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Referent: Marcel Kleufer

Seminar: Verschwrungstheorien, 18.-20. Jh.


Dozentin: Dr. Ute Caumanns
SoSe 2017, Heinrich-Heine-Universitt Dsseldorf
Datum: 23.5.2017

Ritualmordlegenden

auch: Blutbeschuldigung
zentrales judenfeindliches Stereotyp der Geschichte
Aufkommen im 12. Jahrhundert, Vorkommen noch heute
rasche Verbreitung; Entladung in Gewaltexzessen
Weiterleben trotz Widersprchen und Widerlegungen

angebliche Grnde: Blut sei dem Gott des Alten Testaments gefllig; Nutzen
fr Magie und Medizin
klassische Motive:
unschuldiger Knabe als Opfer
Aufkommen zum Osterfest (Backen von Mazzen)
Entfhrung oder Kauf der Opfer
Veralbern der Passion Christi
basiert auf Projektion seitens der Beschuldiger
Zusammenhang: Realprsenz Christi in Wein und Brot
keine reelle Basis seitens der Opfer

Zusammenhang zu modernen Verschwrungstheorien


Strukturmerkmale: gemeinsames Wissen einer Gruppe; Kommunikation
und Organisation; planende und wissende Elite; feindselige Versammlung
und Zirkel; konspirative Partner und Agenten
Transformation des Antisemitismus: aus Blut wird Geld; Blut saugenden
Juden zu raffenden Juden; konspirativer Zirkel zu Weltverschwrung

Literatur:

Erb, R. (1995), Der 'Ritualmord', in: Schoeps, J. H. / Schlr, J. (Hgg.): Antisemitismus.


Vorurteile und Mythen, Mnchen, 7479.
Rohrbacher, S. / Schmidt, M. (1991), Judenbilder. Kulturgeschichte antijdischer Mythen
und antisemitischer Vorurteile, Hamburg.