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Kap.

03: Auswertung von Messungen

Physik für Bauingenieure: Grundlagen


Stand: WS 2014/15
Darstellung von Messergebnissen

Messwerte können grafisch in folgenden Maßstäben (Diagrammen)


dargestellt werden:
a) Linear (lin / lin)
b) Halblogarithmisch (lin / log oder log / lin)
c) Doppeltlogarithmisch (log / log)

Dr. Karl-Heinz Gresslehner: Kap. 03: Auswertung von Messungen (2)


Darstellung von Messergebnissen

Quelle: Thuselt, S.34

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Darstellung von Messergebnissen

Quelle: Thuselt, S.35, 36

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Darstellung von Messergebnissen: Beispiele

Beispiel 1: Der funktionale Zusammenhang zwischen zwei Meßgrößen


lautet: y = a.xn
Welches Diagramm ist zu verwenden, damit die Auftragung eine Gerade
wird.
(Lösung an der Tafel)

Beispiel 2: Der funktionale Zusammenhang zwischen zwei Meßgrößen


lautet: y = a.eb.x
Welches Diagramm ist zu verwenden, damit die Auftragung eine Gerade
wird.
(Lösung an der Tafel)

Dr. Karl-Heinz Gresslehner: Kap. 03: Auswertung von Messungen (5)


Messfehler

Die Ermittlung der Meßunsicherheit einer Meßgröße, die mehrmals


gemessen wurde und deren Meßwerte zufällig schwanken, begründet sich
auf folgende Voraussetzungen:

1) Die Meßgröße kann beliebig oft unter konstanten Wiederholbedingungen ermittelt


werden.
2) Die systematischen Messabweichungen sind korrigierbar bzw. vernachlässigbar
(systematischer Fehler).
3) Die Messwerte streuen zufällig um einen Erwartungswert (zufälliger Fehler).

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Mittelwert und Standardabweichung

1 𝑛
Mittelwert: 𝑥= 𝑖=1 𝑥𝑖 [2]
𝑛

1 𝑛
Varianz (mittlerer quadrat. Fehler): s² =
𝑛−1 𝑖=1(𝑥𝑖 − 𝑥 )² [3]

Standardabweichung: s= 𝑠² [4]

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Mittelwert und Standardabweichung: Beispiel
Nr T (sec)

Beispiel: aus Hering Ü1.3-1 (S.23) 1


2
1,21
1,20
3 1,23
4 1,19
5 1,21
6 1,22
7 1,18
8 1,21
9 1,24
10 1,20
11 1,21
12 1,25
13 1,19
14 1,20
15 1,22
16 1,21
17 1,19
18 1,23
19 1,21
20 1,22
21 1,20
22 1,24
23 1,21
24 1,22
25 1,20
Angabe: siehe Excel-Datei Mittelwert 1,21
STD 0,02
vk (%) 1,5

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Korrelationsanalyse: Lineare Regression

Der funktionale Zusammenhang zwischen zwei Meßgrößen sei linear.


 y = a + b.x (Theorie). Die Messpunkte werden aber nicht auf einer
Geraden liegen. Wir stellen uns nun die Frage wie groß sind die
Schätzgrößen a und b auf Basis der Messwerte.
lineare Regression: mittlere tägliche Heizleistung vs. äquivalente Außentemperatur
110

100 y = -5,785x + 82,675


R² = 0,8576
mittlere tägliche Heizleistung (kW)

90

80

70

60

50

40
-4,0 -3,0 -2,0 -1,0 0,0 1,0 2,0 3,0 4,0 5,0
äquivalente Außentemperatur (°C)

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Fehlerfortpflanzung

Messungen sind immer fehlerbehaftet.


Die Bestimmung einer physikalischen Größe erfolgt durch Messungen
verschiedener (meist unabhängiger) Einzelgrößen x, y, z, ....
Messungen sind immer fehlerbehaftet, daher ist jede Einzelgröße mit einer
Unsicherheit Δx, Δy, Δz, ... Behaftet.
Frage: Wie wirken sich die Einzelfehler auf das Gesamtergebnis aus ?
 Fehlerfortpflanzungsgesetz

Gegeben ist eine Funktion f(x,y,z). Wie ändert sich diese Funktion bei
Änderung der Größen x, y und z ?
𝜕𝑓 𝜕𝑓 𝜕𝑓
f = 𝜕𝑥.x + 𝜕𝑦.y + .z (Mathematik) [5]
𝜕𝑧

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Fehlerfortpflanzung

In der Messtechnik wird angenommen, daß sich die Fehler stets additiv
überlagern.
𝜕𝑓 𝜕𝑓 𝜕𝑓
f = |𝜕𝑥|.x + |𝜕𝑦|.y + |𝜕𝑧 |.z (Messtechnik = max. absoluter Fehler) [6]

Gauß‘sches Fehlerfortpflanzungsgesetz („energetische“ Addition


 Erwartungswert
𝜕𝑓 2 𝜕𝑓 2 𝜕𝑓 2
f = . 𝑥 + . 𝑦 + . 𝑧 (Erwartungswert) [7]
𝜕𝑥 𝜕𝑦 𝜕𝑧

∆𝑓
Relativer Fehler: .100 (%)
𝑓
Faustformel: EW  0,7 max. Fehler (soferne nicht ein Fehler dominiert)

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Beispiele

Beispiel 1: Wie groß ist der relative Fehler bzw. der EW bei der
Bestimmung einer Rechteckfläche A = a.b.
Die Seiten wurden zu a = 10 cm und b = 6 cm bestimmt. Die Unsicherheiten
bei der Messung der Seiten sind: a = 2 mm und b = 2 mm.
(Lösung an der Tafel)

Beispiel 2: Der ohm‘sche Widerstand eines Bauelements soll durch Strom-


/ Spannungsmessung ermittelt werden. Für beide Größen wurden
folgende Werte angegeben: U = 5 V  3%, I = 10 mA  2 mA.
Wie groß ist der max. relative Fehler und der Erwartungswert.
(Lösung an der Tafel)

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Weitere Übungsbeispiele

Ü1: Sie bestimmen die Erdbeschleunigung g mit einem Fadenpendel. Die


Meßgrößen sind die Pendellänge l und die Periodendauer T.
2. 2 .𝑙
g= 𝑇²
Berechnen Sie allgemein den maximalen rel. Fehler und den Erwartungswert.
----------------------------------------------------------------------------------------
Ü2: Der Elastizitätsmodul E eines Drahtes soll aus der Dehnungsmessung
bestimmt werden. Es gilt das Hook‘sche Gesetz:
𝐹 𝑙−𝑙𝑜
 = .E,  = 𝐴 ,  = 𝑙𝑜
Berechnen Sie den maximalen rel. Fehler und den Erwartungswert für E bei
folgenden Messbedingungen.
d = (20  0,1) mm (Durchmesser des Drahtes)
F = 10 kN  5 N
lo = 1 m, l = 1,0002 m, lo = lo = 1 µm

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