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Beruf & Karriere manager/in werden: auf dem Weg nach oben Arbeitsmarkt geisteswissenschaftler: medien und mehr
Beruf & Karriere manager/in werden: auf dem Weg nach oben Arbeitsmarkt geisteswissenschaftler: medien und mehr
Beruf & Karriere manager/in werden: auf dem Weg nach oben Arbeitsmarkt geisteswissenschaftler: medien und mehr
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Beruf & Karriere manager/in werden: auf dem Weg nach oben Arbeitsmarkt geisteswissenschaftler: medien und mehr

Beruf & Karriere manager/in werden:

auf dem Weg nach oben

Arbeitsmarkt

geisteswissenschaftler:

medien und mehr

oben Arbeitsmarkt geisteswissenschaftler: medien und mehr September 2014 | 38. Jahrgang | heft 4 Berufsbild Was

September 2014 | 38. Jahrgang | heft 4

Berufsbild Was macht ein Online- reputationsmanager?

abi.de
abi.de

Zulassungsverfahren, Studienorganisation & Co.

Medizin studieren

beruf & karriere Wie wird man Manager/in? Mit viel Ehrgeiz sowie den richtigen fachlichen und
beruf & karriere Wie wird man Manager/in? Mit viel Ehrgeiz sowie den richtigen fachlichen und

beruf & karriere

Wie wird man Manager/in?

Mit viel Ehrgeiz sowie den richtigen fachlichen und persönlichen Voraussetzungen kann der Sprung auf der Karriereleiter

abi.de
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iM fokuS Medizin studieren Medizin zählt zu den beliebtesten Studiengängen. Wer einen Studienplatz sicher hat,
iM fokuS
Medizin studieren
Medizin zählt zu den beliebtesten Studiengängen.
Wer einen Studienplatz sicher hat, kann sich freuen.
Doch Studium und Beruf sind
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editorial

Liebe Leserin, lieber Leser,

e igentlich ist es ein Traumberuf: Viele junge Menschen wollen Arzt oder Ärztin werden – weil sie Leben retten wollen und helfen, Kinder auf die Welt zu bringen, oder forschen, um Krankheiten zu besiegen.

Der Arztberuf ist traditionell aber auch mit hohem Ansehen und Prestige versehen. Laut dem Gehaltsreport der Jobbörse Stepstone vom November 2013 sind Ärzte und Ärztinnen nach wie vor die Spitzenverdiener in Deutschland. Sie müssen dafür auch einiges leisten! Das beginnt schon bei der strengen Auswahl vor dem Studienstart: Human-, Zahn- und Tiermedizin (sowie Pharmazie) sind die einzigen bundesweit zulassungs- beschränkten Studiengänge. Wer Erfolg hat, lernt im Studium alle medizinischen Bereiche kennen, von Anästhesiologie bis Urologie. Der Studienabschluss erfolgt mit insgesamt drei Staatsexamina. Und daneben wird meist noch eine Doktorarbeit angefertigt. Es folgt das praktische Jahr und dann die Assistenzarztausbildung oder Facharztweiterbildung. Ein langer Weg! Dennoch: Kaum ein anderes Arbeitsfeld bietet so attraktive Möglichkeiten, anderen Menschen zu helfen. Und angesichts einer immer älter werdenden Gesellschaft bieten sich auch stabile Berufsaussichten. Wer flexibel ist, und auch die spätere Niederlassung in einer ländlichen Region nicht ausschließt, kann seine Chancen erhöhen. Aus diesen Überlegungen geht eines klar hervor: Medizin studieren sollte man mit Überzeugung und Leidenschaft! Dann kann der Traum auch wahr werden. In diesem Heft gibt es allerdings noch weitere Themen:

Auch für Managementberufe sollte man Herzblut mitbringen, zudem Charisma. Geisteswissenschaftler sollten wissen, wohin es nach ihrem Studium mal gehen soll. Und der vorgestellte Online-Reputationsmanager weiß, was zu tun ist, wenn die Selbstdarstellung im Netz aus dem Ruder gelaufen ist.

SEPTEMBER 2014 | 38. JAHRGANG | HEFT 4 Beruf & Karriere Manager werden: Arbeitsmarkt Geisteswissenschaftler:
SEPTEMBER 2014 | 38. JAHRGANG | HEFT 4
Beruf & Karriere
Manager werden:
Arbeitsmarkt
Geisteswissenschaftler:
Auf dem Weg nach oben
Medien und mehr
Berufsbild
Was macht ein Online-
Reputationsmanager?
go
Zulassungsverfahren, Studienorganisation & Co.
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Medizin studieren

Viel Spaß beim lesen wünscht die abi>> redaktion

inhalt

inhalt I ausbildung I studium I beruf I arbeitswelt I fun & facts arbeitSMarkt GeiSteSWiSSenSChaftler Abwechslung

I ausbildung I studium I beruf I arbeitswelt I fun & facts

ausbildung I studium I beruf I arbeitswelt I fun & facts arbeitSMarkt GeiSteSWiSSenSChaftler Abwechslung statt

arbeitSMarkt GeiSteSWiSSenSChaftler

Abwechslung statt brotloser Kunst

Für Geisteswissenschaftler/innen gibt es zahlreiche berufliche Möglichkeiten. Da ist es umso wichtiger,

genau zu wissen, wo es hingehen

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es umso wichtiger, genau zu wissen, wo es hingehen 22 WaS MaC ht ein …? Online-Reputationsmanager

WaS MaC ht ein …?

Online-Reputationsmanager

Ist der Ruf erst ruiniert

tun ist: Malte Landwehr verbessert das Image von Unternehmen im

dann weiß er, was zu

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BERUF & KARRIERE

die karriereleiter erklimmen Einmal Manager/in zu werden ist der Traum vieler Berufseinsteiger. Mit viel Ehrgeiz und den richtigen fachlichen und persönlichen Voraussetzungen kann der Sprung auf der Karriereleiter klappen. 6

Wie wird man Manager/in? Gibt es ein Geheimrezept, um in die Führungsetagen von Unternehmen zu gelangen? abi>> hat Manager nach ihrem Karriereweg

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IM FOKUS

die kunst des heilens Medizin zählt zu den beliebtesten Studiengängen von Abiturienten. Wer einen Studienplatz sicher hat, kann sich freuen. Doch das Studium ist anspruchsvoll und gerade am Anfang heißt es: durchhalten!

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Vom Modell überzeugt Enge Verzahnung von Theorie und Praxis: Simon Drees gehört zu den ersten Studierenden, die den Modell- studiengang Humanmedizin an der Berliner Charité

14

das nadelöhr Auf rund 9.000 Plätze bewarben sich im vergangenen Wintersemester knapp

45.000 Bewerber. Doch wie genau sieht das Bewerbungsverfahren aus?

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abi>> hat

frischer Wind in den Curricula Zu wenig Praxis und zu spät Kontakt zu den Patienten – so lautet die Kritik an den Regelstudiengängen. Dass es auch anders gehen kann, zeigen Modell- und

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Österreich, niederlande, ungarn? Wer in Deutschland nicht auf einen

Medizinstudienplatz warten will, kann es im Ausland versuchen. Je nach Land und Uni unterscheiden sich die Zulassungs-

bedingungen, Kosten und

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ARBEITSMARKT

abwechslung statt brotloser kunst Kunst, Kultur und Medien, Wissenschaft, PR oder Bildung – Geisteswissenschaftlern stehen viele berufliche Möglichkeiten

22

Voller einsatz im dienst der literatur Selbstständigkeit und Kommunikations-

stärke sind in Nina Portheines Beruf die wichtigsten Eigenschaften. Beim btb Verlag in München bringt sie Autoren

und deren Bücher in die

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WAS MACHT EIN …?

online-reputationsmanager Malte Landwehr aus Münster ver- bessert das Image von Unternehmen im Internet. Der 27-Jährige gewinnt seine Kunden in der Regel über seinen eigenen

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WEITERE RUBRIKEN

editorial

2

news

4

leseraktion

19

impressum

27

Vorschau

28

Foto: Lisa Zirkelbach

Foto: Martin Rehm

news

Absolventenstudie

Die große

Herausforderung

Ist dein Favorit mit dabei?

Das trendence Institut hat unter

30.000 abschlussnahen Studie-

renden aus 24 europäischen

Ländern die beliebtesten

Arbeitgeber ermittelt.

Dem Forschungsinstitut trendence

zufolge, ist Google für angehende

Hochschulabsolventen der beliebteste

Arbeitgeber Europas. Dicht gefolgt wird

das amerikanische Unternehmen von

den deutschen Automobilherstellern

Volkswagen und BMW sowie dem IT-

Konzern Apple.

Der Banken- und Finanzsektor hat bei

Europas Absolventen an Attraktivität

verloren. Medienunternehmen dagegen

werden bei der Wahl der möglichen

Arbeitgeber immer beliebter. Insbe-

sondere die deutschen Medienhäuser

wie die ProSiebenSat.1 Media AG,

Bertelsmann oder Axel Springer ziehen

immer mehr Absolventen an. Auch die

Tendenz, dass zunehmend mehr Studie-

rende bereit sind, für den Traumjob ins

Ausland zu ziehen, wurde den Ergebnis-

sen zufolge bestätigt.

An der jährlich erscheinenden Studie,

dem Graduate Barometer, beteiligen sich

vorwiegend Studierende aus den Berei-

chen Business, Engineering, IT und Jura.

>>mehr infos:

www.trendence.com/en/company/

rankings/europe-all-countries.html

Foto: Martina Striegl
Foto: Martina Striegl

Buchtipp

Karrieretipps

für Naturwissen-

schaftler

Der aktuelle T5

Branchen- und Karriereführer

ist erschienen. Er bietet

umfassende Informationen

zu den Bereichen

Biotechnologie, Chemie,

Healthcare, Life Sciences,

Medizintechnik, Pharmazie

sowie Umwelttechnik.

Der Ratgeber richtet sich unter ande-

rem an Absolventinnen und Absolven-

ten naturwissenschaftlicher Fächer.

Neben Informationen zu Branchen-

trends und verschiedenen Berufsfeldern

werden Arbeitgeber porträtiert sowie

aktuelle Themen aus Praxis, Wissen-

schaft und Forschung beleuchtet.

Darüber hinaus zeigt das Buch Aus- und

Weiterbildungsmöglichkeiten auf und

gibt Tipps zum Berufseinstieg.

Der T5 Branchen- und Karriere-

führer wird bundesweit kostenlos

an Universitäten, Fachhochschulen,

Schulen für technische Assistenten,

Pharmareferentenschulen und weiteren

Bildungsinstitutionen verteilt.

Wer in das Buch hineinblättern

möchte, findet eine Leseprobe auf der

Website des T5-Karriereportals.

