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Albert Ludwigs Universität Freiburg im Breisgau

Seminar für Wissenschaftliche Politik
SoSe 2004
GK II: Internationaler Terrorismus
Dozentin: Dr. Beate Rosenzweig

TERRORISMUS IN DEMOKRATIE

- DAS BEISPIEL ETA –

Hausarbeit von
Ruxandra Constantinescu
Matrikel Nr. 1729344
Hindenburgstr. 68
79102 Freiburg

TERRORISMUS ALS EREIGNIS DER MODERNE………S. dass die Meinung jedes einzelnen eine wirkliche Reflektion findet. INHALTSVERZEICHNIS I. In dieser Weise ist ein demokratisches Land ein gutes Terrain für die Propagierung der Gleichheit aller Einwohner. KURZGESCHICHTE DER ETA……………………………. 6 IV.S. der Freiheit der Meinung. etc. SCHLUSSFOLGERUNG…………………………………………. EINLEITUNG…………………………………………………S.. die sie verteidigt die Mehrheit zufrieden stellen und dies durch das Gefühl. EINLEITUNG Gründlicherweise sollten Demokratie und die Werte.S. 3 II. 12 I. 8 V. Die Idee der 2 . ETA TERRORISMUS IN DEMOKRATIE…………………S. oder zumindest finden kann. 4 III.

warum sie zu radikalen Mitteln.die terroristischen Organisationen in demokratischen Ländern betrachtet. wenn man . Dass Demokratie als System nicht perfekt ist. Kritik. ob die Demokratie in ihrer Existenz gefährdet ist. 3 .zum Beispiel . die die Möglichkeiten eines konventionellen Kampfes – Ideen. viel mehr. ETA kämpft offiziell für Freiheit und einen eigenen Staat (zum offensichtlichen Nachteil Spaniens und Frankreichs. in Anbetracht der Tatsache. die Möglichkeit der physischen Entwicklung solcher Bewegungen zur Verfügung stellt. obwohl sie nach wie vor Paradoxen und Dilemmas darstellt. dass ihre Prinzipien am besten dem menschlichen Wesen entsprechen. Trotzdem. Werte – darstellen sollte) zu kämpfen. während dieser Staat durch dieselben Werte und Regeln (wie gehofft. dass Demokratie als System. dann kann man sich hauptsächlich zwei Fragen stellen: erstens. unpassend zu rationellen Gründe in einem demokratischen Rechtstaat zurückgreifen). als Rechtsstaaten angenommen) ohne aber weder das Abkommen noch die Unterstützung des Volkes zu treffen. wird irgendeine Besprechung mit den Terroristen in der heutigen Situation deswegen radikal abgelehnt. kann man schon bemerken und annehmen. mit unentsprechenden Waffen (in einer Demokratie. ob sie überhaupt rationelle Gründe für Revolte haben (und wenn ja. und zweitens. wenn Demokratie als System manche Fehler hat. als optimales System) die gründlichen Forderungen der Terroristen nicht lösen kann. Dies aber impliziert eine Auseinandersetzung: die Terroristen bekämpfen den Rechtstaat und seine Werte und Regeln. Gründe für Unzufriedenheit darstellt.Demokratie hat ihre wirkliche Reflektion gefunden sobald man anerkannt hat. und sie haben deswegen entschieden. politisches System und Rechte der Minderheiten entsprechen in diesem Fall den Wünschen mancher Leute überhaupt nicht. in wie weit die Insurgenten Recht haben. dass heißt. Die Ideen über Rechtsstaat. weil Terror und seine Propagierungsmittel überhaupt nicht als Diskussionspartner in einem demokratischen Staat angenommen werden können. dass heißt. als Struktur. ob eine solche Terrororganisation sie in Frage stellen kann.

