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DER ISLAM

VERURTEILT
DEN
TERRORISMUS

Und Allah lädt zur Wohnstätte des Friedens ein und leitet,
wen Er will, zu einem geraden Weg.
(Sure 10:25 - Yunus)

HARUN YAHYA
Alle Zitate aus dem Quran sind eine sinngemäße und so weit wie möglich wortgetreue
Übersetzung aus dem arabischen Original von Muhammad Harun Riedinger

Mai, 2002

Copyright © Harun Yahya / 2001 CE


Erste deutsche Auflage veröffentlicht im Mai 2002

Herausgegeben von

KÜLTÜR
YAYINCILIK

Çatalçeşme sk. Üretmen Han No: 29/7


Cağaloğlu - İstanbul - Türkei
Tel : (0049 212) 511 44 03

Druck und Bindearbeit: Şan Ofset


Cendere Yolu No: 23 Ayazağa - İstanbul - Türkei
Tel: (0049 212) 289 24 24 (pbx)

Von Harun Yahya


Übersetzt aus dem Englischen von:
Muhammad Harun Riedinger

Eintrag im Katalog [des/der > Bibliothek] unter


ISBN:.....

information@harunyahya.org

www.harunyahya.com/de
www.islamverfluchtterror.com
INHALTSVERZEICHNIS

Einleitung

Islamische Ethik: Eine Quelle


des Friedens und der Sicherheit

'Krieg' im Quran

Das wahre Gesicht derer, die im Namen


der Religion Terrorakte begehen

Die Einstellung des Islams gegenüber


den Menschen der Schrift

Der Islam hat dem Mittleren Osten


stets Frieden und Harmonie gebracht

Die eigentlichen Wurzeln des Terrorismus:


Darwinismus und Materialismus

Schlussfolgerung: Ratschläge an die


Westliche Welt und die Muslime

Der Evolutionsschwindel
DER AUTOR

Harun Yahya ist ein Pseudonym, das von Herrn Adnan Oktar verwendet wird.
Adnan Oktar wurde 1956 in Ankara geboren und ist ein bekannter türkischer Intellektueller. Oktar begann
seinen intellektuellen Kampf im Jahre 1979 während seiner Ausbildung an der Kunstakademie der Universität
Mimar Sinan. Dort begann er sich vollkommen moralischen und, ihm heiligen Werten zu widmen, an denen er
bis heute festgehalten hat und die er auch anderen Menschen zu vermitteln versucht. Während seiner
Universitätsjahre erforschte er ausführlich die vorherrschenden materialistischen Philosophien und Ideologien,
und erwarb sich mehr Kenntnisse als ihre Verfechter. Auf der Grundlage dieses Wissens hat er verschiedene
Bücher über den Irrtum der Evolutionstheorie geschrieben. Seine intellektuelle Bemühung gegen den
Darwinismus und Materialismus wurde zu einem weltweiten Phänomen. In ihrer Ausgabe vom 22. April 2000
bezeichnet die Zeitschrift New Scientist Herrn Oktar als "internationalen Held", weil er den Irrtum der
Evolutionstheorie aufgedeckt und die Schöpfungsrealität dargelegt hat. Der Autor hat darüber hinaus
verschiedene Arbeiten über den zionistischen Rassismus und die Freimaurerei und ihre negativen Auswirkungen
auf die Weltgeschichte und -politik veröffentlicht. Oktar hat inzwischen mehr als Hundert Bücher geschrieben,
die die Moral des Quran und Fragen des Glaubens behandeln.
Das Pseudonym des Autors besteht aus den Namen 'Harun (Aaron)' und 'Yahya (Johannes)' im
geschätzten Andenken der zwei Propheten, die gegen den Unglauben kämpften.
Seine Arbeiten umfassen; 'Die Lösung: Die Moral des Quran', 'Die "geheime Hand" in Bosnien', 'Hinter
den Kulissen des Terrorismus', 'Der Winter des Islams und Sein erwarteter Frühling', 'Der Kommunismus liegt
im Hinterhalt', 'Die blutige Ideologie des Darwinismus: Der Faschismus', 'Der Islam verflucht den Terror', 'Das
Unheil, das der Darwinismus der Menschheit gebracht hat', 'Der Evolutionsschwindel', 'Artikel 1-2-3', 'Man
erkennt Allah mit dem Verstand', 'Eine Waffe des Satans: Die Romantik', 'Wahrheiten 1-2', 'Die westliche Welt
wendet sich Allah zu', 'Untergegangene Völker', 'Der Prophet Moses', 'Der Prophet Joseph', 'Der Prophet
Salomo', 'Das goldene Zeitalter', 'Die letzte Zeit der Welt und das Vorzeichen Ad-dabbe', 'Anzeichen für das
Ende der Welt in der Sure al-Kahf', 'Allahs farbenprächtiges Kunstwerk', 'Die Pracht ist überall', 'Die Wahrheit
über das irdische Leben', 'Die Geständnisse der Evolutionisten', 'Klare Antworten an die Evolutionisten', 'Die
dunkle Magie des Darwinismus', 'Die Religion des Darwinismus', 'Der Niedergang der Evolutionstheorie in 20
Fragen', 'Materie - der andere Name für Illusion', 'Der Quran zeigt der Wissenschaft den Weg', 'Der wahre
Ursprung des Lebens', 'Der Quran widerlegt den Darwinismus', 'Die Schöpfung des Universums', 'Die Wunder
des Quran', 'Das Bewusstsein in der Zelle', 'Die Kette der Wunder', 'Das Design in der Natur',
'Selbstaufopferung und intelligente Verhaltensmuster bei Tieren', 'Die Ewigkeit hat bereits begonnen', 'Das Ende
des Darwinismus', 'Tiefes Nachsinnen', 'Der kleine Mann im Turm', 'Zeitlosigkeit und die Tatsache des
Schicksals', 'Die Wahrheit wissen', 'Verleugne dein Wissen nicht', 'Die Geheimnisse der DNS', 'Das Wunder des
Atoms', 'Das Wunder der Zelle', 'Das Wunder des Immunsystems', 'Das Wunder des Auges', 'Das Wunder der
Schöpfung in den Pflanzen', 'Das Wunder der Spinne', 'Das Wunder der Ameise', 'Das Wunder der Stechmücke',
'Das Wunder der Honigbiene', 'Das Wunder des Samens', 'Das Wunder der Termite', 'Das grüne Wunder: Die
Photosynthese', 'Das Wunder der Hormone', 'Das Wunder des Menschen', 'Das Wunder der Schöpfung des
Menschen', 'Das Wunder der Proteine'.
Die Kinderbücher des Autors sind; 'Kinder: Darwin hat die Unwahrheit gesagt!', 'Die Welt der Tiere', 'Die
Pracht am Himmel', 'Die Welt unserer kleinen Freunde: Die Ameisen', 'Die Honigbienen, die perfekte Waben
bauen', 'Geschickte Erbauer von Staudämmen: Die Biber', 'Das ist unsere Religion'.
Zu den von ihm veröffentlichten Broschüren gehören; 'Das Geheimnis des Atoms', 'Der Niedergang der
Evolutionstheorie: Die Realität der Schöpfung', 'Der Untergang des Materialismus', 'Das Ende des
Materialismus', 'Der Irrtum der Evolutionisten 1', 'Der Irrtum der Evolutionisten 2', 'Der mikrobiologische
Niedergang der Evolution', 'Die Realität der Schöpfung', 'Der größte Betrug in der Geschichte der Wissenschaft:
Der Darwinismus'.
Andere Arbeiten des Autors über Themen des Qurans umfassen: 'Die Namen Allahs', 'Gottesfurcht vor
Allah', 'Charakter der Menschen in der Dschahiliya-Gesellschaft', 'Die Dschahiliya-Gesellschaft verlassen', 'Die
Religion der Ignoranten', 'Hingabe an Allah', 'Die wahre Heimat der Gläubigen: Das Paradies', 'Einige
Geheimnisse des Quran', 'Die Unvernunft der Gottlosigkeit', 'Der Alptraum des Unglaubens', 'Haben Sie schon
einmal über die Wahrheit nachgedacht?', 'Der Prophet Jesus wird kommen', 'Glaube leicht verständlich gemacht
1-2-3', 'Vergessene Verordnungen des Qurans', 'Der reife Glaube', 'Hidschrah – Auswanderung auf der Suche
nach Allahs Wohlgefallen', 'Kenntnis des Qurans', 'Allgemeine Informationen aus dem Quran', 'Die
Verkündigung und Diskussion im Quran', 'Die Barmherzigkeit der Gläubigen', 'Die Ethik des Quran', 'Der
Islam: Die Religion der Erleichterungen', 'Das Gebet im Quran', 'Bist du ein Opfer des Selbstbetrugs?', 'Das
Quran-Verzeichnis', 'Der Charakter der Heuchelei im Quran', 'Ein Bouquet der Schönheiten Allahs 1-2-3-4', 'Die
Grundbegriffe des Quran', 'Die Wichtigkeit des Gewissens im Quran', 'Antworten aus dem Quran', 'Die
Geheimnisse des Heuchlers', 'Die Auferstehung', 'Die Wichtigkeit der Geduld im Quran', 'Die Schönheiten des
Lebens, die der Quran bietet', Tod - Auferstehung - Hölle', 'Der Kampf der Gesandten Gottes', 'Niemals
vergessen', 'Die Arroganz Satans', 'Der Reue vorbauen', 'Die Worte der Gesandten Gottes', 'Der Erzfeind des
Menschen: Satan', 'Die größte Verleumdung: Götzendienst', 'Das Geheimnis der Prüfung', 'Wahrer Intellekt im
Sinne des Qurans', 'Im Kampf gegen den von Gottlosigkeit hervorgerufenen Sittenverfall: Die Allianz der
Tugendhaften', 'Der Kampf gegen die "Religion" der Religionslosigkeit', 'Die Schulung Yusufs', 'Wie
interpretiert der Unkluge den Quran?', 'Der Mut der Gläubigen', 'Enthusiasmus und Emotion im Quran', 'Die
Wichtigkeit einem guten Rat zu folgen', 'Die Geschichte der Verleumdung gegen die Muslime', 'Gerechtigkeit
und Toleranz im Quran', 'Die Verderblichkeit des Spottens', 'Guten Muts sein im Quran', 'Die, die nicht auf den
Quran hören', 'Gedankenlosigkeit eine heimtückische Gefahr', 'Loyalität im Quran', 'Die Glaubensprinzipien des
Islam'.
So werden denn auch die Werke Harun Yahyas in vielen Ländern der Welt, von Indien bis Amerika, von
England bis Indonesien, von Polen bis Bosnien und von Spanien bis Brasilien gelesen. Die Bücher, die in viele
Sprachen wie Englisch, Französisch, Deutsch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch, Urdu, Arabisch, Albanisch,
Russisch, Bosnisch, Uigurisch, Indonesisch, Malayalam, Malaiisch, Aserbaidschanisch und Kasachisch
übersetzt wurden, werden im Ausland von einer großen Anzahl von Lesern gelesen.
Der zentrale Punkt aller Werke des Verfassers ist ihre Übereinstimmung mit dem Quran und ihre
Bestätigung durch die innere Logik des Quran. Selbst wissenschaftliche Themen, die von den meisten als
schwierig und verwirrend angesehen werden, werden in den Büchern von Harun Yahya sehr klar und
ausführlich dargestellt. Aus diesem Grund finden die Bücher allgemeine Ansprache bei Lesern jedes Alters und
jeder sozialen Schicht.
Bücher von Harun Yahya die sich mit Glaubensthemen befassen, behandeln stets auch die Existenz und
Einheit Allahs und wurden in der Hauptsache zu dem Zweck geschrieben, den Islam all denen nahezubringen,
die der Religion fremd sind, um ihnen zu helfen innere Konflikte, die sie mit der Wahrheit verspüren mögen
aufzuklären. Für Muslime enthalten diese Bücher sowohl Ratschläge als auch Ermahnungen. Der Verfasser hat
Arbeiten über alle grundlegenden Themen veröffentlicht, auf die im Quran hingewiesen wird. Sie helfen den
Muslimen ihre Kenntnisse über ihre Religion und ihr Bewusstsein derselben zu erweitern.
Jedes der Bücher des Autors zu wissenschaftlichen Themen betont die Allmacht, Erhabenheit, und
Majestät Allahs. Diese Bücher zeigen den Nicht-Muslimen die Zeichen der Existenz Allahs und die
Vorzüglichkeit Seiner Schöpfung auf sehr eindrucksvolle und präzise Weise. Andererseits stärken sie die
Gläubigen in Ergebenheit und Glauben und eignen sich vorzüglich dazu den Menschen den Islam dort
näherzubringen, wo die Religion nicht in ihrem wahren Sinn gelebt wird. Eine Untergruppe innerhalb dieser
Serie sind die Bücher, die die Lüge der Evolution bloßstellen. Der Hauptzweck dieser Bücher besteht darin, die
materialistische und atheistische Philosophie zu widerlegen, die als eine Alternative und Ersatzreligion erstellt
wurde und der ganzen Welt seit dem 19. Jahrhundert aufgezwungen wird. Die gute Aufnahme, die die Bücher
bei den Lesern fand, bezeugt, dass dieser Zweck zu einem großen Ausmaß erfüllt wird. Diese Bücher zerstören
die Denkweise, Logik und Ideologie des Systems des Unglaubens in der Weise wie es im Quran erwähnt wird:
"...Wir schleudern die Wahrheit gegen die Lüge, und sie zerschmettert sie..." (Sure 21:18 – Al Anbia');
und sie helfen, dass Allahs Licht vollends ausgebreitet wird (Sure 61:8 – Al Saff). Aus diesen Gründen
spielen diese Bücher eine bedeutende Rolle im intellektuellen Kampf gegen den Unglauben.
Die symbolische Bedeutung des Siegels des Propheten, das auf dem Umschlag aller Bücher von Harun
Yahya abgebildet ist, hängt mit dem Inhalt der Bücher zusammen. Dieses Siegel symbolisiert, dass der Quran
das letzte Buch Allahs ist und dass unser Prophet der letzte der Propheten ist. Der Autor hat in all seinen
Arbeiten den Quran und die Sunnah (Überlieferungen) des Propheten Muhammad als seine Führung benutzt.
Aus diesem Grund zielt er darauf ab, die Unhaltbarkeit aller grundlegenden Behauptungen der ungläubigen
Systeme einzeln darzulegen und eine endgültige Antwort darauf zu geben, um die Widersprüche gegen die
Religion vollkommen zu beseitigen. Die Benützung des prophetischen Siegels möge als ein Gebet gelten, das
letzte Wort haben zu dürfen.
AN DEN LESER

Alle von Harun Yahya verfassten Bücher, behandeln lebenswichtige Tatsachen, die die Weltansicht des
Lesers vollkommen verändern können. In den Büchern über die Natur und die Lebewesen werden klare
Beweise vorgebracht, die die Behauptungen der materialistischen Philosophie völlig widerlegen. Die Bücher die
Inhalte aus dem Quran behandeln, beinhalten wichtige Darstellungen qur'anischer Verse von zeitloser
Gültigkeit. Es wird über die wahre, auf der Religion gegründete Moral und über den Verfall des Charakters von
Menschen berichtet, die sich von der Religion abgewandt haben.
Der Grund dafür, dass in all diesen Arbeiten die Widerlegung der Evolutionstheorie so stark betont ist,
liegt darin, dass diese Theorie eine Grundlage für jede, gegen die Religion gerichtete Philosophie darstellt. Der
Darwinismus, der die Schöpfung und damit die Existenz Allahs ablehnt, hat seit 140 Jahren viele Menschen
ihres Glaubens beraubt oder sie in Zweifel gestürzt. Aus diesem Grund ist es eine wichtige Aufgabe, die
Widerlegung der Theorie zu veröffentlichen. Es ist von höchster Wichtigkeit, dass dem Leser diese
grundlegende Erkenntnis eröffnet wird. Da manche Leser vielleicht nur die Gelegenheit haben eines der Bücher
zu lesen, wurde beschlossen, in allen Büchern Harun Yahyas ein Kapitel diesem Thema zu widmen, wenn auch
nur als kurze Zusammenfassung.
Die Behandlung der Themen in diesen Büchern wurde niemals mit philosophischen Ansichten oder
persönlichen Meinungen vermengt. Sie basieren auf konkreten wissenschaftlichen und technischen
Informationen oder den Aussagen des Qurans. Jedes Buch ist das Resultat ernsthafter Nachforschung,
Beobachtung und Analyse. Diese Bücher wurden nicht mit der Absicht eines finanziellen Gewinns geschrieben
oder verlegt. Es handelt sich ausschließlich um einen Dienst an die Menschheit, und der Leser sollte sich dieser
Tatsache bei der Auswahl und Bewertung der Bücher Harun Yahyas bewusst sein.
In allen Büchern des Autors werden die Fragen, die sich auf den Glauben beziehen, auf der Grundlage der
qur'anischen Inhalte erklärt und die Menschen dazu ermutigt, Allahs Wort zu lernen und ihm entsprechend zu
leben. Alle Themen, die Allahs Offenbarung selbst betreffen, werden in einer Weise erklärt, dass sie im
Verständnis des Lesers keine Zweifel oder unbeantworteten Fragen hinterlassen. Die aufrichtige, direkte und
fließende Darstellungsweise erleichtert das Verständnis der besprochenen Themen und ermöglicht es damit, die
Bücher in einem Zug zu lesen. Harun Yahyas Bücher sprechen Menschen jeden Alters und jeder sozialen
Zugehörigkeit an. Sie sind nicht auf bestimmte Sprachen, Nationalitäten oder Rassen abgestimmt, sondern
tragen vielmehr zur Überwindung der Unterschiede verschiedener sozialer Gruppen bei. Selbst Personen, die
Religion und Glauben streng ablehnen, können die hier vorgebrachten Tatsachen nicht abstreiten und deren
Wahrheitsgehalt nicht leugnen. Jemand der diese Bücher mit Interesse und Hingabe liest, kann in sehr kurzer
Zeit ein tiefes Verständnis der existentiellen Realitäten gewinnen.
Die Bücher von Harun Yahya können individuell oder in Gruppen gelesen werden; es wird empfohlen, sie
in Gruppen zu lesen, da dies den Gedanken- und Erfahrungsaustausch fördert.
Sie erweisen anderen einen großen Dienst, wenn Sie die Bücher anderen zugänglich machen und
Lesetermine bekanntgeben. Alle Bücher des Schriftstellers zeichnen sich durch ihre Überzeugungskraft aus.
Wenn Sie anderen Menschen Ihre Religion vermitteln wollen, finden Sie ein wirkungsvolles Hilfsmittel darin,
sie zum Lesen dieser Bücher zu ermutigen.
EINLEITUNG

Als Muslime verurteilen wir nachdrücklich den Terroristenangriff auf die zwei Großstädte der Vereinigten
Staaten am 11. September 2001, der Tod und Verletzung Tausender unschuldiger Menschen verursachte, und
sprechen der amerikanischen Nation unser Beileid aus. Diese Angriffe rückten die sehr wichtige Frage nach der
tatsächlichen Quelle des Terrorismus an die Spitze der Tagesordnung des Weltgeschehens. Auf diese Weise
wurde der gesamten Welt bekannt gemacht, dass der Islam eine Religion des Friedens und der Toleranz ist, die
die Menschen zum Mitleid und Gerechtigkeit aufruft. Viele prominente Persönlichkeiten der Weltpolitik,
führende Medienorganisationen, Fernsehen- und Radiostationen erklärten, dass der wahre Islam die
Gewalttätigkeit verbietet, und den Frieden zwischen den Menschen und Nationen erstrebt. Informierte Kreise
der westlichen Welt, die ein gutes Verständnis der Religion des Islams erwarben und den Islam kennen, wie
Allah ihn im Quran befohlen hat, haben klar erkannt, dass die Begriffe "Islam" und "Terror" nicht
nebeneinander bestehen können und dass keine göttlich offenbarte Religion Gewalttätigkeit erlaubt.
Dieses Buch besteht darauf, dass die Quelle des Terrors, den wir verurteilen, unmöglich einer göttlichen
Religion entspringt, und dass es im Islam keinen Platz für Terrorismus gibt. Dies wird eindeutig im Quran, der
Hauptquelle des Islams, klar gestellt, sowie in den Traditionen aller muslimischen Herrscher, mit dem Propheten
Muhammad an erster Stelle. Im Licht von Zitaten aus dem Quran, und unterstützt durch geschichtliche
Beispiele stellt dieses Buch die Tatsache heraus, dass der Islam den Terrorismus verbietet und auf die Errichtung
von Frieden und Sicherheit in der Welt ausgerichtet ist.
Es ist allgemein bekannt, dass seit Jahrhunderten verschiedene Terrorakte in den verschiedensten Teilen
der Welt von den unterschiedlichsten Gruppen mit einer Vielfalt von Motivationen durchgeführt wurden.
Manchmal ist es eine kommunistische Organisation, manchmal eine faschistische Gruppe und manchmal sind es
radikale und separatistische Splittergruppen, die Verantwortung für solche Anschläge übernehmen. Während
Länder wie Amerika häufig das Ziel der Angriffe von rassistischen - und Randgruppenterroristen wurden,
standen die europäischen Länder im Angriffsfeld von Gewalttaten, die von terroristischen Organisationen
durchgeführt wurden. 17. November in Griechenland, RAF und Neonazis in Deutschland, ETA in Spanien, IRA
in Britannien, Rote Brigaden in Italien und viele andere Organisationen versuchen, sich durch Terror und
Gewalttätigkeit Gehör zu verschaffen, indem sie unschuldige und wehrlose Menschen ermorden. Die Natur des
Terrorismus hat sich, mit der sich wandelnden Weltsituation geändert und seine Auswirkungen und Ausmaße
steigern sich mit den neuen Mitteln, welche die fortschreitende Technologie ermöglicht. Insbesondere erweitern
die Kommunikationsmittel, wie das Internet, den Operations- und Einflussbereich für die Aktivitäten der
Terroristen beträchtlich.
Außer den westlichen Organisationen gibt es auch andere Terroristenorganisationen, die aus dem
Mittleren Osten stammen. Diese Gruppen verüben Ihre Anschläge in allen Teilen der Welt. Dass die Täter
solcher Gewaltakte christliche, islamische oder jüdische Namen haben, veranlasst einige von ihnen,
Behauptungen aufzustellen, die nicht mit den entsprechenden göttlichen Offenbarungen in Einklang stehen. Die
Wahrheit ist, dass, selbst wenn die Terroristen muslimische Namen haben, der Terror, den sie verüben, nicht als
"islamischer Terror" bezeichnet werden kann, genauso wenig wie er "jüdischer Terror" oder "christlicher Terror"
genannt werden könnte, wenn die Täter Juden oder Christen wären. Dem ist so, weil es absolut nicht
akzeptabel ist, unschuldige Leute im Namen der Religion zu ermorden, wie in den folgenden Seiten
eingehend untersucht werden wird. Wir müssen uns bewusst sein, dass unter denen, die in Washington oder
New York getötet wurden, Menschen waren, die den Propheten Jesus (Christen), den Propheten Moses (Juden)
und den Propheten Muhammad (Muslime) liebten. Unschuldige Menschen zu töten ist eine große Sünde, die, es
sei denn, dass Gottes Vergebung eingreift, eine qualvolle Strafe in der Hölle nach sich zieht. Niemand, der
gläubig ist und Gottesfurcht hat, würde solch eine Tat begehen.
Die Aggressoren, die solche Gewalttätigkeit begehen, können dies nur mit dem Vorsatz tun, die
Religion selbst anzugreifen. Es ist durchaus möglich, dass diejenigen, die diese Gewalttätigkeit verübten, es
taten, um die Religion in den Augen der Menschen als Übel erscheinen zu lassen, um die Menschen der
Religion völlig zu entfremden und Hass und Reaktion gegen fromme Menschen zu verursachen. Infolgedessen
ist jeder Anschlag, der eine "religiöse" Fassade hat, während er sich gegen amerikanische Bürger oder andere
unschuldige Menschen richtet, wirklich ein Angriff, der gegen die Religion verübt wird.
Religion gebietet Liebe, Gnade und Frieden. Dem gegenüber ist Terror das Gegenteil der Religion; er ist
grausam, gnadenlos und es verlangt Blutvergießen und Elend. Folglich sollte der Ursprung einer terroristischen
Handlung eher im Unglauben, als in der Religion gesucht werden. Menschen mit faschistischer,
kommunistischer, rassistischer oder materialistischer Lebensauffassung sollten als mögliche Täter vermutet
werden. Der Name oder die Identität dessen, der den Schuss oder die Explosion auslöst ist nicht wichtig. Wenn
er, ohne mit der Wimper zu zucken, unschuldige Menschen ermorden kann, dann ist er ein Ungläubiger, nicht
ein Gläubiger. Er ist ein Mörder, der keine Gottesfurcht hat und dem es hauptsächlich darum geht, Blut zu
vergießen und Schaden anzurichten. Aus diesem Grund ist "islamischer Terror" ein durchaus falsches Konzept,
das der Botschaft des Islams widerspricht. Die Religion Islam kann Terrorismus auf keinen Fall tolerieren. Ganz
im Gegenteil, Terror (d.h. Mord von unschuldigen Menschen) gilt als eine große Sünde im Islam, und
Muslime sind dafür verantwortlich, solche Taten zu verhindern und der Welt Frieden und Gerechtigkeit
zu bringen.

... Esst und trinkt von dem womit Allah euch versorgt hat und stiftet nicht Unheil und Korruption
in der Welt. (Sure 2:60 – al-Baqara)
ISLAMISCHE ETHIK: EINE QUELLE DES FRIEDENS
UND DER SICHERHEIT

Manche, die behaupten, etwas sei im Namen der Religion getan worden, mögen in der Tat ein falsches
Verständnis jener Religion haben und sie daher falsch ausüben. Aus diesem Grund wäre es falsch, sich eine
Meinung über jene Religion zu bilden, indem man sich an dem Beispiel solcher Menschen orientiert. Der beste
Weg, eine Religion zu verstehen, ist ihre göttlich offenbarte Quelle zu studieren. Die göttliche Quelle des Islams
ist der Quran, der auf den Idealen der Sittlichkeit, der Liebe, des Mitgefühls, der Demut, der Opferbereitschaft,
der Toleranz und der Friedfertigkeit begründet ist. Ein Muslim, der im wahren Sinn diesen Grundsätzen
entsprechend lebt, wird äußerst höflich, bedacht, bescheiden, gerecht, vertrauenswürdig und zuvorkommend
sein. Er wird Liebe, Respekt, Harmonie und Lebensfreude auf seine Umgebung ausstrahlen.

Der Islam ist die Religion des Friedens

Im weitesten Sinn ist Terror Gewalttätigkeit, die gegen nicht-militärische Ziele zum Zweck politischer
Ziele ausgeübt wird. In anderen Worten, die Angriffsziele des Terrors sind völlig unschuldige Zivilisten, deren
einziges Verbrechen es ist, dass sie – in den Augen der Terroristen – 'die andere Seite' vertreten. Aus diesem
Grund bedeutet Terror, unschuldige Menschen Gewalttätigkeit auszusetzen, was eine Verhaltensweise ist, die
jeglicher moralischen Rechtfertigung mangelt. Dies ist, in gleicher Weise, wie die Morde, die durch Hitler oder
Stalin begangen wurden, ein 'Verbrechen gegen die Menschheit'.
Der Quran ist ein Buch, das den Menschen als Führung zum Weg der Wahrheit offenbart wurde, und in
diesem Buch gebietet Gott den Menschen, eine gute, moralische Lebensweise anzunehmen. Diese Moral
gründet sich auf Tugenden wie Liebe, Mitleid, Toleranz und Barmherzigkeit. Das Wort 'Islam' ist von dem
arabischen Wort für 'Frieden' abgeleitet. Der Islam ist eine Religion, die der Menschheit mit dem Ziel
geoffenbart wurde, ein Leben des Friedens zu ermöglichen, in dem die unendliche Barmherzigkeit und Gnade
Gottes auf der Welt zum Ausdruck kommen können. Allah ruft alle Menschen zu dieser islamischen Ethik auf,
durch welche Barmherzigkeit, Gnade, Frieden und Toleranz auf der ganzen Erde erfahren werden können. In
einem Vers der 2. Sure des Qurans spricht Allah die Gläubigen in folgender Weise an:

O ihr, die ihr glaubt! Tretet allesamt in den Zustand der Befriedung (Islam) ein und folgt nicht den
Fußstapfen des Satans; er ist euch zweifellos ein offenbarer Feind. (Sure 2:208 – al-Baqara)

Wie der Vers klar macht, kann Sicherheit nur durch 'Eintritt in den Zustand des Islam' gewährleistet
werden, d.h., indem man entsprechend den Werten des Quran lebt. Ein Muslim der die Werte des Quran in
seinem Leben verwirklicht, fühlt sich dafür verantwortlich, alle Menschen, egal ob Muslime oder Nicht-
Muslime, freundlich und gerecht zu behandeln, die Bedürftigen und Unschuldigen zu schützen und die
'Verbreitung von Unheil' zu verhindern. Unheil beinhaltet alle Formen der Anarchie und des Terrors, welche
Sicherheit, Wohlsein und Frieden zerstören. Wie in einem Vers erklärt:
Gewiss liebt Allah die Unheilstifter nicht. (Sure 28:77 – al-Qasas)

Einen Menschen grundlos zu töten ist eines der offensichtlichsten Beispiele des Unheils. Allah verweist
im Quran auf ein Gebot, das Er zuvor den Juden im Alten Testament auferlegt hatte:

... dass dem, der einen Menschen tötet, ohne dass dieser einen Mord begangen oder Korruption im
Lande gestiftet hat, es angerechnet werden soll , als hätte er die ganze Menschheit getötet. Und dem, der
ein Leben erhält, soll es angerechnet werden, als hätte er die ganze Menschheit am Leben erhalten...
(Sure 5:32 – al-Maida)

Wie der Vers darlegt, begeht ein Mensch, der selbst nur einen einzigen Mitmenschen tötet, es sei denn in
Vergeltung für einen begangenen Mord oder Korruption im Lande, ein Verbrechen, das dem gleichkommt, als
hätte er die gesamte Menschheit getötet.
In Anbetracht dessen wird es offenbar, welch eine große Sünde die Morde, Massaker und Anschläge sind,
die von Terroristen ausgeführt werden, einschließlich der, die als 'Selbstmordanschläge' bekannt sind. Allah teilt
uns im folgenden Vers mit, wie diese grausame Form des Terrorismus im Jenseits bestraft wird:

Die Anklage richtet sich nur gegen die, welche den Menschen Unrecht tun und Ausschreitungen auf
der Erde begehen, zu denen sie kein Recht haben. Ihnen wird eine schmerzliche Strafe zuteil. (Sure 42:42
- asch-Schura)

All dies zeigt deutlich, dass es dem Islam völlig entgegen steht, Terrorakte gegen unschuldige Menschen
zu organisieren, und dass kein Muslim solch ein Verbrechen verüben könnte. Im Gegenteil sind Muslime dafür
verantwortlich, diesen Leuten das Handwerk zu legen, 'Ausschreitungen auf der Erde' abzuschaffen und allen
Menschen überall auf der Welt Frieden und Sicherheit zu bringen. Islam kann nicht mit Terrorismus in Einklang
gebracht werden; ganz im Gegenteil, er bietet die Lösung zu dem Problem des Terrorismus und den Weg zu
seiner Verhinderung an.

Allah hat das Böse verdammt

Allah hat dem Menschen befohlen, kein Übel zu begehen: Unterdrückung, Grausamkeit, Mord und
Blutvergießen sind allesamt verboten. Die, die dieses Gebot Allahs nicht befolgen, werden als 'den Fußstapfen
des Satans folgend' beschrieben, und haben eine Haltung angenommen, die im Quran als offenbar sündig erklärt
wurde. Folgende Verse sind einige der vielen, die sich auf dieses Thema beziehen:

Und diejenigen, die ihr Bündnis mit Allah brechen, nachdem sie es eingegangen waren, und
trennen, was Allah zu verbinden gebot, und Unheil auf Erden anrichten, auf ihnen lastet ein Fluch und
eine üble Wohnstatt erwartet sie. (Sure 13:25 - ar-Ra'd)
... Esst und trink von dem womit Allah euch versorgt hat und verderbt nicht die Erde, indem ihr
Unheil anrichtet. (Sure 2:60 – al-Baqara)

Und richtet kein Verderben auf der Erde an, nachdem sie mangellos gestaltet worden war, und
betet zu Ihm in Gottesfurcht und Vertrauen! Gewiss ist Allahs Barmherzigkeit denen nahe, die Gutes tun.
(Sure 7:56 – al-A'raf)

Diejenigen, die denken, dass sie irgend einen Erfolg erzielen können, indem sie Übel, Aufruhr und
Unterdrückung verursachen und unschuldige Menschen töten, verfallen einen großen Irrtum. Gott hat alle üblen
Taten, einschließlich Terrorismus und Gewalt verboten, und diejenigen, die derartige Handlungen begehen
verurteilt, wie aus dem folgenden Vers hervorgeht: ...Allah gibt dem Handeln der Unheilstifter sicherlich
kein Gelingen. (Sure 10:81 - Junus)
Heute jedoch geschehen Terrorakte, Völkermord und Massaker überall auf der Welt. Unschuldige
Menschen werden auf brutale Weise getötet, und Länder, in denen Gemeinschaften zum Hass gegeneinander
angestachelt werden, schwimmen im Blut. Diese Grauen in Ländern mit unterschiedlicher Geschichte, Kultur
und Sozialstruktur mögen spezifische Ursachen und Gründe haben, es ist jedoch offensichtlich, dass die
grundlegende Ursache eine Distanzierung von der Moralität ist, die auf Liebe, Respekt und Toleranz basiert,
welche die Religion mit sich bringt. Infolge von Religionslosigkeit entwickeln sich Gesellschaften, in denen die
Menschen keine Gottesfurcht haben und nicht glauben, dass sie im Jenseits zur Rechenschaft gezogen werden.
Da sie sich dünken, niemandem Rechenschaft über ihre Handlungen schuldig zu sein, können sie ohne weiteres
Mitgefühl, Moral oder Gewissen außer Acht lassen.
Das Aufkommen von Heuchlern, die den Namen Gottes und der Religion benützen, aber sich tatsächlich
organisieren, um Übel anzurichten, das von Allah verdammt wurde, wird im Quran erwähnt. Ein Vers berichtet
von neun einflussreichen Männern in einer Stadt, die ihren Plan, den Propheten zu ermorden, mit einem Schwur
im Namen Allahs besiegelten:

Und es waren neun Mächtige in der Stadt, welche Unheil im Lande anrichteten, anstatt
Wohlergehen anzustreben. Sie vereinbarten: 'Lasst uns vor Allah schwören, dass wir an ihm und seiner
Familie in der Nacht ein Attentat verüben, und dann seinem Sippenältesten sagen, dass wir die
Vernichtung seiner Familie nicht bezeugten und dass wir gewiss die Wahrheit sagen!' Uns so machten sie
ein Komplott, doch sie ahnten nicht, dass auch Wir einen Plan hatten. (Sure 27:48-50 – an-Naml)

Wie dieses, im Quran beschriebene Ereignis zeigt, bedeutet die Tatsache, dass Menschen 'im Namen von
Allah' Dinge tun, oder sogar in Seinem Namen schwören - in anderen Worten, eine 'religiöse' Sprachform
verwenden - nicht, dass ihre Handlungen der Religion entsprechen. Ganz im Gegenteil kann das, was sie tun,
dem Willen Gottes und der Ethik der Religion völlig entgegengesetzt sein. Die Wahrheit zeigt sich in ihrem
Handeln. Wenn ihre Taten darauf abzielen, dass sie 'Unheil anrichteten, anstatt Wohlergehen' wie der Vers
darlegt, dann steht fest, dass diese Menschen nicht wahrhaft religiös sein können, und dass ihr Ziel nicht ist, der
Religion zu dienen.
Jemand, der Allah fürchtet und die wahre Ethik des Islams verstanden hat, kann unmöglich
Gewalttätigkeit oder Verbrechen unterstützen, oder an dahingehenden Aktivitäten teilnehmen. Aus diesem
Grund ist der Islam die realistische Antwort auf den Terrorismus. Wenn die hohen moralischen Prinzipien des
Quran erklärt werden, wird es undenkbar für die Menschen, den echten Islam mit denjenigen in Verbindung zu
bringen, die Gruppen unterstützen, deren Zielsetzung Hass, Krieg und Chaos ist, oder diesen angehören, weil
Allah es verboten hat, Unheil zu stiften:

Und sobald er sich von dir abwendet, sucht er, im Lande Unheil zu stiften und die Zivilisation der
Menschheit zu zerstören, doch Allah verabscheut Korruption. Und wenn er zur Gottesfurcht ermahnt
wird überkommt ihn frevelhafte Arroganz. Die Hölle ist angemessen für ihn – welch eine üble Lagerstatt!
(Sure 2:205, 206 – al-Baqara)

Wie aus den obenerwähnten Versen ersichtlich ist, kann jemand der Gottesfurcht hat, unmöglich auch nur
der geringsten Tätigkeit, die der Menschheit Schaden zufügen könnte, ein blindes Auge zuwenden. Jemand, der
jedoch nicht an Allah und ans Jenseits glaubt, kann sehr wohl jedes Übel begehen, da er sich niemandem
gegenüber zur Rechenschaft verpflichtet dünkt.
Was als erstes getan werden muss, um die Welt von der gegenwärtigen Geißel des Terrorismus zu
befreien, ist, durch Aufklärung die entarteten, irreligiösen Konzepte, die im Namen der Religion vorgebracht
werden, zu beseitigen und die Menschen in der wahren Ethik des Quran und der Furcht Gottes zu unterweisen.

