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Planungshilfe

Beleuchtung von Arbeitsstätten in Innenräumen

Aktualisierte Ausgabe

mit neuen Anforderungen an die Beleuchtung von Bildschirmarbeitsplätzen

in Innenräumen Aktualisierte Ausgabe mit neuen Anforderungen an die Beleuchtung von Bildschirmarbeitsplätzen
Kurz + bündig Die wichtigsten Neuerungen in DIN EN 12464-1

Kurz + bündig Die wichtigsten Neuerungen in DIN EN 12464-1

Kurz + bündig Die wichtigsten Neuerungen in DIN EN 12464-1   Seite   Der Bereich

Kurz + bündig Die wichtigsten Neuerungen in DIN EN 12464-1

 

Seite

 

Der Bereich der Sehaufgabe ist der Teilbereich des Ar- beitsplatzes, in dem die Sehaufgabe ausgeführt wird. Die in DIN EN 12464-1 festgelegten Gütemerkmale der Beleuchtung, wie

– der Wartungswert der Beleuchtungsstärke und deren Gleichmäßigkeit,

13

ff

Bereich der

26

ff

Sehaufgabe

 

– die Bewertung der Blendung und

– die Farbwiedergabe der Lichtquellen,

gelten für die betreffende Sehaufgabe und den dazu gehörigen (räumlichen) Bereich der Sehaufgabe, der horizontal, vertikal oder auch geneigt sein kann.

Ist die Größe und/oder die Lage des Bereiches der Sehaufgabe nicht bekannt, muss der Bereich als Sehaufgabe angenommen werden, in dem die Sehauf- gabe auftreten kann. Das kann dazu führen, dass der gesamte Arbeitsraum – ggf. unter Abzug eines Rand- streifens zu den Wänden – als Bereich der Sehaufgabe zu beleuchten ist.

Bereiche der Sehaufgabe im Büro:

88

ff

– Schreibtisch mit Bildschirmgerät

– Besprechungstisch

– Tische mit Bürogeräten, wie Kopierer, Drucker usw.

– vertikale Schrank- und Regalflächen

Bereiche der Sehaufgabe in industriellen und handwerklichen Arbeitsstätten, zum Beispiel

74

ff

– Eingriff des Werkzeugs in das Werkstück

– Konstruktions- und Maßzeichnung an der Wand

– Ablage für Werkzeuge und Messzeuge

– Ablage der Rohlinge

– Ablage für Fertigteile

Bereiche der Sehaufgabe in Verkaufsräumen

102 ff

– Kassenbereich

– Service- und Infobereich

– Packtisch

Bereiche der Sehaufgabe in Ausbildungseinrichtungen:

112

– Tisch des Lehrers

– Experimentiertische

– bei gerichteter Sitzanordnung die Tische der Schüler

– bei freier Sitzanordnung nahezu der gesamte Raum

– Wandtafel und weitere vertikale Flächen, wie Land- karten, Schaubilder usw.

Bereiche der Sehaufgabe in allgemeinen und zahnärzt- lichen Untersuchungs- und Behandlungsräumen:

124

– Verkehrs- und Vorbereitungsbereich (Umgebungs- bereich um den Patienten-Behandlungsplatz)

– Patientenplatz (z. B. Behandlungsstuhl, Behandlungs- liege)

Körperstelle der Behandlung (z. B. Mund des Patienten)

 

Der unmittelbare Umgebungsbereich ist die den Bereich der Sehaufgabe umgebende, sich im Gesichtsfeld befindende Fläche. Dieser Bereich kann mit einer geringen Beleuchtungsstärke beleuchtet werden.

17

Unmittelbarer

30

Umgebungsbereich

In Räumen mit Bildschirmarbeitsplätzen, insbesondere in Büros, ist nach DIN 5035-7 der gesamte Raum (abzüglich eines Randstreifens von 0,5 m) außerhalb der Bereiche der Sehaufgabe als unmittelbarer Umge- bungsbereich zu beleuchten.

Beleuchtungsstärke im Bereich der Sehaufgabe

Beleuchtungsstärke des unmittel- baren Umgebungsbereiches

lx

 

lx

> 750

 

500

500

300

300

200

> 200

E

Aufgabe

Gleichmäßigkeit: E min / ≥ 0,7

Gleichmäßigkeit: E min / ≥ 0,5

 

Seite

Direktblendung – UGR

Die psychologische Blendung durch Leuchten hoher Leuchtdichte wird mit der UGR-Formel bewertet. Dies kann erfolgen durch

34

ff

UGR-Referenzwerte der Leuchten, die vom Leuchten- hersteller zur Verfügung gestellt werden.

UGR-Tabellen der Leuchten, die eine differenziertere Bewertung erlauben und die ebenfalls vom Leuchten- hersteller zur Verfügung gestellt werden.

– Auswertung der UGR-Formel mit entsprechender Soft- ware.

 

Bildschirme werden aufgrund ihrer Entspiegelungsmaß- nahmen in Bildschirmklassen I, II und III eingeteilt. Je besser die Entspiegelung, desto höhere Leuchtdichten von Leuchten und Flächen, die sich auf dem Bildschirm spiegeln können, sind zulässig. Zu der Abschirmbedin- gung von 200 cd/m 2 ist der neue Leuchtdichtegrenz- wert 1000 cd/m 2 für gut bis mittelgut entspiegelte Bild- schirme hinzugekommen. Die Abschirmbedingungen gelten ab einem Ausstrahlungswinkel von 65° und für alle Blickrichtungen zur Leuchte.

64

Reflexblendung – Bildschirm

93

ff

Wartungswert

Der Wartungswert der Beleuchtungsstärke ist der (örtliche) Mittelwert der Anlage, der zu keiner Zeit unterschritten werden darf. Die in DIN EN 12464-1 für die verschiedenen Tätigkeiten genormten Werte der Beleuchtungsstärken sind Wartungswerte. Werden diese Werte im Laufe der Betriebszeit unterschritten, muss die Anlage gewartet, d. h. gereinigt, und die Lam- pen ggf. ausgetauscht werden.

18

Der Neuwert der Beleuchtungsstärke, der der Planung zugrunde zu legen ist und der die Anzahl der Lampen und Leuchten bestimmt, ergibt sich aus dem Wartungs- wert über den Wartungsfaktor:

Neuwert = Wartungswert / Wartungsfaktor

 

Wartungsfaktor WF

Nach DIN EN 12464-1 muss der Planer den Wartungs- faktor individuell bestimmen und einen entsprechenden Wartungsplan erstellen. In der Praxis werden die zur genauen Bestimmung des WF notwendigen Angaben nur selten vorliegen. In solchen Fällen können Referenz- Wartungsfaktoren herangezogen werden, in den meisten Fällen WF = 0,67. Bei modernen Lampen- und Leuchten- technologien und sehr sauberen Räumen ist WF = 0,8 möglich, bei ungünstigen Bedingungen ist WF = 0,57 oder WF = 0,5 erforderlich.

50

ff

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Planungshilfe

Beleuchtung von Arbeitsstätten in Innenräumen nach DIN EN 12464-1 und weiteren DIN-Normen und Regelwerken der Beleuchtung

Impressum

2. Auflage Oktober 2004 © TRILUX-LENZE GmbH + Co KG

Fachliche Bearbeitung:

Dipl.-Ing. Ha.-Jo. Richter und TRILUX-Redaktionsteam

Alle Rechte vorbehalten Printed in Germany ISBN 3-00-012496-9

Alle technischen Daten sind sorgfältig erstellt. Irrtum vorbehalten. Farbabweichungen sind drucktechnisch bedingt.

Die Inhalte von DIN-Normen wurden mit Erlaubnis des DIN Deutsches Institut für Normung e. V. wiederge- geben. DIN-Normen sind beim Beuth- Verlag GmbH, Burggrafenstraße 6, D-10787 Berlin, erhältlich.

e. V. wiederge- geben. DIN-Normen sind beim Beuth- Verlag GmbH, Burggrafenstraße 6, D-10787 Berlin, erhältlich. 1
Inhalt
Inhalt
Inhalt   Vorwort 4   Normen zur Beleuchtung von Arbeitsstätten in Innenräumen 6 Grundlegende
Inhalt   Vorwort 4   Normen zur Beleuchtung von Arbeitsstätten in Innenräumen 6 Grundlegende
 

Vorwort

4

 

Normen zur Beleuchtung von Arbeitsstätten in Innenräumen

6

Grundlegende Anforderungen

 

1

Anwendungsbereich

8

2

Normative Verweisungen

11

3

Begriffe

12

3.1

Sehaufgabe

12

3.2

Bereich der Sehaufgabe

13

3.3

Unmittelbarer Umgebungsbereich

17

3.4

Wartungswert der Beleuchtungsstärke

18

3.5

Abschirmwinkel

19

3.6

Bildschirm

20

3.7

Gleichmäßigkeit der Beleuchtungsstärke

20

4

Kriterien der Beleuchtungsplanung

21

4.1

Lichtklima

21

4.2

Leuchtdichteverteilung

23

4.3

Beleuchtungsstärke

26

4.4

Blendung

33

4.5

Lichtrichtung

44

4.6

Farbaspekte

46

4.7

Flimmern und stroboskopische Effekte

49

4.8

Wartungsfaktor

50

4.9

Energiebetrachtungen

60

4.10

Tageslicht

62

4.11

Beleuchtung von Bildschirmarbeitsplätzen

63

Spezielle Anforderungen

 

5

Verzeichnis der Beleuchtungsanforderungen

66

5.1

Aufbau der Tabellen

66

5.2

Verzeichnis der Räume (Bereiche), Aufgaben und Tätigkeiten

69

5.3

Beleuchtungsanforderungen für Räume (Bereiche), Aufgaben und Tätigkeiten

69

 

Verkehrszonen und allgemeine Bereiche innerhalb von Gebäuden Erläuterungen zur Tabelle 5.1 von DIN EN 12464-1

70

Tabelle 5.1

Verkehrszonen und allgemeine Bereiche innerhalb von Gebäuden

72

 

– Verkehrszonen

72

 

– Pausen-, Sanitär- und Erste-Hilfe-Räume

72

 

– Kontrollräume

73

 

– Lager- und Kühlräume

73

 

– (Hoch-)Regallager

73

 

Industrielle und handwerklich Tätigkeiten Erläuterungen zur Tabelle 5.2 von DIN EN 12464-1

74

Tabelle 5.2

Industrielle und handwerkliche Tätigkeiten

79

 

– Landwirtschaft

79

 

– Bäckereien

79

 

– Zement, Zementwaren, Beton, Ziegel

79

 

– Keramik, Fliesen, Glas, Glaswaren

79

 

– Chemische Industrie, Kunststoff- und Gummiindustrie

80

 

– Elektroindustrie

81

 

– Nahrungs- und Genussmittelindustrie

81

 

– Gießerei und Metallguss

82

 

– Friseure/Coiffeure

83

 

– Schmuckherstellung

83

 

– Wäschereien und chemische Reinigung

83

 

– Leder und Lederwaren

83

 

– Metallbe- und -verarbeitung

84

 

– Papier und Papierwaren

85

 

– Kraftwerke

85

 

– Druckereien

85

 

– Walz-, Hütten- und Stahlwerke

86

  – Textilherstellung und -verarbeitung 86   – Automobilbau 87   – Holzbe- und
  – Textilherstellung und -verarbeitung 86   – Automobilbau 87   – Holzbe- und
 

– Textilherstellung und -verarbeitung

86

 

– Automobilbau

87

 

– Holzbe- und -verarbeitung

87

 

Büros Erläuterungen zur Tabelle 5.3 von DIN EN 12464-1

88

Tabelle 5.3

Büros

100

 

– Büroräume, büroähnliche Räume und DV-Schulungsräume nach DIN 5035-7

100

 

– Einzelne Bildschirmarbeitsplätze, Messstände, Steuerbühnen und Warten nach DIN 5035-7

101

 

Verkaufsräume Erläuterungen zur Tabelle 5.4 von DIN EN 12464-1

102

Tabelle 5.4

Verkaufsräume

105

 

Öffentliche Bereiche Erläuterungen zur Tabelle 5.5 von DIN EN 12464-1

106

Tabelle 5.5

Öffentliche Bereiche

109

 

– Allgemeine Bereiche

109

 

– Restaurants und Hotels

109

 

– Theater, Konzerthallen, Kinos

109

 

– Messen und Ausstellungshallen

109

 

– Museen

110

 

– Büchereien

110

 

– Parkgaragen

110

 

Ausbildungseinrichtungen Erläuterungen zur Tabelle 5.6 von DIN EN 12464-1

111

Tabelle 5.6

Ausbildungseinrichtungen

114

 

– Kindergärten, Spielschulen (Vorschulen)

114

 

– Ausbildungsstätten

114

 

Gesundheitseinrichtungen Erläuterungen zur Tabelle 5.7 von DIN EN 12464-1

116

Tabelle 5.7

Gesundheitseinrichtungen

125

 

– Mehrzweckräume

125

 

– Personalräume

125

 

– Bettenzimmer, Wöchnerinnenzimmer

125

 

– Untersuchungsräume (allgemein)

126

 

– Augenärztliche Untersuchungsräume

126

 

– Ohrenärztliche Untersuchungsräume

126

 

– Räume der bildgebenden Diagnostik

126

 

– Entbindungsräume

126

 

– Behandlungsräume (allgemein)

127

 

– Operationsbereich

127

 

– Intensivstation

127

 

– Zahnärztliche Behandlungsräume

128

 

– Zahntechnische Laboratorien

128

 

– Laboratorien und Apotheken

129

 

– Sterilräume

129

 

– Obduktionsräume und Leichenhallen

129

 

– Arztpraxen

129

 

– Pflege- und Seniorenheime

129

 

Verkehrsbereiche Erläuterungen zur Tabelle 5.8 von DIN EN 12464-1

130

Tabelle 5.8

Verkehrsbereiche nach DIN EN 12464-1

130

 

– Flughäfen

131

 

– Bahnanlagen

131

6

Überprüfungen

132

Anhang

 

Zeittafel zur Entstehung der Norm DIN EN 12464-1

135

 

Literatur

137

 

Stichwortverzeichnis

140

Vorwort
Vorwort
FIN IS S N EST LV DK LT IRL GB NL PL D B CZ
FIN
IS
S
N
EST
LV
DK
LT
IRL
GB
NL
PL
D
B
CZ
L
SK
A
H
F
CH
SLO
I
E
P
GR
M
CY

0.1 Einheitliche Anforderungen an die Beleuchtung von Arbeitsstätten in Innenräumen in 28 euro- päischen Staaten.

Mit Erscheinen der Norm DIN EN 12464-1:2003-03 1 „Licht und Beleuchtung – Beleuchtung von Arbeits- stätten, Teil 1: Arbeitsstätten in Innenräumen“ als deutsche Fassung der Europäischen Norm EN 12464-1 im März 2003 gilt in Deutschland und in den übrigen CEN-Mitgliedsländern 2 ein einheitlicher Standard für die Beleuchtung von Arbeitsstätten in Innenräumen.

Die Beleuchtung von Arbeitsstätten hat einen wesent- lichen Einfluss auf die Umgebungs- und Arbeitsbedin- gungen der Menschen. Weil jedoch deren geogra- phische und demographische Gegebenheiten in Europa, deren gewachsenen Empfindungen, Mentalitäten und Gewohnheiten aber auch deren soziale und wirtschaftliche Rahmenbedingungen zum Teil sehr unterschiedlich sind, ist verständlich, dass das Erstellen der wohl wichtigsten Norm im Bereich der Licht- und Beleuchtungstechnik mit europaweiter Gültigkeit vielfältige Meinungsunterschiede ausgelöst hatte, Kompromisse notwendig machte und eine geduldige und auch lange Bearbeitungszeit 3 erforderte.

Ziel des betreffenden CEN-Gremiums 4 war, anstelle vieler Details im Wesentlichen nur Rahmenfestlegungen für die Beleuchtung von Arbeitsstätten in Innenräumen zu schaffen, innerhalb deren sich der Planer und Anwen- der der Norm nach eigenen fachlichen und auch regio- nalen Möglichkeiten orientieren kann. Demgegenüber verfolgen deutsche Lichttechniknormen eher das Ziel,

so viele Details zahlenmäßig festzulegen wie irgend möglich, um so dem Anwender klare Regeln zu bieten. Dies erklärt die nur teilweise Übernahme deutscher Norminhalte in DIN EN 12464-1 ebenso wie das in

den DIN-Normen festgelegte und im Vergleich zu den Normen und Regelwerken anderer Länder abweichende

Niveau der Güteanforderungen an die Beleuchtung.

Diesem scheinbaren Verlust steht jedoch ein wesent-

licher Vorteil gegenüber: Erstmals gelten in ganz Europa einheitliche Anforderungen an die Beleuchtung zum

Beispiel von Büros, Unterrichtsstätten, industriellen und handwerklichen Arbeitsplätzen, Krankenhäusern und Verkehrsbereichen. Damit werden die zum Teil großen Unterschiede in den bisherigen nationalen Technikregeln zur Innenbeleuchtung überwunden und die Voraus- setzungen für gleiche Arbeits- und Sehbedingungen für

alle Menschen in Europa geschaffen. Insofern leistet dieser einheitliche Standard auch einen Beitrag zur gesellschaftlichen und sozialen Harmonisierung in der Europäischen Union.

