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Ueber

inige In ektenarten,

welche

den Fichten vorzüglich chädlich ind,

und über

dieWurmtrockniß der Fichtenwälder

des Harzes.

»

Von

:

C. H.-von-Sier tºp

Herzogl. Braun ch eig Lüneburg hem. Oberägermei ter.

------- ---------------- ***

Mit drey illuminirten Kupfertafeln.

-m-see

Helm tedt,

bey Carl Gottfried Fleckei en. I 79 4.

---------------- *** Mit drey illuminirten Kupfertafeln. -m-see Helm tedt, bey Carl Gottfried Fleckei en. I 79

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war nicht be timmt,

kleine Abhandlung

einen

Folge, in einem

ondern er t in der

über die for tmäßige

Er

weitläufigern Werke

Holz

vorzüglich ten

einheimi chen

ziehung der

er hen. Da es j

wegen der

arten zu

Brºt

drohenden

wieder

jetzt

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Harze

angenehmer eyn

manchem meiner Le er

o habe

jetzt zu erhalten;

möchte, ie chon

Kupfern,

dazu gehörigen

ich ie, amt den

jeden,

Ich er uche

allein abdrucken der durch neuere

la en.

vielleicht

darin

Bemerkungen

Ver chiedenes

be tätigen

berichtigen,

oder

könnte,

A 2

darin Bemerkungen V e r c h i e d e n e s b e

4

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könnte, mir olche mitzuteilen/

-- indem ich

jede Belehrung darüber mit Dank annehmen

X - und zu benuten uchen werde. Braun chweig, - den 15ten May, 1794. A
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und zu benuten uchen werde. Braun chweig,
- den 15ten May, 1794.
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§.

1.

A. den Fichten, Rothtannen (Pinus picea Linn.)

findet man, o wie auf dem Nadelholze überhaupt,

zwar weit weniger Arten

Laubholze: hingegen auf die em auch keine In ektenart,

von In ekten, als auf dem

welche dem elben o gefährlich eyn kann, als einige

Arten davon dem Nadelholze ind.

Denn, wenn

auch chon die Eichen, Büchen, oder andere Laubholz bäume, zuweilen von Raupen und Käfern leiden, und

oft ogar davon größtentheils entblättert werden; o

trifft das doch nur höch tens kleine Strecken, und ge

wöhnlich nur einzelne Bäume. Es wird dadurch nur für das Jahr der on t gewöhnlich tärkere Frühlings trieb ge chwächt, und bey den Büchen und Eichen

allenfalls die Hoffnung der Ma t vereitelt. Sehr el

ten aber tödten die In ekten des Laubholzes den on t -

ge unden Baum elb t, und der durch ie ent tandene

Schaden, o gefährlich er auch oft zu eyn cheint, i t

doch gewöhnlich in dem elben Jahre chon mit dem

zweyten Triebe, oder in dem folgenden Jahre ause

geheilt. Weit gefährlicher aber können einige In ekten

arten dem Nadelholze werden, be onders wenn ie in großer Menge er cheinen, und das Uebel dadurch gleich am epidemi ch machen.

§ 2.

A 3

-

onders wenn ie in großer Menge er cheinen, und das Uebel dadurch gleich am epidemi ch

- -

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-

§.

------ - - --

2.

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- --

Ob chon mehrere Arten von In ekten, wenn es

ihnen an der ihnen eigenen Baum - oder Pflanzenart

fehlt, auch wohl von andern ihre Nahrung nehmen;

o wird man doch wenige der elben auf beyden Holz arten zugleich finden, wovon die große Ver chiedenheit

des Safts im Laub- und Nadelholze die Ur ach i t: die Natur cheint die In ekten des Nadelholzes gegen die

rauhe Witterung und Lage, worin ie zu leben be timmt

ind, mehr abgehärtet zu haben. Man findet ie da

her zum Theil auch auf den kältern Gebirgen; dahin

gegen die In ekten des Laubholzes größtentheils o zärt

lich ind, daß ie nur die Bäume auf dem platten Lande

und auf den wärmern Anhöhen auf uchen, wodurch die Laubholzbäume auf den höhern Gebirgen von den

mehr ten Arten der ihnen on t eigenen In ekten befreyet bleiben. So i t auch oft Ein kalterNebel und Nacht fro t hinreichend, das ganze Heer die er Laubholzin ek ten zu tödten, und alles durch ie zu befürchtende Uebel

auf Einmal zu entfernen. Die mehr ten Arten von

Nadelholzin ekten hingegen ind weit unempfindlicher,

und können die treng te Kälte aushalten. Es i t nicht ungewöhnlich, daß die e Thiere auch dann, wenn ie

chon durch die warmen Sonnenblicke der er tern Früh lingstage aus ihrem Winteraufenthalte geweckt, und

mehr belebt ind, wiederum auf eine Zeitlang in ihren Löchern er tarren und eingeei et werden. Ihr Körper

bau i t auch deswegen härter, und es ind größtentheils Käfer, die unter der Rinde wohnen, und überhaupt

mehr, wie

andere In ekten, aushalten können.

/

Käfer, die unter der Rinde wohnen, und überhaupt mehr, wie andere In ekten, aushalten können. /

§ 3.

-

-

-

§.

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Da eine richtige Kenntniß die er In ekten, ihres Aufenthalts, ihrer Nahrung, ihrer Vermehrung, kurz, die Naturge chichte der elben uns die icher ten Mittel anwei en kann, mit welchen wir nicht elten dem

durch ie zu befürchtenden Uebel zuvorkommen, und

den on t größern Schaden vermindern können; o

muß es ich jeder For tmann, der es mit Nadelholz

waldungen zu thun hat, äußer t angelegen eyn la en,

die e bö en Feinde genau zu kennen, weil die Verwü

tungen, welche einige Arten der elben anrichten, für die Nadelholzfor ten un treitig die nachtheilig ten ind. *

A §

4.

Zu den In ekten, welche ich in den hie igen und

in den benachbarten deut chen For ten durch die großen Verwü tungen, die ie unter dem Nadelholze anrichten

können, be onders auszeichnen, gehört die o ehr chäd liche Fohrenraupe (Phalaena Bombyx Pini Linn.) und der berüchtigte Borkenkäfer (Bo tri

chus Typographus Fabricii).