>>mehr infos:

www.t5-karriereportal.de

>>mehr infos: www.t5-karriereportal.de Test zur s elbstreflexion Ist Lehramt das Richtige für

Test zur s elbstreflexion

Ist Lehramt das

Richtige für mich?

Seit Ende Juni gibt es einen

neuen Test zur Eignung für den

Lehrberuf. Mit dem Online-Tool

„SeLF“ (Selbsterkundung zum

Lehrberuf mit Filmimpulsen)

können am Lehramt Interes-

sierte die eigenen Fähigkeiten

und Erwartungen im Bezug auf

die Tätigkeit als Lehrkraft besser

einschätzen lernen.

In insgesamt 16 Kurzfilmen werden

zunächst charakteristische Szenen und

Situationen des Lehreralltags darge-

stellt. Nach jeder Sequenz gibt es Aus-

sagen zum Gesehenen, denen man zu-

stimmen kann oder nicht. Anschließend

folgen Tipps für das richtige Verhalten

eines Lehrenden in den entsprechen-

den Situationen. Die Online-Eignungs-

beratung soll Interessierten bei der

Einschätzung helfen, wie realistisch ihre

Vorstellungen vom Lehrberuf sind.

Angeboten wird der Test vom Münche-

ner Zentrum für Lehrerbildung (MZL)

an der Ludwig-Maximilians-Universität

München. Neben Studieninteressierten

richtet er sich auch an Studien- und

Berufsberater sowie Lehrende an Uni-

versitäten und in der Lehrerfortbildung.

Die Inhalte zur Eignungsberatung

stehen kostenlos online zur Verfügung.

>>mehr infos:

www.self.mzl.lmu.de

stehen kostenlos online zur Verfügung. >>mehr infos: www.self.mzl.lmu.de 4 abi>> 4 | 2014

Ver AnsTAlTungen

Foto: Martin Rehm

news

Vom 11. O k tob er 2014 bis 12. O k tob er 2014

26.

s eptember 2014, e nn e p et al

abi pure

Ausbildungsmesse

In der Frankenhalle der Messe Nürnberg findet zum elften Mal die Abiturientenmesse abi pure statt. An zwei Tagen, jeweils von 10 bis 16 Uhr können sich Abiturientinnen und Abiturienten, Hochschulabsolventen, Berufseinsteiger sowie Eltern und Lehrer zur Berufs- und Studienwahl informieren. Neben Ausbildungs- und Studien- möglichkeiten werden Angebote für Auslandsaufenthalte, Sprachreisen, Praktika und Weiterbildungsmöglichkeiten vorgestellt. Neben Hochschulen, Kammern und Institutionen sind unter anderem mit dabei: Institut für Fremdsprachen und Auslandskunde, ING-DiBa, Areva, die Deutsche Telekom AG, Thomas Sabo und viele mehr. Teilweise können Gesprächs- termine vorab online vereinbart werden. Der Eintritt ist frei.

Ennepe-Ruhr

Die Ausbildungsmesse Ennepe-Ruhr findet am 26. September 2014 zum sechsten Mal statt – in diesem Jahr unter dem Motto „Für die Zukunft ausbildEN“. Die Messe soll interessierten Schülerinnen und Schülern einen Einblick in das regionale Ausbildungs- und Studien- angebot gewähren. Die Besucher können erste Kontakte mit regionalen Ausbildungsbetrieben oder Hochschulen knüp- fen und in Gesprächen Informationen rund um das Thema Ausbildung und Beruf sammeln. Die Ennepe-Ruhr findet von 14 bis 17 Uhr im VER Busdepot (Wuppermannshof 7, 58256 Ennepetal) statt. Die Teilnah - me ist kostenfrei. Für Einzelpersonen ist keine Anmeldung erforderlich.

>>mehr infos:

>>mehr infos:

www.azubitage.de

www.ausbildungsmesse-en.de

„w issenschaft weltoffen“

Trend zum Auslandsstudium

Immer mehr Studierende aus dem

Ausland zieht es an deutsche Hochschulen.

Auch deutsche Studenten entscheiden sich

zunehmend für einen Auslandsaufenthalt, wie

die Publikation „Wissenschaft weltoffen 2014“

herausstellt.

Deutschland ist nach den USA und Großbritannien für aus-

ländische Studierende das beliebteste Gastland. Die Zahl

aller ausländischen Studierenden lag im Wintersemester

2013/2014 zum ersten Mal über 300.000. Damit kommt

etwa jeder zehnte Studierende der Bundesrepublik aus

dem Ausland. Auch deutsche Studierende zieht es wäh-

rend ihres Studiums in fremde Kulturen. Etwa jeder dritte

deutsche Studierende absolviert einen studienbezogenen

Auslandsaufenthalt. Das Ziel der Bundesregierung und des

Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) ist

es, dass bis 2020 jeder zweite deutsche Hochschulabsol-

vent Auslandserfahrung gesammelt hat.

Dieser Trend zur Internationalisierung wird von der Bun-

desregierung unterstützt. Im Haushalt 2014 wurden die

Mittel für Studenten- und Wissenschaftleraustausch sowie

internationale Hochschul- und Wissenschaftskooperation

um 10 Millionen auf 140,5 Millionen Euro angehoben. Die

Publikation „Wissenschaft weltoffen 2014“ wurde vom

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

gemeinsam mit dem DAAD und dem Deutschen Zentrum

für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW)

geschaffen und veröffentlicht Daten und Fakten zur Inter-

nationalität von Studium und Forschung in Deutschland.

>>mehr infos: www.bmbf.de/de/15945.php

Deutschland. >>mehr infos: www.bmbf.de/de/15945.php Reisefreudig: Viele deutsche Studierende zieht es ins

Reisefreudig: Viele deutsche Studierende zieht es ins Ausland – und umgekehrt.

b e ru f  &  k a r ri e r e

Foto: Burkhardt Hellwig
Foto: Burkhardt Hellwig

Managementpositionen kann es auf allen Hierarchieebenen geben. Das reicht von der Team- oder Projektleitung über die Abteilungs- leitung bis hin zu Vorstand und Geschäftsleitung.

Manage r/in   werden

b e ru f  &  k a r ri e r e

Die Karriereleiter erklimmen

Verantwortung übernehmen, Manager/in werden – das ist Ziel vieler Berufseinsteiger. Mit viel Ehrgeiz sowie den richtigen fachlichen und persönlichen Voraussetzungen kann der Sprung auf der Karriereleiter klappen.

n ach dem Abschluss ihres Bachelorstudiums „Management im Handel“ an der Hochschule Bremen gelang Carmen Fröhlich-Schleiken

der Berufseinstieg als Geschäftsführerin eines Kindergartens, in den auch ihr eigenes Kind ging. Anschließend veranstaltete sie Bewerbungs- und Kommunikationstrainings. „Irgendwann merkte ich, dass ich keine Einzelkämpferin mehr sein wollte und bewarb mich auf eine Stellenanzeige bei der IT-Firma Ortec Logiplan in Wildes- hausen“, erzählt die heute 46-Jährige. 2006 begann sie zunächst als Assistentin der Geschäftsleitung und über- nahm kurz darauf die Leitung des Personalbereichs – eine Abteilung, die in dem damals 50-köpfigen Unternehmen am deutschen Standort in Niedersachsen erst ge- schaffen werden musste.

Als Human Resources (HR) Managerin ist sie zudem für ihre persönliche Mitarbeite- rin sowie das Recruitment- und Trainingsbudget verant- wortlich. Aus Sicht von Carmen Fröhlich-Schleiken war es für ihren Aufstieg zur Managerin wichtig, dass sie empathisch ist, sich also schnell in andere Menschen hineinfüh-

len kann. „Außerdem bin ich verbindlich und nachhaltig: Wenn Entscheidungen getroffen werden, dann ziehe ich das auch durch“, sagt sie. Ohnehin hält sie soziale Fähigkeiten bei Managern für oft noch wichtiger als das fachliche Wissen. „Man muss gut zuhören können, acht- sam und ganz bei der Sache sein, egal ob man sich gerade mit

dem Geschäftsführer oder einem Auszubildenden unterhält.“

werden, und kontrollieren anschließend das Ergebnis“, gibt Oliver Wildenstein vom Deutschen Managerverband eine Definition für die Berufsgruppe. „Während man in Konzer- nen oft von Managern spricht, sind es in mittelständischen Unternehmen die Führungskräfte, die diese Aufgaben über- nehmen.“ Kann prinzipiell eigentlich jede(r) Manager/in wer- den? „Viele Methoden, die Manager gebrauchen, kann man er- lernen“, ist der Experte überzeugt. „Genauso wichtig sind aber auch die Soft Skills: Kann ich strategisch denken? Kann und will ich soziale Verantwor- tung übernehmen? Kann ich gut kommunizieren? Kann ich mich selber organisieren und andere führen? Nicht jeder bringt diese sozialen Fähigkeiten mit.“ Was viele mitbringen, ist ein Studium eines wirtschafts- wissenschaftlichen Fachs, um die wirtschaftlichen Zusammenhänge verstehen zu können. Je nach Position im Unternehmen können jedoch auch Absolventen anderer Studienrichtungen aufsteigen. Für Absolventen nicht-betriebswirtschaftlicher Fächer gibt es zum Beispiel den Weiterbildungsstudien- gang Master of Business Ad- ministration (MBA). Manager kann es bereits auf der unteren Hierarchie- ebene geben, zum Beispiel Team- oder Projektleiter, die zwar fachliche, aber noch keine Mitarbeiterverantwortung tragen. Manager auf mittlerer Hierarchieebene sind zum Beispiel Abteilungsleiter. Auf der oberen Ebene stehen dann die Be- reichsleiter oder die Vorstände, die an die Geschäftsleitung berichten. „Je höher man aufsteigt, umso mehr muss man konzeptionell arbeiten, also Strategien erstellen und Ziele definieren. Die inhaltliche Arbeit tritt zurück. Es ist nicht sel- ten, dass die Mitarbeiter des Managers inhaltlich mehr wissen als der Chef“, erklärt Oliver Wildenstein. „Dieser muss viel- mehr dafür sorgen, dass sein Team die Arbeit ohne unnötige Hindernisse erledigen kann.“ >>

Illustration: Guido Naujoks / mkdeapn.de
Illustration: Guido Naujoks / mkdeapn.de

Gute Führung will gelernt sein.

Was machen Manager eigentlich?

Eine allgemeingültige Beschreibung der Tätigkeit von Managern gibt es kaum. Zu vielfältig sind dafür die Aufgaben. „Manager treffen Entscheidungen, sorgen dafür, dass sie umgesetzt

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b e ru f  &  k a r ri e r e

Zu den Aufgaben eines Managers gehört es in der Regel auch, Verhandlungen zu führen – sowohl mit Externen wie Lie- feranten oder Dienstleistern, aber auch intern, zum Beispiel in Kritikgesprächen mit Mitarbeitern.

