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ganzeî Welt von Ökonomien ist, d. h. von Kampffeldern, die 3. Kapitel sich ebenso nach
ganzeî Welt von Ökonomien ist, d. h. von Kampffeldern, die
3. Kapitel
sich ebenso nach den dort enrstehenden Sueitàbjekten und
Raritäten wie nach den dort eingesetzten Arten des Kapitals un-
Strukturen, Habitusformen, Praktiken
terscheiden, versagt man sich die Erklärung der Formen, Inhalte
und spezifischen Ansarzpunkte, die dem Streben nach Maximie-
Der Objektivismus konstituiert die Sozialwelt wie ein Schauspiel
rung spezifischer Profite und den sehr allgemeinen Optimie-
für einen Beobachter mit einem bestimmten
zum
"Standpunkt"
rungsstrategien
(von denen die ökonomischen Strategierim en-
Handeln, der die Grundlagen seines Verhältnisses
zum Objekt in
geren Sinne nur eine Spielart unter vielen sind) aufgezwungen
werden.l
dieses einbringt und damit so tut, als sei die Sozialwelt nur zum
Zwecke derErkenntnis bestimmt und als seien alle Interaktionen
in diesem Objekt auf symbolische Tauschvorgänge zurückzu-
führen. Genau diese Sicht hat man von den besseren Plätzen der
Sozialstruktur, von denen sich die \íelt - im Sinne der idealisti-
schen Philosophie, aber auch der Malerei und des Theaters - wie
eine Darstellung darbietet, eine Sicht, aus der die Praktiken
nichts weiter sind als Theaterrollen, aufgefühne Partituren oder
ausgeführte Pläne. Die Theorie der Praxis als Praxis erinnert ge-
gen den positivistischen Materialismus daran, daß Objekte der
Erkenntnis þ,onstruiert und nicht passiv registriert werden, und
gegen den intellektualistischen Idealismus, daß diese Konstruk-
don auf dem System von strukturienen und strukturierenden
Dispositionen beruht, das in der Praxis gebildet wird und stets
auf praktische Funktionen ausgerichtet ist. M¿n kann nämlich
mit Marx (Thesen über Feaerbach) den souveränen Standpunkt
aufgeben, von dem aus der objektivistische Idealismus die \íelt
ordnet, ohne diesem die
Seiteu der \üelterfassung überlas-
"tätige
sen zu müssen, indem man Erkenntnis auf Registrieren redu-
ziert. Daztt braucht man sich nur in die
sinnliche
"wirkliche,
Tátigkeit als solcheu, also in das praktische Verhältnis zu '\üØelt
hineinzwersetzen, in jene beschäftigte und geschãftige Gegen-
wãnigkeit auf der'lùl'elt, durch welche die \íelt ihre Gegenwär-
tigkeit mit ihren Dringlichkeiten aufzwingt, mit den Dingen, die
gesagt oder getan werden müssen, die dazu da sind, gesagt oder
getan z! werden, und die die'Worte und Gebärden unmittelbar
beherrschen, ohne sich jemals wie ein Schauspiel zu entfalten.
Man muß sich demStraþ.tarrealismus entziehen, zu dem der Ob-
r Das Vorhandensein der unveränderlichen Prinzipien der Logih der Felder
jektivismus als notwendiges Moment des Brechens mit der Erst-
ermöglicht eine Verv¿endung allgemein üblicher Begriffe, die etwas ganz
erfahrung und des Konstruierens objektiver Verhältnisse
anderes ist als die dabei bisweilen zu beobachtende simp.le analoge über-
tragung von Begriffen aus der ökonomie.
zwangsläufig führt, wenn er diese Verhältnisse hypostasien, in-
dem er sie als außerhalb der Geschichte von Individuum und
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Gruppe vorgebildete Realitäten behandelt. Deswegen braucht man nicht zurück in den Subjektivismus zu verfallen, der
Gruppe vorgebildete Realitäten behandelt. Deswegen braucht
man nicht zurück in den Subjektivismus zu verfallen, der mit-
nichten erklären kann, warum die Sozialwelt notwendig so sein
muß: um dies zu können, muß man sich darauf besinnen, daß
Anstreben von Zwecken und ausdrückliche Beherrschung der zu
deren Erreichung erforderlichen Operationen vorauszuserzen,
die objektiv >geregelt< und
sind, ohne irgendwie
"regelmäßig"
das Ergebnis der Einhaltung von
Regeln
zu sein, und genau des-
die Praxis der On der Dialektik von opr4s operatum wd modus
operandi, von objektivierten und einverleibten Ergebnissen
der historischen Praxis, von Strukturen und Habitusformen
wegen kollektiv aufeinander abgesrimmt sind, ohne aus dem
ordnenden Handeln eines Dirigenten hervorgegangen zu sein.l
Zwar ist keineswegs ausgeschlossen, daß Reaktionen des Habi-
ist.1
tus von einer strategischen Berechnung begleitet sind, die ganz
Die Konditionierungen, die mit einer besrimmten Klasse von
bewußt diejenige Operation zu realisieren trachtet, die der Habi-
Existenzbedingungen verknüpft sind, erzeugen die H abitasfor-
men als Systeme dauerhafter und übertragbarer Dispositionen,
als strukturiene Strukturen, die wie geschaffen sind, als struk-
turierende Strukturen zu fungieren, d.h. als Erzeugungs- und
Ordnungsgrundlagen für Praktiken und Vorstellungen, die ob-
rus auf andere Veise realisiert, nämlich die Chancenabwägung,
bei der ein früherer Effekt zum anvisierten Ziel werden muß.
Doch sind digse Reakdonen zunächsr außerhalb jeder Berech-
nung im Hinblick auf die objehtiven Möglichþeiten der unmittel-
jekdv an ihr Ziel angepaßt sein können, ohne jedoch bewußtes
baren Gegenwart als das definiert, was im Hinblick auf ein wahr-
scheinliches Zuhünftiges geran oder unrerlassen, gesagr oder ver-
r Die Herausarbeitung der Uo."rrr."."rrrr"i der objektivistischen Kon-
struktion wurde paradoxerweise durch die Bemühungen derer verzögert,
schwiegen werden muß. Dieses Zukünftige drängt sich im Ge-
gensatz zur Zukunft als reiner, vom Vorhaben einer >negariven
Freiheitu projizierten "absoluten Möglichkeit" im Hegelschen
die in der Linguisdk wie in der,\nthropologie das strukturalistische
Mo-
dell unter Berufung auf den 'Kontext. oder die
zu
'Situation*
"korrigie-
ren" suchten, um Variationen, Ausnahmen und Zufälle zu erklären (anstatt
(oder Sartreschen) Sinne mit einer jedes Abwägen ausschließen-
den Dringlichkeit und Daseinsberechtigung auf. Reize existieren
für die Praxis nicht in ihrer objektiven \Øahrheit als bedingte and
wie die Strukturelisten
daraus einfache, in der Struktur aufgehende Varian-
ten zu machen), und sich dadurch die radikale Infrageste.llung der objekti-
þonoentionelle Auslöser, da sie nur wirken, vrenn sie auf Han-
delnde treffen, die darauf konditionien sind, sie zu erþennen.2
vistischen Denkc/eise ersparren, sofern sie nicht schlicht wieder auf die
freie Entscheidung des bindungs- und wurzellosen reinen Subjekts zu-
r Man müßte völlig vermeiden können, von Begriffen für sich selbsr zu spre-
rückverfielen. So zum Beispiel bleibt die Methode der sogenannten situa-
tional anaþsis, bei der "Menschen in verschiedenen sozialen Situationen*
chen und sich so der Gefahr auszusetzen, zugleich schematisch und forinal
beobachtet werden, um bestimmen zu können, ,wie Individuen in den
Grenzen einer bestimmten Sozialsrruktur
Entscheidungen fillen können*
(vgl. M. Gluckman,
Data in British Social Anthropology*,
"E¡[¡¡6gr"O¡ic
Sociological Revieu,
IX
}lärz
Q),
t96t, S. 5-r7; außerdem J. Van Velsen,
Tbe Politics of Kinship, A Stad1 in Socìal Manipuhtion among tbe Laþeside
Tongø, Manchester, Manchester University Press 1964, z. Aufl. r97r), in
der Alternative von Ausnahme und Regel gefangen, die (der von den An-
vorzugehen. \Øie alle Begriffe von Dispositionen dürfte der \ùûen des Habi-
tusbegriffs, der nach seinen historischen Verwendungsformen insgesamt
zur Bezeichnung eines Systems von d¿uerhaften und erzeugenden erq¡or-
benen Dispositionen hugr, vor allem darin liegen, welche falschen Pro-
blemstellungen und Lösungen er beseitigt und welche Fragen mit seiner
Hilfe besser gestellt oder gelöst werden können, als darin, welche eigent-
lich wissenschaftlichen Probleme er aufwirft.
z Der Begriff des Stuþtaneliefs der Attribute eines Obiekts, d. h. des Merk-
hängern dieser Methode gern zitierte) Leach in aller Klarheit formuliert
hat: "Ich postuliere, daß strukturelle Systeme mit strikter Institutionalisie-
mals, welches bevrirkt, daß ein Attribut (2. B. Farbe oder Fom) "bei belie-
rung aller Pfade des sozialen Handelns unmöglich sind. In iedem lebensfä-
biger semantischer Behandlung des Signifikats, das es enrhäll eher berück-
sichtigt wird" $. F. Le Ny, La sémantþue prycbologique, Paris, P. U. F.
higen System muß es einen Bereich geben, in welchem es dem Individuum
freisteht, Entscheidungen zu treffen, um das System zu seinen Gunsten zu
ry79, S. ryo|
),
ist genau wie sein Äquivalent in einem anderen Kontext,
der \üebe¡sche Begriff der 'durcbscbnittlicben Chancenn, eine Abstr¿k-
manipulieren" (E. Leach, nOn Certain Unconsidered ,{,spects of Double
tion, weil sich das Relief je nach den Dispositionen