A 4

Die

* Wie leicht bey einer nicht hinlänglichen Kenntniß in

- dergleichen Fällen, elb t die vermeintlich guten Mittel

und Vorkehrungen nachtheilig werden können, davon hat man in England vor einigen Jahren bey dem letz ten Kornmangel ein auffallendes Bey piel gehabt; wo man aus Furcht, ein auf den Kornfeldern in Pen yl vanien überhand genommenes ehr chädliches, In ekt, ich zuzuziehen, die Korneinfuhr von daher verboten

hatte, von dem man ich aber nachher belehrte, daß

es nur in den grünen Aehren eine Eyer ablegte, und

daß man zwar nicht das Stroh, aber doch das aus gedro chene Korn ohne alle Gefahr hätte einfahren kön
"

nen. Man ehe Bri ots Rei en nach Amerika,

-

Die er tere, welche auch unter dem deut chen

Namen von- Fichtenmotte, Fohrenraupe,

Fichten pinner bekannt i t, i t nur für die Foh

renwälder gefährlich, worin die es bö e In ekt, be on ders in den Preußi chen Ländern, in den Jahren 1727 und 1728, und auch 1791 und 1793 o große Verhee

rungen angerichtet hat, daß davon eit den letzten Jah ren in der Gegend von Berlin allein, über 5odoo

Morgen Fohrenwaldung verwü tet und entblößt ind.

Man findet die en wüthenden Feind in den be kannten In ektenwerken von Rö el (I. Th. II. Cl. der

Nachtv. p. 297. tab. 59.) und E per (Th. III. tab.

I2. f. I -6. und t. 13. f. I.) owol im Raupen- als Nachtvogelzu tande deutlich und genau abgebildet, auch

hat ie Gledit ch in dem er ten Theile einer For twi en

chaft hinlänglich be chrieben.

-

-

Die Raupe der Fohren - Phaläne i t beynahe

1 Zoll lang; ihre Grundfarbe i t an einigen a chgrau, an andern mehr ins Röthliche gefärbt; auch ind die

Flecken, womit ie gezeichnet zu eyn pflegen, an eini

gen weiß, und an andern bräunlicht. In der Mitte haben ie gewöhnlich einen größern weißen Fleck. Sie

ind bü chelwei e mit fuch ichten, bor tenartigen Haaren

be etzt, welche ie kurz vor

abwerfen, und zum Theil

der Verwandlung zur Puppe

in ihr Gehäu e mit verwe

ben. Die e haben eine längliche Ge talt, ind perga

mentartig zu ammenge ponnen, und unter den feinern Zweigen der Fohren gleich am angehängt. Der obere

Theili tdabey leichtverwebt und bisweilen ganz offen. Die Puppe i t länglicht, zu beyden Seiten ge

rundet, und von chwarzbrauner Farbe. Schon nach

-

-

drey

ganz offen. Die Puppe i t länglicht, zu beyden Seiten ge rundet, und von chwarzbrauner Farbe.

29

drey bis vier Wochen können bey gün tigem Wetter die Falter auskriechen. Man trifft die e Raupe fa t zu

allen Jahrszeiten an, nur die kalten eigentlichen Win termonate ausgenommen, während welcher man ie auch zwi chen den Rinden der Fohren eingekrochen an trifft.

-

Die e Raupe findet man am häufig ten auf den

ältern vollwüch igen Fohren, wovon ie von den obern

feinen Zweigen die Nadeln mit ehr großer Begierde und in großer Menge abfrißt, worauf die Fohren bald

krank werden, und fa t durchgehends ab terben.

Die Schmetterlinge die er Raupe ind von Farbe ebenfalls ver chieden; einige ind heller, andere dunkler graubräunlich, auch ind die Einfa ungen und Bänder der Flügel theils breiter, theils chmaler. Be onders aber zeichnet ich die er Schmetterling durch einen wei en dreyeckigen Punkt auf jedem der obern Flügel aus, wodurch man ihn von andern dergleichen Arten deutlich unter cheiden kann.

§.

5.

.

Weil es in den hie igen Landesfor ten keine eigent lichen Fohrenwaldungen giebt, und nur darin hin und wieder kleine Oerter mit die er Holzart befindlich ind;

o braucht der hie ige For tmann ich

um die e bö e

Raupe wenig zu bekümmern; die auch hier nur vor

züglich

mit andern In ekten nicht zu verwech eln, und damit diejenigen meiner Le er, welche ie nicht genau kennen, und vielleicht von den Mitteln und Vorkehrungen gehört

in der Ab icht genauer be chrieben i t, um ie

haben, die man in andern Ländern gegen die es In ekt angewendet hat, nicht auf den Gedanken kommen mö

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haben, die man in andern Ländern gegen die es In ekt angewendet hat, nicht auf den

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gen, daß die e auch gegen den unten be chriebenen Fich

kenkäfer anwendbar eyn könnten.

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Der hie ige For tmann aber muß un erer großen

Fichten - oder Rothtannenwälder wegen eine genauere

Aufmerk amkeit auf einige Arten von Holzkäfern wen den, von welchen diejenigen hier be chrieben werden ol

len, welche entweder wegen der große Be chädigun

gen, die ie anrichten können, ich vorzüglich auszeich nen, oder deswegen einige Aufmerk amkeit verdienen,

um davon die bö e ten Feinde genauer zu

unter cheiden

und kennen zu lernen. Ich werde mich dabey be on

ders bemühen, meine Bemerkungen, die ich owohl

in den Jahren, in welchen der berüchtigte Käfer in

den

For ten des Harzes o ehr wüthete, als nachher

auf Ort und Stelle mehrmals zu machen Gelegenheit

gehabt habe, mitzutheilen, und die Vorkehrungen und Mittel gegen die es große Uebel anzuführen, von deren

gutem Erfolge ich durch wiederholte Erfahrungen über zeugt bin. Dabey verdient des Herrn Profe or Gme ins Abhandlung von der Wurmtrockniß des Harzes,

als das be te hierüber er chienene Werk, jedem Le er empfohlen zu werden, welcher von die en In ekten meh rere gelehrte Kenntniß und eine um tändliche Ge chichte der von ihm angerichteten ältern und neuern Verwü

tungen, zu wi en verlangt. Die es Werk hätte noch

wichtiger werden können, wenn der Herr Verfa er

tatt der o müh am eompilirten Auszüge und Allegate

aus den, ihm dazu mitgetheilten, For tamtsakten und

andern Schriften, es mit mehreren eigenen Bemer kungen bereichert hätte. Die übrigen in den Zeiten der

