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Hermann Norff

Schulstr. 3
46487 Wesel
Mitunterzeichner
des Heilgenrother Manifestes

Wesel, 24.01.2008

Biogas-Strom, Bio-Sprit

Zur „Rettung“ unseres blauen Planeten Erde muss nach Ansicht von UN, EU und der
Bundesregierung der Kohlenstoffdioxydgehalt der Atmosphäre drastisch gesenkt werden.
Die erneuerbaren Energien Windkraft, Photovoltaik, Biomasse, Wasserkraft sollen dazu
beitragen das gesteckte Ziel zu erreichen. Unabhängige anerkannte Wissenschaftler haben
bewiesen, dass der Anstieg des Kohlenstoffdioxyd (CO2) immer einer vorausgegangenen
Temperaturerhöhung folgte und deswegen nicht verantwortlich sein kann für die
globale Erderwärmung von 0,7 Grad Celsius bis 1998. Danach sinkt die mittlere
Erdtemperatur bei unverändertem CO2-Gehalt der Atmosphäre wieder. Diese
wissenschaftlich bewiesene Tatsache, kümmert die Politik und die regierungspflichtigen/-
hörigen Organe wenig bzw. gar nicht!

Die Biomasse wird in diesem Bericht näher betrachtet. Seitdem im August 2004 das
Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) novelliert wurde, hat eine starke Nachfrage zum Bau
von Biogasanlagen bei Landwirten eingesetzt.

Die Biogas-Stromproduktion ist von der Menge des erzeugten Biogases abhängig. Pro
Großvieheinheit können jährlich 400 - 500 m³ Biogas erzeugt werden. Beim Einsatz
nachwachsender Rohstoffe (NWR) sind zwischen 6.000 (Wiesengras) und 12.000
(Silomais/Futterrüben) m³ Biogas pro ha Anbaufläche zu erwarten. Mit 1 m³ Biogas können,
je nach Methananteil, 1,5 bis 2,2 kWh Strom erzeugt werden. Für je 2.500 m³ Biogas pro Jahr
sind i.d.R. 1 kW-Anlagenleistung (elektrisch) zu installieren.

Die Investitionskosten für Biogas-Anlagen je kW installierter Leistung betragen zwischen


ca. 2.500 €/kW für größere Anlagen und rund 4.000 €/kW bei kleineren (Fachverband
Biogas). Das bedeutet eine Gesamtinvestition für die 20 MW-Anlage von 20.000kW x
2.500 Euro/kW = 50 Mio. Euro! Bis zu 50.000 Euro Zuschuss werden vom Land NRW
gewährt. Beim Betrieb der Anlage über 7000 Volllaststunden pro Jahr können so bis zu 1
Mio. kWh Strom erzeugt werden. Für eine Anlage mit einer max. elektrischen
Generatorenleistung von 150 kW beträgt die Grundvergütung laut EEG 11,5 Cent pro kWh.
Die Erlöse aus dem Stromverkauf betragen in diesem Beispiel ca. 120.000 €/Jahr bei 50 Mio.
Euro Einsatz (Internationales Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR).

Die Einsatzstoffe für Biogasanlagen sind Gülle, Klärschlamm, Fette, Pflanzen, Gras, Mais,
Futterrüben, Futter- und Brotgetreide. Mit dem rasanten deutschlandweiten Ausbau der
Biogas-Anlagen (BGS-Anlagen), haben sich die Preise für Futter- und Brotgetreide mehr
als verdoppelt (die Nachfrage regelt den Preis)!
Strom aus Biomasse wird zur Zeit aus Anlagen mit einer Leistung bis 20 MW und der
ausschließlichen Nutzung von Biomasse im Sinne des EEG mit folgenden Sätzen vergütet:
(Stand November 2006)
• bis einschließlich einer Leistung von 150 Kilowatt mindestens 11,5 Cent pro
Kilowattstunde (kWh),
• bis einschließlich einer Leistung von 500 Kilowatt mindestens 9,9 Cent pro kWh,
• bis einschließlich einer Leistung von 5 Megawatt mindestens 8,9 Cent pro kWh,
• ab einer Leistung von 5 Megawatt mindestens 8,4 Cent pro kWh.
Setzt eine Anlage auch Altholz der Kategorien 3 oder 4 ein, so vermindert sich die Vergütung
auf 3,9 Cent pro kWh. Bei verschiedenen Eigenschaften der verwendeten Biomasse steigt der
Vergütungssatz um 6 Cent pro kWh, bei Einsatz von Kraft-Wärme-Kopplung und
termochemischer Vergasung bzw. Trockenfermentation um zusätzlich bis zu 4 Cent je kWh.
(Wikipedia: Quelle www.bmu.de Gesetzestext EEG BGBl). Teil I Nr. 40 v. 31.07.2004, Seite
1918 ff)