Chancen auf dem Arbeitsmarkt

Manager gibt es in Unternehmen sämtlicher Branchen und Größen. Neben Human Resources- beziehungsweise Personal- managern gibt es Marketing-, PR- und Produktmanager, Pro- jekt-, Vertriebs- und Logistikmanager – und eine Menge mehr. Wie viele Manager es in Deutschland gibt, ist kaum zu ermit- teln. „2012 waren 592.000 Personen als Geschäftsführer und Vorstände erwerbstätig, davon mehr als die Hälfte auf selbst- ständiger Basis“, weiß Judith Wüllerich, Arbeitsmarktexpertin

Ellenbogen sind von Vorteil im Management, viel wichtiger aber sind „Social Skills“.

der Bundesagentur für Arbeit. Darüber hinaus gibt es jedoch noch zahlreiche weitere Managerpositionen in anderen Unter- nehmensbereichen. Die Chancen auf dem Arbeitsmarkt stehen insgesamt gut:

Die Bundesagentur für Arbeit meldete 2012 rund 2.400 offene Stellen für Abteilungsleiter, Manager, Unternehmensberater und Führungskräfte im Personalwesen, also für Aufgaben der Unternehmensführung und -organisation. Da Managerposten aber häufig über andere Wege besetzt werden, darf man dieser Zahl nicht zu viel Bedeutung hinsichtlich des Bedarfs zu- messen. Immerhin: „Arbeitslosigkeit dürfte bei dieser Gruppe eine nachgeordnete Rolle spielen. Rund 4.600 Personen waren 2013 arbeitslos gemeldet. Bei vielen ist Arbeitslosigkeit aber nur ein Übergangsphänomen von einem zum nächsten Job“, erklärt Judith Wüllerich. <<

Foto: Martin Rehm

Foto: PrivatFoto:

Privat

Manager-Statements

b e ru f  &  k a r ri e r e

Wie wird man Manager/in?

abi>> hat Manager nach ihrem persönlichen Karriereweg gefragt.

hat Manager nach ihrem persönlichen Karriereweg gefragt. „ein guter Manager   zu sein – das 
hat Manager nach ihrem persönlichen Karriereweg gefragt. „ein guter Manager   zu sein – das 

„ein guter Manager   zu sein – das  kann man nicht   studieren.“ Heike Betzwieser

Hoch hinaus: Wer andere führen will, sollte damit bei sich selbst beginnen.

Heike Betzwieser (42) Unit Directorin, Exozet Berlin GmbH

Als studierte Germanistin habe ich zunächst ein Volontariat bei der Nachrichtenagentur dpa gemacht. Schon dort hat zu meinen Aufgaben die Koordination eines Fotografenteams gehört. Erste richtige Führungsaufgaben habe ich mit 30 Jahren übernommen, als ich bei t-online.de eine Fotoredaktion aufgebaut habe. Später bin ich als Projektleiterin zur Digital-Agentur Exozet gewechselt, wo ich mittlerweile zusam- men mit einem Kollegen eine Unit mit Software- Entwicklern leite, in der außer mir nur Männer arbeiten. Beim Aufstieg hat mir sicher geholfen, dass ich gern mit Menschen arbeite und gern organisiere. Ich mag es außerdem, mich hohen Anforderungen zu stellen. Wenn ich noch einmal wählen könnte, würde ich als Vorbereitung auf eine Managementposition heute vielleicht einen anderen Studiengang wählen. Ein guter Mana- ger zu sein, kann man meiner Erfahrung nach aber sowieso nicht studieren.

Jens Appelt (40) Leiter Multimedia-Kommunikation, DB Mobility Logistics AG

Schon während meines Architekturstudiums beschäftigte ich mich mit Tech- und Web-Foren. Dies verhalf mir zu einer Stelle bei Axel Springer, wo ich als leitender Redakteur den Online-Auftritt von Computerbild mit aufbaute. 2011 wechselte ich zur Deutschen Bahn, wo ich heute unter an- derem für die Social-Media-Kommunikation des Konzerns und fünf Mitarbeiter verantwortlich bin. Als Manager sind meiner Ansicht nach Empathie, Authentizität und eine transparente Kommunika- tion wichtig. Und man muss seine Aufgaben mit Leidenschaft angehen, nur dann kann man auch seine Mitarbeiter motivieren und begeistern. Je nach Aufgabenbereich ist nicht zwangsläufig ein Wirtschaftsstudium erforderlich, um Manager zu werden. Viel wichtiger ist die Veränderungs- bereitschaft – also der Wille, Dinge auch mal anders anzugehen. Denn genau wie bei einer Zugfahrt werden auch in Lebensläufen Weichen immer wieder neu gestellt.

auch in Lebensläufen Weichen immer wieder neu gestellt. „Nur mit Leiden - schaft kann   man Mitarbeiter

„Nur mit Leiden -

schaft kann  

man Mitarbeiter  

motivieren und 

begeistern.“

Jens Appelt

Foto: Martin Rehm

im fokus

Foto: Martin Rehm im fokus Bis zur ersten Sprechstunde in eigener Verantwortung müssen angehende Ärzte/Ärztinnen jede

Bis zur ersten Sprechstunde in eigener Verantwortung müssen angehende Ärzte/Ärztinnen jede Menge Tests bestehen.

Foto: Privat

m edizin studieren

im fokus

Die Kunst des Heilens

Medizin zählt ungebrochen zu den beliebtesten Studiengängen von Abiturienten. Laut Statistischem Bundesamt waren 85.000 Studierende im Wintersemester 2012/13 in Medizin eingeschrieben. Wer einen der Studienplätze sicher hat, kann sich freuen. Das Studium ist jedoch anspruchsvoll und gerade am Anfang heißt es: durchhalten.

Foto: Jörg Moritz
Foto: Jörg Moritz

Anatomie – nur ein Teil des Medizinstudiums.

b evor man zum ersten Mal mit Patienten spricht, Tests oder Untersuchungen durchführt,

muss man sich selbst durch jede Menge Tests durchbeißen, weiß Kim Kaumanns. Die 21-Jährige studiert im vierten Semester Humanmedizin an der Ruhr-Uni- versität Bochum. Trotz einer sehr guten Abitur- note musste sie ein Jahr auf ihren Studienplatz warten. Die Zeit nutzte sie, um sich intensiv auf den Test für medizinische Studiengänge (TMS) vorzubereiten: „Je nachdem, wie stark eine Uni- versität den Test gewichtet, kann man sich in der Rangliste der Bewerber nach oben arbeiten“, erzählt sie. Nach einem Jahr Wartezeit klappte es mit dem Platz in Medizin. Die Freude darüber wich allerdings schnell dem stressigen Studien- alltag: „Das war ein kleiner Kulturschock. Vormittags Anatomie und Biochemie, nach- mittags ging es weiter mit Genetik und dann drei Stunden Physikpraktikum.“ Abends lernte sie noch Vokabeln für den Terminologiekurs:

„Nach vier Wochen hatten wir die erste münd- liche Prüfung, ich habe wirklich die Namen sämtlicher Knochen auf Latein gelernt.“

Das erste Semester fand sie am härtesten. Dennoch: „Man sollte sich nicht abkapseln und stur vor sich hin lernen, sondern den Kontakt zu Kommilitonen suchen. So bekommt man viel mit, etwa für welche Prüfung welcher Stoff relevant ist, wo es welche Infos und Tipps gibt“, rät Kim Kaumanns.

Der Regelstudiengang

Wie das Medizinstudium aufgebaut ist, ist bundeseinheitlich durch die Approbations- ordnung für Ärzte (ÄAppO) geregelt. Demnach gliedern sich die zwölf bis dreizehn Semester Studienzeit in einen vorklinischen und einen klinischen Teil. Das vorklinische Studium dauert vier Semester, umfasst unter anderem die Fächer Anatomie, Biologie, Chemie und Physiologie und endet mit dem ersten Abschnitt der ärztlichen Prüfung, auch als Physikum be- kannt. Bis dahin müssen die Studierenden ein dreimonatiges Krankenpflegepraktikum und einen Erste-Hilfe-Kurs absolviert haben. Der zweite, klinische Studienabschnitt dauert drei Jahre und unterteilt sich in 22 Fächer – von Anästhesiologie bis Urologie.

sich in 22 Fächer – von Anästhesiologie bis Urologie. „man sollte sich nicht abkapseln und stur

„man sollte sich nicht abkapseln und stur vor sich hin lernen, sondern lieber den kontakt zu kommilitonen suchen.“ Kim Kaumanns

im fokus

s o läuft das m edizinstudium im Regelstudiengang

semester Dauer studienphase 1-4 2 Jahre Vorklinikum: • Fächer wie Anatomie, Chemie, Biologie, Physiologie,
semester
Dauer
studienphase
1-4
2 Jahre
Vorklinikum:
• Fächer wie Anatomie, Chemie, Biologie,
Physiologie, Terminologie, …
• Krankenpflegepraktikum (drei Monate)
• Erste-Hilfe-Kurs
1. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung
5-10
3 Jahre
klinikum:
• 22 Fächer unterteilt in Module und Blöcke
• Fünf Blockpraktika in den Schwerpunkten
Innere Medizin, Chirurgie, Gynäkologie, Kinderheilkunde,
Allgemeine Medizin
• Famulatur = Viermonatiges Praktikum im Krankenhaus
und einer Arztpraxis
2.
Abschnitt der Ärztlichen Prüfung
11-12
1
Jahr
Praktisches Jahr (PJ) im Krankenhaus
Drei Ausbildungsabschnitte à 16 Wochen in
Innerer Medizin, Chirurgie sowie Allgemeinmedizin
oder einem klinischen Fachgebiet
3
Monate
3.
Abschnitt der Ärztlichen Prüfung

Anschließend: Facharztweiterbildung/Assistenzarzt (6 Jahre, inkl. PJ)

Egal für welchen studiengang man sich entscheidet:

Eine spezialisierung erfolgt erst nach dem medizinstudium in einer vier- oder sechsjährigen Weiterbildung zum facharzt oder zur fachärztin.

„Die Schwerpunkte liegen auf Innerer Medizin, Chirurgie, Gynäkologie, Kinderheilkunde und All- gemeinmedizin“, zählt Dr. Kristin Irrgang, Berufs- beraterin der Agentur für Arbeit in Bayreuth, auf. Innerhalb dieser Schwerpunkte finden auch fünf Blockpraktika statt. Leistungsnachweise müssen zudem in zwölf Querschnittsbereichen wie etwa der Epidemiologie und der medizi- nischen Informatik erbracht werden. Patienten- kontakt haben die Studierenden – abgesehen

vom Krankenpflegepraktikum – meist erst im klinischen Studium und dort in der Famulatur.