Die Verantwortlichkeit der Gläubigen

Diejenigen, die kein Interesse für Ereignisse haben, sofern diese sie nicht direkt betreffen,
sind der Einsicht beraubt, welche Selbstlosigkeit, Bruderschaft, Freundschaft, Ehrlichkeit und
Dienstbereitschaft begleitet, und welche die Religion dem Menschen verleiht. Zeitlebens sind
solche Menschen bestrebt, nur ihre eigene Selbstsucht zu befriedigen, worauf sie all ihre Mittel
vergeuden, und sich dabei der Gefahren, welche die Menschlichkeit bedrohen, total unbewusst
sind. Im Quran jedoch lobt Allah die Moralität derer, die sich bemühen, ihre Umwelt und die
Lebensqualität zu verbessern; die sich um die Ereignisse kümmern, die in ihrem Einflussbereich
stattfinden, und die den Menschen den rechten Weg weisen. In einem Vers des Qurans werden in
einem Gleichnis diejenigen, die anderen niemals Gutes bieten, mit denen, die immer auf dem
Weg der Güte wandeln verglichen:

Und Allah prägt ein Gleichnis von zwei Männern, von denen der eine stumm ist,
nichts auszurichten vermag und eine Last für seinen Herrn ist; womit er ihn auch
beauftragt, er bringt kein gutes Ergebnis. Gleicht er etwa dem, der Gerechtigkeit gebietet
und auf einem geraden Weg ist? (Sure 16:76 – an-Nahl)

Wie der Vers darauf hinweist, sind offensichtlich die, die sich 'auf dem rechten Weg'
befinden, diejenigen, welche ihre Religion ernst nehmen, in bewusster Gottesfurcht leben,
geistlichen Werten Bedeutung beimessen und eifrig bestrebt sind, der Menschheit von Nutzen zu
sein. Allgemein gesprochen sind solche Leute dazu da, der Menschheit zu dienen, und die
Menschheit bezieht großen Nutzen von ihnen. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig für
Menschen, über die wahre Religion zu erfahren und entsprechend der moralischen Grundsätze
zu leben, die im Quran, der letzten Offenbarung Allahs, dargelegt wurden. Im Quran stellt Allah
die Verhaltenswei-sen jener Menschen heraus, die dieser hohen Ethik entsprechend leben:

... und sicherlich hilft Allah dem, der für Ihn eintritt; Allah verfügt über absolute
Stärke und Macht. Denen, die, wenn Wir ihnen eine Stellung auf Erden geben, den
Gottesdienst einrichten und die Wohlfahrtsabgaben entrichten und das Erstrebenswerte
gebieten und das Verabscheuungswürdige verbieten. Doch Allah bestimmt den Ausgang
aller Dinge. (Sure 22:40, 41 – al-Hadsch)

Allah befiehlt uns, Gutes zu tun

Ein Muslim ist jemand, der die Gebote Allahs einhält und gewissenhaft versucht, sein Leben
entsprechend der Ethik, des Friedens und der Harmonie zu gestalten, die der Quran propagiert, welche die Welt
zu einem schöneren Platz machen und zu wahrem Fortschritt führen. Sein Ziel ist es, die Menschen zum
Schönen, zur Güte und zum Wohlsein zu führen. Im Quran heißt es:

... tue Gutes, so wie Allah dir Gutes getan hat, und trachte nicht nach Korruption auf der Erde;
sicherlich liebt Allah die Unheilstifter nicht! (Sure 28:77 – al-Qasas)

Jemand, der den islamischen Glauben annimmt, wünscht Allahs Wohlgefallen und Barmherzigkeit zu
gewinnen und Zugang zum Paradies zu finden. Darum muss er sich ernsthaft bemühen und während er in dieser
Welt lebt sich eine Moral zueigen machen, die vor Allah vertretbar ist. Die deutlichsten Erscheinungen solch
einer Moral sind Barmherzigkeit und Anteilnahme, Gerechtigkeit, Ehrlichkeit, die Bereitschaft zu vergeben,
Demut, Geduld und Opferbereitschaft. Der Gläubige zeigt sich seinen Mitmenschen gegenüber zuvorkommend,
versucht, Gutes zu tun und Güte zu verbreiten. In Seinem heiligen Wort befiehlt Allah:

Und Wir erschufen die Himmel und die Erde und was zwischen beiden ist nicht anders als in
Realität, und die Stunde wird sicherlich kommen! Sei daher bereit, mit großmütiger Nachsicht zu
vergeben. (Sure 15:85 – al-Hidschr)

... und erweist den Eltern Wohltätigkeit, sowie den Verwandten, den Waisen, den Bedürftigen, dem
nahen und dem fernen Nachbarn, dem Weggefährten, dem Reisenden und den Leibeigenen. Gewiss liebt
Allah den nicht, der arrogant und selbstherrlich ist. (Sure 4:36 – an-Nisa)

... Unterstützt euch gegenseitig in Rechtschaffenheit und Gottesfurcht und ermutigt einander nicht
zur Sünde und Feindschaft und fürchtet Allah; Allah ist gewiss streng im Vergelten. (Sure 5:2 – al-
Ma'ida)

Wie aus diesen Versen klar hervorgeht, möchte Allah, dass diejenigen, die an Ihn glauben, sich ihren
Mitmenschen gegenüber zuvorkommend verhalten und miteinander zusammenarbeiten, wo es darum geht, das
Gute zu fördern und das Üble zu vermeiden. In einem anderen Vers erklärt Allah: 'Wer etwas Gutes vollbracht
hat, dem wird es zehnfach vergolten und wer sich Übles zu Lasten kommen ließ, dem wird es nur im
gleichen Maß vergolten. Und es geschieht ihnen kein Unrecht.' (Sure 5:2 – al-Mai'da)
In Seinem Buch beschreibt Allah Sich Selbst als den, Der weiß, was 'im Innersten der Brust' verborgen
ist, und warnt die Menschen, 'alles Übel zu vermeiden'. Ein Muslim, was soviel bedeutet als 'jemand der sich
Allah ergeben hat', muss daher offensichtlich ein Mensch sein, der sein bestes tun wird, den Terrorismus zu
bekämpfen.
Ein Muslim verhält sich gegenüber den Ereignissen, die um ihn herum geschehen, nicht unbeteiligt, und
wird niemals die Einstellung haben, dass nichts von Bedeutung ist, solange es ihm nicht schadet, und zwar
deshalb, weil er sich Allah ergeben hat. Er ist Sein 'Stellvertreter' und ein Botschafter des Guten, und kann somit
in der Gegenwart von Grausamkeiten und Terrorismus nicht unbeteiligt zusehen. In der Tat, der Muslim ist der
größte Feind des Terrorismus, durch den Menschen getötet werden, die kein Unrecht getan haben. Der Islam ist
gegen alle Erscheinungsformen des Terrorismus und ist bestrebt, ihn von vornherein, d.h. schon auf der Ebene
der Idee zu verhindern. Er fordert, dass zwischen den Menschen Frieden und Gerechtigkeit vorherrschen und
gebietet dem Menschen Zwietracht, Konflikt und Böses zu vermeiden.

Allah befiehlt uns, gerecht zu sein

Die wahre Gerechtigkeit, die im Quran beschrieben wird, befiehlt dem Menschen, gerecht zu sein, nicht
unter Menschen zu diskriminieren, die Rechte der Menschen zu schützen, unter keinen Umständen
Gewalttätigkeit zu billigen, dem Unterdrückten gegen den Unterdrücker beizustehen und dem Bedürftigen zu
helfen. In der Entscheidung eines Streits erfordert es diese Gerechtigkeit, dass die Rechte beider Parteien
gewahrt werden, dass alle Gesichtspunkte des Konflikts beurteilt werden, dass keinerlei Vorurteile einen
Einfluss ausüben, und dass Objektivität, Ehrlichkeit, Toleranz, Barmherzigkeit und Anteilnahme geübt werden.
Jemand z.B., der Ereignisse nicht in gemäßigter Weise beurteilen kann und zwischen seinen Gefühle und
Emotionen schwankt, wird nicht in der Lage sein, vernünftige Entscheidungen zu treffen und unter dem
Einfluss solcher Gefühle bleiben. Jedoch jemand, der mit Gerechtigkeit vorgeht, muss all seine persönlichen
Gefühle und Ansichten beiseite legen. Er muss alle Parteien mit Gerechtigkeit behandeln, wenn sie um Hilfe
bitten, um unter allen Umständen die Seite des Rechts zu vertreten und nicht vom Weg der Ehrlichkeit und
Wahrhaftigkeit abzuweichen. Man sollte die Werte des Qurans in solcher Weise verinnerlichen, dass man in der
Lage ist, die Interessen anderer Menschen vor den eigenen zu berücksichtigen, und Gerechtigkeit zu verfechten,
selbst wenn dies nachteilig für die eigenen Interessen ist.
Im 42. Vers der 5. Sure (al-Ma'ida) befiehlt Allah: '... wenn du Recht sprichst, richte zwischen ihnen
in Gerechtigkeit.' An anderer Stelle befiehlt Allah den Gläubigen gerecht zu handeln, selbst wenn es sich gegen
sie selbst richtet:

O ihr, die ihr glaubt, errichtet die Gerechtigkeit (als ein Leitprinzip)! Seid Zeugen für Allah, selbst
wenn es sich gegen euch selbst oder euere Eltern und Verwandten richtet, ob arm oder reich, Allah ist
beiden näher. Und folgt nicht den Begierden, die euch vom Recht abwenden. Wenn ihr die Wahrheit
verdreht oder euch davon abwendet, so ist es Allah sicherlich bekannt, was ihr tut. (Sure 4:135 – an-Nisa)

Allah gibt im Quran eine ausführliche Darstellung der Gerechtigkeit und weist die Gläubigen an, welche
Haltung sie angesichts der Ereignisse, die ihnen begegnen, einnehmen müssen, und auf welche Weise die
Gerechtigkeit auszuüben ist. Solch eine Anleitung ist eine Gnade Allahs und eine große Erleichterung für die
Gläubigen. Aus diesem Grund sind die, die glauben, dafür verantwortlich, kompromisslose Gerechtigkeit walten
zu lassen, sowohl um Allahs Wohlgefallen zu erlangen, als auch um ihr Leben in Frieden und Sicherheit zu
führen.
Die Gerechtigkeit, die Allah im Quran befiehlt, ist die Gerechtigkeit, die einheitlich auf alle Menschen,
ohne Anbetracht der Sprache, Rasse oder Kultur anzuwenden ist. Die Gerechtigkeit im Sinn des Qurans ändert
sich nicht je nach dem Ort, der Zeit und den Menschen. Auch in unserer Zeit gibt es Menschen in allen Teilen
der Welt, die grausamer und ungerechter Behandlung aufgrund ihrer Hautfarbe oder Rasse ausgesetzt sind.
Allah informiert uns jedoch im Quran, dass der Zweck in der Schöpfung unterschiedlicher Stämme und
Völker ist, 'dass sie einander kennenlernen'. Unterschiedliche Nationen oder Völker, die alle Allahs
Untertanen sind, sollten sich kennenlernen, d.h. ihre unterschiedlichen Kulturen, Sprachen, Traditionen und
Fähigkeiten erforschen. Kurz gesagt, der Zweck der Schöpfung der verschiedenen Rassen und Nationen ist
nicht Konflikt und Krieg, sondern kulturelle Bereicherung. Solche Abwechslungen sind eine Gabe der
Schöpfung Gottes. Die Tatsache, dass einer größer als ein anderer ist, oder dass seine Haut gelb oder weiß ist,
gibt ihm weder eine höhere Stellung über andere, noch einen Grund sich zu schämen. Jeder Charakterzug einer
Person ist ein Ergebnis der zweckmäßigen Schöpfung Gottes, doch in Allahs Sicht haben diese Variationen
keine wertbestimmende Bedeutung. Der Gläubige weiß, dass Vorrang nur in der Furcht Gottes und durch
Standfestigkeit im Glauben an Allah erreichbar ist. Auf diese Tatsache wird im folgenden Vers hingewiesen:

O ihr Menschen! Wir erschufen euch aus einem männlichen und einem weiblichen Wesen und
machten euch zu Gemeinschaften und Stämmen damit ihr euch gegenseitig erkennen mögt. Der
Vortrefflichste unter euch vor Allah ist der Gottesfürchtigste. Allahs Wissen ist wahrlich absolut; es ist
Ihm alles bekannt . (Sure 49:13 – al-Hudschurat)

Wie Allah uns in dem Vers zu verstehen gibt, erfordert das von Ihm empfohlene
Verständnis der Gerechtigkeit, eine einheitliche, tolerante und wohlwollende Behandlung
aller, ohne jegliche Diskriminierung.
Abneigung gegen eine Gruppe hindert die Gläubigen nicht
daran, Gerechtigkeit walten zu lassen

Hass und Zorn sind die Hauptquellen des Übels, und werden sehr leicht zum Hindernis daran, gerechte
Entscheidungen zu treffen, klare Gedanken zu fassen und sich vernünftig zu verhalten. Der Mensch neigt dazu,
anderen, denen er feindselig gesinnt ist, alle Arten des Unrechts zuzufügen. Er mag jenen Taten vorwerfen, die
sie nie begangen haben, oder falsche Aussagen gegen sie machen, obgleich ihm deren Unschuld bekannt ist.
Aufgrund solcher Feindschaften können Menschen zum Opfer unerträglicher Unterdrückung werden. Einige
Menschen verweigern anderen, mit denen sie Meinungsverschiedenheiten haben, entlastende Zeugenaussagen,
obwohl sie wissen, dass jene unschuldig sind, oder halten Beweise zurück, welche jene entlasten würden.
Zudem genießen sie Schadenfreude an dem Elend, Unrecht oder Leiden, dem jene Menschen dann ausgesetzt
sind, und andererseits ist ihre größte Beunruhigung, dass sich die Unschuld jener Menschen erweisen könnte
und ihnen Gerechtigkeit widerfahren möge.
Aus diesen Gründen ist es für Menschen in korrupten Gesellschaften sehr schwierig einander zu
vertrauen. Die Menschen fürchten sich davor, dass sie irgendwann von irgend jemandem zu Fall gebracht
werden. Da sie gegenseitiges Vertrauen verloren haben, verlieren sie auch menschlichen Regungen, wie
Toleranz, Mitgefühl, Brüderlichkeit und das Gefühl der Zusammengehörigkeit, und beginnen, Abneigung
gegeneinander zu entwickeln.
Die Gefühle jedoch, die jemand in seinem Herzen gegenüber einer Person oder einer Gemeinschaft hegt,
sollten nie die Entscheidungen eines Gläubigen beeinflussen. Ungeachtet dessen, wie unmoralisch oder
feindseelig die Person, deren Angelegenheit er betrachtet, sein mag, legt der Gläubige alle persönlichen Gefühle
beiseite, und handelt und entscheidet gerecht und empfiehlt das, was gerecht ist. Seine Gefühle gegenüber jener
Person werfen keinen Schatten auf seine Weisheit und Gewissenhaftigkeit. Sein Gewissen inspiriert ihn stets,
Allahs Geboten und Ermahnungen zu entsprechen, und niemals Anstand und Höflichkeit ausser Acht zu lassen,
weil Gott das im Quran befohlen hat. Folgender Vers bestätigt das:

O ihr, die ihr glaubt, seid standhaft für Allah als Zeugen in Gerechtigkeit, und lasst eure Abneigung
gegen gewisse Leute euch nicht dazu hinreißen Ungerechtigkeit zu begehen. Seid gerecht - es entspricht
mehr der Furcht Gottes. Seid euch Allahs Gegenwart bewusst. Allah ist es sicherlich bekannt, was ihr tut.
(Sure 5:8 – al-Ma'ida)

Wie in dem Vers dargelegt, entspricht es am ehesten der Furcht Gottes, eine gerechte Haltung
einzunehmen. Ein gläubiger Mensch weiß, dass er Allahs Wohlgefallen nur erreichen wird, wenn er gerecht
handelt. Jeder, der Zeuge seines guten Charakters wird, vertraut diesem Menschen, fühlt sich wohl in seiner
Gegenwart und betraut ihn mit jeder Verantwortlichkeit und Aufgabe. Solche Menschen werden selbst von ihren
Feinden mit dem Respekt behandelt. Ihre Einstellung mag sogar manche Menschen zum Glauben an Gott
führen.
Der Islam verteidigt geistige Freiheit

Der Islam ist eine Religion, welche die Freiheit der Ideen, des Gedankens und des Lebens gewährt. Im
Islam bestehen Gebote zur Verhinderung und Unterbindung von Spannungen, Streitigkeiten, übler Nachrede
und selbst negativen Gedanken unter den Menschen. Im gleichen Maß wie der Islam Terror und jegliche Form
der Gewalttätigkeit ablehnt, untersagt er, selbst die geringfügigste Anwendung von jeglichem ideologischen
Zwang.

Es besteht kein Zwang in der Religion! Korrektes Verhalten wurde nunmehr klar gegen Verirrung
abgegrenzt... (Sure 2:256 – al-Baqara)

So ermahne! Deine Aufgabe ist es nur zu ermahnen. Du kannst sie nicht zwingen. (Sure 88:21 f – al-
Ghaschija)

Jemanden zu zwingen, an eine Religion zu glauben oder ihre Glaubensformen und Praktiken
anzunehmen, widerspricht völlig dem Geist und Wesen des Islams, dem gemäß wahrer Glaube nur aus freiem
Willen und unter absoluter Gewissensfreiheit möglich ist. Natürlich können Muslime sich gegenseitig dazu
anhalten und ermutigen, die moralischen Grundsätze des Qurans zu verwirklichen; alle Gläubigen sind damit
betraut, den Menschen den ethischen Reichtum des Qurans in unaufdringlicher, ansprechender Weise zu
eröffnen. In Einklang mit dem folgenden Vers sind sie dazu aufgefordert, die Schönheiten der Religion zu
erläutern: 'Lade zum Weg deines Herrn mit Weisheit und schöner Ermahnung ein...' (Sure 16:125 – an-
Nahl). Gleichzeitig jedoch müssen sie sich auch dieses Verses bewusst sein: 'Du bist nicht dafür
verantwortlich, dass sie der Führung folgen, sondern Allah leitet recht, wen Er will...' (Sure 2:272 – al-
Baqara). Sie werden nie zu Zwangsmitteln greifen oder irgendeinen äußerlichen oder psychologischen Druck
ausüben, noch werden sie versuchen, jemanden mit weltlichen Privilegien zur Religion zu locken. Wenn sie eine
negative Erwiderung auf ihr Einladen erfahren, werden die Muslime im Sinn der Sure al-Kafirun reagieren, die
mit diesen Worten schließt: 'Euch sei eure Religion und mir die meine' (Sure 109:6 - Al Kafirun).
Die Welt, in der wir leben, enthält Gesellschaften aller Religionen und Überzeugungen: Christliche,
jüdische, buddhistische, hinduistische, atheistische, deistische und selbst heidnische Naturreligionen. Muslime,
die in solch einer Welt leben, müssen tolerant gegenüber allen Glaubensrichtungen sein, auf die sie treffen
mögen und eine nachsichtige, gerechte und humanitäre Verhaltensweise an den Tag legen. Es ist eine
Verantwortlichkeit der Gläubigen, die Menschen zur Schönheit der Religion Allahs einzuladen, indem sie
Frieden und Toleranz fördern. Die Entscheidung, diese Qualitäten anzunehmen oder abzulehnen – zu
glauben oder sich abzuwenden – liegt bei den anderen. Jene zum Glauben zu zwingen oder zu versuchen,
ihnen etwas aufzudrängen, ist eine Verletzung der quranischen Ethik. In der Tat, Allah weist die Gläubigen im
Quran darauf hin:

Und hätte dein Herr es gewollt, so würden insgesamt alle, die auf Erden leben, glauben. Willst du
dann die Menschen unter Zwang zu Gläubigen machen? (Sure 10:99 - Yunus)
Wir wissen bestens, was sie sagen, doch du hast keine Zwangsgewalt über sie. So ermahne den, der
Meine Verheißung fürchtet mit dem Quran. (Sure 50:45 - Qaf)

Ein Gesellschaftsmodell, in dem die Menschen gezwungen werden religiösen Verpflichtungen


nachzukommen, ist dem Islam völlig konträr. Glaube und Gottesdienst können nur dann einen Wert haben,
wenn sie Gott aus freier individueller Willensentscheidung heraus dargebracht werden. Wenn ein System
die Menschen zum Glauben und zur Verrichtung religiöser Pflichten zwingt, sind die Menschen nur aus Furcht
vor diesem System 'fromm'. Religion kann aus ihrer eigenen Sicht heraus nur dann Gültigkeit haben, wenn sie
in einer Umgebung der Gewissensfreiheit gelebt wird und Gottes Wohlgefallen zum Ziel hat.
Die Geschichte des Islams ist voll von Beispielen toleranter muslimischer Herrscher, die alle Religionen
respektierten und persönlich für die Errichtung religiöser Freiheit eintraten. Thomas Arnold, ein im Dienst der
indischen Regierung tätiger britischer Missionar, beschrieb die liberale Einstellung des Islams in diesen Worten:
... Es sind jedoch keinerlei organisierten Versuche, einer Konvertierung der nicht- muslimischen
Bevölkerung zum Islam, oder einer systematischen Verfolgung, um die christliche Religion zu vertilgen,
bekannt. Hätten die Kalifen beschlossen, eine dieser Verfahrensweisen anzuwenden, so hätte das Christentum
ebenso einfach verfolgt werden können, wie Ferdinand und Isabella den Islam aus Spanien vertrieben haben,
oder wie Louis XIV den Protestantismus in Frankreich strafbar machte, oder wie die Juden 350 Jahre lang von
England gebannt worden waren. Die östlichen Kirchen in Asien waren von der Gemeinschaft mit dem Rest des
Christentums völlig abgeschnitten, und niemand hat je in Bezug auf sie einen Finger erhoben, um sie als
häretische Gemeinschaften anzuprangern. Das tatsächliche Überleben dieser Kirchen bis in die heutige Zeit ist
ein starker Beweis der allgemein toleranten Haltung der mohammedanischen Regierungen ihnen gegenüber.1

Allah verbietet die Tötung unschuldiger Menschen

Einen Mensch ohne gerechtfertigten Grund zu töten, ist eine der größten Sünden, die der Quran
beschreibt:

... dem, der einen Menschen, ohne dass dieser einen Mord begangen oder Korruption im Lande
gestiftet hat, tötet, es angerechnet werden soll, als hätte er die ganze Menschheit getötet. Und dem, der ein
Leben erhält, soll es angerechnet werden, als hätte er die ganze Menschheit am Leben erhalten. Und
unsere Gesandten kamen zu ihnen mit deutlichen Beweisen, doch selbst dann ergingen sich viele von
ihnen daraufhin in Maßlosigkeiten auf Erden. (Sure 5:32 – al-Ma'ida)

Und die, die keine anderen Götter neben Allah anrufen und kein Menschenleben töten, das Allah
unantastbar gemacht hat, es sei denn entsprechend des Rechts, und die keine Unzucht betreiben. Wer
dies jedoch tut, begegnet einer schmerzliche Strafe. (Sure 25:68 – al-Furqan)

Wie aus den obigen Versen ersichtlich, droht denjenigen, die unschuldige Menschen ohne Grund töten,
eine drastische Strafe. Allah teilt uns mit, dass vor Ihm die Tötung einer einzigen Person ebenso verwerflich ist,
wie die Tötung der ganzen Menschheit. Niemand, der die von Allah gesetzten Grenzen respektiert, kann auch
nur einem Mensch Schaden zufügen, geschweige denn Tausende unschuldige Menschen massakrieren.
Diejenigen, die annehmen, sie könnten dem Gericht und der Bestrafung in dieser Welt entgehen, werden
letztlich nie erfolgreich sein, denn sie werden in der Gegenwart Allahs Rechenschaft für ihre Taten ablegen
müssen. Aus diesem Grund sind die Gläubigen, die wissen, dass sie nach ihrem Tode Rechenschaft für ihre
Taten ablegen müssen, sehr bedacht, die Grenzen Allahs nicht zu überschreiten.

Allah befiehlt den Gläubigen, mitleidsvoll und barmherzig zu


sein

Im folgenden Vers wird die islamische Ethik erklärt:


Dann wird er zu denen gehören, die glauben und einander zu Geduld und Barmherzigkeit
anhalten: Das sind die Gefährten der Rechten. (Sure 90:17-18 – al-Balad)

Wie aus diesem Vers ersichtlich, ist eine der wichtigsten Eigenschaften der Moralität, die den Gläubigen
am Tag des Gerichts zur Errettung und zum Eingang ins Paradies verhelfen wird, 'denen zuzugehören, die
einander zu Geduld und Barmherzigkeit anhalten'.
Die wahre Quelle der Barmherzigkeit ist die Liebe zu Allah. Die Liebe eines Menschen zu Allah führt ihn
dazu, dass er auch für die Geschöpfe, die Er erschaffen hat, Liebe empfindet. Jemand, der Allah liebt, empfindet
eine direkte Verbundenheit und Nähe zu den Dingen, die Er erschaffen hat. Diese starke Liebe und Nähe, die er
für seinen Herrn empfindet, der ihn und die gesamte Menschheit erschaffen hat, leitet ihn an, moralische
Vorzüge aufzuzeigen, wie sie im Quran befohlen werden. Wahre Barmherzigkeit tritt zutage, indem er diese
Moral lebt. Dieses Modell der Moralität, das eine Fülle der Liebe, Barmherzigkeit und Opferbereitschaft
beinhaltet, wird in diesen Versen beschrieben:

Und die unter euch, die gut gestellt und vermögend sind, sollen nicht schwören, Verwandten,
Bedürftigen und denen, die um Allahs Willen ausgewandert sind, nichts zu geben, sondern sie sollen
nachsichtig sein und vergeben. Wäre es euch nicht lieb, dass Allah euch vergibt? Und Allah ist stets zur
Vergebung bereit und überaus barmherzig. (Sure 24:22 – an-Nur)

Und die, die bereits in der Stätte (Medina) ansässig und im Glauben gefestigt waren, lieben die,
welche auswanderten und bei ihnen Zuflucht nahmen, und fühlen in ihren Herzen kein Verlangen nach
dem, was jenen zuteil wurde und geben ihnen den Vorzug über sich selbst, auch wenn sie dadurch selbst
Mangel erleiden. Wer jedoch von seiner eigenen Habsucht erlöst ist, der hat wahren Erfolg erzielt. (Sure
59:9 – al-Haschr)

... die, die Zuflucht und Hilfe gewährten, sie sind die wahrhaft Gläubigen. Ihnen wird Vergebung
und eine großzügige Versorgung zuteil. (Sure 8:74 – al-Anfal)
Und dient ausschließlich Allah und assoziiert nichts mit Ihm und erweist den Eltern Wohltätigkeit,
sowie den Verwandten, den Waisen, den Bedürftigen, dem nahen und dem fernen Nachbarn, dem
Weggefährten, dem Reisenden und den Leibeigenen. Gewiss liebt Allah den nicht, der arrogant und
selbstherrlich ist. (Sure 4:36 - An-Nisa)

Die Wohlfahrtsabgaben sind bestimmt für die Armen und Bedürftigen sowie für die, die in der
Verwaltung derselben beschäftigt sind, und für die, deren Herzen gewonnen werden sollen, zum Freikauf
von Leibeigenen und zur Tilgung von Schulden, für Allahs Zwecke und für mittellose Reisende. Dies ist
Allahs Gebot und Allah besitzt Wissen und Weisheit. (Sure 9:60 - at-Tauba)

Diese hohe Stufe der Moral, die, wie im Quran beschrieben, von den Gläubigen verlangt wird, rührt von
ihrer tiefen Liebe zu Allah. Aufgrund ihrer Hingabe an Ihn halten sie sich gewissenhaft an die moralischen
Maßstäbe, die Allah im Quran niedergelegt hat. Die Gläubigen versuchen nie, den Menschen das Gefühl zu
vermitteln, etwas schuldig zu sein, aufgrund der Anteilnahme die sie ihnen erweisen und der Hilfe, die sie ihnen
anbieten - sie erwarten nicht einmal, dass ihnen gedankt wird. Ihr eigentliches Ziel ist, Allahs Wohlgefallen
durch ihr moralisches Verhalten zu erlangen, da sie wissen, dass sie am Jüngsten Tag über die Befolgung dieser
moralischen Gebote Rechenschaft ablegen müssen. Allah hat im Quran ausdrücklich offenbart, dass die Hölle
der Lohn derer sein wird, die es bewusst ablehnen, durch ihre Lebensweise die Ethik des Quran zu
verwirklichen:

'Was hat euch in das Höllenfeuer gebracht?' Sie werden antworten: 'Wir waren nicht unter denen
die ihre Gebete verrichteten, und denen, die die Armen speisten. (Sure 74:42-44 – al-Muddaththir)

'Ergreift ihn und fesselt ihn! Dann lasst ihn das Feuer spüren! Dann legt ihn in eine Kette von
siebzig Gliedern und führt ihn hinein! Er war es, der nicht an Allah, den Erhabenen glaubte, noch sich
um die Speisung der Notdürftigen bemühte. (Sure 69:30-34 – al-Haqqa)

Hast du den gesehen, der die Vergeltung leugnet? Es ist nämlich derjenige, der den Waisen abweist
und die Speisung der Notdürftigen nicht fördert. (Sure 107:1-3 - Al Ma'un)

Noch ermahnt ihr einander, die Notdürftigen zu Speisen. (Sure 89:18 - Al Fadschr)

Wie aus den obigen Versen hervorgeht, besitzt der Muslim, der im Quran beschrieben wird, eine
liebevolle und mitfühlende Natur. Niemand, der diese moralischen Qualitäten besitzt, kann Terrorismus oder
Gewalttaten, die gegen unschuldige Menschen gerichtet sind, billigen. Die Charakterzüge der Terroristen sind
genau das Gegenteil der quranischen Moralität. Ein Terrorist ist ein rücksichtsloser Mensch, der die Welt mit
Hass betrachtet und morden, zerstören und Blut vergießen will.
Ein Muslim, der in der Ethik, wie sie im Quran offenbart wurde, erzogen wird, nähert sich jedem mit der
im Islam geforderten Liebe, er respektiert alle möglichen Ideen und ist stets bemüht Harmonie zu stiften, wo
Zwietracht herrscht, Spannungen zu verringern, alle Seiten zu berücksichtigen und sich gemäßigt zu verhalten.
In Gesellschaften, die sich aus derartigen Menschen zusammensetzen, herrscht eine höher entwickelte Kultur,
die Menschen erfreuen sich eines höheren Niveaus an sozialer Ethik, Harmonie, Gerechtigkeit und Wohlstand
als selbst in den modernsten Staaten der heutigen Welt beobachtet werden können.

Allah hat Nachsicht und Toleranz befohlen

Das Konzept der Nachsicht und Toleranz, das in den Worten 'Übe Nachsicht' (Sure 7:199 – al-A'raf)
beschrieben ist, gehört zu den grundsätzlichsten Lehren des Islams.
Wenn man die islamische Geschichte betrachtet, kann man sehr klar erkennen, wie Muslime dieses
wichtige Element der quranischen Ethik in die Praxis des sozialen Lebens übersetzt haben. Wie wir in später
folgenden Teilen dieses Buchs im Einzelnen betrachten werden, haben die Muslime überall dort, wohin sie
gelangten eine Atmosphäre der Freiheit und Toleranz mit sich gebracht. Sie ermöglichten es Menschen mit
völlig unterschiedlichen Religionen, Sprachen und Kulturen, in Frieden und Harmonie unter einem Dach
zusammen zu leben, wobei Sicherheit und Freiheit für jedes Mitglied der Gesellschaft gewährleistet waren.
Damit boten sie denen, die von ihnen abhängig waren, die Vorteile des Wissens, des Wohlstands und einer
gleichen und sozialen Position. Einer der wichtigsten Gründe für das jahrhundertelange Bestehen des
Osmanischen Reichs, das sich über weite Gebiete erstreckte, war die Atmosphäre der Toleranz und des
Verständnisses, die dem Islam zueigen ist. Die Muslime, die sich jahrhundertelang durch ihre Toleranz und
zuvorkommende Natur auszeichneten, waren stets die gerechtesten und barmherzigsten Herrscher. Innerhalb
dieses multinationalen Gefüges konnten alle ethnischen Gruppen frei entsprechend ihrer eigenen Religionen
und Traditionen leben.
Toleranz im wahren Sinn kann der Welt nur Frieden und Wohl bringen, wenn sie entsprechend der
Richtlinien realisiert wird, wie sie im Quran dargelegt sind. Auf diese Tatsache weist der folgende Vers hin:

'Eine gute Handlung und eine üble gleichen sich bestimmt nicht. Weise das Üble mit etwas
Besserem zurück, so wird derjenige, zwischen dem und dir Feindschaft bestand, wie ein inniger Freund
werden.' (Sure 41:34 - Fussilat).

Gott hat Nachsicht und Vergebungsbereitschaft im Quran durchwegs als eine vorzügliche Eigenschaft
beschrieben und im folgenden Vers hat Er die erfreuliche Verheißung gegeben, dass dementsprechendes
Verhalten belohnt wird: 'Und die Vergeltung für eine üble Handlung ist ihresgleichen übel. Doch wer
Nachsicht übt und Schlichtung erstrebt, dessen Belohnung obliegt Allah; Er liebt gewiss nicht die, die
Unrecht begehen.' (Sure 42:40 - Asch-Schura). In einem anderen Vers hat Er die Gläubigen so beschrieben:
'Die, die sowohl im Wohlstand als auch in der Not spenden, ihren Ärger überwinden und Nachsicht gegen
die Menschen üben. Allah liebt die, die Gutes tun.' (Sure 3:134 – Al-Imran). Allah offenbart im Quran, dass
es ein tugendhaftes Verhalten ist, jemanden zu verzeihen, selbst wenn er Unrecht begangen hat. Ein Vers zu
diesem Thema lautet:
... Und es wird nie enden, dass du auf Verrat ihrerseits stößt, von wenigen Ausnahmen abgesehen.
Doch sei nachsichtig gegen sie und vergib ihnen! Gewiss liebt Allah die, die Gutes tun. (Sure 5:13 – al-
Ma'ida)

All dies zeigt, dass die Moralität, die der Islam der Menschheit empfiehlt, der Welt die Tugenden des
Friedens, der Harmonie und Gerechtigkeit bringt. Die Barbarei, die als Terrorismus bekannt ist und gegenwärtig
die ganze Welt so sehr beschäftigt, ist das Werk ignoranter und fanatischer Menschen, die der Ethik des Quran
vollständig entfremdet sind, und absolut nichts mit Religion zu tun haben. Die Antwort zu diesen Individuen
und Gruppen, die versuchen, ihre Grausamkeiten unter dem Deckmantel der Religion zu vollbringen, ist die
wahre Moralität die der Quran lehrt. In anderen Worten, der Islam und die Ethik des Quran sind die Erlösung
vom Fluch des Terrorismus und nicht seine Verfechter.

