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Tobias Müller 26.

Juli 2010

Strafarbeit
I. Das Geschehen:

Donnerstag, 15. Juli 2010. Es sollte ein ganz normaler Tag werden und niemand rechnete
damit, dass in einer Freiburger Schule eine Gruppe Jugendliche einen gewaltigen Fehler
begehen würden.
Französisch bei Frau Bezzel, 3 + 4 Stunde, Raum 403, ca. 11 Uhr. Es war im Vergleich zu den
vergangenen Tagen von den Temperaturen her ein relativ angenehmer Tag.
Da das Schulgebäude der Richard Fehrenbach Gewerbeschule allerdings mit alten Fenstern
und einer schlechten Fassaden Isolierung ausgestattet ist staut sich die Hitze grade in den
oberen Stockwerken oft extrem an, sodass die Fenster und Türen in den Klassenzimmern
geöffnet werden müssen das ein Luftzug entsteht der für ein wenig Abkühlung sorgt. So war
es auch am Donnerstag in Raum 403 der Fall und alle vier Fenster waren geöffnet.
Die französisch Lehrerin Frau Bezzel hat sich vorgenommen in der letzten viertel Stunde, was
sich als einen viel zu knappen Zeitraum feststellte, die Kursnoten jedem Schüler einzeln
mitzuteilen. Auf Wunsch der Klasse TG 12/2 führte sie dies in Ruhe vor dem Klassenzimmer
durch, das sie dabei ihre Aufsichtspflicht verletzt war ihr anscheinend nicht bewusst.
Die Klasse TG 12/2 ist als Problemklasse schulbekannt, was an der großen Anzahl an Jungs
liegt die gerne und oft den Unterricht stören und auf hirnrissige Ideen kommen.
Frau Bezzel versorgte die Klasse mit einem Arbeitsauftrag und widmete sich dann
alphabetisch jedem Schüler um die Note bekannt zu geben.
Es dauerte nicht lang da fing ein Großteil der Klasse damit an Sachen wie zum Beispiel Kreide
sich gegenseitig anzuwerfen.
Bis ein paar Schüler ein nichtverwendetes, ca. 10 Meter langes LAN-Kabel der Sorte Cat 5e,
welches vorne an der Wand befestigt war und nach hinten ins rechte Eck des
Klassenzimmers verlegt war, fanden. Das Kabel ist schätzungsweiße dafür gedacht den im
Klassenzimmer hinten stehenden Computer eine Anbindung ans Schulnetzwerk zu
ermöglichen.
Da die Fenster ja im Klassenzimmer geöffnet waren hatten die Schüler die Idee das LAN
Kabel aus einem Fenster herabzulassen. Erst ohne etwas heran zuknoten später wurden
dann zwei Sportbeutel, welche die Schüler jeden Donnerstag mit zur Schule nehmen da am
Nachmittag Sportunterricht stattfindet, dran gebunden. Am Ende sogar ein Besen der für die
Reinigung des Klassenraumes bestimmt ist. Die Schüler knoteten die Gegenstände jeweils
einzeln nacheinander dran und ließen diese, belächelnd ungefähr 8-9 Meter am Südflügel
der Schule herab.
Die Gegenstände wurden jedoch ordentlich von den Schülern festgeknotet, so dass sich ein
Lösen der Gegenstände fast ausschließen lässt.
Auch beim Kabel, was aus 8, 0,6mm Adern die jeweils zu 4 Aderpaaren verdrillt sind und von
einem Schirm der aus Metallfolie oder einem Drahtgeflecht besteht plus den Kabelmantel
der das ganze Geflecht umgibt und aus PVC besteht, kann man ein reisen des Kabels so gut
wie ausschließen. Was allerdings passieren hätte können wenn sich beispielsweiße der
Besen gelöst hätte, wird in Teil II des Berichtes geschildert.

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Tobias Müller 26. Juli 2010

II. Was passieren hätte können:

Hätte sich der Besen von dem aus dem Fenster hängenden LAN Kabel gelöst und wäre einem
zufällig genau in dem selben Moment, sich lebensmüde aus dem einen in Frage kommenden
Fenster in Stockwerk 1 hängenden Schüler auf den Kopf oder ins Genick gefallen hätte dies
folgende Auswirkungen.