Die Famulatur ist ein insgesamt viermonatiges Praktikum, das zum Teil im Krankenhaus, zum

Teil in einer Arztpraxis abgeleistet werden muss. Dieser Studienabschnitt wird mit der zweiten

ärztlichen Prüfung abgeschlossen. Anschließend

absolvieren die angehenden Mediziner das

praktische Jahr, kurz PJ, in einem Krankenhaus.

Je vier Monate davon sind in der Inneren Medizin

und der Chirurgie vorgesehen, der dritte medi- zinische Bereich kann weitgehend frei gewählt werden. Üblicherweise werden die Famulaturen nicht und das PJ nicht immer vergütet. Parallel zum PJ bereiten sich die Studierenden auf den dritten Teil ihres Staatsexamens vor.

Foto: Jörg Moritz
Foto: Jörg Moritz

Vor der Diagnose kommt die Theorie.

Neben den Medizinstudiengängen mit dieser Studienstruktur – den sogenannten Regelstudien- gängen – sind in den vergangenen Jahren einige Modell- und Reformstudiengänge entstanden, die alternativ aufgebaut sind. Unter anderem setzen sie bereits von Anfang an auf eine enge Verzah- nung von theoretischem medizinischem Wissen und Praxiserfahrung oder ersetzen das Physikum durch hochschulinterne Prüfungsformen. Aber egal, für welchen Studiengang man sich entscheidet: Eine Spezialisierung erfolgt erst nach dem Medizinstudium in einer vier- oder sechsjährigen Weiterbildung zum Facharzt oder zur Fachärztin, die in der Regel in Kliniken

Foto: Jörg Moritz

Foto: Jörg Moritz Nicht jeder, der Medizin studieren will, bekommt auch einen Studienplatz. Doch es gibt

Nicht jeder, der Medizin studieren will, bekommt auch einen Studienplatz. Doch es gibt Alternativen.

absolviert wird. Rund 40 verschiedene Facharzt- ausbildungen stehen zur Auswahl. Wer sich für Allgemeinmedizin entscheidet, kann sich später beispielsweise als Hausarzt oder Hausärztin mit eigener Praxis niederlassen.

Alternativen zum Medizinstudium

Ein Studium der Medizin ist bei Abiturienten nach wie vor äußerst beliebt. Laut Stiftung für Hochschulzulassung gab es im Wintersemester 2013/14 insgesamt 9.068 Studienplätze für Erstsemester in Humanmedizin. Demgegenüber standen 44.334 Bewerber. Da nicht jeder auf Anhieb einen Platz bekommt, ist es ratsam, sich über Alternativen Gedanken zu machen. Wer kei- ne Wartezeit einplanen möchte, kann beispiels- weise im Ausland Medizin studieren, oder – je nach Interessenlage – auf artverwandte Studien- gänge umsatteln. „Wer sich für Naturwissen- schaften begeistert, kann auf Pharmazie, Bio- chemie, Medizinphysik, Biomedizinische Technik oder Medizininformatik ausweichen“, zählt Dr. Kristin Irrgang auf. Beispiel Pharmazie: Hier kamen im Wintersemester 2013/14 auf 1.871 Plätze „nur“ 3.928 Bewerber. Biomedizin ist eine weitere Option. Der Studiengang ist an

der Schnittstelle von Medizin und Biologie an- gesiedelt und verknüpft die Inhalte eines natur- wissenschaftlichen Studiums mit Fachwissen aus der Medizin. „Jedoch hat das Fach mittler- weile einen ebenso hohen Numerus clausus wie Humanmedizin“, weiß die Berufsberaterin. Wer ein Faible für Ingenieurwissenschaften hat, kann etwa Medizintechnik studieren und sich im Berufsleben mit der Entwicklung medi- zinischer Geräte auseinandersetzen. Beim Studiengang Rettungsingenieurwesen stehen neben Maschinenbau, Anlagen- und Verfahrens- technik auch Betriebswirtschaft und Rettungs- medizin im Vordergrund. Absolventen können zum Beispiel eine Rettungswache leiten. Soll es eher in Richtung Therapie und Pflege gehen, kommen auch Studiengänge wie Physio- therapie, Ergotherapie, Logopädie oder Pflege infrage. Alternativ zum Studium ist in diesen Berufen auch eine schulische Ausbildung mög- lich. Und stehen eher Geist und Seele als der Körper im Mittelpunkt des Interesses, kann auch ein Studium der Psychologie eine Alter- native sein. Obwohl sich Interessierte auch hier bewusst sein müssen, dass der Studiengang in der Regel zulassungsbeschränkt ist und der Numerus clausus entsprechend knackig. <<

im fokus

abi>> blogs

abi>> blogs
Hanna studiert mittlerweile Medizin in Leipzig. Im Blog berichtet sie über die Bewerbungsphase.

Hanna studiert mittlerweile Medizin in Leipzig. Im Blog berichtet sie über die Bewerbungsphase.

Hanna studiert mittlerweile Medizin in Leipzig. Im Blog berichtet sie über die Bewerbungsphase.
in Leipzig. Im Blog berichtet sie über die Bewerbungsphase. „Es ist ganz schön kompliziert, sich so

„Es ist ganz schön kompliziert, sich so zu bewerben, dass man erstens einen Studienplatz bekommt und zweitens dort, wo man will. Ich bin zwar in meinem Leben schon viel gereist, muss aber zugeben, dass ich Deutschland gar nicht so gut kenne. Wer war schon mal in Greifswald, Rostock oder Mainz? Also habe ich beschlossen, die für mich interessanten Unis und Städte anzuschauen.“

 

>>mehr info

www.abi.de/

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die für mich interessanten Unis und Städte anzuschauen.“   >>mehr info www.abi.de/ blogs  
 
 
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im fokus

m edizin studieren an der Charité in Berlin

Vom Modell überzeugt

Simon Drees gehört zu den ersten Studierenden, die den Modellstudiengang Humanmedizin an der Berliner Charité durchlaufen, der dort zum Wintersemester 2010/11 eingeführt wurde. Der 23-Jährige schätzt die enge Verzahnung von Theorie und Praxis seit dem ersten Semester.

Foto: Sonja Trabandt
Foto: Sonja Trabandt

Von Anfang an nah dran am Patienten: Simon Drees absolviert den Modellstudiengang Humanmedizin an der Berliner Charité.

„man lernt Biochemie und

Anatomie nicht für sich, sondern im

Zusammenhang etwa mit dem Herz- und

kreislaufsystem.“

i ch wollte damals unbedingt nach Berlin, ehrlich gesagt wegen der Stadt. Wie der Modellstudiengang

aufgebaut ist, wusste ich damals gar nicht genau“, gibt Simon Drees zu. Bei seiner Bewerbung über hochschulstart.de

gab er die Charité als erste Ortspräferenz an.

Dank seiner sehr guten Abiturnote konnte er auf

Anhieb einen der Studienplätze ergattern.

Heute ist der 23-Jährige im siebten von ins-

gesamt zwölf Semestern und schätzt die Reform- bestrebungen der Charité. Denn anders als die Kommilitonen im Regelstudiengang hat er von An- fang an Kontakt zu den Patienten: „Schon in der zweiten Studienwoche waren wir in der Klinik und haben gelernt, wie man mit Patienten umgeht,

welche Fragen man am besten in welcher Reihen- folge stellt“, sagt er. Nicht nur Symptome, auch die soziale Lage, das Umfeld, der Beruf – alles kann für die Diagnose wichtig sein: „Dieser frü- he Kontakt ist enorm motivierend. Zum einen, weil man genau das ja beruflich später machen möchte, zum anderen, weil man nicht im stillen Kämmerlein Fakten auswendig lernt, sondern gleich den Bezug zu den Patienten hat.“ Der Modellstudiengang an der Charité ist modular aufgebaut, wobei sich die Module in den ersten sechs Semestern an biologischen Strukturebenen, Krankheitsmodellen und Organsystemen orientieren. Je mehr Grund- lagenwissen vorhanden ist, umso stärker rücken Krankheitsbilder in den Vordergrund.

Foto: Martin Rehm

Foto: Martin Rehm

Foto: Martin Rehm Foto: Martin Rehm Die einzelnen Veranstaltungen im Modell­ studiengang sind Lernzielen zugeordnet.

Die einzelnen Veranstaltungen im Modell­ studiengang sind Lernzielen zugeordnet.

„Man lernt Biochemie und Anatomie nicht für sich, sondern im Zusammenhang etwa mit dem Herz- und Kreislaufsystem, mit den Nieren und so weiter“, berichtet Simon Drees. Ein Modul dauert vier Wochen, wobei alle Fächer, die beteiligt sind, in das Modul mit einfließen. „Man hat somit nicht eine Vorlesung bei einem Professor, die sich durch das ganze Semester zieht, sondern immer ein ganzes Paket an unterschiedlichen Veranstaltungen, bei jeweils anderen Dozenten.“ Den einzelnen Veranstaltungen sind Lernziele zugeordnet: „Die sind so formuliert, dass man rauslesen kann, wie intensiv man welches Thema können muss. Damit kann man das Lernen sehr gut steuern“, findet Simon Drees.

Problemorientiertes Lernen

Wichtiger Baustein im Konzept des Modellstudien- gangs ist das problemorientierte Lernen (POL), bei dem in kleinen Gruppen gearbeitet wird:

„In der Regel sind wir acht Studierende. Wir be- kommen konkrete Fälle und arbeiten gemeinsam Lösungen aus. Das ist ein sehr selbstständiges Arbeiten“, berichtet er. Am Ende des Semesters stehen Prüfungen in den einzelnen Modulen an, schriftlich und mündlich-praktisch. Um kontrollieren zu können, wie viel man bereits gelernt hat, wird – wie in den meisten Regelstudiengängen auch – zu Semesterbeginn der sogenannte „Progress Test Medizin“ geschrieben: „Mit 200 Multiple- Choice-Fragen wird Wissen geprüft, das man am Ende des Studiums haben sollte. So kann man von Semester zu Semester seinen eigenen

im fokus

So kann man von Semester zu Semester seinen eigenen im fokus Auch das Erlernen praktischer Fähigkeiten

Auch das Erlernen praktischer Fähigkeiten gehört zum Programm, dabei wird in kleinen Gruppen gearbeitet.

