (2002), S. 284-304. Revisionismus befindet. Es gelingt uns hoffentlich, dieses Buch bald on-
11
Vgl. dazu Hans-Jürgen Nowak, Werner Rademacher, “’Gasdichte’ Türen line auszuhängen auf www.vho.org.
in Auschwitz,” VffG, 2(4) (1998), S. 248-261.

Robert Faurisson – Der Mann, der Wissenschaftler


und seine Methode der “Genauigkeit”
Von Dr. Fredrik Töben

Einführung meiner ersten Fahrt zum Konzentrationslager Auschwitz in


Als man mich bat, etwas zu Robert Faurissons Festschrift Polen kurz in Paris verweilten, um dort Serge Thion und Ro-
beizutragen, erinnerte ich mich an meine eigenen Studenten- bert’s Schwester Yvonne Schleiter zu treffen. Nachdem wir
tage während der 1970er Jahre in Deutschland, wo ich re- unsere erste Bekanntschaft mit den zwei wichtigsten Unter-
gelmäßig solche Veröffentlichungen vorfand. Das deutsche stützern Faurissons machten, setzten wir unsere Reise nach
Wort Festschrift wurde in die englischen Sprache übernom- Vichy fort, um den Mann selber zu treffen.
men, und nur wenige Englischsprechende haben nicht vom Bevor er uns seine Heimatstadt zeigte, lud Robert uns zum
Oktoberfest gehört, wo Festlichkeit und Feier Hand in Hand Mittagessen ein. Als wir die Gaststätte betraten, entschuldigte
gehen mit Rausch, einem Fest, einer Gedenkfeier über das er sich überraschenderweise und bat uns, am Eingang zu war-
Leben in seiner Gesamtheit. ten. Wo wollte er hin? Ich dachte, dies sei eine französische
Eine Festschrift jedoch versucht beides, den unvermeidli- Eigenart, typisch für einen zerstreuten Professor, der plötz-
chen, leidenschaftlichen, Leben bestätigenden dionysischen lich eine Idee hat, die ihn dazu veranlaßte, uns am Eingang
Rausch mit apollinischem Sinn für Ordnung und Schönheit. zu verlassen. Ich dachte, daß dieses sicherlich ein Beispiel
Der Autor hofft, daß eine Beschreibung von Robert Fauris- von französischem Rationalismus sei, der geeignet ist, analy-
son, der Zweck dieses Artikels, entsteht, die den Leser aus tische Wortbilder zu präsentieren, etwas was gemäß Ingrid
der Versuchung von Verzweiflung, Verhängnis und Trübsinn Zündel “klitzekleine, unwichtige Neuigkeiten” produziert.
hebt, welche die Revisionisten so leicht überkommen. Es gibt Rationalismus alleine, wie britischer Empirismus alleine, hat
Männer und Frauen, die seit Jahrzehnten gegen Geschichts- Schwierigkeiten, uns ein synthetisches Ganzes zu bieten. Im
verfälschungen ankämpfen und die sich verständlicherweise Gegensatz dazu befähigt uns der deutsche Idealismus, uns
irgendwie entmutigt fühlen, daß sie den Endsieg in ihrem von diesem Sumpf von Einzelheiten zu befreien und eine
Leben nicht mehr erreichen werden. Ich hoffe, daß das fol- ganzheitliche Weltanschauung zu entwickeln, wo das Prakti-
gende aufklären wird, welche Art von Sieg man erwarten sche (Körper) und Theoretische (Geist) zusammenkommen
kann, und daß ein Kampfruf ertöne zur Bestätigung der Le- in ein irgendwie beständiges Ganzes.
benslust, die Resignation und Niederlage transzendiert. Mein Beispiel vom Mittagessen ist hier instruktiv. Während
Daher die andere Bedeutung des Wortes fest: standhaft zu zum Beispiel englische und deutsche Gedecke Teller fürs
sein, hart, stabil, entschlossen, festhalten an seinem Glauben Brot benutzen, brauchen die Franzosen das nicht und plazie-
angesichts von Mißgeschick, Verfolgung oder sogar in einer ren das Brot – die französischen Baguettes – direkt aufs
Niederlage. Wie angebracht die Bedeutung des Wortes ist, Tischtuch neben den Teller fürs Hauptgericht. Die Brotkrü-
wenn man über Rober Faurisson schreiben will, hoffe ich in mel fallen überall hin. Yvonne Schleiter zeigte mir, wie man
meinen nachfolgenden Überlegungen klarzulegen. in besseren Haushalten das Brotkrümelproblem löst: eine
Ich erinnere mich an mein erstes persönliches Treffen mit kleine verzierte Tischbürste und Kehrschaufel, oft vergoldet,
Robert Faurisson im Jahr 1997, als meine Nichte und ich vor macht alles sauber. So ist hier das rationale Denken in die

Fredrick Töben, australischer Bürger, geboren als Sohn einer Bauernfamilie 1944 in Jaderberg,
Norddeutschland. 1954 wanderten seine Eltern mit ihren vier Kindern nach Australien aus, wo sie wei-
terhin in der Landwirtschaft tätig waren. F. Töben studierte an der Universität Melbourne, Australien
(Diplom 1970), an der Victoria University in Wellington, Neuseeland (Diplom 1968), an den Universitä-
ten von Heidelberg, Stuttgart und Tübingen (Promotion zum Doktor der Philosophie 1977) sowie
schließlich an der University of Rhodesia (Diplom für Erziehungswissenschaft 1978). Lehrtätigkeit in
den Fächern Englisch, Deutsch, Soziologie und Philosophie in Australien, Neuseeland, Deutschland,
Zimbabwe und Nigeria. Von 1983 bis 1993 Direktor von Toben International Try Ltd, Import-Export.
Seit 1985 Verleger bei Peace Books, Autor verschiedener Artikel und Bücher über Erziehungswissen-
schaft sowie zweier Bücher über den Revisionismus: Where Truth Is No Defence, I Want To Break
Free (2001); Fight or Flight: The Personal Face of Revisionism (2003). Seit 1994 Leiter des Adelaide
Institute, Australien. Von April bis November 1999 in Mannheim, BRD, wegen “Holocaust”-Leugnung
inhaftiert. Weitere Informationen bei www.adelaideinstitute.org.

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Praxis umgesetzt, vom Brot zum Brotkrümelentfernen, aber ziemlich ländlich, ohne allzuviele intellektuelle Strukturen!
es kann nicht synthetisieren und auf einen Teller kommen, Dies war die Auffassung eines gebildeten Deutschen, der
der das Problem der Brotkrümel (Empirismus) und Sauber- verallgemeinerte, nachdem er jemanden getroffen hatte, der
keit (Idealismus) ebenso löst. auf einer australischen Farm aufgewachsen war, und er
Mein Grübeln vertrieb mir die Zeit, während wir im Restau- schloß daraus, daß alle Australier so sind. Tatsache ist, daß
rant auf Roberts Rückkehr warteten. Einige Minuten später die meisten Australier Stadtbewohner sind, wenn auch nicht
tauchte ein lächelnder Robert von irgendwo innerhalb des unbedingt sehr gebildete.
vollen Restaurants auf und sagte: “Hier kann man essen. Die Einmal schickte ich Faurisson einen Artikel mit Quellenan-
Toiletten sind sauber.” gabe, vergaß aber das Datum. Ich wurde unmißverständlich
informiert, daß ich unser beider Zeit vergeude. Das ist dann
Akribie auch nie wieder passiert, denn schon damals bemerkte ich
Ich war von diesem Vorfall beeindruckt, denn es zeigte, daß Ungeduld in Faurissons Stimme. Ich erklärte mir diese da-
Robert Faurisson ein Gleichgewicht zwischen Geist und Kör- durch, daß ich mir vorstellte, wie aufreibend es für Faurisson
per erreicht hat, wo die intellektuellen Funktionen nicht von sein muß, Anfänger in den Revisionismus einzuführen. Die
den körperlichen getrennt sind. Dieses Gleichgewicht fehlt wenigen Personen in der Welt, die eine moralische Motivati-
leider bei vielen, die sich selbst als intellektuell bezeichnen. on entwickeln, sich mit dem ‘Holocaust’-Revisionismus zu
Es war mir klar, daß Robert Faurisson ein bestimmtes Maß befassen, werden zu begierigen Neulingen, deren einzige
an körperlicher Reinlichkeit verlangte. Ich wußte bereits, daß formale Qualifikation für dieses besondere Forschungsfeld
er geistige Sauberkeit verlangte, wo Genauigkeit und Präzision ein angeborener Sinn für Wahrheit und Gerechtigkeit ist.
dagegen schützen, Fehler zu begehen, wo Akribie das leitende
Prinzip auf der Suche nach Tatsachen und Wahrheiten ist. Die ‘Holocaust’-Lüge
Diese zwei Worte werden im gegenwärtigen akademischen Die Ungeduld mit Personen, die seinem Standard nicht ent-
Betrieb sehr schlecht gemacht, besonders auch in diversen sprechen, traf auch andere, die Faurisson Material zusandten.
rechtlichen Bereichen, wo in Sachen ‘Holocaust’ prozessiert Ich habe Faurissons Angewohnheit übernommen, das Wort
wird. Besonders in Australien, Europa und in Kanada ist die ‘Holocaust’ mit Anführungszeichen zu schreiben, denn diese
Wahrheit keine Verteidigung in Strafverfahren, und ein Be- Anführungszeichen weisen, wenn von dem angeblichen
zug auf sachliche Ereignisse, die aus wissenschaftlicher For- deutsch-jüdischem Holocaust die Rede ist, daraufhin, daß
schung stammen, ist irrelevant. Dies ist eine Einstellung, die dieses Ereignis nicht eine anerkannte Tatsache, nicht eine ge-
mit brutaler legaler Gewalt versucht, eine Lüge aufrechtzuer- schichtlich unbestrittene Gegebenheit ist. Ganz im Gegenteil!
halten. Sie zeigen auch an, daß dieses angeblich einzigartige histori-
Ich hatte also keine Schwierigkeit, Faurissons Position hin- sche Ereignis alles andere als einzigartig ist – außer vielleicht
sichtlich des ‘Holocaust’ anzunehmen. Das deutsche Wort als Schwindel!
Gründlichkeit beschreibt den Vorgang, den Faurisson selbst 1994 betrat ich die australische Revisionistenszene auf ganz-
‘Akribie’ nennt. Oder wie Faurisson sagt: tägiger Basis, wo John Bennett an höchster Stelle regierte.
“Manchmal sage ich auch auf französisch, das, was ich Zusammen mit Faurisson, Butz, Zündel, Smith und anderen
suchte, war ‘la vérité mais au sens de vérité verifiable.’ Ein war er 1979 in Kalifornien, als Willis Carto das Institute for
Wortspiel, welches schwierig zu übersetzen ist.” (Faurisson Historical Review gründete. Wie für einen Rechtsanwalt ty-
zu Countess, 28. September, 2003: “Die Wahrheit, aber im pisch, wollte Bennett auf der sicheren Seite sein und sagte
Sinne einer verifizierbaren Wahrheit.”) daher, “das Ausmaß des ‘Holocaust’ ist übertrieben worden.”
Robert Countess bevorzugt den Begriff ‘Akribie’ vor dem Er ging nicht darüber hinaus, aber das reichte damals schon,
des ‘Revisionismus’, weil der letztere zu sehr beladen sei. um durch die Medien, insbesondere durch die jüdische Presse
Zum Beispiel nennt und verunglimpft die kommunisti- diffamiert und verleumdet zu werden.
sche/marxistische Ideologie jeden Andersdenkenden einen Faurisson ging weit über diese Leisetreter-Haltung hinaus
‘Revisionisten’, und das reichte dann aus für einen Anders- und gewann Prominenz, indem er behauptete: “der ‘Holo-
denkenden, in das GULag (Abkürzung für Glavnoye Uprav- caust’ ist eine Lüge!”. Er formulierte seine kompromißlose
leniye Ispravitelno-Trudovikh Lagerey, oder die Hauptver- Einstellung folgendermaßen:
waltungsstelle für Besserungsarbeitslager) geschickt zu wer- “Zeige oder zeichne mir eine Nazi Gaskammer! Höre auf,
den. Ich ziehe immer noch ‘Revisionismus’ vor, denn dies ist mich mit Worten abzuspeisen. Höre auf, mir ein Gebäude,
lediglich eine Methode, ein heuristisches Prinzip, das von je- eine Tür, eine Wand oder manchmal gar nur Haare oder
der denkenden Person angewendet wird, die versucht, sich Schuhe zu zeigen. Ich brauche ein vollständiges Bild von
eine Weltanschauung aufzubauen, die nicht nur aus Nach- einem solchen phantastischen chemischen Schlachthaus.
plappern und der Übernahme von Denkschablonen besteht. Ich brauche eine technische Darstellung von der außerge-
Der Mann Faurisson versucht, durch sein Beispiel zu führen; wöhnlichen Waffe eines beispiellosen Verbrechens. Solltest
daher seine Liebe zum Tennis und Schifahren; um es in die- Du es wagen zu sagen, daß das, was den Touristen in eini-
sen Sportarten zu etwas zu bringen, müssen Körper und Geist gen Lagern gezeigt wird, eine solche Gaskammer ist oder
zusammenarbeiten. war, dann nur zu, sage es…”
Zu Beginn unserer Bekanntschaft hatte Faurisson mich we- Diese Methode gefiel mir, drückte sie doch klar eine Geistes-
gen Oberflächlichkeit gerügt, mit der ich Zeitungsartikel haltung aus, die Beweise für das verlangte, was behauptet
sammelte. Obgleich ich eine solide deutsch-österreichische wurde. Faurisson ließ sich nicht Ehrfurcht oder eine respekt-
Abstammung habe, muß ich zugeben, daß mein mehr als 50- volle Haltung abverlangen und anerkannte nicht vorab, daß
jähriger Aufenthalt in Australien auf mich abgefärbt hat. Juden tatsächlich Opfer von von Massenmord waren, Opfer
Mein Englisch-Professor an der Stuttgarter Universität, Dr. eines außergewöhnlich abscheulichen Verbrechens. Als Ana-
Lothar Fietz, wies mich darauf hin, wir in Australien seien lytiker und Wissenschaftler, der voreingenommene, emotio-

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nale Subjektivität zur Seite schiebt, fragt Faurisson immer den, dann habe ich keine Möglichkeit, mir eine ausgewogene
noch leidenschaftlich nach Beweisen, die die Behauptungen Meinung über ein sehr wichtiges geschichtliches Ereignis zu
über ein angebliches abscheuliches Ereignis erhärten. Er hat bilden.
dafür keinen Popularitätspreis gewonnen. Aber seine morali- Während der frühen 1990er Jahre, als revisionistische Argu-
sche und intellektuelle Integrität ist makellos! mente dank des unzensierten Internets besser bekannt wur-
In den letzten 20 Jahren hatte ich sowohl Kontakt mit Perso- den, lautete das Gegenargument, daß “jeder daran glaubt”
nen, die an den ‘Holocaust’ ‘glaubten’, als auch mit solchen, und “den Holocaust zu leugnen gleicht der Behauptung, der
die den Mut hatten, Aspekte davon in Frage zu stellen. Mir Mond bestehe aus Käse oder die Erde sei flach.” Faurisson
wurde dann klar, daß ich gegen eine Betonmauer anrannte, nannte solche Antworten ‘nicht ernsthaft’, und er forderte
denn jüdische Akademiker wie Melbournes Dr. Paul Gardner Revisionisten auf, ernsthaft zu bleiben und sich nicht in
baten mich aufzuhören, die Tatsache des ‘Holocaust’ in Fra- ‘Kleinkram’ zu verlieren.
ge zu stellen, weil “er tatsächlich geschehen sei”. In diversen Die Phrase von der flachen Erde war immer dann die Lieb-
Leserbriefen unserer örtlichen Zeitung versuchten Gardener lingsantwort von Professor Deborah Lipstadt, wenn sie von
und andere eine offene Debatte über diese Sache zu unter- schwierigen Fragen ablenken mußte. Ein Akademiker, der
drücken. Sydneys Professor Konrad Kwiet, ein anderer au- keine Begründungen für seine Ansicht geben kann, zieht sich
stralischer ‘Holocaust’-Experte, riet mir, diese “Sache sei aus einer offenen Diskussion über ein umstrittenes geschicht-
größer als wir beide zusammen; laß es also sein.” liches Problem zurück und nimmt dabei eine absolutistische
Aber ich lernte auch Leute kennen wie Dr. Wilhelm Stäglich, Haltung ein und fordert eine absolutische Interpretation von
Ernst Zündel, Dr. Robert Faurisson, Professor Dr. Arthur Ereignissen, die bei weitem nicht gelöst sind. Es ist meine
Butz und Ortsansässige aus Adelaide wie Werner Fischer und Eindruck, daß wir uns in einer stürmischen ‘Holocaust’-
Christopher Steele, die sich gegen die Ansicht wandten, das Debatte befinden, und die Existenz der revisionistischen Be-
‘Holocaust’-Thema sei verboten und jenseits einer offenen wegung belegt dies und noch viel mehr.
Diskussion, und die energisch überzeugende Argumente vor- Ein bedeutendes Beispiel für Rufmord und einen akademi-
trugen. schen Hexenprozess kommt aus Neuseeland. Der Akademi-
1983 forderte der australische Bürgerrechtsverein League of ker Dr. Joel Hayward fiel wegen seiner 1993 angefertigten
Rights die ‘Holocaust’-Lobby erfolgreich heraus, indem er Diplomarbeit bei der jüdischen ‘Holocaust’-Lobby in Un-
eine Ausstellung in Adelaides Constitutional Museum veran- gnade. Hayward hatte in seiner Arbeit behauptet, daß die re-
staltete. Es war ein glänzend erdachter Plan, solch eine Aus- visionistischen Argumente einer intellektuellen und akademi-
stellung in der Öffentlichkeit vorzuführen, um die Skepsis schen Prüfung standhielten. Nach David Irvings Verleum-
bezüglich des orthodoxen ‘Holocaust’ visuell zu veranschau- dungsprozeß gegen Deborah Lipstadt in London im Jahr
lichen. Der Museumsdirektor ließ sich nicht durch Einwände 2000 widerrief Hayward seine eigene These und behauptete,
gegen die Ausstellung einschüchtern, und so wurde in Ade- daß neue Beweise, die aus diesem Prozeß hervorgekommen
laide eine Vielzahl von Argumenten gegen die Menschenver- seien, ihn überzeugten, daß er mit seiner These ‘übertrieben’
gasungsgeschichte einen Monat lang öffentlich gezeigt. habe. Bis heute hat er, ähnlich wie Lipstadt, noch keine Ant-
Werner Fischer, ein ehemaliges Mitglied der SS, der sich da- wort gegeben auf Faurissons Herausforderung: “Zeige mir
für nicht entschuldigte, hatte die Saat dazu mit Arthur Butz’ oder zeichne mir eine Nazi Gaskammer!”. Jeder Akademiker
Der Jahrhunder-Betrug gesät. Die Freude war daher groß, hat natürlich die Freiheit, seine Ansichten zu ändern, beson-
als viele Aktivisten Butz bei seinem Besuch anläßlich des In- ders wenn ihm neue Informationen zur Verfügung stehen.
ternationalen Revisionistischen Symposiums von 1998 am Die intellektuelle Integrität erfordert jedoch, daß jede Ände-
Adelaide Institute persönlich kennenlernen konnten. Es war rung einer Ansicht vernünftig begründet und mit Beweisen
natürlich sehr enttäuschend, daß Robert Faurisson nicht nach untermauert werden muß, die zu der Änderung in der Ansicht
Australien zu dieser Konferenz kommen konnte, weil er ge- geführt haben. Obgleich ich Hayward frug, welches Material
rade zahlreiche Male in Frankreich verurteilt worden war, zu seine Meinungsänderung geführt habe, hat er nie etwas
wegen seiner Behauptung, daß die ganze ‘Holocaust’-Ge- angeführt. Muß ich mich darüber wundern?
schichte eine große Lüge sei.
Die Zensur überwinden
Fragen stellen Die Hauptmedien haben den Informationsfluß dermaßen mo-
Vor diesem Hintergrund revisionistischer Kämpfe fand ich nopolisiert, daß Revisionisten große Schwierigkeiten haben,
meine eigenen Zweifel über die orthodoxe ‘Holocaust’- ihre Argumente an die Öffentlichkeit zu bringen. Um so
Ansicht bestätigt. Warum sollte ich nicht fortfahren, die Tat- wichtiger war es, daß einzelne Revisionisten die Bewegung
sächlichkeit und die Wahrhaftigkeit der Behauptungen eini- in Schwung hielten. Robert Faurisson ist eine solche Person,
ger angeblichen ‘Überlebenden’ in Frage zu stellen? Warum die den Mut hat, gegen den Strom der veröffentlichten Mei-
sollte mein Denken abgeschaltet werden und warum sollte nung zu schwimmen. Die meisten Reportagen der Weltpresse
mein Hirn den ‘Holocaust’ umgehen, wenn wir von allen über Faurisson fanden während der Zündel-Prozesse in To-
Medien täglich mit einseitigen Greuelgeschichten zum ‘Ho- ronto in den Jahren 1985 und 1988 statt, als er und andere
locaust’ überfüttert werden? sich den Plan ausdachten, der dann in Fred Leuchters sensa-
Und schlimmer noch, warum sollte man darauf verzichten, tionellem Gerichtsgutachten über die Krematorien von Au-
materielle Strukturen zu untersuchen und Behauptungen von schwitz mündete.
Überlebenden zu analysieren und zu prüfen, wenn der einzi- Das Aufkommen des Internets ermöglichte es schließlich den
ge Grund, den man mir dafür gibt, jener ist, es gebe keine isolierten Revisionisten, weltweit schnell und unabhängig
Debatte über den ‘Holocaust’? Das bedeutet, eine offene von irgendeiner Form der Zensur zu kommunizieren. Das
Hinterfragung zu verhindern, was ich ziemlich anstößig fin- moralische Wohlbefinden wurde sicherlich verbessert durch
de, denn wenn mir wichtige Informationen vorenthalten wer- dieses neue Medium, das es jedem erlaubt, schwierige Fragen

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zu stellen und sich denen zu widersetzen, es sich zur Aufgabe troverse, aus dieser groben Verzerrung der Weltgeschichte
gemacht haben, offene Nachforschungen zu verhindern. Der entstehen, übernahm ich Faurissons knappe Formulierungen:
Philosoph Karl Popper erklärte mir 1974, wie dieser Blok- “Keine Löcher, kein Holocaust” und “Der Holocaust ist eine
kiermechanismus von Ludwig Wittgenstein gegen ihn in Lüge.”
Cambridge benutzt wurde, als Wittgenstein Popper als Gast- Plötzlich wurde der bekannte australische ‘Holocaust’-
redner zu einem Seminar eingeladen hatte. Wittgenstein stell- Gelehrte John Bennett für die australischen Medien unwich-
te Popper dem Publikum vor und bemerkte, daß nach seiner tig, und ich wurde der berüchtigste australische ‘Holocaust’-
eigenen Sprachphilosophie zur Problemlösung nur eine rich- Leugner. Irgend etwas muß ich richtig gemacht haben, weil
tige Sprachanwendung notwendig sei. Popper entgegnete, Faurissons Behauptung, das ganze ‘Holocaust’-Unternehmen
daß wir zunächst anerkennen müßten, daß es Probleme gebe, sei eine Lüge, mich in die öffentliche Schlacht für Wahrheit
die gelöst werden müssen. Er fragte dann Wittgenstein, was und Gerechtigkeit trieb. Das Resultat von all dem ist, daß mir
mit moralischen Problemen in der Sprachanalyse passiere. vom australischen Bundesgericht am 17. September 2002 ein
Wittgenstein antwortete, “Es gibt keine moralischen Proble- juristischer Maulkorb angelegt wurde, der am 27. Juni 2003
me!” weil die korrekte Sprachanalyse sie eliminiere. Witt- in der Berufung bestätigt wurde. Es ist mir nun nicht mehr er-
genstein ergriff einen Feuerhaken und drohte Popper damit, laubt, die angeblichen sechs Millionen jüdische Opfer zu be-
der daraufhin antwortete: streiten, die Existenz der Menschengaskammern oder den
“Und wie ist es mit dem moralischen Problem, wenn der ‘Holocaust’ an sich anzuzweifeln. Vielen Dank, Robert!
Gastgeber seinen Besucher mit einem Feuerhaken be- Als im Jahr 1994 das Adelaide Institut gegründet wurde, war
droht?” sowohl Faurisson im Hintergrund zugegen, wie auch Dr.
Es ist nicht ganz klar, was damals passierte, aber Popper in- Wilhelm Stäglich und Professor Dr. Arthur Butz mit ihren
formierte mich, daß Wittgenstein aus dem Zimmer gestürmt jeweiligen Veröffentlichungen, Der Auschwitz Mythos und
sei. Der Jahrhundertbetrug. Ernst Zündel war auch zugegen, der
Nach 1990 sagte mir Dr. Graeme Marshall von der Philoso- von Toronto aus gegen die ‘Holocaust’-Orthodoxie ankämpf-
phischen Fakultät der Univerität Melbourne, ein Anhänger te und dort siegreich die ‘Holocaust’-Prozesse der Jahre 1985
Wittgensteins, daß der ganze Vorfall nicht so dramatisch ge- und 1988 überstand, während er zugleich seine Medienpro-
wesen sei, wie Popper es geschildert hatte. Natürlich war die- gramme ausdehnte, indem er die Welt mit revisionistischem
ser Vorfall bedeutungsvoll, denn Popper brachte den morali- Material überflutete. Zündels Sieg gegen die ‘Holocaust’-
schen Imperativ in wissenschaftliche Nachforschungen ein Lügner wurde besiegelt, als Kanadas Oberster Gerichtshof
und gab ihm einen hohen Stellenwert. 1992 jenes Gesetz annullierte, unter welchem er seit 1985
Faurissons wissenschaftlichem Ideal der offenen Forschung verfolgt worden war. Als er Kanada verließ, um mit seiner
dient sein Prinzip der ‘Akribie’, diese dialektisch gefärbte ra- Frau Ingrid in Tennessee, USA, zu leben, dachten wir nicht,
tionale und ruhelose Haltung, welche keine Ungenauigkeit, daß Zündel noch einmal der Wut der kanadischen, jüdisch-
Verfälschungen und Lügen, noch viel weniger jegliche Form inspirierten Justizgewalt gegenüberstehen würde. Ich besuch-
von Zensur in Sachen ‘Holocaust’ duldet. Das erfreut dieje- te Ernst und Ingrid in ihrem Haus im Januar 2003, und sieben
nigen freilich nicht, die jegliche öffentliche Debatte über das Tage später, am 5. Februar, wurde Ernst Zündel dort festge-
Thema zensieren wollen, und es überraschte mich sehr, als nommen und nach Toronto abgeschoben, wo er seither inhaf-
ich erfuhr, daß sogar selbsternannte Skeptiker wie Amerikas tiert ist. Aber das ist eine andere Geschichte.
Michael Shermer in Sachen ‘Holocaust’ Gläubige sind. Als Professor Deborah Lipstadt 1994 Australien besuchte,
Australiens führender Atheist und ehemaliger Marxist, Rund- machte man aus ihr eine kleine Sensation. Im Fernsehen
funksprecher Philip Adams, ist ein ‘Holocaust’-Gläubiger, (ABCs Lateline) behauptete sie, Jean-Claude Pressac habe in
Wenn die Absurdität von Behauptungen keinerlei kritischer seinem 1989 erschienenen Buch Auschwitz: Technique and
Analyse standhält, wird von Adams und anderen weltweit Operation of the Gas Chambers nachgewiesen, daß das
organisierten Skeptikern mit dem Begriff ‘Holocaust- Krematorium II in Auschwitz (Birkenau) ein Lüftungssystem
Leugner’ operiert, der von einer Analyse des Problemes ab- gehabt habe, was erkläre, wie das Zyklon B-Gas nach den
lenken soll.: Welches Recht habe ich, solche Äußerungen zu behaupteten Vergasungen abgesogen worden sei. Mein Kol-
machen und solche Behauptungen über Personen aufzustel-
len, die die orthodoxe Ansicht über den ‘Holocaust’ auf-
rechterhalten? Ich antworte, indem ich erkläre, daß meine
Ausbildung unter anderem auf einer Studie von Karl Pop-
pers Theorie der Falsifizierung und auf C. S. Peirces Prinzip
der Fehlbarkeit beruht. Dies allein qualifiziert mich schon
außerordentlich, jeden Aspekt der ‘Holocaust’-Orthodoxie
zu studieren. Kurz gesagt entwickelte C. S. Peirce die logi-
sche Grundlage der Abduktion, womit er wissenschaftliches
Hypothetisieren formalisierte. Das ermöglichte es Peirce
auch, Intuition abzulehnen, auf welcher der französisch-
kartesische Rationalismus (natürliche Ideen) und der briti-
sche Empirismus (Erfahrungsdaten) ihre dyatische, Subjekt-
Objekt-Erkenntnistheorie basieren.

Keine Löcher, kein Holocaust


Und um mir in meiner persönlichen Suche nach Aufklärun-
gen in Fragen beizustehen, die aus dieser ‘Holocaust’-Kon- Gekritzel an einer Wand in Frankreich: Faurisson hat recht!

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lege und ich waren niedergeschlagen, beruhigten uns dann ist mir nicht bekannt, ob sie jemals hineinkamen oder nicht.
aber, indem wir an unserem Prinzip festhielten, die einer Be- Pressac erzählte mir auch, daß er daran denken muß, in
hauptung zugrundeliegende Wahrheit aufzufinden. Wäre die Frankreich zu überleben. Pressac beunruhigte nämlich, daß
Existenz der Gaskammern tatsächlich bewiesen worden, wie Klarsfeld ihm gegenüber so aggressive wurde – ihn symbo-
Lipstadt 1994 offenbarte, dann hätten wir einfach als Tatsa- lisch durch das Telefon anspuckte, nur weil er Klarsfelds Be-
che veröffentlicht, daß es in Auschwitz wirklich Menschen- hauptung von sechs Millionen jüdischen Todesopfer nicht
gaskammern gab, die funktioniert und Millionen Leute getö- bestätigen wollte, und Klarsfeld war ärgerlich über Pressacs
tet haben. eigene Definition des ‘Holocaust’. Pressac behauptete, daß
Ich fuhr damals zusammen mit David Brockschmidt, dem ein “massives Massaker” stattgefunden habe, aber kein ‘Ho-
damaligen Vertreter des Adelaide Instituts in Südaustralien, locaust’, und man sollte davon Abstand nehmen, dieses Wort
selbst nach Melbourne, um Professor Lipstadt zu treffen und zu benutzen, wenn man über diese Geschichtsepoche spricht.
reden zu hören, als sie dieses Thema behandelte. Sie erklärte Ich hatte auch das klare Gefühl, daß Pressac ziemlich traurig
uns, daß sich die Baupläne der Mordgaskammern in Pressacs war, Faurisson als Kontakt zur revisionistischen Szene verlo-
Buch befänden und daß die Sache damit abgeschlossen sei. ren zu haben, und er war froh, daß wenigstens Carlo Matto-
Sie unterschrieb ihr Buch mit “Möge die Wahrheit siegen!” gno noch mit ihm sprach.
Später überprüfte ich zusammen mit dem stellvertretenden
Leiter des Adelaide Instituts, Geoff Muirden, Pressacs Buch Außerbetriebnahme des Krematorium I
in der Bücherei der Universität Melbourne, wo sich eine Ko- Zwei Jahre später veröffentlichte Robert Jan van Pelt, ein
pie unter Schloß und Riegel befand. Das Buch überzeugte Neuankömmling auf der ‘Holocaust’-Bühne, zusammen mit
mich überhaupt nicht. Es genügt nicht, lediglich solche Pläne Deborah Dwork ein Buch mit dem Titel Auschwitz: From
zu sehen, denn sie offenbarten von selbst gar nichts und si- 1270 to the Present. Zu meiner größten Freude stellte ich auf
cherlich nicht, daß in Auschwitz-Birkenau Menschengas- Seite 363f. fest, daß zugegeben wurde, Krematorium I im
kammern existierten. Und hier wird Faurissons Methode Stammlager Auschwitz sei außer Betrieb gesetzt worden, das
nützlich: Eine Zeichnung braucht nicht einen umfangreichen heißt, daß die angebliche Gaskammer nach dem Krieg ‘re-
Kommentar, der angibt, was angeblich auf der Zeichnung zu konstruiert’ worden ist und daß eine Leichenhalle in einen
sehen ist. Das meint Faurisson mit dem Ausdruck ‘Klein- Luftschutzbunker umgewandelt worden ist, aber nie in eine
kram’! Menschengaskammer. Dwork und van Pelt erklären in fast
Bezüglich Lipstadts Behauptung beruhigte Faurisson unsere poetischer Sprache, wenn sie erläutern, Krematorium I reprä-
angeschlagenen Nerven, indem er erklärte, daß sich die Ge- sentiere auf ‚symbolische’ Weise das, was im Krematorium
schichte dauernd ändere und daß man Pressac nicht vertrauen II in Auschwitz-Birkenau geschehen sein soll.
könne, da er ihn sehr gut kenne, und daß der Mann mit den Pressac informierte mich, daß er sich über van Pelt und
jüdischen ‘Holocaust’-Förderern von Frankreich, Serge und Dwork geärgert habe, weil sie ihr Buch auf Pressacs eigene
Beate Klarsfeld, die Pressacs Unternehmen finanzierten, un- Forschungen basierten. Mit anderen Worten, sie ‘stahlen’
ter einer Decke stecke. seine Arbeit, wie Pressac angibt.
Ich traf Pressac, der im September 2003 starb, im April 1999, Es dauerte noch sieben weitere Jahre, bis auch das Auschwitz
und er änderte seine Behauptung etwas, indem er bemerkte, Museum öffentlich zugab, beim Krematorium I handele es
daß die Firma Topf & Söhne, die die Krematoriumsöfen in sich tatsächlich um eine Rekonstruktion (siehe online
Auschwitz errichtete, auch in der Lage gewesen sei, Men- auschwitz.org.pl/html/de/zwiedzanie/krematorium_1.html).
schengaskammern zu bauen. Schließlich war die Firma füh-
rend in der Getreidetrocknungstechnik und in der Konstruk- Vichy
tion von Krematorien. Es ist nicht überraschend, daß die Fir- Und während die ‘Holocaust’-Orthodoxie ihr eigenes Fun-
ma nach dem Krieg ihre Marktstellung verlor wegen der in- dament untergräbt, fahren Robert Faurisson und andere fort,
duzierten ‘Holocaust’-Schuld, die jede normale gesunde das französische Rechtssystem herauszufordern, das verbie-
menschliche Betätigungen lähmt und zu pervertiertem Ver- tet, irgend etwas von dem in Frage zu stellen, was die Nürn-
halten unterwürfiger Sklaven und verkrüppelter Seele führt. berger Militärtribunale 1945-46 festgestellt hatten. Es ist
Dies allein berechtigt jeden, sich aktiv allem zu widersetzen, nicht leicht für einen Ehemann, Vater und Großvater, der
was die ‘Holocaust’-Lobby fördert. Das beschämende sklavi- seiner Familie zugetan ist, solche Lasten alleine und isoliert
sche Festhalten an diesem ‘Holocaust’-Dogma, gesetzmäßig in Vichy zu tragen. Dank der Fortschritte in der Kommunika-
verankert u.a. durch den deutschen Strafgesetz-Paragraphen tionstechnologie, besonders dem Internet, ist Faurisson aber
130, hat traurige Konsequenzen, wie Günter Deckert, Germar nicht mehr alleine.
Rudolf, Udo Walendy, Hans Schmidt und andere nur zu gut Wie oben erwähnt, nahm Robert Faurisson 1998 am Interna-
wissen. Die englische Ausgabe des Rudolf Gutachtens er- tionalen Revisionisten-Symposium des Adelaide Institut per
schien im Jahr 2003, und bis heute sind seine forensischen Video teil. In seinem Beitrag erklärte Faurisson, daß Vichy
Ergebnisse unwiderlegt. nicht mehr Vichy sondern Vichy-Auschwitz ist. Dies folgt aus
Pressac sagte mir, daß er nie behauptet habe, daß Vergasun- dem Titel des gleichnamigen zweibändigen Buches von Ser-
gen stattgefunden hätten, sondern daß Vergasungen in Au- ge und Beate Klarsfeld über die sogenannte ‘Holocaust’-
schwitz möglich waren. Eine jüdische Gruppe in Italien ar- Leugnung, in dem die Behauptung aufgestellt wird, Mar-
beitete an einer CD, welche diese Möglichkeit simuliert. Bis schall Pétain, der während des Krieges in Vichy wohnte, ha-
heute habe ich noch nicht gehört, welches Ergebnis diese be Juden zu ihrem Tod nach Auschwitz geschickt.
Gruppe erzielte. Zu der Zeit meines Besuches bei Pressac am Faurisson nimmt uns mit auf eine Videotour durch Vichy und
31. März 1999 erreichte diese Gruppe den Punkt, durch die erklärt, wie die Geschichte seiner Stadt gefälscht worden sei.
Auskleidekammer des Krematoriums II zu gehen vor der ei- Er besuchte drei Plätze innerhalb eines Radius von einigen
gentlichen angeblichen Menschengaskammer zu stehen. Es hundert Metern und erklärte, wie die tatsächlichen Ereignis-

VffG · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 1 49


se, die dort passiert seien, jetzt von einer verzerrten jüdischen Französische Akademiker kapitulieren
Sicht der Lokalgeschichte ersetzte worden seien, und Fauris- So versuchte zum Beispiel eine Gruppe von Akademikern im
son erinnert uns, daß es in Frankreich verboten ist, die Wahr- Jahr 1979 gegen Roberts manchmal einsamen Kampf gegen
heit über solche historischen Ereignisse zu sagen. die Verbreitung von Lügen über den ‘Holocaust’, insbeson-
1. Denkmal zum Ersten Weltkrieg: “Jeder Krieg ist eine dere über die Existenz von Menschengaskammern in Au-
Schlachterei,” sagt Faurisson, “und er ist gut für den Sie- schwitz, vorzugehen. In der Pariser Zeitung Le Mond ver-
ger und schlimm für den Besiegten. 20 Jahre nach dem kündeten Pierre Vidal-Naquet, Léon Poliakov und 32 weitere
Ende des Ersten Weltkrieges wurde das Münchner Ab- Akademiker am 21. Februar 1979:
kommen für Deutschland von Adolf Hitler, von Benito “ Man darf sich nicht fragen, wie solch ein Massenmord
Mussolini für Italien, von Edouard Daladier für Frank- möglich war. Er war technisch möglich, weil er stattgefun-
reich und von Neville Chamberlain für Großbritannien den hat. Dies ist der obligatorische Ausgangspunkt jeder
unterzeichnet. Heute wird uns gesagt, daß das Abkommen historischen Untersuchung zu diesem Thema. Diese Wahr-
eine Schande sei – aber war es das wirklich? Nach der heit wollen wir einfach in Erinnerung rufen: Es gibt keine
Schlachterei des Ersten Weltkriegs, war es da eine Schan- Debatte über die Existenz der Gaskammern, und es darf
de, einen weiteren Krieg zu verhindern?” auch keine geben.”
Wir erinnern uns an die Invasion des Irak am 19. März Wir können uns hier ohne Gefahr auf die oft zitierten Worte
2003, vor der der französische Außenminister eine lebhaf- des Philosoph Arthur Schopenhauers (1788-1860) beziehen,
te Erklärung abgab, warum Frankreich der anglo- welche Licht auf den orthodoxen ‘Holocaust’ selbst werfen:
amerikanisch-zionistischen Armee nicht beitreten solle, “Jede Wahrheit geht durch drei Etappen. Zuerst wird sie
der ‘Koalition der Willigen’. Vielleicht ist der französi- verhöhnt, dann heftig angegriffen und schließlich wird sie
sche Außenminister der Geschichte vertraut und besonders als offensichtlich akzeptiert.”
mit Robert Faurissons Behauptung über Hitlers Massen- Die Tatsache, daß französische Akademiker (wieder) bezüg-
vernichtungswaffen – den Menschengaskammern –, die lich geschichtlicher Fragen einen solchen ausweglosen
immer noch nicht gefunden wurden, obgleich die Gläubi- Standpunkt eingenommen haben, ist beschämend für eine
gen mehr als sechzig Jahre Zeit hatten, danach zu suchen. Nation, die stolz darauf ist, die kartesianische Tradition fort-
2. Casino: Am 10. Juli 1940 hatten 569 Mitglieder des Par- zuführen. Ich habe das Wort ‘wieder’ eingeklammert, denn
lamentes Marschall Pétain zum Staatspräsidenten gewählt, was diese französischen Akademiker von sich geben, ist so
bei 20 Stimmenthaltungen und 80 Gegenstimmen. Heute etwas wie eine Variante der Reaktion René Descartes’ (1596-
ist dort eine Tafel angebracht, die angibt, daß 80 Mitglie- 1650), als er bedrängt wurde, sich anzupassen. Obgleich er
der des Parlaments, die gegen Petain stimmten, die Ehre als Begründer des modernen Denkens bekannt ist, hatte De-
des französischen Volkes retteten: scartes die Veröffentlichung seines Hauptwerk Le Monde,
“DANS CETTE SALLE LE 10 JUILLET 1940 das 1634 vollendet wurde, zurückgezogen. Galileo Galilei
80 parlementaires ont par leur vote affirmé leur attache- (1564-1642) war damals gerade für seine Arbeit verdammt
ment à la République, leur amour de la liberté et leur foi worden, die wie Le Monde das Kopernikanische heliozentri-
dans la victoire. Ainsi s’acheva la IIIe République” sche Modell des Sonnensystems stützte. Daher ging Descar-
Es steht freilich nicht auf dieser Tafel, daß 60 Länder – tes auf Nummer sicher.
einschließlich der USA und der Sowjetunion – Botschafter Robert Faurisson ist angesichts des auf ihn durch Frankreichs
nach Vichy geschickt hatten, diese Regierung also aner- Juden ausgeübten Druckes bezüglich seiner Haltung keinen
kannt hatten. Kompromiß eingegangen, ganz im Gegenteil. Er widersetzt
3. Hotel du Parc: Es gibt dort kein Anzeichen, daß Marschall sich weiterhin dem Aberglauben und bevorzugt die Rationa-
Pétain dort bis zum 17. August 1944 in einfachem Stil ge- lität, weil er Voltaires Tradition, orthodoxe Meinungen her-
lebt hatte, als er von den Deutschen verhaftet und nach auszufordern, vollständig angenommen hat. Ebenso wie Vol-
Deutschland gebracht wurde. Der kleine Wohnplatz, wo taire beklagt sich auch Faurisson nicht über seine Verfol-
er lebte, ist geschlossen, und kein Besuch ist möglich. Ein gung.
Mann wurde während der 1960er Jahre dort festgenom- Für Revisionisten, die die Konsequenzen gesetzlicher und
men, weil er kleine Plakate angebracht hatte, die besagten, sozialer Verfolgung durch Akademiker, Politiker und die
daß Marschall Pétain dort 1940-44 gewohnt habe. Jetzt ist Medien fürchten, ist es tröstlich zu wissen, daß Voltaire
dort eine Tafel von Klarsfeld angebracht: (1694-1778) elf Monate in der berüchtigten Bastille ver-
“Dieses ist der Platz, wo Pétain sich entschloß, Juden in brachte, ins Exil nach Holland, England und Preußen ging
den Tod nach Auschwitz zu schicken.” und sich schließlich in der Schweiz niederließ, weil sein
Faurisson schlußfolgert daher: “Vichy-Auschwitz.” Heimatland Frankreich ihn nicht mehr haben wollte.
Im September 1989 wurde Faurisson im Park von drei jungen Man kann annehmen, daß Voltaires Widerstreben, Hypothe-
jüdischen Strolchen überfallen. Ein junger Fischer am Fluß sen und Theorien ohne irgendwelche empirische Eingabe zu
nahebei hörte die Schreie und rettete Faurisson. Später be- akzeptieren, auf die Zeit zurückgeht, die er in England ver-
kannte der junge Mann, es täte ihm leid, Faurisson gerettet zu bracht hatte. Dort brachten John Locke (1632-1704) und
haben. Isaac Newton (1642-1727) die Gemüter derer in Wallung, die
Es ist ermutigend zu wissen, daß die französische Lobby, die über die physische Welt mehr erfahren wollten. Diese wie-
seit Jahrzehnten Faurisson fest im Visier hat, zum Scheitern derum waren von Johannes Kepler (1571-1630) beeinflußt
verdammt ist, allerdings nicht, weil sie es an Versuchen worden, der seinerseits die astronomischen Berechnungen
mangeln ließe. Faurissons Wissen, seine Sorgfalt, sein beein- Tycho Brahes (1546-1601) benutzte und entdeckte, daß die
druckendes Archiv in Sachen ‘Holocaust’ können von jenen, Planetenbahnen elliptisch waren, im Gegensatz zu Nicolaus
die das ‘Holocaust’-Dogma aufrecht erhalten, nicht herausge- Kopernikus (1473-1543), der noch am Dogma der kreisför-
fordert werden. migen Planetenbahnen festgehalten hatte.

