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GAFOR-Gebietsvorhersagen für den Segelflug

Inhalt

1.

Gebietsvorhersagen für ein bestimmtes GAFOR-Gebiet

2

2.

Auswahl der Gebietsvorhersage für ein bestimmtes GAFOR-Gebiet

2

2.1.

Gebietsvorhersagen für Segelflieger

4

3.

Informationen zu den Daten

5

3.1.

Astronomische Daten

5

3.2.

Bodenwerte und Höhenwinde für einen repräsentativen Ort im jeweiligen GAFOR-Gebiet

5

3.3.

Thermikangaben und Wetter

6

4.

Hintergründe zu den Modelldaten

8

4.1

MOS (Model Output Statistics)

8

4.2

ICON-Modell des DWD

9

4.3

TOPTHERM

9

5.

Kontakt

9

1.

Gebietsvorhersagen für ein bestimmtes GAFOR-Gebiet

Für jedes GAFOR-Gebiet in Deutschland werden in Tabellenform rein modellgestützte Vorhersageparameter (wie z.B. Wind, Wetter, Temperatur, Thermik) automatisiert und in einer zeitlichen Auflösung von einer bis maximal drei Stunden dargestellt.

Vorhersagen für den Segelflug werden nur im Zeitraum vom 1.3. bis 31.10. zur Verfügung gestellt.

2. Auswahl der Gebietsvorhersage für ein bestimmtes GAFOR- Gebiet

der Gebietsvorhersage für ein bestimmtes GAFOR- Gebiet Abbildung 1: GAFOR-Auswahlkarte Abbildung 2: GAFOR-Gebiete

Abbildung 1: GAFOR-Auswahlkarte

ein bestimmtes GAFOR- Gebiet Abbildung 1: GAFOR-Auswahlkarte Abbildung 2: GAFOR-Gebiete mit Referenzstationen Aus einer

Abbildung 2: GAFOR-Gebiete mit Referenzstationen

Aus einer GAFOR-Karte (Abb. 1) wird das jeweilige GAFOR-Gebiet durch Klicken ausgewählt. Danach

erscheinen die

Die Vorhersageparameter beziehen sich auf einen für das GAFOR Gebiet repräsentativen Standort.

Die zu einem GAFOR-Gebiet gehörenden Standorte sind in Abb. 2 eingetragen.

flugmeteorologischen Informationen in tabellarischer Form.

Eine Liste mit den GAFOR-Gebieten und allen Referenzstationen zeigt Abbildung 3.

Abbildung 3: Liste mit Referenzstationen

Abbildung 3: Liste mit Referenzstationen

2.1.

Gebietsvorhersagen für Segelflieger

Die nachfolgende Abbildung zeigt ein Beispiel für das GAFOR-Gebiet 05 (Nordwestliches Niedersachsen)

für das GAFOR-Gebiet 05 (Nordwestliches Niedersachsen) Abbildung 4: Gebietsvorhersage für Segelflieger für das

Abbildung 4: Gebietsvorhersage für Segelflieger für das GAFOR-Gebiet 05 (Nordwestliches Niedersachsen)

3.

Informationen zu den Daten

Die Vorhersagen gliedern sich in 3 Bereiche:

Zu Beginn erfolgen die Astronomischen Daten

Es folgen die Bodenwerte und Höhenwinde

Im letzten Teil werden Thermikangaben und Aussagen über das Wetter getroffen

3.1. Astronomische Daten

Es erfolgen Angaben zu Sonnenauf- und –untergang sowie Beginn und Ende der bürgerlichen Dämmerung.

sowie Beginn und Ende der bürgerlichen Dämmerung. Abbildung 5: Astronomische Daten für die Referenzstation

Abbildung 5: Astronomische Daten für die Referenzstation

3.2. Bodenwerte und Höhenwinde für einen repräsentativen Ort im jeweiligen GAFOR-Gebiet

Die Bodenwerte stammen aus dem MOS (Model Output Statistics). Weitere Informationen finden Sie unter 4.1. in der Beschreibung.

In Zeitintervallen von 1 Stunde werden die Bodenwerte für die meteorologischen Parameter:

Bodenwind (Richtung, Geschwindigkeit, Böen) und

QNH dargestellt.

Bodenwerte für Bremen Flughafen

und  QNH dargestellt. Bodenwerte für Bremen Flughafen Abbildung 6: Bodenwerte für die Referenzstation Die Angabe

Abbildung 6: Bodenwerte für die Referenzstation

Die Angabe der Windrichtung erfolgt 3-stellig in Grad. Der Mittelwind und die Windböen werden 2-stellig in km/h angegeben. Dabei erfolgt eine farbige Unterlegung, wenn bestimmte Schwellenwerte überschritten werden.