Wissenszuwachs messen. Das ist ein gutes Kontrollinstrument“, findet Simon Drees. An der Charité gibt es zudem den Lernblock KIT: Kommunikation, Interaktion und Team- arbeit. „Das ist ein ganzes Bündel an Ver- anstaltungen, wobei es um den Umgang mit Fehlern in der Klinik geht, um die Lösung von Konflikten im Team oder das Eingehen auf psy- chische Probleme“, zählt der Medizinstudent auf. Auch wie man Patienten oder Angehörigen schlechte Nachrichten überbringen kann, etwa eine Krebsdiagnose, gehört dazu.

Am Curriculum mitwirken

Aber der Modellstudiengang hat auch Nach- teile: „Es gibt noch keine auf den Studiengang zugeschnittenen Lehrbücher, sodass wir uns den Stoff aus der Fachliteratur selber heraussuchen müssen“, sagt Simon Drees. Alles in allem ist er jedoch von dem Konzept überzeugt. Auch davon, dass er als Student zu Themen gefragt wird, die über das Studium hinausgehen: „Wir Studierenden sind in die Entwicklung des Curriculums eingebunden und unsere Meinung wird ernst genommen. Daher engagieren sich auch viele in der Fachschaft.“ Wie es nach dem Examen weitergehen soll, weiß er noch nicht: „Ich habe im Studium die Erfahrung gemacht, dass man in jedem Semester neue Fächer und Nischenbereiche kennenlernt. Daher fällt die Entscheidung auch zunehmend schwerer. Auf jeden Fall möchte ich neben der Patientenversorgung auch im Bereich Forschung und Lehre an einer Univer- sitätsklinik tätig sein“, sagt er. <<

im fokus

Zulassung zum m edizinstudium

Das Nadelöhr

44.334 Bewerber haben sich hochschulstart.de zufolge im Wintersemester

2013/14 auf die 9.068 verfügbaren Studienplätze in Humanmedizin beworben. Der Studiengang ist bundesweit zulassungsbeschränkt, die Bewerbung erfolgt zentral über die Stiftung für Hochschulzulassung (hochschulstart.de).

d ie Studienplätze in Humanmedizin vergibt die Stiftung für Hochschulzulassung zentral über das Internetportal hochschulstart.de.

Hier trifft man auf „AntOn“ – die Antrag­ stellung online. Über dieses Bewerbungstool kann man seinen Antrag stellen und auch später die Entschei­ dung über den Zulassungsantrag abrufen. Im Wintersemester stehen mehr Plätze zur Verfügung als im Sommersemester. Die Formel für die Vergabe der Studienplätze lautet 20:20:60. Was bedeutet das? 20 Prozent werden an die Abiturbesten der einzelnen Bundesländer vergeben. Der Schnitt lag im Wintersemester 2013/14 in den meisten Bundesländern bei 1,0. Nur in vieren kamen Bewerber mit einer Abiturnote von 1,1 oder 1,2 zum Zug. „Das sollte allerdings nicht überbewertet werden, denn diese Bewerbergruppe ist nicht sehr groß“, sagt Bernhard Scheer, Pressesprecher der Stiftung für Hochschulzulassung. Weitere 20 Prozent der Plätze werden nach der Wartezeit verteilt. Das waren im Wintersemester 2013/14 sechs Jahre in Humanmedizin. Als Wartesemester zählt jedes halbe Jahr, das seit dem Schulabschluss vergangen ist. Außer man ist in einem anderen Studiengang an einer deutschen Hoch­ schule eingeschrieben – diese Zeit wird abgezogen. Innerhalb einer Gruppe mit derselben Wartezeit werden die Bewerber in einem zweiten Schritt nach ihrer Abiturnote sortiert. Wichtig: Es gibt keine „Wartezeitliste“, in die man eingetragen wird, sodass man automatisch jedes Jahr am Auswahlverfahren nach Wartezeit teilnimmt. Man muss sich allerdings jedes Mal neu bewerben und bei jeder Bewerbung wird der Platz auf einer bundesweiten Rangliste neu berechnet.

Das Auswahlverfahren der Hochschulen

Der Löwenanteil, 60 Prozent der Studienplätze, wird in den

internen Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH) vergeben, die ebenfalls zentral über hochschulstart.de laufen. Auch bei

diesen Auswahlverfahren ist die Abiturnote das wichtigste

Kriterium. Es gibt Medizinische Fakultäten, die ihre Plätze

allein danach vergeben. Bei den meisten anderen fallen jedoch

noch weitere Kriterien ins Gewicht: zum Beispiel Einzelnoten

in bestimmten Schulfächern, eine abgeschlossene Berufs­ ausbildung, ein freiwilliger Dienst, ein Auswahlgespräch oder die Teilnahme an einem Eignungstest wie dem Test für medi­ zinische Studiengänge (TMS). Im AdH erstellen Bewerber eine Prioritätenliste mit maximal sechs Universitäten. Um die Chancen zu erhöhen, ist es wichtig,

die Auswahlkriterien der Hochschulen zu kennen. Wer keinen ganz so guten Schnitt hat, sollte nicht an erster Stelle eine Hochschule nennen, die ihre Plätze allein nach der Abiturnote vergibt. „Da man in jeder Quote nur sechs Orte angeben kann, sollte man sich die Reihenfolge seiner Wünsche genau überlegen, um sich nicht selbst zu schaden“, betont Bernhard Scheer.

Eignungstests

Rund 15 Universitäten berücksichtigen im hochschulinternen Auswahlverfahren den TMS. Mit der Teilnahme an diesem frei­ willigen Eignungstest können Bewerber ihre Chancen bei der Bewerbung an diesen Unis verbessern. Einmal jährlich wird der TMS zeitgleich an mehreren Orten in Deutschland durch­ geführt. Den Test darf man nur einmal machen, das Ergebnis besitzt dauerhaft Gültigkeit. Zudem gibt es auch das HAM­Nat, das Auswahlverfahren für medizinische Studiengänge Naturwissenschaftsteil der Universität Hamburg. HAM­Nat ist ein Multiple­Choice­Test. Die Teilnehmer müssen dabei in 120 Minuten 80 medizinische Fragen rund um Mathematik, Physik, Biologie und Chemie be­ antworten. Es ist möglich, diesen Eignungstest mehrmals zu machen. Anerkannt wird der Test außer von der Uni Hamburg auch von der Universität Magdeburg und der Charité in Berlin.

Ausnahmen vom Zulassungsverfahren

Außer der privaten Universität Witten/Herdecke, die ein eigenes Auswahlverfahren für ihr Medizinstudium durchführt, gibt es auch vereinzelt Kooperationsprojekte, bei denen die Bewerbung nicht über hochschulstart.de läuft. Die Paracelsus Medizinische Privatuniversität Salzburg (PMU) beispielsweise hat einen zweiten Standort in Nürnberg gegründet und bietet gemeinsam mit dem Klinikum Nürnberg seit August 2014 Stu­ dienplätze an: „Die PMU hat damit auf dem Klinik­Campus in Nürnberg einen zweiten Standort. Das Studium dauert fünf Jah­ re und schließt mit einem österreichischen Studienabschluss ab“, erläutert Professor Wolfgang Söllner, Vize­Rektor der PMU Nürnberg. „Die Absolventen können dann nach gelten­ der europäischer Rechtslage wie die Absolventen staatlicher Universitäten in Deutschland eine Approbation beantragen.“ Kostenpunkt: 13.500 Euro pro Jahr. Weitere Kooperationen be­ stehen etwa zwischen der Klinikkette Asklepios in Hamburg, deren Asklepios Campus Teil der Medizinischen Fakultät der Semmelweis­Universität in Budapest ist, oder dem Klinikum Kassel und der Universität von Southampton in England. <<

Foto: Sebastian Kaulitzki

Foto: Sebastian Kaulitzki im fokus abi>> blogs     Johannes studiert Medizin in Münster. Im Blog

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Johannes studiert Medizin in Münster. Im Blog berichtet der leiden­ schaftliche Surfer über sein Studium.

Johannes studiert Medizin in Münster. Im Blog berichtet der leiden­ schaftliche Surfer über sein Studium.

Foto: privat

Johannes studiert Medizin in Münster. Im Blog berichtet der leiden­ schaftliche Surfer über sein Studium. Foto:
schaftliche Surfer über sein Studium. Foto: privat   „Besonders spannend finde ich den Präpa- rierkurs.
 

„Besonders spannend finde ich den Präpa- rierkurs. Zum Lernen werden uns Leichname zur Verfügung gestellt, die gespendet wurden. Gleichzeitig ist das allerdings auch ein echter Knochenjob – teilweise im wahrsten Sinne des Wortes. Das ewige Rumstehen mit krummem Rücken strengt an, aber – so seltsam das auch klingen mag – am meisten leiden die Finger: Über mehrere Stunden Pinzetten zu halten, festzudrücken und damit an Dingen zu ziehen, geht ganz schön auf den Daumen.“

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an Dingen zu ziehen, geht ganz schön auf den Daumen.“ >>mehr info   www.abi.de/ blogs  
 
 
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Wer einen Medizinstudienplatz ergattert, kann sich glücklich schätzen: Die Zahl der Bewerber übersteigt die der Plätze jedes Jahr weit.

Foto: Jessica Braun

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Gib folgendes in die suche ein: CodeMUR

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info www.abi.de Gib folgendes in die suche ein: CodeMUR Ab der ersten Woche Kontakt mit Patienten

Ab der ersten Woche Kontakt mit Patienten – Modellstudiengänge machen’s möglich.

modell- und Reformstudiengänge in m edizin

Frischer Wind in den Curricula

Zu wenig Praxis und zu spät Kontakt zu den Patienten – so lautet die Kritik an den Regelstudiengängen in Humanmedizin. Dass es auch anders gehen kann, zeigen Modell- und Reformstudiengänge.

e igentlich ist in der Approbationsordnung für Ärzte (ÄAppO) festgelegt, wie ein Studium der Humanmedizin aufgebaut sein muss.

Universitäten dürfen aber von der klas- sischen Struktur – bestehend aus vor- klinischem und klinischem Studienteil – abweichen, wenn sie die Gesamtstudiendauer von mindestens sechs Jahren und das Zweite Staatsexamen beibehalten. Mittlerweile machen

verschiedene Unis davon Gebrauch, etwa die RWTH Aachen, die Charité in Berlin, die Medizinische Hochschule Hannover,

die Universität Heidelberg oder auch die private Universität Witten/Herdecke, die als einer der Vorreiter gilt.

Wie bei den Regelstudiengängen auch läuft die Bewerbung

für diese Modell- und Reformstudiengänge zentral über hoch-

schulstart.de, das Internetportal der Stiftung für Hochschulzu-

lassung. Außer bei der privaten Universität Witten/Herdecke,

bei der sich Studieninteressierte direkt bewerben.

