Sie sind auf Seite 1von 78

GB £ 6,90

A · B · E · F · FIN · GR · I · L · P (cont) · SK · SLO: € 9,00

CH sfr 13,00

GR · I · L · P (cont) · SK · SLO: € 9,00 CH sfr
GR · I · L · P (cont) · SK · SLO: € 9,00 CH sfr

EINFACH

DEUTSCH

LERNEN

Learn German Estudiar alemán Apprendre l’allemand Imparare il tedesco Учим немецкий

NOVEMBER 2016

Imparare il tedesco Учим немецкий NOVEMBER 2016 Deutschland € 7,90 Hilfe, Fehler! Warum die Deutschen so
Imparare il tedesco Учим немецкий NOVEMBER 2016 Deutschland € 7,90 Hilfe, Fehler! Warum die Deutschen so
Imparare il tedesco Учим немецкий NOVEMBER 2016 Deutschland € 7,90 Hilfe, Fehler! Warum die Deutschen so
Deutschland € 7,90
Deutschland € 7,90

Hilfe,

Fehler!

Warum die Deutschen so ein großes Problem damit haben. Und warum Fehler beim Deutschlernen helfen.

Das neue

Deutsch-perfekt-E-Paper – schon für 1€* im Monat.

Jetzt NEU! Vorlesefunktion ausgewählter Artikel Ihres Sprachmagazins Interaktive Sprachkarten für optimalen
Jetzt NEU!
Vorlesefunktion ausgewählter
Artikel Ihres Sprachmagazins
Interaktive Sprachkarten für
optimalen Trainingserfolg
Optimal für die mobile Nutzung
geeignet
Bestellen Sie jetzt:
deutsch-perfekt.com/e-paper

*Digital-Upgrade für Abonnenten 1€ monatlich E-Paper für Neukunden 6,40 € monatlich

deutsch-perfekt.com/e-paper *Digital-Upgrade für Abonnenten 1€ monatlich E-Paper für Neukunden 6,40 € monatlich

Deutsch perfekt 11 / 2016

EDITORIAL

3

Deutsch perfekt 11 / 2016 EDITORIAL 3 „Wir machten einen Fehler – ein Leser entdeckte ihn

„Wir machten einen Fehler – ein Leser entdeckte ihn und fand ihn ‚nur lustig‘.“

ein Leser entdeckte ihn und fand ihn ‚nur lustig‘.“ 34 435 Wörter stehen in unserem Septem-
34 435 Wörter stehen in unserem Septem- der F¢nd, -e , etwas, das man gefunden
34 435 Wörter stehen in
unserem Septem-
der F¢nd, -e , etwas, das
man gefunden hat
berheft – zwei da-
den Eindruck haben

von sind leider nicht ganz richtig. Den einen Fehler entdeckte ein Deutschlerner: Wir hatten das Wort „Kartoffel“ mit einem „f“ zu viel geschrieben. Der Le- ser schickte uns eine kurze E-Mail, in der er uns über seinen Fund informierte. Wir hatten fast den Ein- druck, dass ihm die Sache ein bisschen Spaß machte. Den Fehler fand er nämlich „nur lustig“, außerdem dankte er für „eine tolle Zeitschrift“. Die andere Entdeckung machte eine Deutsche:

Wir hatten „in die Arbeit gehen“ geschrieben. Das ist umgangssprachlich oder wenigstens süddeutsch. Besser wäre „zur Arbeit gehen“. Die Leserin schickte uns eine lange E-Mail, in die sie uns zum Beleg einen Text aus der deutschen Orthografie-Bibel, dem Du - den, kopierte. Sie schrieb, dass sie sich „wundert“: „Je- der Deutsche merkt doch sofort, dass das falsch ist.“ War es nur ein Zufall, dass die deutsche Leserin (die das Heft – fantastisch – für Flüchtlinge gekauft hatte) ihre Entdeckung so viel ernster nahm als der Lerner? Oder ist ihre E-Mail wirklich ein Beispiel für die deutsche Art, auch mit kleinen Fehlern große Probleme zu haben? Dieses Phänomen hat unsere Redakteurin Claudia May untersucht (ab Seite 16). Sie sagt:„Deutsche haben einen Hang zum Perfektio- nismus. Aber: Fehler gehören zum Leben. Man muss nur richtig damit umgehen.“ Das gilt auch für Lerner: Warum Fehler beim Ler- nen nicht nur kein Problem, sondern wichtig sind, erklärt am Ende unseres großen Fehler-Dossiers die Bochumer Wissenschaftlerin Karin Kleppin im In- terview (ab Seite 34). Seit rund 30 Jahren beschäftigt sie sich mit dem Thema. Sehr gefreut haben wir uns übrigens, dass uns der berühmte Künstler Hans-Peter Feldmann Bilder zum Thema geschickt hat – zu sehen ab Seite 18.

, ≈ glauben; meinen

¢mgangssprachlich

, in der gesprochenen Sprache

der Bel e g, -e

, hier: Sache, die zeigen soll, dass eine Aussage richtig ist

der Zu fall, ¿e , hier:

Sache, die passieren kann

der Fl•chtling, -e

, Person, die aus religiösen, politischen oder ethnischen Gründen aus ihrer Heimat weg- gegangen ist

¡rnst n e hmen

, hier: schlimm finden

die Redakteurin, -nen franz. , ≈ Journalistin

einen H„ng ha ben z u

, … besonders gern tun

gehö ren z u

, ≈ ein Teil sein von

¢mgehen m“t

, hier: ≈ richtig reagieren auf; ≈ richtig leben mit

g¡lten f ür

, hier: wichtig sein für

die W“ssenschaftlerin, -nen

, Person, die ein Thema systematisch untersucht

s“ch beschæftigen m“t

, hier: studieren; unter- suchen

Ich wünsche Ihnen viel Freude mit diesem Heft!

Ihr Jörg Walser Chefredakteur Titelfoto: iStock; Foto: Blende11Fotografen
Ihr
Jörg Walser
Chefredakteur
Titelfoto: iStock; Foto: Blende11Fotografen

Deutsch als Fremdsprache Für Lerner mit Arabisch als Ausgangssprache

BLINDTEXT THEMA

3

ISBN 978-3-589-25803-1
ISBN 978-3-589-25803-1

Sprachkurs Plus

• Lehrbuch mit Wortschatz Deutsch-Englisch

• Begleitbuch auf Arabisch

• Audiomaterial als MP3- Download

ISBN 978-3-589-25802-4
ISBN 978-3-589-25802-4

Grund- und Aufbauwort-

schatz nach Themen mit Übersetzungen auf Arabisch

• Zweisprachiges Lernwörter- buch mit den 4.000 wichtig- sten deutschen Wörtern

• Arabische Übersetzungen aller Stichwörter

Weitere Informationen unter cornelsen.de/lextra

sten deutschen Wörtern • Arabische Übersetzungen aller Stichwörter Weitere Informationen unter cornelsen.de/lextra

4

DIE THEMEN DES MONATS

Deutsch perfekt 11 / 2016

Themen

In diesem Heft:

13 Seiten Sprachteil

30

GESCHICHTEN AUS DER GESCHICHTE Tote Fische im roten Rhein

30 GESCHICHTEN AUS DER GESCHICHTE Tote Fische im roten Rhein 42
30 GESCHICHTEN AUS DER GESCHICHTE Tote Fische im roten Rhein 42
30 GESCHICHTEN AUS DER GESCHICHTE Tote Fische im roten Rhein 42

42

32

WIE DEUTSCHLAND FUNKTIONIERT Die Hauptuntersuchung

44

 

45

40

DEBATTE Brauchen wir Laubbläser wirklich?

40 DEBATTE Brauchen wir Laubbläser wirklich?

68

WIE GEHT ES EIGENTLICH DER … Eckkneipe?

68 WIE GEHT ES EIGENTLICH DER … Eckkneipe? 46

46

74

BITTE SCHÖN WEIT AUFMACHEN! Heilende Architektur beim Zahnarzt

48

51

Standards

 

6

Deutschland-Bild

6 Deutschland-Bild  
 

8

Panorama

13

Die deutschsprachige Welt in Zahlen

 

53

63

Mein erstes Jahr

63 Mein erstes Jahr  
 

64

Kulturtipps

71

Kolumne – Alias Kosmos

 

54

72

Reisetipps

 

76

D-A-CH-Menschen

 

55

ATLAS DER ALLTAGSSPRACHE Der Buchstabe „ß“

WÖRTER LERNEN Im Museum

WÖRTER LERNEN Im Museum

ÜBUNGEN ZU DEN

ÜBUNGEN ZU DEN

THEMEN DES MONATS Mehr Sicherheit mit Wörtern und Texten

GRAMMATIK

Das Genus

Mehr Sicherheit mit Wörtern und Texten GRAMMATIK Das Genus DEUTSCH IM BERUF Konstruktives Feedback SCHREIBEN /

DEUTSCH IM BERUF Konstruktives Feedback

SCHREIBEN / SPRECHEN / VERSTEHEN Sammelkarten:

Erfolg bei der Jobsuche / Oje, eine Panne! / Rund um den Vogel

DEUTSCH IM ALLTAG Über die Arbeit sprechen

RATEN SIE MAL! Rätsel zu den Themen des Monats

WORTKOMPASS Extra-Service Übersetzungen in Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Polnisch, Russisch, Ungarisch

14

FehlerFranzösisch, Italienisch, Polnisch, Russisch, Ungarisch 14 im System Ob in der Arbeit, in der Beziehung oder

imItalienisch, Polnisch, Russisch, Ungarisch 14 Fehler System Ob in der Arbeit, in der Beziehung oder in

System

Polnisch, Russisch, Ungarisch 14 Fehler im System Ob in der Arbeit, in der Beziehung oder in
Polnisch, Russisch, Ungarisch 14 Fehler im System Ob in der Arbeit, in der Beziehung oder in

Ob in der Arbeit, in der Beziehung oder

in der Freizeit: Mit Fehlern haben die Deutschen ein großes Problem. Und das, obwohl es manchmal gar nicht14 Fehler im System Ob in der Arbeit, in der Beziehung oder schlecht ist, etwas falsch

schlecht ist, etwas falsch zu machen.ein großes Problem. Und das, obwohl es manchmal gar nicht 58 Der kleine Ozean Das Aquarium

es manchmal gar nicht schlecht ist, etwas falsch zu machen. 58 Der kleine Ozean Das Aquarium

58

Der kleine Ozean

schlecht ist, etwas falsch zu machen. 58 Der kleine Ozean Das Aquarium war immer eine eigene

Das Aquarium war immer eine eigene kleine Welt. Aber heute muss der Fischkosmos aus Glas extrem groß und luxuriös sein.

34 „Ein Lieblingsfehler pro Woche“ Warum ist es gut, beim Lernen Fehler zu machen? Karin
34
„Ein Lieblingsfehler
pro Woche“
Warum ist es gut, beim Lernen
Fehler zu machen? Karin Kleppin,
Expertin für innovative Lernfor-
men, im Interview.

Deutsch perfekt 11 / 2016

DIE THEMEN DES MONATS

5

36 Privatflug für wenig Geld Bei fremden Menschen im Auto mitfahren – das machen viele.
36
Privatflug für wenig Geld
Bei fremden Menschen im
Auto mitfahren – das machen
viele. Aber man kann auch
privat in kleinen Flugzeugen
mitfliegen. Und dieses ex-
klusive Reisen ist auch noch
ziemlich günstig.

Lernen mit Deutsch-perfekt-Produkten

ziemlich günstig. Lernen mit Deutsch-perfekt-Produkten Deutsch perfekt Audio der Trainer für Hörverstehen und

Deutsch perfekt

Audio

der Trainer für Hörverstehen und Aussprache, auf CD oder als Download. Achten Sie im Heft auf diese

Symbole:

Zu diesen Artikeln können

Sie Texte und Übungen auf Deutsch perfekt Audio hören.

