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Kapitalismus schlägt Nachhaltigkeit

Zum Widerspruch von nachhaltiger Entwicklung und ökologischer Modernisierung

Artikel: Julian Kuppe

Abstract:
Nachhaltigkeit als Leitbild für eine sozial gerechte und ökologisch tragfähige Gesellschaft ist
dringlicher denn je. Nachhaltigkeit als Konzept, um dieses Ziel zu erreichen, hat aber bisher
vollständig versagt. Der Artikel geht den theoretischen Ursachen für dieses Versagen nach. Im
Mittelpunkt steht dabei das Konzept der ökologischen Modernisierung. Eine ökologische
Umgestaltung des Gesellschaftssystems muss einerseits sehr schnell beginnen. Andererseits kann
dies hinsichtlich der originären Ziele nachhaltiger Entwicklung nicht gleichbedeutend sein mit einer
ökologischen Modernisierung der kapitalistischen Gesellschaft. Deren inhärente Strukturen stehen
vielmehr der Verwirklichung von Nachhaltigkeitszielen entgegen.

Schlagworte:
Kapitalismus, ökologische Modernisierung, simulative Politik, Warenfetisch

Warum sind wir nicht fähig, angemessen auf soziale und ökologische Krisen zu reagieren? Die
wirtschaftliche Krise zeigt gerade, welche erstaunlichen, bisher kaum für möglich gehaltenen
Handlungspotentiale in kurzer Zeit aktiviert werden können. Die Sorge um eine sozial und
ökologisch nachhaltige Entwicklung vermag die Gesellschaften weltweit dagegen kaum zu
bewegen. Denn auch die ökologische Modernisierung verbleibt stets innerhalb der Grenzen
der nichtnachhaltigen Verhältnisse des Kapitalismus.

Das neue Zauberwort heißt New Green Deal. Unter dieser Bezeichnung erfährt das Konzept der
ökologischen Modernisierung derzeit eine bis vor kurzem kaum für möglich gehaltene Renaissance.
Dass ein unkritischer Bezug darauf nicht ohne weiteres möglich ist, zeigt die Erfahrung mit dem
Konzept der nachhaltigen Entwicklung. Die sozialen und ökologischen Krisenerscheinungen treten
zunehmend deutlicher hervor, die Notwendigkeit nachhaltiger Entwicklung zeigt sich immer klarer.
Allerdings sind – über 20 Jahre nach dem Erscheinen des Brundtland-Berichts, dessen
Nachhaltigkeitsdefintion den Beginn des weltweiten Diskurses über nachhaltige Entwicklung
markiert, kaum substanzielle gesellschaftliche Veränderungen in Richtung Nachhaltigkeit zu
erkennen.
Es drängt sich daher die Frage auf, warum die Entwicklung in genau dieser Weise verläuft, also
warum die Gesellschaften bislang nicht fähig sind, auf die gravierenden sozialen und ökologischen
Krisenerscheinungen zu reagieren. Dies umso mehr, als zugleich zu erleben ist, in welcher Weise
auf wirtschaftliche Krisen reagiert wird.