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Dem ähneln auch Robert Faurissons Hintergrund und Erfah- Zweck dessen womöglich war, leichtgläubige Zuschauer mit
rungen. Aufgrund seiner schottischen Mutter kann er für sich historischer Propaganda und ausgesprochenen Lügen zu ma-
eine halb-britische Herkunft geltend machen, weshalb er den nipulieren. Nur wenige, die den Film sahen, erkannten den
Wert empirischer Untersuchungen zu schätzen weiß. Ende anti-deutschen Haß, der von ihm ausging.
der 1970er Jahre strich er mit den Fingern über das Innere Die Tatsache, daß Fritjof Meyer nun den Standort Au-
der Verbrennungsöfen im Krematorium I von Auschwitz und schwitz-Birkenau als Tatort der Menschengaskammern außer
entdeckte, daß dort kein Ruß abgelagert war. Unter anderem Betrieb setzte, wie es van Pelt 1996 für das Stammlager Au-
dieser physische Test ließ ihn zu dem Schluß kommen, daß schwitz getan hatte, hebt die Unerheblichkeit von vielem
das, was als authentische Krematoriumsöfen ausgegeben hervor, was Faurisson als geschäftigen Kleinkram bezeich-
wurde, in Wirklichkeit Nachkriegsrekonstruktionen waren. net. Meyer veröffentlichte seine sensationelle Behauptung im
Zwei Jahrzehnte später versuchte David Irving während sei- Jahr 2002 in der Mai-Ausgabe des Magazins Osteuropa. Den
nes Verleumdungsprozesses gegen Deborah Lipstadt in Lon- Standort der Menschengaskammern, der eigentlichen
don, “die Rekonstruktion des Krema I anzuführen, aber Rich- Mordwaffen, die Faurisson chemische Riesenschlachthäu-
ter Gray erwiderte ‘uns interessiert hier nicht, was nach dem ser nennt, nach außerhalb des Konzentrationslagers Au-
Krieg passierte’, was mich ziemlich überraschte, und ich lies schwitz zu verlegen, in zwei (frei erfundene) Bauernhäuser
die Angelegenheit fallen.” (Irving in einer Email vom 26. und die Gesamtzahl der Vergasten auf rund 350.000 Juden
Oktober 2003 an Töben) zu reduzieren, ist ein Problem für orthodoxe ‘Holocaust’-
Historiker.
Geschäftige Arbeit und definitive Resultate Obgleich die großen Medien der Welt Fritjof Meyers Zuge-
Faurisson rät Anfängern des Revisionismus immer, einfach ständnisse kaum veröffentlicht haben, taten die Revisionisten
vorzugehen und sich nicht in zu vielen Einzelheiten zu ver- ihr Bestes, diesen Artikel zu zerpflücken. Faurisson teilte
lieren, so wie es etwa bei Charles Provan der Fall war. Revi- Ingrid Zündel am 2. Oktober 2003 in einer Email mit:
sionisten waren während der 13. Revisionistischen Konfe- “Die revisionistische Gemeinde reagierte in der Tat
renz des IHR überrascht, als sie hörten, daß das Auschwitz- schnell und hart auf F. Meyers Artikel, der in Osteuropa
Museum Provan die Erlaubnis gegeben hatte, eine detaillierte vom Mai 2002 veröffentlicht worden war. Zunächst gab es
Studie der Decke des Krematoriums II in Birkenau zu ma- einen regen Austausch von Emails und Briefen; so schickte
chen, das Objekt von Faurissons Spruch “Keine Löcher, kein ich darüber Ernst [Zündel] einen Brief am 14. August
Holocaust”. Natürlich war Provans Studie nichts anderes als 2002, um nur ein persönliches Beispiel zu nennen. Dann
geschäftige Arbeit, und seine Schlußfolgerung, daß es Men- wurden viele Artikel veröffentlicht. Nation & Europa veröf-
schenvergasungen gegeben habe, bleibt unerheblich. Seine fentlichte drei Artikel im September 2002, November-
Arbeit hat weder die Pionierarbeit Leuchters noch Germar Dezember 2002 und Januar 2003. Mark Weber veröffent-
Rudolfs Das Rudolf Gutachten ersetzt, noch wurde es von lichte einen Artikel in The Journal of Historical Review im
den Anhängern des orthodoxen ‘Holocaust’ akzeptiert, die Mai-August 2002 (genauer gesagt im November). Germar
schon zu oft Arbeiten, die die Vergasungslüge unterstützte, Rudolf erwähnte oder kommentierte die Angelegenheit F.
ablehnen mußten, wie etwa das 1995 erschienene Buch Sto- Meyer in drei Artikeln (Robert Faurisson, Germar Rudolf,
ker des Australiers Donald Watt. Es wurde von Simon & C. Mattogno) unter dem allgemeinen Titel ‘The Dwindling
Schuster herausgegeben und hat den Untertitel The Story Of Death Toll’ in The Revisionist vom Februar 2003 [und in
An Australian Soldier Who Survived Auschwitz-Birkenau. den Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung vom
Der Versuch, solchen Unsinn als Tatsache, als eine historisch Dezember 2002]. Eine Anzahl anderer Revisionisten wie
genaue Autobiographie zu verkaufen, ging schwer daneben. Fredrick Töben, Bob Countess, Serge Thion oder Halbre-
Ein Satz auf der Umschlagrückseite illustriert, wie die ‘Holo- visionisten wie David Irving diskutierten diese Angelegen-
caust’-Lobby in ihrem fieberhaften Wahn versucht, die Welt heit im Internet und anderswo.”
zu täuschen: Dieses gewaltige Zugeständnis Fritjof Meyers an die Revi-
“Erst jetzt, 50 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs, sionisten ist vergleichbar mit dem Zugeständnis Dr. Martin
hat Don Watt seine Erfahrungen aus der Kriegszeit bewäl- Broszats vom Institut für Zeitgeschichte in München genau
tigt und offenbart die ganze Geschichte – eine Leidensge- 42 Jahre vorher. Broszat erklärte damals in einem Brief an
schichte, von der er niemandem erzählt hatte, nicht einmal Die Zeit, daß niemand im Konzentrationslager Dachau ver-
seinen nächsten Familienmitgliedern.” gast worden sei, was dem widersprach, was damals als ‘All-
Das Adelaide Institute war zur Stelle, um die Tatsachen- gemeinwissen’ unter Historikern galt, was aber bis heute
Behauptungen des Buches als Erfindungen zu widerlegen, noch nicht der allgemeinen Öffentlichkeit bekannt ist.
und das war womöglich Mitursache, daß orthodoxe ‘Holo- Dachau wurde im Jahr 2003 für viele Millionen Euro reno-
caust’-Gläubige Watts Geschichte ablehnten, noch bevor ir- viert, wobei auch die unsinnige Tafel entfernt wurde, die an-
gendwelche Kritik von anderen ‘Holocaust’-Ungläubigen gab, daß der Häftlingsduschraum eine Gaskammer gewesen
aufkam. Mit Hilfe von Faurisson und seiner systematischen sein soll, die allerdings nie als solche benutzt worden sei.
Behandlung des Themas war es uns möglich, das Buch als Wie diese neue ‘Investition’ in Dachaus Renovierung von
reine Erfindung zu entlarven. Es erinnerte uns stark an der allgemeinen ‘Holocaust’-Industrie in Deutschland aufge-
Schindlers Liste, den Film aus dem Jahre 1994, der auf dem nommen wird, muß sorgfältig beobachtet werden.
Roman des Australiers Thomas Keneally Schindler’s Ark ba-
siert. Dieser wurde anfangs auch als historische Tatsache Lex Faurissonia
verkauft, bis nachgewiesen wurde, daß er reine Fiktion war. Die Behauptung, daß Dachau eine Gaskammer hatte, stammt
Die Tatsache, daß der Film während der besten Sendezeit im von einem Film, der während des Nürnberger Militärtribu-
Privatfernsehen in Australien ohne jegliche Werbeunterbre- nals gezeigt worden war. Es handelte sich um einen amerika-
chungen gezeigt wurde, ließ Bedenken aufkommen, ob der nischen Propagandafilm, der einen Mann zeigt, der in der an-

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geblichen Gaskammer steht und eine Geschichte erzählt. Dies fährliches intellektuelles Abenteuer – besonders in Frank-
wurde vom Tribunal als Beweis zugelassen und gilt bis zum reich, Deutschland, Österreich, Schweiz, Kanada, usw.”
heutigen Tage als geschichtliche ‘Tatsache’, die in Frank- In einer anderen Email an Ingrid Zündel vom 21. Oktober
reich durch das Strafgesetz geschützt ist. 2003 verdeutlichte Robert Faurisson seine Ansicht, daß die
Langsam, nur zu langsam wurden die orthodoxen ‘Holo- Revisionisten einen benachteiligten Kampf führen:
caust’-Historiker gezwungen zuzugeben, daß sich deren ur- “Liebe Ingrid,
sprüngliche ‘Holocaust’-Geschichte nicht auf Tatsachen Vielleicht interessiert Dich obiger Artikel, den ein Sven Fe-
stützt und daß es mit Faurissons Worten eine glatte, gesetz- lix Kellerhof am 28. August 2002 [...] in Die Welt veröf-
lich geschützte Lüge ist. Faurisson konnte nicht akzeptieren, fentlichte mit dem Titel: ‘Linksliberaler Kronzeuge für Ho-
daß diese Geschichtsepoche vom vernünftigen Denken aus- locaust-Leugner’. Du siehst an dem Datum, daß Kellerhof
genommen wird und daß es mit dem Aberglauben des ‘Heili- schon vor mehr als einem Jahr erklärt hat, daß Revisioni-
gen Urteils von Nürnberg’ ersetzt wurde. Während des ersten sten versuchen, Fritjof Meyers Artikel ‘auszuschlachten’
Zündel-Prozesses im Jahre 1985 in Toronto versuchte der (der Artikel wurde 2002 in der Mai Ausgabe von Osteuropa
bekannte ‘Holocaust’-Historiker Raul Hilberg zu erklären, veröffentlicht).
wie solch ein massives Unternehmen, Millionen von Leuten Wie ich Dir bereits mitteilte, hast Du also wieder einen
zu töten, ohne einen Hitler-Befehl, ohne Plan und Budget Beweis dafür, daß wir Revisionisten schnell auf den Artikel
sowie ohne Mordwaffe hatte durchgeführt werden können. F. Meyers reagierten. Nun, selbst wenn dies nicht von einer
Er behauptete, daß es durch ein “unglaubliches Zusammen- etablierten Zeitungen erwähnt worden wäre, so wäre dies
treffen der Absichten” ausgeführt worden sei. nicht unser Fehler gewesen. Ich könnte Dir sehr viele Bei-
Faurisson stimmt zu, daß es unglaublich und unverständlich spiele nennen von Dingen, die wir entdeckten, die wir ver-
ist, aber genau deswegen weigert er sich, an den ‘Holocaust’ öffentlichten und die die etablierten Medien jahrelang
zu glauben. Er führt seinen Kampf gegen Aberglauben und nicht erwähnten. Ist das unser Fehler? Um nur ein Beispiel
gegen die französische jüdische Gemeinde, die weiterhin ge- zu nennen: Was ich 1978 über den Schwindel der soge-
gen ihn hetzt. Am 14. Juli 1990 erließ das französische Par- nannten ‘Gaskammer’ in Auschwitz I sagte, wurde erst
lament das Gesetz Fabius-Gayssot unter dem Vorwand, den 1995 von einem orthodoxen Historiker in einer etablierten
wachsenden Rassismus und Antisemitismus einzudämmen. Zeitschrift zugegeben. Ich mußte 17 Jahre warten, und
Dieses Gesetz verbietet es, die im Nürnberger Prozeß ‚festge- während dieser 17 Jahre wiederholte ich mich zu dem
stellten’ “Verbrechen gegen die Menschlichkeit” in Abrede Thema immer und immer wieder. Nun schau: der Artikel
zu stellen. Das Gesetz wird heute allgemein als Lex Fauris- von dem orthodoxen Historiker wurde kaum beachtet! Das
sonis bezeichnet. Faurisson berichtet ungerührt, wie man ei- ist unser Schicksal. ‘Habent sua fata libelli’: unsere
nen Monat oder ein Jahr Gefängnis oder eine 300.000 F Schreiben sowie unsere verzweifelten Handlungen haben
Geldstrafe bekommen kann und fügt dann lächelnd hinzu: ihr eigenes Schicksal. Vergegenwärtigst Du Dir, daß Paul
“Sei darum vorsichtig in Frankreich.” Rassinier, der 1967 starb, tatsächlich bereits ALLES We-
sentliche gesagt hat? Ist es sein Fehler, daß er fast ein hal-
Die Zukunft bes Jahrhundert nach seinem Tode hinsichtlich der eta-
Daß der Revisionismus nie enden wird, ist eine Tatsache, blierten Medien immer noch so erfolglos ist? Und wie ist es
denn jede denkende Person ist ein Revisionist. Vorausset- mit Ernst? Ist es überraschend, daß wir nicht die Niagara-
zung für jedes wirksame Denken ist ein freier Informations- fälle hinaufschwimmen können?
fluß. Jede Art Zensur des Informationsflusses wirkt automa- Beste Grüße. RF”
tisch lähmend auf die Gehirntätigkeit. Revisionisten stehen Die mächtige jüdische Lobby in Frankreich tut, was die jüdi-
vor dem Problem, daß die Anhänger der ‘Holocaust’-Lüge, schen Lobbies in anderen Ländern auch tun – sie versucht
keine Bemühungen scheuen, jegliche Debatte über dieses weltweit gesetzliche Knebel-Befehle in Kraft zu setzen, die
Thema im Keim zu ersticken. Bürgerliche Liberale zitieren dazu angelegt sind, offene Debatten über den ‘Holocaust’ zu
oft Voltaire, um Zensur und Einschränkungen der Redefrei- unterdrücken. Obgleich sie in vielen europäischen Ländern,
heit anzuprangern: “Ich lehne ab, was Du sagst, aber ich in Kanada und in Australien erfolgreich sind, so haben sie
werde bis zum Tod für Dein Recht eintreten, daß Du es sagen dennoch noch keinen völligen weltweiten Erfolg. Zum Bei-
darfst.” Dieses heutzutage berühmte Zitat wurde selbst einer spiel verteidigte sich die moslemische Radiostation “Radio
Prüfung unterzogen, und Robert Faurisson revidiert in sei- 786” in Südafrika im Jahr 2002 erfolgreich gegen eine gegen
nem Vorwort zu meinem Buch Where Truth Is No Defence, I sie gerichtete Beschuldigung von ‘Antisemitismus’ und
Want To Break Free (2001) die landläufige Ansicht: ‚Haßsprache der Holocaust-Leugner’, weil sie ein Gespräch
“In Wirklichkeit war es der Londoner Autor Stephen G. mit einem islamischen Geistlichen in London übertrug, in
Tallentyre (der richtige Name war Evelyn B. Hall), der in dem dieser angab, daß die sechs Millionen jüdischen Toten
The Friends of Voltaire (1906) die Haltung Voltaires im eine Übertreibung seien und daß es keine Menschengaskam-
Falle einer tiefgreifenden Unstimmigkeit mit einem Wider- mern gegeben habe.
part beschrieb: ‘Ich lehne ab was Du sagst, aber ich werde Dieser Fall aus Südafrika zeigt auch, wie Angst verfliegt,
bis zum Tod Dein Recht, es zu sagen, verteidigen, war sei- wenn Informationen unser Wissen vermehren. Der Impuls
ne gegenwärtige Einstellung’.” aus Südafrika ist ein hoffnungsvolles Zeichen, daß der Streit in
Faurisson meint, daß die Zukunft des Revisionismus klar ist: unseren Gerichtshöfen ausgefochten wird, aber nicht nur dort.
“Wir werden niemals gewinnen, denn Voltaire gewann nie- Der Kampf tobt auf allen Ebenen kultureller Aktivitäten.
mals in seinem Kampf gegen den Aberglauben, denn es ist
ein Kampf zwischen Vernunft und Glauben, der nie enden Schlußfolgerung
wird. Jedoch falls wir nie gewinnen, dann werden wir auch Wie es der ganzen ‘Holocaust’-Kontroverse geziemt, kommt
nie verlieren, und das ist das wirkliche Abenteuer – ein ge- ein neuer Antrieb zum Handeln aus jenem Land, das angeb-

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lich für dieses ‘ungeheure Massaker’ am jüdischen Volk ver- Ihre Initiative ist geschickt, und ich wünsche ihr vollen Er-
antwortlich ist – Deutschland. Horst Mahler ging einen Schritt folg. Ich lade alle Revisionisten ein, sich ihr anzuschließen.
weiter, indem er einen Verein von Personen gründete, die we- Sie haben mich zu Ihrer ersten Versammlung, die am 9.
gen ‘Holocaust-Leugnung’ angeklagt und von einem ‘rechts- November 2003 stattfinden wird, eingeladen. Das Datum
staatlichen’ System entweder zu Gefängnisstrafen verurteilt ist gut gewählt, denn es kennzeichnet in Europa den Jah-
worden waren, wie ich und andere in Deutschland, zu Geld- restag des Sturzes einer Tyrannei, die man für ewig halten
strafen (Frankreich) oder zu einem nicht-strafrechtlichen Urteil konnte. Der Ort ist ebenfalls wohl gewählt, denn der Name
wie etwa einem Maulkorb-Befehl in meinem Fall in Australien. ‘Vlotho/Weser’ ist verbunden mit dem Namen unseres
Anstatt eine Schlußfolgerung zu meinen obigen Überlegun- Freundes Udo Walendy, der sich so sehr für die Wieder-
gen über Robert Faurisson zu schreiben, ist es vielleicht in- herstellung der historischen Wahrheit und zugleich für sein
teressanter, Robert für sich selbst zu Wort kommen zu lassen. deutsches Vaterland gemüht hat.
Er hat die revisionistische Lage in einer Form zusammenge- Sehr gerne würde ich mich zu dieser Versammlung bege-
faßt, die ihn zu einem der hervorragendsten Revisionisten der ben, aber ich denke, daß die deutsche Polizei unverzüglich
Welt machte. Im folgenden ist seine Antwort auf das, was zu meiner Verhaftung schreiten würde: Ich habe aber zu-
Horst Mahler in jenem Land zu tun versucht, wo die ‘Holo- viel Arbeit, um Ferien zu machen, sei dies auch in einem
caust’-Hysterie fröhliche Urstände feiert, der Bundesrepublik deutschen Kerker.
Deutschland: Ich schenke, wenn es um die Freiheit der Geschichtsfor-
“Professor Robert Faurisson, geboren 1929, hat moderne schung geht, der französischen Polizei und Justiz kein Ver-
und zeitgenössische französische Literatur an der Sorbon- trauen und noch weniger der deutschen Polizei und Justiz.
ne und an der Universität von Lyon gelehrt, wo er sich auf Offen gestanden, heutzutage bietet kein Land der Welt den
die ‘Kritik von Texten und Dokumenten (Literatur, Ge- Revisionisten mehr sicheres Asyl. Selbst China, Japan,
schichte, Medien)’ spezialisiert hat. Rußland dienen Mammon oder fürchten ihn und dienen
In den 70er Jahren hat er bewiesen, daß die angeblichen ihm damit indirekt. Die Vereinigten Staaten, trotz der Exi-
Nazi-Gaskammern aus physikalischen und chemischen stenz des 1. Verfassungszusatzes, und Kanada haben gera-
Gründen unmöglich existiert und funktioniert haben kön- de am Beispiel der Ernst Zündel auferlegten grausamen
nen. Als erster in der Welt hat er die Pläne jener Räum- Behandlung gezeigt, zu welchem Grad von Ungerechtigkeit
lichkeiten in Auschwitz veröffentlicht, von denen bis heute sie hinabsinken können, um Mammon zu gefallen. Ernst
fälschlicherweise behauptet wird, daß sie als Gaskammern Zündel ist eine Heldengestalt des deutschen Volkes, ein
zur Tötung gedient haben. außerordentlicher Mensch, den man bewundern muß, wenn
1988 sind die Entdeckungen des Professors dank einer von man ihn wirklich kennt.
dem Deutschkanadier Ernst Zündel veranlaßten Untersu- 1999 habe ich ein Werk von mehr als 2000 Seiten auf fran-
chung durch den Amerikaner Fred Leuchter bestätigt wor- zösisch veröffentlicht, das einige meiner Schriften von
den; letzterer ist Fachmann für Hinrichtungsgaskammern, 1974-1998 zusammenfaßt. Dieses Werk beginnt mit einem
wie sie in den amerikanischen Strafanstalten benutzt wer- ‘In Memoriam’, in dem ich unter den Verstorbenen an
den, sowie Verfasser eines Gerichtsgutachtens über die Franz Scheidl, Hellmut Diwald und Reinhold Elstner erin-
angeblichen Hinrichtungsgaskammern von Auschwitz und nere. Zu letzterem erinnere ich daran, daß er sich am 25.
Majdanek. Anfang der 90er Jahre wurden die Schlußfolge- April 1995 in München selbst verbrannt hat zum Zeichen
rungen dieses berühmten ‘Leuchter Reports’ ihrerseits von des Protestes gegen die über sein Volk vergossene ‘Niaga-
dem damals am Max-Planck-Institut für Festkörperfor- raflut von Lügen’. Die letzten Worte dieses ‘In Memoriam’
schung in Stuttgart tätigen deutschen Chemiker Germar sind die folgenden:
Rudolf bestätigt, ebenso wie durch den österreichischen ‘Möge es [mein Buch] sich auch als eine Bezeugung der
Ingenieur Walter Lüftl, damals Präsident der Österreichi- Ehrfurcht vor den wahren Leiden aller Opfer des Krieges
schen Ingenieurkammer, sowie durch den Ingenieur Wolf- von 1939 bis 1945 lesen, gleich ob diese Opfer zum La-
gang Fröhlich, einem Fachmann für Desinfektions- ger der Sieger gehörten, die man beweihräuchert, oder
Gaskammern. zu dem der Verlierer, die man nicht aufhört zu demütigen
Als Folge ihrer Entdeckung haben Robert Faurisson, Ernst und zu beleidigen, seit bald einem halben Jahrhundert.’
Zündel, Fred Leuchter, Germar Rudolf, Walter Lüftl und Ich erinnere daran, daß diese Worte von 1998 stammen.
Wolfgang Fröhlich einen bedeutsamen Tribut an die ge- Seit fünf Jahren hat sich die Lage nur verschlimmert. Die
richtliche und außergerichtliche Verfolgung zahlen müs- Niagaraflut von Lügen hat sich nur verbreitert und ver-
sen. Wie viele Revisionisten vor ihnen, haben sie, je nach stärkt. Wir haben nicht das Recht, die Arme zu kreuzen,
Fall, eine zerstörte Karriere, Schläge und Verletzungen, und unter Schweigen das Ausmaß des Schadens zu be-
Verurteilungen durch die Gerichte, Geldstrafen und Exil trachten. Wir müssen handeln und reagieren.
erleben müssen. Zur Stunde befindet sich Wolfgang Fröh- Das ist, was Sie zu tun versuchen.
lich im Gefängnis in Wien, und Ernst Zündel ist in Toronto Wie alle anderen weiß ich nicht, wie groß die Erfolgsaus-
in einer Hochsicherheits-Zelle inhaftiert – unter rechtli- sichten dieses Versuches sind, aber ich möchte persönlich
chen und physischen Bedingungen, die ‘Guantanamo’ ent- daran teilhaben, wie verschieden auch die Meinungen oder
sprechen. Einschätzung sein mögen, die die Kämpfer für die gleiche
Sache in Widerspruch zueinander bringen können.
Gleich nachdem ich von der Existenz Ihres ‘Vereines zur Im Dezember 1980 habe ich das Ergebnis meiner For-
Rehabilitierung der wegen Bestreitens des Holocaust Ver- schung in einem Satz von sechzig französischen Worten zu-
folgten’ erfahren hatte, habe ich darum gebeten, in diese sammengefaßt. Diesen Satz habe ich bei Radio Europe I
Vereinigung aufgenommen zu werden, und Ihnen meinen vorgetragen, nicht ohne ihm die folgende Warnung vor-
finanziellen Beitrag gesandt. hergehen zu lassen: ‘Achtung, zu keinem dieser Worte bin

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ich durch politische Sympathie oder Antipathie inspiriert ausmachen, eine einzige Begebenheit, die die Juden ‘Holo-
worden.’ Hier ist der Satz: caust’ oder ‘Shoah’ nennen, nicht bezweifelt werden darf,
‘Die sogenannten Hitlerischen Gaskammern und der so- und dieses unter Androhung von Gefängnis und Geldstra-
genannte Genozid an den Juden bilden ein und dieselbe fen, Schadensersatz, gerichtlich erzwungener Veröffentli-
Geschichtslüge, die eine gigantische finanzpolitische chung der ausgesprochenen Verurteilung, Berufsverbot,
Gaunerei erlaubt hat, deren Hauptbegünstigte der Staat usw. Dies ist ein unzulässiges Privileg, und wir verlangen
Israel und der internationale Zionismus, und deren die Abschaffung dieses Privileges.
Hauptopfer das deutsche Volk – nicht aber seine führen- Das ist ein einfaches, klares, beschränktes Ziel.
den Politiker – und das gesamte palästinische Volk sind.’ Für mich ist und darf der Revisionismus nicht die Angele-
Dreiundzwanzig Jahre alt, bedarf dieser Satz, so glaube genheit einer Ideologie sein, sondern eine Angelegenheit
ich, keiner Änderung. der Methode, die größtmögliche Akribie zu erreichen.
Man hat mich beschuldigt, antijüdisch zu. In Wirklichkeit Es ist die Akribie in der Geschichtsforschung, nach der ich
will ich den Juden nichts Böses. Was ich fordere, ist das trachte und damit nach der Abschaffung von allem, was
Recht, über Juden mit ebensoviel Freiheit zu reden, wie ich das freie Streben nach dieser Akribie behindert.
zum Beispiel das Recht habe, über Deutsche zu reden. Und Alle meine Wünsche begleiten Sie.
ich verlange, daß den Juden das Recht genommen wird, Professor a.D. Dr. Robert Faurisson
mir Böses zu tun, sei es körperlich (ich habe von ihnen zwi- 10, Rue de Normandie
schen 1978 und 1993 zehn Überfälle erlitten), sei es mittels F-03200 VICHY
eines Sondergesetzes, das sie schließlich am 13. Juli 1990 Frankreich
durchgesetzt haben, und das wir in Frankreich das ‘Gesetz 0033-4-70-32-38-96”
Fabius-Gayssot’, ‘Gesetz Faurisson’ oder ‘antirevisionisti-
sches Gesetz’ nennen. Es ist skandalös, daß unter Milliar- Aus dem Englischen übersetzt von Fabian Eschen.
den von Begebenheiten, die die Geschichte der Menschheit

Dirigent der Genauigkeitssymphonie


Von Ernst C.F. Zündel

Ernst Zündel schrieb diesen Beitrag am 5. Dezember 2003 im seine Reverenz erweist, ist ein schlagender Beweis dafür, daß
GULag von Rexdale, Ontario, Volksrepublik Kanada, in ei- der historische Revisionismus seinem Wesen nach eine Me-
ner Einzelzelle, wo er als politischer Gefangener der kanadi- thode der Geschichtsschreibung und kein politisches Unter-
schen Behörden inhaftiert ist. Sein Aufenthaltsort ist das To- fangen darstellt. Sowohl Zündel als auch Faurisson bestehen
ronto-West Detention Center, 111 Disco Road, Box 4950, hartnäckig auf einer freien und offenen Debatte auf dem
Rexdale, Ontario, Canada MAW 1M3. Seine jüdischen An- Markt der Ideen, darunter auch über die Holocaust-
kläger unterstellen, er stelle eine “Bedrohung für die nationa- Geschichte. Mit dieser verbindet sich die sehr reale Tragödie
le Sicherheit” der kanadischen Nation dar. Der Grund dafür vieler unschuldiger Männer, Frauen und Kinder, aber auch
ist die Website Zundelsite.org; diese wird von seiner Frau in die wirkliche Schuld zahlreicher Juden, welche Gesetze ge-
den USA betreut, einem Land, wo man immer noch die Frei- brochen und Intrigen gegen rechtmäßige Regierungen ge-
heit besitzt, die jüdische Holocaust-Geschichte in Frage zu schmiedet, Missetaten und Sabotage begangen, sich auf
stellen – im Gegensatz zu Staaten wie Kanada, der BRD und Schwarzmarktgeschäfte und Geldwäscherei eingelassen und
Frankreich, die sich der Neuen Weltordnung bereits völlig die revolutionären Umtriebe des Bolschewismus offen unter-
unterworfen haben. In den letztgenannten drei (sowie mehre- stützt haben. Faurisson und Zündel können ein Lied über die
ren anderen) Staaten treiben Holocaust-Inquisitoren ihr Un- Rachsucht der “Holocaust”-Industrie singen, da sie diese in
wesen, und deren Opfer riskieren, für längere Zeit hinter Git- Frankreich, Deutschland und Kanada am eigenen Leib zu
ter zu verschwinden. spüren bekamen. Beide möchten gerne recht alt werden und
In einer düsteren, freudlosen Gefängniszelle in Kanada, das noch persönlich erleben, wie führende Wissenschaftler, Politi-
sich doch rühmt, ein moderner, demokratischer, liberaler ker und Medienleute endlich einräumen, daß die Revisionisten
Mitgliedstaat der Vereinten Nationen zu sein, schrieb der mit ihrem Slogan “No holes? No Holocaust!” recht hatten.
weiland aus Deutschland emigrierte Ernst Zündel die folgen- Robert H. Countess
de begeisterte Huldigung an die wissenschaftliche For-
schungsarbeit und den unbeugsamen Mut Prof. Dr. Robert Ich habe erfahren, daß Du [Robert Countess] eine Festschrift
Faurissons. Dieser wurde in Frankreich zwar von jüdischen für meinen Freund und Mentor Robert Faurisson herauszu-
Strolchen zusammengeschlagen, aber er kam bisher nie hin- geben gedenkst. Dafür danke ich Dir von ganzem Herzen; ich
ter Gitter, auch wenn er unzählige Male als Angeklagter bei kenne niemanden, der eine solche Anerkennung mehr ver-
Prozeßfarcen vor Gericht stand, bei denen es ihm stets ver- dient als Dr. Faurisson!
wehrt wurde, Sachbeweise für seine Thesen vorzulegen oder Irgendwann in der zweiten Hälfte der siebziger Jahre erhielt
Entlastungszeugen aufzubieten. Daß in dieser Festschrift der ich ein schlecht gedrucktes einseitiges Flugblatt in deutscher
Gewissensgefangene Ernst Zündel, ein Mann der Rechten, Sprache, an das ich mich erinnere, als sei es gestern gewesen.
Robert Faurisson, einem Mann der Linken und Atheisten, Kurz und bündig, logisch und schnörkellos wurden da die

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Gründe dafür dargelegt, warum Dr. Faurisson nicht mehr an Neid und Abneigung entgegenschlugen und über mich die
die Gaskammern glaubte. Der Übersetzer hatte gute Arbeit wildesten Gerüchte kursierten.
geleistet! Ich behielt das Flugblatt eine Weile lang auf mei- Wie ich mich heute erinnere, erwog ich all dies sorgsam,
nem Schreibtisch, las es zwei- oder dreimal täglich, grübelte während ich versuchte, eine feste Beziehung mit dem franzö-
darüber nach und dachte mir: “Das ist es also!” sischen Professor aufzubauen, der mein Mentor werden soll-
Ich faßte den Entschluß, diesen französischen Professor zu te, und zusätzliche Informationen von ihm zu erlangen.
treffen. Auf dem Flugblatt stand freilich keine Adresse, we- Nach und nach kam es zur Zusammenarbeit, und als die ka-
der die von Faurisson noch die der Verbreiter! Ich machte nadische Justiz im Jahre 1983 formell Anklage gegen mich
mich auf die Suche nach dem Mann, indem ich bei einer Rei- erhob, wandte ich mich in einem Schreiben an Dr. Faurisson,
he führender politischer Aktivisten in Europa anfragte. unterrichtete ihn über die einzelnen Anklagepunkte und frag-
Es dauerte nicht allzu lange, und ich war im Besitz der An- te ihn, ob er gewillt sei, als mein Hauptberater zu wirken und
schrift sowie zusätzlicher, ausführlicherer Informationen. beim Prozeß als Zeuge aufzutreten. Er antwortete mit ja – zur
Dann veröffentlichte Thies Christophersen [der inzwischen Bestürzung gewisser Leute und erst recht zum Erstaunen vie-
verstorbene Herausgeber der Auschwitz-Lüge; d. Hg.] in sei- ler Wissenschaftler, für die ich bestenfalls auf Publizität er-
ner kleinen Zeitschrift Die Bauernschaft einen Beitrag von picht und ein “intellektuelles Fliegengewicht” war.
Dr. Faurisson. In außergewöhnlich klarem, leicht verständli- Dr. Faurisson wohnte der ersten Anhörung im Juni 1984 bei.
chem Stil lieferte er dort weitere Informationen und Erklä- Damals hatte ich einen Anwalt, der in dieser Sache nicht son-
rungen. Ungefähr zur selben Zeit, es war im Jahre 1979, er- derlich engagiert war und bloß über bescheidene Fähigkeiten
hielt ich eine Einladung zu einer Konferenz, die in Kaliforni- verfügte. Ich kann nicht leugnen, daß sowohl Faurisson als
en auf dem Gelände der Northrop University stattfinden und auch ich selbst über seine dürftige Leistung bei dieser Anhö-
bei der sich revisionistische Autoren ein Stelldichein geben rung verstimmt waren.
sollten. Angekündigt waren Dr. Faurisson, Thies Christo- Man kündigte mir einen Prozeß an, und ich versprach Fauris-
phersen, Udo Walendy, Prof. Arthur Butz sowie zahlreiche son, bis dann einen engagierteren und tüchtigeren Verteidiger
andere bekannte revisionistische Forscher. Ich entschied zu rekrutieren. Glücklicherweise fand ich diesen in Gestalt
mich zur Teilnahme an dieser Konferenz. Das Schicksal hatte Doug Christies aus Westkanada, dem als Partnerin Keltie
es so gewollt, und mir stand eine große Überraschung bevor! Zubko zur Seite stand. Bei den Vorbereitungen arbeiteten
Dr. Faurisson war nach seinem langen Flug völlig erschöpft, beide vorzüglich mit Faurisson zusammen, wobei sie eine Li-
und jemand mußte den Text seines Referats vorlesen. Aus ste der zu ladenden Zeugen erstellten und die Strategie für
mir bis heute unbekannten Gründen fiel diese Ehre mir zu! den Prozeß entwarfen. Meine Rolle war die des Beschuldig-
Dabei muß man wissen, daß ich keine Gelegenheit gehabt ten, gegen den sich der ganze Haß richtete – ein Haß, als des-
hatte, den Text zuerst für mich zu lesen: Man händigte ihn sen Verbreiter die Medien wirkten. Ich war der Verfasser ei-
mir aus und führte mich schnurstracks zum Rednerpult. nes Dramas, das sich nicht in einem Theater, sondern in ei-
Man kann sich nur schwer vorstellen, wie groß meine Ver- nem Gerichtssaal abspielte, und bei dem das Zeugenpult als
blüffung war, als ich einige der dort figurierenden techni- Bühne diente!
schen und architektonischen Zeichnungen zum ersten Mal in Regisseur des Dramas wurde Dr. Faurisson, Doug Christie
meinem Leben sah – Zeichnungen der Leichenhallen in Au- sein Assistent, und ich sorgte dafür, daß alles wie am Schnür-
schwitz-Birkenau, der Krematorien, der sorgfältig beschrie- chen ablief, daß die Zeugen rechtzeitig erschienen, die nöti-
benen Kremierungstechniken. All dies war für mich eine re- gen Dokumente erstellt wurden, wir alle ein Dach über dem
gelrechte Offenbarung und wirkte wie ein Blitz aus heiterem Kopf hatten und anständig aßen, vor allem aber, daß genug
Himmel. Besonders beeindruckt war ich von Faurissons Ar- Geld hereinfloß, um die Anwälte sowie die Reise- und Un-
gument, das Problem der angeblichen Menschentötungsgas- terbringungskosten der Zeugen zu bezahlen – kurzum, daß
kammern könne nun endlich auf streng wissenschaftliche Art jeder die ihm zugedachte Rolle erfüllte.
gelöst werden, und zwar mit technischen, forensischen Un- Mit geradezu schlafwandlerischer Sicherheit brachten wir
tersuchungen. Auf bloße Worte und emotionsbefrachtete den ersten Prozeß gemeinsam hinter uns; wir verloren ihn,
Aussagen vorgeblicher “Augenzeugen des Völkermordes” legten aber erfolgreich Berufung ein, und das oberste Ge-
könne man fortan verzichten. Statt dessen könne man sich richt Kanadas sprach mich schließlich frei. Ich wähnte, nun
auf konkrete materielle wissenschaftliche Daten stützen, die sei alles ausgestanden, doch schon nach wenigen Tagen
jedem ernsthaften Forscher zur Verfügung stünden. wurde ich von den kanadischen Justizbehörden erneut an-
Während ich diese Worte ablas, wußte ich: “Ernst Zündel, da geklagt.
haben wir es! Dieses quälende Problem läßt sich nun lösen.” Der zweite Prozeß begann im Januar 1988. Abermals kam
Somit wurde ich in jenen ungeheuer aufregenden Augenblik- Faurisson nach Toronto und übernahm die Rolle des Regis-
ken gewissermaßen Faurissons Jünger, und ich bin es bis seurs. Zusammen machten wir den US-Hinrichtungsexperten
heute geblieben. Fred Leuchter ausfindig. Barbara Kulaszka, eine brillante,
Dr. Faurisson war ein Mann der Linken. Er war gewarnt wor- bienenfleißige Anwältin, stieß ebenfalls zu unserer Mann-
den, daß ich ein Rechter sei, ja noch schlimmer: daß ich eine schaft, und der Rest ist, wie es so schön heißt, “Geschichte”.
aufrichtige, meiner Meinung nach freilich rationale Bewun- Im Februar 1988 reiste Fred Leuchter zusammen mit einigen
derung für Adolf Hitler hege. Um das Maß voll zu machen, Helfern nach Polen; dort untersuchte er die angeblichen Men-
hatte ich ferner Bücher wie Die fliegenden Untertassen der schentötungsgaskammern von Auschwitz-Birkenau, in denen
Nazis geschrieben bzw. verbreitet. Deshalb befürchtete der nach unermüdlich wiederholten Behauptungen von Dogmati-
eine oder andere, Dr. Faurissons Glaubwürdigkeit würde kern rund “vier Millionen jüdischer Märtyrer” von den Deut-
durch eine Zusammenarbeit mit mir Schaden nehmen. Mir schen ausgerottet worden sein sollen. In aller Eile erstellte er
war durchaus nicht entgangen, daß mir seitens mancher Leute sein heute berühmtes Gutachten in einer vor Gericht ver-
wegen meiner sozusagen unprogrammgemäßen Aktivitäten wendbaren Form. Das Leuchter-Gutachten wurde zu einer

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weltweiten Sensation und ist seither in viele Sprachen über- haftig großen Männer Europas in einer Epoche, wo nur sehr
setzt worden. wenige Menschen seines Kalibers die technischen Kenntnisse
Abermals wurde ich für schuldig befunden, und dieses Mal und den unbändigen Mut besitzen, sich zu erheben und den
wurde auch meine Berufung abgeschmettert. Insgesamt kam Feinden der wissenschaftlichen Geschichtsschreibung, den
ich elfmal hinter Gitter. Dr. Faurisson und ich hatten inzwi- Profiteuren der Holocaust-Industrie, die Stirn zu bieten. Prof.
schen eine sehr harmonische Beziehung entwickelt, die sich Dr. Robert Faurisson gehört zu den scharfsinnigsten Men-
im Verlauf unserer nun fünfzehnjährigen Bekanntschaft zu schen, denen ich je begegnet bin und ist absolut unbestech-
einer echten Freundschaft gewandelt hatte. Im August 1992, lich. Er ist wirklich ein Mann, für den die Genauigkeit sein
als der Oberste Gerichtshof Kanadas zu meinen Gunsten ent- modus operandi darstellt. Es ist für mich eine Ehre, ihn mei-
schied, war unsere Freude überwältigend! Die unerhörte nen Freund – ja sogar meinen teuersten Freund – nennen zu
nervliche Belastung und harte Arbeit, die von uns geopferte dürfen!
Zeit und die eingesetzten finanziellen Mittel hatten sich also Von meiner Gefängniszelle in Toronto, Ontario, wo ich in
gelohnt! Wir hatten über die Apostel des Hasses gegen An- Einzelhaft einsitze, möchte ich herzhaft rufen: “Alles Gute zu
dersdenkende gesiegt, und der Sieg schmeckte köstlich süß! deinem fünfundsiebzigsten Geburtstag, Robert! Ich erinnere
Doch der Kampf ging weiter. Er dauert bis zum heutigen Ta- mich noch sehr gut daran, wie die Haßprediger in den achtzi-
ge fort, an dem ich mit einem stumpfen Bleistift in einer fast ger Jahren über dich unkten: ‘Der wird nicht alt.’ Inzwischen
kahlen Gefängniszelle diese Worte zu Papier bringe. In tiefer bist du nun wirklich schon alt geworden, aber du hast nichts
Ehrfurcht und Demut verneige ich mich vor einem der wahr- von deiner Stärke und deiner Unbeugsamkeit verloren!”

Die Kula-Säule – Genauigkeit in Aktion


Analyse eines “zentralen” materiellen Beweises für die angeblichen
Menschengaskammern in Auschwitz-Birkenau: Michal Kulas acht dreifache Cyanid-
Drahtnetzeinführungssäulen
Von Dr. Robert H. Countess
Einführende Bemerkungen stigkeit, mit der er solche Fragen stelle, wolle er lediglich
“Zeige oder zeichne mir eine Nazi-Gaskammer” war die oft Hitler und den Nationalsozialismus rehabilitieren. Diese
wiederholte Forderung, die der französische Universitätspro- “Negationisten” – so muß ich sie nennen, weil sie auf so ne-
fessor Dr. Robert Faurisson in der einen oder anderen Form gative Weise gegen eine internationale wissenschaftliche Un-
seit dem 23. März 1974 geprägt hat, als er einen Brief an das tersuchung waren – bestehen darauf, daß das Nürnberger Tri-
Centre de documentation juive contemporaine in Paris sand- bunal die Existenz der Menschengaskammern eindeutig
te. nachgewiesen habe, und andere Gerichte beriefen sich später
In diesem Brief frug er, ob die Hitlerschen Gaskammern My- auf die “Offenkundigkeitsformel”.2
thos oder Wirklichkeit seien.1 Ich hörte ihn zu diesem Thema Natürlich akzeptiert Faurisson eine derartige Offenkundigkeit
reden, und er führte aus, die dort tätige, wunderbar koopera- für wissenschaftliche Aussagen wie etwa, daß Wasser bei
tive Dame habe ihm Bücher aus der Sammlung gebracht, in 0°C gefriert, aber weder damals noch heute, zu seinem 75.
denen Bilder von Haaren, Schuhen, Brillen, und Zähnen wie- Geburtstag, ist er willens hinzunehmen, daß die angeblichen
dergegeben sind. Faurisson bestand sanft auf Fotos der “Hit- Hitlerschen Gaskammern tatsächlich existierten, es sei denn,
lerschen [Menschen-]Gaskammern.” Sie gab schließlich zu, dies wird wissenschaftlich durch forensische Untersuchungen
daß sie damit nicht aufwarten könne. einer Gruppe von Technikern und Naturwissenschaftlern
Faurissons Fleiß beim Studieren der bestehenden Literatur festgestellt.
und der Primärquellen über Auschwitz sowie seine eigenen
Besuche der Stätten in Polen führten mit der Zeit zu zahlrei- Van Pelts The Case for Auschwitz
chen Reaktionen seitens der französischen Medien, jüdischer Nachdem die jüdischen Holocaust-Geschichtenschreiber Fau-
Holocaust-Geschichtenschreiber, Juristen, Politikern und risson über viele Jahre hinweg ignoriert hatten, stellte sich
Akademikern, die fast ausnahmslos aus persönlichen Angrif- einer von ihnen schließlich doch auf den Standpunkt, daß
fen bestanden, ja sogar aus Beschuldigungen, mit der Drei- Faurissons Forderung nach materiellen Beweisen nachge-

R. H. Countess, US-Bürger, 1937 geboren in Memphis, Tennessee; Ausbildung: BA, MA, PhD in
Religionswissenschaften (Dissertation über Altgriechisch); MLS in Geisteswissenschaften. Dr.
Countess lehrte an verschiedenen amerikanischen und europäischen Universitäten: Covenant
College, Tennessee State University, Northern Virginia Community College, University of Alaba-
ma in Huntsville, Alabama A&M University, Calhoun Community College, Oakwood College,
Christliche Universität Kiew, Tyndale Theological Seminary, Internationales Theologisches Semi-
nar Odessa. Er doziert an verschiedenen Universitäten in den USA, Südafrika, in Australien,
Deutschland, in der Ukraine und den Niederlanden. Mehr als 100 veröffentlichte Beiträge in ver-
schiedenen Zeitschriften; Gründer des Verlages Theses & Dissertations Press. Pensionierte
Standortpfarrer der US-Armee. Wohnhaft nahe Huntsville, Alabama.
Kontaktadresse: boblbpinc@earthlink oder POB 64, Capshaw, AL 35742.

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kommen werden müsse. Es handelte sich dabei um einen Auf Seite 206 des erwähnten Buches von van Pelt befindet
Akademiker mit einer Dissertation auf dem Gebiet der Ideen- sich eine (fehlerhafte) Übersetzung von Kulas Aussage vom
geschichte, einen niederländischen Juden namens Robert Jan 11. Juni 1945,6 worin er aus Anlaß des kommunistischen
van Pelt, der sich als “Professor für Architektur” bezeichnen Nachkriegsprozesses gegen den ehemaligen Lagerkomman-
läßt. danten Rudolf Höß seinen Vernehmern gegenüber jene tech-
Um Faurissons Herausforderung gerecht zu werden, hat Dr. nischen Angaben machte. Wie man es von einem Metallar-
van Pelt versucht, jenen materiellen Beweis dadurch zu beiter erwarten würde, gab Kula recht präzise Angaben über
schaffen, indem er eine axonometrische Zeichnung eines die Maße besagter Säulen, worauf ich noch zu sprechen
Leichenkellers erstellte, die tatsächlich recht beeindruckend kommen werde.
ist und die die berüchtigten dreifachen Zyklon B-Drahtnetz- Van Pelts Buch ist ein großes, hochtechnisches, sorgfältig
einschubvorrichtungen beinhaltet.3 Acht Stück sollen davon dokumentiertes, handwerklich ansprechendes und gut gebun-
angeblich gebaut worden sein, vier für jeden der Infektions- denes Werk mit vielen sehr guten Zeichnungen und Fotos,
leichenkeller der Birkenauer Krematorien II und III. Der pol- das aus mir zur Zeit unbekannten Gründen mit Steuergeldern
nische römisch-katholische Häftling Michal Kula behauptete von einem Universitätsverlag veröffentlicht wurde.
von sich, er habe diese Säulen zum Zwecke der Menschentö-
tung gebaut. Der Christ Kula gab somit an, Beihilfe zum Eine öffentlich zugängliche Debatte
Massenmord geleistet zu haben. Wenn eine solche Debatte geführt werden könnte, so würden
Van Pelts Darstellung der Kula-Säulen basiert allerdings we- die Äußerungen etwa wie folgte ausfallen: In Auschwitz-
der auf originalen Fotos oder Konstruktionszeichnungen, Birkenau gab es Menschengaskammern, die speziell zur An-
noch auf irgendwelchen anderen Dokumenten einer solchen wendung von Zyklon B konstruiert wurden, dessen Blausäu-
Tötungsvorrichtung, sondern lediglich auf einer “axonome- re Juden und andere Menschen tötete.
trischen Rekonstruktion” nach Kulas Zeugenaussage. Die Und auf der anderen Seite dieser Debatte würde Professor
Zeichnung auf S. 194 wurde von Marc Downing hergestellt, Faurisson materielle Beweise fordern, anstatt der Zeichnun-
und die auf S. 208 von Scott Barker. Beide Zeichnung sind gen, Skizzen oder Karikaturen.7 Ich kann nur spekulieren,
recht beeindruckend. was van Pelt auf der gegnerischen Seite der Debatte anbieten
Diese Zeichnungen stellen daher eine positive Antwort van würde, aber ich denke, er würde eben solche Zeichnungen,
Pelts auf Faurissons Forderung nach einem Foto oder einer Skizzen oder Karikaturen anbieten, vor allem aber würde er
Zeichnung einer Hitlerschen Gaskammern dar. Sie sind zu- die angebliche Augenzeugenaussage Michal Kulas (und an-
dem in dem Sinne zu loben, als van Pelt einen wissenschaft- derer) anführen, Zeugen also, die niemals von einem neutra-
lichen Versuch unternahm, der analysiert und bewertet wer- len Gericht außerhalb des Einflusses stalinistischer Schau-
den kann. prozesse ins Kreuzverhör genommen wurden.
Es wird aber gefragt werden dürfen, ob derartige Rekonstruk- Faurisson würde darauf bestehen, Kula in ähnlicher Weise
tionszeichnungen, die ausschließlich auf einer Aussage beru- ins Kreuzverhör nehmen zu können wie die Starzeugen in
hen, einen überzeugenden Beweis darstellen kön-
nen, zumal keine einzige dieser acht Säulen zu fin-
den ist und es auch keine andere Beweise, ja noch
nicht einmal irgendwelche Dokumente dazu in Au-
schwitz oder anderswo gibt, die auf ihre Authenti-
zität hin untersucht werden könnten.5 Warum soll
man zudem einem Häftling trauen, der zu 4½ Jah-
ren Haft verurteilt worden war? Würde er deswe-
gen etwa keinen Groll gegen seine deutschen
Häscher gehegt haben? Und war er nicht zudem
auch ein williger Helfer der polnischen kommunisti-
schen Behörden, als er am 11. Juni 1945 ihnen ge-
genüber seine Aussage gegen die Deutschen machte,
als er jene Säulen als so konstruiert beschrieb, daß
sie zur Ermordung Unschuldiger dienten?
Die jüdische Holocaustgeschichte enthält im all-
gemeinen die Standardbehauptung, die Mitglieder
des Häftlingssonderkommandos wären ebenfalls
vergast und kremiert worden, nachdem sie die ih-
nen zugewiesene Rolle des Vergasens und Kremie-
rens ihrer Mithäftlinge vollendet hatten, so daß es
keine überlebenden Zeugen des Mordes gegeben
habe. Man erzählt uns allerdings, Michal Kula ha- Zyklon B-Drahtnetzeinschubvorrichtung im Krematorium II, Au-
be vier Jahre im sogenannten anus mundi überlebt. schwitz-Birkenau: Diese Zeichnung befindet sich in einem Buch von
Wenn er heute noch am Leben wäre, würde uns Prof. van Pelt mit der Behauptung, sie sei allein aufgrund der Daten
Kula womöglich eine andere Geschichte erzählen, gezeichnet worden, die man den Bauzeichnungen der Krematorien
4
entnommen habe. Tatsächlich jedoch sind in keinem einzigen Do-
eine Geschichte, in der er eifrig mit den Deutschen kument irgendwelche Angaben über diese ominösen “Drahtnetzein-
kollaborierte, weshalb er bis zur Auflösung des schubvorrichtungen” zu finden. Prof. Dr. van Pelt ist ein Lügner
Lagers kurz vor dem Einmarsch der Roten Armee und Fälscher! (Ausschnittsvergrößerung der hineingefälschten Säule
am 27. Januar 1945 überlebte. hinzugefügt.)