liegt darin. sie erscheinen und propagieren sich wegen der Unvollkommenheit der demokratischen Systeme und sie deswegen schaffen. II. Terror und Terrorismus wirken dann auf dieser Ebene insoweit sie daran Anteil haben. die neuen Möglichkeiten und Fähigkeiten. weil ein demokratisches System (die diese Minderheiten trotzdem anerkennt) ihnen die Mittel dafür zur Verfügung stellt. vergrößern die Chancen der Entstehung irgendeiner Terrororganisation. TERRORISMUS ALS EREIGNIS DER MODERNE Vom Standpunkt der neuen Ära der Kommunikation und der Medien. dass solche Menschen gar kein moralisches 1 Internetquelle: http://de. Die psychologische Überlegenheit der Terroristen die diese Kriege (gegen die Menschen) führen. es geht heutzutage nicht mehr um normale Machtwaagen. als Mitglieder verschiedener politischen und militärischen Strukturen. beeinflusst von der Entwicklung der neuen Technologien. in wie weit dies irgendeinen Einfluss über die Stellung Spaniens in der Welt hat. des weiteren. Der psychologische Krieg scheint in diesem Zusammenhang eine vorhersehbare Konsequenz eines kalten Krieges zu sein 1. sind die Zeiten des konventionellen Krieges vorbei. damit sie ihre Pläne weiterführt. die die Existenz solcher Organisationen ermöglichen. als Konzepte. wenn man sie selbst nicht beherrschen kann). Und diese ist auf jedem Fall die Fragestellung dieser Arbeit: ob die ETA (als Kampf für einen unabhängigen Baskenstaat gesehen) die Möglichkeit hat.wikipedia. die Demokratie (in Spanien) und ihre Werte in Frage zu stellen (und dann kommt die Frage. Die Freiheit und die Öffentlichkeit der Medien sind zwar diejenigen. die internationalen Beziehungen stellen aber eine andere Welt dar. welche Mittel sie als Terrororganisation benutzt. die Unzufriedenheit mancher Minderheiten zu nähern. in wie weit können Demokratie und Menschenrechte exportiert werden.org/wiki/Terrorismus 4 . weil sie den neuen politischen Änderungen und unterschiedlichen Stellungen in der Welt entsprechen.

oder menschliches Zurückhalten haben. die von einer konkreten terroristischen Tat nicht betroffenen waren. dass auch sie jederzeit Opfer des Terrorismus werden können 2. dass die Gewalt des Terrorismus sich psychisch gegen bestimmte Opfer richtet. oder moderner Terrorismus ist – bevor er ein Phänomen werden kann – ein Ereignis. der Kommunikation. Demokratie als System der Freiheit (von dem Gesetz kontrolliert) hat die Erscheinung solchen Nachteile in ihrer Entwicklung ermöglicht. die mögliche Gefahr.org/wiki/Terrorismus 5 . Wenn sie das vermeiden möchten. weil die Entwicklung der Technologie und die Fortschritte im Gebiet des Gesetzes veröffentlicht worden sind. Er wirkt also auf gewisse Weise mehr auf der psychologischen Ebene und ist umso gefährlicher als er die Freiheit der Meinung. die praktische Basis ist deswegen existenziell möglich geworden. als auch die Bekämpfungsmethoden sind in unseren Gesellschaften zu finden. III. die Krankheit in einem gesunden Körper. damit sie das Gefühl haben. eine Erscheinung der Moderne. KURZGESCHICHTE DER ETA 2 Internetquelle: http://de. einen Zustand allgemeiner Angst in der Öffentlichkeit wird auf diese Weise herbeigeführt. Terrorismus. ist die Anomalie. die Öffentlichkeit der Moderne zu seinem Vorteil ausnützt. Terrorismus als Mittel zu Forderungen die demokratisch nicht gelöst werden können ist Zeichen der Moderne. die sie brauchen.wikipedia. dann sollten sie ihr Verhalten in die gewünschte Art und Weise ändern. und zwar in unseren modernen demokratischen Gesellschaften. politische Ziele durch Terror. sowohl die Ursachen und die Entwicklungen. sie wachsen und fühlen sich wohl unter uns und finden sehr oft die Unterstützung. auf der anderen Seite erscheinen solche psychologischen Züge zwar in unseren Gesellschaften. Terrorismus ist die Idee. durch Angst und Schrecken durchzuführen.