verändert. Doch kann
Descent Systems", Man 6z (r962), S. 133).
man mit diesem Begriff den reinen Subjektivismus hinter sich lassen, indem
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Die Praxiswelt, die sich im Verhältnis zum Habitus als Sysrem Tugend gemachten Not sorgen dafür,
Die Praxiswelt, die sich im Verhältnis zum Habitus als Sysrem
Tugend gemachten Not sorgen dafür, daß die von ihm hervorge-
kognitiver und motivierender Strukturen bildet, ist eine \Øelt
b."chten Vorwegnahmen die Einschrãnkung zu ignorieren
von bereits realisierten
Zwecken,
Gebrauchsanleitungen
oder
trachten, die für jede \lahrscheinlichkeitsrechnung
gilt: die Ver-
'Wegweisungen, und von Objekten, \ù(i'erkzeugen oder Instirutio-
dürfen nicht verändert worden sein. Im Un-
suchsbedingungen
nen, die nach Husserl mit einem ,dauerhaft teleologischen
terschied t,,
*iìtet s.h"ftlichen Berechnungen, die nach jedem
Charakter* ausgesrarter sind. Dies, weil die einer (im Sirine von
Saussure oder Mauss) willkürlichen Bedingung innewohnenden
Experiment nach strengen Rechenregeln berichtigt werden, ge-
*iiht.n die Vorwegnahmen des Habitus als eine Art praktischer
Regelmäßigkeiten deswegen eher als notwendig bzw. natürlich
Hypothesen, die auf früherer Erfahrung fußen, die Ersterfah-
erscheinen, weil sie den Ïlahrnehmungs- und Beurteilungssche-
mata zugrunde liegen, mit denen sie erfaßt werden.
Zwar làßr sich regelmäßig eine sehr enge Korrelation zwischen
,r.rng"n viel zu hoch. Die charakteristischen Strukturen einer be-
stimmten Klasse von Daseinsbedingungen sind es nãmlich, die
über die ökonomische und soziale Notwendigkeit, mit der sie
wissenschafrlich konstruierten obj ehtiaen Vy'abrsch einlicb þeiten
auf die relativ ¿utonome lÙ(i'elt der Hauswirtschaft und der Fami-
(2. B. Chancen des Zugangs zu diesem oder.jenem Gut) rnd sub-
oder besser noch über die eigentlichen
lienverhältnisse drücken,
i1Þtioey Eruartangen ("Beweggründeno oder,Bedürfnissen.)
dieses äußeren Zwangs in der Familie
Erscheinungsformen
feststellen, doch liegt dies nicht etwa daran, daß die Handelnden
(Form
der geschlechtsspezifischen
Arbeitsteilung, Objektwelt,
bei ihren Erwanungen von einer exakten Bewertung ihrer Er-
folgschancen ausgehen wie Spieler, die ihr Spiel aufgrund voll-
kommener Information über ihre Gewinnchancen gãstalten. In
Èor-.n derKonsumption, Verhältnis zu Verwandten usw.), die
Strukturen des Habitus erzeugen, welche wiederum zur Grund-
lage der \lahrnehmung und Beurteilung aller späteren Erfahrung
der Virklichkeit, und weil die durch Möglichkeidn und Un-
'werden.
möglichkeiten, Freiheiten und Notwendigkeiten, Erleichterun-
gen und Verbote dauerhaft eingeprägten Dispositionen, die in
den objektiven Bedingungen enrhahen (und wissenschaftlich
Als Produkt der Geschichte Produziert der Habitus individuelle
und kollektive Praktiken, also Geschichte, nach den von der Ge-
schichte erzeugten Schemata; er gewährleistet die aktive Pràsenz
über statistische Gesetzmäßigkeiten
wie z. B. objektiv mit einer
früherer Erfahiungen, die sich in jedem Organismus in Gestalt
Gruppe oder Klasse verknüpfte \Øahrscheinlichkeiten erfaßbar)
sind, mit diesen Bedingungen objektiv vereinbare und ihren Er-
fordernissen sozusagen vorangepaßte Dispositionen erzeugen,
werden die unwahrscheinlichsten Praktiken vor jeder näheren
von'\üüahrnehmungs-' Denk- und Handlungsschemata nieder-
schlagen und die Übereinstimmung und Konstantheit der Prak-
tiken im ZeitverlauÍ viel sicherer als alle formalen Regeln und
expliziten Normen zu gewährleisten suchen.l Das System der
Prüfung durch eine Sofortunterwerfung
unter die Ordnung, die
aus der Not gern eine Tugend macht, also
Abgelehntes
verwirft
in denen die Reproduktion der Herrschafts-
r In Gesellschaftsformationen,
und lJnvermeidliches will, als undenþbare ausgeschieden,.
Schon die Bedingungen der Erzeugung des Habitus als der zur
verhältnisse (und des ökonomischen und kulturellen Kapitais) nicht durch
obiektive Mechanismen gewährleistet ist, wâre die unablässige Arbeit zur
von vorn-
Aufrechterhaltung der persönlichen Abhängigkeitsverhältnisse
man das Vorhandensein objektiver Determiniertheiten der lüahrnehmung
zur Kenntnis nimmt. Die Illusion einer freien Schöpfung der Merkmale der
herein zum Scheitern verurteilt, wenn sie nicht mit der Konstantheit der
gesellschaftlich gebildeten und stándig durch individuelie oder kollektive
Situation und damir auch der Zwecke des Handelns findet sicher eine
ianktionen verstärkten Habitusformen rechnen könnte: in diesem Fall be-
Scheinbegründung in dem für jeden konditionierten Reiz typischen Zirkel-
ruht die Gesellschaftsordnung in der Hauptsache auf der Ordnung in den
schluß, der Habitus könne die objektiv in seiner ,Formel* enthaltene Re-
aktion nur so weir erzeugen, wie er die Situarion ¿ls Auslöser wirken läßt,
indem er sie nach seinen Grundlagen aufbaut, d. h. sie im Hinblick auf eine
Hirnen und auf dem Habitus, d' h. der von der Gruppe angeeignete und
auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Organismus funktioniert wie die Ma-
terialisierung des kollektiven Gedächtnisses, indem er in den Nachfolgern
O. der \üirklichkeitsbefragung zur r elevanten hage macht.
reproduziert, was die Vorläufer erworben haben. Die Neigung der Gruppe
,o]rtt-*,"
Dispositionen- als Vcrgangenheit, die im Gegenwänigen über_ sondern über die Einschränkungen und Grenzen, die seinen
Dispositionen- als Vcrgangenheit, die im Gegenwänigen über_
sondern über die Einschränkungen und Grenzen, die seinen Er-
dauen und sich in die Zukunft fonzupflanzerr"t.a.htet,ìrrdem
sie
findungen von vornherein gesetzt sind. Als unendliche, aber
sich in den nach ihren eigenen prinzþien strukturienen prakti_
ken aktualisierr, als inneres Gesetz, welches ständig dem nicht
dennoch strikt begrenzte Fãhigkeit zur Erzeugung ist der Habi-
tus nur so lange schwer zu denken, wie man den üblichen Alter-
auf unmittelbare Zwãnge derjeweiligen Situation zurückführba-
nativen von Determinienheit und Freiheit, Konditioniertheit
ren Geserz der äußeren Notw^endigkeit Geltung
verschafft, liegt
der Kontinuität utld Regelmißigkeit z,rgrundefdie de.
Ob]ekti_
vismus den sozialen Praktiken zuschreibt, ohne sie erklãren zu
und Kreativität, Bewußtem und Unbewußtem oder Individuum
und Gesellschaft verhaftet bleibq die er ja eben überwinden will.
Da der Habitus eine unbegrenzte Fähigkeit ist, in völliger (kon-
können, und ist außerdem Grundlage der geregelten Transfor_
trollierter) Freiheit Hervorbringungen - Gedanken, \üahrneh-
mationen, die sich weder durch die äußerlichen ind
augenblick_
lichen Determinismen eines mechanistischen Sozioìogismus
mungen, l\.ußerungen, Handlungen - zu erzeugen, die stets in
den historischen und sozialen Grenzen seiner eigenen Erzeu-
noch durch die rein innerliche, doch ebenso
punktbezogeie
De_
gung liegen, steht die konditionierte und bedingte Freiheit, die er
terminienhei¡ des spontaneistischen subjektivismus erklären
lassen. Indem sie sich die inneren Dispositionen der Alternative
bietet, der unvorhergesehenen
Neuschöpfung ebenso {ern wie
der simplen mechanischen Reproduktion ursprünglicher Kondi-
zwischen den im früheren Zuxand dãs Systems, au$erhalb des
tionierungen.
Leibes vorhandenen Kräften und denJnneren Kràiten, den
au_
Nichts ist trügerischer als die rückblickende lllusion, die die
genblicklich entstehenden Beweggründen der freien Entschei_
Spuren eines Lebens insgesamt, wie das \Øerk eines Künstlers
durg, entziehen,
ermöglichen
rie
Verinnerlichung der Ãußer_
oder die Ereignisse einer Biographie, als Realisierung eines vor-
"L
( nteriorisierung d er Exteriorität
l!:ii"ft
)
den äuße"ren Kräften,
gegebenen'lù(/esens erscheinen läßt. Die \íahrhei¡ eines künstleri-
\ùfirkung
zu enrfahen, allerdings nach der spezifischen
Logik
der
Organismen, die sie sich einverleibt haben, also dauerhaft,'ryrt
schen Stils ist nicht im Keim in einer originellen Eingebung ent-
halten, sondern wird in der Dialektik von Objektivierungsab-
matisch und nicht mechanisch. Da er ein erworbenes Sysrem von
Erzeugungsschemata
ist, können mit dem Habitus alie Gedan_
sicht und bereits objektivierter Absicht ständig definiert und
umdefiniert. Genauso kann man die Einheit des Sinns, den die
ken, \üahrnehmungen und Handlungen, und nur diese, frei her_
vorgebracht werden, die innerhalb dãr Grenzen der besonderen
B_edingungen seiner eigenen Hervorbringung
Habitus regiert die Struktur, die ihn
,rr"igtÈ"r,
liegen. über den
ã;" praxis, und