Sie Texte und Übungen auf Deutsch perfekt Audio hören. und kurz . Deutsch perfekt plus 24

und kurz

.
.
und Übungen auf Deutsch perfekt Audio hören. und kurz . Deutsch perfekt plus 24 Seiten Übungen

Deutsch perfekt

plus

24 Seiten Übungen und Tests zu Grammatik, Vokabeln und mehr. Achten Sie im Heft

auf diese Symbole: und kurz . Zu diesen Artikeln finden Sie nämlich Übungen in Deutsch
auf diese Symbole:
und
kurz
.
Zu diesen Artikeln finden
Sie nämlich Übungen in
Deutsch perfekt plus.
finden Sie nämlich Übungen in Deutsch perfekt plus. Deutsch perfekt im Unterricht kostenlos für alle Lehrer,

Deutsch perfekt

im Unterricht

kostenlos für alle Lehrer, die Deutsch perfekt abonniert haben.

Noch mehr Informationen und Übungen: www.deutsch-perfekt.com www.facebook.com/deutschperfekt GER: Gemeinsamer Texte
Noch mehr Informationen und Übungen:
www.deutsch-perfekt.com
www.facebook.com/deutschperfekt
GER: Gemeinsamer
Texte auf Stufe
A2 des GER
Texte auf Stufe
B1 des GER
Texte auf den Stufen
B2 bis C2 des GER
europäischer
Referenzrahmen
m
lockere Umgangssprache
1
Gegenteil von
o
d
negativ
langer, betonter Vokal
a
Vorsicht, vulgär!
¢
kurzer, betonter Vokal
ungefähr, etwa
, ¿er
Plural-Formen
Fotos: Interfoto; Wingly; Hans-Peter Feldmann, VG-Bild Kunst, Bonn 2016

Foto: Getty Images

Fotos: picture alliance/dpa

Neue Perspektive

Nein, hier war kein Tornado.Getty Images Fotos: picture alliance/dpa Neue Perspektive Das Haus soll genau so sein – und auf

Das Haus soll genau so sein – und auf dem Dach balancieren. Dank eines 31 Tonnen schweren Fundaments kippt es nicht um. Trotzdem dürfen Besucher fragen: Wo ist oben, wo ist unten? Das ist bei „Toppels Haus“ in Wertheim (Baden-Württemberg) nämlich nicht so einfach zu sehen. Geht man hinein, steht man auf der Decke. Die Möbel, wie Bett oder Schrank, hängen über einem. Möchte man eine Tasse auf den Tisch stellen, muss man sie festhalten. Auch ein Auto hängt an der Decke des Carports am Haus. Spezielle Dübel halten die mehr als 200 Möbel und andere Dinge fest. Zwei Freunde haben dieses Haus mit der komplett anderen Perspektive gebaut: Andreas Haken und Burkhard Scheck. Haken wollte wissen, wie es ist, auf einer Decke zu laufen. Jetzt kann jeder das Haus besuchen. Gut für die Gäste: Die Treppe zum Eingang des Hauses steht richtig herum.

d„nk , wegen der Dübel, - , ≈ kleines Ding aus ¢mkippen Plastik: Man macht
d„nk , wegen
der Dübel, -
, ≈ kleines Ding aus
¢mkippen
Plastik: Man macht es in
,
hier: zur Seite fallen
die Wand.
die D¡cke, -n
bauen
hier: obere Seite von
einem Raum: Dort hängt
z. B. eine Lampe.
,
, hier: ein Haus machen
r“chtig her¢m
, ≈ so wie man es
f¡sthalten
kennt; richtig
, mit der Hand halten
oder mit Werkzeugen stabil
machen

Deutsch perfekt 11 / 2016

DEUTSCHLAND-BILD

7

Foto: M. Porro/Getty Images

Fotos: picture alliance/dpa

8

PANORAMA

Deutsch perfekt 11 / 2016

Otto Dix hat für seine Kinder Bilderbücher gemacht.

BILDERBUCH

Millionen-

Sensation aus 14 Blättern

gemacht. BILDERBUCH Millionen- Sensation aus 14 Blättern Otto Dix (1891 - 1969) war einer der wichtigsten
gemacht. BILDERBUCH Millionen- Sensation aus 14 Blättern Otto Dix (1891 - 1969) war einer der wichtigsten

Otto Dix (1891 - 1969) war einer der wichtigsten deutschen Maler des Rea- lismus. Besonders bekannt sind seine harten Bilder über den Ersten Weltkrieg. Jetzt weiß man: Dix hat auch ganz ande- re Bilder gemalt – mit vielen Farben als Geschenk-Kollektionen für seine Kinder und seine Enkeltochter. Auch seine Stief- tochter Hana hat 1925 als Fünfjährige ein Bilderbuch von Dix bekommen. Sie hat es bis zu ihrem Tod im Jahr 2006 aber nie- mandem gezeigt. Auch nicht den zwei Ga- leristen aus Düsseldorf, die das legendäre Geschenk viele Jahre lang gesucht haben. Erst nach Hanas Tod hat ihre Tochter er- laubt, die Blätter zu zeigen. Das Bilderbuch für Hana ist mit 14 Aquarellen als einzige der Geschenk-Kollektionen komplett ge- blieben – eine Sensation mit einem Wert von wahrscheinlich rund 1,5 Millionen Euro. Themen der Bilder sind Legenden und Episoden aus der Bibel, zum Beispiel das Motiv David gegen Goliath. Das Bil- derbuch für Hana kann man in Düsseldorf jetzt zum ersten Mal sehen: bis zum 22. Dezember in der Galerie Remmert und Barth und ab Februar zusammen mit an- deren Bildern des Malers in einer großen Dix-Retrospektive in der Kunstsamm- lung Nordrhein-Westfalen.

in der Kunstsamm- lung Nordrhein-Westfalen. Eine der Geschenk- Kollektionen kann man jetzt zum ersten

Eine der Geschenk- Kollektionen kann man jetzt zum ersten Mal sehen – in der Galerie von Herbert Remmert in Düsseldorf.

sehen – in der Galerie von Herbert Remmert in Düsseldorf. der M a ler, - ,
sehen – in der Galerie von Herbert Remmert in Düsseldorf. der M a ler, - ,

der Maler, -

, Person: Sie macht Bilder.

h„rt

, hier: so, dass sie zeigen, wenn jemand verletzt oder totgemacht wird

der Erste W¡ltkrieg

, ≈ Streit zwischen vielen Nationen 1914 - 1918

die Stieftochter, ¿

, Tochter von einem Ehepartner aus einer früheren Ehe

der Tod

, Ende vom Leben

das Aquar¡ll, -e

, Bild: Man hat es mit Wasserfarben gemacht.

-e , Bild: Man hat es mit Wasserfarben gemacht. ei nzige , hier: es gibt keine

einzige

, hier: es gibt keine andere

der Wert, -e

, Preis

das Thema, Themen , hier: ≈ Inhalt von einem Bild

die K¢nstsammlung, -en

, ≈ Museum; von: Kunst sammeln = ästhetische

Dinge, z. B. Bilder, Bücher, Geschirr oder Skulpturen sammeln und in einer Ausstellung zeigen

Deutsch perfekt 11 / 2016

PANORAMA

9

Fotos: picture alliance/dpa (2); Galerie Remmert und Barth; iStock

BIOLOGIE

Meerestiere haben Zeit-Instinkt

und Barth; iStock BIOLOGIE Meerestiere haben Zeit-Instinkt Seehunde können Intervalle von Millisekunden
und Barth; iStock BIOLOGIE Meerestiere haben Zeit-Instinkt Seehunde können Intervalle von Millisekunden

Seehunde können Intervalle von Millisekunden differenzieren. Das haben Wissenschaftler des Robben-Forschungszentrums der Universität Rostock herausgefunden.Vor der Untersuchung hatten Experten gedacht, dass Seehunde nur im Hier und Jetzt leben, ein Gestern nicht kennen. Aber ein Experiment hat etwas anderes gezeigt: Die Wissenschaftler haben dem Seehund Luca auf einem Monitor einen Kreis gezeigt. Dieser Kreis hat für ein programmiertes Zeitintervall geleuchtet. Dann hat auf dem Monitor ein zweiter Kreis geleuchtet. Luca konnte differenzieren, welcher Kreis länger leuchtet. Um das zu zeigen, hat der Seehund links oder rechts vom Monitor eine Kugel angetippt. Der Zeit-Instinkt, so sagen die Experten, ist für die Seehunde beim Suchen nach Futter und für die Orientierung im Meer wichtig. Jetzt wollen die Wissenschaftler untersuchen, ob andere Meerestiere auch einen Zeit-Instinkt haben.

ob andere Meerestiere auch einen Zeit-Instinkt haben. der S ee hund, -e , Tier mit grauen
ob andere Meerestiere auch einen Zeit-Instinkt haben. der S ee hund, -e , Tier mit grauen

der Seehund, -e

, Tier mit grauen oder schwarzen sehr kurzen Haaren: Es lebt in kalten Meeren.

der W“ssenschaftler, -

, Person: Sie untersucht etwas systematisch.

die R¶bbe, -n

, Tier: Es hat graue oder schwarze, sehr kurze Haare und lebt in kalten Meeren.

oder schwarze, sehr kurze Haare und lebt in kalten Meeren. das F¶rschungszentrum, l eu chten -zentren
oder schwarze, sehr kurze Haare und lebt in kalten Meeren. das F¶rschungszentrum, l eu chten -zentren

das F¶rschungszentrum,

leuchten

-zentren

,

Licht reflektieren

, Zentrum: Dort gibt es verschiedene Institute für die Forschung.

(die F¶rschung

, Arbeit für mehr Wissen)

herausgefunden , Part. II von: heraus-

finden = hier: durch syste- matische Untersuchungen lernen

die Kugel, -n

, ≈ kleiner Ball

„ngetippt

, Part. II von: antippen ≈ hier: mit der Nase kurz drücken

das F¢tter

, Essen für Tiere

WAS HEISST

Was heißt „Nestbeschmutzer“?

Wenn man zu einem Menschen Nestbeschmutzer sagt, ist dies negativ gemeint. Es soll zeigen:

Diese Person hat etwas an einer Gruppe kritisiert, in der sie selbst Mitglied ist. Also zum Beispiel Missstände in der Firma, in ei- ner politischen Partei oder in der eigenen Familie. Und das hätte sie nicht vor anderen Leuten tun sollen. Es gibt aber auch ein positiveres Wort für den Nestbe- schmutzer: Whistleblower.

?

Wort für den Nestbe- schmutzer: Whistleblower. ? das N¡st, -er , Wohnplatz von einem Vogel beschm¢tzen

das N¡st, -er

, Wohnplatz von einem Vogel

beschm¢tzen

, schmutzig machen

das M“tglied, -er

, Person: Sie ist bei einer (organisierten) Gruppe.

der M“ssstand, ¿e

, ≈ Sache: Sie ist schlecht.

hætte … n“cht tun s¶llen

, Konj. II der Vergangen- heit von: nicht tun sollen

, Konj. II der Vergangen- heit von: nicht tun sollen WOHNEN Zu viel Platz, zu wenige

WOHNEN

Zu viel Platz, zu wenige Menschen

nicht tun sollen WOHNEN Zu viel Platz, zu wenige Menschen Hohe Mieten, zu wenige Wohnungen –

Hohe Mieten, zu wenige Wohnungen – über dieses Problem liest man in Deutschland viel. Aber auch das Gegenteil stimmt. Denn auf dem Land stehen in manchen Regionen viele Wohnungen leer: nämlich mehr als zwei Millionen. Das sagt eine Untersu- chung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung. Leere Wohnungen gibt es besonders in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, im Ruhrgebiet und im Saarland. In manchen Teilen Ostdeutschlands sind mehr als 15 Prozent aller Wohnungen leer. Im Kontrast dazu stehen teure Großstädte wie München, Frankfurt oder Hamburg. Dort können viele Menschen die ho- hen Mieten nicht mehr bezahlen und finden keine Wohnung. In Deutschland sind also verschiedene Lösungen nötig: Arbeitsplät- ze auf dem Land, damit die Menschen dort nicht wegziehen. Und in populären Städten mehr günstige Wohnungen.

Und in populären Städten mehr günstige Wohnungen. au f dem L„nd hier: 1 , in der

au f dem L„nd

hier: 1

,

in der Stadt

leer stehen

, hier: keinen Mieter haben

das B¢ndesinstitut f ü r

B au -, St„dt- ¢nd Raum-

forschung

, Institut für ganz Deutschland: ≈ Es berät die Regierung, wie viele Häuser und Wohnungen Deutsch- land braucht und wo.