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Toronto, Kanada, während des berühmten Dokumente von Kula in der
Gerichtsverfahrens gegen Ernst Zündel, als Auschwitzer Schlosserei
sich sowohl Dr. Rudolf Vrba als auch Ar- Van Pelt hätte die folgenden Angaben ma-
nold Friedman am Ende gezwungen sahen chen können, aber er unterließ es: Der ita-
zuzugeben, daß sie entgegen den Aussagen lienische Forscher Carlo Mattogno schrieb
in ihren Schriften und früheren Aussagen in seinem 2002 erschienenen Artikel, daß
keine Menschenvergasungen erlebt haben.8 der polnische Richter Jan Sehn anläßlich
Aber im Jahr 2004 wäre der 1913 geborene des Strafverfahrens gegen Rudolf Höß eine
Michal Kula 91 Jahre alt, und wenn er Liste der Auftragsnummern der Auschwit-
noch lebte, so erscheint es wenig wahr- zer Schlosserei anfertigte. Er stellte diese
scheinlich, daß er noch in der Lage sein lückenlose Liste am 25.7.1945 zusammen,
würde, Zeugnis abzulegen, geschweige sechs Wochen nach der Protokollierung
denn ins Kreuzverhör genommen zu wer- von Kulas Aussage vor Gericht.
den. Seit dem 28.10.1942 sind etwa 85 dieser
Arbeitsnummern der “Werkstättenleitung
Das Problem angeblicher Schlosserei” verzeichnet, wovon eine mit
“Augenzeugen” der Nummer 433 vom 20.5.1943 eine Ma-
Die erste zu stellende Frage ist natürlich: terialanforderung ist, ausgestellt von einem
Kann man Kula glauben? Was waren seine “Kula”, der darin als “Hersteller” bezeich-
Motive, sich den kommunistischen Behör- net wird. Er forderte darin zwei Stücke an
den als Zeuge anzubieten? Beauftragte das J.-C. Pressacs Zeichnung der
zwecks Reparierung von “kopl Verbin-
kommunistische Gericht eine kompetente von Michal Kula beschriebenen dungstücke für Gummischlauch.” Die An-
wissenschaftliche Untersuchungskommis- legendären “Zyklon B- forderung ist mit “Dringend” ausgewiesen
sion mit der Aufgabe, die Behauptungen Drahtnetzeinschubvorrichtung”. und war für eine Reparatur für Prof.
Kulas zu überprüfen? Wartete Kula oder Schumann benötigt, für dessen “Röntgen-
irgend jemand sonst mit technischen Zeichnungen, Bauplä- Station im F.L.” (Frauenlager im Lager Birkenau). Das Do-
nen oder anderen Dokumenten der deutschen Zentralbaulei- kument weist darauf hin, daß Kula die Arbeiten daran am
tung der Waffen SS und Polizei Auschwitz auf, aufgrund der 21.5.1943 vollendete.11
diese angeblich komplexen Geräte gebaut wurden bzw. mit Wenn Kula bezüglich der Herstellung der acht Gaseinfüh-
deren Hilfe die erforderlichen Materialien und Gelder be- rungssäulen für die Krematorien II und III wahrheitsgemäß
schafft wurden? Immerhin werden wir beständig von Leuten ausgesagt hätte, so hätte es dafür einen Auftrag der Schlosse-
wie van Pelt daran erinnert, es gäbe “Berge an Beweisen” rei geben müssen sowie eine Materialanforderung für große
und “Millionen von Dokumenten” zum Nachweis des NS- Mengen an gelochtem Blech in verschiedenen Ausführungen,
Verbrechens. Eisenwinkel und -anker, Schrauben, Bolzen und Muttern,
Es gibt allerdings ein Dokument, das Michal Kula beim Na- Schweißmaterial und vieles mehr. Mattogno hebt hervor, daß
men nennt. Kann man Kula also vertrauen, daß er am 11. Ju- sich van Pelt für diese mörderischen Materialien nicht hinter
ni 1945 die Wahrheit berichtete, oder hat er seine detaillierte einem Konzept der Geheimnistuerei verbergen kann, da es
Drahtnetzsäulen-Geschichte nur erfunden, um es seinen deut- unter den Auftragsscheinen auch Anforderungen für “gas-
schen Häschern heimzuzahlen? dichte Türen” für dieselben Krematorien gibt, von denen van
Es gibt einen Hinweis auf Kulas Glaubwürdigkeit als Zeuge, Pelt behauptet, sie bewiesen den Umbau dieser Gebäude zu
die sich aus seiner Aussage über die behauptete erste Verga- Todesfabriken.11
sung in Auschwitz ergibt, die er von der Zahnarztstation aus Wir können daher mit Sicherheit annehmen, daß Michal Kula
beobachtet haben will. Er behauptet, er habe gesehen, wie wußte, daß er ein falsches Zeugnis ablegte, als er am 11. Juni
Leichen vergaster Opfer weggetragen wurden: 1945 vor dem Gericht von Richter Sehn aussagte. Und sein
“Ich sah dann, daß sie [die Leichen] grünlich waren. Die Mithäftling Henryk Tauber, dem van Pelt so sehr vertraut, hat
Schwester berichtete mir, daß die Leichen aufgebrochen über diese angeblichen Metallsäulen eine ähnliche Geschich-
waren und daß sich die Haut abpellte.” te abgeliefert.12
9
diesbezüglich meint Germar Rudolf zu recht: Eine Internetseite, www.holocaust-history.org/auschwitz/
“[…] Opfer von Zyklon B-Vergasungen sind nicht grünlich intro-column, stützt sich im wesentlichen auf Harry Mazal
(sie sind rosa-rötlich), und es gibt keinen Grund, warum aufgrund dessen Forschungsbeitrag, und den Kula-Säulen
die Leichen aufbrechen und sich ihre Haut abpellen sollte. wird dort die höchste Weihe gegeben. Zudem findet man dort
Dies ist nichts weiter als Greuelpropaganda.” ein Schwarzweißbild eines “Sowjet-Soldaten”, der einen der
Daß Kulas Aussagen über das, was sich bei der angeblichen angeblichen hölzernen Deckel der Einfüllstutzen der Gas-
ersten Vergasung in Auschwitz zugetragen hat, im Wider- kammern in der Hand hält, wobei als Datum der “14. Okto-
spruch zu anderen Aussagen steht und absolut nicht mit der ber 1944” angegeben wird und die Zeitschrift The Illustrated
Quellenlage in Übereinstimmung zu bringen ist,10 untergräbt London News, S. 442, als Quelle.
seine Glaubwürdigkeit weiter. Da die Rote Armee das Lager erst am 27. Januar 1945 er-
Aber Professor Doktor Robert Jan van Pelt führt Michael Ku- reichte, mag sich der Leser wundern, wie ein Foto entstehen
la in hervorgehobener Position in seinem Buch The Case for konnte, auf dem ein Sowjetsoldat auf dem Dach einer angeb-
Auschwitz an und akzeptiert die von ihm dem polnisch- lichen Gaskammer vier Monate vor Einnahme des Lagers ge-
kommunistischen Gericht gegenüber gemachten technischen zeigt wird!
Angaben als wären sie unumstößlich, ja wissenschaftlich Es kann aber mit Sicherheit davon ausgegangen werden, daß
wahr! die Webseite des Holocaust History Project vor allem be-

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steht, weil Robert Faurissons jahrzehntelang darauf bestan- als Leichenkeller in Erscheinung zu treten. Nach all den Jah-
den hat, daß man ihm eine “Nazi”-Gaskammer zeige. Perso- ren erwartet der Leser eine solide Antwort auf Faurissons
nen wie Mazal und Kohorten versuchen genau das zu tun – Ansatz “Zeige oder zeichne mir…” Im Gegensatz zu vielen
auch wenn sie dazu erfinden, kreieren, unterdrücken, und fäl- anderen vor ihm ignoriert Van Pelt Faurisson nicht.
schen müssen. Und zusammen mit diesen Fanatikern ist van Währen der 14. Konferenz des Institute for Historical Review
Pelt ohne Zweifel ebenso ein williger Ausführer. in Kalifornien vom 21.-23 Juni 2002 hielt ich über dieses
Zu Michal Kula sei letztlich noch erwähnt, daß er von Da- Buch einen Vortrag mit dem Titel “Ein kritischer Blick in
nuta Czech nur als Häftling Nr. 2718 auf Seite 51 ihres sehr Robert Jan van Pelts anti-revisionistischer Studie The Case
wichtigen Buches erwähnt wird, dem Kalendarium.13 Der for Auschwitz: Evidence from the Irving Trial.” Meine positi-
Nichtjude Kula wird dort auf eine Fußnote marginalisiert, in ve Würdigung der enormen Arbeit, die van Pelt in dieses
der er lediglich zum Schicksal bestimmter Juden zu Worte Buch gesteckt hat, wird von meiner Schlußfolgerung neutra-
kommt. lisiert, daß van Pelts Methode der “Konvergenz der Beweise”
im Grunde eher eine “Divergenz der Beweise” offenbart und
Entstehung der Idee vom Kula-Säulenmodell im günstigsten Falle als naiv bezeichnet werden muß, im un-
Van Pelts Buch erschien im Februar 2002, und ich erhielt günstigsten Falle jedoch als unehrlich.
mein Exemplar am 18. April und begann sofort, es mit Daran anschließend, mit der Ankündigung der vom briti-
schwarzen, roten und gelben Stiften zu markieren, und am schen Historiker David Irving nahe Cincinnati geleiteten
Rand und überall sonst mit Anmerkungen zu versehen. Klei- “Vierten Jahresversammlung über Wirkliche Geschichte”
ner Druck, große Seiten, ein faszinierendes Buch. Er greift vom 30. August bis zum 2. September 2002, machte ich den
David Irving hier und da mit erheblichen Argumenten an. Als Vorschlag, anstatt verbaler Kritik ein echtes Modell von van
ich Kapitel 3 erreichte – “Absichtliche Beweise”, wußte ich, Pelts “Kula-Säulen” herzustellen, so daß wir ein greifbares
daß mit höchst herausforderndem Material zu rechnen war. Modell wirklicher Geschichte vor uns haben, aus dem wir die
(Black’s Law Dictionary hat keinen Eintrag für “absichtliche Durchführbarkeit oder Undurchführbarkeit dieser acht angeb-
Beweise”, aber “Absicht” wird benutzt, wenn man einen Plan lichen Zyklon B-Einführungsvorrichtungen erschließen
hat, etwas zu tun.) konnten.
Für van Pelt besteht die Substanz seines dritten Kapitels aus Irving war der Idee zugeneigt, und ich diskutierte die Idee
Beweisen basierend auf einer deutschen Planung mit Ver- mit meinem Verlegerkollegen Germar Rudolf und anderen
nichtungsabsicht mittels materieller Anlagen – Menschen- Spezialisten auf dem Gebiet der Analyse der jüdischen Holo-
gaskammern in Leichenkellern, getarnt, so führt er aus, um caustgeschichte. Im Juli hatte ich trotz fehlender Erfahrungen
im Werken mit Metall mit der Errichtung begonnen, wobei
mir jedoch meine vieljährige Erfahrung beim Reparieren von
Autos zu Hilfe kam.

Grundlegende Annahmen
Es gibt zwei Arten von Annahmen: 1) solche, die überprüfbar
sind; und 2) solche, die auf Hypothesen bezüglich der Reali-
tät basieren, ohne materiell überprüfbar zu sein – sie können
als solche lediglich vorausgesetzt werden. Die nachfolgend
aufgeführten Punkte haben meine Arbeit geleitet.
– Daß van Pelts technische Daten in seinem Buch The Case
verläßlich wiedergegeben wurden, die wiederum auf ver-
läßliche Weise aus den polnischen Dokumenten des 1945er
Höß-Prozesses entnommen wurden bzw. von Dokumenten
in anderen Sprachen;
– daß Michael Kula die technische Kompetenz besaß, die
ihm angeblich von der SS aufgetragenen Arbeit durchzu-
führen;
– daß Kula die geistige Fähigkeit hatte, sich für das Gericht
an seine Erfahrungen in Gefangenschaft mit ausreichender
Präzision zu erinnern;
– daß der Entwurf der angeblichen Säulen aus einer klaren
Absicht der SS bzw. der SS-Behörden entstand, ihren Bau
anzuweisen, genaue Bauzeichnungen zu liefern, alle erfor-
derlichen Materialien, das nötige Fachpersonal und den
Werkraum zu stellen;
– daß keine dieser Bauzeichnungen heute zur Überprüfung
erhältlich ist, zumal es für van Pelt und seine Helfer keine
Notwendigkeit gäbe, in seinem Buch The Case auf axono-
metrische Rekonstruktionszeichnungen zurückzugreifen,
wenn es derartige originale Zeichnungen gäbe; (man muß
Die (Re-)Konstruktion einer Kula-Säule im Entstehen, 24. sich vergegenwärtigen, daß van Pelt sein Werk für das
August 2002, auf der Garagenzufahrt der Countess- Verfahren gegen Lipstadt in London verfaßte und daß er
Residenz in Alabama, hier mit Herausgeber Germar Rudolf. solche Zeichnungen für Lipstadts Verteidigung mit Freude

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vorgelegt hätte, wenn solche jemals gefunden worden wä- fernte und sie dann selbst sprengte (wobei die Pioniere der
ren;) Roten Armee sowohl das nötige Wissen wie auch den
– daß SS-Experten für den technischen Entwurf von Hinrich- Sprengstoff besaßen, um die schweren Betondächer zu zer-
tungsanlagen solche Vorrichtungen im Labor oder in Feld- stören);
versuchen getestet hätten, um sicher zu gehen, daß das Ko- – daß die acht quadratischen Löcher in den Decken der Lei-
nzept, die Gestaltung und die Bauweise dieser Anlagen or- chenkeller von Kremas II und III heute noch zu finden
dentlich funktionieren würden; (kann sich jemand ein Ge- sind, wenn auch beschädigt durch die von wem und warum
fängnis vorstellen, das einen elektrischen Stuhl für Hin- auch immer ausgelöste Sprengung; (bei meinem zweiten
richtungen verurteilter Mörder verwendet, ohne angemes- Besuch in Birkenau im Juni 2001 bemerkte ich einige um-
sene Laboruntersuchungen über die Funktionsfähigkeit des gebogene Moniereisen, sogar einige unsauber abge-
Apparats?) schweißte Eisenstummel, womöglich die Spuren der Ver-
– daß solch ein Feldversuch beinhaltet hätte, daß Bauinge- suche von Holocaust-Enthusiasten vergangener Jahrzehnte,
nieure eine solche Anlage zu Testzwecken irgendwo in ein die versuchten, “Beweise” oder “kriminelle Spuren” für die
Betondach eingebaut hätten, und zwar bevor man sich den angeblichen Löcher zu schaffen; aber der Revisionist Char-
Aufwand gemacht hätte, acht Löcher in die Stahlbetondek- les Provan vermochte es nicht, ernsthafte Forscher durch
ken der Leichenkeller der Birkenauer Krematorien II und seine Forschungen von der Richtigkeit seiner Schlußfolge-
III zu schlagen; rungen zu überzeugen.)14
– daß Kula selbst ein Metallarbeiter aus der Kleinstadt Au- – daß jede ernsthafte Interpretation wichtiger vergangener
schwitz war und nicht etwa selbst ein Anlagenplaner mit Ereignisse (allgemein “Geschichte” genannt) mit dem Pro-
der Fähigkeit, eine solche neuartige Anlage zu erfinden; blem der “Doppeldeutigkeit” behaftet ist, also der Tatsa-
– daß es für die von Kula behauptete Herstellung eine Do- che, daß Ereignisse von verschiedenen Personen ganz un-
kumentenspur zur Beschaffung und Verarbeitung spezieller terschiedlich bewertet werden, sogar durch Personen, die in
Materialien in großen Mengen gab; die Geschehnisse selbst verwickelt waren.15 Selbst wenn
– daß gelernte Facharbeiter acht Löcher mit einer ungefähren Michael Kula eine oder mehrere der Säulen in der Schlos-
Kantenlänge von 70 cm durch die viele Zentimeter dicke serei von Auschwitz gebaut haben sollte, so gibt es immer
Stahlbetondecke durchstießen, und daß die Moniereisen noch die Möglichkeit, daß diese für harmlose Zwecke be-
sauber abgeschnitten wurden (nicht etwa nur grob beiseite nutzt wurden.
gebogen), und daß dazu Betonschneidewerkzeuge und – daß mein bestimmt unvollkommenes Modell der Kula-
Schweißwerkzeuge benutzt wurden, anstatt einfach nur Säule ein vernünftiges Experiment ist, um zu überprüfen,
Hammer und Meißel; und daß diese zeitraubende Arbeit was 1945 durch das von Richter Jan Sehn geführte pol-
bei Nacht oder mit irgendeiner Tarnung durchgeführt wur- nisch-kommunistische Gericht behauptet wurde, daß es al-
de, damit die Lagerinsassen diese neue und seltsame Akti- so ein vernünftiger Versuch war, nach Ranke zu ergründen,
vität nicht bemerkt; “wie es eigentlich war” bezüglich jener höchst kontrover-
– daß diese acht großen und schweren Säulen in Segmenten sen Ära. Ich setze mich also der Beweisführung aus, daß
transportiert wurden, anstatt an einem Stück, da es unmög- ich bezüglich der angeblichen Menschengaskammern recht
lich gewesen wäre, die angeblich durch die Decke ragen- oder unrecht habe;
den Säulen an einem Stück zu installieren, denn die Säulen – daß von den etwa 1,1 Millionen nach Auschwitz deportier-
waren wesentlich länger als die Leichenkeller hoch waren; ten Personen etwa ±200,000 überlebten und als potentielle
(wenn ein van Pelt oder ein Elie Wiesel Personen wären, Zeugen für die Gaskammern fungieren könnten; daß zu-
die ihre Zeit mit Bauen oder Reparieren verbrächten, so dem die wichtigsten dieser Zeugen, wie Henryk Tauber,
würden sie an solche Einzelheiten gedacht haben, aber hier Michael Kula, Stanislaw Jankowski, Shlomo Dragon, Da-
kommt Faurissons Kritik an den “Papierhistorikern” ins vid Olère und andere, nicht überlebt hätten und nicht in der
Spiel); Lage wären, über ihre Erlebnisse bezüglich Menschenver-
– daß diese acht angeblichen Dreifach-Drahtnetzsäulen vor gasungen Zeugnis abzulegen, wenn, wie die Schreiber der
dem Eintreffen der Roten Armee am 27. Januar 1945 aus jüdischen Holocaustgeschichte beständig behaupten, die
den Leichenkellern entfernt wurden, wofür es einige Deut- Nationalsozialisten alle Spuren ihrer Verbrechen auszulö-
sche gegeben haben muß, die darüber bei späteren Verfah- schen getrachtet hätten;
ren hätten Zeugnis ablegen können; sonst hätten die So- – daß Kulas angebliche Becher/Krüge, in denen das Zyklon
wjets eine oder mehrere dieser Säulen aufbewahrt oder B in seine Einschubvorrichtungen eingeführt worden sein
zumindest als belastende Beweise gegen die “Hitlerschen soll, etwa anderthalb Kilogramm Zyklon B-Granulat pro
Mörder” photographiert; Säule fassen konnten, wodurch das vom Granulat abdamp-
– daß die Zerstörung der Birkenauer Krematorien (Krema I fende tödliche Gas nur von der obersten Schicht in diesen
im Stammlager selbst wurde nicht gesprengt; wenn Irving Krügen in die Umgebung gelangen konnte. Die geschlos-
daher meint bzw. schreibt, Krema I sei “nach dem Krieg senen Seiten dieser Behälter hätten eine allseitige Ausset-
rekonstruiert” worden, so vergrößert er nur die Verwirrung zung des Granulats an die Umgebungsluft verhindert, so
und entblößt sich selbst als Papierhistoriker) einige Wo- daß die Effektivität dieser komplizierten Apparatur recht
chen vor Ankunft der Roten Armee nicht befriedigend er- mangelhaft gewesen wäre. (Eine Analogie dazu wäre,
klärt worden ist; nach einigen Autoren, “wurden sie von wenn man bei einer Gefängnishinrichtung mit Gifteinsprit-
der SS gesprengt, um Spuren ihrer monströsen Verbrechen zung das Gift auf 10% oder weniger verdünnen würde;
zu verwischen,” wogegen nach anderen Autoren rebellie- kann man ernsthaft glauben, daß eine Hinrichtungstechno-
rende Häftlinge enorme Mengen an Sprengstoff horteten logie so kontraproduktiv geplant würde? Eine praktischere,
und diese selbst zündeten; man kann auch annehmen, daß für uns Heimbesitzer verständlichere Analogie wäre, wenn
die Rote Armee alles Verwertbare aus den Gebäuden ent- man einen Sack Fertigzementgemisch in eine Schubkarre

60 VffG · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 1


schüttet und dann Wasser hinzufügt, ohne das Gemisch Beobachtungen während der Fernseh-Live-Übertragungen
umzurühren. Das Ergebnis wäre, daß nur die obere Schicht bei den Olympischen Spielen des Jahres 1936, als Insekten,
des Gemisches aushärtet, so daß das Endergebnis bei einer die sich im Röhrenraum befanden, durch die extrem star-
ernsthaften Anwendung zur Einbetonierung z.B. eines ken Radiostrahlungen getötet wurden, was zur Entdeckung
Pfahls ein Desaster wäre.) Tatsächlich hätten jedoch für die des Heizungseffektes von Mikrowellen auf Wasser führte.
von Zeugen behaupteten minutenschnellen Vergasungen Die anti-deutschen Gefühle Kulas und seiner Kameraden
mindestens 15 kg Zyklon B (mit 5 kg Blausäuregehalt) pro (die man ihnen nicht ernsthaft vorwerfen kann, da sie wi-
Säule eingeführt werden müssen, unter der Annahme, daß der ihren Willen gefangen waren!) und ihre Motivation zur
das Zyklon B fein verteilt ist.16 Wäre es dagegen kompakt Diffamierung der SS macht ihre Propaganda wie die Be-
in Krügen abgefüllt gewesen, so wäre ein Vielfaches dieser hauptung über die Drahtnetzeinschubvorrichtungen (mit
Menge nötig gewesen (50-100 kg). Nach meiner Ansicht genauen Maßangaben) verständlich; intelligente Häftlinge
würde eine Säulenausführung nach Kulas Aussage zu einer haben genügend Zeit, darüber nachzudenken, wie sie es ih-
enormen Verschwendung von Zyklon B führen, da großen ren Häschern und Verfolgern heimzahlen können, und ich
Mengen Zyklon Bs mit unverdampfter Blausäure hätten halte ein solches Szenario für möglich, ja sogar für wahr-
wieder in Dosen abgefüllt oder auf sichere Weise entsorgt scheinlich. Die Tatsache allein, daß van Pelt jede Erwäh-
werden müssen. Selbst wenn bewiesen werden könnte, daß nung der Siemens-Schuckert Mikrowellenanlage unterläßt,
Kula diese Säulen baute, so hätten Hunderte von Kilo- weist entweder auf einen Mangel an Gründlichkeit bei sei-
gramm unbenutzten Zyklon Bs nach jeder Vergasung ge- nen Nachforschungen für das Lipstadt-Verfahren hin oder
sammelt, transportiert und sicher ent- auf seine Bereitschaft, entlastende Be-
sorgt werden müssen, womöglich ir- weise zu unterdrücken. Ich darf hinzu-
gendwo auf einer Müllkippe in der Nä- fügen, daß sich van Pelt weigerte, zu-
he, wo der hohe Grundwasserstand den sammen mit Irving nach Birkenau zu
SS-Ingenieuren schon ohne Blausäure- reisen, um vor Ort nach den vier bzw.
verseuchung genügend Kopfzerbrechen acht Löchern Ausschau zu halten, was
bereitete; an sich auf einen Mangel an wissen-
– wenn die SS Zentralbauleitung tatsäch- schaftlicher Hingebung van Pelts und
lich Massenvergasungsapparate in den des gesamten Verteidigungsteams von
Krematorien hätte einbauen wollen, so Lipstadt hinweist, einschließlich der
resultiert aus meiner Analyse der Kula- technisch unfähigen Professorin Lip-
Säulen – zusammen mit Germar Ru- stadt selbst; und dies läßt die Frage
dolfs Ausführungen –, daß die Inge- nach versteckten Motiven aufkommen;
nieure weit einfacher und effektiver – daß all meine aus den Erfahrungen bei
einfache, 20-25 cm tiefe Körbe unter Bau und Vorführung der Kula-Säulen
den Löchern der Decke hätten anbrin- während der Real History Konferenz
gen können, deren enge Maschenweite gewonnenen Schlußfolgerungen be-
ein Durchfallen des Zyklon B- dingte Schlußfolgerungen sind; bedingt
Granulats verhindert hätte, die aber eine deshalb, weil Schlußfolgerungen, die
angemessene Aussetzung des Granulats auf geschichtlicher und wissenschaftli-
an die Umgebungsluft und damit eine cher Forschung basieren, immer relativ
raschere Verdampfung der Blausäure sind. Ernsthafte wissenschaftliche Hi-
erlaubt hätten. Ich meine, daß die SS Dr. Countess führt sein selbstgebau- storiker müssen immer offen bleiben
durch Labor- oder Feldversuche nach tes Modell der “Kula-Säule” während für neu entdeckte Daten und bessere
der einfachsten, billigsten und wirk- der Real History Konferenz von Analysenmethoden.
samsten Methode gesucht hätte, um ei- 2002 in Cincinnati vor.
nen Massenmord zu begehen, anstatt Schlußfolgerungen
Kulas umständlichen und unwirksamen Ansatz zu verfol- Am Anfang dieses Beitrags wies ich darauf hin, daß mein
gen, der von van Pelt kolportiert und akzeptiert wird. Tat- Konzept ein aus Faurissons Prinzip abgeleitetes Beispiel von
sächlich hätte die SS noch nicht einmal Löcher durch die Genauigkeit ist. Er definierte es für mich in einer Email vom
Stahlbetondecke treiben müssen – ein Vorhaben, das die 29. September 2003 als “vérité mais au sens de vérité vérifia-
Stabilität des ganzen Kellers gefährdet und die Isolier- ble.” Nach meiner Übersetzung “die Wahrheit, aber im Sinne
schicht gegen Regenwasser zerstört hätte. Man hätte ledig- einer überprüfbaren Wahrheit.” Meine “Genauigkeit in der
lich einen Korb zur Aufnahme von Zyklon B in den Frisch- Anwendung” ist somit ein Tribut an Professor Doktor Robert
luftkanal dieses Leichenkellers einbauen müssen, der vom Faurisson, und welche Fehler sich auch immer aus meinem
Dachgeschoß zugänglich war, wodurch ein simples Ein- unvollkommenen Modell ergeben sowie aus meinen eigenen
schalten der Lüftung das Giftgas schnell und gleichmäßig unvollkommenen Ableitungen, so sind dies meine Fehler, für
im Keller verteilt hätte – billig, schnell und effektiv;17 die ich die volle Verantwortung übernehme.
– daß Michael Kula und andere in der Schlosserei tätige Der Veranstalter der Real History Konferenz schrieb mir
Häftlinge etwas über die von Siemens entwickelte und ge- nach meinem Vortrag am 20. September 2002: “Ich fand kei-
baute Kurzwellen-Entlausungsanlagen hätten wissen müs- ne Gelegenheit, Ihnen für ihren ausgezeichneten Beitrag zu
sen, die die SS in Auschwitz errichtet hatte.18 Diese neuar- unserer Wochenendveranstaltung angemessen zu danken.
tige und teure Anlage erlaubte eine schnelle und effektive […] daher noch einmal: danke schön!”
Entlausung von Kleidung durch die hochmoderne Entwick- Und ich sage “danke schön” zu Robert Faurisson und
lung der Mikrowellentechnologie – ein Ergebnis deutscher “nochmals danke schön” für Deine persönliche Freundschaft

VffG · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 1 61


und Dein professionelles Vorbild während der letzten 15 Jah- solche Tatsachen anzuerkennen – das Gericht erklärt für offenkundig, daß
re seit unserem ersten Treffen am 10. Oktober 1987 während Wasser bei 0°C gefriert –. Fed R. Evid. 201. Auch Gerichtskundigkeit
der 8. IHR-Konferenz. Wenn ich an jenen Vortrag zurück- und Allgemeinkundigkeit genannt.” Aus Black’s Law Dictionary,
denke, den ich am Samstag Nachmittag hielt und in dem ich gekürzte 7. Auflage, St. Paul, MN: West Group, S. 684.
3
über meine Erfahrungen berichtete, an der Universität von Robert Jan van Pelt, The Case for Auschwitz. Evidence from the Irving
Trial, Bloomington, IN: Indiana University Press, 2002, S. 194, 209.
Alabama in Huntsville das zweite Semester Geschichte ge- 4
R.J. van Pelt, Deborah Dwork, Auschwitz: 1270 to the Present, Yale Uni-
lehrt zu haben und der erste Professor in den USA gewesen
versity Press, New Haven und London 1996, S. 270. Laut van Pelts Le-
zu sein, der Arthur Butzs Buch Der Jahrhundertbetrug wäh- gende basiert die Zeichnung ausschließlich auf den Bauplänen des Kre-
rend seiner Vorlesung über ein zehnwöchiges Semester be- matoriums. Die Zeichnung wurde von einer Gehilfin van Pelts gezeichnet
nutzte, so war ich überrascht zu sehen, daß Dr. Faurisson (Kate Mullin), die jedoch die Drahtnetzsäulen offenkundig erst dann und
nach Abschluß meines Vortrages der erste war, der aufstand entgegen den Daten der Bauzeichnungen einfügen konnte, nachdem sie
und mir mit offenem Enthusiasmus applaudierte, und erst da- von van Pelt, dem Auschwitz-”Experten”, dazu aufgefordert worden war.
5
nach der Rest der Zuhörer. Ich war überrascht, weil ich da- Jean-Claude Pressac zeichnete seine eigene Skizze dieser Säulen auf-
von ausging, ich hätte in meiner Klasse lediglich das ge- grund der Aussage Kulas (Auschwitz: Technique and Operation of the
macht, was ein normaler Professor eben macht – das heißt, Gas Chambers, New York: The Beate Klarsfeld Foundation, 1989, S.
den Studenten die Möglichkeit zu geben, eine alternative In- 487), aber weit wichtiger ist die Tatsache, daß Pressac verschiedene Fo-
tos von Metallgittern und -blenden abbildet, die angeblich Teile des Lüf-
terpretation geschichtlicher Kontroversen anzubieten. Robert
tungssystems des fraglichen Leichenkellers waren. Da stellt sich die Fra-
versicherte mir, daß das, was ich erreicht hatte, außerordent-
ge, wieso die Deutschen beim Rückzug jene Metallgegenstände mit ihren
lich war und keineswegs “normal.” angeblich inkriminierenden Cyanidspuren zurückgelassen haben sollen,
Am 10. September 1994 organisierte ich einen öffentlichen die acht großen Kula-Säulen aber spurlos verschwinden ließen.
Vortrag Faurissons in der Roberts Hall an der Universität von 6
Höß-Prozeß, Bd. 2, S. 99f.
Alabama in Huntsville. Fernsehkameras, Zeitungsjournali- 7
Wie etwa die vielen karikaturähnlichen Zeichnungen des französischen
sten, die Öffentlichkeitsabteilung der Universität, die Cam- Juden David Olère, die auch bei Pressac abgebildet sind, Auschwitz, aaO.
pus-Polizei sowie etwa 60-75 Studenten und ortsansässige (Anm. 5), S. 488 u.a. Van Pelt, Case, aaO. (Anm. 3), S. 173-485, preist
Zuhörer nahmen an dem Ereignis teil. Ein reicher jüdischer Olères Karikaturen an, als wären sie materielle Beweise.
8
Altmetallhändler, den ich seit vielen Jahren kenne, saß in der Robert Lenski, The Holocaust on Trial. The Case of Ernst Zundel, Re-
ersten Reihe; er weigerte sich, Faurisson die Hand zu geben. porter Press: Decatur, AL, 1989, S. 20ff.
9
Germar Rudolf, The Rudolf Report, Chicago, IL: Theses & Dissertations
Weitaus interessanter als diese beschämende Haßgeste war
Press, 2002, S. 131.
für mich, daß Faurisson eine ganze Woche über vorausgesagt 10
Vgl. C. Mattogno, Auschwitz: La Prima Gasazione, Edizioni di Ar, Padua
hatte, daß die Vorlesung in letzter Minute abgesagt werden 1992.
würde. Ich versicherte ihm, daß dies hier in Nord-Alabama 11
Mattogno, aaO. (Anm. 5), S. 302.
nicht geschehen werde, einerseits weil ich mit der Universität 12
Van Pelt, Case, aaO. (Anm. 3), S. 188f.
einen Vertrag bezüglich diesem Auditorium hatte und ande- 13
Danuta Czech, Kalendarium der Ereignisse im Konzentrationslager Au-
rerseits, weil dies nicht die Art sei, in der die Leute in Hunts- schwitz-Birkenau 1939-1945, Hamburg: Rowohlt Verlag, 1989, S. 51.
ville – “Raketenstadt “ (die Stadt, die Dr. Werner von Braun Die Gefangenennummer 2718 ist recht wahrscheinlich für Kula, der am
in das Weltzentrum für Raketenforschung verwandelte) sich 15. August 1940 verhaftet und nach Auschwitz gebracht worden war,
verhalten bzw. was sie zulassen würden. Ich fügte hinzu, daß aber in ihrem 1059-seitigen Buch legte die Kommunistin Danuta Czech
es einige Demonstranten geben werde, daß diese aber wahr- ihr Augenmerk mehr auf Juden als auf Nichtjuden. Kula wird nur auf S.
956 in einer Fußnote erwähnt mit einer Aussage über bestimmte Juden.
scheinlich anständig angezogen sein würden und irgendwel- 14
Charles D. Provan, No Holes? No Holocaust? A Study of the Holes in the
che Protestliteratur verteilen würden – was dann auch alles
Roof of Leichenkeller 1 of Krematorium 2 at Birkenau, Monongehela,
friedlich so vonstatten ging. PA: Zimmer Printing, 2000. Auf Seite 31 schlußfolgert Provan: “Das Ar-
Faurisson war recht überrascht, daß alles in angemessener gument ‘No Holes, No Holocaust’ kann nicht länger aufrecht erhalten
Weise über die Bühne ging, und zwei oder drei Tage später bleiben, da es frei passende Gegenden gibt, wo es Löcher im Dach gibt,
entließen wir ihn zurück nach Frankreich, zusammen mit an- in Übereinstimmung mit den Augenzeugenaussagen, mit einem vierten
genehmen Erinnerungen an ein wohlschmeckendes Gericht [Loch] unbeobachtbaren.” Herr Provan ist ein sehr ungewöhnlicher Revi-
namens Gumbo von meiner aus Louisiana stammenden Ehe- sionist, da er davon ausgeht, daß die SS/Deutschen womöglich acht Mil-
frau! lionen Juden in Menschengaskammern oder mit zusätzlichen anderen
Meine Frau und ich übermitteln Robert Faurisson unsere be- Methoden umbrachten, wobei dies nach dem Darwinschen Evoluti-
sten Glückwünsche zu seinem 75. Geburtstag in Vichy, onsprinzips des “Überlebens des Fittesten” erfolgte – somit ein rechtfer-
tigbares Vernichtungsprogramm, wenn man die Sache durch die Augen
Frankreich, und wir hoffen, daß er viele weitere Geburtstage
Hitlers betrachtet, aber nicht durch Provans eigene Augen als Christ, der
wird genießen können, während er weiterhin jenen Hassern
solche Handlungen verurteilt.
widersteht, die vor fast zwanzig Jahren verkündeten, daß 15
Vgl. Arthur R. Butz, The Hoax of the Twentieth Century. The Case
“Faurisson keine alten Knochen bekommen wird.” Against the Presumed Extermination of European Jewry, Chicago: The-
Gib fein acht auf Deine “alte Knochen”, Robert! ses & Dissertations Press, 2003.
16
Siehe Rudolfs Berechnungen dazu in seinem Gutachten, aaO. (Anm. 9),
Anmerkungen S. 208-216.
17
Siehe Rudolfs Diskussion dessen in seinem Gutachten, ebenda, S. 130-
Dieser Beitrag verpaßte das Zeitlimit für die zu Ehren von Prof. Faurisson
133.
herausgegebene Festschrift. 18
1 Siehe Hans-Jürgen Nowak, “Kurzwellen-Entlausungsanlagen in Au-
Ecrits Revisionnistes (1974-1998), Bd. I, “1974-1983,” Edition Privée
schwitz. Revolutionäre Entlausungstechnik als Lebensretter im Konzen-
Hors-Commerce, 1999, S. 4.
2 trationslager”, Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 2(2)
“Die Annahme einer allgemeinkundigen und unstrittigen Tatsache als
(1998), S. 87-106.
wahr durch ein Gericht aus Gründen der Prozeßökonomie und ohne Be-
darf eines Beweises durch die Prozeßparteien; das Recht des Gerichts,

62 VffG · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 1


Herzlichen Glückwunsch
Der folgende Text stammt von Theodore O’Keefe, einem modernen Geschichte hinaus. Angesichts der Tatsache,
langjährigen Mitarbeiter des Institute for Historical Review daß er auf dem Gebiete der Gesellschaftswissenschaften
und ehemaligem Herausgeber des Journal of Historical Re- moderne Methoden gekonnt angreift, kann Faurisson wo-
view. Es ist mir ein Vergnügen, ihn zum Abschluß meiner möglich als Häretiker bezeichnet werden. Wie einige weni-
Einleitung zu Wort kommen zu lassen: ger großkalibrige Professoren auch, so hat sein lebenslan-
“Robert Faurisson hat die Revisionisten gelehrt, wie ges Lesen und Forschen dazu geführt, die tiefsitzenden
schwierig der rechte Umgang mit Worten ist. Gestählt Überzeugungen vieler bezüglich “offenkundiger” Wahr-
durch die unbarmherzige Disziplin, die das Lesen und heiten herauszufordern.
Schreiben der klassischen Sprachen erfordert und hervor- Sein inquisitiver Geist brachte in unvermeidbar in Konflikt
bringt, hat Faurisson den Papiervorhang der historischen mit der neuen französischen Inquisition und ihren Voll-
Unwahrheiten durchstoßen, hinter dem sich der Holocaust- streckern, auch Gedankenpolizei genannt. Er ist nicht nur
Kult verbirgt. das Angriffsziel von Hofschreibern, die sich um einen mo-
Faurisson ist ein Bilderstürmer, ein Materialist auf dem dernen surrealen Mythos scharen; er ist auch das bevor-
Gebiet der Literaturwissenschaft. Er mißt den Worten je- zugte Angriffsziel einer Heerschar französischer Gutmen-
nen Sinn bei, den sie im Alltag besitzen: Im Tagebuch der schen, die angesichts der Aussicht erzittern, aus ihren gut-
Anne Frank, den Geständnissen des Rudolf Höß, dem Ta- bezahlten Stellungen in Medien und Schauspielerei entfernt
gebuch des Dr. Johann Paul Kremer und anderen Texten, zu werden.
denen er seine Aufmerksamkeit zuwandte und die er dann Faurisson sollte wahrscheinlich in die Reihe jener kriti-
gnadenlos gegen jene einsetzte, die sie für ihre eigenen schen französischen Denker aufgenommen werden, die
Zwecke benutzt hatten. moderne Mythen auf den Gebieten der Soziologie, Litera-
Robert Faurisson ist ein guter Mensch, aber kein schüch- tur und Philosophie erschüttert haben. Bei genauerer Be-
terner oder sanftmütiger. In Frankreich, wo die Heraus- trachtung lebten viele häretische französische Denker, an-
forderung des Holocaust-Tabus mißliche Folgen für die gefangen bei Voltaire, Sorel oder Celine, in Gesellschaften,
Karriere, die rechtliche und finanzielle Lage sowie die die intellektuell gesehen weit weniger unterdrückerisch
physische Gesundheit des Betreffenden zeitigen kann, hat waren als das heutige Frankreich.
Faurisson dem ganzen Establishment so arg zugesetzt, daß Faurisson nährt gewiß nicht die Illusion, der unstillbare
man eigens ein Gesetz erließ, um ihn zum Schweigen zu Appetit die Menschheit für neue Mythen und Wahrheiten
bringen – natürlich umsonst. Faurisson ist ein schlechter würde aufhören – die in aller Regel von neuen Generatio-
Märtyrer; er hat einmal gesagt, ein guter Revisionist müsse nen verworfen werden, nur um durch neue “offenkundige”
eine Prise Sadismus besitzen, und ungeachtet all dessen, Wahrheiten ersetzt zu werden. Sind wir nicht Zeugen, wie
was er durchmachen mußte, hat er seinen Verfolgern weit moderne intellektuelle Eliten in dem USA und in Frank-
härtere Schläge versetzt als sie ihm. reich, die noch vor nicht allzu langer Zeit der Freudo-
Im Verlauf meiner zwei Jahrzehnte währenden Kontakte Marxistischen Scholastik anhingen, diese heute durch das
mit Robert Faurisson habe ich viel von ihm gelernt und viel Dogma des “offenkundig” freien Marktes ersetzt haben?
Freude erfahren. Es ist für mich eine Ehre, zur Publizie- Die Tatsache allein, daß Faurisson in mehreren Fällen von
rung seiner Schriften in englischer Sprache beigetragen seinen Gegnern körperlich angegriffen wurde, sagt mehr
und dadurch mit meinen begrenzten Mitteln die Vorausset- über die Glaubhaftigkeit der Ideen seiner Gegner aus als
zungen dafür geschaffen zu haben, daß seine Erkenntnisse über Faurisson selbst.
auch der amerikanischen Leserschaft zugänglich wurden. Faurisson verfaßte interessante Studien über den französi-
Möge es ihm auch in den kommenden Jahren beschieden schen Denker des 18. Jahrhunderts Voltaire und über den
sein, mit seiner Kompromißlosigkeit und seiner Präzision modernen Romanautor und Satiriker Louis Ferdinand
die einen zu schulen und den anderen schlaflose Nächte zu Céline. Diese beiden französischen Autoren waren nicht
bereiten! nur Unruhestifter für die Regierenden ihre jeweiligen Epo-
Ted O’Keefe, Costa Mesa, 1. Dezember 2003” che. Sie waren zudem große Stilisten, deren stimmige Satz-
komposition es auch dem einfachen Leser ermöglicht, die
Schließlich hat auch Dr. Thomas Sunic einen kurzen Beitrag Wahrheit zu finden. Auf ähnliche Weise sind auch Fauris-
nach Redaktionsschluß der Festschrift eingesandt: sons Texte unzweideutig; es gibt darin keine kryptischen
“Wäre es ihm an Lob und Ehrungen gelegen, so hätte Fau- Sätze oder überflüssige Phrasen. Man findet allerdings
risson seine Karriere als französischer Universitätsprofes- immer eine Spur Ironie in seinen Worten, begleitet von ei-
sor nicht aufgegeben. Er hätte sich so leicht verkaufen nem Anflug von Kulturpessimismus. Als hervorragender
können, wie es viele seiner ehemaligen Universitätskolle- Kenner der französischen Sprache wäre Faurisson ironi-
gen getan haben, die man täglich in Talkshows der großen scherweise die geeignete Person, um seinen Widersachern
französischen Fernsehsender sehen kann. Man kann Herrn beizubringen, wie sie ihre Sprache der Verlogenheit besser
Faurisson aber auch nicht nur als Geschichtsrevisionisten ausformulierten. Faurisson kann man nicht hereinlegen.
abtun. Seine analytische Reichweite und sein provokativer Tom Sunic”
Geist reichen weit über die kritische Untersuchung der

VffG · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 1 63


Biographie Robert Faurissons
Robert Faurisson wurde am 25. Januar 1929 als Sohn eines französi-
schen Vaters und einer schottischen Mutter in Shepperton, England, ge-
boren. Er war das älteste von sieben Kindern. Zur Schule ging er zuerst
in Singapur und Kobe (Japan); ab dem Alter von sieben Jahren besuchte
er verschiedene katholische Schulen, darunter ein Jesuitenkollegium in
Marseille und das Collège Stanislas in Paris. In Paris studierte er am Ly-
cée Henri IV sowie der Sorbonne die klassischen Sprachen und erwarb
die agrégation des lettres (Französisch, Latein, Griechisch) sowie die
Doktorwürde in Literatur und Sozialwissenschaft. An der Sorbonne un-
terrichtete er moderne französische Literatur; an der Université Lumière Robert in einem Pedal-Spielauto
in Lyon entwickelte er eine Struktur zum Unterrichten der “Kritik von
Texten (literarische, historische, Medientexte)”. In den sechziger und
siebziger Jahren machte er sich dank seiner Methode der Entzifferung als
schwierig geltender literarischer Werke einen Namen; während dieser
Zeit publizierte er A-t-on lu Rimbaud?, A-t-on lu Lautréamont? sowie La
Clé des “Chimères” et “Autres Chimères” de Nerval. Ab der zweiten
Hälfte der siebziger Jahre wandte er dieselbe direkte und pragmatische
Methode auf das Studium schwieriger historischer oder literarischer
Themen an: Das Problem der Nazigaskammern, die “Geständnisse” der
SS-Männer, das “Tagebuch der Anne Frank” etc. 1978/1979 wurde er
zur Einstellung seiner Lehrtätigkeit gezwungen. Zwischen 1978 und
1993 ist er mehrfach tätlich angegriffen worden. Unzählige Male stand er
Von links nach rechts:
vor Gericht. Faurisson hat vier revisionistische Bücher verfaßt und zwei
Robert, Françoise, Phillippe
zentrale revisionistische Werk in französischer Sprache veröffentlicht,
von denen das zweite, das vierbändige Ecrits révisionnistes (1974-1998),
infolge der Gesetze gegen den historischen Revisionismus privat heraus-
gegeben und auf seine eigenen Kosten gedruckt wurde. Einige seiner re-
visionistischen Schriften sind zwischen 1980 und 2002 im amerikani-
schen Journal of Historical Review veröffentlicht worden; die beiden er-
sten davon waren “The Mechanics of Gassings” (Frühling 1980) and
“The Gas Chambers of Auschwitz Appear to be Physically Inconcei-
vable” (Winter 1981); die letzte war “My Revisionist Method”
(März/April 2002). R. Faurisson lebt seit 1957 mit seiner französischen
Gattin in der Stadt Vichy. Das Ehepaar Faurisson hat drei Kinder und
fünf Enkelkinder. Faurisson ist Atheist und unpolitisch.

Von links nach rechts:


Françoise, Phillippe und Robert

Exemplare der
Festschrift für
Robert Faurisson
(140 Seiten, Pa-
perback, in engli-
scher Sprache!)
können für $15.-
plus Versand im
Internet bei
vho.org/store be-
stellt werde.