Nachbetrachtung der Taten und \Werke als Vorwegnahmen der
endgültigen Bedeutung vor diese zu verlegen scheint, indem sie
die verschiedenen Momente der Zeitreihe in simple Vorentwürfe
verwandelt, nur herstellen, indem man Fragen, die nur durch
zwar nicht in den Gleisen eines mechanisihen Determinismus,
und für einen mit einem bestimmten Typ von Schemata ausge-
statteten Verstand existieren, den Lösungen gegenüberstellt,
die
zum Beharren in ihrem Sosein, die so gewährleistet wird, funktionien auf
ejner sehr viel niedrigeren Stufe als
"Familienüberlieferungen*,
die nur
durch Anwendung eben dieser Schemata erzielt werden, sie aber
durchaus verändern können. Daß die Erzeugung des Systems
dann von Dauer sind, wenn ihnen bewußt die Treue gehalten wird und
iemand da ist, der sie pflegt, und die eben deswegen im Vergleich zu den
von Praktiken oder'!ùüerken, die vom selben Habitus (oder von
homologen Formen des Habitus wie denen, aus denen sich die
Strategien des Habitus sehr unbeweglich sind, der in neuen Situationen
neue Mitrel zur \Ø¿hrnehmung alter Funktionen erfinden kann. Sie funk_
Einheitlichkeit des Lebensstils einer Gruppe oder Klasse ergibt)
tionieren auf einer viel niedrigeren Stufe als bewußte Strategien, mit denen
erzeugt werden, weder als eigenständige Entwicklung eines ein-
die Handelnden ausdrücklich ihre Zukunft beeinflussen und nach dem
zigartigen und stets mit sich selbst identischen Wesens noch als
Vorbild der Vergangenheit gestalten wollen, z. B. letztwillige Verfügungen
fonwährende Neuschöpfung beschrieben werden kann, liegt
oder explizit gesetzte Normen, die als schlichte R*fe
zar Ordnurgbl*.
*"tr n.tnlichkeit
die rVirkung letzterer verstá¡ken.
daran, daß sie in und vermittels der zugleich notwendigen und
unvorhersehbaren Konfrontation des H¿bitus mit dem Ereignis
, J.
IOJ
erfolgt, das auf den Habitus nur dann einen relevanten Reiz aus_ wenn man die gesellschaftlichen
erfolgt, das auf den Habitus nur dann einen relevanten Reiz aus_
wenn man die gesellschaftlichen
Bedingungen, unter denen der
üben kann, wenn dieser das Ereignis der Zufallsbedingtheit ent_
Habitus, der sie erzeugt hat, geschaffen wurde, und die gesell-
reißt und zum Problern machr, indem er genau die
Þrinzipien
darauf anwendet, mit denen es gelöst werdãn kann. rùØeiter
iiegt
es daran, daß mit dem Habitus wie mit jeder Erfind.erÞunit
une¡dlich viele und (wie die jeweiligen Situationenj relativ un_
schaftlichen Bedingungen, unter denen er angewandt wird, zu-
einander ins Verhältnis setzt, d. h. wenn man durch die wissen-
schaftliche Arbeit jenes Inbeziehungsetzen dieser beiden Zu-
stãnde der Sozialwelt vornimmt, das der Habitus, indem er es
vorhersehbare
Praktiken von derrnoih begrenzter Verschieden_
verschleiert, in der Praxis und durch die Praxis bewerkstelligt.
anigkeit erz1ugt werden können. Kurz, als Erzeugnis einer be_
mit dem man sich dieses Inbeziehungsetzen
Das 'Unbewufl¡so,
stimmren Klasse objektiver Regelmäßigkeiten
suchi der Habitus
ersparen
kann, ist in V'irklichkeit nãmlich immer nur das Verges-
die "vernünftigen" Verhaltensweisen dãs,Alltagsversrands r
zu
sen der Geschichte, von der Geschichte selber erzeugt, indem sie
erzeugen,
und
nur diese, die in den Grenzen dieier Regelmäßig_
die objektiven Strukturen reâlisiert, die sie in den Habitusfor-
keiten möglich sind und alle Aussicht auf Belohnung hib"rr,
*ål
sie objektiv der Logik angepaßt sind, die für ein besiimmtes Feld
men herausbildet, diesen Scheinformen der Selbswerständlich-
keit.r Als einverleibte, zur Natur gewordene und damit ali sol-
typisch ist, dessen objektive Zukunft sie vorwegnehmen. Zu_
che vergessene Geschichte ist der Habitus wirkende Präsenz der
gleich trachtet der Habitus, ,,ohne Gewalt, List oãer Streit* alle
gesâmten Vergangenheit, die ihn erzeugt hat. Deswegen macht
"Dummheiten., (oso erwas rur man nicht.), also alle Verhaltens_
weisen auszuschließen, die gemaßregelt werden müssen, weil sie
gerade er die Praktiken rektht anabhängigvonðenäußeren
De-
terminienheiten der unmittelbaren Gegenwart. Diese Selbstän-
mit den objektiven Bedingungen unvereinbar sind.
digkeit ist die der abgehandelten und fortq¡irkenden Vergangen-
Da die Prakdken die Regelmäßigkeiten
zu reproduzieren trach_
ten, die in den Bedingungen enthalten sind, urrter denen ihre Er_
zeugungsgrundlage
erzeugt wurde, und sich dabei durchaus an
die Erfordernisse der objektiven Möglichkeiten der Situarion an-
heit, die, wie ein akkumuliertes Kapital fungierend, Geschichte
aus Geschichte erzeugt und damit die Dauerhaftigkeit im \üandel
gewährleistet, die aus dem einzelnen Handelnden eine eigene
!Øelt in der \Øelt macht. Als Spontaneität ohne \ùØillen und Be-
passen, wie sie durch die für den Habitus konstitutiven
Kogni_
wußtsein steht der Habitus zur mechanischen Notwendigkeit
tions- und Motivationsstrukruren definiert sind, lassen sie iich
nicht weniger im Gegensatz als zur Freiheit der Reflexion, zu
v¡eder von den gegenwärtigen Bedingungen ableiten, die sie her_
vorgerufen zu haben scheinen mögen, noch von früheren Bedin_
den geschichtslosen Dingen mechanistischer Theorien nicht we-
niger
als zu den "trägheitslosen" Subjekten rationalistischer
gungen, die den Habitus als ihre dauerhafte Erzeugungsgrund_
lage hervorgebracht haben. Sie lassen sich daher rir'r. ãrËU
rr,
Theorien.
Der dualisdschen Sicht, die nur den für sich selbst durchsichd-
r "Diese subjektive, variable Wahrscheinlichkeit, die bisweilen den Zweifel
aussschließt und eine Gewißheit s ui generis erzetgt, die sonst nur noch als
r ,Denn in jedem von uns ist in verschiedenen Dosen der Mensch von ge-
stern; und der Mensch von gestern ist durch die Macht der Dinge stärker in
Irrlicht erschiene, nennen wìr pbilosopbische wøhrscheinrichÈeir, weil sie
auf den Gebrauch jenes höheren Sinnes zurückgeht, durch den wir uns
über die Ordnung und den Grund der Dinge klar werden. Ein unklares
Empfinden áhnlicher \iüahrscheinlichkeiten ist bei allen denkenden Men_
schen vorhanden; es bestimmt oder rechfenigt zumindest die unerschüt_
uns, weil die Gegenwan nur recht wenig ist im Vergleich mit der langen
Vergangenheit, in der wir uns gebildet haben und aus der wir das Ergebnis
sind. Nur fühlen wir diesen Menschen der Vergangenheit nicht, weil er in
uns verwurzelt ist. Er bildet den unbewußten Teil in uns. Folglich rechnen
wir gar nicht mit ihm, genausowenig s/ie mit seinen legitimen Forderun-
terlichen Überzeugungen,
die man ùs gesuid.en Menschenoerstand, be_
gen. Die neuesten Errungenschaften
der Zivilisation dagegen fühlen wir
zeichnet." (4. Cournot, Essai s*r les fondements de la connaissance et sur
les caractères de h ctitique pbilosophþue, paris, Hachette r9zz, r. Aufl.
sehr lebhaft, weil sie frisch sind und noch nicbt die Zeit gehabt haben, sich
im Unterbev¡ußtsein einzunisten (E. Durkheim, Die Entuichlang der
r8¡r,S.7o)
PädagogiÞ, Übers. Ludwig Schmidts, lù(/einheim/ Basel, Behz ry77,5. ú.
r04
ro5
gen Bewußrseinsakt oder das in der Ãußerlichkeit determiniene Ding anerkennen will, muß daher die reale
gen Bewußrseinsakt
oder das in der Ãußerlichkeit determiniene
Ding anerkennen will, muß daher die reale Logik des Handelns
erzeugt wird, die wie eine geistreiche Bemerkung zugleich ver-
blüffend und unvermeidlich erscheinen muß.
entgegengeserzr werden, die zwei Objektivierungen der Ge_
Als ständig von regelhaften Improvisationen überlagerte Erzeu-
schichte gegeneinanderstellt,
die Objektivierung in den Leibern
gungsgrundlage bewirkt der Habitus als praktischer Sinn das
und die Objektivierung in den Institutionen, oà'.r, *". auf das_
Aufleben des in den Institutionen objektivierten Sinns: als Pro-
selbe hinausläuft, zwei Zustände des Kapitals, ein objektiviertes
dukt einer Prägungs- und Aneignungsarbeit, die notwendig ist,
und ein einverleibtes, durch welche Distanz zur
Notíendigkeit
damit die Erzeugnisse der kollektiven Geschichte als objektive
und ihren Dringlichkeiten geschaffen wird. Eine
Logik,
d"eren
paradigmatische Form man in der Dialektik von Disfositionen
Strukturen in Form der dauerhaften und angepaßten Dispositio-
nen reproduziert werden können, die für das Funktionieren die-
des Ausdrucks und institutionalisierten Ausdrucksmitteln
(mor_
ser Institutionen nötig sind, ermöglicht eben der Habitus (der
phologischen, syntaktischen, lexikalischen Stilmitteln, literari_
schen Gattungen usw.) sehen kann und die zum Beispiel in der
unbeabsichtigten Erfindung regelhafter Improvisationen zu be_
sich im Verlauf einer besonderen Geschichte bildet und dabei der