Die autonomistische Partei wurde von einer Gruppe Studenten in Bilbao für zu konservativ gehalten und haben deswegen die Bewegung „Basken Vaterland und Freiheit“ gegründet (Euskadi ta Askatasuna). 1984. The University of Wisconsin Press. dass die Unterdrückung der Diktatur umso größer war. Die Terror Anschläge hatten als Ziel die Welt darauf aufmerksam zu machen. Seit 1968 hat ETA begonnen.121-122. Diese hatten zur Zeit des Franco-Regimes großen Einfluss auf die Bevölkerung auch deswegen.5-6 4 WALDMANN. Der gewaltsame Feldzug der ETA begann mit dem Versuch. S. die Studenten aus Bilbao kämpften damals für eine ethnisch-nationalistische Identität (auf Grund eigener Kultur und Sprache) in einem autoritären Land. In den 60er Jahren macht sie sich auf der Suche nach einer Identität und einer Struktur. Das Ziel der extrem ideologisierten Bewegung (Marxism-leninismus) war zu der Zeit der terroristische Umsturz. 1984. durch eine ganze Reihe von politischen Morden.: „The Basque Insurgents“. Als die Befreiungsbewegungen sehr viel Erfolg in der 3. Peter: “Ethnischer Nationalismus.120 5 CLARK. Peter: “Ethnischer Nationalismus. Ursachen und Folgen gewaltsamer Minderheitenkonflikten“. einen Zug von Politikern und Armee 3 CLARK. Das Beispiel ETA stellt eine ganz ähnliche Entwicklung dar. damit man einen „unabhängigen baskischsprachigen vereinten sozialistischen Baskenstaat“ stiftet 6. 6 . S. weil sie u. als Ziel hatten. Die damaligen gewaltsamen Aktionen zielten auf Politiker. The University of Wisconsin Press. Welt hatten. 1959 wurde die ETA als Antwort zu der Unterdrückung des baskischen Volkes unter der Diktatur Francos gegründet. die Eigentümlichkeit eines ethnisch-nationalistischen Kampfes im spanischen Staat ist aber geblieben.a. Opladen 1992.: „The Basque Insurgents“. Opladen 1992. S. wo die Homogenisierung der verschiedenen Bevölkerungsgruppen geführt worden war3. Sicherheits. Robert P. alle Symbole der Politik zu zerstören.20 6 WALDMANN.und Militärmachthaber. macht sich die ETA durch spektakuläre Aktionen auf sich aufmerksam 4. Ursachen und Folgen gewaltsamer Minderheitenkonflikten“. die Ersetzung der Franco-Diktatur durch ein sozialistisches System5. mit eigenen kulturellen Zügen. Robert P. als die Basken ein ganz anderes Volk sind. S. der zu einer populären Revolte führen sollte.

