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1. Was sind die Funktionen von Modellen?

Definition:

1. Modelle stellen eine Sonderform von theoretischen Konzepten dar.


2. Sie sind eine vereinfachende und abstrahierende Repräsentation eines
Wirklichkeitsausschnitts.
3.Sie dienen dazu, relevante Aspekte hervorzuheben und Zusammenhänge sichtbar zu
machen.

wichtigsten Funktionen: 1. Organisation 2. Heuristische Funktion


3.Ordnungsfunktion 4. Abstraktion 5. Erklärung 6. Prognose

2. Erläutern Sie, welche Forschungsbereiche sich hinter den einzelnen Bestandteilen


der Lasswell-Formel verbergen!

Harold D. Lasswell hat die Formel zur Übersichtlichkeit in Fragepronomen allgemein


gültig formuliert:
„Wer sagt was in welchem Kanal zu wem mit welcher Wirkung?“
Lasswell wollte zugleich mit jedem Fragepronomen einen eigenen Forschungsbereich
angestrebt sehen:
„Wer“ die Kommunikatorforschung
„sagt was“ Inhalts – und Aussageanalyse
„in welchem Kanal“ Medienforschung
„zu wem“ Publikums- bzw. Rezipientenforschung
„mit welcher Wirkung“ Wirkungsforschung
Die Kommunikatorforschung ist eines der zentralen Teilgebiete der
Medienwissenschaften und der Kommunikator ist das erste Element der Lasswell-
Formel. Der Kommunikator ist nach Maletzke „jede Person oder Personengruppe, die
an der Produktion von öffentlichen, für die Verbreitung durch ein Massenmedium
bestimmten Aussagen beteiligt ist, sei es schöpferisch-gestaltend oder kontrollierend.“
Die zweite Stufe umfasst die Inhalts- und Aussageanalyse. Hier geht es um die
Aussagen die gemacht werden. Mit Hilfe der Aussagenanalyse (eigentlich
Inhaltsanalyse!) werden Medienangebote gleich welcher Art formal und inhaltlich
betrachtet.
Das dritte Fragepronomen (die Kanalstufe) steht für die Medienanalyse. Lasswell
dazu:
„Those who look primarily at the radio, press, film and other channels of
communication are doing media analysis.“
Viertens: Die Empfänger-Stufe steht im Fokus der Publikumsforschung bzw.
Rezipientenforschung.
Der fünfte Forschungsbereich entspricht der „Mit-welchem-Effekt-Stufe oder
Wirkungsstufe“ und untersucht die Wirkungsforschung. Der erste systematische
Ansatz zur Erfassung von Medienwirkungen ist meistens das Stimulus-Response-
Modell.

3. Nennen und erklären Sie die unterschiedlichen Ebenen von Theorien!

In der KMW (nicht nur in der KMW) werden die drei Ebenen von Theorien
unterschieden: Supertheorien, Basistheorien und Theorien mittlerer Reichweite.

Die Supertheorien sind die sog. Theorien über den Theorien und zeichnen sich durch
einen universellen Geltungsanspruch und entsprechend hohen Abstraktionsgrad aus.
Anders als Basistheorien und Theorien mittlerer Reichweite sind Supertheorien nicht
empirisch überprüfbar.

Basistheorien sind Denklogiken und/oder Grundannahmen. Der Abstraktionsgrad ist


niedriger als bei Supertheorien, trotzdem können Basistheorien recht abstrakt sein.
Theorien mittlerer Reichweite haben lediglich einen begrenzten Geltungsanspruch und
Komplexitätsgrad. Eine empirische Umsetzung gilt hier sogar als gefordert.

4. Wie ist das Rundfunksystem in Deutschland organisiert und seit wann besteht es
in dieser Form? Erläutern Sie stichpunktartig das deutsche Rundfunksystem!

In Deutschland besteht seit 1984 ein duales Rundfunksystem.


Unter dem dualen Rundfunksystem versteht man das gleichzeitige Bestehen von
privatem und öffentlich-rechtlichem Rundfunk.
Der Begriff duales Rundfunksystem beschreibt diese gegenseitige Abhängigkeit, denn
die Funktionstüchtigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ist nach dem BVerfG
Voraussetzung für die Zulässigkeit privaten Rundfunks.