(bauen

, hier: Häuser machen)

(die F¶rschung

, Arbeit für mehr Wissen)

das Ruhrgebiet

, Region mit vielen Industriestädten in Nord- rhein-Westfalen

10

PANORAMA

Deutsch perfekt 11 / 2016

10 PANORAMA Deutsch perfekt 11 / 2016 KREATIVPROJEKT Fliegende Gäste Sie hat 24 Stunden auf –

KREATIVPROJEKT

Fliegende Gäste

Sie hat 24 Stunden auf – und das an sieben Tagen in der Woche. Besucher kommen sehr viele. Trotzdem: Probleme mit lauter Musik gibt es nicht. Auch keine unzufriedenen Nachbarn. Denn die Metbar ist ein Nachtklub nur für Bienen. Sie steht auf dem Dach eines Hauses in München. Die Idee dafür hatte das Kreativduo Edgy & Cheesy. „Urbane Bienen brauchen ein urbanes Zuhause und nach ’nem harten Arbeitstag einen Ort zum Runterkommen“, sagen die beiden. Also haben sie ein kleines Haus mit mehreren Stockwerken konstruiert. Ganz unten, im Erdgeschoss, ist der Nachtklub. Mit dem Projekt möchte Edgy & Cheesy erreichen, dass sich die Menschen für die aktuellen Probleme der fleißigen, kleinen Tiere interessieren:

In den letzten Jahren ist die Zahl der Bienenpopulationen nämlich immer kleiner geworden. Und in Metropolen ist es für sie besonders schwer, einen Platz zu finden. In der Metbar sind die Tiere willkommen. Und für die Getränke müssen sie dort auch nichts bezahlen.

VERKEHR

Facebook hilft Fahrern ohne Ticket

nichts bezahlen. VERKEHR Facebook hilft Fahrern ohne Ticket „S-Bahn-Haltestelle Neugraben, Achtung, Großkontrolle.“

„S-Bahn-Haltestelle Neugraben, Achtung, Großkontrolle.“ So kann ein Post in der Facebook-Gruppe „Schwarzfahren Hamburg“ aussehen. Denn zum Ärger der Nahverkehrsfirmen helfen die sozialen Medien beim Fahren ohne Ticket:

Schwarzfahrer warnen sich in speziellen Facebook-Gruppen vor Kontrollen. 60 Euro kostet es, wenn man in Deutschlands Bussen und Bahnen ohne Ticket erwischt wird. Das sind 20 Euro mehr als noch vor einem Jahr. Die Schwarzfahrer stört das aber nicht. Laut Wirtschaftswoche ist ihre Quote in deutschen Städten mit rund 2,6 Prozent identisch geblieben. Die meisten illegalen Fahrgäste sind in Berlin unterwegs: Dort sind es fast sechs Prozent. Die Nahverkehrsfirmen wollen deshalb, dass Schwarzfahren noch sehr viel teurer wird.

deshalb, dass Schwarzfahren noch sehr viel teurer wird. Nach der Arbeit kommen sehr spezielle Besucher in

Nach der Arbeit kommen sehr spezielle Besucher in diese Bar.

Nach der Arbeit kommen sehr spezielle Besucher in diese Bar. der M e t , alkoholisches

der Met , alkoholisches Getränk mit Honig

(der Honig , gelbe oder braune, süße Substanz)

die Biene, -n , sehr klei- nes Tier: Es stellt Honig her.

das Kreativduo, -s

, hier: zwei Personen: Sie arbeiten immer zusammen an kreativen Projekten.

urban , hier: so, dass sie in der Stadt leben

das Zuhause

, Haus oder Wohnung

’nem , m einem

h„rt , hier: so, dass sie viel gearbeitet haben

r¢nterkommen

, m

≈ sich ausruhen

hier: ruhig werden;

das St¶ckwerk, -e

, z. B. 1. Stock, 2. Stock …

werden; das St¶ckwerk, -e , z. B. 1. Stock, 2. Stock … schw„rzfahren ohne Fahrkarte mit

schw„rzfahren

ohne Fahrkarte mit Bahn oder Bus fahren

,

die Nahverkehrsfirma, -firmen

, Transportmittel für den Verkehr auf kurzen Wegen

w„rnen vor

, sagen, dass man aufpas- sen soll

erw“scht werden

, hier: gefunden werden, wenn man etwas Verbo- tenes tut

Laut W“rtschaftswoche …

, In der Wirtschaftswoche steht, dass …

der Fahrgast, ¿e

, Passagier in Bus, Bahn oder Straßenbahn

unterwegs sein

, hier: hin und her fahren

GESUNDHEIT

unterw egs s ei n , hier: hin und her fahren GESUNDHEIT Saubere Zähne In den

Saubere

Zähne

In den Mündern deutscher Jugendli- cher sieht es super aus. 81 Prozent der 12-Jährigen haben komplett karies- freie Zähne. Das sind doppelt so viele wie 1997 – so das Resultat der Mund- gesundheitsstudie des Instituts der Deutschen Zahnärzte (IDZ). 4600 Menschen haben daran teilgenom- men. Im globalen Vergleich sind die Zähne der Deutschen top, sagt das

IDZ. Und auch bei älteren Menschen

sieht es gut aus: Sie behalten immer länger ihre eigenen Zähne. Nur noch

jeder Achte im Alter zwischen 65 und

74 Jahren ist komplett zahnlos. 1997

war es jeder Vierte. Grund für die po-

sitiven Zahlen ist außer fleißigem

Zähneputzen die Prophylaxe: Circa

75 Prozent der Studienteilnehmer

gehen regelmäßig zur Kontrollunter-

suchung zum Zahnarzt. Viele lassen

dort auch eine Zahnreinigung ma-

chen. Die Studie zeigt aber auch, dass

Menschen aus sozial schwächeren

Milieus öfter Zahnprobleme haben.

aus sozial schwächeren Milieus öfter Zahnprobleme haben. k a riesfrei , ohne Karies d¶ppelt , zweimal

kariesfrei

,

ohne Karies

d¶ppelt

,

zweimal

die M¢ndgesundheits-

studie, -n

, systematische

Untersuchung zur

Mundgesundheit

zahnlos

, ohne Zähne

Untersuchung zur Mundgesundheit z a hnlos , ohne Zähne der Gr¢nd, ¿e , hier: ≈ Erklärung:

der Gr¢nd, ¿e

,

hier: ≈ Erklärung:

Warum ist das so?

regelmäßig

, immer wieder, z. B. ein Mal pro Jahr

sozial schwæcher

hier: so, dass man arbeitslos oder arm ist

,

das Milieu, -s franz.

, hier: soziale Klasse

Deutsch perfekt 11 / 2016

PANORAMA

11

Deutsch perfekt 11 / 2016 PANORAMA 11 3 FRAGEN Im Motorrad- Flugzeug Andreas Zmuda und Doreen

3 FRAGEN

Im Motorrad- Flugzeug

Andreas Zmuda und Doreen Kröber flie- gen um die Welt. Am 21. Juli 2012 sind die beiden in Florida gestartet – aktuell sind sie für kurze Zeit in Deutschland, bevor sie weiterreisen.

Herr Zmuda, Sie sind am 9. Oktober mit Ihrem „fliegenden Motorrad“ auf dem Flughafen Frankfurt gelandet. Brauchen Sie eine Pause?

Nein, wir wollen aber ein bisschen Geld verdienen. Wir machen jetzt eine Tour durch mehr als 72 Städte und erzählen von unserem Projekt. Wir waren schon in mehr als 30 Ländern, zum Schluss in Kanada. Wir wollten im August über Grönland und Island nach Norwegen weiterreisen. Aber das Wetter war leider

zu schlecht. Deshalb haben wir unser Ultraleichtflug- zeug mit dem Schiff von Montreal nach Antwerpen geschickt. Von da sind wir dann bis nach Frankfurt weitergereist. Wie schnell können Sie denn fliegen? Unser „fliegendes Motorrad“ schafft bis zu 110 Ki- lometer pro Stunde. Wir fliegen immer drei bis vier Stunden. Da dauern große Distanzen natürlich lange. Aber wir wollen auch nicht schnell sein. Es ist die ur- sprünglichste Form des Fliegens, und ich fühle mich frei wie ein Vogel. Man muss natürlich auf das Wet- ter aufpassen. Sonst kann es gefährlich werden. Aber ein bisschen Regen ist okay – wir haben wasserdichte Kleidung an. Und wann starten Sie wieder? Geplant haben wir das für nächstes Jahr im April. Zu- erst geht es nach Skandinavien, dann über Osteuropa in die Türkei und Griechenland. Dann geht es Rich- tung Süden nach Italien und weiter bis Afrika. Wir werden sicher noch sechs bis acht Jahre reisen. Aber warum auch nicht?

noch sechs bis acht Jahre reisen. Aber warum auch nicht? l„nden , mit dem Flugzeug ankommen

l„nden

, mit dem Flugzeug ankommen

über

, hier: vorbei an

das }ltraleichtflugzeug, -e

, extrem leichtes Flugzeug

sch„ffen

, hier: erreichen können; fliegen können

ursprünglich

, hier: natürlich

w„sserdicht

, so, dass kein Wasser durchkommt

¡s geht

, hier: wir fliegen

R“chtung Süden

, ≈ nach Süden

NAVIGATOR Regen Diesen Ort gibt es wirklich Das Wort Einen Schirm zum Spaziergang mitzunehmen, ist
NAVIGATOR
Regen
Diesen Ort gibt es
wirklich
Das Wort Einen Schirm zum
Spaziergang mitzunehmen,
ist bei schlechtem Wetter eine
gute Idee. Denn wenn Regen
fällt, bleibt man damit trocken.
Kilometer langen Fluss
Regen, der in Regensburg in
die Donau fließt. Und woher
hat der Fluss seinen Namen?
Dazu gibt es verschiedene
Meinungen. Experten denken,
er kommt aus der keltischen
Sprache. Die Germanen haben
ihn Regana genannt, die Rö-
mer Reganum oder Reganus.
In einer Urkunde aus dem Jahr
1140 steht dann das Wort Re-
gen. Sicher ist: Auch in Regen
scheint die Sonne.
der Bayerische Wald
Gebiet in Bayern an der
Grenze zu Tschechien
,
fließen
,
≈ gehen
gen„nnt
Part. II von: nennen =
hier: sagen zu
,
der Römer, -
Der Ort Regen ist eine Stadt
im Bayerischen Wald. Dort
ist das Wetter aber nicht
besonders schlecht: Der Name
kommt nämlich von dem 169
hier: Einwohner vom
historischen Rom
,
die Urkunde, -n
,
offizielles Dokument;
Dokument von einem Amt
Fotos: Edgy & Cheesy; www.trike-globetrotter.de

12

PANORAMA

Deutsch perfekt 11 / 2016

Fotos: Okinlab

START-UP DES MONATS Individuelles Möbeldesign
START-UP DES MONATS
Individuelles Möbeldesign

Die Idee Kunden designen ihre Möbel selbst. Warum braucht die Welt das? Tisch, Stuhl und Schrank sollen optimal in den Raum passen – und gern auch etwas extravagant sein. Der schönste Moment? Immer wieder zu sehen, wie fantastisch die Möbel sind, die die Leute konfigurieren.

