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Universität Innsbruck Institut für Verwaltungsmanagement Universitätsstraße 15 6020 Innsbruck

FallstudieFallstudieFallstudieFallstudie FitterFitterFitterFitter SnackerSnackerSnackerSnacker

Kursleitung Univ.-Prof. Dr. Kurt Promberger Mag. Norbert Schlager-Weidinger Mag. Erwin Mariacher

IntegriertesIntegriertesIntegriertesIntegriertes ManagementManagementManagementManagement mitmitmitmit SAPSAPSAPSAP R/3R/3R/3R/3

SS 2010

Dietmar Lengauer

ManagementManagementManagementManagement mitmitmitmit SAPSAPSAPSAP R/3R/3R/3R/3 SS 2010 Dietmar Lengauer

InhaltsverzeichnisInhaltsverzeichnisInhaltsverzeichnisInhaltsverzeichnis

Frage 1: Analysieren Sie die Probleme von Fitter Snacker in den Bereichen Vertrieb/Marketing,

Produktion, Beschaffung, Lagerhaltung, Rechnungswesen/Controlling und identifizieren Sie deren

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Ursachen in systematischer Weise!

Frage 2: Wie können diese Probleme gelöst werden? Geben Sie einen Überblick über mögliche

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Lösungsszenarien! Welchen Beitrag kann eine ERP-System zur Problemlösung leisten?

Frage 3: Zeigen Sie am Beispiel von Fitter Snacker den Zusammenhang zwischen Business Process

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Engineering und Enterprise Resource Planning Systemen!

Frage 4: Kann Fitter Snacker durch den Einsatz eines ERP-Systems einen Wettbewerbsvorteil

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gegenüber den Konkurrenten nachhaltig aufbauen?

Frage 5: Fitter Snacker hat Probleme mit seinem Web-Shop! Zeigen Sie am Beispiel von Fitter Snacker

den Zusammenhang auf zwischen ERP und E-Business auf!

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Frage 6: Der Controller von Fitter Snacker hat Probleme mit der operativen Unternehmenssteuerung!

Analysieren Sie am Beispiel von Fitter Snacker den Zusammenhang von ERP und Business Intelligence

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(BI)!

Frage 7: Fitter Snacker hat bei der Implementierung eines ERP-Systems zwei Optionen. Welche Alternative empfehlen Sie mit welchen Argumenten. Berücksichtigen Sie bei Ihrer Argumentation neben

den quantitativen auch die qualitativen Aspekte der beiden Optionen. Beurteilen Sie den Einsatz eines

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ERP-Systems bei Fitter Snacker aus der Sicht der Kosten, der Risken und des Nutzens!

Frage 8: Was muss man beachten, wenn man bei Fitter Snacker ein ERP-System einführen möchte?

Erläutern Sie die Vorgangsweise bei der Implementierung eines ERP-Systems!

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Die Geschäftsführung von „Fitter Snacker“ hat die auftretenden Probleme erkannt und die Einführung eines ERP-Systems auf Basis von SAP R/3 beschlossen. Ziel der Studie ist es, das Unternehmen auf die verschiedenen Probleme zu durchleuchten, den Ist-Zustand zu bewerten und der GF von Fitter Snacker realisierbare Lösungsvorschläge zu unterbreiten.

Frage 1: Analysieren Sie die Probleme von Fitter Snacker in den Bereichen Vertrieb/Marketing, Produktion, Beschaffung, Lagerhaltung, Rechnungswesen/Controlling und identifizieren Sie de- ren Ursachen in systematischer Weise!

Zuallererst kann festgehalten werden, dass die Informations- und Kommunikationsprozesse zwischen den einzelnen Abteilungen nicht reibungslos funktionieren. Die Ursache dafür liegt in der funktionalen Orientierung, welche einen guten Informationsfluss behindert. Die Daten der einzelnen Abteilungen sind isoliert in Datensilos und stehen nicht für andere Stellen zur Verfügung, welche diese Daten benötigen.

Dann zu den Problemen und den Ursachen der einzelnen Abteilungen:

Vertrieb/Marketing Der Bestellvorgang ist sehr unstrukturiert gestaltet. So werden z. B. falsche Preise oder Rabatte kalku- liert, unleserliche Auftragsformulare werden vom Außendienstmitarbeiter übermittelt, usw. Dies kann zu Verzögerungen bei der Bestellabwicklung und zu versäumten Lieferfristen führen, was immer wieder zu Kundenreklamationen führt.