‘KRIEG’ IM QURAN

... gewiss ist Allah den Menschen freundlich und barmherzig gesinnt.
(Sure 2:143 – al-Baqara)

Entsprechend dem Quran stellt der Krieg eine 'unerwünschte Verpflichtung' dar, der unter strenger
Einhaltung bestimmter humanitärer und moralischer Maßregeln nachgegangen werden muss, und Krieg darf nur
dann geführt werden, wenn er absolut unvermeidlich ist.
In einem Vers wird erklärt, dass es die Ungläubigen sind, die Kriege beginnen, u1nd dass Allah Kriege
nicht befürwortet:

...So oft sie das Feuer des Kriegs anfachen, löscht Allah es. Und sie trachten danach auf Erden
Verderben zu stiften, doch Allah liebt die Unheilstifter nicht. (Sure 5:64 – al-Ma'ida)

Im Falle eines Konfliktes müssen die Gläubigen abwarten, bis die Kampfaktion notwendig wird. Die
Gläubigen dürfen nur dann kämpfen, wenn die andere Seite angreift und sie keine andere Alternative als den
Krieg haben: 'Wenn sie jedoch ablassen, so ist Allah nachsichtig und barmherzig.' (Sure 2:192 – al-
Baqara).
Eine genauere Betrachtung des Lebens des Propheten Muhammad eröffnet, dass der Krieg ein Mittel war,
auf das nur in unvermeidbaren Situationen zum Zweck der Verteidigung zurückgegriffen wurde.
Der Quran wurde dem Propheten Muhammad über eine Zeitspanne von 23 Jahren offenbart. Während der
ersten 13 Jahre dieser Periode lebten die Muslime als Minderheit unter der heidnischen Gesellschaftsordnung in
Mekka und waren großer Unterdrückung ausgesetzt. Viele Muslime wurden belästigt, misshandelt, gefoltert,
und selbst ermordet und ihre Häuser und Besitztümer wurden geplündert. Trotz dessen jedoch führten die
Muslime ihr Leben, ohne darauf durch irgendwelche Gewalttätigkeit zu reagieren und riefen die Heiden stets
zum friedlichen Zusammenleben auf.
Als sich die Ausschreitungen der Heiden bis zur Unerträglichkeit steigerten, wanderten die Muslime
nach der Stadt Jasrib aus, die später auf den Namen Medina umbenannt werden sollte, wo sie ihre eigene
Gesellschaftsordnung in einer freieren und freundlicheren Umgebung errichten konnten. Selbst als sie ihr
eigenes politisches System errichtet hatten, ließ dies sie nicht dazu hinreißen, Waffen gegen die aggressive
Heiden von Mekka aufzunehmen. Erst nach der folgenden Offenbarung befahl der Prophet seinen Leuten, sich
für den Krieg zu rüsten:

Den Kämpfern ist die Erlaubnis gegeben – weil ihnen Unrecht angetan wurde – und Allah hat
gewiss die Macht, ihnen zu helfen; jenen, die rechtlos aus ihren Wohnstätten vertrieben wurden, nur weil
sie bekannten: 'Unser Herr ist Allah!'... (Sure 22:39, 40 – al-Hadsch)

Kurz gesagt, den Muslimen wurde deshalb erlaubt, Krieg zu führen, weil sie unterdrückt und
Gewalttätigkeiten ausgesetzt worden waren. Allah gab die Erlaubnis für den Krieg zu Verteidigungszwecken. In
anderen Versen werden die Muslime vor unnötiger Provokation oder Gewaltanwendung gewarnt:

Und kämpft um Allahs Willen gegen die, die euch bekämpfen, doch begeht keine Ausschreitungen;
Allah liebt gewiss nicht die, die das Maß überschreiten. (Sure 2:190 – al-Baqara)

Nach der Offenbarung dieser Verse ereigneten sich Kriege zwischen den Muslimen und heidnischen
Arabern. Keiner dieser Kriege jedoch, wurde von den Muslimen eingeleitet. Zudem errichtete der Prophet
Muhammad eine sichere und friedvolle soziale Umgebung für die Muslime sowie für die Heiden, indem er den
Friedenspakt von Hudaibija schloss, in dem den meisten Forderungen der Heiden nachgegeben wurde.
Wiederum waren es die Heiden, die die Bedingungen der Vereinbarung verletzten und erneut Aggressionen
begingen. Durch die schnell anwachsenden Übertritte zum Islam musterten die Muslime eine große Streitmacht
gegen die heidnischen Araber an, doch der Prophet Muhammad eroberte Mekka ohne Blutvergießen und übte
äußerste Nachsicht. Hätte er es gewollt, so hätte er Rache an den heidnischen Führern der Stadt nehmen können,
statt dessen krümmte er keinem von ihnen ein Haar, verzieh ihnen und behandelte sie mit äußerster Toleranz.
John Esposito, der im Westen als ein Experte auf dem Gebiet des Islams gilt berichtete die Situation in den
folgenden Worten: 'Der Prohet vermied Rache und Plünderung nach seinem Sieg und akzeptierte ein
Abkommen, das seinen früheren Feinden Amnestie gewährte, anstatt das Schwert gegen sie zu erheben.' 2
Heiden, die später aus freiem Willen zum Islam übertraten, könnten nicht umhin, den edlen Charakter des
Propheten zu bewundern.
Nicht nur während der Eroberung von Mekka, sondern auch im Verlauf aller Schlachten und
Eroberungen, die sich zu der Zeit des Propheten Muhammad zutrugen, wurden die Rechte der Unschuldigen
und Wehrlosen sorgfältig gewahrt. Der Prophet erinnerte die Gläubigen oft an diese Verpflichtung und wurde
durch sein eigenes Verhalten ein Vorbild dem viele folgten. In der Tat, er richtete die folgenden Worte an die
Gläubigen, die an die Front gingen: 'Haltet euch an die Religion Allahs, wenn ihr in den Krieg zieht. Tastet
niemals die Senioren, Frauen und Kinder an. Erleichtert ihnen stets ihre Lage und seid freundlich zu ihnen.
Allah liebt die, die aufrichtig sind.' 3 Der Gesandte Allahs legte auch eindeutig die Verhaltensregeln fest, denen
die Muslime folgen müssen, selbst wenn sie mitten im Gefecht sind:
Tötet keine Kinder. Vermeidet es, Menschen anzutasten, die sich dem Gottesdienst in Andachtsstätten
widmen! Tötet niemals Frauen und Senioren. Steckt weder Bäume in Brand noch fällt sie. Zerstört niemals
Behausungen! 4
Die islamischen Grundsätze, die Allah im Quran niederlegte, erklären diese friedfertige und gemäßigte
Politik des Propheten Muhammad. Allah befiehlt den Gläubigen im Quran, Nicht-Muslime freundlich und
gerecht zu behandeln:

Allah verwehrt euch nicht, denen, die euch weder um eueres Glaubens willen bekämpft, noch euch
aus eueren Häusern vertrieben haben, Güte und Gerechtigkeit zuteil werden zu lassen. Gewiss liebt Allah
die Gerechten. Allah verbietet euch jedoch, jene zu befreunden, die euch um des Glaubens willen
bekämpft und euch aus eueren Wohnstätten vertrieben und euere Austreibung unterstützt haben... (Sure
60:8, 9 – al-Mumtahina)

Die obigen Verse umreißen das Verhalten, das Muslime Nicht-Muslimen gegenüber annehmen sollten:
Ein Muslim sollte alle Nicht-Muslime freundlich behandeln, doch vermeiden, Freundschaft mit denen zu
schließen, die dem Islam feindselig gegenüberstehen. Wenn sich diese Feindseligkeit zu gewaltsamen
Aggressionen gegen die Muslime ausweitet, d.h., wenn die Muslime bekriegt werden, sollten sie auf gerechte
Weise reagieren, indem sie die humanitären Dimensionen der Situation in Betracht ziehen. Alle Formen der
Barbarei, unnötige Gewalttaten und ungerechte Aggression sind verboten im Islam. In einem anderen Vers
warnt Allah die Muslime davor und ermahnt sie, sich von ihrem Zorn gegen die Feinde nicht zu ungerechtem
Handeln hinreißen zu lassen:

O ihr, die ihr glaubt, seid standhaft für Allah als Zeugen in Gerechtigkeit, und lasst eure Abneigung
gegen gewisse Leute euch nicht dazu hinreißen Ungerechtigkeit zu begehen. Seid gerecht – es entspricht
mehr der Furcht Gottes. Seid euch Allahs Gegenwart bewusst. Allah ist es sicherlich bekannt, was ihr tut.
(Sure 5:8 – al-Ma'ida)

Die Bedeutung des Begriffs 'Dschihad'

Ein weiteres Konzept, das im Zusammenhang mit dem zur Diskussion stehendem Thema einer Erklärung
bedarf, ist 'Dschihad'.
Die wörtliche Bedeutung des Begriffs 'Dschihad' ist 'Kampf'. Das Stammwort (dschahada) von dem er
abgeleitet ist, bedeutet 'sich bemühen, sich anstrengen. Daher bedeutet 'Dschihad zu unternehmen' im Islam,
'Anstrengungen zu machen; zu kämpfen'. Prophet Muhammad erklärte, dass 'der größte 'Dschihad' der Kampf
des Menschen gegen sein eigenes niederes Selbst ist'. Was hier mit 'niederem Selbst' gemeint ist, sind
selbstsüchtige Begierden und Ambitionen.
Von einem quranischen Gesichtspunkt kann das Wort 'Dschihad' auch einen, auf intellektueller Ebene
geführten Kampf bedeuten, der sich gegen diejenigen richtet, die Menschen unterdrücken, ungerecht behandeln,
sie Folter und Grausamkeiten aussetzen und ihnen ihre Menschenrechte verweigern. Der Zweck dieses Kampfs
ist Gerechtigkeit, Frieden und Gleichheit herbeizuführen,
Abgesehen von diesen ideologischen und geistigen Bedeutungen wird auch Kampf im Sinn einer
militärischen Expedition als 'Dschihad' bezeichnet. Jedoch, wie oben bereits erklärt wurde, darf es sich dabei
nur um einen Kampf zu den Verteidigungszwecken handeln. Das Konzept des 'Dschihad' auf Handlungen der
Aggression gegen unschuldige Leute, d.h. Terror, anzuwenden, ist völlig ungerechtfertigt und eine gewaltige
Verzerrung der wahren Bedeutung des Ausdrucks.

Selbstmord ist verboten im Islam

Ein weiterer Punkt von Bedeutung, der unmittelbar nach den jüngsten Terroranschlägen in den
Vereinigten Staaten ins Blickfeld rückte, ist das Phänomen der Selbstmordanschläge. Einige Leute, die offenbar
falsch über den Islam unterrichtet sind, haben völlig unzutreffende Erklärungen dahingehend abgegeben, dass
diese Religion des Friedens Selbstmordanschläge erlaubt, wohingegen im Islam beides absolut verboten ist,
sowohl sich selbst, als auch andere Menschen zu töten. Mit den Worten '... und tötet euch nicht selbst...' (Sure
4:29 – an-Nisa) hat Allah den Selbstmord zu einer Sünde erklärt. Im Islam ist es – unberücksichtigt jeglicher
Gründe – kategorisch verboten, sich selbst zu töten.
Der Prophet erklärte den Selbstmord als eine Sünde. Gemäß einer Überlieferung von Abu Huraira,
erklärte er, dass jeder, der sich selbst das Leben nimmt in die Hölle käme, wo er in aller Ewigkeit lebt.5
Wie aus diesem klar hervorgeht, stellt Selbstmord, und folglich auch Selbstmordanschläge, die den Tod
von Tausenden unschuldiger Menschen verursachen, eine krasse Verletzung der islamischen Moralität dar. Allah
erklärt im Quran, dass es eine Sünde ist, sein eigenes Leben zu beenden, daher ist es ganz und gar unmöglich
für jemanden, der an Allah glaubt und behauptet, sich an den Quran zu halten, so etwas zu tun. Nur Menschen,
die eine sehr irrige Vorstellung von der Religion haben, die keine Ahnung von der wahren Ethik des Qurans
haben, die ihren Verstand und ihr Gewissen vergewaltigen, die von atheistischen Ideologien beeinflusst sind
oder die durch Gehirnwäsche mit der Leidenschaft des Hasses und der Rache angesteckt wurden, können
derartige Handlungen vollziehen. Jeder andere Mensch muss solchen Taten verabscheuen.

Barmherzigkeit, Toleranz und Menschlichkeit in der


Geschichte des Islams

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die islamische politische Doktrin, d.h. Verhaltensregeln und
politische Führungsprinzipien im Islam, äußerst gemäßigt und friedfertig ist. Diese Tatsache wird von vielen
nicht-muslimischen Historikern und Theologen bestätigt, zu denen die britische Historikerin, Karen Armstrong
zählt, die eine ehemalige Nonne und Expertin auf dem Gebiet der Geschichte des Mittleren Ostens ist. In ihrem
Buch Holy War [Der heilige Krieg], in dem sie die Geschichte der drei monotheistischen Religionen untersucht,
kommentiert sie folgendes:
... Das Wort 'Islam' leitet sich vom gleichen arabischen Wortstamm ab, wie das Wort 'Frieden' und der
Quran verurteilt den Krieg als eine abnormale Situation, die nicht dem Willen Gottes entspricht... der
Islam rechtfertigt einen total aggressiven Krieg mit dem Ziel der Vernichtung des Feinds nicht... der Islam
erkennt die Unvermeidbarkeit des Kriegs an, und akzeptiert ihn manchmal als eine positive Pflicht um
Unterdrückung und Leiden zu beseitigen. Der Quran fordert, dass der Krieg begrenzt ist und so weit wie
möglich in einer humanitären Weise geführt wird. Muhammad musste nicht nur gegen die Mekkaner
kämpfen, sondern auch gegen die jüdischen Stämme in der Gegend und gegen christliche Stämme in Syrien, die
im Bündnis mit den Juden eine Offensive gegen ihn planten. Dies jedoch veranlasste Muhammad nicht 'Die
Leute der Schrift' (Juden und Christen) zu verurteilen. Seine Muslime waren gezwungen sich zu verteidigen,
doch sie führten nicht einen 'Heiligen Krieg' gegen die Religion ihrer Feinde. Als Muhammad eine muslimische
Armee unter der Führung seines freigesetzten Sklaven Zaid gegen die Christen sandte, gebot er ihnen, für die
Sache Allahs tapfer, jedoch humanitär zu kämpfen. Sie durften weder Geistliche, Mönche und Nonnen, noch
schwache und hilflose Menschen behelligen, die nicht imstande waren zu kämpfen. Es durfte kein Massaker
von Zivilisten stattfinden, noch sollten sie einen einzigen Baum fällen oder irgendein Gebäude abreißen.6
Nach dem Tod des Propheten achteten auch die Kalifen, die nach ihm regierten, äußerst sorgfältig darauf,
dass der Gerechtigkeit genüge getan wurde. In eroberten Ländern konnten die Einheimischen sowie die
Neuankömmlinge ihr Leben in Frieden und Sicherheit führen. Abu Bakr, der erste Kalif, verlangte von seinen
Leuten gerechtes und tolerantes Verhalten in der Verwaltung dieser Länder, entsprechend den Werten des Quran.
Vor dem ersten syrischen Feldzug gab Abu Bakr seiner Armee den folgenden Befehl:
Haltet ein, ihr Leute, ich gebe euch 10 Regeln, die ihr euch zu Herzen nehmen müsst: Übt keinen Verrat
aus und weicht nicht vom rechten Weg ab. Verletzt und tötet keine Kinder, Greise und Frauen. Zerstört und
versengt keine Dattelpalmen, und fällt keine anderen Obstbäume. Tötet kein Vieh oder Kamele, es sei denn zu
eurem Verzehr. Ihr werdet auf Menschen stoßen, die ihr Leben dem klösterlichen Dienst gewidmet haben;
belasst sie in dem, dem sie sich gewidmet haben. Ihr werdet ebenfalls auf Menschen stoßen, die euch allerlei
Mahlzeiten anbieten werden. Ihr mögt davon essen, doch vergesst nicht, den Namen Allahs darüber
auszusprechen.7
Omar Ibn Al Chattab, der nach Abu Bakr folgte, ist berühmt für seine Gerechtigkeit und die Verträge, die
er mit den Einheimischen der eroberten Gebiete schloss. Jeder dieser Verträge erwies sich als ein
exemplarisches Vorbild an Toleranz und Gerechtigkeit. In seiner Schutzdeklaration, z.B., für die Christen in
Jerusalem und Lot, gewährleistete er, dass keine Kirchen zerstört würden, und dass die Muslime in den Kirchen
keine Gebetsversammlungen abhalten würden. Den Christen in Bethlehem gewährte Omar die gleichen
Bedingungen. Während der Eroberung von Medain garantierte die Schutzdeklaration, die dem nestorianischen
Patriarchen Iso'jahb III. (647-658 n. Chr.) gegeben wurde wiederum, dass die Kirchen nicht zerstört würden,
und dass keines seiner Gebäude in eine Behausung für Muslime oder eine Moschee umgewandelt würde. Der
Brief, den der Patriarch nach der Eroberung an den Bischof von Fars (Persien) schrieb, ist äußerst bedeutsam
indem er in den Worten eines Christen die Toleranz und Barmherzigkeit der muslimischen Eroberer gegenüber
den Leuten der Schrift bezeugt:
Die Araber, denen Gott in dieser Zeit die Regierung der Welt übergeben hat..... verfolgen die christliche
Religion nicht. In der Tat, sie begünstigen sie, respektieren unsere Geistlichen und die Heiligen Gottes und
erweisen den Kirchen und Klöstern Begünstigungen.8
Diese von Omar gewährten Konzessionen, enthüllen die Tiefe der Toleranz, die Allah dem Menschen im
Quran anbefohlen hat, in seinem Charakter zu verinnerlichen. Die Schutzdeklaration lautete etwa
folgendermaßen:
Diese Schutzgarantie wird gewährt, um Leben, Besitz und Religion, einschließlich Kirchen und
Synagogen, aller Personen der Gemeinschaften zu schützen, die innerhalb der verwalteten Gebiete ansässig
sind, ungeachtet ihrer Verhältnisse und Verdienste. Keine Andachts- und Wohnstätten dürfen beschädigt, und
nichts darf von ihnen entwendet werden, und niemandem darf irgend ein Schaden zugefügt werden. Die
Ausführung der in diesem Dokument niedergelegten Bedingungen, entsprechen den Geboten und Zusagen
Allahs und Seiner Gesandten, und werden von den Kalifen und Muslimen garantiert. 9
All dies sind bedeutende Beispiele dafür, wie die wahrhaft Gläubigen ihr Verständnis der Gerechtigkeit
und Toleranz realisieren. In einem Vers befiehlt Allah:

Sicherlich gebietet euch Allah das, was euch in Treuhand anvertraut wurde, an seine Besitzer
zurückzugeben, und wenn ihr zwischen den Menschen schiedssprecht, mit Gerechtigkeit zu richten.
Gewiss ist es eine Gunst Allahs, euch dazu zu ermahnen! Zweifellos hört Allah alles und sieht alles. (Sure
4:58 – an-Nisa)

Canon Tyler, ein Missionsleiter der anglikanischen Kirche, erwähnt die Schönheit der islamischen Ethik
in einer seiner Reden in diesen Worten:
Er (der Islam) brachte die grundlegenden Dogmen der Religion - die Einheit und Größe Gottes, dass Er
barmherzig und gerecht ist, dass Er Gehorsam Seinem Willen gegenüber sowie Ergebenheit und Glauben
fordert. Er (der Islam) erklärte die Verantwortlichkeit des Menschen, ein Leben nach dem Tod, einen Tag des
Gerichts, und strenge Vergeltung, der die Übeltäter anheimfallen werden; er verordnete die Pflichten des Gebets,
der Wohlfahrtsspende, des Fastens und der Großmut. Es schaffte die künstlichen Tugenden, die religiösen
Betrüge und Torheiten, die pervertierten moralischen Gefühle und die verbalen Spitzfindigkeiten der
theologischen Debatte ab… er gab dem Sklaven Hoffnung, der Menschheit Brüderlichkeit und den
grundlegenden Tatsachen der menschlichen Natur Anerkennung.10
Die falsche Behauptung, dass die Menschen in den eroberten Ländern unter Drohung zum Islam
übergetreten sind, wurde auch von westlichen Forschern widerlegt und die gerechte und tolerante Einstellung
der Muslime bestätigt. L. Browne, ein westlicher Forscher, erläutert diese Situation in den folgenden Worten:
Diese wohlbekannten Tatsachen berauben übrigens die, im christlichen Schrifttum so weitverbreiteten
Gerüchte, dass die Muslime, wohin sie auch gelangten, die Menschen mit dem Schwert an der Kehle zwangen,
den Islam anzunehmen, jeglicher Substanz...11
In seinem Buch The Prospects of Islam [Aussichten des Islams] erklärt Browne weiter, dass das wahre
Motiv hinter den Eroberungen der Muslime die Bruderschaft des Islams war. Die überwiegende Mehrheit der
muslimischen Herrscher, die die muslimischen Länder im Lauf der Geschichte verwalteten, behandelten die
Mitglieder anderer Religionen weiterhin mit äußerster Toleranz und Respekt. Innerhalb der Grenzen aller
islamischen Staaten lebten Juden und Christen in Sicherheit und genossen volle Freiheit.
John L. Esposito, Professor für Religionswissenschaften und internationale Beziehungen an der
Georgetown Universität, schildert, welch ungeheure Toleranz den Juden und Christen widerfuhr, die in Ländern
lebten, welche unter muslimische Verwaltung gerieten:
Die muslimischen Armeen erweisen sich als bemerkenswerte Eroberer und erfolgreiche Herrscher; sie
waren eher Erbauer als Zerstörer. Sie ersetzten die einheimischen Herrscher und Armeen der eroberten Länder,
doch erhielten einen Großteil des Regierungs- und Verwaltungapparats und der Kultur aufrecht. Für viele in den
eroberten Gebieten war es nichts weiter als eine Ablösung der Herren, ein Wechsel, der der Bevölkerung
Frieden brachte, die durch Verluste an Leben und schwere Besteuerung aus den langen Jahren der byzantinisch-
persischen Kriege demoralisiert und unzufrieden geworden war. Örtliche Gemeinden waren frei in internen und
häuslichen Angelegenheiten in ihrer eigenen Lebensweise fortzufahren. In vieler Hinsicht fanden die örtlichen
Bevölkerungen die muslimische Herrschaft flexibler und toleranter als die von Byzanz und Persien. Religiöse
Gemeinschaften waren frei, ihren Glauben auszuüben - sie konnten ihren Riten und Gesetzen folgen und ihre
geistlichen Häupter konnten ihre Autorität in sozialen Bereichen wie Heirat, Ehescheidung und Erbschaft
beibehalten. Als Gegenleistung wurde ihnen eine Anerkennungssteuer (dschizija) auferlegt, die sie zu
muslimischer Beschützung gegen äußere Angriffe berechtigte, wobei sie vom Militärdienst befreit waren. Sie
wurden daher 'die Geschützten' (dhimmmi) benannt. In der Praxis bedeutete dies oftmals niedrigere Steuern,
größere örtliche Autonomie, Regierung durch andere Semiten zu denen nähere linguistische und kulturelle
Verbundenheit bestand, als zu der hellenisierten gräko-romanischen Elite von Byzanz, sowie größere
Religionsfreiheit für Juden und einheimische Christen. Die meisten christlichen Sekten, wie die Nestorianer, die
Monophysiten, Jakobiner und Kopten, waren als Heretiker und Schismatiker von der orthodoxen Kirche
verfolgt worden. Aus diesem Grund halfen einige jüdische und christliche Gemeinden den einmarschierenden
Armeen, weil sie diese als weniger unterdrückerisch als ihre imperialen Herrn betrachten. In vieler Hinsicht
brachten die Eroberungen den besetzten Gebieten einen 'Pax Islamica'.12
Ein anderer 'Pax Islamica', den der Islam brachte, betraf die Frauen, einen Teil der Gesellschaft, der in
den vor-islamischen Zeiten ungeheuerlich misshandelt worden war. Professor Bernard Lewis, der als einer der
größten westlichen Experten auf dem Gebiet des Mittleren Ostens bekannt ist, gibt den folgenden Kommentar:
Im allgemeinen brachte der Anbruch des Islams eine enorme Verbesserung der Stellung der Frauen in
altem Arabien mit sich, indem er ihnen Eigentum und einige andere Rechte zugestand, und ihnen einen
gewissen Schutz gegen schlechte Behandlung durch ihre Gatten oder Herren gab. Das Töten weiblicher
Neugeborener, das als heidnisches Brauchtum in Arabien akzeptabel gewesen war, wurde vom Islam
verboten.13
Auch die Herrschaften der Seldschuken und des Osmanischen Reiches waren von der gerechten und
toleranten Einstellung des Islams geprägt. In seinem Buch The Spread of Islam in the World [Die weltweite
Ausbreitung des Islam] erklärt der britische Forscher Sir Thomas Arnold, die Bereitwilligkeit der Christen, sich
aufgrund dieser Haltung unter die seldschukische Herrschaft zu fügen:
Eben dieses Gefühl der Sicherheit des religiösen Lebens unter muslimischer Herrschaft bewog viele der
Christen in Kleinasien (Anatolien) die seldschukischen Türken als Befreier willkommen zu heißen... Während
der Herrschaft von Michail VIII (1261-1282) wurden die Türken oft von den Einwohnern der kleinen Städten
im Inneren Kleinasiens eingeladen, diese zu besetzen, indem sie sich erhofften, dadurch der Tyrannei des
byzantinischen Reiches entrinnen zu können; sowohl Reiche wie Arme wanderten in die türkischen
Herrschaftsgebiete aus.14
Melikschah, der Herrscher des islamischen seldschukischen Reichs während dieses im Zenith seiner
Macht stand, behandelte die Menschen in den eroberten Gebieten mit großer Toleranz und Barmherzigkeit und
verblieb somit mit Respekt und Liebe in ihrem Gedenken. Viele objektive Historiker weisen in ihren Arbeiten
auf Melikschahs Gerechtigkeit und Toleranz hin. Seine Großmut gewann ihm die Liebe der Juden und Christen.
Aus diesem Grund unterwarfen sich viele Städte aus freiem Willen Melikschahs Herrschaft, was beispiellos in
der Geschichte ist. Sir Thomas Arnold erwähnt auch Odo de Diogilo, einen Mönch des St. Denis Ordens, der als
der persönliche Seelsorger von Louis VII am zweiten Kreuzzug teilnahm, und in seinen Memoiren auf die
Gerechtigkeit hinwies, die von den Muslimen geübt wurde, ohne Ansehen der Religionszugehörigkeit der
Untertanen. Auf der Grundlage der sehr bildlichen Ausführungen von Odo de Diogilo, schrieb Sir Thomas
Arnold folgendes:
Die Situation der Überlebenden wäre völlig hoffnungslos gewesen, hätte nicht der Anblick ihres Elendes
die Herzen der Mohammedaner zu Mitleid bewogen. Sie pflegten die Kranken und erleichterten das Los der
Armen und Hungernden mit großmütiger Freundlichkeit. Einige kauften sogar das französische Geld, welches
die Griechen den Pilgern durch Zwang oder Tücke abgenommen hatten, und verteilten es großzügig unter den
Notdürftigen. Der Kontrast zwischen der freundlichen Behandlung, welche die Pilger von den Ungläubigen
empfingen und der Grausamkeit ihrer Mitchristen, der Griechen, die ihnen Zwangsarbeit auferlegten, sie
schlugen und des Wenigen, das sie noch hatten, beraubten, war so groß, dass viele von ihnen freiwillig den
Glauben ihrer Befreier annahmen. In den Worten des alten Chronikers (Odo de Diogilo): 'Indem sie ihre
Glaubensbrüder verließen, die so grausam zu ihnen gewesen waren, fanden sie Sicherheit bei den Ungläubigen,
die ihnen Barmherzigkeit entgegenbrachten, und, wie wir hörten, schlossen sich mehr als dreitausend den
Türken an, als diese abzogen.' 15
Diese Erklärungen der Historiker bestätigen, dass die muslimischen Herrscher, die die wahre Moralität
des Islams verinnerlicht hatten, immer mit Toleranz, Barmherzigkeit und Gerechtigkeit regierten. Ebenso ist die
Geschichte des Osmanischen Reiches, dessen Herrschaft sich jahrhundertelang über Länder in drei Erdteilen
erstreckte, reich an Beispielen der Toleranz.
Die Art und Weise, wie die Juden sich zur Zeit von Sultan Beyazid II in den osmanischen Ländern
niedergelassen haben, nachdem sie Massakern und Verbannung in den katholischen Königreichen von Spanien
und Portugal ausgesetzt worden waren, ist ein treffliches Beispiel der Toleranz, die die islamische Moralität mit
sich bringt. Die katholischen Monarchen, die zu jener Zeit über große Teile Spanien herrschten, unterdrückten
die Juden, die zuvor in Frieden unter muslimischen Herrschaft in Andalusien gelebt hatten. Während die
Muslime, Christen und Juden in Andalusien in Frieden miteinander leben konnten, versuchten die katholischen
Monarchen, dem ganzen Land den christlichen Glauben aufzuzwingen, wobei sie den Muslimen den Krieg
erklärten und die Juden unterdrückten. Als Folge wurde 1492 der letzte muslimische Herrscher in der
südspanischen Provinz von Granada beseitigt. Die Muslime fielen einem schrecklichen Gemetzel zum Opfer,
und Juden, die ablehnten, ihre Religion zu ändern, wurden in die Verbannung geschickt.
Ein Teil dieser heimatlosen Juden suchte Zuflucht im osmanischen Reich, und der Staat gewährte ihnen
diese. Die osmanische Flotte unter dem Befehl von Kemal Reis brachte die verbannten Juden, und die wenigen
Muslime, die das Gemetzel überlebt hatten, ins Land der Osmanen.
Sultan Beyazid II, der als ein gottesfürchtiger Herrscher in die Geschichte eingegangen ist, siedelte diese,
zu Unrecht aus Spanien vertrieben Juden im Frühjahr 1492, in bestimmten Teilen seines Reiches, um Edirne
und das heute in Griechenland gelegene Thessaloniki herum an. Die meisten der 25000 heute in der Türkei
lebenden türkischen Juden sind die Nachkommen jener spanischen Juden. Sie haben ihre Religion und Bräuche,
die sie vor 500 Jahren von Spanien mitgebracht haben, den Lebensbedingungen in der Türkei angepasst, und
leben dort weiterhin in unbehelligtem Komfort, wobei sie ihre eigenen Schulen, Krankenhäuser, Altersheime,
kulturellen Vereinigungen und Zeitungen unterhalten. In der gleichen Weise, wie sie als Händler und
Geschäftsleute tätig sind, sind sie auch in zahlreichen anderen Berufen, von technischen Fachgebieten bis zur
Werbung beschäftigt, wobei sich in zunehmendem Maße intellektuelle Kreise herausbilden. Während jüdische
Gemeinschaften in vielen Ländern in Europa seit Jahrhunderten in ständiger Furcht vor antisemitischen
rassistischen Ausschreitungen leben, haben sie in der Türkei in Frieden und Sicherheit gelebt. Dieses Beispiel
alleine genügt, die Toleranz und das Verständnis der Gerechtigkeit zu demonstrieren, die der Islam mit sich
bringt.
Die Barmherzigkeit und Toleranz, die von Sultan Beyazid II praktiziert wurden, treffen auf alle
osmanischen Sultane zu. Als Sultan Mehmet der Eroberer Konstantinopel einnahm, erlaubte er den Christen und
Juden, dort in Freiheit zu leben. André Miquel, der für seine wertvollen Beiträge bekannt ist, die er über die
Welt des Islams geschrieben hat und in denen er die gerechten und toleranten Praktiken der Muslime
hervorhebt, erklärte folgendes:
Die christlichen Gemeinden lebten unter einer sehr gut verwalteten Regierung, wie sie sie während der
byzantinischen und lateinischen Epochen nicht vorfanden. Sie waren nie einer systematischen Unterdrückung
ausgesetzt. Im Gegenteil war das Reich und insbesonders Istanbul ein Zufluchtsort für die spanischen Juden
geworden, die misshandelt worden waren. Niemals wurden die Menschen zur Annahme des Islams gezwungen.
Der Prozess der 'Islamisierung' fand statt als Ergebnis des sozialen Vorgangs.16
Wie aus diesen Tatsachen ersichtlich ist, sind die Muslime zu keiner Zeit in der Geschichte Unterdrücker
gewesen. Im Gegenteil, sie haben allen Nationen und Glaubensrichtungen, die sie erreichten, Frieden und
Sicherheit gebracht. Sie haben sich an Allahs Gebot gehalten, wie folgender Vers besagt: 'Und dient
ausschließlich Allah und assoziiert nichts mit Ihm und erweist den Eltern Wohltätigkeit und ebenso den
Verwandten, den Waisen, den Bedürftigen, dem nahen und dem fernen Nachbarn, dem Weggefährten,
dem Reisenden und den Leibeigenen. Gewiss liebt Allah nicht den, der arrogant und selbstherrlich ist.'
(Sure 4:36 – an-Nisa)
Kurz gesagt, Freundschaft, Brüderlichkeit, Frieden und Liebe sind die Grundlagen der quranischen Ethik,
und es ist das Bestreben der Muslime diese erhabenen Tugenden zu realisieren und auf der Welt zu verbreiten.
(Weitere Informationen bezüglich der Gebote des Qurans und deren Befolgung durch Muslime im Lauf
der Geschichte sind in Harun Yahyas Buch“ Gerechtigkeit und Toleranz im Quran „gegeben.)

Diejenigen, die glauben und ihren Glauben nicht mit Unrecht verdunkeln,sind in Sicherheit, und
sie sindrechtgeleitet. (Sure 6:82 – al-An'am)
DAS WAHRE GESICHT DERER, DIE IM NAMEN DER
RELIGION TERRORAKTE BEGEHEN

All die vorhergehenden Beispiele und Zitate zeigen, dass die Organisation von Terroranschlägen gegen
unschuldige Menschen in völligem Gegensatz zum Islam steht, und es daher unwahrscheinlich ist, dass
irgendein Muslim solch ein Verbrechen begeht. Ganz im Gegenteil; die Muslime haben die Pflicht, diese
Menschen davon abzuhalten – 'Unheil aus der Welt' zu schaffen – und der Menschheit überall auf der Welt
Frieden und Sicherheit zu bringen.
Es kann keine Rede von 'christlichem Terror', 'jüdischem Terror' oder 'islamischem Terror' sein. In der Tat,
eine hintergründige Untersuchung der Täter solcher Handlungen bringt zutage, dass der in Frage stehende
Terrorismus nicht ein religiöses, sondern ein soziales Phänomen ist.