Basis des Privatrundfunks sind die Landesmediengesetze, die in der Folge des 3.
Rundfunk-Urteils1 erlassen wurden und die innerhalb des dualen Rundfunksystems bis
heute ihre Anwendung finden.
Erst das 4. Rundfunk-Urteil aus dem Jahr 1986 hat dann jedoch endgültig das duale
Rundfunksystem begründet.
Nach Auffassung des BVerfG kann Privatrundfunk allein die öffentliche
Kommunikationsaufgabe, die sich aus der Rundfunkfreiheit in Art. 5 GG ergibt, nicht
erfüllen, denn dessen Werbefinanzierung begründet die Gefahr eines nur nach
Popularitätsgesichtspunkten gestalteten Programms.

1
Das 3. Rundfunk-Urteil des Bundesverfassungsgerichtes vom 16. Juni 1981 bezeichnet in der deutschen
Rechtswissenschaft das dritte in einer Reihe von zwölf Urteilen des BVerfG zur Rundfunkfreiheit. Zentraler
Begriff dieses Urteils ist die „Freie Rundfunk AG in Gründung“ (FRAG). Das Urteil gilt als Meilenstein auf
dem Weg zu einer dualen Rundfunkordnung. (Fundstelle: BVerfGE 57, 295ff-FRAG).
Vor 1984 existierten in Deutschland ARD, ZDF und die Dritten Programme.
Abgesehen von den Rundfunkstationen der alliierten Streitkräfte.
Erst der Ausbau der Kabelnetze und ein Politikwechsel mit Helmut Kohl im Jahre
1982 ermöglichte nach dem 3. und 4. Rundfunk-Urteil die Einführung des dualen
Rundfunksystems.
Die Landesmediengesetze regeln zum einen den Grundversorgung-Auftrag der
öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten sowie deren Finanzierung aus
Rundfunkgebühren und die Existenzberechtigung der werbefinanzierten Privatsender.

5. Welche Kommunikationsfreiheiten sichert Art. 5, Grundgesetz?

Kommunikationsfreiheit ist Grundlage für

1) Meinungsfreiheit Art.5 Abs. I Satz 1 GG


Verbreitungsfreiheit
2) Informationsfreiheit Art. 5 I 1
- Rezipientenfreiheit
- Informationstransparenz
3) Medienfreiheit Art. 5 I 2
- Pressefreiheit
Freiheit der Berichterstattung
- Rundfunkfreiheit
- Filmfreiheit
Zensurfreiheit

So genau muss es in der Klausur natürlich nicht sein, aber die Erläuterungen von Toni
helfen euch sicher weiter, den Artikel besser zu verstehen. Als Beantwortung reicht
der obere Teil.

1) MEINUNGSFREIHEIT, Art. 5 I 1 HS 1

a) Was wird geschützt? (Schutzbereich)


- „Meinung“ im weiten Sinne
- Werturteile (subjektive Beziehung des Äußernden zum Inhalt seiner Aussage)
- Tatsachenbehauptungen (objektive Beziehung zwischen Äußerung und
Wirklichkeit), weniger schützenswert als Werturteile

- NICHT beinhaltet: BEWUSST unwahre Tatsachenbehauptungen, deren Unwahrheit


feststeht (BVerfG, 99,185): z.B. im Dritten Reich keine Judenverfolgung (E 90, 241)

- Meinungsfreiheit schützt Kommunikation in allen Bereichen (egal, ob öffentlich oder


privat, ob Äußerung abwegig oder wertlos)
b) geschütztes Verhalten

- jede Form der Meinungsäußerung/-verbreitung (Wort, Schrift, Bild, Ton,


Schallplatte, elektromagnetische Wellen, Symbole, Gesten, Uniformen,
Unterschriftensammlungen etc.), (Abgabe + Prozess der Informationsverarbeitung)
- Schutz von: Inhalt, AuW der Äußerung, alle Tätigkeiten zur Info-übermittlung/-
verbreitung, Wahl von Ort/Zeit der Äußerung, Tätigkeiten der Wirkungsverstärkung,

- Recht, Meinung NICHT zu äußern auch geschützt

d) Träger des Grundrechts

- jede Person, die betroffene Tätigkeit ausübt, Minderjährige, inländische juristische


Personen

- NICHT: Staatsorgane und Personen des öffentlichen Rechts

e) Verletzung (Eingriffe)

- durch Anordnungen der öffentlichen Gewalt

2) INFORMATIONSFREIHEIT, Art. 5 I 1 HS2

a) Was wird geschützt?