Ursache: Die Probleme werden dadurch verursacht, dass die drei betroffenen Informationssysteme (Vertriebsinformationssystem, Warenlagersystem und das Rechnungswesen) nicht aufeinander abge- stimmt, d. h. nicht integriert sind. Weiters erfolgt ein Informationsaustausch zwischen den Abteilungen nicht in Echtzeit sondern nur periodisch.

Die Probleme von Fitter Snacker, die mit dem Web-Shop verbunden sind, werden in Frage 5 abgehan- delt.

Produktion Ziel der Produktionsplanung ist, dass das zugesagte Lieferdatum eingehalten werden kann. Durch Riva- litätsdenken und unzureichende Kommunikation zwischen den einzelnen Abteilungen wird die Planung des Produktionsprozesses erschwert. Was weiters zu einer ineffizienten Auslastung der Maschinen, zu Fehlproduktionen und zu Fehlbeschaffungen im Lager führt. Dies hat negative Auswirkungen auf die

Leistungsbeurteilung der Mitarbeiter. Die schriftliche Datenerfassung und manuelle Einpflegung der Da- ten in das Vertriebssystem wirft neben der Problematik der Medienbrüche auch jene der Zeitverschie- bung auf.

Ursache: Neben der mangelnden Kommunikation fehlen digitale Echtzeitdaten aus Marketing, Produkti- on und Lager. Auf Basis von Verkaufsprognosen muss die Produktionsmenge entsprechend adaptiert werden, um weiters für eine effiziente Auslastung der Produktionsabteilung zu sorgen.

Beschaffung Aufgabe der Beschaffung ist es, dass die richtige Ware, zur richtigen Zeit, am richtigen Ort, in der richti- gen Menge und Qualität zur Verfügung gestellt wird. Plötzliche Anstiege im Verkauf können Liefereng- pässe verursachen und zu höheren Kosten durch außerordentliche Lieferungen führen.

Ursache: Durch mangelnde Kommunikation zwischen den Abteilungen und keine Echtzeitdaten könnten Bedarfsprognosen nur ungenau gestellt werden.

Lagerhaltung Eine Access Datenbank dient der Verwaltung des Lagerbestandes. Produktionszahlen, Verpackungslis- ten sowie weitere Datenquellen werden für die laufende Aktualisierung herangezogen. Der aktuelle La- gerbestand wird durch den Abteilungsleiter geschätzt, welcher lediglich auf Basis der Eingangs- und Ausgangsflüsse kalkuliert. Dadurch entstehen bereits in dieser Phase, ohne Berücksichtigung der aktu- ellen Auftrags- und Produktionslage, Fehlgrößen.

Ursache: Da keine abteilungsübergreifenden Echtzeitdaten generiert werden, müssen viele Prozesse manuell ausgeführt werden. Dadurch ist es nicht möglich Prognosen für das Warenmanagement zu tref- fen, wodurch weitere betriebliche Prozesse behindert werden.

Rechnungswesen/Controlling Da keine tagesaktuellen Daten vorhanden sind werden die Daten nur geschätzt, was eine exakte Kos- tenrechnung unmöglich macht. Die Aktualisierung der Kundenkonten geschieht oft zeitverzögert, was zu unberechtigt ausgestellten Mahnungen führt und somit wieder zu mehr Kundenverärgerung.

Ursache: Auch hier zeigt sich die Problematik, dass die Daten nicht ausgetauscht werden und in Echt- zeit zur Verfügung stehen. Der UPLOAD auf das RW-Programm erfolgt nur dreimal wöchentlich!

Frage 2: Wie können diese Probleme gelöst werden? Geben Sie einen Überblick über mögliche Lösungsszenarien! Welchen Beitrag kann eine ERP-System zur Problemlösung leisten?

Wichtigste Voraussetzung für die Behebung dieser Mängel ist ein „Wechsel der Brille“, um eine andere Blickweise auf die Organisation zu bekommen. Ein Wechsel von einer funktionalen Struktur zu einer prozessorientierten Betrachtungsweise ist unumgänglich. Dies bedeutet, dass nicht mehr die Verteilung der Aufgaben auf die einzelnen Abteilungen im Mittelpunkt steht, sondern der Durchlauf des Auftrages bzw. des Produktes. Mit einem ERP-System verfügen alle Anwendungsbereiche über dieselbe Daten- basis und sämtliche Datensätze sind in Echtzeit verfügbar, was wiederum zu einer effizienteren und kostengünstigeren Abwicklung von Geschäftsprozessen führt.