In der ersten Nacht hat Ales- sandro Quaranta nicht geschla- fen, weil er sich so gefreut hat. Ihm und seinem Partner Ni- kolas Fleth war nämlich klar:

Ihre Idee kann funktionieren. Warum nicht Maschinen mit dem Web kombinieren, um individuelle Möbel zu desig- nen? Möbel, die genau in ei- nen Raum passen – und sich

an natürlichen Formen orien- tieren. „Angefangen hat alles mit einem Projekt an der Universität des Saarlandes“, erzählt Quaranta. „Ein Laden wollte ein ästhetisches Re- galsystem haben, aber der Raum war sehr schmal und hoch.“ Also hat das Duo nach einer individuellen Lösung gesucht – und wenig später die Firma Okinlab gegründet. „Mit der Hilfe

einer intuitiven Software kann jetzt

jeder seine eigenen Möbel designen“, sagt Quaranta. So kann ein Regal zum Beispiel unten nur 20, oben aber 40 Zentimeter breit sein. „Dann macht man es an der Wand fest, damit es stabil steht“, erklärt der 35-Jährige. Die Software orientiert sich an der Natur. Nach dem Konfigurieren schneiden Maschinen die Holzplatten. Möbel des Start-ups stehen jetzt schon in Kindergärten, Bibliotheken oder Arztpraxen. Aber ist so viel Individualität nicht sehr teuer? „Der Preis hängt stark davon ab, wie viel Material man braucht“, erklärt Quaranta. „Wir starten mit 200 Euro – bei ei- ner mehrere Meter hohen Regalwand können es dann natürlich auch 2000 Euro sein.“ Während der Kunde sein Möbelstück konfiguriert, sieht er bei je- dem Klick den Preis. Wenn es zu teuer wird, muss man sein Regal einfach ein bisschen kleiner machen.

muss man sein Regal einfach ein bisschen kleiner machen. Den Text auf dieser Seite können Sie
einem Premium-Abo hören: www.deutsch-perfekt.com/service das Regalsystem, -e , Konstruktion aus Holz und/oder
das Regalsystem, -e , Konstruktion aus Holz und/oder Metall: Darin kann man Dinge lagern, z.
das Regalsystem, -e
, Konstruktion aus Holz
und/oder Metall: Darin
kann man Dinge lagern, z. B.
Bücher hineinstellen.
schmal , 1
breit

das Duo, -s

, hier: zwei Personen: Sie arbeiten immer zusammen.

gr•nden , starten

f¡stmachen „n

, mit Werkzeugen stabil machen an

die H¶lzplatte, -n

, dünnes, großes Stück aus Holz

„bhängen v¶n

, hier: ≈ in Kombination sein mit

während

, in der Zeit, wenn

einfach , hier: nur

Deutsch perfekt 11 / 2016

DIE DEUTSCHSPRACHIGE WELT IN ZAHLEN

13

Fotos: mauritius images; iStock

WELT IN ZAHLEN 13 Fotos: mauritius images; iStock 10,4 Jahre früher – im Durchschnitt im Alter

10,4

Jahre früher – im Durchschnitt im Alter von 70,9 – sterben Frauen, die rauchen.

im Alter von 70,9 – sterben Frauen, die rauchen. 925 200 Menschen sind im Jahr 2015

925 200

Menschen sind im Jahr 2015 in Deutschland gestorben.

8

Prozent der Deutschen ster- ben an einer chronischen Herz- krankheit. Auf Position zwei der Todesursachen: Herzinfarkt (5,5 Prozent). An dritter Stelle steht Krebs in Lunge oder Bronchien (5,2 Prozent).

Schöner

sterben

Am 2. November erinnern Katholiken an die Toten. Sonst ist das Sterben ein Tabu. Schade – denn es ist interessant, auch in Zahlen.

Tag, sagt der Mythos, leben 1 Ein-

tagsfliegen. Stimmt nicht ganz:

Viele leben nur wenige Stunden

– bis sie keine Energie mehr

haben. Zeit zum Essen bleibt da

nicht. Um sich zu vermehren,

schon. Aber die Tiere haben als

Larven etwas mehr Zeit, näm-

lich bis zu drei Jahre.

30

bis

50

Menschen pro Jahr werden in Deutschland vom Blitz getroffen. Zehn Prozent davon sterben.

250
250

Gramm Asche eines Toten braucht man, um einen Diamanten zu machen. In Deutschland ist das aber nicht möglich. Dort müssen Tote nämlich auf den Friedhof. Legal sind auch Bestattungen auf dem Meer, aber auch dort nicht als Diamant.

2,5

Zentimeter groß sind Süßwasserpolypen. Sie sind potenziell unsterblich, denn sie können ihre Zellen immer wieder durch frische Zellen ersetzen.

Zellen immer wieder durch frische Zellen ersetzen . Eine Übung zu diesem Text finden Sie auf
Zellen immer wieder durch frische Zellen ersetzen . Eine Übung zu diesem Text finden Sie auf

Eine Übung zu diesem Text finden Sie auf Seite 45.

. Eine Übung zu diesem Text finden Sie auf Seite 45. “m D¢rchschnitt , ≈ meistens:

“m D¢rchschnitt

, ≈ meistens: Das ist normal.

die Todesursache, -n

, hier: ≈ Erklärung: Warum stirbt jemand?

der H¡rzinfarkt, -e

, Krankheit: Es kommt nicht mehr genug Blut zum Herzen.

der Krebs

, hier: gefährliche Krank- heit: Es wächst ein Tumor in einem Organ im Körper.

(w„chsen , groß werden)

die L¢nge, -n

, Organ: ≈ In dieses Organ holt man Luft und gibt sie wieder ab.

die Eintagsfliege, -n

, sehr kleines, schwarzes Tier mit sechs Beinen: Man sagt, es lebt nur einen Tag.

s“ch vermehren

, junge Tiere machen und so mehr werden

die L„rve, -n

, Tier in einer frühen Phase: Das Aussehen ist ganz anders als von einem erwachsenen Tier.

v¶m Bl“tz getr¶ffen werden

, ≈ durch die Elektrizität von einem Lichteffekt bei Gewitter am Körper Verlet- zungen bekommen

die [sche

, ≈ graue, sehr kleine Stücke: Sie bleiben, nach- dem etwas durch Feuer kaputtgegangen ist.

der Diam„nt, -en

, teuerster, härtester Edelstein

(der Edelstein, -e

, z. B. Rubin, Saphir …)

der Friedhof, ¿e

, Areal: Dort liegen die Toten.

die Best„ttung, -en

, hier: Man gibt die Asche von einem Toten ins Meer.

der S üßwasserpolyp, -en

, sehr kleines Tier: Es lebt im Wasser; Hydra

die Z¡lle, -n

, hier: kleinstes Teil in ei- nem lebenden Organismus

ers¡tzen d¢rch

, ≈ etwas Altes wegtun und etwas Neues an seine Stelle tun

14

DOSSIER FEHLER

Deutsch perfekt 11 / 2016

Fehler im

Wer etwas riskiert und dann keinen Erfolg hat, bekommt schnell ein Problem. Denn Fehler sind in Deutschland kaum erlaubt. Und das, obwohl sie manchmal gar nicht schlecht sind – auch beim Lernen nicht. Ein Dossier über alles, was falsch ist.

Und das, obwohl sie manchmal gar nicht schlecht sind – auch beim Lernen nicht. Ein Dossier

Foto: iStock

System

In diesem Dossier

16

START:

Die deutsche Fehlerkultur

18

BILDESSAY:

Hans-Peter Feldmann

26

REPORT:

Wenn der Staat Fehler macht

28

REPORTAGE:

Ein Mann macht den Fehler seines Lebens – wie geht es danach weiter?

30

GESCHICHTEN AUS DER GESCHICHTE:

Wie der Rhein zuerst schrecklich giftig und später so sauber wie noch nie wurde

32

WIE DEUTSCHLAND FUNKTIONIERT:

Die große Auto-Fehlersuche

34

INTERVIEW:

Warum Fehler beim Lernen helfen

16

DOSSIER FEHLER

Deutsch perfekt 11 / 2016

E s hat ziemlich lange gedauert, bis Béa Beste wirklich klar war: Es ist vorbei. Wie soll man auch sofort verstehen, dass der eigene Traum gescheitert ist? Die vielen Monate Arbeit umsonst? Hunderttausende Euro verloren? Und das, obwohl ihr Start-up Tollabox 2012 so gut angefangen hatte! Im Monatsabonnement Überraschungsboxen mit Lern- und Bastelmateri-

alien für Kinder anzubieten, das war ihre Idee. Sie dachte, dass es die richtige Idee zum

richtigen Zeitpunkt ist. Denn einerseits hatten auch andere mit Abo-Boxen Erfolg – Pakete mit zum Beispiel Kosmetik („Glossybox“) oder Kochzutaten („HelloFresh“) waren extrem populär. Andererseits wollten und wollen Eltern ihre gemeinsame Zeit mit den Kindern gern sinnvoll verbringen. Eigentlich eine ideale Kombination. Béa Beste und ihr Mann Oliver investierten damals also 300 000 Euro und konnten außerdem 250 000 Euro von Investoren bekommen. Im April 2013 waren schon mehr als 2500 Boxen verkauft. Im Juni desselben Jahres konnte Tollabox über die Crowd- funding-Plattform Seedmatch in kürzester Zeit noch einmal 600 000 Euro sammeln. Die Euphorie der vielen kleinen und großen Investoren hatte gute Gründe. Die Bes- tes sind in der Gründerszene keine Unbekannten: Oliver Beste gründete 1999 schon den Spieleversand myToys, war früher bei McKinsey. Und Béa Beste, früher bei The Boston Consulting Group, startete 2005 die zweisprachige Ganztagsschule Phorms und war dort bis 2011 CEO. Wer könnte besser ein neues Start-up gründen als Men- schen mit so viel Erfahrung? Mit so viel Know-how aus Pädagogik und Wirtschaft? Trotzdem: Im Februar letzten Jahres musste Tollabox Insolvenz anmelden. Die Bes- tes hätten mehr Geld gebraucht, aber das hat nicht geklappt. Und Béa Beste musste sich von ihrem Traum verabschieden. „Die Tollabox war mein Baby. Und ich war wie eine Mutter, die glaubte, dass ihr Kind hochbegabt ist“, sagt Beste heute. „Das war es aber nicht.“ Zu sehr verliebt in die eigene Idee sei sie gewesen. Zu emotional. Heute ist sich die 47-Jährige sicher: Auch wenn sie das Geld bekommen hätte,wäre eine Zukunft für die Tollabox schwer gewesen. „Wir sind zwar gestartet wie eine Ra- kete, aber die Dauer des Abonnements war einfach zu kurz“, erklärt Beste. „Es war sehr viel drin in der Box. Und viele Familien hatten einfach nicht regelmäßig Zeit zum Spie- len. Also stapelten sich Pakete in der Ecke und das Abo wurde erst einmal gekündigt.“ Das Ende der Tollabox war eine der größten deutschen Crowd-Pleiten. Trotzdem hat die Crowd nicht negativ auf das Scheitern des Start-ups reagiert. Warum? Ist Schei- tern in Deutschland nicht verboten, eine Insolvenz nicht eigentlich eine Katastrophe? Die Antwort lässt sich in einem Wort zusammenfassen: Transparenz. Die Bestes haben Angestellte und Kunden informiert, in ihrem Blog hat Béa Beste immer wieder persön- liche Geschichten über den Abschied von ihrer Box geschrieben. „Von den Reaktionen war ich selbst positiv überrascht“, erzählt Beste. „Die Leute haben mir Mut gemacht. Die Zahl despektierlicher Aussagen war wirklich sehr klein.“ Andreas Kuckertz, der an der Universität Hohenheim (Stuttgart) das Fachgebiet Unternehmensgründungen und Unternehmertum leitet, kann diese Ehrlichkeit bei der eigenen Firmeninsolvenz nur loben. „Es ist genau der richtige Weg“, sagt der Pro- fessor. Trotzdem muss man überlegen, was man erzählt. „Jeder Unternehmer muss auf sich aufpassen, wenn er eine Zukunft haben will.“ Denn es ist nicht gut, mitzuteilen, dass man als Gründer zum Beispiel keine Erfahrung mit Finanzen hatte. Das war bei den Bestes natürlich nicht das Problem. Fragt man aber außerhalb der Start-up-Szene, sehen die Leute Fehler sehr viel kritischer. Denn mit Risiken hat man in Deutschland ein Problem. „Wir haben eine Unter- suchung zur Einstellung der deutschen Bevölkerung gegenüber unternehmeri- schem Scheitern gemacht“, erzählt Kuckertz. „Eine Frage war: Soll man das Risiko des Scheiterns bei einer Unternehmungsgründung eingehen? 40 Prozent antworteten mit Nein.“ Das ist für Kuckertz so absurd, dass er lachen muss. Ein großer Teil der

so absurd, dass er lachen muss. Ein großer Teil der der Tr au m, ¿e  
so absurd, dass er lachen muss. Ein großer Teil der der Tr au m, ¿e  

der Traum, ¿e

 

wie eine Rakete st„rten

, hier: großer Wunsch, den man realisiert hat

, m hier: ≈ sehr schnell großen wirtschaftlichen Erfolg haben

scheitern

, keinen Erfolg haben

(die Rakete, -n

 

,

Fluggerät in Form eines

 

ums¶nst

 

Zylinders, das sehr weit

(z. B. ins Universum) fliegen kann)

einfach

hier: so, dass sie keine Vorteile gebracht hat

,

das Monatsabonnement, -s franz.