Nachhaltigkeit als Existenzsicherung des Kapitalismus


Ein wichtiger Erklärungsversuch ist in „Nachhaltigkeit und Macht“ (1996) von Helga Eblinghaus
und Armin Stickler zu finden. Darin wird die gesellschaftliche Debatte um eine nachhaltige
Entwicklung als Diskurs im Sinne von Foucault aufgefasst und analysiert. Insbesondere
problematisiert wird dabei die diskursive Herstellung und Reproduktion von Macht – und
Herrschaftsverhältnissen durch hegemoniale Diskurse: Sie unterdrücken jegliche Alternativen zur
herrschenden Art und Weise, ein Thema zu konstruieren. Die Ausblendung von Macht- und
Herrschaftsverhältnissen wird als eine Grundstruktur des Nachhaltigkeitsdiskurses gekennzeichnet.
Dieser ziele, als Strategie der Herrschaftssicherung, auf eine ökologische Modernisierung des
Kapitalismus ab (Eblinghaus/Stickler 1996: 162). Das Ziel des Nachhaltigkeitskonzeptes bestehe
damit vor allem darin, die Überlebensfähigkeit des weltweiten Vergesellschaftungsmodells
Kapitalismus durch teilweise ökologische Anpassungen zu sichern. Damit ist aber kein
substanzieller Wandel zu einem System verbunden, das die ursprünglich beabsichtigten
Nachhaltigkeitsziele von intra- und intergenerativer Gerechtigkeit erfüllen könnte. Um die realen
sozialen und ökologischen Probleme zu lösen, lässt sich Eblinghaus und Stickler zufolge nicht
sinnvoll an das Konzept der nachhaltigen Entwicklung anschließen (Eblinghaus/Stickler 1996:
162): „Bei Sustainable Development handelt es sich im Wesenskern nicht um eine Debatte, die sich
um reale Problemlösungen bemüht. Vielmehr ist Sustainable Development, so unsere Hauptthese,
ein diskursiver Raum, indem es vornehmlich um Machtverteilung geht, in dem
Herrschaftsverhältnisse neu organisiert und modernisiert werden“ (Eblinghaus/Stickler 1996: 161).
Einen Erklärungsansatz, der grundsätzlich eine ähnliche Richtung verfolgt, aber weitgehender ist
und mit ganz anderen theoretischen Konzepten arbeitet, bietet Ingolfur Blühdorn. Er will mit seinen
Veröffentlichungen zu dem, was er „Politik der Nichtnachhaltigkeit“ nennt, ein neues
Forschungsfeld umreißen, welches sich mit zwei Fragen beschäftigt: Sind moderne Gesellschaften
fähig zur Transformation in Richtung Nachhaltigkeit? Wie gelingt es ihnen, die andauernd
bestehende Nicht-Nachhaltigkeit zu bewältigen (Blühdorn 2008: 48)? Blühdorn geht davon aus,
dass die spätmodernen kapitalistischen Gesellschaften nicht in der Lage sind, nachhaltig zu werden,
da die darin vorherrschenden Bedürfnisse nicht auf ökologisch und sozial nachhaltige Weise
befriedigt werden können. Das gesellschaftliche System des Massenkonsums bleibt aus seiner Sicht
grundsätzlich unvereinbar mit den Prinzipien der Nachhaltigkeit (Blühdorn 2007a: 2ff.).