Eine Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung eines ERP-Systems ist, dass die wesentli- chen Kernprozesse im Unternehmen eindeutig identifiziert werden. Gleichzeitig können alle beteiligten Personen Prozessstrukturen hinterfragen, einheitlich systematisieren und bei Bedarf verbessern.

Durch die Abschaffung der isolierten Datensilos können Medienbrüche vermieden werden. Ein ERP- System hilft standardisierte Geschäftsprozesse schnell und effizient auf Datenebene umzusetzen. Wei- ters entfällt die Wartung und das Updaten von vielen eigenständigen Informationen.

Das Unternehmen „Fitter Snacker“ profitiert weiters von der Internationalität des ERP-Systems, da es über mehrere Tochterfirmen im Ausland verfügt. Internationale Standards bezüglich des Jahresab- schlusses und Wechselkursprobleme wären damit einfacher abzuwickeln.

Synergieeffekte können durch die vor- und nachgelagerten Prozessketten (durch Integration von Liefe- ranten und Kunden) entstehen.

Frage 3: Zeigen Sie am Beispiel von Fitter Snacker den Zusammenhang zwischen Business Pro- cess Engineering und Enterprise Resource Planning Systemen!

Grundsätzlich stellt sich bei Fitter Snacker die Frage, ob man den Re-engineering approach wählen soll oder ob man die Software hinsichtlich der Firma customizen soll? „Reengineer“ wird laut M. Hammer (2000) als „use the power of modern information technology to radically redesign our business processes in order to achieve dramatic improvements in their performance“ (S. 104) definiert. Die Ge- schäftsprozesse werden so gesehen innerhalb des Unternehmens Fitter Snacker radikal umstrukturiert.

Die Elemente des Business Re-engineering sind das Loslassen von veralteten (Verhaltens-) Regeln, das Einführen integrierter Prozesse, die Verwendung von Technologien um Prozesse neu von einem „cross functional point of view“ zu designen, Prozesse dauernd zu verbessern um einen Wettbewerbs- vorsprung herauszuarbeiten. Es müssen die konventionellen Weisheiten und deren Zwänge der organi- satorischen Grenzen hinweg durchbrochen werden (vgl. Hammer, 2000, S. 109).

Die Firma Fitter Snacker hat das Ziel, beispielsweise die Bestellungen schneller ausliefern zu können, ohne Engpässe in der Produktion oder Verzögerungen durch mangelhaften Informationsaustausch zwi- schen den einzelnen Abteilungen. Um dies zu erreichen kann Fitter Snacker ein ERP System einsetzen, um Ihre Prozesse durch optimale Vernetzung neu und effizient zu gestalten. Damit die Implementierung von ERP jedoch funktioniert, müssen die notwendigen Veränderungen hinsichtlich der Struktur und der Prozesse im Unternehmen vorgenommen werden. So basiert ein ERP auf einer Client-Server Struktur, eine Sache wie sie bei Fitter Snacker so bisher noch nicht vorhanden war. Dies erfordert Server, Work- stations, ein Netzwerk, Software und verschiedene Clients. Wählt man hingegen den re-engineering approach, so unterstützt diese Entscheidung die Verwendung eines ERP. Man verändert die Firma für eine optimale Ausnutzung des ERP. Eine Software steht bereits fertig entwickelt bereit und muss nicht mehr teuer entwickelt werden.

Zudem kann man das sich bewährte best practise model des ERP Anbieters nutzen. Bei der Firma Fit- ter Snacker z. B. müssen erst einmal sämtliche Fehler, welche durch komplexe und hierarchische Pro- zesse hervorgerufen werden zuerst analysiert, dokumentiert und in weiterer Folge eliminiert werden. Die bestehenden Fehler sind somit nicht die Ursache der Probleme des Unternehmens, sondern vielmehr das Symptom von umständlichen und ineffizienten (gewachsenen) Geschäftsabläufen. Die neuen, effi- zienteren Abläufe, welche nach einer Restrukturierung vorherrschen werden, können dann vom ERP System unterstützt werden. Im Unternehmen Fitter Snacker kann so beispielsweise Zeit eingespart werden. Durch eine schnellere Produktionsplanung bzw. oder die gemeinsame Nutzung von Daten über

verschiedene andere Unternehmensprozesse hinweg, was sich bis hin zum Rechnungswesen bzw. Controlling (Prüfung der Kreditwürdigkeit der Kunden) positiv auswirken würde. Integrierte Datenbanken bilden dafür Basis für ERP Systeme. Dafür ist jedoch eine Verschlankung des Unternehmens (Einbußen von einflussreichen Bereichen wie Marketing) notwendig, was in weiterer Folge ein Merkmal von ERP Systemen und Process Reenginieering darstellt.