Aufgrund der CEN-Regeln ist eine konkurrierende nationale und europäische Normung untersagt. Verabschiedete europäische Normen müssen in das nationale Normenwerk übernommen und bestehende nationale Normen gleichen Sachgegenstandes zurück- gezogen werden. Daher sind mit Veröffentlichung von DIN EN 12464-1 ab März 2003 entsprechende DIN- Normen bzw. Teile davon ungültig geworden. Inhalte nationaler Normen, die nicht durch DIN EN 12464-1 abgedeckt sind, gelten jedoch weiterhin in Deutschland als „allgemein anerkannter Stand der Technik“.

Im Falle DIN EN 12464-1 werden einige Inhalte von

– DIN 5035 „Beleuchtung mit künstlichem Licht“,

– DIN 67505 „Beleuchtung zahnärztlicher Behand- lungsräume und zahntechnischer Laboratorien“ und

– DIN 67528 „Beleuchtung von Parkplätzen und Parkbauten“ ungültig. Andere Abschnitte dieser Normen behalten weiterhin ihre Gültigkeit.

1 Die vollständige Bezeichnung der Norm besteht aus der Bezeichnung der unverändert übernommenen europäischen Bezugsnorm, hier EN 12464-1, der nach Übernahme als deutsche Norm das DIN-Verbands- zeichen und das Ausgabedatum der deutschen Fassung der Norm, hier März 2003, hinzugefügt wurde.

2 CEN steht für Comité Européen de Normalisation (Europäisches Komitee für Normung). CEN-Mitglieder sind die nationalen Normungsinstitute von Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, der Schweiz, Slowakei, Slowenien, Spanien, der Tschechischen Republik, Ungarn, des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und von Zypern.

3 Zur Entstehung der Norm DIN EN 12464-1 siehe Anhang.

4 Die Bearbeitung von EN 12464-1 lag in den Händen des Komitees CEN TC 169 „Licht und Beleuchtung“, Arbeitsgruppe (WG) 2 „Beleuchtung von Arbeitsstätten“.

Für den Planer ergibt sich daraus ein wenig übersicht- liches Gesamtregelwerk, das aus der europäischen Norm DIN EN 12464-1 und den weiterhin gültigen Resten betreffender DIN-Normen besteht.

Die vorliegende Schrift soll dem Anwender von DIN EN 12464-1 einerseits die darin enthaltenen Inhalte und praktische Bedeutung erläutern. Sie soll anderer- seits jedoch auch die in DIN EN 12464-1 nicht geregel- ten, aber in den bisherigen DIN-Normen enthaltenen und daher weiterhin anzuwendenden Festlegungen zusammenfassen und mit Praxiserfahrungen ausfüllen. Damit soll eine geschlossene Übersicht über die für die Beleuchtung von Arbeitsstätten in Innenräumen heran- zuziehenden Normen gegeben werden.

DIN DIN EN 12464-1
DIN
DIN
EN 12464-1

Vorwort zur 2. erweiterten Auflage

Diese Schrift enthält die Originaltexte von DIN EN 12464-1 in blauer Schrift sowie weiterhin anzuwendende wörtlich zitierte Texte von weiteren DIN-Normen in grüner Schrift. Ein Normenzeichen gibt die Quelle des Textes an. Kommentare und Ergänzungen dazu stehen in schwarzer Schrift.

Das starke Interesse von planenden, beratenden, ent- scheidenden und installierenden Fachleuten der Beleuch- tungstechnik an einer umfassenden Darstellung über die Regelwerke zur Beleuchtung von Arbeitsstätten im Innenraum, insbesondere nach Erscheinen der in Europa einheitlichen Norm DIN EN 12464-1 zur Beleuchtung von Arbeitsstätten im Innenraum und der in Deutschland weiterhin dabei heranzuziehenden DIN-Normen, hat bereits nach kurzer Zeit eine 2. und erweiterte Auflage der „Planungshilfe 12464“ notwendig gemacht.

So wurden die in der Zwischenzeit verabschiedeten ein- schlägigen DIN-Normen berücksichtigt, insbesondere die Norm DIN 5035-7 zur Beleuchtung von Arbeitsplätzen mit Bildschirmen und der Norm-Entwurf E DIN 5035-3 zur Beleuchtung von Räumen des Gesundheitswesens. Ferner wurden die Inhalte von DIN 5035-8 über spezielle Anforderungen zur Einzelplatzbeleuchtung in Büroräumen und büroähnlichen Räumen eingearbeitet.

in Büroräumen und büroähnlichen Räumen eingearbeitet. Die Nummerierung der Kapitel und Abschnitte dieser Schrift

Die Nummerierung der Kapitel und Abschnitte dieser Schrift folgt der Nummerierung der Abschnitte von DIN EN 12464-1, um so die Kommentare und Planungs- hinweise besser dem Originaltext der Norm zuordnen zu können.

Diese Schrift gliedert sich in:

Grundlegende Anforderungen an die Beleuchtung von Arbeitsstätten mit den Kapiteln 1 bis 4 von DIN EN 12464-1 und entsprechenden tangierenden Normen, die für alle Anwendungsfälle gelten.

Spezielle Anforderungen an die Beleuchtung von Ar- beitsstätten mit den Kapiteln 5 und 6 von DIN EN 12464-1 und entsprechenden tangierenden Normen und weite- ren Praxisempfehlungen, mit den Zahlenwerten für die Gütemerkmale der Beleuchtung und weiteren Tipps für die Beleuchtungsplanung.

Für den eiligen Leser:

Die schnellen Informationen, Anwendungsbeispiele und Tipps stehen in grauen Textfeldern.

Das Stichwortverzeichnis erfasst nun – zusätzlich zu den Begriffen der Tabellen von DIN EN 12464-1 – auch wichtige Begriffe aus dem Kapitel „Grundlegende Anforderungen“ sowie aus den Erläuterungen zu den Tabellen von DIN EN 12464-1.

Wir hoffen, dass die vorliegende 2. und erweiterte Auflage der „Planungshilfe 12464“ auf ebenso große Resonanz stößt und damit die Planung – aber auch die Beurteilung bestehender Beleuchtungsanlagen – auf- grund der aktuellen Vorschriften erleichtert.

TRILUX-LENZE GmbH + Co KG

Arnsberg, im Oktober 2004

Normen zur Beleuchtung von Arbeitsstätten in Innenräumen 0.2 Für die Planung und Beurteilung der Beleuchtung

Normen zur Beleuchtung von Arbeitsstätten in Innenräumen

Normen zur Beleuchtung von Arbeitsstätten in Innenräumen 0.2 Für die Planung und Beurteilung der Beleuchtung von

0.2 Für die Planung und Beurteilung der Beleuchtung von Arbeitsstätten in Innenräumen sind zu-

sätzlich zu DIN EN 12464-1 in vielen Fällen noch weitere Inhalte von DIN-Normen zu berücksichtigen.

Entsprechend der CEN-Geschäftsordnung sind die nationalen Normungsinstitute der CEN-Mitgliedsländer gehalten, die Europäische Norm DIN EN 12464-1 in das Nationale Normenwerk zu übernehmen – und zwar unverändert. Es kann jedoch der Europäischen Norm

Nationales Vorwort

DIN EN 12464-1
DIN
EN 12464-1

Die Europäische Norm EN 12464-1 ist in der Arbeits- gruppe 2 „Beleuchtung von Arbeitsstätten“ des CEN/TC 169 „Licht und Beleuchtung“ ausgearbeitet worden. Für die deutsche Mitarbeit war der Arbeits- ausschuss FNL 4 „Innenraumbeleuchtung mit künst- lichem Licht“ im Normenausschuss Lichttechnik (FNL) verantwortlich.

Die Beleuchtung von Arbeitsstätten ist in Deutschland bisher in den Normen der Reihe DIN 5035 behandelt, wobei die zurückgezogene Norm DIN 5035-1:1990-06 die Begriffe und allgemeinen Anforderungen festlegte und die Normen DIN 5035-2:1990-09, DIN 5035- 3:1988-09, DIN 5035-4:1983-02 und DIN 5035- 7:1988-09 die Richtwerte für Arbeitsstätten in Innen- räumen und im Freien, die Festlegungen zur Beleuch- tung in Krankenhäusern, die speziellen Festlegungen für die Beleuchtung von Unterrichtsstätten und die Fest- legungen zur Beleuchtung von Räumen mit Bildschirm- arbeitsplätzen und mit Arbeitsplätzen mit Bildschirm- unterstützung enthalten.

Mit DIN EN 12665:2002-09 wurden die grundlegenden Begriffe und Kriterien für die Festlegung von Anforde- rungen an die Beleuchtung erstmals auf europäischer Ebene festgelegt, wobei sich Änderungen gegen- über DIN 5035-1:1990-06 ergaben. Deshalb wurde DIN 5035-1:1990-06 mit Erscheinen von DIN EN 12665:2002-09 zurückgezogen. Es ist beabsichtigt, die in der vorliegenden Norm DIN EN 12464-1 und in

5 Vollständige Titel der Normen siehe Anhang

eine nach den nationalen Richtlinien gestaltete Titelseite mit folgenden Informationen vorangestellt werden:

– Die nationale Normnummer, das nationale Aus- gabedatum, im vorliegenden Fall DIN EN 12464-1, März 2003

– Hinweise auf ganz oder nur teilweise ersetzte bzw. zurückgezogene nationale Normen,

– ein nationales Vorwort mit wichtigen Informationen für den Anwender,

– eine Kurzinformation über den Umfang der Änderun- gen gegenüber früheren Ausgaben,

– frühere Ausgaben von DIN-Normen zum gleichen Thema und

– der Name des zuständigen nationalen Normenaus- schusses, im vorliegenden Fall Normenausschuss Lichttechnik (FNL) im DIN Deutsches Institut für Normung e. V., und die Mitträger der Norm (Normen- ausschuss Bauwesen NABau, Normenausschuss Dental NADENT und Normenausschuss Informations- technik NI).

Anschließend folgt der Originaltext der europäischen Norm in einer der drei Originalsprachen des CEN (Deutsch, Französisch, Englisch) oder in einer vom betreffenden Land selber autorisierten Sprache, z. B. Spanisch, sowie die Nummer und das Ausgabedatum der Europäischen Norm. Im vorliegenden Fall ist das die deutsche Fassung von EN 12464-1 mit dem europäi- schen Ausgabedatum November 2002.

DIN EN 12665:2002-09 nicht berücksichtigten Inhalte der zurückgezogenen Norm DIN 5035-1:1990-06 kurz- fristig unter der bisherigen Norm-Nummer DIN 5035-1 neu zu veröffentlichen und diese anschließend im Hin- blick auf den fortgeschrittenen Stand der Technik zu überarbeiten.

Die vorliegende Norm DIN EN 12464-1 ersetzt unter anderem teilweise DIN 5035-2:1990-09. Es ist beabsichtigt, die dort, nicht jedoch in der vorliegenden Norm DIN EN 12464-1, behandelte Beleuchtung von Arbeitsstätten im Freien zukünftig in einem bereits in Bearbeitung befindlichen weiteren Teil zu EN 12464 festzulegen und DIN 5035-2:1990-09 mit der Ver- öffentlichung der nationalen Übernahme dieser Norm zurückzuziehen.

Mit Blick auf den fortgeschrittenen Stand der Technik ist ferner beabsichtigt, die in der vorliegenden Norm DIN EN 12464-1 nicht berücksichtigten und deshalb weiter gültigen Inhalte der Normen DIN 5035-3:1988-09, DIN 5035-4:1983-02 und DIN 5035-7:1988-09 zu überarbeiten und unter der jeweiligen bisherigen Norm- Nummer neu zu veröffentlichen. Mit E DIN 5035- 7:2001-10 liegt bereits ein erstes derartiges Arbeits- ergebnis vor 5 .

DIN 5035-1
DIN
5035-1

In der Europäischen Norm DIN EN 12665:2002-09 werden ebenso wie in DIN 5035-1 grundlegende Begriffe der Beleuchtungstechnik definiert. Wegen bereichsweise überschneidender Begriffsdefinitionen wurde DIN 5035-1 teilweise ersetzt und aus formellen Gründen gänzlich zurückgezogen.

Wie im nationalen Vorwort zu DIN EN 12464-1 angekün- digt ist beabsichtigt die weiterhin geltenden Inhalte von

DIN 5035-2
DIN
5035-2

Aufgrund der teilweisen inhaltlichen Überschneidungen von DIN 5035-2 und DIN EN 12464-1 hinsichtlich der zahlenmäßigen Anforderungen an die Beleuchtung von Arbeitsstätten im Innenraum (Tabellenwerte) ist DIN 5035-2 teilweise ersetzt worden. Im Wesentlichen bleibt nur der Regelbereich „Beleuchtung von Arbeits-

Entwurf DIN 5035-3
Entwurf
DIN
5035-3

In DIN 12464-1 sind die Anforderungen an die Beleuch- tung von Gesundheitseinrichtungen mit der Tabelle 5.7 nur in Form von Zahlenwerten erfaßt. Die Norm DIN 5035-3 von 1988 ist in bezug auf den fortgeschrit- tenen Stand der Technik und unter Berücksichtigung der Festlegungen in DIN EN 12464-1 überarbeitet worden. Der betreffende Normentwurf E DIN 5035-3 ist im April 2004 erschienen. Darin sind auch die Anforde-

DIN 5035-4
DIN
5035-4

In DIN EN 12464-1 sind in Tabelle 5.6 Anforderungen an die Beleuchtung von Ausbildungseinrichtungen enthalten. Reste von DIN 5035-4 für die Beleuchtung von Unterrichtsstätten, die nicht im Widerspruch zu DIN EN 12464-1 stehen, sind weiterhin anzuwenden.

DIN 5035-6
DIN
5035-6

Zwar wird der Bereich der Messung und Bewertung der Beleuchtung, wie er in DIN 5035-6 behandelt ist, von DIN EN 12464-1 nicht direkt berührt, jedoch sind unter dem Abschnitt 6 von DIN EN 12464-1 Festlegungen zur Überprüfung der Gütemerkmale der Beleuchtung

DIN 5035-7
DIN
5035-7

Wie im nationalen Vorwort von DIN EN 12464-1 erwähnt, lag mit dem Entwurf E DIN 5035-7 vom Oktober 2001 ein dem fortgeschrittenen Stand der Technik der Beleuchtung von Räumen mit Bildschirmarbeitsplätzen entsprechendes Arbeitspapier vor. Dieser Normentwurf ist zwischenzeitlich als DIN 5035-7 verabschiedet. In dieser „Planunsghilfe 12464“ wird an verschiedenen Stellen detailliert darauf Bezug genommen.

DIN 5035-8
DIN
5035-8

In vielen Arbeitsstätten, insbesondere in Büros und büroähnlichen Räumen, wird die Einzelplatzbeleuchtung zusätzlich zur Allgemeinbeleuchtung angewendet. Anforderungen an die Einzelplatzbeleuchtung sind in DIN 5035-8 enthalten, so dass diese Norm in den Erläuterungen zur Tabelle 5.3 von DIN EN 12464-1 ebenfalls und auszugsweise Erwähnung findet.

DIN 67528
DIN
67528

DIN EN 12464-1 ersetzt auch teilweise DIN 67528 bezüglich der Beleuchtung von Parkbauten (Innenräume), wobei die Anforderungen an die Beleuchtung von Park- plätzen (Außenbereich) im Entwurf E DIN 12464-2 „Beleuchtung von Arbeitsstätten im Freien“ geregelt ist. In den Erläuterungen zur Tabelle 5.5 von DIN EN 12464-1 wird auf die betreffenden und weiterhin anzuwendenden Inhalte von DIN 67528 hingewiesen.

weiterhin anzuwendenden Inhalte von DIN 67528 hingewiesen. DIN 5035-1 kurzfristig unter der bisherigen Norm- nummer DIN

DIN 5035-1 kurzfristig unter der bisherigen Norm- nummer DIN 5035-1 neu zu veröffentlichen. Die weiter- hin anzuwendenden und von DIN EN 12464-1 bzw. DIN EN 12665 nicht ersetzten Inhalte von DIN 5035-1 werden in den folgenden Abschnitten ausführlich behandelt und zur besseren Orientierung als solche auch gekennzeichnet.

stätten im Freien“ davon ausgenommen und daher weiterhin gültig. Der Bereich „Beleuchtung von Arbeits- stätten im Freien“ wird in dem Entwurf E DIN EN 12464-2 bearbeitet. Wenn diese Norm endgültig verabschiedet ist, soll DIN 5035-2 komplett zurückgezogen werden.

rungen an die Beleuchtung von zahnärztlichen Behand- lungsräumen und zahntechnischen Laboratorien, die bislang in DIN 67505 enthalten waren, aufgenommen. Nach endgültiger Verabschiedung des Entwurfs von DIN 5035-3 werden die Vorgängernorm aus dem Jahr 1988 sowie DIN 67505 entfallen. In den Erläuterungen zur Tabelle 5.7 von DIN 12464-1 wird ausführlich auf diesen Normentwurf eingegangen.

Soweit zutreffend, wird darauf in den Erläuterungen zur Tabelle 5.6 von DIN 12464-1 hingewiesen.

getroffen worden. Daher werden in diesem Kapitel auch Hinweise aus DIN 5035-6 bzw. der Überarbeitung der Norm, die noch im Jahr 2004 als Entwurf E DIN 5035-6 erscheinen soll, aufgenommen.