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und andern Schriften, es mit mehreren eigenen Bemer kungen bereichert hätte. Die übrigen in den Zeiten

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Verwü tung er chienenen Schriften, wozu auch die Ab

handlungen gehören, welche darüber in dem Hannove

ri chen Magazine 1783 tehen, ind mehrentheiis von

geringerer Erheblichkeit; und was von die em Käfer in Krünißens ökonomi cher Encyklopädie unter dem Ar

tikel Kiefer angeführt wird, i t größtentheils aus

andern Schriften mit vielen Wider prüchen zu ammen

getragen.

§.

7.

Der bö e te unter allen Käfern, welche man auf den hie igen Fichten oder Rothtannen findet, i t der §. 4. genannte Borkenkäfer (Bo trichus Typ6 graphus Fabr.), der in den hie igen Gegenden unter

dem Namen des Wurms,

des chwarzen

Wurms, oder des Tannenwurms bekannt i t,

Nach dem innei chen und den ältern

Sy temen gehörte er unter die Gattung

entomologi chen

der Derme ken,

daher er auch, in den ämtlichen for twi en chaftlichen

Schriften, unter dem Namen Derme tes Typogra

phus aufgeführt i t. Nachdem aber die neuern En tomologen, und be onders Fabrizius, unter der innei chen Gattung Derme tes ver chiedene Käfer vereinigt fanden, die in An ehung der Lebensart, der Freßwerk

zeuge, und des ganzen Baues ehr von einander abwi chen, o trennten ie ver chiedene von den elben, und

vereinigten ie in neuen Gattungen, Apate und Bo trichus. Zu der letztern wurde denn auch unter meh

reren der D.Typographus gezogen. Den Beynamen

Typographus (Buchdrucker) hat er von innee erhal

ten, wozu vermuthlich die Figur der Gänge Anlaß ge

geben hat, welche die er Käfer, oder eigentlich eine

F

Larve

ten, wozu vermuthlich die Figur der Gänge Anlaß ge geben hat, welche die er Käfer, oder

2

Larve unter den Borke frißt, und die einem Buchdruk

ker aße nicht ganz unähnlich i t.

-

-

§

8.

-

/

Die er Käfer i t in der 1 ten und 2ten Figur in einer natürlichen Größe, in der 3ten und 4ten Figur

abervergrößert abgebildet. Die Größe habe ich im

mer, o wie es bey In ekten überhaupt der Fall zu eyn pflegt, bey allen Käfern die er Art fa t gleich ge funden, einen aus Sach en her tammenden Käfer aus genommen, wo der Borkenkäfer in den Jahren 178o

bis 1784 ebenfalls in großer Menge gewüthet hat. Die er war um ein Merkliches größer, übrigens aber dem hie igen ganz ähnlich. Der hie ige Harzer Typographus i t beynahe

2
1

Linien Rheinländi chen Decimalmaaßes lang, und

Linie dick. Sein Körper i t beynahe walzenförmig.

Das Bru t tück i tvon dem übrigen Theile des Leibes

mit einer plattvertieften Rinne abge etzt, von Farbe etwas dunkler, als die er, mit feinen, kurzen, ziem lich teifen Haaren be etzt, und vorn am Kopfe abge

rundet. Die Flügeldecken ind an dem, der Puppe

o eben ent chlüpften Käfer hellbraun, werden aber

immer dunkler, und am Ende chwarzbraun. Sie

ind mit einigen Reihen vertiefter Punkte ge treift, und

mit wenigen, aber ähnlichen Haaren, wie das Bru t tück, be etzt. An dem hintern Theile der elben i t eine kleine, an ihrem höckerigen Rande mit ähnlichen Haaren eingefaßte, Vertiefung befindlich, gleich am, als wenn aus der walzenförmigen Figur des Käfers ein Stückchen ausge chnitten wäre, welches ihn von einigen

andern Arten einer Gattung und Größe ehr unter

.

-

-

ausge chnitten wäre, welches ihn von einigen andern Arten einer Gattung und Größe ehr unter .

cheidet,

/

d3

cheidet und be onders kennbar macht. Seine echs

Füße ind an ihrem vordern Ende mit zwey kleinen, dünnen, hakichten, hornartigen Klauen ver ehen, und ihre tärkern enden mit einigen bor tenartigen Haaren be etzt. Der Leib i t unten, wie an allen Käfern, mit

Ringen

faßten,

ver ehen. Der aus einer, mit Haaren einge

Oeffnung des Bru t tücks hervorragende Kopf

i t mit ehr fe ten, hornartigen, pitzen und charfen

Freßwerkzeugen ver ehen, die in der fig. 5. vergrößert

abgebildet ind. Die feinen, nicht ehr langen, an den äußer ten Gliedern tärkern, Fühlhörner ind an ihm, o wie bey den mei ten In ekten, ehr beweglich. Die unter den Flügeldecken dreyfach eingefalteten, fei nen, häutigen Flügel ind, wenn der Käfer ie zum Fliegen auseinanderlegt, mehr als zweymal o lang,

als der Käfer elb t. Ueberhaupt hat die er Käfer, o klein er auch i t, ganz das rauhe, harte, unempfindliche An ehen, wie es einem Aufenthalte in den rauhen, fin tern, öden Tannenwäldern angeme en i t, und oft vermehren noch einige kleine, in einen Haaren klebende Stückchen Tan nenharz die e Rauhigkeit. Dabey i t er o fe t gebauet, wie wenige andere Käfer einer Größe; er wird auch nicht o leicht, wie andere, be chädigt, und i t hart

anzugreifen.