Frage 4: Kann Fitter Snacker durch den Einsatz eines ERP-Systems einen Wettbewerbsvorteil gegenüber den Konkurrenten nachhaltig aufbauen?

Gemäß nach dem Motto „Early wins“ kann man unserer Meinung nach sehr wohl einen Wettbewerbs- vorteil aufbauen. Dieser Wettbewerbsvorteil kann aber nicht nachhaltig sein, da die Konkurrenz nicht schläft und früher oder später auch ein ERP-System einführen wird.

Mithilfe des Einsatzes eines ERP-Systems ist es möglich, die verschiedensten Bereiche des Unterneh- mens (Marketing, Finanzierung, usw.) zu integrieren, damit diese die Daten austauschen und so die Geschäftsprozesse optimiert werden können.

Dadurch wird eine Verbesserung aus Sicht des Kunden erreicht, unter anderem durch eine präzise Schätzung des Liefertermins, schnellere Lieferzeit, Vermeidung von Fehlern bei der Fakturierung usw., was wiederum auf die Kundenzufriedenheit großen Einfluss hat. Die Genauigkeit von Prognosen über die zukünftige Nachfrage bzw. Bestellungen wird durch ein ERP-System erhöht, da die Datenaufzeich- nung in Echtzeit erfolgt und immer der aktuellste Stand der Bestellungen bzw. Verkäufe aufgezeichnet wird. Mit einer solchen Softwarelösung werden nicht nur Speicherplatz gespart und eine Vermeidung von redundanten Daten erreicht, sondern auch die Produktivität und die Zufriedenheit der Kunden ge- steigert (vgl. Skript Thomas H. Davenport).

Wir glauben nicht, dass mit der Einführung des ERP-Systems ein nachhaltiger Wettbewerbsvorteil ge- schaffen werden kann. Diejenigen, die eine solche Software als erste einsetzen, können kurz- bis mittel- fristig einen Vorteil erzielen, auch wenn die Unternehmen mit hohen Kosten für diese Systeme ausge- setzt sind. Langfristig wird sich die Software als Standard etablieren und von jedem Unternehmen Ver- wendung finden, wodurch der Vorteil nicht mehr vorhanden ist (vgl. Skript Nicholas G. Garr).

Frage 5: Fitter Snacker hat Probleme mit seinem Web-Shop! Zeigen Sie am Beispiel von Fitter Snacker den Zusammenhang auf zwischen ERP und E-Business auf!

Das größte Problem von Fitter Snacker beim Web-Shop ist der Back Office-Bereich, da eingegangene Bestellungen als Textdatei gespeichert, ausgedruckt und dann traditionell händisch weiterverarbeitet werden. Durch eine Verbindung des ERP Systems mit dem Webshop kann der gesamte Bestellprozess, der dann online abläuft, optimiert und automatisiert werden. Der Kunde bestellt seine Ware, daraufhin gelangt die Bestellung im Lager, in der Rechnungslegung sowie im Versand ein. Jede Abteilung kann so unabhängig voneinander agieren, und spart somit Zeit und Kosten.

Durch die Einfachheit von E-Business Systemen kann die Beziehung zwischen Kunde und Unterneh- mer (b2c) als auch die Beziehung von Unternehmen untereinander (b2b) gestärkt werden.

Im B2B-Bereich (Business to Business) kann dadurch die Abwicklung mit den Geschäftspartnern insbe- sondere mit den Lieferanten und Großhändlern massiv vereinfacht werden. Lieferzeiten können durch genauere Planung verkürzt und Preise durch das Einsparungspotenzial bei Zwischenhändlern und ei- genen Mitarbeitern gesenkt werden. Zudem könnten durch exakte Informationen die eigenen Produkti- onsprozesse verbessert werden.

Im B2C-Bereich (Business to Customer) können die Kundenbeziehungen verbessert werden, indem schneller geliefert, kostengünstiger produziert und eine Vielzahl von Fehlerquellen vermieden werden kann.

Ein webfähiges ERP-System ist daher dringend zu empfehlen!

Frage 6: Der Controller von Fitter Snacker hat Probleme mit der operativen Unternehmenssteue- rung! Analysieren Sie am Beispiel von Fitter Snacker den Zusammenhang von ERP und Busi- ness Intelligence (BI)!