Dies wurde aber von der spanischen Regierung so beurteilt. S. etc. der spektakuläre Mord in Dezember 1973 an Admiral Luis Carrero Blanco (möglicherweise Nachfolger Francos) scheint. Routledge London and New York. The Fight for Euskadi 1890-1986”. John: “ETA and the Basque Nationalism. Die Idee eines militärischen Siegs ist schon aufgegeben worden.Veteranen entgleisen zu lassen. hat die ETA ihre Ziele verändert.eyespymag.. haben die Anschläge im Baskenland gegen lokale Politiker (als Symbol der spanischen Herrschaftsgewalt) weiterhin stattgefunden. 8 WALDMANN. Gespräche zwischen dem politischen Teil der Organisation (Herri Batasuna) und der spanischen Regierung herzustellen 10. obwohl die Mittel und die Ursachen dieselben geblieben sind. hat die Region in gewisser Weise ihre Autonomie erhalten. Trotzdem haben die blutigen Aktionen der ETA kein Ende gefunden: 1980 sind ihr 118 Menschen sind zum Opfer gefallen. Nach dem Tod Francos und der Wiederherstellung der Demokratie in Spanien. Ursachen und Folgen gewaltsamer Minderheitenkonflikten“. Lösegeld.htm 10 BAUMER. Gemäß dem neuen demokratischen System in Spanien. S. und dies in gleicher Weise8. während die baskische Sprache in den Schulen gefördert wurde. Finanziell wird die Organisation durch Spenden. was sie aber noch 7 SULLIVAN. Opladen 1992. 1988. unterstützt. ein eigenes Parlament und die Kontrolle über Erziehung und Steuer.123 9 Internetquelle: http://www. 472. Andreas: „ETA am Ende? „Die spanische Offensive im Kampf gegen den Terrorismus“. damit die ETA sich wieder bewaffnen und organisieren kann. 1995 gab es zwei Mordversuche an König Juan Carlos und Jose Maria Aznar9. zum Beispiel. ETA ist aber keine homogene Einheit. S. dass es um eine neue Taktik ging. sie meinten aber damit. In den 70 Jahren.com/euskadaaaskatasuna. Peter: “Ethnischer Nationalismus. in: „Blätter für deutsche und Internationale Politik 48“(2003). gab es. 7 .149. große Brüche und Verwirrungen zwischen den militanten und den „politisch-militanten“. das Ende des spanischen Faschismus beschleunigt zu haben7. auf der anderen Seite sind ihre Mitglieder entweder perfekt integriert in der Gesellschaft oder Verbrecher. die von der Polizei gejagt werden. während dieser Waffenruhe. In September 1998 kündigte die ETA die erste Waffenruhe nach 30 Jahren an.

Die Forderung des Terrors als Mittel zu einem ethnisch-nationalistischen Kampf gegen die spanische Regierung kann also nicht mehr erklärt werden. und dies. und obwohl – prinzipiell. Terror und Terrorismus als Mittel zum Zweck in einem demokratischen Rechtsstaat können aber sowieso nur als Gründe und Mittel zur Destabilisierung eines demokratischen Systems angesehen werden. oder in gewisser Weise viel weniger als vorher. Demokratie anerkennt manche Rechte.: “Negotiating with ETA. der die Sprache und Kultur in der Schule anerkennt. die als Mittel im Kampf nur die Repression nach jeder Aktion hat11. IV. Das Argument der eigenen Sprache und Kultur kann nicht mehr vernünftig angeführt werden. oder zumindest nicht mehr in einem demokratischen Staat.235 8 . Reno. Demokratie als System ist deswegen erfolgreich. Robert P. weil sie manche Ansprüche jedem zur Verfügung stellt. S. University o Nevada Press. ETA TERRORISMUS IN DEMOKRATIE Erst erschienen als eine intellektuelle Bewegung (Kampf der Studenten zur Verteidigung der Sprache und Kultur in ihrer Eigentümlichkeit) in einem autoritären Staat. zumindest – die Ursachen dieselben geblieben sind – hat sich die ETA durch die Jahre verändert. Wie gesagt. damit sie mit 11 CLARK. weil die Region ihre Autonomie hat. dass ein militärischer Sieg nicht mehr möglich ist und dies aus manchen Gründe. Obstacles to Peace in the Basque Country 1975-1988”. aber jetzt sind die Mittel und die aktuellen eigentlichen Ziele ganz anders. Erstens haben sie die Unterstützung der Bevölkerung nicht mehr. Sie fordern nach wie vor dasselbe – einen unabhängigen baskischen Staat aus den spanischen und französischen Provinzen. ist die Störung der spanischen Demokratie. Nevada 1990. sie wissen. und die besondere Identität des baskischen Volkes überall bestätigt hat. damit die Menschen sich wohl fühlen.motiviert. weil es eine politische Vertretung und ein Parlament gibt. weil dem baskischen Volk seine Rechte anerkannt werden.