Die Einfärbung des Mittelwindes und der Windböen erfolgt nach folgenden Kriterien:

Schwellenwerte

< 25 km/h

≥ 25 bis ≤ 34 km/h

35 bis ≤ 54 km/h

55 km/h

Abbildung 7: Schwellenwerte für Bodenwind

Nachfolgend werden in einer Tabelle die Höhenwinde, für den Höhenbereich 1000 M AMSL und 1500 M AMSL, in 3-stündiger Auflösung aufgeführt.

Höhenwinde

M AMSL, in 3-stündiger Auflösung aufgeführt. Höhenwinde Abbildung 8: Höhenwinde für GAFOR-Gebiet Es erfolgt als

Abbildung 8: Höhenwinde für GAFOR-Gebiet

Es erfolgt als erstes die Angabe der Windrichtung auf 10° gerundet in 3 stelliger Angabe. Nach dem Querstrich wird die Windgeschwindigkeit auf 5 KT gerundet angegeben.

Die Angabe des Höhenwindes erfolgt aus dem ICON-Modell des DWD.

3.3. Thermikangaben und Wetter

Im letzten Teil der Vorhersage werden Angaben zu Thermik und Wetter getroffen. Die Vorhersage erfolgt für den heutigen und den nachfolgenden Tag in einstündiger Auflösung zwischen 6 und 18 UTC. Die Informationen werden aus dem Modell TOPTHERM verwendet. Informationen zu TOPTHERM finden Sie in diesem Dokument unter 4.3.

Es werden Aussagen über:

mittleres Flugzeugsteigen (meteorologische Steigen minus Eigensinken im Kreisflug)

PFD (potentielle Flugdistanz),

Arbeitshöhe

Bedeckung der hohen, mittelhohen und tiefen Bewölkung,

Temperatur

Taupunkt und

Wetter

Sowie über Thermikbeginn, -ende und PFD gesamt getätigt.

Sowie über Thermikbeginn, -ende und PFD gesamt getätigt. Abbildung 9: Thermikangaben aktueller Tag für

Abbildung 9: Thermikangaben aktueller Tag für Referenzstation

Abbildung 9: Thermikangaben aktueller Tag für Referenzstation Abbildung 10: Thermikbeginn und Ende für Referenzstation

Abbildung 10: Thermikbeginn und Ende für Referenzstation

Das mittlere Steigen oder auch Thermikgüte genannt wird in m/s für die jeweilige Stunde angegeben. Die farbliche Einstufung kann in der nachfolgenden Tabelle nachgelesen werden.

Thermikgüte und PFD gesamt werden für Segelflieger nach folgenden Kriterien farblich unterlegt:

Thermikgüte (mittl. Steigen)

PFD 2 Stunden

PFD gesamt

sehr gut

(> 2,5 m/s)

≥ 100 km

> 600 km

gut

( >1,5 - 2,5 m/s)

67

- 100 km

400

- < 600 km

mäßig

(> 0,5 - 1,5 m/s)

34

- 66 km

200

- < 400 km

gering

(< 0,5 m/s)

9 - 33 km

50 - < 200 km

keine

 

< 9 km

< 50 km

Abbildung 11: Farbgebung für Thermikgüte

Die potentielle Flugdistanz wird für die jeweilige Stunde in Kilometer angegeben und ist ebenfalls farblich unterlegt. Zusätzlich finden Sie eine Aussage über die gesamte potentielle Flugdistanz die an dem Vorhersagetag zurückgelegt werden kann.

Die Arbeitshöhe wird in FT AMSL angegeben. Nachfolgend wird der Bedeckungsgrad der hohen, mittelhohen und tiefen Bewölkung in Achtel vorhergesagt. 0/8 bedeutet dabei wolkenlos und 8/8, dass der Himmel ganz bedeckt ist. Die Temperatur und der Taupunkt werden in Grad Celsius, in ganzen Grad vorhergesagt. In der letzten Zeile erfolgt die Angabe des Wetters. Hier wird die ICAO-Einstufung verwendet. Folgende Wetterelemente können vorkommen:

Wetterelement

Bezeichnung

Wetterelement

Bezeichnung

RA

Regen

SHGS

Graupelschauer

DZ

Sprühregem

SHGR

Hagelschauer

RADZ

Regen mit Sprühregen

TSGR

Gewitter mit Hagel

DZRA

Sprühregen mit Regen

TSGS

Gewitter mit Graupel

FZRA

Gefrierender Regen

TSSN

Gewitter mit Schnee

FZDZ

Gefrierender

TSRA

Gewitter mit Regen

Sprühregen

SN

Schnee

FG

Nebel

SNRA

Schneeregen

FZFG

Gefrierender Nebel

RASN

Regen mit Schnee

SS

Sandsturm

BLSN

Schneetreiben

DS

Dunststurm

SHRA

Regenschauer

PL

 

