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Gaskraftwerke – Turbinen und Motoren stehen im Wettbewerb Klaus Hassmann, Cluster Energietechnik Quelle für die
Gaskraftwerke – Turbinen und Motoren stehen im Wettbewerb Klaus Hassmann, Cluster Energietechnik Quelle für die

Gaskraftwerke Turbinen und Motoren stehen im Wettbewerb Klaus Hassmann, Cluster Energietechnik

Quelle für die technisch/wirtschaftlichen Angaben in diesem Beitrag Der vorliegende Beitrag basiert auf Informationen, die Jan Mühlstein in seinem Artikel unter dem Titel „Schnelligkeits-Wettbewerb“ in der Zeitschrift Energie & Management beschrieben hat (21. Ausgabe vom 3. November 2014). Er bezieht sich auf einen Vortragsblock Gasmotor versus Gasturbinebei der Euroforum-Konferenz „Wachstumsmarkt KWK“ am 20. August 2014 in Düsseldorf; dort haben je ein hochrangiger Vertreter der MAN Diesel & Turbo SE mit Sitz in in Augsburg, von GE Energy aus dem österreichischen Jenbach und von Wärtsilä Deutschland GmbH aus Hamburg ihre Einschätzung der Technologien Motor/Turbine für die verschärften Randbedingungen der Energiewende ausgetauscht.

Betriebliche Eigenschaften Gasmotor- versus Gasturbinen-Kraftwerk Schnellstart aus dem warmen Zustand bis Erreichen der Nennleistung (Ca.-Werte):

Gasmotoren 2 bis 5 Minuten. Gasturbinen (Solobetrieb): 10 Minuten. Gas- und Dampfturbinen (GUD)-Kraftwerke: 30 Minuten.

Elektrischer Wirkungsgrad im Solobetrieb: MAN: 47% (10 MW Gasmotor)/ 34% (7 MW Gasturbine); GE 48,7% (9,5 MW Gasmotor)/ 45% (100 MW Gasturbine); Wärtsilä 44 45% Gasmotor; Nachschaltung einer Dampfturbine steigert Wirkungsgrad auf 50%. GUD-Kraftwerke im obigen Leistungsbereich liegen bei 55%.

Wirkungsgradverluste bei Teillast: Keine konkreten Zahlen, der Motor schneidet im Vergleich zur Gasturbine jedoch deutlich besser ab.

Einfluss häufiger Starts und Lastwechsel auf die Wartungshäufigkeit/auf den Wirkungsgrad: Gasmotor: Einfluss gering, Wirkungsgrad bleibt konstant. Gasturbinen:

Kürzere Serviceintervalle; Konsequenz: Höhere Wartungskosten auf den Wirkungsgrad bezogen werden keine Details genannt.

Einsatzbedingungen: Gasmotor: volle Leistung bis 35 °C und 1000 m geographischer Höhe. Gasturbine: Leistung nimmt mit ansteigender Temperatur/Höhe ab.

Betriebs-Gasdruck: Gasmotor: 6 bar. Gasturbine: 40 bar (zusätzlicher Verdichter notwendig).

Zweitbrennstoff: Ein Plus für die Turbine, da auch Öl eingesetzt werden kann, was beim Motor nicht geht.

Merkmale eines modular aufgebauten 200 MW-Kraftwerks Verglichen werden Anlagen mit zehn 20 MW Gasmotoren oder vier 50 MW Gasturbinen. Bei einer Lastanforderung von 160 MW würden acht Gasmotoren mit Volllast laufen, 2 befänden sich im Stillstand; bei der Turbinenversion würden 4 Maschinen bei Volllast und eine in Teillast laufen. Aufgrund der Wirkungsgradverluste der Teillast-Gasturbine ist unter dieser Annahme die Motorversion im Vorteil. Anmerkung des Verfassers: Es ließen sich auch Lastanforderungen definieren, bei denen das Turbinenkraftwerk im Vorteil ist. Natürlich gilt: 10 Maschinen mit kleiner Leistung lassen sich an einen konkreten Bedarfsfall besser anpassen als für dieselbe Kraftwerks-Nennleistung 4 leistungsstärkere Module. Auch mit Turbinen kleinerer Leistung kann man ein 200 MW Kraftwerk aufbauen. Entscheidend ist der Anwendungsfall, das sich daraus ergebende Lastprofil über die Zeit, die Umweltverträglichkeit sowie die fixen und variablen Kosten daraus ergeben sich Vor-

und Nachteile, die der interessierte Anwender bewerten und die Kaufentscheidung treffen muss. Bauzeiten: Ein 200
und Nachteile, die der interessierte Anwender bewerten und die Kaufentscheidung treffen muss. Bauzeiten: Ein 200

und Nachteile, die der interessierte Anwender bewerten und die Kaufentscheidung treffen muss.

Bauzeiten: Ein 200 MW Gasmotor-Kraftwerk lässt sich nach Angaben der Hersteller in einem Jahr bauen. Diese Zeitangabe basiert auf der Erfahrung im Rahmen der Genehmigung von kleinen Anlagen; da Erfahrung für große Kraftwerke noch fehlt, handelt es sich dabei um einen Erwartungswert der Hersteller. Mit Gesamtinvestitionskosten von 650 €/kW ist die Motorversion zwar teurer als die Turbinen- aber billiger als die GUD-Version

.

Die Vertreter der Gasmotoren-Hersteller verweisen zu Recht darauf, dass modulare Kraftwerke ergänzt mit Wärmespeichern an der Strombörse eine preisoptimierte Fahrweise ermöglichen. Anmerkung des Verfassers: Das gilt theoretisch trotz des Nachteils längerer

Anfahrzeiten und des Mankos eines niedrigeren Teillastwirkungsgrades auch für die Gasturbinenversion. Einige konkrete Bauprojekte werden umgesetzt, mit denen unwirtschaftliche GUD-Kraftwerke wieder ins Geld bzw. näher ans Geld kommen

sollen.

Das Motorkonzept soll umgesetzt werden. Die Stadtwerke Kiel (SWK) werden ein 200 MW Gaskraftwerk bauen; SWK hatte die Wahl zwischen einer Anlage mit vier 50 MW Gasturbinen und einer mit zwanzig 10 MW Gasmotoren. Die Entscheidung fiel für die Motorversion, wobei die Abwägung der Vor- und Nachteile gegen das erprobte Turbinen-Gesamtsystem mit seinem deutlich geringeren Platzbedarf fiel, nicht zuletzt wegen des zusätzlichen Gasverdichters und der Zweifel daran, dass die vom Hersteller zugesagte Schnellstartfähigkeit über die Nutzungsdauer der Anlage gewährleistet werden kann. Für die Motorenversion waren vor allem eine zuverlässige Schnellstartfähigkeit und die sehr guten elektrischen Wirkungsgrade über alle Lastbereiche ausschlaggebend. Die Vergabe soll im September 2015 erfolgen.