-

Er wohnt in den Fichten zwi chen dem Holze

und der Borke, in welcher letztern er von den markich

-

ten Rindenlagen lebt, und darin die Kanäle nach einer

ihm eigenen Figur ausfrißt, ohne das Holz merklich zu berühren.

-

An ehr vielen die er Käfer habe ich häufig eine

Art Milben (Acarus), wie man ie, jedoch größer,

-

bey

-

- An ehr vielen die er Käfer habe ich häufig eine Art Milben (Acarus), wie man

I4

bey den Mi tkäfern ieht, gefunden, die ich unter den

Leib und in die hintere Vertiefung der Flügeldecken etzen, und welche o groß ind, daß man ie mit blo

en Augen deutlich ehen kann. Bey einigen Käfern

fand ich, daß ihnen die e Thierchen ogar Löcher in die

hornartige Haut gefre en hatten.

-

V.

-

§.

9.

-

Wenn der Käfer eine Vollkommenheit erreicht

---

hat, und es ihm die Jahrszeit und das Wetter erlaubt;

o verläßt er einen bisherigen Aufenthalt, worin es

ihm dann auch an guter fri cher Nahrung gebricht. Er

frißt ich durch die

bis dahin noch zu einer Be chüßung

erhaltenen obern trocknen Rindenlagen hindurch, kriecht

oft, wenn ihm das Wetter nicht ganz gefällt, eine Zeitlang auf der Außen eite des alsdann vertrockneten Baums, und fliegt aus, um be ere Nahrung aufzu

uchen, ich zu begatten, und ein Ge chlecht fortzu

- pflanzen.

Die es ge chieht von den Käfern, welche den Winter über ausgewach en ind, in den warmen Früh

lingstagen, drey Wochen früher, oft päter, gewöhn

lich in der Mitte des May, am häufig ten in den Nach mittags tunden. Man ieht den Käfer gewöhnlich in den letzten Stunden vor Sonnenuntergang, einzeln, wenn die es In ekt in dem Jahre in gewöhnlicher An

zahl da i t; aber auch bey ganz großen wolkenähnlichen Schwärmen, auf die anzufre enden Stämme fallen,

wenn die er Käfer in o ungeheurer Menge, wie in den Jahren 1780 bis 1784, wüthet. Vermöge eines Körperbaues kann er nicht ehr weit fliegen, wobey es ehr darauf ankommt, ob er

-

in

wüthet. Vermöge eines Körperbaues kann er nicht ehr weit fliegen, wobey es ehr darauf ankommt, ob

!

-

I5

in einem vorhabenden Fluge vom Winde begün tigt oder verhindert wird. Bey warmem Wetter fliegt er

höher, und oft über die höch ten Tannen weg. So

habe ich bisweilen bey olchem Wetter Schwärme von

die em Käfer von einem Berge zum andern, über das

Thal weg, fliegen ehen, ohne daß ie auf die tiefer

ge tandenen Bäume fielen. Bey kühlem Wetter ieht

man ihn aber tiefer, und gewöhnlich nur einzeln, oder

in ehr kleinen Schwärmen fliegen.

I:

-

-

Wenn der Wind dem Käfer in einem Fluge hilft; o mag er wol halbe, ja ganze Stunden weit fortkommen können, wie man olches mehrmals an Orten bemerkt hat, die o weit von den vom Käfer an

ge tochenen For torten entfernt waren.

So ah icham Ende des May 1782 am Schwar zenberge bey einem kühlen Abend er t einzelne Käfer, und hernach ganze Schwärme niederfallen, daß meine

Kleidung davon voll aß, und die Käfer in ungeheurer Menge auf dem Boden zwi chen denTannennadeln her umkrochen. Die e Käfer hatten al o an dem Tage ihr Ziel nicht erreicht, und vermuthlich haben ie am fol FndenTage ihreRei e weiter fortge etzt. Sie chienen

einen, auf einige hundert Schritte entfernten, grünen alten Tannenort zu bedrohen, der auch in dem folgen den Herb te trocken wurde.

. Wie viele von die en Käfern bey ihrem Heraus

fliegen oder Schwärmen umkommen mögen, kann man daher urtheilen, da man ie in den Jahren auch an

olchen Orten häufig antraf, wo ie keine Nahrung fin:

den konnten. So habe ich damals elb t in See en

die eKäfer auf den Straßen und Dächern herumkrie

chen,

fin: den konnten. So habe ich damals elb t in See en die eKäfer auf den

16

-

-

chen, und ich in dem, auf den Straßen liegenden

Tannenholze ver ammlen ehen.

.

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3

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-

-

DieKäfer, welche ichzum Teil während des

Herum chwärmens, zum Theil auch nachher begatten mögen, fallen auf die ihnen nach Gelegenheit an tän

digen grünen Fichten oder Rothtannen, auf welchen ie

ich in kurzer Zeit zwi chen den Schuppen der fe ten Borke em ig ein Plätzchen uchen, und in Ge chwindig keit einfre en. Ich habe mehrmals dergleichen Schwär

me anfallen ehen, welche nach einer halben Stunde größtentheils unter der Borke teckten, und dabey o laut fraßen, daß man es deutlich hören, und auch an

dem abfallenden Wurmmehle ehen konnte. JederKä

er, oder vielmehr jedes Paar Käfer frißt ich be on

#

ein, und nachher in eine, dem Stamme nach

auf-oderunterwärts laufende mehrentheils gerade Rin ne, wie man es in der 1oten Figur, die nach einemr. vor wenig Tagen angefre en gewe enen Stück Borke. genau abgezeichnet i t, ehen kann. In die er Rinne,

worin man gewöhnlich zwey Käfer zu ammen antrifft,

legt das Weibchen auf beyden Seiten in der Mitte der grünen Borke ihre Eyer, jedes der elben in ein kleines

rundes Grübchen ab, und verklebt ie mit Wurmmehl,

ohne daß der Hauptgang dadurch ge perrt wird. Sol

che Eyergrübchen ind gewöhnlich 2 Linien weit von ein ander entfernt, und man findet wohl 60 bis 80 der

gleichen in einem Hauptgange, die al o von einem ein

zigen Paare mit Eyern belegt werden. Doch kommen

die Eyer, wie man es aus den päter abgenommenen

Rinden tücken deutlich ehen kann, nicht alle aus, und

errei

"

Eyer, wie man es aus den päter abgenommenen Rinden tücken deutlich ehen kann, nicht alle aus,

erreichen nicht alle ihreVollkommenheit;

J7

theils, weil

oft Ein Paar Käfer ich dem andern

daß es dadurch entweder eine

o nahe einfrißt,

eigene, oder des Nach

widrige Zufälle

ind.