29 August 1943, Marseille: Die Faurisson-


Geschwister, von links nach rechts
Brigitte, Yvonne, Jacques, Jean, Françoise, Phil-
lipe, Robert

64 VffG · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 1


Mensch Meyer! – Ein Abgesang auf die “Offenkundigkeit”
Von Jürgen Graf
Was sich in Deutschland in Sachen “Holocaust” derzeit tut, waren für die Neuzeit, was der Parthenon für die griechi-
bietet Anlaß zu vorsichtigem Optimismus. Zwei Artikel des sche Polis und die Kathedrale von Chartre für die Chri-
Leitenden Spiegel-Redakteurs Fritjof Meyer, von denen der stenheit gewesen war.”
erste im Mai 2002 und der zweite im November 2003 er- Lassen wir hier die Frage außer acht, wie es um den Geistes-
schien, könnten ungeahnte Folgen für den Mythos von den zustand eines Menschen bestellt sein muß, der einen solch
Auschwitz-Gaskammern nach sich ziehen, auch wenn sie abartigen Vergleich anstellt, und begnügen wir uns mit der
vorerst nur von einem verschwindend kleinen Teil der bun- Feststellung, daß laut dem führenden Vertreter der offiziellen
desdeutschen Öffentlichkeit zur Kenntnis genommen werden. Auschwitz-Geschichte in der Gaskammer des Krematorium
Beide Artikel sind die Folge des für die Allgemeinheit nicht II rund eine halbe Million Menschen getötet wurde. Da ja
erkennbaren, aber immensen Druckes, den die revisionisti- auch in den Krematorien I, III, IV und V fleißig gemordet
schen Forscher mit ihren Studien auf die Gralshüter der or- worden sein soll, ergibt sich daraus, daß die überwältigende
thodoxen “Holocaust”-Version ausüben. Mehrzahl der Opfer in den fünf Krematorien vergast worden
Der erste Beitrag erschien in der Mai-Ausgabe 2002 der Zeit- sein muß und nicht in den Bauernhäusern.
schrift Osteuropa unter dem Titel “Die Zahl der Opfer von Die BRD-Medien reagierten kaum auf den Meyer-Artikel;
Auschwitz. Neue Erkenntnisse durch neue Archivfunde” und nur in der Welt vom 28. August 2002 kläffte ein Ketten-
revidierte die offizielle Auschwitz-Version in zwei zentralen Köter der politischen Orthodoxie aufgeregt Alarm, und die
Punkten.1 Zunächst gab Meyer die Gesamtopferzahl des La- zwiespältige Nationalzeitung des Dr. Gerhard Frey lobte
gers mit 510.000 (darunter 356.000 Vergaste) an. Diese Zif- Meyers Erkenntnisse als “die Wahrheit”, womit sie die be-
fer beträgt weniger als die Hälfte jener 1,1 Millionen Opfer, haupteten Menschenvergasungen ausdrücklich als historische
die Franciszek Piper, Leiter der historischen Abteilung des Realität anerkannte. Ansonsten schwieg man sich über den
Auschwitz-Museums, geltend macht,2 und liegt noch um genierlichen Beitrag aus. Dies war nur zu begreiflich. Nach
120.000 unter der von Jean-Claude Pressac in seinem 1994 herrschender bundesrepublikanischer Usance hätte Meyer für
erschienenen Buch Die Krematorien von Auschwitz genann- seinen Beitrag nämlich vor Gericht antraben müssen und mit
ten Mindestzahl von 630.000 Toten.3 ihm die Redaktion der unter dem Patronat Rita Süßmuths er-
Meyers Berechnungsgrundlage war ungemein verschroben: scheinenden Zeitschrift Osteuropa, die ihm die Möglichkeit
Er ging von der Maximalkapazität der Krematorien aus und zur Veröffentlichung seiner Thesen eingeräumt und sich so-
nahm gleichzeitig an, diese seien während ihrer ganzen Be- mit der Beihilfe schuldig gemacht hatte.
triebszeit stets restlos ausgelastet gewesen. Eine ähnliche Ar- Die BRD-Justiz geht bei ihren Prozessen gegen Revisionisten
gumentation wäre folgende: Herrn Meyers Auto erreicht eine regelmäßig davon aus, daß der Massenmord in den Kremato-
Höchstgeschwindigkeit von 200 km pro Stunde. Folglich rien von Auschwitz-Birkenau eine “offenkundige, nicht mehr
fährt Herr Meyer vom Moment, wo er den Motor einschaltet, beweisbedürftige Tatsache” sei. Dementsprechend werden
bis zum Augenblick, wo er ihn ausschaltet, stets mit 200 bei diesen Verfahren jeweils sämtliche Beweisanträge der
Stundenkilometern, auch wenn er sich nachts auf einem ge- Verteidigung mit dem Hinweis auf eben diese “Offenkundig-
wundenen Waldpfad fortbewegt oder sich in einer Großstadt keit” abgeschmettert. Aufgrund seines 1993 erschienenen
durch den Stoßverkehr quält. Auf diese – und andere – Unge- Gutachtens, in dem er zum Schluß kam, aus bautechnischen,
reimtheiten der Meyerschen Berechnungsmethode hat Carlo im Fall des Krema II auch aus chemischen Gründen hätten in
Mattogno hingewiesen.4 Dies änderte freilich nichts daran, den Krematorien keine Massenvergasungen von Menschen
daß Meyers Zahl – die immer noch mehr als das Dreifache stattfinden können,8 wurde Germar Rudolf anno 1995 in
über der tatsächlichen, aus den Dokumenten hervorgehenden Stuttgart zu einer Gefängnisstrafe von 14 Monaten ohne Be-
Ziffer von ca. 136.000 Auschwitz-Toten5 liegt – die weitaus währung verurteilt; die Schlußfolgerungen des Gutachtens
niedrigste bis dahin von einem Vertreter der Judenvernich- galten dem Gericht als “Leugnung” des Holocaust und somit
tungs- und Gaskammergeschichte genannte ist. als “Volksverhetzung”. Dabei war Rudolf auf die Frage der
Noch wesentlich folgenschwerer war Meyers zweite Revisi- Opferzahl des Lagers gar nicht eingegangen und hatte allfäl-
on. Er meinte, in den Krematorien von Birkenau hätten ledig- lige Vergasungen in den zwei Bauernhäusern nicht ausdrück-
lich Probevergasungen stattgefunden, die aber – unter ande- lich bestritten (schließlich kann man Gebäude, die nicht mehr
rem wegen der ungenügenden Ventilation – fehlgeschlagen existieren und von denen keine Baupläne vorhanden sind,
seien. Der Massenmord durch Gas habe sich “weitgehend” – weder bautechnischen noch chemischen Untersuchungen un-
d.h. im Klartext fast ausschließlich – in jenen beiden Bauern- terziehen).
häusern von Birkenau abgespielt, die man in der einschlägi- Es war ein geradezu genialer Schachzug Horst Mahlers und
gen Literatur als das “rote Haus” und das “weiße Haus” oder seiner Mitstreiter, Fritjof Meyer mit Strafanzeigen einzudek-
als die “Bunker” von Birkenau zu bezeichnen pflegt.6 Diese ken und sich selbst wegen Verbreitung seines Artikels anzu-
These stellte die ganze tradierte Geschichtsversion auf den zeigen. Da das BRD-Establishment einen politischen Prozeß
Kopf. Robert Jan van Pelt, der seit Jahren als namhaftester gegen einen Leitenden Spiegel-Redakteur sowie Rita Süß-
Verfechter des offiziellen Auschwitz-Bildes gilt, schreibt in muths Osteuropa ungefähr so dringend benötigt wie ein
seinem Buch The Case for Auschwitz über die (angebliche) Mensch einen Kropf, blieb der Justiz gar nichts anderes üb-
Gaskammer des Krematorium II von Birkenau:7 rig, als sämtliche Strafanzeigen abzuweisen. Dadurch aner-
“Diese 2500 Quadratfuß, auf denen die Deutschen viel- kannte sie, daß die Reduzierung der Auschwitz-Opferzahl auf
leicht nicht weniger als 500.000 Leichen produziert haben, weniger als die Hälfte der heutigen offiziellen Ziffer, vor al-

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lem aber das Bestreiten der Massenvergasungen in den Kre- (600.000 Tote) also weit übertrieben sind und sich auch hier
matorien keine “Holocaust-Leugnung” und keine “Volksver- eine Redimensionierung im revisionistischen Sinn aufdrängt.
hetzung” mehr darstellt und sich infolgedessen die Rechtsla- Mensch Meyer!
ge grundlegend geändert hat. Die einzig logische Konse- Meyer weist darauf hin, daß die Sowjets nach der Befreiung
quenz ist, daß nicht nur das Urteil gegen Germar Rudolf zu des KL Auschwitz keine ausländischen Gutachter zuließen,
kassieren ist, sondern zugleich auch noch alle anderen “wie es die Nazis bei Katyn taten”. Kein Wunder: während
Schuldsprüche bei Verfahren, bei denen Staatsanwaltschaft die Deutschen den Gutachtern in Katyn das Corpus delicti,
und Richter entsprechend argumentiert haben. Von nun an die Leichen der über 4000 von den Bolschewisten erschosse-
wird, wie Horst Mahler treffend festhielt, jeder weitere Revi- nen polnischen Offiziere, vorweisen konnten, wären die So-
sionistenprozeß für das BRD-System zum Bumerang. Ein wjets nicht imstande gewesen, mit greifbaren, d.h. materiel-
Richter, der einen Revisionisten jetzt noch unter Berufung len oder dokumentarischen Beweisen für die behaupteten
auf das “Offenkundigkeitsprinzip” verurteilt, weiß, daß er Massenmorde aufzuwarten. Belege für den Tod von knapp
flagranten Rechtsbruch begeht, und wird nicht die geringsten 150.000 hauptsächlich an Krankheiten gestorbenen Häftlin-
mildernden Umstände für sich in Anspruch nehmen können, gen hätten sie freilich erbringen können, aber das reichte ih-
wenn er dereinst für sein Handeln zur Rechenschaft gezogen nen ja nicht.
wird. Pipers lächerliche Lüge, wonach die Dokumentation der La-
Nachdem Franciszek Piper, Leiter der historischen Abteilung gerleitung vor der Befreiung von Auschwitz “vernichtet”
des Auschwitz-Museums, Meyer im November 2003 wegen worden sei, kontert Meyer mit nackten Fakten:
dessen Artikels attackiert hatte, antwortete der Angegriffene “Die Rote Armee besaß die Unterlagen der Zentralbaulei-
schon kurz darauf mit einer Replik auf Piper. Beide Beiträge tung, die Sterbebücher, die Kommandanturbefehle, wo-
sowie Meyers Osteuropa-Artikel, der den Anstoß zur Kon- möglich sogar das ganze Lagerarchiv mit über 127.000
troverse gegeben hatte, sind auf der Website des IDGR (“In- Akten […].”
formationsdienst gegen Rechtsextremismus”) – der somit “Ilja Ehrenburg zählte schon im Dezember 1944 sechs
zum ersten Mal in seiner Existenz etwas Nützliches getan hat Millionen jüdische Opfer, wobei er alle in deutsche Gewalt
– publiziert worden und können dort eingesehen werden.9 gefallenen Juden für tot erklärte. Seither, für zwei Genera-
Auf die plumpen Betrügereien, mit denen der Hohepriester tionen, diente die horrende Zahl als ‘Keule’ (Walser) ge-
des Lügentempels in Oberschlesien seine Ziffer von 1,1 Mil- gen das deutsche Tätervolk, dem ein derart dimensionierter
lionen Auschwitz-Toten verteidigt, gehe ich nicht ein, da dies Genozid doch nicht verborgen geblieben sein konnte: Im-
Carlo Mattogno im anschließenden Beitrag in diesem Heft mer noch Kriegspropaganda.”
mit der für ihn kennzeichnenden Gründlichkeit besorgt. Statt Ungefähr so hatte es auch der 81-jährige schweizerische Re-
dessen möchte ich auf die neuen, wahrhaft erstaunlichen Ein- visionist Gaston Armand Amaudruz formuliert, der freilich,
geständnisse hinweisen, die Meyer den Revisionisten in sei- im Gegensatz zu Meyer, wegen “Leugnung” der Sechsmil-
ner Replik macht. Daß er dies nicht ohne etliche Konzessio- lionenzahl Anfang 2003 für drei Monate ins Gefängnis wan-
nen an die Gebote der Political correctness tut, wird man ihm derte (das erstinstanzliche Urteil hatte auf ein Jahr gelautet).
angesichts des in der BRD herrschenden Meinungsterrors “Im [sowjetischen] Kommissionsbericht, der ersten Infor-
nachsehen müssen; hätte er nicht zumindest streckenweise im mation für die Welt über das befreite Auschwitz, steht kein
Neusprech der Umerziehung geschrieben, so hätte niemand Wort davon, daß dieses ein Ort der Judenvernichtung
seinen Beitrag veröffentlicht. Ärgerlich ist freilich, daß war.”
Meyer auch unnötige Verbeugungen vor der politischen Or- Ei, warum bloß nicht – fanden die vielen tausend im Lager
thodoxie macht, indem er etwa Mattogno, auf dessen Schrif- zurückgebliebenen Häftlinge die Judenvergasungen etwa
ten er sich in diesem Artikel ebenso stark stützt wie in seinem nicht wichtig genug, um ihren Befreiern davon zu erzählen?
ersten, einfach als “italienischen Holocaust-Leugner” abtut, Immer noch im Zusammenhang mit dem sowjetischen Kom-
oder indem er einen in der “Holocaust”-Literatur seit Jahr- missionsbericht nach der Befreiung von Auschwitz schreibt
zehnten herumgeisternden Befehl Himmlers zur Einstellung Meyer:
der Judenvernichtung beschwört: “Aussagen sind wiedergegeben, in denen etwa eine ‘Unga-
“Himmlers Stoppbefehl […] ist bisher kaum beachtet wor- rin aus der Stadt Cluj’, Anna Keppich mit Namen, die An-
den. Die Revisionisten unterschlagen ihn, weil er die Tat- kunft von ‘3000 ungarischen Gefangenen’ beschreibt –
sache der bis dahin vollzogenen Gasmorde beweist.” nichts von der Mordaktion an Zehntausenden ungarischer
Den Text dieses Phantom-Befehls zitiert er natürlich nicht! Juden im Jahre 1944.”
Führen wir uns nun einige der aufschlußreichsten Konzessio- Weshalb stand im Kommissionsbericht nichts über diese
nen Meyers an die Revisionisten zu Gemüte. Mordaktion? Die Frage stellen heißt sie beantworten.
“Wir [d.h. Meyer und Piper] sind uns darin einig, daß die “Irritationen über eine realistische Dimension hat aber
in Auschwitz begangenen Verbrechen ohne Beispiel sind nicht der Autor einer solchen Offenlegung zu verantworten,
hinsichtlich ihres Umfangs wie der Methode.” sondern der Urheber einer annähernden Verzehnfachung
Dieser gleich am Anfang des Artikels stehende Satz wirkt auf [in Wirklichkeit Verdreißigfachung; J.G.] der Opferzahl,
den ersten Bild völlig orthodox, stellt aber, um im Jargon der sowie jeder, der an dieser Entwürdigung des Menschheits-
Umerzieher zu bleiben, in Wirklichkeit eine subtile Form der verbrechens durch seine Instrumentalisierung teilnimmt.”
“Verharmlosung” dar: Wenn die von Meyer behauptete Ver- Wie schade, daß der Leitende Redakteur des berühmten
gasung von 356.000 Juden in Auschwitz “hinsichtlich ihres Hamburger Nachrichtenmagazins dies nicht in seinem eige-
Umfangs ohne Beispiel” war, heißt dies, daß in allen anderen nen Blatt schreiben darf…
sogenannten “Vernichtungslagern” sehr viel weniger als Einen “Vergasungszeugen” definiert Meyer als Menschen,
356.000 Opfer zu verzeichnen waren, die offiziellen Zahlen der sowohl den Eintritt der Opfer in die Gaskammer als auch
für Treblinka (750.000 – 870.000 Tote) sowie Belzec die Einschüttung des Zyklon-B sowie schließlich die Leichen

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gesehen habe, “und zwar in einem einheitlichen Vorgang”. Meyer möglichst lange Auszüge aus diesen Berichten, damit
Dieser Definition kann man sich als Revisionist durchaus an- recht herzhaft gelacht werden kann.
schließen. Nach diesem Kriterium bleiben für Meyer ganze Das Absurde daran ist, daß, akzeptiert man Meyers Argu-
sechs (!) Augenzeugen der Vergasungen in den Krematorien mentationsstruktur, überhaupt keine logische Notwendigkeit
übrig: Tauber für die “Experimentierphase” (??), die “an- zum Postulieren irgendwelcher Vergasungen mehr vorliegt.
fechtbaren Beobachter” Höß, Bendel, Nyiszli und Müller Dies zeigt sich am deutlichsten am Fall der ungarischer Ju-
sowie “eventuell” Paisikovic. Anders gesagt, es gibt nicht ei- den, von denen laut Meyer 41.000 vergast worden sein sollen
nen einzigen glaubhaften Zeugen, und die laut van Pelt allein (also weniger als ein Viertel der von Raul Hilberg in seinem
im Leichenkeller 1 des Krematorium II von den Deutschen Standardwerk genannten Zahl von 180.00011). Von den de-
“produzierten” 500.000 Leichen sind ein Phantasieprodukt. portierten ungarischen Juden galt nach einem Bericht Eber-
Was Meyer zu diesem geradezu ungeheuerlichen Einge- hard von Thaddens lediglich ein Drittel als arbeitsfähig.12 Bei
ständnis bewogen hat, ist nur allzu klar: Die technische und einer Gesamtzahl von 438.000 solcher Deportierter ergibt
chemische Beweisführung der Revisionisten, die er aus sich daraus eine Ziffer von 292.000 nicht Arbeitstauglichen.
Gründen der politischen Korrektheit nicht anerkennen darf. Zieht man von diesen die 41.000 laut Meyer Vergasten ab, so
Wer da von der Vergasungsgeschichte noch retten will, was bleiben immer noch 251.000 nicht vergaste arbeitsunfähige
zu retten ist, muß sich notgedrungen in die Birkenauer Bau- ungarische Juden übrig, die entweder a) überhaupt gar nie
ernhäuser flüchten; schließlich kann kein Fred Leuchter und nach Auschwitz gelangten, oder b) von Auschwitz nach an-
kein Germar Rudolf dem Mauerwerk von nicht mehr beste- deren Orten überstellt wurden, oder c) in Auschwitz eines na-
henden Gebäuden Mörtelproben entnehmen und auf Cya- türlichen Todes starben, oder d) am 27. Januar in Auschwitz
nidspuren untersuchen lassen, ebenso wenig wie man in ih- von der Roten Armee befreit wurden, wobei die überwälti-
nen nach eventuellen Zyklon-Einwurfluken Ausschau halten gende Mehrheit natürlich der ersten sowie der zweiten Kate-
kann. Genau diesen Weg wählt Meyer und fügt hinzu: gorie angehörte. Aus welchem Grund sollen die Deutschen
“Auch für diesen Themenkomplex bedarf es einer umfas- 41.000 arbeitsuntaugliche ungarische Juden ermordet haben,
senden speziellen Untersuchung, die ich vorlege, wenn der wenn sie eine mehr als sechsmal höhere Zahl am Leben lie-
Wunsch nach einer Publikation besteht.” ßen und Tausende von kranken ungarischen Juden in Bir-
Er besteht, Herr Meyer, er besteht! Wir freuen uns auf Ihre kenau medizinisch betreuten?13 Was spricht gegen die An-
Publikation; wenn es soweit ist, wird man sie mit Mattognos nahme, daß diese 41.000 ebenfalls anderswohin überstellt
Studie zu den “Bunkern” vergleichen können, die ca. Ende worden sind?
2004 auf Deutsch vorliegen soll. Daß ein hochintelligenter, mit der “Holocaust”-Thematik
Weswegen die “Bunkerzeugen” glaubhafter sein sollen als wohlvertrauter Mann wie Fritjof Meyer dies alles nicht ka-
die abgehalfterten “Zeugen” der Vergasungen in den Krema- piert, halte ich für höchst unwahrscheinlich. Ich möchte des-
torien, ist wahrhaftig unerfindlich, zumal es sich in etlichen halb eine Hypothese über die Beweggründe aufstellen, die
Fällen um ein und dieselben Leute handelt. Wenn beispiels- ihn zur Publikation seiner Artikel veranlaßt haben. Norma-
weise der französisch-jüdische Auschwitz-Häftling André lerweise hat man sich des Spekulierens über die Motive eines
Lettich berichtet, in den Muffeln der Krematorien seien je- Autors zu enthalten, da nur das Sachargument zählt, doch im
weils sechs Leichen zugleich verbrannt worden, wird Meyer vorliegenden Fall scheint mir ein Abweichen von dieser Re-
dies mit Fug und Recht als Lüge bezeichnen – doch ist der- gel gerechtfertigt.
selbe Lettich etwa glaubwürdiger, wenn er die technisch Die hauptsächlichen Nutznießer der “Holocaust”-Lüge im
nicht minder aberwitzige Aussage macht, nach den Verga- allgemeinen und der Auschwitz-Lüge im besonderen sind der
sungen in den Bauernhäusern seien die Türen nach 20 bis 25 Staat Israel, der internationale Zionismus sowie die politische
Minuten Ventilationszeit geöffnet und die Leichen entfernt Führungskaste der BRD. Die intelligenteren unter den Profi-
worden, obgleich die Blausäure ca. zwei Stunden benötigt, teuren der Lüge wissen, daß sich die orthodoxe Version vom
um den Zyklongranulaten zu entweichen, und an eine Lüf- Schicksal der Juden im Dritten Reich auf die Dauer nicht ret-
tung vor Ablauf dieser Zeit gar nicht zu denken ist? Will ten läßt, und versuchen nun, Ballast abzuwerfen. Dazu schik-
Meyer die Morde in den Bauernhäusern mit den Erzählungen ken sie einen Mann ins Rennen, der als Leitender Redakteur
dieses Lettich nachweisen? Oder mit der Zeugenaussage des der bekanntesten deutschen Zeitschrift ein erhebliches Anse-
Richard Böck, der über den Leichen Vergaster einen blauen hen besitzt, über ein gewisses Maß an Courage verfügt und
Dunst schweben sah, obschon Blausäure völlig farblos ist? das Thema Auschwitz einschließlich der revisionistischen
Oder vielleicht mit dem Augenzeugenbericht des Milton Bu- Beweisführung sehr gut kennt. Wenn diese Hypothese den
ki, laut dem die Leichen der Opfer blaue Flecken aufwiesen, Tatsachen entspricht, wäre es an der Zeit, die Medien allmäh-
obwohl der Leichnam eines Blausäuretoten nicht blau, son- lich auf die neue, moderatere “Holocaust”-Version einzu-
dern rot verfärbt ist? Oder gar mit den Verrücktheiten des stimmen; am 27. Januar 2004 war allenthalben immer noch
Maurice Moshe Garbarz, gemäß dem ein Gräberkommando von 1,5 Millionen Auschwitz-Opfern die Rede, einer Zahl,
in Birkenau in einer Nacht ein “Schwimmbad” (Massengrab) die selbst nach Franciszek Piper um 200.000 höher ist als die
von 1500 bis 2700 m3 Größe aushob?10 Nun, Herr Meyer Gesamtziffer der überhaupt je nach Auschwitz Gelangten.
stellt uns ja nach dem Motto “Quantität geht über Qualität” Daß ausgerechnet Fritjof Meyer ausgewählt wurde, um mit
nicht weniger als 41 (!) Augenzeugen der Schreckensbauern- halbrevisionistischen Thesen zu Auschwitz vorzupreschen,
häuser in Aussicht; dies sind weit mehr, als Hilberg und könnte freilich noch einen anderen Grund haben. Ganz am
Pressac an Zeugen für alle angeblichen Vergasungsanlagen Schluß seiner Replik auf Piper deutet Meyer nämlich an, daß
in Auschwitz zusammen mobilisieren können, so daß sich Angehörige von ihm in Auschwitz umgekommen seien. Daß
unter diesen 41 eine ganze Reihe Zeugen befinden müssen, diese Angehörigen als Kriminelle, Asoziale oder Homosexu-
deren Wichtigkeit selbst den beiden erlauchtesten unter den elle ins KL kamen, wollen wir nicht unterstellen. Sie wurden
“Holocaust”-Forschern entgangen ist. Hoffentlich zitiert Herr also entweder aus politischen Gründen – d.h. als NS-Gegner

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oder Bibelforscher – oder aus ‚rassischen’ Gründen nach Au- (2002), S. 378-385.
5
schwitz geschickt. Carlo Mattogno, “Franciszek Piper und die Zahl der Opfer von Au-
schwitz”, VffG 7(1) (2003), S. 25.
Letzteres würde bedeuten, daß Fritjof Meyer ungeachtet sei- 6
In der deutschen Dokumentation der Kriegszeit findet sich weder die eine
nes kerndeutschen Vornamens zumindest teilweise jüdischer noch die andere Bezeichnung für diese Gebäude; ebenso fehlt jeder Beleg
Abstammung ist. Will man sich, wenn der Holocaust eines für eine wie auch immer geartete Verwendung der beiden Bauernhäuser
schönen Tages endgültig platzt – beispielsweise weil die rus- durch die Leitung des KL Auschwitz.
7
Robert Jan van Pelt, The Case for Auschwitz. Evidence from the Irving
sische Regierung, durch die US-Einkreisungspolitik gegen
Trial, Bloomington/Indianapolis 2002, S. 68.
ihr Land in die Enge getrieben, den Schwindel auffliegen läßt 8
Einzelne Vergasungen mit absoluter wissenschaftlicher Exaktheit auszu-
–, dann womöglich damit herausreden, daß ein begnadeter schließen ist schlechthin nicht möglich. Damit wären die von Meyer be-
jüdischer Forscher namens Fritjof Meyer die Wahrheit, oder haupteten “Probevergasungen”, für die er wohlweislich keine Opferzahl
fast die Wahrheit, über Auschwitz längst herausgefunden hat, nennt, theoretisch mit den Schlußfolgerungen des Rudolf-Gutachtens
vereinbar. Es sei aber betont, daß es nicht die Spur eines dokumentari-
aber leider von engstirnigen deutschen Dogmatikern daran schen Beweises für die Vergasung auch nur eines einzigen Juden in Au-
gehindert wurde, seine Erkenntnisse einer breiten Öffentlich- schwitz-Birkenau gibt, weder in den Krematorien noch in irgendwelchen
keit bekanntzugeben? Die Zukunft wird weisen, ob eine die- Bauernhäusern.
9
ser beiden Hypothesen zutrifft. Eines steht jedenfalls fest: idgr.de/texte/geschichte/ns-verbrechen/fritjof-meyer/index.php; eine
deutsche Fassung von Pipers Kritik befindet sich auf der Webseite des
Ohne Rückendeckung von oben hätte Meyer seine Beiträge Auschwitz-Museums:
nicht publizieren dürfen. Auf die Fortsetzung der Geschichte www.auschwitz.org.pl/html/de/aktualnosci/news_big.php?id=569
darf man folglich gespannt sein. 10
Zu diesen und anderen Augenzeugen siehe mein Buch Auschwitz. Täter-
geständnisse und Augenzeugen des Holocaust, Verlag Neue Visionen,
Würenlos 1994.
Anmerkungen 11
Raul Hilberg, Die Vernichtung der europäischen Juden, Fischer Ta-
1
F. Meyer, Die Zahl der Opfer von Auschwitz. Neue Erkenntnisse durch schenbuch Verlag, Frankfurt a.M. 1997, S. 1046.
12
neue Archivfunde. In: Osteuropa. Zeitschrift für Gegenwartsfragen des NG-2190.
13
Ostens, Nr. 5, Mai 2002, S. 631-641; vgl. online Aus einem vom 28. Juni 1944 stammenden deutschen Bericht geht her-
www.vho.org/D/Beitraege/FritjofMeyerOsteuropa.html vor, daß bis zu jenem Zeitpunkt in Birkenau 3.318 ungarische Juden in
2
F. Piper, Die Zahl der Opfer von Auschwitz, Verlag Staatliches Museum den Genuß medizinischer Betreuung gelangt waren, wobei die behandel-
in OĞwiĊcim, 1993. ten Krankheiten – chirurgische Fälle, Durchfall, Angina, Diabetes, Pneu-
3
J.-C. Pressac, Die Krematorien von Auschwitz. Die Technik des Massen- monie, Grippe etc. – jeweils genau aufgelistet wurden. GARF 7021-107-
mordes. Piper Verlag, München-Zürich 1994, S. 202. 11, S. 130.
4
Carlo Mattogno, “Die neuen Revisionen Fritjof Meyers”, VffG 6(4)

Über die Kontroverse Piper-Meyer:


Sowjetpropaganda gegen Halbrevisionismus
Von Carlo Mattogno
1. Bedeutung der Kontroverse kommt, jede abweichende Interpretation der Geschehnisse
In meinem Artikel “Die Viermillionenzahl von Auschwitz: mit einem Bannfluch zu belegen. Ich spreche hier wohlver-
Entstehung, Revisionen und Konsequenzen”1 habe ich im standen nicht von den Revisionisten, sondern von Forschern,
Anschluß an eine Analyse der Gründe und historiographi- welche die behauptete Judenvernichtung in Gaskammern
schen Konsequenzen der von Franciszek Piper vorgenomme- zwar für eine historische Realität halten, jedoch in Detailfra-
nen Revision der sowjetischen Propagandaziffer von vier gen eine von der offiziellen Linie abweichende Position ver-
Millionen Auschwitz-Opfern folgende Schlußfolgerungen treten. Piper stand hinter der feierlichen Exkommunikation
gezogen: Jean-Claude Pressacs,2 die dermaßen erbarmungslos war, daß
“Somit dichtet dieser ‚kritische Geist’ des Auschwitz- der Tod des französischen Auschwitz-Spezialisten am 23. Ju-
Museums, der die Opferzahl des Lagers auf annähernd ein li 2003 von keinem einzigen Vertreter der offiziellen Ge-
Viertel herabgesetzt hat, den Krematorien auch weiterhin schichtsschreibung vermerkt wurde und auch die großen Zei-
opportunistisch eine Kapazität an, die um das Achtfache tungen sich in beschämendes Schweigen hüllten; die einzigen
über der realen liegt! F. Piper weiß natürlich sehr genau, Nachrufe stammten bezeichnenderweise von zwei “Geg-
daß die Glaubwürdigkeit seiner ‚Augenzeugen’ flöten gin- nern”, nämlich Jürgen Graf und mir!3 Nicht einmal nach sei-
ge, gäbe er die Kapazität der Öfen richtig an, und dann nem Tod fand Jean-Claude Pressac Verzeihung.
würden auch die Behauptungen derselben Zeugen über Pipers hauptsächliche Befürchtung ist, daß die Debatte über
Menschenvergasungen mit einem Schlag unglaubwürdig. Auschwitz innerhalb der offiziellen Geschichtsschreibung ins
Dies ist der Grund dafür, daß das Auschwitz-Museum eine Technische abgleiten könnte, was, wie ich dargelegt habe,
Hochburg des Aberglaubens ist und bleibt und den Am- das Ende der These von einer Massenvernichtung in diesem
menmärchen der ‚Augenzeugen’ den Vorzug gegenüber Lager bedeuten würde. Im November 2003 lancierte F. Piper
der Wissenschaft gibt.” einen neuen Bannfluch, diesmal gegen Fritjof Meyer, worauf
Kraft seines Amtes als Leiter der historischen Abteilung des der deutsche Journalist mit einer Replik reagierte.4
Auschwitz-Museums ist Franciszek Piper der Großinquisitor, Der Schlagabtausch zwischen diesen beiden Männern, ge-
der Hüter der Auschwitz-Orthodoxie, dem die Aufgabe zu- wissermaßen ein Kampf zwischen einem Blinden und einem

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Einäugigen, interessiert uns weniger wegen der von ihnen Warum aber hat das Auschwitz-Museum in den zwei Jahr-
vorgebrachten Argumente – diese entstammen zwar verschie- zehnten, die zwischen dem Erscheinen der ersten Ausgabe
denen Quellen, sind aber durchwegs wohlbekannt –, als we- von D. Czechs Kalendarium und der Publizierung des Wel-
gen der hüben und drüben angewandten Methoden. F. Piper lers-Artikels verstrichen, nicht den geringsten Versuch einer
wirkt hier wie ein Parteihistoriker aus vergangenen Zeiten, eigenen Nachforschung unternommen? F. Piper erteilt darauf
dessen Argumentation immer noch von der Mentalität der folgende, wahrhaft unglaubliche Antwort:
Sowjetpropaganda geprägt ist; F. Meyer erscheint als Hal- “In Übereinstimmung mit zuvor bestätigten Forschungs-
brevisionist, der zwar ausgiebig aus revisionistischen Quellen plänen hatte sich das Staatliche Museum Auschwitz-
schöpft, dem es jedoch an Mut gebricht, die sich daraus erge- Birkenau in Oswiecim in den siebziger Jahren mit diesbe-
benden logischen Konsequenzen zu ziehen. züglichen Untersuchungen befaßt, die aber zu keinerlei
Ergebnissen geführt hatten.”
2. Pipers Selbstverteidigung Somit konnte G. Wellers, der sich ausschließlich auf die erste
F. Piper, der sich seiner Rolle sehr wohl bewußt ist, versucht Kalendarium-Ausgabe stützte, die Propagandalüge von den
vor allem, sich von der Anklage des historiographischen Op- vier Millionen demolieren, doch das Auschwitz-Museum,
portunismus wegen seiner (von mir im oben zitierten Artikel welches das Kalendarium publiziert hatte und dem sämtliche
hieb- und stichfest dokumentierten) Rolle bei der Aufrecht- von diesem benutzten Quellen zur Verfügung standen, war
erhaltung der Propagandaziffer von vier Millionen reinzuwa- dazu nicht in der Lage gewesen! In diesem Zusammenhang
schen. Er verteidigt diese Propaganda, indem er behauptet: schreibt Piper in seiner Replik an Meyer selbst:
“daß die Zahl von 4 Millionen Opfer des KZ Auschwitz ei- “Angesichts des Fehlens von Lagerdokumenten zur Ge-
ne Zahl war, die nach bestem Wissen der Mitglieder der samtzahl der ins Lager Eingelieferten und dort Ermordeten
beiden Kommissionen, der sowjetischen und der polni- besteht die einzige Grundlage für die Ermittlung der Zahl
schen, und dann der Staatsanwaltschaftsorgane und der der Opfer des Lagers lediglich in Quellen über die Depor-
Autoren verschiedenartiger Publikationen die tatsächli- tationen von den einzelnen Sammelstellen, Gegenden und
chen Menschenverluste im KZ Auschwitz widerspiegelte.” Ländern nach Auschwitz und in den Änderungen bei den
Piper fügt hinzu: Stärkemeldungen, den Zugängen und Abgängen der Häft-
“Damals kannte niemand die tatsächliche Zahl der Opfer linge.”
des KZ Auschwitz, und niemand konnte sie kennen.” Diese “Grundlage” lag aber bereits in der ersten Kalendari-
Kein Historiker, beharrt er, sei imstande gewesen, diesbezüg- um-Ausgabe vor. Piper führt dann eine weitere Rechtferti-
liche Forschungen anzustellen: gung ins Feld, die ihn noch nachhaltiger belastet:
“Das Fehlen der wichtigsten deutschen, im KZ Auschwitz “Die Ergebnisse der von mir durchgeführten Untersu-
entstandenen statistischen Quelle machte es praktisch un- chungen erwiesen sich als ganz ähnlich wie die von G.
möglich, daß von Historikern Untersuchungen zur Frage Wellers. Das brachte ich in einem Referat zum Ausdruck,
der Zahl der Opfer des KZ Auschwitz in Angriff genommen das am 16.-18. Februar 1987 auf einer wissenschaftlichen
werden konnten.” Konferenz in Krakow-Mogilany gehalten wurde. Damals
Piper macht also geltend, bis 1983, als die bekannte statisti- erklärte ich folgendes:
sche Untersuchung von Georges Wellers über die Zahl der ‚Das Berechnungsverfahren und die Ermittlungen von
Toten von Auschwitz erschien,5 habe es kein objektives Kri- Wellers erwecken im Prinzip keinerlei Vorbehalte, ausge-
terium zum Ermitteln der Wahrheit gegeben; darum, so ar- nommen die problematischen Voraussetzungen für die
gumentiert er, gab es schätzungsweisen Berechnungen der polnischen Juden.’”
“keinen Grund, die Frage der NS-Verbrechen als Instrument Nach vier Jahren (!) war Piper also glücklich zur Schlußfol-
der Kriegspropaganda zu betrachten, die zum Kampf gegen gerung gelangt, Wellers’ “Berechnungsverfahren” sei grund-
den Feind mobilisieren sollte. Eines steht außer Zweifel: sätzlich richtig. Warum aber hatte er es dann in den sechziger
Damals kannte niemand die tatsächliche Zahl der Opfer des und siebziger Jahren nicht selbst angewendet? Ich erinnere
KZ Auschwitz, und niemand konnte sie kennen […].” daran, daß Piper bereits 1965 als Forscher in der historischen
Wie ich in meinem Artikel bewiesen habe, ist dies schlicht Abteilung des Auschwitz-Museums zu arbeiten begann. War-
und einfach eine Lüge Pipers, um seine Vergangenheit als um hat er bis 1987, vier Jahre nach dem Erscheinen des Wel-
treuer Diener der Sowjetpropaganda zu rechtfertigen! Die In- lers-Artikels, gewartet? Die Antwort auf diese Frage ist
strumente zur Ermittlung der Anzahl der nach Auschwitz leicht: Die Zeiten hatten sich geändert, und im Sowjetsystem
Deportierten, und somit auch der wirklichen und nicht erfun- knirschte es bereits an allen Fugen und Enden bedenklich!
denen Opferzahl, befanden sich bereits am 16. Dezember In einem 1991 erschienenen Artikel8 “ermittelte” Piper für
1945, noch vor dem Höß-Prozeß, im Besitz des Richters Jan Auschwitz-Birkenau die Zahl von 1.100.000 Opfern.9 Seinen
Sehn. Ich meine damit die Transport- und Registrierungsli- Worten nach handelte es sich bei diesem Artikel um
sten, die von in der Politischen Abteilung arbeitenden Häft- “die abgekürzte Version einer umfassender konzipierten
lingen heimlich abgeschrieben worden waren. Diese Listen Studie des Verfassers über die Anzahl der nach Auschwitz
wurden von Danuta Czech bei der Erstellung der ersten Aus- Deportierten und die der dort Umgekommenen.”
gabe des Kalendariums von Auschwitz ausgewertet. Gestützt Seine Studie, fuhr er fort, sei
auf diese Quelle kam Wellers (der freilich selbst zu allerlei “Bestandteil der vom Autor im staatlichen Auschwitz-Mu-
Mogeleien griff) durch eine simple Addition auf 1.613.455 seum betriebenen Forschungen.”10
Deportierte und 1.471.595 Tote,6 was bereits eine einschnei- Dies heißt, daß Piper bereits vorher auf seine Zahl von 1,1
dende Revision der Viermillionenziffer darstellte. Richter Jan Millionen Opfern gelangt war. Doch als – nach Oktober 1991
Sehn, der über die gleichen Dokumente verfügte wie Wellers, – auf den Gedenksteinen von Birkenau die neuen Inschriften
korrigierte die Propagandazahl freilich nicht etwa nach unten, erschienen, prangte dort nicht etwa die bereits von Piper “er-
sondern erhöhte sie im Gegenteil auf 5 Millionen!7 mittelte” Ziffer, sondern die alte, von Wellers postulierte

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Zahl von 1,5 Millionen. Das Auschwitz-Museum hatte ver- Die Zahl von 4.756 bezieht sich auf die angebliche Gesamt-
sucht, von der Sowjetpropaganda zu retten, was noch zu ret- kapazität der Krematorien von Auschwitz-Birkenau und er-
ten war! scheint in eben jenem Dokument. Doch selbst wenn dessen
Inhalt theoretisch den Fakten entspräche, wäre Pipers Be-
3. Der Zweck von F. Pipers Kritik an F. Meyer rechnung in der Praxis unsinnig. Piper hat nicht die geringste
Nach seinem erfolglosen Versuch, sich gegen die Anklage Ahnung von den technischen Problemen (wie z.B. der Bil-
des politischen Opportunismus zu verteidigen, kommt F. dung und Entfernung von Schlacke, der Abnutzung des feu-
Piper zum Hauptzweck seines Artikels: Der bedingungslosen erfesten Schamottmauerwerks sowie sämtlicher den Flammen
Verurteilung nicht so sehr der Thesen F. Meyers an sich, ausgesetzten Teile, angefangen bei den Rosten der Gasgene-
sondern vielmehr der von diesem angewandten technischen ratoren), welche einen ununterbrochenen Tag- und Nachtbe-
Methode. Gleich zu Beginn seiner diesbezüglichen Ausfüh- trieb der Krematorien während 18 Monaten unmöglich ge-
rung beklagt er jegliche Forschung, die macht hätten. Um es mit einem einfachen Beispiel zu ver-
“sich auf eine Analyse der Leistungsfähigkeit der Massen- deutlichen: Ein Auto mit einer Maximalgeschwindigkeit von
vernichtungsanlagen, ihres Tätigkeitszeitraumes und des 150 Stundenkilometern ist entsprechend Pipers Argumentati-
Nutzungsgrades stützt.” on in der Lage, an einem Tag (150 × 24 =) 3.600 km und an
Anders gesagt beklagt er jedes wissenschaftliches Herange- 547 Tagen (547 × 3.600=) 1.969.200 km zurücklegen!
hen an die Frage, wobei er die Massenvergasungen zum tech- Als Gralshüter eines dogmatischen Geschichtsbilds zwangs-
nischen Kinderspiel erklärt: läufig ein Feind der Wissenschaft, nimmt Piper noch weitere
“[…] die Gaskammern waren in technischer Hinsicht ganz zwei Male zu einer solch trügerischen Berechnungsmethode
einfache Anlagen, denn sie funktionierten auf der Basis ei- Zuflucht. Bezüglich der in Kurt Prüfers Aktenvermerk vom
nes geschlossenen Raumes, der die Möglichkeit bot, dort 8. September 1942 (auf den ich ebenfalls noch zurückkom-
Giftgas einzuleiten.” men werde) angegebenen Kremierungskapazität – 2.650 Lei-
Zweifellos wäre eine Massentötung mittels Zyanwasserstoff- chen pro Tag – kommentiert er:
gas theoretisch “ganz einfach”, doch mit der Öffnung der “Anmerken sollte man, daß das pro Jahr 967.250 (allein in
Gaskammer begännen dann die Probleme! Hier geht es frei- den Krematorien von Birkenau 876.000) verbrannte Lei-
lich nicht um die theoretische Möglichkeit einer Massenver- chen, und in den anderthalb Jahres des Bestehens dieser
gasung, sondern um von “Augenzeugen” konkret beschriebe- Anlagen 1.450.875 (allein in den Krematorien von Bir-
ne angebliche Vergasungen; die Probleme ergeben sich aus kenau 876.000) verbrannte Leichen ergibt.”
dem, was diese Zeugen sagen, aber auch aus dem, was sie Er nimmt also folgende Berechnung vor: 2.650 × 365 =
nicht sagen.11 967.250, und dasselbe Berechnungssystem gilt auch für die
Da Piper offenbar fürchtet, manche Leser vermöchten den andere von ihm erwähnte Ziffer (2.650×547,5 = 1.450.875).12
Zweck seines Artikels nicht zu kapieren, wiederholt er sein Zu dieser Methode greift Piper nochmals, indem er, immer
Verdammungsurteil gegen die Wissenschaft mehrfach. Für noch unter Hinweis auf Prüfers bereits erwähnten Aktenver-
ihn besteht eine andere Methode der “Leugnung” im Ver- merk, schreibt:
such, “[…] dann konnten während des Bestehens aller vier Kre-
“aus den verschiedensten technischen Gründen (Lüftungs- matorien in Birkenau 1.387.200 Leichen verbrannt wer-
probleme, Sicherheitsaspekte) die Möglichkeiten des Tö- den.”
tens von Menschen in diesen Kammern auf ein Minimum zu Auf diese Zahl kommt er nun, indem er die angebliche Ta-
reduzieren und ihr Leistungsvermögen einzuschränken.” gesverbrennungskapazität der einzelnen Krematorien mit den
Selbstverständlich ist die Hauptzielscheibe dieses neuen Tagen ihres Bestehens (2.348) multipliziert. Dies entspricht
Piperschen Bannfluchs die wissenschaftliche Untersuchung im Schnitt 587 Tagen für jedes Krematorium, einer Zahl, die
des Kremierungsproblems: in unerklärlichem Gegensatz zu der von ihm in der vorherge-
“Dasselbe betrifft die Techniken des Einäscherns der Lei- henden Berechnung angesetzten von 547 steht.
chen der Ermordeten. Nach bekannten deutschen Unterla- Piper versucht anschließend, jegliche wissenschaftliche Inan-
gen konnten im KZ Auschwitz innerhalb von anderthalb griffnahme des Kremierungsproblems mit folgender Behaup-
Jahren allein in den Krematorien, Scheiterhaufen und Ver- tung für überflüssig zu erklären:
brennungsgruben nicht eingerechnet, über 2,4 Millionen “Die Tatsache, daß im KZ Auschwitz außer den Kremato-
und nach Aussagen von Häftlingen des Sonderkommandos rien auch Scheiterhaufen und Verbrennungsgruben unter
über 4 Millionen Leichen verbrannt werden.” freiem Himmel Verwendung fanden, läßt alle Diskussionen
Für einen Augenblick taucht hier
also das Gespenst der vier Millio-
nen wieder am Horizont auf! Die
Verwendung des Plurals im Satz-
teil “nach bekannten deutschen
Unterlagen” ist unkorrekt, da sich
Piper tatsächlich auf ein einziges
Dokument beruft, den Brief der
Zentralbauleitung vom 28. Juni
1943, auf den ich später noch zu-
rückkomme. In einer Fußnote er-
läutert er nämlich:
“4.756 Leichen x 547 Tage = Die Fortschreibung sowjet-kommunistischer Kriegs-Greuelpropaganda
2.601. 532.” durch polnische Lakaien (www.auschwitz.org.pl/html/de/aktualnosci/news_big.php?id=569)

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über begrenzte Möglichkeiten der Leichenverbrennung und begnüge ich mich damit, die Interpretation Pipers unter die
damit auch der auf Angaben über die Leistungsfähigkeit Lupe zu nehmen. Dieser erhebt einen Einwand gegen Meyers
der Krematorien basierenden Zahl der Opfer völlig gegen- Interpretation der in diesem Aktenvermerk genannten Ver-
standslos werden.” brennungskapazität:
Auch in diesem Fall ist Pipers Einwand rein theoretischer “Weitere Vorbehalte erweckt die Interpretation der in der
Natur und bar jeder Verankerung in der Realität. “Scheiter- Notiz Prüfers enthaltenen Bezeichnung Tagesleistung. F.
haufen und Verbrennungsgruben” dürfen nämlich nicht als Meyer vertrat die Ansicht, daß es um die Leistung von 24
abstraktes Problem an sich, sondern müssen vor dem Hinter- Stunden gehe.”
grund der einschlägigen Zeugenaussagen betrachtet werden. Piper versucht mit weitschweifigen, heillos verquasten Aus-
Piper selbst hat geschrieben, daß “im Frühling 1943, mit der lassungen zu “beweisen”, daß die “Tagesleistung” sich auf
Inbetriebnahme der neuen Gaskammern und Krematorien”, eine Periode von 12 Stunden beziehe. Dabei stellt sich her-
die angeblichen Verbrennungsgruben der sogenannten “Bun- aus, daß er noch nicht einmal den Artikel kennt, in dem Pres-
ker” nicht mehr benutzt worden seien;13 wieder verwendet sac seine Entdeckung dargelegt hat. Ich führe den relevanten
worden seien solche Gruben beim “Bunker 2” sowie im Hof Abschnitt, den ich bereits in meinem Artikel zu Meyer zitiert
des Krematoriums V “im Mai 1944 während der Ausrottung habe,16 hier nochmals an:
ungarischer Juden.”14 “Die Frage der Kapazität der Krematorien von Auschwitz-
Folglich waren Pipers eigenen Angaben zufolge ab Mitte Birkenau wird durch eine interne Notiz Prüfers vom 8. Sep-
März 1943 (damals wurden die Krematorien IV und II in Be- tember 1942 beantwortet, welche die Überschrift ‚Reichs-
trieb genommen) bis Mitte Mai 1944 (beim Eintreffen des er- führer SS, Berlin-Lichterfelde-West, Krematorium-Ausch-
sten Judentransports aus Ungarn), d.h. während eines Zeit- witz. Vertraulich! Geheim!’ trägt. Dort heißt es, die drei
raums von vierzehneinhalb Monaten, keinerlei “Verbren- Zwei-Muffel-Öfen des Krematorium I könnten täglich 250,
nungsgruben” im Einsatz, und zumindest für diese Periode ist die vier Drei-Muffel-Öfen des Krematorium II täglich 800,
eine wissenschaftliche Untersuchung der Krematorien voll- jene des Krematorium III täglich gleichfalls 800, die bei-
kommen legitim. Übrigens müssen auch die Verbrennungs- den Vier-Muffel-Öfen des Krematorium IV täglich 400 und
gruben mit wissenschaftlichen Methoden erforscht werden, jene des Krematorium V täglich ebenfalls 400 Leichen ver-
wobei man sich hier in allererster Linie auf die Luftaufnah- brennen (was einer Gesamtkapazität von 2.650 Leichen
men von Birkenau aus dem Jahre 1944 stützen wird; eine sol- entspricht, die allerdings nie erreicht wurde). Diese Note
che Untersuchung führt zwangsläufig zu einer drastischen des damals besten deutschen Kremierungsfachmanns zeigt,
Zurechtstutzung jener Zeugenaussagen, auf die sich Piper be- daß die am 28. Juni 1943 von der Bauleitung [richtig: Zen-
ruft. tralbauleitung] von Auschwitz gegenüber Berlin genannte
Hinsichtlich der Krematorien gibt Piper vor, es sei nicht Gesamteinäscherungskapazität von 4.756 Leichen pro Tag
möglich, ihre genaue Auslastung und Betriebsdauer zu ken- stark übertrieben ist.”
nen, Es besteht kein Zweifel daran, daß die im Vermerk erwähnte
“weil es keine glaubwürdigen Quellen gibt, die es ermögli- Verbrennungskapazität sich auf eine Zeitspanne von 24 Stun-
chen würden, den tatsächlichen Tätigkeitszeitraum der den bezieht. Bezöge sie sich auf eine von 12 Stunden, so läge
Krematorien wie auch den Nutzungsgrad ihrer potentiellen die Verbrennungskapazität für 24 Stunden nämlich bei 5300
Leistungsfähigkeit zu bestimmen.” Leichen, und Pressacs letzter Satz wäre schlechthin absurd:
Dieses Argument führt er dann nochmals ins Feld und fügt schließlich hält Pressac ja fest, die von Prüfer für einen 24-
hinzu: Stunden-Zeitraum genannte Kapazität von 2.650 beweise,
“Die vom Verfasser [F. Meyer] angegebenen Betriebsun- daß die im Brief der Zentralbauleitung vom 28. Juni 1942
terbrechungen der Krematorien basieren auf so geheim- postulierte Kapazität von 4.756 Leichen in 24 Stunden “stark
nisvollen Informationen, daß die auch nur annähernde übertrieben” sei. Anstatt einfach die Quelle zu überprüfen,
Ermittlung der Betriebsunterbrechungen unmöglich ist, serviert uns Piper lieber ein seitenlanges, unsäglich wirres
gar nicht zu reden von ihrer Angabe bis auf den Tag ge- Geschwafel!
nau.” Pipers Deutung des betreffenden Dokuments ist überdies
Mit dieser Aussage beweist Piper, daß er die Dokumentation recht phantastisch. Er weist vor allem darauf hin, daß im “Er-
der Zentralbauleitung von Auschwitz im Moskauer Archiv an läuterungsbericht zum Vorentwurf für den Neubau des
der Wiborg-Straße nicht kennt. Für einen Leiter der histori- Kriegsgefangenenlagers der Waffen-SS, Auschwitz O/S”
schen Abteilung des Auschwitz-Museums ist dies nicht gera- vom 30. Oktober 1941 steht, das für das Lager Birkenau vor-
de schmeichelhaft. gesehene neue Krematorium (das künftige Krematorium II)
Anschließend geht Piper zur Analyse der seiner Ansicht nach weise 5 Öfen mit je drei Muffeln auf, und in jeder Muffel
wesentlichsten Punkte des Meyer-Artikels über. könne man in einer halben Stunde zwei Leichen verbrennen,
was einer (theoretischen) Kapazität von 1.440 Leichen bin-
4. Prüfers Aktenvermerk vom 8. September 1942 nen 24 Stunden entspricht. Daraus folgert Piper:
Piper beginnt mit einem Aktenvermerk Kurt Prüfers, eines “Die Notiz Prüfers würde demnach den Versuch bedeuten,
Oberingenieurs der Firma Topf & Söhne, vom 8. September einen schon geschlossenen und in Ausführung befindlichen
1942. Ebenso wie F. Meyer unterläßt er jeden Hinweis dar- Vertrag zu ändern.”
auf, daß das Verdienst der Entdeckung dieses Dokuments Er fügt darauf hinzu,
Jean-Claude Pressac zukommt. Offenbar ist die feierliche “daß der Vorschlag Prüfers von den Behörden der SS nicht
Exkommunikation des französischen Forschers immer noch angenommen wurde”;
in Kraft! und schließt:
In meinem Artikel zu F. Meyer habe ich bereits erklärt, in “Die Zentralbauleitung vertrat den Standpunkt, daß die
welchem Sinne dieses neue Dokument zu deuten ist;15 hier früheren Festlegungen gültig waren, und führte 24 Stunden