ERP ist ein Softwaretool, um Unternehmensdaten zu managen. Ziel ist es eine gemeinsame Datenbasis effektiv anzuwenden und vor allem einzelnen Unternehmensabteilungen die für sie im speziellen not- wendigen Informationen zugänglich zu machen.

Derzeit verwendet Fitter Snacker kein einheitliches EDV Programm, auf das alle Bereiche jederzeit zugreifen können. Die einzelnen Informationen zwischen den Abteilungen fließen nur spärlich und zeit- lich verzögert (einmal bzw. dreimal/Woche). Vor allem das Tagesgeschäft leidet unter Informationsunsi- cherheit bzw. -defiziten. Mit der Hilfe von ERP und Buisness Intelligence soll ein Bild von organisatori- schen Trends ermöglicht werden.

Im Fall von Fitter Snack sollte der Verkauf jederzeit über die aktuellen Kreditrahmen der Kunden infor- miert sein und umgekehrt muss das Rechnungswesen jederzeit über Bestellmengen und Teillieferun- gen, die in der Erstellung der korrekten Rechnungen zu berücksichtigen sind, informiert sein. Dies funk- tioniert nur, wenn nicht EDV technische Insellösungen in jeder einzelnen Abteilung verwendet werden.

Im Data Warehouse werden alle Daten aufbewahrt, die für den Entscheidungsprozess relevant sind. Damit die Informationsflut die notwendigen Entscheidungen nicht neuerlich blockiert, müssen Filter wie das Data Mart angewendet werden. Data Mart ist eine Teilmenge des Data Warehouse, die auf eine bestimmte Fragestellung ausgelegt ist. Eine wichtige Information für den Verkauf von Fitter Snacker ist zum Beispiel jene nach dem Kreditrahmen der Kunden. Der Verkäufer muss aktuell wissen, ob er die- sen Auftrag annehmen kann oder nicht. Zugleich muss der Verkäufer auch einen Liefertermin fixieren. Dazu benötigt er die entsprechenden Informationen aus dem Lagerbereich und dieser wiederum muss wissen, ob die Produktion gerade ein Engpassproblem hat oder ob für Nachschub gesorgt ist. Bei ent- sprechender Datenbasis ist dies kein Problem. Natürlich muss man sich darauf verlassen können, dass die Informationen vollständig und richtig sind.

Aus der Vielzahl an Informationen, die man über einen Kunden, seine Bestell- und Zahlungsgewohnhei- ten zu entdecken und entsprechend rechtzeitig diese in die Unternehmensabläufe zu integrieren. Nur so ist es möglich auf Echtzeit-Daten basierende Berichte über monatliche Verkaufszahlen in den einzelnen Vertriebssparten bzw. -regionen zu erstellen.

Frage 7: Fitter Snacker hat bei der Implementierung eines ERP-Systems zwei Optionen. Welche Alternative empfehlen Sie mit welchen Argumenten. Berücksichtigen Sie bei Ihrer Argumentati- on neben den quantitativen auch die qualitativen Aspekte der beiden Optionen. Beurteilen Sie den Einsatz eines ERP-Systems bei Fitter Snacker aus der Sicht der Kosten, der Risken und des Nutzens!

Der Chief Information Officer (CIO) muss nun für die Implementierung eines ERP-Systems eine Ent- scheidung treffen. Es stehen ihm zwei Alternativmöglichkeiten zur Verfügung: Make oder Buy- Entscheidung – Kauf neuer Computer, Erweiterung der Speicherplätze, Softwarelizenzen und eine volle Installation oder Bereitstellung des ERP-Systems über Internet durch einen Application Service Provider (ASP) gegen ein monatliches Entgelt.

Alternative 1 Alternative 2 Datenbankserver Applikationsserver 15 Arbeitsplatzrechner Lizenzen Installation
Alternative 1
Alternative 2
Datenbankserver
Applikationsserver
15 Arbeitsplatzrechner
Lizenzen
Installation
User-Schulungen
Laufende Beratung
Wartung
Administrator
einmalig 70.000,00
einmalig 40.000,00
einmalig 15.000,00
5-jährlich 500.000,00
einmalig 486.000,00
einmalig 23.000,00
1-jährlich 36.000,00
1-jährlich 12.000,00
1-jährlich 200.000,00
einmalig 15.000,00
1-jährlich 400.000,00
1-jährlich 7.200,00
Hochrechnung auf 5 Jahre
2.374.000,00
2.051.000,00
Differenz
323.000,00