Einverleibung seine besondere Logik aufzwingt und durch den
obachten ist. Ständig von seinen eignen \Øånen überflügelt, zu
die Handelnden an der in den Institutionen objektivierten Ge-
schichte beteiligt sind), Institutionen zu bewohnen (habiter),síe
denen er, wie Nicolaus Flartmann fðrmuliert, ein Verhãltlnis von
sich praktisch anzueignen und sie damit in Funktion, am Leben,
,'Tragen. und
"Getragenwerdenu habe, entdeckt der Vinuose
in Kraft zu halten, sie ständig dem Zustand des toten Buchsta-
die Auslöser seines
Diskurses
in
seinem Diskurs, der dahineilt
bens, der toten Sprache zu entreißen, den Sinn, der sich in ihnen
ein
Zug,
der seine
"wie
eigenen Schienen
midühn r
In
anderen
niedergeschlagen
hat, wieder aufleben zu lassen, wobei er ihnen
'Worten also enthält der Diskurs, da er nach einem nicht bewußt
allerdings die
Korrekturen und 'sflandlungen aufzwingt, die
beherrschten modas operandi gestaltetwird, eine, wie die Scho_
Kehrseite und Voraussetzung dieser Reaktivierung. Besser noch,
lastik sagt,
"objektive Absicht., die über die bewußten Absich_
erst durch den Habitus findet die Institution ihre volle Erfül-
ten seines scheinbaren
Urhebers hinausgeht, und bietet dem rzo_
lung: der Vorzug der Einverleibung, der die Fähigkeit des Leibes
d.as operandi, der ihn hervorbringt r.rrrá de-rr".h wie eine Art
ausnutzt, die performative Magie des Sozialen ernst zr¡ nehmen,
"geistiger Auromar. funktioniert, ständig neue relevanre Reize.
Daß
Bemerkungen. sich mii ih.er eigenen lJnvor_
"geistreiche
machq daß König, Priester, Bankier menschgewordene Erb-
monarchie, Kirche und menschgewordenes Finanzkapital sind.
hersehbarkeit
und retrospektiven Notwendigkeii aufdrängen,
Das Eigentum eignet sich seinen Eigner an, indem es sich in
liegt daran, daß der Gedankenblitz, der lange v"erborgene
FaÉig_
keiten an den Tag bringr, einen Habitus uo.ã.rrr.rrr, ãer tber dîe
obþktiv verfügbaren Ausdrucksmittel so vollkommen
verfügt,
Form einer Struktur zur Erzeugung von Praktiken verkörpert,
die vollkommen mit seiner Logik und seinen Erfordernissen
übereinstimmen. 'Wenn man zu Recht mit Marx sagen kann, daß
daß diese so weit über ihn verfügen, daß er seine Freiheit gegãn
"der Nutznießer des Majorats, der Erstgeborene, dem Boden
sie- behaupten kann, indem er die in ihnen notwendig
åt_
"rr.Ë
halten_en seltensten Möglichkeiten ausschöpft. Die Dialektik von
Sinn der Sprache und ostammesworten<<
iit ein besonderer und
besonders vielsagender Fall der Dialekdk von Habitusformen
gehört<, daß letzterer "ihn erbt", oder daß die "Personen" der
Kapitalisten upersonifiziertes" Kapital seien, so liegt dies daran,
daß der durch den Akt der Etihettierøng (mit dem ein Individu-
um als Erstgeborener, Erbe, Nachfolger, Christ oder schlicht als
und Institutionen, d. h. von zwei Objektivierungsweisen
ver_
Mann - im Gegensatz zur Frau - mit allen zugehörigen Vorrech-
flossener Geschichte, in deren Rahmen stãndig eiàe Geschichte
ten und Pflichten eingesetzt wird) eingeleitete rein soziale und
sozusagen magische Sozialisationsprozeß,
der durch Ai<te sozia-
r R. Ruyer, Paradoxes de la conscience et limites de l,autom¿tisme, paris,
Albin Michel ry66,5. 136.
ler Behandlung verlängen, verstärkt und bestätigt wird, die den
institutionellen lJnterschied in eine natürliche Unterscheidung
to6
ro7
zu verwandeln geeigner sind, sehr reale, weil auf Dauer auf den Leib geschriebene und im
zu verwandeln geeigner sind, sehr reale, weil auf Dauer auf den
Leib geschriebene und im Glauben einbeschriebene
\Øirkungen
nungsabsicht sind, ist mit den gewöhnlichen Praktiken ein nicht weniger au-
tomatisches und personenungebundenes Verstehen möglich, wobei die Ab-
sicht, die sie obiektiv ausdrücken, aufgegriffen wird, ohne daß dafür ein
erzeugr. Eine Institution, zum Beispiel die \Øinschaftrfor
"irt
"Aufleben" der oerlebtenn Absicht dessen erforderlich v¡ird, der sie aus-
nur dann vollständig und richdg lebãnsfähig, wenn sie d"ueÁaft
nicht nur in Dingen, also in der über den eiizelnen Handelnden
hinausreichenden Logik eines besdmmten Feldes objektiviert
führt, und auch kein obewußtes Hineinversetzen in den anderenu' wie es den
Auffassungvon
Phänomenologen und ¿llen Vertretern einer "partizipativen"
Geschichte oder Soziologie so lieb und teuer ist,
und auch
keine stillschwei-
ist, sondern auch in den Leibern, also in den dauerhaftá
Dispo_
gende oder ausdrückliche ("\ías willst Du dami¡ sagen?") Befragung der Ab-
sitionen, die diesem Feld zugehörigen Erfordernisse anzuerken_
nen und zu erfüllen.
sichten anderer. 'Bewußtes Kommunizie¡en
zwischen Menschen seøt vor-
aus, daß sie das "Unbewußte" 1d. h. die sprachliche und kulturelle Kompe-
In dem Maße, und nur in diesem, wie die Habitusformen diesel_
be Geschichre verkörpern - oder genauer dieselbe in Habitusfor-
men und Strukruren objektivierre
tenz) miteinander gemein haben. Die Entzifferung der objektiven Absichten
von Praktiken und \íerken hat nichts mit einer (vom frühen Dilthey so be-
zeichneten) ,Nacbbildung" der erlebten Erfahrungen und mit der nutzlosen
-,
sind die von ihnen
erzeug_
einer
ten Praktiken wechselseitig verstehbar und unmittelbar de'n
und ungewissen Rekonstruktion der persönlichen Eigentümlichkeiten
"Âbsicht" zu tun, die ihnen in $(rirklichkeit gar nicht zugrunde liegt.
Strukturen angepaßt, und außerdem aufeinander abgestimmt
uld.
Ti!
einem zugleich einheitlichen und systematisch*en, über
Die objektive Homogenisierung der Habitusformen der Gruppe
subjektive Absichten q/ie individuellà und kollektive vorhaben
oder Klasse, die sich aus der Homogenität der Existenzbedin-
hinausreichenden objektiven Sinn
ausgestattet. Eine der grund-
legends.ten Auswirkungen des Einklaigs von
praktisch.å Sirrn
und objektiviertem Sinn besteht darin, J"ß eirrË
Weh desAlltags_
gungen ergibt, sorgt nämlich dafür, daß die Praktiken ohne jede
strategische Berechnung und bewußte Bezugnahme auf eine
Norm objektiv aufeinander abgestimmt und ohne jede direhte
aerstand.s geschaffen wird, deren unmi¡telbare Evidenz duåh
die vom Konsens über den Sinn der prakdken und der \Øelt
Interaþtion
und damit erst recht ohne ausdrückliche Absdm-
mung
einander ângepaßt r¡erden können * weil die Form der
ge_
wãhrleistete Objektivität verstãrkt wird, d. h. durch die Harnio_
nisierung der Erfahrungen und die ständige Verstärkung, die jede
Interaktion selbst den obiektiven Strukturen geschuldet ist' wel-
che die Dispositionen der interagierenden Handelnden erzeugt
dieser Praktiken durch den individuelle¡ioder kollektù-en
B. haben und ihnen dazu noch über diese Dispositionen ihren je-
(2.
beim.FesQ, improvisierten oder vorgegebenen (Gemeinplätze,
Sprichwörter) Ausdruck ãhnlicher oderìdentischlr Erfah*.rg.r,
erfähn.
weiligen Platzinder Interaktion und anderswo zuweisen.l Leib-
niz schreibt: ostellen Sie sich zwei \landuhren oder Taschen-
uhren vor, die vollkommen miteinander übereinstimmen. Das
kann nur auf drei !íeisen geschehen; die erste besteht in einem
Die Homogenität der Habitusformen, die in den Grenzen einer Klasse von
Existenzbedingungen
und sozialen Konditionierungen zu beobachten
ist,
der
in denen d¿s den obiektiven
Sartresche,{nalysen
"Ernsthaftigkeit"),
bewirkt nämlich, daß Praktiken unmittelbar verstanãfich und vorhersehbar
sind und daher als evident und selbswerständlich wahrgenommen werden:
Handeln als nuneigentlich< ven¡r-
Erfordernissen der \flelt unterworfene
teilt wird, durch Ad-absurdum-Führen die praktische Unmöglichkeit
Mit dem Habitus können die Praktiken und W'erke mit einem geringeren
Exisrenz nachweist, die in ein {reies vorhaben alle vor-
einer "eigenrlicheno
.A,ufv¡and an Absicht nicht nur erzeugt, sondern auch entziffen c¡erde.r.t D"
sie automatisch und nicht personengebunden, bezeichnend ohne Bezeich-
g.g.b rãn
obiektiven Bedeutungen und Determiniertheiten einbringen
ist das Vorrecht
*Jlt.r d"r rein ethische Streben nach
"Eigentiichkeit"
die
Ersparnis des Denkens
dessen, der Muße zum Denken hat und sich
ersparen kann, zu der das ouneigentliche" Verhalten berechtigt'
r Gegen alle Spielarten der okkasionalistischen
Illusion, welche dazu ver-
I Einer der Vorzüge des Subjektivismus und der Gewissensmoral (oder Ge-
wissenserforschung), die häufig hinter ihm steht, liegt darin, daß er in A,na_
ftlh"n, Praktilen direkt zu Eigenschaften der Situation in Beziehung zu
lysen (ob Heideggersche Analysen des Alltâglichei und des >,mm
oder
setzen, muß daran erinnert werden, daß "interPersonelle" Beziehungen
ro8
.
to9