Die

bars Brut zer tört, oder weil on tige

dem be ern Gedeihen der Brut nachtheilig

alten Käfer fre en, nachdem ie ihr Fortpflanzungsge

chäft beendigt haben, die Rinne noch

Paar Zolle länger, und bohren ich Sehr oft, und größtentheils findet

wohl um ein

dann wieder durch.

man ie darin todt

und vertrocknet, oft aber auch die mit den jungen Käfern zu ammen.

alten Käfer lebend

In der

auf der

ieht man, wie

ausgekom

1oten Figur befindlichen längern Rinne

darin einige Larven aus ihren Eyern chon

men ind, und zu fre en anfangen.

Allem Vermuthen nach wird die er B.Typogra

mit der Begattung

Leben endigen,

Der

tehen.

phus wohl, wie die übrigen In ekten,

und Vermehrung des Ge chlechts ein und de en Ziel mit jener im Verhältni e

entgegenge etzten Meinung anderer,

daß die e Käfer

kann wohl nur

zweymal ich begatten und fortpflanzen,

durch die Analogie wider prochen

werden, da ent chei

dende Beobachtungen hierüber wohl chwer anzu tellen

eyn möchten.

§ 11.

Die weißen, eines Mohn aamenkorns

großen

nach und nach, und

Eyer die es Käfers vergrößern ich

in einer Zeit von 14 Tagen findet

man chon die ausge

kommenen Larven als kleine Maden,

Orte ihrer Ent tehung nach

die ich von dem

der Quere des Baums hin

fre en.

Die 6 te Figur tellt ein Stück fri che

Borke

B

vor,

nach die ich von dem der Quere des Baums hin fre en. Die 6 te Figur

18

-

Y

vor, worin ich die ausgekommenen Maden chon bis zu ihrer er ten Veränderung eingefre en haben.

*

Die junge Brut macht damit mei t wellenförmig

neben einander herlaufende,und elten ich einander tref fende oder durch chneidende flache Gänge, zwi chen dem

Holze, das ie kaum berühren,

den eigentlichen Ba tlagen.

und Ä der Rinde, in

Die dadurch ent tehenden

Rinnen erweitern ie nach Verhältniß

den Größe, wie man es deutlicher in der 6. Fig. ehen

wird,

ausweichen.

wobey ich die e Larven orgfältig einander

Man ieht aus die er Abbildung, wie

mehrere Käferfamilien, die von dem Mutterkäfer in

dem größern Hauptkanale ent tanden ind, darin leben. Ich habe zu die er Zeichnung ein olches Stück Borke

gewählt, worin der oben bemerkte Fall vorkommt, bey

welchem ich zwey alte Käfer zu nahe gekommen ind,

und aus Mangel der nöthigen Nahrung j beyder eitige

Brut ich einander zer tört hat.

-

§

12.

Nach vierzehn Tagen bis drey Wochen findet

man die Larven, welche in der Fig.7. vergrößert zu e-

hen ind, chon in dem zweyten Zu tande ihres Lebens,

mit abge treifter er tern Haut in Puppen liegen, wel-

che in der Figur 8. in natürlicher, in der Figur 9.

aber vergrößert zu ehen ind.

In die em Zu tande

ind ie, wie mehrere In ekten, größer, als in ihrem

ausgebildeten Käferkörper.

Die Puppe i t in den er

ten Tagen ehr hellweiß und weich, und ie cheint alsdann bey jeder Berührung, auch gegen Kälte, Luft und Nä e ehr empfindlich zu eyn, wenn man die

Borke aufdeckt und ie in ihrer Ruhe tört.

-

--

-

Bey

Luft und Nä e ehr empfindlich zu eyn, wenn man die Borke aufdeckt und ie in

19.

Bey dem Verpuppen, oder dem Uebergange von

der Larve zur Puppe, bey welchem alle In ekten zu lei den und für ihr Leben gewi ermaßen Gefahr zu laufen

cheinen, erfodert auch die e Käferart mehrere Begün

tigung vom Wetter, als in ihren übrigen Lebenszu tän den, welches ich noch in den Jahren 179o und 1791 mehrmals daraus bemerkt habe, daß ich ie in die em Zu tande in den abge chälten Borken tücken häufig todt

und vertrocknet fand, welches ich dem damals im

Spät ommer anhaltend eingefallenen kalten Regen zu chreibe, beywelchem denn doch owohl die Eyer, als

die vorher chon ausgebildeten jungen Käfer ich gut ge

halten hatten.

-

§.

13.

\.

Weit unempfindlicher i t die e Puppe, wenn ie

ich ihrer Entwickelung zum Käfer nähert, o wie der junge Käfer elb t, welcher die treng te Kälte aus te

hen kann.

-

-

-

Die Flügeldecken der letztern ind er t ganz hell braun, und färben ich, nachdem ie älter werden,

mehr ins dunkelbraune, bis ie beym Ausfliegen, wie

die alten Käfer, chwarzbraun aus ehen.- Die Zeit, in welcher die Käfer bis zur Ver

wandlung in der Puppe liegen, und nach die er bis

zum Ausfliegen auswach en, i t ehr ver chieden. Meh reren Bemerkungen nach, glaube ich, daß er die e Pe

rioden im Sommer bey gutem Wetter wohl in ieben

bis acht Wochen abmachen kann. Im Winter aber,

den der Käfer größtentheils fa t wie er tarrt hinzuzu bringen cheint, gehen wohl eben o viele Monate dar

auf hin, indem die Larven, Puppen und oft elb t die

B

2

chon

-

cheint, gehen wohl eben o viele Monate dar auf hin, indem die Larven, Puppen und oft