- Quellen; alle Träger von Informationen; unabhängig davon, ob Meinungen oder


Tatsachen, öffentlich oder privat

- wichtig: aus allgemein zugänglicher Quelle unterrichten (Rezipientenfreiheit)

b) geschütztes Verhalten

- Entgegennahme von Infos; Informationsbeschaffung (unabhängig von verwendeten


Methoden (ggf. wichtig Personen in der Öffentlichkeit ↔ Personen des öffentlichen
Lebens))

c) Träger des Grundrechts

- jede natürliche und juristische Person, die sich informieren will; sog. Jedermanns-
GR
d) Verletzung

- durch Maßnahmen, die Infoaufnahme verbieten; Zugangsverzögerung/-


verhinderungen

e) Schranken

- Behörden müssen in bestimmten Fällen keine Auskunft leisten

- schwebende Verfahren dürfen nicht gefährdet werden, indem Information zu früh


bekannt gegeben wird

3) PRESSEFREIHEIT, Art. 5 I 2 Alt.1.

a) Was wird geschützt?

- Presse (alle zur Verbreitung geeigneten und bestimmten Druckerzeugnisse:


Zeitungen, Zeitschriften, Bücher, Plakate, Flugblätter, Handzettel, gruppeninterne
Publikationen, Schülerzeitungen, Schulbücher, Schallplatten, CD-R, Disketten etc.,
nicht VHS)

- Art des Verbreitungsverfahrens bzw. des Vervielfältigungsverfahren und Inhalt


irrelevant

- geschützt ist Berichterstattung, Verbreitung eigener Meinung, Unterhaltung, auch


Skandal- und Sensationsblätter, Anzeigenteile, Anzeigenblätter, Form der Äußerung

b) geschütztes Verhalten

- Einführung und Gestaltung der Presseprodukte, Organisation, alle wesensmäßig mit


der Pressearbeit zusammenhängenden Tätigkeiten (Beschaffung bis Verbreitung der
Info/Nachricht/Meinung)

► unerheblich, ob aus allgemein zugänglichen Quellen

- kein Schutz, wenn Info/Nachricht/Meinung gegen den Willen des Inhabers


kundgetan wurde
- geschützt sind jedoch rechtswidrig erlangte Infos

c) Träger des Grundrechts


- alle Personen und Unternehmen, die die geschützten Tätigkeiten vornehmen (auch
Verleger, Herausgeber, Verlagsmitarbeiter, Buchhändler, Grossisten, Autoren)

- NICHT: öffentlich rechtliche Rundfunkanstalten und die Leser

d) Verletzung

- jede staatliche Maßnahme, die zu einer Unterbindung bzw. Behinderung der


Pressetätigkeit führt (zB. Verbot der Berufsausübung als Redakteur, Beschlagnahme
von Unterlagen, Durchsuchung von Redaktionsräumen (Bsp. Cicero))

- Förderung/Subventionierung problemlos denkbar, wenn keine Abhängigkeit vom


Presseunternehmen
- Unterlassung einer Leistung: Schlechterbehandlung bei PK´s, Ausschluss wegen
negativer Berichterstattung/politischer Ausrichtung ist weder bei PK noch bei
Verhandlungen zulässig; Presse darf von öffentlichen Veranstaltungen des Staates
nicht ausgeschlossen werden
- kein Eingriff, wenn Staat die Pressefreiheit gestaltet, um gegen Meinungsmonopole
vorzugehen

►hier: zulässig, wenn zum Schutz freier Meinungsbildung verhältnismäßig


(Verhältnismäßigkeitsprinzip) und angemessen

4) RUNDFUNKFREIHEIT, Art 5 I 2 Alt.2

a) Was wird geschützt?

- Veranstaltung und Verbreitung von Darbietungen aller Art für einen unbestimmten
Personenkreis mit Hilfe elektromagnetischer Schwingungen (Darbietungen sind von
Rundfunkunternehmen im Interesse der Rezipienten aufbereitete Inhalte)

- verfassungsrechtlicher Begriff von Rundfunk umfasst neben Hörfunk auch TV, Pay-
TV, Videotext

- geschützt ist jede Vermittlung von Informationen und Meinung; Art des Programms
irrelevant (Unterhaltung, Bildung etc.); Werbesendungen mittelbar geschützt, weil sie
der Finanzierung von Rundfunkprogrammen

dienen
b) geschütztes Verhalten

- alle wesensmäßig mit der Veranstaltung von Rundfunk zusammenhängenden


Tätigkeiten (Infobeschaffung, Produktion, Verbreitung), Schutz der an der Sendung
Mitwirkenden (nicht Verwaltung oder Technik)

c) Träger des Grundrechts

- alle natürlichen und juristischen Personen, die eigenverantwortlich Rundfunk


veranstalten und verbreiten

(die vom Staat unabhängigen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, private