oder kann. als die Waage zwischen Freiheit und Gesetz ausgeglichen ist. aber ernährt und ermöglicht von demselben System. was die Gesetze erlauben 12. oder darf. der Unsicherheit sein kann. 9 .dem Gefühl leben können. damit sie kämpfen kann. Charles Louis de Secondat de. das ein Zeichen der Gefahr. De l'esprit des loix : ou du rapport que les loix doivent avoir avec la constitution de chaque gouvernement. Und dies ist praktisch durch Freiheit verfügbar. keine Fragestellung mehr anbietet). ist die Demokratie umso besser. dass die Freiheit das ist. dass die Demokratie Gefahr läuft. wirken Terror und Terrorismus in gewisser Weise entscheidend auf die Demokratie. Montesquieu hat einmal gesagt. Das ist aber natürlich. dann kann man sicherlich sagen. sie gefährden die Demokratie insoweit. desto verletzbarer wird es. und keiner einen Grund zum Gegenteil findet. Dies heißt aber nicht. Die Menschen sind überhaupt unterschiedlich und damit die Rechte aller anerkannt werden. Durch die Verfolgung der HB. Geneve. weil sie als System und Idee viel strenger und stabil gegründet ist. dass sie ihre Prinzipien leugnet: einmal weil sie als System solche Bewegungen keinen Grund zur Erscheinung (und deswegen Bekämpfung) erlauben sollte. dass falls die Demokratie einmal stabil wird (das heißt. 12 MONTESQUIEU. Die Frage ist ob Demokratie sich ändern wird. dann ist die Idee der Demokratie gefährdet. werden die Antiterrormaßnahmen eigentlich kontraproduktiv. Und es sind dieselben Begriffe. dass es sie selbst sind. oder ob sie deswegen kämpfen können wird. solange es keine Alternative mehr gibt und alle auf einem bestimmten Punkt einverstanden sind. politischer und sozialer Organisationen. die Terror und Terrorismus bestreiten. das Paradox ist aber dass je freier ein System ist. die Demokratie eingeführt haben. und zweitens wenn sie erscheinen. sollte sie sie schnell beseitigen. Auf der anderen Seite kann man auch die Idee betrachten. Anomalien in einem demokratischen System. und in gewisser Weise braucht die Idee der Demokratie das System der Gesetzte. Sobald keiner mehr etwas zu bestreiten findet. das Verbot baskischen Massenmedien. dass Demokratie manche undiskutierbaren Begriffe nicht betrifft. die sich selbst als Menschen respektieren.

die ETA agiert ohne die Unterstützung und die Übereinstimmung mit dem baskischen Volk. dass ihnen jeden Moment dasselbe passieren kann. 465. weil sie die Bevölkerung überreden will.129-130. Die ETA agiert nur im Namen des baskischen Volkes. 14 BAUMER. Andreas: „ETA am Ende? „Die spanische Offensive im Kampf gegen den Terrorismus“. Opladen 1992. dass man ein terroristisches Ereignis mit polizeilichen Mitteln lösen will (die Mittel. damit sie ihre Terrorziele durchführen kann. das Gefühl haben. ohne aber eine gewisse direkte politische Unterstützung. Als Produkt einer radikalisierten politischen Kultur. Peter: “Ethnischer Nationalismus. ETAs Anschläge sind aber in sich selbst eine Gefahr für die Demokratie.und Qualifikationsniveau und ein überdurchschnittliches Monatseinkommen. dass die Regierung ihre Forderungen betrachten sollte. ihr politischer Teil ist deshalb nur eine Fassade. dass die Gewalt nicht mehr das am besten geeignete Mittel zu einem unabhängigen Baskenland ist. S. (extreme Verteidigung einer 13 WALDMANN. damit sie die Regierung und ihre Maßnahmen ablehnen. sie agieren also auf einer tieferen Ebene: sie wollen die Bevölkerung beeinflussen. Ursachen und Folgen gewaltsamer Minderheitenkonflikten“. Es ist ja kein politischer Konflikt mehr. die ihren besonderen Fall definieren. Sie will sich durch gewaltsame Aktionen ausdrücken und sich weltweit bekannt machen. in denen die Bevölkerung im Baskenland sich nicht nur mit der ETA identifiziert hat. in: „Blätter für deutsche und Internationale Politik 48“(2003). 10 . Die ETA hat sowohl die typischen Züge einer terroristischen Organisation als auch manche besonderen Züge. Die Komplexität des baskischen Problems ist so skizziert. Das Volk kritisiert auch die Vorstellung ETAs eines sozialistischen Staates 13. ihre Opfer sind deswegen meistens Unbeteiligte und Unschuldige. Dann verändern diese Maßnahmen den politischen Teil der Organisation (als offizieller Vertreter einer unterschiedlichen Idee in einem demokratischen Rechtsstaat) in Martyrien. S. sondern sie ihr auch Hilfe geleistet hat. weil sie in ihren Kampf gegen das Zentralregime immer breiteren Gruppen tragen wollen und damit diejenigen die nicht zu Opfern wurden. die ein demokratischer Rechtsstaat der Autorität zur Verfügung stellt) 14. Der durchschnittliche HB Wähler hat ein relativ hohes Bildungs. Seit dem Tode Francos aber hat die Bevölkerung eingesehen. Es gab aber manche Momente.

