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Parameterkurven

1. Die Zykloiden

Die Zykloide entsteht als Bahn eines Punktes P, der mit einem Kreis vom Radius r im Abstand a vom Mittelpunkt M des Kreises fest verbunden ist, wenn dieser Kreis ohne zu gleiten auf einer Geraden rollt. Bezeichnet man das Bogenmaß des Rollwinkels mit t, lässt den Kreis auf der x-Achse eines kartesischen Koordinatensystems rollen und beginnt die Zählung der Abszissen, wenn P seine tiefste Lage hat, so ist der abgerollte Bogen mit der Länge rt um a sin(t) länger als die x-Koordinate, der Radius r um a cos(t) länger als die y-Koordinate von P.

der Radius r um a cos(t) länger als die y-Koordinate von P. Als Parameterdarstellung erhält man

Als Parameterdarstellung erhält man somit

x

=

(t)

=

rt

asin

(t)

y

=

( t )

=

r

acos

(t)

t [0 ; n [.

Je nach dem Verhältnis von a : r unterscheidet man die verkürzte Zykloide ( a < r ), die gemeine Zykloide ( a = r ) und die verlängerte Zykloide ( a > r ).

Die verkürzte Zykloide hat für t = 0 , 2 , 4

die verlängerte Zykloide hat an diesen Stellen zwei Punkte mit dem selben x-Wert. Die gemeine Zykloide hat hier Spitzen.

Minima mit dem Funktionswert r a;

Beispiel einer verkürzten Zykloide mit r = 2 und a = 1.5

hat hier Spitzen. Minima mit dem Funktionswert r a; Beispiel einer verkürzten Zykloide mit r =

Beispiel einer gemeinen Zykloide mit r = 2 und a = 2

Beispiel einer gemeinen Zykloide mit r = 2 und a = 2 Beispiel einer verlängerten Zykloide

Beispiel einer verlängerten Zykloide mit r = 2 und a = 4

Beispiel einer verlängerten Zykloide mit r = 2 und a = 4 2. Die Epizykloiden Die

2. Die Epizykloiden

Die Epizykloide entsteht als Bahn eines Punktes P, wenn ein Kreis k vom Radius r auf der Außenseite eines festen Kreises K mit dem Radius R abrollt. Je nach dem Abstand a des Punktes P vom Mittelpunkt M unterscheidet man die verkürzte Epizykloide ( a < r ), die gemeine Epizykloide ( a = r ) und die verlängerte Epizykloide ( a > r ).

Epizykloide ( a < r ), die gemeine Epizykloide ( a = r ) und die

Dreht sich der Radius OM = R + r um den Winkel , so dreht sich der Kreis k um den Winkel

=

+ 90 o

=

+

90 o (*)

Da die zugehörigen Kreisbögen gleich lang sind, gilt: R = r = R

Letzteres eingesetzt in (*) führt zu: = +

Für die Koordinaten des Punktes P erhält man:

r

R

r

90 o

=

R + r

r

x (R

=

+

r)cos( )

=

( R

+

r ) cos ( )

=

(R

+

r) cos( )

y (R + r)sin( )

=

a

a

a

a

sin( ) sin ( R + r cos( sin( R + r

r

R + r

r

r

)

)

90 o )

und analog:

90 o

Als Parameterdarstellung erhält man somit

x =

(t)

=

(R + r)cos(t)

y =

( t )

=

( R

+

r ) sin ( t )

 

acos( R + r t) asin ( R + r t )

r

r

t [0 ; n [.

Wie bei den Kurven der Zykloide in Bezug auf eine Gerade haben die der Epizykloide in Bezug auf den Umfang des festen Kreises K Spitzen, Schleifen oder Minima ohne doppelte Punkte. Ist R ein ganzzahliges Vielfaches von r, so hat die Kurve R : r Bögen, ist R : r

eine rationale Zahl

q-maligem Umkreisen von K.

Für R = r = a erhält man die Kardioide mit der Parameterdarstellung:

q p in der Grunddarstellung, so wiederholen sich die Stellen nach

x =

(t)

=

r(2 cos(t)

2 cos(t))

y =

( t )

=

r ( 2sin ( )

2 sin ( t ))

t [0; 2 [.

Beispiel einer verkürzten Epizykloide

mit R = 10, r = 2

und

a = 1

einer verkürzten Epizykloide mit R = 10, r = 2 und a = 1 Beispiel einer

Beispiel einer gemeinen Epizykloide

mit R = 10,

r = 4

und

a = 4

einer gemeinen Epizykloide mit R = 10, r = 4 und a = 4 Beispiel einer

Beispiel einer gemeinen Epizykloide

mit R = 10, r = 2

und

a = 2

einer gemeinen Epizykloide mit R = 10, r = 2 und a = 2 Beispiel einer

Beispiel einer verlängerten Epizykloide

mit

R = 10, r = 2

und

a = 5

gemeinen Epizykloide mit R = 10, r = 2 und a = 2 Beispiel einer verlängerten

3. Die Hypozykloiden

Im Unterschied zur Epizykloide entsteht eine Hypozykloide durch gleitfreies Abrollen eines Kreises k im Innern eines Festkreises K. Man kann sich den beweglichen Kreis k um die Tangente umgeklappt denken; die Strecken r und a sowie der Rollwinkel ändern ihr Vorzeichen. Die Parameterdarstellung lautet:

x =

(t)

=

(R

r)cos(t) +

y =

(t)

=

(R

r)sin(t)

acos( R r t) asin( R r t)

r

r

Beispiel einer verkürzten Hypozykloide

mit R = 10, r = 2

und

a = 1

einer verkürzten Hypozykloide mit R = 10, r = 2 und a = 1 Beispiel einer

Beispiel einer gemeinen Hypozykloide

mit R = 10, r = 3

und

a = 3

einer gemeinen Hypozykloide mit R = 10, r = 3 und a = 3 Beispiel einer

Beispiel einer verlängerten Hypozykloide

mit R = 12, r = 5

und

a = 7

verlängerten Hypozykloide mit R = 12, r = 5 und a = 7 t [ 0

t [0 ; n [.

Beispiel einer gemeinen Hypozykloide

mit R = 10, r = 2

und

a = 2

einer gemeinen Hypozykloide mit R = 10, r = 2 und a = 2 Beispiel einer

Beispiel einer verlängerten Hypozykloide

mit R = 10, r = 2

und

a = 5

einer verlängerten Hypozykloide mit R = 10, r = 2 und a = 5 Beispiel einer

Beispiel einer Astroiden

mit R = 12, r = 3

und

a = 3

einer verlängerten Hypozykloide mit R = 10, r = 2 und a = 5 Beispiel einer