SHSN

Schneeschauer

FC

Tornado

Abbildung 12: Tabelle mit Signifikantem Wetter

Für Thermikbeginn und -ende gelten folgende Grenzwerte:

 

Steigwerte erste 200 Schicht ≥ 0.5 m/s UND Steigwerte 200-600 m AGL ≥ 1.0 m/s ODER Mittleres Steigen ≥ 1.0 m/s

Thermikbeginn

 
 

Steigwerte erste 200 Schicht < 0.5 m/s ODER Steigwerte 200-600 m AGL < 1.0 m/s ODER Mittleres Steigen < 1.0 m/s

Thermikende

 

Abbildung 13: Definition Thermikbeginn und Ende Segelflug

4.

Hintergründe zu den Modelldaten

4.1 MOS (Model Output Statistics)

Das MOS basiert auf das IFS (Integrated Forecast System) des EZMW-Modells (Europäisches Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage). Das MOS interpretiert und korrigiert numerische Modellvorhersagen für spezielle Orte durch Anwendung statistischer Beziehungen zwischen früheren Vorhersagen dieser Modelle und

tatsächlichen Beobachtungen an den Stationen. Man kann die Fähigkeit der Vorhersagemodelle nutzen, Strömungsmuster der Atmosphäre gut vorherzusagen und lokale Besonderheiten der

Stationen integrieren. Gleichzeitig werden die Fehler der korrigiert.

Modelle

Gleichzeitig werden die Fehler der korrigiert. Modelle Abbildung 14: Schema Model Output Statistics (MOS)

Abbildung 14: Schema Model Output Statistics (MOS)

Datenbasis:

Die Vorhersagen basieren auf folgenden Beobachtungs- und Modelldaten:

METAR Beobachtungen (halbstündlich)

SYNOP Beobachtungen (halbstündlich)

RADAR-Reflektivitäten: PM-Kompositprodukt (Europa 2km x 2km)

Blitzortungsdaten (nowcast, Europa)

IFS Modellvorhersagen des EZMW (2x täglich; 00 u. 12 UTC-Lauf)

Diese Produkte unterliegen einer ständigen Qualitätskontrolle. Aufgrund der ganz anderen Art der Datengewinnung sind solche MOS-Vorhersagen einem reinen Modeloutput in der Regel überlegen.

4.2

ICON-Modell des DWD

Der DWD entwickelt und betreibt verschiedene numerische Wettervorhersagemodelle für die globalen und regionalen Vorhersagen. Das ICON-Modell (ICON = ICOsahedral Nonhydrostatic) ist das neue globale Vorhersagemodell in der Modellkette des DWD. Im globalen ICON ist für Europa das höher aufgelöste ICON-EU- Nestgebiet für die regionale Vorhersage eingebettet. Dieses dient als Basis für das Postprocessingverfahren TOPTHERM, welches als sogenanntes Anschlussverfahren weitere Parameter, die für den Segelflug interessant sind, berechnet und optimiert. Weitere Informationen finden Sie hier.

4.3 TOPTHERM

TOPTHERM beschreibt ein sogenanntes Postprocessing-Verfahren, welches auf der Basis eines allgemeinen Wettermodells (hier: ICON-Modell des Deutschen Wetterdienstes) mithilfe spezieller Algorithmen die reinen Modellvorhersagen für einen speziellen Anwendungsbereich verbessert. Im vorliegenden Fall werden mit Hilfe des Verfahrens TOPTHERM für insgesamt 384 Gebiete in Europa spezielle Vorhersagen für den Segelflug berechnet. In Deutschland stimmen diese TOPTHERM-Gebiete im Wesentlichen mit den GAFOR-Gebieten überein. Weitere Informationen finden Sie hier.

5. Kontakt

Deutscher Wetterdienst, Abteilung Flugmeteorologie, Frankfurter Str. 135, 63067 Offenbach Stand: Mai 2017

Anregungen und Fragen bitte an:

Per E-Mail: luftfahrt@dwd.de Wir helfen Ihnen per E-Mail auf schnellstem Weg weiter.

Per Telefon: +49 (0)69 8062 2695 Sie erreichen diese Telefonnummer während der normalen Bürodienstzeiten.

Per Telefax: +49 (0)69 8062 11925 oder +49 (0)69 8062 2014