2o

chon ganz ausgewach enen jungen Käfer, welche man

im September in den Borken der ange tochenen Bäu

me findet, doch er t in dem folgenden April oder May

ausfliegen können. Man findet daher auch die Borke, in welcher die Käfer den Winter über gelebt haben, weit tärker ausgefre en. Hierans folgt die Vermuthung, daß die er Käfer

in Einem Jahre gewöhnlich zwey, und wenn ihm die Witterung gün tig i t, auch wohl drey Generationen

hervorbringen könne, woher die chnelle und große Ver

mehrung de elben begreiflich wird. Denn wenn man

von einem einzigen Paare für die er te Generation nur

25

Paare, und für die zweyte auf jedes Paar 50

Stück annimmt, o beträgt das chon an 13oo, und

bey drey Generationen über 30, coo Käfer. Welche ungeheure Vermehrung i t al o von einem einzigen

Stamme, der nur gewöhnlich mit Käfern be etzt i t,

und einige hundert, vielleicht tau end Käferfamilien in

ich faßt, und wie viel gar von einem ganzen ange to

chenen For torte zu befürchten, be onders, wenn das

Uebel einige Jahre nacheinander dauert!

§

14.

Als Puppe frißt der Käfer nicht, und es i t zu einer Erhaltung hinlänglich, wenn er als olche unge tört

in einer Wohnung liegen bleibt. Als Käfer aber frißt

er nach und nach alles größtentheils weg, was er zwi

chen dem Holze und der äußeren harten Borke findet,

wobeyer die trockenere Rinde an den ausgefre enen

Stellen tehen läßt, und die fri chere auf ucht. Er

füllt die ausgefre enen Gänge mit Wurmmehl und Un rath wieder an, zwi chen welchen man oft todte ver

*

- -

klebte

füllt die ausgefre enen Gänge mit Wurmmehl und Un rath wieder an, zwi chen welchen man

2 I

klebte Käfer antrifft, bis er ich endlich durch ein run-

des Loch durch die äußere Borke durchbohrt, ausfliegt

und das Ge chäft einer Väter forttreibt. Die 13te Figur tellt ein olches Stück Borke vor, aus dem die

junge Brut größtentheils chon ausgeflogen i t. Die e Borke pflegt alsdann bald nachher vom

-

Holze von elb t abzufallen, gem, an den vom Wurme

und man wird aus Obi ange tochenen Stämmen

leicht unter cheiden können, ob olche noch von dem el ben bewohnt oder chon verla en ind, indem in dem er tern Falle auf der äußern Seite der Stämme nur

wenige Löcher, nemlich nur diejenigen ind, wodurch die Mutterkäfer ich eingefre en haben; im andern Falle aber er cheint die Borke gleich am mit Löchern über

äet zu eyn. Die e Bemerkung i t für den For tmann

wichtig, wie unten um tändlicher gezeigt wird.

§.

I5.

Der Käfer i t in die em Zu tande ehr hart

und

unempfindlich. Ich habe mehrere, welche aus den abge chälten Rinden tücken ausgefallen waren, in den

auf dem Boden liegenden Nadeln lange Zeit nachher

gut erhalten gefunden, und vermuthlich würden ie darin einen Winter zubringen können. In unabgebork

tem gefälltem Holze, owohl in Stämmen, als in Malterbänken, bleiben ie ganz ge und und wohl, wenn

ie auch mit die em eine Zeitlang im Wa er oder Ei e

gelegen haben. So hat man es doch durch mehrere Erfahrungen be tätigt gefunden, daß ich die e Käfer

in dem geflößten und über drey Wochen lang eingefroren

gelegenenFlußholze gut erhalten haben, und nachher un

ge tört zu ihrer Zeit ausgeflogen ind. B Z

Wie

eingefroren gelegenenFlußholze gut erhalten haben, und nachher un ge tört zu ihrer Zeit ausgeflogen ind. B

22

-

-

Wie leicht die Wärme dergleichen eingefroren ge

we ene Käfer wieder belebt, kann man an olchen
s

Holz tücken ehen, die den Winter über in eine warme

Stube gebracht werden, aus welchen die Käfer ich

bald durchfre en, und in der Stube umherfliegen,

wo ie aber aus Mangel an Nahrung bald terben.

§. 16.

Der eigentliche von der Natur die em Käfer an

gewie ene Aufenthalt und eine Nahrung i t die Fichte oder Rothtanne. Bis jetzt ind keine Be chädigungen bekannt, die er in andern Nadelholzarten angerichtet hätte. Auch während der großen Trockniß habe ich ihn auf dem Harze nur auf einigen ehr wenigen Fohren
-

oder Kiefern und Lerchen entdeckt, auf welche er ver chlagen zu eyn, und die er nur aus Mangel be erer

Nahrung ange tochen zu haben chien. Die e waren auch, vermuthlich, weil die darin abgelegte Brut nicht

zu ihrer Vollkommenheit gekommen eyn mochte, nicht

davon vertrocknet. So fand man zum Bey piel von einigen vor dem För terhau e zu Mönnechehof tehenden

terchen, die alle vom Wurme ange tochen waren, nur

Eine trocken, die übrigen hatten die en Zufall aus

gehalten.

-

-

-

§.

17.

-

-

Hiermit wäre al o der berüchtigte Käfer, Bo

- Generation zurandern für den For tmann hinlänglich

erer Fichten-oder Rothtannenwaldungen von Einer

trichus Typographus, die er gefährlich te Feind un

be chrieben. Es mag die e Be chreibung wenig tens für ihn hinreichen, um ich mit Zuverlä igkeit überzeugen

-

-

:

r

-

zu

-

die e Be chreibung wenig tens für ihn hinreichen, um ich mit Zuverlä igkeit überzeugen -

/

23

zu können, ob es bey einem

wahre bö e Käfer ey, oder

züglich auf die Zeichnung der

nicht.

vorkommenden Falle der

Hierbey hat er vor angefre enen Borke zu

Unter cheidungszei

vollkommen

von de

werden ollen,

ganz ver chiedenen Wei e

::

achten, welches eines der icher ten

chen i t, und zur vorläufigen Be timmung

hinreicht, da alle übrigen Tannenborkenkäfer,

nen in der Folge noch einige be chrieben

die Borke auf eine von die er

anfre en.