Die Kreuzfahrer: Barbaren, die ihre eigene Religion mit


Füssen getreten haben

Die wahre Botschaft einer Religion oder Glaubensrichtung kann manchmal von ihren eigenen Anhängern
verzerrt werden. Die Kreuzfahrer, deren Zeiten eine dunkle Epoche der christlichen Geschichte darstellen, sind
ein gutes Beispiel dieser Art von Verzerrung.
Die Kreuzfahrer waren europäische Christen, die gegen Ende des 11. Jahrhunderts begannen, eine Reihe
von militärischen Expeditionen zu unternehmen, um das Heilige Land (Palästina und umgebende Gebiete) von
den Muslimen zurückzuerobern. Sie begannen ihre Unternehmung mit einem sogenannten religiösen Ziel, doch
dabei verwüsteten sie jedes Stück Land das sie betraten, und verbreiteten allerorts Angst und Schrecken.
Entlang ihres Wegs führten sie Massenhinrichtungen der Zivilbevölkerung durch und plünderten viele Dörfer
und Städte. Ihre Eroberung von Jerusalem, wo Muslime, Juden und Christen unter islamischem Regime im
Frieden zusammenlebten, wurde die Szene des unermesslichen Blutvergießens. Gnadenlos töteten sie alle
Muslime und Juden in der Stadt.
In den Worten eines Historikers: 'Sie mordeten alle Araber und Türken, die sie fanden..., ob Mann
oder Frau.' 17 Einer der Kreuzfahrer, Raymond von Aguiles prahlte mit dieser Gewalttätigkeit:
Wundervolle Ansichten waren zu sehen. Einige unserer Männer (und das war eher barmherzig)
enthaupteten ihre Feinde, andere schossen sie mit Pfeilen, so dass sie von den Türmen stürzten, andere quälten
sie länger, indem sie sie in die Flammen warfen. Haufen von abgeschnittenen Köpfen, Händen und Füßen
waren auf den Straßen der Stadt zu sehen. Man musste sich seinen Weg über Leichen und Pferdekadaver
suchen. Doch dies war Geringes im Vergleich damit, was sich im Tempel von Salomon zutrug, wo üblich
religiöse Litaneien vorgetragen wurden ... Im Tempel von Salomon und im Tempelhof ritten Männer bis zu
ihren Knien und Pferdezügeln in Blut. 18
In zwei Tagen metzelte die Armee der Kreuzfahrer etwa 40.000 Muslime in der oben beschriebenen
barbarischen Weise nieder. 19
Die Barbarei der Kreuzfahrer war so maßlos, dass sie während des 4. Kreuzzuges selbst Konstantinopel
(das heutige Istanbul, das damals eine christliche Stadt war) plünderten und goldenes Gerät aus den Kirchen
stahlen.
Zweifelsohne, war all diese Barbarei völlig entgegen der christlichen Doktrin. Das Christentum ist, in den
Worten der Bibel, eine 'Botschaft der Liebe'. Im Matthäus-Evangelium wird berichtet, dass Jesus seinen
Nachfolgern gebot: 'Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen' (Matthäus 5:44). Im Lukas-
Evangelium wird berichtet, dass Jesus sagte: 'Wenn dir jemand eine Ohrfeige gibt, biete ihm die andere
Wange ebenfalls dar.' (Lukas 6:29). Nirgendwo im Neuen Testament gibt es einen Hinweis auf Billigung von
Gewalttätigkeit; unschuldige Menschen zu töten ist daher unvorstellbar. Die Idee des 'Mordes Unschuldiger' ist
wohl in der Bibel vorhanden; jedoch nur in der grausamen Verordnung des jüdischen Königs Herodes, alle
männlichen Säuglinge zu töten, als er nach dem Leben des neugeborenen Jesus trachtete.
Wenn das Christentum eine Religion ist, die auf Liebe basiert und für Gewalttätigkeit keinen Platz hat,
wie konnten die christlichen Kreuzfahrer die schrecklichsten Gewaltverbrechen der Geschichte begehen? Der
Hauptgrund dafür ist, dass die Kreuzfahrer hauptsächlich aus ignoranten Menschen bestanden, die besser als
'Pöbel' definiert werden könnten. Diese Massen, die fast nichts über ihre Religion wussten, die wahrscheinlich
zeitlebens nie die Bibel gelesen oder selbst nur gesehen hatten und die größtenteils keine Ahnung von den
moralischen Werten der Bibel hatten, wurden unter der Propaganda der Parolen der 'Kreuzfahrer', welche diese
Brutalitäten als den 'Willen Gottes' darstellten, in diese Barbarei verleitet.
Es ist erwähnenswert, dass die östliche Kirche, z.B. die Leute von Byzanz, die in dieser Periode von den
westlichen Christen kulturell weit entfernt waren, menschliche Werte in weit größerem Maß aufrechterhielten.
Sowohl vor, als auch nach den Eroberungen der Kreuzfahrer, waren die orthodoxen Christen in der Lage, mit
den Muslimen zusammenzuleben. Terry Johns, ein BBC-Kommentator, erklärte, dass 'zivilisiertes Leben mit
dem Rückzug der Kreuzfahrer aus dem Mittleren Osten erneut begann und die Mitglieder der drei
monotheistischen Religionen zur friedlichen Koexistenz zurückkehrten'.20
Das Beispiel der Kreuzfahrer weist auf ein allgemeines Phänomen hin: Je mehr ignorant, intellektuell
unterentwickelt und unzivilisiert die Anhänger einer Ideologie sind, desto eher neigen sie zu Gewalttätigkeit.
Dies gilt auch für Ideologien, die nichts mit Religion zu tun haben. Alle kommunistischen Bewegungen auf der
ganzen Welt neigen zu Gewalttätigkeit. Khmer Rouge in Kambodscha war die barbarischste und blutrünstigste
davon, und ebenso waren ihre Anhänger auch die ignorantesten.
Ebenso wie ignorante Anhänger einer Anschauung, die Gewalt akzeptiert, bis zum Punkt des Wahnsinns
folgen können, können sie auch Gewalttätigkeit mit einer Anschauung, die Gewalt ablehnt (bzw. Religion)
verwechseln. Die islamische Welt kennt auch solche Fälle.

Der 'Beduinen-Charakter' im Quran

Zur Zeit des Propheten Muhammad existierten zwei grundsätzliche Sozialstrukturen in Arabien. Die
Stadtbewohner und die Beduinen (Wüstenaraber). In den arabischen Städten herrschte eine hoch entwickelte
Zivilisation vor. Handelsbeziehungen verbanden die Städte mit der äußeren Welt, was zur Kultivierung 'guter
Sitten' unter den, in den Städten lebenden Arabern beitrug. Sie hatten verfeinerte ästhetische Werte und
genossen Literatur und insbesondere Dichtung. Die Wüstenaraber, auf der anderen Seite, waren
Nomadenstämme, die in der Wüste lebten und eine sehr elementare Kultur hatten. Unbewusst und fern der
Künste und der Literatur, hatte sich bei ihnen ein ungehobelter Charakter herausgebildet.
Der Islam wurde inmitten der Einwohner von Mekka, der wichtigsten Stadt der Halbinsel, offenbart und
entfaltete sich anfänglich dort. Während sich der Islam dann weiter über die Halbinsel verbreitete, nahmen ihn
alle Stämme in Arabien an. Unter diesen waren auch die Beduinenstämmen, doch sie waren in gewisser
Hinsicht etwas problematisch: Ihr schwacher intellektueller und kultureller Hintergrund erschwerte einigen von
ihnen das Verständnis der Tiefe und des noblen Geists des Islams. Dies wurde im folgenden Vers von Allah
erwähnt:

Und die Beduinen verharren am hartnäckigsten in Unglauben und Heuchelei. Und sie sind es am
ehesten, die die Grenzen, welche Allah Seinem Gesandten offenbart hat, nicht kennen, doch Allah ist
allwissend und weise. (Sure 9:97 – at-Tauba)

Die Beduinen, das heißt, Mitglieder der nomadischen Gesellschaftsgruppen, die 'hartnäckig in
Unglauben und Heuchelei verharrten' und in ihrer Unwissenheit dazu neigten, Allahs Gebote außer Acht zu
lassen, wurden zu Lebzeiten des Propheten ein integrierter Teil der islamischen Welt. In den späteren Epochen
jedoch wurden sie zu einer Quelle der Probleme für die islamische Gesellschaft. Die Sekte der 'Charidschiten',
die unter den Beduinen auftauchte, war ein Beispiel. Das prominenteste Merkmal dieser verirrten Sekte (ihre
Anhänger wurden 'Charidschiten' genannt, was soviel wie 'Austreter' heißt, weil sie in ihren Praktiken
weitgehend von den Sunniten, die die überwiegende Mehrheit der Muslime darstellten, abwichen), war ihre
ungebärdete, fanatische Natur. Die 'Charidschiten', die kein Verständnis für das Wesen des Islams oder die
Tugenden und Werte des Qurans hatten, bekriegten alle anderen Muslime und rechtfertigten diesen Kampf mit
einigen quranischen Versen, von denen sie eine verzerrte Auslegung machten. Außerdem führten sie 'Terrorakte'
durch. Ali, der einer der engsten Vertrauten des Propheten war und von ihm als das 'Tor der Stadt des Wissens'
beschrieben wurde, wurde durch einen Charidschiten ermordet.
In einer späteren Epoche traten die 'Haschischin' (Attentäter) auf, eine weitere brutale Organisation. Es
handelte sich hierbei um eine terroristische Organisation, die sich aus ignoranten und fanatischen Militanten
zusammensetzte und die sich, mangels eines gründlichen Verständnisses des Wesens des Islams, leicht durch
billige Parolen und Versprechen beeinflussen ließen.
Geradeso, wie die Kreuzfahrer das Christentum verzerrten und als eine Lehre der Brutalität
missdeuteten, legten einige pervertierte Gruppen, die in der islamische Welt auftauchten, den Islam
falsch aus und ergingen sich in Brutalitäten. Was diesen religiösen Sekten und den Kreuzfahrern gemeinsam
war, war ihr 'Beduinencharakter'. Das heißt, sie waren ignorant, unverfeinert und unzivilisiert, und es mangelte
ihnen am wahren Verständnis ihrer Religion. Die Brutalitäten, die sie begingen, waren eher die Folge dieses
Unverständnisses, als der Lehren der Religion, die sie zu verfechten behaupteten.
Ein Terrorist kennt kein Mitgefühl – Sein einziger Zweck ist zu
zerstören

Der Begründer des russischen Anarchismus Michael Bakunin und sein Jünger Nechajev definieren den
idealen Terroristen folgendermaßen:
Sein (das des Revolutionärs) gesamtes Lebenswerk – nicht nur in Worten, sondern auch in der Tat – ist im
Kriegszustand mit der vorhandenen Gesellschaftsordnung und mit der gesamten sogenannten zivilisierten Welt,
ihren Gesetzen, ihrer Moral, ihren Bräuchen; er ist all dem ein kompromissloser Gegner... Er kennt nur eine
Wissenschaft, die Wissenschaft der Zerstörung. (Zeitungsartikel in The Alarm: Bakunin's 'Ground–Work for the
Social Revolution' [Vorarbeit zur gesellschaftlichen Revolution] 26. Dez. 1885, S. 8 )
Wie aus diesen Worten Bakunins und Nechajevs verständlich ist, sind Terroristen Leute, die ihre
Beziehungen zu jeglichen materiellen und geistigen Institutionen abbrechen indem sie alle moralischen Werte
ablehnen, da sie diese Institutionen als ein Hindernis in der Verwirklichung ihrer Pläne betrachten. Bakunin
erklärt weiter: 'Tag und Nacht sei er (der Revolutionär) im Einsatz, hege nur einen Gedanken, ein Ziel: die
gnadenlose Zerstörung; während er kaltblütig, ohne zu ruhen dieses Ziel verfolgt, muss er selbst bereit sein
jederzeit zu sterben und ebenso bereit sein, jeden der seine Ziele zu vereiteln sucht, eigenhändig zu töten.' In
seinem 'Ground-Work for the Social Revolution' [Vorarbeit zur gesellschaftlichen Revolution] ist eine
Beschreibung dessen gegeben, welch eine Person ein Terrorist sein muss:
Unnachsichtig wie er gegen sich selbst ist, muss er auch gegen andere sein. Jegliche schwachen Gefühle
gegenüber Verwandtschaft, Freundschaft, Liebe und Dankbarkeit müssen durch die einzige kalte Leidenschaft
für das Werk der Revolution unterdrückt werden.
Diese Worte bringen das dunkle Gesicht des Terrorismus an den Tag und zeigen, dass er der Religion des
Islams, die sich auf Frieden, Toleranz und Liebe gründet, total entgegengesetzt ist. Im folgenden Vers offenbart
Gott, dass Friede die wahre Rettung der Menschheit ist, und dass das Gegenteil zu verfolgen – d.h. Krieg und
Konflikt – bedeutet, in den Fußstapfen des Teufels zu wandeln.

O ihr, die ihr glaubt! Tretet allesamt in den Zustand der Befriedung (Islam) ein und folgt nicht den
Fußstapfen des Satans; zweifellos ist er euch ein offenbarer Feind. (Sure 2:208 – al-Baqara)

Die Massenpsychologie des Terrorismus

Ein weiteres wichtiges Charakteristikum der Terroristen ist, dass sie in einer Kollektivgesinnung arbeiten.
In dieser Gesinnung werden individuelle Regungen und persönliche Neigungen verworfen, da jeder auf das eine
gemeinsame Ziel hin abgerichtet ist. Diejenigen, die in diesem Kollektivgeist handeln, mögen Dinge tun, die sie
nie tun würden, wenn sie voll bei Sinnen wären, und ignorieren ihren eigenen Willen und ihr Gewissen. In
vielen Ländern der Welt lassen sich Terroristengruppen, die sich aus einer handvoll törichter und ungebildeter
Leute zusammensetzen, von der emotionalen Hysterie von Massenveranstaltungen und propagandistischen
Parolen aufpeitschen, und werden, ohne sich bewusst zu sein, was sie tun und warum sie es tun, in Gewalttaten
gegen die Öffentlichkeit verwickelt. Im Handumdrehen können solche Leute zu Mördern oder selbst Terroristen
werden, die in der Lage sind, unmenschliche Grausamkeiten zu begehen. Ein Mensch mag ruhig und
zurückgehalten wirken, wenn er alleine ist, doch wenn er Mitglied einer Terroristengruppe wird, ist er fähig,
Brandstiftungen und Attentate ohne offensichtliche Gründe auszuüben. Diese Individuen fallen derartigen
Zwangsvorstel-lungen zum Opfer, dass sie selbst bereit sind, ihr Leben für ihre Sache aufzugeben. Die
Mehrzahl derer, die sich an Terrorakten beteiligen, sind oft willens- und gewissensschwach und werden wie eine
Schafherde durch Massenpsychologie beeinflusst. Vernunft und Urteilsvermögen werden durch übertriebene
und maßlose Leidenschaft und eine Neigung zur Gewalt und Aggression ersetzt. Solche Leute werden leicht
gereizt, sind intolerant und kennen keine Grenzen und Gesetze.
Der Irrtum dieser Massenpsychologie wird im Quran offenbart, wo es heißt, dass der Mensch
entsprechend seines Willens und seiner Intelligenz handeln muss:

Trachte nicht nach dem, wovon du kein Wissen hast. Gewiss wird Rechenschaft gefordert für all
die Fähigkeiten – das Hören, das Sehen und die des Herzens (Willenskraft) (Sure 17:36 – al-Isra)

Eine der Quellen des Terrorismus: Der 'Dritte Welt'–


Fanatismus

Diese Beispiele aus der Geschichte mögen zu einem besseren Verständnis des Phänomens, des
sogenannten 'islamischen Terrors' beitragen, der heutzutage an erster Stelle der internationalen Tagesordnung
steht. Das rührt daher, dass die, die ihre Terrorakte ausführen, im Namen des Islams auftreten, obwohl sie und
diejenigen, die solche Taten unterstützen, nur eine unbedeutende Minderheit in der Welt des Islams darstellen
und eben für jenen 'Beduinencharakter' stellvertretend sind, und nicht für den eigentlichen Islam. In ihrem
Unverständnis des Wesens des Islams, der eine Religion des Friedens und der Gerechtigkeit ist, missbrauchen
sie ihn als eine Plattform ihrer Barbarei, was andererseits lediglich ein Resultat ihrer sozio-ökonomischen und
kulturellen Herkunft ist. Der Ursprung dieser Barbarei, die man sehr wohl als 'Fanatismus der
Unterentwicklung' oder 'Dritter Welt Fanatismus' bezeichnen könnte, ist die geistige und intellektuelle
Umnachtung von Menschen, die keine Liebe für ihre Mitmenschen, noch von ihren Mitmenschen kennen.
Es ist eine Tatsache, dass die Muslime überall in der islamischen Welt während der vergangenen
Jahrhunderte von westlichen Mächten und ihren Verbündeten Unterdrückung und Gewalttätigkeit ausgesetzt
waren. Die kolonialistischen europäischen Staaten, von denen eingesetzte faschistische Regime oder vom
Westen unterstützte Kolonialisten (wie z.B. Israel) verursachten den Muslimen insgesamt großes Leid. Für die
Muslime jedoch ist dies eine Situation, die sie entsprechend den quranischen Richtlinien angehen, und darauf
reagieren müssen.
In keinem Teil des Quran befiehlt Allah den Gläubigen, auf Gewalttätigkeit mit Gewalttätigkeit zu
reagieren. Im Gegenteil, Allah befiehlt den Muslimen, 'auf Übles mit Gutem' zu reagieren:

Eine gute Handlung und eine üble gleichen sich bestimmt nicht. Weise das Üble mit etwas Besserem
zurück, so wird derjenige, zwischen dem und dir Feindschaft bestand, wie ein inniger Freund werden.
(Sure 41:34 – Fussilat)
Es ist zweifellos ein legitimes Recht der Muslime, sich gegen Grausamkeit zu wehren. Jedoch sollten
derartige Reaktionen nie in blinden Hass und ungerechte Feindseligkeit ausarten. Dagegen warnt Allah im
folgenden Vers: '... und lasst euch nicht vom Hass gegen die Leute, die euch den Zugang zur geheiligten
Moschee verwehren wollten zu Übertretungen hinreißen. Unterstützt euch gegenseitig in
Rechtschaffenheit und Gottesfurcht und ermutigt einander nicht zur Sünde und Feindschaft und fürchtet
Allah; Allah ist gewiss streng im Vergelten.' (Sure 5:2 – al-Ma'ida).
Infolgedessen ist es keinesfalls mit dem Islam vereinbar, Terrorakte gegen unschuldige Leute anderer
Nationen auszuüben, unter dem Vorwand, die unterdrückten Nationen der Welt zu vertreten.
Ein weiterer Punkt, der hier erwähnt werden muss, ist, dass nicht die gesamte westliche Welt für die
vorher erwähnte Unterdrückung und Gewalttätigkeit gegen die Muslime verantwortlich gemacht werden kann.
In Wirklichkeit sind es die materialistisch-atheistischen Philosophien und Ideologien, die im 19. Jahrhundert
vorherrschten, die für diese bedauerlichen Zustände verantwortlich sind. Der europäische Kolonialismus war
keine Ausgeburt des Christentums. Im Gegenteil, es waren anti-religiöse Bewegungen, die die Werte des
Christentums leugneten, welche zum Kolonialismus führten. Die Wurzeln der größten Brutalitäten des 19.
Jahrhunderts liegen in der sozial-darwinistische Ideologie. In der heutigen westlichen Welt gibt es neben einer
Kultur, die generell von friedfertigen Elementen beherrscht wird, welche in der christlichen Moral verwurzelt
sind, immer noch grausame, böswillige und negative Einflüsse. In Wirklichkeit besteht der Hauptkonflikt nicht
zwischen dem Westen und dem Islam. Entgegen einer weitverbreiteten Auffassung besteht dieser Konflikt
zwischen den religiös gesinnten Menschen des Westens und der muslimischen Welt einerseits, und den
religionsfeindlichen Menschen (wie Materialisten, Atheisten, Darwinisten usw.) andererseits.
Ein weiterer Hinweis darauf, dass der 'Dritte Welt Fanatismus' nichts mit Islam zu tun hat, ist, dass diese
Art des Fanatismus bis vor Kurzem mit der kommunistischen Ideologie assoziiert wurde. Wie bekannt, wurden
ähnliche anti-westliche Terroranschläge in den 60er und 70er Jahren von, von den Sowjets unterstützten,
kommunistischen Organisationen durchgeführt. Da der Einfluss der kommunistischen Ideologie an Momentum
verlor, haben einige der sozialen Strukturen, die kommunistische Organisationen hervorgebracht hatten, ihre
Aufmerksamkeit dem Islam zugewandt. Diese 'Brutalität, die unter dem Deckmantel der Religion vorgebracht
wird' und die durch die Einverleibung einiger islamischer Konzepte und Symbole in die ehemals
kommunistische Rhetorik formuliert wird, steht den moralischen Werten, die das Wesentliche des Islams bilden,
völlig entgegen.
Letztlich sei zu diesem Thema noch bemerkt, dass der Islam nicht einer bestimmten Nation oder
geographischen Region eigen ist. Entgegen der im Westen vorherrschenden Auffassung ist der Islam nicht eine
'östliche Kultur'. Der Islam ist die letzte, der Menschheit offenbarte Religion, als eine Wegweisung zu einer
aufrichtigen Lebenstransaktion, die sich der gesamten Menschheit empfiehlt. Die Muslime sind dafür
verantwortlich, die wahre Religion, an die sie glauben, allen Menschen aller Nationen und Kulturen mitzuteilen
und sie dem Islam näher zu bringen.
Folglich ist das einzigartige Gegenmittel gegen Menschen und Gruppen, die im Namen des Islams Terror
ausüben oder unterdrückende Regime bilden und diese Welt zu einem schrecklichen Lebensraum machen,
anstatt sie zu verschönern, die wahre Natur des Islam zu enthüllen und zu verbreiten, damit die Massen ihn
verstehen und ihm entsprechend leben können.
Eine der Methoden des Terrorismus ist Furcht und Panik in der
Gesellschaft zu verbreiten

Eines der Hauptmerkmale des Terrorismus ist, dass er seine Angriffsziele aufs Geratewohl auswählt. Die
Tatsache, dass er dabei keine gezielte Auswahl trifft ist einer der hauptsächlichsten Gründe für die Verbreitung
von Furcht, da sich niemand sicher fühlen kann. Wenn die Menschen wissen, dass sie ohne irgendwelche
Gründe mögliche Ziele sind, kann sich niemand vor den Terroristen sicher fühlen. Es gibt nichts, was ein
potentielles Opfer zu seinem Schutz unternehmen kann, da die Terroristen entsprechend ihrer eigenen
Grundsätze zu einem Zeitpunkt und an einem Ort ihrer eigenen Wahl handeln. Daher sind Terroranschläge in
der Gesellschaft sporadisch und unvorhersehbar.

Der Irrtum des Radikalismus


Zusammen mit dem Konzept des Terrors müssen wir auch das Phänomen des Radikalismus überprüfen.
Radikalismus bedeutet, plötzliche, revolutionäre destruktive Änderungen in irgend einem Bereich zu
unterstützen, und zum Erzielen derselben eine strikte und kompromisslose Handlungsweise zu verfolgen.
Radikale zeichnen sich durch ihre Begierde nach revolutionären Änderungen und ihre unbeugsame und
manchmal aggressive Haltung aus.
Wie in jedem anderen Lebensbereich ist für die Muslime auch hier der Quran richtungsweisend. Wenn
wir den Radikalismus im Licht des Qurans betrachten, sehen wir, dass er nichts mit dem Verhaltensmodell
gemein hat, dem zu folgen, Allah den Muslimen geboten hat. Wenn Allah den Gläubigen im Quran beschreibt,
stellt Er ihn als einen sanftmütigen Menschen dar, der Konflikte und Auseinandersetzungen meidet und selbst
den feindseligsten Menschen mit Wärme und Freundlichkeit begegnet.
Ein Beispiel, dass uns in dieser Hinsicht anleitet, ist der Befehl Allahs an Seine Propheten Moses und
Aaron, zum Pharao zu gehen und ihn in freundlichem Ton anzusprechen:

Geht beide zu Pharao; denn er ist aufsässig geworden. So sprecht ihn mit milden Worten an, damit
er sich besinne oder gottesfürchtig werde. (Sure 20:43, 44 – Ta Ha)

Pharao war einer der grausamsten und rebellischsten Gottesleugner seiner Zeit. Er war ein Diktator, der
Gott verneinte, Götzendienst betrieb und für sich selbst Göttlichkeit beanspruchte; zudem unterdrückte er die
Gläubigen (die Israeliten zu jener Zeit) und beging an ihnen schreckliche Grausamkeiten und Mord. Allah
jedoch befahl Seinen Propheten, zu solch einem feindseligen Mann zu gehen und freundlich mit ihm zu
sprechen.
Man beachte, dass die Verhaltensweise, die Allah aufzeigte, die des freundlichen Dialogs war und nicht
die des Streitgesprächs, in der Konflikte mit scharfen Worten, ärgerlichen Parolen und erhitzten
Protestbekundungen ausgehandelt werden.
Es gibt noch einige andere Beispiele im Dialog zwischen dem Propheten Schuaib und den Leugnern, die
den Muslimen zeigen wie sie sich zu verhalten haben. Die Anrede Schuaibs wird im Quran so geschildert:
Und nach Madijan (entsandten Wir) ihren Bruder Schuaib. Er sagte: 'Mein Volk, betet Allah an!
Es gibt keinen Gott außer Ihm, der über euch wacht.
Mindert nicht die Maße und Gewichte. Ich sehe gewiss, dass ihr im Wohlstand lebt, doch ebenso
fürchte ich, dass die Strafe eines umfassenden Tages über euch kommen mag. Und mein Volk, gebt volles
Maß und Gewicht in Gerechtigkeit, verringert den Menschen nicht, was ihnen zusteht und trachtet nicht
danach auf der Erde Korruption zu stiften.
Was Allah euch überlässt, ist das beste für euch, wenn ihr nur glaubt, doch ich bin nicht als
Wächter über euch gesetzt.'
Sie sagten: 'Ist es Teil deines Gottesdiensts, Schuaib, dass du uns gebietest, das zu verlassen, was
unsere Ahnen angebetet haben, oder uns verwehrst mit unserem Eigentum so zu verfügen wie es uns
beliebt? Du bist doch gewiss ein toleranter, vernünftiger Mensch.
Er sagte: 'Mein Volk, könnt ihr nicht sehen, dass ich ein deutliches Zeichen von meinem Herrn
habe und Er Selbst mich mit Gutem versorgt? Und was ich euch zu tun verwehre, tue ich nicht um euch
zu widerstreben; ich möchte nur Läuterung erzielen soweit ich dazu in der Lage bin, und mein Erfolg ist
alleine in Allahs Hand; auf Ihn vertraue ich und an Ihn wende ich mich. (Sure 11:84-88 – Hud)

Wenn wir die Worte des Propheten Schuaib genauer betrachten, sehen wir, dass er das Volk zum Glauben
an Gott und zu hohen moralischen Prinzipien aufrief, und das in freundlicher und bescheidener Weise tat. Wir
können die Gründe für einige, der in den Versen gemachten Aussagen, so erläutern:
• '... doch ich bin nicht als Wächter über euch gesetzt.' : Mit diesen Worten gibt er den Menschen zu
bedeuten, dass er sie nicht dominieren möchte, und dass seine einzige Absicht ist, ihnen die Wahrheiten
mitzuteilen, die Gott ihm offenbart hat.
• '... Du bist doch gewiss ein toleranter, vernünftiger Mensch.' Diese Anrede der Ungläubigen an
Schuaib weist auf sein freundliches, sanftes und höfliches Temperament hin und darauf, dass die Ungläubigen
dieses auch anerkannten.
• 'Mein Volk, könnt ihr nicht sehen...?' : Die Ausdrucksweise, die Schuaib hier verwendet zeigt, dass er
die Ungläubigen auffordert, ihre Intelligenz und ihr Gewissen zu benutzen. Das heißt, er setzt sie nicht unter
autoritären Druck, sondern stellt ihre Ideen von einem gegenüberliegenden Standpunkt aus in Frage und fordert
sie zur Besinnung auf, indem er ihnen ermöglicht in Gewissensfreiheit ihre eigenen Entscheidungen zu treffen.
• 'Und was ich euch zu tun verwehre, tue ich nicht, um euch zu widerstreben.' Das Verwehren von
Seiten Schuaibs ist hier kein eigentliches Verbot. Er erklärt, dass einige Verhaltensweisen sündhaft sind, und
fordert die Menschen auf, diese aufzugeben, und außerdem, indem er. sagt '... tue ich nicht um euch zu
widerstreben', betont er, dass sein Zweck nicht die Auseinandersetzung ist; er möchte den Leuten keine
Schwierigkeiten machen oder einen Streit anzetteln, sondern er möchte sie nur zum Glauben und zu einer
moralischen Lebensweise einladen.
Wenn man den Quran näher untersucht, findet man, dass allen Propheten eine freundliche, sanftmütige
und tolerante Natur zu eigen war. Allah beschreibt Abraham im Quran als '...überaus demütig und
sanftmütig'. (Sure 9:114 – at-Tauba) In einem anderen Vers wird die Natur des Propheten Muhammad
folgendermaßen beschrieben:
Und auf Grund von Allahs großer Gnade warst du freundlich zu ihnen, und wärest du abweisend
und hartherzig gewesen, hätten sie dich gewiss verlassen. Sei deshalb nachsichtig mit ihnen und bitte für
sie um Vergebung und berate dich mit ihnen in (weltlichen) Angelegenheiten, und wenn du deine
Entscheidung getroffen hast, vertraue auf Allah; gewiss liebt Allah die, die ihr Vertrauen auf Ihn setzen.
(Sure 3:159 – Al-Imran)

Ein offensichtliches Merkmal des Radikalismus ist sein Zorn. Diese Haltung tritt in den
leidenschaftlichen Reden, Schriften und Demonstrationen der Radikalen deutlich zu Tage. Der Zorn jedoch ist
keine Charaktereigenschaft der Muslime. Allah beschreibt die Gläubigen im Quran als: 'Diejenigen, die
spenden, ob es ihnen gut geht oder ob sie selbst bedürftig sind, die ihren Zorn zügeln und Nachsicht
gegen die Menschen üben – und Allah liebt die, die Gutes tun.' (Sure 3:134 – Al-Imran)
Es gibt keine Situation, in der ein Muslim seinem Zorn freien Lauf lässt. Das einzige, was ein Muslim
von den anderen Menschen will, ist, dass sie an Allah glauben und entsprechend moralischer Grundsätze leben,
doch das ist nur durch Allahs Gnade möglich. Was immer wir auch tun, oder wie sehr wir auch versuchen, den
Menschen die Wahrheit zu erklären, die Herzen der Menschen sind in Allahs Händen. In dem unten erwähnten
Vers erinnert Allah die Muslime an diese wichtige Tatsache: '...Sind sich die, die glauben denn nicht bewusst,
dass Allah die gesamte Menschheit rechtleiten könnte wenn Er es wollte.' (Sure 13:31 – ar–Ra'd)
Ein anderer Vers weist nachdrücklich auf die selbe Tatsache hin:

Und wenn dein Herr wollte, würden alle, die auf der Erden leben, glauben. Willst du dann die
Menschen zwingen, gläubig zu werden? (Sure 10:99 – Junus)

Somit ist die Aufgabe eines Muslims, nur die Wahrheiten zu erklären und die Menschen zu ermutigen,
diese anzunehmen. Ob die Menschen diese Einladung annehmen oder ablehnen, ist ausschließlich ihre eigene
Gewissensentscheidung. Allah offenbart diese Tatsache im Quran, wo Er bestätigt, dass es keinen Zwang in der
Religion gibt:

Es besteht kein Zwang in der Religion! Korrektes Verhalten wurde nunmehr klar gegen Verirrung
abgegrenzt, und wer den satanischen Mächten absagt und an Allah glaubt, hat die sicherste Handhabe
ergriffen, die nie versagen kann. Sicherlich hört und weiß Allah alles. (Sure 2:256 – al-Baqara)

Folglich können keine Zwangsmaßnahmen ergriffen werden um den Menschen den Glauben
aufzuzwingen, oder um die Muslime zur Verrichtung ihrer religiösen Pflichten zu bewegen und sie von Sünden
abzuhalten. Man kann die Menschen lediglich ermahnen. In einigen Versen, die an den Propheten gerichtet sind,
offenbart Allah, dass die Muslime keine Unterdrücker sind:

Wir wissen sehr wohl, was sie sagen, doch du bist kein Zwangsvollstrecker für ihren Glauben. So
ermahne die, die Meine Verheißung fürchten, mit dem Quran. (Sure 50:45 – Qaf)
Sprich: 'Ihr Menschen! Die Wahrheit von eurem Herrn hat euch nunmehr erreicht. Wer der
Führung folgt, der folgt zu seinen eigenen Nutzen und wer irregeht, verirrt sich zu seinem eigenen
Schaden. Und ich bin nicht euer Vormund.' (Sure 10:108 – Junus)

Die Muslime sind nur dafür verantwortlich, ihre Religion zu erklären, sie üben auf niemanden Druck oder
Zwang aus, und sind dazu angehalten, selbst mit den anmaßendsten Leugnern auf freundliche Weise zu
sprechen. Solche Menschen können keine Radikalen sein, denn der Radikalismus verkörpert das Gegenteil der
aufgeführten Eigenschaften und Verhaltensweisen. In der Tat, der Radikalismus ist eine anti-islamische
Denkweise und eine politische Haltung, die von außerhalb in die Welt des Islams eingeführt wurde – ein
Fremdkörper. Wenn wir die sozialen Phänomene überprüfen, die als Radikalismus beschrieben werden, tritt zu
Tage, dass diese grundsätzlich ein Konglomerat von Methoden und Äußerungen sind, die von den
Kommunisten in der Vergangenheit angewandt wurden, oder ein Ausdruck 'der erhitzten Leidenschaft der
Ignoranz' (Sure 48:26 – al-Fath) sind, die keinen Platz im wahren Islam haben.
Alle Muslime müssen Zorn, Unnachgiebigkeit und Streitsucht total zurückweisen, da diese der Natur des
Quran entgegenstehen, und anstelle davon eine freundliche, sanftmütige, tolerante, ruhige und einfühlende
Haltung annehmen. Die Muslime müssen ein Vorbild für die Welt sein, und aufgrund ihrer geistigen Reife,
Toleranz, Mäßigung, Bescheidenheit und Friedfertigkeit bewundert werden. Die Muslime müssen den Islam in
der bestmöglichen Weise leben und seine Stellvertreter in der Welt sein, nicht nur in bezug auf ihren Charakter,
sondern auch durch ihre Beiträge in den Bereichen der Wissenschaft, Kultur, Kunst, Ästhetik und Sozialordnung
und anderem mehr.
Den Islam den anderen nahezubringen und ihn gegen die Ideen zu verteidigen, die ihm wesensfremd sind,
sind in dem Vorgenannten mit eingeschlossen. In dem nachfolgenden Vers offenbart Allah deutlich, welche
Haltung ein Muslim im Hinblick auf andere einnehmen muss:

Lade zum Weg deines Herrn mit Weisheit und ansprechender Ermahnung ein und erwidere ihnen
mit vorzüglicheren Argumenten. Dein Herr weiß sicherlich am besten, wer von Seinem Weg abirrt und
Er weiß am besten wer die Rechtgeleiteten sind. (Sure 16:125 – an-Nahl)

Methoden und Psychologie des Terrorismus

Das Konzept des Terrors hat einen weiten Bedeutungsumfang im heutigen Sprachgebrauch. Generell
bezieht es sich auf bewaffnete Anschläge, die von radikalen ideologischen Gruppen ausführt werden. Allgemein
bedeutet Terror Einschüchterung, doch diese Einschüchterung umfasst einen ausgedehnten Zielbereich,
einschließlich die gesamte Existenz von Menschen, die dadurch einer ständigen Bedrohung und Furcht vor
Brutalität ausgesetzt sind. Terror beinhaltet eine intensive und systematische Erpressung mit Bedrohung, die
darauf abzielt, die Menschen zu bestimmten Denk- und Handlungsweisen zu zwingen, wobei alle Arten der
Gewaltanwendung ausgeführt werden, um diese Angst zu verursachen und aufrechtzuerhalten. In jedem Fall
jedoch ist das direkte oder indirekte Angriffsziel des Terrorismus die Bevölkerung selbst.
Terroristische Organisationen bedienen sich des Terrors, um Unterstützung zu erzwingen. Die
Einschüchterung, die sie verwenden zielt darauf ab, ihre Machtstellung zu stärken, und auf diese Weise die
'Unterstützung', d.h. widerstandslose Passivität der Öffentlichkeit, oder eines Teils der Bevölkerung zu erzielen.
Das erste, woran man denkt, wenn von Terror die Rede ist, ist die Art von Terror, die von links- oder
rechtsradikalen politischen oder sonstigen Extremistengruppen praktiziert wird, doch es gibt auch eine Art des
Terrors, den man hauptsächlich in den Ländern der Dritten Welt vorfindet, wo er von diktatorischen Regimes
ausgeführt wird. In Wirklichkeit handelt es sich hierbei um nichts anderes als eine Massenanwendung der
selben Taktiken und Prinzipien, die von Terroristen-gruppen angewandt werden. Ein Diktator oder ein
tyrannisches Machtkartell nutzt seine Macht nur zum eigenen Vorteil aus, weswegen es zu unterschiedlichem
gesellschaftlichen Widerstand kommt. In dieser Situation bedient sich das diktatorische Regime stets der selben
Methode: um zu demonstrieren, dass es mächtiger als die Opposition ist, greift es zu rücksichtsloser Gewalt und
Brutalität, um Furcht in der Bevölkerung zu verbreiten und dadurch seine eigene Macht zu festigen.
Terroristische Organisationen hingegen behaupten, entsprechend ihrer jeweiligen Ideologien, dass ihr Ziel
der Sturz einer jeweiligen Regierung und deren Verwaltungsorgane ist, die sie als illegitim und grausam
betrachten, und dass sie auf diese Weise ihr Ziel erreichen, d.h. eine glücklichere und gerechtere Lebensweise
herbeiführen würden. Dies jedoch ist kein realistisches Ziel. Im ersten Abschnitt der Sure al-Baqara beschreibt
Allah genau die Situation derjenigen, die in dieser Weise argumentieren:

Und wenn ihnen geboten wird: 'Stiftet kein Unheil auf der Erde!', so erwidern sie: ‚Wir sind doch
die Rechtschaffenen.' Sind es nicht eben jene, die Korruption säen, doch sie sind sich dessen nicht
bewusst. (Sure 2:11, 12 – al-Baqara)

Für Terroristen ist die Tötung von Menschen zu einer Lebensart geworden. Sie mögen ohne Mitleid
unschuldige Menschen erschießen und Bomben unter Kinder werfen. Blutvergießen ist für sie eine
Befriedigung. Sie haben aufgehört, Menschen zu sein, und sind zu tollwütigen, wilden Bestien geworden. Wenn
irgend einer von ihnen die geringste Regung von Mitgefühl zeigt, wird er als Feigling oder Verräter
gebrandmarkt und verachtet. Häufig benützen sie ihre Waffen gegeneinander und unternehmen blutige
'Läuterungen' von internen Splittergruppen innerhalb ihrer eigenen Organisationen.
Es ist offensichtlich, dass der Terrorismus nichts anders als eine total satanische Institution des
Blutvergießens ist, und wer diesen Teufelskreis der Barbarei unterstützt, verteidigt ein satanisches System.
Wenn ein Terrorist religiöse Phrasen und Symbole benützt, sollte sich niemand davon irreführen lassen.
Terroristen, die sich trügerisch unter dem Deckmantel einer Religion verbergen, sind doppelt schuldig, sowohl
für das Blut, das sie vergießen, wie für die antireligiöse Propaganda, die sie fördern, indem sie diese Verbrechen
im Namen der Religion verüben.
Terror und Religion stehen in vollständigem Widerspruch zu einander. Der Terrorismus begeht den Weg
der Aggression, des Mordes, des Konflikts, der Grausamkeit und des Elends, während all diese, entsprechend
des Qurans, Arten der Unterdrückung sind. Allah ermahnt zu Frieden, Harmonie, Wohlwollen und Kompromiss.
Er verbietet den Terror und jegliche Handlung, die den Frieden gefährdet, und Er verdammt die, die solche
Taten durchführen.