natürlichen Einfluß; (

sie immer durch einen

sen, der sie richtet und sie in

. bestünde darin,

geschickten Arbeiter überwachen zu las_

)

die zweite \ùl'eise

jedem Augenblick gleich einstellt.

zunäch.rãi.r. zwei pendel mit so

daß man in der Folge

iåhrrg" man die

Dirigent nicht

Die dritte rù7eise besteht darin,

viel Kunst und Genauigkeit-herzustellen,

ihrer übereinstim-urri sicher sein L"rrrr".i

q¡ahre Grundlage- dieser Konzerderung ohne

kennt, die selbst dann für Regelmäßigkãit, einheitlichkeit und Systematik der Praktiken ro.gt, *"rri die einzelnen Vorhaben

weder spontan- noch g"r*rr.rgãrr"rmaßen

fert man sich dem naiven Artifizialismus árrs, de. kein anáeres

Abstimmung

Vereinheitlichungsprinzip als das der bewudten

anerkennt.2 Daß Praktiken von Mitgliedern derselben

geordnet werden,

lie_

CrupfË

oder, in einer differenzierten

mehr und besser aufeinander abgestimmt sind, als die Handeln_

GesellsÃaft, derselbe'Kl"rr. ri"t,

[Jgt

wi.ederum nach Leibniz

dar_

den selber wissen und wollen,

an, daß jeder, oindem (er) nur r"ii"., "ig"rr"rr-C.r"rr.r, folgt,

immer nur dem Anschein nach

und daß die Wahrheit de¡ Interakdon nie

Beziehungen von person zu person sind

vOllig in der Inrerakdon selbst

dieáb¡eÞtítre Struþtur der Be_

oder ihren Zugehörig_

_ auf die zufàllige

,nd G-ppe zi-

liegt (was gern vergesssen wird, wenn man

ziehung zwischen den vers¿mmelten Individuen

keitsgruppen - d.h. de¡ Distanzen und Hierarchien

Struktur ihrer Interaktion in einer bestimmten Situation

rückfùhren u¡d alle Vorgänge in einer experimentellen Interakdon durch

Stellung

erklä-

experimentell konrolliene Situetionsmerkmale wie die räumliche

der

Beteiligten zuein¿nder oder die An der Kommunikationskanäle

ren will).

r G. \ü.

Leibniz, ,,Zwejte Erläuterung des Systems des Verkehrs der Sub_

neue System)*, Kleine Schriften zur MetapbysiÞ,Frankfun,

stanzen (Das

Insel 196¡, S. 239.

z So kann das Nichtwissen um die sichersten, aber beswerborgenen lagen des Zusammenhalts von Gruppen oder Klassen manche Leute

".rriitt"l.,,

oder.gar Komplott durchgesetzte poritik betreiben

sich" lç6¡5¡i¡r¡ie¡, die

druckten Klasse zu machen.