, hier: Bestellung für län-

, hier: ≈ wirklich

dr“n

gere Zeit, sodass man jeden Monat eine Box bekommt

, m darin; hier: in der Box

die K¶chzutat, -en

   

regelmäßig

,

, Lebensmittel, das man zum Kochen braucht

immer wieder, z. B. einmal pro Woche

s“nnvoll

, so, dass es Sinn macht

 

s“ch stapeln

, in großen Mengen ein

die Gr•nderszene

, ≈ alle Personen, die ein Unternehmen gründen

Ding auf dem anderen

liegen

erst einmal

,

hier: für die nächste

(das Unternehmen, -

,

Firma)

(gr•nden

,

Zeit, bis man wieder mehr Zeit hat

 

starten)

die Pleite, -n

der Spieleversand

, ≈ Firma, die Spiele an Kunden schickt

, m 1

Erfolg

die Transpar¡nz

, hier: Ehrlichkeit

Insolv¡nz „nmelden

, offiziell sagen, dass man fast bankrott ist

Mut m„chen

, hier: Positives sagen, um Energie zum Weitermachen zu geben

hætten … gebraucht

, Konj. II der Vergangen- heit von: brauchen

(der Mut

, 1

Angst)

   

s“ch ver„bschieden

despektierlich

hier: so, dass man deut- lich zeigt, dass man etwas dumm findet

,

, hier: aufhören, an einen Erfolg zu glauben; auch:

aufhören, an seiner Idee zu arbeiten

 

hochbegabt

das F„chgebiet, -e

,

spezieller Sektor;

spezielle Abteilung

,

sehr talentiert

   

sei verliebt gewesen “n

das Unternehmertum

Konj. I der Vergangen- heit von: verliebt sein in ≈ lieben

,

, ≈ das Leiten einer Firma

kritisch sehen

bek¶mmen hætte

, Konj. II der Vergangen- heit von: bekommen

, ≈ finden, dass … negativ

ist

 

wäre … gewesen

, Konj. II der Vergangen- heit von: sein

die Einstellung … gegen- über

, Art, wie man über …

denkt

die Bevœlkerung, -en

, ≈ alle Einwohner

das Risiko eingehen

, riskieren

Deutsch perfekt 11/ 2016

START

17

Deutschen hat nicht verstanden, dass es bei der Gründung eines Unternehmens im- mer ein Risiko gibt. Und es mutige Menschen geben muss, die es auch wirklich pro- bieren. Angst vor Fehlern lähmt. Nicht nur die Wirtschaft, sondern das ganze Leben. Der bekannte Soziologe Heinz Bude kritisiert diesen fehlenden Mut zum Risiko bei den 35- bis 45-Jährigen. In einem Essay für die Wochenzeitung Die Zeit beschreibt er die Tendenz dieser Generation zum Charakter des „Nullfehler-Typs“, der „Angst hat, sich festzulegen“. So sichert er nur den Status quo, gewinnt aber keine Zukunft, findet Bude. Und das in allen Bereichen seines Lebens.

Diese Aussage ist hart. Kann man eine ganze Generation dafür kritisieren, perfekt sein zu wollen, wenn große Teile der Gesellschaft genau das fordern? Die schon in der Schule gelernt hat, dass Fehler über Erfolg oder Misserfolg entscheiden? „Untersuchungen zeigen, dass es typisch für die deutsche Kultur ist, Fehler mög- lichst zu vermeiden“, erklärt der Gesundheitspsychologe Olaf Morgenroth. „Denn wir haben gelernt: Die Konsequenzen sind meistens negativ.“ Das beginnt schon als Kind – und geht in der Arbeitswelt weiter. Zwar würde fast überall propagiert, dass der Irrtum als Chance gesehen werden soll. Aber es gibt einen großen Unterschied zwischen Theorie und Praxis. Morgenroth nennt als Beispiel einen Bankberater, der plötzlich weniger Produkte an seine Kunden verkauft. „Die meisten Chefs werden dann sagen: Sie sind ein schlechter Verkäufer. Nur wenige werden überlegen, ob es vielleicht an der Marktsituation liegt, die eigenen Produkte nicht gut sind – oder es aktuell bessere Angebote der Konkurrenz gibt“, sagt er. Psychologisch sei dies einfach zu erklären: „Wir personalisieren Fehler gern. Das ist für unser Gehirn in unserer komplexen Welt nämlich sehr viel einfacher.“ Da überrascht es nicht, dass es eine negative Einstellung zu Fehlern gibt. Wer will schon gern als Person diskreditiert werden, obwohl die Gründe für das Scheitern viel- leicht ganz woanders liegen? Da ist es angenehmer, die Fehler zu vertuschen – oder einfach gar nichts zu riskieren. Trotzdem würde der 52-Jährige nicht wie Bude einer ganzen Generation im Land den Mut zum Risiko absprechen: „Es sind doch oft genau Leute dieses Alters, die sich engagieren und Start-ups gründen.“ Warum aber trauen sich die einen, in Deutschland eine Firma zu gründen – und andere nicht? Béa Beste hat für sich eine Antwort gefunden. „Das ist einfach meine Mentalität“, sagt sie. „Ja, die Tollabox ist gescheitert. Und ja, ich habe viel Geld verlo- ren. Aber ich bin und bleibe optimistisch. Ich würde auch sofort Würstchen im Imbiss braten, um finanziell wieder auf die Beine zu kommen.“ Jetzt will es die Berlinerin aber erst einmal mit einem kleinen Verlag probieren. Dieses Mal aber ohne Angestellte und ohne große Investitionen. „Ich weiß jetzt, dass ich viel rationaler sein muss“, sagt sie. „Geschäft ist Geschäft, egal, wie toll man die eigene Idee findet.“ Im Jahr 2015 mussten 23 230 Unternehmen in Deutschland Insolvenz anmelden – aber nicht jeder ihrer Gründer wird es wieder versuchen. Es kommt stark auf den per- sönlichen Umgang mit dem Scheitern an. Man braucht eine Mentalität, wie Béa Beste sie hat. Aber auch die Reaktion der anderen ist wichtig. Und da ist die Start-up-Szene einer der wenigen Bereiche in Deutschland, der eine ziemlich gute Fehlerkultur hat. Hier ist jedem klar: Es kann immer etwas schiefgehen. Und das liegt selten am fehlenden Engagement der Gründer. „Da könnten manche Traditionsunternehmen in Deutschland noch ler-

nen“, sagt Ökonomieprofessor Kuckertz. „Ohne ein Risi- ko und ohne Pioniere gibt es keine Innovationen.“ Es ist wichtig, sich das klarzumachen. Denn Fehler passie- ren überall. Das Beste, was man tun kann, ist, darüber

Claudia May

Original, aber falsch

Geldscheine sind durch spezielle Charakteristika vor Fälschung geschützt. Manchmal machen aber auch die offiziellen Druckereien einen Fehler. Sammler bezahlen viel Geld für Raritäten wie einen falschen Fünf- Euro-Schein – oft Hunderte Euro.

zu reden – und daraus zu lernen.

– oft Hunderte Euro. zu reden – und daraus zu lernen. lähmen personalisieren , hier: machen,
– oft Hunderte Euro. zu reden – und daraus zu lernen. lähmen personalisieren , hier: machen,
lähmen personalisieren , hier: machen, dass man nicht mehr reagieren kann , hier: sagen, dass
lähmen
personalisieren
, hier: machen, dass man
nicht mehr reagieren kann
, hier: sagen, dass man
selbst oder eine andere
Person an einem Fehler
die Generation, -en
schuld ist
, hier: alle Menschen, die
ungefähr gleich alt sind
das Geh“rn, -e
, Organ im Kopf, mit dem
s“ch f¡stlegen
man denkt und fühlt
,
hier: sich entscheiden
wo„nders
s“chern
, an einem anderen Ort
, hier: machen, dass
etwas so bleibt, wie es ist
vert¢schen
,
machen, dass
gew“nnen
Negatives nicht öffentlich
,
hier: Vorteile
bekannt wird
bekommen für
„bsprechen
der Bereich, -e
,
hier: sagen, dass jemand
,
≈ Teil; Sektor
etwas nicht hat
h„rt
s“ch engagieren franz.
, hier: ohne Kompromiss;
radikal ehrlich
, hier: neue Ideen haben
und Neues starten
f¶rdern
s“ch trauen
, ≈ haben wollen
der M“sserfolg, -e
, keine Angst haben,
etwas zu tun
, 1
Erfolg
einfach
möglichst
, hier: nichts anderes als
, wenn möglich
der |mbiss, -e
vermeiden
, hier: kleiner Laden für
, hier: nicht machen
kleine Speisen
weitergehen
finanzi¡ll wieder auf die
, hier: 1
aufhören
Beine k¶mmen
w•rde … propagiert
, m wieder in
eine bessere finanzielle
,
Konj. II von:
Situation kommen
propagiert werden
der Verlag, -e
der |rrtum, ¿er
,
Firma, die Zeitungen,
,
hier: Fehler
Zeitschriften oder Bücher
herstellt
¡s liegt „n …
, ≈ der Grund dafür ist …
Geschæft ist Geschæft
, ≈ Man muss sich auf den
die Konkurr¡nz
, hier: Firma, die die glei-
chen Produkte anbietet
Profit konzentrieren, nicht
auf die eigenen Gefühle.
(das Geschæft
sei , Konj. I von: sein
, hier: Sache, mit der man
Profit macht)
„nkommen auf

, hier: wichtig sein

der }mgang

, hier: richtige Reaktion

schiefgehen

m nicht klappen; nicht funktionieren , die Fælschung, -en das Engagement franz. , von: fälschen
m nicht klappen; nicht
funktionieren
,
die Fælschung, -en
das Engagement franz.
, von: fälschen = illegal
eine genaue Kopie von
etwas machen
, hier: starke Aktivität
s“ch klarmachen
, m hier:
die Druckerei, -en
erkennen; sehen
, Fabrik, in der Zeitun-
gen, Zeitschriften oder
Bücher gedruckt werden

18

DOSSIER FEHLER

Deutsch perfekt 11 / 2016

Foto: imago/Lars Berg

20

DOSSIER FEHLER

Deutsch perfekt 11 / 2016

20 DOSSIER FEHLER Deutsch perfekt 11 / 2016

22

DOSSIER FEHLER

Deutsch perfekt 11 / 2016

Deutsch perfekt 11/ 2016

FEHLER

23

Deutsch perfekt 11/ 2016

DOSSIER FEHLER

25

Fotos S. 20 - 25: © VG Bild-Kunst, Bonn 2016

FEHLER 25 Fotos S. 20 - 25: © VG Bild-Kunst, Bonn 2016 Hans-Peter Feldmann Ein Auto,

Hans-Peter Feldmann

Ein Auto, das auf dem Dach parkt, zwei geheimnisvolle Mädchen, die Schatten werfen, goldene Stilettos mit Reißnägeln darin – die Fotos auf den Seiten direkt vor diesem Text stammen von dem berühmten Konzeptkünstler Hans-Peter Feldmann. Der 75-Jährige sammelt und kombiniert Fotografien, er arrangiert Schuhe, Spielsachen oder Geldscheine. So zeigt er die Dinge unseres Alltags in einem persönlichen, poeti- schen Licht – oft mit kleinen Fehlern, die keine sind. Kunst ist für ihn nichts Heiliges:

„Kunst ist eine Sache, die jedermann betrifft, die jedermann macht und konsumiert, so wie Sport und andere Alltagsdinge. Kunst ist Teil des Lebens, für jeden und immer.“ Feldmann studierte an der Kunstschule im österreichischen Linz. Dort hat er ge- lernt, dass er „das Zeichnen und Malen nicht lernen“ wird. In den 70er-Jahren wurde er mit seinen Fotografien bekannt. Wirklich berühmt wurde er aber erst im Alter von 70 Jahren. Inzwischen sind seine Arbeiten in Büchern, Kunstkatalogen und Ausstel- lungen auf der ganzen Welt zu sehen – im Guggenheim Museum in New York, auf der Documenta in Kassel oder auf der Biennale in Venedig. Wegen seiner Projekte gibt es oft Kontroversen. Vor allem über die Fotoserie „Die Toten. 1967-1993“ wurde viel diskutiert. Sie zeigt gesammelte Bilder von deutschen Terroristen und ihren Opfern. Oder seine Schwarz-Weiß-Sequenz „100 Jahre“, für die er Familienmitglieder und Bekannte fotografierte: Sie beginnt mit dem Bild eines Babys und endet mit dem Foto einer 100-Jährigen. Ein Werk über das Leben und das eige- ne Alter. Aber auch einzelne Werke haben Feldmann populär gemacht. Zum Beispiel seine Version der Nofretete-Büste mit einer – Skandal! – schielenden Königin. Oder das auf dem Dach parkende Auto in Hamburg (siehe Seite 18). Denn auch richtiges Einparken ist eine Kunst.