Kapitalistischer Wachstumszwang als Grenze der Nachhaltigkeit


Die bestehenden kapitalistischen Strukturen lassen die Verwirklichung der ursprünglichen Ziele
nachhaltiger Entwicklung nicht zu. Zum einen wegen des durch das Prinzip der
Kapitalakkumulatio__n hervorgerufenen Zwangs zum __wirtschaftlichen Wachstum, der
unvereinbar mit ökologischer Nachhaltigkeit ist. Zum anderen wegen der Unmöglichkeit einer
Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums, die den Bedürfnissen aller Menschen gerecht würde.
Damit wird soziale Nachhaltigkeit ausgeschlossen (Kuppe 2008: 23ff.; Sarkar 2001: 233ff.;
Exner/Lauk/Kulterer 2008: 7ff., 121ff.).
Zur Umsetzung der Ziele nachhaltiger Entwicklung wären demzufolge radikale gesellschaftliche
Veränderungen notwendig (Blühdorn 2007b: 12; Sarkar 2001: 286; Exner/Lauk/Kulterer 2008: 94,
119). Den politischen Akteuren und der Mehrheit der Menschen geht es aber nicht um radikale
Veränderungen, sondern um die Beibehaltung ihres Lebensstils und des gegenwärtigen
Gesellschaftssystems. Für Blühdorn ist die Art der spätmodernen Identitätskonstruktion dafür von
entscheidender Bedeutung. Sie stützt sich vor allem auf die Mittel, die das kapitalistische System
zur Verfügung stellt, das heißt in erster Linie Konsumhandlungen (Blühdorn 2007a: 19). Es wird
dadurch eine Identität ausgebildet, die den herrschenden gesellschaftlichen Verhältnissen entspricht
und keine grundsätzliche Wandlung dieser anstrebt. Vorrang hat dabei insbesondere das Bedürfnis
nach einer möglichst umfassenden Teilhabe an der Mainstreamkultur (Blühdorn 2008: 53).
Die gesellschaftlichen Akteure befinden sich also in einem Konflikt: Einerseits erfordert
nachhaltige Entwicklung einen radikalen Wandel, gleichzeitig besteht Konsens darüber, dass das
bestehende Gesellschaftssystem aufrechterhalten werden soll und praktisch nicht verhandelbar ist.
Eine gesellschaftliche Lösungsstrategie sieht Blühdorn in einem neuen Politikmuster, der
simulativen Politik. Mit diesem analytischen Konzept beschreibt Blühdorn eine Politik, die sich auf
die Simulation authentischer Politik richtet, ohne einen Bezug zu etwas tatsächlich Existierendem
aufzuweisen (Blühdorn 2007b: 13f.). In Hinsicht auf Umweltpolitik und die Verwirklichung von
nachhaltiger Entwicklung bedeutet dies, dass nichts Substanzielles geschieht und die nicht-
nachhaltigen gesellschaftlichen Zustände beibehalten werden.
Ökologische Modernisierung als Sackgasse
Übereinstimmung besteht bei Eblinghaus/Stickler und Blühdorn in Bezug auf die ökologische
Modernisierung. Eblinghaus und Stickler sehen dieses Konzept als die vorrangige
Nachhaltigkeitsstrategie an. Es erfüllt eine defensive Funktion, die vor allem darauf gerichtet ist,
den gewohnten Lebensstandard durch technische und politische Maßnahmen aufrechtzuerhalten
(Eblinghaus/Stickler 1996: 109). Außerdem weisen sie darauf hin, dass durch das Konzept der
nachhaltigen Entwicklung der Unmut über die Verhältnisse kanalisiert und die Bereitschaft, etwas
zu tun, instrumentalisiert werden. Sie diagnostizieren die Herausbildung eines „Ökokorporatimus“,
der die teilnehmenden Akteure als gleichberechtigt erscheinen lässt. Die Beteiligung an diesen
Strukturen entspricht letztlich aber lediglich einer Beschäftigungstherapie, da kritische Potenziale
auf diese Weise in herrschende Politik eingebunden und gleichzeitig entschärft werden
(Eblinghaus/Stickler 1996: 163, 184). Wallerstein (1989: 75) bezeichnet es als kulturelle Falle für
systemfeindliche Bewegungen, wenn Strategien, Normen und Ziele aus dem Ideenrepertoire der
bereits herrschenden Strukturen verfolgt oder zur Voraussetzung der eigenen Politik gemacht
werden. Mit dieser Option reproduzieren soziale Bewegungen Herrschaft und heben sie auf eine
neue Stufe (Eblinghaus/Stickler 1996: 185).
Blühdorn betrachtet das Konzept der ökologischen Modernisierung ebenfalls als das zentrale
Bewältigungsschema, um globalen ökologischen Herausfoderungen zu begegnen (Blühdorn 2000:
209, Blühdorn 2007a: 6). Ökologische Modernisierung fasst ihm zufolge Umweltprobleme
vorrangig als technologische und ökonomische Probleme auf. Damit werden zum einen
technologische Innovation, ökonomisches Wachstum, Kapitalakkumulation, Marktkonkurrenz und
Konsumismus als sozial und ökologisch verträglich dargestellt: Erfolgen sie auf grüne Weise, bieten
sie Lösungswege für die ökologischen und sozialen Krisenphänomene. Zum anderen dient das
Konzept der ökologischen Modernisierung dazu, gesellschaftliche Unsicherheit in Bezug auf die
sozialen und ökologischen Probleme zu reduzieren, Forderungen radikaler Umweltbewegungen zu
delegitimieren und umweltpolitische Konflikte zu entschärfen. Dabei wird die Sichtweise
vermittelt, ein radikaler Systemwechsel sei nicht erforderlich, da ökologische Ziele durch
Anpassungen innerhalb der bestehenden Strukturen verwirklicht werden könnten (Blühdorn 2007a:
9). Die dadurch entstandenen Veränderungen in der Umweltbewegung und -politik werden unter
anderem als „Ende der Umweltbewegung“ oder „postökologische Konstellation“ bezeichnet
(Blühdorn 2007a: 7ff.).