5035-6 bzw. der Überarbeitung der Norm, die noch im Jahr 2004 als Entwurf E DIN 5035-6
Grundlegende Anforderungen 1 Anwendungsbereich
Grundlegende Anforderungen
1 Anwendungsbereich
Grundlegende Anforderungen 1 Anwendungsbereich DIN EN 12464-1 Diese Europäische Norm legt die Anforderungen an die
DIN EN 12464-1
DIN
EN 12464-1

Diese Europäische Norm legt die Anforderungen an die Beleuchtung von Arbeitsstätten in Innenräumen im Hinblick auf Sehleistung und Komfort fest. Alle üblichen Sehaufgaben, einschließlich der am Bildschirm, sind berücksichtigt.

Diese Europäische Norm legt keine Anforderungen an die Beleuchtung von Arbeitsstätten im Hinblick auf den betrieblichen Arbeitsschutz fest und wurde nicht im Anwendungsbereich von Artikel 137 der Europäischen Verträge erarbeitet, obwohl die lichttechnischen Anforderungen, die in dieser Norm enthalten sind, üblicherweise auch die Anforderungen im Hinblick auf Sicherheit erfüllen. Anforderungen an die Beleuchtung

Die Anforderungen an eine gute Beleuchtung in Arbeits- stätten nach DIN EN 12464-1 leiten sich aus der erforderlichen Sehleistung und des gewünschten Sehkomforts – jedoch auch unter wirtschaftlichen Überlegungen – ab. Diese liegen im Allgemeinen über den Anforderungen, die für Sicherheit und Arbeits- schutz erforderlich sind.

Sehleistung und Sehkomfort sind eher mit Begriffen wie Arbeitsleistung, Produktivität, Fehlerfreiheit der visuellen Arbeit und einem allgemeinen Wohlbefinden verknüpft.

Die Normwerte sind Mindestwerte. In den meisten Fällen kann eine Erhöhung der qualitativen und quantita- tiven Daten der Beleuchtungsanlage messbare Ver- besserungen im Sinne eines erweiterten Begriffs des Arbeitsschutzes erreichen.

Das gesamte „Volumen“ der Pyramide (Bild 1.1) be- schreibt im Bereich der Beleuchtung einen erweiterten Begriff Arbeitsschutz im lichttechnischen Sinne, der nicht nur die Sicherheit bei der Arbeit, sondern auch den Gesundheitsschutz und die allgemeine Zufriedenheit beinhaltet. Die Anforderungen nach DIN EN 12464-1 erfüllen diese Voraussetzungen.

von Arbeitsstätten im Hinblick auf den betrieblichen Arbeitsschutz können in nach Artikel 137 der Euro- päischen Verträge erlassenen Richtlinien enthalten sein, in der nationalen Rechtsetzung der Mitgliedstaaten in Umsetzung dieser Direktiven oder in anderer nationaler Rechtsetzung der Mitgliedstaaten.

Diese Norm legt weder spezielle Lösungen fest, noch schränkt sie die Freiheit der Planer ein, neue Techniken zu erkunden oder innovative Techniken einzusetzen.

Diese Norm ist nicht anzuwenden auf die Beleuchtung von Arbeitsplätzen im Freien und im Untertage- Bergbau.

von Arbeitsplätzen im Freien und im Untertage- Bergbau. 1.1 Gute Beleuchtung ergibt Sicherheit, Leistungs-

1.1 Gute Beleuchtung ergibt Sicherheit, Leistungs- bereitschaft und Wohlbefinden bei der Arbeit.

Artikel 137 EG-Vertrag

Die Frage, ob die Norm DIN EN 12464-1 Festlegungen im Sinne des Arbeitsschutzes enthält oder nicht, hat das betreffende europäische Normen-Komitee sehr intensiv beschäftigt und zu den im 2. Absatz des Anwendungsbereiches gemachten Aussagen geführt.

Im Artikel 137 (früher Artikel 118/118a) der EG-Verträge werden die europäische Zusammenarbeit in sozialen Fragen, die Verbesserung der Arbeitsumwelt und die dazu gehörigen Mindestvorschriften geregelt. Danach

EG-Richtlinien zum Arbeitsschutz

Die Konkretisierung des Artikels 137 der EG-Verträge übernehmen EG-Richtlinien. Beispiele dafür sind:

– Richtlinie 89/654/EWG über „Mindestvorschriften über Sicherheit und Gesundheitsschutz in Arbeits- stätten“ vom 30. November 1989, die – beschränkt auf Arbeitsstätten im gewerblichen Bereich – durch die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) und zugehö- rige Arbeitsstätten-Richtlinien (ASR) umgesetzt wurde.

– Vollständige Übernahme dieser Richtlinie durch die

„Verordnung zur Änderung der Verordnung über Arbeitsstätten“ vom 04. Dezember 1996. Diese

Verordnung gilt für alle Arbeitsstätten in Betrieben, in denen das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) gilt, also

für alle „

Tätigkeitsbereichen

Beschäftigte in privaten und öffentlichen

Beschäftigte in privaten und öffentlichen ist es den EU-Ländern frei gestellt, aufgrund national

ist es den EU-Ländern frei gestellt, aufgrund national unterschiedlicher Ausgangssituationen über ein Europa einheitliches Mindestmaß hinausgehende Anforderun- gen an den Arbeitsschutz zu stellen, sofern hieraus keine Handelshemmnisse entstehen, die nach Artikel 95 der EG-Verträge untersagt sind. Damit soll auch das hohe Niveau des Arbeitsschutzes einiger EU-Länder nicht zu Lasten einer Nivellierung, zum Beispiel durch Europa einheitliche Normen mit arbeitsschutzrecht- lichen Inhalten, verändert werden.

– Rahmenrichtlinie 89/391/EWG über die Durchfüh- rung von Maßnahmen zur Verbesserung der Sicher-

heit und des Gesundheitsschutzes der Arbeitnehmer bei der Arbeit vom 12. Juni 1989, die in Deutschland als Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) vom 07. August

1996 umgesetzt wurde. Zu dieser Rahmenrichtlinie

sind 13 Einzelrichtlinien erlassen worden. Ein Teil dieser Einzelrichtlinien wurde in Deutschland durch die „Verordnung zur Umsetzung von EG-Einzelricht- linien zur EG-Rahmenrichtlinie Arbeitsschutz“ vom 04. Dezember 1996 umgesetzt, darunter auch die

– Richtlinie 90/270/EWG vom 29. Mai 1990 über die

Mindestvorschriften bezüglich der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes bei der Arbeit an Bildschirm- geräten, die in Deutschland durch die Bildschirm- arbeitsverordnung (BildscharbV) vom 04. Dezember

1996 umgesetzt wurde.

die in Deutschland durch die Bildschirm- arbeitsverordnung (BildscharbV) vom 04. Dezember 1996 umgesetzt wurde. 9
Grundlegende Anforderungen 1 Anwendungsbereich
Grundlegende Anforderungen
1 Anwendungsbereich

ASR 7/3

Für die Beleuchtung gilt § 7 Absatz 3 der Arbeitsstätten- verordnung (ArbStättV) und die zugehörige Arbeitsstätten- Richtlinie ASR 7/3, die neben konkreten Werten der (Nenn)-Beleuchtungsstärke (die aus DIN 5035-2 entnom- men wurden) weitere Querverweise auf die inzwischen teilweise durch DIN EN 12464-1 ersetzte Normenreihe DIN 5035 enthält. Die ASR 7/3 wird z. Z. überarbeitet.

– die Bewertung der Gütemerkmale der Beleuchtung (nach DIN EN 12464-1 ist das der Bereich der Sehaufgabe, nach DIN 5035 der gesamte Raum oder die gleicher Tätigkeit dienende Raumzone),

– die weit differenziertere Auflistung von Sehaufgaben und die dazugehörigen lichttechnischen Gütemerk- male (ca. 375 Positionen in DIN EN 12464-1 gegen- über ca. 170 Positionen in DIN 5035-2),

In der Praxis kann sich also bis zur Veröffentlichung einer überarbeiteten ASR 7/3 die Frage stellen, welche Werte der Beleuchtungsstärke den Planungen von Beleuchtungsanlagen in Arbeitsstätten zugrunde zu legen sind, die Nennwerte nach ASR 7/3 oder die Wartungswerte nach DIN EN 12464-1.

– die Blendungsbewertung (nach DIN EN 12464-1 nach dem UGR-Verfahren, nach DIN 5035 nach dem Leuchtdichtegrenzkurvenverfahren) und

– die Kennzeichnung der Farbwiedergabe der Lampen (nach DIN EN 12464-1 nach dem allgemeinen Farbwiedergabe-Index R a und nach DIN 5035 nach der Stufe der Farbwiedergabe) und

Alternativ zur Planung und Ausführung der Beleuchtung nach DIN EN 12464-1 vertritt ein neuer Kommentar zur ASR 7/3 2 die Auffassung, dass die ASR 7/3 in der bisherigen Fassung (November 1993) weiterhin gelte und dass die zurückgezogene Norm DIN 5035-1 und die durch DIN EN 12464-1 ersetzten Zahlenwerte für die Güteanforderungen nach DIN 5035-2 weiterhin anzuwenden seien. Als Begründung wird genannt: Im Anwendungsbereich von DIN EN 12464-1 wird ausdrück- lich festgelegt, dass diese Europäische Norm keine Anforderungen an die Beleuchtung von Arbeitsstätten im Hinblick auf den Arbeitsschutz festlege und daher nicht unter den Anwendungsbereich des Art. 137 des EG-Vertrages falle. Wie nachfolgend unter BGR 131 erklärt, ist es nach neuester Rechtslage ausschließlich Sache der für den Arbeitsschutz zuständigen Stellen, Festlegungen für den Arbeitsschutz zu treffen. Daher musste DIN EN 12464-1 unter dem Abschnitt „Anwen- dungsbereich“ aus diesem formalen Grund den Arbeits- schutz ausklammern.

– hinsichtlich der allgemein zugänglichen Planungs- unterlagen und der Planungssoftware, die inzwischen weitestgehend auf die in Europa einheitlichen Anfor- derungen an die Beleuchtung von Arbeitsstätten nach DIN EN 12464-1 weiterentwickelt wurde.

Grundsätzlich ist – im Gegensatz zur Arbeitsstätten- verordnung – die ASR 7/3 kein Gesetz im Sinne einer uneingeschränkten Vorschrift. Wer jedoch nach ASR 7/3 handelt, liefert zwar den „Beweis des ersten Anscheins“ hinsichtlich der Einhaltung der Anforderungen des § 7 Abs. 3 der ArbStättV, kann aber auch andere, in Bezug auf den Arbeitsschutz gleichwertige Lösungen realisie- ren. In den meisten Anwendungsfällen kann man die Beleuchtungsstärken nach DIN EN 12464-1 schon des- wegen als gleichwertig ansehen, weil diese Wartungs- werte gleich bzw. höher liegen als die entsprechenden Wartungswerte nach DIN 5035-2, die das 0,8-fache der Nennwerte betragen, und die in ASR 7/3 zitiert sind. 1 In Zweifelsfällen sind die für den Arbeitsschutz zuständigen Stellen zu konsultieren.

Bei der Anwendung von DIN 12464-1 sind die inhalt- lichen Unterschiede zu DIN 5035 zu beachten, wie zum Beispiel in Bezug auf – die unterschiedlichen Begriffe Wartungswert der Beleuchtungsstärke (nach DIN EN 12464-1) und Nenn-Beleuchtungsstärke (nach DIN 5035),

BGR 131

Für den Arbeits- und Gesundheitsschutz relevante Fest- legungen können nur von den für den Arbeitsschutz zuständigen Stellen, in Deutschland vom Bundesminis- terium für Arbeit, von den obersten Arbeitsschutz- behörden der Länder und den Trägern der gesetzlichen Unfallversicherung (zum Beispiel vom Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften HVBG oder dem Gemeindeunfallversicherungsverband GUV) erlas- sen werden. In Deutschland hat der Hauptverband der

gewerblichen Berufsgenossenschaft diese Aufgabe für den gewerblichen Bereich und das Anwendungsgebiet Beleuchtung mit der Berufsgenossenschaftlichen Regel BGR 131 3 erfüllt. Aus diesem Grund enthält die vorlie- gende Schrift auch die Anforderungen an die Beleuch- tung aus der Sicht des Arbeitsschutzes gem. BGR 131. Falls diese von den zitierten Normen abweichen, sind sie gesondert vermerkt.

 

1 Einzelheiten siehe auch Abschnitt 3.4

2 Arbeitsstätten, Arbeitsstättenverordnung und Arbeitsstätten-Richlinien mit ausführlicher Kommentierung, sonstige für Arbeitsstätten wichtige Vorschriften, Regeln, Normen, Rechtsprechung, umfassendes Stich- wortverzeichnis, 2. Auflage, hergegeben von Opfermann, Streit, Tannenhauer, 42. Ergänzungslieferung,

Dezember 2003, Forkel Verlag

3 BGR 131 (früher ZH 1/190) „Regel für Sicherheit und Gesundheitsschutz an Arbeitsplätzen mit künstlichem Licht und für Sicherheitsleitsysteme“

Grundlegende Anforderungen 2 Normative Verweisungen
Grundlegende Anforderungen
2 Normative Verweisungen
Grundlegende Anforderungen 2 Normative Verweisungen DIN EN 12464-1 Diese Europäische Norm enthält durch datierte oder
DIN EN 12464-1
DIN
EN 12464-1

Diese Europäische Norm enthält durch datierte oder undatierte Verweisungen Festlegungen aus anderen Publikationen. Diese normativen Verweisungen sind an den jeweiligen Stellen im Text zitiert, und die Publikationen sind nachstehend aufgeführt. Bei datierten Verweisungen gehören spätere Änderungen oder Überarbeitungen nur zu dieser Europäischen Norm, falls sie durch Änderung oder Überarbeitung eingearbeitet sind. Bei undatierten Verweisungen gilt die letzte Ausgabe der in Bezug genommenen Publikation (einschließlich Änderungen).

In DIN EN 12464-1 wird auf Festlegungen anderer Publikationen, wie z. B. Normen, (verbindlich) ver- wiesen. Dabei wird die Publikation entweder

– zusätzlich zu deren Bezeichnung bzw. Nr. auch mit dem exakten Ausgabedatum (datierte Verweisung) zitiert oder

– nur mit deren Bezeichnung bzw. Nr., jedoch ohne Nennung des Ausgabedatums (undatierte Verweisung).

EN 12193, Licht und Beleuchtung – Sportstättenbeleuchtung.

EN 12665:2002, Licht und Beleuchtung – Grundlegende Begriffe und Kriterien für die Festlegung von Anforderungen an die Beleuchtung.

prEN 13032-1, Angewandte Lichttechnik – Messung und Darstellung photometrischer Daten von Lampen und Leuchten — Teil 1: Messung.

CIE 117, Psychologische Blendung in der Innen- raumbeleuchtung.

Bei datierten Verweisungen ist nur die mit Ausga- bedatum versehene Publikation (Norm) verbindlich. Wird diese Publikation später überarbeitet, ist die überarbeitete Version im Rahmen der DIN EN 12464-1 nicht verbindlich, es sei denn, DIN EN 12464-1 wird ebenfalls überarbeitet und die geänderte Norm mit dem geänderten Ausgabedatum darin eingearbeitet.

Bei undatierten Verweisungen ist immer die jeweils aktuelle Version verbindlich, z. B. EN 12193 für die Sportstättenbeleuchtung.

Beispiel Unter Kapitel 3 von DIN EN 12464-1 „Begriffe“ wird auf die Norm EN 12655:2002 mit Ausgabedatum 2002 verwiesen. Sollte diese Norm später geändert werden, gilt für die Anwendung von DIN EN 12464-1 in der jetzigen Fassung trotzdem weiterhin die Ausgabe von 2002.

Grundlegende Anforderungen 3 Begriffe
Grundlegende Anforderungen
3 Begriffe
Grundlegende Anforderungen 3 Begriffe DIN EN 12464-1 3.1 Sehaufgabe DIN EN 12464-1 Für die Anwendung dieser
DIN EN 12464-1
DIN
EN 12464-1

3.1 Sehaufgabe

DIN EN 12464-1
DIN
EN 12464-1

Für die Anwendung dieser Europäischen Norm gelten die Begriffe in EN 12665:2002 sowie die folgenden Begriffe.

ANMERKUNG Dieser Abschnitt definiert Begriffe und Größen, die für das Verständnis dieser Norm wichtig sein können und die eventuell nicht in IEC 60050-845 festgelegt sind.

Sehrelevante Elemente der auszuführenden Arbeit.

ANMERKUNG Hauptsächlich sehrelevant sind die Größe des zu erkennenden Objektes, dessen Leucht- dichte, dessen Kontrast gegenüber dem Hintergrund und dessen Darbietungsdauer.

Im Anwendungsbereich zur Norm wird auf die Seh- leistung, also die schnelle und fehlerfreie Bewältigung der Sehaufgabe als das wesentliche Maß für die Güte der Beleuchtung hingewiesen. Die Sehleistung ist umso höher,

– je größer das Sehdetail, d. h. die Größe des noch zu erkennenden Formendetails,

Zunächst wird darauf hingewiesen, dass in DIN EN 12464-1 Begriffe verwendet werden, die in EN 12665:2002 (identisch mit der betreffenden deut- schen Norm DIN EN 12665:2002-09) definiert sind. Ferner werden in DIN EN 12464-1 weitere Begriffe definiert, die nicht im „Internationalen Wörterbuch der Lichttechnik“ 1 enthalten sind.

– je höher der Kontrast des Sehobjektes zum Hinter- grund und

– je länger die Darbietungszeit des Sehobjekts, also die Zeit der Betrachtung, ist.

Je höher die Leuchtdichte auf der Sehaufgabe ist, desto höher ist auch bei schwierigen Sehdetails die Sehleistung.