Werke von Hans-Peter Feldmann und anderen Künstlern gibt es noch bis zum 22. Januar 2017 in der Ausstellung „Hinter dem Vorhang“ im Düsseldorfer Museum Kunstpalast zu sehen.

Vorhang “ im Düsseldorfer Museum Kunstpalast zu sehen. geh ei mnisvoll konsum ie ren , hier:
Vorhang “ im Düsseldorfer Museum Kunstpalast zu sehen. geh ei mnisvoll konsum ie ren , hier:

geheimnisvoll

konsumieren

, hier: so, dass man nicht weiß, wer die Mädchen sind

, hier: ansehen und sich freuen über

Sch„tten w¡rfen

das {pfer, -

, dunkle Bilder auf dem Boden zeigen, wenn die Sonne scheint

, hier: Person, die bei einem Terroranschlag verletzt wird oder stirbt

(der Sch„tten, -

(der T¡rroranschlag, ¿e

, hier: 1

Licht der

, krimineller Versuch von

Sonne)

 

g¶lden

von: Gold; hier: in goldener Farbe

,

Terroristen, etwas Wichti- ges kaputt zu machen oder

jemanden totzumachen, oft

aus politischen Gründen)

der Reißnagel, ¿

, kleiner, kurzer, flacher Nagel, mit dem man z. B. einen Zettel an die Wand hängen kann

das W¡rk, -e

, hier: das Produkt eines

Künstlers

schielend

so, dass man einen Seh- fehler hat, z. B. mit beiden

Augen zur Nase sieht

,

st„mmen

,

hier: sein

 

arrangieren franz.

, hier: etwas in eine spezielle Ordnung legen oder stellen

einparken

, ein Auto auf einen

Parkplatz stellen

der Vorhang, ¿e

   

, hier: großes Stück Stoff,

heilig

, hier: sehr wichtig

das man z. B. über eine

Skulptur hängt, damit nicht alles davon zu sehen ist

jedermann

 

, ≈ alle

betr¡ffen

, wichtig/relevant sein für

Fotos: picture alliance/dpa

Adresse unbekannt Viele Kartenhersteller machen Fehler – mit Absicht: Damit ihre Daten nicht illegal kopiert
Adresse unbekannt
Viele Kartenhersteller machen
Fehler – mit Absicht: Damit ihre
Daten nicht illegal kopiert und
verkauft werden können, schrei-
ben sie Straßen in die Karten, die
es gar nicht gibt. Hersteller
Telefonbüchern arbeiten ähnlich.
von

26

DOSSIER FEHLER

Deutsch perfekt 11 / 2016

Teure Fehler

Wie ist das nur möglich? Das fragt man sich, wenn man das neue Schwarzbuch des Bundes der Steuer- zahler liest. Darin sammelt die Organisation absurde Beispiele dafür, was mit dem Geld der deutschen Steuerzahler passiert.

was mit dem Geld der deutschen Steuerzahler passiert. Leerer Luxus Die 5th Avenue in New York

Leerer Luxus

Die 5th Avenue in New York City ist eine der teuersten Straßen der Welt. Wer dort wohnt, der ist meistens ziemlich reich. Da können sich die Deutschen eigent- lich freuen: Die Bundesregierung hat dort nämlich ein großes Stadthaus – direkt ge- genüber dem berühmten Metropolitan Museum of Art. Auch wenn das Gebäude einen Wert von circa 50 Millionen Euro hat, gibt es aber leider wenig Grund zur Freude. Denn der deutsche Staat benutzt es seit Jahren nicht. Bis 2009 war dort das Goethe-Institut, aber wegen Problemen mit dem Brandschutz musste es auszie- hen. Die Instandhaltung des leeren Ge- bäudes hat die Deutschen in den letzten zwei Jahren 160 000 Euro gekostet. We- nigstens hat die Regierung jetzt einen Plan für die Zukunft des Gebäudes.

Regierung jetzt einen Plan für die Zukunft des Gebäudes. Werbung für TTIP Viele Deutsche sehen das

Werbung für TTIP

Viele Deutsche sehen das Freihandels- abkommen TTIP zwischen der Europä- ischen Union und den USA kritisch. Im Oktober 2015 hat Bundeswirtschaftsmi- nister Sigmar Gabriel deshalb in fünf Zei- tungen in großen Anzeigen Argumente dafür genannt. Kosten: 235 794 Euro. In- zwischen ist Gabriel selbst kein großer Fan von TTIP mehr.

Falsche Schriftgröße

Bei einer Wahl in Deutschland muss je- des Detail korrekt sein – natürlich auch auf den Zetteln, mit denen die Bürger einen politischen Kandidaten oder eine Partei wählen. Bei der Wahl zum Kölner Oberbürgermeister im September 2015 gab es da aber ein Problem: Die Namen der Parteien waren auf den Zetteln größer gedruckt als die Namen der Kandidaten. Pech für parteilose Kandidaten – und am Ende auch für die Stadt Köln. Die musste die Wahl wegen des Fehlers wiederholen und dafür 550 000 Euro bezahlen.

Große Reisegruppe

Die Stadt Las Vegas im US-Bundesstaat Nevada ist ein Eldorado für Kasino-Fans. Es ist also logisch, dass die Duisburger Kasino-Firma WestSpiel, die dem Bun- desland Nordrhein-Westfalen gehört, immer wieder Angestellte nach Las Vegas schickt. Auf der Reise sollen sie sich infor- mieren und inspirieren lassen. Nur: Muss dafür wirklich gleich eine Gruppe von 20 Personen in die USA fliegen? Im letzten Jahr kosteten diese und ähnliche Reisen der WestSpiel-Angestellten 40 480 Euro.

und ähnliche Reisen der WestSpiel-Angestellten 40 480 Euro. das Schw„rzbuch, ¿er Publikation, in der negative Dinge
und ähnliche Reisen der WestSpiel-Angestellten 40 480 Euro. das Schw„rzbuch, ¿er Publikation, in der negative Dinge

das Schw„rzbuch, ¿er

Publikation, in der negative Dinge in einer Liste genannt werden

die Wahl, -en

, hier: das Wählen eines neuen Bürgermeisters

,

der Oberbürgermeister, -

der B¢nd , Organisation

der Wert, -e , hier: Preis

der Br„ndschutz

, ≈ Geräte oder Konstruk- tionen: Sie sollen helfen, dass es kein Feuer gibt oder dass es nicht größer werden kann.

, Bürgermeister mit höchster Position in einer größeren deutschen Stadt, in der es mehr als einen

Bürgermeister gibt

parteilos

, so, dass man nicht in einer Partei Mitglied ist

ei los , so, dass man nicht in einer Partei Mitglied ist die Inst„ndhaltung , von:

die Inst„ndhaltung

, von: instand halten = hier: sich kümmern und, wenn nötig, reparieren, da- mit alles immer funktioniert

kritisch sehen

, hier: ≈ meinen, dass … viel Negatives bringen wird

der B¢ndesstaat, -en

, einzelner Staat, der Teil

einer Staatenunion ist

das B¢ndesland, ¿er

, Teil von einer föderalisti- schen Republik

der St„dtrat, ¿e

, Parlament einer Stadt

das Freihandelsabkom- men, -

, Vertrag zwischen Staa- ten, der den Kauf und den Verkauf von Waren leichter machen soll

¢mbauen

, durch Bauen ändern

die Schætzung, -en

, ≈ ungefähre Rechnung; Vermutung

Bauen ist teuer

Um ihren Bürgern eine zentrale Service- stelle zu bieten, hat die Stadt Herford in Nordrhein-Westfalen ein paar Abteilun- gen im Rathaus neu organisiert. Deshalb hat der Stadtrat entschieden, das Gebäu- de umzubauen. Basis für diese Entschei- dung war eine Schätzung der Umbaukos- ten von 450 000 Euro. Dieser Betrag war aber wirklich nur eine Schätzung, in der viele Details fehlten. Am Ende stiegen die geplanten Kosten auf 660 000 Euro.

Deutsch perfekt 11 / 2016

REPORT

27

Fotos: picture alliance/dpa; iStock; Wikimedia.org

27 Fotos: picture alliance/dpa; iStock; Wikimedia.org Die Texte auf der linken Seite können Sie mit einem

Absurder Vertrag

Wenn man eine Wohnung oder ein Haus mietet, sollte man den Mietvertrag ge- nau lesen, bevor man ihn unterschreibt. Eigentlich ist das logisch. Denn in die- sem Dokument können ziemlich absur- de Bedingungen stehen. Zum Beispiel eine Laufzeit von 30 Jahren. Oder eine Kündigungsfrist von vier Jahren. Oder eine hohe finanzielle Kompensation für den Vermieter, wenn der Mieter früher auszieht. All das steht in dem Mietver- trag aus dem Jahr 1997 für die Zentrale des Bundesinnenministeriums (BMI) in Berlin. Letztes Jahr ist das BMI in ein neues Gebäude gezogen – die Regierung musste wegen des Vertrags seitdem mehr als zehn Millionen Euro an den alten Ver- mieter zahlen.

Doppelt gezahlt

Der Verein Spatzennest in Hannover be- treut Kinder in drei Gruppen. Die Stadt bezahlt ihm für jede Gruppe monatlich Geld, so wie das Kommunen in Deutsch- land bei fast allen Kindergärten tun. So weit war alles ganz normal. Nur: Wegen des Fehlers einer städtischen Angestell- ten hat eine Gruppe ihr Geld doppelt be- kommen – und das 43 Monate lang. Als die Stadt den Fehler feststellte, wollte sie die zu viel gezahlte Summe von 176 500 Euro zurückbekommen. Aber weil das Spatzennest dann wahrscheinlich insol- vent würde, empfahl das Gericht einen Vergleich: Der Verein muss nur 92 000 Euro zurückzahlen.