Das Ziel von ökologischer Modernisierung: postökologische Gesellschaften


Als wesentliche Voraussetzung für die Möglichkeit, die nichtnachhaltigen Bedingungen zu
überwinden, ist das Durchschauen der dem zugrundeliegenden gesellschaftlichen Verhältnisse
notwendig (Blühdorn 2007b: 17). Dem stehen aber bestimmte Bedingungen der kapitalistischen
Gesellschaften im Wege. So zuallererst die von Blühdorn problematisierte Identitätskonstruktion
auf Basis verdinglichter Gesellschaftsverhältnisse, bei denen nicht zwischen dem Selbst und dem
System unterschieden werden kann (Blühdorn 2006: 29f., 2007a: 9). Dieser Zusammenhang wird
von Blühdorn als Krise der Selbstreferentialität bezeichnet und als spezifisch für spätmoderne
Gesellschaften angesehen (Blühdorn 2006: 32, 2007b: 11). Er betrachtet dies als entscheidende
Veränderung gegenüber früheren Phasen der Moderne. Ausschlaggebend dafür ist demzufolge das
noch nie da gewesene Ausmaß, mit dem wirtschaftliche Rationalität und das Marktsystem alle
anderen Formen des Denkens kolonisiert und alle anderen gesellschaftlichen Teilsysteme
durchdrungen haben. Er spricht im Zusammenhang damit auch von der Abdankung der
soziologischen Kategorie des idealistischen autonomen Subjekts (Blühdorn 2006: 29).
Die Darstellung Blühdorns, dass diese Phänomene ein spezifischer Ausdruck spätmoderner
Gesellschaftsverhältnisse sind, trifft aber so nicht zu. Karl Marx hat die Verselbstständigung
gesellschaftlicher Verhältnisse gegenüber den darin lebenden Menschen unter den Begriffen
„Entfremdung“ (Marx 1968: 510ff.) und „Fetischcharakter der Ware“ (Marx 1975: 85ff.) als
Merkmale des kapitalistischen Gesellschaftssystems beschrieben: „Ihre eigne gesellschaftliche
Bewegung besitzt für sie die Form einer Bewegung von Sachen, unter deren Kontrolle sie stehen,
statt sie zu kontrollieren“(Marx 1975: 89). Das Prinzip dieses Systems ist die gesellschaftliche
Integration durch die formale Logik der wirtschaftlichen Rentabilität. Das zentrale Problem dabei
ist, dass die gesellschaftliche Vermittlung zwischen den einzelnen Individuen sowie die
Reproduktion des alltäglichen Lebens in einem weitgehend unbewussten, versachlichten Prozess, in
Waren- und Wertform, über Kapitalverwertung und Kapitalakkumulation erfolgt. Die Menschen
sind gezwungen, daran teilzunehmen. Sie müssen die lebensnotwendigen Dinge und auch sich
selbst warenförmig denken, um ihr Leben aufrechterhalten zu können. Das Handeln aller
Gesellschaftsmitglieder reproduziert daher fortwährend dieses System. Dieser Zusammenhang wird
auch mit dem Ausdruck von einem „notwendig falschen Bewusstsein“ (Adorno 1992: 190, Sohn-
Rethel 1972: 249ff.) wiedergegeben. Das abstrakte Prinzip der „Verwertung des Wertes“ (Marx
1975: 167), also der Zirkulation und Vermehrung des Kapitals als Selbstzweck, erscheint so als
quasi naturgegebene gesellschaftliche Ordnung, als „zweite Natur“ (Lukács 1970: 174, 235),
obwohl es doch nur ein von Menschen gemachtes und damit auch veränderbares gesellschaftliches
Verhältnis darstellt. Dieser „gesellschaftliche Verblendungszusammenhang“ (Horkheimer/Adorno