-

-

-

- -

-

§.

- -

-

18.

-

--

-

-

- -

-

.

-

-

Die Bäume, welche von die em Käfer

angefre

- en werden, färben ihre on t grünen

Nadeln bald dar

nachher einen

auf gelblich, und la en einige Wochen

großen Theil der elben fallen.

Man erkennk al o o

in der Borke,

Harztrop

wohl hieran, als an den Wurmlöchern

pen klebenden oder um den Stamm

mehle, wenn eine Fichte vom

Doch kann man die Wurmlöcher

den tehenden ange tochenen Bäumen

men, weil die Käfer vorzüglich

an den aus die en zuweilen hervorquillenden

fen, und an dem vor die en Löchern

und in den Schup

liegenden Wurm

Käfer angegriffen i t:

immer in

ogleich wahrneh

elb t nicht

die alten Bäume, bey

warmem Wetter, in einer

Höhe von zwanzig oder mehr

Fuß am häufig ten anzufliegen

auch die es, wie in andern Fällen

pflegen.

Inde en ieht

das darauf geübte

Auge leicht, be onders wenn es durch

merkungen darauf aufmerk am gemacht

andere Nebenbe

wird.

,

Die von die em Käfer in den

Fichtenwäldern

verur achten Verheerungen ind

-

unter dem Namen von

Wurm

- B 4

Käfer in den Fichtenwäldern v e r u r a c h t e n Verheerungen

24

Wurmtrockniß, Wurmfraß, Trockniß, fa t

in allen großen deut chen Fichtenfor ten bekannt, und man hat davon, laut Nachrichten, chon in den älte ten

Zeiten ehr chädliche Bey piele gehabt, wozu be onders

ein altes gedrucktes Gebetbuch, worin die er Käfer un ter den nach damaliger Sitte abzubetenden Ulebeln na

mentlich aufgeführt teht, zum

Bewei e dient. Im

Anfange die es Jahrhunderts bis 171o war die Wurm

trockniß am Harze ehr tark; auch in den Jahren

- 1748 - 1750 und 1752, zeigte ie ich hin und

wieder, jedoch nicht o tark. Es i t daher unglaub

1745

lich, daß man beym Anfange der letztengroßen Wurm

trockniß in den Jahren 1769 und 779 die es Uebel

nicht genauer kannte und damals nicht gleich im An-

fange bevor es überhand nahm, mit mehrerem Eifer dagegen arbeitete, und ogar die in den ältern Zeiten

einigemale mit gutem Erfolge dagegen angewendeten

Mittel, ver äumte; unglaublich, daß man dieß Uebel damals mit o vieler Gela enheit an ah, bis die Trock

niß o ehr zunahm, daß chon ganze Tannenwälder

verloren gingen, wie es 1771 am Ziegen Margarethen

Berge und 1772 auf der Fläche am Buchberge in dem Mönnechehoferfor te der Fall war.

Dem ungeachtet glaubte man mit dem gewöhn

lichen For tbetriebe dem

Uebel zuvorkommen zu können,

wenn die jährlich nöthigen Holzbedürfni e von die en Oertern genommen würden, welche aber zur Aufräu

mung der elben bey weitem nicht hinreichten. In den Jahren 1775 bis 1779 nahm die Trock

-

-

niß noch immer ehr zu, und nun er t wurde mit meh

rerem Ern te auf die Erhaltung der Tannenfor ten ge

dacht, vieles darüber ge chrieben und überlegt, eigent

-

-

-

-

licf

9,

te auf die Erhaltung der Tannenfor ten ge dacht, vieles darüber ge chrieben und überlegt, eigent

A

- =

"

25

lich aber wenig dagegen vorgenommen, und nichts aus.

gerichtet. Viele begnügten ich zu wi en, daß der Kä

fer-Derme tes Typographus hieß. Andere

hielten es

für eine be ondere Strafe des Himmels, die

man mit

chri tlicher Gela enheit für eine Sünden ertrage

müßte.

-

-

-

-

::

2

: Der Käfer war damals in den Harzgegenden

der gewöhnliche Gegen tand der Con ervationen, worin

er, nach den Wind- und Wetterunterhaltungen, man

che Lücke wohlthätig ausfüllte. So wurde auf jeder

Bergrechnung auf jeder Kindtaufe auf dem Harze

vorzüglich darüber di putirt, ob der Käfer die Ur ache,

oder nur die Folge der Trockniß ey. Ob er nemlich

auch ge unde Stämme, oder nur olche angriffe, wei

che durch tarke Wind türme, Hitze, oder durch der

gleichen Zufälle krank wären, und ohnedem trocken ge worden eyn würden. Da ich mit mehrerer Bequeme lichkeit das Letztere behaupten ließ, und es in der Zeit auf dem Harze die Lieblingsmeinung war, o timm ten die mehr ten auch für die en Satz, und ließen al o

die, ohnedem dem Vorgeben nach kranken, chwind

üchtigen Bäume ruhig an den Würmern terben, in

der Hoffnung, daß es doch aufs Jahr wohl be er wer

den möchte! Es wurde inde en an dem Niederhauen

der trocknen Oerter ehl tark gearbeitet. Es ge chah

dieß aber mehr, um das trockne Holz von der Fäulniß

und dem Verderben zu retten, und zu be ern Kohlen zu benutzen, als um den Wurm zu vermindern, indem größtentheils nur die alte Trockniß, oder olche Bäume

niedergehauen wurden, aus welchen der Wurm läng t

ausgeflogen war. In den fri ch angefre enen Bäumen ließ man ihn inde en ein Fortpflanzungsge chäft ruhig

rttreiben.

forttreiben

B 5

-

So

angefre enen Bäumen ließ man ihn inde en ein Fortpflanzungsge chäft ruhig rttreiben. forttreiben B 5

/

W

-

N

26

in dem gemein chaftlichen

So wurde auch

Com

munionfor tan te

zu Cellerfeld 1776 fe tge etzt:

daß in

den ämtlichen

Trockniß zuer t,

For ten die alte

und

aufgearbeitet werden

die fri che er t nachher

ollte, wel

cher ganz zweckwidrigen

Verordnung man

die nachheri

vorzüglich zu

gen traurigen

Folgen der Trockniß

verdan

hat.

fen

§ 20.