Veranstalter, Landesmedienanstalten etc.)

d) Verletzung

- durch jede Handlung des Staates, die die Rundfunkanstalten und Unternehmen in
ihrer geschützten Tätigkeit behindert (Einflussnahme auf Auswahl, Inhalt und
Ausgestaltung des Programms; Beeinträchtigung der Vertraulichkeit der
Redaktionsarbeit, Behinderung der Infobeschaffung, Rundfunkgebühren (wenn nicht
zur Funktionserfüllung geboten)

► STAATSFREIHEIT DER BERICHTERSTATTUNG

5) FILMFREIHEIT, Art. 5 I 2 Alt.3

a) Was wird geschützt?

- Massenmedium, bei dem ein chemisch-optischer Bildträger (meist mit Tonspur) in


der Öffentlichkeit vorgeführt wird auch Videobänder, Bildplatten

b) geschütztes Verhalten

- Herstellung, Verbreitung der Filme, Erstellung des Drehbuches, Aufnahmen,


Herstellung von Kopien, Filmverleih, Abspielvorgang, auch Inhalte

c) Träger des Grundrechts


- Personen, die die geschützten Tätigkeiten ausüben; NICHT die Zuschauer (für diese
Informationsfreiheit)

d) Verletzung

- durch Behinderung der geschützten Tätigkeiten

► Art. 5 I GG ist lex specialis zu Art. 2 I GG, wobei letzterer als sog.
Auffanggrundrecht angesehen wird

►Grundrechtsverletzung nur unmittelbar im Verhältnis Staat ↔ Bürger möglich

► jedoch über sog. „mittelbare Drittwirkung der Grundrechte“ im Verhältnis der


Bürger untereinander

Quelle: Jarass/Pieroth, Kommentar zum Grundgesetz für die Bundesrepublik


Deutschland, 10.Auflage, 2009

6. Was unterscheidet Alltagstheorien von wissenschaftlichen Theorien?

Alltagstheorien entstehen durch persönliche, praktische Erfahrungen die man im


Alltag macht, die meistens rückwirkend erklärend wirken. Es ist eher ein
automatischer Prozess, als dass man sich damit bewusst auseinandersetzt.
Wissenschaftliche Theorien sind durch Denken gewonnene Erkenntnisse, die eine
systematisch geordnete Menge von Aussagen in gewissen Umfang ordnen,
beschreiben, erklären und der Vorhersage von Phänomenen dienen.

7. Welche Funktionen sollen Theorien erfüllen? Erklären Sie diese Funktionen!

8. Nennen Sie drei Basistheorien der KMW!

Konstruktivismus, Systemtheorie und symbolischer Interaktionismus.

9. Nennen Sie drei Theorien mittlerer Reichweite der KMW und erläutern Sie eine
davon stichpunktartig!

10. Was versteht man allgemein unter dem Begriff „Quelle“?


Eine Quelle kann eine Primärliteratur, eine Datenbasis oder ein Textkorpus sein.
Wichtig dabei ist, dass Texte Quelle oder Literatur sein können. Es kommt darauf an,
wie man sie verwendet, denn die Einordnung eines Textes in Quelle oder Literatur
hängt von der Fragestellung ab. Möglich ist auch, dass Literatur selbst zum
Gegenstand der Forschung dient. Dann ist auch hier von einer Quelle die Rede.
Außerdem gibt es verschiedene Arten von Quellen, so z.B. historische Quellen
(Urkunde, Tagebuch), Literatur, Gesetze, massenmediale Texte, Statistiken und die
sog. „Graue Literatur“. Für die KMW sind insbesondere Fachzeitschriften,
Bibliografien und Bücher wichtige Quellen. Kurz gesagt bezeichnet man diejenigen
Texte, Daten oder Literatur als „Quelle“, die man für seine Forschung eigens noch
interpretiert.

11. Nennen Sie drei Arten von Quellen und erläutern Sie eine davon!

A) Historische Quellen (z.B. Urkunden, Münzen, Bauwerke, Werkzeuge, Gemälde,


Fotos, Verträge, Rechnungen, Biographien, Tagebücher, Kirchenregister)

Die Erläuterung könnte ein bisschen umfangreicher ausfallen, nur die


verschiedenen Arten von historischen Quellen zu nennen, reicht nicht aus.

