Regionale Pressearbeit - Ein Muss für Unternehmen

Sie verkaufen ein Produkt oder eine Dienstleistung. Und Sie tun es aus Leidenschaft, sonst täten Sie ja auch etwas anderes. Weiß das auch jeder, der es wissen sollte? Wissen es die Menschen in der Region? Wissen es Ihre potenziellen Kunden? Sie wissen es noch nicht?! Dann wird es höchste Zeit, dass Sie daran arbeiten, Ihre Leidenschaft zu Ihrem „Produkt“ bekannt zu machen. Natürlich sollen Sie dafür werben. Mit Werbung können Sie ganz gezielt Ihre Botschaft verkünden. Aber das kostet Geld und es ist oft schwierig, Emotionen in eine Anzeige zu packen. Im Gegensatz zur klassischen Werbung, ist die Pressearbeit. Steht ein Bericht über Sie (oder Ihr Produkt, Ihre Dienstleistung) in der Zeitung oder einem Magazin, hat dies für den Leser – im Gegensatz zu einer Anzeige – einen Hauch von Seriosität und Objektivität. Das ist so, weil es auch so sein muss: die Presse will mit redaktionellen Informationen objektiv berichten. Sie will und darf Ihnen auch Anzeigen verkaufen; bringen Sie diese beiden Leistungen jedoch niemals miteinander in Verbindung. Das sollte der Redakteur auch nicht. Dafür gibt es die Anzeigenabteilung. Ob Sie es glauben, oder nicht: auch die Redakteure der Lokalzeitung und der regionalen Wochen- und Monatsblätter sind ständig auf der Suche nach interessanten regionalen Themen, über die sie berichten können. Sie wollen aufzeigen, was sich in der Region bewegt, wer sich mit Leidenschaft am regionalen Markt bewegt und wie dies das Leben der Menschen vor Ort beeinflusst. Davon können auch Sie profitieren. Damit Ihre Botschaft von der Presse aufgenommen wird, müssen Sie jedoch einige wichtige Grundsätze befolgen. Für einen Redakteur gibt es wohl nichts Schlimmeres, als einen als „Pressemitteilung“ getarnten Werbetext zu erhalten. Dieser landet dann auch gleich im Mülleimer, denn ein Redakteur hat selten die Zeit, Ihren Text komplett umzuschreiben. Sie dürfen und sollen über Ihr Unternehmen, über Neuerungen in Ihrem Angebot berichten; Sie müssen es nur in einer objektiven Sprache tun. Hier ein paar Tipps dazu:
1

Versetzen Sie sich gedanklich in den Redakteur, der Ihre Pressemitteilung bekommt. Sie wissen, dass der Redakteur informieren will und nicht bei seiner Leserschaft in den Verdacht geraten möchte, ihnen nur eine kostenlose Werbung zu ermöglichen. Daher muss das Thema, über das Sie berichten, weise gewählt sein und die Sprache objektiv gehalten sein. Machen Sie es dem Redakteur leichter, in dem Sie auf reißerische Meinungsäußerungen verzichten. Wenn diese jedoch Kern Ihrer Aussage sind, weil Sie über Ihre Leidenschaft berichten wollen, dann fassen Sie diese Aussagen in Zitate, die der Leser als klare Meinungsäußerung von Ihnen (im Gegensatz zu der des Redakteurs) erkennen kann. Die „headline“, also die Überschrift eines Artikels, gehört dem Redakteur. Das heißt nicht, dass Sie ihm nicht schon Vorschläge für diese machen dürfen. Nur seien Sie nicht verletzt, wenn der Redakteur für die Überschrift einen ganz anderen Gedanken aus Ihrem Text heraus liest. Schreiben Sie möglichst „modular“ mit Textbausteinen. Sollte der Redakteur aus Platzgründen streichen müssen, erleichtern Sie damit seine Aufgabe. Diese Vorgehensweise hilft Ihnen auch dabei, kürzere und griffigere Sätze zu schreiben. Nutzen Sie die themenarmen Zeiten (im Volksmund auch „saure Gurken Zeit“ genannt) zur Veröffentlichung Ihrer Pressemitteilung. Auch könnten Sie saisonale Aufhänger für Ihre Themen berücksichtigen. Gibt es besondere Events Ihrer Branche, zu der sich eine Mitteilung eignen würde? Vertreten sie die Branche der Region auf einer überregionalen Messe? Versetzen Sie sich aber auch in den Leser, der am Ende den hoffentlich veröffentlichten Text liest: was will er lesen? Welche Themen interessieren ihn? Welchen Nutzen kann der Leser aus meiner Information ziehen?

2

Wenn Sie über Ihr Unternehmen bzw. Ihr Produkt / Dienstleistung berichten, dann muss es mit Themen sein, die die Öffentlichkeit auch interessieren, zu denen die Menschen einen Bezug haben. Themen von gesellschaftlichem Interesse sind zum Beispiel Innovationen und Auswirkungen auf das Leben in der Region (wie die Schaffung von Arbeitsplätzen, Ausbildung von Mitarbeitern, Schaffung neuer Infrastruktur für die Region etc.). Erleichtern Sie es dem Leser (und dem prüfenden Redakteur), indem Sie im ersten Absatz Ihrer Pressemitteilung die Kernaussagen Ihrer Mitteilung zusammen fassen. Vermeiden Sie Fachjargon und lange Sätze; schreiben Sie in einer bildlichen Sprache, die dem Leser das, was Sie vermitteln wollen, bildlich vorstellen lässt. Handwerklich gibt es weitere Punkte zu beachten: Haben Sie der Pressemitteilung ein Foto zur Veröffentlichung beigefügt? Dann vergewissern Sie sich, dass Sie auch die Bildrechte zur weiteren Veröffentlichung haben und nennen Sie den Fotografen. Teilen Sie der Redaktion dies auch mit. Teilen Sie der Redaktion auch mit, wer für den Inhalt des Textes verantwortlich ist und wie man Sie bei Rückfragen erreicht. Habe ich Ihr Interesse an der Pressearbeit geweckt? Dann empfehle ich Ihnen sich weiter zu informieren und vor allem auch selbst aktiv zu werden. In Bezug auf Marketing und Pressearbeit gilt: nicht entweder oder, sondern sowohl als auch! Werben Sie für Ihr Anliegen; da können Sie schamlos die Vorzüge Ihrer Arbeit in den Vordergrund stellen. Aber informieren Sie auch objektiv darüber. Die Presse hilft Ihnen dabei!
Dieser Artikel erschien am Freitag, 9. Oktober 2009 im Schlossblog.

3

Über den Autor:
Nach einer Kindheit in Pakistan und Schottland verbrachte ich meine Jugend in Zeilitzheim (750 Seelen Dorf in Franken). Langer Aufenthalt im Geburtsland USA zur Ausbildung (Grafik) und Studium (Philosophie, Kunstgeschichte). Führe das 1999 geerbte Barockschloss Zeilitzheim.

Alexander von Halem Kontakt:
http://www.barockschloss.de/kontakt.htm

Lizenz:
Dieser Artikel ist lizensiert unter einer creative commons by-nd Lizenz (Namensnennung, keine Bearbeitung). Sie dürfen dieses Dokument bzw. den Inhalt vervielfältigen, verbreiten und öffentlich zugänglich machen.

4

Sign up to vote on this title
UsefulNot useful