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währende Betriebsversuche durch, deren Ergebnisse sie im meine Studie La “Zentralbauleitung der Waffen-SS und Poli-
genannten Schreiben vom 28. Juni 1943 zusammenfaßte.” zei Auschwitz”18 zu lesen (von der ich dem Auschwitz-
In Wirklichkeit betraf der “Vertrag” zwischen der Zen- Museum seinerzeit ein Exemplar zugestellt habe), damit er
tralbauleitung und der Firma Topf einfach die Maschinerie künftig keine solch kolossalen Böcke mehr schießt. Schließ-
des Krematoriums, wie sich dem Brief der Firma Topf an die lich weise ich darauf hin, daß das Archiv, in dem die Kopie
(damalige) Bauleitung von Auschwitz vom 4. November hergestellt wurde, in Dornburg liegt und nicht in “Domburg”.
1941 unzweideutig entnehmen läßt:17 Was den Inhalt des Briefs anbelangt, darf ich auf meinen Ar-
“Wir danken Ihnen bestens für den uns erteilten Auftrag tikel “‚Schlüsseldokument’ – eine alternative Interpretation.
auf Lieferung von Zum Fälschungsverdacht des Briefes der Zentralbauleitung
5 Topf-Dreimuffel-Einäscherungs-Öfen mit Druckluft- Auschwitz vom 28.6.1943 betreffs der Kapazität der Krema-
Anlage torien”19 verweisen. Hier gilt es vor allem, den Grund her-
2 Sarg-Einführungs-Vorrichtung mit Schienen-Anlage für vorzuheben, warum Piper die in diesem Dokument genannte
Öfen Kremationskapazität für völlig real, wenn nicht gar für nied-
3 Topf-Saugzug-Anlagen riger als die in der Praxis erreichte hält:
Rauchkanal-Anlage. “Bestätigt wird die Glaubwürdigkeit der im Schreiben vom
Den Auftrag nehmen wir an aufgrund unseres beiliegenden 28. Juni 1943 enthaltenen Angaben durch Aussagen von
Kostenanschlages und dessen Bedingungen zum Ge- Häftlingen des Sonderkommandos und des ehemaligen La-
samtpreis von RM 51237.” gerkommandanten R. Höß, in denen sogar noch höhere
Folglich gab es erstens keinen “Vertrag” über die Dauer und Kennziffern der Leistungsfähigkeit genannt werden.”
Verbrennungskapazität einer Muffel, und zweitens konnte Diese Denkweise ist wahrhaft befremdlich. Würde Piper bei-
Prüfers Vermerk keinesfalls als Versuch zum Bruch dieses spielsweise einen Brief von Jean Todt entdecken, dem Ferra-
Phantom-”Vertrags” gedeutet werden, weil sie die Adresse ri-Teamchef, in dem es hieße, Michael Schumachers Ferrari
“Reichsführer SS, Berlin-Lichterfelde-West” trägt und somit F 2003 erreiche eine Geschwindigkeit von 1.600 km pro
an das Hauptamt Haushalt und Bauten gerichtet war, welches Stunde, und gäben irgendwelche “Augenzeugen” zu Proto-
dem Reichsführer-SS unterstand und seinen Sitz in Berlin- koll, die wirkliche Geschwindigkeit sei noch höher gewesen,
Lichterfeld-West, Unter den Eichen 129 hatte. Die Briefe der wären diese Angaben für Piper unbestreitbar wahr! Es fiele
Firma Topf an die SS-Bauleitung von Auschwitz trugen hin- ihm nie ein, Ursprung und Bedeutung des Schreibens zu un-
gegen die Adresse “an die Bauleitung der Waffen-SS und Po- tersuchen, die Glaubhaftigkeit der Zeugenaussagen zu über-
lizei Auschwitz O/S”, mit dem Zusatz “zu Händen des Herrn prüfen, die Geschichte des Automobilsports zu studieren, die
Bauleiter Bischoff”, wenn es sich um in dessen Kompetenz- Struktur und Funktion der Motoren, die im Training und bei
bereich fallende Detailfragen wie beispielsweise die Kündi- Rennen erzielten praktischen Ergebnisse. All dies wäre für
gung eines eventuellen Vertrags handelte. Hätte Prüfer tat- ihn nichts im Vergleich zum “Dokument” und zu den “Zeu-
sächlich mit Bischoff einen solchen “Vertrag” abgeschlossen genaussagen” – zur Hölle mit der Technik!
und ihn kündigen wollen, so hätte er sich an Bischoff selbst Muß Piper jedoch zwischen “Dokument” und “Zeugenaussa-
und nicht an Berlin gewandt! gen” wählen, so schenkt er letzteren blindes Vertrauen. Sol-
Andererseits erscheint im Text des Prüfer-Vermerks nicht che liegen denn auch seiner offiziellen Position zur Kremie-
einmal ein vager Hinweis auf eine Vertragskündigung. Wie rungsfrage zugrunde:20
man sieht, sind der Einbildungskraft Pipers keine Grenzen “Als Ergebnis verdoppelte sich die Kapazität der Kremato-
gesetzt. Wild ins Kraut schießen läßt er seine Phantasie auch rium beinahe und erreichte ca. 8000 Leichen innerhalb von
mit der Behauptung, der Brief der Zentralbauleitung vom 28. 24 Stunden, wie sich der Aussage eines Häftlings vom Son-
Juni 1943 bedeute, daß Prüfer mit seinem “Vorschlag” abge- derkommando, Feinsilber, entnehmen läßt.”
blitzt sei und die “früheren Festlegungen”, d.h. der angebli- Piper zitiert des langen und breiten “Zeugenaussagen”, wel-
che “Vertrag”, bekräftigt worden seien. che die im Brief vom 28. Juni 1943 genannte wundersam ho-
Zwischen dem zuvor erwähnten Erläuterungsbericht und dem he Verbrennungskapazität belegen sollen, doch tut er dabei
hier zur Debatte stehenden Brief besteht zweifellos ein Zu- nichts weiter, als Absurdität an Absurdität zu reihen. In sei-
sammenhang, aber ein ganz anderer, als Piper meint. ner Propagandisten-Blindheit begreift er nicht, daß diese
“Zeugen” nicht etwa einen “Beweis” für die inhaltliche Rich-
5. Bischoffs Brief vom 28. Juni 1943 tigkeit des Schreibens liefern, sondern sich ebenso hoff-
Piper befaßt sich anschließend mit dem von SS-Sturmbann- nungslos blamieren, wie es “Augenzeugen” täten, die be-
führer Karl Bischoff, Leiter der Zentralbauleitung von Au- haupteten, der Ferrari 2003 habe eine Geschwindigkeit von
schwitz, am 28. Juni 1943 verfaßten Schreiben über die Ka- 1.600 Stundenkilometern oder noch mehr erreicht.
pazität der Krematorien von Auschwitz-Birkenau. Er ver-
weist auf die erste, anno 1957 (im Buch SS im Einsatz. Eine 6. Zwei “technische” Argumente
Dokumentation über die Verbrechen der SS, Berlin 1957) er- An zwei Stellen läßt sich Piper auf pseudotechnische Argu-
folgte Veröffentlichung dieses Dokuments, verschlimmert mentationen ein, welche lediglich einen weiteren Beweis für
jedoch den in dieser Veröffentlichung enthaltenen Irrtum seine klägliche Unfähigkeit liefern, die von ihm angeführten
noch. Es handelt sich nämlich um eine Kopie, angefertigt von Dokumente auch nur historisch korrekt zu deuten. Im ersten
einem Archivar namens Cossens, der den Zivilangestellten Fall bezieht er sich auf den wohlbekannten Vrba-Wetzler-
Jährling für den Unterzeichner des Briefs hielt und ihm den Bericht, zu dem er schreibt:
Grad eines SS-Sturmbannführers zuschrieb. Doch Piper “A. Wetzler, ein Flüchtling aus dem KZ Auschwitz, auf den
spricht von einem Brief von “H. (?) Bischoff stellvertretend sich auch F. Meyer beruft, schreibt zwar, daß die Leichen
unterzeichnet von SS-Sturmbannführer Jährling”. Eine solche ‚im Laufe von anderthalb Stunden restlos (d.h. einschließ-
historische Ignoranz ist wahrhaft unglaublich. Ich rate Piper, lich der Knochen – F.P.) verbrannten’, aber das war reine

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Theorie. Praktisch wurden die Leichen nicht restlos ver- cher Größe (einer doppelt so groß wie der andere) und mit
brannt. Der Kremierungsprozeß wurde abgebrochen, d.h. unterschiedlichen Ventilationsanlagen auftauchten, in ei-
man entfernte die größeren Knochen aus den Kammern, nem nur mit Belüftung (Auskleideraum), im zweiten Raum
und später mußten Häftlinge des Sonderkommandos sie mit doppelt so starke Be- und Entlüftungsanlagen, obwohl die-
Stampfern zu Pulver zerstoßen.” ser Raum (die Gaskammer) nur halb so groß war wie der
Der Text des Berichts, der sich im Auschwitz-Museum be- erste (der Umkleideraum).”
findet, beschreibt die Krematorien II und III wie folgt:21 Laut Piper besaß der Leichenkeller 1 (die angebliche Gas-
“Aus der Mitte des Ofenraumes ragt ein riesiger Kamin in kammer) also eine doppelt so hohe Ventilationskapazität wie
die Höhe. Ringsum sind 9 Öfen mit je 4 Öffnungen. Eine jede der Leichenkeller 2 (der angebliche Auskleideraum). Auch
Öffnung faßt 3 normale Leichen auf einmal, welche inner- dies stellt einen Beweis für seine jeder Beschreibung spot-
halb 1 1/2 Stunden vollkommen verbrennen. Dies entspricht tende Ignoranz auf historisch-dokumentarischem Gebiet dar.
einer täglichen Kapazität von etwa 2000 Leichen. [...]. In Wahrheit waren, wie ich anderswo dargelegt habe,23 für
Die Gesamtkapazität der 4 Krematorien in Birkenau ist den Leichenkeller 1 (der angeblichen Gaskammer) pro Stun-
somit 6000 Vergasungen und Kremationen täglich.” de 9,49 Luftumwälzungen vorgesehen und für den Leichen-
Rudolf Vrba und Alfred Wetzler, die beiden Verfasser des keller 2 (dem angeblichen Auskleideraum) deren 11,08, so
Berichts, wollten die reale Kapazität der Krematorien ange- daß der “Auskleideraum” besser ventiliert war als die “Gas-
ben, wobei sie sich auf von Angehörigen des sogenannten kammer”!
“Sonderkommandos” gelieferte Informationen stützten, so Die bisherigen Ausführungen dürften wohl ausreichen, um
daß Pipers Einwand keinen Sinn ergibt. Aus welchem Grund die Essenz der von Piper angewandten Methode zu beleuch-
hätten die Häftlinge vom “Sonderkommando”, von denen ten. Sie läßt sich lapidar wie folgt zusammenfassen: Sowjet-
Vrba und Wetzler ihre Informationen wohl erhalten hatten, propaganda, abergläubisches Vertrauen zu den Zeugenaussa-
eine rein “theoretische” Kremierungskapazität nennen sollen? gen, Abscheu vor der Technik.
Und wenn dem so gewesen wäre, hätte die “reale” Kapazität
(bei der von Piper akzeptierten durchschnittlichen Verbren- 7. Die Replik Fritjof Meyers
nungsdauer von nur einer halben Stunde) nicht weniger als Die Replik F. Meyers ist inhaltlich auch nicht viel besser als
18.000 Einäscherungen täglich betragen! Selbst für einen die Kritik F. Pipers. Mit Meyers erstem, im Mai 2002 er-
grobschlächtigen Propagandatrommler vom Schlage Pipers schienenen Artikel zu Auschwitz habe ich mich bereits früher
ist dies doch ein wenig zuviel. auseinandergesetzt,24 und ich habe meinen damaligen Be-
Pipers Behauptung wirft ein grelles Licht auf seine erbärmli- merkungen nichts hinzuzufügen. Deshalb verzichte ich hier
che Unkenntnis der Struktur und Funktionsweise der Ver- auf ein nochmaliges Eingehen auf seine Argumente und wei-
brennungsöfen von Auschwitz sowie der Technik der Kre- se statt dessen auf seine Praxis hin, sich immer stärker auf
mierung. Seine Vorstellung, wonach der Kremierungsprozeß revisionistische Quellen und Argumentationsstrukturen zu
unterbrochen wurde, damit man die größten Knochen aus den stützen, ohne freilich die revisionistischen Autoren, von de-
Muffeln herausholen und zerkleinern konnte, kann nur Hohn- nen er “seine” Argumente hat, zu zitieren; statt dessen legt er
gelächter hervorrufen. Wie ich an anderer Stelle dargelegt ihnen gegenüber kaum verhohlene Verachtung an den Tag.
habe, erfolgte der Höhepunkt der Hauptverbrennung in der Was mich persönlich betrifft, so bin ich der Urheber “seiner”
Muffel nach ungefähr 55 Minuten.22 Hätte man zu diesem zentralen Argumentationsgrundlage, die Kapazität und An-
Zeitpunkt die lodernden Überreste der Leichen aus der Muf- zahl der Betriebstage der Birkenauer Krematorien in den Mit-
fel herausgezogen, so hätte diese Operation soviel Zeit bean- telpunkt stellt; auch etliche Argumente gegen Piper verdankt
sprucht, daß sich das Schamottmauerwerk stark abgekühlt Meyer mir, was ihn aber nicht daran hindert, mich mit herab-
und die folgende Kremierung erheblich längere Zeit in An- lassender Arroganz zu behandeln. Pipers Kritik an seinem
spruch genommen hätte. Aufsatz ist für ihn “die erste ernsthafte Auseinandersetzung”
Es ist in der Tat kaum zu fassen, daß Franciszek Piper, Leiter mit diesem, womit er unterstellt, mein oben zitierter Artikel
der historischen Forschungsabteilung des Auschwitz- sei nicht “ernsthaft”. Doch nicht genug damit: Er spricht von
Museums, der unzählige Seiten über die Krematorien von mir, ohne mich mit Namen zu nennen (vor dem Großinquisi-
Auschwitz-Birkenau verfaßt hat, nicht die leiseste Ahnung tor Piper wäre dies ja ein grauenhaftes Sakrileg!), tut mich
von der in diesen Anlagen verwendeten Kremierungstechnik statt dessen verächtlich als “Auschwitz-Leugner” ab und ver-
hat. Er weiß nicht, daß jede Kremierung “restlos” verlief: dreht sogar eines meiner Argumente! Er schreibt nämlich:
nach der Hauptverbrennung in der Muffel fielen die Überre- “Ein italienischer Auschwitz-Leugner hat immerhin das
ste des Leichnams durch ihre eigene Schwerkraft in den dar- von mir zitierte, von ihm angezweifelte Dokument über den
unter liegenden Aschenraum, wo sie vollständig verbrannt Umbau der beiden Bauernhäuser ‚für Sondermaßnahmen’,
wurden. In der Zwischenzeit schob man in die dadurch frei nämlich zum Massenmord, soeben publiziert (wenn auch
gewordene Muffel eine neue Leiche ein. Die Firma Topf hat- mit der lapidaren Erklärung: ‚Es besteht kein Zweifel dar-
te also ein Vorgehen ersonnen, das ein wenig praktischer war an, daß diese Gebäude als Magazine dienten.’).”
als die Phantasiemethode F. Pipers! Meyer bezieht sich hier auf mein Buch “Sonderbehandlung”
Einen zweiten verunglückten Abstecher auf das Feld der ad Auschwitz. Genesi e significato,25 das unlängst in deut-
Technik unternimmt Piper, indem er schreibt: scher Übersetzung erschienen ist26 und das er ungeniert plün-
“Die unterirdischen Räume der Krematorien, die seit ihrer dert, doch selbstverständlich ohne seinen Titel und Autor je
Inbetriebnahme als Gaskammern verwendet wurden, soll- zu nennen. Im vorliegenden spezifischen Fall hat Meyer
ten diese Rolle schon in Übereinstimmung mit den ältesten “vergessen”, folgenden Teil meiner Argumentation hinzuzu-
Entwürfen dieser Objekte spielen, d.h. spätestens ab Janu- fügen:27
ar 1942, als in den Plänen im Falle der Krematorien II und “Es besteht kein Zweifel daran, daß diese Gebäude als
III anstatt nur eines Raumes dann zwei von unterschiedli- Magazine dienten. In beiden zitierten Dokumenten werden

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sie gleich anschließend an das BW 33 erwähnt, das aus 30 folge die Neukonstruktion hat sich bewährt u. ist einwand-
Effektenbaracken bestand (im Lagerjargon nannte man frei. Die Öfen leisten 1/3 mehr, als von mir überhaupt vor-
diesen Magazinkomplex ‚Kanada’). Überdies tragen die gesehen war.”
drei Baracken des Bauabschnitts III im Erläuterungsbe- Die Verbrennungskapazität von 800 Leichen täglich ist also
richt die Bezeichnung BW 33a. Auch bei der Aufteilung der eine reine Mutmaßung Pressacs, und zwar eine falsche, weil
zum Lager Birkenau gehörenden Bauwerke wird das BW Prüfer hier vom Brennstoffverbrauch der Öfen und nicht von
33a als aus ‚3 Baracken für Sondermaßnahmen’ bestehend der Kremierungsdauer spricht.31 F. Meyer erhebt anschlie-
beschrieben, so daß diese jedenfalls einen Nebenbauplatz ßend folgenden Einwand gegen F. Piper:
der Effektenbaracken darstellten.” “Auf Jährlings Angabe eines täglichen Koksverbrauchs
Die Beweisführung erstreckt sich weiter über eine ganze Sei- von 7840 kg hatte ich verzichtet, obwohl sie bei 1440 Ver-
te – die zu zitieren mir hier nicht notwendig scheint – und er- brennungen mit unrealistischen 5,5 kg je Leichnam meine
härtet, daß sich diese Baracken im Bauabschnitt III von Bir- Zahlen bestätigen würde.”
kenau befunden haben. Auf welcher Grundlage beruht Meyers Aussage, daß ein
Rekapitulieren wir: Diese Baracken “für Sondermaßnahmen” Koksverbrauch von 5,5 kg pro Leiche “unrealistisch” sei?
bildeten das Bauwerk 33a und waren somit ein Unterab- Einzig und allein auf meinem Artikel “Die Krematori-
schnitt der BW 33-Effektenbaracken, so wie das “BW 11a- umsöfen von Auschwitz-Birkenau”,32 den er in seinem ersten
Neuerstellung Schornstein Krem. K.L.” ein Unterabschnitt Artikel immerhin in einer Fußnote zitiert hat, in seiner Ant-
des “BW 11-Krematorium” war, und gehörten zum Bauab- wort an Piper jedoch nur stillschweigend voraussetzt. Wir
schnitt III (während die außerhalb des Lagergeländes befind- haben zuvor gesehen, daß Piper in seiner schier unfaßbaren
lichen Bauwerke der Rubrik “Außenanlagen” zugeordnet Ignoranz der Dokumentation der Zentralbauleitung von Au-
wurden). schwitz behauptet, es lägen keine Dokumente vor, die eine
F. Meyer tut meine Beweisführung nicht nur ab, als hätte ich Berechnung der Betriebstage der Krematorien ermöglichten.
eine apodiktische, unbewiesene Behauptung (eine “lapidare Meyer kontert dieses Argument wie folgt:
Erklärung”) aufgestellt, sondern postuliert entgegen aller “Zur Betriebszeit der Krematorien (971 Tage in Kremato-
Evidenz weiterhin fälschlich, die betreffenden Baracken sei- rien I und II, 359 Tage in III und IV) bezichtigt Piper mich
en mit den sogenannten “Bunkern” von Birkenau identisch. der Spekulation. In meinem Artikel, Fn.19, habe ich die
Zum Bischoff-Brief vom 28. Juni 1943 schreibt Meyer: Quelle angegeben. Sie stützt sich auf folgende im APMO
“Das Original ist nicht unterschrieben, weil es sich nur um aufbewahrten Unterlagen: Aktenvermerk v. 17.3.1943 über
einen Entwurf handelte, der offenkundig gerade nicht ab- Beschädigung Kr.I, Dokument BW 30/7/34, S.54; Zen-
gesandt wurde. Denn er stützt sich auf den Bau- tralbauleitung an Topf v. 17.7.1943 über Reparaturen vor
Erläuterungsbericht vom 30. Oktober 1941, welcher über- der Vollendung, BW 30/34, S.17; Risse am Ofen des Kr.III,
holt war, und läuft den ersten praktischen Erfahrungen BW 30/34, S.42; Schornstein Kr. I und III beschädigt laut
zuwider. Das belegt nun mein ‚crucial document’, der Telegramm an Topf v. 14.5.1943, BW 30/34, S.41f.; 20
Brief des Ingenieurs Kurt Prüfer vom 8. September 1942.” Ofentüren von Kr.I und II vom 21.10.1943 bis 27.1.1944
Es ist klar, daß Meyer hier verstohlen auf einen bereits zitier- sowie vom 3.4. bis 17.10.1944 reparaturbedürftig, Dpr.-
ten Artikel aus meiner Feder anspielt,28 doch habe ich auch Hd/11a, S.95f.; 7 Ofentüren vom 20.6. bis 20.7.1944 repa-
erklärt, in welcher Beziehung dieses Dokument mit dem Er- raturbedürftig, Czech S.789.”
läuterungsbericht vom 30. Oktober 1941 steht und warum in Hier übernimmt er einfach meine Quellen, meine Argumente
diesem eine derart überhöhte, technisch unmögliche Kremie- und meine Berechnungen!33
rungskapazität angegeben wird. Meyer hingegen führt hier Ich benutze diese Gelegenheit, um Herrn Meyer darüber zu
noch nicht einmal eine “lapidare Erklärung” ins Feld, son- informieren, daß ich in der letzten (anhand neuer Dokumen-
dern postuliert einfach, die im Brief angegebenen Daten seien tenfunde auf den neusten Stand modifizierten) Version mei-
“irrig”, jedoch ohne dies zu begründen. nes von ihm ungeniert geplünderten Artikels für die Krema-
Fassen wir zusammen: F. Piper behauptet dogmatisch, die im torien II und III auf 888 Betriebstage (oder, genauer gesagt,
Brief genannte Kremierungskapazität sei real (wenn nicht so- mögliche Betriebstage) und für die Krematorien IV und V
gar niedriger als die wirkliche); F. Meyer behauptet nicht auf 276 Betriebstage komme.34 Er wird dort auch die Archiv-
minder dogmatisch, sie sei nicht real; keiner der beiden liefert referenznummern finden, damit er sich auch in seinem näch-
den geringsten Beweis für seine Behauptung. sten Artikel mit fremden Federn schmücken kann.
In Wirklichkeit kommt dem Aktenvermerk Prüfers vom 8. Gehen wir zum nächsten Punkt über. F. Meyer gibt an,
September 1942, auf den sich Meyer beruft, keine größere 110.000 ungarische Juden seien in andere Konzentrationsla-
Beweiskraft zu als dem Bischoff-Brief vom 28. Juni 1943.29 ger überstellt worden – was ist seine Quelle? Piper meint,
F. Meyer führt eine neue “Bekräftigung” seiner These an: Meyer habe diese Information einem Buch von A. Strzelecki
“Das Resultat auf Grund der praktischen Ergebnisse findet entnommen,35 doch Meyer verneint dies:
sich denn auch noch einmal in einem zweiten Brief Prüfers “Für die Überstellung von 110000 Juden aus Ungarn in
vom 15. November 1942, Staatsarchiv Weimar 2/555a, Dos- andere Konzentrationslager nenne ich in erster Linie Ger-
sier Prüfer, nach Pressac/van Pelt in: Gutman/Berenbaum, lach/Aly als Quelle, was Piper ignoriert, wobei er mich
S.212: täglich 800 Körper je großem Krematorium.” aber der Manipulation bezichtigt. Er zitiert nur Strzeleckis
Tatsache ist, daß im betreffenden Brief jeglicher Hinweis auf Zahlen, aber nicht genau: Strzelecki nennt in seinen Listen
die Kremierungskapazität fehlt; Prüfer begnügt sich dort mit (S. 349ff.) für Mai bis Oktober 1944 exakt 104550 Häftlin-
folgenden Angaben zu den beiden Dreimuffelöfen des Kre- ge, ‚die registriert [und] nach anderen Konzentrationsla-
matoriums von Buchenwald:30 gern verlegt wurden’.”
“Der erste Ofen hat bereits eine große Anzahl Einäsche- Es trifft durchaus zu, daß Strzelecki von rund 104.000 Über-
rungen hinter sich, die Arbeitsweise des Ofens und demzu- stellten spricht (genauer gesagt, von 104.820),36 doch wie aus

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den anschließenden Tabellen hervorgeht,37 umfaßt diese Zif- mentellen Menschenvergasungen (also nicht zu Massenverga-
fer alle Häftlinge, Juden und Nichtjuden, und keinesfalls bloß sungen!) benutzt worden seien. Den diesbezüglichen Einwän-
die ungarischen Juden. F. Meyer zitiert auch folgende Fußno- den Pipers wußte er nichts weiter entgegenzusetzen, als daß
te Strzeleckis:38 “echte Brausen und Entwesungsöfen [...] in den Kremato-
“Im Zeitraum Mai-Oktober 1944 gingen ohne Registrie- rien installiert worden [waren].”
rung mehrere Zehntausend, höchstwahrscheinlich bis zu Dabei gibt er lediglich verzerrt wieder, was ich in meinem
100-tausend jüdische Häftlinge durch das Lager Bir- Beitrag “Leichenkeller von Birkenau: Luftschutzräume oder
kenau.” Entwesungskammern?”45 geschrieben habe, in dem sich in
Aber in dieser Zahl sind auch andere Kategorien unregistrier- der Tat ein Absatz mit der Überschrift “Dokumente mit Hin-
ter Juden enthalten, z.B. jene aus Lodz. Andererseits: Wie weisen auf hygienisch-sanitäre Einrichtungen in den Krema-
kann man die Zahl von 110.000 von diesen niedrigeren, von torien von Birkenau” befindet.46
100.000 bis 104.550 (104.920) ableiten? Leider erschien mein Artikel “Die Leichenkeller der Krema-
Die Lösung des Rätsels ist ganz einfach: Meyer hat nichts torien von Birkenau im Lichte der Dokumente”47 zu spät, als
anderes getan, als die von mir angeführte Zahl von 106.700 daß ihn F. Meyer bei seiner Replik auf Piper bereits hätte
arbeitsfähigen registrierten oder nichtregistrierten und ins auswerten können. Doch keine Sorge: Ohne Zweifel wird er
Birkenauer Durchgangslager eingewiesenen ungarischen Ju- in seinem nächsten Aufsatz die darin genannten Dokumente
den zu zitieren.39 ausgiebig und mit präzisen Archivreferenznummern zitieren,
Meyer kritisiert die von Piper behaupteten Zahlen aus Polen jedoch kein Wort über meinen Artikel verlieren, dem er seine
nach Auschwitz deportierter Juden und zählt anschließend Informationen entnommen hat...
rund dreißig erfundene Transporte polnischer Juden nach Der Streit zwischen F. Piper und F. Meyer birgt freilich auch
Auschwitz auf, die er ganz einfach meinem bereits erwähnten positive Aspekte: Sie beide – der eine mit seiner plumpen
Artikel gegen Piper entnommen hat!40 Des weiteren schreibt er: Sowjetpropaganda, der andere mit seinem konfusen Halbre-
“Inzwischen haben sich im Moskauer Archiv die Bestellzet- visionismus – werten die revisionistischen Methoden und
tel für 22 ‚gasdichte’ Türen der Entwesungsbaracken, da- Argumente auf, weil der niveaumäßige Unterschied zwischen
von zwei für die zugehörigen Saunen, finden lassen.” diesen zwei auf der einen und den Revisionisten auf der an-
Diese Entdeckung hat er meinem Buch Sonderbehandlung in deren Seite nur allzu offensichtlich ist.
Auschwitz41 entnommen, ebenso wie folgendes Zitat auf ei-
nem in Moskau von Jürgen Graf und mir vorgefundenen Ak- Nachtrag
tenvermerk vom 22. Mai 1943: Ein bedeutender Fund, den ich nach Abfassung des vorlie-
“Dazu kam in letzter Zeit die Lösung der Judenfrage, wo- genden Artikels machte, ermöglicht es mir, ihn um diesen
für die Voraussetzung für die Unterbringung von zunächst Nachtrag zu ergänzen.
60000 Häftlingen, die innerhalb kurzer Zeit auf 100000 Zunächst einige Worte zur Vorgeschichte. In einem anno
anwächst, geschafft werden mußte. Die Insassen der Lager 2002 erschienenen Buch weist Robert Jan van Pelt auf die
sind überwiegend vorgesehen für die in der Nachbarschaft englische Übersetzung eines langen Auszugs aus den Akten
erwachsende Großindustrie. Das Lager birgt in seinem In- des Höß-Prozesses (11.-29. März 1947) hin, laut dem der
teressengebiet verschiedene Rüstungsbetriebe, wofür re- ehemalige Auschwitz-Kommandant u.a. folgendes ausgesagt
gelmäßig die Arbeitskräfte zu stellen sind.” haben soll:48
Dieses zuvor unbekannte und unpublizierte Dokument ist “Es konnten keine Verbesserungen an den Krematorien
erstmals von mir veröffentlicht worden,42 wie übrigens auch vorgenommen werden. Nach acht bis zehn Stunden Betrieb
jenes über die 22 gasdichten Türen. Meyer hat sich auch waren die Krematorien nicht imstande, weiter zu funktio-
mein – zuvor dargelegtes – Argument bezüglich der Ventila- nieren. Es war unmöglich, sie ununterbrochen in Betrieb
tion der Leichenkeller 1 und 2 zu eigen gemacht; er schreibt zu halten.” (Rückübersetzung aus dem Englischen.)
nämlich: Fritjof Meyer hat diese Information “von nicht weniger als
“Laut Rechnung der Fa. Topf vom 22.2.1943 (Moskauer sensationellem Charakter” aufgegriffen und (zusammen mit
Archiv 502-1-327) hatte der Entkleidungskeller einen dem von Jean-Claude Pressac entdeckten Brief Kurt Prüfers
Drehstrommotor von 5,5 PS für die Entlüftung, der B- vom 8. September 1942) als Grundlage seiner Revision der
Keller zwei Drehstrommotoren von je 3,5 PS für die Be- Anzahl der Auschwitz-Opfer benutzt. Er schrieb:49
und für die Entlüftung. Demnach war die (technisch ohne- “Eine zweite überraschende Information liefert van Pelt
hin kontraproduktive) Entlüftung des zum Gasmord vorge- nun mit der Veröffentlichung einer Aussage von Höß im
sehenen B-Kellers schwächer als jene in dem zur Entklei- Kreuzverhör vor dem Krakauer Gericht 1947: ‘Nach acht
dung der Opfer vorgesehenen, doppelt so großen Keller- oder zehn Stunden Betrieb waren die Krematorien für eine
raum.”
Hier hat er nichts weiter getan, als die Leistung der Motoren,
welche er auf der Fotokopie der von mir publizierten er-
wähnten Rechnung fand,43 an die Stelle der von mir berech-
neten Anzahl Luftumwälzungen zu setzen; dies ist zwar eine
nicht ganz zulässige Vereinfachung, ändert aber nichts dar-
an, daß Meyer mein Argument und meine Schlußfolgerung44
übernimmt:
“Dementsprechend wurde die Gaskammer weniger venti-
liert als der Entkleidungsraum!”
Eine der willkürlichsten Thesen Fritjof Meyers besteht darin,
daß die angeblichen Gaskammern der Krematorien zu experi- Aussage Rudolf Höß’ im Krakauer Prozeß gegen ihn.

VffG · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 1 75


10
weitere Benutzung unbrauchbar. Es war unmöglich, sie Ebenda, S. 49.
11
fortlaufend in Betrieb zu halten.’” Siehe hierzu z. B. meinen Artikel “Auschwitz: Gasprüfer und Gasrest-
probe”, in: VffG 7(3&4) (2003), S. 380-385.
F. Meyer geht dementsprechend von einer durchschnittlichen 12
Unklar ist, weshalb Piper 547,5 Betriebstage der Krematorien ansetzt statt
neunstündigen Tagesbetriebszeit der Krematorien aus und 547 wie in der vorhergehenden Berechnung.
legt dieser seinen Berechnungen zugrunde, mit den Konse- 13
F. Piper, “Gas Chambers and Crematoria”, in: Yisrael Gutman and Mi-
quenzen, die ich in meinem Artikel “Die neuen Revisionen chael Berenbaum Editors, Anatomy of the Auschwitz Death Camp. India-
na University Press, Bloomington and Indianapolis 1994, S. 164.
Fritjof Meyers” dargelegt habe. Bezüglich dieser außerge- 14
Ebenda, S. 164 und 173.
wöhnlichen Information schrieb ich:50 15
“Die neuen Revisionen Fritjof Meyers”, VffG, 6(4) (2002), S. 379-381.
“Diese angebliche Erklärung von Rudolf Höß könnte die 16
Ebenda, S. 380.
17
Frucht eines Mißverständnisses oder Übersetzungsfehlers RGVA (Rossiiskii Gosudarstvennii Vojennii Archiv, Moskau), 502-313,
sein.” S. 81.
18
Edizioni di Ar, 1998.
Erst unlängst habe ich in meinen Unterlagen den polnischen 19
VffG, 4(1) (2000), S. 50-56.
Text der betreffenden Aussage von Rudolf Höß gefunden, 20
F. Piper, “Gas Chambers and Crematoria”, aaO. (Anm. 13), S. 166.
die wie folgt lautet:51 21
APMO (Archiwum PaĔstwowego Muzeum w OĞwiĊcimiu), RO, t XXa,
“W kremariacá[52] nie moĪna byáo zaprowadziü Īadnych 22
S. 26-27. (Sygn. D-RO/129).
“The Crematoria Ovens of Auschwitz and Birkenau”, in: G. Rudolf
ulepszeĔ. Krematoria po zuĪytkowaniu dla spalenia w cią- (Hg.), Dissecting the Holocaust. The Growing Critique of “Truth” and
gu 8 do 10 tygodni same przez siĊ byáy niezdatne do dals- “Memory”, 2. Aufl., Theses & Dissertations Press, Chicago 2003, S. 395.
zego uĪytku, tak Īe byáo rzeczą niemoĪliwą przeprowadzaü 23
“Auschwitz: Das Ende einer Legende”, in: H. Verbeke (Hg.), Auschwitz:
w tym poszczególnych krematoriach pracĊ ciągáą.” Nackte Fakten. Eine Erwiderung an Jean-Claude Pressac, Stiftung Vrij
Historisch Onderzoek, Berchem, 1995, S. 133-135.
Zu Deutsch: 24
“Die neuen Revisionen Fritjof Meyers”, aaO. (Anm. 15), S. 378-385.
“Bei den Kremierungen konnte man keinerlei Verbesse- 25
Edizioni di Ar, Padova 2000.
rungen vornehmen. Nach acht- bis zehnwöchigem Einsatz 26
Sonderbehandlung in Auschwitz. Entstehung und Bedeutung eines Be-
zur Verbrennung waren dieselben unbrauchbar zur weite- 27
griffs, Castle Hill Publishers, Hastings, 2003.
ren Verwendung, so daß es ein Ding der Unmöglichkeit Ebenda, S. 68-69.
28
“‚Schlüsseldokument’ – eine alternative Interpretation. Zum Fälschungs-
war, in diesen einzelnen Krematorien eine fortdauernde verdacht des Briefes der Zentralbauleitung Auschwitz vom 28.6.1943 be-
Arbeit durchzuführen.” treffs der Kapazität der Krematorien”, VffG 4(1) (2000), S. 51-56.
29
Somit enthält die Übersetzung R.J. van Pelts einen Irrtum “Die neuen Revisionen Fritjof Meyers”, aaO. (Anm. 15), S. 379-380.
30
(“Stunden” statt “Wochen”), der den Sinn der Aussage voll- Originaltext und Transkription in: J.-C. Pressac, Auschwitz: Technique
and operation of the gas chambers, B. Klarsfeld Foundation, New York
kommen entstellt und F. Meyers Annahme und Berechnun- 1989, S. 98f.
gen gänzlich wertlos macht. 31
Siehe “Auschwitz: Das Ende einer Legende”, aaO. (Anm. 23), S. 104-
Das Unglaublichste an dieser Sache ist das Verhalten F. 114.
Pipers, der auf F. Meyers Argument wie folgt antwortete:53
32
In E. Gauss (Hg.), Grundlagen zur Zeitgeschichte. Ein Handbuch über
“Die Behauptung, daß der Betrieb der Krematorien auf 9 strittige Fragen des 20. Jahrhunderts. Grabert Verlag, Tübingen 1994, S.
281-320; insbesondere S. 297.
Stunden pro 24 Stunden begrenzt gewesen sei, steht im Wi- 33
Ebenda, S. 308-310, “Der Betrieb der Krematorien von Birkenau”.
derspruch zu erhaltenen Unterlagen des Lagers und zu Be- 34
“The Crematoria Ovens of Auschwitz and Birkenau”, aaO. (Anm. 22), S.
richten von Zeugen, darunter von Rudolf Höß, aus denen 35
403-405.
hervorgeht, daß die Krematorien, wenn nötig, auch 24 A. Strzelecki, Endphase des KL Auschwitz. Evakuierung, Liquidierung
und Befreiung des Lagers.Verlag Staatliches Museum in OĞwiĊcim-
Stunden lang in Betrieb waren.” Brzezinka, 1995.
Somit hat F. Piper die Richtigkeit der angeblichen Erklärung 36
Mai: 6.520, Juni: 15.300, Juli: 17.500, August: 18.500, September:
von R. Höß, so wie sie von R.J. van Pelt zitiert und von F. 20.500, Oktober: 26.500.
37
Meyer übernommen wurde, anerkannt, was bedeutet, daß er A. Strzelecki, aaO. (Anm. 35), S. 353-359.
38
Ebenda, S. 352.
sich noch nicht einmal die Mühe gemacht hat, die Quelle zu 39
“Die Deportation der ungarischer Juden von Mai bis Juli 1944. Eine pro-
überprüfen, obgleich er dazu berufen gewesen wäre wie kein visorische Bilanz”, in. VffG, 5(4) (2001), S. 385.
zweiter. Ein weiteres bezeichnendes Beispiel für Franciszek 40
“Die Viermillionenzahl von Auschwitz: Entstehung, Revisionen und
Pipers “Professionalität”! Konsequenzen”, aaO. (Anm. 1), S. 21-22.
41
Sonderbehandlung in Auschwitz. Entstehung und Bedeutung eines Be-
griffs, aaO. (Anm. 26), S. 53-55.
Anmerkungen 42
Ebenda, S. 58f. sowie S. 142.
43
1
VffG, 7(1) (2003), S. 20. “Auschwitz: Das Ende einer Legende”, aaO. (Anm. 23), S. 138f.
44
2
Siehe Pipers Rezension des Pressac-Buchs Les crématoires d’Auschwitz Ebenda, S. 135.
45
in: Zeszyty OĞwiĊcimskie, Nr. 21, 1995, S. 309-329. VffG, 4(2) (2000), S. 152-158.
46
3
VffG 7(3&4) (2003), S. 406-414. Ebenda, S. 156-158.
47
4
Die beiden Artikel wurden auf der Website des Informationsdienstes ge- VffG 7(3&4) (2003), S. 357-380.
48
gen Rechtsextremismus publiziert: R.J. van Pelt, The Case for Auschwitz. Evidence from the Irving Trial,
http://www.idgr.de/texte/geschichte/ns-verbrechen/fritjof- Indiana University Press, Bloomington and Indianapolis 2002, S. 262.
49
meyer/index.php F. Meyer, “Die Zahl der Opfer von Auschwitz. Neue Erkenntnisse durch
5
G. Wellers, Essai de détermination du nombre de morts au camp neue Archivfunde”, in: Osteuropa. Zeitschrift für Gegenwartsfragen des
d’Auschwitz, in: “Le Monde Juif”, n. 112, Oktober-Dezember 1983 Ostens, Nr. 5, 2002, S. 635f.; vgl. online
6
Die von mir genannte Ziffer von 1.334.700, die ich im Artikel “Die www.vho.org/D/Beitraege/FritjofMeyerOsteuropa.html
50
Viermillionenzahl von Auschwitz: Entstehung, Revisionen und Konse- VffG, 6(4) (2002), S. 381.
51
quenzen” angebe, aaO. (Anm. 1), S. 19, umfaßt nur die angeblich Verga- Siehe beiliegendes Dokument. Quelle: Höß-Prozeß, Band 26b, S. 169f.
52
sten. Schreibfehler für “kremacjach”.
53
7
Ebd., S. 18. F. Piper, “Fritjof Meyer, ‘Die Zahl der Opfer von Auschwitz. Neue Er-
8
F. Piper, Estimating the Number of Deportees to and Victims of the Au- kenntnisse durch neue Archivfunde’, Osteuropa, 5/2002 (Jg. 52), S. 631-
schwitz-Birkenau Camp, in: Yad Vashem Studies, XXI. Jerusalem 1991, 641 (Rezensionsbeitrag - 2.XII.2003),” in: Informationsdienst gegen
S. 49-103. Rechtsextremismus, http://www.idgr.de/texte/geschichte/ns-
9
Ebenda, S. 98. verbrechen/fritjof-meyer/index.php.