Organzentriertes Lernen

Ziel aller Reformbemühungen ist es, dass die angehenden Ärzte nicht nur medizinisches Fachwissen anhäufen, sondern

die Theorie von Beginn an mit der Praxis – in Form von Patien- tenkontakt – verknüpfen können. „Ist es früher so gewesen, dass unsere Studierenden erst mühsam Anatomie, Biochemie und Physiologie lernen und nach zwei Jahren den ersten Ab- schnitt der ärztlichen Prüfung bestehen mussten, bevor sie dann endlich mit der Klinik in Berührung kamen, so haben sie im Aachener Modellstudiengang Medizin von der ersten Woche ihres Studiums an mit klinischen Inhalten Kontakt“, er- klärt Professor Dr. Stefan Gründer, Studiendekan der Medizi- nischen Fakultät der RWTH Aachen. Für die praktische Ausbil- dung steht außerdem ein eigenes Lehrzentrum für praktische Fertigkeiten zur Verfügung, das AIXTRA (Aachener interdiszip- linäres Trainingszentrum für medizinische Ausbildung). In den Modellstudiengängen werden die einzelnen Organe nicht über mehrere Semester hinweg zunächst aus anato- mischer, dann aus funktionaler Sicht usw. beleuchtet, sondern es gibt Themenblöcke zu jedem Organ, wobei die verschie- denen Aspekte in Bezug zueinander gesetzt werden. Physik, Chemie und Biochemie werden nicht mehr als Einzelfächer unterrichtet, sondern sind den Organsystemen zugeordnet. Diese Vorgehensweise wird auch als organzentriertes Ler- nen bezeichnet. „Als Professor der Physiologie, also eines

vorklinischen Fachs, kann ich sagen: Das macht den Studie- renden nicht nur viel mehr Spaß, sondern hilft auch, sie für die theoretischen Fächer zu interessieren und ihnen deren Bedeutung nahezubringen“, sagt Stefan Gründer.

Die Unis prüfen selbst

Natürlich hat jede Universität ihre jeweiligen Besonderheiten. An der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) zum Bei- spiel ist das Studienjahr in Tertiale (Dritteljahre) und nicht in Semester eingeteilt. In den jeweils zehnwöchigen Studienab- schnitten werden bestimmte Themenblöcke behandelt und gleich im Anschluss geprüft. Somit entfällt wie in den meis- ten Modellstudiengängen der erste Abschnitt der ärztlichen Prüfung. „Durch zeitnahe Prüfungen im direkten Anschluss an thematische Unterrichtsblöcke in den ersten beiden Stu- dienjahren ist der Lernstoff noch frisch im Gedächtnis. Mit dem modernen elektronischen Prüfungssystem „Q“ erfahren die Studierenden zeitnah, ob sie bestanden haben“, fasst Stu- diendekan Professor Dr. Ingo Just von der MHH zusammen. An der RWTH Aachen wird zudem nach dem sechsten Semester das Wissen aus den Sys- temblöcken in einer Ärztlichen Basisprü- fung (ÄBP) abgefragt. Während der erste Abschnitt der ärztlichen Prüfung in den Regelstudiengängen vom jeweiligen

im fokus

Landesprüfungsamt abgenommen wird, prüfen in den Modell- studiengängen die Medizinischen Fakultäten selbst.

Landesprüfungsamt abgenommen wird, prüfen in den Modell- studiengängen die Medizinischen Fakultäten selbst.
abgenommen wird, prüfen in den Modell- studiengängen die Medizinischen Fakultäten selbst. Alternative Lehrmethoden

Alternative Lehrmethoden

Alternative Lehrmethoden

Bei den Lehrmethoden setzen die Reformer neben klassi- schen Vorlesungen, Praktika und Seminaren auf Problem- orientiertes Lernen (POL): In kleinen Gruppen erarbeiten sich die Studierenden medizinisches Fachwissen anhand von Fallbeispielen selbstständig und praxisnah. An der Uni- versität Hamburg wird das Ganze durch neue Lernmethoden unterstützt, etwa durch die Einführung einer elektronischen Lernplattform, die bis zu einem gewissen Maß die herkömm- lichen Lehrbücher ersetzen soll. Modellstudiengänge als einzige Option für die Zukunft hinzustellen, ist aber wohl zu einfach: „Nach meinen Erfah- rungen sind für die Etablierung von Modellstudiengängen die Rahmenbedingungen des Landes und die standortspe- zifischen Voraussetzungen einer Medizinischen Fakultät entscheidend“, sagt Dr. Volker Hildebrandt, Generalsekretär des Medizinischen Fakultätentages. „Wenn in einem Land besonders viele Modellstudiengänge etabliert sind und in einem anderen Land gar keine, heißt das noch lange nicht, dass in den Regelstudiengängen weniger Innovationen wä- ren. Es kommt auf den Inhalt an und nicht auf die Verpa- ckung“, betont er. <<

Lese R aktion 2 Das menschliche skelett besteht aus rund 200 knochen. Bei unserem GewinnspieL
Lese R aktion
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Foto: Lisa Zirkelbach

Foto: Annika Voßen

im fokus

m edizinstudium im Ausland

Österreich, Niederlande oder Ungarn?

Wer in Deutschland nicht auf einen Medizinstudienplatz warten will, kann

es im Ausland versuchen. Je nach Land und Uni sind Zulassungsbedingungen, Kosten und andere Modalitäten unterschiedlich. abi>> stellt eine Auswahl an Möglichkeiten vor.

abi>> stellt eine Auswahl an Möglichkeiten vor. Studienangebote im Ausland – etwa in Österreich –
abi>> stellt eine Auswahl an Möglichkeiten vor. Studienangebote im Ausland – etwa in Österreich –

Studienangebote im Ausland – etwa in Österreich – können eine Alternative sein.

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ein: CodeMIA

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a ttraktiv sind für Abiturienten

aus Deutschland in erster Li­

nie deutschsprachige Studien­

angebote. Eine der gefrag­ testen Destinationen ist darum Österreich – auch aufgrund der geografischen Nähe. Dort bieten die staatlichen Medizinischen Universitäten Graz, Innsbruck und Wien ein gebührenfreies Medizinstudium an. Insgesamt stehen rund 1.350 Plätze zur Verfügung. In Salz­

burg befindet sich zudem die Paracelsus Medi­ zinische Privatuniversität, die pro Studienjahr

maximal 50 Studierende aufnimmt. Die Kosten belaufen sich auf jährlich 13.500 Euro. Übrigens:

Den praktischen Teil der Ausbildung kann man seit kurzem auch in Nürnberg absolvieren.

Wegen des Andrangs, nicht zuletzt aus

Deutschland, gibt es eine Quotenregelung im

Nachbarland: 75 Prozent der Studienplätze in

Humanmedizin gehen an Österreicher, 20 Pro­

zent an EU­Bürger, 5 Prozent an Nicht­EU­ Bürger. Die Abiturnote spielt bei der Zulassung zwar keine Rolle, jedoch müssen Studierwillige, die nach Wien, Innsbruck oder Graz wollen, am kostenpflichtigen Aufnahmeverfahren Medizin für Humanmedizin (MedAT­H) teilnehmen;

110 Euro werden fällig. Da der Eignungstest an allen drei Unis zeitgleich stattfindet, muss man sich im Vorfeld auf eine festlegen, wobei man dann nur an dieser Uni um einen Studien­ platz konkurriert. Am MedAT­H kann man – im Gegensatz zum Test für medizinische Studien­ gänge (TMS) in Deutschland – mehrmals teil­ nehmen. In Salzburg wiederum entscheidet ein dreistufiges Bewerbungsverfahren aus Bewer­ bung, schriftlichem Test und Auswahlgespräch über die Vergabe der Studienplätze. Auch in der Schweiz gibt es strenge Auflagen für Bewerber aus dem Ausland, die an den Universitäten in Basel, Bern und Zürich Medizin studieren möchten. Kontingente gibt es in der Regel nur für Kandidaten, die zum Beispiel einen Wohnsitz in der Schweiz haben. Der Personenkreis ist definiert auf den Seiten der Rektorenkonferenz der Schweizer Universitäten (weitere Informationen via QR­Code links).

Achtung: Studiengebühren

In den Niederlanden gibt es zwar keinen Eig­ nungstest, den Studienbewerber absolvieren müssen, dafür spielen naturwissenschaftliche

Kenntnisse in Mathematik, Biologie, Physik und Chemie eine Rolle. Informieren sollten sich In­ teressierte am besten direkt bei einer der acht niederländischen Universitäten, die Human­ medizin anbieten. Bewerben kann man sich zent­ ral über das Portal www.studienlink.nl. In Ungarn bieten die Universität Pécs und die Semmelweis Universität in Budapest ein deutschsprachiges Medizinstudium an. An der Semmelweis Universität beispielsweise zählen bei der Bewerbung neben einem sehr guten Abitur auch die Leistungen in den natur­ wissenschaftlichen Fächern sowie ein vorher absolviertes Krankenhauspraktikum. Das Angebot an Medizinstudiengängen ist aber noch viel größer. So können Deutsche zum Beispiel auch an verschiedenen Universitäten in Polen, Tschechien, der Slowakei, Kroatien, Rumänien, Bulgarien, Lettland, Estland oder Litauen Humanmedizin studieren. In der Regel handelt es sich hierbei um englischsprachige Studiengänge.

Anerkennung des Abschlusses

Wer ein Medizinstudium komplett im euro­ päischen Ausland absolviert und abschließt, kann sein Facharztdiplom oder seine ausländische Erlaubnis zur Ausübung des Arztberufes (Approba­ tion) in Deutschland in der Regel ohne Probleme bei der zuständigen Landesärztekammer anerken­ nen lassen. Zuständig ist die Kammer desjenigen Bundeslandes, in dem der Wohnsitz gemeldet ist. Ob ein Abschluss aus Nicht­EU­Ländern am Ende anerkannt wird, sollte vor Studienbeginn bei den Landesärztekammern erfragt werden. Problematisch kann es hingegen werden, wenn Studierende im Laufe des Studiums von der ausländischen Universität an eine deutsche wechseln möchten. Abgesehen davon, dass nicht klar ist, ob die bis dahin erbrachten Studienleistungen in vollem Umfang anerkannt werden können, ist es schwierig, in den höheren Semestern überhaupt einen Studien­ platz zu bekommen. <<

C h e ck lis t e

Was sollte ich mitbringen für ein Medizinstudium?

1. idealerweise einen sehr guten Abitur- schnitt für die direkte Zulassung an einer staatlichen Hochschule.

2. kommunikationsfähigkeit – immerhin hast du jeden Tag mit Menschen zu tun.

3. mit schwierigen situationen umgehen können: Als Mediziner kann man vielen Menschen helfen, jedoch muss man damit leben können, dass es für manche Patienten keine Heilung gibt.