IT ganz individuell

Im föderalistischen deutschen System findet jedes Bundesland – oft auch jede Kommune – für viele Dinge seine ganz eigene Lösung. Das ist nicht immer posi- tiv. Zum Beispiel in der IT. So funktionie- ren Onlineservices für Bürger manchmal gut, manchmal schlecht, und manchmal gibt es gar keine. Auch der Austausch von Daten zwischen den Bundesländern, zum Beispiel bei der Polizei, ist oft schwierig. Eine Untersuchung zeigt, dass circa drei Milliarden Euro pro Jahr gespart werden könnten, wenn die Bundesländer und Kommunen besser kooperieren würden.

die Bundesländer und Kommunen besser kooperieren würden. Kölner Opern-Drama Der neue Berliner Flughafen, der

Kölner Opern-Drama

Der neue Berliner Flughafen, der einfach nicht fertig wird, hat eine kleine Schwes- ter: die Oper in Köln. Das Gebäude wird seit Juni 2012 saniert. Im November 2015 sollte die Oper eigentlich wieder ihre Tü- ren öffnen. Das ist bis heute nicht pas- siert. Und sicher ist, dass es auch bis zur Spielzeit 2018/19 nicht passieren wird. Denn die Gebäude sind weit davon ent- fernt, fertig zu sein. Rund 8300 Fehler im Bau sind vor Kurzem festgestellt worden. Auch die Kosten sind von geplanten 230 Millionen Euro inzwischen auf 460 Milli- onen Euro gestiegen.

der ]lch, -e , großes Tier, das im Wald lebt, z. B. in Nordeu- ropa
der ]lch, -e
, großes Tier,
das im Wald lebt,
z. B. in Nordeu-
ropa

Mercedes hat ein

Problem Im Herbst 1997 macht ein Autotester eine Testfahrt mit der neuen Mercedes A-Klasse. Die Fahrt ist heute als Elchtest legendär. Der Fahrer fährt – so als würde er eine Kollision mit einem Elch vermeiden. Und das kleine Auto kippt plötzlich um. Eine Katastrophe für Mercedes. Die Firma reagiert: Sie integriert das Elektronische Stabilitätsprogramm auch in ihre nicht so teuren Autos. Heute ist es in den meisten Autos Standard.

so teuren Autos. Heute ist es in den meisten Autos Standard. verm ei den , hier:

vermeiden

, hier: nicht

passieren lassen

¢mkippen

, hier: zur Seite fallen

8300 Fehler: Die Kölner Oper bleibt viel länger Baustelle als geplant.

Die Kölner Oper bleibt viel länger Baustelle als geplant. s¶llte betr eu en , hier: es
Die Kölner Oper bleibt viel länger Baustelle als geplant. s¶llte betr eu en , hier: es

s¶llte

betreuen

, hier: es wäre gut, wenn

, sich kümmern um

die Laufzeit, -en

insolv¡nt

hier: Zeit, wie lange ein Mietvertrag gilt

,

,

≈ fast bankrott

das Ger“cht, -e hier: offizielle Insti- tution: ≈ Dort wird eine Beispiellösung für einen Streit gesucht. An diesem Beispiel sollen sich dann die anderen orientieren.

,

„ll das , das alles

die Zentrale, -n , hier:

Gebäude, in dem … ist

das B¢ndes“nnenminis- terium

Ministerium, das sich um die öffentliche Ordnung und z. B. um die Polizei kümmert

,

 

der Vergleich, -e , hier:

Einigung; Kompromiss

 

der Austausch , hier:

ziehen , hier: umziehen

gegenseitiges Mitteilen

seitdem , hier: seit der Zeit, seit der …

einfach , hier: ≈ seit sehr langer Zeit

das Sp„tzennest, -er

sanieren

Wohnplatz, den ein Spatz für seine Eier baut

,

,

hier: ≈ reparieren

(der Sp„tz, -en

,

kleiner Vogel; auch:

m geliebtes Kind)

die Spielzeit, -en

,

hier: Monate, in denen

Opern gezeigt werden

weit dav¶n entf¡rnt sein, … , hier: (noch) viel Zeit brauchen, um …

28

DOSSIER FEHLER

Deutsch perfekt 11 / 2016

Plötzlich wieder im Leben

Es war der Fehler seines Lebens: Adam Schulz tötete fast einen Menschen. Dafür saß er zehn Jahre im Gefängnis. Jetzt ist er frei und sucht einen Platz in einer Gesellschaft, die er nicht mehr wiedererkennt.

in einer Gesellschaft, die er nicht mehr wiedererkennt. F rühling 2004. Adam Schulz be- kommt Besuch

F rühling 2004. Adam Schulz be- kommt Besuch in seinem Atelier. Von einer Freundin und einem Fremden. Alle haben Heroin ge-

nommen. Alle sind fröhlich. Dann zieht der Fremde ein Messer aus seinem Stie- fel. Er geht auf Schulz’ Bilder zu, zerstört eines nach dem anderen. Schulz rennt in die Küche, holt ein Messer aus der Schub- lade. Er steckt es dem Mann in den Hals. Überall ist Blut. Schulz läuft weg. Noch in der gleichen Nacht findet ihn die Polizei in der Wohnung eines Freundes. Heute liegen Schulz’ Bilder in einem Keller, irgendwo in München. Er will sie nicht mehr sehen. Im Gefängnis be- schloss er, nie mehr einen Pinsel in die Hand zu nehmen. Eigentlich heißt Schulz anders. Aber er will nicht, dass sein echter Name hier erscheint. Er will neu anfan- gen, ein neuer Mensch sein. „Und das ist gar nicht so leicht“, sagt er. Es ist viel passiert in den letzten zehn Jahren, und Schulz war nicht dabei. Es hallt ein biss- chen, wenn er spricht, denn seine Woh- nung ist fast leer. Nur ein weißes Regal steht an der Wand. Darin Nietzsche, Pla- ton, Heidegger. Philosophiebücher, für die man viel Zeit braucht. Winter 1998, Brasilien. Schulz ist zum Malen nach Rio gekommen. Dort hat er seine Ruhe und genug Platz. Er bleibt ein halbes Jahr und malt abstrakte Bilder. Er findet bei einer Freundin ein Buch über die Renaissance. Er studiert die Ar- beiten von Michelangelo und Leonardo da Vinci. Schulz will so malen wie sie. Es gelingt ihm nicht. Einen Tag vor seinem Rückflug verbrennt er alle seine Bilder. Wieder zu Hause in München sieht er eine Gruppe von Menschen, spricht sie

an. Sie verkaufen Heroin. Er will es pro- bieren. Für ihn hat Heroin nichts von Bahnhofsklo. Für ihn ist es Boheme und

Heroin nichts von Bahnhofsklo . Für ihn ist es Boheme und Geniekult. Schulz’ Bilder werden jetzt

Geniekult. Schulz’ Bilder werden jetzt von Tag zu Tag dunkler, irgendwann sind sie komplett schwarz. Es wird immer schwerer, Käufer zu finden. Schulz fängt an, mit Heroin zu dealen. Seit einem halben Jahr ist Schulz drau- ßen. Er ist Ende 40. Seine schwarzen Haa- re werden langsam grau. Trotzdem wirkt er jünger. Sein Gesicht ist faltenlos und glattrasiert. Schulz sitzt zurückgelehnt auf einem Polsterstuhl, hält eine Zigaret- te in der Hand, selbst gedreht. „Ist es okay, wenn ich Musik anmache?“, fragt er. Kurz darauf schallen dunkle Töne aus seiner Stereoanlage, drückend elektronisch. „Ist das nicht geil? Ich hab’ das so vermisst.“ Im Gefängnis hatte er nur ein Radio. Stundenlang saß er davor und notierte alle Lieder, die er in Freiheit kaufen wollte. Gleich nach seiner Entlassung läuft er zu einem Plattenladen. Aber dort haben sie kein einziges Album, das auf seiner Liste steht. „Haben Sie kein Spotify?“, fragen

das Gefængnis, -se f„ltenlos , ohne Falten
das Gefængnis, -se
f„ltenlos , ohne Falten

, Gebäude, in das kriminel- le Personen geschlossen werden

(die F„lte, -n

, Linie in der Haut)

zur•ckgelehnt

nehmen , hier: über die Nase, den Mund oder das Blut in den Körper bringen

die Schublade, -n

, ≈ kleiner, offener Kasten in einem Schrank, den man herausziehen kann

, mit dem Rücken an der Lehne eines Stuhls

(die Lehne, -n , Teil am Stuhl für den Rücken)

der P¶lsterstuhl, ¿e

, ≈ weicher Stuhl; Sessel

s¡lbst gedreht der P“nsel, - , so, dass man seine Gegenstand mit Haaren an einem
s¡lbst gedreht
der P“nsel, -
,
so, dass man seine
Gegenstand mit Haaren
an einem Ende, mit dem
man Farbe aufmalen kann
,
Zigaretten mit Papier und
Tabak selbst macht
sch„llen
erscheinen
, laut zu hören sein
, hier: genannt werden
dr•ckend
h„llen , hier: ≈ ein Echo
zu hören sein
hier: so, dass es psy-
chisch anstrengend ist
,
„nsprechen
geil , m toll
, hier: versuchen, Kontakt
zu bekommen
n“chts v¶n Bahnhofsklo
haben , m nicht an die
schmutzige oder traurige
Atmosphäre wie bei einem
Bahnhofsklo erinnern
verm“ssen
, traurig sein, weil jemand
oder etwas nicht da ist
„Sofort“
„Das trifft nach meiner
tr“fft …
Kenntnis … ist das sofort,
, gemeint ist hier: zutref-
fen = richtig sein
unverzüglich“, antwortet
Günter Schabowski am
9. November 1989 auf die
nach meiner K¡nntnis
Frage eines Reporters. Fast
, wie ich informiert bin
¢nverzüglich
die ganze Republik schaut
dem Regierungssprecher der
, sofort
der Regierungssprecher, -
Deutschen Demokratischen
Republik (DDR) dabei im
Fernsehen zu oder hört ihn
, hier: Mitglied der
DDR-Regierung, das
offizielle Informationen an
die Medien gibt
im Radio. Das „sofort“ heißt:
Plötzlich dürfen die DDR-
Bürger aus dem Land reisen.
Was die Zuschauer nicht
wissen: Schabowski macht
einen Fehler. Die Nachricht
sollte erst am nächsten Tag
bekannt werden. Da feiern
aber viele DDR-Bürger schon
auf den Straßen West-Berlins:
Die Grenze ist offen.

Deutsch perfekt 11 / 2016

REPORTAGE

29

Foto: Christina Hertel

die Verkäufer. Schulz hat noch nie davon gehört, dass man Musik im Internet hö- ren kann. Er will einfach die CDs haben. Seit Schulz draußen ist, läuft er jeden Tag drei, vier, manchmal fünf Stunden durch München. Was er sieht, verwun- dert ihn. „Die Menschen gehen durch die Straßen, als hätten sie Scheuklappen auf.“ Keiner sieht den anderen an, keiner lächelt. In der Straßenbahn tippen alle auf Bildschirmen herum, haben Stöpsel in den Ohren. „Ich fühle mich mit den Men- schen nicht mehr verbunden“, sagt er. Im Gefängnis war das anders. Dort kennt je- der jeden. Es ist wie ein Dorf. Für Schulz war das oft belastend. Heute fehlt ihm manchmal der Kontakt zu den Menschen. „Hier war mein Atelier drin. Da ist es auch passiert.“ Schulz deutet auf einen Altbau mit grünlicher Fassade, sieben Stockwerke hoch. Das ganze Haus war voller Ateliers, Klubs, kleiner Kinos und Menschen, die sich verwirklichen woll- ten. „Es war echt wild da drin.“ Heute ist das Gebäude renoviert, und Anzugträger gehen ein und aus. Traurig ist Schulz da- rüber nicht. „Ich bin kein sentimentaler Mensch. Die Dinge gehen eben weiter.“ Ihn stört mehr, dass er die Wirklichkeit nicht mehr zu fassen bekommt. Im Inter- net findet er zu jeder Nachricht eine Ge- gennachricht. Ist Putin böse oder nicht? Schulz googelt stundenlang. Danach ist er nicht schlauer als davor. Frühling 2005. Schulz bekommt sein Urteil. 15 Jahre. Versuchter Mord. Sein Opfer verlor mehrere Liter Blut und über- lebte nur knapp. „Wenn ich ihn getötet hätte, hätte ich mich umgebracht“, denkt Schulz. Er wird nach Straubing gebracht, wo Bayerns Schwerverbrecher sitzen. Sein Vater räumt sein Atelier aus. Er schmeißt alles weg. Nur die Bilder, die Schulz schon vorher in den Keller ge- bracht hatte, bleiben übrig. Im Gefängnis studiert Schulz Kulturwissenschaften. Er schreibt viele Seiten Papier voll, oft bis spät in die Nacht. Zuerst mit der Hand, und wenn es ihm die Wärter erlauben, tippt er es an einem Computer ab. In- ternet gibt es nicht. Einen Fernseher hat er nicht. Schulz will den anderen nicht beim Leben zuschauen. Nach zehn Jahren wird er entlassen. Es ist Herbst, einer der