1 Das Internationale Wörterbuch der Lichttechnik ist als Kapitel 845 des Internationalen Wörterbuches der Elektrotechnik unter IEC 50 (845)/CIE 17.4 im Jahr 1987 veröffentlicht worden. DIN EN 12665 stützt sich im Wesentlichen darauf ab. Unter IEC 60050-845 ist das Kapitel 845 (Beleuchtung) des Internationalen elektrotechnischen Wörterbuches auch als internationale elektrotechnische Norm veröffentlicht worden.

3.2 Bereich der Sehaufgabe

DIN EN 12464-1
DIN
EN 12464-1

Teilbereich des Arbeitsplatzes, in dem die Sehaufgabe ausgeführt wird. Ist die Größe und/oder die Lage des Bereiches der Sehaufgabe nicht bekannt, muss der Bereich als Bereich der Sehaufgabe angenommen werden, in dem die Sehaufgabe auftreten kann.

Dieser Begriff bewirkt einen der wesentlichen Unter- schiede zu der bisherigen DIN 5035, in der die Gütemerkmale der Beleuchtung auf den (gesamten) Raum oder die einer bestimmten Tätigkeit dienenden Raumzone definiert waren.

In der allgemeinen Planungspraxis nach DIN 5035 wurden die Gütemerkmale, zum Beispiel die Beleuch- tungsstärke und deren Gleichmäßigkeit, auf den ge- samten Raum, eventuell unter Vernachlässigung eines Randstreifens an den Wänden, bezogen. Nur in beson- deren Fällen sind Raumzonen mit deutlich unterschied- lichen Sehaufgaben – zum Beispiel in einer Werkhalle mit bereichsweise angeordneten handwerklichen Arbeitsplätzen und größeren Lagerflächen – auch unterschiedlich beleuchtet worden. In solchen Fällen berücksichtigte die Planung – ausgehend von einem höheren Gesamtniveau des gesamten Raumes – in Teilbereichen oft auch die Umschaltung auf unter- schiedliche Beleuchtungsniveaus. Damit wurde dem häufig geäußerten Wunsch nach mehr Flexibilität der Gesamtraumnutzung ohne aufwändige Nachinstalla- tionen entsprochen.

Nach DIN EN 12464-1 gelten die Gütemerkmale der Beleuchtung für den Bereich der Sehaufgabe, der nicht immer identisch ist mit dem Arbeitsbereich. Durch Konzentration der Beleuchtung auf den Bereich der Sehaufgabe ergeben sich zwar Möglichkeiten der Einsparung von Energie- und Investitionskosten, aber auch Gefahren im Hinblick auf Sehleistung und Seh- komfort. Dies gilt insbesondere, wenn der Bereich der Sehaufgabe und der angrenzende geringer beleuchtete Umgebungsbereich räumlich zu eng angesetzt werden und die ausgewogene Leuchtdichteverteilung im Gesichtsfeld nicht gewährleistet ist.

Soll sich die Beleuchtung auf den Bereich der Seh- aufgabe konzentrieren, müssen vom Planer Größe und Lage der Sehaufgabe (die horizontal, vertikal oder auch geneigt sein kann) und damit auch der (örtliche) Bereich der Sehaufgabe aufgrund der verbindlich festgelegten Arbeitsplätze und der dort vorgesehenen Arbeitsaufgaben ermittelt werden. In der Praxis dürfte dies zu Schwierigkeiten führen, weil zum Zeitpunkt der Beleuchtungsplanung die genaue Anordnung der Arbeits-

der Beleuchtungsplanung die genaue Anordnung der Arbeits- plätze meist noch nicht festliegt. In solchen Fällen sind

plätze meist noch nicht festliegt. In solchen Fällen sind nach DIN EN 12464-1 diejenigen Raumflächen, auf denen Arbeitsplätze grundsätzlich angeordnet werden können, als Bereich der Sehaufgabe zu beleuchten. Das trifft zum Beispiel in industriellen und handwerk- lichen Arbeitsstätten auf den überwiegenden Teil des Arbeitsraumes zu.

Der Vorteil einer raumbezogenen anstelle einer zonalen, auf den Bereich der Sehaufgabe bezogenen Beleuchtung, ist die zusätzliche Freizügigkeit in der Raumnutzung und der ohne Veränderung der Beleuch- tungsanlage veränderbaren Anordnung der Arbeitsplätze. Diese Flexibilität könnte zum Beispiel für Handwerks- und Montagebetriebe mit auftragsabhängigen Aufgaben betriebswirtschaftlich wichtiger sein als eine aus Spar- gründen nur auf den Bereich der Sehaufgabe konzent- rierte Beleuchtung. Die Alternative wäre eine arbeits- platzgebundene Beleuchtung, die insbesondere in der Industriebeleuchtung installationstechnische Probleme aufwirft.

Auch in der Planung wirkt sich dieser neue Begriff „Bereich der Sehaufgabe“ aus. Anstelle der Wirkungs- gradmethode, mit der für eine bestimmte mittlere Beleuchtungsstärke die Anzahl der Lampen und Leuch- ten im gesamten Raum bestimmt wird, muss nun mit differenzierten Planungsmethoden die Beleuchtungs- stärke und deren Gleichmäßigkeit in einem oder mehreren Teilbereichen des Raumes, in denen sich die Sehaufgaben befinden, bestimmt werden (siehe auch Abschnitt 4.3.3, Seite 31).

Ist der Bereich der Sehaufgabe zum Zeitpunkt der Planung der Beleuchtung nicht bekannt, sind diejenigen Raumflächen, auf denen aufgrund der Abmessungen und weiterer Kriterien Arbeitsplätze mit Sehaufgaben grundsätzlich angeordnet werden können, als Bereich der Sehaufgabe zu beleuchten.

Das führt dann zur Allgemeinbeleuchtung des Raumes, die eine flexible Nutzung des Raumes ermöglicht. Bereichsweises Schalten der Beleuchtung und damit deren Anpassung an gegenwärtige Sehanforderungen spart Energie und Kosten.

Grundlegende Anforderungen

Grundlegende Anforderungen 3 Begriffe Interpretation Bereich der Sehaufgabe Beispiele Die Bestimmung der räumlichen

3 Begriffe

Interpretation

Bereich der Sehaufgabe Beispiele

Die Bestimmung der räumlichen Ausdehnung des Bereiches der Sehaufgabe innerhalb des Arbeitsplatzes wird durch die folgende Interpretation erleichtert.

Der Arbeitsplatz ist der räumliche Bereich, in dem die Arbeitsaufgabe verrichtet wird. Der Arbeitsplatz setzt sich zusammen aus

– den Arbeitsflächen, die horizontal, vertikal oder geneigt sein können,

– den Flächen, auf denen die dem unmittelbaren Fortgang der Arbeit dienenden Arbeitsmittel angeordnet sind,

– den Flächen, die bei der funktions- und sach- gerechten Ausübung der jeweiligen Tätigkeit für den Benutzer zusätzlich erforderlich sind und

– den unmittelbaren Fortgang der Arbeit dienenden Lagerflächen.

Der Arbeitsplatz kann aus einem oder mehreren Bereichen der Sehaufgabe mit sogar unterschiedlichen visuellen und beleuchtungstechnischen Anforderungen bestehen 2 , und zwar aus

– nur einem Bereich der Sehaufgabe

2 , und zwar aus – nur einem Bereich der Sehaufgabe – ineinander verschachtelten Bereichen der

– ineinander verschachtelten Bereichen der Sehaufgabe oder

– ineinander verschachtelten Bereichen der Sehaufgabe oder – überlappenden Bereichen der Sehaufgabe. Jedem Bereich

– überlappenden Bereichen der Sehaufgabe.

Sehaufgabe oder – überlappenden Bereichen der Sehaufgabe. Jedem Bereich der Sehaufgabe (T) ist ein entsprechen- der

Jedem Bereich der Sehaufgabe (T) ist ein entsprechen- der (unmittelbarer) Umgebungsbereich (S) mit geringe- ren Anforderungen an die Beleuchtung zugeordnet. Die Bilder 3.1, 3.2 und 3.3 sollen dies erläutern.

Hinweise auf den Bereich der Sehaufgabe in industriellen und handwerklichen Arbeitsstätten und im Büro siehe Kapitel 5.

T
T

3.1 Arbeitsplatz mit einem Bereich der Sehaufgabe (T), zum Beispiel ein Kassen- arbeitsplatz, in dem hori- zontale Sehaufgaben beim Erkennen der Ware und des Geldes und vertikale Seh- aufgaben am Bildschirm der Kasse vorliegen. Der Umgebungsbereich S umgibt den Bereich der Sehaufgabe.

T1 T2
T1
T2
T2 T1
T2
T1
T1 T2 T2 T1 3.2 Arbeitsplatz mit in- einander verschachtelten Bereichen der Sehauf- gabe, die unterschiedliche

3.2 Arbeitsplatz mit in-

einander verschachtelten Bereichen der Sehauf- gabe, die unterschiedliche Beleuchtungsniveaus erfordern: Schleifen und Einstellen der Maschinen- parameter T1 sowie Lesen der Zeichnung und Mes- sen des Werkstücks T2. Der Umgebungsbereich S umfasst den gesamten Arbeitsplatz.

3.3 Arbeitsplatz mit be-

nachbarten Bereichen der Sehaufgabe, die unter- schiedliche Beleuchtungs- niveaus erfordern, und überlappenden Umge- bungsbereichen S. Ent- nahme und Ablage der automatisch gestanzten Leichtmetallbleche sowie Korrektur der Maschinen- parameter am Bildschirm T1 und Stichprobenmes- sung der Stanzöffnungen

T2.

Grundlegende Anforderungen

Grundlegende Anforderungen 3 Begriffe Bereich der Sehaufgabe Beispiele 3 1 2 2 3 1 4 5

3 Begriffe

Bereich der Sehaufgabe Beispiele

3 1 2
3
1
2
2 3 1 4 5
2
3
1
4
5

3.4 Bereich der Seh-

aufgabe im Büro:

Bildschirmarbeit (1), Besprechung (2), Schrank- und Regal- flächen (3).

3.5 Seh- bzw. Arbeitsauf-

gaben an einem Arbeits- platz zum Stanzen und Biegen von Leichtmetall- blechen.

Nr.

Seh- bzw. Arbeitsaufgabe

Lage der Fläche und deren Bedeutung, siehe auch Abschnitt 3.2, Seite 14 „Interpretation“

1

Entnehmen der vorgefertigten Leichtmetallplatten

Eine der dem unmittelbaren Fortgang der Arbeit dienende horizontale Lagerfläche

2

Stanzen der Bleche

Eigentliche Arbeitsfläche, vertikal und horizontal

3

Biegen der Bleche

Eigentliche Arbeitsfläche, vertikal und horizontal

4

Ablegen der Fertigteile

Eine der dem unmittelbaren Fortgang der Arbeit dienende horizontale Lagerfläche

5

Freie Bewegungsfläche

Eine der dem unmittelbaren Fortgang der Arbeit dienende horizontale Bewegungsfläche

3.3 Unmittelbarer Umgebungsbereich

DIN EN 12464-1
DIN
EN 12464-1

den Bereich der Sehaufgabe umgebende, sich im Gesichtsfeld befindende Fläche von mindestens 0,5 m Breite.

Die Leuchtdichteverteilung im gesamten Gesichtsfeld, das aus dem Bereich der Sehaufgabe und dessen unmittelbaren Umgebung sowie dem nahen und entfernten Umfeld besteht, bestimmt den Adaptations- zustand und damit die Sehleistung. Die Mindestbreite des unmittelbaren Umgebungsbereiches von 0,5 m ist für kleine Bereiche der Sehaufgabe, z. B. für einen Uhrmacherarbeitsplatz, angemessen, für ausgedehnte Bereiche der Sehaufgabe, zum Beispiel für einen Drehmaschinen-Arbeitsplatz, zu gering.

Beispiel für einen Drehmaschinen-Arbeitsplatz, zu gering. Unter der Annahme, dass der Bereich der Sehaufgabe dem

Unter der Annahme, dass der Bereich der Sehaufgabe dem ergonomisch entsprechenden Greifraum mit der Tiefe a ähnlich ist (siehe Bild 5.2, Seite 74), sollte aus visuellen Gründen der unmittelbare Umgebungsbereich allseitig mindestens um das Maß a größer sein als der Bereich der Sehaufgabe.

Um rechtwinklige Koordinaten für die Berechnung der Beleuchtungsstärke und der Gleichmäßigkeit anwenden zu können, ist es zweckmäßig beide Bereiche durch tangierende Rechtecke zu ersetzen (Bild 3.6)

Die Abmessungen des unmittelbaren Umgebungsbereiches ergeben sich aus der Größe des Bereichs der Sehaufgabe (Bild 3.6).

Außerhalb des unmittelbaren Umgebungsbereiches muss der Arbeitsraum eine für die visuelle Arbeit erforderliche ausgewogene Helligkeitsverteilung im Gesichtsfeld aufweisen, die durch eine entsprechende Beleuchtung erreicht werden kann. Einzelheiten dazu siehe Abschnitt 4.2.

erreicht werden kann. Einzelheiten dazu siehe Abschnitt 4.2. 3.6 Beispiel für Mindest- maße des unmittelbaren

3.6 Beispiel für Mindest- maße des unmittelbaren Umgebungsbereiches um den Bereich der Sehauf- gabe.

In DIN 5035-7 (siehe Bild 5.7, Seite 88) ist der un- mittelbare Umgebungsbereich in einem Büroraum als die gesamte Raumfläche außerhalb der Bereiche der Sehaufgabe, abzüglich eines Streifens an den Wänden von 50 cm, definiert.

Bei industriellen und handwerklichen Arbeitsplätzen muss man den Umgebungsbereich in Abhängigkeit von den Abmessungen des Bereichs der Sehaufgabe festlegen.

Der unmittelbare Umgebungsbereich darf um eine Stufe der Beleuchtungsstärke geringer beleuchtet werden. Das nahe Umfeld, das auch den unmittelbaren Umgebungsbereich einschließt, sollte eine mittlere Leuchtdichte von mindestens 1 3 der Leuchtdichte der Sehaufgabe aufweisen. Dazu und zu der über den unmittelbaren Umgebungsbereich hinausgehenden Beleuchtung im Raum siehe Abschnitte 4.2 „Leucht- dichteverteilung“ (Seite 23) und 4.3.2 „Beleuchtungs- stärke des unmittelbaren Umgebungsbereiches“ (Seite 30).

Grundlegende Anforderungen

Grundlegende Anforderungen 3 Begriffe 3.4 Wartungswert der Beleuchtungsstärke ( m ) 2 DIN EN 12464-1 Wert,

3 Begriffe

3.4 Wartungswert der Beleuchtungsstärke ( m ) 2

DIN EN 12464-1
DIN
EN 12464-1

Wert, unter den die mittlere Beleuchtungsstärke auf einer bestimmten Fläche nicht sinken darf.

Der Begriff „Wartungswert“ bewirkt neben dem Begriff „Bereich der Sehaufgabe“ einen weiteren wesentlichen Unterschied zu der bisherigen Norm DIN 5035, in der die Nennbeleuchtungsstärke als der zeitliche und örtliche Mittelwert definiert und für die verschiedenen Sehaufgaben als Planungsgrundlage genormt wurde. Die Nennwerte durften bis zum Zeitpunkt der Wartung der Anlage – von wenigen Ausnahmen abgesehen – noch bis zu 20% unterschritten werden.

Die in DIN EN 12464-1 empfohlenen Beleuchtungs- stärkewerte dürfen gegenüber den (bisher üblichen) Nennwerten zu keinem Zeitpunkt unterschritten werden.

ANMERKUNG Es handelt sich um die mittlere Beleuchtungsstärke zu dem Zeitpunkt, an dem eine Wartung durchzuführen ist.

Sie werden daher als Wartungswerte bezeichnet, weil dann Wartung und ggf. Instandsetzung der Anlage erfolgen muss.

Durch Alterung und Verschmutzung von Lampen und Leuchten und durch Verschlechterung der Reflexions- eigenschaften des Raumes nimmt die Beleuchtungs- stärke im Laufe der Betriebszeit ab.

Um diese Abnahme zu kompensieren, muss die Neuanlage eine höhere Beleuchtungsstärke aufweisen (Neuwert). In der Planung wird diese Abnahme mit dem Wartungsfaktor erfasst.

Planung wird diese Abnahme mit dem Wartungsfaktor erfasst. 3.7 Abnahme der mittleren Beleuchtungsstärke im Laufe der
Planung wird diese Abnahme mit dem Wartungsfaktor erfasst. 3.7 Abnahme der mittleren Beleuchtungsstärke im Laufe der

3.7 Abnahme der mittleren Beleuchtungsstärke im Laufe der Betriebszeit der Anlage nach DIN 5035 (oben) und nach DIN EN 12464-1 (unten), Beispiel: dreijähriger Wartungszyklus.

Der der Planung zugrunde zu legende Neuwert der Beleuchtungsstärke ergibt sich aus dem Wartungswert und dem Wartungsfaktor:

Neuwert = Wartungswert / Wartungsfaktor

Weitere Einzelheiten siehe Abschnitt 4.8 (Seite 50).

2 Die Abkürzung  m kennzeichnet mit dem Querstrich den örtlichen Mittelwert, der Index m (aus dem englischen Wort maintained abgeleitet) den Wartungswert der Beleuchtungsstärke E.