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Geheimnis um Raoul Wallenberg gelüftet
Wie ein prominenter Jude Opfer des Geistes von Nürnberg wurde
Von József K. Szegedi
Am 14. November 2003 wurde Raoul Wallenberg Ehrenbür- entgegenzukommen, um im Gegenzug eine internationale
ger von Budapest. Diesen Titel teilt er unter anderem mit Jo- Anerkennung zu erhalten. Jenö behauptete 1955 bei einem
sif Wisarionowitsch Dschugaschwili, alias Stalin, dessen Eh- Kongreß in Jerusalem:4
renbürgertitel abzuerkennen der vom Liberalen Demszky ge- “Szálasi war kein blutrünstiger Antisemit. Er wollte keine
führte Stadtrat von Budapest nicht bereit war. Deportationen, diese wurden nur auf Druck der Deutschen
Raoul Wallenberg gilt als eine legendäre, edle Gestalt aus der durchgeführt.”
Zeit des Zweiten Weltkrieges in Budapest. Er rettete Tausen- Nach dieser Aussage kam es zum Skandal. Er wurde als Ver-
de von Juden vor der Deportation und somit nach herkömm- räter der Juden beschimpft, mit dem Tode bedroht und mußte
licher Ansicht vor dem sicheren Tod. Mit wachsendem zeitli- Jerusalem verlassen. Wortwörtlich heißt es auch bei Karsai,
chen Abstand wächst allerdings auch die Zahl der von ihm dem anderen bekannten Historiker der Judenverfolgung in
geretteten Juden. Während frühere Quellen es bei Tausenden Ungarn:5
belassen, die er mit schwedischen Pässen versorgte, sprechen “Die Rettungsaktionen wurden von der felsenfesten Absicht
andere Quellen von Zehntausenden von Geretteten, wobei die von Szálasi unterstützt, seine Regierung international an-
Spitze bei über Hunderttausend liegt.1 erkennen zu lassen. In der Hoffnung darauf ließ er die Er-
Unserem Aufsatz liegt das Buch von Oberleutnant Bondor richtung des großen Ghettos der Dohány-utca zu sowie des
Vilmos zugrunde.2 Den sich auf Professor Orsós beziehenden internationalen Ghettos, er stoppte die Deportationen
Teil entnahmen wir einem Zeitungsartikel der Tageszeitung (Fußmärsche) Richtung Westen und duldete, daß ausländi-
Új Magyarország.3 sche Vertretungen und internationale Organisationen
Schutzbriefe für Juden ausstellten.”
1. Der historische Hintergrund von Wallenbergs Wirken
in Budapest 2. Wallenbergs Wirken und Verschwinden
Am 15. Oktober 1944 verkündete Reichsverweser Horthy ei- Wallenberg kam als schwedischer Diplomat im Juli 1944
ne Waffenruhe mit der Sowjetunion und den Austritt Un- nach Budapest. Seine Aufgabe bestand darin, die Juden nach
garns aus dem Krieg. Das Militär war gespalten. Der Teil, der Möglichkeit zu schützen und zu retten. Er hat Tausende von
weiterhin an der Seite Deutschlands kämpfen wollte, er- Schutzbriefen ausgestellt, mit der Szálasi-Regierung verhan-
zwang mit deutscher Hilfe den Rücktritt Horthys und brachte delt, er ließ das internationale Ghetto errichten und aufrecht-
eine rechtsgerichtete Koalitionsregierung unter der Führung erhalten. Mitte Januar 1945 wurde der östliche Stadtteil von
von Ferenc Szálasi an die Macht. Am 4. November erreichten Budapest, wo sich auch die Ghettos befanden, von den So-
die ersten sowjetischen Truppen den äußeren Ring von Bu- wjets besetzt (nach anderer Betrachtungsweise: befreit).
dapest. Am 24. November verlegte die Regierung ihren Sitz Am 17. Januar wurde Wallenberg vom Sowjetmarschall Ma-
an die westungarische Grenze nach Sopron. linowski nach Debrecen bestellt. Seither fehlt jede konkrete
Dies ist der Hintergrund, vor welchem Wallenberg tätig war. Spur von ihm. Im GULag inhaftierte Personen behaupteten
Wir halten es für wichtig anzumerken, daß das Ghetto von jedoch bis in die siebziger Jahre, Wallenberg dort gesehen
Budapest und damit praktisch das ganze Budapester Juden- oder getroffen zu haben.
tum nicht deportiert worden war. Diese Tatsache interpretie-
ren verschiedene Quellen je nach Interessenlage unterschied- 3. Gängige Erklärungsversuche seines Verschwindens
lich. Dem Verfasser sind Artikel bekannt, denen zufolge die bzw. Todes
Deutschen das Ghetto vor den ungarischen Pfeilkreuzlern ge- Seither sind weltweit zahlreiche Publikationen über ihn er-
rettet haben. Andere Quellen behaupten das Umgekehrte. schienen. Auffallend ist, daß sich diese Publikationen zwar
Wiederum andere lassen Raoul Wallenberg das Ghetto von lang und breit über sein Leben und seine Tätigkeit in Buda-
Budapest vor den Nazis und den ungari- pest auslassen, über sein Verschwinden
schen Pfeilkreuzlern retten. Den Tatsa- bzw. seinen Tod jedoch kaum berichten.
chen dürfte vielleicht am ehesten ent- Als Beispiel sei hier das als erstes er-
sprechen, daß in den letzten Monaten schienene Werk genannt, das sich mit
des Jahres 1944, als Ungarn bereits zur ihm beschäftigt: Lévai Jenö hat 1948
Hälfte von den Sowjets erobert worden sein Buch mit folgendem Titel verlegt:
war, niemand mehr allzu große Lust Raoul Wallenberg; regényes élete, hĘsi
hatte, das Ghetto irgendwohin umzusie- küzdelmei, rejtélyes eltĦnésének titka
deln, geschweige denn die Insassen um- (Raoul Wallenberg; sein romanhaftes
zubringen. Leben, seine heroischen Kämpfe, und
Aber selbst jüdische Quellen, wie z.B. das Geheimnis seines Verschwindens).
der in Ungarn bekannte Historiker Lévai Lévai füllt 300 Seiten über Wallenberg,
Jenö, geben zu, daß die Szálasi- seinem Verschwinden widmet er aber
Regierung, die nach dem mißglückten nur einige Zeilen, ohne natürlich die
Kriegsaustrittsversuch Horthys am 15. Sowjets zu beschuldigen.
Oktober 1944 an die Macht kam, be- Heute bestreitet niemand in der Welt,
strebt war, den jüdischen Wünschen Raoul Wallenberg daß er von den Sowjets gefangenge-

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nommen wurde und dann vermutlich irgendwann im GULag 3.6. Er hat sich an den Verhandlungen über ein Tauschge-
gestorben ist. Wir möchten nun einige Versionen über das schäft zwischen Juden und Deutschen (LKWs gegen die
Verschwinden von Wallenberg und dessen Ursache kurz dar- Freilassung von Juden) beteiligt. Als Jakowlew 1988 noch
stellen. Politbüromitglied war, erzählte er dem Atomphysiker Andrej
3.1. Pfeilkreuzler (ungarische Faschisten) haben ihn ermor- Sacharow, Grund der Verhaftung Wallenbergs sei ein
det. Dies berichteten einige ungarische Zeitungen des Jahres Tauschhandel von Militärfahrzeugen gegen Juden gewesen.7
1945, hier zitiert von Ferenc F. Fiala. Diese Meldung verbrei- 3.7. Er war amerikanisch-britisch-deutscher Dreifachagent,
teten auch sowjetische Quellen im Laufe des Jahres 1945.4 wollte aber für die Russen nicht arbeiten, vermutet der ehe-
3.2. Opfer von Straßenräubern. Lévai vermutet am Ende sei- malige Vizechef der sowjetischen Auslandsspionage Pawel
nes oben erwähnten Werkes, daß Wallenberg von gewöhnli- Sudoplatow. 7
chen Straßenräubern zwischen Budapest und Debrecen aus- 3.8. Er war deutscher Agent – sollen die Russen vermutet ha-
geraubt und ermordet wurde, ignoriert aber, daß er diese Rei- ben. Ein Vertreter des US-Geheimdienstes OSS gab eine
se nicht allein, sondern in Begleitung des sowjetischen Mili- Meldung nach Washington, die jetzt der Spiegel im CIA-
tärs angetreten hat.6 Archiv gefunden hat:7
3.3. Wallenberg hätte große Mengen Wertgegenstände von “Höre im Außenministerium […] daß Legationssekretär
reichen Juden bei sich zu Hause aufbewahrt, weswegen ihn Wallenberg von schwedischer Gesandtschaft sich unter
die Sowjets entführt hätten. Diese These vertritt der ungari- deutschen Schutz (Waffen-SS) gestellt habe.”
sche Politiker Schamschula in der Ausgabe 2002/2 der Zeit- 3.9. Der Leiter des Budapester Ghettos, Stöckler Lajos, wur-
schrift für Literatur und Kunst Napút. de von den kommunistischen Behörden in Ungarn 1950 der
3.4. Er war ein amerikanischer Agent. In einem Rechtsgut- Ermordung von Wallenberg beschuldigt und zu einer Haft-
achten zur Klage des Wallenberg-Halbbruders Guy von Dar- strafe verurteilt.9
del 1984 beim Washingtoner District Court gegen die UdSSR 3.10. Er wurde von den Sowjets festgehalten, um gegen nach
steht in der Tat:7 Schweden geflüchtete Dissidenten ausgetauscht zu werden,
“In Ungarn sammelte Wallenberg auf Wunsch der US- wozu aber die Schweden nicht bereit waren, findet eine
Regierung wesentliche Informationen über die Kriegsan- schwedisch-russische Regierungskommission 2001.10
strengungen der Nazis und das Maß des Rückgangs gegen 3.11. Er war amerikanisch-britischer Doppelagent, der aber
Kriegsende.” auch für die Russen gearbeitet hat, und der ungarisch-
3.5. Er war amerikanisch-sowjetischer Doppelagent. Zu die- jüdische Böhm Vilmos, der während des Zweiten Weltkrie-
ser Vermutung kommt eine deutsch-ungarisch-russisch- ges in Stockholm gelebt hat, hat ihn an die Russen verpfiffen
schwedische Historikerkonferenz im Jahre 2001 in Berlin. – so vermutet der schwedische Historiker Wilhelm Agrell in
Die Konferenz ist aber wenigstens so ehrlich, zuzugeben, es der Tageszeitung Dagens Nyheter.11
gebe über Wallenberg in den USA und Schweden Papiere, 3.12. Er wurden von den Russen in Geiselhaft genommen,
die immer noch unter Verschluß gehalten werden. Wir wer- um von Schweden einen Milliardenkredit zu sehr günstigen
den später sehen, warum das von Bedeutung ist.8 Konditionen zu erhalten, vermutete das russische Blatt Kom-
mersant im Dezember 1999.12

4. Die wahren Gründe der Verhaftung Wallenbergs


Die Geschichte fängt im Jahre 1944 an. Ein großer Teil des
ungarischen Heeres (Honvédség) hielt den Kampf an der Sei-
te Hitlers für aussichtslos. Als die Sowjets nur noch 50 km
von Budapest entfernt waren, planten sie einen Aufstand in
Budapest, der die Pfeilkreuzler entmachten und Budapest und
das Land vor den Kampfhandlungen der letzten Kriegsmona-
ten bewahren sollte. Die Organisation nannte sich Magyar
Front. Sie wurde aber verraten, und der politische Flügel
wurde am 19. Oktober verhaftet. Die Verhafteten haben den
militärischen Flügel unter der Leitung von Hauptmann Mikó
Zoltán nicht preisgegeben, so daß dieser weiter tätig bleiben
konnte. Diese Tätigkeit bestand aus kleineren Sabotageaktio-
nen, um bei der Belagerung von Budapest dann den Russen
entgegenzukommen. Zu dieser Zeit lernten Hauptmann Mikó
und Wallenberg einander kennen. Mikó ließ die von Wallen-
berg für die Juden reservierten Häuser vor den Übergriffen
der Pfeilkreuzler schützen, er ließ ihnen Lebensmittel zu-
kommen und versorgte sie mit Papieren. In diesen Häusern
fanden nicht nur Juden Unterschlupf, sondern auch polnische
Patrioten. Die polnischen Widerständler lebten bis zur
Machtübernahme von Szálasi unbehelligt in Budapest, da-
nach wurde es auch für sie schwierig.
Nach Weihnachten 1944, während der Belagerung von Bu-
dapest, wandte sich Wallenberg mit der Bitte an Mikó, er
sollte das Archiv und einige Wertgegenstände der schwedi-
Hauptmann Mikó schen Botschaft in Sicherheit bringen. Wallenberg meinte,

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der sicherste Platz dafür wäre der Keller der Ungarischen Na- aufgerufen worden. Er hat sich von Mikó verabschiedet. Bei
tionalbank, wo auch andere Botschaften Panzerschränke mie- dieser Gelegenheit sah er ihn das letzte Mal. Bondors Gna-
teten, die auch von den Pfeilkreuzlern unbehelligt blieben. dengesuch war angenommen worden, was bedeutete, daß
Im Januar 1945 fiel die Nationalbank in sowjetische Hände, sein Todesurteil in 25 Jahre Zwangsarbeit umgeändert wurde.
wo sie nicht nur die Wertgegenstände, sondern auch das Ar- Später hörte er, daß Mikó noch im gleichen Monat erschos-
chiv fanden. In diesem Archiv befanden sie auch Dokumente sen worden war. Mikós Bekleidung habe er an einem Wach-
über das Verbrechen von Katyn, die Wallenberg von den mit mann erkannt. Im Jahre 1993 bestätigten auch die russischen
ihm in Verbindung stehenden polnischen Patrioten erhalten Behörden die Hinrichtung offiziell.
hatte. Die Sowjets verhafteten führende Bankangestellte, die Nun könnte unsere Geschichte hier zu Ende sein. Wir halten
guten Gewissens und nichtsahnend von den Katyn-Doku- es aber noch für wichtig, über das Schicksal eines anderen
menten über die Verbindung Mikó-Wallenberg berichteten. Nebenakteurs zu berichten.
Mikó, der Anfang Januar den Kontakt mit den Russen aufge- Professor Ferenc Orsós war eine international anerkannte
nommen hatte, wurde von diesen nach einer Woche sehr Autorität auf dem Gebiet der Gerichtsmedizin. 1943 baten
freundlicher Behandlung plötzlich verhaftet. ihn die Deutschen, die internationale Expertenkommission zu
Vergeblich suchte die provisorische antifaschistische ungari- leiten, die die Toten von Katyn untersuchen und aufgrund
sche Regierung nach ihm als einem der führenden Köpfe des dessen feststellen sollte, wer den Massenmord verübt hatte.
antifaschistischen Widerstandes. Die Russen leugneten ein- Waren es die Sowjets, die bis 1941 die Herrschaft im Gebiet
fach, daß er sich in ihrem Gewahrsam befand. hatten, oder die Deutschen, die es danach erobert hatten? Die
Er wurde mit den bekannten NKWD-Methoden weichge- Expertenkommission unter der Leitung von Orsós kam zu
schlagen. Nein, er wurde nicht beschuldigt, Kenntnisse über dem eindeutigen Ergebnis, daß die Morde (4.450 Tote) im
Katyn zu haben, da waren die Sowjets gerissener. Die So- April-Mai 1940, also während sowjetischer Herrschaft verübt
wjets unterstellten ihm ein antisowjetisches Komplott, und worden sein mußten. Im “befreiten” Ungarn zahlte Orsós ei-
warfen Mikó und seinen unmittelbaren Untergebenen vor, nen großen Preis für diese Meinung. Er wurde vom Volksge-
Partisanenaktionen im sowjetisch besetzten Teil Ungarns so- richt zum Hauptkriegsverbrecher erklärt. Sein Glück war,
wie Spionage gegen die Sowjetunion betrieben zu haben. daß die Medizinische Universität Ende 1944 nach Halle eva-
Mikó und seine Gruppe wurden im Juli 1945 nach Constanza kuiert worden war. Die Amerikaner, in deren Obhut er sich
(Rumänien) verbracht. Dort kam es zu einem Schauprozeß befand, weigerten sich, dem Antrag des Volksgerichts auf
durch ein Militärgericht der 3. Ukrainischen Armee. Bei die- Auslieferung zu entsprechen. Sie haben ihm aber auferlegt, er
sem kamen Mikó und sein Stellvertreter, Oberleutnant Bon- müsse über Katyn schweigen und seine Feststellungen ver-
dor Vilmos nach monatelanger (getrennter) Haft und Folter gessen. Die weiteren Mitglieder der Expertenkommission,
wieder zusammen: deren die Russen habhaft wurden (ein bulgarisches und ein
“Was wird mit uns, fragte Bondor. Mikó hat mit dem Dau-
men nach unten gezeigt und nur geantwortet: Kaputt. Wir
wurden mit Wallenberg in Verbindung gebracht.”
Beim Prozeß wurden Mikó, Bondor und zwei weitere Perso-
nen zum Tod durch Erschießen verurteilt. Zwei weitere An-
geklagte bekamen 15 Jahre, zwei andere 10 Jahre. Die
Schuld Bondors und die der sechs anderen Angeklagten be-
stand einzig darin, daß sie Mikó gekannt hatten, dessen
Schuld war, daß er Wallenberg gekannt hatte. Wallenbergs
Schuld wiederum war, daß er die polnischen Widerständler
gekannt hatte und von diesen Dokumente übernommen hatte.
Die polnischen Widerständler in Budapest sind übrigens auch
von den Russen gefangengenommen und hingerichtet wor-
den, nachdem sie sich schon gefreut hatten, Gestapo und
Pfeilkreuzlern entkommen zu sein.
In der Todeskammer hat Bondor, der später begnadigt wurde,
Mikó darauf angesprochen, ob er gewußt habe, welche Bri-
sanz die polnischen Dokumente hatten. Mikó hat die Frage
bejaht und gesagt, er habe auch den Schweden gewarnt. Wal-
lenberg habe aber die Warnung in den Wind geschlagen. Of-
fenbar vertraute er darauf, daß die Amerikaner ihm beistün-
den.
Bondor, der im Jahre 1956 freikam und noch im gleichen
Jahr in die USA emigrierte, schreibt, die Amerikaner hätten
bis Ende der 70er Jahre eine schändliche Rolle in dieser An-
gelegenheit gespielt. Das Außenministerium habe versucht,
jene Amerikaner mundtot zu machen, die bereit waren zu be-
zeugen, daß die Katyn-Morde durch die Sowjets verübt wor-
den waren.
Die Verurteilten sind im August 1945 ins berüchtigte Zen-
tralgefängnis von Odessa verfrachtet worden. Die Hinrich-
tungen gingen jede Nacht vonstatten. Einmal ist auch Bondor Oberleutnant Bondor Vilmos

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tschechisches Mitglied), “gaben ihre dann könne er das auch in dem ande-
Fälschungen zu”, andere Kommissi- ren, Auschwitz betreffenden Fall tun.
onsmitglieder (ein rumänisches und ein Verbrecher werden manchmal vom
polnisches) wurden vom KGB ermor- schlechtem Gewissen geplagt. Dies gilt
det. Die wissenschaftliche Karriere von auch für Schreibtischtäter. Nachdem
Orsós war damals beendet; er unterrich- Gorbatschow im Jahre 1990 Katyn als
tete seither Kunstanatomie an der Aka- eines der schlimmsten Verbrechen des
demie von Mainz. Bis an sein Lebens- Stalinismus genannt hat, macht es kei-
ende im Jahre 1962 fürchtete er, vom nen Sinn mehr, im Falle Wallenberg die
KGB ermordet zu werden. Wahrheit zu leugnen. Aber nein, die
etablierten Historiker erfinden auch
5. Die Lehren der Geschichte heute noch die abenteuerlichsten Ge-
Aus unserer Geschichte ist ersichtlich, schichten über Wallenberg, nur um
daß es den Amerikanern unangenehm nicht die unangenehme Wahrheit aus-
war, mit der Wahrheit über Katyn kon- sprechen zu müssen. Diese Historiker
frontiert zu werden. Die Sowjets brach- werden zum Teil von der Soros-Stif-
ten zwar während des Nürnberger Pro- tung bei ihren Recherchen gesponsert.
zesses auch die Geschichte von Katyn Verständlich, daß sie dabei zu einem
als Anklagepunkt gegen die Wehr- Ergebnis kommen, welches auch den
macht auf, jedoch ließ das IMT die Sa- Sponsor befriedigt.15
che später stillschweigend fallen. Dafür Nicht zufällig fällt dem Verfasser die-
inszenierte Stalin im Dezember 1945, ser Zeilen die Geschichte Germar Ru-
also noch während der Nürnberger Pro- dolfs ein, der dem Gericht, das ihn an-
zesse, einen Schauprozeß in Leningrad. Bei diesem Prozeß geklagt hatte, anbot, seine Messungen durch unabhängige
wurden die deutschen Offiziere Ernst Böhm, Ernst Gehrer, Fachleute überprüfen zu lassen, deren Ergebnis er sich dann
Gerhard Janicke, Heinrich Remlinger, Erwin Skotki, Eduard unterwerfen wollte. Nun, das Gerichte war daran nicht inter-
Sonnenfeld und Karl Hermann Strüffling zum Tode verur- essiert, was nur bedeuten kann, daß die Richter sich im In-
teilt. Ihre Hinrichtung erfolgte am 5. Januar 1946. Zu den nersten davor fürchteten, daß Rudolf recht haben könnte,
Hauptanklagepunkten hatte Katyn gehört. Janicke war “ge- weshalb sie es nicht wagten, der Sache auf den Grund zu ge-
ständig” gewesen, einen erbarmungslosen Ausrottungsbefehl hen. Auch bei Wallenberg haben wir es mit einem ähnlichen
von Generalmajor Remlinger ausgeführt zu haben. Stabschef Fall zu tun: Heute könnte man ohne weiteres die Verbindung
Franz Wiese erhielt 20 Jahre GULag. Er “gestand” im Lenin- Wallenberg-Katyn offenlegen, zumal diese den etablierten
grader Schautribunal schaurige Plünderungsverbrechen der Forschern bekannt sein muß. Das Buch, welches unserem
Wehrmacht. Offizier Arno Düre, ein weiterer Angeklagter, Aufsatz zugrunde liegt, ist seit 1995 auf dem ungarischen
der nach seinem “Geständnis” mit GULag statt Galgen be- Buchmarkt erhältlich und trägt auf dem Titelblatt den Satz:
dacht wurde, beschrieb vor dem Leningrader Gericht die Er- “Die Verbindung von Mikó Zoltán und Raoul Wallenberg im
mordung russischer Frauen, Kinder und Greise durch die ungarischen Widerstand 1944-1945.” (vgl. Abbildung)
Wehrmacht und erklärte, daß dabei im Wald von Katyn Aber nein, statt dessen faselt man lieber über Milliardenkre-
“15000 bis 20000” Menschen, darunter Tausende polnische dite der Schweden, Doppel-, Dreifach- und Vierfachagenten,
Offiziere, von den deutschen Truppen erschossen und ver- um bloß die Wahrheit nicht aussprechen zu müssen: Wallen-
scharrt worden seien.13 Und die Amerikaner blieben bezüg- berg wurde von den Amerikanern geopfert, um die Glaub-
lich des Leningrader Schauprozeß wortlos und kommentar- würdigkeit Nürnbergs nicht zu erschüttern.
los. Wohin hätte das schließlich geführt, wenn offizielle ame-
rikanische Stellen auf einmal gesagt hätten, die Geständnisse Anmerkungen
von Leningrad seien durch Folter zustande gekommen? Das 1
www.judentum-
ganze Gefüge der Nürnberger Tribunale wäre noch vor der projekt.de/geschichte/nsverfolgung/rettung/wallenberg.html und ~ ret-
Urteilsverkündung ins Wanken geraten. So schwiegen die ten.html.
2
Amerikaner und besiegelten damit auch Wallenbergs Schick- Bondor Vilmos A Mikó rejtély; Mikó Zoltán és Raoul Wallenberg kap-
csolata a magyar ellenállásban 1944-1945 (Das Mikó-Rätsel; Die Ver-
sal. Hätten sie nämlich damals gegen den Schauprozeß prote- bindung von Mikó Zoltán und Raoul Wallenberg im ungarischen Wider-
stiert und vor der ganzen Welt verkündet, daß sie der russi- stand), Püski Verlag, Budapest 1995.
schen Version in Sachen Katyn keinen Glauben mehr schenk- 3
20. September 1997, zitiert im Buch Magyar holocaust II – Dokumentu-
ten, hätte das weitere Gefangengehalten Wallenbergs auch kei- mok a magyarok megsemmisítésérĘl (Ungarischer Holocaust II. – Doku-
nen Sinn mehr gehabt. Jedenfalls haben sich die Sowjets diese mente über die Vernichtung von Ungarn), Ungarische Nationale Gesell-
schaft für Geschichte, Kaposvár 1999.
Option offengehalten, zumal er ja im Gegensatz zu Mikó und 4
Fiala Ferenc, Zavaros évek (Trübe Jahre), München 1959.
den polnischen Widerständlern nicht hingerichtet wurde. 5
Karsai László, “Carl Lutz és a magyar holokauszt” (Carl Lutz und der
Für die Amerikaner aber sprach eine viel wichtigere Tatsache ungarische Holocaust) in: Becsület és bátorság, Well Press, Miskolc
gegen einen lauten Protest in Sachen Katyn, nämlich daß im 2002, S. 329–335.
6
Lévai JenĘ, Raoul Wallenberg; regényes élete, hĘsi küzdelmei, rejtélyes
Falle Katyn die gleichen sowjetischen Ermittler ermittelt und eltĦnésének titka (Raoul Wallenberg; sein romanhaftes Leben, seine he-
die Schuld der Deutschen festgestellt hatten, die auch in Sa- roischen Kämpfe, und das Geheimnis seines Verschwindens), Budapest,
chen Auschwitz ermittelt und die Gaskammern der Welt prä- 1948, wiederverlegt 1988.
7
sentiert hatten.14 Spiegel-Online, “Der Engel von Budapest”,
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,druck-146442,00.html
Viele Beobachter wären womöglich auf den Gedanken ge- 8
www.bedoe.de/politika/nemetmagyar/raoul_wallenberg.htm.
kommen, wenn einer in dem einen Fall so offensichtlich lügt,

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9 13
www.szochalo.hu/ajanlo/szemezget/lapszemle/cikkajanlo027.htm. www.politikforum.de/forum/archive/28/2003/07/4/34034.
10 14
www.hhrf.org/ujszo/2001/10/kulpolitika.htm, mit Bezug auf eine Mel- www.idgr.de/texte/geschichte/ns-verbrechen/fritjof-meyer/meyer-replik-
dung der Nachrichtenagentur MTI. auf-piper.php
11 15
www.or-zse.hu/kraus/naft32.htm. Z. B. Ember Mária, “Wallenberg elrablása” (Die Verschleppung von
12
www.hetek.hu/index.php?cikk=6684. Wallenberg). www.bparchiv.hu/magyar/kiadvany/bpn/08/ember.htm

Die Neuseeland-Saga nimmt ihren Fortgang


Von Germar Rudolf
In VffG 2/2003, S. 203-209, berichtete Dr. Fredrick Töben Tales” von der neuseeländischen Zeitung Listener abgedruckt
über den Fall von Joel S. A. Hayward, der 1993 an der Can- wurde (S. 26-29). Matthew stellte darin folgende Frage:
terbury-Universität in Christchurch, Neuseeland, in einer “Unterdrückt die Canterbury-Universität die akademische
Magisterarbeit die revisionistische Literatur zum Thema der Freiheit? Oder geht es bei dieser Sache vielmehr um aka-
behaupteten Ausrottung der europäischen Juden durch das demische Normen?”
nationalsozialistische Deutschland analysiert hatte. Da Hay- Diese Frage war natürlich durchaus berechtigt. Doch bevor er
ward nicht nur zum Schluß gelangt war, die revisionistischen einen Versuch zu ihrer Beantwortung unternahm, gab Mat-
Darstellungen dieses Themas seien ernstzunehmende wissen- thews bekannt, daß Prof. Vincent Orange, der während Hay-
schaftliche Beiträge zur Geschichtsschreibung, sondern sich wards Studiums dessen Mentor gewesen war, im April 2001
auch mit einigen revisionistischen Schlußfolgerungen einver- in einem Brief an Phyllis Guthardt, Rektorin der Canterbury-
standen erklärt hatte, verlangten verschiedene Interessen- Universität, geschrieben hatte, Dr. Fudge habe “seine warme
gruppen, man möge ihm die Magisterwürde aberkennen. Ob- Unterstützung der Magisterarbeit [Haywards] bekundet” und
gleich die Canterbury-Universität nicht so weit ging, waren finde “in diesem Werk viel Verdienstvolles”.
die tatsächlich ergriffenen Maßnahmen einschneidend genug, Sowohl Dr. Fudge als auch Prof. Campbell hatten Prof. Oran-
um etliche Wissenschaftler auf den Plan zu rufen, welche die ge und Dr. Hayward ihre Unterstützung angeboten, als die
akademische Freiheit bedroht sahen. Universität den Fall im Jahre 2000 untersuchte. Matthews
Zwei dieser Wissenschaftler waren Dr. Thomas A. Fudge stellte diesen Aussagen die in einem Interview mit ihm er-
und Prof. Dr. Ian Campbell, Historiker an der Canterbury- folgte Weigerung Dr. Fudges entgegen, sich zur Qualität der
Universität, wo Hayward seinen Magister- sowie später sei- Magisterarbeit Haywards zu äußern. Anschließend zitierte er
nen Doktorgrad erworben hatte. Campbell, der zum damali- Prof. Dr. Richard Evans, der nicht nur anno 2000 bei dem in-
gen Zeitpunkt auch Herausgeber der kleinen historischen famen Ehrverleumdungsprozeß Irving vs. Lipstadt als Sach-
Universitätszeitschrift History Now war, ersuchte Dr. Fudge, verständiger der Verteidigung (Lipstadt und Penguin Books)
einen Artikel über die Hayward-Affäre zu verfassen. Als die aufgetreten war, sondern im gleichen Jahr auch eine Experti-
betreffende Ausgabe der Zeitschrift erschienen war, blockier- se über die Hayward-Magisterarbeit verfaßt hatte. Laut Evans
te die historische Fakultät jedoch ihre Auslieferung, ließ die ist letztere “ein durch und durch tendenziöses, voreinge-
gedruckten Exemplare einstampfen und entließ Prof. Camp- nommenes und unehrliches Werk”. Evans riet der Canterbu-
bell als Herausgeber der Zeitschrift. Als Reaktion auf diese ry-Universität, Hayward den Magistergrad abzuerkennen.
universitäre Bücherverbrennung ging ein fast weltweites Be- Später wurde Evans von Matthews dahingehend zitiert, daß
ben durch die akademische Welt. Um diesen Zensurakt zu es in diesem Fall nicht um die akademische Freiheit gehe,
kontern, druckte der New Zealand Herald Dr. Fudges Artikel sondern vielmehr
– wenn auch ohne Fußnoten – in zwei Teilen ab, die am 23. “um die Aufrechterhaltung akademischer Normen. Nie-
bzw. 24. Juli 2003 erschienen. Somit erwies sich das Vorge- mand hat Hayward oder Fudge daran gehindert, ihre
hen der Universität als Rohrkrepierer, denn anstatt in History Schriften zu veröffentlichen”.
Now in einer Auflage von 500 Exemplaren zu erscheinen, Die historische Fakultät der Universität begründete ihre Wei-
wurde der Beitrag nun in einer Tageszeitung veröffentlicht, gerung, den Artikel Dr. Fudges zu veröffentlichen, nicht nur
deren Auflage in die Zehntausende geht. Parallel zu diesem damit, daß sie dessen Inhalt nicht billige, sondern auch damit,
Akt der Mediensolidarität organisierte Dr. Martin Lally, Do- daß Dr. Fudge angeblich persönliche und außerhalb seiner
zent an der Victoria-Universität, eine Petition, die von zahl- eigenen Fakultät erfolgte Mitteilungen mißbräuchlich ver-
reichen Wissenschaftlern in aller Welt unterzeichnet und am wendet und ein informelles Abkommen zum Verzicht auf je-
26. August 2003 in The Dominion Post (Wellington) sowie de öffentlichen Erörterung der Hayward-Affäre gebrochen
The Press (Christchurch) publiziert wurde (siehe separater habe. In Anbetracht der groben Verletzung von Dr. Hay-
Kastentext). In diesen beiden Tageszeitungen erschienen wards akademischer Freiheit scheint die Frage eher müßig,
auch kurze Artikel, in denen die Ansicht verfochten wurde, inwieweit diese Vorwürfe berechtigt waren. Einen unverhüll-
das, was an der Canterbury-Universität vor sich gehe, sei ten Akt der Zensur damit zu rechtfertigen, daß sich das Zen-
Zensur und einer akademischen Institution unwürdig.1 suropfer über ein früheres “Abkommen” zur Durchführung
Als Reaktion auf die Artikel von Dr. Fudge sowie Prof. einer Zensur hinweggesetzt habe, mutet freilich geradezu
Campbell sowie den Einsatz von Prof. Lally zugunsten der komisch an!
akademischen Freiheit und des Rechts auf kritische Hinter- In seinem Artikel erteilt Matthews keine befriedigende Ant-
fragung des “Holocaust” schrieb Philip Matthews einen Arti- wort auf die ganz am Anfang von ihm selbst gestellte Frage.
kel, der am 20. September 2003 unter dem Titel “Canterbury Er begnügt sich damit, die zuvor zitierte Aussage von Prof.

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Evans – den er als wirklichen Experten einstuft – wiederzu- Prof. Evans Anschuldigungen gegen Dr. Hayward konzen-
geben und sich unkritisch zu eigen zu machen. Ich frage trieren sich vor allem auf die Behauptung, letzterer schenke
mich, ob Matthews Prof. Evans Gutachten überhaupt gelesen Gegenargumenten keine oder zumindest nicht die gebühren-
hat und ob er eine Ahnung davon hat, was eigentlich unter de Beachtung. Dies bezeichnet Prof. Evans als voreinge-
“akademischen Normen” zu verstehen ist. Dieser Frage wol- nommen und tendenziös. In seinen 1999/2000 erschienenen
len wir uns im folgenden zuwenden. Entschuldigungen räumte Dr. Hayward ein, er habe, nachdem
Zunächst einmal hätte Matthew merken sollen, daß eine wis- er seine Magisterarbeit 1993 abgeschlossen habe, von Ge-
senschaftliche Studie an sich nicht “unehrlich” sein kann. genargumenten erfahren; im Lichte seines Kenntnisstandes
Falls Prof. Evans dies wirklich gesagt hat, deutet dies darauf Ende der neunziger Jahre würde er seine Studie anders
hin, daß seine Formulierungskünste nicht über jeden Zweifel schreiben und andere Schlußfolgerungen vertreten.
erhaben sind. Eine Studie kann nicht unehrlich sein, ihr Ver-
fasser jedoch sehr wohl! Allerdings läßt sich eine solche
Unehrlichkeit durch eine Überprüfung der Studie gemeinhin
nicht nachweisen, außer wenn sich der Autor offen zu seiner
Unehrlichkeit bekennt, was doch recht selten der Fall sein
dürfte… Somit konnte Prof. Dr. Evans, der Dr. Hayward
niemals persönlich begegnet war, ganz unmöglich wissen,
ob letzterer unehrlich ist oder nicht. Unter diesen Umständen
verwundert es keineswegs, daß sich die Canterbury-Univer-
sität in diesem Punkt nicht hinter Prof. Evans stellte. Begnü-
gen wir uns hier mit der Feststellung, daß solche persönli-
chen Angriffe gegen andere Forscher, die man nicht einmal
persönlich kennt, auf ein betrüblich niedriges akademisches
Niveau hinweisen.
Als nächstes gilt es zu untersuchen, ob Haywards Magi-
sterarbeit tendenziös und/oder voreingenommen ist. Da
Hayward die revisionistischen Argumente ernst nimmt und
einige davon gutheißt, kann es nicht überraschen, daß
Prof. Evans, einer der erbittertsten Widersacher sämtlicher
revisionistischer Standpunkte, eine solche Einstellung als
tendenziös und voreingenommen geißelt. Doch ist eine
Haltung, die abweichende Meinungen ungeprüft verwirft,
ihre Anhänger als unehrlich angreift und zur Vernichtung
ihrer Karriere (durch Aberkennung ihrer akademischen
Würden) aufruft, nicht selbst ein Zeichen von Voreinge-
nommenheit?
Die Frage ließe sich unschwer beantworten, wenn eindeutig
nachgewiesen werden könnte, daß die revisionistischen Ar-
gumente inhaltlich richtig oder zumindest wissenschaftlich
haltbar sind. Da ich selbst Revisionist bin, mag man ein-
wenden, ich sei in diesem Punkt voreingenommen; deshalb
will ich hier nicht auf dieser Grundlage argumentieren, da
die Gegenseite diese doch nicht anerkennen würde und ich
es mir schenke, die bereits Überzeugten nochmals zu über-
zeugen. Ich möchte mich deshalb hier auf formale Gesichts-
punkte beschränken. Man gestatte mir, zunächst zu resümie-
ren, welches die von Prof. Evans angeführten Kriterien für
jede wissenschaftliche Arbeit sind:
– Systematischer Aufbau;
– Klare Trennung zwischen Fakten und Meinungen;
– Tatsachenbehauptungen werden untermauert durch Quel-
len, welche die behaupteten Tatsachen beweisen und so
zitiert werden, daß sie von anderen nachgeprüft werden
können, und/oder Experimente, die so beschrieben wer-
den, daß sie von anderen wiederholt werden können,
und/oder logische Gedankengänge und/oder Schlußfolge-
rungen, die von anderen nachvollzogen werden können;
– Gegenargumente, die zum betreffenden Zeitpunkt bereits
vorliegen, werden berücksichtigt;
– Je nach dem betreffenden Fachgebiet werden gewisse
fachbezogene Regeln der Beweisführung oder Methodik
respektiert (sofern sie nicht selbst Gegenstand der Unter-
suchung sind). The Press (Christchurch), 3. Sept. 2003

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In meinem anno 1998 begonnenen Briefwechsel mit Dr. lig aus, zu beweisen, daß die Revisionisten “bestreiten” oder
Hayward wies ich diesen darauf hin, daß gewisse Teile seiner “leugnen”, und schon ist der Nachweis für deren angebliche
Studie auf unfundierten Argumenten fußten und die Kritik moralische Minderwertigkeit erbracht!
daran teilweise berechtigt sei. Ich dachte hier in erster Linie Es mag ja sein, daß Prof. Evans keine der Schriften Carlo
daran, daß er sich auf die Richtigkeit des sogenannten Leuch- Mattognos gelesen hatte (diese existierten zum damaligen
ter-Berichts verließ, der gewiß ein bahnbrechendes Doku- Zeitpunkt größtenteils nur auf italienisch), doch angesichts
ment war, jedoch auch zahlreiche Schwachstellen aufwies. Es seiner enormen finanziellen Ressourcen und seiner selbstpro-
besteht kein Zweifel daran, daß sich Dr. Hayward nach dem klamierten tiefschürfenden Kenntnis der “Leugnungsbewe-
Erscheinen des Leuchter-Berichts von revisionistischem En- gung” ist dies keine akzeptable Entschuldigung. Hierin liegt
thusiasmus hinreißen ließ, der ihn dazu verführt haben mag, der Unterschied zwischen dem mittellosen Studenten Hay-
die revisionistischen Standpunkte allzu sorglos zu überneh- ward auf dem abgelegensten Eiland der Welt und dem be-
men. Man mag hier durchaus von “Voreingenommenheit” tuchten Experten in London. Somit ist nicht die allfällige
sprechen, doch bewegt sich diese noch im normalen und ak- Voreingenommenheit Haywards unannehmbar, sondern die
zeptablen Rahmen dessen, was uns allen passieren kann. Ignoranz Prof. Evans’, denn dieser legt eine massive Vorein-
Es gilt auch der Tatsache Rechnung zu tragen, daß Hayward genommenheit bis hin zum bewußten Ausblenden von Fakten
zu jenem Zeitpunkt nichts weiter als ein Student war, der im an den Tag.
hintersten Winkel der Welt an seiner Magisterarbeit schrieb. Als nächstes wollen wir die Frage nach der Natur der Wis-
Angesichts seiner begrenzten finanziellen Möglichkeiten so- senschaft und ihrer Rolle in der menschlichen Gesellschaft
wie der riesigen Entfernungen, die ihm die Beschaffung von anschneiden. Der Leser wird mir bestimmt beipflichten, daß
Quellenmaterial sehr erschwerten, war es für ihn beileibe wissenschaftliche Kenntnis nichts Statisches, sondern etwas
nicht einfach, sich sämtliche benötigten Informationen zu be- in stetem Wandel Begriffenes ist, allein schon darum, weil
sorgen, und sein eigener Mentor war auf diesem Gebiet kein der Wissenschaftler ein immer größeres Maß an Genauigkeit
Experte. Aus diesem Grund hat Dr. Hayward auch hervorge- und Vollständigkeit anstrebt. Diese Feststellung mag reich-
hoben, daß er während seiner Forschungen auf keinerlei fi- lich trivial anmuten, doch im Fall Hayward wurde diese ein-
nanzielle Unterstützung bauen konnte, während Prof. Evans fache Wahrheit vergessen. Seine größtenteils im Jahre 1992
ein recht hohes Salär bezieht und für seine Expertisen gera- verfaßte Magisterarbeit wurde mit den Maßstäben der Jahre
dezu fürstlich bezahlt wird. Beispielsweise erhielt er für sein 1999/2000 gemessen, obgleich sowohl die Revisionisten als
Gutachten beim Irving-Prozeß allein rund 100.000 Dollar. auch deren Gegner in diesen sieben bis acht Jahren außeror-
Mit einer solchen finanziellen Rückendeckung ist es natürlich dentliche Fortschritte erzielt hatten und beispielsweise weit
einfacher, solide Arbeit zu leisten, und es ist unfair, andere, über den Leuchter-Bericht hinausgegangen waren. Würden
die als mittellose Studenten am anderen Ende der Welt unter bei der Beurteilung einer jeden wissenschaftlichen Arbeit
schwierigen Bedingungen forschen, zu kritisieren (wie es solche retroaktiven Maßstäbe angelegt, so würde dies
Matthews tut). Somit handelt Evans unrealistisch, wenn er zwangsläufig dazu führen, daß früher oder später jede Studie
von Hayward verlangt, sämtliche existierenden Gegenargu- als unvollkommen verworfen werden müßte. Dies ist schlicht
mente zur Kenntnis zu nehmen. und einfach eine unfaire und zutiefst fehlerhafte Methode.
Verfolgen wir die Sache weiter. In all seinen Schriften be- Der Leser wird mir hoffentlich ein weiteres Mal beistimmen,
trachtet Prof. Evans die These, daß der “Holocaust” nicht wenn ich festhalte, daß auch Wissenschaftler keine Engel
stattgefunden hat, an sich schon als Beweis für Voreinge- sind. Sie sind alle von ihrer gesellschaftlichen Umwelt beein-
nommenheit. Seiner Ansicht nach ist die Dokumentation, flußt, die unvermeidlicherweise zu gewissen Formen der
welche den “Holocaust” als historische Tatsache beweist, Voreingenommenheit führen muß. In diesem Sinne sind wir
unwiderlegbar. Befolgt er bei dieser Argumentation lediglich alle Produkte unserer Umwelt. Diese Art von Voreingenom-
seine eigenen Regeln, das heißt, nimmt er abweichende menheit ist nicht beabsichtigt und somit akzeptabel. Solange
Standpunkte zumindest zur Kenntnis? Ich spreche hier wohl- wir uns dieser Tatsache bewußt sind, und solange wir die ge-
verstanden nicht von David Irving, denn dieser war nie ein sellschaftlichen Faktoren einschätzen können, die auf das
Holocaust-Revisionist im eigentlichen Sinne des Wortes. Er Verhalten eines Wissenschaftlers einwirken, brauchen wir
hat nie auch nur einen einzigen Artikel, geschweige denn ein uns nicht lange dabei aufzuhalten. Eine Voreingenommenheit
Buch zu diesem Thema geschrieben. Gewiß hat er sich in ei- ist oft dadurch bedingt, daß der Betreffende bestimmte Inten-
nigen seiner Vorträgen dazu geäußert, aber dies ändert nichts tionen hat. Führt man sich beispielsweise die Schriften des
daran, daß er kein Fachmann auf diesem Feld ist. Die Frage Herrn Professor Evans zu Gemüte, so entdeckt man sofort,
lautet nun so: Finden sich in den Schriften von Prof. Evans daß seine Intention der Kreuzzug gegen die “Leugner” ist.
Hinweise auf die seriösesten revisionistischen Autoren, und Letztere betrachtet er als böse Menschen, und er versucht
versucht er ihre Argumente zu entkräften? Ein konkretes Bei- nach Kräften, dies zu beweisen (genau wie Deborah Lipstadt,
spiel: Taucht der Name Carlo Mattogno in seinen Expertisen die Evans als Experten herbeigetrommelt hat). Sein Pro-
auf? Nun, in seinem Gutachten zum Irving-Prozeß stößt man gramm ist das eines professionellen Ehrabschneiders; er
in Fußnote 173 auf S. 182 sowie in Fußnote 293 auf S. 189 in greift immer wieder zu persönlichen Angriffen gegen For-
den Tat auf den Namen des italienischen Forschers, doch kei- scher, deren Standpunkte er als moralisch verwerflich ein-
neswegs im Zusammenhang mit Hinweisen auf irgendwelche stuft. Prof. Evans mag sich dessen nicht bewußt sein, aber
von diesem angeführten Argumente, sondern lediglich als früher oder später wird auch er einräumen müssen, daß die
Beweis dafür, daß die Revisionisten bereits in den Titeln ih- Richtigkeit von Tatsachenbehauptungen unabhängig von der
rer Schriften kundtun, daß sie “den Holocaust bestreiten”2 – moralischen Qualität jener ist, welche sie aufstellen. Nur die
als würde dies von irgend jemandem bestritten! Anders ge- Untersuchung einer Behauptung selbst kann deren Richtig-
sagt: Evans unternimmt noch nicht einmal den Versuch, revi- keit oder Unrichtigkeit erweisen und keine angeblichen oder
sionistische Argumente zu diskutieren. Er reicht für ihn völ- tatsächlichen Enthüllungen über den Charakter und die poli-

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tischen Überzeugungen jener, welche diese Behauptung ver- fragt, welche Seite in dieser wissenschaftlichen Auseinander-
treten. Aus diesem Grunde hüte ich mich wohlweislich da- setzung tendenziöser argumentiere, der sei darauf hingewie-
vor, mich auf das Niveau des Herrn Prof. Evans herabzube- sen, daß die Vertreter des offiziellen “Holocaust”-Bildes die
geben und irgendwelchen ideologischen Dreck ans Tages- wertvollsten revisionistischen Werke immer noch ignorieren
licht zu bringen, den er oder manche seiner Anhänger mögli- (und zu unterdrücken versuchen). Dies ist ein starkes Indiz
cherweise am Stecken haben mögen. Auf diese Weise löst dafür, daß sie argumentativ am kürzeren Hebel sitzen.
man keine einzige geschichtliche Streitfrage und vergeudet Als Reaktion auf den Matthews-Artikel publizierte The Li-
nur seine Zeit und Energie. stener in der darauffolgenden Woche mehrere Leserbriefe,
Ich will wohlverstanden nicht behaupten, eine Intention sei von denen derjenige eines Dr. Tom Ryan von der anthropo-
zwangsläufig etwas Schlechtes. Solange eine solche Intention logischen Fakultät der Waikato-Universität (Hamilton, Neu-
das akademische Niveau nicht beeinträchtigt, ist sie völlig le- seeland) vermutlich der fragwürdigste war. Dr. Ryan stellte
gitim. Schließlich braucht jeder Wissenschaftler eine Motiva- sich grundsätzlich hinter Matthews, da es moralisch anstößig
tion, um Recherchen zu seinem Thema anzustellen, die oft sei, Dr. Hayward oder Dr. Fudge zu unterstützen; dies bedeu-
reichlich anstrengend sind, und die Liebe zur wissenschaftli- te nämlich, indirekt Wasser auf die Mühlen der “internationa-
chen Exaktheit allein ist meist nur einer unter mehreren Be- len Holocaust-Leugnungsbewegung zu leiten”. Er rief auch
weggründen, die ihn beflügeln. Sehr oft spielen auch Ehrgeiz dazu auf, Hayward “nicht länger als unschuldigen Märtyrer”
und Stolz, aber auch das Streben nach materiellen Gütern darzustellen, der “Opfer irgendeiner großen jüdischen Ver-
mit, und sobald wir uns den Geisteswissenschaften zuwen- schwörung” sei.
den, spielen ideologische Ansichten fast unvermeidlich für Zunächst sei betont, daß man sich keine unwissenschaftliche-
die meisten Teilnehmer an einer Kontroverse eine nicht zu re Einstellung denken kann als eine, die nach einer Zensur
unterschätzende Rolle, mögen sie sich dessen nun bewußt gewisser Ansichten ruft, weil diese angeblich einem politi-
sein oder nicht. schen Feind dient. Dies ist ein Totalitarismus, der an den Sta-
Man kann nur den Kopf schütteln, wenn man sieht, wie Prof. linismus gemahnt. Dr. Ryan offenbart hier, daß er überhaupt
Evans und seine Freunde hinter jedem Voll- oder Halbrevi- keinen wissenschaftlichen oder akademischen Standard aner-
sionisten einen Antisemiten und Neonazi wittern, während kennt. Das unerklärliche, lächerliche Benehmen von Leuten
sie ihrerseits die Revisionisten und ihre Verteidiger als wie Dr. Ryan und Konsorten hilft dem Revisionismus viel
“Paranoiker” schmähen, die hinter den Handlungen ihrer mehr bei der Entlarvung dieser Gelehrten als die Heuchler,
Gegner und Unterdrücker stets linksradikale und/oder jü- die sie sind, als es die Schriften eines Dr. Hayward und eines
disch-zionistische Motive orteten! Tatsache ist, daß nicht Dr. Fudge vermögen.
wenige Vertreter auf beiden Seiten eine spiegelsymmetrische Kommen wir zum nächsten Punkt. Wenn Hayward “nicht un-
Paranoia entwickelt haben, mit der sie die jeweils andere Sei- schuldig” ist, wie Dr. Ryan unterstellt, wo, bitte schön, ist
te inverser Motive verdächtigen. Im Gegensatz zu renom- dann der Beweis für seine Schuld? Alles, was man ihm vor-
mierten anti-revisionistischen Autoren wie Evans lassen sich werfen kann, ist, daß er es nicht besser wußte, als er seine
jedoch renommierte revisionistische Autoren nicht auf das Magisterarbeit schrieb. Doch dies gilt für alle Historiker zum
Niveau herab, Tinte und Papier für solche antiwissenschaftli- Zeitpunkt, an dem sie die Ergebnisse ihrer Forschungsarbei-
chen, politisch-persönlichen Attacken zu verschwenden. ten zu Papier bringen. Wir sind unserer Natur nach fehlbar.
So bedauerlich die Emotionen sowie die sich daraus erge- Wenn dies eine Schuld ist, die nach Strafe ruft, dann scheint
benden Voreingenommenheiten auch sein mögen, die oft mit es mir, Dr. Ryan sollte bei sich selbst anfangen und sich je-
ideologisch heißen Themen wie dem “Holocaust” verbunden den Morgen vor dem Spiegel auspeitschen, ehe er mit dem
sind – einen Vorteil haben sie durchaus. Ich meine hier die Finger auf andere zeigt.
Hartnäckigkeit, mit der beide Seiten die Richtigkeit ihrer Die Reihe ist nun wieder an den “etablierten” Historikern –
Auffassung zu beweisen trachten. Es gibt vielleicht kein ein- sollen sie doch versuchen, uns Revisionisten in die Defensive
ziges anderes Gebiet der Geschichtsschreibung, auf dem so- zurückzudrängen! Und wir Revisionisten werden das Feuer
viel Forschungsarbeit geleistet wurde und immer noch gelei- ganz bestimmt am Kochen halten, damit die Gegenseite nicht
stet wird. Keine andere Provinzstadt in der Geschichte der zur Ruhe kommt.
Menschheit hat die Historiker so beschäftigt wie Auschwitz. Wenn wir hier Dr. Fudges Verteidigung der akademischen
Ob es Prof. Evans nun in den Kram paßt oder nicht: ohne die Freiheit Dr. Haywards publizieren, dann nicht zuletzt darum,
Revisionisten, die unablässig Antworten auf ihre unbeque- weil wir dadurch die akademische Freiheit eines jeden ver-
men Fragen fordern, wäre der ganze Fortschritt der letzten teidigen und wir es als unsere Pflicht ansehen, eine Lanze zu
drei Jahrzehnte nicht erzielt worden, mögen Evans und seine brechen für das fundamentale Menschenrecht auf Zweifel.
Freunde auch verbissen versuchen, revisionistische For- Die akademische Freiheit erfordert es, daß in einer wissen-
schungen sowie jegliche Berichterstattung darüber zu unter- schaftlichen Arbeit jede beliebige Ausgangsthese verfochten
binden. Weder Prof. Evans’ eigene Werke noch jene einer werden darf – sogar jene, daß es den “Holocaust” nicht
Deborah Lipstadt, eines Jean-Claude Pressac, eines Michael gab -, und daß keine andere Macht als die Macht der Bewei-
Shermer, eines Wolfgang Benz und eines Robert Jan van Pelt se uns je zwingen darf, bestimmte Schlußfolgerungen zu zie-
– um nur einige zu nennen – würden ohne die revisionisti- hen. Und wenn die Beweise dafür sprechen, daß es keinen
schen Schriften existieren, haben diese doch den Anstoß zu “Holocaust” gab, dann nehme man dies hin. Die Erde wird
all diesen Werken mit ihren Erkenntnissen (falls sie über- sich trotzdem weiterhin um die Sonne drehen.
haupt solche enthalten…) und ihren Vorurteilen gegeben. Prof. Evans und mit ihm Herr Matthews meinen, für eine sol-
Man wird also sagen dürfen, daß eine Intention, die so gut che These dürfe es an Universitäten keinen Raum geben. Es
wie immer mit einer gewissen Voreingenommenheit Hand in trifft zwar zu, daß niemand Joel Hayward und Dr. Fudge ver-
Hand geht, die hauptsächliche treibende Kraft hinter der bot, ihre Schriften zu veröffentlichen, doch ist dies nicht der
“Holocaust”-Forschung hüben und drüben ist. Wer aber springende Punkt. Das von der Canterbury-Universität aus-