Grund_

verlei_

ten, die Einheit der herrschenden Klasse zu leugnen, ohne einen anderen

Beweis als die Unmöglichkeit, empirisch zu

der her¡schenden Klasse eine explizire, ausdrücklich

daß die Mitglieder

durch Konzenierung

Ande¡e werden da-

cogúo,

durch verleitet, aus der Bewußtwerdung,

das der Arbeiterklasse zur Existenz verhilft, indem es sie als

einer An revolutiondrem

für

"Klasse einzig mögliche Grundlage für die Einheit der unter-

dennoch mit den anderen übereinstimmt<. Der Habitus ist nichts anderes als jenes immanente Gesetz, jene
dennoch mit den anderen übereinstimmt<. Der Habitus ist
nichts anderes als jenes immanente Gesetz, jene den Leibern
durch identische Geschichte(n) aufgeprägte lex insita, welche
Bedingung nicht nur der Abstimmung der Prakdken, sondern
auch der Praktiken der Absdmmung ist.l Die von den Handeln-
den selbst vorgenommenen Korrekturen und Anpassungen set-
zen nämlich voraus, daß ein gemeinsamer Code beherrscht wird,
und die Unterfangen kollektiver Mobilisierung bleiben erfolg-
los, wenn nicht ein Mindestmaß an Übereinstimmung zwischen
den Mobilisierenden
(Propheten, Rädelsführern usw.) und den
Dispositionen derjenigen gegeben ist, die sich in deren Praktiken
oder Ãußerungen wiedererkennen' und vor allem nicht ohne das
von der spontanen Konzertierung der D{spositionen geweckte
Bestreben, sich zusammenzuschließen.
Zweifellos muß jeder Versuch der M obilisierang, der das Zielh*, Þolleþtives
Høndeln zu organisieren, die Dialektik von Dispositionen
und Gelegenhei-
ten in Rechnung stellen, die in jedem einzelnen Handelnden wirkt, sei es nun
mobilisierendes oder mobilisiertes (wobei die Hysteresis der Habitusformen
gewiß einer der Gründe der Kluft zwischen den Gelegenheiten und den Dis-
positionen, sie beim Schopfe zu fassen, eine der Ursachen für verpaßte Ge-
legenheiten und besonders für das häufig feststellbare Unvermögen ist, hi-
storische Krisen in anderen \lahrnehmungs- oder Denkkategorien als ienen
der Vergangenheit, und sei es auch der revolutionären, zu denken); und
ebenso die objektive Abstimm*ng, die sich zwischen den Dispositionen ein-
stellt, die, obiekdv koordiniert, weil an teiiweise oder völlig identischen ob-
jektiven Notwendigkeiten ausgerichtet sind. Zu bemerken wäre noch, daß es
äußerst gefährlich ist, das kollektive Handeln nach dem Muster des individu-
ellen zu denken und dabei alles zu ignorieren, was es der relativ selbständigen
Logik der Mobilisierungsinstitutionen (mit ihrer eigenen Geschichte, ihrer
spezifischen Organisadon usw.) und den institutionalisienen oder nicht-
institutionalisienen Situationen verdankt, in denen es erfolgt.
Die Soziologie behandelt alle biologischen Individuen als iden-
tisch, die als Erzeugnisse derselben objektiven Bedingungen mit
denselben Habitusformen ausgestaftet sind: als Klasse von iden-
r Man versteht, warum der Tanz ¿ls besonderer und besonders spektakulärer
des He-
Fall der Synchronisierung des Homogenen und der Konzenierung
terogenen überall besonders gut den Zusammenhalt der Gruppe symboli-
sieren und ihn durch diese Symbolisierung verstärken kann.
III
tischen oder ähnlichen Existenzbedingungen und Konditionie_ Besonderheiten des empirischen Ichs widerspiegeln, für
tischen oder ähnlichen Existenzbedingungen und Konditionie_
Besonderheiten des empirischen Ichs widerspiegeln, für nicht
ist die gesellschaftliche
und austauschbar zu halten' In \Øirklichkeit
T19
"
Klasse (an sich) untrennbar zu_
personengebunden
gleich
eine Klasse von biologischen Individuen mit demselben
jedoch *ãrden die besonderen Habitusformen der verschiede-
Habitus als einem System von Dispositionen, das alle
miteinan_
nen Mitglieder derselben Klasse durch ein Verhältnis àer Homo-
der gemein haben, die dieselben konditionierungen
d. h. durch ein Verhältnis der Vielfalt in
durchge_
/ogle veieinheitlicht,
macht haben. Zwar ist ausgeschlossen, daß alle Mitglieder dãr_
Hämogenität,
welches die Vielfältigkeit in der- charakteristi-
selben_Klasse (oder auch nur zwei davon) dieselben
E"fiobruogm
,"h"r,
Éo-ogenität ihrer gesellschaftlichen
Produktionsbedin-
gemacht haben, und dazu noch in derselben Reihenfoke, dZch
gungen wideispiegelt : i e de s Sy stem indiaidaeller
.Dispositionen
istgewiß, daß jedes Mitglied einer Klasse sehr viel
gi.;nI
die
Ein-
n,rr_
i'*.i". struhtarali Variante der anderen Systeme, in der
sichten als ein Mitglied irgendeiner anderen Klasse
der Stellung innerhalb der Klasse und des Lebens-
hat,
mit
den
ziganigkeit
für seine Klassengenossen hãufigsten Situationen konfrontiert
Uifr
Ã*
Ausdruck kommt' Der oeigene' Stil, d' h' jenes be-
zu werden: die objektiven Strukturen, von der rùTissenschaft
in
Form der lVahrscheinlichkeit des Zugangs zu Gütern, Dienstlei_
sondere Markenzeichen, das alle Hervorbringungen desselben
Habitus tragen' seien es nun Praktiken oder'!íerke, ist im Ver-
stungen und zur Macht erfaßt, prägen über stets
eíner Epoche oder Klasse immer nur eine Ab'
konvergente
gleich
zum 3t il
"zøandlung,
weswegen der Habitus nicht nur durch Einhaltung
Erfahrungen, die einem sozialen Milieu mit seinen oges.hlãsse_
nen" Laufbahnen, unerreichbaren oporitionen
und ouerb"rrten
Aussichtenu das Gesicht geben, jene ,,Kunsr, die
\Øahrheitsähn_
lichkeit zu errechnen., wie Leibniz schrieb, d. h. die
Kunst,
die
objektive Zukunft vorwegzunehmen, den Sinn der Realität oder
des Stils - *ie beiÞhidias, der Hegel zufolge keine "Machart"
besaß - auf den gemeinsamen Stil verweist, sondern auch durch
den Unterschied' aus dem die nMachart" besteht'
Die Grundlage der Unterschiede zwischen den individuellen
der Realitäten, der mit Sicherheit die
bestverborgene Grundlage
Habitusformãn
fiegt in der Besonderheit de r sozialen Lebensläu-
der'!ülirksamkeit dieser Strukturen ist.
fe, denen Reihen von chronologisch geordneten Determiniert-
Um das Verhältnis zwischen dem
Klassenhabitus und dem indi_
die jedoch nicht aufeinander zurückgeführt
h"it"n
viduellen Habitus (der unablösbar ist von der
"rrtrprechen,
organischen
Indi_
werden
köntt.tt.
Der Habitus, der mit den Strukturen aus frühe-
vidualität, die sich der unmittelbaren rùü.ahrnehriu.rg _ intuitus
personae - unmittelbar darbietet _ und gesellschaf¡lich in Form
ren Erfahrungen iederzeit neue Erfahrungen strukturieren kann,
die diese aiten Strukturen in den Grenzen ihres Selektionsvermö-
von Eigennamen,
juristischen personen usw. bezeichnet und an_
gens beeinflussen, sorgt für eine einheitliche, von den Ersterfah-
erkannr wird) zu
definieren, könnte man den Klassen_ (oder
ärrg.r,
dominierte Aufnahme von Erfahrungen, die Mitglieder
Gruppen-)habitus,
d. h. den
individuellen Habitus insoferà, als
derälb"r, Klasse statistisch miteinander gemein haben'l Das be-
.l Ar:4T.f und \Øiderspiegelung
der
Klasse (oder Gruppej ist,
sondere Gewicht der ursprünglichen Erfahrungen ergibt sich
als subjektives, aber nichtindividuelles
System
rr i.rrrérii"ht.,
Strukturen, gemeinsamer'Wahrnehmungs-, Denk_ und
nämlich im wesentlich".t ã".",,., daß der Habitus seine eigene
Konsiantheit und seine eigene Abwehr von Veränderungen über
Hand_
lungsschemata betrachten, welche Vorbãdi.rgrrrrg für jede
Ob_
jektivierung und llahrnehmung sind u"d die ob¡ektive Abstim_
die Auswahl zu gewährleiiten sucht, die er unter neuen Informa-
tionen trifft, irrd*em e, z. B. Informationen, die die akkumulierte
mung der Praktiken und die Einheidichkeit der
in Frage stellen könnten, verwirft, wenn er zufällig
\íireltanschauung
Information
mit der vollkommenen Personenungebundenheit und Substitul
ierbarkeit der Praktiken und Einzelanschauungen
begründen.
r Es leuchtet ein, daß sich die unendliche Zahl der individuellen unterschie-
Dies liefe jedoch darauf hinaus, alle nach identilchen Schemata
hervorgebrachten Praktiken oder Vorstellungen wie die beson_
de aus den unendlich vielen Kombinationen erklän, die die Variablen des
deren räumlichen Intuitionen, welche, Kantlufolge, keine der
Lebenslaufs iedes Individuums und die Variablen seiner Abstammungs
gruppe miteinander eingehen können.
II3
auf sie stößr oder ihnen nicht ausweichen kann, und vor allem jedes Konfronriertwerden mit derrei
auf sie stößr oder ihnen nicht ausweichen
kann,
und
vor
allem
jedes Konfronriertwerden mit derrei Informationen hintertreibt:
man denke nur an die Homogamie als paradigma aller
"Entschei_
dungeno, mit denen der Habitus alle Erfahiungen zu bevorzu-
røeit, ønd nar so zaeit, wie die Sffukturen, innerhalb deren diese
Praktiken fungieren, identisch oder homolog mit den objektiven
Strukturen sind, die sie hervorgebracht haben. So zum Beispiel
spielt sich in der Interaktion zwischen zwei Handelnden oder
gen sucht, die dazu raugen, ihn selbst zu uerstäiken
(2.
B. an die
G*pp.tt von Handelnden mit demselben Habitus (2. B. A und
empirisch belegte Tatsache, daß man über politik am riebsten
mit
B) ailes so ab, als ob die Handlungen jedes (jeder) von ihnen
l euten
diskurierr, die ohnehin gleicher Meinung sind). Durch
die systematische
sen, Personen d,es
'dusv/¿þI",
die er zwischen
O"nen, Éreignis_
(2.8. a, für A) im Hinblick auf die Reaktionen organisiert
wären, die sie bei jedem Handelnden mit demselben Habitus
[Jmgangs
triffr, schürzt sich der
Habitus"vor
hervorrufen (2. B. b, als Reaktion von B auf a,); folglich impli-
.Milieu
Krisen und kritischer Befragung, indem er sich ein
schaffr, an das er so weit *;e
m,;gl.h
vorangepaßt ist, also eine
zieren sie objektiv die Vorwegnahme der Reaktion, die von die-
sen Reaktionen wiederum ausgelöst wird (2. B- a' als Reaktion
relativ konstante \Welt von Situationen, die
Dispositionen dadurch zu verstärken, daß siË
["äigrr., sind, seine
seiien Erzeugnis_
auf b,). Doch die teleologische Beschreibung, die einzige, die auf
einen ,rational Handelndeno paßt, der lückenlos über die Präfe-
sen den aufnahmebereitesten
Markt bieten. Und
wieder.rmîiegt
in der paradoxesten Eigenschaft des Habiru s alsnicbt
ausgeø¿hî
ter G.rundhge aller
,Auswahlentschcidungen. die Lö;"g J.,
renzen und die Kompetenz der anderen Handelnden informiert
ist, und derzufolge jede Handlung den Zweck hat, eine erneute
Reakdon auf die von ihr provozierte Reakdon zu ermöglichen
Paradoxons, wieviel Information
-"n
br"r'riht, um sich dem In_
(indem die Person A eine Handlung a, unternimmt, z. B. ein
formiertwerden enrziehen zu können:
die lØaÉrnehmurrgr_ ,rìl
Geschenk macht, um die Person B'zu der Handlung b,, zu einem
Beurteilungsschemara
des Habitus, auf
denen alle Vermeåungs_
Gegengeschenk, zu veranlassen, damit sie anschließend die
stra-tegien beruhen, sind großenteils das
Ergebnis
eines
unËe_
wußren und nicht gewoltèn Meidungsverhaliens, ob sich dieses
Handlung a, vornehmen , z.B. das Geschenk durch ein weiteres
Gegengeschenk übertrumpfen kann), ist ebenso naiv wie die me-
nun auromarisch aus den Fxistenzbedingungen
ergibt
(wie
z.
B.
ã¡s
Meidungsverhalten aufgrund raumliiher"Trennung) oder auf
chanistische Beschreibung, die aus Zugund Gegenzug ebenso
viele Elemente einer von einer mechanischen Vorrichtung pro-
eine strategische
Absicht zurückgeht (die z.B. Kinder von
"schlèchtem Umgang. oder
uschmît, ui¿ S.t.rrrau fernhalten
duzierten Abfolge programmierter Handlungen machen wür-
de.r Der Habitus schließt die Lösung der Paradoxe des objekti-
will),-für die jedoch die Erwachsenen
zusrändig sind, die unter
den gleichen Umständen geprãgt wurden.
r LJm zu ermessen, auf welche Schwierigkeiten eine mechanistische TÏeorie
der Praxis stieße, bei der diese als eine rein mechanische Reaktion definiert
Selbst wenn sie wie die Reatlielng expliziterZwecke
anmuren,
würde, die unmi*elbar von den früheren Bedingungen bestimmt und ganz
sind die vom Habitus erzeugren Si.atËgien, mit denen man
un_
auf ein mechanisches Funktionieren zuvor vorhandener Apparate redu-
vorhergesehenen und
immeiwieder n.i.n sitrr"tionen die Stirn
zierbar wãre, deren Anzahl übrigens ebenso wie die der zufálligen Reiz-
bieten kann, nur dem Anschein ,r
h
,,rk,rnfJ.rri--t,
"*".
scheinen sie auf Vorwegnahme
ihrer eigenen Folgen ausgerichtet
und leisten so Illusionen der
Zielgerichtetheit
iorsch,ib, do"h
zusammenstellungen, die sie von außen auslösen können, mit unendlich
ângenommen werden müßte, braucht man sich nur das grandiose und
verzweifelte Vorhaben jenes Ethnologen vorzustellen, der mit schönstem
werden sie in rü(¡irklichkeit, weil sie stets die
positivistischen lù(/agemut nach zwanzigminütiger Beobachtung der Kü-
objektiven Struktu_
ren.zu reproduzieren trachten, aus denen sie
chenarbeit seiner Frau 48o elementare Verhaltenseinheiten aufzeichnet und
hervorgegangen
sind, durch die früheren produktionsbedingungen
ihrer Erzeu_
dann die uEpisoden*, die wissenschaftlich verarbeitet werden müssen, auf
zoooo pro Tag und pro Akteur, also für eine Gruppe von mehreren Hun-
gungsgrundlage
determinieft, d. h. durch die bãreits
eingetrete_
dert Kiassen von Akteuren auf mehrere Millionen iährlich schätzt' (Vgl'
ne Zukunft früherer praktiken, identischer oder ersetzbaier.
Mit
M. Harris, The Nøture of Cult*ral Tårzgs, New York, Random House
ihrer eigenen Zukunft deckt sich diese bereits eingerretene so
ry64's.74-75.)
tr4
II'

ven

Sinns ohne subjektive,Intention.ein: er liegt jener

Verkettung

v.o1 "ZjSenl zugrunde, die objektiv wie Ståtágien o.g"rrisie,i

sind, ohne

das Ergebnis einer echten ,tr"t"gir.ir"r, Absicht zu

sern - was zumindest voraussetzen

vielen möglichen Strategien aufgefaßt

würde, ãaß sie als eine von

werden.l Daß jedes der

Folge

von Handlun_

Momente einer geordneten und gerichteten

T.ol,

denen,

ourch vorwegnahme der

Fo.lgen (die ersr den Begriff

scheinen kann_, geht darauf zurück,

obiektive Straregien rur"_ri"rrg.retzt sind,

Zukunft und besonderr riir*

eigenen

Strategie rechtfertigt) b.rJ

t

¿"î ai. lro- fliUíru,

r",rg_

ihrer eigã_

immer dann

sind, wenn die Be_

immer noch gleich

gebilder wur_

Anpassung

ten und von den früheren produkrionsbedingungen

beherrschten p."Lïtå

""",.Err :qulgsgrundlage

an dre ob¡ektiven

olngungen, unter denen der Habitus fungiert,

Bedingungen vorangepaßt

oder ähnlich oe, wobel dle

den Bedingungen sind, urrr"i d.rr.rr.,

vollkommene und.sofort erfolgreiche

an die objektiven

Bedingungen die vollständïgste Illusion einer

dasselbe hinaaslìiuft, eines selbst_

¿rergerrchrerherr oder, røas auf

geregehen Mechanismus verschafft-

Die vom Habitus Zukunft bewirkte

erkennbar, als wenn der

in dieser Art umgekehrter Vorwegnahme der

Gegenwart de, i"rgrrrg

rheit

ist nie besser

Sinn

der wahrscheinlichen Zukunft

Disp"rl,;on.", ài. infolg. eì_

demlron Maru g.rn zitierten

Möglicñk.i,"r, *g

"rrf"d",

sie real tref_

objekdv passen.2

plö?lt.i Lügen gestraft wird.und ys E'lfe\t9 der Hysteresis (wie bei

Do^n Quichotte) schlecht an die. objektiven

paßt sind, bestraft werden, weil das Milieu,

fen, ztt weit von dem entfernt ist, zu dem sie

r Die einträglichsæn Sraregien sind meist die,

rechnung und in der Illusion der oeigentlichstenu

welche außerhalb jeder Be_

Aufrichtigkeit

von einem

die_

Nebenge_

objektiv an objektive Strukturen angepaßten Habitus erzeugt werden:

se Strategien ohne strategische Berechnung werfen für jene, die kaum noch

als ihre Urheber

winn ab, nâmlich die

gennützigkeit gewährt wird.