3.5 Abschirmwinkel

DIN EN 12464-1
DIN
EN 12464-1

Winkel zwischen der horizontalen Ebene und der Blickrichtung, unter der die leuchtenden Teile der Lampen in der Leuchte gerade sichtbar sind.

Die Bewertung der Blendung einer Beleuchtungsanlage (siehe Abschnitt 4.4.1, Seite 34) basiert bei den Bewertungsverfahren sowohl nach DIN 5035 als auch nach DIN EN 12464-1 auf der mittleren Leuchtdichte der Leuchten in Richtung des Beobachterauges und nicht auf der meist viel höheren Leuchtdichte der Lam- pen selbst. Bei Leuchten, bei denen aus dem für die Direktblendung kritischen Blickwinkelbereich Lampen oder Teile davon direkt gesehen werden können, kann daher trotz positiver Bewertung der Blendungsbegren- zung dennoch Blendung auftreten. Um diese durch hohe Einzelleuchtdichten der Lampen verursachte Blendung ebenfalls zu begrenzen, müssen die Lampen durch geeignete Maßnahmen abgeschirmt werden. Der Grad der Abschirmung wird durch den Abschirmwinkel gekennzeichnet, der je nach Leuchtdichte der Lampen verschiedene Mindestwerte einhalten muss (siehe Abschnitt 4.4.2, Seite 40).

Die gleiche Definition des Abschirmwinkels, nämlich bezogen auf die horizontale Ebene, steht auch in dem Normentwurf E DIN EN 13032-2 3 .

Abweichend davon ist in DIN EN 12665:2002-09 (Pos. 3.3.20) der Abschirmwinkel in Anlehnung an das internationale Wörterbuch der Lichttechnik IEC 50 (845)/CIE 17.4 auf die vertikale Ebene bezogen (Bild 3.9):

DIN EN 12665
DIN
EN 12665

Abschirmwinkel (einer Leuchte) Winkel zwischen der nach unten gerichteten Vertikalen und der Richtung, aus der die Lampen und die Flächen hoher Leuchtdichte gerade nicht sichtbar sind.

Bei der Bestimmung des Abschirmwinkels nach DIN EN 12665 sind zusätzlich zur Leuchtdichte der Lampe auch die Flächen hoher Leuchtdichte heran- zuziehen. In Bild 3.9 gilt der Abschirmwinkel fi zum Beispiel nur für einen Hochglanzreflektor, der in Richtung fi eine sehr geringe Leuchtdichte aufweist. Ein weißer Reflektor hätte eine hohe Leuchtdichte, so dass der Abschirmwinkel etwa 90° beträgt.

Bei Definition des Abschirmwinkels nach DIN EN 12464-1 wird nur die Leuchtdichte der Lampe bewertet.

Beim Vergleich der Abschirmwinkel, zum Beispiel aufgrund von Herstellerangaben, ist auf diese Diskrepanz in Bezug

Beim Vergleich der Abschirmwinkel, zum Beispiel aufgrund von Herstellerangaben, ist auf diese Diskrepanz in Bezug auf die Definition des Abschirmwinkels zu achten.

in Bezug auf die Definition des Abschirmwinkels zu achten. 3.8 Definition des Abschirmwinkels fi nach DIN
in Bezug auf die Definition des Abschirmwinkels zu achten. 3.8 Definition des Abschirmwinkels fi nach DIN
in Bezug auf die Definition des Abschirmwinkels zu achten. 3.8 Definition des Abschirmwinkels fi nach DIN
in Bezug auf die Definition des Abschirmwinkels zu achten. 3.8 Definition des Abschirmwinkels fi nach DIN
in Bezug auf die Definition des Abschirmwinkels zu achten. 3.8 Definition des Abschirmwinkels fi nach DIN

3.8 Definition des Abschirmwinkels fi nach

DIN EN 12464-1 (bezogen auf die Horizontale).

fi nach DIN EN 12464-1 (bezogen auf die Horizontale). 3.9 Definition des Abschirmwinkels fi nach DIN

3.9 Definition des Abschirmwinkels fi nach

DIN EN 12665 (bezogen auf die Vertikale).

3 E DIN EN 13032-2:2002-11 „Licht und Beleuchtung, Messung und Darstellung photometrischer Daten von Lampen und Leuchten, Teil 2: Darstellung der Daten für Arbeitsstätten in Innenräumen und im Freien“.

Grundlegende Anforderungen

Grundlegende Anforderungen 3 Begriffe 3.6 Bildschirm DIN EN 12464-1 Schirm zur Darstellung alphanumerischer Zeichen oder

3 Begriffe

3.6 Bildschirm

DIN EN 12464-1
DIN
EN 12464-1

Schirm zur Darstellung alphanumerischer Zeichen oder zur Graphikdarstellung, ungeachtet des Darstellungs- verfahrens [90/270/EEC].

Hier wird auf die EG-Bildschirmrichtlinie 90/270/EWG verwiesen, die in Deutschland als Bildschirmarbeits- verordnung in nationales Recht umgesetzt wurde (siehe Seite 9 und Anhang).

nationales Recht umgesetzt wurde (siehe Seite 9 und Anhang). 3.7 Gleichmäßigkeit der Beleuchtungsstärke DIN EN

3.7 Gleichmäßigkeit der Beleuchtungsstärke

DIN EN 12464-1
DIN
EN 12464-1

Verhältnis der kleinsten Beleuchtungsstärke zur mittleren Beleuchtungsstärke auf einer Fläche (siehe auch IEC 60050-845/CIE17.4: 845-09-58 Gleichmäßigkeit der Beleuchtungsstärke).

E min g 1 = 
E min
g 1 =

Diese Definition ist identisch mit der in DIN EN 12665, Pos. 3.2.21, und mit DIN 5035-1.

Grundlegende Anforderungen 4 Kriterien der Beleuchtungsplanung
Grundlegende Anforderungen
4 Kriterien der Beleuchtungsplanung
Anforderungen 4 Kriterien der Beleuchtungsplanung 4.1 Lichtklima DIN EN 12464-1 Für die Umsetzung einer

4.1 Lichtklima

DIN EN 12464-1
DIN
EN 12464-1

Für die Umsetzung einer guten Beleuchtung sind zusätzlich zur erforderlichen Beleuchtungsstärke weitere quantitative und qualitative Gütemerkmale der Beleuchtung zu berücksichtigen.

Die Anforderungen an die Beleuchtung werden bestimmt durch das Erfüllen folgender Bedürfnisse:

– Sehkomfort, er vermittelt den arbeitenden Menschen das Gefühl des Wohlbefindens und trägt so indirekt zu einer hohen Produktivität bei,

– Sehleistung, sie ermöglicht den arbeitenden Menschen, Sehaufgaben auch unter schwierigen Umständen und über längere Zeit auszuführen,

– Sicherheit.

Der Begriff Lichtklima hat im Deutschen eine eher in Richtung farblicher Gestaltung gehende Bedeutung, was zum Beispiel durch Begriffe wie „warme“ oder „kalte“ Beleuchtung zum Ausdruck kommt. Unter Lichtklima 1 kann aber auch in Anlehnung an den Begriff „Farbklima“ die Ursache der psycho-physischen Wirkung von Licht verstanden werden.

Hier wird der Begriff Lichtklima für das Zusammen- wirken von Aufgaben der Beleuchtung und Gütemerk- malen der Beleuchtung verwendet.

In DIN 5035-1 sind die Aufgaben der Beleuchtung konkreter, also anwendungsorientiert gefasst.

Die Hauptmerkmale für die Bestimmung des Lichtklimas sind:

– Leuchtdichteverteilung,

– Beleuchtungsstärke,

– Blendung,

– Lichtrichtung,

– Lichtfarbe und Farbwiedergabe,

– Flimmern,

– Tageslicht.

Grenzwerte der Beleuchtungsstärke, der psycho- logischen Blendung und der Farbwiedergabe sind in Abschnitt 5 festgelegt.

und der Farbwiedergabe sind in Abschnitt 5 festgelegt. 4.1 Die Gütemerkmale der Beleuchtung von Arbeits- stätten

4.1 Die Gütemerkmale der Beleuchtung von Arbeits- stätten nach DIN EN 12464-1.

1 In DIN 5035 Blatt 1 vom Januar 1972 wird das „Farbklima“ als die Ursache der psychophysischen Wirkung von Licht und Farbe bezeichnet.

Grundlegende Anforderungen 4 Kriterien der Beleuchtungsplanung
Grundlegende Anforderungen
4 Kriterien der Beleuchtungsplanung
DIN 5035-1
DIN
5035-1

Allgemeines Die Beleuchtung beeinflusst durch ihre Qualität die Sehleistung, die Aktivierung, die Arbeitssicherheit und das Wohlbefinden des Menschen.

Konzentration zu fördern, die Unterrichtsmaterialien mühelos zu erkennen und die mit dem Unterricht verbundene Sehtätigkeit zu erleichtern. Für Arbeits- plätze gelten die in DIN EN 12464-1 enthaltenen Anforderungen.

Die Beleuchtung ist deshalb so auszuführen, dass sie ihre jeweiligen Aufgaben erfüllt und sich harmonisch in den Raum einfügt.

Stimmungsbetonte Räume In stimmungsbetonten Räumen spielen in besonderem Maße gestalterische Gesichtspunkte und solche der Behaglichkeit eine Rolle.

Wird in solchen Räumen auch gearbeitet oder dienen sie einer Freizeitgestaltung mit vergleichbaren Seh- anforderungen, so sind die entsprechenden Anforde- rungen an die Beleuchtung nach DIN EN 12464-1 zu berücksichtigen.

Arbeitsräume In Arbeitsräumen muss die Beleuchtung ein müheloses Erkennen der Sehobjekte ermöglichen. Sie soll mit dazu beitragen, die Aufmerksamkeit und Aktivierung zu fördern, vorzeitiger Ermüdung entgegenzuwirken sowie Gefahrensituationen deutlich erkennbar zu machen.

Verkaufs- und Ausstellungsräume In Verkaufs- und Ausstellungsräumen besteht die Aufgabe der Beleuchtung vor allem darin, eine günstige Verkaufs- atmosphäre zu schaffen, das Prüfen der Ware zu erleichtern und ausgestellte Gegenstände hervorzu- heben. Für Arbeitsplätze gelten die in DIN EN 12464-1 enthaltenen Anforderungen.

Wohnbereich Die Gestaltung der Beleuchtung im Wohnbereich lässt sich nicht in Normen festlegen. Für Arbeitsplätze im Wohnbereich gelten die Anforderungen wie für Arbeits- räume und ggf. DIN EN 12464-1 entsprechend.

Unterrichtsräume In Unterrichtsräumen besteht die Aufgabe der Beleuchtung vor allem darin, die Aufmerksamkeit und

Verkehrszonen In Eingängen, Fluren, Treppen und Raumzonen, die dem Verkehr dienen, muss die Beleuchtung die Gefahren- stellen deutlich erkennbar machen.

DIN 5035-1
DIN
5035-1

Lichttechnische Gütemerkmale Die Anforderungen an die Beleuchtung beziehen sich auf folgende lichttechnische Gütemerkmale:

– Beleuchtungsniveau,

Sehaufgaben Die Sehaufgaben unterscheiden sich durch:

– Größe der auftretenden Leuchtdichte- und Farbkontraste;

– Leuchtdichteverteilung,

– Größe der wesentlichen Strukturelemente (Details);

 

– Begrenzung der Blendung,

– Geschwindigkeit, mit der diese Sehaufgaben wahrgenommen werden müssen;

– Lichtrichtung und Schattigkeit,

– Lichtfarbe und Farbwiedergabe.

– gewünschte Sicherheit des Erkennens;

Nur bei Beachtung aller Gütemerkmale kann eine Beleuchtungsanlage den gestellten Anforderungen genügen. Je nach Art und Schwierigkeit der Seh- aufgabe bzw. je nach Raumart kann dem einen oder anderen Gütekriterium Priorität zugebilligt werden.

Im Abschnitt 5 von DIN EN 12464-1 (siehe Kapitel 5 dieser Schrift) werden die Gütemerkmale als Zahlen- und Planungswerte in Tabellen zusammengefasst. Damit werden die zahlenmäßigen Anforderungen an

– Dauer der Seharbeit.

Mit der Schwierigkeit der Sehaufgabe steigen auch die Anforderungen an die Güte der Beleuchtung.

die Beleuchtung von Arbeitsstätten in Innenräumen gem. DIN 5035-2 bis auf wenige Ausnahmen, die in den Tabellen des Kapitels 5 enthalten sind, ersetzt.

4.2 Leuchtdichteverteilung DIN EN 12464-1 Die Leuchtdichteverteilung im Gesichtsfeld bestimmt den

4.2 Leuchtdichteverteilung

DIN EN 12464-1
DIN
EN 12464-1

Die Leuchtdichteverteilung im Gesichtsfeld bestimmt den Adaptationszustand, der die Sehleistung

– zu hohe Leuchtdichteunterschiede, die durch ständige Umadaptation Ermüdung verursachen können,

– zu niedrige Leuchtdichten und zu niedrige Leuchtdichteunterschiede, die eine unattraktive und wenig anregende Arbeitsumgebung schaffen.

beeinflusst. Eine ausgewogene Adaptationsleuchtdichte wird benötigt zur Erhöhung von:

– Sehschärfe,

 

– Kontrastempfindlichkeit (Differenzierung von kleinen Leuchtdichteunterschieden),

– Leistungsfähigkeit der Augenfunktionen (wie Akkommodation, Konvergenz, Pupillenveränderung, Augenbewegungen usw.).

Die Leuchtdichten aller Oberflächen sind wichtig. Sie hängen vom Reflexionsgrad der Oberflächen und der Beleuchtungsstärke auf den Oberflächen ab. Für die Hauptflächen eines Raumes werden folgende Reflexionsgrade empfohlen:

Die Leuchtdichteverteilung im Gesichtsfeld beeinflusst auch den Sehkomfort. Aus den angegebenen Gründen sollte Folgendes vermieden werden:

– Decken:

0,6 bis 0,9

– Wände:

0,3 bis 0,8

zu hohe Leuchtdichten, die Blendung verursachen können,

– Arbeitsflächen:

0,2 bis 0,6

 

– Boden:

0,1 bis 0,5

 

Eine ausgewogene, also in bestimmten Grenzen gehal- tene Leuchtdichteverteilung im Gesichtsfeld trägt ganz wesentlich zur Sehleistung und zum Sehkomfort bei. Krasse Leuchtdichteunterschiede im Gesichtsfeld bedeu- ten beim Blick in die Umgebung zusätzliche Umadapta- tionsarbeit, die zu frühzeitiger Ermüdung und zu Konzentrationsschwächen und damit zu Sehfehlern führen kann. Bei großen Helligkeitsunterschieden können drohende Gefahren aus der Umgebung, z. B. in Industriehallen durch Annäherung von Fahrzeugen, Laufkranen mit Lasten usw., nicht rechtzeitig erkannt

und daher darauf nicht rechtzeitig reagiert werden. Eine ausgewogene Helligkeitsverteilung im Gesichtsfeld trägt außerdem auch zu Kommunikation mit der Arbeitsumgebung und den Menschen bei.

Zu den weiterhin gültigen normativen Festlegungen gehört auch der Abschnitt „Leuchtdichterverteilung im Gesichtsfeld im Innenraum“ von DIN 5035-1, worin auch Zahlenwerte für eine ausgewogene Leuchtdichte- verteilung enthalten sind.

DIN 5035-1
DIN
5035-1

Leuchtdichteverteilung im Gesichtsfeld im Innenraum Für gute Sehbedingungen sowie aus psycho-physischen Gründen ist ein ausgewogenes Verhältnis der Leucht- dichten im Gesichtsfeld erforderlich. Die Leuchtdichte L von Raumoberflächen lässt sich für vollkommen gestreut reflektierende (matte) Oberflächen berechnen nach

L= · E / π

in cd/m 2

Dabei ist E die Beleuchtungsstärke in Ix auf der

entsprechenden Oberfläche mit dem Reflexionsgrad 2 . Dazu sind folgende Punkte zu beachten:

a) die Reflexionsgrade der näheren Umgebung des

Arbeitsgutes sollen so gewählt werden, dass sich zwischen Arbeitsfeld (Innfeld) und Umfeld keine größeren Leuchtdichteverhältnisse als etwa 3:1 ergeben. Die Aufmerksamkeit wird auf die Sehaufgabe konzentriert, wenn diese heller als die Umgebung ist.

b) Beleuchtungsart, Reflexionsgrade und Farbe

ausgedehnter Flächen im Gesichtsfeld (im Wesent- lichen Decke und Wände) sind so zu wählen, dass eine angenehme Leuchtdichteverteilung im Raum entsteht. Zu geringe Leuchtdichte- und Farb-Unterschiede be- wirken einen monotonen Raumeindruck. Andererseits sollten größere Leuchtdichteverhältnisse als etwa 10:1 zwischen Arbeitsfläche und weiter entfernten ausge-

dehnten Flächen im Gesichtsfeld vermieden werden.

ausge- dehnten Flächen im Gesichtsfeld vermieden werden. 2 Projektierung von Beleuchtungsanlagen nach dem

2 Projektierung von Beleuchtungsanlagen nach dem Wirkungsgradverfahren; LiTG-Publikation 3.5 (1988), zu beziehen bei: LiTG-Geschäftsstelle, Burggrafenstr. 6, 10787 Berlin.