Die Alternative 2 liefert eine Kostenbegünstigung im Verhältnis zur Alternative 1 bei einer Hochrechnung auf 5 Jahre – würde man nur die Kosten für eine Entscheidung heranziehen, so sollte Alternative 2 he- rangezogen werden, zumal das vom ASP zur Verfügung gestellte System erprobt wurde und in kurzer Zeit einsetzbereit ist. Im Gegensatz zur Alternative 2 verbirgt sich in der Alternative 1 viele Risken, da das System modifiziert werden muss und es zu Verzögerungen bei der Implementierung kommen kann – dies verursacht erhebliche Mehrkosten. Für die Kerngeschäfte wäre die Alternative 2 ausreichend – berücksichtigt man die Implementierung der Geschäftsabläufe der Tochtergesellschaften, so ist die Al- ternative 1 zu bevorzugen, was einen großen Nutzen aufgrund der Infrastruktur von Fitter Snacker mit sich bringt. Wichtig ist, dass die Mitarbeiter/innen untereinander kooperieren – die Software auch effek- tiv einsetzen – und es bleibt dann nur eine Frage der Zeit, bis die Investition sich wirtschaftlich rentiert.

Frage 8: Was muss man beachten, wenn man bei Fitter Snacker ein ERP-System einführen möchte? Erläutern Sie die Vorgangsweise bei der Implementierung eines ERP-Systems!

Die Einführung von einem ERP-System in ein Unternehmen bringt immer gewisse Risiken mit sich. Ma- ry Sumner führt vier Hauptrisiken an. Die technologischen Risiken beziehen sich vor allem auf das Zu- sammenspiel der vorhandenen Infrastruktur mit dem neuen System. Die organisatorischen Risiken tre- ten auf, wenn Geschäftsprozesse individualisiert werden sollen. Ein weiteres Risiko stellen die Ange- stellten einer Firma dar. Stehen sie nicht hinter dem ERP-Projekt, so ist es zum Scheitern verurteilt. Die vierte Risikogruppe ist die Projektgröße einer Implementierung. Oft ist dies die größte Einzelinvestition, die ein Unternehmen durchführt (Sumner 2005, 116f).

Um diese Risiken zu meistern gibt es mehrere Punkte die bei der Einführung beachtet werden sollten:

Für eine erfolgreiche ERP-Einführung ist es zwingend notwendig, eine Projektplanung mit Mei- lensteinen und genau definierten Zielvorgaben zu haben.

Da durch ein ERP-System auch viele Geschäftsprozesse geändert werden, darf sich auch das Management Änderungen nicht verschließen. Zudem bietet sich durch die Einführung eines ERP-Systems die Chance auf eine Reorganisation von Geschäftsprozessen an.

Auch die Beschäftigung externer Berater kann ein wichtiges Instrument sein. Hier sollten aller- dings anstatt das ganze Verfahren auszulagern auch die eigenen Mitarbeiter miteinbezogen und geschult werden.

Vor einem Einsatz eines ERP-Systems sollten jedoch auch die Kosten und die Nachteile einkalkuliert werden. Um ein ERP-System effizient zu gestalten, muss meistens die Organisation an die Software angepasst werden. Dies scheint vor allem dann kritisch zu sein, wenn ein Prozess angepasst werden muss, den das Unternehmen besser durchführt als andere und es dadurch einen Wettbewerbsvorteil erzielt. Außerdem müssen sowohl die monetären Kosten als auch der riesige Zeitaufwand der Imple- mentierung eines ERP-Systems und eventuelle Schnittstellenprobleme beachtet werden (vgl. Skript Thomas H. Davenport).

Soweit diese Nachteile vom Management bei der Implementierung des Systems einkalkuliert werden und sie sich dieser potentiellen Gefahren bewusst sind, sollte es möglich sein diese Gefahren zu mei- den und einer Lösung durch ein ERP-System steht nichts mehr im Wege.

LiteraturverzeLiteraturverzeichnisLiteraturverzeLiteraturverzeichnisichnisichnis

Carr Nicholas G.: IT doesn`t matter! In: Harvard Business Review. May 2003. pp. 41 - 49

Davenport Thomas H.: Putting the Enterprise into the Enterprise System. In: Harvard Business Review. July - August 1998. pp. 121 – 131

Hammer Michael. Re-engineering Work: Don’t Automate, Obliterate. Harvard Business Review, July – August 1990. pp. 104 – 112.

Sumner Mary: Enterprise Resource Planning. Pearson - Prentice Hall New Jersey 2005. pp. 1 - 175