B) Literatur

C) Daten, Zahlen, Statistiken

12. Welche wichtigen Quellen gibt es in der KMW?

Es gibt:

- Fachzeitschriften (z.B.: "Publizistik", "M&K", "Media Perspektiven", oder


internationale Fachzeitschriften: "European Journal of Communication")
- Bibliographien (z.B. "Jahresbibliographie Massenkommunikation" von Wilbert
Ubbens)
- Daten, Zahlen, Statistiken
- Massenmediale Texte (z.B. Zeitungsartikel)
- Bücher

13. Nennen und erklären Sie drei Eigenschaften von Medienprodukten!


6 Eigenschaften von Medienprodukten  sehr gut, es ist immer besser, ein bisschen
mehr zu wissen, irgendwas vergisst man immer 

- duale Güter
Nachfrager sind zugleich Rezipienten und Werbetreibende
- minimale Grenzkosten und starke Größenvorteile
keine physische Abnutzung, Nichtrivalität im Konsum; economies of scale,
hohe Fixkosten für Inhalteerstellung, geringe Kosten für Vervielfältigung
und Verbreitung
- nachfrageinduzierte Größenvorteile bei Netzwerkprodukten
steigender Systemnutzen durch höhere Nutzerzahl (Video, Internet, IPTV)
- schwierige Qualitätsbeurteilung
besondere Bedeutung von Vertrauen und Erfahrung - Marken und Serien
lösen das Problem medialer Unikate
- eingeschränkte internationale Verwertbarkeit
durch den kulturellen und aktuellen Kontext vieler Medienprodukte
- externe Effekte und teilweise meritorischer Charakter
z. B. durch politische Willensbildung, Wertevermittlung, Markttransparenz
→ gesellschaftlicher Nutzen übertrifft ökonomische Nachfrage

14. Worin besteht die Janusköpfigkeit von Medien? Beschreiben Sie!

Januskopf = griech. Gottheit mit 2 Köpfen

Medien sind…

… Akteure der öffentlichen Meinungsbildung:

Medien sind bedeutende Einrichtungen, die Wirklichkeit konstruieren. Sie sind


außerdem für die öffentliche Meinungsbildung in der Gesellschaft unverzichtbar.
Medien sind also ein essentieller Teil des kulturellen Lebens, insbesondere in ihrer
Funktion als Faktor der politischen Bildung.

… wirtschaftliche Unternehmen:

Auf der anderen Seite bilden die Medien und die mit ihnen verbundenen Dienste
wichtige Wirtschaftsgüter, deren Bedeutung für den Markt zunimmt. Als
Unternehmen entscheidet der Absatz ihrer Waren über die Marktfähigkeit eines
Mediums. Journalisten treten zwar vorrangig als freie Journalisten auf, doch auch sie
arbeiten möglichst gewinnorientiert.

Kommunikationswissenschaft vs. Wirtschaftswissenschaft:


Es stehen sich also auch einerseits kommunikationswissenschaftliche Aspekte, wie die
Einhaltung journalistischer Normen und Medienkonzentration, und andererseits die
wirtschaftswissenschaftlichen Aspekte, zu denen u.a. Distribution und Absatz
gehören, gegenüber. Es besteht gleichzeitig ein Wettbewerb um größtmöglichen
Umsatz und Gewinn, sowie um Aufmerksamkeit und Einfluss in der Gesellschaft.

15. Welche gesetzliche Grundlagen existieren auf Bundesebene für die politische
Steuerung und Regulierung von Medien?

1.Art. 5 Grundgesetz ( Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, Zensurverbot; Freiheit von

Kunst, Wissenschaft, Forschung und Lehre)

1.1. Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, Zensurverbot

1.2. Jugendschutzgesetz (steht nicht in Art 5, GG, es wird nur darauf verwiesen)

2. Informations- und Kommunikationsdienstegesetz

3. Telekommunikationsgesetz

4. Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) / Pressefusionskontrolle

5. Rundfunkurteile des BVerfG

16. Was ist der Unterschied zwischen Ethik und Moral?

Ethik ist die Wissenschaft von der Moral und befasst sich zum Beispiel mit den
Fragen der Verantwortung (wer mehr weiß, kann hier gern mehr nennen), untersucht
sie und stellt Regeln/Prinzipien auf etc, während Moral, die praktische Umsetzung
dieser Regeln und Prinzipien (im Alltag und Beruf) ist.

17. Nennen und erklären Sie drei Moralbegründungen!

1. religiöse Moralbegründung
- Rücksichtnahme auf religiöse Überzeugung Anderer
(- Handeln nach religiösen Grundsätzen)
2. Utilitaristische Moralbegründung
- Handlungen sollen für die Allgemeinheit möglichst positive Auswirkungen haben
3. egoistische Moralbegründung
- Eigener Vorteil wird angestrebt
18. Welches sind die relevanten Wert- und Normensysteme für Medienhandeln?