23

Grundlegende Anforderungen 4 Kriterien der Beleuchtungsplanung
Grundlegende Anforderungen
4 Kriterien der Beleuchtungsplanung

Leuchtdichteverteilung

(Fortsetzung)

der Beleuchtungsplanung Leuchtdichteverteilung (Fortsetzung) Decke = 0,6 - 0,9 Wände = 0,3 - 0,8 Wände =
Decke = 0,6 - 0,9 Wände = 0,3 - 0,8 Wände = 0,3 - 0,8
Decke = 0,6 - 0,9
Wände = 0,3 - 0,8
Wände = 0,3 - 0,8
Wände = 0,3 - 0,8
Boden = 0,1 - 0,5
4.2 Reflexionsgrade nach DIN EN 12464-1 und Leuchtdichteverhältnisse nach

DIN 5035-1 in Arbeitsstätten

Aus den maximalen Leuchtdichteverhältnissen leiten sich die räumliche Ausdehnung des unmittelbaren Umgebungsbereichs um den Bereich der Sehaufgabe und deren in DIN EN 12464-1 genormten Beleuch- tungsstärken bzw. Leuchtdichten ab; ebenso für die horizontalen bzw. vertikalen Flächen des Raumes außerhalb des unmittelbaren Umgebungsbereichs, für den keine Zahlenwerte festgelegt sind (siehe dazu auch Abschnitt 4.3.2, Seite 30).

Ein Leuchtdichteverhältnis zwischen dem Bereich der Sehaufgabe (Innfeld) und dem (nahen) Umfeld von 10 : 3 (siehe auch Bild 3.6, Seite 17) sind bei den in DIN EN 12464-1 festgelegten Beleuchtungsstärke- werten (siehe Abschnitt 4.3 und 4.3.2) und nicht zu extremen Unterschieden in den Reflexionsgraden im

Allgemeinen realisierbar. Leuchtdichteunterschiede zwischen dem Bereich der Sehaufgabe (Innfeld) und weiter entfernten, ausgedehnten Flächen im Gesichts- feld von nicht mehr als 10 : 1 sind nur bei sorgfältiger Planung der Beleuchtung des gesamten Raumes, also auch der Bereiche außerhalb des unmittelbaren Umgebungsbereichs zu erreichen (Bild 4.2).

DIN EN 12464-1 gibt dafür Intervalle für die Refle- xionsgrade der Hauptflächen eines Arbeitsraumes an, die insbesondere für ausgedehnte industrielle und handwerkliche Arbeitsräume berücksichtigt werden müssen. Gerade in diesen und ähnlichen Fällen ist die ausgewogene Helligkeits- und Leuchtdichteverteilung im Gesichtsfeld ganz wesentlich für die visuelle Leistungsfähigkeit.

ganz wesentlich für die visuelle Leistungsfähigkeit. 4.3 Grafiken zur Umrechnung von Beleuchtungsstärken E in
ganz wesentlich für die visuelle Leistungsfähigkeit. 4.3 Grafiken zur Umrechnung von Beleuchtungsstärken E in

4.3 Grafiken zur Umrechnung von Beleuchtungsstärken E in Leuchtdichten L und umgekehrt bei Reflexionsgraden

von 0,7 bis 0,1.

Beispiele für die Beleuchtungsstärke E bzw. Leuchtdichte L im Bereich der Sehaufgabe (Innfeld) und ausgedehnter,

Beispiele für die Beleuchtungsstärke E bzw. Leuchtdichte L im Bereich der Sehaufgabe (Innfeld) und ausgedehnter, weiter entfernter Flächen im Gesichtsfeld. Das in der Tabelle markierte Beispiel ist im Bild 4.3 mit Pfeilen hervorgehoben.

Werte für E und L im Bereich der Sehaufgabe (Innfeld)

Mindestwerte für L und E ausgedehnter, weiter entfernter, vertikaler Flächen im Gesichtsfeld

E

Reflexionsgrad

Leuchtdichte L in cd/m 2

L

Beleuchtungsstärke E in lx bei einem Reflexionsgrad der vertikalen Flächen von

in lx

der

Sehaufgabe

in cd/m 2

 

0,7

0,5

0,3

300

0,8

76,4

7,6

34,3

48,0

80,0

0,5

47,7

4,8

21,4

30,0

50,0

0,3

28,6

2,9

12,9

18,0

30,0

500

0,8

127,3

12,7

57,1

80,0

133,3

0,5

79,6

8,0

35,7

50,0

83,3

0,3

47,7

4,8

21,4

30,0

50,0

In DIN 5035-7:2001-10 3 werden für Räume mit Bildschirmarbeitsplätzen noch detailliertere Werte für die Reflexionsgrade angegeben (Tabelle 4.4).

 

Reflexionsgrad 4

Oberflächen von Arbeitstischen, Schreibtischen, Werkbänken, Maschinen usw.

0,20 – 0,50

Bildschirmgehäuse, Tastatur, Beleghalter

0,20 – 0,50

Raumdecke

> 0,60

Raumwände

0,40 – 0,80

Raumboden

0,15 – 0,40

Größere Flächen unmittelbar hinter dem Bildschirm (z. B. Stellwände, Betriebseinrichtungen)

0,40 – 0,80

4.4 Reflexionsgrade nach DIN 5035-7

Die geringfügigen Abweichungen zu den Reflexionsgradwerten in DIN EN 12464-1 erklären sich dadurch, dass diese für alle Arten von Arbeitsstätten gelten. Dagegen sind die Werte gem. Tabelle 4.4 den besonders sensiblen Sehverhältnissen in Räumen mit Bildschirmarbeitsplätzen angepasst.

3 DIN 5035-7 Beleuchtung mit künstlichem Licht, Teil 7: Beleuchtung von Räumen mit Bildschirmarbeitsplätzen

4 Näherungsweise Bestimmung mit Reflexionsgradtafeln, messtechnische Bestimmung nach DIN 5036-3 „Strahlungsphysikalische und lichttechnische Eigenschaften von Materialien, Messverfahren für lichttechni- sche und spektrale strahlungsphysikalische Kennzahlen“

0,045

0,13

0,24

0,44

0,67

0,21

0,28

0,37

0,54

0,72

0,18

0,22

0,32

0,52

0,70

0,67

0,70

0,74

0,79

0,84

0,16

0,20

0,30

0,47

0,68

0,09

0,14

0,22

0,41

0,65

4.5 Reflexionsgradskala

Grundlegende Anforderungen 4 Kriterien der Beleuchtungsplanung
Grundlegende Anforderungen
4 Kriterien der Beleuchtungsplanung

4.3 Beleuchtungsstärke

DIN EN 12464-1
DIN
EN 12464-1

Die Beleuchtungsstärke und ihre Verteilung im Bereich der Sehaufgabe und im Umgebungsbereich haben großen Einfluss darauf, wie schnell, wie sicher und wie leicht eine Person die Sehaufgabe erfasst und ausführt.

Die Beleuchtungsstärke des Raumes – außerhalb des unmittelbaren Umgebungsbereiches um den Bereich der Sehaufgabe – hat ebenfalls einen wesentlichen Einfluss auf die Sehleistung. Dazu siehe auch Abschnitt 4.2 (Seite 23).

Alle in dieser Norm festgelegten Beleuchtungs- stärkewerte sind Wartungswerte der Beleuch- tungsstärke und dienen der Sehleistung und dem Sehkomfort.

4.3.1 Empfohlene Beleuchtungsstärken im Bereich der Sehaufgabe

DIN EN 12464-1
DIN
EN 12464-1

Die im Abschnitt 5 angegebenen Werte sind Wartungs- werte der Beleuchtungsstärke auf der Bewertungs- fläche des Bereiches der Sehaufgabe, die horizontal, vertikal oder geneigt sein kann. Unabhängig vom Alter und Zustand der Beleuchtungsanlage darf die mittlere Beleuchtungsstärke für die jeweilige Aufgabe nicht unter den im Abschnitt 5 angegebenen Wert fallen. Die Werte gelten für übliche Sehbedingungen und berück- sichtigen folgende Faktoren:

– Psychologische und physiologische Aspekte wie Sehkomfort und Wohlbefinden,

– Anforderungen der Sehaufgabe,

– visuelle Ergonomie,

– praktische Erfahrung,

– Sicherheit,

– Wirtschaftlichkeit.

Der Wert der Beleuchtungsstärke kann um wenigstens eine Stufe der Beleuchtungsstärken-Skala (siehe unten) angepasst werden, wenn die Sehbedingungen von den üblichen Annahmen abweichen.

Ein Faktor von ungefähr 1,5 stellt den kleinsten signifi- kanten Unterschied dar für eine gerade wahrnehmbare Beleuchtungsstärkeänderung.

Unter üblichen Beleuchtungsbedingungen sind ungefähr

20 lx notwendig, um ansatzweise Gesichtszüge

erkennen zu können. Dies ist daher der niedrigste Wert der Beleuchtungsstärken-Skala. Die empfohlene Beleuchtungsstärken-Skala (in lx) ist:

20 · 30 · 50 · 75 · 100 · 150 · 200 · 300 · 500 ·

750 · 1 000 · 1 500 · 2 000 · 3 000 · 5 000

Der geforderte Wartungswert der Beleuchtungsstärke sollte erhöht werden, wenn:

– die Sehaufgabe für den Arbeitsablauf kritisch ist,

– die Behebung von Fehlern zu erhöhten Kosten führt,

– Genauigkeit oder höhere Produktivität von großer Bedeutung sind,

– das Sehvermögen der arbeitenden Person unter dem Durchschnitt liegt,

– die Sehaufgabe besonders kleine Details oder besonders niedrige Kontraste aufweist,

– die Sehaufgabe für eine besonders lange Zeit ausgeführt werden muss.

Der geforderte Wartungswert der Beleuchtungsstärke darf niedriger gewählt werden, wenn:

– die Sehaufgabe besonders große Details oder besonders hohe Kontraste aufweist,

– die Sehaufgabe nur besonders kurzzeitig ausgeführt wird.

An ständig besetzten Arbeitsplätzen darf der Wartungs- wert der Beleuchtungsstärke nicht weniger als 200 lx betragen.

DIN 5035-1
DIN
5035-1

Weiterhin gilt der Satz aus DIN 5035-1 für die Arbeits- stätten im Freien:

Beleuchtungsstärke An ständig besetzten Arbeitsplätzen in Gebäuden ist ein Wartungswert der Beleuchtungsstärke  m von mindestens 200 Ix vorzusehen, es sei denn, dass betriebliche oder physiologisch-optische Gründe eine Abweichung erfordern.

Der Begriff Wartungswert der Beleuchtungsstärke wurde in Abschnitt 3.4 (Seite 18) erläutert. Die genorm- ten Werte gelten für den Bereich der Sehaufgabe, der horizontal, vertikal oder auch geneigt sein kann.

Zum Begriff und zur Größe des Bereichs der Sehaufgabe siehe Abschnitt 3.2 (Seite 13) sowie die betreffenden Abschnitte des Kapitels 5.

DIN EN 12464-1 begründet die Skala der Beleuch- tungsstärkewerte damit, dass erst bei Erhöhung der Beleuchtungsstärke um den Faktor 1,5 eine messbare Verbesserung der Sehleistung erreicht wird.

Die genormten Werte sind Mindestwerte als Kom- promiss aus dem physiologisch, psychologisch und ergonomisch Notwendigen und dem wirtschaftlich Vertretbaren. Daraus folgt auch, dass die Werte um eine Stufe erhöht werden sollten, wenn erschwerte Sehbedingungen vorliegen. Unterschreitungen sind nur zulässig, wenn die Sehaufgabe besonders große Details und hohe Kontraste aufweist oder nur kurze Zeit ausgeübt wird.

hohe Kontraste aufweist oder nur kurze Zeit ausgeübt wird. Werden an ortsfesten Arbeitsplätzen im Freien Tätigkeiten

Werden an ortsfesten Arbeitsplätzen im Freien Tätigkeiten verrichtet, die den Tätigkeiten in Räumen entsprechen, z. B. Arbeiten an Holzbearbeitungsmaschinen, ist dort eine für diese Tätigkeit in Innenräumen in DIN EN 12464-1 vorgegebene Beleuchtungsstärke vorzusehen.

In Räumen oder Raumzonen, die dem ständigen Aufenthalt von Personen dienen, ist ein Wartungswert der Beleuch- tungsstärke  m von mindestens 100 Ix erforderlich.

Die in den Tabellen des Kapitels 5 enthaltenen Werte der Beleuchtungsstärken sind Mindestwerte. Eine Reihe neuerer Untersuchungen 5 zeigt, dass höhere als die genormten Beleuchtungsstärken einen Zugewinn an Leistungsbereitschaft und Wohlbefinden der Menschen und dadurch bedingt höhere Produktivität und zusätzlichen betriebswirtschaftlichen Nutzen ergeben.

Bild 4.6 enthält eine Matrix zur Bestimmung des Wartungswertes der Beleuchtungsstärke aufgrund JA/NEIN-Entscheidungen bezüglich der in DIN EN 12464-1 aufgeführten Kriterien für erschwerte bzw. erleichterte Sehbedingungen.

An ständig besetzten Arbeitsplätzen darf nach DIN EN 12464-1 der Wartungswert der Beleuchtungs- stärke nicht weniger als 200 lx betragen. In Sonder- fällen wird man sicher auch davon abweichen müssen, zum Beispiel wenn betriebliche Gründe diese Beleuch- tungsstärke für zu hoch bewerten, etwa in der Dunkel- kammer von Fotolaboratorien.

bewerten, etwa in der Dunkel- kammer von Fotolaboratorien. 5 Völker, Gall „Nutzen einer besseren Beleuchtung“,

5 Völker, Gall „Nutzen einer besseren Beleuchtung“, LICHT 11-12/97, 1-2/98, 4/98 und 5/98

Grundlegende Anforderungen 4 Kriterien der Beleuchtungsplanung
Grundlegende Anforderungen
4 Kriterien der Beleuchtungsplanung

4.6 Matrix zur Bestimmung des Wartungswertes der Beleuchtungsstärke aufgrund erschwerter bzw. erleichterter Sehbedingungen 6

28

Man beginnt oben mit der für den Bereich der Sehaufgabe festgelegten Beleuchtungsstärke. Liegen keine von den üblichen Bedingungen abweichenden Sehbe- dingungen vor, kann in der Matrix von Frage 1 ausgehend in vertikaler Richtung nach unten zur nächsten Frage überge- gangen werden.

ja

nein ja nein
nein
ja
nein

Wird die Frage nach den besonderen Sehbedingun- gen mit JA beantwortet, ist die Beleuchtungsstärke um eine Stufe zu erhöhen bzw. um eine Stufe zu verringern. Nach Entschei- dung der Fragen (1) bis (8) gelangt man zum War- tungswert der Beleuch- tungsstärke, der unter Berücksichtigung der vom Normalfall abweichenden besonderen Sehbedingun- gen der Planung zugrunde zu legen ist.

Wenn man nach Durch-

laufen der Matrix zum Ergebnis kommt, dass die Beleuchtungsstärke aufgrund besonderer Bedingungen um mehr als

2 Stufen erhöht werden

muss, zum Beispiel von

300 lx auf über 750 lx, ist anzunehmen, dass die Sehaufgabe in Bezug auf die Sehdetails und die Arbeitsorganisation im Tabellenwerk gem. Kapitel

5 nicht richtig eingeordnet wurde.

1. Die Sehaufgabe ist für den Arbeitsablauf kritisch, also von besonderer Bedeutung 2. Behebung von
1.
Die Sehaufgabe ist für
den Arbeitsablauf kritisch,
also von besonderer
Bedeutung
2.
Behebung von Sehfehlern
führt zu erheblichen
Kosten
3.
Visuelle Genauigkeit und
dadurch erreichte höhere
Produktivität ist wichtig
4.
Sehvermögen der
Personen liegt unter dem
Durchschnitt
5.
Sehaufgabe besteht aus
besonders kleinen Details
und niedrigen Kontrasten
6.
Sehaufgabe besteht aus
besonders großen Details
und hohen Kontrasten
7.
Sehaufgabe muss be-
sonders lange und über
die normale Zeit hinaus
ausgeführt werden
8.
Sehaufgabe wird nur in
besonders kurzer Zeit
ausgeführt

6 In Anlehnung an die englischen Beleuchtungsregeln „Code for interior lighting“, CIBSE 1994, war im Komitee CEN TC 169, WG 2, das EN 12464-1 bearbeitet hatte, eine solche Matrix zeitweise ebenfalls in Diskussion,

wurde dann doch nicht in die Norm aufgenommen, obwohl sie eine praktische Planungshilfe ist.

Beispiele für besondere Sehbedingungen

1. Für den Arbeitsablauf besonders kritisch, also von

besonderer Bedeutung, sind Arbeiten, z. B. in toxiko- logischen Laboratorien oder ähnliche Arbeitsstätten, in

denen mit gefährlichen Stoffen umgegangen wird oder die besondere Bedingungen hinsichtlich Gesundheits- schutz der Mitarbeiter oder besonders hohe Anfor- derungen an Reinheit und Sorgfältigkeit, z. B. auch

Anfor- derungen an Reinheit und Sorgfältigkeit, z. B. auch hinsichtlich der verarbeiteten Stoffe, aufweisen. Auch

hinsichtlich der verarbeiteten Stoffe, aufweisen. Auch zeitlich getaktete Tätigkeiten können für den Arbeits- ablauf kritisch sein, wenn diese nicht zuverlässig ausgeführt und damit Folgeprozesse behindert werden. D. h. Sehfehler wirken sich mit hohen Konsequenzen auf die Menschen, auf die Produktion und auf das Unternehmen aus.