soziale Anerkennung, die für den Schein der Unei_

bezeichnet werden können, einen bedeutenden

z Bei Generationskonflikten sæhen sich keineswegs

.Altersklassen gegen-

getrennt wären,

¿. t. unter Exi_

stenzbedingungen, welche aufgrund verschiedener Definitionen des un-

sondern Habitusformen, die verschieden entsranden s;rd,

über, die durch natürliche Eigenschaften voneiånde.

r16

Das'rù(/eiterwirken der Erstkonditionierungen in Gestalt des Ha- bitus nämlich kann auchund ebensogut dieFälle
Das'rù(/eiterwirken der Erstkonditionierungen
in Gestalt des Ha-
bitus nämlich kann auchund ebensogut dieFälle erklären, wo sich
Dispositionen anerwünscht auswirken und Praktiken den vorlie-
g.rrã.r, Bedingungen
objektiv unangePâßt' weil obfektiv für
iberholte odei
beieitigte Bedingungen Passend sind' Die Nei-
gung
zum Verharren in ihrem Sosein, welche bei Gruppen unter
ãrrdãt.ttt darauf zurückgeht, daß die Handelnden der Gruppe
dauerhafte Dispositionen aufweisen, die sich unter lJmständen
länger halten ais die ökonomischen und sozialen Bedingungen
ihrãr Erzeugung, kann Grundlage sowohl von NichtanPassung
wie von Attp"t*ttg,
von Auflehnung wie von Resignation sein-'
andere mögliche Formen des Verhältnisses zwi-
Schon wenn man
schen Dispositionen und Bedingungen ânfühn, kann man in der
AnPassung des Habitus an die objektiven
vorwegge;ommenen
des Möglichen' erkennen und so
Bedirri,ingen einen 'Sonáerfall
u.r*.id"ri, das Modell der
quasi-zirkulären
Verhältnisse quasi-
vollkommener Reprodukti on f'ilt allgemeingültig za erþl¿¿ren,
das nur dann uneingeschränkt gilt, wenn der Habitus unter Be-
dingungen
zur Anwendung gelângt, die identisch oder homo-
theãscË-it denen seiner Eizeugung sind' In diesem Sonderfall
sind die durch die objektiven Bedingungen und durch ein ten-
denziell an diese Bedingungen angepaßtes pädagogisches Han-
deln dauerhaft
Dispositionen bestrebt, objektiv
mit diesen Bedingungen ".rfgeprãgte.t vereinbare Praktiken und an deren ob-
jektive Erfordernisse (amor fati)r vorangePâßte Erwartungen zu
möglichen, des Möglichen und des \íahrscheinlichen dafür sorgen' daß
maiche Leute Praktiken oder Bestrebungen als selbswerstãndlich oder
sinnvoll erleben, die andere als undenkbar oder skandalös verübeln' und
umgekehn.
r In der psychologischen Literatur finden sich einige Beispiele für Versuche'
dieses Verhältnis direkt zu verifizieren (vgi' E' Brunswik' "system¿tic
and
in
Representative Design of Psychological Experiments",
J'
Neymen
(Hrsg.), Proceedings of tbe BerÞeley Symposium on Matbematical Statistics
and. Probdbility, Berkeley, Univ. of California Press 1949, S' r43-zoz;
M. G. Preston und P. Barrata, nAn Experimental Study of the Action-
V¿lue of an Uncenain Incomeo,,4 merican J o urnal of P sy ch olo g 8 6 r I 948,
Probability as a Function of Ex-
S. r83-r93; F. Atteneave, "Psychological
perienced Frequency., ¡loønal
r953, S.8r-86).
of
Experimental
Psycbologlt, a6 (t95) z,
t17
erzeugen Folglich üachren sie stenten, abstrakten und unwirklichen Begriff der durchschnitt- jenseits jeder rationalen
erzeugen
Folglich üachren sie
stenten, abstrakten und unwirklichen Begriff der durchschnitt-
jenseits jeder rationalen Berech_
nung und bewußren Abwägung von
Erfolgsch".r r,
d"rr".h, di"
lichen Profitchancen,
sondern n¿ch den spezifischen Chancen,
a priori oder e¡ ante ylahrscheinlichkeit
einzelnes 'Síirtschaftssubjekt oder eine Klasse von
ãines Ereignisr.,
i_it
über die ein
oder ohne
subj
ektive
Begleiterfahrun gen wie Hoffnin gen,'Er_
'\ùíinschaftssubjekten aufgrund ihres Kapiøls verfügen, das in
*l.t:g.ggl,Ängste usw.) und die
apoiteriori oder ex postylahr_
dem hier behandelten Verhältnis als Instrument zur Aneignung
scheinlichkeit, die.aufgrund früherer
von Chancen betrachtet wird, die lediglich theoretisch allen
Erfahrung ermittelt wer_
den kann, unmittelbar miteinander zur
Deckun[
zu
bringen. So
offenstehen.
kann man anhand der Dispositionen versrehenl*"--
die auf
eines nicht näher be-
Die \firtschaftstheorie, die nur rationale oReaktionen'
das.(stillschweigende)
postulat einer'versrehbaren
Kausalitäts-
\ü0irtschaftssubiekrs
stimmten und austauschbaren
auf "Potentielle Gelegen-
bezrehung" (Max Veber) zwischen gattungsmdßigen
("rypi_
heitenn (responses m potential opportunities) oder genauer auf durchschnitt-
durchschnittli.h uo.î"rrd.ien. Chancen und
schen"), "objektiv
Erwartungen.l - also beispielsweise
liche chancen (wie die "durchschnirtlichen
Märkten) kennt, veryandelt das immanente
Profitraten" ¿uf verschiedenen
Gesetz der Ökonomie zur allge-
"subjektiven
zwischen In_
vesdrion
oder Investitionsneigung und erwarteter oder
meingültigen Norm der angemessenen ökonomischen Praxis. Sie verschleiert
früher
H¿bitus als Bedingung einer angemessenen öko-
real erzielter Profitrate - gegrünJeten ökonomischen Modelle
damit, daft der 'ration¿le<
einer besonderen ökonomischen Bedingung erzeugt
eine recht genaue Erklärung für praktiken
nomischen Praxis von
liefern, die nicht auf
wird, nämlich von der, welche festlegt, über wieviel ökonomisches und kul-
einer Kenntnis der objektiven Chancèn beruhen.
turelles Kapital man verfügen muß, um die formal allen gebotenen "poten-
Indem er daran erinnerr, daß das am ,objektiv
Gültigen"2
richtig
orien¡ierte rationale Handeln so erfolgt, owie es bei t<enntrriî
tiellen Gelegenheiten" beim Schopfe packen zu können. Sie verschleiert da-
mit außerdem, daß die Dispositionen' indem sie die ökonomisch und kultur-
aller Umstände und aller Absichten
deiMitbeteiligten (
.) ver_
ell Minderbemittelten zur '{'npassung
an die spezifische Situation zwingen,
laufen wäre.3, also bei Kenntnis dessen, o*",
,i.h
aus
und ihnen zugleich die Anpassung (erwa
der Sicht
¿us der sie hervorgegangen
sind,
des W'issenschaftlers loh¡t., der.als einzige, d,r.lh n.r
h.r,r.rg
durch Berechnung oder Voraussicht) an die allgemeinen Erfordernisse des
d.as-Systgm objektiver Chancen konstr,riäen kann, an das sich
ökonomischen Kosmos mit unmöglich machen, diese Minderbemittelten
ein Handeln bei vollkommener Kennrnis der
lJrsachen anpassen
veranlassen, sich mit den Strafen abzufinden, die ¿uf diese mangelnde Ange-
Benachteiligung'
Kurz, die Kunst,
müßte,_ zeigt Max \leber eindeutig, daß das reine
paßtheit stehen, also mit ihrer eigenen
Modell
des
Schopfe zu packen, d¿s Geschick, der 7v
Chancen zu berechnen und beim
rationalen Handelns nicht als ant[ropologische Beschreibung
der Praxis
betrachtet werden darf. Dies ,ricñt rr,rr, weil die Han_
delnden nur in
Ausnahmefdllen pollþommene Information und,
kunft durch eine .A.rt praktische Induktion vorzugreifen oder sogar bei kal-
kuliertem Risiko das Mögliche gegen das \(/ahrscheinliche auszuspielen, sind
alles Dispositionen, die nur unter besdmmten, d'h' gesellschaftlichen Be-
das für deren richtige
Einschätzung nötige GescÉick haben, die
erworben werden können. \íie Investitionsneigung
oder Unter-
dingungen
Voraussezungen eines rationalen
H"rrdãl.rr. Bis auf den Aus_
nahmefall, bei dem die (ökonomischen und
kulturellen) Bedin_
,"ht.Ãi.rn ist winschaftliche Informienheit eine Sache wirtschaftiicher
Macht, v¡eil sich die Neigung zur Beschaffung von Informadon nach den
gungen des am rù(/issen um die auf verschiedenen Märkteá
jeweils
Aussichten ihrer erfolgreichen Verq'enung und die Chancen der Beschaffung
erzielbaren Profire ausgerichteten rarionalen Handelns eins
sind,
nach den Chancen nutzbringender Verwendung richten' Außerdem auch
deswegen, weil wirtschaftliche Kompetenz durchaus keine unter bestimm-
richten sich die Praktiken nicht nach dem nur rechenmäßig exi_
ten Uãstãnden erq/orbene rein sachliche Fähigkeit ist, sondern wie iede
Kompetenz (Sprachkompetenz, politische Kompetenz usw') eine Macht, die
r Vgl. Max Veber,
Gesamrnehe Aafsätze zur.Wissenscbaftsleåre,
Tübingen,
Macht verfü-
stillschweigend denen zue¡kannt ¡r'ird, die über wirtschaftliche
Mohr (Siebeck) r973.
gen oder über eine durch Stetus und Statut bestimmte E'igenschaft'
z M.Veber, a. a. O., S. +¡¡.
3 M.
Veber, Wirtscbaft und Gesellschaft, Köln, Kiepenheuer E¿ .Witsch
(2. B. im Märchen), das den Sinn der
Nur im Phantasieerlebnis
t964,5.5.
gesellschaftlichen tüíirklichkeit neutralisiert, nimmt die Sozial-
rr8
tt9
welt die Gestah einer für jedes mögliche Subjekt gleich mög_ lichen \Øelt von Möglichkeiren an.
welt die Gestah einer für jedes mögliche
Subjekt
gleich
mög_
lichen \Øelt von Möglichkeiren an. Éarrdelnde bestimmen sich
selbst nach åo nþreten Indiþatoren
d,esErreichbaren und des Un_
erreichbaren, des 'steht uns zu<< und
,steht uns nicht 2u.,, einer
Unterscheidung, die ebenso grundlegend
und grundsätzlich an_
erkannt ist wie die zwischen dem Ueil;ger,
,rrä
d"* profanen.
Dadurch ist er Grundlage dessen, was Marx als wirksame Nach-
frager (im Gegensatz zu der auf Bedürfnis und \íunsch beruhen-
den unwirksamen Nachfrage) bezeichnet, also des realistischen
Verhältnisses zu den Möglichkeiten, das zugleich von Machtbe-
gründet und begrenzt wird und das als Disposition, die auch auf
die (gesellschaftlichen) Bedingungen ihres Erwerbs und ihrer
Rechtlich festgelegte Vorgriffsrecht, o,i¡ di, ZuÞ.unft und das
Realisierung verweist, eher den objekdven Chancen der Bedürf-
rechtlich
gesicherte Monopol auf bestimmte Möglichieiten sind
nis- oder'W'unschbefriedigung angepaßt wird und geneigt macht,
nur die.explìzit
garantierte Forzz aller dieser a.rgåigneten Chan_
,nach eigenem Gusto<<, d: h. "nach den eigenen Möglichkeiten",
cen, mir denen die
heutigen Kräfteverhältnirrl. ;" ¿i. Zukunft
zu leben, wie es in der thomistischen Maxime heißt, und sich so
fongeschrieben werden, da
sie rückwirkend die heutigen Dispo_
sitionen beherrschen, besonders die
zukunftsgerichteten.
Das
mit Prozessen zu verbünden, die das Síahrscheinliche zu realisie-
ren suchen.
praktische Verhältnis eines bestimmten Hand"elnd en zur
Zu_
kunft,
seine Gegenwartspraxis beherrscht, definiert sich
-das
nämlich
einerseits in dem Verhälmis zwischen ."in"- Habirus
(insbesondere den zeitlichen
Struktrren und den Dispositionen
zur Z_ukunft, die sich gebildet haben,
solange
ein bestimmtes
verhältnis zu einer bestimmten welt von lraúrscheinlichkeiten
andauerte) und einem bestimmten Zustand der ihm
objektiv
von der Sozialwelt gebotenen Chancen andererseirs. Doi
Vrr_
h;il1nz.s zy
Mt;glichþeiten ist ein Verbàhnis zu Machtbefugnissen,
und der Sinn der
wahrscheinlichen Zukunft entsteht i., dã- rr.r_
längenen Verhältnis zu
einer nach den Kategorien des (für uns)
Möglichen und des (für uns)
Unmöglichen s"t.rrkt,rrienen Velt,
also nach den Kategorien des von
voi-nherein von anderen Ange_
eigneten und anderen Gehörigen und
des von vornherein r¡ns
Zustehenden. Der Habitus als ôrundlage
einer selektiven \(i.ahr_
nehmung von Indizien, die eheruu ,.ii.,
Bestätigung
und
Be_
kräftigung als zu seiner Verwandlung raugen, und als Matrix zur
Erzeugung
von Reaktionen, die an alle mii den (früheren) Bedin_
gung€n seiner
Erzeugung
identischen oder homologen objekti_
t.1 B*ilg,yigenio.rangepaßt
sind, wird entsprechend einer
wanrscherntrchen
Zukuntt festgelegt,
die er vorwegnimmt und
mit herbeiführt, weil e. sie direkt ari der
Gegenuart
der z.termu_
teten Weh als der einzigen herausliest, die er"je erkennen kann.1
der realen Situation durchaus identischen körperlichen Reaktionen belegen
- eine noch schv¡ebende Zukunft wie etwas bereits Gegenwäniges oder gar
vergangenes lebendig werden lâ'ßt ("ich bin totu, "ich bin ganz fertig")'
r Als Grenzbeispiel einer derartigen Antizipation ist die Emotion
eine
hallu_
ziniene vergegenwänigung
des Zukünftþen, welche - wie die mit denen
r Karl Man, OÞonomiscb-philosopbische ManusÞripte aus dcmJabre t844,
MEV, Ergänzungsband r, Berlin, Dietz I968, S. 565f.
r20