Der Kosten-Leistungsvergleich des Biogasstromes sieht im Jahre 2007 wie folgt aus:

Gesamt-EEG-Strommenge: 68.460 GWh


Biogasstrommenge: 15.144 GWh
Biogasstrommenge in %: 22,1 %
EEG-Vergütung Biogasstrom 1.721,6 Millionen Euro

Gesamtstromerzeugung in „D“: 623 Mrd. kWh


davon Steinkohlestrom: 21 % = 130,83 Mrd. kWh
Biostrom nach VDN: 15,144 Mrd. kWh
Steinkohlesubvention: 2.300 Mio. Euro
Biostromsubvention: 1.721,5 Mio. Euro
spez. Steinkohlestromsubvention 0, 01758 Euro/kWh = 1,758 Cent/kWh
spez. Biostromsubvention: 0,1137 Euro/kWh = 11,37 Cent/kWh

Das bedeutet: Für die gleich hohe Subvention kann die Steinkohle 11,37 Ct/kWh : 1,758
Ct/kWh = 6,5 mal soviel Strom erzeugen als die Biomasse!

Wieviel ha Anbaufäche für nachwachsende Rohstoffe werden benötigt für den im Jahre
2007 erzeugten Biostrom?

Erzeugter Biostrom 2007 nach VDN: 15.144 GWh  15,144 Mrd. kWh
Durchschnittlich erzeugen 1,85 kWh 1 m3 Biogas
Um 15,144 Mrd. kWh Biostrom zu erzeugen werden 15,144 Mrd. kWh : 1,85 kWh =
8.185.945.900 m3 Biogas benötigt
Beim Einsatz von NWR werden Anbauflächen benötigt von 8.185.945.900 m3 : 9.000 m3/ ha
= 909.549,54 ha!!
Für die Jahresbiostromgasmenge 2007 von 15.144 GWh wird bei 100 % Einsatz von
NWR eine Anbaufläche von 909.549,54 ha benötigt!

Die Gesamtackerfläche in Deutschland beträgt 120.000 km2. 909.549,54 ha sind 9.095,5 km2
= 7,58 % der Gesamtackerfläche in Deutschland!

Wieviel GVE werden benötigt für den im Jahr 2007 erzeugten Biostrom?

Eine GVE produziert durchschnittlich 450 m3/a Biogas


Die Jahresbiostrommenge 2007 beträgt 15.144 GWh  15,144 Mrd. kWh
Dafür werden 8.185.945.900 m3 Biogas benötigt
Für 15.144 GWh Biostrommenge werden demnach 8.185.945.900 m3/a : 450 m3/GVE/a =
18.190.990 GVE benötigt!!
Für die Jahresbiostrommenge 2007 von 15.144 GWh werden bei 100 %igem Einsatz
von GVE 18.190.990 Großvieh benötigt!

Diese Gegenüberstellung der beiden Einsätze NWR und GVE soll die Größenordnung der
benötigten Flächen in „D“ für die Biostromerzeugung verdeutlichen!

Ein Vorteil der Biogasanlagen ist, sie können Regelenergie bereitstellen. Das können
Windenergie- und Photovoltaikanlagen nicht!

Ebenfalls rapide entwickelt sich der Bio-Sprit-Markt. Die EU und die Bundesregierung will
Biosprit/-Diesel dem Superbenzin und Diesel beimischen. Zur Zeit wird geprüft, welche
Motore wieviel Biosprit-Beimischung vertragen. Der „Treibhauseffekt“ von einem Liter
Biodiesel ist mindestens 1,7-fach so hoch wie bei Erdöldiesel. Bei den meisten Alternativen
handelt es sich um minderwertigen Kraftstoffersatz, der die Weiterentwicklung der
Motoren massiv behindert und den Motoren schadet.

