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Wieder die letzte Chance

Sportmuseum-Subvention um zwei Jahre verlängert

Von Markus Vogt

Basel. Die Situation war kurios: Die Regierung beantragte einen Zuschuss, den sie eigentlich gar nicht ausgeben wollte, nämlich 600 000 Franken für das Sportmuseum. Für die Jahre 2016–2019 sollte die Subvention erneuert werden, mit vier Tranchen à 150 000 Franken. Die Regierung stecke in einem Dilemma, sagte Regierungspräsident Guy Morin. Einerseits sei man schon immer skeptisch bezüglich der Subventionierung des Sportmuseums, da sei man gleicher Meinung wie die Bildungs- und Kulturkommission (BKK). Die Beiträge der Mitträger Bund und Baselland seien nicht gesichert, und es stelle sich die Frage, ob Basel-Stadt einspringen sollte. Morin erwähnte auch, dass pro Jahr lediglich rund 2000 Besucher dieses Museum frequentieren, die meisten davon in der Museumsnacht.

Andererseits hatte der Regierungsrat einen Auftrag zu erfüllen: Vor einem Jahr hatte ihm der Grosse Rat ein Budgetpostulat von Heinrich Ueberwasser (SVP) überwiesen, die 600 000 Franken zu sprechen. Also hatte die Regierung einen entsprechenden Ratschlag vorgelegt. Sinnvoll wäre es, fügte Guy Morin noch an, mit den Museumsverantwortlichen das Gespräch zu suchen, um wenigstens dessen Sammlung in die Zukunft retten zu können.

Die BKK wollte den Kredit nicht bewilligen, erklärte Kommissionsvizepräsident Martin Lüchinger (SP). Seit den Turbulenzen 2005 sei es dem Museum nie gelungen, eine neue Basis aufzubauen. Mit sieben zu zwei plädierte die Kommission dafür, den Kredit nicht zu sprechen.

Von einem Dilemma sprach auch Michael Koechlin (LDP) und von Hoffnung doch solche gebe es keine mehr für dieses Museum. Luca Urgese (FDP) redete von Verantwortung gegenüber dem Sportmuseum, den Mitarbeitenden, den Gönnern und dem Steuerzahler. Es sei nicht toll, Erwartungen enttäuschen zu müssen, doch die Verantwortung gegenüber den Steuerzahlenden wiege schwerer. Man sollte dem Museum trotz allem eine letzte Chance geben, sagte Michael Koechlin (LDP), obwohl man diese letzte Chance schon ein paarmal gewährt habe.

Koechlin plädierte dafür, einem Kompromissantrag von Tobit Schäfer (SP) zuzustimmen:

Dieser forderte 300 000 Franken für zwei Jahre (2016/2017). Oswald Inglin (CVP) schloss sich an. Für den vollen Betrag setzten sich Franziska Reinhard (SP) und Heinrich Ueberwasser (SVP) ein.

Tobit Schäfers Vorschlag wurde mit 72 zu 16 Stimmen angenommen und dementsprechend die Subvention für zwei Jahre bewilligt.