2.

Je nach Einfluss von Seh- und damit Arbeitsfehlern

hohe Kosten in den Weiterbearbeitungsprozessen auslösen – Fehler beim Lesen von Zahlen gemacht werden und diese falsch erkannten Zahlen in ein EDV-System eingegeben und mit erheblichen Konsequenzen weiterverarbeitet werden.

können erhebliche zusätzliche betriebliche Kosten entstehen. Zum Beispiel wenn

Materialfehler beim Zuschneiden von Leder trotz vorheriger Kontrolle übersehen werden,

sehbedingte Fehler in fabrikatorischen Vorstufen

3.

Besseres Sehen und bessere visuelle Konzentration

hat bessere Leistungsmerkmale zur Folge. Ist eine höhere Produktivität durch höhere visuelle Genauigkeit wichtig, sind die Beleuchtungsstärke und auch andere Gütemerkmale der Beleuchtung zu verbessern.

visuelle Genauigkeit wichtig, sind die Beleuchtungsstärke und auch andere Gütemerkmale der Beleuchtung zu verbessern.
visuelle Genauigkeit wichtig, sind die Beleuchtungsstärke und auch andere Gütemerkmale der Beleuchtung zu verbessern.
visuelle Genauigkeit wichtig, sind die Beleuchtungsstärke und auch andere Gütemerkmale der Beleuchtung zu verbessern.
visuelle Genauigkeit wichtig, sind die Beleuchtungsstärke und auch andere Gütemerkmale der Beleuchtung zu verbessern.
visuelle Genauigkeit wichtig, sind die Beleuchtungsstärke und auch andere Gütemerkmale der Beleuchtung zu verbessern.
visuelle Genauigkeit wichtig, sind die Beleuchtungsstärke und auch andere Gütemerkmale der Beleuchtung zu verbessern.

4.

Ältere Menschen haben einen höheren Lichtbedarf.

So benötigt ein 50-jähriger das 1,5-fache der Beleuchtungsstärke wie ein 20-jähriger, was etwa einer Beleuchtungsstärkestufe entspricht (Bild 4.7) 7 .

4.7 Bedarf an Beleuchtungsniveau in Abhängigkeit vom Lebensalter

5. Sehdetails, deren Größe merklich unter der üblichen

Sehaufgabe liegen oder besonders schlechte Kontraste aufweisen erfordern höhere Beleuchtungsstärken. Schlechtere als der üblichen Sehaufgabe zuzuordnende Kontraste liegen zum Beispiel beim Lesen schwer erkennbarer Vorlagen vor oder beim Sehen durch

Sicherheitsscheiben, wie zum Beispiel beim Arbeiten mit den Händen in Durchgreiföffnungen spezieller Absaugkabinen in Laboratorien, oder beim Arbeiten in Räumen mit Dunst oder Dämpfen oder das Arbeiten mit Sicherheitsbrillen usw.

6. Besonders große Details oder sehr hohe Kontraste

der Sehaufgabe lassen andererseits auch geringere Beleuchtungsstärken zu.

7. Arbeiten, die regelmäßig über die normale (Schicht-)

Arbeitszeit hinaus geleistet werden müssen, erfordern höhere Beleuchtungsstärken.

8. Hierzu gehören Sehaufgaben, die nur vorüber-

gehend und kurzzeitig geleistet werden müssen, zum Beispiel das gelegentliche Entnehmen von Waren aus einem Lager im Gegensatz zur ständigen Lagerarbeit. Für Räume, die bestimmungsgemäß nur kurzzeitig

genutzt werden, ist dieses Merkmal bereits bei den genormten Werten der Beleuchtungsstärke berücksichtigt, z. B. Toilettenräume.

7 Fisch J. „Licht und Gesundheit – Das Leben mit optischer Strahlung“, Maschinen- und Metall-Berufs- genossenschaft, Düsseldorf, 2000

29

Grundlegende Anforderungen 4 Kriterien der Beleuchtungsplanung
Grundlegende Anforderungen
4 Kriterien der Beleuchtungsplanung

4.3.2 Beleuchtungsstärken des unmittelbaren Umgebungsbereiches

DIN EN 12464-1
DIN
EN 12464-1

Die Beleuchtungsstärke des unmittelbaren Umgebungs- bereiches hängt von der Beleuchtungsstärke im Bereich der Sehaufgabe ab und sollte eine ausgewogene Leuchtdichteverteilung im Gesichtsfeld schaffen.

Starke örtliche Wechsel der Beleuchtungsstärke in der Umgebung des Arbeitsbereiches können zu visueller Überlastung und Unbehagen führen.

Die Beleuchtungsstärke des unmittelbaren Umgebungs- bereiches kann niedriger sein als die Beleuchtungs- stärke des Bereiches der Sehaufgabe, darf aber die in Tabelle 1 angegebenen Werte nicht unterschreiten.

Zusätzlich zur Beleuchtungsstärke im Bereich der Seh- aufgabe muss die Beleuchtung auch eine angemessene Adaptations-Leuchtdichteverteilung entsprechend 4.2 erzeugen.

Tabelle 1 – Gleichmäßigkeiten und Zusammenhang zwischen der Beleuchtungsstärke des unmittelbaren Umgebungsbereiches und der Beleuchtungsstärke im Bereich der Sehaufgabe

Beleuchtungsstärke des Bereiches der Sehaufgabe

Beleuchtungsstärke des unmittelbaren Umgebungsbereiches

lx

 

lx

≥ 750

500

500

300

300

200

≤ 200

E

Aufgabe

Gleichmäßigkeit: ≥ 0,7

Gleichmäßigkeit: ≥ 0,5

Die Beleuchtungsstärke des unmittelbaren Umge- bungsbereiches trägt wesentlich zur ausgewogenen Leuchtdichteverteilung im Gesichtsfeld bei (siehe auch Abschnitt 4.2, Seite 23). Daraus folgt auch, dass das Mindestmaß von 0,5 m für die Breite dieses unmittel- baren Umgebungsbereiches nur in wenigen Fällen ausreichend ist, um starke örtliche Wechsel der Beleuchtungsstärke in der Umgebung des Arbeits- bereiches und damit visuelle Überlastungen und Unbehagen zu vermeiden. Größe des unmittelbaren Umgebungsbereiches siehe Bild 3.6, Seite 17.

Grundsätzlich kann die Beleuchtungsstärke im un- mittelbaren Umgebungsbereich im Vergleich zum Bereich der Sehaufgabe um eine Stufe verringert werden. Für alle Werte größer als 750 lx beträgt die- ser Wert einheitlich 500 lx, für alle Werte von 200 lx und weniger ist der unmittelbare Umgebungsbereich mit der gleichen Beleuchtungsstärke zu beleuchten wie der Bereich der Sehaufgabe selbst.

Gegenüber DIN 5035-1, in der die Gleichmäßigkeit von E min / m ≥ 1:1,5 bzw. ≥ 0,66 als Anmerkung zum Abschnitt „Leuchtdichteverteilung im Gesichtsfeld“ eher unverbindlich festlegt ist, ist die hier verbindlich festgelegte Gleichmäßigkeit der Beleuchtungsstärke im Bereich der Sehaufgabe mit E min / m ≥ 0,7 etwa gleich. Sie gilt grundsätzlich für den gesamten Bereich der Sehaufgabe, der horizontal, vertikal oder geneigt sein kann.

Die Gleichmäßigkeit der Beleuchtungsstärke im un- mittelbaren Umgebungsbereich ist mit E min / m ≥ 0,5 festgelegt. In der Planung müssen diese Werte durch Wahl hinreichend enger Abstände der Berechnungs- punkte in den Bewertungszonen nachgewiesen werden (siehe auch Abschnitt 4.3.3).

4.3.3 Gleichmäßigkeit

DIN EN 12464-1
DIN
EN 12464-1
4.3.3 Gleichmäßigkeit DIN EN 12464-1 Der Arbeitsbereich 8 muss so gleichmäßig wie möglich beleuchtet werden. Die

Der Arbeitsbereich 8 muss so gleichmäßig wie möglich beleuchtet werden. Die Gleichmäßigkeit der Beleuchtungsstärke im Arbeitsbereich und der

unmittelbaren Umgebung darf nicht geringer sein, als in Tabelle 1 angegeben.

Die Gleichmäßigkeit ist hier als der Quotient E min / aus der minimalen und der mittleren Beleuchtungsstärke im Bereich der Sehaufgabe definiert (siehe Abschnitt 3.7), wobei zu beachten ist, dass dieser Mindestwert zu keiner Zeit unterschritten werden darf.

Sollte die durch Alterung bzw. durch vorzeitigen Ausfall einzelner Lampen oder durch Verschmutzungen bedingte Abnahme der Beleuchtungsstärke am Punkt der minimalen Beleuchtungsstärke stärker fortschreiten als die Abnahme der mittleren Beleuchtungsstärke, zum Beispiel, weil der in der Planung ausgewiesene Punkt mit der minimalen Beleuchtungsstärke stärker von Verschmutzungen der Lampen und Leuchten betroffen ist als die übrige Anlage, muss die Wartung bzw. Reinigung der Anlage bereits bei Erreichen des Mindestwertes der Gleichmäßigkeit erfolgen.

Die Bestimmung der Gleichmäßigkeit setzt eine hin- reichend dichte Folge der berechneten bzw. gemes- senen Punktbeleuchtungsstärken voraus, um auch den Minimalwert der Beleuchtungsstärke ermitteln zu können. Die ist insbesondere bei der Bewertung der Gleichmäßigkeit im Bereich der Sehaufgabe wichtig. Dazu ist die Bewertungsfläche (zum Beispiel der Bereich der Sehaufgabe) in flächengleiche Teilflächen zu unterteilen, in deren Mittelpunkt die Einzelwerte berechnet bzw. gemessen werden.

Der Abstand p der Berechnungspunkte (Rastermaß der Teilflächen in m) bzw. die Anzahl der Berechnungs- punkte N ist von der Länge d (in m) der längsten Seite des Bewertungsfeldes (dessen Verhältnis von Länge zu Breite im Bereich von 0,5 bis 2,0 liegt) abhängig und kann nach folgender Formel 9 berechnet werden:

p = 0,2 · 5 log d

Diese Formel ist in Bild 4.8 graphisch dargestellt. 10

d Diese Formel ist in Bild 4.8 graphisch dargestellt. 1 0 4.8 Mindestanzahl der Berechnungs- bzw.

4.8 Mindestanzahl der Berechnungs- bzw. Mess- punkte N bzw. Punktab- stand p in Abhängigkeit von der Länge d der Seite der Bewertungsfläche.

Beispiel Beleuchtete Fläche (Bewertungsfläche): 15 m x 30 m. In Richtung der größten Seitenlänge d = 30 m entnimmt man dem Diagramm den max. Punktabstand p = 2 m und die Mindestanzahl der Berechnungs- bzw. Messpunkte in dieser Richtung N = 14. In der anderen Richtung ist N = 11 und p ≈ 1,3 m.

8 Gemeint ist der Bereich der Sehaufgabe

9 Diese Formel ist auch in DIN EN 12193 „Licht und Beleuchtung – Sportstättenbeleuchtung“,

Abschnitt 4.1.1, enthalten, weitere Einzelheiten zur Anwendung der Formel siehe dort.

10 Stockmar A., Zwick P. „Rechnergestützte Beleuchtungsplanung zwischen Anspruch und Wirklichkeit“, Tagungsband LICHT 94, Interlaken.

Grundlegende Anforderungen 4 Kriterien der Beleuchtungsplanung
Grundlegende Anforderungen
4 Kriterien der Beleuchtungsplanung

Die Kriterien der Beleuchtungsplanung alleine machen noch keine gute Beleuchtung im umfassenden Sinne aus – allenfalls eine physiologisch ausreichende Beleuchtung. Licht und Raum müssen aufeinander abgestimmt sein – auch in Bezug auf das Tageslicht. Erst dann kann sich die visuelle Wahrnehmung voll entfalten und der Raum als Ganzes wird zum Erlebnis.

In vielen Fällen kann die Raumwirkung durch gestaltende, dominante Beleuchtung positiv unterstützt werden. Lichtarchitektur und Lichttechnik bestimmen

die Atmosphäre der Räume – die die Menschen emotio- niert. Je nach Land und Gewohnheiten der Menschen auch sehr unterschiedlich.

In anderen Fällen – zum Beispiel in Galerien – kann eine eher zurückhaltende Allgemeinbeleuchtung – trotz ihrer visuell erforderlichen Wirkung – vorteilhafter für das Ambiente des Raumes sein. Die Dramaturgie der Ausstellung wird durch Lichtakzente erreicht. Licht kann selbst Kunst sein. Licht setzt Kunst in Szene.

Dramaturgie der Ausstellung wird durch Lichtakzente erreicht. Licht kann selbst Kunst sein. Licht setzt Kunst in
Dramaturgie der Ausstellung wird durch Lichtakzente erreicht. Licht kann selbst Kunst sein. Licht setzt Kunst in
Dramaturgie der Ausstellung wird durch Lichtakzente erreicht. Licht kann selbst Kunst sein. Licht setzt Kunst in
4.4 Blendung DIN EN 12464-1 Blendung wird durch helle Flächen im Gesichtsfeld hervorgerufen und kann

4.4 Blendung

DIN EN 12464-1
DIN
EN 12464-1

Blendung wird durch helle Flächen im Gesichtsfeld hervorgerufen und kann entweder als psychologische Blendung oder als physiologische Blendung erfahren werden. Die durch Reflexe auf spiegelnden Oberflächen verursachte Blendung ist allgemein bekannt als Schleierreflexion oder Reflexblendung.

Innenraum kann psychologische Blendung unmittelbar von hellen Leuchten oder Fenstern herrühren. Wenn die Grenzen der psychologischen Blendung eingehalten werden, tritt in der Regel auch keine nennenswerte physiologische Blendung auf.

Um Fehler, Ermüdung und Unfälle zu vermeiden, ist es wichtig, Blendung zu begrenzen. Bei Arbeitsplätzen im

ANMERKUNG Für Blickwinkel oberhalb der Horizontalen ist hinsichtlich der Vermeidung von Blendung besondere Sorgfalt geboten.

 

In DIN 5035-1 werden weitere Hinweise zur Blendung gegeben, weswegen diese weiterhin gelten.

DIN 5035-1
DIN
5035-1

Begrenzung der Blendung

Sehbedingungen führen. Dabei wird die Minderung des Kontrastes einer Sehaufgabe unter der betreffenden Beleuchtung beschrieben durch das Verhältnis dieses Kontrastes zu dem Kontrast der gleichen Sehaufgabe unter einer völlig diffusen Bezugsbeleuchtung. Dieses Verhältnis wird als Kontrastwiedergabefaktor bezeich- net.

Allgemeines Blendung darf weder durch Lampen oder Leuchten (Direktblendung), noch durch Spiegelung hoher Leucht- dichten auf glänzenden Flächen (Reflexblendung) hervorgerufen werden.

In besonderen Fällen, z.B. bei der Beleuchtung von Eingangshallen und festlichen Räumen, können höhere Leuchtdichten und Kontraste zur Umgebung wünschens- wert sein, sofern die Lichtquellen vornehmlich als dekoratives Element dienen.

Begrenzung der Direktblendung im Innenraum

Anlagen mit Leuchten in Einzel- und Lichtbandanordnung Bei Leuchten für Einzelplatzbeleuchtung ist der direkte Einblick durch Abschirmung oder geeignete Anbringung zu verhindern.

Bei unten offenen Leuchten und Leuchten mit klaren, nicht strukturierten Abdeckungen ist der Mindestabschirm- winkel fi einzuhalten (Definition siehe DIN EN 12464-1 und Bild 4.16, Seite 40). Werte für den Mindestabschirm- winkel sind in DIN EN 12464-1, Abschnitt 4.4.2, Tabelle 2, enthalten.

Leuchtende Decken Die Leuchtdichte leuchtender Decken soll bei hohen Ansprüchen an die Beleuchtungsgüte oberhalb eines Ausstrahlungswinkels von 45° nicht mehr als 500 cd/m 2 betragen.

Begrenzung der Reflexblendung Lichtreflexe auf dem Sehobjekt können zu Kontrast- minderung und Blendstörungen (auch als Reflex- blendung bezeichnet) und damit zu verschlechterten

Reflexblendung kann durch folgende Maßnahmen vermieden bzw. verringert werden:

– Anordnung von Leuchten und Arbeitsplätzen:

Durch geeignete Anordnung sind Leuchten und Arbeitsplätze einander so zuzuordnen, dass für den arbeitenden Menschen möglichst keine störenden Lichtreflexe auf der Sehaufgabe entstehen können. Für ebene, waagerecht liegende Sehaufgaben ist dies bei seitlicher Lichteinfallsrichtung gegeben. Zu starke Schattenbildung ist jedoch zu vermeiden.

– Leuchtdichtebegrenzung der Leuchten:

Leuchten, die für den arbeitenden Menschen störende Lichtreflexe auf der Sehaufgabe erzeugen können, sollen für die kritischen Ausstrahlungsrichtungen niedrige Leuchtdichten haben. Für vor dem Beobachter befindliche Leuchten und ebene, waagerecht liegende Sehobjekte ist dies im besonderen der Ausstrahlungswinkelbereich 20 0 ¥ ≤ 30 0

– Gestaltung der Oberflächen:

Oberflächen, auf denen sich Leuchten spiegeln können, sollen matt oder entspiegelt gestaltet sein. Dies gilt im besonderen für Oberflächen von Arbeits- plätzen, Papier, Schreibmaterialien wie Tinte, Tusche usw., Tasten von Schreibmaschinen, EDV-Terminals usw., Bildschirmgeräte.