Wir konnten in diesem Jahr erleben, wie schnell der Markt reagiert: Brot, Fleisch, Milch,
Butter etc. wurden und werden wegen der nutzlosen Klimapolitik teurer! Die Armen trifft
es wieder am schlimmsten! Kinder kommen ohne Frühstück und Brote zur Schule! Es werden
Schulküchen eingerichtet. Schulspeise? Das gab es zuletzt nach dem 2. Weltkrieg. Hunger,
ein Produkt der unnötigen und katastrophalen Klimapolitik der Regierung, EU und
UN!

In der Dritten Welt werden - zur „Rettung des Klimas“ - Regenwälder abgeholzt,
Zuckerrohr- und Palmölplantagen angepflanzt für die Biosprit-Produktion der Gutmenschen
der westlichen Welt!

Nach einer Dokumentation von Inge Altemeier (2007) bedroht der Energiehunger Europas
Indonesiens Urwälder. Es sollen mehr als 20 Millionen Hektar indonesischen Urwalds für
die Bio-Treibstoff-Herstellung gerodet und zu Palmölmonokulturen umgewandelt
werden. Der Biosprit-Boom bedroht die Existenz von 45 Millionen Menschen in Indonesien
und gefährdet viele Tierarten!

Die USA kaufen zur Biosprit-Herstellung den mexikanischen Maismarkt leer. Der Mais -
Grundnahrungsmittel in Mexiko - ist für die Mexikaner unbezahlbar geworden. Viele
hungern! Innerhalb eines Jahres führte dies zur Verdopplung des Weltmarktpreises für
Mais!

Die Brasilianer haben mit den USA eine Vereinbarung getroffen über den
Zuckerrohranbau zur Biospritherstellung. Wie in Indonesien werden viele Millionen Hektar
Urwald dafür gerodet! Fidel Castro hatte den brasilianischen Präsidenten Lula scharf dafür
kritisiert, dass Brasilien aus Zuckerrohr den Biokraftstoff Ethanol herstellt. Damit passe
es sich den USA an und trage zu der Preisexplosion von Agrargütern bei, lautete der
Vorwurf (phw/AP/Reuers).

In 2007 wurden in Europa 4 Mio. und den USA etwa 20 Mio. Tonnen Bio-Kraftstoff vor
allem aus Brotgetreide und Zuckerpflanzen hergestellt.
Damit man dieses Problem in der richtigen Dimension sieht, sei darauf hingewiesen, dass mit
der Getreidemenge, die zur Erzeugung einer Tankfüllung von 60 Liter Bio-Diesel
benötigt wird, ein Mensch in der Dritten Welt ein halbes Jahr ernährt werden könnte!!
(Quelle: HH. Platz, Düpmann)

Monokulturen haben nur kurzfristig wirtschaftliche Vorteile. Längerfristig überwiegen


die Nachteile: Strukturkrisen, bodenkundliche, biologische, Schädlinge.

An die Kirchen sei die Frage erlaubt: Wie ist das Verbrennen von Brotgetreide mit der
christlichen Ethik vereinbar?

Die deutsche Regierung und ihre Hilfstruppe in Brüssel wollen - für ein nicht vorhandenes
Problem - die Bürger in einem nie dagewesenen Umfang zur Kasse bitten. Die klare Ansage
ist: wir sollen von 11t CO2/Kopf Emission auf 2 t/Kopf heruntergestoßen werden, auf das
Niveau eines Entwicklungslandes.
Die EU hat gestern (23.01.2008) ein Maßnahmenbündel zur Reduzierung des
„Treibhausgases“ CO2 und Ausbau der Erneuerbaren Energien in allen 27 Mitgliedstaaten auf
den Weg gebracht. Deutschland muss seinen Anteil von Sonne, Wind und Biomasse bis zum
Jahr 2020 von neun auf 18 % steigern und den CO2-Ausstoß um 14 % senken! Dies wird
zu weiteren Preisanstiegen bei Energie, Benzin und Lebensmittel führen.

Die Senkung des Ausstoßes des „Treibhausgases“ Kohlendioxyd (CO2) um 14 % bis zum
Jahre 2020, wird die deutsche Wirtschaft mit 18 Mrd. Euro belasten. Die deutsche
Industrie sieht eine Mio. Arbeitsplätze gefährdet!

Und das alles nur aufgrund der Hypothese, der Klimalüge, dass CO2 die Erde erwärmt!

Hermann Norff