Und diejenigen, die ihr Bündnis mit Allah brechen, nachdem sie es eingegangen waren, und
trennen, was Allah zu verbinden gebot, und Unheil auf Erden anrichten, auf ihnen lastet ein Fluch und
eine üble Wohnstatt erwartet sie. (Sure 13:25 – ar-Ra'd)

Gewalttaten, eine der wichtigsten terroristischen Propaganda


Methoden

Die Terroristen betrachten Gewalttaten als Propaganda für ihre Organisationen. Für sie dienen das Töten
unschuldiger Leute, Bankraub, Attentate, Entführungen und Bombenanschläge als Werbung für ihren Kampf.
Für einen Terroristen, der darauf aus ist, Chaos herbeizuführen, ist die Werbewirkung, die eine Gewalthandlung
an einem einzigen Tag erzielt, weit größer als das, was Millionen von Broschüren erreichen könnten. Diese Idee
ist weit entfernt von jeglicher Art menschlicher Gefühle, wie Barmherzigkeit, Mitleid, Eintracht und Toleranz.
Sie ist den moralischen Lehren des Qurans völlig ferne und kann nur in Gesellschaften Anklang finden, in
denen atheistische Ideologien vorherrschen. Aus diesem Grund liegt die einzig mögliche Rettung der
Menschheit von dieser umnachteten Denkweise in einer weitverbreiteten Annahme der, im Quran dargelegten
moralischen Lehre, als Leitfaden für eine gesunde Lebensweise.
Die grundlegende Eigenschaft des Terrors, die all diejenigen, die von seiner Grausamkeit angesteckt sind,
gemeinsam haben, ist, dass ihnen Gottes-furcht und die Liebe Gottes völlig fremd sind. Ihre Herzen sind
verstockt und sie sind geistlich und seelisch krank. Im Quran spricht Allah über den Charakter solcher
Menschen:

Und folge nicht denen, die verachtenswert bereit sind, jeden Eid zu leisten, dem Verleumder, der
üble Gerüchte verbreiten, dem, der das Gute verhindert und Unrecht und Frevel begeht, dem Pöbel und
Abschaum. (Sure 68:10-13 – al-Qalam)

Gott hat ungerechtfertigte Rebellion und Anschläge verboten. Im Islam sind Handlungen, die heutzutage
als 'Terror' und 'Anarchie' bezeichnet werden, untersagt. Im Quran heißt es:

Sprich: 'Mein Herr hat lediglich Schändlichkeiten verboten – ob öffentlich oder verborgen – sowie
Sünde und Unrecht, und dass ihr Allah Teilhaber zuschreibt, wozu euch keine Ermächtigung gegeben
wurde, und dass ihr über Allah Dinge sagt, wovon ihr kein Wissen habt.' (Sure 7:33 – al-A'raf)

Und Allah lädt zur Wohnstätte des Friedens ein und leitet, wen Er will, zu einem geraden Weg.
(Sure 10:25 – Junus)
DIE EINSTELLUNG DES ISLAMS GEGENÜBER DEN
‘MENSCHEN DER SCHRIFT’

Ein weiteres wichtiges Thema, das mit den Terrorakten gegen die Vereinigten Staaten auf die
Tagesordnung kam, ist die Beziehung zwischen der westlichen und der islamischen Welt. Wie bekannt haben
einige Intellektuelle in den neunziger Jahren prophezeit, dass die Welt zur Arena eines bevorstehenden Kampfs
zwischen dem Westen und dem Islam werden würde. Dies ist das grundlegende Thema der weithin bekannten
These Samuel Huntingtons The Clash of Civilisations [Kampf der Kulturen]. Diese These jedoch, beruht auf
einem imaginären Szenario, das durch die Überbewertung des Einflusses einiger radikalen und ignoranten
Splittergruppen innerhalb dieser zwei Zivilisationen geschaffen wurde. Tatsächlich kann es keinen Konflikt
zwischen der westlichen und der islamischen Zivilisation geben, weil die Glaubensgrundsätze des Judentums
und Christentums, auf denen die westliche Zivilisation basiert, in vollkommener Harmonie mit dem Islam
stehen.
Im Quran werden die Juden und Christen die 'Menschen der Schrift' genannt. Der Grund dafür ist, dass
die Anhänger dieser zwei Religionen sich an die von Allah offenbarten Heiligen Schriften halten. Die
Einstellung des Islams gegenüber den Menschen der Schrift ist äußerst tolerant und teilnahmsvoll.
Diese Haltung gegenüber den Menschen der Schrift entwickelte sich in den Gründungsjahren des Islams.
Zu jener Zeit waren die Muslime eine Minderheit, die darum kämpften, ihren Glauben zu bewahren und dabei
allerlei Unterdrückung und Grausamkeiten von Seiten der heidnischen Mekkaner erlitten. Auf Grund dieser
Verfolgung entschieden sich einige Muslime, von Mekka zu fliehen und in einem sicheren Land mit einem
gerechten Herrscher Zuflucht zu nehmen. Der Prophet Muhammad riet ihnen, beim Negus, dem christlichen
Herrscher Äthiopiens, Zuflucht zu nehmen. Die Muslime, die nach Äthiopien auswanderten, fanden dort eine
sehr zuvorkommende Regierung vor, die sie mit Liebe und Respekt aufnahm. Der Negus lehnte die
Forderungen der heidnischen Botschafter ab, die mit dem Gesuch, ihnen die Muslime auszuliefern, nach
Äthiopien gesandt worden waren und erklärte, dass die Muslime in seinem Land frei leben könnten.
Der Quran verweist auf diese barmherzige, mitfühlende und gerechte Haltung der Christen in dem
folgenden Vers:

... du wirst sicher finden, dass die, die den Gläubigen am nächsten in Zuneigung sind, jene sind, die
sich als Christen bekennen. Das liegt daran, dass es unter ihnen Geistliche und Mönche gibt, und weil sie
nicht arrogant sind. (Sure 5:82 – al-Ma'ida)

Glaubensinhalte und Werte die den Menschen der Schrift und


den Muslimen gemeinsam sind

Der christliche und muslimische Glaube haben viele gemeinsame Aspekte. Auch das Judentum teilt viele
Glaubensgrundsätze mit dem Islam. Allah erklärt im Quran, dass die Muslime den gleichen Glauben mit den
Menschen der Schrift teilen, und befiehlt den Muslimen: '... Wir glauben an das, was uns offenbart wurde
und an das, was euch offenbart wurde. Unser Gott und euer Gott ist Einer, und Ihm haben wir uns
ergeben. (Sure 29:46 – al-'Ankabut)
Alle wahren Anhänger dieser drei großen Religionen glauben:
• dass Gott das ganze Universum aus dem Nichts geschaffen hat und dass Er alles, was existiert durch
Seine Allmacht beherrscht.
• dass Gott den Menschen und alle Lebewesen in wunderbarer Weise erschaffen hat, und dass Gott dem
Menschen eine Seele gab.
• an die Auferstehung, das Paradies und die Hölle und an die Engel, sowie daran, dass Allah unserem
Leben ein bestimmtes Schicksal zugeteilt hat.
• dass Gott im Verlauf der Geschichte viele Propheten wie Noah, Abraham, Isaac, Joseph und Moses
sandte. Und alle verehren diese Propheten.
In einem Vers wird erwähnt, dass die Muslime keinen Unterschied zwischen den Propheten machen, was
die göttliche Botschaft betrifft:

Der Prophet glaubt an das, was ihm von seinem Herrn offenbart wurde, und ebenso die Gläubigen.
Alle glauben an Allah, an Seine Engel, an Seine Heiligen Schriften und an Seine Propheten. Wir
unterscheiden zwischen keinem Seiner Gesandten. Und sie erwidern: ‚Wir hören und gehorchen;
(gewähre uns) Deine Vergebung, unser Herr, denn die Rückkehr zu Dir ist unser Ziel!' (Sure 2:285 – al-
Baqara)

Der Glaube der Menschen der Schrift ist im Einklang mit dem der Muslime, nicht nur im Hinblick auf
Glaubensinhalte, sondern auch in bezug auf moralische Werte. In der heutigen Welt, in der Unmoral wie Betrug,
Ehebruch, Homosexualität und sexuelle Perversionen, Drogensucht und eine Form des Egoismus, in der
Selbstverherrlichung durch Brutalität angestrebt wird, so weit verbreitet ist, dass sie teilweise schon zur sozialen
Norm wurde, teilen die Menschen der Schrift und die Muslime die gleichen Tugenden: Ehre, Keuschheit,
Bescheidenheit, Opferbereitschaft, Ehrlichkeit, Barmherzigkeit, Mitgefühl und bedingungslose Liebe.

Die gemeinsamen Feinde des Glaubens

Ein weiterer wichtiger Gesichtspunkt, der das Christentum, das Judentum und den Islam
zusammenbringt, ist der starke Einfluss, den die atheistischen Philosophien in unserer Zeit ausüben.
Zu den bekanntesten und schädlichsten Philosophien unserer Zeit zählen der Materialismus,
Kommunismus, Faschismus, Anarchismus, Rassismus, Nihilismus und Existentialismus. Viele Menschen,
die an die falschen Diagnosen und die trügerischen Beschreibungen und Erklärungen glaubten, die diese
Ideologien bezüglich des Universums, der Gesellschaft und des Menschen vorbrachten, haben ihren Glauben
verloren oder stürzten in Zweifel. Überdies haben diese Ideologien Menschen, Gesellschaften und Nationen in
große Krisen, Konflikte und Kriege gestürzt. Ihr Anteil an der Schuld für das Leiden und Elend, das die
Menschheit bis heute plagt, ist unermesslich.
Indem sie Allah und die Schöpfung leugnen, haben alle oben erwähnten Ideologien einen gemeinsamen
Nenner – ihre sogenannte wissenschaftliche Grundlage: Charles Darwins Evolutionstheorie. Der Darwinismus
bildet die Grundlage der atheistischen Philosophien. Diese Theorie behauptet, dass die Lebewesen sich
aufgrund einer Folge von Zufällen und mittels eines Kampfs ums Überleben entwickelt haben. Folglich
verkündet der Darwinismus dem Menschen diese trügerische Botschaft: Du bist niemandem Rechenschaft
schuldig, du verdankst dein Leben einer Reihe von Zufällen, du musst kämpfen und, falls notwendig, andere
unterdrücken, um erfolgreich zu sein. Die Welt ist eine Arena des Konflikts und der Selbstbehauptung.
Die sozialen Mitteilungen, die durch darwinistischen Konzepte wie 'natürliche Auswahl', 'Kampf ums
Dasein', 'Überleben der Stärksten' usw. übermittelt werden, sind Mittel der Indoktrination. Diese üble Perversion
der Ethik schlägt dem Menschen vor, egoistisch, selbstsüchtig, grausam und tyrannisch zu sein, sie zerstört
Tugenden wie Barmherzigkeit, Mitgefühl, Opferbereitschaft und Bescheidenheit, die moralischen Werte der drei
großen monotheistischen Religionen, und präsentiert dies als eine unumgängliche Lebensmaßregel.
Diese darwinistische Indoktrination ist das genaue Gegenteil des Glaubens der Menschen der Schrift und
der Botschaft des Qurans. Infolgedessen konstituiert die darwinistische Ideologie die Grundlage einer Welt, die
in sich selbst diesen drei göttlich offenbarten Religionen entgegensetzt ist.
Unter diesen Bedingungen ist es nunmehr für die Menschen der Schrift und die Muslime notwendig
geworden, zusammenzuarbeiten, da sie an Gott glauben und die Ethik, die Er fordert, akzeptieren. Die
Anhänger dieser drei Religionen sollten den Irrtum des Darwinismus, der keinerlei wissenschaftliche Grundlage
hat, und dessen nunmehr einziger Zweck die Aufrechterhaltung der materialistischen Philosophien ist, vor der
Welt bloßstellen. Sie sollten in gegenseitiger Zusammenarbeit einen intellektuellen Kampf gegen alle sonstigen
trügerischen Ideen führen (Kommunismus, Faschismus, Rassismus), die dem Atheismus dienen. Sobald dies
verwirklicht ist, wird sich die Welt, in sehr kurzer Zeit eines Zustands des Friedens, der Sicherheit und
Gerechtigkeit erfreuen.

Der Antisemitismus ist ein Rassismus, der dem Islam


vollkommen entgegengesetzt ist

In unserer Zeit ist der Antisemitismus eine Ideologie, die den Weltfrieden bedroht und auf die Zerstörung
des Wohlergehens und der Sicherheit unschuldiger Menschen abzielt. Er ist ein, von bestimmten Kreisen gegen
die Juden gerichteter Rassenhass.
Der Antisemitismus ist untrennbar mit einer der großen Katastrophen des 20. Jahrhunderts verbunden, in
der die Grausamkeiten und Massaker, die die Nazis gegen die Juden begingen die schrecklichsten Ausmaße
annahmen. Zusätzlich dazu haben autoritäre Regime in vielen Länder gezielt die Juden grausamen
Misshandlungen ausgesetzt. Faschistische Organisationen haben Juden belästigt und blutige Attentate gegen sie
verübt.
Wie sollte ein Muslim den Antisemitismus betrachten?
Die Antwort ist eindeutig. Jeder Muslim muss den Antisemitismus in gleicher Weise, wie jede andere
rassistische Ideologie verurteilen; er muss sich dieser Ideologie des Hasses widersetzen und die Rechte
der Juden verteidigen, so wie er die Rechte aller anderen Menschen verteidigen würde. Jeder Muslim muss
die Rechte der in Israel, oder im Exil lebenden Juden anerkennen und verteidigen, d.h. das Recht in Frieden zu leben,
ihre Religion frei auszuüben, ihre Identität zu bewahren und sich unzensiert ausdrücken zu können.
Obwohl die Muslime heute zurecht die grausame und aggressive Politik des Staats Israel, zusammen mit
seiner unrechtmäßigen Besetzung der benachbarten Gebiete, verurteilen, ist eine Kollektivverurteilung aller
Juden nicht akzeptabel für gläubige Muslime – das wäre ein klarer Ausdruck von Antisemitismus. Die offizielle
zionistische Ideologie zu kritisieren hat jedoch nichts mit Antisemitismus zu tun, denn den Zionismus
zurückzuweisen, ist nichts anderes, als eine extreme Form des Rassismus abzulehnen. Es gibt viele Juden (und
ihre Zahl nimmt zusehends zu) die die rassistische Politik des Zionismus ebenso sehr ablehnen, und jene des
Antisemitismus zu bezichtigen, wäre absurd.
Niemals eine Gemeinschaft kollektiv zu verurteilen, ist ein Gebot, das der Quran sehr betont, und dabei
die Notwendigkeit aufzeigt, zwischen den Gerechten und den Übeltätern, den grausamen und den unschuldigen
Menschen zu unterscheiden. Der Quran schildert eine Begebenheit, wo Allah, nachdem Er einige Juden und
Christen, erwähnt, die Seinen Geboten zuwider gehandelt hatten, auch auf andere Juden und Christen hinweist,
die eine einwandfreie Verhaltensweise an den Tag legten:

Sie sind nicht alle gleich. Unter den Menschen der Schrift gibt es eine aufrichtige Gemeinde, sie
rezitieren die Offenbarungen Allahs zur Nachtzeit und werfen sich nieder im Gebet. Sie glauben an Allah
und an den Jüngsten Tag und verordnen das Rechte und verbieten das Unrechte, sie wetteifern in guten
Werken und sie zählen zu den Rechtschaffenen. Und was sie an Gutem tun, wird niemals geleugnet
werden, und die Gottesfürchtigen sind Allah wohl bekannt. (Sure 3:113-115 – Al-Imran)

Der Antisemitismus ist eine anti-religiöse Ideologie, die ihre Wurzeln im Neo-Paganismus hat. Es ist
daher undenkbar, dass ein Muslim den Antisemitismus unterstützt oder mit dieser Ideologie sympathisiert.
Antisemiten haben keinerlei Hochachtung für Abraham, Moses oder David, die gesegnete, von Gott auserwählte
Propheten waren, und der Menschheit als Vorbilder dienten.
Der Antisemitismus und andere Auswüchse des Rassismus (z.B. Vorurteile gegen dunkelhäutige
Menschen) haben keinen Platz in einer wahren Religion; es sind Perversionen, die verschiedenen irrigen
Ideologien und abergläubischen Phantasien entsprangen.
Wenn man den Antisemitismus und andere Formen des Rassismus untersucht, ist deutlich zu erkennen,
dass sie Ideen und ein Gesellschaftsmodell fördern, die in völligem Widerspruch zur Ethik des Quran stehen. So
liegen z.B. Hass, Gewalttätigkeit und Mangel an Barmherzigkeit dem Antisemitismus zugrunde. Ein Antisemit
kann so grausam sein, dass er den Mord an jüdischen Mitmenschen unterstützt, egal ob Männer, Frauen, Kinder
oder Greise, und selbst zustimmt, dass sie gefoltert und gequält werden. Die moralische Lehre des Qurans
dagegen fordert, allen Menschen Liebe, Barmherzigkeit und Gnade zukommen zu lassen. Sie gebietet den
Muslimen auch, gerecht und nachsichtig gegenüber ihren Feinden zu sein.
Demgegenüber sind Antisemiten und andere Rassisten gegen das friedliche Zusammenleben von
Menschen verschiedener Herkunft oder verschiedenen Glaubens. (So standen z.B. die deutschen Rassisten –
Nazis – und die jüdischen Rassisten – Zionisten – dem Zusammenleben von Deutschen und Juden ablehnend
gegenüber; jede Seite wies dies im Namen ihrer jeweiligen Rasse als Entartung zurück.) Im Quran dagegen gibt
es nicht die geringste Unterscheidung zwischen Rassen; der Quran ermutigt die Anhänger verschiedener
Religionen dazu, in der gleichen Gesellschaft in Frieden und Glück zusammenzuleben.

Der Quran fordert Muslime, Juden und Christen zu einem


Zusammenleben in Freundschaft auf

Die Juden und Christen, die der Quran als 'Menschen der Schrift' bezeichnet, sind den Muslimen viel näher als
den Götzendienern. Die Menschen der Schrift glauben wie die Muslime an einen Gott und unterstellen sich Seinen
Geboten.
Im Quran gibt es einen bedeutenden Unterschied zwischen den Menschen der Schrift und denen die Gott
oder Seine Ausschließlichkeit leugnen. Dieser Unterschied wird besonders im Bereich des sozialen Lebens
hervorgehoben So wird z.B. bezüglich der Götzendiener gesagt: '... zweifellos sind die Götzendiener unrein.
Und so sollen sie sich nach diesem Jahr ihres Abkommens der geheiligte Moschee nicht mehr nähern...'
(Sure 9:28 – at-Tauba). Die Götzendiener sind Leute, die kein göttliches Gesetz kennen, keine moralischen
Richtlinien haben und skrupellos zu allen möglichen erniedrigenden und perversen Handlungen bereit sind.
Die Menschen der Schrift jedoch haben, indem sie sich grundsätzlich an die Offenbarungen Allahs
halten, moralische Prinzipien und wissen, was erlaubt ist und was nicht. Aus diesem Grund ist es Muslimen
erlaubt, die Speisen und Nahrungsmittel der Juden und Christen zu verzehren sowie ihre Töchter zu heiraten;
diesbezüglich hat Allah im Quran verordnet:

Heute sind euch alle guten Dinge erlaubt. Und die Speisen derer, denen die Schrift gegeben wurde,
ist euch erlaubt, so wie euere Speisen ihnen erlaubt sind. Und es ist euch erlaubt die tugendhaften
(ledigen) Frauen der Gläubigen, zu heiraten und die tugendhaften (ledigen) Frauen derer, denen die
Schrift vor euch gegeben wurde, sind euch erlaubt soweit ihr ihnen ihre Brautgabe gegeben habt und in
Ehre mit ihnen die Ehe eingeht, nicht in einer illegitimen Beziehung und nicht als Konkubinen. Wer den
Glauben verleugnet, dessen Werke sind fruchtlos, und im Jenseits wird er einer der Verlierer sein. (Sure
5:5 – al-Ma'ida)

Diese Weisungen zeigen, dass als Folge der Heirat eines Muslims mit einer Jüdin oder Christin
Verwandtschaft hergestellt werden kann, und dass jede Seite eine Einladung zu einer Mahlzeit annehmen kann.
Dies sind die Grundlagen, die die Errichtung gerechter menschlicher Beziehungen und eines glücklichen
kommunalen Lebens sicherstellen. Da der Quran solch eine gerechte und tolerante Haltung empfiehlt, ist es
undenkbar, dass ein Muslim eine gegensetzliche Einstellung vertreten könnte.
Die faire und tolerante Handlungsweise des Propheten Muhammad in bezug auf die Menschen der Schrift
wurden zu einem vorbildlichen Beispiel für die Muslime. Im Vertrag, der mit den Christen von Nadschran
abgeschlossen wurde, die in Südarabien lebten, gab der Prophet eines der besten Beispiele von Toleranz und
Gerechtigkeit. Der Vertrag enthielt den folgenden Artikel:
Das Leben der Menschen von Nadschran und Umgebung, ihre Religion, ihr Land, Besitz und Vieh,
sowohl derer die anwesend sind, als auch derer die abwesend sind, ihre Botschafter und Andachtsstätten stehen
unter dem Schutz Allahs und der Bewachung Seines Propheten.21
Mittels solcher Verträge sicherte der Prophet sowohl für die Muslime, wie auch für die Menschen der
Schrift, eine Sozialordnung, die von Frieden und Sicherheit gekennzeichnet war. Diese Ordnung war eine
absolute Realisierung des folgenden Verses:

Gewiss, die Gläubigen und die Juden und die Christen und die Sabäer, alle, die an Gott und das
Jenseits glauben und rechtschaffen handelt, ihnen wird ihr Herr es belohnen, und sie werden ohne Furcht
und Sorge sein. (Sure 2:62 – Al Baqara)

Die Konstitution von Medina ist der wichtigste Vertrag, der Gerechtigkeit und Toleranz unter Christen-,
Juden- und Heidengemeinschaften sicherte.
Die Konstitution von Medina wurde unter Anweisung des Propheten Muhammad vor 1400 Jahren im Jahr
622 n. Chr. aufgesetzt, um die Erfordernisse der Menschen unterschiedlichen Glaubens zu erfüllen, und wurde
als ein schriftlicher gesetzlicher Vertrag in Anwendung gebracht. Unterschiedliche Gemeinschaften
verschiedener Religionen und Rassen, die seit 120 Jahren tiefsitzende Feindschaften gegeneinander gehegt
hatten, wurden Beteiligte an diesem gesetzlichen Vertrag. Durch diesen Vertrag demonstrierte der Prophet
Muhammad, dass Konflikte zwischen jenen Gesellschaften, die Feinde waren und nicht imstande gewesen
waren, zu irgend einer Form des Kompromisses zu kommen, beendet werden konnten, und dass diese
Gesellschaften tatsächlich miteinander leben konnten.
Entsprechend der Konstitution von Medina war jeder frei, dem Glauben oder der Religion seiner Wahl zu
folgen oder irgendeine politische oder philosophische Wahl zu treffen. Gleichgesinnte Menschen konnten
zusammenkommen und eine Gemeinschaft bilden. Jede war frei, ihr eigenes Rechtssystem auszuüben. Jedoch
wer ein Verbrechen beging, wurde von niemandem geschützt. Die Beteiligten an diesem Vertrag konnten
miteinander zusammenarbeiten, sich gegenseitig unterstützen und blieben unter dem Schutz des Propheten
Muhammad. Konflikte zwischen den Beteiligten wurden vor den Gesandten Allahs gebracht.
Dieser Vertrag war von 622 bis 632 n. Chr. in Kraft. Durch dieses Dokument wurden die
Stammesstrukturen, die zuvor auf Verwandtschaft und Blut beruht hatten, abgeschafft und Menschen
unterschiedlicher kultureller, ethnischer und geographischer Herkunft kamen zusammen und bildeten eine
soziale Einheit. Die Konstitution von Medina gewährte absolute Religionsfreiheit.

Klöster, Kirchen und Synagogen müssen respektiert werden

Eine weitere wichtige Lehre aus dem Quran ist, dass Muslime die jüdischen und christlichen
Gebetsstätten respektieren müssen. Im Quran werden Klöster, Kirchen und Synagogen als Gebetsstätten der
Menschen der Schrift, erwähnt, die unter dem Schutz dieses göttlichen Gebots stehen.

... Und hätte Allah nicht manche Menschen durch andere zurückgehalten, so wären gewiss Klöster,
Kirchen, Synagogen und Moscheen, in denen Allahs Name häufig angerufen oder gepriesen wird, zerstört
worden, und Allah hilft sicherlich dem, der für Ihn eintritt; Allah verfügt über absolute Stärke und
Macht. (Sure 22:40 – al-Hadsch)
Dieser Vers zeigt jedem Muslim, wie wichtig der Respekt und Schutz der, den Menschen der Schrift
heiligen Orte, zu nehmen ist.
In der Tat, der Prophet Muhammad ging, ebenso wie mit den Juden und Christen, auch mit den Heiden
Abkommen ein. Sie wurden stets gerecht behandelt, und wenn sie um Schutz baten, wurde ihr Gesuch
bereitwillig vom Propheten gewährt. Das bedeutet, dass diese Gemeinden immer, wenn sie angegriffen oder
fälschlicher Weise beschuldigt wurden, um den Schutz des Gesandten Allahs baten. Zeit seines Lebens baten die
Nicht-Muslime und Heiden den Propheten Muhammad um Schutz, und er gewährte ihnen diesen und
garantierte ihre Sicherheit. An einer Stelle im Quran befiehlt Allah dem Propheten, dass er, selbst wenn ein
Götzendiener bei ihm Zuflucht sucht, ihm diese gewähren soll:

Und wenn einer der Götzendiener bei dir Zuflucht sucht, dann gewähre ihm Zuflucht, bis er Allahs
Wort vernommen hat. Danach gib ihm sicheres Geleit an einen Ort, wo er sich sicher fühlt. Dem sei so,
weil sie ein unwissendes Volk sind. (Sure 9:6 – at-Tauba)

Die Juden und Christen sind, aufgrund der Gemeinsamkeiten, die sie mit den Muslimen teilen, diesen viel
näher als die, die keinen Glauben an Gott haben. Jede dieser Religionen hat ihr Heiliges Buch, d.h. sie verlassen
sich auf eine göttliche Offenbarung. Sie wissen, was recht und was falsch ist, was erlaubt ist und was ihnen,
ihren Schriften entsprechend, nicht gestattet ist und sie verehren die Propheten und Gesandten, durch die ihnen
die göttliche Offenbarung zu Teil wurde. Sie glauben alle an ein Leben nach diesem, wo sie Gott gegenüber für
all ihre Taten Rechenschaft ablegen müssen. Es gibt also eine gemeinsame Grundlage, auf der wir
zusammenkommen können.

Der Aufruf zu einem gemeinsamen Nenner zu kommen

Hinsichtlich der Menschen der Schrift weist Allah die Muslime im Quran an, zu einer gemeinsamen
Formel zu kommen, die gleichermaßen für alle gilt:

Sprich: 'Ihr Menschen der Schrift, lasst uns zu einer ausgewogenen Erklärung kommen, die für
euch und uns Gültigkeit hat, dass wir nichts und niemanden außer Allah anbeten und Ihm keine
Teilhaber zuschreiben, und dass wir uns nicht aus unseren eigenen Reihen Herren anstelle von Allah
erwählen.' ... (Sure 3:64 – Al-Imran)

Dieses ist in der Tat unsere Aufforderung an die Christen und Juden: Als Menschen, die an den einen Gott
glauben und seinen Offenbarungen folgen, lasst uns zu einer gemeinsamen Plattform kommen – 'Glauben'.
Lasst uns Gott lieben, der unser Schöpfer und Herr ist, und Seinen Geboten folgen. Und lasst uns Gott bitten,
uns auf Seinem geraden Weg zu führen.
Wenn sich Muslime, Christen und Juden auf diese Weise zu einer gemeinsamen Front zusammenfinden,
wenn sie verstehen, dass sie Freunde und nicht Feinde sind, wenn sie sehen, dass der wirkliche Feind der
Atheismus ist, dann wird die Welt zu einem sehr anderen Ort werden. Die Kriege in vielen Teilen der Welt,
Feindschaften, Furcht und Terroranschläge werden zu einem Ende kommen, und eine neue Zivilisation, die auf
Liebe, Respekt und Frieden basiert, kann auf dieser gemeinsamen Plattform errichtet werden.
Es gibt wichtige Tatsachen, welche die Muslime berücksichtigen müssen. Was Allah uns im Quran über
verschiedene Nationen und Glaubensrichtungen lehrt, steht eindeutig fest:
• Die Ethik des Quran schließt jegliche Art des Rassismus aus.
• Im Quran wird eine tolerante und freundliche Haltung gegenüber Anhängern anderer Religionen
gefordert, solange sie dem Islam oder den Muslimen gegenüber keine Feindseligkeit zeigen.
Es ist offensichtlich, dass die Juden viele Fehler begangen haben, auf die der Quran hinweist, die er
kritisiert und vor denen er warnt. Die Verbrechen gegen die Menschheit, die gegenwärtig von den Machthabern
in Israel verübt werden, sind schmerzlich und weithin bekannt, doch all dies darf die Muslime nicht dazu
veranlassen, gegen alle Juden Feindseligkeit zu empfinden. Ein weiterer grundlegender Gesichtspunkt im Quran
ist, dass es nicht gestattet ist, Menschen nur aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer bestimmten Rasse, Nation
oder Religion pauschal zu beurteilen. In jeder Gemeinschaft gibt es sowohl gute als auch schlechte Menschen.
Der Quran weist auf diese Unterscheidung hin. In einem Vers wird, nachdem die rebellische Natur – gegen
Allah und Seine Religion – einiger Menschen der Schrift erwähnt wurde, auch auf die Ausnahme dazu
hingewiesen:

Sie sind nicht alle gleich. Unter den Menschen der Schrift gibt es eine aufrichtige Gemeinde, sie
rezitieren die Offenbarungen Allahs zur Nachtzeit und werfen sich nieder im Gebet. Sie glauben an Allah
und an den Jüngsten Tag und verordnen das Rechte und verbieten das Unrechte, sie wetteifern in guten
Werken und sie zählen zu den Rechtschaffenen. Und was sie an Gutem tun, wird niemals geleugnet
werden, und die Gottesfürchtigen sind Allah wohl bekannt. (Sure 3:113-115 – Al-Imran)

In einem anderen Vers empfiehlt Allah:

Und Wir entsandten zu jeder Nation einen Gesandten (mit der Botschaft): 'Dient Allah und wendet
euch ab von den satanischen Mächten.' Und es gab solche unter ihnen, die Allah recht leitete und solche,
die dem Irrtum anheim fielen. So bereist die Erde und seht, was die Konsequenzen für die Leugner
waren. (Sure 16:36 – an-Nahl)

Allah offenbarte allen Gesandten, dass Er der Einzige ist, und dass es niemanden und nichts außer Ihm
gibt, dem die Menschen Anbetung, Gottesdienst und Gehorsam darbringen dürfen. Diese göttliche Botschaft,
hat Allah den Menschen durch Seine Gesandten seit der Erschaffung des Menschen übermittelt. Einige
Gesellschaften haben die Botschaft angenommen und sind dem rechten Weg gefolgt, während andere sie
ablehnten und irre gegangen sind. Dies gilt bis auf den heutigen Tag. Einige Menschen verfechten das, was
recht und wahr ist, während andere die Seite des Unrechts und Verderbens wählen. Das ist Allahs Gesetz. Die,
die glauben, sollten die Dinge auch aus solch einer Perspektive betrachten und nie vergessen, dass es unter den
Anhängern aller Religionen sowohl aufrichtige, gottesfürchtige Menschen gibt, wie solche, die den religiösen
und moralischen Lehren weit entfremdet sind.
Unser Anliegen ist, dass eine Weltordnung errichtet wird, in der Menschen in Frieden zusammenleben
können, ohne Ansehen ihrer Rassen- und Religionszugehörigkeit, in der jegliche rassistische Perversion
zurückgewiesen wird und in der die Rechte und die Würde jedes Menschen unantastbar sind. Wir sind guter
Hoffnung, dass der Kampf, der zu diesem Zweck auf intellektueller Ebene gegen alle anti-religiösen Ideologien
stattfinden muss, den lang ersehnten Frieden herbeiführen wird. Darüber hat der Quran folgendes zu sagen:

Die Leugner sind einer des anderen beschützender Freund. Wenn ihr nicht dementsprechend
handelt, wird es in großem Ausmaß zu Verfolgung und Korruption auf der Erde kommen. (Sure 8:73 –
al-Anfal)

Hätte es unter den Nationen, die vor euch existierten, nur mehr Menschen von gutem Charakter
gegeben, die der Korruption auf Erden Einhalt geboten, als die wenigen derer, die Wir erretteten! Doch
die, die Unrecht taten schwelgten in dem Überfluss, in dem sie sich fanden und wurden zu Frevlern. (Sure
11:116 – Hud)

Wer mit Gutem kommt, der soll dafür noch Besseres erhalten...(Sure 27:89 – an-Naml)
DER ISLAM HAT DEM MITTLEREN OSTEN STETS
FRIEDEN UND HARMONIE GEBRACHT

Die Geschichte hat stets Frieden, Gerechtigkeit und Toleranz in den Ländern, die unter muslimischer
Verwaltung standen, soweit die Herrscher sich an die quranische Führung hielten. Die Verwaltungsmaßnahmen
in den Gebieten, die zu Lebzeiten des Propheten Muhammad dem Islam eröffnet wurden, sind sehr wichtige
Beispiele dafür, und gerechte Verwalter, die dem Vorbild des Gesandten Allahs folgten und nicht von den
moralischen Prinzipien des Qurans abwichen, errichteten Gesellschaften, in denen Frieden und Sicherheit
vorherrschten. Die wahre Gerechtigkeit, Rechtschaffenheit und Aufrichtigkeit, die im Quran gefordert wird,
wurde zur Zeit dieser Verwalter verwirklicht und sie erstellten dadurch ein funktionsfähiges Modell für die
nachfolgenden Generationen.
Das Land Palästina und seine Hauptstadt Jerusalem, wo Anhänger der drei monotheistischen Religionen
stets zusammenlebten, haben große Bedeutung in Hinsicht darauf, dass sich dort deutlich gezeigt hat, wie die
Muslime den Ländern, die sie regierten Frieden und Beständigkeit brachten.
Seit den Anfängen des Islams haben die Muslime Palästina und insbesondere sein Herz, Jerusalem stets
als heilig erachtet, und daher alles unternommen, um der Region Frieden und Harmonie zu bringen.
In den Schilderungen des Qurans wird an vielen Stellen, wo über die Propheten, die diesen Regionen
entstammten oder dort wirkten, berichtet wird, diese Gegend als 'geheiligte Erde' bezeichnet. Außerdem sind
viele Propheten der Israeliten, die Gottes Werk dort verrichteten, und teilweise deswegen zu Märtyrern wurden,
dort begraben, was ein weiterer Grund für die Muslime ist, diese Stätten heilig zu halten, und in der Tat haben
die Muslime während des größten Teils der letzten 1400 Jahre stets für Frieden und Ruhe in Jerusalem und
Palästina gesorgt.

