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30. Juni

2010

ZUSAMMENFASSUNG: ROLF SCHULMEISTER PLE

My Personal Learning Environment

Rolf Schulmeister beschreibt als Einstieg seines Vortrages, wie sein „Personal Learning Environment“ zu seiner Studienzeit ausgesehen hat und wie sich die Literaturgrundlage seiner damaligen Dissertation mit den heute verfügbaren technischen Mitteln recherchieren lässt. Während er über hundert Bände der Werke zu seiner Dissertation lesen und auf Karteikarten exzerpieren musste, befindet sich heute die gesamte Information dazu auf zwei thematisch aufbereiteten Websites. Gleichzeitig bemerkt er, dass aber auch Bibliotheken zu seinem PLE gehört(e). Er weist jedoch auch darauf hin, dass auch seine Mitarbeiter wie auch seine Studenten und deren Gespräche ein wichtiger Teil seines PLE sind. Dabei weist er auf die Bedeutung der Botschaften zwischen den Zeilen oder die Botschaften des Ungesagten hin, alle jene Komponenten der Kommunikation, die nicht elektronisch kommuniziert werden können.

„Ein PLE besteht aus einer Geschichte […]und nicht nur aus dem, was man direkt vor der Nase hat.“ In dieser Kernaussage stellt Schulmeister die Behauptung auf, dass die Umwelt aus vielen Dingen besteht, die nicht elektronisch erfassbar sind. Dieser Umstand erfordert eine Überlegung auf die Didaktik in PLE. Die Konzentration auf technische Möglichkeiten der Gegenwart und deren Faszination birgt die Gefahr, dass man die Umwelt dabei außer Acht lässt.

Definitionsversuche

PLE sind eigentlich lediglich eine individuelle (persönliche) Zusammenstellung von Standardkomponenten. Daher ist keine eindeutige Definition des Begriffes Personal möglich, sondern lediglich eine private. Lernen als solches ist jedoch immer privat, individuell und subjektiv unabhängig von der Umgebung.

Lernen hat sich nie verändert, Unterrichten hingegen schon. Lerner waren von jeher aktiv. Personal Learning muss daher auf Basis von Selbstorganisationstheorien und Lerntheorien konzeptioniert werden. Fragen:

o

Modelllernen nicht mehr gültig?

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soziokulturelle Diversität?

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forschendes Lernen für jedermann geeignet?

o

Rolle der Lernwiderstände?

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Fähigkeit zur Selbstorganisation?

o

Lern- und Zeitmanagement?

o

Interesse und Motivation bei allen Lerngegenständen

30. Juni

2010

ZUSAMMENFASSUNG: ROLF SCHULMEISTER PLE

Environment

o

Zoho, Ning, MyDentity

o

PLE besteht aus formalen Komponenten

o

Intentionalität, Bewusstsein und eine auf Bildungsinhalte und Lernen gerichtete Reflexion (Selbstreflexion) als diskriminierende Merkmale

Caveats

Personalisierung oder Kollaboration

Persönliches Lernen und Lernen mit anderen hat unterschiedliche Ausrichtungen (Aspekte):

Bsp.:

Horizon.k12: Collaborative Environemnt

iClass: Instruktionalistisches Werkzeug anstelle eines PLE.

iCamp: Kollaboration vs. Selbstreflexion:

Zusammenstellung des PLE auf Anordnung. Erkenntnis: Kollaboration und Selbstreflexion stören einander

Kollaboration und Selbstreflexion stören einander Lernen und Wissensarten Wir unterscheiden normologisches vs.

Lernen und Wissensarten

Wir unterscheiden normologisches vs. hermeneutisches Wissen und zweckrationalisiertes, strategisches oder normenreguliertes Handeln (nach Habermas). Die Problematik von PLEs ist der Umstand, dass sie nicht für jede dieser Wissensarten und jede Form des Handelns geeignet sind.

Der Blog-Diskurs scheint nur kommuniziertes Wissen zu kennen.

Nicht Gesagtes „Zwischen den Zeilen“-Wissen kommt in PLEs nicht vor.

PLEs fördern Diskurs und Reflexion (Selbstreflexion) nicht.

Digitial Divide: Nicht jeder hat Zugang zu Computern und/oder Internet.

Diversität der Klientel

Die jugendlichen User verwenden das Internet und Web 2.0 weniger für kreative und innovative Tätigkeiten sondern in erster Linie sondern für Kommunikation und Informationssuche.

Es ist vor allem darauf zu achten, mit welchen Lernstrategien, mit welchen kulturellen Praktiken die Lerner kommen. Die Voraussetzung dabei sind sehr unterschiedlich und dieser Umstand führt zum uralten Problem der inneren Differenzierung.

30. Juni

2010

Caveats

ZUSAMMENFASSUNG: ROLF SCHULMEISTER PLE

Ein PLE ist nicht Anstoß, Quelle oder Motiv für Lernen

Lernen findet nicht nur im Virtuellen statt

Gefährlich wäre eine Reduktion der Aufgaben auf das, was im PLE möglich ist

Vorsicht vor der völligen Verlagerung des institutionellen auf das informelle Lernen

Die Lehrorganisation: Klappt eine „Verordnung“ von PLEs?

Intentionales kommunikatives Handeln, absichtsvoll geplante Kommunikation vs. „wisdom of the crowd

von PLEs?  Intentionales kommunikatives Handeln, absichtsvoll geplante Kommunikation vs. „wisdom of the crowd “