Zum einen hätte der oder die Schüler/-in einen Wirbelbruch, genauer einen Halswirbelbruch,
erleiden können.
Die Wirbelsäule besteht aus sieben Halswirbeln, zwölf Brustwirbeln und fünf Lendenwirbeln.
Aus fünf Kreuzbeinwirbeln, die miteinander verschmolzen sind, besteht das Kreuzbein, an
das sich das Steißbein anschließt, welches aus drei bis vier Wirbeln entstanden und meist
nur noch rudimentär vorhanden ist.
Ungefähr 5 Prozent aller Wirbelfrakturen sind Brüche im Halswirbelbereich. Die ersten zwei
Halswirbel haben eine besondere Form und Funktion. Sie tragen den Schädel und erlauben
die Drehbewegung des Kopfes. Der erste Halswirbel hat keinen richtigen Wirbelkörper
sondern insgesamt eine Ringform.
Brüche dieses Ringes sind häufig von Bandverletzungen begleitet.
Eine alleinige Ruhigstellung reicht zur Heilung der Bandverletzungen nicht aus, deshalb
erfolgt in diesen Fällen eine direkte Verschraubung der Gelenke zwischen Atlas und
Hinterkopf.
Sind nur die Atlasbögen gebrochen, erfolgt die Therapie meist konservativ, also nicht
operativ. Dazu wird der Kopf mit einem so genannten Fixateur ruhig gestellt.
Hierzu werden Schrauben von außen in die Schädeldecke gedreht und über Stäbe mit einer
Weste an den Schultern so verbunden, das keine Bewegung der Halswirbelsäule mehr
möglich ist. Ist der hintere Anteil des Atlasbogens gebrochen, kann auch die Ruhigstellung
mit einer Halskrawatte ausreichend sein.
Der zweite Halswirbel hat einen nach oben gerichteten Zahn, der in den Ring des Atlas
hineinreicht. Brüche dieses Zahns werden meist verschraubt, anschließend erfolgt die
Ruhigstellung in einer Kunststoffkrawatte für sechs Wochen.
Brüche am Bogen dieses Halswirbels können meist konservativ behandelt werden.
Wirbelkörper-Einbrüche mit keilförmiger Erniedrigung lassen sich meist nicht geschlossen
aufrichten und müssen in der Regel operiert werden.
Die operative Therapie besteht in diesem Fall in der Entfernung der zerrissenen
Bandscheibe, dem Einsetzen eines sogenannten Knochenspans (der aus dem Beckenkamm
entnommen wird) und der dauerhaften Verbindung zu den benachbarten Wirbeln zur
Stabilisierung.

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Tobias Müller 26. Juli 2010

Zum anderen hätte der Besen auch auf den Kopf fallen können was eine Schädelverletzung
zur Folge haben kann.
Schädelverletzungen sind häufig das Resultat von Unfällen im Sport, Verkehrstraumata oder
Haushaltsunfällen. In allen diesen Fällen erfolgt, wie beispielsweise auch beim schweren,
äußerlich einwirkenden Schlag immer eine Gewalteinwirkung.
Betroffen sind bei der Kopfverletzung immer äußere und innere Bereiche, beispielsweise die
Schädelknochen oder Teile des Gehirns. Hierbei werden beispielsweise eine
Gehirnquetschung, eine Gehirnerschütterung oder eine Gehirnprellung diagnostiziert.
Schädelverletzungen können als Prellungen oder offene Wunden zutage treten. Auch
Platzwunden am Kopf gelten als Kopfverletzungen.
Die Symptomatik der einzelnen Kopfverletzungen ist recht umfangreich, sie reicht von
Schwindelgefühl, Übelkeit und Brechreiz bis hin zu neurologischen Ausfällen,
Kopfschmerzen, Schwellungen im Gesichts- und Schädelbereich, Bewusstlosigkeit oder
Sprachstörungen. Bei speziellen Knochenfrakturen im Bereich des Kopfes treten deutliche
Symptome, wie beispielsweise Blutungen aus dem Gehörgang, Kieferschlussstörungen,
Sensibilitätsstörungen oder Sehstörungen zutage. Bei Hirnblutungen sind die Symptome
dramatisch und können sich in Atemstillstand und Bewusstseinsverlust äußern.
Die Diagnostik umfasst hierbei viele Möglichkeiten, um Gefahren und Spätfolgen
auszuschließen. Die Therapie beginnt bei einer Kopfverletzung bei der Ersten Hilfe und der
Notfallversorgung. Schädelbrüche werden operativ versorgt durch mechanische Hilfsmittel,
beispielsweise Platten oder Schrauben.
Das Einnehmen von Schmerzmedikamenten und Antibiosen unterstützt die Therapie.
Bei Gehirnverletzungen ist eine entsprechende Atemüberwachung und Atemstabilisierung
notwendig. Auch die operative Senkung des Hirninnendrucks und die Entfernung innerer
Blutungen gehören zur Versorgung von Kopfverletzungen.
Kopfverletzungen bedürfen immer einer intensiven Nachbehandlung, da sie je nach
Intensität das Problem der Spätfolgen beinhalten. Häufig sind neurologische
Beeinträchtigungen, beispielsweise Schädigungen der sensiblen oder motorischen
Nervenbahnen unter Entstehung von Lähmungen oder anderen Ausfallerscheinungen die
Folge.

III. Fazit:

Wenn man sich die möglichen Folgen so einer Tat klarmacht, dann stellt man fest wie
überflüssig und infantil diese Aktion doch war!

Für meine Beteiligung an dieser Tätigkeit möchte ich mich bei Ihnen, Herr Frey ganz
aufrichtig entschuldigen.

Tobias Müller
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