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gesendete Signal war anderer Art: Sollte irgendein Wissen- Menschenwürde, denn was uns am klarsten von der Tierwelt
schaftler es je wagen, zu Schlußfolgerungen zu gelangen, die trennt, ist, daß wir unsere Sinneseindrücke nicht als selbst-
bestimmten Mächten – an der Universität oder in der Regie- verständlich hinnehmen, sondern die Fähigkeit besitzen, sie
rung – zuwider sind, riskiert er, seinen Ruf und seinen aka- zu bezweifeln und in Frage zu stellen. In diesem Sinne ist
demischen Grad zu verlieren (oder, wenn er noch keinen be- Revisionismus die menschlichste aller Aktivitäten. Den Revi-
sitzt, niemals einen zu erwerben). Wird es aber erst einmal sionismus zu verbieten oder zu ächten, kommt deshalb einem
akzeptiert, daß die Unterdrückung revisionistischer Ansich- Verbot oder einer Ächtung des Menschseins gleich.
ten auf akademischer Ebene zulässig ist, dann stehen der Re-
gierung Tür und Tor zur Einführung gesetzlicher Unterdrük- Anmerkungen
kungsmaßnahmen offen. Wohin dies letztendlich führt, sieht 1
“Academic Freedom must apply to all,” The Dominion Post, 4. Septem-
man in manchen europäischen Staaten, wo Menschen mit ber 2003; “History Lessons,” The Press, 3. September 2003.
2
abweichenden Ansichten zum “Holocaust” ins Gefängnis “Expert Report by Professor Richard Evans”, Royal Courts of Justice,
geworfen werden, ohne sich verteidigen zu dürfen.3 Strand, London, David John Cawdell Irving vs. (1) Penguin Books Lim-
ited, (2) Deborah E. Lipstadt, Ref. 1996 I. No. 113. Evans bezieht sich
Das Vorgehen der Canterbury-Universität läuft darauf hin- auf Mattognos Artikel “The Myth of the Extermination of the Jews”, The
aus, Forscher dafür zu bestrafen, daß sie zu unwillkommenen Journal of Historical Review, Band. 8 (1988), S 133-72 und 261-302, nur
Schlüssen gelangen. Gewinnt eine solche Einstellung an Bo- weil im Titel das Wort “Mythos” vorkommt.
3
den, so ist das Todesurteil für die Wissenschaft gesprochen. Man vergleiche hierzu meinen Artikel “Discovering Absurdistan”, The
Und nicht genug damit: Verbietet man uns zu zweifeln und Revisionist, 1(2) (2003), S. 203-219.
Fragen zu stellen, so verweigert man uns unsere elementarste

Joel Haywards Schicksal in Neuseelands Händen:


vom Holocaust-Historiker zum Holocaust?
Von Thomas A. Fudge
In den letzten drei Jahren haben Zeitungen, nationale Zeit- Beifall aus. Andere bedauerten den Verlust, den die Akade-
schriften sowie Fernsehprogramme in unregelmäßigen Ab- mie dadurch erlitten habe, und äußerten sich beispielsweise
ständen über die Joel-Hayward-Affäre berichtet – die Ge- wie folgt: “Schande über die Gelehrtenschaft, die sich nicht
schichte eines neuseeländischen Studenten, der eine umstrit- hinter die notwendigen Freiheiten der Universitäten gestellt
tene Magisterarbeit geschrieben hat. Angefochtene Studien hat”.3 Was veranlaßte Hayward anderthalb Jahre nach der
und fragwürdige Schlußfolgerungen sind heutzutage an den “Hayward-Affäre” dazu, noch am Anfang einer womöglich
Universitäten nichts Besonderes, doch Haywards unveröf- vielversprechenden Karriere gewissermaßen akademischen
fentlichtes, zu seiner Studentenzeit verfaßtes Werk scheint Selbstmord zu begehen? Worum es bei der sogenannten
noch heute, zehn Jahre später, ungewöhnliches und kaum ab- “Hayward-Affäre” wirklich ging, soll im folgenden kurz dar-
flauendes Interesse zu erwecken. gelegt werden.
Gegen Ende 2002 brachte der neuseeländische Listener einen 1993 verlieh die Canterbury-Universität Hayward den Magi-
“Sonderreport” über das, was man gemeinhin als “Holocaust- stergrad mit der Note “sehr gut” für eine Studie über die Dar-
Leugnung” zu bezeichnen pflegt.1 Auf S. 28 prangende, ein- stellung des Holocaust in der Geschichtsschreibung. Später
ander gegenüberliegende Fotos von David Irving, Adolf Hit- verfaßte Hayward eine Doktorarbeit, und 1996 wurde er zum
ler und Joel Hayward sprachen Bände über die Stoßrichtung Lektor an der Massey-Universität ernannt. Ende 1999 wurde
dieses Artikels. Als man dessen Verfasser Philip Matthews seine Magisterarbeit zur Zielscheibe öffentlicher Angriffe.
fragte, weswegen er einen neuen Beitrag über Hayward pu- Der Zentralrat der neuseeländischen Juden unterstellte, die
bliziert habe, entgegnete er, es sei schon eine Weile nichts Schrift stelle historischen Revisionismus und damit Holo-
mehr über diesen erschienen. Im betreffenden Listener- caust-Leugnung dar, und forderte die Canterbury-Universität
Artikel stand kaum etwas Neues oder Relevantes, so daß man auf, Hayward den Magistergrad abzuerkennen.4
sich mit Fug und Recht fragen kann, wozu das Ganze gut Hayward hat sich mehrfach für jede Form von Kummer und
sein sollte. Fördert die Canterbury-Universität Holocaust- Seelenleid entschuldigt, die seine Arbeit möglicherweise aus-
Leugnung? Die Antwort der Universität lautet nein.2 Ist gelöst haben könnte, und erklärte sich mit dem außergewöhn-
Hayward ein Leugner? Er verneint diese Frage. Stellt seine lichen Schritt einverstanden, seine Studie mit einem Anhang
Magisterarbeit Holocaust-Leugnung dar? Seine Kritiker sa- zu versehen, in dem seine Schlußfolgerungen modifiziert
gen ja (freilich oft, ohne sie gelesen zu haben), während an- wurden; ferner arbeitete er mit der im folgenden eingesetzten
dere (die sie gelesen haben) mit nein antworten. Untersuchungskommission zusammen und unterließ allem
Anschein nach nichts, um sich von der Holocaust-Leugnung
Die Fakten zu distanzieren.5 Die Untersuchungskommission war von der
Im Juni 2002 trat Joel Hayward von seiner Stellung als Ge- Universität unter Druck einberufen worden, um die gegen die
schichtslektor an der Massey-Universität zurück, wo er als Magisterarbeit erhobenen Vorwürfe unter die Lupe zu neh-
tüchtige Lehrkraft und produktiver Wissenschaftler Wert- men.6 Sie bestand aus dem pensionierten Angehörigen des
schätzung genossen hatte. Sein Rücktritt löste bei manchen Obersten Gerichts Sir Ian Barker, der Universitätsprofessorin

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Ann Trotter sowie Professor Stuart Macintyre und war damit der um das eine noch um das andere. Einer seiner Kritiker
beauftragt, die Sache zu ergründen und Empfehlungen abzu- meinte, akademische Freiheit könne “nicht ohne akademische
geben.7 Die Kommission verfaßte ein langes Gutachten, in Verantwortung existieren”.13 Doch wurde von Juristenseite
dem sie zum Schluß gelangte, die Hayward-Studie sei mit die Auffassung verfochten, die bei der Hayward-Affäre an-
“ernstlichen Mängeln” behaftet und Hayward hätte gut daran gewandte Interpretation der akademischen Freiheit biete nur
getan, “sich auf einem dermaßen umstrittenen Gebiet jegli- ein “sehr begrenztes Recht auf akademische Freiheit”.14
chen Versuchs eines Werturteils zu enthalten…”8 Freilich Bannerträger der akademischen Freiheit beharren darauf, daß
ging sie keinesfalls so weit, der Universität die Aberkennung die Universitäten Stätten der Weisheit und Gelehrsamkeit
des Magistergrads für Hayward zu empfehlen, und stellte sein und daß die Studenten dort studieren und auswählen
sich auch nicht hinter die Anschuldigungen, Haywards Ar- sollten. Der Begriff akademische Freiheit setzt voraus, daß es
gumentation sei rassistisch oder ihr lägen unlautere Motive keine Tabuthemen und keine der Forschung verbotene Zonen
zugrunde. Die im Kommissionsgutachten vertretene Auffas- geben darf.15 Die ganze Hysterie um diese obskure Magister-
sung, die Magisterarbeit habe keine so hohe Benotung ver- arbeit paßt herzlich schlecht zu der von den akademischen
dient, wurde in den Medien genüßlich ausgeschlachtet, doch Bibliotheken Neuseelands vertretenen Position. Offizielle
nicht weniger als sechs amtierende oder pensionierende Mit- Stellungnahmen lauten wie folgt: “Kein Material darf… auf-
glieder der historischen Abteilung beharrten auf ihrer Auffas- grund der Ansichten des jeweiligen Verfassers aus den Bi-
sung, daß es sich um eine erstklassige Arbeit gehandelt habe. bliotheken ausgeschlossen werden… [und] kein Material darf
Obgleich mit dem Kommissionsgutachten und seiner weitge- zensiert, Einschränkungen unterworfen oder aus den Biblio-
henden Entlastung Haywards die Sache erledigt schien, er- theken entfernt werden, weil sich irgendwelche Interessen-
hielt der junge Historiker in den Jahren 2000, 2001 und 2002 gruppen oder Vertreter gewisser Weltanschauungen positiv
Hunderte von Briefen und Emails mit wüsten Beschimpfun- oder negativ dazu äußern.”16
gen sowie beleidigende Telefonanrufe; gegen ihn, seine Frau Auch international bekannte Intellektuelle haben das Recht
und seine kleinen Kinder wurden Drohungen ausgestoßen, an von Dissidenten verteidigt, Dinge zu sagen, mit denen sie
der Massey-Universität wurde ein regelrechtes Kesseltreiben selbst nicht einverstanden sind. Noam Chomsky plädierte für
gegen ihn veranstaltet, und die Medien schwärzten ihn immer das Recht des “Holocaust-Leugners” Robert Faurisson, aus-
wieder an.9 Seit seinem Rücktritt als Lektor ist es ihm nicht zusprechen, was er über “zionistische Lügen” dachte.17 Raul
gelungen, irgendwelche seiner Arbeiten zu publizieren oder Hilberg erhob Einwände, als St. Martin’s Press den Vertrag
eine neue Stelle zu finden. Unter diesen Umständen geht es mit David Irving zur Veröffentlichung seines Buchs über
um mehr als um wirkliche oder vorgetäuschte Besorgnis über Goebbels kündigte; er meinte: “Wenn diese Leute sprechen
eine angeblich mangelhafte unveröffentlichte Magisterarbeit. wollen, so soll man es ihnen erlauben…Ich bin nicht für Ta-
Stehen letzten Endes gar akademische Werte und die For- bus und für Repression.”18 Universitäten und andere höhere
schungsfreiheit auf dem Spiel? Lehreinrichtungen werden als Märkte zum Austausch
Die Feindschaft gegen Hayward flammte nicht erst 1999, von Ideen, als Diskussionsforen, als Hochburgen kritischen
sondern mehrere Jahre davor auf.10 Das Thema seiner Magi- Denkens und ehrlicher Forschung sowie als der Ort schlecht-
sterarbeit war schon ein heißes Eisen, ehe er sie zu Papier hin betrachtet, wo man den Status quo hinterfragen darf.19
brachte, und es fehlte bereits damals nicht an unverhohlenen Wer so argumentiert, für den war die Hayward-Magisterar-
Versuchen, Hayward zu zensieren.11 Dieser war sich all des- beit eine legitime Inanspruchnahme der akademischen Frei-
sen sehr wohl bewußt und ordnete unmittelbar nach der Be- heit. Andere argumentieren, Hayward habe sich einfach ge-
notung seiner Magisterarbeit an, diese für drei Jahre im Gift- irrt, seine Schlüsse seien falsch, seine Methodologie verkehrt,
schrank verschwinden zu lassen. Nach Ablauf dieser Frist und seine ganze Magisterarbeit nichts als eine bewußte Ver-
ließ er die Universitätsbibliothek wissen, seine Studie dürfe letzung wissenschaftlicher Standards. Angesichts dieser ex-
nur Forschern zur Verfügung gestellt werden. Die Bibliothek tremen Positionen mag man fragen, ob es bei der Hayward-
antwortete, sie habe entschieden, die Arbeit auch weiterhin Affäre letzten Endes wirklich nur um die Wahrheit und
im Giftschrank zu belassen, und bis Januar 1999 dürfe sie nur nichts als die Wahrheit geht. Weist sie auf wesentliche
mit Haywards ausdrücklicher Zustimmung eingesehen wer- Schwachpunkte unseres Ausbildungswesens hin? Rührt sie
den.12 Fast unmittelbar anschließend wurden Unterstellungen vielleicht an die Frage der Verantwortung an unseren Hoch-
über seine angebliche “Holocaust-Leugnung” laut. Daß je- schulen? Oder wurden hier die Grenzen der Toleranz in der
mand schon so rasch Einsicht in die Schrift genommen hat, neuseeländischen Gesellschaft auf die Probe gestellt?
scheint ein recht unwahrscheinlicher Zufall. Die weiteren So wie es keinen absolut freien Markt gibt, bewegt sich auch
Entwicklungen bewiesen, daß es triftige Gründe dafür gege- die akademische “Freiheit” innerhalb gewisser Grenzen, die
ben hatte, die Arbeit der Öffentlichkeit unzugänglich zu ma- teils durch nicht-akademische Faktoren bedingt sind. Hoch-
chen. Hatte Hayward etwa Dinge geschrieben, von denen er gestellte Akademiker an den neuseeländischen Universitäten
wußte, daß sie verwerflich waren? Die von Barker geleitete nehmen oft Rücksicht auf die öffentliche Meinung und auf
Kommission hatte keinerlei Beweise dafür vorgefunden, daß politische Modeströmungen. Es kann vorkommen, daß sie es
Hayward unlauter gehandelt oder bewußt Fakten unter den Postgraduierten nahelegen, die Finger von gewissen Themen
Tisch gekehrt hätte. War die Empörung über die Magisterar- zu lassen. Dann gibt es andere Gebiete, deren Untersuchung
beit vielleicht nur ein Vorwand für Angriffe auf Hayward? zwar erlaubt ist oder sogar ermuntert wird, bei denen es je-
doch ratsam ist, bei der Anführung gewisser Argumente, der
Akademische Werte Vorlegung gewisser Beweise und der Ziehung gewisser
Einer der Faktoren, welche die Hayward-Affäre so komplex Schlußfolgerungen Zurückhaltung zu üben. Dies gilt nament-
machen, ist ihr offensichtlicher Zusammenhang mit den lich für Themenkreise, bei denen zeitgenössische politische
Themen der akademischen Freiheit sowie geistigen Mode- oder ethische Fragen zur Debatte stehen. Manche Leute be-
strömungen. Haywards Verleumder behaupten, es gehe we- trachten solcherlei Einschränkungen nicht als problematisch,

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sondern ganz im Gegenteil als lobenswert.20 Der Holocaust lösung” erteilt hätte. Daß Hitler Antisemit war, wird nie-
an den Juden gehört zu jenen heiklen Themen, bei denen ge- mand ernstlich bestreiten wollen. Daß er die Unterwerfung
wisse Überzeugungen so sehr in Mode sind, daß man sie – der Juden anstrebte, steht ebenfalls außer Frage. Beides hebt
intellektuelle Erwägungen hin oder her – schlechthin nicht in Hayward klar hervor. Daß Hitler einen Befehl zur Ausrottung
Frage stellen darf. Die Hayward-Affäre bewog einen Kom- der Juden erlassen hat, läßt sich nicht nachweisen.27
mentator zu folgendem Ausspruch: “…zumindest in unserem Zweitens erklärt sich Hayward mit der These einverstanden,
Lande kollidiert jeder, der überkommene Vorstellungen vom daß Millionen von Juden in den Verheerungen des Zweiten
Holocaust hinterfragen möchte, mit allgemein akzeptierten Weltkriegs umgekommen sind.28 Er betrachtet die Sechsmil-
‘Wahrheitsstandards’”.21 Die Gefahr bei diesem Denken liegt lionenziffer als symbolisch und meint, sie sei nicht dokumen-
in der Zwiespältigkeit des Begriffs “Wahrheitsstandard”. Be- tarisch beweisbar. Es gibt keine zuverlässigen oder umfas-
deutet dieser Ausdruck “Standards bei der Feststellung der senden Unterlagen, die es ermöglichen würden, die genaue
Wahrheit” oder “Aussagen, von denen behauptet sind, sie Zahl der während der NS-Zeit Umgekommenen zu ermitteln.
seien wahr”? Manche beharren darauf, daß die religiöse Be- Alle Berechnungen sind unter diesen Umständen nichts wei-
deutung des Holocaust der Offenbarung Jahwes gegenüber ter als Schätzungen, die unvermeidlicherweise weit ausein-
Moses am Berge Sinai gleichzusetzen sei.22 Ist dies ein anderklaffen.29 Die traditionelle Ziffer von “11 Millionen
“Wahrheitsstandard”? Nazi-Mordopfern” (Juden und Nichtjuden zusammen) ist im
Grunde eine Erfindung des berühmten “Nazijägers” Simon
Was hat Hayward gesagt? Wiesenthal. In der Holocaust-Geschichtsschreibung hat diese
Der Kern der Kontroverse scheint darin zu liegen, daß Hay- spekulative Zahl beinahe schon kanonischen Status erlangt.30
ward nach Ansicht seiner Kritiker wohldokumentierte Fakten 1986 erklärte Shmuel Krakowski, damaliger Direktor des Ar-
über den Holocaust nicht anerkannte.23 In seiner Magisterar- chivs von Yad Vashem, Jerusalem, wo sich das internationale
beit untersuchte er die Schriften einiger Zentrum für Holocaust-Dokumentation
jener Verfasser, welche die – in den befindet, in einem Gespräch mit der Je-
letzten dreißig Jahren zu einem bedeut- rusalem Post, von den 20.000 ihm zur
samen politischen Faktor gewordene – Verfügung stehenden Aussagen angeb-
Holocaust-Industrie kritisieren.24 Ganz licher “Holocaust-Überlebender” seien
abgesehen von der Frage, ob Haywards die meisten unglaubhaft, betrügerisch,
Schlußfolgerungen wirklich so außer- unbeweisbar oder zumindest teilweise
gewöhnlich waren – ist es nicht die falsch.31 Obgleich diese Aussage we-
Pflicht der Universitäten und der For- nigstens ebenso “revisionistisch” ist
scher, überkommene Vorstellungen zu wie die schärfsten Passagen in Hay-
überdenken? Die moderne Philosophie wards Magisterarbeit, gilt Krakowski
lehrt, daß alle Theorien, die es wert nicht als Holocaust-Leugner. Wiesent-
sind, verteidigt zu werden, immer wie- hal gibt zu, daß er Zahlen erfunden hat,
der neu überprüft und getestet werden doch dreht ihm anscheinend niemand
müssen. In seiner Magisterarbeit mit einen Strick daraus; Hayward hat ledig-
dem Titel “The Fate of Jews in German lich andere in den Raum gestellte Zah-
Hands: A Historical Enquiry into the len hinterfragt und wurde deswegen in
Development and Significance of Ho- Acht und Bann getan.
locaust Revisionism” (“Das Schicksal Drittens galt es früher als ausgemacht,
der Juden in deutscher Hand. Eine hi- daß Juden in Konzentrationslagern des
storische Untersuchung über die Ent- Listener, 20. September 2003, S. 26 Altreichs massenhaft vergast worden
wicklung und Bedeutung des Holocaust-Revisionismus”) seien. Diese Hypothese ist inzwischen von den meisten Hi-
setzte sich Hayward mit der Geschichtsschreibung über den storikern des Zweiten Weltkriegs über Bord geworfen wor-
Holocaust auseinander, insbesondere mit jenem Zweig da- den, ohne daß man diese der Holocaust-Leugnung bezichtig-
von, der als revisionistisch betrachtet wird.25 Er gelangte zum te.32
Schluß, ein Teil der revisionistischen Literatur verdiene keine (Siehe hierzu die hier abgebildete Karte, auf der ein Unter-
ausführliche wissenschaftliche Untersuchung.26 Andere schied zwischen “Todeslagern” (d.h. Vernichtungslagern)
Schriften derselben Richtung stufte er hingegen als wichtig und “Konzentrationslagern” gemacht wird). Die Beweise für
und respektabel ein. Er zog drei hauptsächliche Schlußfolge- den Einsatz von Gaskammern in Lagern auf polnischem Ter-
rungen aus der Geschichtsschreibung, dem vorhandenen hi- ritorium sind stärker. Hayward stützte sich auf eine gewisse
storischen Beweismaterial und seinen eigenen Betrachtun- (heutzutage als höchst strittig oder widerlegt geltende) Stu-
gen: Erstens, daß es keinen unanfechtbaren Beweis für einen die, um das Ausmaß der Tötungen durch Gas in diesen polni-
persönlichen Befehl Adolf Hitlers zur physischen Ausrottung schen Lagern in Frage zu stellen, und wegen seiner skepti-
der Juden gegeben habe; zweitens, daß es unmöglich sei, die schen Haltung etikettierte man ihn als “Holocaust-Leugner”,
Zahl der getöteten Juden zu ermitteln; drittens, daß es in obschon er unmißverständlich aussagt, unter der NS-Regie-
Konzentrationslagern auf europäischem Boden keinen syste- rung hätten Millionen von Juden durch verschiedene Ursa-
matischen Einsatz von Gaskammern zur Ermordung von Ju- chen den Tod gefunden.33 Er warf lediglich die Frage auf,
den gegeben habe. Machen diese Schlußfolgerungen Hay- wie viele davon in Gaskammern umgekommen seien. Doch
ward zum “Holocaust-Leugner”? manche seiner Kritiker behaupteten, er habe die Existenz von
Die Behauptung, dem sei in der Tat so, läßt sich leicht nach- Gaskammern vollständig abgestritten.34
prüfen. Erstens ist nie ein Dokument vorgefunden worden, Daß die jüdische Bevölkerungsgruppe verschiedenen Dis-
dem sich entnehmen ließe, daß Hitler einen Befehl zur “End- kriminierungs- und Verfolgungsmaßnahmen unterworfen

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wurde, ist unbestritten, doch bedeutet dies keinesfalls, daß auch wenn er seit seiner Magisterarbeit keine Zeile mehr über
man diese Maßnahmen nicht in neuem Licht betrachten dürf- den Holocaust geschrieben hat.39
te. Aus diesem Grund besitzt weder diese Bevölkerungsgrup- Im Gegensatz zu vielen ehrgeizigen Jungakademikern hat
pe als Ganzes noch irgendeiner ihrer Vertreter einen An- Hayward keinerlei Versuch unternommen, seine Magister-
spruch auf Abschirmung vor einer sachlichen Untersuchung arbeit der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.40 Ebenso-
ihres Verfolgungsschicksals. Es trifft ferner nicht zu, daß das, wenig war diese ausschlaggebend für seine Anstellung als
was den Juden widerfuhr, sich fundamental von anderen Universitätslehrer. Ihre einzige Funktion bestand darin, ihm
Greueltaten unterscheidet, mögen deren Opfer nun Indianer die notwendigen Qualifikationen für die Abfassung einer
gewesen sein oder Afrikaner, Zigeuner, die “Hexen” im Eu- Doktorarbeit zu verleihen, die einem ganz anderen Thema
ropa der beginnenden Neuzeit, die bei den stalinistischen gewidmet war.
Säuberungen in der UdSSR Umgekommenen, Iraker in Sad- Urteilt man nach den Artikeln im The New Zealand Jewish
dam Husseins Händen, von Kreuzrittern gejagte Häretiker Chronicle, dem im Dezember 2000 von der Untersu-
oder jene Eingeborenenstämme, die im Verlauf der Ge- chungskommission veröffentlichten Gutachten sowie den in
schichte immer wieder verfolgt und dezimiert worden sind. den neuseeländischen Medien erschienenen Stellungnah-
Es besteht ein gewaltiger Unterschied zwischen Antisemitis- men, gewinnt man den Eindruck, bei der Hayward-Affäre
mus und durch Forschungen abgestützten Schlußfolgerun- handle es sich um nichts weiter als um einen simplen Fall
gen, die nicht den Werten, Ideen und Interpretationen semiti- von mangelhafter Forschung und inkompetenter Qualitäts-
scher Völkern und Kulturen entsprechen. kontrolle.41 Doch weist der Fall noch andere Facetten auf,
Unterschiedliche Deutungen sind nicht dasselbe wie Diskri- von denen nur selten oder gar nie die Rede war. Während
minierung. Landläufige Ansichten zu hinterfragen ist kein manche Kommentatoren die “mangelnde Ausgewogenheit”
Rassismus. Allgemein akzeptierte Auffassungen zu unter- in der Hayward-Affäre gerügt haben,42 taten andere das
stützen oder ihnen zu widersprechen kann deshalb, ganz un- Ganze einfach als “hysterische Hetzkampagne” ab.43 Daß
abhängig vom jeweiligen Thema, ipso facto nicht als kultu- die Medien kein Gras über die Sache wachsen lassen, be-
relle oder religiöse Gefühllosigkeit charakterisiert werden. weist, daß wichtige Aspekte unbekannt geblieben sind.
Auch jüdische Gemeinschaften sind alles andere als immun
gegen Intoleranz, Gewalttätigkeit und Mangel an Achtung Das Gutachten der Untersuchungskommission und die
gegenüber anderen Religionen. Die in der Heiligen Schrift Reaktionen darauf
geschilderten Eroberungsfeldzüge des Volkes Israel sind nur Im Dezember 2000 veröffentlichte die im April desselben
ein Beispiel unter vielen. Wer behauptet, der Holocaust sei Jahres von der Canterbury-Universität zwecks Überprüfung
gewissermaßen kulturell oder historisch einzigartig und ohne der Hayward-Magisterarbeit einberufene Untersuchungs-
Parallele, tut damit einfach eine Meinung kund, die weder kommission ihr Gutachten, das 296 Seiten plus Dokumenta-
verbindlich noch unbedingt überzeugend noch intellektuell tion umfaßte.44 Diese Expertise wurde von der Universitäts-
obligatorisch ist. Wer letzteres behauptet, begeht “intellektu- leitung entgegengenommen, und am 18. Dezember bestätigte
ellen Terrorismus”.35 Ein so definierter Holocaust hat weni- der Universitätsrat offiziell den Empfang.45 Allerdings war
ger mit der Geschichte zu tun als mit einem Mythos. Dies nicht jedermann mit dem Gutachten einverstanden. Mehrere
festzuhalten, stellt keinesfalls einen “totalen Verrat an der jü- namhafte Historiker der Canterbury-Universität stellten sich
dischen Geschichte” dar.36 Ob die Taten der Nationalsoziali- auf den Standpunkt, ihre Alma mater sei viel zu apologetisch
sten die “Banalität des Bösen” widerspiegelten oder ein kol- gewesen.46
lektives Bewußtsein, ist eine Frage für den Forscher, nicht Vincent Orange, Haywards Magistervater, focht zahlreiche
für den Gesetzgeber.37 Es mag gute Gründe dafür geben, wa- Schlußfolgerungen des Gutachtens an und kritisierte die Stel-
rum man Stanley Milgram einem Dani-
el Goldhagen vorzieht.38
Die Untersuchungskommission kam
zum Schluß, Hayward habe sich weder
des Rassismus oder Antisemitismus,
noch der bewußten Verfälschung von
Daten schuldig gemacht; freilich äußer-
te sie sich in ihrem Gutachten kritisch
über die Qualität der Studie Haywards
und befand, sie sei zu hoch benotet
worden. Dies änderte aber nichts daran,
daß die Magisterarbeit dieses ge-
schichtswissenschaftlichen Novizen
von Akademikern, Medienschaffenden
und einem erheblichen Teil der Bevöl-
kerung als Machwerk eines elenden
Scharlatans abgetan wurde, eines un-
redlichen Burschen, dem man keine
leicht beeinflußbaren jungen Menschen
als Studenten anvertrauen dürfe, dem
Arbeit zu verschaffen selbst außerhalb Häufig gezeigte Karte Deutschlands und Polens während des Zweiten Weltkriegs,
der Universität nicht ratsam sei und auf der nationalsozialistische Konzentrationslager sowie (angebliche) Vernichtungs-
dessen Schriften verboten gehörten, lager zu sehen sind.

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lungnahme von Richard Evans (siehe unten).47 Professor rigen geäußerten Bitten stattgaben, gegenüber den Medien
John Jensen von der Waikato-Universität weigerte sich eben- keine Stellungnahmen abzugeben und der Universitätsleitung
falls, die grundsätzliche Richtigkeit des Kommissionsgutach- die Verantwortung für die Kommentierung des Falls Hay-
tens anzuerkennen.48 Wieder andere Akademiker vertraten ward zu überlassen.57 Obwohl der Universitätsleitung das
die Meinung, die Schlußfolgerungen der Expertise seien “im Dossier zur Verfügung stand, zog sie es vor, von dessen Ver-
voraus festgelegt” gewesen, die Kommission habe ihre recht- öffentlichung Abstand zu nehmen. Aus diesem Grund war es
lichen Befugnisse überschritten, und die Canterbury- der Öffentlichkeit nicht vergönnt, sich durch einen Vergleich
Universität habe in einer Frage offiziell Stellung bezogen, der Standpunkte hüben und drüben ein ausgewogenes Bild
“die allem Anschein nach lediglich einzelne Akademiker be- von der Affäre zu machen.
trifft”.49 Die Barker-Kommission hatte sich stark auf eine Expertise
Im Februar 2001 setzte sich der Fachbereich Geschichte der von Richard J. Evans, Professor an der Universität Cam-
Canterbury-Universität mit dem Gutachten auseinander und bridge, gestützt, der vom Rat der Juden Neuseelands zur
gab anschließend bekannt, sie billige “im großen Ganzen die Kommentierung von Haywards Magisterarbeit aufgeboten
Empfehlungen der Barker-Kommission”.50 Die meisten, aber worden war.58 Der Judenrat hatte der Kommission ursprüng-
nicht alle der betreffenden Historiker stellten sich hinter diese lich eine vierzehnseitige Stellungnahme zu Haywards Magi-
zwiespältige Resolution. Neben Orange führten drei weitere sterarbeit zukommen lassen, in der er seiner Besorgnis Aus-
Angehörige der Abteilung Argumente gegen das Gutachten druck verlieh und konkrete Wünsche bezüglich der Untersu-
sowie die Stoßrichtung der Untersuchung ins Feld. Einer der chung äußerte.59 Er unterstellte, die Studie zeuge von Unehr-
Historiker bestand darauf, im Sitzungsprotokoll namentlich lichkeit, und forderte, Hayward solle der Magistergrad ent-
als Gegner sowohl des Gutachtens als auch der diesem sei- zogen werden; ferner verlangte er, die Canterbury-Univer-
tens der Abteilung gewährten Unterstützung genannt zu wer- sität müsse sich von ihrer Unterstützung der Studie distanzie-
den.51 ren, und deutete an, Haywards Schrift sollte aus der Universi-
Unter den Befürwortern der Resolution gab es etliche, die tätsbibliothek entfernt werden.60
freimütig einräumten, weder das Gutachten noch die Magi- Ermuntert durch seinen von den Medien weidlich ausge-
sterarbeit gelesen zu haben. Ein prominentes Abteilungsmit- schlachteten Sieg über David Irving (einen umstrittenen
glied argumentierte, es stehe den Historikern nicht an, Stel- Fachmann auf dem Gebiet der deutschen Geschichte der
lung gegen die Universität als Ganzes zu beziehen.52 dreißiger und vierziger Jahre) bei einem vielbeachteten Be-
Vincent Orange, der nicht an der Februarsitzung teilgenom- leidigungsprozeß in London, wo das Gericht Irving im April
men hatte, legte der Abteilung ein Dossier mit 31 Dokumen- 2000 der Verfälschung historischen Beweismaterials für
ten vor, dem er den Titel “A Case for the Defence of Dr. Joel schuldig befunden hatte, legte Evans ein 71-seitiges Gutach-
Hayward” (ungefährer Sinn: “Eine Lanze für Dr. Joel Hay- ten vor, in dem Haywards Magisterarbeit scharf verurteilt
ward”) gab.53 Das Dossier enthielt Stellungnahmen von Aka- wurde. Prof. Gerald Orchard, einer der angesehensten An-
demikern, welche die Hayward-Magisterarbeit gelesen hat- wälte Neuseelands, prangerte dieses Gutachten seinerseits
ten, ferner Dokumente, welche den Fall von einer anderen gegenüber der Untersuchungskommission als “feindselig”
Seite zeigten, sowie schließlich Material zu verwandten Fra- und Werk eines “voreingenommenen Parteigängers” an, der
gen. Die betreffenden Unterlagen waren bereits der Untersu- kein “objektiver Experte” sei. Er warf Evans Übertreibung,
chungskommission zur Verfügung gestellt worden, hatten je- Außerachtlassung von Fakten sowie verzerrte Darstellung
doch allem Anschein nach keinen nennenswerten Einfluß auf vor und meinte, man dürfe sich im Fall Hayward nicht auf
deren Schlußbericht ausgeübt.54 Orange hatte dieses Dossier Evans’ Meinung verlassen.61 Die Untersuchungskommission
aus drei Gründen erstellt: Erstens zu Händen der Untersu- anerkannte, daß Evans “allem Anschein nach nicht die von
chungskommission, zweitens als zusätzlichen Anhang zum einem als Zeugen aufgebotenen Fachmann verlangte Objek-
Kommissionsgutachten, um diesem größere Ausgewogenheit tivität an den Tag gelegt”, unerwünschte Unterstellungen
zu verleihen, sowie drittens zwecks Aufnahme in die Univer- vorgenommen und eine gegenüber Hayward “höchst feindse-
sitätsbibliothek, damit Dozenten oder Studenten, die sich zu- lige” Einstellung offenbart hatte. Sie behauptete, sich “red-
künftig mit der Hayward-Affäre beschäftigen würden, die lich darum bemüht” zu haben, “Prof. Evans’ Neigung zu ex-
Standpunkte beider Seiten kennenlernen konnten. Das Kom- tremen Formulierungen außer acht zu lassen”, anerkannte die
missionsgutachten ging nicht auf den Inhalt des Dossiers ein. Expertise jedoch trotzdem als ausschlaggebend an und schien
Oranges Bemühungen, sein Dossier als Anhang in das Gut- den im “Dossier der Verteidigung” enthaltenen dezidierten
achten aufnehmen zu lassen, schlugen fehl, und auch seine Erwiderungen auf den Evans-Bericht keine sonderliche Be-
anderen Ziele wurden nicht erreicht. Dies läßt die Behaup- achtung geschenkt zu haben.62 Angesichts der tiefgreifenden
tung der Kommission, sie habe “den vorliegenden Fall voll- Meinungsunterschiede zwischen den offiziellen Prüfern und
ständig und gewissenhaft untersucht”, in fragwürdigem Licht Benotern der Hayward-Studie (Orange und Jensen) auf der
erscheinen, ebenso wie den Kommentar des Vizerektors einen und Evans auf der anderen Seite war der Untersu-
Daryl LeGrew, laut dem das Kommissionsgutachten eine “of- chungskommission von Juristenseite nahegelegt worden, eine
fene und gründliche akademische Untersuchung” darstellte.55 Stellungnahme für diese oder jene Seite sei “eine Angelegen-
Warum wurde der Zugang zu all diesen Unterlagen den di- heit für kompetente Fachhistoriker”.63 Macintyre und Trotter
rekt an der Hayward-Affäre Beteiligten oder daran Interes- waren wohl Historiker, aber keine “kompetenten Fachhisto-
sierten nicht leichter gemacht?56 Es hätte Vincent Orange riker”. Solche wurden überhaupt nicht zu Rate gezogen.
sowie den anderen Lehrkräften an der Fachbereich Geschich- Warum verzichtete die Untersuchungskommission in dieser
te, die sich gegen die Vorwürfe des Rats der Neuseeländi- kritischen Phase auf einen solchen Schritt? Vincent Orange
schen Juden gewandt hatten, freigestanden, das Dossier auf und Joel Hayward hatten ihrerseits einen strategischen Irrtum
eigene Faust zu verteilen. Daß sie dies unterließen, lag an- begangen, als sie es unterließen, sich an einen Fachmann für
scheinend daran, daß sie wiederholt von Universitätsangehö- die Geschichte des Holocaust zu wenden und ihn mit der An-

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fertigung einer Expertise zu beauftragen. Anscheinend ka- promiß zu entschärfen: E gab dem Judenrat sowie Richard
men sie gar nicht auf den Gedanken, dies zu tun, und dieser Evans insofern recht, als es geltend machte, die Hayward-
Irrtum sollte sich für sie als kostspielig und langfristig ver- Studie enthalte ernsthafte Irrtümer, unterstellte jedoch nicht,
hängnisvoll erweisen. Daß die Untersuchungskommission sie sei unehrlich oder betrügerisch, oder Hayward verdiene
bereit war, die Expertise eines von den Hayward-Gegnern seinen Magistergrad nicht, oder ihm solle der Magistergrad
rekrutierten und als engagierter Gegner des Revisionismus entzogen werden, oder die Arbeit selbst solle aus den Biblio-
bekannten Fachmanns zu akzeptieren, ist merkwürdig und theken entfernt werden.67 Andererseits stellte die Kommissi-
läßt Zweifel an der Objektivität der ganzen Untersuchung on Hayward auch nicht den von ihm selbst sowie Orange er-
aufkeimen. hofften Persilschein aus und äußerte herbe Kritik am Prü-
Obwohl die Kommission Evans extreme Formulierungen fungsverfahren der Universität. Folglich waren beide Partei-
sowie seinen Mangel an Objektivität moniert hatte, anerkann- en verärgert; keine konnte behaupten, als Siegerin dazuste-
ten sowohl der Rat der Juden als auch die Kommission selbst hen, und die ganze Affäre schien allen Beteiligten nichts als
Evans als ansonsten untadeligen Zeugen. Evans ist ein aus- Ärger eingebrockt zu haben. Die Akademiker fühlten sich
gezeichneter Gelehrter, aber in Rezensionen seiner Bücher verraten, und der Judenrat hatte den Eindruck, seine Bemü-
wird ihm vorgeworfen, bisweilen “über das Ziel hinauszu- hungen seien fehlgeschlagen. Der offizielle jüdische Stand-
schießen”, sich “müßigen Spekulationen hinzugeben”, in punkt lautete dahingehend, daß das Resultat der Untersu-
manchen Fällen “die zur Diskussion stehenden Originalquel- chung unannehmbar sei.68 David Zwartz äußerte sich gegen-
len nicht studiert zu haben”, oft den Kern der Sache nicht zu über einer Zeitung wie folgt: “Wir müssen die Sache weiter-
treffen, zügellose Attacken gegen Andersdenkende zu reiten ziehen.”69
und oft Verwirrung an den Tag zu legen.64 Anders gesagt: Doch die Canterbury-Universität zeigte keine Bereitschaft,
auch nach Ansicht mancher seiner Gesinnungsgenossen setzt noch mehr Zeit und Geld in die Hayward-Affäre zu investie-
sich Richard Evans selbst über zahlreiche solide Prinzipien ren, da sie diese als abgeschlossen betrachtete.70 Da die Uni-
jener historischen Methodologie hinweg, deren Mißachtung versität ersichtlich nicht gewillt war, Hayward den Magister-
er Hayward angekreidet hat. grad zu entziehen, ihm einen weiteren Nasenstüber zu verset-
Evans läßt es auch in seiner Haltung gegenüber Wissen- zen, Vincent Orange (Haywards Magistervater, den manche
schaftlern, die sich nachweislich geirrt haben, an Konsequenz als den eigentlichen Verantwortlichen für die Studie betrach-
fehlen. In den achtziger Jahren entfachte das Buch eines jun- teten) an den Pranger zu stellen und die Suppe weiter am Ko-
gen Politologen, David Abraham, einen Skandal. Evans hatte chen zu halten, hätte man eigentlich annehmen müssen, die
es positiv rezensiert. Als sich herausstellte, daß Abraham Sache sei nun glücklich ausgestanden. Hayward unterrichtete
grobe Fehler begangen hatte, wurde er aus der Universität weiter an der Massey-Universität, und aus Pressemitteilungen
hinausgeekelt. Evans bezeichnete dies als durch und durch schien hervorzugehen, daß seine Stellung ungefährdet war
unfair, obgleich er selbst festhielt, das Buch strotze nur so und die Universität nicht beabsichtigte, ihn im Regen stehen
von Irrtümern und Abraham widerspreche bisweilen seinen zu lassen.71 Kurz und gut, man glaubte einen Schlußstrich un-
eigenen Thesen. “Ich persönlich bin der Meinung, daß Ab- ter die leidige Angelegenheit ziehen zu können.
raham zwar das Beweismaterial nicht absichtlich verfälscht Dem war aber nicht so. Es gab nämlich Leute, deren Leiden-
hat, jedoch außerordentlich nachlässig damit umgesprungen schaften durch die Affäre sowie deren Ausschlachtung in den
ist, weit nachlässiger, als es in einem seriösen wissenschaftli- Medien aufgeputscht worden waren, und diese Personen be-
chen Werk statthaft ist.” Nichtsdestoweniger schloß er: “Daß dienten sich unüblicher und höchst fragwürdiger Methoden,
Abraham keine Chance bekam, seine Fehler zu korrigieren… um ihrem Ingrimm Ausdruck zu verleihen. Anfang 2001 er-
war sicherlich falsch.”65 Zur Rechtfertigung dieses Urteils zi- hielt Hayward wütendere Schmähbriefe als je zuvor und wurde
tierte Evans den Fall von Lawrence Stone, dessen frühe Wer- außerdem mit obszönen Telefonanrufen belästigt. Mehr als ein
ke sich als durch und durch fehlerhaft erwiesen hatten und Jahr nach der Veröffentlichung des Kommissionsberichts wur-
der dann doch eine lange und produktive Karriere als hoch- den Morddrohungen gegen seine Kinder laut. Ab und zu ent-
geachteter Wissenschaftler machte; seine Erstlingswerke sind schuldigte er sich von neuem für jegliche unbeabsichtigte Kon-
so gut wie vergessen. Abrahams Thema war die Weimarer sequenzen seiner Magisterarbeit und versuchte, normal weiter-
Republik, Stones Spezialgebiet ist das England der Neuzeit. zuleben und weiterzuarbeiten. Da er sich verlacht und gedemü-
Die Hayward unterstellten Irrtümer waren weniger schwer- tigt fühlte und den Eindruck bekam, selbst unter seinen Kolle-
wiegend als die von Abraham begangenen, doch in seiner gen an der Massey-Universität schlage die Stimmung zu seinen
Expertise billigte Evans diesem jungen Historiker keine mil- Ungunsten um, waren seine Nerven der Belastung nicht ge-
dernden Umstände zu, schwieg sich über Haywards sonstige wachsen. Mehr als zwei Jahre lang mußte er ärztlich behandelt
Forschungen aus und äußerte sich über dessen Magisterarbeit werden.72 Er verlor jegliches Vertrauen zu den Universitäten
so, als sei diese der krönende Abschluß einer langen Karriere und kam zur Überzeugung, zumindest in Neuseeland seien die-
und keine Studie eines erst am Anfang seiner Laufbahn ste- se keine Stätten des freien Gedankenaustauschs mehr. Die viel-
henden Akademikers. Warum? Während Evans Hayward in gerühmte akademische Freiheit schien ihm nun eine bloße
Bausch und Bogen verurteilte und die Aberkennung seines Chimäre, die jederzeit opportunistischen Erwägungen geopfert
Magistergrads empfahl, äußerte er sich abermals zur Situati- werden konnte. Er war nun überzeugt, daß jene Ideale, die sei-
on Abrahams und kommentierte, dessen Schicksal sei ne Professoren und Lektoren an der Canterbury-Universität
“glücklicherweise ein außergewöhnlich seltener Fall”.”66 gepredigt hatten, nichts weiter als hohle Phrasen waren. Er
glaubte nicht mehr an die hochgepriesenen Ideale der Akade-
Unüberbrückbare Meinungsverschiedenheiten mie und betrachtete das Hochschulwesen als durch “Gleichgül-
Das Gutachten der Untersuchungskommission befriedigte tigkeit und moralische Feigheit” unheilbar verseucht.”73 Im
keine der beiden Seiten. Es macht den Anschein, als habe es Dezember 2001 fiel Hayward tiefen Depressionen anheim
von Anfang an das Ziel verfolgt, die Lage durch einen Kom- und kündigte seine Stelle an der Massey-Universität auf Juni

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2002. Die Alma mater unternahm offenbar keine Anstren- einen solchen Wirbel ausgelöst? Rechtfertigen die unterstell-
gungen, ihm in seiner schweren Lage beizustehen oder ihm ten (jedoch unbewiesenen) Mängel der Studie die ganzen
jene Unterstützung zu gewähren, welche bedrängten Lehr- Folgen – deren unautorisierte Kopie, eine in den Medien lär-
kräften üblicherweise zuteil wird. mig breitgetretene, aber gleichwohl nicht öffentliche Unter-
Die Massey-Universität war Hayward also glücklich los – suchung, ein landesweites Kesseltreiben, die Verhöhnung,
war die Affäre nun endlich ausgestanden? Von interessierten Demütigung und gesellschaftliche Ächtung eines zum Ab-
Kreisen wurde versucht, eine andere an der Canterbury- schuß freigegebenen jungen Historikers sowie den Ruin sei-
Universität verfaßte Studie mit der Holocaust-Leugnung so- ner Karriere? Wozu war all dies gut? Zu einem frühen Zeit-
wie mit Hayward in Verbindung zu bringen, doch diese Be- punkt wollten einige namhafte neuseeländische Akademiker
strebungen schlugen fehl.74 Hayward selbst standen freilich wissen, worum es eigentlich ging, und forderten eine Unter-
noch weitere unangenehme Überraschungen ins Haus. An- suchung der “Motive für solche Aktivitäten”.79 Nach den
fang Dezember 2002 teilte ihm HarperCollins, ein größerer letzten Medienkampagnen warf auch ein hochrangiger Ange-
internationaler Verlag, über seine Zweigstelle in Auckland stellter der Canterbury-Universität die Frage auf, wem es
mit, daß er von der Veröffentlichung eines Buches, an dem wohl dienlich sein könne, die Hayward-Affäre nicht zur Ru-
Hayward als Koautor beteiligt war, Abstand zu nehmen ge- he kommen zu lassen.80 Ein anderer Kommentator sprach
denke. Bei dem betreffenden Werk handelte es sich um eine Klartext: “Manche scheinen grimmig entschlossen zu sein,
Sammlung von Aufsätzen über die neuseeländischen Militär- sowohl Joels Karriere zu beenden als auch jegliche Untersu-
piloten.75 Das Buch war damals abgeschlossen und bereit chung der Fakten in bezug auf den Holocaust zu unterbin-
zum Druck. Hayward fiel aus allen Wolken und bat um eine den.”81 Die Folgen, die sich aus letzterem ergeben, sind laut
Erklärung. Schließlich scheint ein Sammelband über neusee- diesem Kritiker unkalkulierbar: Dogmatisches Festhalten an
ländische Militärpiloten ein unverfängliches Thema zu sein. der überkommenen Holocaust-Version “verstärkt und legiti-
HarperCollins teilte Hayward als Grund für den in letzter miert Engstirnigkeit, eine unrealistische Außenpolitik und
Minute gefaßten Entscheid lediglich mit, der Verlag sei auf- barbarisches Verhalten.”82
grund des negativen Medienrummels um Hayward unter be- Doch nicht genug damit: Warum verweigerte man es Joel
trächtlichen Druck gesetzt worden, nicht mit ihm zusammen- Hayward, zu Fragen zu publizieren oder auf Gebieten zu ar-
zuarbeiten.76 Es ging also längst nicht mehr nur um die Frage, beiten, die mit dem Forschungsgebiet seiner Magisterarbeit
ob eine Magisterarbeit ihrem Wesen nach ehrlich gewesen war nicht das geringste zu tun haben? Dies sind Fragen, welche
oder nicht. die Medien nicht gestellt haben. Verdienen sie eine Antwort?
Die Leute vom Verlag HarperCollins sind nicht die einzigen, Was genau ist unter Holocaust-Leugnung zu verstehen? Geht
die nichts mit Hayward zu tun haben wollen. Manche fürch- es einfach um die Frage, ob weniger als sechs Millionen Ju-
ten sich davor, mit ihm zusammen in einem Café gesehen zu den starben? Erstreckt sich die Definition auch auf jene, die
werden. Andere befürchten, an ihn gerichtete e-mails könn- Mitleid für die 1945 in Dresden umgekommenen Deutschen
ten überwacht werden, und der Kontakt mit ihm könne äußern? Und auf jene, welche die Zeugenaussagen der Über-
schwerwiegende Folgen für ihre eigene Karriere zeitigen. Sie lebenden kritisch hinterfragen, oder die meinen, auch andere
sprechen nicht mehr mit ihm, um nicht mit ihm in Verbin- Länder als Deutschland hätten Kriegsverbrechen begangen,
dung gebracht zu werden. Manche seiner früheren Mitarbei- oder die bestreiten, daß das jüdische Leiden während des
ter hegen die Besorgnis, ihre eigenen Arbeiten könnten auf Zweiten Weltkriegs etwas Einzigartiges war?83 Ist es antise-
“häretisches” Gedankengut zu Themen überprüft werden, bei mitisch, die Elemente des “heiligen Mythos” von der jüdi-
denen Gedankenfreiheit und geistige Unabhängigkeit uner- schen Geschichte der vierziger Jahre zu trennen? Ist es wirk-
wünscht sind. Hatte man dies alles schon vorausahnen kön- lich so unerträglich, wenn jemand bestreitet, daß der Holo-
nen, als die Untersuchungskommission ein Jahr zuvor ihr caust “nicht mit normalen geschichtlichen Maßstäben zu
Gutachten publizierte? messen ist”, daß er “das Ereignis schlechthin” oder “das Ge-
Kurz nach dem Schock, den die Absage von HarperCollins heimnis schlechthin” darstellt? Muß man denn unbedingt der
für ihn bedeutet hatte, wurde Hayward von Fonterra, einer Ansicht beipflichten, daß “jeder Überlebender mehr über das
großen Firma für Milchprodukte und Fleisch, angeheuert. Geschehene zu sagen hat als sämtliche Historiker zusam-
Seine Aufgabe sollte darin bestehen, die internationalen Mit- men”?84 Andererseits wird im Zusammenhang mit der heuti-
teilungen, Informationen und Ausbildungsdokumente der gen Lage im Nahen Osten oft auch von Antisemitismus ge-
Firma zu verfassen.77 Doch war sein erster Arbeitstag bei sprochen, wenn jemand Sympathie für die palästinensische
Fonterra zugleich auch schon sein letzter: Die Firma be- Sache äußert und meint, die Palästinenser sollten vielleicht
schloß, auf seine Dienste zu verzichten, nachdem man ihr zu territoriale Autonomie erhalten und nicht länger von Israel
verstehen gegeben hatte, daß mit seiner Anstellung erhebli- unterdrückt werden. Solche Argumente sind natürlich faden-
che Risiken verbunden seien.78 Stand diese Reaktion noch im scheinig und unsinnig, doch die Fesseln einer neuen Ortho-
Verhältnis zu einem Fehltritt, den Hayward angeblich zehn doxie lassen erkennen, daß die Universitäten die freie Unter-
Jahre früher begangen hatte? suchung gewisser Themen nicht zulassen können. Kann Mo-
ral denn so elastisch sein?
Warum kommt die Hayward-Affäre nicht zur Ruhe? Es gibt am Holocaust nichts Erbauliches, und die persönli-
Alle Entschuldigungen haben nichts gefruchtet. Die Kündi- chen Erfahrungen Joel Haywards, der auszog, um den Holo-
gung seiner Stelle an der Universität hat Hayward nicht aus caust zu erforschen, und dann zum Opfer eines persönlichen
der Schußlinie genommen. Passivität erwies sich ebensowe- Holocaust wurde, sind ebenso wenig erbaulich. Betrachtet
nig als Lösung, und die Affäre schwelt weiter. Eine Frage, man die Affäre in einem größeren Zusammenhang, so wird
der man keinerlei Aufmerksamkeit geschenkt hat, lautet wie es einem klar, daß es sich hier nicht bloß um einen “Sturm im
folgt: Weshalb hat die unveröffentlichte, im Giftschrank ver- Wasserglas” handelt.
borgen gehaltene Arbeit eines unerfahrenen Jungakademikers Warum läßt man kein Gras über den Fall Hayward wachsen?