4. Gute naturwissenschaftliche kenntnisse, vor allem in Biologie und Chemie.

5. Ausdauer und motivation: Ein Medizin­ studium dauert in der Regel 12,5 Semester, dazu kommen diverse Praktika und drei Staatsexamen.

6. starke Nerven und selbstsicherheit, vor allem später im Beruf: Wenn schnelle Ent­ scheidungen getroffen werden müssen, musst du Ruhe bewahren, abwägen können und hinterher zu deinen Entscheidungen stehen.

7. Empathie: Kannst du dich einfühlen in die Situation deiner Mitmenschen und Patienten? Im Berufsleben eines Arztes kann es wichtig sein, sich zu fragen, wie es dem Patienten mit der Behandlung geht und was ihm neben Medika­ menten noch helfen würde. Denn oft hängt eine Genesung auch von persönlichen Faktoren ab.

8. Teamfähigkeit, denn nicht nur im Studium, sondern vor allem im Berufsalltag ist die Zusam­ menarbeit in einem Team, zum Beispiel bei der Behandlung eines Patienten, extrem wichtig.

9. Blut sehen können: Wer allzu großen Ekel vor Körperflüssigkeiten, Wunden und ande­ ren Verletzungen hat, sollte sich vor dem Studium überlegen, ob er lernen kann, mit dem Anblick von Blut etc. umzugehen.

10. Belastbarkeit: Schon dein Studium wird relativ vollgepackt sein mit diversen Studien­ fächern und Praktika, für die es Disziplin und Zeit braucht. Im Berufsalltag als Arzt musst du dich auf Überstunden und Schichtdiens­ te einstellen, die oft auch mit wenig Schlaf einhergehen.

75

im fokus

Prozent der studienplätze im Nachbarland Österreich gehen an Österreicher, 20 Prozent an Eu-Bürger, 5 Prozent an Nicht-Eu-Bürger – nicht zuletzt wegen des Andrangs aus Deutschland.

Am Theater arbeiten Geisteswissenschaftler häufig in der Organisation, aber manchmal packen sie auch mit an.

Am Theater arbeiten Geisteswissenschaftler häufig in der Organisation, aber manchmal packen sie auch mit an.

Foto: Martina Striegl

Foto: Axel Jusseit

arbeitsmarkt

a rbeitsmarkt Geisteswissenschaftler

Abwechslung statt brotloser Kunst

Kunst, Kultur und Medien, Wissenschaft, PR oder Bildung – Geisteswissenschaftlern

stehen viele berufliche Möglichkeiten offen. Voraussetzung: Sie sollten sich

früh orientieren und für ein klares Profil sorgen.

i m

es

Büro von Peter Ackermann geht hektisch zu. Kaum hat er ange­

fangen, eine Mail zu beantworten,

klingelt auch schon wieder das Telefon. Kein Wunder, schließlich ist für den Kulturmanager beim „Fränkischen Theatersommer“ derzeit wieder Hochsaison. Das Wandertheater gastiert in mehr als 80 unter­ schiedlichen Orten zwischen Bayreuth, Bamberg und Erlangen – überall dort, wo es sonst nur wenig kulturelle Angebote gibt. Beim Fränkischen Theatersommer e.V. ist der 26­Jährige als Büroleiter für die Veranstaltungs­ organisation, die Presse­ und Öffentlichkeitsarbeit sowie das gesamte Marketing zuständig. „Dabei muss man sich selbst gut organisieren können und den Überblick behalten.“ Der Geisteswissen­ schaftler hat an der Otto­Friedrich­Universität Bamberg Kunstgeschichte und Archäologie stu­ diert. Schon vor seinem Bachelor­Abschluss konnte er ein Jahr lang als Kulturmanager für die Landesgartenschau in Bamberg arbeiten und hat sein Studium dafür zeitweise unterbrochen. Die damalige Anstellung war aus einem Praktikum heraus entstanden. „Diese Erfahrungen helfen mir, auch mit solchen Anforderungen zurechtzukommen, die im Studium nicht vermittelt werden“, sagt Peter Ackermann. Dazu zählt beispielsweise die Entwicklung von passenden Marketing­Ideen, um Menschen zum Besuch der Theateraufführungen zu bewe­ gen. Nach dem Studium hat Peter Ackermann lediglich vier Bewerbungen geschrieben, bis er im vergangenen Herbst die unbefristete Voll­ zeitstelle gefunden hat – so wenig Aufwand ist für Absolventen geisteswissenschaftlicher Fächer keinesfalls eine Selbstverständlichkeit.

Viele Berufsfelder für Historiker möglich

Auch nach einem Geschichtsstudium etwa sind viele Berufsfelder möglich: „Historiker sind in der

sind viele Berufsfelder möglich: „Historiker sind in der Wer etwa Geschichte studiert, kann in Archiven oder

Wer etwa Geschichte studiert, kann in Archiven oder Bibliotheken arbeiten.

Wissenschaft, in den Medien, in Archiven und Bibliotheken, aber auch im Stiftungswesen tätig“, erklärt Professor Dr. Martin Schulze Wessel vom Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands. „Um berufsspezifisch arbeiten zu können, ist in der Regel ein Master notwendig. In der Wissenschaft ist die Promotion Pflicht, in vielen anderen Bereichen wird sie gern gesehen.“ In diesem Jahr wird mit zahlreichen Veranstal­ tungen an den Ausbruch des Ersten Weltkriegs vor hundert Jahren erinnert. Anlässe wie diese sind in der Regel mit der Einrichtung von vorüber­ gehenden Projektstellen verbunden, so Professor Schulze Wessel. „Die Projekte sind zeitlich befris­ tet und werden in aller Regel nicht in eine dauer­ hafte Beschäftigung überführt. Doch können sie wertvoll sein, um Berufserfahrung zu sammeln.“

Auch in der Wirtschaft geschätzt

„Auf der einen Seite ist der Arbeitsmarkt für Geisteswissenschaftler dadurch geprägt, dass

es angesichts großer Konkurrenz nur einem

>>

Foto: privat
Foto: privat

„man muss sich gut organi- sieren können.“ Peter Ackermann

arbeitsmarkt

Der Geschichte ganz nah sein: Geisteswissenschaftler arbeiten häufig in Museen.

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Gib Folgendes in die suche ein: CodeIMJ

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Teil der Absolventen gelingt, einen Arbeitsplatz in einem studienadäquaten Tätigkeitsfeld zu finden. Auf der anderen Seite ist zu beobachten, dass Geisteswissenschaftler in den unterschiedlichsten Wirtschaftsbereichen zunehmend geschätzt werden, weil sie in der Regel über ausgeprägte Kompetenzen im Bereich des Wissensmanage­ ments verfügen“, schildert Ralf Beckmann vom Team Arbeitsmarktberichterstattung der Bundesagentur für Arbeit. „Auch ihre inter­ kulturellen Kompetenzen und Fertigkeiten bei der Informationsgewinnung und ­aufbereitung gehö­ ren zu den nachgefragten Fähigkeiten in einer wissensbasierten und globalen Arbeitswelt.“ Die Zahl der Erwerbstätigen, die einen Studien­ abschluss in Sprach­ und Kulturwissenschaften, Geschichte oder Philosophie haben, ist in den letz­ ten Jahren kräftig gestiegen. Waren im Jahr 2003 laut Mikrozensus noch 178.000 Menschen mit einem entsprechenden Abschluss in Deutschland

tätig, stieg die Zahl bis 2012 auf 330.000. Doch nicht alle sind in Vollzeit beschäftigt.

Arbeitsmarktgerechtes Profil ist wichtig

Im Verlauf des Jahres 2013 wurden der Bundes­ agentur für Arbeit rund 800 Stellen gemeldet, die sich explizit an Geisteswissenschaftler wandten. Mit 4.400 Menschen wies die Arbeitslosenstatis­ tik 2013 sieben Prozent mehr arbeitssuchende Geisteswissenschaftler aus als im Vorjahr. „Im direkten zeitlichen Vergleich mit dem Jahr 2003 ist jedoch eine sehr positive Entwicklung aus­ zumachen. Diese gewinnt vor dem Hintergrund einer kräftig gestiegenen Erwerbstätigkeit noch an Bedeutung“, sagt Ralf Beckmann. „Wichtig ist es, sich möglichst frühzeitig über Tätigkeitsfelder zu informieren und auf ein klares arbeitsmarkt­ gerechtes Qualifikationsprofil hinzuarbeiten.“ <<

Foto: Jörg Moritz

Foto: Burkhardt Hellwig

arbeitsmarkt

b erufsreportage Pressereferentin

Voller Einsatz im Dienst der Literatur

Selbstständigkeit und Kommunikationsstärke sind für Nina Portheine (35) die wichtigsten Eigenschaften für ihren Beruf. Um Autoren und ihre Bücher in die Medien zu bringen, pflegt die Pressereferentin beim btb Verlag in München Kontakte zu Journalisten, schreibt Pressemitteilungen und begleitet Schriftsteller bei ihren Lesereisen.

d ie studierte Amerikanistin arbeitet seit sieben Jahren in der Presseabteilung beim btb

Verlag, der skandinavische Literatur, Belletristik, litera­ rische Unterhaltung und Sachbücher herausgibt. Nach dem Abitur hat Nina Portheine in ihrem Heimatort, dem niedersächsischen Nordhorn, zunächst eine Ausbildung zur Buchhändlerin ab­ solviert. „Danach wusste ich, dass ich weiterhin in einem Beruf arbeiten möchte, der mit Büchern zu tun hat“, erzählt die heute 35­Jährige. Weil sie sich sehr für amerikanische Literatur interessierte, entschied sie sich für das Studien­ fach Amerikanistik an der Ludwig­Maximilians­ Universität München. Nach dem Magister­ abschluss hatte sie – wie viele ihrer Kommilito­ nen – jedoch noch keinen Job in Aussicht. „Zur beruflichen Orientierung habe ich mich für eine sechsmonatige Praktikumsstelle bei btb bewor­ ben. Die Ausschreibung hatte ich im Internet entdeckt, nach dem Vorstellungsgespräch erhielt ich schnell eine Zusage.“

Volontariat als Quereinstieg

Nach dem Praktikum wurde der Amerikanistin ein einjähriges Volontariat beim btb Verlag angebo­ ten. Anschließend hatte sie die Chance, als Junior­ Pressereferentin noch tiefer in die Abläufe der Kommunikations­ und Medienarbeit einzusteigen. „Für mich war es eine Art Quereinstieg“, sagt Nina Portheine. In ihrem Studium hatte sie sich mit amerikanischer Literatur­ und Kulturgeschichte befasst, in ihrem Arbeitsalltag spielt dieses Wissen nun eine untergeordnete Rolle. Im Zentrum stehen andere Kompetenzen:

„Wenn man Pressetexte verfasst, muss man die berühmten W­Fragen beantworten, also:

Wer? Was? Wann? Wo? Wie? Warum? Außerdem sollte man wissen, wie man das Interesse von Journalisten weckt“, erklärt sie.