Der Frieden und die Gerechtigkeit, die vom Kalifen Omar


nach Palästina gebracht wurden

Bis zum Jahre 71 n. Chr. war Jerusalem die Hauptstadt der Juden. In jenem Jahr führte die römische
Armee einen großen offensiven Feldzug gegen die Juden durch, und verbannte sie danach auf grausame Weise
aus dem Gebiet. Zu jener Zeit begann die jüdische Diaspora und Jerusalem und seine Umgebung wurden zu
einem verlassenen Land.
Mit der Bekehrung zum Christentum des römischen Kaisers Konstantin jedoch gewann Jerusalem erneut
an Bedeutung. Römische Christen bauten Kirchen in Jerusalem. Das Niederlassungsverbot für Juden in der
Region wurde aufgehoben. Palästina blieb bis zum 7. Jahrhundert ein ost-römisches (Byzanz) Hoheitsgebiet.
Die Perser eroberten das Gebiet für kurze Zeit, doch Byzanz eroberte es später zurück.
Die Eroberung des Gebiets im Jahr 637 durch die islamische Armee stellt einen wichtigen Wendepunkt in
der Geschichte Palästinas dar. Mit dieser Eroberung traten in Palästina, das jahrhundertelang ein Schauplatz von
Kriegen, Verbannungen, Plünderungen und Massakern gewesen war, und das mit jeder Neubesetzung erneuten
Brutalitäten ausgesetzt gewesen war, Frieden und Sicherheit ein.
Palästina wurde von Omar, dem zweiten Kalifen nach dem Propheten, eingenommen. Der Einmarsch von
Omar in Jerusalem, die bisher nicht gekannte Toleranz, Gediegenheit und Freundlichkeit, die er den Menschen
verschiedenen Glaubens entgegenbrachte, leitete den Beginn einer glorreichen Epoche ein. Die britische
Historikerin und Expertin des Mittleren Ostens, Karen Armstrong, beschreibt die Eroberung von Jerusalem
durch Omar in ihrem Buch Holy War [Heiliger Krieg] wie folgt:
Der Kalif Omar ritt in Jerusalem auf einem weißen Kamel ein, begleitet vom Richter der Stadt, dem
griechischen Patriarchen Sophronius. Der Kalif verlangte, unverzüglich zum Tempel Hügel geführt zu werden.
Dort kniete er nieder und betete an der Stelle, an der sein Freund Muhammad auf seiner Nachtreise Gottesdienst
abgehalten hatte. Der Patriarch beobachtet dies mit Entsetzen: und dachte, es müsse das Grauen der Verwüstung
sein, von dem der Prophet Daniel prophezeit hatte, dass es den Tempel heimsuchen würde; dies war sicherlich
der Antichrist, der die 'Endzeit' heroldete. Als nächstes bat Omar, die christlichen Heiligtümer zu sehen und
während er in der Kirche der Heiligen Grabstätte war, kam die Zeit für das muslimische Gebet. Der Patriarch
lud ihn zuvorkommend ein, an Ort und Stelle zu beten, doch Omar lehnte dies höflich ab, mit der Erklärung,
dass die Muslime solch eine Handlung veranlassen würde, dort zum Gedenken eine Moschee errichteten
zu wollen, was die Zerstörung der Grabeskirche zur Folge hätte. Anstatt dessen verließ Omar die Kirche
und betete ein wenig abseits von ihr, und an jener Stelle, direkt gegenüber des Heiligen Grabs, wurde dann auch
tatsächlich eine kleine Moschee errichtet, die dem Kalifen Omar gewidmet ist, und die bis auf diesen Tag
erhalten ist.
Eine weitere, große Moschee wurde von Omar als Merkmal der muslimischen Eroberung auf dem
Tempelhügel errichtet, zusammen mit der Al-Aqsa Moschee, im Gedenken an die Nachtreise Mohammads. Die
Christen hatten das Grundstück, auf dem sich die Ruine des Tempels der Juden befand, jahrelang als
Müllhalde der Stadt benutzt. Der Kalif half den Muslimen, mit seinen eigenen Händen den Abfall zu
beseitigen, und dort erbauten die Muslime ihre beiden Heiligtümer, wobei sie den Islam in der drittheiligsten
Stadt der islamischen Welt errichteten.22
Mit der muslimischen Eroberung von Jerusalem wurde die Stadt zu einem sicheren Zufluchtsort in dem
alle drei Religionen in friedlicher Koexistenz miteinander leben konnten. John L. Esposito schreibt:
Als die Arabischen Armeen im Jahr 638 Jerusalem einnahmen, besetzten sie ein Zentrum, dessen
Heiligtümer es zum Hauptwallfahrtsort des Christentums gemacht hatten. Die Kirchen und die christliche
Bevölkerung wurden unbehelligt gelassen. Den Juden, die seit langem von den christlichen Herrschern verbannt
worden waren, wurde gestattet heimzukehren und in der Stadt Davids und Salomons zu leben und ihren
Gottesdienst zu verrichten.23
Als der Kalif Omar in Jerusalem einzog, unterzeichnete er das nachfolgende Abkommen mit dem
Patriarchen von Jerusalem:
Dies ist die Versicherung, die Omar, der Knecht Allahs, der Befehlshaber der Gläubigen, dem Volk von
Ælia gibt. Er gewährleistet allen, ob krank oder gesund, Sicherheit für ihr Leben, ihren Besitz, ihre Kirchen und
Kreuze und für alles was ihre Religion anbelangt. Ihre Kirchen sollen weder zu Wohnstätten gemacht, noch
zerstört werden, noch soll ihr Weihgerät in irgend einer Weise vermindert werden, noch die Kruzifixe ihrer
Bewohner, noch irgend ein Teil ihrer Besitztümer, noch sollen irgendwelche Einschränkungen in bezug auf
ihren Glauben gemacht werden, noch soll irgend jemand von ihnen Schaden erleiden.24
Kurz gesagt, Muslime brachten 'Zivilisation' nach Jerusalem und ganz Palästina. Anstelle von
barbarischem 'Glauben', der keinen Respekt für Werte zeigte, die anderen Menschen heilig sind, und der den
Mord von Menschen, lediglich aufgrund ihrer Glaubensverschiedenheit veranlasste, herrschte nunmehr die
gerechte, tolerante und ausgewogene Kultur des Islams. Nach Omars Eroberung von Palästina lebten die
Muslime, Christen und Juden dort in Frieden und Harmonie zusammen. Die Muslime versuchten nie, die
Menschen durch Zwang zum Islam zu bekehren, wobei einige Nicht-Muslime jedoch, die erkannten, dass der
Islam die wahre Religion ist, diese Wahl aus eigenem freien Willen trafen.
Frieden und Harmonie in Palästina dauerten so lange an, wie die muslimische Herrschaft in dieser
Region. Zum Ende des 11. Jahrhunderts jedoch drang eine ausländische Invasionsmacht in die Region ein, und
das zivilisierte Land Jerusalems wurde, wie nie zuvor, in barbarischer und grausamer Weise geplündert. Diese
Barbaren waren die Kreuzfahrer.

Die Barbarei der Kreuzfahrer

Während Angehörige der drei Religionen in Frieden und Harmonie in Palästina lebten, beschlossen die
Christen in Europa, einen Kreuzzug zu organisieren. Einem Aufruf von Papst Urban II am 25. November 1095
auf dem Konzil von Clermont folgend, rüsteten sich über 100.000 Mann aus ganz Europa, um, 'das heilige Land
von den Muslimen zu befreien' und um den sagenhaften Reichtum des Ostens zu finden. Nach einer langen und
zermürbenden Reise, mit viel Plünderung und Gemetzel auf dem Weg, erreichten sie 1099 Jerusalem. Die Stadt
fiel nach einer Belagerung von fast fünf Wochen, und die Kreuzfahrer zogen ein. Die von ihnen dabei verübten
Grausamkeiten stellten vieles in den Schatten, was die Welt bisher erlebt hatte. Alle Muslime und Juden in der
Stadt wurden niedergemetzelt.
Der Frieden und die Harmonie, die seit Omar in Palästina vorgeherrscht hatten, kam in einem
schrecklichen Gemetzel zu Ende. Die Kreuzfahrer verletzten alle ethischen Gebote des Christentums, einer
Religion der Liebe und Barmherzigkeit, und verbreiteten Terror – angeblich im Namen des Christentums.

Die Gerechtigkeit Sultan Salahuddins

Die barbarischen Kreuzfahrer machten Jerusalem zur Hauptstadt ihres römischen Königreichs, das sie
dort gründeten, und dessen Grenzen sich von Palästina bis nach Antiochien erstreckten. Die Kreuzfahrer jedoch,
die Barbarei nach Palästina gebracht hatten, konnten sich nicht lange halten. Sultan Salahuddin Ajubi (auch
unter dem Namen 'Saladin' oder 'Salatin' bekannt) vereinigte alle muslimischen Fürstentümer unter seinem
Banner in einem Heiligen Krieg und besiegte die Kreuzfahrer in der Schlacht von Hattin im Jahre 1187. Nach
der Schlacht wurden die beiden Feldherren der Kreuzfahrerarmee, Reynald de Chatillon und König Guy, vor
Salahuddin gebracht. Der Sultan ließ Reynald de Chatillon, der berüchtigt für seine schrecklichen
Ausschreitungen gegen die Muslime war, hinrichten, König Guy dagegen ließ er frei, da dieser sich nicht
solcher Verbrechen schuldig gemacht hatte. Palästina erlebte aufs neue den Einzug einer wahren Gerechtigkeit.
Unmittelbar nach Hattin, was auf den Tag der Himmelfahrt des Propheten Muhammad fiel, während der
er auf seiner Nachtreise von Mekka nach Jerusalem befördert worden war, zog Salahuddin in Jerusalem ein und
befreite es von der Besetzung der Kreuzfahrer, die 88 Jahre angedauert hatte. Als die Kreuzfahrer 88 Jahre
zuvor die Stadt eingenommen hatten, hatten sie alle Muslime innerhalb der Stadt getötet und aus diesem Grund
hatten sie Angst davor, dass Salahuddin ihnen das Gleiche antun würde. Er jedoch tastete keinen einzigen
Christen in der Stadt an. Er befahl nur den römischen (katholischen) Christen, die Stadt zu verlassen. Den
orthodoxen Christen, die keine Kreuzfahrer waren, wurde erlaubt, in der Stadt zu leben und ihren Gottesdienst
nach Belieben zu verüben. John L. Esposito berichtet folgendes: 'Die muslimische Armee war ebenso großmütig
in ihrem Triumph, wie sie unaufhaltsam im Kampf gewesen war. Die Zivilbevölkerung wurde verschont,
Kirchen und Heiligtümer blieben generell unversehrt...Salahuddin stand zu seinem Wort und erwies sich
barmherzig gegen Zivilisten.' 25
Die britische Historikerin Karen Armstrong beschreibt die zweite muslimische Eroberung von Jerusalem
in den folgenden Worten:
Am 2. Oktober 1187 zog Salahuddin mit seiner Armee als Eroberer in Jerusalem ein, und während der
folgenden 800 blieb Jerusalem eine muslimische Stadt... Salahuddin hielt sein Wort und eroberte die Stadt
entsprechend der höchsten islamischen Ideale. Er nahm keine Rache für das Massaker von 1099, ganz
wie der Quran es empfiehlt (Sure 16:126 – an-Nahl), und nun, da Verfolgung und Tötungen zu Ende
waren, endete er auch die Feindseligkeiten (Sure 2:193 – al-Baqara). Kein einziger Christ wurde getötet
und es fanden keine Plünderungen statt. Die Lösegelder wurden bewusst sehr niedrig angesetzt... Salahuddin
war von der Not der Familien, die auseinander gerissen worden waren zu Tränen gerührt, und er ließ viele von
ihnen unentgeltlich frei, wie der Quran es nachdrücklich empfiehlt, selbst zum Missfallen seiner besorgten
Schatzmeister. Sein Bruder Al Adil war so sehr von der Notlage der Gefangenen bewegt, dass er den Sultan um
eintausend von ihnen für sich als seinen Beuteanteil erbat und diese dann auf der Stelle freiließ... Alle Führer
der Muslime waren darüber entrüstet, die wohlhabenden der Christen mit all ihrem Besitz die Stadt verlassen zu
sehen, der sehr wohl zum Freikauf aller Gefangenen verwendet werden gekönnt hätte... Als Imaduddin den
Patriarchen Heraclius sah, wie er die Stadt mit, von Schätzen beladenen Pferdefuhrwerken verließ, drängte er
Salahuddin, diese konfiszieren zu lassen, doch Salahuddin lehnte es ab. Der Quran gebietet, dass Eide und
Verträge eingehalten werden müssen und es war wesentlich, dass die Muslime die rechtlichen Abmachungen
einhielten... Heraclius zahlte sein eigenes Lösegeld von 10 Dinar, wie jeder andere auch, und es wurde ihm
sogar eine spezielle Eskorte zum Schutz seines Vermögens auf der Wegstrecke nach Tyrus zur Verfügung
gestellt.26
Kurz gesagt, Salahuddin und die Muslime unter seinem Befehl behandelten die Christen mit großer
Gnade und Gerechtigkeit, und sie erwiesen ihnen sogar mehr Mitgefühl als ihre eigenen Führer. Nicht nur die
Christen, sondern auch die Juden fanden Frieden und Sicherheit mit der Eroberung Jerusalems durch die
Muslime. Der bekannte spanisch-jüdische Poet Yehuda al Harisi gab seinen Gefühlen in einem seiner Werke
Ausdruck:
Gott beschloss, das Heiligtum nicht länger in den Händen der Söhne Esaus zu belassen... So erweckte
Gott im Jahr 4950 der Schöpfung (1190 n. Chr.) den Geist des Prinzen der Söhne Ismaels (Salahuddin), der ein
weiser und mutiger Mann war und mit seiner ganzen Armee kam, Jerusalem belagerte und einnahm, und im
ganzen Lande verkündigen ließ, dass er die Nachkommen Ephraims empfangen und aufnehmen würde, woher
sie auch kämen. So kamen wir von allen Enden der Welt um hier Wohnstatt zu nehmen. Nun leben wir im
Schatten des Friedens.27
Nach Jerusalem setzten die Kreuzfahrer ihre Barbarei und die Muslime ihre Gerechtigkeit in anderen
Städten Palästinas fort. Im Jahre 1194 ließ Richard Löwenherz, der als großer Held in der britischen Geschichte
dargestellt wird, 3000 Muslime, unter denen viele Frauen und Kinder waren, in der Festung von Acre
hinterhältig ermorden. Obwohl die Muslime Zeugen dieser Grausamkeit waren, griffen sie nie zu den gleichen
Methoden. Sie hielten sich an Allahs Befehl '... und lasst euch nicht vom Hass gegen die Leute, die euch den
Zugang zur geheiligten Moschee verwehren wollten zu Übertretungen hinreißen...' (Sure 5:2 – al-Ma'ida),
und sie verübten nie Gewalttätigkeiten gegen unschuldige Zivilisten. Sie wendeten nie mehr Gewalt an als nötig
war, selbst gegen die Armeen der Kreuzfahrer nicht, die sie besiegt hatten.
Die Brutalität der Kreuzfahrer und die Gerechtigkeit der Muslime deckte erneut eine historische Wahrheit
auf: Eine Verwaltung, die auf den moralischen Richtlinien des Islams basierte, ermöglichte es Menschen
unterschiedlicher Religionen, in Frieden zusammenzuleben. Diese Tatsache wurde bis 700 Jahre nach
Salahuddin ständig demonstriert, insbesondere während der osmanischen Periode.

Die gerechte und tolerante Herrschaft des Osmanischen


Reiches

Mit der Eroberung Jerusalems und der umgebenden Gebiete im Jahre 1514 durch Sultan Selim begann
die fast 400-jährige osmanische Herrschaft in Palästina. Diese Epoche sollte, wie in anderen osmanischen
Herrschaftsgebieten, auch Palästina Frieden, Stabilität und ein harmonisches Zusammenleben der verschiedenen
Religionen bringen.
Das Osmanische Reich wurde durch ein System verwaltet, das als das 'Millet-System'
[Völkergemeinschaft] bekannt ist. Das grundlegende Merkmal dieses Systems war die Selbstverwaltung
ethnischer und religiöser Gemeinden, d.h. Menschen unterschiedlicher religiöser Zugehörigkeit wurde erlaubt,
ihrem eigenen Glauben, und selbst ihrer eigenen Rechtsordnung gemäß zu leben. Christen und Juden, die im
Quran als die 'Menschen der Schrift' bezeichnet werden, fanden Toleranz, Sicherheit und Freiheit in den
Ländern des Osmanischen Reichs.
Der wichtigste Grund dafür war, dass das Osmanische Reich, obwohl es ein islamisches Sultanat war, das
von Muslimen verwaltet wurde, kein Interesse daran hatte, seine Bürger zum Übertritt zum Islam zu zwingen.
Im Gegenteil, das Osmanische Sultanat strebte an, Nicht-Muslimen Frieden und Sicherheit zu gewähren und sie
so zu verwalten, dass sie mit der islamischen Regierung und Justiz zufrieden waren.
Andere große Staaten praktizierten zur gleichen Zeit weitaus weniger Feinfühligkeit, Liberalität und
Toleranz in ihrer Regierungspolitik. Die spanische Krone konnte die Anwesenheit von Muslimen und Juden auf
der spanischen Halbinsel nicht tolerieren und verübte schreckliche Gewalttaten gegen beide Gemeinschaften. In
vielen anderen europäischen Ländern wurden Juden nur deswegen verfolgt, weil sie Juden waren (zum Beispiel
wurden sie in Gettos eingesperrt) und wurden in einigen Fällen Opfer von Massenmorden (Pogromen). Die
Christen konnten lange Zeit selbst untereinander den Frieden nicht bewahren; die Konflikte zwischen
Protestanten und Katholiken im 16. und 17. Jahrhundert verursachten ein Blutbad in Europa. Der Dreißigjährige
Krieg von 1618 bis 1648 war ein Resultat dieses Konfliktes zwischen den Katholiken und Protestanten. Als
Folge dieses Kriegs wurde Mitteleuropa zu einem Schlachtfeld, und alleine in Deutschland kam ein Drittel der
15 Millionen starken Bevölkerung um.
Angesichts solcher Zustände ist es eine unbestreitbare Tatsache, dass die osmanische Herrschaft
außerordentlich humanitär war.
Viele Historiker und politische Wissenschaftler haben auf diese Tatsache aufmerksam gemacht. Einer von
ihnen ist Prof. Dr. Edward Said, ein international anerkannter Experte für die Geschichte des Mittleren Ostens
an der Universität von Columbia. Edward Said, der von einer christlichen Familie aus Jerusalem abstammt und
an amerikanischen Universitäten seine Forschungen fortsetzt, empfahl in einem Interview mit der israelischen
Zeitung Ha'aretz das 'Osmanische Millet-System', um einen permanenten Frieden im Mittleren Osten
herzustellen. Er sagte:
Eine jüdische Minderheit kann in gleicher Weise überleben wie andere Minderheiten in der arabischen
Welt überlebten ... Es funktionierte sehr gut im Osmanischen Reich mit seinem Millet-System. Was die
Menschen damals hatten, scheint sehr viel humanitärer gewesen zu sein, als das, was wir heute haben.28
Die Geschichte liefert einen klaren Beweis, dass der Islam das einzige Glaubenssystem ist, das dem
Mittleren Osten eine gerechte, tolerante und barmherzige Regierungsform anzubieten hat. Der Pax Ottomanica,
der mit dem Rückzug des Osmanischen Reiches aus dieser Region zu Ende ging, fand bisher keinen Ersatz.
Aus diesem Grund ist der einzige Weg, Frieden im Mittleren Osten zu erzielen, das osmanische Modell
einzuführen, das durch Toleranz und Kompromissbereitschaft – zwei wesentlichen Lehren des Qurans –
gekennzeichnet ist. Der Islam ist, wenn er wahrhaft befolgt wird, die Lösung aller Probleme unserer Zeit, die in
jeder Form von Gewalttätigkeit, Konflikten, Kriegen und Terror in Erscheinung treten, und er ist die alleinige
Garantie für Frieden, Gerechtigkeit und Toleranz.

...Doch Allah ist überaus gütig gegen Seine Diener. (Sure 3:30 – Al-Imran)
DIE EIGENTLICHEN IDEOLOGISCHEN WURZELN
DES TERRORISMUS: DARWINISMUS
UND MATERIALISMUS

Die meisten Menschen sind der Meinung, dass die Evolutionstheorie zuerst von Charles Darwin
vorgelegt wurde und auf wissenschaftlichen Fakten, Beobachtungen und Experimenten beruhe. Jedoch ist
Darwin weder ihr Begründer, noch stützt sich die Theorie auf wissenschaftliche Beweise. Die Theorie ist im
wesentlichen ein Versuch, das antike Dogma, der materialistischen Philosophie auf die Natur anzuwenden.
Obwohl die Evolutionstheorie in keiner Weise auf wissenschaftlichen Beweis stützt, wird sie blind zugunsten
der materialistischen Philosophie aufrechterhalten.
Dieser Fanatismus hatte katastrophale Folgen, die darauf zurückzuführen sind, dass sich mit der
Verbreitung des Darwinismus und der von ihm unterstützten materialistischen Philosophie die Behandlung der
Frage nach dem Ursprung und Zweck des menschlichen Daseins drastisch verschoben hat. Dem Denken der
Menschen, die normaler- und natürlicherweise‚ die Auffassung vertreten hätten, dass der Mensch von Gott
erschaffen worden war um einer guten, gottgewollten sittlichen Ordnung entsprechend zu leben, wurde
nunmehr das Konzept eingepflanzt, dass‚ der Mensch zufällig entstanden, und seiner Natur nach ein Tier sei,
das sich im Kampf ums Überleben entwickelt habe. Für diese große Täuschung war und ist ein hoher Preis zu
zahlen. Ideologien des Terrors, wie der Rassismus, Faschismus und Kommunismus und viele andere barbarische
Weltanschauungen, die auf Konflikten basieren, haben ihr bloßes Existenzvermögen aus dieser Täuschung
geschöpft.
Dieses Kapitel behandelt das Unheil, das der Darwinismus der Welt beschert hat und deckt den
Zusammenhang mit dem Terrorismus, einem der wichtigsten globalen Probleme unserer Zeit, auf.

Die darwinistische Lüge: 'Das Leben ist ein Konflikt'


Darwin geht in der Entwicklung seiner Theorie von einer grundlegenden Voraussetzung aus: "Die
Entwicklung der Lebewesen hängt vom Kampf ums Überleben ab. Der Starke gewinnt den Kampf, die
Schwachen sind zu Untergang und Vergessenheit verurteilt."
Laut Darwin gibt es in der Natur ewige Konflikte, die einen ständigen rücksichtslosen Kampf ums
Überleben verursachen. Das Starke überwältigt immer das Schwache und dies erst ermöglicht es, dass
Entwicklungsstattfinden kann. Der Untertitel zu seinem Buch "Über den Ursprung der Arten - durch natürliche
Selektion, oder die Erhaltung der bevorzugten Rassen im Kampf ums Dasein" gibt diese Ansicht prägnant
wieder.
Außerdem schlug Darwin vor, dass der ‚Kampf ums Überleben‚ auch zwischen menschlichen
Rassen stattfände. Dieser absurden Ansicht entsprechend sind 'die bevorzugten Rassen' im Kampf
siegreich. Bevorzugte Rassen waren nach Darwins Ansicht die weißen Europäer. Afrikanische oder asiatische
Rassen lagen im Kampf ums Überleben zurück. Darwin ging noch einen Schritt weiter und prophezeite, dass
diese Rassen bald im ‚Kampf ums Überleben' völlig unterliegen und folglich verschwinden würden:
In Jahrhunderten gemessenen, werden in nicht allzu ferner Zukunft die zivilisierten Menschenrassen mit
annähernder Sicherheit die wilden Rassen überall auf der Erde ausmerzen und ersetzen. Zur gleichen Zeit
werden die antropomorphen Affen ...zweifellos ausgerottet werden. Die Kluft zwischen dem Menschen und
seinen nächsten Verwandten, die sich dann, wie zu erhoffen, in der Gestalt eines kultivierteren Zustands
manifestieren wird, wird dann weiter sein, als selbst die zwischen einem Kaukasier und irgend einem Affen wie
etwa dem Pavian, anstatt wie gegenwärtig, zwischen dem Neger oder Australier und dem Gorilla.29
Der indische Anthropologe Lalita Vidyarthi erklärt, wie Darwins Evolutionstheorie den Rassismus den
Sozialwissenschaften aufzwang:
Seine (Darwins) Theorie des Überlebens der Anpassungsfähigsten wurde von den Sozialwissenschaftlern
jener Tage begeistert aufgenommen, und sie glaubten, dass die Menschheit verschiedene Stufen der Evolution
durchlaufen, und in der Zivilisation der weißen Rasse ihren Höhepunkt erreicht habe. In der zweiten Hälfte des
19. Jahrhunderts wurde der Rassismus als eine gerechtfertigte Gegebenheit von einer beträchtlichen Mehrheit
der westlichen Wissenschaftler akzeptiert.30

Darwins Quelle der Inspiration: Die Malthussche Theorie der


Rücksichtslosigkeit

Darwins Quelle der Inspiration zu diesem Thema war das Buch des britischen
Wirtschaftswissenschaftlers Thomas Malthus "Eine Abhandlung über das Prinzip der
Bevölkerungsentwicklung" [An Essay on the Principle of Population]. Malthus errechnete, dass die
menschliche Bevölkerung schnell zunimmt, wenn sie sich selbst überlassen ist. Seiner Ansicht nach zählten
Katastrophen wie Kriege, Hungersnöte und Epidemien zu den grundlegenden Faktoren, die die
Bevölkerungszahl unter Kontrolle hielten. Kurz gesagt, diesem brutalen Anspruch entsprechend mussten einige
Menschen sterben, damit andere leben konnten. Das Überleben bedeutete 'dauernder Krieg'.
Im 19. Jahrhundert fanden Malthus' Ideen weite Anerkennung. Insbesondere führende europäische
Intellektuelle unterstützten seine grausamen Ansichten. In einem Artikel mit dem Titel 'Das geheime
wissenschaftliche Programm der Nazis' [The Nazis' Secret Scientific Agenda] wird der Anklang, den Malthus'
Ansichten über die Bevölkerungskontrolle im Europa des 19. Jahrhunderts fanden folgendermaßen geschildert:
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts fanden sich die Mitglieder der führenden Klasse in Europa
zusammen, um das neu entdeckte Problem des Bevölkerungswachstums zu diskutieren und
Durchführungsmethoden des Malthusschen Konzepts zu planen, um die Sterblichkeitsrate der
Unterprivilegierten zu erhöhen. Das Ergebnis war, kurz zusammengefasst folgendes: "Anstatt den Armen
Sauberkeit zu empfehlen, sollten bei ihnen genau entgegengesetzte Angewohnheiten gefördert werden.
Die Strassen in den Städten sollten enger gebaut werden, mehr Menschen in den Häusern untergebracht
werden und es sollte Epidemien in diesen Städten gefördert werden. Auf dem Land sollten Dörfer in der
Nähe von stehenden Gewässern erbaut werden, und Ansiedlungen sollten insbesondere in Sumpfgebieten
und ungesunder Umgebung gefördert werden" usw,...31
Als Folge dieser grausamen Politik würden die Schwachen und diejenigen, die im Kampf ums Überleben
unterliegen würden, beseitigt, und auf diese Weise dem raschen Bevölkerungszuwachs entgegengewirkt werden.
Diese sogenannte Politik der 'Unterdrückung der Armen' wurde tatsächlich im 19. Jahrhundert in
Großbritannien praktiziert. Es wurde eine industrielle Ordnung errichtet, in der acht- und neunjährige Kinder
sechs Stunden pro Tag in den Kohlengruben arbeiten mussten, wobei Tausende von ihnen unter diesen
schrecklichen Lebensbedingungen starben. Der 'Kampf ums Überleben', der von der Malthusschen Theorie
gefordert wurde, hatte für Millionen von Briten ein Leben des Leidens zur Folge.
Beeinflusst durch diese Ideen wendete Darwin den Begriff des Konfliktes auf die gesamte Natur an und
schlug vor, dass die Starken und Anpassungsfähigsten siegreich aus diesem Krieg des Daseins hervorgehen
würden. Außerdem behauptete er, dass der sogenannte Kampf ums Überleben ein gerechtfertigtes und
unveränderliches Naturgesetz sei. Andererseits forderte er Menschen auf, ihre religiösen Überzeugungen
aufzugeben, indem er die Schöpfung verneinte und damit auf den Abbau aller ethischen Werte abzielte, die ein
Hindernis für die Rücksichtslosigkeit des 'Kampfs ums Überleben' darstellen konnten.
Die Verbreitung dieser verderblichen Ideen, die den einzelnen Menschen zu Unbarmherzigkeit und
Grausamkeit anleiten, forderte einen hohen Preis von der Menschheit im 20. Jahrhundert.

Die Rolle des Darwinismus bei der Vorbereitung des 1.


Weltkrieges

Als der Darwinismus die europäische Kultur untergrub, begannen sich die Auswirkungen des 'Kampfs
ums Überleben', bemerkbar zu machen. Insbesondere die europäischen Kolonialmächte begannen damit, die
Völker zu unterdrücken, die sie als 'evolutionär rückständige Nationen' kolonisierten, wofür ihnen der
Darwinismus die Rechtfertigung lieferte.
Der blutigste politische Auswuchs des Darwinismus war der Ausbruch des 1. Weltkrieges im Jahr 1914.
In seinem Buch "Europa seit 1870" [Europe Since 1870] erklärt der weithin bekannte britische
Geschichtsprofessor James Joll, dass einer der Faktoren, die derzeit den Boden für den 1. Weltkrieg bereiteten,
der Glaube der europäischen Herrscher an den Darwinismus war. So schrieb zum Beispiel; der
Österreichungarische Generalstabschef, Baron Franz Conrad von Hoetzendorff in seinen Nachkriegsmemoiren:
Menschenfreundliche Religionen, moralischer Unterricht und philosophische Lehren können zweifellos
manchmal dienen, den Kampf der Menschheit ums Bestehen in seiner gröbsten Form zu schwächen, aber sie
werden nie erfolgreich sein, ihn als antreibendes Motiv der Welt zu löschen... Es stimmt mit dieser
beherrschenden Grundregel überein, dass die Katastrophe des Weltkrieges als das Resultat der treibenden Kräfte
im Leben der Staaten und Völker eintrat, wie ein Unwetter, das sich seiner Natur gemäß ergießen muss.
Es ist nicht schwer zu verstehen, wie von Hoetzendorff mit dieser ideologischen Grundlage die
Österreichungarische Monarchie anregen konnte, den Krieg zu erklären. Solche Ideen waren zu jener Zeit nicht
auf das Militär beschränkt. Kurt Riezler, der persönliche Sekretär und Vertraute des deutschen Kanzlers
Theobald von Bethmann-Hollweg, schrieb 1914:
Ewige und absolute Feindschaft ist den Beziehungen zwischen Menschen grundsätzlich innewohnend;
und die Feindseligkeit, die wir überall beobachten..., ist nicht das Resultat einer Perversion der menschlichen
Natur, sondern das Wesentliche der Welt und der Quell des Lebens selbst.32
Friedrich von Bernhardi, ein General des 1. Weltkrieges, stellte eine ähnliche Beziehung zwischen dem
Krieg und den Gesetzen des Krieges in der Natur auf. Bernhardi erklärte: "Der Krieg - ist eine biologische
Notwendigkeit... er ist so nötigt wie der Kampf der Elemente in der Natur... er führt zu einer biologisch
gerechten Entscheidung, da seine Entscheidungen auf der Natur der Dinge beruhen."33
Wie wir gesehen haben, war der Ausbruch des 1. Weltkriegs weitgehend durch die Denkweise der
europäischen Denker, Generäle und Verwalter beeinflusst, die Krieg, Blutvergießen und Leiden als eine Art
'Entwicklung', und diese als ein unveränderliches 'Naturgesetz' ansahen. Die ideologische Grundlage, dieses
Kriegs, der eine ganze Generation in die Vernichtung führte, war nichts anderes als Darwins Konzept des
'Kampfs ums Überleben' und der 'bevorzugten Rassen'.
Der 1. Weltkrieg hinterließ 8 Millionen Tote, Hunderte von zerstörten Städten und Millionen von
Verletzten, Verkrüppelten, Heimatlosen und Arbeitslosen.
Die grundsätzliche Ursache des 2. Weltkrieges, der 21 Jahre später ausbrach und 55 Millionen Tote
hinterließ, war ebenfalls im Darwinismus begründet.

Die Frucht 'des ‚Gesetzes der Wildnis':


Der Faschismus
Indem der Darwinismus im 19. Jahrhundert den Rassismus schürte, bildete er die Grundlage einer
Ideologie, die sich im 20. Jahrhundert entwickeln, und die Welt in ihren bisher blutigsten Konflikt stürzen sollte:
Nazismus.
In den Nazidogmen lässt sich deutlich eine starke darwinistische Prägung erkennen. Wenn man diese, von
Adolf Hitler und Alfred Rosenberg formulierte Ideologie untersucht, stößt man häufig auf Konzepte wie
'natürliche Auswahl', 'ausgewählte Paarung' und 'Kampf ums Überleben zwischen den Rassen', die in Darwins
Buch "Über den Ursprung der Arten" ständig wiederkehren. Hitler hat sein Buch "Mein Kampf" genannt, wobei
er durch das darwinistische Prinzip des Kampfs ums Überleben angeregt wurde, aus dem nur die Stärksten
siegreich hervorgingen. Er spricht insbesondere über den Kampf zwischen den Rassen:
Die Geschichte würde ihren Höhepunkt in einem neuen tausendjährigen Reich unvergleichlicher
Herrlichkeit erreichen, gegründet auf einer neuen, durch die Natur selbst angeordneten rassischen Hierarchie.34
Auf dem Nürnberger Reichsparteitag im Jahr 1933 verkündete Hitler, dass "eine höhere Rasse eine
niedrigere Rasse unterwerfe" und dass das "ein Recht sei, das in der Natur vorherrsche, und welches als das
einzige denkbare Recht überhaupt betrachtet werden könne".35
Dass die Nazis vom Darwinismus beeinflusst wurden, ist eine Tatsache, die fast alle, in diesem Fach
bewanderten Historiker anerkennen. Der Historiker Hickman beschreibt den Einfluss des Darwinismus auf
Hitler wie folgt:
(Hitler) war ein überzeugter Anhänger und Prediger der Evolution. Was auch immer die tieferen,
schwerwiegenden Verstrickungen seiner Psychose gewesen sein mögen, steht fest, dass [das Konzept des
Kampfs von großer Bedeutung war, denn] sein Buch Mein Kampf legt eine Reihe von evolutionistischen Ideen
dar, insbesondere solche, die den Kampf, das Überleben der Anpassungsfähigsten und die Beseitigung der
Schwachen betonen, um eine bessere Gesellschaft hervorzubringen.36
Hitler, der diese Ansichten vortrug, setzte die Welt einer Vergewaltigung aus, die ihresgleichen nicht
kannte. Viele ethnische und politische Gruppen, insbesondere Juden waren schrecklichen Grausamkei-ten
ausgesetzt und wurden in den Konzentrationslagern der Nazis systematisch getötet. Der 2. Weltkrieg, der mit
der Invasion der Osteuropäischen Staaten durch die Nazis begann, kostete 55 Millionen Menschen das Leben.
Im Hintergrund der größten Tragödie der Weltgeschichte stand das darwinistische Konzept des 'Kampfs ums
Überleben'.