Es gibt für uns 6 relevante Wert- und Normensysteme des Medienhandelns, die zwar
nicht deckungsgleich, aber gleichzeitig gültig sind.

Erstes System ist das des Medialen Kommunikationsmodus. Dieses bezieht sich auf
die öffentliche Kommunikation, die mit Fragen des allgemeinen Interesses und der
Prangerwirkung einhergeht, auf die indirekte (also vermittelte) Kommunikation, auf
das disperse Publikum, dessen Wünsche und Bedürfnisse nur begrenzt und abstrakt
bekannt sind und auf die Spezifika der Mediengattungen und Medientypen, wo die
Vorgabe der Formate und die Bestimmung des Kommunikationsmodus durch die
Technik erwähnt werden sollten.

Das zweite System behandelt die jeweiligen Funktionszuschreibungen. So gibt es im


Journalismus demokratietheoretische Aufgaben wie Information und
Meinungsbildung, aber auch gesellschaftspolitische Funktionen wie Integration und
Mobilisierung. Ebenso relevant sind meritorische Funktionen.

Das dritte System umfasst die ökonomischen Imperative. Dabei geht es um


Mediensysteme (Koppelung an Werbefinanzierung), Mehrwertstreben
(Privatwirtschaftliche Vorteile und rechtliche Schranken) sowie um das Machtstreben
in Verbindung mit Unternehmermentalitäten und Konzern-Management.

Das vierte System behandelt Kommunikationswünsche des Publikums, befasst sich


also mit Bedürfnisstrukturen. Dabei spielen Partizipationswünsche (Sozialität),
Kompensationswünsche (Entschädigungen), Versicherungswünsche (Minderung von
Unsicherheit/ Ungewissheit) und Kontemplationswünsche (Verbundenheit mit der
Welt) eine wesentliche Rolle.

Im fünften System geht es um die Berufsrolle. Dabei sind Traditionen (Bezug auf die
Herkunft), die Berufsorganisation, die das Rollenselbstverständnis klärt, die
Professionalisierung und Formalisierung des jeweiligen Handwerks (also die
Ausbildung) und letztlich die Selbstkontrolle als Ausdruck der Professionalisierung
von immenser Bedeutung.

Abschließend möchte ich noch kurz auf das sechste der für uns relevanten Wert- und
Normensysteme des Medienhandelns eingehen. Dieses bezeichnet individuelle
Einstellungen der Medienakteure. So zum Beispiel in Bezug auf Selbstbilder und
Selbstwünsche, die Sozialisation, mögliche Berufsperspektiven oder aber eine
bestimmte Persönlichkeitsstruktur.
19. Nennen Sie die Phasen der Entwicklung des Leipziger Instituts für
Kommunikations- und Medienwissenschaft und benennen Sie zentrale Merkmale
einer der Phasen!

Die Phasen sind die Phase der Problemidentifizierung, der Problemdefinition, der
ideologischen und organisatorisch pragmatischen Überformung, der Re-
ideologisierung, und der Neugründung.
Zentrale Merkmale der Phase der Re-ideologisierung sind unter anderem die starke
sozialistisch und kommunistisch ideologisierte Arbeits- und
Forschungsherangehensweise und die Ausbildung von Kadern, was dem Institut zu
der Zeit den Beinamen "das Rote Kloster" eingebracht hat.

20. Was bedeuten im Feldschema von Maletzke die folgenden Bezeichnungen?


Nennen Sie jeweils auch konkrete Beispiele!

- Kommunikator:

- Zwang des Mediums:

- Zwang der Öffentlichkeit:

- Selbstbild:

- Fremdbild:

Der Kommunikator (z.B. ein Journalist) ist für die Stoffauswahl einer Vielzahl von
täglichen Ereignissen zuständig, d.h. er muss diese selektieren, die ausgewählten
Themen aufbereiten und Aussagen produzieren, die er mit Hilfe eines Mediums dem
Rezipienten zugänglich macht.

Bei diesem Prozess spielen die Persönlichkeit, das Selbstbild, das Team, die Institution
und die sozialen Beziehungen des Kommunikators, sowie das Fremdbild, das er vom
Rezipienten hat eine maßgebliche Rolle. Weiterhin besteht auch der Zwang der
Öffentlichkeit für den Rezipienten.