Viele Kanäle der Kommunikation

Eine ihrer Kernaufgaben ist es, Presseinforma­ tionen zu Neuerscheinungen zu verfassen. Zudem sorgt sie dafür, dass Journalisten und Redak­ tionen rechtzeitig Rezensionsexemplare erhalten, damit sie über das Buch berichten können. Bei ausgewählten Titeln überlegt sie gemeinsam mit Kollegen aus anderen Abteilungen, etwa dem Marketing oder dem Vertrieb, welche Aktionen neben der klassischen Pressearbeit möglich sind, um auf die Neuerscheinung aufmerksam zu machen. Manchmal muss die Presseabteilung des Verlags auch auf aktuelle Ereignisse reagie­ ren: „Wenn einer unserer Autoren zum Beispiel ei­ nen wichtigen Preis erhält, schreibe ich schnellst­ möglich eine Presseinformation und versende sie“, sagt Nina Portheine. Mit ihrer beruflichen Situation ist sie zufrieden:

„Man ist neben der Bürotätigkeit immer wieder auf Messen oder Lesereisen unterwegs, das gibt einem neue Impulse und man lernt viele interessante Menschen kennen.“ <<

Foto: privat
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„Für mich war es eine art Quereinstieg.“ Nina Portheine

mich war es eine art Quereinstieg.“ Nina Portheine PR im Verlag: zwischen Büchern und Autoren abi>>

PR im Verlag: zwischen Büchern und Autoren

Foto: Martin Rehm

was macht ein

Probleme mit der Selbstdarstellung im Internet? Online-Reputationsmanager können helfen.

O nlin e - R e p ut ationsmanage r

Für den guten Ruf im Netz

Als Online-Reputationsmanager verbessert Malte Landwehr aus Münster das Image von Unternehmen im Internet. Der 27-Jährige hat sich selbstständig gemacht und gewinnt seine Kunden in der Regel über seinen eigenen Blog.

Foto: privat
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„man kann Blog- einträge kommen- tieren, um beispiels- weise Vorwürfe zu relativieren.“ Malte Landwehr

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w enn Unternehmen oder

Persönlichkeiten des öffent-

lichen Lebens an Malte

Landwehr herantreten, haben sie meist ein Pro- blem: Ihr Firmenname erscheint bei der Google- Suche zum Beispiel erst auf Platz fünf – nach dem Beitrag eines Bloggers, der eine negative Mei- nung gegenüber dem Unternehmen vertritt. Als freiberuficher Online-Reputationsmanager hilft er seinen Kunden dabei, dieses Problem zu lösen. Dafür nutzt er verschiedene Online-Marketing- und Online-PR-Strategien: „Man muss zunächst schauen, welche Aussagen es über den Kunden im Internet gibt. Dann kann man sich eine grund- sätzliche Strategie überlegen, wie man mit negativer Berichterstattung umgeht und welche

Prozesse man beim Kunden vielleicht umstel- len muss, um zum Beispiel Kritik zu vermeiden“, erklärt der 27-Jährige.

Negative Inhalte verdrängen

Um die Probleme seiner Kunden zu lösen, hat Malte Landwehr einige Strategien parat: „Wenn in einem Forum Kritik an einem Unternehmen geäußert wird, kann man mit den Betreibern sprechen und sie davon überzeugen, den Beitrag zu löschen“, erklärt er. Schwieriger sei die Situation, wenn es um Blogeinträge ginge: „Blog- ger löschen in der Regel keine Artikel, aber man kann ihre Beiträge zumindest kommentieren,

um zum Beispiel Vorwürfe zu relativieren.“ Zusätzlich legt Malte Landwehr den Fokus seiner Arbeit darauf, positive Inhalte zu schaffen und so zu positionieren, dass unerwünschte Bericht- erstattung aus dem Fokus der Aufmerksamkeit verschwindet: „Man kann zum Beispiel Foren- beiträge, Blogartikel oder Fachartikel in themen- relevanten Magazinen platzieren. Außerdem kann man auch Einträge in Branchenbüchern oder auch bestehende Online-Profile der Kun- den optimieren, etwa Facebook- oder Twitter- Accounts“, erklärt er.

Inspiration aus dem Netz

Malte Landwehr hat Informatik studiert. Als er nach dem Studium seine Karriere als Online- Reputationsmanager startete, gab es den Beruf in Deutschland noch gar nicht: Er hatte schon zu Schulzeiten eigene Websites aufgebaut und sein Taschengeld über den Verkauf von Werbe- flächen aufgebessert. Als Praktikant einer Online-Marketing-Agentur stieß er während des Studiums erstmals auf das Online-Reputations- management: „Ich war vor allem dafür zuständig, einen Blog zu pfegen, und bin auf der Suche nach Themen auf diese Tätigkeit gestoßen“, erinnert sich der heute 27-Jährige. Weil er das Thema für sehr relevant hielt, habe er dann parallel zu seinem Studium einen eigenen Blog über Selbst- darstellungsstrategien im Internet gestartet, über den er noch heute die meisten Kunden gewinnt. <<

Foto: Sebastian Kaulitzki

Foto: Sebastian Kaulitzki Flatulenzen und Blumenkohlohren Du weißt, wo der Blinddarm ist, und kennst sogar den

Flatulenzen und Blumenkohlohren

Du weißt, wo der Blinddarm ist, und kennst sogar den Unterschied zwischen Systole und Diastole? Dann bringst du die besten Voraussetzungen für unser Medizinquiz mit. Und los geht’s!

1: Dieses säugetier hat genau so viele halswirbel wie eine Giraffe. Um welches handelt es
1: Dieses säugetier hat genau so
viele halswirbel wie eine Giraffe.
Um welches handelt es sich?
5: Der medizinische Fachaus-
druck für den daumenseitig
gelegenen Knochen des
a) Der Mensch mit sieben
Halswirbeln.
Unterarmes, die speiche, ist …
a) … Ulna.
b) Die Eule mit 14 Halswirbeln.
b) … Radius.
c) Der Schwan mit etwa 31
Halswirbeln.
c) … Atlas.
6: was ist Logorrhö?
2: Dein(e) Freund/in hat
Flatulenzen. er/sie leidet unter …
a) Ein zwanghafter, nicht
aufzuhaltender Redefuss.
a) … Reizdarmsyndrom.
b) … Blähungen.
c) … unter chronischen Faulheits-
zuständen.
b) Eine Form der alimentären
Diarrhö, die durch eine
mangelnde Nahrungszufuhr
hervorgerufen wird.
c) Angst vor schwierigen Wörtern.
3: welche ist die härteste sub-
stanz im menschlichen Körper?
7: Venerische Krankheiten sind …
a) Knochen
b) Zahn
a) … Erkrankungen an
den Blutgefäßen.
c) Zahnschmelz
b) … Jagdverletzungen.
c) … Geschlechtskrankheiten.
4: Von „Blumenkohlohren“
sprechen Ärzte, wenn …
a) … sich durch Verletzungen
knorpelige Strukturen am
Ohr bilden.
8: Und wo ist er jetzt,
der appendix?
a) links!
b) rechts!
b) … durch eine Bakterieninfektion
kleine Bläschen am Ohr
erkennbar sind.
c) … die Ohren weiß und groß wie
Blumenkohlköpfe werden.
Lösungen:
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imp R ess U m

werden. Lösungen: ,8b7c6a,5b,4a,3c,2b,1a, imp R ess U m herausgeber Bundesagentur für Arbeit herausgeberbeirat

herausgeber Bundesagentur für Arbeit

herausgeberbeirat Petra Beckmann, Wolfgang Biersack, Dr. Oliver Fischer, Heike Hessenauer, Yvonne Hollmann, Niels Kämpfer, Nicole Künzel, Stefanie Langen, Sabine Peters, Natascha Rediske, Katarina Stein, Judith Wüllerich

Redaktion/Verlag abi>> dein weg in studium und beruf Meramo Verlag GmbH Gutenstetter Straße 8d, 90449 Nürnberg Telefon: 0911 937739-0 Fax: 0911 937739-99 E-Mail: abi-redaktion@meramo.de Geschäftsführer: Rainer Möller

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Gestaltung und Layout Art Direktor: Nero A. Kaiser Layout: Claudia Costanza, Guido Naujoks, Felicia Winterstein Titelbild: Axel Jusseit

Druck Westermann, Braunschweig

copyright 2014 für alle inhalte © Bundesagentur für Arbeit Alle Rechte vorbehalten. Der Nachdruck, auch auszugsweise, sowie jede Nutzung der Inhalte mit Ausnahme der Herstellung einzelner Vervielfältigungsstücke zum Unterrichtsgebrauch in Schulen bedarf der vorherigen Zustimmung des Verlags. In jedem Fall ist eine genaue Quellenangabe erforderlich. Mit Namen gekennzeichnete Artikel geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Herausgebers wieder. Keine Gewähr für unverlangte Einsendungen und Besprechungsstücke. Gesamtauflage: 285.000

erscheinungsweise 6 Ausgaben im Jahr

Bestellungen www.ba-bestellservice.de Einzelexemplare sind im Berufsinformationszentrum (BiZ) der Agenturen für Arbeit erhältlich.

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Eines ist klar: Die sogenannte digitale Revolution zwingt den Buchhandel und das Verlagswesen zum Umdenken:

Der freie, kostenlose Zugang zu weltweiten Informationen, Selfpu­ blishing­Angebote, ein florieren­ der Online­Handel und die sich verändernde Mediennutzung spornen die Branche zu neuen Konzepten an. Welche das sind, wie es um die Branche generell steht, und welche Berufs­ und Karrieremöglichkeiten sich für Abiturientinnen und Abiturien­ ten ergeben, klären wir on­

line ab dem 29. September in einem Thema der Woche, wie immer auf www.abi.de.

Obwohl der Frauenanteil in Wissen­

schaft und Forschung steigt,

sind sie dennoch unter­ repräsentiert. Die Studie „She Figures“ belegt so­ gar: je höher die akade­ mische Position, desto niedriger der Frauenan­ teil. Warum ist das so? Kann eine Frauenquote Abhilfe schaffen? Und wie motiviert man mehr junge Frauen, einen Be­ ruf in diesem Bereich zu ergreifen? Diesen und an­ deren Fragen gehen wir im Fokus „Frauen in Wis­

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senschaft und Forschung“ im nächsten Heft nach, das am 13. November erscheint.

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