tWir

ertragen

Verhaltensweisen

nur schwer die Analysen

in der itt"p"ktí"

cã;il.hl

ãi

,

sind wir

ã

erhebàn wir

von Soziologen' venn sle unsere

von Regeln.oder von Ritualen be-

;;'.ü;;:

;",ilJ;;;i;

in der Regel keine E-inwände' wenn

primitive völker sprechen'

lø"i" über sogenannte

'\üarum

¿ndeie handelt'.spontan objek-

warum nehmen s¡ir für uns selbst und uns al1ein das

dann' *tno t"idirrrn

,t"isiJil U;J

ö;ti";;.;

F;eiheit und von Subiektivität in Anspruch?

"ã"

p"tit

Ein wirkliches Verständnis

sowohl über den

stellt eine dóppelte Aufgabe' die

Obi"ktito-"s (wie z'B' bei Leti-Strauss) als auch

(wie

z'B' bei Sartre) hinausfüh1t:

ni.,

ä"**

-S"U;"ktivismus

":^T^"^|t I

t"*"fti die obiektiìen

zu obiektivieren,

,1.

Strukturen (z'B' die stalstis,cfenf¡s1-

als auch die inkorporierten

Strukturen

Y':

(z'.lt'

"*t

ur-

I

I

I

-nfliä"i,"n von Praktìken)

äi.

.iti"j

r<"tegorien

ã.t n"*."¿rr"rrg

"o*"rr.rzt.

""f

,ä",

rune selbst

der \wahrnehmung) zr obiektiv**"

iím[.h die Operationen'.die

wie

.auch

t'on Techniken der Objektivierung begrundete

ðleichzeitig

geht

es aber

"t"h

datum' die Objektivie-

den Z'tgang

den Gesichts-

li'åt"t"i')áu;.r.t*""

;"k;;;;;;-

w"rttr-t"i'" ermöglichen'

opt'i""" - um

die"Distanz zu überwinden' die der

bb¡.k,iui.tung innewohnt.

;;iìi;t;V"i;.

zu

entdecken, daß es eine obiektivität des Subjektiven

lnstrumenten der Obiektivierung die

oibt- daß der Forscher *i, ,"in"n

ïäi;lff;"';;.

r;;;;;;ñÉ

noch ein Momerlt d.,

illusorisch.

pì"rr" À."t¿1""' geb- r93o, h¿t

der Ecole Pratique ¿ de France.

fr"*"'

åi" Akteure selbst über ihre Praxis machen' zer-

'i.i'

die

obiektiven

Strukturen erfassen z-u können' ist selbst

Obitkiiuität: die kollektiven Illusionen sind nicht

den Lehrstuhl für-Kultursoziologie an

E'tttdes inne und ist Mitglied des Coilège

Pierre Bourdieu Sozialer Sinn Kritik der theoretischen Vernunft übe.setzt von Günter Seib Suhrkamp
Pierre Bourdieu
Sozialer Sinn
Kritik
der theoretischen Vernunft
übe.setzt von
Günter Seib
Suhrkamp
Inhalt -f i¡el der Originalausgabe : Le sens Prdtique Minuit, Paris r98o O l-es éditions
Inhalt
-f i¡el der Originalausgabe
:
Le sens Prdtique
Minuit,
Paris r98o
O l-es éditions de
Vorwort
7
Erstes Bucb Kritik der theoretischen Vernunft
47
r. Die Objektivierung objektivieren
t7
z. f)ie imaginäre Anthropologie des Subiektivismus
79
3. Strukturen, Habitusformen, Praktiken
97
4. Glaube und Leib .
r22
5. Die Logik der Praxis
r47
6. Die\WirkungàerZeit
r80
7. Das symbolische Kapital
205
8. DieHerrschaftsweisen
222
9. Die Objekdvität des Subjektiven
246
Zzøeites Buch Praktische Logikformen
2t9
r. Boden und Heiratsstrategien
264
Die Deutsche Bibliothek - CIP-Einheitsaufnahme
z. Sozialer Nutzen der Verwandtschaft .
2.8 8
Bourd'ieu'
Pierre:
theoretischen Vernun{t /
j. DerDämonderAnalogie
Sozialer Sinn: Kritik der
352
Pierre Bourdieu'
Üb"ts ton Günter Seib -
Anhang
i. Aufl' - Frankiurt am Maìn :
SuhrkamP' r99i
Das Haus oder die verkehrte \Welt
468
tJíissensch aÍt ; rc66)
(Suhrkamp-Taschenbuch
sens pratique <dt'>
F.inheiissacht': Le
Literatur
490
ISBN 3-5r8-28666-8
NE: GT
Register
49'
wisseosch¿fr t066
suhrkrmp taschenbuch
Ersre Auflagc
r993
Verìag Frank[un am Mrin r987
O diescr Auseabe Suhrkamp
"
Suh.k"P Tascbenbuch Verlag
uoibth"lt"t' insbesondere das
¡11. R
htt
Vortrags' der Ubertragung
ães öf{entlichen
Rund{unk und Fe¡nsehen
durch
auch einzelner Teile'
,o*i. ã", Übersetzung'
Vagner GmbH' Nördlingen
S"tt und Dtutk'
Printed in GermanY
nach Entwúrfen von
Umschlag
\XrillY
Flec-khaus und Rolf Staudt
\2)1t6-9897969t949i