was aber anders geworden ist. V.Sprache und einer Kultur die allerdings tatsächlich besonders sind). der die demokratischen Werte der Sicherheit und Schutz der Bevölkerung nicht mehr verteidigen kann. und dies umso mehr wenn die Praxis nicht richtig erklärt ist. bezüglich der Irak Truppen. Die ETA möchte nämlich einen unabhängigen baskischen Staat. Die Geschichte ETAs seit ihrer Entstehung stellt das Beispiel der Ausnutzung existierender Ordnung dar. Titz: Luzen. die Organisierung und die Unterstützung haben sich deswegen wohl gefühlt. aber mit seinem eigenen 15 WITTIG. SCHLUSSFOLGERUNG In gewisser Weise will aber die ETA dass ihre Aktionen nicht tiefer werden. versucht die ETA eine gesetzliche Basis zu finden. die den Rechtstaat beschädigt. dass Spanien.71- 72 11 . und dies durch die Ausnutzung der gegenwärtigen ideologischen Systeme. in der Weise. ist eine Gefahr für jede politische oder militärische Struktur der er angehört). El camino a ninguna parte”. sie versuchen diese Basis an demokratischen Strukturen zu finden. wegen ihrer Aktionen. damit sie die bestehende soziale Ordnung zerstören können. Ideologie als Theorie kann immer gefährlich werden. Die Infrastruktur der ETA. aus den europäischen oder atlantischen Strukturen austritt (ein demokratischer Staat. eine definitive Entscheidung zu treffen. 2001. Elke: „ ETA en la Espana democratica. sind die Mittel und die Art der Aktionen. S. Die ETA möchte überhaupt nicht. Nach den Anschläge in Madrid wurde sie auch verdächtigt. Durch die Jahre hat sich ihre ideologische Identität nicht geändert. weil das System ihr es erlaubt hat 15. damit die Verwirklichung ihrer gewaltsamen Ideen stattfinden können. das Verhältnis und das Ausmaß der Katastrophe haben die spanische Regierung wieder gezwungen. Sie nutzen die bestehende politische Ordnung aus. der seine interne Ordnung nicht behalten kann.