Das Blutige Bündnis: Darwinismus und Kommunismus

Während die Faschisten sich auf dem rechten Flügel des Sozialdarwinismus befinden, wird der linke
Flügel von den Kommunisten besetzt. Die Kommunisten waren immer die rigorosesten Verfechter von Darwins
Theorie.
Dieses Verhältnis zwischen Darwinismus und Kommunismus geht auf die Gründer dieser beiden 'Ismen'
zurück. Marx und Engels, die Begründer des Kommunismus, lasen Darwins Buch "Über den Ursprung der
Arten", unmittelbar, nachdem es erschienen war und waren über die darin vertretene 'dialektisch
materialistische' Haltung erstaunt. Der Briefwechsel zwischen Marx und Engels enthüllt, dass sie in Darwins
Theorie 'die naturgeschichtliche Grundlage für den Kommunismus' enthalten sahen. In seinem Buch "Die
Dialektik der Natur", das er unter darwinistischem Einfluss schrieb, war Engels voll des Lobes für Darwin und
versuchte, im Kapitel 'Die Rolle der Arbeit in der Wandlung vom Affen zum Menschen' seinen eigenen Beitrag
zur Theorie zu leisten.
Russische Kommunisten wie Plekhanov, Lenin, Trotzki und Stalin, die in den Fußstapfen von Marx und
Engels folgten, stimmten völlig mit Darwins Evolutionstheorie überein. Plekhanov, der als der Begründer des
russischen Kommunismus angesehen wird, betrachtete den Marxismus als 'die Anwendung des Darwinismus
auf die Sozialwissenschaft'.37
Trotzki sagte, 'Darwins Entdeckung ist der höchste Triumph der Dialektik auf dem gesamten Gebiet
der organischen Materie'.38
'Die darwinistische Ausbildung' spielte eine Hauptrolle in der Bildung der kommunistischen Kader. Die
Historiker z.B. berichten die Tatsache, dass Stalin in seiner Jugend religiös war, aber unter dem Einfluss von
Darwins Büchern ein Atheist wurde.
Mao Tse-tung, der die kommunistische Staatsordnung in China errichtete und Millionen von Menschen
getötet hat, erklärte öffentlich, dass 'der chinesische Sozialismus auf Darwin und der Evolutionstheorie
begründet ist'.39
Der Harvard Historiker, James Reeve Pusey, untersucht in seinem Forschungswerk "China und Charles
Darwin" in großem Detail die Wirkung des Darwinismus auf Mao und den chinesischen Kommunismus.
Kurz gesagt, es besteht eine untrennbare Verbindung zwischen der Evolutionstheorie und dem
Kommunismus. Die Theorie behauptet, dass lebende Organismen Zufallsprodukte sind, und stellt dem
Atheismus eine sogenannte wissenschaftliche Basis zur Verfügung. Aus diesem Grund ist der Kommunismus,
eine atheistische Ideologie, fest mit dem Darwinismus verknüpft. Außerdem behauptet die Evolutionstheorie
vor, dass die Entwicklung in der Natur auf Grund von Konflikten möglich wird (in anderen Worten 'durch den
Kampf ums Überleben') und unterstützt damit den Begriff der 'Dialektik', der für den Kommunismus
grundlegend ist.
Wenn wir an das kommunistische Konzept 'des dialektischen Konflikts' denken, dem im 20. Jahrhundert
120 Million Menschen in einem ‚mörderischen Mechanismus' zum Opfer fielen, dann können wir das Ausmaß
des Unheils besser verstehen, das der Darwinismus auf diesem Planeten heraufbeschwörte.

Dialektischer Konflikt fördert die gesellschaftliche


Entwicklung nicht, sondern zerstört sie

Wie zuvor erläutert, prägte der Darwinismus der Philosophie des dialektischen Materialismus eine
sogenannte 'wissenschaftliche Gültigkeit' auf, indem er behauptete, dass der Kampf zwischen den Lebewesen
die Ursache ihrer Entwicklung sei.
Wie aus dem Namen hervorgeht, beruht der dialektische Materialismus auf der Idee des 'Konflikts'. Karl
Marx, der Gründer dieser Philosophie vertrat die Idee, dass, "wenn es keinen Kampf und Widerstand gäbe,
alles so bleiben würde, wie es ist." An anderer Stelle sagte er: 'Die Gewalt ist der Geburtshelfer jeder alten
Gesellschaft, die mit einer neuen schwanger geht.'40 Indem er das sagte, rief er die Menschen zu
Gewalttätigkeit, Krieg und Blutvergießen auf, damit sie sich entwickeln könnten.
Der erste, der die Marxsche Theorie im Bereich der Politik anwandte, war Lenin. Indem er die Idee
verfocht, dass 'Entwicklung das Ergebnis des Konflikts von Gegensätzen ist' befürwortete Lenin, dass
Menschen mit gegensätzlichen Ideen in ständigem Konflikt sein sollten. Zudem erklärte Lenin wiederholt, dass
dieser Konflikt Blutvergießen erforderte, d.h. Terrorismus. Ein Schriftstück Lenins unter dem Titel 'Guerilla
Kriegführung' [Guerilla Warfare], das zuerst 1906, elf Jahre vor der Bolschewistischen Revolution, in der
Zeitschrift Proletary veröffentlicht worden war, zeigte die terroristischen Methoden, die er angenommen hatte:
Was uns interessiert, ist der bewaffnete Kampf. Er wird von Einzelpersonen und von kleinen Gruppen
geführt. Einige davon gehören revolutionären Organisationen an, während andere (die Mehrzahl in bestimmten
Teilen Russlands) keinen revolutionären Organisationen angehören. Der bewaffnete Kampf verfolgt zwei
verschiedene Ziele, die klar unterschieden werden müssen: an erster Stelle, hat dieser Kampf den politischen
Mord von Individuen, Führern und Untergebenen in der Armee und Polizei zum Ziel; an zweiter Stelle,
zielt er auf die Beschlagnahme finanzieller Mittel, sowohl der Regierung, wie auch der von
Privatpersonen ab. Die konfiszierten Gelder gehen teils in die Parteikasse, teils werden sie für den speziellen
Zweck der Bewaffnung und Vorbereitung des Aufstandes verwendet und teils für den Lebensunterhalt der
Personen, die in dem beschriebenen Kampf engagiert sind.41
Im zwanzigsten Jahrhundert war der Faschismus eine der weithin bekanntesten Ideologien, die dem
Kommunismus entgegen stand. Interessant ist, dass der Faschismus, obwohl er sich als Gegner Kommunismus
erklärt, ebenso stark das Konzept des Kampfes vertritt, wie der Kommunismus. Die Kommunisten glaubten an
die Notwendigkeit des Klassenkampfes, während die Faschisten lediglich die Arena des Kampfes änderten und
die Idee des Kampfes zwischen Rassen und Nationen vertraten. Der deutsche Historiker Heinrich von
Treitschke z.B., der eine der Hauptquellen der nationalsozialistischen Ideologie und ein prominenter Rassist
war, schrieb: 'Nationen könnten ohne einen intensiven Wettkampf, wie Darwins Kampf ums Überleben,
nicht zum Wohlstand gelangen.'42 Auch Hitler sagte, dass er vom Darwins Verständnis des Kampfes inspiriert
worden sei:
Die gesamte Welt der Natur ist ein ungeheurer Kampf zwischen dem Starken und dem Schwachen -
ein ewiger Sieg des Starken über das Schwache. Es gäbe nichts als Verwesung in der ganzen Natur, wenn es
nicht so wäre. Derjenige, der leben will, muss kämpfen. Derjenige, der nicht kämpfen will in dieser Welt, in der
der ständige Kampf das Gesetz des Lebens ist, hat kein Recht zur Existenz.43
Diese beiden sozialdarwinistischen Ideologien glaubten, dass Kampf und Blutvergießen zur Entwicklung
einer starken Gesellschaft notwendig seien; was sie im 20. Jahrhundert verursachten, ist weithin bekannt.
Unzählige unschuldige Menschen sind umgekommen, unzählige andere wurden verletzt oder verstümmelt, die
Wirtschaften von Nationen wurden zerstört, Gelder, die zuvor für das Gesundheitswesen, Forschung,
Technologie, Ausbildung und Kunst aufgewendet wurde, wurde zuerst für Waffen ausgegeben, und dann dafür,
um die Wunden zu verbinden, die durch diese Waffen verursacht worden waren und um die zerstörten Städte
wiederaufzubauen. Im Lauf der Zeit wurde offenbar, dass Kampf und Terror nicht menschliche Entwicklung
förderten sondern vielmehr Zerstörung.
Zweifellos gibt es Widersprüche in der Welt. Geradeso wie es in der Natur Gegensätze wie Licht und
Finsternis, Tag und Nacht, heiß und kalt gibt, gibt es auch gegensätzliche Annäherungsmethoden zur
Verwirklichung von Ideen. Ein Gegensatz in Ideen muss jedoch nicht notwendigerweise zu einem Konflikt
führen. Ganz im Gegenteil, wenn die Gegensätze mit Toleranz, Friedfertigkeit, Verständnis, Liebe, Mitgefühl
und Nachsicht behandelt werden, können gute Ergebnisse erzielt werden. Jeder, der seine eigenen Ideen mit
denen anderer vergleicht, kann seinen Ausblick weiter entwickeln oder Mängel darin erkennen und diese
beheben. Diejenigen, die entgegengesetzte Meinungen vertreten, können in gegenseitigem Gespräch einen
Ideenaustausch haben oder sich in konstruktiver Kritik üben. Nur ein aufrichtiger, nachsichtiger, friedfertiger
und bescheidener Mensch, der sich entsprechend der moralischen Lehren des Quran verhält, kann solch eine
Haltung entwickeln.
Einen Menschen zu töten oder ihm Schaden zuzufügen, weil er anders geartete Ideen hat oder einer
anderen Religion oder Rasse zugehört, ist eine ungeheure Grausamkeit. Überall auf der Erde und in jeder
Epoche der Menschheitsgeschichte haben sich Söhne und Töchter des gleichen Vaterlands nur aus dieserlei
Gründen gegeneinander bis zum Tod bekämpft und mitleidslos ermordet und Menschen unterschiedlicher
Rassen oder Nationalitäten, einschließlich Frauen und Kindern sind aus den selben Gründen von anderen
unterschiedslos niedergemetzelt worden. Nur jemand, der keinen Respekt vor dem Menschen hat, und der sein
Gegenüber als nichts anderes als ein intelligentes Tier betrachtet, jemand der nicht glaubt, dass er einst
Rechenschaft vor Gott ablegen muss, für das, was er getan hat, kann in dieser Weise handeln.
Der Quran legt die beste und richtigste Haltung dar, die man gegenüber den eigenen entgegengesetzten
Ideen einnehmen sollte. Im Verlauf der Menschheitsgeschichte gab es immer ideologische Konflikte und eines
der bekanntesten Beispiele davon ist der Disput zwischen Moses und seinem Zeitgenossen Pharao. Trotz
Pharaos Grausamkeit und aggressiver Haltung sandte Allah Moses und Aaron zu ihm, um ihn zur wahren
Religion einzuladen, und gebot ihnen auf welch Weise sie sich an ihn wenden sollten:

Geht beide zu Pharao; denn er ist aufsässig geworden. So sprecht ihn mit milden Worten an, damit
er sich besinne oder gottesfürchtig werde. (Sure 20:43, 44 – Ta Ha)
Moses gehorchte Allahs Befehl und erklärte ihm ausführlich die wahre Religion. Um Pharao von seiner
Auflehnung gegen Gott und von seiner Grausamkeit gegenüber den Menschen abzubringen, erläuterte Moses
alles mit großer Geduld und Feinfühligkeit. Pharao jedoch zeigte eine feindliche Haltung gegenüber Moses
noblen Charakter und Geduld und drohte, ihn und diejenigen, die seine Ideen teilten, zu töten. Letztlich war es
jedoch nicht Pharaos Haltung, die sich als die überlegene erwies, sondern ganz im Gegenteil, er und seine
Armee wurden ertränkt und Moses und sein Volk wurden aus ihrer Knechtschaft errettet.
Aus diesem Beispiel wird ersichtlich, dass die Durchsetzung einer Idee oder der Erfolg im Kampf um
Fortschritt nicht durch Feindseligkeiten oder Aggression erzielt werden können. Das Treffen zwischen Moses
und Pharao bietet eine Lehre aus der Geschichte: Nicht diejenigen, die sich auf die Seite der Gewalt und
Brutalität stellen, sind siegreich, sondern die, die auf der Seite der Friedfertigkeit und der Gerechtigkeit stehen.
Die Verwirklichung hoher moralischer Grundsätze empfängt ihre Belohnung in dieser Welt und in der
jenseitigen.

Darwinismus und Terrorismus


Wie soweit ersichtlich, sitzt der Darwinismus an der Wurzel verschiedener Ideologien der Gewalt, die
Unheil über die Menschheit im 20. Jahrhundert brachten. Jedoch ebenso wie diese Ideologien definiert auch der
Darwinismus ein 'ethisches Verständnis' und eine 'Methode', die verschiedene Weltansichten beeinflussen
konnten. Das grundlegende Konzept hinter diesem Verständnis und dieser Methode ist, 'gegen diejenigen zu
kämpfen, die nicht zu uns gehören'.
Diese Haltung kann folgendermaßen erklärt werden: Es gibt unterschiedliche Glaubensrichtungen,
Weltanschauungen und Philosophien auf der Welt. Diese können sich auf eine von zwei Arten gegenüberstehen:
1) Sie können die Existenz derer respektieren, die nicht zu ihnen gehören und versuchen, mit ihnen einen
menschlichen Dialog zu führen.
2) Sie können beschließen, andere zu bekämpfen und sich einen Vorteil auf deren Kosten
herauszuschlagen, d.h., sich wie ein Tier zu benehmen.
Der Schrecken, den wir Terrorismus nennen, ist nichts anderes als eine Äußerung der zweiten
Einstellung.
Wenn wir den Unterschied zwischen diesen beiden Einstellungen betrachten, können wir erkennen, dass
die Idee "des Menschen als kämpfendes Tier", die der Darwinismus dem Unterbewusstsein des Menschen
eingepflanzt hat, besonders einflussreich ist. Einzelpersonen und Gruppen, die den Weg des Konfliktes wählen,
mögen nie vom Darwinismus und den Grundregeln dieser Ideologie gehört haben, aber letzten Endes vertreten
sie eine Ansicht, deren philosophische Grundlage auf dem Darwinismus beruht. Was sie dazu verleitet, an die
Richtigkeit von Gewalttätigkeit zu glauben, sind Slogans wie die folgenden, die auf dem Darwinismus basieren:
'In dieser Welt überleben nur die Starken', 'große Fische fressen die kleinen', 'Der Krieg ist eine Tugend', und
'der Mensch macht Fortschritt durch den Kampf'. Entfernt man den Darwinismus davon, so bleiben diese
Sprüche nichts als leere Slogans.
In der Tat, wenn der Darwinismus weggenommen wird, bleibt keine Philosophie des 'Konfliktes'
übrig. Die drei göttlich offenbarten Religionen - der Islam, das Christentum und das Judentum -, an die die
Mehrzahl der Menschheit glaubt, verurteilen Gewalttätigkeit. Alle diese Religionen wollen der Welt Frieden und
Harmonie bringen und verurteilen es, dass unschuldige Menschen getötet werden und Grausamkeit und Folter
erleiden. Konflikt und Gewalttätigkeit verletzen die Moral, die Gott dem Menschen geboten hat, und sind
anormale und unerwünschte Verhaltensweisen. Der Darwinismus dagegen stellt Konflikt und die
Gewalttätigkeit als natürliche, gerechtfertigte und korrekte Konzepte dar, die notwendigerweise existieren
müssen.
Wenn irgendwelche Menschen daher Terrorakte im Namen jener Religionen begehen, unter Benutzung
der Terminologie und des Symbolismus des Islams, Christentums und Judentums, kann man sicher sein, dass
diese Leute keine Muslime, Christen oder Juden sind. Sie sind in Wirklichkeit Sozialdarwini-sten. Sie benützen
die Religion als Deckmantel, aber sie sind keine wahrhaft Gläubigen. Selbst wenn sie behaupten, der Religion
zu dienen, sind sie tatsächlich die Feinde der Religion und der Gläubigen, weil sie rücksichtslos Verbrechen
begehen, die die Religion verbietet, und damit das Ansehen der Religion in den Augen der Öffentlichkeit
beschädigen.
Aus diesem Grund liegt die Wurzel des Terrorismus, der unsere Welt heimsucht, nicht in irgendeiner
göttlich offenbarten Religion, sondern im Atheismus und in den Manifestationen des Atheismus in unserer Zeit
dem 'Darwinismus' und 'Materialismus'.

Jeder Mensch, der Frieden begehrt, muss sich der Gefahr des
Darwinismus bewusst werden
Die Strategie im Kampf gegen ein bestimmtes Problem liegt darin, die Ideen zu beseitigen, von denen
dieses Problem grundlegend aufrechterhalten wird. Man mag sich z.B. wie sehr auch immer bemühen, die
Umgebung einer stinkenden Abfalltonne sauber zu halten, solange der Abfall selbst nicht beseitigt wird, fährt er
fort zu stinken. Alle anderen Maßnahmen werden sich als kurzlebig erweisen. Die einzige Lösung des Problems
liegt in der gründlichen Beseitigung der Quelle des Gestanks, d.h. des Abfalls selbst. Andernfalls ist es, wie
wenn man Jahre damit verbringt, giftige Schlangen zu züchten, diese dann in Freiheit setzt und sich wundert,
warum sie anfangen, Menschen zu beißen, und dann versucht, sie wieder einzufangen. Was wichtig ist, ist, sie
erst gar nicht zu züchten.
Demzufolge kann es im Kampf gegen den Terrorismus kaum eine effektive und andauernde Lösung sein,
die Terroristen einzeln aufzuspüren und sie unschädlich zu machen. Die einzig mögliche Weise, um die Welt
von der Plage des Terrorismus endgültig zu befreien, ist, die fundamentalen Quellen und Brutstätten zu
identifizieren, welche Terroristen hervorbringen, und jene zu beseitigen. Die Hauptquelle des
Terrorismus dagegen, sind irreführende Ideologien und Ausbildung und Erziehung, welche auf diesen
Ideologien gegründet sind.
In unserer Zeit ist der Darwinismus in fast allen Ländern der Welt ein integrierter Teil des Lehrplans der
Ausbildungsstätten und wird schlechthin als wissenschaftliche Tatsache betrachtet. Die jungen Menschen
werden nicht gelehrt, dass sie von Gott erschaffen sind und von ihrem Schöpfer mit Seele, Geist, Weisheit und
Gewissen bedacht wurden. Es wird ihnen nicht gesagt, dass sie einst Rechenschaft für ihr Handeln ablegen
müssen, und dass sie dementsprechend in der Hölle bestraft, oder im Paradies in alle Ewigkeit belohnt werden.
Im Gegenteil, sie werden gelehrt, dass sie Wesen sind, deren Vorfahren Tiere waren, die durch das zufällige
Zusammentreffen von kosmischen Bedingungen irgendwie ins Dasein kamen. Solcher Indoktrination
ausgesetzt, nehmen sie an, dass sie 'Wesen aufs Geratewohl' sind, die sich vor keinem Gott zu verantworten
haben, und sie sehen ihre Zukunft, d.h. ihre Überlebenschance, darin, sich im Kampf siegreich durchzusetzen.
An diesem Punkt ist es sehr einfach, diese Leute, die bereits während ihrer Schulausbildung indoktriniert
worden waren, einer Gehirnwäsche zu unterziehen und sie zu menschenfeindlichen Strohmännern zu machen,
die ohne die geringsten Skrupel grausame Mordanschläge, selbst gegen unschuldige, hilflose Kinder begehen
können. Solche jungen Leute können sehr leicht von irgendeiner verirrten Ideologie beeindruckt werden und
können unter dem programmierenden Einfluss der Terroristen in alle möglichen Grausamkeiten und Brutalitäten
verwickelt werden. Die kommunistischen, faschistischen und rassistischen Terroristengrup-pen, die seit dem 19.
Jahrhundert ihr Unwesen treiben sind die Erzeugnisse dieses Ausbildungssystems.
Ein weiterer großer Schaden, der von diesem Ausbildungssystem hervorgerufen wird, ist, dass es die
Ausbildung völlig von der Religion distanziert und dabei den Wirkungskreis der Religion auf die ungebildete
Bevölkerung beschränkt. Somit wird Religion zu einem Merkmal der Ungebildeten, während diejenigen, die
Zugang zu Schulbildung haben - dank der darwinistisch-materialistischen 'Installation' - total der Religion
entfremdet werden. Dies wiederum fördert die Entwicklung abergläubischer und falscher Ideen, und ermöglicht
denen, die absolut religionswidrige Ideen im Namen der Religion verbreiten, sehr leicht Einfluss und Kontrolle
zu gewinnen.
Die jüngsten Ereignisse vom 11. September sind ein offensichtliches Beispiel dafür. Niemand, der
gottesfürchtig ist und Gott liebt und sich gewahr ist, dass er sich für sein Handeln im Jenseits verantworten
muss, kann eine Handlung begehen, die Tausende von unschuldigen Menschen tot oder verwundet zurück lässt
und Tausende von Kindern zu Waisen macht. Solch ein Mensch wüsste, dass er Gott für jeden Menschen, dem
er Grausamkeit zugefügt hatte, Rechenschaft ablegen müsste, und dass jedes seiner Opfer für ihn zur Quelle
unerträglicher Qualen in der Hölle würde.
Zusammenfassend sei hiermit nochmals betont, dass die einzige Art und Weise, den Terrorismus zu
unterbinden, ist, die darwinistisch-materialistische Ausbildung abzuschaffen, junge Menschen in
Übereinstimmung mit einem Lehrplan auszubilden, der auf wahren wissenschaftlichen Entdeckungen basiert,
und in ihnen Gottesfurcht zu kultivieren und ein Verlangen zu erwecken, sich klug und gewissenhaft zu
verhalten. Die Frucht solch einer Erziehung wird eine Gesellschaft sein, die sich aus friedfertigen,
vertrauenswürdigen, nachsichtigen und toleranten Menschen zusammensetzt.

Er ist es, der Seinem Knecht klare Zeichen offenbart hat um euch damit aus der Dunkelheit ans
Licht zu führen... (Sure 57:9 – al-Hadid)
SCHLUSSFOLGERUNG: RATSCHLÄGE AN DIE
WESTLICHE WELT UND DIE MUSLIME

Heute ist die westliche Welt aufgrund von Organisationen beunruhigt, die unter dem Deckmantel des
Islams Terrorakte verüben, und diese Besorgnis ist nicht unangebracht. Es liegt auf der Hand, dass diejenigen,
die Terrorhandlungen ausführen und die, die sie dabei unterstützen, entsprechend internationalen juristischen
Normen bestraft werden sollten. Ein wichtigerer, zu beachtender Punkt jedoch ist, langfristige Strategien
auszuarbeiten, die zu realisierbaren Lösungen dieser Probleme führen.
Die vorausgehenden Betrachtungen zeigen auf, dass der Terror keinen Platz im Islam hat, und dass er ein
Verbrechen gegen die gesamte Menschheit ist. Sie zeigen weiter die in sich selbst widersprüchliche Natur des
Konzepts eines 'islamischen Terrors'. Dies gibt uns einen wichtigen Ausgangspunkt:
1.Die uns bevorstehenden Zeiten erfordern von allen Nationen, mit Vorsicht, Feinfühligkeit und Weisheit
vorzugehen. Das düstere Szenario, das in den 90er Jahren als 'Kampf der Kulturen' projiziert wurde, kann nur
zum Schaden der ganzen Welt beitragen, wovon niemand profitiert. Die internationale Gesellschaft muss die
Gelegenheit wahrnehmen, zu lernen, in friedlichem Austausch miteinander zusammenzuleben und gegenseitig
von einander zu lernen. Das Studium der Geschichte der anderen und ihrer Errungenschaften in Religion,
Kunst, Literatur, Philosophie, Wissenschaft, Technologie und Kultur, alles das kann nur zu gegenseitiger
Lebensbereicherung führen.
2.Aktivitäten, die der Verbreitung und dem Verständnis des 'wahren Islams' dienen, sollten
weitgehend unterstützt werden. Die Strategie zur Bekämpfung radikaler Parteien in den islamischen Ländern
sollte nicht eine 'erzwungene Säkularisation' sein. Solch eine Politik bewirkt nur das Gegenteil und provoziert
mehr Reaktion bei den Massen und fördert den Radikalismus. Die Lösung liegt in der Verbreitung des wahren
Islams und in der Verwirklichung des islamischen Gesellschaftsmodells, das die quranischen Werte, wie
Menschenrechte, Demokratie, Freiheit, hohe Ethik, Wissenschaft und Ästhetik verkörpert und der
Menschlichkeit Glück und Segen anbietet. Die Muslime müssen die moralischen Werte die vom Quran geboten
und durch das Vorbild Muhammads, des Gesandten Allahs, verkörpert wurden, erklären und ihnen entsprechend
leben. Die Muslime sind dafür verantwortlich, den Islam den Händen derer zu entringen, die ihn
zweckentfremden (was zu weiterem falschen Verständnis des Islams führt), und ihn denen zurückgeben, die
entsprechend den Lehren der islamischen Tugend und dem Vorbild Muhammads, des Propheten Allahs, leben.
3.Die Quelle des Terrorismus ist Unwissenheit und Intoleranz und die Gegenmaßnahme gegen ihn ist
Bildung. Den Kreisen, die mit dem Terrorismus sympathisieren, sollte es eindeutig klar gemacht werden, dass
der Terror in absolutem Gegensatz zum Islam ist, und dass seine Anwendung dem Islam, den Muslimen und der
Menschheit insgesamt nur großem Schaden zufügt.
4.Um den Terrorismus, der seine Wurzeln in kommunistischen, faschistischen und rassistischen
Ideologien hat, zu bekämpfen, müssen langfristige kulturelle Lösungen gesucht werden. Heutzutage bildet das
darwinistische und materialistische Gedankengut die Grundlage des Bildungssystems in den meisten Ländern,
überall auf der Welt. Der Darwinismus jedoch ist, wie vorher bereits betont wurde, eine irrige Ideologie, die den
Menschen als Tier betrachtet indem er sich mit dem Kampf ums Überleben entwickelte - der geistige
Nährboden, auf dem sich jegliche Form des Terrorismus herausbilden kann. Ideologie, die vorgibt, dass nur die
überleben werden, die Macht an sich reißen, und die den Krieg als eine Tugend darstellt, ist wie ein endloser
Sumpf, der niemals aufhören wird, die Welt ins Verderben zu ziehen. Angesichts dieser Situation besteht, neben
den juristischen und anderen Maßnahmen, die getroffen werden, um den Terrorismus zu bekämpfen, die
dringende Notwendigkeit einer effektiven, weltweiten Aufklärungskampagne. Die Bloßstellung des wahren
Gesichts des Darwinismus und Materialismus und Belehrung über die hohen moralischen Werte, die Allah für
den Menschen vorgesehen hat, müssen die Grundlage dieser Aufklärung sein. Frieden und Stabilität sind nur
durch eine Lebensweise erreichbar, die den ethischen Werten einer wahren Religion entspricht. Ohne diesen
Sumpf trockenzulegen, ist es nicht möglich, dem Verderben zu entrinnen.
Wir hoffen, dass derartige Maßnahmen ergriffen werden und dazu beitragen, die Welt vom Terrorismus
und allen anderen intoleranten, brutalen, barbarischen Strömungen und Institutionen zu befreien. Die
Vereinigten Staaten, die sich selbst eine 'Nation unter Gott' heißen und damit mit der christlichen Kultur
identifizieren, sollten wirklich ein Freund der Muslime sein. Allah weist im Quran auf diese Verbundenheit hin,
wenn Er erklärt: ...Und du wirst sicher finden, dass die, die den Gläubigen am nächsten in Zuneigung sind,
jene sind, die sich als Christen bekennen... (Sure 5:82 – al-Ma'ida)
In der Vergangenheit konnten einige ignorante Menschen (z.B. die Kreuzfahrer) diese Tatsache nicht
verstehen und verursachten Konflikte zwischen diesen zwei großen Religionen. Um die Wiederholung eines
ähnlichen Szenarios zu verhindern, das mit Parolen wie 'Kampf der Kulturen' oder 'Heiliger Krieg gegen den
Westen' bereits an die Wand gemalt wurde, müssen die echten Christen und Muslime zusammenkommen und
miteinander zusammenarbeiten.
In der Tat zeigen die Entwicklungen, die sich in der Folge dieser jüngsten schrecklichen Ereignisse
abzeichnen, dass die Saat solch einer Zusammenarbeit bereits ausgestreut worden ist. Dieser ungeheure
Terroranschlag, welcher die christlichen und muslimischen Gemeinschaften einander näher gebracht hat,
veranlasste viele Christen sich mehr über die Religion des Islams zu informieren, während er die Muslime
anleitete, sich ernsthafter zu bemühen, der Öffentlichkeit die wahre islamische Ethik nahezubringen, wie sie im
Quran beschrieben ist.
All diese Entwicklungen sind ermutigende Anzeichen dafür, dass die Menschen die islamischen Werte
besser zu verstehen beginnen und bereit sind, sich der Vorurteile zu entledigen, an denen sie bislang festgehalten
hatten. So Gott will, wird das 21. Jahrhundert sich als eine Ära abzeichnen, in der die Menschen wahrhaft
erfahren werden, dass die Verbreitung der islamischen Werte der einzige Weg ist, den lang ersehnten Frieden auf
diesem Planeten herbeizuführen.

Er ist Allah, der Schöpfer, der Urheber, der Formgebende...(Sure 59:24 – al-Haschr)
DER EVOLUTIONSSCHWINDEL

Für einige Leute hat die Evolutionstheorie, oder der Darwinismus, lediglich wissenschaftliche Bedeutung,
ohne irgend einen direkten Bezug zu ihrem Alltag. Dies ist jedoch ein weitverbreitetes Missverständnis. Die
Evolutionstheorie geht weit darüber hinaus, lediglich eine interne Angelegenheit der biologischen
Wissenschaften zu sein; sie untermauert eine trügerische Philosophie, die eine große Menge von Menschen in
ihren Bann gezogen hat: den Materialismus.
Die materialistische Philosophie, die ausschließlich die Existenz der Materie anerkennt, und annimmt,
dass der Mensch eine "Anhäufung von Materie" ist, behauptet dass er nichts weiter als ein Tier ist, dessen
einzige Lebensregel "Konflikt" ist. Obwohl der Materialismus als eine moderne, wissenschaftlich begründete
Philosophie dargestellt wird, ist der Materialismus in der Tat ein Dogma der Antike, ohne irgend eine
wissenschaftliche Grundlage. Die atheistischen Philosophen des 18. Jh. verhalfen dem Dogma, das in der
griechischen Antike ersonnen worden war, zu einer Neubelebung, und im 19. Jh. wurde es dann von Denkern
wie Karl Marx, Charles Darwin und Sigmund Freud in einigen wissenschaftlichen Fachrichtungen integriert.
Moderne wissenschaftliche Entdeckungen haben jedoch immer wieder erwiesen, dass die volkstümliche
Auffassung, die den Darwinismus für wissenschaftlich hält, falsch ist. Wissenschaftliche Ergebnisse widerlegen
den Darwinismus völlig, und enthüllt, dass der Ursprung unseres Daseins nicht Evolution, sondern Schöpfung
ist. Gott erschuf das Universum und alle Lebewesen, einschließlich des Menschen.
Dieses Kapitel wurde mit der Absicht geschrieben, diese Tatsache den Menschen zur Kenntnis zu
bringen. Wir hoffen, dass dieses Kapitel einen Beitrag zur Demolierung des materialistischen, darwinistischen
Dogmas leisten wird, das die Menschheit seit dem 19. Jh. in die Irre geleitet hat, und dass es die Menschen zur
Besinnung auf die fundamentalen Tatsachen unserer Existenz anregt, wie wir ins Dasein kamen, und was unsere
Pflichten gegenüber unserem Schöpfer sind.
Es ist von höchster Wichtigkeit, dass dem Leser diese grundlegende Erkenntnis eröffnet wird. Da manche
Leser vielleicht nur die Gelegenheit haben eines der Bücher zu lesen, wurde beschlossen, in allen Büchern ein
Kapitel diesem Thema zu widmen, wenn auch nur als kurze Zusammenfassung:

Der wissenschaftliche Niedergang des Darwinismus

Obwohl die Evolutionstheorie eine Lehre ist, die seit den frühen Griechen existiert, wurde sie zum ersten
Mal im 19. Jahrhundert formuliert. Die wichtigste Entwicklung, welche die Theorie auf die Tagesordnung der
Welt der Wissenschaft brachte, war das Buch "Der Ursprung der Spezien" von Charles Darwin, welches 1859
erschienen ist. In diesem Buch bestritt Darwin, dass die unterschiedlichen Lebewesen auf der Erde, alle von
Allah einzeln erschaffen worden sind. Nach Darwins Meinung stammen alle Lebewesen von einem
gemeinsamen Vorfahren ab. Durch schrittweise Veränderungen über einen langen Zeitraum hinweg, sollen sich
die Unterschiede zwischen den Lebewesen entwickelt haben.
Darwin war sich bewusst, dass seine Theorie erhebliche Probleme aufwies. Er gestand dies in seinem
Buch in dem Kapitel "Probleme der Theorie". Diese Schwierigkeiten lagen hauptsächlich im Fossilnachweis,
komplexen Organen von Lebewesen, die unmöglich durch Zufall erklärbar sind (z.B. das Auge) und Instinkten
lebendiger Kreaturen. Darwin hoffte, dass diese Komplikationen durch neue Entdeckungen überwunden werden
würden, doch dies hielt ihn nicht davon ab, sehr mangelhafte Erklärungen für eine beträchtliche Anzahl von
anderen Ungereimtheiten abzugeben. Die forschende Wissenschaft hat diese Hoffnungen nicht erfüllt und im
Gegenteil die grundlegenden Behauptungen dieser Theorie jeder Grundlage entzogen.
Die Niederlage des Darwinismus gegenüber der Wissenschaft kann man in drei grundlegenden Punkten
zusammenfassen:
1) Die Theorie kann nie erklären, wie das Leben auf der Erde zum ersten Mal entstanden ist.
2) Es gibt keine wissenschaftliche Entdeckung, welche bestätigen würde, dass die sogenannten
"evolutionären Mechanismen", von deren Existenz die Theorie spricht, tatsächlich eine evolutionäre Wirkung
hätten.
3) Durch die Versteinerungsfunde werden die Behauptungen der Evolutionstheorie nicht bestätigt,
sondern widerlegt.
In dem folgenden Teil werden wir diese drei grundlegenden Themen untersuchen.

Die erste unüberwindbare Stufe: Der Ursprung des Lebens


Die Evolutionstheorie behauptet, dass alle Arten von Lebewesen von einer einzigen lebendigen Zelle
abstammen, die vor ungefähr 3.8 Milliarden Jahren auf der ursprünglichen Erde entstanden ist. Wie eine einzige
Zelle Millionen von komplizierten Arten von Lebewesen geschaffen haben soll und warum sich ihre Spur nicht
in den Versteinerungsfunden finden lässt, wenn tatsächlich eine solche Evolution stattgefunden hat, sind Fragen,
die die Theorie nicht zu beantworten vermag. Aber zunächst sollte man sich mit der ersten Stufe der
sogenannten "Evolution" beschäftigen: Wie ist diese "Urzelle" ins Dasein gekommen?
Da die Evolutionstheorie die Schöpfung verweigert und kein Eingreifen einer übernatürlichen Kraft
anerkennt, behauptet sie, dass diese "Urzelle" ohne eine Konstruktion, einen Plan und eine Ordnung im Rahmen
der Naturgesetze zufälligerweise entstanden ist. Das hieße, dass die unbelebte Materie durch Zufälle eine
lebendige Zelle hervorgebracht hat. Jedoch ist dies eine Behauptung, die den grundlegendsten Gesetzen der
Biologie widerspricht.