– Helle Decke und helle Wände:

Hohe Deckenleuchtdichten können erzielt werden durch hohe Reflexionsgrade der Decke, der Wände, des Fußbodens und der Einrichtungsgegenstände sowie durch einen Indirektanteil der Beleuchtung.

Grundlegende Anforderungen 4 Kriterien der Beleuchtungsplanung
Grundlegende Anforderungen
4 Kriterien der Beleuchtungsplanung

4.4.1 Psychologische Blendung

DIN EN 12464-1
DIN
EN 12464-1

Der Grad der Direktblendung durch Leuchten einer

Beleuchtungsanlage im Innenraum ist nach der

Tabellenmethode des CIE Unified Glare Rating- Verfahrens (UGR) zu bestimmen. Es basiert auf der

Formel:

UGR = 8 log 10

0,25 L 2 · ∑ L p 2 b
0,25
L 2 ·
L
p
2
b

Dabei ist:

die Hintergrundleuchtdichte in cd · m -2 , berechnet als E ind · -1 mit E ind als vertikale Indirektbeleuch-

tungsstärke am Beobachterauge,

die mittlere Leuchtdichte in cd · m -2 der Lichtaustrittsfläche jeder Leuchte in Richtung des Beobachterauges, der Raumwinkel in Steradiant (sr) der Lichtaustritts- fläche jeder Leuchte, bezogen auf das Beobachter- auge,

p Positionsindex nach Guth für jede einzelne Leuchte, abhängig von deren räumlicher Abweichung von der Hauptblickrichtung.

L

L b

Anstelle des in den meisten europäischen Ländern bisher verwendeten Leuchtdichte-Grenzkurven- verfahrens, Bild 4.9 (in Deutschland mit DIN 5035-1 seit Januar 1972 eingeführt), wird das im Technical Report Nr. 117 der CIE 11 beschriebene international vereinheitlichte Verfahren zur Beschreibung der psycho- logischen (Direkt-)Blendung – das UGR-Verfahren 12 genormt. Dieses vereinheitlichte Verfahren beruht auf einer Vielzahl von ähnlichen Blendungsbewertungs- methoden. Diesen wiederum liegen Untersuchungen zugrunde, bei denen systematisch lichttechnische Größen von Blendlichtquellen und deren Umfeld ver- ändert und deren Auswirkungen auf das Blendurteil von Beobachtern in einer Blendskala dokumentiert wurden. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen sind in einer Blendformel zusammengefasst, die zu einem UGR-Wert führt.

Alle bei der Ermittlung des UGR-Wertes getroffenen Annahmen müssen in der Planungsdokumentation aufgeführt werden. Der UGR-Wert der Beleuchtungs- anlage darf den in Abschnitt 5 angegebenen UGR- Grenzwert nicht überschreiten.

ANMERKUNG 1 Die Änderung des UGR-Wertes für unterschiedliche Beobachterpositionen in einem Raum

kann mit Hilfe der Formel (oder der erweiterten UGR-

Tabelle) ermittelt werden. Grenzwerte für diesen Fall stehen noch nicht zur Verfügung.

ANMERKUNG 2 Wenn der größte UGR-Wert in einem Raum den UGR-Grenzwert gemäß Abschnitt 5 überschreitet, sollten Angaben über die geeignete Anordnung der Arbeitsplätze gemacht werden.

ANMERKUNG 3 Psychologische Blendung durch Fenster ist noch nicht abschließend untersucht. Hierfür steht zurzeit kein geeignetes Blendungsbewertungs- verfahren zur Verfügung.

11 Technical Report CIE 117 (1995) Discomfort Glare in Interior Lighting 12 Die Deutsche Lichttechnische Gesellschaft e. V. (LiTG) hat eine Schrift „Das UGR-Verfahren zur Bewertung der Direktblendung der künstlichen Beleuchtung in Innenräumen“ erstellt, siehe auch www.LiTG.de.

4.9 Das bisher in vielen europäischen Ländern angewendete Leuchtdich- te-Grenzkurvenverfahren zur Beurteilung der psy-
4.9 Das bisher in vielen europäischen Ländern angewendete Leuchtdich- te-Grenzkurvenverfahren zur Beurteilung der psy-
4.9 Das bisher in vielen europäischen Ländern angewendete Leuchtdich- te-Grenzkurvenverfahren zur Beurteilung der psy-
4.9 Das bisher in vielen europäischen Ländern angewendete Leuchtdich- te-Grenzkurvenverfahren zur Beurteilung der psy-

4.9 Das bisher in vielen europäischen Ländern angewendete Leuchtdich- te-Grenzkurvenverfahren zur Beurteilung der psy- chologischen Blendung:

Oben: Beobachterposition und Ausstrahlungswinkel ¥ für die Leuchtdichtebe- wertung. Unten links: Leuchtdichte- Grenzkurven A für lang- gestreckte Leuchten in Blickrichtung und Leuchten ohne leuchtende Seiten- teile. Unten rechts: Leucht- dichtegrenzkurven B für quer zur Blickrichtung an- geordnete langgestreckte Leuchten und Leuchten mit leuchtenden Seiten- teilen.

Psychologische Blendung kann nicht durch extrem genaue Zahlenwerte (etwa mit einigen Stellen hinter dem Komma) beschrieben werden, sondern nur in einem Zahlenbereich (Stufen), die das statistisch gesicherte Blendempfinden einer Vielzahl von Beobachtern widerspiegelt. Daher sind die UGR-Werte in Stufen von 13, 16, 19, 22, 25 und 28 mit einer Stufenbreite von ± 1,5 UGR-Einheiten unterteilt. Zum Beispiel entspricht dem Wert UGR = 19 einem Blendungsgrad von 1,5, also einem Beobachterurteil zwischen dem Blendungsgrad 1 (Blendung zwischen nicht vorhanden und merkbar) und dem Blendungsgrad 2 (Blendung merkbar). UGR 19 bedeutet auch, dass sich etwa 65% der Beobachter durch Blendung „gerade nicht gestört“ fühlen.

Die in Kapitel 5 von DIN EN 12464-1 „Verzeichnis der Beleuchtungsanforderungen“ tabellierten UGR-Grenz-

werte dürfen von der Beleuchtungsanlage im Neu- zustand und unter den standardisierten Annahmen der Tabellenmethode (siehe Seite 36) nicht überschritten werden. Aus der Abstufung der UGR-Werte mit der Stufenbreite von ± 1,5 kann nicht geschlossen werden, dass diese Toleranzen auch für die Grenzwerte gelten.

Die Bewertung der psychologischen Blendung nach dem bisherigen Leuchtdichte-Grenzkurvenverfahren (Bild 4.9) und dem in DIN EN 12464-1 von den europäischen Staaten genormten UGR-Verfahren führt zu etwa gleichen Ergebnissen, deren Zusammenhang Tabelle 4.10 enthält.

Güte-

Blen-

Anteil (in %) der gerade nicht gestörten Beobachter

Leuchtdichte-Grenzkurve (siehe Bild 4.9) für die (Nenn-)Beleuchtungsstärke in lx

 

klasse

dungs-

grad

 

A

1,15

75

1000

750

500

-

≤300

-

-

-

 

1

1,5

65

2000

1500

1000

750

500

≤300

     

2

2,2

45

       

2000

1000

500

≤300

 

3

2,55

35

         

2000

1000

500

≤300

UGR-Grenzwert

 

13

 

16

 

19

 

22

25

28

4.10 Zusammenhang zwischen dem Leuchtdichte-Grenzkurvenverfahren mit den Güteklassen der Blendungsbe- wertung und dem UGR-Verfahren

Grundlegende Anforderungen 4 Kriterien der Beleuchtungsplanung
Grundlegende Anforderungen
4 Kriterien der Beleuchtungsplanung

UGR-Formel

Die UGR-Formel kann für realistische Beobachtungs- bedingungen und anlagenspezifische Annahmen, zum Beispiel Leuchteneigenschaften, Leuchtenanordnung, Reflexionsgrade der Raumbegrenzungsflächen usw. ausgewertet werden. Dafür stehen entsprechende Computerprogramme zur Verfügung.

Die in DIN EN 12464-1 in Kapitel 5 (Tabellen) ange- gebenen UGR-Grenzwerte gelten für Anlagenwerte, die nach der Tabellenmethode ermittelt wurden. Der Tabellenmethode liegt auch die UGR-Formel, jedoch mit standardisierten Rahmenbedingungen, zugrunde. Diese Rahmenbedingungen sind:

Standardisierte Beobachterbedingungen: Der sitzende (stehende) Beobachter betrachtet die Leuchtenanord- nung von der Wand des Raumes aus mit der Augen- höhe 1,2 m (1,7 m) über dem Boden (Bild 4.11).

– Standardisierte Raumgrößen x und y, die als Viel- faches der „Leuchtenhöhe H über dem Beobachter- auge“ angegeben sind.

– Standardisierte Leuchtenanordnungen: Die Leuchten sind regelmäßig längs oder quer an der Decke angeordnet (Bild 4.12).

– Standardisierte Reflexionsgrade von Decke, Wände und Boden.

– Lichttechnische Eigenschaften (mittlere Leuchtdichte der Lichtaustrittsfläche) der betreffenden Leuchten.

UGR-Tabellen werden vom Leuchtenhersteller zur Verfügung gestellt.

Der Planer ordnet die zu bewertende Beleuchtungs- anlage in diese Standardvorgaben ein und entnimmt den Tabellen den UGR-Wert für die Blickrichtung des Beobachters „parallel zu den Leuchten“ bzw. „senkrecht zu den Leuchten“, siehe auch Beispiel Seite 39.

zu den Leuchten“, siehe auch Beispiel Seite 39. 4.12 Standardisierte, gleichmäßige Leuchtenanordnungen

4.12 Standardisierte, gleichmäßige Leuchtenanordnungen für das UGR-Tabellenverfahren. Blickrichtung des

Beobachters

(oben) oder kürzeren (unten) Raumseite orientiert sein kann. Die Koordinate x liegt quer, die Koordinate y liegt parallel zur Blickrichtung (Werte für x und y sind Beispiele). 13

zur Blickrichtung (Werte für x und y sind Beispiele). 1 3 quer (links) und parallel (rechts)

quer (links) und parallel (rechts) zur Lampen-/Leuchtenlängsachse, die parallel zur längeren

13 Für das UGR-Verfahren wurde ein beobachterbezogenes und nicht ein raumbezogenes Koordinatensystem gewählt: Der Beobachter blickt immer in y-Richtung, unabhängig davon, ob diese Koordinate parallel zur längeren oder zur kürzeren Raumseite verläuft. Wechselt der Beobachter seine Blickrichtung, wechseln da- mit auch seine Koordinaten bezüglich des Raumes. Für genau bzw. quasi rotationssymmetrische Leuchten, wie z. B. Downlights, entfällt diese Unterscheidung.

Leuchtenanordnung

Leuchtenanordnung Als standardisierte Leuchtenanordnung wurde eine eher selten anzutreffende, sehr enge Leuchtenanordnung

Als standardisierte Leuchtenanordnung wurde eine eher selten anzutreffende, sehr enge Leuchtenanordnung gewählt, um den UGR-Wert der Anlage möglichst unabhängig von der Beobachterposition zu ermitteln. Wie Bild 4.13 zeigt, tragen bei einer engen Leuchten- anordnung auch mehr Leuchten zur Blendwirkung und damit zum berechneten UGR-Wert bei als bei großen Leuchtenabständen, bei denen allerdings der UGR-Wert stärker von der Position des Beobachters abhängt.

Um die Variation des UGR-Wertes in Abhängigkeit von der Beobachterposition möglichst klein zu halten, ist den UGR-Tabellen eine theoretische, für längere Leuchten eher unrealistische Leuchtenanordnung mit kleinen Leuchtenabständen von s = 0,25 · H in den Richtungen x und y zugrunde gelegt. Zum Beispiel bei H = 1,8 m ist der Leuchtenabstand s = 0,45 m, d. h. kürzer als zum Beispiel eine Leuchte für Leuchtstoff- lampen L 36 W. Damit bewertet die Tabellenmethode die Blendung eher für den kritischen Fall.

Tabellenmethode die Blendung eher für den kritischen Fall. 4.11 Standardisierte Anordnung von Beobach- ter und der
Tabellenmethode die Blendung eher für den kritischen Fall. 4.11 Standardisierte Anordnung von Beobach- ter und der
Tabellenmethode die Blendung eher für den kritischen Fall. 4.11 Standardisierte Anordnung von Beobach- ter und der

4.11 Standardisierte

Anordnung von Beobach-

ter und der horizontalen Leuchtenebene, die sich für sitzende Beobachter in

H = h – p –1,2 (Werte in

m) über dem Beobachter- auge befindet, wobei p die Länge der Abhängung der

Leuchtenreihe ist.

4.13 Bei einer engen

Leuchtenanordnung mit

s = 0,25 H ist der UGR-

Wert nahezu unabhängig vom Beobachterstandort

(oben), bei einer weiten

Leuchtenanordnung

(unten) ergibt sich für Beobachter B1 ein gerin- ger UGR-Wert, für Be- obachter B2 ein höherer UGR-Wert, beide Werte liegen im Allgemeinen jedoch unter dem UGR- Wert bei enger Leuchten- anordnung.

Nach DIN EN 12464-1 kann den UGR-Tabellen grundsätzlich auch ein größerer Leuchtenabstand s zugrunde gelegt

Nach DIN EN 12464-1 kann den UGR-Tabellen grundsätzlich auch ein größerer Leuchtenabstand s zugrunde gelegt werden. Im Vergleich der UGR-Werte verschiedener Herstellerangaben ist – insbesondere im internationalen Vergleich – auf die Dokumentation des für die Tabellenwerte angenommenen Leuchtenabstandes s zu achten.

Grundlegende Anforderungen

Grundlegende Anforderungen 4 Kriterien der Beleuchtungsplanung UGR-Tabelle Die Anwendung der vom Leuchtenhersteller für

4 Kriterien der Beleuchtungsplanung

UGR-Tabelle

Die Anwendung der vom Leuchtenhersteller für die betreffende Leuchte geltenden UGR-Tabellen ist relativ einfach (siehe Beispiel Seite 39). Eventuell müssen die Tabellenwerte aufgrund abweichender Leuchteneigen- schaften noch korrigiert werden. Das ist zum Beispiel der Fall,

– wenn ein anderer Lampenlichtstrom als der den Tabellen zugrunde gelegte Lichtstrom 0 verwendet wird. Es gelten die Neuwerte der Lichtströme.

UGR ( ) = UGR( 0) + 8 log( / 0)

– wenn sich bei sonst gleichen (relativen) lichttechnischen Eigenschaften der Leuchte die leuchtende Fläche A gegenüber der „Basisfläche“ A 0 ändert, z. B. bei Leuchten für stabförmige Leuchtstofflampen aufgrund unterschiedlicher Lampenlänge.

UGR (A) = UGR (A 0 ) – 8 log (A/A 0 )

– wenn sich der Leuchtenbetriebswirkungsgrad gegenüber dem Basiswert 0 ändert

UGR( ) = UGR( 0 ) + 8 log( / 0 )

Beispiel Einer UGR-Tabelle, die für einen Lampenlichtstrom von 3300 lm gilt, wird der Wert UGR = 17,8 entnommen. Für einen Lampenlichtstrom von 4400 lm ergibt sich bei sonst unveränderten lichttechnischen Daten der Leuchten der korrigierte UGR-Wert zu

UGR(4400) = UGR(3300) + 8 log (4400/3300) = 17,8 + 1,0 = 18,8

 

Tabelle der korrigierten vereinheitlichten Blendbewertungen (UGR)

 
 

Leuchtenabstand/Aufhängehöhe über Beobachterauge s/H = 0,25 Reflexionsgrade

 

Decke

0,70

0,70

0,50

0,50

0,30

0,70

0,70

0,50

0,50

0,30

Wände

0,50

0,30

0,50

0,30

0,30

0,50

0,30

0,50

0,30

0,30

Boden

0,20

0,20

0,20

0,20

0,20

0,20

0,20

0,20

0,20

0,20

Abmessungen

Korrigierte Blendbewertungen – Lichtstrom 3300 lm

 

X

Y

Blickrichtung quer

 

Blickrichtung längs

 

2H

2H

19,8

21,4

20,3

21,9

22,5

16,6

18,2

17,1

18,7

19,3

3H

22,3

23,8

22,8

24,4

25,0

17,8

19,3

18,4

19,9

20,5

4H

23,7

25,1

24,2

25,7

26,3

18,2

19,7

18,8

20,2

20,9

6H

25,2

26,5

25,7

27,1

27,7

18,5

19,8

19,1

20,4

21,1

8H

25,9

27,2

26,5

27,8

28,4

18,6

19,8

19,1

20,4

21,1

12H

26,6

27,9

27,2

28,5

29,1

18,6

19,8

19,2

20,4

21,1

4H

2H

20,2

21,7

20,8

22,2

22,9

17,9

19,3

18,4

19,9

20,5

3H

23,0

24,3

23,6

24,9

25,5

19,4

20,7

20,0

21,2

21,9

4H

24,6

25,7

25,2

26,3

27,0

20,0

21,1

20,6

21,7

22,4

6H

26,2

27,3

26,8

27,9

28,6

20,4

21,4

21,0

22,0

22,7

8H

27,1

28,0

27,7

28,7

29,4

20,5

21,5

21,1