Wurm

In den Jahren 1778

und 1779 war der

allgemein, und in

den mehr ten Orten

fraß nicht ganz

da, gewöhnlich

an zehn bis zwanzig

nur noch hie und

zu ammen tehenden

Bäumen zu

finden,

und aller

Wahr cheinlichkeit

auch noch damals

nach würde man

Hülfe zu vermindern

das Uebel durch ern thafte

und zu

dem warmen trock-

gewe en eyn. In

heben im Stande

welchem die warmen

nen Sommer von

1780 aber, in

wo ie der Vermehrung

die Zeit fielen,

Tage gerade in der Käfer am noch an olchen

Trockniß

gün tig ten ind,

nahm die zu, wo man ie

Orten allgemein

bis da

an einzelnen Stämmen

hin nur höch tens

bemerkt hatte.

die Verwü tung,

endlich

In dem Jahre

1781 wurde

chrecklich, indem, geführten, Akten

damals darüber

wie man aus den,

im Communionharze

er ieht, allein

von Klausthal über

300,ooo Stäm

und in der Gegend

-

die mit der in ich fa enden

Käfer

me trocken tanden,

Verderben der ämtlichen

Nadelholz

brut das gänzliche

abhangenden Still

for ten, und

mit die em den davon

tand des Bergbaues,

der Harzbewoh-

und den Ruin

Noth allgemein,

ner droheten.

Nun wurde die

und

indem nicht Arbeiter

die Hälfe unmöglich,

genug anzu

um die ungeheure

Menge Trockniß

chaffen waren,

am

- gat

-

:

und indem nicht Arbeiter die Hälfe unmöglich, genug anzu um die ungeheure Menge Trockniß chaffen waren,

-

-

27

ganzen Harze gehörig o aufzuarbeiten, daß der Wurm darin vor dem Ausfliegen zer törtwerden konnte. Alle Arbeiter waren hinlänglich be chäftigt, um nur olche Orte noch zu äubern, in welchen die trockenen Bäu me noch o ziemlich einzeln tanden, wodurch denn auch

Ä damals noch ver chiedene Gegenden in den Blankenburg

ger, Ha elfelder und Walkenrieder For trevieren geret

tet wurden.

Im Jahr 1782 wurde die Noth noch immer

.

--

.

.

.

-

.

.

.

-

-

-

-

-

tärker. In der Cellerfelder und Bodenhäu er For t wurº den beynahe 4000 Morgen, worauf man wenig tens

250,ooo Stämme rechnete, wurmtrocken; und im Com

munionharze und auf den angränzenden Churhannöve ri chen Bergen wurde die Trockniß überhaupt guf

600, ooo Stämme ange chlagen.

-

-

-

- §.

-

21.

-

-

-

Inde en wurde doch noch immer behauptet, der

Wurm fräßenur kranke Stämme, die eigentlich doch

als verloren anzu ehen wären, und Alles, was da mals ebenfalls in großer Menge über die e Sache ge-

chrieben i t, enthält mehrentheils nur die Be treitung - oder Wertheidigung jenes Satzes, wobey vorzüglich das

Bergamt für die Meinung, daß der Wurm nur kran

ke Bäume anfräße, mit aller mini teriali chen Ueber

zeugung und Zuverlä igkeit eingenommen war.

-

-

-

Noth und Furcht be chäftigte inde en bey die em

Uebel jeden Harzbewohner, und Alles wurde aufgebo ten, Rath und Hülfe zu chaffen, wozu der Zeitpunkt, ver äumt war. Nun kam denn auch, wie man es ich

leicht denken kann, mancher lächerlicher Rath zum

Vor chein.

W

-

Der

.

-

/

- -

Nun kam denn auch, wie man es ich leicht denken kann, mancher lächerlicher Rath zum Vor

28

t. Der Gelehrte bewies,

zum Bey piel, daß es

und berech

welche der Käfer nach

für die fol

mit dem Todtma

der wahre Perme tes Typographus ey,

nete aus der Anzahl der Eyer,

dem innee legen ollte, die Käferfamilien

genden Jahre, und vieth, beyzeiten

chen der Käfer anzufangen. -

Der Theolog verglich

-

die es Uebel mit den Egy dieMo es gemacht hatte,

Buß- und

pti chen Ratten und Mäu en,

Ä

von guten und bö en Bäumen, chlug

tage vor, rieth, fromm zu eyn,

und ver prach

be ere Zeiten, die denn auch wirklich

nach einigen Jah

ren erfolgt ind.

- -

:-- - -

Einigeriechen, man olltedieBäume

So wollte der Profe or Rö ig

teipzigerIntelligenzblatt. 1785.

elektri iren,

wornach die Käfer in chrecklichen

würden.

Convul ionen terben

mit Einem

elektri chen Schlage Millionen

ehe das

Käfer todt chlagen; man

Nr. 41.

gewi er Apotheker

Ein

wollte dem Käfer ein

wi en, chlug dazu

Succe ionspülverchen beygebracht

Gummiguttä vor, wollte Ruhr unter ihnen veranla en,

chaffen. Anderewollten die Käfer ausräuchern,

tet ich der Wurm auch in den Hütten, wie man es z. B. nahe

dadurch eine an teckende und ie o aus der Welt

ungeach

Tannen nahe bey den an der Franken charner

Hütte ge ehen hat, mitten in den

dick ten Schwefel- und

kann.

daß man

Ar enik-Dämpfen ganz wohl befinden

Andere, welche

nichtbegreifen konnten,

verlegen war, die ange tochenen Bäume

riethen ie amt einem Theile der

niederzuhauen,

nahe tehenden, die

doch

g e t o c h e n e n Bäume riethen ie amt einem Theile

29

- doch in den folgenden Jahren abzubrennen.

trocken werden würden,

- - - --

-

-

kranken Bäu

Noch andere wollten die angeblich

me heilen, und riethen ie zu düngen

und mit einem be

onders dazu gekochten Düngewa er zu begießen.

Einige (kaum ollte man es glauben)

riethen, an

den er