Nur Leben bringt Leben hervor


In seinem Buch geht Darwin auf den Ursprung des Lebens nicht ein. Denn in seiner Zeit war man der
Ansicht, dass das Leben ganz einfach strukturiert sei. Seit dem Mittelalter hatte sich die Vorstellung etabliert,
dass Leben auf einfachste Weise aus toter Materie entstehen könne. Diese Theorie war unter dem Namen
"spontane Entstehung" bekannt. Zu der damaligen Zeit war der Glaube weit verbreitet, dass Frösche aus
Schlamm und Insekten aus Nahrungsresten entstehen. Um dies zu beweisen, wurden die kuriosesten
Experimente durchgeführt. Man glaubte, mit ein paar Körnern Weizen auf einem schmutzigen Stück Lumpen,
Mäuse hervorbringen zu können.
Auch das Auftreten von Würmern im Fleisch, galt als ein Beweis dafür, dass Leben aus lebloser Materie
entstehen kann. Später stellte man fest, dass die Würmer im Fleisch nicht von selbst entstehen, sondern aus
Eiern schlüpfen, die von Fliegen gelegt werden die nur mit dem bloßen Auge nicht sichtbar sind.
Zu der Zeit, als Darwin die Evolutionstheorie entwickelte, war die Vorstellung, dass Mikroben aus
unbelebter Materie entstehen können, eine weithin akzeptierte Ansicht.
Bereits fünf Jahre nach der Veröffentlichung von Darwins Buch "Der Ursprung der Spezien" hat der
berühmte französische Biologe Louis Pasteur diese grundlegende Vorstellung der Evolution endgültig zunichte
gemacht. Pasteur fasste das Ergebnis seiner jahrelangen Arbeiten und Untersuchungen mit den folgenden
Worten zusammen: "Die Behauptung, dass Leben aus unbelebter Materie entstehen kann, gehört unwiderruflich
ins Reich der Fabeln." 44
Die Anhänger der Evolutionstheorie leisteten lange Zeit den Erkenntnissen Pasteurs Widerstand. Aber
spätestens, als die forschende Wissenschaft die komplizierte Struktur der Zelle eines Lebewesens entdeckte,
wurde die Ungültigkeit der Behauptung, das Leben könne selbständig entstehen, deutlich.

Ergebnislose Bemühungen im 20. Jahrhundert


Der erste Evolutionist, der im 20. Jahrhundert das Thema über den Ursprung des Lebens behandelte, war
der bekannte russische Biologe Alexander I. Oparin. Er versuchte, mit einigen Thesen, die er im Jahre 1930
vorgebracht hatte, zu beweisen, dass die Zelle eines Lebewesens zufällig entstanden ist. Aber diese Arbeiten
endeten in der Erfolglosigkeit und Oparin war gezwungen, sich einzugestehen: " Leider bleibt der Ursprung der
Zelle weiterhin eine unbeantwortete Frage, die in der Tat der dunkelste Punkt in der gesamten Evolutionstheorie
ist. " 45
Die Evolutionisten, die Oparin folgten, versuchten Experimente durchzuführen, durch die das Thema
über den Ursprung des Lebens gelöst werden könnte. Die, die größte Anerkennung findende Studie über den
Ursprung des Lebens ist ein Versuch, der unter dem Namen Millers Experiment in die Annalen einging, und
der von dem amerikanischen Forscher Stanley Miller im Jahr 1953 durchgeführt wurde. Miller synthetisierte
einige organische Moleküle (Aminosäuren), die in den Strukturen der Proteine verwendet werden, indem er die
Gase, von denen er vermutete, sie seien in der ursprünglichen Atmosphäre vorhanden gewesen, in einem
Experiment vereinigt und dieser Mischung Energie zufügt.
In den folgenden Jahren sollte klar werden, dass dieses Experiment, das in jenen Jahren als ein wichtiger
Schritt angesehen wurde, keinerlei Gültigkeit besitzt und dass die Atmosphäre, die im Experiment verwendet
wurde, sich von den tatsächlichen Bedingungen der Erde ganz und gar unterscheidet.46
Nach einer langen Zeit des Schweigens hat auch Miller selbst eingestanden, dass die Atmosphäre, die er
im Experiment verwendet hat, nicht realistisch war.47
Alle evolutionistischen Bemühungen, die im 20. Jahrhundert durchgeführt wurden, um das Problem über
den Ursprung des Lebens zu erklären, endeten immer mit Erfolglosigkeit. Die folgende Aussage des
Geochemikers Jeffrey Bada vom Scripps Institute in San Diego macht die Hilflosig-keit der Evolutionisten
bezüglich dieses Engpasses deutlich:
Heutzutage, am Ende des 20 Jh. stehen wir immer noch dem selben größten ungelösten Problem
gegenüber das uns zu Beginn des 20 Jh. konfrontierte: Wie begann das Leben auf der Erde?48

Die Komplizierte Struktur des Lebens


Der Grund, warum sich die Evolutionstheorie beim Ursprung des Lebens in einer Sackgasse befindet, ist,
dass bereits die einfachsten lebendigen Organismen unglaublich komplizierte Strukturen besitzen. Die Zelle
eines Lebewesens ist noch komplizierter als alle technologischen Produkte, die die Menschheit je
hervorgebracht hat. Auch heute kann selbst in den bestausgerüsteten Laboratorien des 20. Jh. keine einzige Zelle
synthetisch bereitgestellt werden.
Die Anzahl der Bedingungen, die für die Entstehung einer Zelle erfüllt sein müssen, ist so groß, dass ihre
Entstehung mit Zufällen nicht erklärt werden kann. Die Wahrscheinlichkeit, dass die 500 Aminosäuren, aus
denen ein durchschnittliches Proteinmolekül besteht, in der richtigen Anzahl und Reihenfolge aneinandergefügt
sind, zusätzlich der Wahrscheinlichkeit, dass all die enthaltenen Aminosäuren ausschließlich linksdrehend und
durch Peptidbindungen verbunden sind ist "1" zu 10950. Aber in der Mathematik gelten Wahrscheinlichkeiten
die kleiner als 1 zu 1050 sind als "Nullwahrscheinlichkeit".
Das Molekül namens DNS jedoch, das im Zellkern jeder der 100 Trillionen Zellen in unserem Körper
verborgen liegt und die genetischen Daten aufbewahrt, ist eine unglaublich große Datenbank. Wollten wir die
Information, die in der DNS verschlüsselt ist niederschreiben, so müssten wir eine umfangreiche Bibliothek mit
900 Bänden von Enzyklopädien anlegen, deren jede 500 Seiten umfasste.
An dieser Stelle erhebt sich ein sehr interessantes Dilemma: Während sich die DNS nur mit Hilfe einiger
Enzyme vervielfältigen kann, die im Grunde genommen Proteine sind, kann die Synthese dieser Enzyme sich
nur durch bestimmte Information realisieren, die im DNS Code enthalten ist: Da diese nun gegenseitig
aufeinander angewiesen sind, müssen sie zum Zweck der Vervielfältigung entweder gleichzeitig koexistieren,
oder das eine muss vor dem anderen "geschaffen" worden sein. Dadurch gerät das Szenario, das Leben sei
selbständig entstanden, in eine Sackgasse.
In einem Artikel unter dem Titel "Der Ursprung des Lebens", der im Oktober 1994 in der Zeitschrift
American Scientist veröffentlicht wurde, gesteht Prof. Leslie Orgel diese Wirklichkeit so ein:
Es ist äußerst unwahrscheinlich, dass Proteine und Nukleinsäuren, die beide komplexe Strukturen
darstellen, zufällig zur gleichen Zeit und am gleichen Ort entstanden sind, und dennoch erscheint es unmöglich,
dass die einen ohne die anderen vorhanden sein können. Und somit mag man auf den ersten Blick gezwungen
sein zu folgern, dass das Leben in der Tat niemals durch chemische Mittel entstanden sein konnte.49
Wenn es nun unmöglich ist, dass das Leben durch Zusammenwirkung "natürlicher" Einflüsse entstanden
ist, dann muss man ohne Zweifel anerkennen, dass es auf "übernatürliche" Weise erschaffen worden ist. Diese
Tatsache erklärt die Evolutionstheorie ganz klar für nichtig, deren primäres Ziel es ist, die Schöpfung zu
widerlegen.

Die fingierten Mechanismen der Evolution


Der zweite wichtige Punkt, der die Theorie von Darwin für ungültig erklärt, ist, dass die zwei als
"evolutionäre Mechanismen" bezeichneten Begriffe, tatsächlich keine evolutionäre Kraft besitzen.
Darwin war der Erste, der behauptete, dass der Mechanismus der natürlichen Auslese evolutive Kräfte
beinhalte, und auf der Grundlage dieser Behauptung baute er dann seine ganze Theorie auf. Der Titel den er
seinem Buch gab, Der Ursprung der Spezien durch natürliche Auslese, deutet darauf hin, dass natürliche
Auslese die Grundlage der Theorie Darwins war.
Natürliche Selektion bedeutet die natürliche Auslese. Sie sagt aus, dass diejenigen Lebewesen, die den
natürlichen Verhältnissen ihrer Habitat besser angepasst sind, erfolgreich sein werden indem sie
überlebensfähige Nachkommen haben, während diejenigen die anpassungsunfähig sind, aussterben. Zum
Beispiel werden in einem Rudel von Rehen, das der Gefahr von wilden Raubtieren ausgesetzt ist, natürlicher
Weise diejenigen überleben, die schneller laufen können. Das ist wahr. Dieser Prozess wird jedoch niemals –
unabhängig davon wie lange er fortdauert – die Rehe in eine andere lebendige Spezies verwandeln. Die Rehe
werden immer Rehe bleiben.
Natürliche Auslese sondert lediglich die verkümmerten, schwachen und lebensunfähigen Individuen einer
Spezies heraus. Sie kann keine neue Art, neue genetische Information oder neue Organe herstellen, d.h., sie
kann keine evolutive Weiterentwicklung verursachen. Darwin akzeptierte diese Realität indem er äußerte:
"Natürliche Auslese vermag nichts zu tun, solange sich keine vorteilhaften Änderungen begeben." 50

Die Wirkung von Lamarck


Wie könnten diese "nützlichen Veränderungen" entstehen? Darwin versuchte, diese Frage mit der damals
vorherrschenden Wissenschaftsmentalität seiner Zeit zu beantworten, indem er sich auf dem französischen
Biologen Lamarck stützte. Laut Lamarck gaben Lebewesen die Charakterzüge, die sie sich während ihres
Lebens angeeignet hatten, von einer Generation an die nächste weiter, und entwickelten sich auf diese Weise
fort. Zum Beispiel entwickelten sich Giraffen von antilopenähnlichen Tieren indem sie ihre Hälse von
Generation zu Generation mehr streckten um höher und höher stehende Zweige als Nahrung zu erreichen.
Darwin bediente sich somit der von Lamarck vorgelegten These der "Weitergabe von Charakterzügen" als des
Umstandes, der die Lebewesen zur Evolution bewegt.
Darwin, der von diesem Denkansatz beeinflusst wurde, hat sich ein noch phantastischeres Beispiel
ausgedacht. In "Der Ursprung der Spezien" behauptete Darwin, dass sich Wale evolutiv aus Bären entwickelten,
die Schwimmversuche gemacht hatten!51 Die Wissenschaft des 20. Jh. hat gezeigt, dass dieses Szenario eine
Phantasie ist.
Die Vererbungsgesetze des österreichischen Botanikers Gregor Mendel haben die Behauptungen von
Lamarck und Darwin eindeutig widerlegt. Der zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstandene Wissenschaftszweig
der Genetik hat bewiesen, dass nicht erworbene Fähigkeiten, sondern nur die Gene von einer Generation auf die
Nächste übertragen werden. Auf diese Weise bleibt die natürliche Selektion völlig "isoliert" und als ein
unwirksamer Mechanismus im Raum stehen.

Neo-Darwinismus und Mutationen


Die Darwinisten haben zum Ende der 30er Jahre die "moderne synthetische Evolutionstheorie", mit
anderem Namen den "Neo-Darwinismus" aufgeworfen, um dieses Problem lösen zu können. Der Neo-
Darwinismus fügte neben der natürlichen Selektion die Mutationen als "Grund der nützlichen Änderungen" ein.
Gemeint sind die Beschädigungen, die im genetischen Material von Lebewesen durch äußere Einwirkungen wie
radioaktive Bestrahlung entstehen.
Das heute noch aktuelle Modell ist der Neo-Darwinismus. Diese Theorie behauptet, dass Millionen von
Arten der Lebewesen auf der Erde und ihre zahllosen komplizierten Organe wie das Ohr, das Auge, die Lunge,
der Flügel als Folge eines Prozesses entstanden sind, der auf sogenannten Mutationen, also auf genetischen
Störungen beruht. Dahingegen gibt es eine wissenschaftlich erwiesene Tatsache, die diese Theorie hilflos
erscheinen lässt: Die Mutationen lassen die Lebewesen nicht entwickeln. Im Gegenteil: Sie schädigen immer
das Lebewesen.
Der Grund dafür ist sehr einleuchtend: Die DNS hat eine sehr komplexe Struktur, und planlose Einflüsse
können dieser Struktur nur Schaden zufügen. B. G. Ranganathan erklärte:
Mutationen sind geringfügig, ungeplant und schädlich. Sie treten sehr selten auf, und die beste
Möglichkeit ist, dass sie wirkungslos bleiben. Diese vier Eigenschaften der Mutationen deuten darauf hin, dass
sie nicht zu evolutiver Fortentwicklung führen können. Eine planlose Änderung in einem hoch spezialisierten
Organismus ist entweder wirkungslos oder schädlich. Eine planlose Veränderung in einer Uhr kann die Uhr
nicht verbessern. Sie wird sie aller Voraussicht nach beschädigen, oder hat bestenfalls keine Auswirkung. Ein
Erdbeben bringt einer Stadt keine Verbesserungen, es bringt Zerstörung.52
Letztlich wurde bis heute kein einziges Beispiel einer Mutation beobachtet, welches das Erbgut
entwickelt hätte. Es wurde beobachtet, dass alle Mutationen schädigend sind. Wie man verstanden hat, ist eine
Mutation, die die Evolutionstheorie als "Evolutionsmechanismus" anzeigt, ein genetischer Vorgang, der in der
Wirklichkeit die Lebewesen nur zerstört, beschädigt. (Die am häufigsten vorkommende Einwirkung der
Mutation beim Menschen ist der Krebs.) Natürlich kann ein schädlicher Mechanismus kein "evolutionärer
Mechanismus" sein. Die natürliche Selektion jedoch kann "selbst nichts erschaffen", was auch Darwin
zugegeben hat. Da es keinen evolutionären Mechanismus gibt, kann ein utopischer Prozess wie die Evolution
nie stattfinden.

Die Versteinerungsfunde widerlegen die Evolution


Der deutlichste Beweis, dass das von der Evolutionstheorie beschriebene Szenario nie stattgefunden hat,
sind die Versteinerungsfunde.
Die Evolutionstheorie besagt, dass jede lebende Spezies von einem Vorgänger abstammt. Eine vorher
vorhandene Spezies verwandelte sich im Lauf der Zeit in etwas Anderes, und auf diese Weise sind alle ins
Dasein gekommen. Laut der Theorie erstreckt sich dieser allmähliche Wandlungsprozess über Millionen von
Jahren.
Wenn dem so wäre, hätten zahlreiche Übergangsarten in diesem langen Wandlungszeitraum vorhanden
sein und leben müssen.
Es müsste z.B. einige Halb-Fisch-Halb-Reptilien-Wesen in der Vergangenheit gegeben haben, die
zusätzlich zu dem, ihnen bereits eigenen Fischcharakter, einige reptilienhaften Eigenschaften angenommen
hatten. Oder es hätte einige Reptilienvögel geben müssen, die zusätzlich zu den ihnen innewohnenden
Reptileigenschaften einige Vogelmerkmale entwickelt hatten. Evolutionisten nennen diese Phantasiegeschöpfe,
von welchen sie glauben, dass es sie in der Vergangenheit gab, "Übergangsformen".
Hätten solche Tiere tatsächlich existiert, müsste es Millionen, und selbst Billionen von ihnen in Anzahl
und Sorten gegeben haben. Und wichtiger noch, die versteinerten Überreste solcher wunderlichen Wesen
müssten vorhanden sein. Die Anzahl dieser Übergangsformen hätte größer sein müssen als die der gegenwärtig
vorhandenen Tierarten, und ihre Überreste müssten über die ganze Erde verstreut auffindbar sein. In Der
Ursprung der Spezien erklärt Darwin:
Falls meine Theorie richtig ist, haben sicherlich zahllose Übergangsarten existiert, welche alle Arten der
gleichen Gattung eng miteinander verbanden... Folglich könnte der Nachweis ihrer vergangenen Existenz nur in
Versteinerungen gefunden werden.53
Die vergeblichen Hoffnungen von Darwin
Im Glauben an Darwins Prophezeiung haben die Evolutionisten auf ihrer Suche nach Versteinerungen seit
Mitte des 19. Jh. überall auf der ganzen Welt nach den fehlenden Gliedern gegraben. Trotz ihrer besten
Anstrengungen kamen bisher noch keine Übergangsformen ans Licht. Alle, durch Ausgrabungen erhaltenen
Fossilien zeigten, dass, ganz im Gegensatz zu den Überzeugungen der Evolutionisten, das Leben auf der Erde
unmittelbar und voll entwickelt erschien.
Ein berühmter britischer Paläontologe, Derek V. Ager gesteht diese Tatsache ein, obwohl er ein
Evolutionist ist:
Wenn wir den Fossilnachweis im Einzelnen untersuchen, ob auf der Ordnungs- oder Spezies-Ebene tritt
ein Punkt hervor: was wir immer und immerwieder finden ist nicht eine allmähliche Evolution, sondern eine
plötzliche Explosion einer Gruppe aufkosten einer anderen.54
Wie es nun wohl erkenntlich ist, deutet der Fossilnachweis darauf hin, dass Lebewesen sich nicht aus
niedrigen in höhere Lebensformen entwickelt haben, sondern dass sie stattdessen unmittelbar in einem
vollkommenen Zustand auftauchten. Aber das widerspricht genau den Erwartungen Darwins. Darüberhinaus ist
dies ein sehr wichtiger Beweis, der uns zeigt, dass die verschiedenen Arten von Lebewesen, erschaffen wurden.
Kurz gesagt: Lebewesen kamen nicht durch Evolution ins Dasein – sie wurden erschaffen. Douglas Futuyma,
ein bekannter evolutionistischer Biologe gesteht diese Tatsache ein, indem er äußert:
Organismen sind entweder vollkommen entwickelt auf der Erde aufgetreten, oder sie sind es nicht. Falls
sie das nicht taten, müssen sie sich aus einer zuvor bestehenden Spezies durch einen Wandlungsprozess
entwickelt haben. Falls sie in einem vollkommen entwickelten Zustand erschienen sind, müssen sie in der Tat
durch eine allmächtige Intelligenz erschaffen worden sein.55
Die Fossilien zeigen, dass die Lebewesen auf der Erde vollständig und in einer ausgezeichneten Weise
entstanden sind. Das heißt; "der Ursprung der Arten" ist im Gegensatz zu der Meinung von Darwin nicht die
Evolution, sondern die Schöpfung.

Das Szenario der menschlichen Evolution

Das Thema, welches die Anhänger der Evolutionstheorie am häufigsten ansprechen, ist der Ursprung des
Menschen. Die darwinistischen Postulate sagen aus, dass der heutige Mensch sich evolutiv aus einer Art
affenähnlichem Geschöpf entwickelt hat. Im Lauf dieses angeblichen evolutiven Prozesses, dessen
angenommener Beginn etwa 4 – 5 Millionen Jahre zurückliegt, soll es einige "Übergangsformen" zwischen dem
neuzeitlichen Menschen und seinen Vorfahren gegeben haben. Entsprechend dieses total imaginären Szenarios,
werden vier grundsätzliche Kategorien aufgeführt:
1. Australopithecine (Mehrzahl von Australopithecus)
2. Homo habilis
3. Homo erectus
4. Homo sapiens
Die Evolutionisten nennen den sogenannten ersten gemeinsamen Vorfahren des Menschen und Affen
"Australopithecus", was soviel wie "südafrikanischer Affe" bedeutet. Australopithecus, welches nichts anderes
als eine vorzeitliche, nun ausgestorbene Affengattung war, hatte verschiedene Arten. Lord Solly Zuckerman und
Prof. Charles Oxnard, zwei weltbekannte Anatomen aus England und den USA führten weitreichende
Forschungsarbeiten an verschiedenen Australopithecus Exemplaren durch, welche zeigten, dass diese
Geschöpfe mit den Menschen keine Ähnlichkeit haben.56
Die nächste Stufe der menschlichen Evolution wird von den Evolutionisten als "homo", d.h. "Mensch"
klassifiziert. Entsprechend der evolutionistischen Behauptung sind die Lebewesen der Homo-Serie höher
entwickelt, als Australopithecus, und nicht sehr unterschiedlich vom heutigen Menschen. Der neuzeitliche
Mensch, d.h. Homo sapiens hat sich angeblich im letzten Stadium der Evolution dieser Spezies herausgebildet.
Die Evolutionisten bilden ein imaginäres Evolutionsschema, indem sie die Fossilien, die zu unterschiedlichen
Lebewesen gehören, hintereinander aufstellen. Dieses Schema ist imaginär, weil es nie bewiesen wurde, dass es
in der Wirklichkeit zwischen diesen unterschiedlichen Arten einen evolutionären Zusammenhang gibt. Ernst
Mayr, der einer der wichtigsten Anhänger der Evolutionstheorie im 20. Jahrhundert ist, erkennt diese Tatsache
an, indem er sagt, dass "die Kette bis zum Homo sapiens tatsächlich fehlt".57
Indem die Evolutionisten die Evolutionskette in dieser Weise als "Australopithecine > Homo habilis >
Homo erectus > Homo sapiens" auslegen, besagen sie damit, dass jede dieser Spezien der Vorläufer der darauf
folgenden war. Die neuesten Entdeckungen einiger Paläo-Anthropologen haben jedoch enthüllt, dass
Australopithecine, Homo habilis und Homo erectus in verschiedenen Teilen der Welt zur gleichen Zeit
existierten.58
Überdies hat ein bestimmter Teil der als Homo erectus eingegliederten Menschen bis in sehr neuzeitliche
Epochen gelebt. Überdies lebten Homo sapiens neandertalensis und Homo sapiens sapiens (der Mensch der
Moderne) im selben geographischen Gebiet nebeneinander.59
Diese Situation macht die Behauptung, dass einer des anderen Nachkommen war offensichtlich zunichte.
Stephen Jay Gould, ein Paläontologe an der Harvard Universität, der, obwohl er selbst ein Evolutionist ist,
erklärt diese Sackgasse der Evolution folgendermaßen:
Was wurde aus unserer Stufenleiter, wenn es drei nebeneinander bestehende Stämme von Hominiden (A.
africanus, die robusten Australopithecine, und H. habilis) gibt, keiner deutlich von dem anderen abstammend?
Darüber hinaus zeigt keiner von ihnen irgendeine evolutive Neigung während ihres Daseins auf der Erde.60
Kurz gesagt: Das Szenario der menschlichen Evolution, deren Fortbestehen in den Medien oder in den
Lehrbüchern mit erdachten Konstruktionen von Lebewesen, halb Affe, halb Mensch, das heißt nur durch
Propaganda gesichert wird, besteht ganz und gar aus einem Märchen, welches jeder wissenschaftlicher
Grundlage entbehrt.
Einer der bekanntesten und angesehensten Wissenschaftler, Lord Solly Zuckermann, der dieses Thema
über lange Jahre erforscht und insbesondere über die Australopithecus-Fossilien 15 Jahre lang Untersuchungen
angestellt hat, kam zuletzt zu dem Schluss, dass es keinen tatsächlichen Stammbaum gibt, der von den
affenartigen Lebewesen bis zum Menschen hinreicht.
Zuckermann stellte auch ein sehr interessantes "Wissenschafts-Spektrum" auf. Er ordnete sein Spektrum
der Wissenschaften in einer Stufenleiter an, angefangen bei denen, die er für wissenschaftlich hielt bis zu denen,
die er als unwissenschaftlich erachtete. Entsprechend Zuckermanns Spektrum sind die "wissenschaftlichsten",
d.h. auf konkreten Daten beruhenden, wissenschaftlichen Gebiete die Chemie und Physik. Ihnen folgen die
biologischen und dann die sozialen Wissenschaften. Am Ende des Spektrums, welches den, als
"unwissenschaftlich" betrachteten Sektor ausmacht, stehen "übersinnliche Wahrnehmung" – Konzepte wie
Telepathie und Sechster Sinn – und letztlich "menschliche Evolution". Zuckermann erklärt diese
Gedankenführung:
Wir bewegen uns dann von dem Bestand objektiver Wahrheit in jene Bereiche angeblicher biologischer
Wissenschaft, wie übersinnliche Wahrnehmung oder die Interpretation der Fossilgeschichte des Menschen,
wo für den der glaubt, alles möglich ist – und wo der Tiefgläubige manchmal sogar in der Lage ist,
gleichzeitig verschiedene widersprüchliche Dinge zu glauben.61
Also besteht auch das Märchen über die menschliche Evolution daraus, dass manche Menschen, die an
ihre Theorien blindlings glauben, manche Fossilien mit Vorurteil interpretieren.

Die Technologie im Auge und im Ohr


Ein weiteres Thema, das die Evolutionstheorie ungeklärt lässt ist die hervorragende Aufnahmequalität des
Auges und des Ohrs.
Bevor wir uns dem Thema Auge zuwenden sei kurz auf die Frage "wie wir sehen" eingegangen.
Lichtstrahlen, die von einem Objekt ausgehen fallen seitenverkehrt auf die Netzhaut des Auges. Hier werden
diese Lichtstrahlen von speziellen Zellen in elektrische Impulse übersetzt und an einen winzig kleinen Punkt im
hinteren Teil des Gehirns weitergeleitet, der Sehzentrum genannt wird. Diese elektrischen Impulse werden in
jenem Gehirnzentrum nach einer Reihe von Prozessen als Bild wahrgenommen. Mit diesem technischen
Hintergrund wollen wir nun ein wenig darüber nachdenken.
Das Gehirn ist isoliert von jeglichem Licht. Das bedeutet, dass innerhalb des Gehirns absolute Dunkelheit
vorherrscht, und dass Licht keinen Zugang zu dem Ort hat wo das Gehirn sitzt. Der Ort, der als Sehzentrum
bekannt ist total finster und kein Licht gelangt jemals dorthin; es ist möglicherweise der finsterste Platz den man
sich vorstellen kann. Und dennoch erleben wir eine helle, leuchtende Welt inmitten dieser pechschwarzen
Finsternis.
Das Bild das im Auge und Sehzentrum geformt wird ist von solcher Schärfe und Deutlichkeit, die selbst
die Technologie des 20. Jh. nicht hervorbringen kann. Betrachten Sie beispielsweise nur das Buch das Sie lesen,
Ihre Hände mit denen Sie es halten, und dann erheben Sie Ihren Blick und schauen sich in Ihrer Umgebung um.
Können Sie durch irgend ein anderes Medium solch ein klares und deutliches Bild erhalten? Selbst die
bestentwickelten Fernsehbildschirme der größten Fernsehgeräte-Hersteller können Ihnen solch ein klares Bild
nicht geben. Es ist ein 3-dimensionales farbiges und äußerst scharfes Bild. Tausende von Ingenieuren sind seit
über 100 Jahren darum bemüht diese Schärfe hervorzubringen. Fabriken mit ungeheurem Arbeitsraum wurden
errichtet, eine Unmenge von Forschung wurde unternommen, Pläne und Designs wurden zu diesem Zweck
angefertigt. Werfen Sie nochmals einen Blick auf den Bildschirm und auf das Buch in Ihrer Hand, und beachten
Sie den Unterschied in der Bildqualität. Abgesehen davon zeigt sich auf dem Bildschirm ein 2-dimensionales
Bild ab wobei die Augen eine räumliche Perspektive mit wirklicher Tiefe geben. Wenn man genau hinsieht wird
man erkennen, dass das Fernsehbild zu einem gewissen Grad verschwommen ist, was sicherlich nicht auf die
Sicht gesunder Augen zutrifft.
Viele Jahre hindurch haben sich Zehntausende von Ingenieuren bemüht, 3-dimensionales Fernsehen zu
entwickeln und die Bildqualität des natürlichen Sehens zu erreichen. Sie haben zwar ein 3-dimensionales
Fernsehsystem entwickelt, doch die erwünschte Wirkung kann nur mit Hilfe von speziellen Brillen erzielt
werden, und fernerhin handelt es sich hierbei nur um eine künstliche Räumlichkeit. Der Hintergrund ist mehr
verschwommen und der Vordergrund erscheint wie Papierschablonen. Es war bisher nicht möglich ein scharfes
und deutlich abgegrenztes Bild wie das der natürlichen Sicht hervorzubringen. Sowohl in der Kamera als auch
auf dem Bildschirm vollzieht sich eine Einbuße der Bildqualität.
Die Evolutionisten behaupten, dass sich der Mechanismus, der dieses scharfe und deutlich abgegrenzte
Bild hervorbringt durch Zufall entwickelt hat. Was würden Sie nun denken, wenn jemand sagte, dass der
Fernseher in Ihrem Wohnzimmer sich als Ergebnis eines Zufalls bildete, dass alle Atome aus denen er besteht
sich aufs Geratewohl zusammenfanden und dieses Gerät aufbauten, das ein Bild hervorbringt? Wie können
Atome das zustande bringen, was Tausende von Menschen nicht können?
Wenn ein Apparat, der ein primitiveres Bild erzeugt als das Auge sich nicht durch Zufall gebildet haben
konnte, konnte sich offensichtlich das Auge samt des Bildes, das es wahrnimmt um so weniger durch Zufall
gebildet haben.
Die gleiche Situation herrscht beim Ohr vor. Das äußere Ohr fängt die vorhandenen Töne durch die
Ohrmuschel auf und leitet sie zum Mittelohr weiter. Das Mittelohr übermittelt die Tonschwingungen indem sie
sie verstärkt. Das Innenohr übersetzt diese Schwingungen in elektrische Impulse und leitet sie zum Gehirn.
Analog wie beim Auge vollzieht sich die Höraktion im Hörzentrum des Gehirns.
Die gleiche Situation wie die des Auges trifft auch auf das Ohr zu, d.h. das Gehirn ist gegen Ton genauso
wie gegen Licht isoliert, es lässt keinen Ton eindringen. Daher herrscht innerhalb des Gehirns absolute Stille,
unabhängig davon wie laut es Außen auch sein mag. Nichtsdestoweniger vernimmt man die schärfsten Töne im
Gehirn. Im Gehirn, das gegen jegliche Laute isoliert ist hört man die Symphonien eines Orchesters und den
Lärm einer belebten Straße. Falls die Lautstärke innerhalb des Gehirns jedoch zu dem entsprechenden Zeitpunkt
mit einem hochempfindlichen Gerät gemessen würde, würde sich zeigen, dass dort vollständige Stille
vorherrschte.
Wir wollen wiederum einen Vergleich zwischen der hohen Qualität und der überragenden Technologie
mit denen das Gehör ausgestattet ist, und der vom Menschen entwickelten Technologie anstellen. Wie im Falle
der Bildtechnik werden seit Jahrzehnten Anstrengungen unternommen eine originalgetreue Qualität in der
Tonwiedergabe zu erzeugen. Die Ergebnisse dieser Bemühungen sind Tonaufzeichnungsgeräte, Hi-Fi Systeme
und tonempfindliche Systeme. Trotz all dieser Technologie und der Bemühungen von Tausenden von
Ingenieuren und Fachleuten, die sich damit beschäftigen ist bisher noch keine Tonwiedergabe gelungen, die die
gleiche Schärfe und Klarheit hätte wie die akustische Wahrnehmung des Ohrs. Man wähle ein Hi-Fi System der
höchsten Qualität, das vom größten Hersteller in der Akustik-Industrie hergestellt wird – selbst in diesen
Geräten geht ein Teil der Tonqualität bei der Aufzeichnung verloren, und wenn das System angeschaltet wird ist
immer ein leises Nebengeräusch vorhanden bevor die Tonwiedergabe beginnt. Die akustische Wahrnehmung
dagegen, die durch die Technologie des menschlichen Körpers erzeugt wird, ist äußerst scharf und klar. Ein
gesundes menschliches Ohr vernimmt Töne niemals begleitet von Rauschen oder atmosphärischen
Nebengeräuschen wie ein Hi-Fi Gerät sie hervorbringt; es nimmt den Ton genau so wahr wie er ist, scharf und
deutlich. Dies ist immer so gewesen seit der Erschaffung des Menschen.
Es ist offensichtlich, dass das Auge, das Ohr und in der Tat alle anderen Teile des menschlichen Körpers
die Erzeugnisse einer Schöpfung höherer Ordnung sind. Dies sind augenscheinliche Hinweise auf Allahs
einzigartige und unvergleichbare Schöpfung, Sein zeitloses Wissen und Seine unbegrenzte Macht.

Ein materialistischer Glaube

Was wir bis hierher untersucht haben, zeigt uns, dass die Evolutionstheorie eine Behauptung ist, die mit
den wissenschaftlichen Erfindungen ganz deutlich in Widerspruch steht. Die Behauptung der Theorie über den
Ursprung des Lebens widerspricht der Wissenschaft vollkommen, die von dieser Theorie vorgebrachten
evolutionären Mechanismen haben keine evolutionäre Wirkung und die Fossilien zeigen, dass die
Übergangsformen überhaupt nie existiert haben. In einem solchen Fall sollte die Evolutionstheorie als ein
unwissenschaftlicher Gedanke angesehen werden. Ebenso, wie man in der Vergangenheit viele Gedanken, wie
Universumsmodell nach dem die Erde das Zentrum des Universums bildet, heute nicht mehr zur Debatte.
Aber die Evolutionstheorie wird mit Beharrlichkeit verteidigt. Einige Menschen versuchen sogar den
Eindruck zu erwecken, dass es ein wissenschaftlicher Angriff sei, diese Theorie kritisch zu beurteilen. Aber
warum?...
Der Grund dafür ist, dass die Evolutionstheorie für manche Menschen ein dogmatischer Glaube ist, der
nicht aufgegeben werden kann. Diese Menschen haben eine blinde Verbundenheit gegenüber dieser
materialistischen Philosophie und sie nehmen den Darwinismus an, weil er die einzige Erklärung für die Natur
ist.
Interessanterweise gestehen die entsprechenden Wissenschaftler diese Tatsache von Zeit zu Zeit. Richard C.
Lewontin, ein bekannter Genetiker der Harvard Universität und ein überzeugter Evolutionist gibt in den folgenden
Worten zu, dass er "an erster Stelle Materialist, und dann erst Wissenschaftler ist":
Nicht dass uns die Methoden und Institutionen der Wissenschaft irgendwie zwängen, eine materielle
Erklärung des gestalteten Universums zu akzeptieren, sondern im Gegenteil sind wir durch unser eigenes a
priori Festhalten an materielle Ursachen gezwungen, einen Untersuchungsmechanismus und eine Auswahl von
Konzepten zu schaffen, die materielle Erklärungen hervorbringen, ungeachtet dessen wie intuitionsfeindlich,
wie verwirrend für den Uneingeweihten sie sein mögen. Überdies ist der Materialismus absolut, daher können
wir keinen göttlichen Fuß in der Türe erlauben." 62
Diese Worte sind die deutlichen Aussagen darüber, dass der Darwinismus ein Dogma ist. Dieses Dogma
nimmt an, dass ausser der Materie nichts existiert. Aus diesem Grund wird geglaubt, dass die unbelebte,
unbewusste Materie das Leben erschaffen hat. Es wird angenommen, dass Millionen von Arten der Lebewesen
zum Beispiel Vögel, Fische, Giraffen, Tiger, Insekten, Bäume, Blumen, Wale und Menschen durch Reaktionen
der Materie innerhalb sich selbst, nämlich durch Regen und Blitz aus der unbelebten Materie entstanden sind!
Dies jedoch ist eine Annahme, die sowohl dem Verstand als auch der Wissenschaft widerspricht. Aber die
Darwinisten beharren darauf, diese Annahme zu verteidigen, damit eine göttliche Erklärung keinen Platz findet.
Jeder, der den Ursprung der Lebewesen nicht mit materialistischem Vorurteil erforscht, wird diese klare
Tatsache erkennen: Alle Lebewesen sind die Werke eines Schöpfers, Der eine überlegene Macht und Verstand
besitzt. Dieser Schöpfer ist Allah, Der das ganze Universum aus einem Nichts erschaffen, es in einer
ausgezeichneten Weise geordnet und auch alle Lebewesen geformt hat.
Preis Dir, wir haben nur Wissen von dem, was Du uns lehrst;
Du bist der Wissende, der Weise.
(Sure al-Baqara, 32)

ANMERKUNGEN

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10Prof. Thomas Arnold, The Spread of Islam in the World, A History of Peaceful Preaching, S. 71 f.
11.L. Browne, The Prospects of Islam, S. 11 ff.
12. John L. Esposito, Islam: The Straight Path, S. 33 f.
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24. Prof. Thomas Arnold, The Spread of Islam in the World, A History of Peaceful Preaching, S. 56
25. John L. Esposito, Islam: The Straight Path, S. 59
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