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Will man einfach für Schlagzeilen sorgen? Steckt hinter dem 13
Universität, 25. September 2000, S. 3.
Ganzen nackte Bosheit? Haben wir es mit einer Hexenjagd “Eingabe an die Untersuchungskommission der Canterbury-Universität
zum Thema der Magisterarbeit Joel Haywards” seitens des Rats der Juden
zu tun? Die Hexenjäger im Europa der beginnenden Neuzeit Neuseelands, undatiert, Absatz 40, S. 8.
zeichneten sich durch Hartnäckigkeit, hohe Erfolgsquoten 14
L.L. Stevens, QC, “Memorandum für Angehörige der Untersuchungs-
und rücksichtslose Konsequenz bei der Durchführung ihres 15
kommission”, 15. September 2000, S. 15.
Programms aus. Können es sich ihre Nachfolger leisten, we- Teil XIV der Regelung über das Bildungswesen von 1989 unterstreicht
die grundlegenden Prinzipien der akademischen Freiheit. Sektion 161 (2)
niger wachsam zu sein? Gibt es in Neuseeland Großinquisito- legt fest, daß Studenten und Universitätslehrer im Rahmen des Gesetzes
ren? Ist Joel Hayward das Opfer von Ansichten, die jenen der die Freiheit genießen, allgemein anerkannte Ansichten zu hinterfragen
Hexenverfolger und Inquisitoren ähneln? Wenn ja, wie sollte und einer Prüfung zu unterziehen, neue Ideen vorzubringen sowie unpo-
puläre oder umstrittene Meinungen zu vertreten. Reprinted Statues of
die neuseeländische Gesellschaft darauf reagieren?85
New Zealand (Wellington: New Zealand Government, 1996), Band 34, S.
167. Andere einschlägige Gesetzeswerke umfassen den New Zealand Bill
Anmerkungen of Rights Act 1990, Section 14. Grant Huscroft und Paul Rishworth, Hg.,
Rights and Freedoms: The New Zealand Bill of Rights Act 1990 and the
Die Übersetzung aus dem Englischen besorgte Jürgen Graf. Human Rights Act 1993 (Wellington: Brooker’s, 1995). S. 500–504.
1
Philip Matthews, “In Denial: The continuing story of why a New Zealand 16
Stellungnahme des Council of the New Zealand Library Association, 15.
university refuses to dishonour thesis denying the Nazi Holocaust” Lis- Mai 1980. http://www.lianza.org.nz/censorshiS.htm, von Bibliotheksan-
tener (2–8 November 2002), S. 26–30. gestellten positiv kommentiert. Siehe z.B. John RedMaine, Brief an Daryl
2
“We do not endorse or in any way condone Holocaust revisionism…,” LeGrew, 20 April 2000.
Daryl LeGrew, Brief an die Angestellten der Universität, 20. April 2000, 17
Noam Chomsky, “The Faurisson Affair: His Right to Say It”, Nation (28
sowie “Audit pans thesis on Holocaust” The Press (21. Dezember 2000). Februar 1991), S .231. Chomsky ist ein namhafter jüdischer Intellektuel-
3
Tania Hinehou Butcher, “Relentless persecution of a respected academic” ler.
Manawatu Evening Standard (2. November 2002), S. 8. 18
Zitiert in D. D. Guttenplan, The Holocaust on Trial: History, Justice and
4
Dov Bing, Professor der Politologie an der Waikato-Universität, schlug the David Irving Libel Case, (London: Granta Books, 2001), S. 302. Hil-
bereits am 14. Dezember 1999 in einer Email an Vincent Orange Alarm. berg ist ein geachteter jüdischer Historiker.
Zu den Einzelheiten siehe The New Zealand Jewish Chronicle 56 (April 19
Diese Prinzipien werden zum Beispiel von Frank Haden hochgehalten,
2000), S. 1, 6. Der Rat der Juden Neuseelands beschaffte sich anschlie- “Holocaust denier should have freedom to upset”, Sunday Star-Times
ßend offizielle Universitätsdokumente, die es ihm ermöglichten, eine (21. Mai 2000), aber auch von Tim Darlington, “Politics has no place in
förmliche Stellungnahme zur Magisterarbeit abzugeben. David Zwartz thesis arguments”, Sunday Star Times (4. Juni 2000). Nach der Veröffent-
reichte bei Alan Hayward, dem Urkundenbeamten der Universität (er ist lichung des Kommissionsgutachten wurden Hayward-freundliche Leser-
nicht mit Joel Hayward verwandt), unter Berufung auf den Official In- briefe in The Press (21. Dezember 2000 sowie 26. Dezember 2000) ab-
formation Act 1982 am 4. April 2000 einen förmlichen Antrag auf Ein- gedruckt. Haywards Studenten stellten sich gleichfalls hinter diesen.
sicht in die Akten ein. Alan Hayward gab die Unterlagen nur teilweise “Backing for controversial ex-lecturer” Evening Standard (31. Oktober
frei. Auf Ersuchen des Rates der Juden Neuseelands setzte sich das Büro 2002).
des Ombudsmanns zweimal – am 19. Juni sowie am 14. Juli – wegen der- 20
Es gibt Akademiker, die anders denken. Einer davon ist Chris Connolly,
selben Dokumente mit Vincent Orange in Verbindung, doch lehnte Oran- “Submission on Joel Hayward’s Thesis” (undatiert, ca. Juli 2000): “Es ist
ge das Gesuch ab. In seiner Antwort vom 17. Juli 2000 erkundigte sich nicht unsere Aufgabe, die Geschichte auf dem Gebiet der postgraduierten
Orange hingegen, woher David Zwartz von der Existenz eines Briefes Studien zu ‘kastrieren’, indem wir Studenten produzieren, die vor jeder
wußte, den Orange am 21. April an den Kanzler der Universität geschrie- Kontroverse zurückschrecken.”
ben hatte. Ein Antrag auf Akteneinsicht wurde auch vom Rechtsbüro 21
“Submission to the University of Canterbury Working Party on the Joel
Macfarlane, Dougall, & Stringer gestellt, und zwar in einem Brief an Hayward MA Thesis” vom New Zealand Jewish Council, undatiert, Ab-
Gerald Orchard vom 9. August 2000. satz 23, S. 5.
5
The New Zealand Jewish Chronicle 56 (No. 6, 2000), S. 6; Sunday Star- 22
Elie Wiesel, “Words from a Witness,” Conservative Judaism 21 (Früh-
Times (28. Mai 2000); The Press (31. Mai 2000); Brief der Untersu- ling 1967), S. 43.
chungskommission an die Canterbury-Universität, 25. September 2000, 23
David Cohen, “Revisionist history casts campus shadow” The National
S. 29, passim; Listener (24. Juni 2000), S. 5–6; Listener (9. November Business Review (22. November 2002), S. 4.
2002), S. 8; Gutachten der Untersuchungskommission im Fall Joel Hay- 24
Dies ist ein unbestreitbares historisches, soziales und politisches Phäno-
ward (Canterbury-Universität, Dezember 2000), S. 34. men. Siehe z.B. seine gründliche und leidenschaftslose Behandlung bei
6
Dame Phyllis Guthardt, Kanzlerin der Canterbury-Universität, Brief an Peter Novick, The Holocaust in American Life (Boston: Houghton
Lehrkräfte der Universität, 20. April 2000; “Holocaust thesis investi- Mifflin Company, 1999) und Norman G. Finkelstein, The Holocaust In-
gated”, The Press (27. April 2000); “Former High Court judge to chair dustry: Reflections on the Exploitation of Jewish Suffering, (London:
Holocaust thesis inquiry”, The Press (16 Mai 2000). Verso, 2000).
7
Barker: Kanzler der Universität von Auckland von 1991 bis 1999 und ehe- 25
J.S.A. Hayward, “The Fate of Jews in German Hands: An Historical En-
maliger Oberrichter am obersten neuseeländischen Gericht; Trotter: Profes- quiry into the Development and Significance of Holocaust Revisionism,”
sor emeritus der Geschichte an der Otago-Universität; Macintyre: Ge- unveröffentlichte Magisterarbeit, University of Canterbury, 1993, 360
schichtsprofessor an der Universität Melbourne. Der Untersuchungskom- Seiten.
mission wurde vorgeschlagen, bei ihren Sitzungen Beobachter zuzulassen, 26
Hayward, “The Fate of Jews in German Hands,” passim, besonders S.
doch die Treffen fanden hinter verschlossenen Türen statt. 143–260.
8
Gutachten der Joel-Hayward-Untersuchungskommission, S. 86. 27
Siehe Christian Leitz, “Holocaust Research: The Current Position,” Hi-
9
Auf die negative Berichterstattung wird in den Anmerkungen zu diesem story Now 6 (1) Mai 2000, S. 28: “Die Suche nach einem schriftlichen
Artikel näher eingegangen. Beleidigende Telefonanrufe zwangen Hay- Hitler-Befehl wird weitergehen, so lange es in den Archiven Rußlands
ward mehrmals zu einer Änderung seiner privaten Telefonnummer, und und anderer Länder noch unerschlossene Dokumente aus dem Dritten
zu gewissen Zeiten wurde er tagtäglich mit Drohungen oder Schmähun- Reich gibt.”
gen per Email bedacht. Vincent Orange, Brief an Miles Fairburn, 10. Fe- 28
Hayward, “The Fate of Jews in German Hands,” S. 336.
bruar 2001. 29
Israel Gutman, Hg., Encyclopedia of the Holocaust, 4 Bände (New York:
10
Einzelheiten finden sich in verschiedenen Dokumenten und Briefen, z.B. Macmillan, 1990), Band. 4, S. 1797–1802 postuliert eine Opferzahl zwi-
Brief Joel Haywards an Vincent Orange, 22. April 2000; Brief W. David schen 5,6 und 5,9 Millionen, hält aber fest, diese Ziffern seien “Schät-
McIntyres an Alan Hayward, 25. Mai 1992; Brief Kingsley Mc Farlanes zungen”. Die Gesamtzahl der Opfer des Zweiten Weltkriegs wird allge-
an Alan Hayward, 5. Mai 1992; Brief Kingsley McFarlanes an Alan mein auf 50 bis 60 Millionen geschätzt.
Hayward, 9. September 1992; Brief Ian Catanachs an Vincent Orange, 5. 30
Yehuda Bauer, “Don’t resist: A Critique of Phillip Lopate,” Tikkun 4
Mai 1992; Gutachten der Untersuchungskommission im Fall Joel Hay- (May–June 1989) p.67.
ward, S. 17-19, 73. 31
Zitiert nach Barbara Amouyal, “Doubts over Evidence of Camp Survi-
11
Der Leiter des Fachbereichs Geschichte weigerte sich damals, die Ange- vors” Jerusalem Post (17. August 1986), S. 1.
legenheit zu untersuchen. W. David McIntyre, Brief an Alan Hayward, 32
Ein Standardwerk (die Encyclopedia of the Holocaust, Band 2, S. 539-
25. Mai 1992, in dem McIntyre schrieb: “Die versuchte Einmischung ist 541) spricht von Menschenvergasungen in Neuengamme, Sachsenhausen
unerträglich.” und Ravensbrück, macht jedoch keine solchen für Dachau und Buchen-
12
Joel Hayward, Brief an die Untersuchungskommission der Canterbury- wald geltend, die früher als Tötungslager betrachtet wurden.

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33
Hayward, “The Fate of Jews in German Hands,” S. 336 sowie Anhang, S. Chronicle 56 (No. 6, 2000), S. 1, 6, 7–8.
42
2. Lyall Lukey, Leserbrief in der Sunday Star-Times (19. Januar 2001).
34 43
Haywards Diskussion der Frage der Gaskammern wurde gelegentlich so Frank Jones, “Rabid Attack” Sunday Star-Times (21. Januar 2001).
44
dargestellt, als sei er zum Schluß gekommen, es habe überhaupt keine Report by the Joel Hayward Working Party. Das Kommissionsgutachten
solchen gegeben. “POW angry over thesis”, The Press (20. Dezember ist 89 Seiten lang, umfaßt aber einen über zweihundertseitigen Dokumen-
2000); “Audit pans thesis on Holocaust”, The Press (21. Dezember 2000) tenanhang.
45
sowie “MP wants choice of tutor probed”, The Press (9. Januar 2001). Ein Zeitungsbericht behauptete: Der Universitätsrat “debattierte zwei
35
Jean-Michel Chaumont, La Concurrence des Victims. (Paris: Editions le Stunden lang die Befunde unter strengen Sicherheitsvorkehrungen”, The
Doucouverte, 1997), S. 137, 148–49, 156. Press (19. December 2000). “Der Vizekanzler: ‘Auf seiner Zusammen-
36
So argumentiert Elie Wiesel. Siehe Irving Abraham, Hg., Against Silence: kunft am Montag, dem 18. Dezember 2000, nahm der Rat den Bericht der
The Voice and Vision of Elie Wiesel, 3 Bände (Washington, Holocaust Untersuchungskommission entgegen und billigte seine Präsentation vor
Library, 1995). Andere Autoren meinen, die These von der Einzigartig- der Öffentlichkeit’.” Daryl LeGrew, Brief an Vincent Orange, 19. De-
keit des Holocaust zeuge von “intellektueller Trägheit” sowie Fetischis- zember 2000.
46
mus und weise Züge eines Kults auf (Peter Novick, The Holocaust in Z.B. Ian Catanach und Marie Peters an Vincent Orange, 30. Dezember
American Life, S. 9, 198), sei schlicht und einfach albern (Jacob Neusner, 2000. Ein rundes Dutzend weiterer Wissenschaftler aus allen Teilen des
The Public Side of Learning (Chico, CA: Scholars Press, 1985, S. 128) Landes verliehen ihrer ablehnenden Haltung mit teils scharfen Worten
oder “steril” (Finkelstein, The Holocaust Industry, S. 47). Die systematisch- Ausdruck.
47
ste Behandlung der Lehre von der Einzigartigkeit des Holocaust findet sich Vincent Orange, Brief an die Untersuchungskommission vom 18. Okto-
bei Steven T. Katz, The Holocaust in Historical Context, Band 1. (New ber 2000, sowie Orange, Brief an Miles Fairburn, 10. Februar 2001.
48
York: Oxford University Press, 1994, insbesondere S. 28, 58, 60). “Viel Schaumschlägerei und Empörung um nichts!” Kommentar von
37
Eine Anspielung auf die Entrüstung, die Hannah Arendt mit ihrem Buch Prof. emeritus John H. Jensen zur “Stellungnahme des Rats der Juden
Eichmann in Jerusalem: A Report on the Banality of Evil (London: Faber, Neuseelands zu Händen der Untersuchungskommission der Canterbury-
1963) ausgelöst hat. Es lohnt sich der Hinweis darauf, daß “heute fast alle Universität bezüglich der Joel-Hayward-Magisterarbeit sowie des Gut-
Gelehrten Arendts These akzeptieren” Novick, The Holocaust in Ameri- achtens von Prof. Richard J. Evans”, undatiert.
49
can Life, S. 137. Z.B. Martin Lally, Universität von Victoria, Brief an Daryl LeGrew, 1.
38
Goldhagen meint, institutionalisierter Judenhaß unter den Deutschen habe Februar 2001. Zur juristischen Beratung siehe L.L. Stevens, QC, Brief an
den Holocaust erzeugt. Daniel Goldhagen, Hitler’s Willing Executioners: Ian Barker, 10. Oktober 2000, S 1–2.
50
Ordinary Germans and the Holocaust (London: Little, Brown & Co. http://www.hist.canterbury.ac.nz/news/index.htm
51
1996). Bezüglich einer robusten Kritik siehe Miles Fairburn, Social His- Protokoll der Sondersitzung des Departements, 21. Februar 2001, S. 2.
52
tory: Problems, Strategies and Methods (London: Macmillan, 1999), S. Wenigstens drei neuseeländische Akademiker (außerhalb der Canterbury-
263–80, sowie Raul Hilberg, “La Phénomène Goldhagen,” Les Temps Universität), die öffentlich zur Demütigung Haywards aufgerufen hatten,
Modernes 592 (Feb-Mar. 1997), S. 1–10. Andererseits führte Stanley gaben zu, dessen Magisterarbeit nicht gelesen zu haben. Gewisse Perso-
Milgram, eine Psychologin an der Yale Universität, in den frühen 1960er nen traten im nationalen Fernsehen auf und geißelten die Studie, lasen sie
Jahren Experimente durch, die nahelegten, daß moralisch normale Perso- aber erst nachträglich. Hierzu ein Beispiel: “Ich zögere nicht, dem Rat der
nen unter diktatorischem Einfluß leicht Grausamkeiten begehen können. Juden Neuseelands bei seiner Verurteilung der [von Hayward verfaßten]
Stanley Milgram, Obedience to Authority: an Experimental View (Lon- Magisterarbeit an der Canterbury-Universität beizupflichten” (Greg
don: Tavistock, 1974). Ryan, Leserbrief in The Press, 5. Mai 2000, S. 4). Einen Monat später,
39
Hierzu ein Beispiel: “Hayward ist nicht würdig, eine Vertrauensposition am 6. Juni, räumte Ryan, Lektor an der Lincoln-Universität, gegenüber
in der akademischen Welt einzunehmen.” Kommentar von David Zwartz, einem Mitglied des Fachbereichs Geschichte der Canterbury-Universität
zitiert in “Thesis supervision angers Jewish group,” The Press (3 March ein, daß er Haywards Arbeit nicht gelesen hatte. Siehe auch Chris Con-
2001), S. 1. nolly, “Submission on Joel Hayward’s Thesis,” S. 5.
40 53
Manche warfen Hayward vor, seine Magisterarbeit verbreitet zu haben, Miles Fairburn, Memorandum an den Fachbereich Geschichte, 8. Februar
während ihn andere dafür tadelten, sie hinter Verschluß gehalten zu ha- 2001, sowie Vincent Orange, Brief an Miles Fairburn, 10. Februar 2001,
ben. Es trifft zu, daß Hayward zwei oder drei Personen Kopien seiner S. 2-16. Das von Orange im Februar 2001 erstellte formelle Dossier um-
Studie zukommen ließ. Dies stellt aber keine akademische Publikation faßt ca. 144 Seiten.
54
dar. Man hat ihn dafür zwar kritisiert, doch war an diesem Vorgehen Vincent Orange, Brief an Ann Trotter, 25. Mai 2000; hier wird auf viele
nichts Unübliches. Ob er Naivität an den Tag gelegt hat, spielt hier keine der im Dossier enthaltenen Dokumente sowie Anhänge hingewiesen. Der
Rolle. Es ist gang und gäbe, daß Personen, die Forscher mit Informatio- Empfang der Dokumente wurde auch von Stuart Macintyre bestätigt;
nen unterstützen, als Gegenleistung für ihre Hilfe ein Exemplar der be- Brief an Vincent Orange vom 12. Juni 2000, S. 1. Weitere, recht ausführ-
treffenden Studie erwarten oder sogar ausdrücklich verlangen. Dies war liche Hinweise auf diese Dokumente finden sich in Oranges Brief an “Ian
der Grund dafür, daß Hayward seine Arbeit einigen wenigen zugänglich Barker und Kollegen” vom 16. Juli 2000.
55
machte. “Ich habe jegliche Verwendung und – vollständige oder teilweise Gutachten der Untersuchungskommission, S. 86, sowie Daryl LeGrew,
– Veröffentlichung der Magisterarbeit ausdrücklich verboten, und sogar Brief an die akademische Gemeinschaft, 21. Dezember 2000.
56
die unmißverständlich formulierte Anweisung ‘Copyright 1993 J.S.A. Das Material wurde offensichtlich im Archiv der Universität unterge-
Hayward Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil dieser Magisterarbeit darf bracht. Kanzlerin Phyllis Guthardt, Brief an Vincent Orange, 30. April
ohne schriftliche Genehmigung des Verfassers reproduziert, kopiert oder 2001.
57
weitergegeben werden’ im Innenteil des Buchs angebracht. Hayward “Wir sind der Ansicht, der Fachbereich Geschichte solle sich gegenüber
fährt fort, seines Wissens habe lediglich Frederick Töben vom Adelaide Medienvertretern ‘in Schweigen hüllen’. Ferner sollten wir abwarten, bis
Institute den Versuch unternommen, seine Arbeit zur Förderung der “Ho- wir vom Vizekanzler gehört haben, was wir den Medien gegenüber ver-
locaust-Leugnung” zu benutzen. Sobald er, Hayward, davon erfahren ha- lauten lassen sollten.” Judy Robertson (im Namen von Miles Fairburn,
be, ergriff er “unmittelbare und erfolgreiche Schritte… um zu verhindern, dem Leiter des Fachbereichs Geschichte), Brief an alle Lehrkräfte für Ge-
daß dieser Mann meine Studie zu böswilligen oder schädlichen Zwecken schichte, 20. April 2000. Dies war der Grund dafür, daß Orange es ab-
verwendete”. Joel Hayward, Brief an die Untersuchungskommission der lehnte, in der Fernsehsendung 60 Minutes aufzutreten. Vincent Orange,
Canterbury-Universität, 25. September 2000, S. 3-4. Die Studie rückte Brief an Melanie Jones, 5. August 2000. Ein ähnliches Communiqué zir-
erst ins Rampenlicht, nachdem ein Exemplar anscheinend aus der Biblio- kulierte am 2. Februar 2001 und dann wieder am 23. Oktober desselben
thek der Canterbury-Universität entfernt, illegal fotografiert und verbrei- Jahres im Fachbereich Geschichte: “Wir werden ‘keinen Kommentar’ ab-
tet worden war. Dieser Diebstahl ist allem Anschein nach niemals polizei- geben, und wenn jemand auf einen solchen besteht, werden wir ihn an
lich untersucht worden. den Urkundenbeamten verweisen.”
41 58
David Zwartz, Vorsitzenden des Rats der neuseeländischen Juden, formu- Evans erhielt die Berichte der mit der Benotung der Hayward-Arbeit be-
lierte es unverblümt: “Die volle Verantwortung tragen unserer Auffas- auftragten Historiker sowie den Brief Vincent Oranges an den Kanzler
sung nach die erfahrenen Berufshistoriker an der Universität, deren Auf- der Canterbury-Universität vom 21. April 2000 von den Anwälten
gabe es war, die Studie [Haywards] zu leiten und einzuschätzen.” “Ma- Macfarlane, Dougall, Stringer zugestellt und wurde von David Zwartz er-
king History”, The Press (20. Mai 2000), S. 2. Später wurde Erstaunen sucht, diese Unterlagen zu prüfen und zu kommentieren. Richard J. Ev-
darüber laut, daß Orange zum Koordinator der Untersuchungskommissi- ans, Brief an David Zwartz, 19. September 2000. Evans gelangte zur
on des Fachbereichs Geschichte ernannt worden war, die alle Themen- Schlußfolgerung, alle drei Dokumente seien problematisch, wobei er im
vorschläge für Magister- und Doktorarbeiten prüft. “Historian in thesis wesentlichen die Argumente seines Gutachtens zur Hayward-Studie auf-
post” The Press (10. Juni 2000), S. 8. Von anderer Seite wurde der Ruf griff.
59
nach dem Rücktritt Oranges laut. “Shonky thesis a dire scandal” Sunday “Stellungnahme zu Händen der Kommission zur Untersuchung der Hay-
Star-Times (14. Januar 2001), S. A8. Siehe auch The New Zealand Jewish ward-Magisterarbeit an der Canterbury-Universität”, undatiert. Das Do-

VffG · 2004 · 8. Jahrgang · Heft 1 93


73
kument besteht aus siebzig Erklärungen. Joel Hayward, Brief vom 6. Dezember 2002, bei den Feierlichkeiten zur
60
Dieser letzte Punkt ist nicht unumstritten. In einem Artikel mit dem Titel Pensionierung Oranges am selben Tag an der Canterbury-Universität öf-
“Holocaust thesis investigated” (The Press, 27. April 2000) hieß es, der fentlich vorgelesen. In seinem Schreiben verlieh Hayward seiner Dank-
Judenrat verlange die Entfernung der Magisterarbeit aus der Bibliothek, barkeit für Orange Ausdruck, der vierzig Jahre lang an der Universität tä-
doch Mike Regan vom Rat der Juden Neuseelands bestritt dies (Canta, 3. tig gewesen war, und entbot ihm seine Glückwünsche.
74
Mai 2000), ebenso David Zwartz (“Flawed arguments”, Sunday Star- “Second Holocaust thesis controversy” The Press (24. Oktober 2002),
Times, 28. Mai 2000, sowie in seinem Brief an Kanzlerin Phyllis Gut- sowie “Essay was revisionist” Waikato Times (23. Oktober 2002). Die
hardt, 4. April 2000, S. 2). Unterstellung stammte von Dov Bing. Ironischerweise wurde sie kurz da-
61
Gerald Orchard, “To the Working Party inquiry into JSA Hayward”s MA rauf in einem Leitartikel in The Press als “Viel Lärm um nichts” abgetan.
Thesis,” 13. Oktober 2000. Man fragt sich, weshalb Herausgeber eines führenden Blatts es zulassen,
62
Siehe Gutachten der Untersuchungskommission, S. 36–37. daß auf der Titelseite “Viel Lärm um nichts” gemacht wird, und dann
63
L.L. Stevens, QC, “Memorandum for Members of the Working Party,” Druckerschwärze für einen Leitartikel darüber vergeuden.
75
15. September 2000, S. 21. Glyn Harper and Joel Hayward, Hg., Born to Lead: New Zealand Mili-
64
Journal of Social History 32 (No. 4, 1999), S. 941–942; History and tary Commanders and their Style of Command.
76
Theory 39 (No. 2, 2000), S. 218–29; The Times Literary Supplement no. Tony Fisk, Brief an Joel Hayward, 29. November 2002. Fisk ist der Fili-
4935 (31. Oktober 1997), S. 10; History – Reviews in History (Oktober alleiter von HarperCollins in Neuseeland.
77
1999), sowie andere. Joel Hayward, Brief an Vincent Orange, 4. Dezember 2002.
65 78
Richard J. Evans, In Defence of History (London: Granta Books, 1997), Joel Hayward, Brief an Vincent Orange, 5. Februar 2003.
79
S. 121, 123. John H. Jensen, Eingabe an die Untersuchungskommission, S. 8; Hay-
66
Richard J. Evans, Lying About Hitler: History, Holocaust, and the David ward, Brief an the Untersuchungskommission, S. 25, sowie Hayward,
Irving Trial (New York: Basic Books, 2001), S. 248. Brief an Melanie Jones vom 6. Oktober 2000, in dem er es ablehnte, an
67
Gutachten der Untersuchungskommission, S. 3, 57, 70 und 86. der geplanten Fernsehsendung 60 Minutes teilzunehmen.
68 80
“An odious decision” The New Zealand Jewish Chronicle 57 (No. 3, Alan Hayward, Brief an Vincent Orange, 17. Oktober 2002.
81
2000 [sic]), S. 1, 7. Vincent Orange, Brief an Alan Hayward, 7. Mai 2000, S. 4.
69 82
Kommentar von David Zwartz in Sunday Star Times (28. Januar 2001). Charles Liebman, “What should have been done?” Jerusalem Report 2
70
Dem Vernehmen nach beliefen sich die Kosten der Untersuchung auf (9. Januar 1992), S. 37.
83
200,000 Dollar. “Thesis casts shadow”, The Press (20. Dezember 2000). All dies stellt nach Deborah E. Lipstadt Holocaust-Leugnung dar. Deny-
Siehe auch Daryl LeGrew, Brief an Vincent Orange, 19. Dezember 2000, ing the Holocaust: The Growing Assault on Truth and Memory (New
wo die Kosten auf zwischen 150,000 und 200.000 Dollar geschätzt wur- York: The Free Press, 1993). Was für einen Grund kann es geben, diese
den. Kriterien als verbindlich einzustufen?
71 84
“Varsity leader defends historian” The New Zealand Herald (15.-16. Elie Wiesel, “Trivializing the Holocaust,” New York Times (16. April
April 2000). Vizekanzler Barrie Macdonald von der Massey-Universität 1978); Harry J. Cargas, “An interview with Elie Wiesel,” Holocaust and
bestätigte die Wertschätzung, welche die Universität für Hayward hegte. Genocide Studies 1 (1986), S. 5.
72 85
Joel Hayward, Brief an Vincent Orange, 9 Mai 2000, in dem er auf seine Weder Joel Hayward noch Vincent Orange waren an der Abfassung die-
Sonderbehandlung durch einen Arzt hinweist. 2002 gab Hayward wie- ses Artikels beteiligt, und keiner der beiden hat ihn vor seiner Veröffent-
derum an, regelmäßig medizinisch betreut zu werden. lichung zu Gesicht bekommen.

Treblinka: Ein außergewöhnlicher Zeuge


Von Prof. a.D. Dr. Robert Faurisson

1. Einleitung
Bezüglich des während des 2. Weltkriegs existierenden La-
gers Treblinka habe ich in einigen Vorträgen bei Konferen-
zen, in einem Videofilm sowie in etlichen Briefen auf die
Zeugenaussage des Marian Olszuk hingewiesen. Doch da
ich im Verlauf der letzten fünfzehn Jahre im zermürbenden
Kampf für den Revisionismus engagiert war, habe ich die
Niederschrift eines Berichts über mein Treffen mit diesem
außergewöhnlichen polnischen Zeugen immer wieder ver-
schoben. Dieser Bericht sollte darüber hinaus noch ganz all-
gemein der Reise gewidmet sein, die mich im Jahre 1988
zuerst nach Treblinka-Malkinia im kommunistischen Polen
und dann in die ehemaligen Konzentrationslager Oranien-
burg-Sachsenhausen sowie Ravensbrück in der kommunisti-
schen DDR führte. Ernst Zündel besaß eine Serie von sieben
Videofilmen über meinen Besuch dieser drei Lager. Ich Dr. Robert Faurisson in Treblinka, Juni 1988.
weiß nicht, ob diese Filme 1995 der Brandstiftung zum Op- sche Tijudar Rudolph sowie der junge Kanadier Eugen Ernst.
fer gefallen sind, die einen erheblichen Teil seines großen Hau- Ersterer stellte sich mir freundlicherweise als Dolmetscher
ses in Toronto verwüstet hat, und ich gedenke ihm diese Frage und Zeichner zur Verfügung, während letzterer unser Kame-
nicht zu stellen, solange er in einem Hochsicherheitsgefängnis ramann und Fotograf war. Ich möchte ihnen beiden an dieser
in Kanada einsitzt. Abgesehen von diesen Videofilmen besitze Stelle für ihren Einsatz, ihre Kompetenz und ihren Opfergeist
ich ca. 30 Fotos, die von meinen Feldforschungen an jener hei- bei einem Abenteuer meinen Dank bezeugen, das sich als
ligen Stätte der “Shoa”, Treblinka, Zeugnis ablegen. schwierig erwies, da wir tagelang bis zur Erschöpfung arbei-
Zwei Männer haben mich während jener im Juni und Juli teten, in teils schlechten Unterkünften untergebracht waren
1988 durchgeführten Feldforschungen begleitet: Der Deut- sowie einigen Ärger mit den polnisch-kommunistischen Be-

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hörden durchzustehen hatten. Ferner danke ich mei-
nem Freund Ernst Zündel für die Bestreitung unserer
Reise- und Hotelkosten.

Meine Untersuchungsmethode
Meine übliche Untersuchungsmethode besteht darin,
zuerst eine möglichst umfassende Dokumentation
über den betreffenden Forschungsgegenstand zu er-
stellen, mich dann von den Schriften oder Unterlagen
zu trennen, die den von mir als “Papierhistoriker” be-
zeichneten Forschern so teuer sind, und schließlich
den Schauplatz meiner Ermittlungen zu besuchen, um
mich aus erster Hand mit ihm vertraut zu machen.
Nach einer ausgedehnteren Inspektion des Geländes
schaue ich mich in der betreffenden Gegend nach
Zeugen um. Bei deren Befragung bemühe ich mich
im allgemeinen, direkt und beharrlich zu fragen und Die Führerin Maria Pisarek, Tiudar Rudolph und Dr. Robert Faurisson
selbst den geringsten Eindruck von Schüchternheit zu in Treblinka, Juni 1988.
vermeiden. Obgleich ich an Zeugen aller Altersstu-
fen, gesellschaftlichen Stellungen und Ansichten in-
teressiert bin, hat mich die Erfahrung gelehrt, daß es
bei einer Nachforschung dieser Art das beste ist,
Zeugen zu finden, die keine Intellektuellen sind und
zum Zeitpunkt, als sich die einschlägigen Gescheh-
nisse zugetragen haben, nicht älter als 20 Jahre wa-
ren.
Diese anno 1988 durchgeführten Feldforschungen
waren, wie ich betonen möchte, keineswegs meine er-
sten dieser Art. In den sechziger Jahren hatte ich eine
heikle, ja gefährliche Untersuchung der summari-
schen Hinrichtungen vorgenommen, die 1944 von
den “Widerstandskämpfern” oder “Terroristen” in ei-
nem umfangmäßig recht kleinen Gebiet des französi-
schen Departements Charente (zwischen den Städten
Angoulême und Limoges) vollzogen worden waren. Tiudar Rudolph, Dr. Robert Faurisson und Wincenty Trebicky, Direk-
tor des Treblinka-Museums, in Treblinka, Juni 1988.
Ich hatte Kommunisten und Nichtkommunisten über
Zwischenfälle befragt, über die sie lieber den Mund
hielten. In den siebziger Jahren führte ich weitere
schwierige Untersuchungen durch, die mich – um es
mit Montaigne zu sagen – dazu veranlaßten, “[mein]
Gehirn an das eines anderen zu reiben und zu zer-
mahlen” und bei denen ich die letzten Reste von
Schüchternheit ablegte. Jene Erfahrungen waren für
mich eine “Schule”, die mich, so glaube ich, gelehrt
hat, den wirklichen Wert eines Zeugen und seiner
Aussage höher einzuschätzen, als ich dies zuvor getan
hatte. Von diesem Standpunkt aus war es für mich ein
Glücksfall, daß ich bei meinen Feldarbeiten in
Treblinka 1988 auf einen Zeugen von seltener Quali-
tät stieß.

Ein außergewöhnlicher Zeuge: Marian Olszuk


In Treblinka war es mir beschieden, Marian Olszuk Dr. R. Faurisson, T. Rudolph und Mariam Olszuk in Treblinka, Juni
zu finden, einen außergewöhnlichen Zeugen. Er war 1988.
im nahegelegenen Wolka Okraglik geboren und 63 Jahre alt. Steinbruch, aus dem Sand und Kies gefördert und nach War-
Anno 1942/1943, also zur Zeit, die mich interessierte, hatte schau gebracht wurde. Das nahegelegene Treblinka II be-
er 17 bzw. 18 Jahre gezählt. Man hätte kaum jemanden fin- stand vom 23. Juli 1942 bis zum Oktober 1943 und war Ju-
den können, der näher bei den beiden Treblinka-Lagern ge- den – hauptsächlich solchen aus Warschau – vorbehalten.
lebt hatte. Das Gefangenenlager Treblinka I bestand von De- Der Legende zufolge handelte es sich dabei um ein “Vernich-
zember 1941 bis Juli 1944; hier waren vor allem jüdische und tungslager” (das Wort entstammt dem Jargon der Alliierten).
nichtjüdische Polen interniert, die für schuldig befunden Laut der Encyclopedia of the Holocaust wurden dort wenig-
worden waren, Gesetze der deutschen Besatzungsbehörden stens 870.000 Juden ermordet, und zwar fast alle in einem Zeit-
gebrochen zu haben. Treblinka I lag unmittelbar neben einem raum von neun Monaten, von Ende Juli 1942 bis April 1943.

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Marian Olszuk entstammte einer Familie Berlin wies eine Fläche von 388 Hektar
mit acht Kindern. Er arbeitete im Stein- auf.). In den Jahren 1942 und 1943 gab es
bruch zusammen mit anderen Polen, die auf dem Gelände des “Vernichtungsla-
weitgehend Bewegungsfreiheit genossen, gers” so gut wie keine Bäume oder größe-
neben Gefangenen, welche entweder von ren Sträucher. Deswegen konnten die
deutschen Soldaten mit Pistolen oder von Bauern aus der Nachbarschaft sowie Pas-
ukrainischen Wachen mit Karabinern be- santen durch den Stacheldraht die Gefan-
wacht wurden. Sein Vater war Holzfäller. genen sowie die Wachmannschaft gut se-
Abends kehrte der junge Mann jeweils hen, ebenso die verschiedenen Gebäude
zum Bauernhof seiner Familie zurück, der eines Lagers, von dem es heute heißt, es
eineinviertel Meilen nördlich von sei streng geheim gewesen. Vom Stand-
Treblinka II lag. Oft pflegte er zum Feld punkt einer Person aus gesehen, die vor
seines Vaters zu gehen, das ganze 300 m dem Lagereingang stand, befand sich der
vom Stacheldraht der östlichen Grenze Bauernhof der Olszuks eineinviertel Mei-
des “Vernichtungslagers” entfernt war. len links, während ihr Acker unmittelbar
Der Boden war von dürftiger Qualität, rechts, 300 m von der Ostgrenze des La-
und die Familie baute dort Roggen und gers entfernt, lag. Dies bedeutet, daß Ma-
Lupinen an. Wenn der junge Marian am rian Olszuk an jedem Tag, an dem er zur
Wachtturm vorbeiging, wechselte er ab Arbeit im Steinbruch ging, nahe beim
und zu ein paar Worte mit den Wachen, “Vernichtungslager” vorbeischritt, und
die ihm hie und da kameradschaftlich ei- wenn er auf dem Familienacker arbeitete,
ne Zigarette hinunterwarfen. Das Lager befand er sich ebenfalls in dessen unmit-
war klein und maß nur zwischen 13 und telbarer Nähe.
14 Hektar. (Zum Vergleich: Das KL Ora- Natürlich hat er das Lagergelände niemals
nienburg-Sachsenhausen nördlich von betreten, doch Tag für Tag versammelten
sich Menschen in Gruppen außerhalb des Lagertors
und gaben sich ganz offen dem Tauschhandel sowie
Schwarzmarktgeschäften hin. Von Warschau kamen
Trödler, um den ukrainischen Wachmännern Waren
zu verkaufen, die ihrerseits Geschäfte mit den Juden
machten und ihnen Lebensmittel verkauften. Einige
dieser Juden kauften Schinken und Würste – damals
Luxusprodukte. Die Existenz der beiden Treblinka-
Lager war allgemein bekannt, und recht viele unter
den jüdischen Insassen schienen Geld, Gold oder Ju-
welen zu besitzen.
Hatte Marian Olszuk je Zeichen mörderischer Aktivi-
täten der Deutschen in diesem “Vernichtungslager”
bemerkt? Seine Antwort lautete nein. Einmal hatte er
drinnen ein großes Feuer lodern sehen, doch hatte
man lediglich einen ca. vier Meter hohen Haufen Alt-
stoff in Brand gesteckt. Er sah nie brennende Lei-
chen. Allerdings hörte er mehrmals nachts die Schreie
Mariam Olszuk (in Ausgangskleidern), Dr. Robert Faurisson und Tiu- und das Weinen von Frauen und Kindern bis zum
dar Rudolph in Treblinka, Juni 1988. Bauernhof seiner Familie dringen. Ab und zu kam
vom Lager her ein abscheulicher Gestank. Hatte Ols-
zuk je von Gaskammern reden hören? Ja, er hatte ei-
nen Russen getroffen, der ihm mitteilte, daß die Deut-
schen “eine mobile Gaskammer auf Schienen” betrie-
ben (sic). Er wußte, daß die Deutschen zum Tode
verurteilte Häftlinge nahe Treblinka I durch ein Er-
schießungskommando füsilieren ließen. Wenn er
durch die Gegend ging, stieß er oft auf Juden, die im
Lager Treblinka II untergebracht waren. Diese Juden
waren im Wald mit verschiedenen Arbeiten beschäf-
tigt und standen unter der Obhut ukrainischer Wach-
männer, die ihrerseits nicht selten desertierten. Das
Essen war scheußlich. Seine eigene Arbeit, sagte mir
Olszuk, bestand darin, acht Stunden täglich Sand oder
Kies auf kleine Lastwagen (oder Waggons?) zu
schaufeln. Diese Arbeit war insbesondere während
Tiudar Rudolph, Dr. Robert Faurisson und Henryk Gawkowski in Maá- der winterlichen Kälte hart. Persönlich hatte er nie der
kinia, Juni 1988. Tötung eines Juden beigewohnt. Eines Tages gab sein

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Vater einem Juden, der aus dem Lager ausgebrochen war, fähr 14 Hektar großen Lager der Jahre 1942/1943 und dem
Kleider. Jeden Tag trafen Judentransporte ein. Als er schließ- 1988 den Touristen vorgeführten, das rund 23 Hektar mißt.
lich zum Arbeitseinsatz in Preußen aufgeboten wurde, floh Nach Abschluß dieses Rundgangs verabschiedete sich Mari-
Marian, fand Zuflucht in Warschau und kehrte erst nach der an Olszuk von uns, und wir setzten unsere Meßarbeiten fort.
Schließung des Lagers zurück. Er erinnerte sich, daß Mas- Doch nun kam plötzlich der stellvertretende Kurator des
sengräber geöffnet wurden, und daß man unter den menschli- Treblinka-Museums auf einem Moped herangefahren. Als er
chen Überresten Gold und Edelsteine fand. uns sah, wurde er wütend und sagte, er habe nie im Leben
Bemerkenswerterweise wurde er nach der “Befreiung” Po- Leute gesehen, die sich so verhalten hätten wie wir. Ich
lens von keiner politischen oder polizeilichen Behörde über dämpfte seinen Ärger, indem ich hervorhob, gerade um bes-
die Geschehnisse in Treblinka befragt. Nach dem Abzug der ser zu verstehen, was die Treblinka-Häftlinge erduldet hatten,
Deutschen gab es offizielle Untersuchungskommissionen, die scheine es uns notwendig, die Maße des Lagers zu ermitteln.
abwegige Expertisen erstellten, vergleichbar dem sowjeti- Tadeusz Kiryluk beruhigte sich unvermittelt, lächelte und
schen Gutachten über Katyn (USSR-008), in dem der Mas- sagte sogar: “Eigentlich brauchen wir gerade Leute wie
senmord an den polnischen Offizieren lügenhaft den Deut- euch!” Schon bald entwickelten wir ein fast schon freund-
schen angelastet wurde. Doch keine dieser Kommissionen schaftliches Verhältnis zu ihm und seinem Vorgesetzten, dem
lud die