1996: 48) ist bisher niemals durchbrochen, die idealistische Vorstellung des autonomen Selbst noch
nie eingelöst worden.
Blühdorn verweist darauf, dass der Verblendungszusammenhang in den gegenwärtigen
Gesellschaften universal geworden sei. Es werde immer schwerer, sich andere Verhältnisse
vorzustellen. Dadurch sei das kritische Paradigma ausgehöhlt worden (Blühdorn 2007b: 8). Jedoch
ging es schon Marx um die Warenform als universeller Form der Gestaltung der Gesellschaft
(Lukács 1970: 171f.), und Theodor W. Adorno spricht von der „Vormacht der Waren“ und „ihrer
subjektiven Reflexionsform, dem verdinglichten Bewusstsein“ ( Adorno 1992: 190). Folglich ging
es dem kritischen Projekt im Anschluss an Marx immer schon um die Totalität der verdinglichten
Formen der kapitalistischen Vergesellschaftung (Lukács 1970: 338). Unabhängig von der Frage, seit
wann dieser spezifische gesellschaftliche Zusammenhang besteht, ist der Verweis auf die
Unvereinbarkeit von Kapitalismus und nachhaltiger Entwicklung, sowohl bei Blühdorn als auch bei
Marx, von entscheidender Bedeutung.
Worin Blühdorn zuzustimmen ist, ist der Bedeutungsrückgang, den diese analytischen Konzepte im
wissenschaftlichen und politischen Kontext, sowie in der öffentlichen Wahrnehmung erfahren
haben. Im Zusammenhang mit nachhaltiger Entwicklung wurden sie bisher praktisch kaum
verwendet. Insofern treffen seine Analysen prinzipiell zu, jedoch ist die Konstellation, die er
beschreibt, keine vollkommen neue, sondern eine, die grundsätzlich in den kapitalistischen
Gesellschaftsverhältnissen angelegt ist.
Blühdorns Konzept der simulativen Politik grenzt sich klar ab von dem der symbolischen Politik,
welches sich auf die Vorstellung einer authentischen Politik bezieht. Blühdorn zufolge ist eine
authentische Politik in der gegenwärtigen gesellschaftlichen Konstellation aber nicht möglich, da
eine umfassende soziale und ökologische Alternative zum etablierten sozioökonomischen System
nicht zur Debatte steht (Blühdorn 2007b: 13f.).
Um authentische Politik im Sinne von Nachhaltigkeit zu ermöglichen, setzt Blühdorn auf die
Demaskierung der gegenwärtigen simulativen Politik. Dies bedeutet aber zugleich, dass eine
authentische soziale und ökologische Politik erst möglich sein wird, wenn die kapitalistische
gesellschaftliche Konstellation durchbrochen wird und eine zumindest teilweise Verwirklichung der
Vorstellung des autonomen Selbst eine Selbstorganisation der Gesellschaft erreichbar werden lässt.
Um eine bewusste Regelung des Stoffwechsels mit der Natur zu ermöglichen und um eine bewusste
Gestaltung der sozialen Verhältnisse nach menschenwürdigen Massstäben möglich werden zu
lassen, wären die verdinglichten gesellschaftlichen Strukturen zu überwinden. Hier müsste der
Ansatzpunkt einer neuen Form von Aufklärung über die gesellschaftlichen Naturverhältnisse liegen,
um die ursprünglichen Zielvorstellungen des Konzeptes der nachhaltigen Entwicklung tatsächlich
einlösen zu können.
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Erschienen in: 360° – Das Studentische Journal für Politik und Gesellschaft. 02/2009: 24-29.
Marburg.