Durch den Zwang des Mediums, dem der Rezipient unterliegt, sind ihm bereits
bestimmte Verarbeitungstechniken (das bezieht sich im Wesentlichen auf den
Kommunikator), sowie die Rezeptionsweise vorgegeben. Dadurch werden auch seine
Verhaltens- und Erlebnisweisen beeinflusst. Das Medium bestimmt, wie der Rezipient
die Informationen aufnimmt, z.B. beim Radio nur akustisch, beim Fernsehen
optisch/akustisch, wobei er bei dieses Beispielmedien zusätzlich noch die Sendezeiten
beachten muss.

Der Kommunikator hingegen hat durch die Vielzahl von Medien, die er einsetzen
kann, die Möglichkeit auszuwählen, wie er dem Rezipienten die Aussage vermittelt.

Der Zwang der Öffentlichkeit besteht darin, dass der Kommunikator in seinem
Handeln einer kritischen Beobachtung von Parteien, Interessengruppen und anderen
Massenmedien unterliegt.

(Produziert die FAZ als Leitmedium beispielsweise Aussagen zu bestimmten Themen,


wird sie häufig von anderen Medien zitiert, nachdem die Aussagen kritisch beobachtet
wurden und in dem Fall als qualitativ hochwertig eingeschätzt wurden.)

Das Selbstbild des Kommunikators, wie die Vorstellungen, die er von seinem Beruf
und den Aufgaben, die er erfüllen soll, hat, beeinflussen ihn in seinem Handeln und
der Produktion von Aussagen.

(Ein Bild-Journalist z.B. weiß, dass der Boulevard-Aspekt im Vordergrund steht und
lässt sich in seiner Arbeit, bei der Auswahl von Themen und der Produktion der
Aussagen, davon beeinflussen. Das ist der Zwang des Mediums, Selbstbild wäre hier
eher, dass er sich die Arbeit ausgesucht hat und für ihn Sensationen relevanter sind als
harte Fakten.)

Kommunikator und Rezipient haben aber auch ein bestimmtes Fremdbild


voneinander, das den K. in seinem Handeln beeinflusst und den Rezipienten in seinen
Interpretationen von den durch die Massenmedien aufgenommenen Informationen.
Dadurch sind beide miteinander verknüpft, haben bestimmte Erwartungen aneinander
und beeinflussen sich wechselseitig. (Diese wechselseitige Beeinflussung wird noch
durch die Verbindung mit den Feedback-Schleifen (Rückkopplung) gefördert.)

(Der Rezipient, z.B. ein Bild-Leser, hat genaue Vorstellungen, was er von diesem
Medium erwarten darf, in diesem Fall, dass die Artikel zu einem bestimmten Thema
textlich nicht so umfangreich aufgearbeitet wurden wie bei der Zeit oder dem Spiegel
und man sich auf die Richtigkeit der Aussagen nicht so sehr verlassen kann wie bei
anderen Medien.)

21. Erklären Sie die Bedeutung des Formalobjekts für eine Wissenschaft!
Methode oder Zugangsweise zum sog. Materialobjekt.
Gesamtheit der Abstraktionen, die dadurch geschaffen werden, da das Materialobjekt
aus diversen Erkenntnissinteressen untersucht wird. Die Erforschung eines
Gegenstandes hängt also von der Betrachtungsweise des Forschers ab.
z.B. ist Sprache eins der Formalobjekte der Medienwissenschaften.

22. Erklären Sie die Anzeigen-Auflagen Spirale!

23. Wie lässt sich der Begriff „Medium“ definieren?

24. Warum ist es sinnvoll, den Begriff „Medienökonomie“ transdisziplinär zu


definieren?

transdisziplinäre Definition:

Die Medienökonomie befasst sich mit den Grundlagen, Formen und Folgen der
öffentlichen Kommunikation im Hinblick auf deren ökonomische Bedingungen und
Folgen. Im Zentrum steht das Zusammenspiel ökonomischer und publizistischer
Faktoren.

Dabei werden auf der Ebene einzelner Medienunternehmen sowohl die Frage der
Effektivität („doing the right things“) als auch Fragen der Effizienz („doing the things
right“) thematisiert- und zwar im Hinblick auf die Rentabilität und die Legitimität
bzw. die Akzeptanz ihres Handelns in der Gesellschaft.