Sie ist in der Demokratie erwachsen. Reno. ETA) die Möglichkeit ihres Daseins finden kann. Obstacles to Peace in the Basque Country 1975-1988”. obwohl es Terror. dass die Kontrolle und die Überwachung keinen Riss mehr hat. ist dass obwohl ETA demokratische und moderne Ziele verfolgt. das hier wieder dargestellt wird. Die Stabilität eines autoritären Systems ist umso größer als die Möglichkeit es zu bestreiten gar nicht existiert und Gewalt in dieser Weise verwendet wird.Status in der EU. Ihre Legitimierung und Ideologie haben keine artikulierte Wirkung mehr. die Mittel aber überhaupt nicht dazu passen und es trotzdem gerade die Demokratie ist. Die Identität moderner Menschen wird politisch durch eigene Kultur und assimilierte Zivilisation definiert.: “Negotiating with ETA. University o Nevada Press. wo eine terroristische Organisation (bzw. keine nationale Besonderheit. oder zumindest nicht bezüglich vordefinierten Züge (wie Kultur und Sprache). dass die ethnisch-nationalistische Abgrenzung nicht mehr als Katalysator für eine Revolte gegen den Rechtsstaat wirkt. und zweitens betrachten sie ja kein einziges Volk mehr. Erstens würden ETAs Aktionen ihr Ausmaß verlieren und zweitens hätten ihre Forderungen gar kein Echo mehr. eine stabile demokratische Ordnung zu 16 CLARK. den Versuch. auch aus ETAs Standpunkt. falls Demokratie nicht richtig funktionieren würde. die die Verfolgung der Ziele mit diesen Mittel mehr als irgendeiner Regime ermöglicht hat16. Auf der anderen Seite. bekommt seine Nahrung und physische Unterstützung in der Demokratie. damit sie ihre Forderungen weiter aufrecht erhalten kann und möglicherweise auch gelöst sehen kann. Nevada 1990. hat die ETA keine längere Zukunft mehr. Robert P. erstens weil es ja jetzt internationalen Terrorismus gibt und die Menschen einer Terrororganisation die den Staat (der die Bevölkerung von den äußeren Gefahren verteidigen will) bestreitet nicht weiter unterstützen werden – zweitens weil die Bevölkerung in der Demokratie eine solche politische Kultur erworben hat. S. Die Demokratie zu gefährden ist aber auch keine gute Alternative. und es ist in diesen Rissen. Das andere Paradox. Terrorismus und ihre Verwendung als Kampf gegen demokratische Systeme mit demokratisch ermöglichten Mittel nach wie vor geben wird.226 12 . Die neuen Ideologien haben erstens in gewisser Weise keine bemerkbare Wirkung auf der mentalen Ebene mehr.

13 . in: „Blätter für deutsche und Internationale Politik 48“(2003). The University of Wisconsin Press. FONSECA. dass die politische Kultur. Charles Louis de Secondat de. MONTESQUIEU. Andreas: „ETA am Ende? „Die spanische Offensive im Kampf gegen den Terrorismus“. 465-474. Obstacles to Peace in the Basque Country 1975-1988”. Robert P. Geneve. Madrid. University o Nevada Press.: „The Basque Insurgents“. solche Bewegungen zu bestreiten und zu bekämpfen. CLARK. wird die Möglichkeit und die Mittel haben.zerstören wird es immer geben und erscheinen. S. LITERATUR BAUMER. 1996”. (auf einer tieferen generellen Ebene). CLARK. Nevada 1990. unterstützt von dem Rechtsstaat. Carlos: “Negociar con ETA: de argel al gobierno del PP: Cronica de un dialogo siepmre negado”. De l'esprit des loix : ou du rapport que les loix doivent avoir avec la constitution de chaque gouvernement. Reno. Der Unterschied wird darin liegen. 1984. Robert P.: “Negotiating with ETA.

Titz: Luzen. Routledge London and New York.org/wiki/Terrorismus http://www. SULLIVAN. The Fight for Euskadi 1890-1986”. 2001. Opladen 1992.com/euskadaaaskatasuna. VALANDRO. Bozen. Peter: “Ethnischer Nationalismus. Ursachen und Folgen gewaltsamer Minderheitenkonflikten“. Elke: „ ETA en la Espana democratica.116-137. John: “ETA and the Basque Nationalism.eyespymag. Franz: “Das Baskenland und Nordirland. El camino a ninguna parte”. Eine vergleichende Konfliktsanalyse“. Studien-Verlag. Internetquellen: http://de.wikipedia. WITTIG. 1988.htm 14 . S. 2001. WALDMANN.