letzten sonnigen Tage im Jahr. Ein Freund holt ihn ab. Gemeinsam tragen sie kisten- weise Bücher aus seiner Zelle. Jetzt sitzt Schulz auf einer Bank in der Sonne und dreht sich eine Zigarette. Er kann seine Tat nicht vergessen. Schulz ist froh, dass er als voll schuldfähig einge- stuft wurde, auch wenn er bei der Tat zu- gedröhnt war. Er will keine Ausreden. Er will nach vorne schauen, aber das ist nicht einfach für ihn. Wenn er Freunde trifft, sa- gen sie immer, dass sie gerade wahnsin- nig viel zu tun hätten. „Ich verstehe nicht, dass plötzlich keiner mehr Zeit hat.“ Ihm kommt es wie ein Ritual vor, das er nicht versteht. Im Gefängnis hatte er unendlich viel Zeit, um über alles Mögliche nachzu- denken. Jetzt ist er im Rhythmus der Welt draußen noch nicht angekommen. Sind die anderen hektischer geworden oder er langsamer? Schulz weiß es nicht. Er hat noch keine Arbeit gefunden, würde aber jeden Job annehmen. Er will wieder dazugehören. Aber alle anderen sind beschäftigt. Schulz weiß nicht, wie er eine Arbeit finden soll. In der Zeitung ste- hen fast keine Anzeigen mehr. Im Arbeits- amt bekommt er eine Ansprechpartnerin. Er soll ihr eine Mail schreiben, bekommt aber keine Antwort. Können E-Mails ver- loren gehen? So wie Briefe? Schulz weiß es nicht. Es gibt kein Gegenüber mehr, keine Mimik oder Stimme, die er deuten kann. Für ihn ist alles ein Rätsel. Seine Gedanken schreibt Schulz auf. Er dreht die Wörter hin und her, überlegt, was sie bedeuten. Was bedeutet Freiheit, was Gefangenschaft? Zurzeit beschäftigt ihn vor allem das Wort „scheitern“. Er fin- det, dass es viel zu oft gebraucht wird. Er liest von gescheiterten Staaten, Freunde erzählen ihm von gescheiterten Ehen und gescheiterten Karrieren. „Selbst, wenn gerade etwas gut ist, muss mitschwin- gen, dass es böse ausgehen könnte.“ Er hat das Gefühl, dass das früher anders war. Trotzdem hat er lange überlegt, ob er selbst gescheitert ist. Als Mensch, als Künstler. Doch für Schulz ist etwas erst gescheitert, wenn es für immer kaputt ist. „Ich glaube, man sollte sich eingestehen, dass manches nicht geklappt hat“, sagt er. „Und dann sollte man mit etwas anderem

Christina Hertel

weitermachen.“

Scheuklappen aufhaben k“stenweise , ≈ sich nur auf die eigenen Dinge konzentrieren , in Mengen
Scheuklappen aufhaben
k“stenweise
, ≈ sich nur auf die eigenen
Dinge konzentrieren
, in Mengen von einer oder
mehreren Kisten

(die Scheuklappe, -n

, Gegenstand, meistens aus Leder, den man über das Auge eines Pferdes legt, damit es nicht nervös wird)

die Z¡lle, -n , hier: kleiner

Raum in einem Gefängnis

v¶ll , komplett

sch¢ldfähig

her¢mtippen

, so, dass man Kontrolle

hier: auf Ziffern, Buchsta- ben oder Bilder drücken

,

über seine Reaktion hat und deshalb schuld ist

der Stœpsel, - , hier kurz für: Ohrstöpsel = eines von zwei kleinen Dingen, die man im Ohr trägt, um z. B. Musik zu hören.

einstufen , hier: urteilen, dass … so ist

zugedröhnt , m so, dass man Drogen genommen hat

 

die Ausrede, -n

s“ch n“cht verb¢nden fühlen , keine emotionale Verbindung fühlen

,

≈ Entschuldigung

nach v¶rne

 

hier: in die Zukunft

 

,

bel„stend , so, dass etwas psychisch anstrengend ist

wahnsinnig

, hier: m sehr deuten , zeigen „lles Mögliche , hier:
, hier: m sehr
deuten , zeigen
„lles Mögliche , hier:

grünlich

viele verschiedene Themen

,

ein bisschen grün

 

v¶ller , hier: voll von

h¡ktisch , hier: nervös; so, dass man es eilig hat

s“ch verw“rklichen

die [nsprechpartnerin,

-nen , Frau, die bei Fragen und Problemen hilft

,

persönliche Ziele

erreichen

der [nzugträger, -

das Gegenüber

,

,

hier: Gesprächspartner

m ≈ Manager; Ge- schäftsmann

deuten

zu f„ssen bek¶mmen

, hier: ≈ verstehen; zurechtkommen mit

, hier: interpretieren

das tsel, -

schlau , ≈ intelligent

hier: Sache, für die man keine Erklärung findet

h“n ¢nd her drehen , hier:

intensiv nachdenken über

,

überleben

in einer gefährlichen Situation am Leben bleiben

,

 

die Gef„ngenschaft

s“ch ¢mbringen

,

Zustand, dass man

,

sich selbst töten

gefangen ist

s“tzen , hier: m im Gefängnis sein

scheitern

,

Misserfolg haben

w¡gschmeißen

m“tschwingen

,

m wegwerfen

,

hier: zu merken sein

der Wærter, -

ausgehen

,

Person, die im Gefängnis auf die Gefangenen aufpasst

, hier: zu Ende gehen

s“ch eingestehen, dass …

„btippen , m einen handgeschriebenen Text mit dem Computer schreiben

, ehrlich zu sich selbst sein und sich sagen, dass …

30

DOSSIER FEHLER

Deutsch perfekt 11 / 2016

Fotos: picture alliance/dpa (2)

Tote Fische im roten Rhein Am 1. November 1986 brennt ein Lager der Chemiefabrik Sandoz
Tote Fische im
roten Rhein
Am 1. November 1986 brennt ein Lager der Chemiefabrik
Sandoz bei Basel – und die Feuerwehr macht einen
großen Fehler. Es ist der Beginn einer der schlimmsten
ökologischen Katastrophen entlang des Rheins.
Beim Kampf gegen
das Feuer bei
Sandoz wird nicht
das Feuer, sondern
das Wasser auf
dem Boden zum
größten Problem.

M anchmal wird aus einem kleinen Fehler eine Katas- trophe. Genau das passiert in der Nacht zum 1. No-

vember 1986. Bei Verpackungsarbeiten entwickelt sich in einer Lagerhalle im Industriegebiet Schweizerhalle bei Ba- sel ein kleines Feuer, das zuerst niemand entdeckt. So wird aus dem kleinen Feuer ein großes: Wenig später schlagen die Flammen meterhoch aus dem Gebäude. Dicker Rauch steigt auf. Die Lagerhalle gehört der Chemie- firma Sandoz. In der Halle lagern mehr als 1300 Tonnen chemische Substan- zen, aber nicht alle davon sind bekannt – denn manche Substanzen stehen dort ohne offizielle Erlaubnis. Als der Brand

entdeckt wird, ist die Werksfeuerwehr sofort am Unfallort. Sie löscht den Brand in wenigen Stunden. Die Einwohner der Nachbarkommunen werden in den frü- hen Morgenstunden mit Sirenen vor dem dicken Rauch gewarnt, von dem noch nie- mand weiß, ob er giftig ist.

Die Feuerwehrleute löschen zwar den Brand. Aber sie machen einen entschei- denden Fehler. Sie konzentrieren sich nur darauf, das Feuer zu stoppen und zu ver- hindern, dass andere Gebäude der Fabrik auch anfangen, zu brennen. Dabei den- ken sie nicht an die ökologischen Folgen durch das Löschwasser. Denn mit dem Wasser fließen extrem giftige chemische Substanzen in den Rhein. Mindestens 20 Tonnen Gift gelangen in den Fluss: vor al- lem Pestizide und Insektizide, aber auch 150 Kilogramm Quecksilber. Es ist der Beginn einer ökologischen Katastrophe, die den Fluss auf rund 400 Kilometer Län- ge kontaminiert. Das Wasser des Rheins wird rot. Die rote Farbe ist dabei noch die am wenigsten gefährliche Folge – der Farbstoff ist nicht giftig. Aber er zeigt den Menschen, dass etwas Tragisches passiert ist. In wenigen Tagen sterben zwischen Basel und Karlsruhe (Baden-Württem- berg) fast alle Aale, viele andere Fische, außerdem Schnecken, Muscheln und

, viele andere Fische, außerdem Schnecken , Muscheln und s“ch entw“ckeln verh“ndern , hier:
, viele andere Fische, außerdem Schnecken , Muscheln und s“ch entw“ckeln verh“ndern , hier:

s“ch entw“ckeln

verh“ndern

, hier: anfangen, zu sein

die L a gerhalle, -n

, sehr großer, hoher Raum als Lager

das Industr ie gebiet, -e

, ≈ Stadtteil, in dem es viele Fabriken und Firmen gibt

Die Fl„mmen schl a gen

, hier: machen, dass etwas nicht passiert

die F¶lge, -n

, hier: Konsequenz

fl ie ßen , ≈ gehen

gel„ngen , kommen

das Qu¡cksilber

, silberfarbenes, che-

eterhoch. , ≈ Das Feuer

m

geht mehrere Meter hoch.

misches Element Hg, das

früher in Thermometern verwendet wurde

au fsteigen , hier: nach oben in die Luft gehen

kontamin ie ren

,

schmutzig werden

   

der Br„nd, ¿e

der F„rbstoff, -e

, Substanz, mit der man etwas färben kann

, ≈ großes Feuer

die W¡rksfeuerwehr, -en

Feuerwehr in einer Fabrik

,

der Aa l, -e , Fisch, der sehr lang und dünn ist

   

lœschen

die Schn¡cke, -n , kleines,

,

≈ mit Wasser ausmachen

 

sehr langsames Tier, oft mit einem Haus auf dem Rücken

w„rnen v o r , sagen, dass man gut aufpassen soll oder dass etwas gefährlich ist

die M¢schel, -n

entsch ei dend

,

≈ Tier, das im Wasser lebt

, hier: so, dass er einen großen Effekt hat

und durch eine sehr harte Haut geschützt ist

Deutsch perfekt 11 / 2016

GESCHICHTEN AUS DER GESCHICHTE

31

perfekt 11 / 2016 GESCHICHTEN AUS DER GESCHICHTE 31 Eine Übung zu diesem Text finden Sie

Eine Übung zu diesem Text finden Sie auf Seite 54.

Insekten. Auch Wasservögel sterben. In vielen Orten am Rhein muss die Trink- wasserversorgung gestoppt werden.Was- serchemiker der Universität Karlsruhe nehmen Proben aus dem Fluss und spre- chen später von den giftigsten Proben Rheinwassers, die sie je analysiert haben. Seit den 70er-Jahren ist die Wasserquali- tät durch verschiedene Maßnahmen bes- ser geworden. Jetzt ist das Ökosystem am Fluss zerstört. Knapp 1233 Kilometer ist der Rhein lang, fast 700 Kilometer davon fließt er durch Deutschland. Die Sandoz-Katas- trophe trifft die Menschen entlang des Rheins in einer sensiblen Zeit. Erst im April hat die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl die ganze Welt schockiert. In Deutschland ist zu dieser Zeit außerdem das Waldsterben schon länger ein gro- ßes Thema, das vielen Menschen Angst macht (siehe Deutsch perfekt 9/2016). Seit 1980 gibt es in der Bundesrepublik die Partei Die Grünen, die für Ökologie und Umweltschutz kämpft. Immer mehr Wähler akzeptieren das Risiko nicht mehr, das Atomenergie und chemische Industrie für Mensch und Natur bedeu- ten. Die konservative Bundesregierung reagiert: Wenige Wochen nach der nukle- aren Katastrophe in Tschernobyl ernennt Bundeskanzler Helmut Kohl den ersten Umweltminister der Bundesrepublik.

Das ist die politische Atmosphäre, als der Rhein im November 1986 plötzlich rot wird und Tausende von toten Fischen auf dem Wasser schwimmen. In den ersten Tagen nach der Katastrophe ver- suchen die Verantwortlichen der Firma Sandoz noch, die Folgen kleinzureden. Auch manche Politiker tun so, als ob die vielen Tonnen Gift im Rhein kein großes Problem wären: Der Umweltminister von Baden-Württemberg, Gerhard Weiser, sagt, dass die Belastungen