- Transdisziplinarität liegt vor, wenn Disziplinen aus unterschiedlichen Wissenschaften


kooperieren (d.h. hier: wirtschaftswissenschaftlicher und
kommunikationswissenschaftlicher Bereich werden verschränkt)

- Medienökonomie = Teildisziplin der KMW

- wirtschaftliche und publizistische Phänomene des Mediensystems werden untersucht

- Definition muss demnach ökonomische Basis des Mediensystems, als auch die
Konsequenzen für das gesellschaftliche Leistungsvermögen der Medien
berücksichtigen

- gesellschaftlich konzentrierte Ziele von Mediensystem bestehen darin, dass Medien


nicht nur eine ökonomische, sondern auch eine öffentliche Aufgabe erfüllen sollen

( http://www.uni-lueneburg.de/medienkulturwiki/medienkulturwiki2/index.php/Medien
%C3%B6konomie#Transdisziplin.C3.A4re_Definition_von_Medien.C3.B6konomie ; letzter
Zugriff 30.11.09 )

25. Was verstehen Sie unter dem „Prinzip der Verantwortung“?


- es gibt verschiedene Moralbegründungen
- eine davon ist das Prinzip der Verantwortung, welches betont das das eigene
Handeln verantwortlich sein soll
- es gibt drei Ebenen der Verantwortung : die Einzelverträglichkeit, die
Sozialverträglichkeit und die Umweltverträglichkeit des Handelns

26. Nennen Sie ein Beispiel der ökonomischen Aspekte der Mediennutzung!

Nicht nur Medienunternehmer, sondern auch die Rezipienten entwickeln Strategien


und Handlungsmuster im Umgang mit Kommunikation und Medien (Nutzen- und
Belohnungsansatz). Beispielsweise könnten sie Unterhaltung zur Entspannung oder
Information zur Überwachung der Umwelt nutzen.
Auf diese Weise kommt den Abnehmern auf dem Markt der Massenmedien eine große
Macht zu, die Anbieter sind gezwungen, sich danach zu richten.

27. Was ist ein Leitmedium?

LM= dominierendes Einzelmedium, das oft zitiert wird und mit dem sich auch andere
Medien auseinandersetzen.

Anwendung, z.B.: Agendasetting, Leitmedium gibt Thema vor.

Beispiele von Leitmedien: Tagesschau, BILD, Deutschlandfunk, Spiegel, FAZ

28. Erläutern Sie den Prozess wissenschaftlichen Schreibens!

Beim wissenschaftlichen Schreiben unterscheid man drei Typen: Literaturarbeiten,


Empirische Arbeiten und Theoriearbeiten. Wissenschaftliche Arbeiten entstehen in
einem Prozess, der jedoch nicht nach dem Prinzip von Versuch und Irrtum, sondern
durch eine sorgfältige Planung gekennzeichnet sein sollte. Sehr Hilfreich ist es,
wichtige Arbeitsschritte zu befolgen. Als erstes sollte man sein Thema analysieren.
Das heißt zu erschließen um Was geht es, was sind Ursache, Grund, Zweck und Ziel,
wie gehe ich vor, wer spielt eine Rolle und zu welcher Zeit und an welchem Ort findet
dies statt. Ziel dessen ist es einen Groben Überblick über das Thema zu erhalten.
Natürlich sollte bei der Analyse auch darauf geachtet werden, dass das Thema
eingegrenzt und überschaubar ist, als auch das „Jahrhundert-„, „Mode-„ oder
„Hochstapler-Themen“ vermieden werden. Nach der Analyse muss die Literatur
zunächst beschaffen und ausgewertet werden. Folglich sollte das Thema erarbeitet
werden. Hilfreich sind auch hier die W-Fragen, um Fragestellungen und
Zielstellungen zu klären. Die Zielstellungen finden sich zum Beispiel durch
Behauptungen, wenn man einer Klarheit in eine Kontroverse bringt oder auch
Theorien und Positionen vergleicht. Mit Hilfe eines Exposés wird es leichter den roten
Faden zu finden. Bevor aber das Thema aufgeschrieben wird, sollte eine Rohfassung
entstehen. Die eigenen Gedanken sollten Punkten zugeordnet werden und die
Argumentation sollte geprüft werden. Bei der Rohfassung sollte schlechter Ausdruck
zunächst ignoriert werden und das Augenmerk auf eigene Formulierungen gelegt
werden. Nach der Rohfassung wird dann das Thema aufgearbeitet. Kritisch sollte die
Verständlichkeit, Schlüssigkeit und Relevanz geprüft werden. Ebenso gehört hierzu
die stilistische und formale Überarbeitung. Wenn der Text mehrmals gelesen wurde
und die Grammatik überprüft worden ist, kann der wissenschaftliche Text abgegeben
werden.